Nr. 50 Erstes Blatt 176. Jahrgang Montag, März 1926 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vruck und Verlag: vrübl'sche Univerfilätr-Buch- und Zteindruckerel 8. Lange in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. 9' Der Bolkstrauertag 8 B n Die Chamberlain - Krisis ebenfalls WEN. Saarbrücken, 28. Febr. Der allge- 3 i "h L 9 5 rt E L !«’W 3n Hamburg sind auf den öffentlichen und privaten Gebäuden, sowie auf den Schiffen im Hafen die Fahnen halbmast gehißt. Reben den vom Dolksbund der deutschen Kriegs- gräberfürsorge vorgesehenen Veranstaltungen hielten auch eine grohe Anzahl anderer Vereinigungen Gedächtnisfeiern ab. Am Vormittag fanden feierliche Gottesdienste in allen Kirchen statt. Um die Mittagszeit liehen die Glocken sämtlicher Kirchen ihre ehere Stimme erschallen. Auf dem Ohlsdvrfer Friedhof, der von vielen Lausenden besucht war, fand letzte Mahnung der Gefallenen: Ohne Buße, Läuterung und Selbstbestimmung kein Dorwärtsschreiten und keine Auferstehung. Wenn die innere Läuterung unseres Volkes begonnen hat, erst dann haben wir den wahren ersten Volkstrauertag, und erst dann, deutsches Volk, bist du deiner Toten würdig! Nach abermaligem Chorgesang und nach Darbietungen des Sprechchors der Universität Berlin intonierte der Kosleckfche Bläserbund, während sich die Versammelten zu Ehren der Toten erhoben, einen Trauermarsch, der unter dem Zusammenschlagen der Rapiere und dem Senken der umflorten Banner in das Lied vom guten Kameraden ausklang. Die würdig verlaufene Feier hatte damit ihr Ende erreicht. Eine Trauerfeier der Reichswehr Sonntag vormittag fand in der Berliner G a r n i s o n k i rch e ein Trauergottesdienst für die Gefallenen des Weltkrieges statt, an dem Reichswehrminister Gehler, Generaloberst von S e e ck t, Admiral Zenker, der Kommandant von Berlin, Generalmajor Severin mit ihren Stäben teilnahmen. Wehrkreispfarrer Z r m e r ermahnte die Reichswehr, den Geist der Gefallenen in sich zu tragen und sein Hüter zu sein. Die Helden-Ehrungen im Reich. 3n Köln begab sich Oberbürgermeister Dr. Adenauer in Begleitung des Beigeordnete nkollegiums nach Melaten und legte dort auf dem Ehrenfriedhof zum Gedächtnis der Gefallenen Kränze nieder. Eine eindrucksvolle Gedächtnisfeier fand mittags im Guerzenich statt. Die öffentlichen und privaten Gebäude hatten die Flaggen auf Halbmast gefetzt. eine würdige Gedächtnisfeier statt. Der Dolkstrauertag im Saargebiet. er®- 6T ff London, 23. Febr. (WB.) Die Frage der Vermehrung der ständigen Sitze im Völkerbunds- rat nimmt in der Presse weiterhin den ersten Platz ein. Die Blätter sprechen von einer Krisis. „Observer" schreibt: Es ist für das Kabinett Baldwin der ernsteste Augenblick seit seinem Bestehen. Zwischen Chamberlain und der Mehrheit des Kabinetts besteht eine moralische Krisis, die fast einer praktischen Krisis gleichkommt. Der Ministerpräsident und Chamberlain stimmen in dieser Frage nicht überein. DaS Land verlangt, daß die Locarnopolitik fortgesetzt und dah Deutschland zu allererst im Rat aufgenommen wird, sowie dah die anderen Länder ihre Ansprüche vertagen müssen. Chamberlain hat sich bei seiner.Durchreise durch Paris zu sehr mit Ansichten eingelassen, welche die englische öffentliche Meinung sowie die Do- minions entschlossen verwerfen. Er will Deutschland versöhnen, ohne Frankreich zu verstimmen. Wenn er am nächsten Sonntag vor der formellen Eröffnung der Bölkerbundsverhand- lungen in Genf mit den deutschen Delegierten zusammentreffen wird, wird er alle Karten auf den Tisch legen. Polens Aufnahme in den Völkerbundsrat würde in Deutschland als ein Schlag ins Gesicht, vor allem nach dem Trank aus dem Liebesbecher in Guildhall, empfunden werden. Niemals habe eine größere Uebereinstimmung in der britischen öffentlichen Meinung bestanden, als in dieser Frage. Vierhundert Parlamentsmitglieder und die gesamte Presse verlangten den energischsten Widerstand. Die „Sunday Times" erfährt, daß der M i - nisterpräsident im Parlament eine Erklärung abgeben wird, in der er die Gerüchte über eine Kabinettskrise zurückweisen wird. Chamberlain ist der Ansicht, daß seine Rede in Birmingham mißverstanden wurde. Am Mittwoch wird wahrscheinlich über diese Frage ein Kabinettsbeschluß gefaßt werden. Aber es kann von vornherein angenommen werden, daß, wahrend die Regierung das Prinzip aufrechterhalten wird, daß Polen wie jedes andere Land berechtigt fei, einen Anspruch auf einen ständigen Ratssitz vorzubringen, kein Anspruch nur unter der Begründung, daß Deutschland einen Sitz erhalte, angenommen werden kattn. Der „Slinday Expreß" schreibt, es bestehe kein Zweifel mehr, dah der Völkerbund einer Spaltung zwischen dem lateinischen Block und den nordeuropäischen Nationen einschließlich der britischen Dominions gegen- übersiehk. Es widerspricht dem Fair play, daß der Völker- bundsrat plötzlich geändert wird. Es ist deshalb unbedingte Pflicht der britischen Politik, dafür zu sorgen, daß die in Locarno eingegangenen Verpflichtungen bis auf den Buchstaben erfüllt werden. Der Genfer Berichterstatter der „Morning Post" erklärt, in Genf werde ein zweites Locarno abgehalten werden müssen, damit vor der Sondertagung der Völkerbundsversammlung sowie des Rates eine Vereinbarung erzielt werden könne, bevor Deutschlands Antrag formell vorgelegt wird. Es fei die Ansicht der Völkerbundskreise, daß der Vorschlag, Spanien, Brasilien und Polen jel^ Sitze zu gewähren, augenblicklich ganz von S t r e s e - mann und Luther abhänge. Es verlaute jedoch von maßgebender französischer Seite, daß B r i a n d auf seinen Forderungen nach einem Sitz für Polen und Spanien nicht bestehen werde, wenn Stresemann fest bleibe. — „Daily News" schreibt, die Gewährung eines ständigen Ratssitzes an Brasilien oder Polen komme nicht mehr ernstlich in Frage. Polen werde fast sicher mit der Zustimmung der englischen Regierung und des englischen Volkes einen nichtständigen Sitz erhalten. Der Anspruch Spaniens, eine Großmacht zu fein, könne nicht ernstlich erörtert werden: es sei jedoch kaum zu befürchten, daß Spanien gegen Deutschland stimme, da es immer versprochen habe, seine Stimme für Deutschland abzugeben. Spaniens Ansprüche. Madrid, 28. Febr. (Agentur Fabra.) Unter dem Vorsitz des Grafen Romanones fand in der Königlichen Akademie für Rechtswisienschaft eine von 3n Berlin. Berlin. 28. Febr. Der heutige Volks» trauertag-wurde fasst im ganzen Reich durch würdige Feiern begangen. Zn D e r I i n fanden allein sieben Tvauerfeiern jum Gedächtnis der Gefallenen und des Weltkrieges statt, und zwar im Reichstag, im Großen Schauspielhaus, im Berliner Kvnzerthaus, in der Hochschule für Musik, in der Stadthalle, im Lehrervereinshaus und in den Kammersälen. Alle öffentlichen Gebäude und Zahlreiche Privathäuser hatten halbmast geflaggt. Der Plenarsihungssaal des Reichstags, in dem sich die Spitzen der Behörden zu der Trauerfeier versammelten, hatte würdigen Trauerschmuck erhalten. Die ganze Stirnwand des Saales war mit einer schwarzen Draperie verkleidet. Zu beiden Seiten des Präsidentensitzes brannten auf schwarz behangenem Postament sechs Riesenkerzen. Auch die Galerien waren schwarz drapiert. Auf der Regierungsestrade sah man Annahme von Lnzrtarn für die lagtsnummtr ois zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. aus der Erinnerung an bie überwältigenden Beweise menschlicher Tatkraft und Selbstaufopferung ungezählter Millioneir für ihre Mitwerlt. Die ungezählter Millionen für ihre Mitwelt. Dis Erinnerung an sie erscheint mir als eine dev wertvollsten Kraftcsucllcn zur Selbstbehauptung unseres Volkes und seines Aufstieges in eine lichtere Zukunft. Dr. Frank, Gesandter der Republik Oesterreich. An dem Gedenktage der Toten, die als Opfer des großen Krieges gefallen sind, wollen wir, in weihevoller Erinnerung an ihr gewaltsam unterbrochenes Leben, uns dem Gedanken zuwenden, dah in Zukunft die Gegensätze zwischen den Völkern einen anderen Weg zur Schlichtung finden möchten. Dr. M. P o p o f f, Kgl. Bulgarischer Gesandter. Möge das Volk sich stets bewußt sein, was diese Helden für ihr Vaterland geleistet haben und möge es ihnen ein treues und dankbares Andenken bewahren. Kemal eddiir Sami, Pascha. Botschafter der Republik Türkei. Erscheint täglich.außer * Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. ®»eats»Be$ng$prels: 2 Reichsmark und 20 Reichspsennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schristleiluna 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: $ran!fart am Main 11686. meine Volkstrauertag wurde auch im Saargebiet feierlichst begangen. Von zahlreichen Gebäuden wehten die Flaggen in den Landes- und Reichsfarben halbmast; jede Lustbarkeit, auch in den Theatern und Kinos, war verboten. Auf den verschiedenen Friedhöfen fanden am Nachmittag Gedenkfeiern statt, die allerdings zum Teil unter der Ungunst der Witterung stark zu leiden hatten. Die größte dieser Feiern wurde auf dem Ehrenfriedhof und im Ehrental abgehalten, wo die Toten des Krieges von 1870, Deutsche und Franzosen, begraoen liegen. Hierher hatte auch die Regierungskornmis- f i o n ihren Vertreter entsandt, das saarländische Mitglied der Regierungskommission, K o ß m a n n, und die Regierungsdirektoren Court illet und Heim bürge r. Mit zahllosen Fahnen hatten sich die Militärvereine, Turn- und Gesangvereine ein- gefunden, und eine unübersehbare Menge füllte den Friedhof und die Zugangsstraßen. Geistliche aller Konfessionen wiesen auf die Bedeutung des Tages hin. Massenchöre umrahmten die Reden. Am Grabe des Reichspräsidenten Ebert. Am Gr:abe des Reichspräsidenten Ebert auf dem Bergfriedhof bei Heidelberg wurden bereits Sonntag vormittag zahlreiche Kränze niedergelegt, darunter der große Lorbeerkranz der.Reichsregierung mit einer Schleife in den Reichsfarben. Des weiteren Kränze der preußischen, der hessischen und der badischen Regierung, der Stadt Heidelberg und anderer. Am Rachmittag fand auf dem Derg- friedhof eine Gedächtnisfeier statt. Das Ehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges. Berlin, 27. Febr. CSil.) Der „Berliner Lokancrnzeiger" veröffentlicht das Ergebnis einer Rundfrage, ob als Ehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges die Schinkelschc Hauptwach e in Berlin ausgebaut, oder ein Ehren- hain etwa in Thüringen, in Frage kommen soll. Generalfeldmarschall von Mackensen hält beide Gedanken für gut, während Generaloberst von K l u ck sich für einen Hain entscheidet. Admiral von Schröder, Vorsitzender des R. D. O, wünscht einen Platz in der Rahe des Kyfthäuser-Denkmals. Für einen Platz im Herzen Deutschlands setzen sich auch Generalleutnant von Cramon, Vorsitzender des Landesverbandes des Reichskrieg er- bundes und der Stahlhelm-Führer Seldte ein, während General von Hutier, Vorsitzender des Deutschen Offizier-Bundes, sowie Professor Eicken der Schinkelschen Hauptwache den Vorzug geben. Professor Hans P v l z i g hält beide Vorschläge für nicht glücklich und schlägt die Errichtung einer deutschen Olympia vor. Don anderen namhaften Architekten ist der Düssel- der spanischen Vereinigung für den Völkerbund veranstaltete Kundgebung statt. In der Eröffnungsansprache gab Romanones der einmütigen Auffassung aller Spanier darüber Ausdruck, daß der jetzige Anlaß außerordentlich geeignet fei, eine endgültige Klärung der Stellung Spaniens zum Völkerbund her- beizuführen. Romanones erklärte, die Wünsche Spaniens feien so heiß, daß ihre Nichterfüllung zu der Erwägung veranlassen könnte, ob die nationale Würde das Verbleiben Spaniens im Völker b u n do zulaffen würde. Unioerfitätsprofesfor Gascon betonte, Spanien fei das erste Land gewesen, das sich zu dem Grundgedanken der Völker- bundssatzung oekannt wurde. Die Dankbarkeit aller • Staaten habe sich in der sechsmaligen Wiederwahl ,,'. eines Spaniers zum Ratsmitglied bewiesen, und flm damit einen gewohnheitsmäßigen Zustand geschaffen Spanien sei der erste Staat gewesen, der aus dem Geist der Völkerbundssatzung heraus bei den Äor-^ arbeiten zum Genfer Protokoll die Definition dec* Angreifers im Konfliktsfall beantragt habe. Der frühere Außenminister und Botschafter Perez Caballero bezeichnete es als eine Notwen, digkeit, daß die Organe des Völkerbundes mit der ständigen Mitarbeit Spaniens rechnen können, weil ’6 sie nur so angesichts der Ziele des Völkerbundsrotes y ihren Aufgaben gerecht werden können. Mit Rücksicht auf die außergewöhnliche Stellung Spaniens und die Schwierigkeiten, ein vollkommen neutrales und über den Gegensätzen der verschiedenen europäischen Mächtegruppen stehendes Land zu finden, das noch dazu durch seine Rasse als Vertreter einer großen Anzahl von Ländern der gleichen Sprache auftreten kann, fei es nicht am Platze, Spanien möglicherweise in diesem Augenblick zum Verlassen des Rates zu zwingen und vielleicht dazu zu veranlassen, sich von der Mitarbeit am Werke des Völkerbundes zurückzuziehen, der gerade jetzt eines Höchstmaßes von Autorität bedürfe. Schwedens Nein. (Sine Demarche der schwedischen Regierung. Stockholm, 27. Febr. Wie der Berliner Vertreter des Svenska Dagbladet meldet, hat eine maßgebende deutsche Persönlichkeit vor ausländischen Pressevertretern in Berlin eine ausführliche Darlegung der jetzigen Lage der Angelegenheit der Erweiterung des Völkerbundsrates gegeben und dabei die entscheidende Rolle Schwedens in den diplomatischen Verhandlungen besonders hervorgehoben. Die schwedische Regierung, äußerte diese deutsche Persönlichkeit, hat alle in dieser Angelegenheit interessierten Mächte benachrichtigt, daß der Vertreter Schwedens im Völkerbundsrat in der Märztagung unter allen Umständen gegen jeden Antrag auf Erweiterung des Völkerbundsrates über den deutschen Rc.tssih hinaus stimmen werde. Dadurch sind all» Derartigen Wünsche anderer Mächte zum Scheitern verurteilt, da die Einstimmigkeit im Rate notwendig ist. Die schwedische Regierung hat auch mit größter Bestimmtheit hervorgehoben, daß ihr Vorgehen von schwerwiegenden prinzipiellen ®rün- den und von den eigenen Interessen Schwedens diktiert wird. Schweden hat selbst die deutsch; Regierung von seiner Auffassung benachrichtigt. Auf eine Anfrage, wie Deutschland sich nach seinem Eintritt in den Völkerbund und in den Völkerbundsrat zu dem prinzipiellen schwedischen Standpunkt stellen werde, erklärte Der erwähnte Deutsche Politiker, dah man, falls Die Ratsfrage später beispielsweise in dec ordentlichen Dölkerbundsversammlung im Herbst wieder zur Debatte gestellt werde, sie gründlichst und sachlich prüfen müssen ohne vorgefaßte Meinung. Ich habe allerdings Den Eindruck, erklärte der deutsche Gewährsmann, daß der Standpunkt der schwedischen Regierung auf einem sehr richtig en psychologischen Instinkt basiert. Ich will jedoch nicht unterlassen, hervorzuheben, dah die Forderung Spaniens auf einen ständigen! Sih im Rate einigermaßen eine Sonder st el» lung einnimmt, da Spanien seit jeher als Großmacht betrachtet wird und Botschafter entfenDdl und empfängt. In bezug auf Die Zukunft will Dörfer Professor Wilhelm Kreis für die Schin- kelsche Hauptwache, Der 'Berliner Professor Mak- k o w s k h für einen Gedächtnishain in Mitteldeutschland. Unsere ehemaligen Verbündeten;um volkttauertag Die Schnellebigkeit unseres Zeitalters bringt es mit sich, daß selbst Die stärksten Erlebnisse Dem Bewußtsein Der Allgemeinheit rascher entschwinden, als man es unter ihrer unmittelbaren Einwirkung für möglich hält. Die Schauer des Weltkrieges stehen heute nur noch als Düstere Schatten am fernen Horizont, während unsere Blicke nach Der entgegengesetzten Richtung geöffnet sind. Der Zukunft entgegen. UnD dies Schauen in Die Zukunft ist auch notwendig, denn es bringt Dia Hoffnung, Die Mutter alles Wirkens, in die Seele. Doch zum Werk gehört Die Kraft, und diese Kraft wird geschöpft aus dem Blick in Die Vergangenheit für Die Menschen unseres Zeitalters daS Reichskabinett fast vollständig mit Reichskanzler Dr. Luther und Reichsauhenminister Dr. Stresemann an Der Spitze, ferner Die Vertreter Der Länder. Auf Der Reichsratsestrade hatten Die Delegierten Der verschieDenen kirchlichen Gemeinden urtD konfessionellen Organisationen Platz genommen, unter ihnen im Ornat der sürstbischöfliche Delegat, Weihbischof Seltner. Hinter Den Estraden und zu beiden Seiten der Rednertribünen hatten Die Chargierten Der Studentenschaft in Wichs und mit umflorten Bannern Aufstellung genommen. Im Saale selbst, Der bis auf Den letzten Platz gefüllt war, sah man zahlreiche Parlamentarier aller Parteien, Die Vertreter Der verschiedensten Organisationen und Verbände. Punkt 12 ssühr betrat Reichspräsident von Hindenburg, geleitet von Den Vizepräsidenten Des Reichstags Geheimrat Ri eß er und Dr. Bell, in Begleitung Des Reichswehrministers Dr. G e fr» l c r, des Generalobersten v. S e e ck t, Des Admirals Zenker und des Staatssekretärs Dr. Meißner sowie des Vorstandes des Dolks- bundes Deutsche Kriegsgräberfürsvrge die Chren- loge, von den Versammelten durch Erheben von den Sitzen begrüßt. Dann ertönte Händel Trauermarsch aus dem Oratorium »Saul", vorgetragen vom Kosleckschen Dläserbund unter Leitung von Prof. Grawert. Der Erksche Männergesangverein unter seinem Dirigenten Prof. Stange brachte darauf „Dem Andenken Der Gefallenen" von Wohigemuth zu Gehör. Rach Den musikalischen Darbietungen betrat der Präsident des Volksbundes, Pfarrer Siems Die ReDnertribüne und gedachte zunächst des verstorbenen Reichspräsidenten Ebert, dessen Todestag sich heute zum ersten Male jährte, als eines treuen und energischen Mil- jarbeiters des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, um Dann Den Reichspräsidenten v. Hindenburg zu begrüßen. Hindenburg, so fuhrt der Redner aus, gibt unserer Stunde Die Weihe und wir danken es ihm im Ramen Der zwei Millionen Gefallenen, die im Glauben an ihn, den Führer, in Den Tod gegangen sind. Es ist heule nicht die Zeit für schwächliche Sentimentalitäten. Besser als sie ist wahre, echte Trauer, aber auch mutiges Dorwärtsschreiten. Wir haben , stolze Fahre gekannt, als unser Volk sich aus Dem Ring Der Meute herausgekämpft hatte, um ein Leben für Frieden, Arbeit und Wohlfahrt zu führen. Dafür sind sie, Deren Gräber heule überall in Der Welt zerstreut sind, hinausgezogen, Dafür haben- sie gestritten und Dafür sind sie gefallen, unD wer es anbers sagt, Der lügt. Es kam anDers. UnD Doch: unsere Gefallenen sind nicht nur Verlust, son- Dem auch unendlicher Segen. Sie sind ein Etwas, das Macht in sich trägt, das wir nützen oder vergeuden können. Gewiß, gebt, soviel ihr könnt. Den Lebenden, Den Kriegshinterbliebenen, Den Verletzten. Sie haben ein Recht, aber dieToten haben es and). Ein Volk, Das feine Toten vergißt. Das ihre Gräber verfallen läßt, hat feine Ehre verloren. Es ist schlimm, ein waffenloses, noch schlimmer aber, ein ehrloses Volk zu fein. Die Millionen Gräber, verstreut in aller Welt, sind zualeich Zeichen für alle Welt für Das, was Das Deutsche Volk geleistet hat. Ein Volk, Das solche Söhne hervorgebracht hat, hat ein Recht, an sich zu glauben. In ZchntausenDen von Gräbern liegen sie, ohne Unterschieb Der Partei, Der Konfession, Der Klasse, BilDung unD Alters. Nur eins gab es für sie: Sie waren Deutsche, unD Darum ertönt heute ihre Stimme: Liebes, Deutsches Volk, zurück vom Abgrund! Das ekle Gewürm Der Zwietracht unD Der Verärgerung Darf nicht Durch Die Deutschen Reihen schleichen. Wir wollen und müssen sein: ein einig Volk von BrüDern! Darum mutz dec Volkstrauertag kommen als der eine Tag im Jahre, der Dem ganzen Volk ohne Unterschied gehört als Das Symbol, das für deutsche Art die Größe und Heiligkeit unterer Gefallenen saht. Wir haben Diesen Tag nicht in Den Herbst verlegt. Der Das Symbol Der Vergänglichkeit ist, sonDern wir haben Die Schwelle zwischen Winter und Frühling gewählt, Die Passionszeit, Die Zeit bitteren Leibens, aber auch Die Zeit Des Frühlingsahnens unb bcr Ostergewißheit. Denn es ist bie sich Deutschland überhaupt nicht binden. Es will nicht jetzt, solange es nicht selbst Mitglied des Bölkeichundes ist. sich gegen die Wünsche anderer Mächte, ständige Ratssihe zu bekommen, äußern. Es beachtet aber diese prinzipielle Auffassung Schwedens und die der übrigen kleinen Staaten bezüglich der Zusammensetzung des Rates. Wie der Vertreter des „Hamburger Frem- denblattes" in Kopenhagen an amtlicher dänischer Stelle erfährt, lieh sich die dänische Regier' ung dem schwedischen Standpunkt, das; auf der Märztagung des Völkerbundes, anläßlich der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund und seines Eintrittes in den Völkerbundsrat, keine weitere Ausdehnung der ständigen Ratssitze statt- finden darf, an. Auch China gegen weitere Kandidaturen. London. 28. Febr. (WDD.) Der bisherige stellvertretende chinesische Gesandte in London führte in einer Rede vor der Pvesse u. a. aus, China sei berechtigt, einen ständigen Sih im DölkerbundSrat wegen der großen Zahl seiner Bevölkerung und seiner 5000 Jahre alten Kultur zu beanspruchen. Der Völkerbund dürfe nicht von der europäischen Politik beherrscht werden, er müsse alle Rationen der Welt umfassen. Der Gesandte schloß mit dem Bemerken, er sei von seiner Regierung angewiesen worden, nach Genf zu gehen und den chinesischen Anspruch auf einen ständigen Sih im Völkerbundsrat vorzubringen. Wenn aber kein anderer Antrag in Betracht gezogen werde und die Märzversammlung nur die Ausnahme Deutschlands erwäge, so wünsche China nicht den Einklang der Sitzung zu stören und es sei bereit, seinen Anspruch z u - rückzuziehen, vorausgesetzt allerdings, daß die in seiner Stellung begründeten Vorrechte bei der nächsten Wahl der nichtständigen Mitglieder des Rats angemessen anerkannt würden. Italiens Völkerbundspolitik. Für Polen, gegen den Anschluß. Paris, 1. Marz. (Täl.) Auch in Paris steht das Problem der Erweiterung des Völker- bunürats mehr denn je im Vordergrund des öffentlichen Interesses. Die Verschärfung der vorhandenen Gegensätze kommt in der unzweideutigen Feststellung der Blatter zum Ausdruck, daß zwei Mächtegruppen einander gegenüberstehen. Für die Zuteilung eines ständigen Ratssihes an Polen sind nach Behauptungen der Pariser Somttagspresse Frankreich, Italien, Spanien, Polen und Brasilien., dagegen Schweden, Litauen und Dänemark. Ungeklärt sei noch die Haltung von Japan und England. Zu der Haltung Schwedens wird bemerkt, daß es seine Wahl in den Völkerbundsrat dur dem Prestige Driands zu verdanken hatte. Gleichzeittg wird behauptet, Schweden habe verabsäumt, Rorwegen und Dänemark in der Angelegenheit der Erweiterung der Ratssihe zu befragen. DaS rückhaltlos« Eintreten Italiens für Pol«n bildet noch immer Gegenstand begeisterter Kvm- mBittave, wie überhaupt die Einstellung Italiens gegenüber Polen mehr und mehr als das wich- -igste politische RachkriegsereigniS angesehen wird. In diesem Zusammenhang Wird auch die angebliche Annäherw^ zwischen der Kleinen Entente und Italien viel beachtet. Die Pariser Reise Dintfchitschs, der Montag von Rom L konwMrd. zu Vechandlungen mit Briand hier , o eintrifft, läßt die Vermutung zu. daß gewiffe f zwischen Rom und Belgrad getroffene Abmachungen auf Frankreich ausgedehnt werden » sollsw Es handelt sich nach französischen Dlätter- iridbungen um Artikel 80 des Versailler Vertrags bezüglich des Anschlußverbots. Der „Temps" spricht sogar von «irret: politischen Reueinstellung Europas. Sie Annäherung Italiens an Jugoslawien und die damit verbundene Abkehr von einer Po° - litik des Mißtrauens, wie sie bisher befolgt wurde, zeigten deutlich, daß Italien beschlossen habe, systematisch den Kamps gegen den Anschlutzge- danken aufzunehmen. Es unterliege feinem Zweifel, daß die Verabredung einer gemeinsamen politischen Linie zwischen Italien und Jugoslawien auf die Errichtung einer Schranke gegen den deutschen Einfluß in Mitteleuropa abzielt. Der „Teinvs" schreibt, der Entschluß Italiens ^md der Kleinen Entente, unter allen .Umständen gegen die deutsche Vorherrschaft in Mitteleuropa zu opponieren, sei eine der wichtigsten Garantien für die Aufrechterhaltung der Verträge. Die Suöetenöeutschen gegen die Sprachenverordnung. Prag, 1. März. (SIL) Die am Sonntag stattgefundenen Kundgebungen gegen die Sprachenverordnungen der tschechischen Regierung sind bei sehr großer Beteiligung ruhig verlaufen. In den meisten Versammlungen wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, in der schärf st er Protest gegen die Sprachenverordnungen erhoben wird. Die Entschließung stellt fest, daß die Verordnungen einen Bruch des Rechts und der Verfassung darstellen. Es heißt dann weiter: „Wir weigern uns, die Verordnung als gültig anzuerkennen. Einig in dem Willen, das uns angetane Llnrecht mit allen Mitteln zu beseitigen, fordern wir die Volksvertreter zum rücksichtslosen Kampf in schärfster Form auf und geloben ihnen dabei opferbereite Gefolgschaft." Die Versammlung in T r a u t e n a u wurde nach kurzer Rede des Bürgermeisters und deutschnattonalen Abgeordneten Siegel vom Regierungsvertreter auf- g e l ö st. Siegel hatte dem Ministerpräsidenten vorgeworfen, in der Sprachenfrage sein Wort gebrochen zu haben. Auch in Teplitz gestattete sich die Protestkundgebung der Sudetendeutschen zu einem machtvollen Bekenntnis für die deutsche Muttersprache. Als der Vorsitzende davon Mitteilung machte, daß die tschechischen Behörden den geplanten Um» zug und daS Singen der Lieder „Sie Wacht am Rhein" und „Deutschland, Deutschland über alles" verboten hätten, begann die Menge die beiden Lieder sofort zu singen und eilte a u f die Straße, wo Tausende, die keinen Einlaß mehr gesunden hatten, auf die Beendigung der Versammlung warteten. ES bildete sich ein großer Zug, der zum Marktplatz marschierte, wo der deutschnationale Abgeordnete Kalina eine Ansprache hielt. Roch bevor er feine Rede beenden konnte, erschien eine starke Gendarmerieabteilung, die mit gefälltem Bajonett auf die Menge eindrang und den Marktplatz räumte. Aus dem haushaltsausschuh -es Reichstages. Berlin, 27. Febr. Der Haushaltsausschuß des Reichstages setzte die Beratung des Etats 1926 fort. Beim Haushalt des Reichsfinanzministeriums beginnt die Aussprache beim Kapitel „Bewilligungen aller Art" 3 500 000 Mark (Berfügungs- summe des Reichspräsidenten 2,8 Mill., Unterstützungen an ehemalige Kriegsteilnehmer und ihre Hinterbliebenen 700 000 Mark, sonstige laufende und einmalige Zuwendungen). Abg. N e u b a u e r (Komm.) ersuchte um vollständige Angaben. Ministerialoirekror Lotholz: Aus allgemeinen und etatrechtlichen Gründen könnte er nicht jeden einzelnen Posten aufführen. Der Fonds werde für charitatioe oder allgemeine Wohlfahrtszwecke verwandt. Abg. Dr. Fischer-Köln (Dem.): Rur 700 000 Mark bleiben dem Vertreter des Deutschen Reiches zur Erfüllung feiner Rspräfentationspflichten für Zwecke, für die sonst keine Sumen zur Verfügung stehen. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß man in der Oeffentlichkeit möglichst wenig darüber reden solle. Abg. Herght (Dn.): Der einfache Anstand müßte uns veranlassen, die Einzelheiten dieser Summe nicht öffentlich zu besprechen. Alle übrigen Staaten, gerade die westlichen Demokratien, bewilligten ihren Präsidenten solche Mittel ohne öffentliche Besprechungen. Es gehe nicht an, etwa verarmte Witwen angesehener Männer dadurch schwer zu verletzen. Abg. R o ß m a n n (S.) verlangte völlige Aufklärung, sonst würden seine Freunde den Posten oblehnen. Reichsfinanzminister Dr. Reinhold: Ich bitte, die Angelegenheit doch nicht zu übertreiben. Wir können nicht dem zustimmen, daß irgendein Grund vorliege, von dem bisherigen Brauch abzuweichen. Diese Prüfung wurde bedeuten, eine besondere N a ch k o n t r o l l e des Fonds des Reichspräsidenten einzuführen, denn dis Kontrolle wird ja durch den Rechnungshof ganz genau geübt. Nach meiner Auffassung entspricht es nicht der Würde des Deutschen Reiches, wenn dieser Dispositionsfonds, der nicht über das übliche Maß hinausgehe, in gewisser Weise zu beargwöhnen. (Zustimmung.) Abg. Schultz (Dn.) erklärte, daß seine Partei niemals einen Dispositionsfonds beanstandet hat. Der kommunistische Antrag auf Streichung des Titels wird abgelehnt. Beim Kapitel Landesfinanzämter entspinnt sich eine Aussprache über die Steuerhinterziehungen. Steuermoral und Buchtontrolle. Staatss^retär Dr. Popih: In der Frage der Steuermoral denkt der Finanzminister nicht anders als sein Vorgänger. Die Qlotkige der Winzer ist sicherlich außerordentlich groß, aber kleinliche und schikanöse Maßnahmen der Steuer- behörden sind kaum der Grund der dorttgen Erregung, denn Derncastel gehört zum Rotgebiet. Besondere Steuern können dort kaum die Leute bedrückt haben, Pfändungen sind zur Hebung der Steuermoral nicht zu entbehren. Im übrigen ist aber durch das Vorgehen der Winzer in Derncastel die Dtaatsautorität außerordentlich gefährdet. Einer Bevölkerung gegenüber, die ihre Wut an Gebäuden, Akten usnd Beamten ausläht, muß die staatliche Autorität gewahrt werden. Abg. Dr. Brüning (Z): Wir werden Stellung zu dem Derncasteler Vorgehen nehmen, wenn die genaueren Berichte vorliegen. Das Bauprogramm der Reichsfinanzverwaltung sah Reubau von Landesfinanzämtern, Finanzämtern, Aufstockung eines Hauptzollamtsgebäudes usw., insgesamt Ausgaben in Höhe von 91/« Millionen Mark vor. Der Sparausschuh hatte von dieser Summe bereits l1/» Millionen Mark gestrichen. Runmehr wurde die Summe im Haushaltsausschuh durch Annahme folgender Entschließung des Abg. Fischer-Köln (Dem.) um eine weitere Million gekürzt. „Die Reichsregierung wird ersucht, bis zur dritten Lesung das Bau- Programm für die Finanzämter einer Nachprüfung dahin zu unterziehen, daß durch Ersparnis in der Art der Ausführung höchstens eine Gesamtausaabesumme von sieben Millionen Mark in Betracht kommt." Angenommen wurde ferner ein Antrag des Abg. Schmidt-Stettin (Dntl.), worin die Reichsregierung ersucht wird, bei der Reichsabgabenverwaltung dritte freiwerdende Stellen nicht neu zu besetzen, sondern zur Verfügung des Haus- haltsausschufses zu halten. Ferner wurde eine Entschließung des Abg. Thomson (Dntl.) angenommen, worin der Wunsch ausgesprochen wird, daß die Deichsregierung durch die älebernahme einer AuSfallbürg- schäft in Hohe von 50 Prozent des Ausfalls bis zum Gesamtbeträge von 10 Millionen Mark für aus langfristige Kredite bezogene Phosphorsäure und Kalidüngemittel, den Bezug dieser Düngemittel erleichtere, wie es auf Beschluß des Hauptausschusses vom 18. Dezember v. Is. für Stickstoff düngemittcl bereits geschehen ist. Es folgt dann die Beratung des allgemeinen Pensionsfonds üHer den Abg. Roß mann (D.) Bericht erstattet. Der Redner führt aus: Der Inhalt des allgemeinen Pensionsfonds habe in letzter Zeit in der Oeffentlichkeit großes Aufsehen erregt. Die Pensionslast belaufe sich auf 1 555 485 000 Mars für 1926. Hierzu tritt eine Pensionslast von 400 Millionen bei der Eisenbahn und von 200 Millionen bei der Post, so daß die Gesamt- pensionslast 2155 000 000 Mark betrögt. Daß diese Zahlen die Oeffentlichkeit erregen und Inhalt schwerer Sorgen für jeden Politiker seien, fei verständlich Der Haushalt für 1914 habe nur eine Pensionslast von 145 Millionen aufgewiesen, das waren reichlich 6 Prozent der damaligen Reichseinnahmen, während jetzt die Pensionslast 42 Prozent der R e i chs ein n ah m en ausmache. Eine Entlastung sei zu betreiben durch die Wiedereinstellung der Wartebeamten. Seine Partei behalte sick vor, die Frage des Entzugs der Pensionen und ihre Kürzung durch einen Pensionskürzungsprozeß einer erneuten ernsten Prüfung zu unterziehen. Abg. Brüninghaus (Dtsch. Bp.) weist es zurück, daß von den Vertretern der Offiziere je behauptet worden sei, die Republik habe sich in Bezug der Pensionszahlungen gegenüber dem Gros der Offiziere nicht üchal erwiesen. Es entspann sich dann noch eine längere Debatte über den Titel, der die Ehrenzulagen für die Inhaber militärischer Orden und Ehrenzeichen betrifft. Der Titel sieht Ausgaben von 700 000 Mark für diesen Zweck vor. Die Mehrheit des Ausschusses stellte sich auf den Standpunkt, daß an den Ehrenzulagen nicht gerüttelt werden dürfe. Von feiten der Regierung wurde ausdrücklich betont, daß aus diesem Fonds nur solche Personen Ehrenzulagen empfangen, und zwar in sehr geringfügigem Maße, die diese Zulagen bisher schon stets erhalten hätten. Damit war der Etat des Reichsfinanzministers sowie der Etat des allgemeinen Pcn° sivnsfonds erledigt und der Ausschuß vertagte sich auf Montag, wo er die Etatsberatung des Ministeriums des Innern beginnen wird. Kunst und Wissenschaft. Iahrhundrrtschau der deutschen Malerei in Wien. Wien, 27. Febr. (WTB) Zur Eröffnung der Iahrhundertschau der öeutfdjen QEalerei in der Wiener Sezession, deren Protektorat Reichspräsident v. Hindenburg und Bundes- Präsident Hainisch übernommen hatten, erschienen Bundespräsident Hainisch, AnterrichtSminister S ch n ei d e r, der deutsche Gesandte P f e i f f e r, der Generaldirektor der bayerischen Museen Dornhoefer und viele andere offizielle Persönlichkeiten. Rach der Begrüßungsansprache durch den Präsidenten der Wiener Sezession Martin und des Präsidenten der Museumsfreunde Oppenheimer, welche den deutschen Reichsbehörden und den Privatsammlungen den Dank für die Heberlaffung zahlreicher Werke ausdrückten, hielt der Bundespräsident eine Ansprache, in der er gleichfalls die Freude aussprach, daß diese Ausstellung das künstlerische Schaffen des stammverwandten Landes zeige. Dank gebühre dem Reichspräsidenten v. Hindenburg für die Llebernahme des Protektorats. Der deutsche Gesandte sprach namens der deutschen Regierung. Ebenso wie der Reichspräsident mit größter Freude diese Ausstellung gefördert habe, so seien die reichsdeutschen Stetten stolz darauf, aus den deutschen Museen deutsche Schätze in einer solchen Perlenkette vorführen zu können, wie es diese Ausstellung zeige. Pfeiffer schloß mit den Worten, daß diese Ausstellung, die zunächst das deutsche Volk angehe, im weiteren Sinne aber für die Versöhnung der Völker und für den Fortschritt wirken möge. Urzeitliche Aunde in Franken. Professor Dr. B r o i l i berichtete in der letzten Sitzung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften über einen Fund von Pleuraraums in der Eichstätter Gegeird. E handelt sich um ein fast vollständiges und 1,50 Meter langes Skelett, das in sehr guter Erhaltung den älmriß der Weichteile uiü> große Teile der Körper- und Kopfbeschuppung aufweist. Das Skelett wurde von der Staatssammlung für Paläontologie und Historische Geologie erworben. Entdeckung einer wertvollen Luther bibel. In Chemnitz ist eine äußerst kostbare Bibel aufgetaucht. Es handelt sich um ein Exemplar des im Jahre 1534 von Hans Lufft in Wittenberg gedruckten Alten Testamentes, in dem sich einige von Luthers eigener Hand geschriebene Anmerkungen befinden. Auch hat Luther auf dem Respektsblatt vom Jahre 1543 eine Eintragung niedergeschrieben. Studentenaustausch mit Holland. Als Ergebnis der seinerzeit zwischen dem Aus- lanbamt der Deutschen Studentenschaft und den holländischen Studentenorganisationen über einen gegenseitigen Austausch von Studenten geführten Verhandlungen sind in .Holland 31 Studenten verschiedener deutscher Hochschulen eingetroffen, die auf die Universitäten Amsterdam, Delft, Groningen, Leyden und Utrecht verteilt werden und zwei Wochen lang Gäste der holländischen Studenten sein werden. Derwaltungsakademie Köln. Es ist geplant, in Verbindung mit der Uni» t>ctf ität Köln eine Verwaltungsaka- dernie zur Fortbildung von Der waltun gsbeam- ten einzurichten. Der Rektor der > Universität Köln. Pros. Sticr-Somlo. erklärte sich bereit, die Angelegenheit nach Möglichkeit zu fördern. Der Generalsekretär des Deutschen Beam- tenbundes (Landesverband Rheinland), Gerdes, bemüht sich ebenfalls um das Zustandekommen dieser Einrichtung. Lin Heidelberger Ehrendoktor. Der Geologe Geh. Rat Professor Dr. Wilhelm v. Branca in München ist aus Anlaß feines goldenen Doktorjubiläums von der Universität Heidelberg zum Ehrendoktor ernannt worden. Ein Studentenwohnheim in Heidelberg. Die Heidelberger Studentenhilfe hat das Hotel Zum goldenen Roß am Heumarkt zwecks Errichtung eines Studentenheims angekauft. Es sollen vorläufig 15—20 Zimmer, später durch Ausbau weitere 10—15 Zimmer Benutzung genommen werden. Rücktritt des Professors Theodor Lurtius. WSR. Heidelberg, 27. Febr. Mit Semesterschluß ttitt Geheimrat Prof. Theodor Cur- tius von der Direktion des Chemischen Instituts der Universität Heidelberg, die er 28 Jahre innegehabt hatte, zurück. Die Praktikanten des Instituts, berten sich zahlreiche frühere Schüler angeschlossen hatten, brachten ihrem Lehrer einen Fackelzug, woran sich ein Kommers anschloh Aus aller Wett. Verhaftung des Loudgerichtsdirektors Jürgens. Gegen den Landgerichtsdirektor Jürgens vom Berliner Landgericht 3, der gleichzeitig Untersuchungsrichter beim Staatsgerichtshos zum Schuhe der Republik ist, sowie gegen seine Ehefrau ist auf Veranlassung der Oberstaatsanwaltschaft in Stargard (in Pommern) ein Ermittlungsverfahren wegen Betruges in zahlreichen Fällen eingeleitet worden, das jetzt dahin geführt hat, daß die Stargarder Oberstaatsanwaltschaft Haftbefehl gegen das Ehepaar erlassen hat. Frau Jürgens wurde in der Berliner Wohnung. Landgerichtsdirektor Jürgens in Kassel verhaftet und nach Berlin transportiert. Jürgens und Frau leugnen nach wie vor jek>3 Schuld. Die Kriminalpolizei will festgestellt haben, daß die beiden Einbrüche fingiert gewesen seien, allerdings von der Frau Jürgens, während ihr Mamr erst später von ihr verständigworden fei. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 1. März 1926. Der Volkstrauertag. Ein trüber, regnerischer Tag. Emst gestimmt wie olle nicht an der Oberfläche des Lebens haftenden Menschen, war auch die Natur an diesem Volks- trauerlag um unsere gefallenen Krie - g e x. In den Straßen der Stadl hingen die Fahnen auf Halbmast, an ollen öffentlichen Gebäuden, aber auch an zahlreichen Privothöusem. Kein Flattern der Fahnen, ruhig, unbeweglich hingen sic regen- schwer herab. Auf dem Friedhof hatte man die Kriegergräber schon am Samstag würdig geschmückt. Zn den Gottesdiensten wurde der gefallenen Brüder im Gebet und in der Predigt gedacht, und den Gläubigen wurde dabei die Größe und der Sinn dieses Opfers unserer Besten flar vor die Seele gestellt. In der Mittagsstunde erklang von den Türmen der Gotteshäuser eine Viertelstunde lang feierliches Trauergeläute. Nach dem Vormittagsgottesdienst sand in der Neuen Aula der Universität, auf Anladung der hiesigen Ortsgruppe des Bolksbundes Mütsche Kriegs- gräberfürforge, eine ergreifende Gedenkfeier zu Ehren unserer gefallenen Krieger statt. Die Anteilnahme unserer Mitbürger an dieser Sejer befunbete sich so stark, daß die Aula in kurzer Zeit überfüllt rpar. Die Behörden und die Garnison waren durch ihre obersten Dienststellen vertreten, von der Bürgerschaft sah man Angehörige aller Schichten zugegen. So wurde diese Feier zu einer Einigung aller im Gedenken an unsere teuren Toten. Die Kapelle des 1. (Hess.) Grenadler-Batls. 15. Inf.-Regts. unter der Leitung von Oberwusik- meister L ö b e r eröffnete die Gedenkstunde mit den feierlichen Klängen von E. Eules „Des deutschen Kriegers Traum vor der Schlacht". Darauf sprach Schauspieler und Spielleiter Karl D o I ck vom Stadttheater zwei Dichtungen von Rudolf Presber („Vermißt" und „Der junge Held"). Die Arien von I. S. Bach „Seufzer, Tränen, Kummer, Not" und von G. F. Händel „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt", gelungen von Rosemarie Nölke - Marburg und auf der Orgel begleitet von Organist Simon von hier, leiteten über zu der Gedenkrede, die Studienrat Lic. Dr. Adolph hielt. Seine Ansprache, die in ihrer schlichten Eindringlichkeit und gedankenreichen Tiefe ans Herz griff, lenkte den Blick hinaus zu den vielen, vielen Gräbern unserer Brüder in West, Ost und Süd, machte bei Frontsoldaten auch Erinnerungen lebendig an gute Kameraden, denen es nicht vergönnt war, die Heimat wiederzusehen, deren Andenken aber in dem Herzen des heimgekehrten Gefährten aus taufenden Gefahren und Schwierigkeiten des Kriegslebens fort- leben wird; die Ansprache schärfte aber auch den Blick und das Gewissen für die großen Aufgaben des Heute und der Zukunft, deren Erfüllung die gefallenen Brüder uns zu treuen Händen übertragen hoben, und deren mir uns werk erweisen müssen. Allen Menschen, die den Krieg draußen und daheim körperlich und seelisch schwer empfunden haben und dennoch starken Herzens und Willens geblieben sind, sprach der Redner aus der Seele, als er u. a. sagte: „Der Volkstrauertag ist ein Taa schmerzlichen Gedenkens. In das Leid um die Gefallenen mischt sich das Weh darüber, daß ihr Opfer scheinbar umsonst war. Dieser niederdrückende Gedanke darf nicht der letzte sein. Wir müssen versuchen, dem Sterben unsrer Besten einen Sinn obzugewinnen. Diesen Sinn finden wir in der Idee der lebendigen, burd) die Geschichte hindurchgreifenden Bolkseinhcit, in der nichts verloren ist. Die Todessaat unserer Bruder ist Saat auf Ernte. Ihr Opfer ist ein Quell der Kraft. Ihr Blut spricht vernehmlich zu unserem Herzen und mahnt uns zur Einheit, zur Werkgemeinschaft und schicksals- be wußten Entschlossenheit. Dos Werk, dos den Händen der Toten entsank — wir müssen es weiterführen. Es gilt zu bauen am Haus des deutschen Volkes, daß deutsche Menschen frei und glücklich wohnen, daß insbesondere auch die Hinterbliebenen der Gefallenen und die Kriegsopfer etwas empfinden vom Donk des Vaterlandes. So soll der Klage ihr Recht gehören, aber auch den, burd) ben Schmerz geläuterten, burch Ehrfurcht geheiligten, burd) Opfersinn beschwingten Willen. Wir grüßen unsere Toten in unauslöschlichem Dank und dem Gelöbnis, ihrer wert zu fein." ®. F. Händels „Largo", gespielt von der Militärkapelle, bildete ben feierlichen Ausklang her Gedenk- und Dankesfeier, die durch ihre Zusammenfassung oller Einwohnerkreise unserem Volkstrauer- tag ein würdiges, eindrucksvolles Gepräge gab. Wettervoraussage. Rebelbildung, sonst durchweg trocken, tagsüber wolkig mit Aufklaren, nördliche bis westliche Winde, nachts Temperaturen nahe Rull. Rach dem östlichen Weiterziehen des gestrigen Regengebietes tritt bei uns Aufbessrung ein, die auch morgen noch anhült, da von Südwesten her ein Steiggebiet nach Mitteleuropa vordringt und die im Rordmeer liegenden Störungen sich zunächst in Rordcuropa auswirken. Gestrige Tagestemperaturen. Maximum 9,4 Grad C., Minimum 4.5 Grad C., Riederschläge 2,8 Millimeter. Heutige Movgentemperatur 5,8 Grad Celsius. Für Oberschlesten. Eine würdige Kundgebung für Oberschlesien im Hinblick auf den bevorstehenden fünften Jahrestag der Abstimmung fand am Freitagavend auf Einladung der Universität in der Neuen Aula statt. Unsere Landesuniversität stellte sich mit dieser Ber onftaltung in eine Reihe mit den anderen deutschen Hochschulen, die aus Anlaß dieses Jahrestages gleichsalls für Oberfchlesien eintreten. Nach einem Musikoortrag begrüßte Se. Magni iizenz ber Rektor, Professor Dr. Bürker, bic Versammlung und erinnerte an das schändliche Unrecht, bas dem deutschen Oberschlesien und dem gesamten deutschen Vaterlande durch die berüchtigte Völkerbundsentscheidung über Oberschlesien zugefügt wurde, gedachte aber auch des heldenmütigen Eintretens ber beutfchen okabemifchen Jugend für dies Stück deutsche Erde, wobei unsere Jungmannsd)aft auf dem Annaberg in hartem Ringen das polnische Raubgesindel mit blutigen Köpfen heimschickte. Darauf sprach Gymnafialdirertor a. D. Dr. Va rges, jetzt Privatdozent an unserer Landes- Universität. Der Redner, der lange Zeit in Schlesien gelebt hat und die dortigen Verhältnisse genau kennt, erinnerte einleitend daran, daß die Bevölkerung Oberschlesiens am 20. März 1921 mit gewaltiger Mehrheit ihren Witten kundge- geben hat, beim Deutschen Vaterlande zu verbleiben, trotzdem aber sprach der Völkerbund am 10. Oktober 1921 den größten Teil des Industriegebietes den Polen zu. In einem eingehenden Rückblick auf die Geschichte Oberschlesiens erbrachte der Vortragende den Beweis, daß Oberschlesien altes deutsches Kulturland ist, daß es jeder-r" deutsche landet unS R s* 50 verlv' kommen, von , gruben, Heihu" gelvorde! per tene w schäftet- hat den mihM gflnb en grimm i aus. die Hchlr übrige 0 unh U, feinet ® M nur W * land gelu wieder gt' Einspruch Iah« va von lassen? j M deuts die mut!! rotten, t Zelbsterh Vernicht! wir schi haben ,t ilfjr, Hotel Köhler, MonatSversannnlung. — Gießener Freiwillige Feuerwehr: 8 Tlhr, Darmstädter Haus, Monats Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Schmetterlingsschlacht". — Aswria-Lichtspiele: „Um Gold und Frauen". •• Die Mä rzmiete in Hessen. DaS Hessische Gesamtministerium gibt bekannt: In der Regelung der gesetzlichen Miete für den Monat März tritt gegenüber dem Februar feilte Aende- nmg ein. Die Miete beträgt daher 88 Prozent der Friedeitsmiete. 0 Zur Festsetzung von Stundungs- zins en. Wie wir hören, findet die Steuerzinsver- ordnung des Reichsflnanzministeriums vom 16. Jan. auch bei der Festsetzung von Stundungszinsen für die in Hessen zur Erhebung kommenden staatlichen Grund-, Gewerbe- und Sondergebäudesteuer "Anwendung. Bekanntlich hat die erwähnte Verordnung die Sähe für die Dorzugszinsen von 12 auf 10 Prozent jährlich, für die Aufschubzinsen von 9 auf 8 Prozent jährlich und den Höchstsatz der Stun- dungszinien von 9 auf 8 Prozent jährlich ermäßigt. Reparatur am Geläute her S1 a d t t i r ch e. In diesen Tagen wird der Läuteapparat der Stadtkirche einer Reparatur unterzogen werden. Hierzu wird es vielleicht notwendig sein, mit allen Glocken zu läuten. Die Bevölkerung braucht also, wenn das Läuten zu ungewohnter Stunde zu vernehnren ist, nicht zu fürchten, daß es Llnheil anzeigt. ” Eine gute Jubiläum »spende. Das Wohlfahrtsamt teilt uns mit, daß die Firma I. M. Schulhof. Marktslraße 4, anläßlich ihres 90jährigen Geschäftsjubiläums dem Wohlfahrtsamt dankenswerterweise 100 Laib Brot zur Verteilung an Fürsorgeempfänger überwiesen hat. Die Verteilung fand am heutigen 1. März, dem Iubiläumstage, an etwa 60 Familien statt. v* Personalien. Ernannt wurden: Der Amtsvorstand des Forstamts Hirschhorn. Zorst- rat Otto Schwieder zu Hirschhorn, vom 1. Februar 1926 ab zum Vortragenden Rot in der Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung mit der Amtsbezeichnung ,.Oberforstrat": der Oberforstrat Karl R a m s p e ck zu Darmstadt unter Belassung seiner Amtsbezeichnung zum Vortragenden Rat bei dem Ministerium der Finanzen. Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung. — Am 22. Februar wurde der Vermessungsoberassistent H. Hering in Alsfeld auf seinen Antrag pom 1. März 1926 ab aus dem hessischen Staatsdienst entlassen. "Befreiung vom Besuch der Fort- bildungsschule. Das hessische Landesamt für das Bildungswesen gibt bekannt, daß bis weiteres vorn Besuch der Fortbildungsschule befreit werden: 1. Schüler und Schülerinnen mit neunjährigem Besuch einer Privathandelsschule mit Vollunterricht; 2. Schüler und Schülerinnen mit achtjährigem Schulbesuch und einjährigem Schulbesuch einer Privathandelsschule mit Vollunterricht, in beiden Fällen unter der Voraussetzung, daß die für die Fortbildungsschule vorgeschriebenen Lehrgegenstände in den Privathandelsschulen mindestens in gleichem Umfange Berücksichtigung finden. Der Eintritt in eine Privathandelsschule muß zu Beginn des Schuljahres erfolgen, wenn die Befreiung vom allgemeinen Besuch der Fortbildungsschule eintreten soll. Für die Befreiung zuständig sind die Kreis- bzw. Stadtschulämter. " Die Hauptversammlung der Lan dw ir tscha f t skammer für Hessen findet am Samstag, 6. März, vormittags 8y4 Uhr, im Sitzungssaal des Landeskirchen tags zu Darmstadt statt. Hauptgegemstand der Tagung ist die Beratung des Hauptvoranschlages der Landwirsschastskammer für das Jahr 1926. ** B e i der Polizei sichergestellt. Am 10. Februar wurde beim hiesigen Polizeiamt ein Gummimantel sichergestellt, der bei dem vorjährigen Kreisturnfest hier entwendet bzw. gefunden und nicht abgeliefert wurde. Der Eigentümer wird ersucht, bei der Kriminalpolizei Gießen vorzusprechen. ** Fe st genommen. Wegen Paßvergehens wurden zwei Personen festgenommen, ebenso zwei steckbrieflich gesuchte Leute. ** Reue Fünfzigpfennig st ücke aus R i ck e l. Wie die Telunion erfährt, beabsichtigt die Reichsfinanzverwaltung, die bisher im Umlauf befindlichen 50-Pfennig-Stücke einzuziehen unb durch Rickelstücke zu ersehen, da die bisherige Dronce-Äluminium-Leaierung zu umfangreichen Fälschungen verleitet habe. •* Einführung der Zugteleph on ie auf der Strecke Frankfurt—Derl in. Rach einer Veröffentlichung im Rachrichtenblatt der Deutschen Reichsbahn wird demnächst die Zugtelephonie auch auf der Strecke Frankfurt- Berlin zur Einführung gelangen. Die Einrichtung erfolgt durch die Zugtelephonie-A.-G., die auch den Betrieb durchführen wird. Als weitere Linien, auf denen die Zugtelephonie eingerichtet werden soll, sind u. a. vorgesehen die Linien Frankfurt—Koblenz—Köln. Frankfurt—Hanau— Gemünden und Debra—Würzburg—München. 2n der Gesellschaft für Erb- und Völkerkunde sprach am Donnerstagabend Dr. Ehlers, Blexen, über die ,.Rord - we st deutschen Moore, Land und Leute" an der Hand eines zahlreichen Lichtbildermote- rials. Aus dem umfangreichen Gebiet der kultur- geographischen Fragen entwickelte er durch Voranstellung des in die Augen Springenden ein abgerundetes Bild jener ungeheuren, den wenigsten Deutschen bekannten Moor- und Heideflächen in Vergangenheit und Gegenwart. Auf einer Moor- Wanderung lernte man die herbe und freundlich- Tausche meine 3 - Zimmer Wohnung mit Küche gegen gleiche, evtl, vier kleinere Zimmer mit Küche. Schrift!. Angeb. unter 014:34 an ben Gies;. Anz. {Stellenangebot Junges Fräulein für Geschäft unb Haushalt gesucht. Lu erfragen in ber Geschäftsstelle beS Gieß. Anz. (1944D SS* “•ettag. "* ■F.iftÄ “lern. über '.MÄ*0' btt fyebj.e.r Zolle, ei ble (ftJ1 öedochl ! Ntn»unbb?r Ä bit ,r * ’ftte I „ le M in iur,ir Ä Ä "Je* Mtan -Summer, Unb 'P- M mein (Erlöfer Nolte. ;ci,et °°n Dtaanilt Gru ber (Sebent. ,WWn Cinoringlid), 'ch, uns Her; griff, vielen, vielen ®räbem <5üb, mochte bei Qen lebendig an gute gönnt roar, die Heimat «ber in dem Hetzen i aus lausenden ®e- I er Kriegslebens fort- t lache aber auch ben d'e Men Ausgaben ' eren Ersiillung die ge- m Händen überfragen wen erweisen müssen. ■ 9 draußen und daheim empfunden haben und nb Willens geblieben ; der Seele, als er u.a. t ein Taa schmerzlichen i die Gefallenen mischt jr Opfer scheinbar um nbe Gedanke dars »ich! ersuchen, dem Sterben ibjugeroinnen, Vielen her lebendigen, durch mDvNseinheil, . Ä« Tobt^aat unserer Ähr vpset ist ein Wut spricht vernehmlich nt uns zur Einheit :t unb schilksuls- enheii. Dos Wert cnlsonk - mir müssen i bauen am Haus bet che Menschen irei und -sondere auch die hin und die Ariegsopser . > des Boferlonbes. So - hören, ober auch dem in, durch Shrfurcht 9' chwinglen Willen. Wir islöschlichem Dank und efpielt von der 'Militär en Ausllang der 0c durch ihre Zusammen c unlerem Lolkstrauer- oolles Seproge 9""- lussage- heraturen nahe Mi «SÄ ausvirken 9,4 wdw Für meine Tapezier , Polster- und Tckorationswerk statte suche ich zu Ostern einen braven Jungen als [01403 Lehrling C. Leisler Neuenweg 23. 3w„ ifluDereö MW» für ble Nachmittags- stunden zu einem Ktnbe gesucht. rUl3 Seibgcsterner Weg 24 I. | Vermietungen | Fens. Brandl Zimmer frei. Tel. 1085. IWID In gutem Hause ist IreiiNll. Zimmer mit elektr. Licht und Zentralheizung zu vermieten. [01426 ceilMsterverwes 18. Gut möbliertes Zimnter mir eleklr. Licht unb neuer Bebtenung ver fof. Ä.verm. Omi '»loetbcstr. 48 p. In meinem Hause in Nidda lGam- bvinnö) ist ein Laden mit Schaufenster iveuiemorben u. als- bald anderweitig zu vermieten. [1747V Otto Abt. Nidda, Telephon 218. Student sucht zur Fortführung keines Studiums Beschäftigung (halbtägig). 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DesiedelungSmethoden, Ausschließung durch Kanalnotze und allgemeinen Verkehrsbedingungen beleuchtet Mit einem Ausblick aus die Auswanderungsfrage und Ansiedlungsmöglichkeit im Inland schloß der interessante. in vielen Teilen vollständig unbekanntes deutsches Gebiet behandelnde Vortrag, für den die Zuhörer mit reichem Beifall dankten. " Die Demokratische Partei veranstaltete ani Donnerstagabend im Katholischen VercinshauS einen gutbesuchten Vortragsabend, bei dem Reichstagsobgeordneter Pfarrer K o r e l l über ..Amerika und Deutschland" sprach. Der Redner, welcher im September v. Is. zusammen mit anderen deutschen Parlamentariern an einem Internationalen Kongreß in Amerika teilnahm, schilderte in 1 -stündigem, sehr interessanten Vortrage die Eindrücke und Erlebnisse während seines Aufenthalts im Londe der unbegrenzten Möglichkeiten. Rach seinen Ausführungen bedeutete schon die Unterbringung und Verpflegung der vielen aus allen Ländern erschienenen Delegierten des Kongresses eine Glanzleistung amerikanischer Organisation und Gast- freundschast. Redner schilderte sodann den Verlauf der Verhandlungen des Kongresses, wo in ^wölftägigen Sitzungen schwierige Fragen des internationalen Lebens zur Besprechung kamen. Er stellte mit Genugtuung fest, daß man den deutschen Delegierten bei den Verhandlungen großes Vertrauen entgegengebracht, ohne dabei aber zu verschweigen, daß man bei anderen Gelegenheiten Deutschland nicht immer den Platz eingeräumt habe, den es noch seiner Größe und seiner Vergangenheit verdiene. Der Redner berichtete sodann über das außerhalb deS Kongresses Gesehene und Erlebte. Er stellte dabei zunächst fest, daß der Amerikaner uns Wohl nicht mehr haßt, aber auch nicht liebt. Er prüft bei allen wirtschaft-- und finanzpolitischen Angelegenheiten nur, inwieweit ein Entgegenkommen Deutschland gegenüber ihm Vorteile bringe. Redner warnte vor allzu großen Hoffnungen bezüglich finanzieller Unterstützung durch Amerika. Wenn Deutschland billiges Geld haben wolle, sei vor allem ein geordnetes Staatswesen notwendig. Eine schwere Schädigung unseres Ansehens in Amerika verursachten die in großer Zahl dort hinwandernden Bettelbriefe, sowie der Versand deutscher Zeitungen, in denen unzählige Dergnügungsanzeigen veröffentlicht sind. Kein Wunder, wenn dann der Amerikaner immer wieder behaupte, Deutschland müsse viel einfacher und anspruchsloser leben und sparen lernen, um wieder hoch zu kommen. Der Vortragende entwarf sodann ein sehr interessantes Bild über die in Amerika ausgeprägte Typisierung, die sich sowohl im Wirtschasts- wie auch im Privatleben außerordentlich bemerkbar macht. Er ist der Auffassung, daß zur Ermöglichung billiger Produktion auch in Deutschland mehr Wert auf Typisierung gelegt werden müsse, und zwar sowohl bei industriellen Erzeugnissen wie auch bei sonstigen Bedürfnissen (Kleidung. Wohnung, Rahrung usw.). Der Redner schilderte ferner seine Eindrücke über Industrie und Handel in Amerika. Interessant waren seine Ausführungen über größere Industrie- unb Handelsbetriebe, deren Arbeitsleistung und Organisation, bei der auf die größtmögliche Ersparung von Arbeitskraft hingezielt wird. Die Frage, ob es für Deutschland nicht vorteilhaft sei, nach dem gleichen System zu arbeiten, wie in Amerika, beantwortete der Vortragende dahingehend, daß eS notwendig wäre, die natürlichen Bedingungen eines Landes zu kennen, denn „eines schicke sich nicht für das andere". Amerika habe noch unendlich viel Gelände zu seiner Ausdehnung zur Verfügung, während wir in Deutschland eng zusammengedrängt seien. Wir könnten auch mit unseren beschränkten Konsumkräften nicht amerikanische Methoden durchführen. Zum Schluß schilderte dec Redner noch kurz die Stimmung vieler Deutsch-Amerikaner, die den Glauben an Deutschland noch nicht verloren haben. Preußen. Die Miete im nächsten Quartal. Das preußische Wohlfahrtsministerium hat die Absicht, die Miete im nach st en Quartal vom April bis Ende Juni um 8 Prozent zu erhöhen. 2m März bleibt die bisherige Miete von 84 Prozent bestehen. Ab 1. April gilt die Miete von 92 Prozent. Am 1. Juli wirb bann bie Miete um weitere 8 Proz. erhöht, womit bann der Friedensstcmb erreicht ist auf volle 100 Prozent. Kreis Wetzlar. Kinder. Die Zahl der beschäftigten RotftandS- arbetter betrug 385. In der vorangegangs- nen Woche betrugen die Zahlen der Unterstützungsempfänger: 2549 Vollerwerbslose, 1541 Ehegatten und 2692 Kinder: die Zahl der bt- schästigtcn AotstandSarbeiter 417. Die Er - wervslosenziffer war also gestiegen um 111 Vollerwerbslose, 66 Ehegatten und 197 DilttreiS. WLR. Dillenburg, 27. Febr. 3n Münchhausen (DillkreiS) wurde dieser Tage ein seit längerer Zeit von der Darmstädter Kriminalpolizei gesuchter Betrüger verhaftet, der sich unter dem Rainen Dr. chem. Karl von D o g c l ft c l n 3/4 Jahre in unserem Orte auf gehalten und die Leute tüchtig angepumpt hatte. In einem Polizeiauto wurde er nach Darmstadt abtransportiert. Auch als Homöopath betätigte sich der Verbrecher, dessen rich- itger Rame Karl Otto Knecht ist. Er stammt aud dem Schwarzwald. Maingau. Frankfurt a. M., 28. Febr. Der Volkstrauertag zu Ehren unserer im Weltkrieg Gefallenen nahm hier einen würdigen unb er hebenden Verlauf. Sämtliche öffentlichen unb zahl- reiche Privatgebüube hatten halbstock geflaggt unb alle öffentlichen Lustbarkeiten waren abgejagt worben. An ber vormittags anberaumten Gebächtnts- feier bes Volksbunbes „Deutsche Kriegsgräberfllr- sorge" (in ben Gräbern des Ehrenkelbes auf bern Hauptfriebhose nahm eine nach laujcnben zählcnbe Menge teil. Die Reben ber Geistlichkeit ber brei Konfessionen, die von Vorträgen mehrerer Gesang vereine umrahmt waren, hinterließen einen tiefen Eindruck. Nahezu 60 Kranzbeputationen legten Kränze an ben Gräbern ber Gefallenen nieder. Punkt 1 Uhr setzten alle Kirchenglocken zu einem Gebenkläuten ein. Nachmittags 3 Uhr sanb eine Weihestunbe für bie Gefallenen bes Weltkriegs statt, bei der Pfarrer Erich Meyer die Weiherebe hielt. Den Höhepunkt des Tages bildete bie abenbs 8.30 Uhr in der Paulskirche stattfindende Kundgebung für die Erhaltung unserer fernen Gräber. WSR. Frankfurt a. M, 27. Febr. Wie der „ Frankfurter Generalanzeiger" von unterrichteter Seite erfährt, hat das Hochbauamt au- hygienischen und baupolizeilichen Gründen die Riederlegung von vorläufig 2 8 in städtischem Besitz befindlichen Häusern in der Altstadt beantragt, für deren Bewohner in Reubauten bereits Platz geschafft worden fei. Die Riederlegung der 28 Häuser dürste nur die erste Etappe zu einer allgemeinen Säuberung und Sanierung der A l t st a d t durch Riederreihung und Entsiedlung fein. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus: Dienstag. 2. März, „Lohen- grin“. Mittwoch, 3. Marz, „Martha". Donnerstag, 4. März, „Die Jüdin". Freitag, 5. Mürz, „Eine Rächt in Venedig". Samstag, 6. März, „Othello". Sonntag, 7. März, „Die zehn Küsse". Montag, 8. März, Tanzabend. — Schauspielhaus: Dienstag, 2. März, „Ein Volksfeind". Mittwoch, 3. März, „Wilhelm T«ll". Donnerstag, 4. März, „Das Käthchen von Heilbronn". Freitag, 5. März, „Das Käthchen von Heilbronn . Samstag, 6. März, „Der KreibekretS". Sonntag, 7. März, nachm. 3 Uhr, „Wilhelm Teil": abends 8 Uhr, „Der fröhlich« Weinberg". Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Dienstag, 2. März: 3.30—4 Uhr: Die Stunbe ber Iugenb. 4.20 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: F. Smetana. 5.4.5—6.10 Uhr: Die Lesestunbe. 6.20—6.45 Uhr: Übertragung von Kassel: Vortrag über „Ibeolo- gisches unb phänomenologisches Theater". 6.45 bis 7.15 Uhr: Funkhochschule: „Der Mensch als Maschine", Vortrag von Polizeirat Dr. Brieger. 7.15 bis 7.45 Uhr: Funkhochschule: .Insekten", Dor trag von Dr. Kretschmac. 7.45—8.15 Uhr: Schach stunbe. 8.15—10.15 Uhr: „2phigenie auf Tauris", ein Schauspiel von Johann Wolfgang Goethe. Winterkur für 534Oss Nervenkranke u. Nervös-Erschöpfte. Spezlalkuranetalt Hof heim I. Taunus bei Frankfurt a M. Prospekte durch Dr. 3f. Schulze - Kahlcye*, Nervenarzt. i - l Wetzlar, 27. oebr. In ber Woche vom 15. bis 20. Februar wurden im Bezirk des hiesigen Arbeitsnachweises unterstützt: 2 6 6 0 Vollerwerbslose, 1607 Ehegatten und 2889 Sie tonnen nie fffiöiier werden als Sie sind, es sei benn: Sie gebrauchen Krafomehnl Krasomehn rührt man mit Mtlch zu einem Crkme an unb reibt mit diesem ble Haut ein. Der Erfolg ist etn voller SchönbeitSersolg. 1191c In Vorort v.Wetzlar Haus mit Kolonialw.-Ge- schäst, Scheune. Stall, (Sorten, für 10000 bei 3600 Mf. Anz. »u vcrk. ul*°° Schleenbecker, MoUkestrahe 9. Gebrauchter tonten/fuhritnfjl zu verkaufen. 01401 Steinttr. 52 Hth AiM-DlWttt 1.40 Mtr.lg, messing- verziert, noch wie neu, mit Matratze, billig au verk. Blockstraße 2 II. Kinb. Bettch m.Mtr. 8.a, Kinb.-Sitz- unb -Liegewag.8>t,Kinb.- Stuhl 4 au verk. Zu erfrag. L b. Ge- [chastsst. b. G «. Mgetolt bester Qualität, billigst abaugeben. C. Hübeamen, Gieße«, Tel. 1659. vickwmz zu verkaufen 01437 A. 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Windel-Höschen Meine Kleider- \ etoff • Abteilung Ist ihrer Reichhaltigkeit Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Vaters sagen wir hiermit allen herzlichsten Dank. MARKTPLATZ Schöne Auswahl! \ Billige Preise! Für die vielen Beweise herzlicher Tei nähme bei dem schweren Verluste, der uns betroffen, für die liebevolle Pflege der Krankenschwester Bertha und ihrer Gehilfin Fräulein Else Pfann- schmidt, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers und für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichen Dank. Groteske in 2 Akten. Gestrickte Höschen Mull-Windeln..... Wickeldecken .... weiß und farbig Nabelbindchen „Ideal r’W an Kleider-, Bliisen- Kostiim- u. üantelstoffen Lindener Samten Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Pauline Kutzer. Oleßener Rad!. -Verein 1886 e. V. Donnerstag, bett 4. März, pünktlich 9 Uhr: Ausrerordentl. Hanvtverkammlg. tm BereinSlokal „Hessischer Hoi". mic Der Vorstand. Oberh. Gesellschaft für Natur- u. Heilkunde (Natnrwlssensohaftllelie Abteilung). Dennerstag, den 4. filärs 1926, 8' . Uhr abends, im großen Hörsaale des Physikalischen Instituts (Stephanstraße 24) 1. Kurze Mitteilungi Herr Privatdozent Dr. B. Hierher: Licht und Atmung. 1817c 2. Vorträge i von Herrn Prof. Dr. S. Funk: a) Die zoologische Station v. Neapel (mit Lichtbildern) b) Botanische Meeresexkursionen (mit Lichtbildern). Die glückliche Geburt eines gesunden Mädchens zeigen hocherfreut an E. Stritter und Frau Lina geb. Müller Allen, die uns in den schweren Tagen hilfreich zur Seite standen, sowie für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Verstorbenen sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank. Königs, d eines ron her Kai.sk liefen Cir Politik de verseht hi reicher to werde ddi halb eine Dien sch Dahnen V Serbien h schafter ir vom Grab über Verla Serben hak konzediert, reichische 21 dreimal vei aber daza Umitt der Grohal anlaht. So phischer Ä am 29. 5 einzig u Haltung Darum brü reichischen Forderung Sühne, m züglich au erklären. J sich -er L (Ytie&eititoi. Kaiser gcge den entschei DeutMati der Zar ni England damals verhind ohne Einb sehens de sich dafür Serbien ii Entente gr Thronfolge Dem deutsche §r toirb er but aömirals hi am 30. 3u; vor der ruh Lage. 'Detl 9 e b e d i e. Sriebem Vorschlag i vicht abaesi Wlker fei der Kanzle tion der geraten fei hit die 7 dürfen. D ^'kbih beri Die Geburt ihres dritten Kindes Dethart beehren sich hocherfreut anzuzeigen Horst Freiherr von Uckermann Hauptmann und Regts.-Adjutant im 15. Inf.-Regt. Gabriele Freifrau von Uckermann geb. Pfchorr 5WMM Nimmt noch Kunden an in und außerdem Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit und bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen, besonders für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers am Grabe, sowie für die Niederlegung des Kranzes vom Frauen - verein der Markusgemeinde sagen wir unseren tiefgefühlten Dank. Ph. Kehr, Lokomotivführer 5. R. und Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen, sowie für die vielen Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marg. Fuchs geb. Schwarz. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen, besonders der Schwester des Kath. Schwesternhauses für die liebevolle Pflege, ebenso dem Herrn Pfarrer für die Einsegung sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. 2. Marz 1926 großes MW- Bielefelder Damen. 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Man möge mit Mutmaßungen zurück- haltcn, denn der zweite Band wird zu seiner Zeit erscheinen, und er dürfte noch gewichtiger als der erste ausfallen, dafür sorgt schon sein Stoff, die Geschichte des Krieges. Heute seien nur aus den Tagen, die dem Kriegsausbruch unmittelbar vorangingen, einige neue Einzelheiten mitgeteilt, die zur Beurteilung der Kriegs- s ch u l d f r a g e ins Gewicht fallen. Am 29. Juli 1914, abends 6 Llhr, hat der Kaiser den Großadmiral nach Potsdam gerufen. Der Kaiser war in vollen Illusionen, er glaubte den Frieden gesichert. Am gleichen Lage war nämlich Prinz Heinrich von Preußen aus England zurückgekehrt, und der Kaiser teilte mit, der englische König habe erklärt, daß England in dem Krieg neutral bleiben werde. Allerdings habe Sir Edward Grey geäußert, die Sache würde anders, wenn wir Frankreich niederschlügen. Der Kaiser fragte: „Was heißt das?" Tirpitz: „Greys Rede zeigt deutlich, daß England sich seine Schritte vorbehält und nicht klaren Wein ein- schenkt. Nur wenn England klipp und klar seine Neutralität erklärt, kommt es nicht zum Krieg." Der Kaiser: „Sch habe das Wort eines Königs, bas genügt mir.“ Aach diesem Ausdruck eines romantisch gefärbten Glaubens gewährte der Kaiser dem Großadmiral weiterhin' einen tiefen Einblick in die Nervosität, in welche die Politik des Grafen Derchtold die Wilhelmstraße verseht hatte. „Sch weiß nicht, was die Oesterreicher wollen“, so äußerte der Kaiser. ,.Sch werde von allen Seiten bestürmt und habe deshalb einen Herrn vom Auswärtigen Amt nach Wien schicken wollen, aber die österreichischen Dahnen sind wegen der Teilmobilmachung gegen Serbien schon gesperrt. Deshalb ist an den Botschafter in Wien telegraphiert worden, er solle vom Grafen Derchtold kategorisch Auskunft darüber verlangen, was sie eigentlich wollten. Die Serben haben doch olles bis auf einige Bagatellen konzediert. Sch kann verstehen, daß die österreichische Armee Genugtuung braucht, nachdem sie dreimal vergeblich gegen Serbien mobilisiert ist, aber dazu genügt ein Faustpfand." Unmittelbar nach dieser Unterredung hat der Großadmiral ihre genaue Niederschrift veranlaßt. So gibt dieses Aktenstück mit photographischer Treue den Gemütszustand des Kaisers am 29. Suli wieder. Wir sehen, wie ihn einzig und allein die Sorge um Erhaltung des Friedens bewegt hat. Darum drückt er mit voller Wucht auf den österreichischen Minister des Auswärtigen, um die Forderungen Wiens, die ja in der Tat nur auf Sühne, nicht auf Eroberungen gingen, unverzüglich auch der Entente gegenüber restlos zu crflarcn. Lind aus demselben Grund klammerte sich der Kaiser an jeden Strohhalm englischen Friedenswillens. Die Aeußerung, die Tirpitz dem Kaiser gegenüber in dieser Aussprache tat, traf den entscheidenden Punkt: Hätte England seinen Aeutralitätswillen klar ausgesprochen, dann hätte der Zar niemals die Mobilmachung angevrdnet. England und nur England hatte eS damals in der Hand, den Krieg zu verhindern, wenn es wollte. Lind zwar ohne Einbuße der Machtstellung und des Ansehens der Ententemächte, da ja Deutschland sich dafür einsehte. daß die Wiener Politik gegen Serbien in den Schranken der bereits von der Entente grundsätzlich zugebilligten Sühne für den Lhronfolgermord blieb. Wenn noch irgendein Zweifel über die deutsche Friedenspolitik bisher bestehen formte, so wird er durch eine weitere Mitteilung des Großadmirals hinweggeräumt. Der Kanzler berichtete am 30. Suli um Mittag, also einige Stunden vor der russsichen Gesamtmobilmachung, über die Lage. 'Betbmann-Hollweg erklärte dabei, e r gebe di e Hoffnung auf Erhaltung des Friedens nicht auf. solange der deutsche Vorschlag des „Halts in Belgrad" von Wien nicht abgeschlagen sei. Die große Mehrheit der Völker sei an sich friedfertig. Allerdings konnte der Kanzler nicht verhehlen, daß „die Direktion verloren und der Stein ins Nollen geraten sei". Darauf stellte Tirpitz den Antrag, für die Marine „Sicherung" anordnen zu dürfen. Der Kanzler st raubte sich, wie Tirpitz berichtet, lebhaft gegen diese Maß- Die eingemauerten Vögel. Don Wilhelm Schmidtbonn. Die nachfolgende Erzählung stammt aus einem im Drei-Maslen- Derlag (München) erschienenen Buche des rheinischen Dichters Wilhelm Schmidtbonn. der vor kurzem sein fünfzigstes Lebensjahr vollendet hat. Es heißt „Die unerschrockene 3 n f e 1“, ein Sommerbuch aus Hiddensee, ist mit Zeichnungen von Hermann Ebers geschmückt. der Lasker-Schüler zugeecg- net, und umschließt eine Fülle von Gedanken und Bildern und kleinen, feinen, lächelnden ober traurigen Smpressionen. 3n unserem Zimmer, kaum größer als der Tisch, zeigt sich ein nasser Fleck an der Decke oben. Mein Kind zeigt daraus. „Dom Regen", sagen wir. Am nächsten Tag fällt ein Stück der Decke mitten unter uns auf den Tisch. Sch gehe zu unserem Herbergsvater, einem guten Mann, der neben der Herbergsmutter. einer guten Frau, auf der Dank vor der Haustür sitzt. Sch denke weniger an uns, als an den Schaden,, den das Haus erleiden könnte, und sagte: „Da ist ein Stück Decke heruntergefallen. Dom Regen. Es ist ein Loch im Ziegeldach. Wollt ihr es nicht zumauern lassen?" Als ich abends vom Meer zurückkam, war bte Arbeit schon erledigt, das Loch zu. Aber nun kommt das, worum es sich handelt: durch das Loch fjcrcinfliegenb, hatten im Sommerbeginn Schwalben ihr Nest in den Dachboden gebaut. Welch ein immer neues Schauspiel, zuzusehen, wie die Allen ein- und ausflogen, um die Sungen zu füttern, deren Gezirp man hörte. Sn einem plötzlichen schrecken frage ich: „Lind die Sungen, wo sind die Sungen? Sind die Sungen hinausgetan?“ Die Herbergsleute sehn mir ins regel. Sein Derhalten sticht auffällig gegen das des englischen Ministers ab. Am meisten umstritten ist ja heute noch, wie weit England am Ausbruch des Krieges mitschuldig fei. Zur Klärung dieser Frage gibt Tirpitz eine Gegenüberstellung, die als eine der stärksten Belastungen Englands wirken muß. Schon am 28. Suli Hal der englische Marineminister Churchill die britische Flotte ihre Kriegsstationen einnehmen lassen. Llm 5 Llhr nachmittags an diesem Tag wurde die ausschlaggebende Erste englische Flotte nach Scapa F.'ow beordert, und zwar geheim. Lind am 30. 3-uli. also dem Lag. an dem Dethmann-Hollweg noch nicht einmal die Sicherung der deutschen Flotte zugeben wollte, telegraphierte Churchill an den Oberbefehlshaber im Mittelmeer: „Allem Anschein nach kommt es zu einem Krieg, in dem auch England und Frankreich verwickelt werden. Shre erste Aufgabe muß sein, durch Bedeckung von Transporten der afrikanischen Armee Frankreich zu unterstützen und. wenn möglich, die schnellen deutschen Schiffe, besonders die „(Soeben“, zu stellen." An diesem 30. Suli also, an dem die Setzten wir an die Stelle Wilhelms II. Mussolini und behalten wir dabei das dauernde Schwanken der italienischen Außenpolitik zwischen der englischen und französischen Annäherung im Auge, und bcadjten mir, daß wiederum die englisch- französischen Gegensätze sich im Mi 1 te 1 meer und in Richtung Deutschland gleichermaßen auswir- ken, so ergibt sich naturnatwendig eine beunruhigende Unsicherheit der deutsch-italienischen Beziehungen. Diese Unsicherheit wird eine a 1l- gemein kontinentale, weil die kontinentalen Grenzen noch den Charakter von Kriegsrudimenten tragen, und weil in Italien ein Phänomen von maßgebendem Einfluß ist: der F a s z i s m u s. Ich habe stets das Aktive im Faszismus als Antrieb für den im Grunde idyllisch veranlagten Italiener aner könnt und habe diesen Kern auch nicht außer acht gelassen, wenn seine Aeußerungen bisweilen brutale Form annahmen. Der Faszismus ist eine inneritalienische Angelegenheit und wir sind zu einer Stellungnahme erst berechtigt, wenn er sich auf dem Gebiete der Außenpolitik auswirkt und zu einem Element der kontinentalen Beunruhigung wird. Der Exponent des Faszismus ist Mussolini. Das große Heimatblatt Eichener Anzeiger Das große Anzeigenblatt deutsche Flotte noch auseinandergerissen, die eine Hälfte in Wilhelmshaven, die andere in Kiel lag, getrennt durch den noch unfertigen, niemals bis dahin mit Dreadnoughts befahrenen Nordostseekanal, an diesem Tag also war die Erste englische Flotte bereits schlagfertig auf ihrer Kriegsstation und wurden im Mittelmeer solche zweideutigen Befehle erteilt! - Erst nachdem Der Kanzler sich überzeugt hatte, daß die „Sicherung“ der deutschen Flotte eine Verschärfung der Situation nicht enthielt und über die für das Landheer gegebenen Befehle nicht hinausging, gab er am 30. mittags feine Zustimmung. Aber nicht früher als am Morgen des 31. traten die in der Ostsee liegenden Schiffe die Fahrt nach der Nordsee an. Wenige Stunden spater traf in Berlin die Nachricht von der am 30. abends befohlenen russischen Gesamtmobilmachung ein. England aber hat erheblich schon früher mit dem Krieg gerechnet! Seit dem 30. Suli ließ es auch die Linie Ostende— Terschelling abpatrouillieren, und der englische Sperrgürtel Dover—Calais ging am 31. auf Position. Damit sand die Reihe der marinestrategischen Maßnahmen ihre Krönung, die schon a m 2 6. Suli mit der ostentativen Bereit- Haltung der englischen Flotte begonnen hatte, Maßnahmen, die darauf berechnet waren, den Russen und Franzosen den Rücken zu steifen und die tatsächlich auch entscheidend dafür ins Gewicht gefallen sind, daß die russisch-französische Kriegspartei die friedlichen Strömungen am Zarenhof überrennen konnte. Wohin steuert Italien? Don unserem Dr. ch.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Rom, Ende Februar 1926. Ein Gespräch in einem Londoner Klub, einige Zeit vor dem Kriege, kommt mir immer wieder in den Sinn, wenn ich hier in Rom die Zickzacklinien der Außenpolitik Mussolinis verfolge. Damals wurde das „Sprunghafte der deutschen Außenpolitik und die verschiedenen bramarbasierenden Reden Kaiser Wilhelms II." getadelt, weil sie eine allgemeine Unsicherheit und Nervosität mit sich brächten und einen ungünstigen Einfluß auf die Beziehungen Englands zu Deutschlands haben müßten. Gesicht. „Die Sungen? Wahrhaftig, die sind vergessen, sie sind drin." Aber es ist deutlich zu merken, daß die Sungen nicht vergessen wurden, sondern daß es nur unbequem gewesen war, sie herauszuholen. Sch horchte nach oben. Sch höre die Sungen schreien. „Sie sind ja erst ein paar Tage alt, das Schreien dauert nicht lange, sie werden schnell verhungert sein“, sagen die guten Menschen, die Herbergsleute. Sch schäme mich meiner lächerlichen Weichheit — ist nicht Meer um uns und gehen nicht draußen ungesehen viele Schisse unter? 3ch lache sogar ein wenig den lachenden Herbergsleuten zu, gehe ins Harcs, wir essen zu Abend, wir legen uns zu Bett. Die Nacht hier im Norden ist hell. Draußen stoßen unablässig die alten Vögel gegen das Dach, gegen die Stelle, die vorher offen und Eingang zu einem vollen Glück des Lebens gewesen war und nun, durch einen unbegreiflichen Zauber, verschlossen ist, gar nicht mehr zu sehen, als wäxe alles nicht gewesen. Aber die Sungen schreien — deutlich hören wir sie durch die Decke. Lind die Alten stoßen leidenschaftlicher gegen das Dach. Dicht über uns, die wir mit der Hand die Decke des schrägen Zimmers anrühren können, kriechen die Sungen das Holz hinauf, zum erstenmal von der Angst aus dem Nest getrieben. Wenn sie oben sind und an den Winkel zwischen Dach und Wand onstoßen, fallen sie herunter. Smmev wieder, die ganze Nacht durch. Lind unablässig dazu das leise Schreien — ein ganz anderes Schreien, als das der Alten, eher, als ob es von Mäusen käme, nein, von kleinen Menschenkindern. Sterben sie noch nicht? Wird ihr Kriechen und ihr Schreien noch nicht schwächer? Wir können nicht schlafen. Wir wälzen uns in den Betten. Wir lachen über unsere Empfindsamkeit. Aber mein Kind kommt aus seinem Dettchen zu uns geklettert und weint. Am Morgen, sehr früh, gehe ich zum Leucht» türm, Nachschau zu halten, ob heute über dem Er gibt den Stil an, er allein formuliert außenpolitische Probleme. Er ist daS Kräftezentrum des Landes, von dem aus die „öffentliche Meinung" von heute auf morgen umgestellt werden kann. Italien wiederholt stets, auf dem Kontinent seine natürlichen Grenzen — den Brenner gegen Oesterreich und die Nevosoalpen gegen Jugoslawien — erreicht zu haben, aber nicht die Grenzen, die seinem Willen zum Imperium gesteckt sind: die seiner volklichen und wirtschaftlichen Expansionskraft entsprechen. Mit anderen Worten, Italien glaubt noch nicht saturiert sein, und zwar hauptsächlich infolge eines schlechten Abschneidens in Versailles. Das Wort Imperialismus ist im italienischen politischen Sprachgebrauch neu, keiner der früheren Staatsmäner hat von einem italienischen Imperium gesprochen. Heute ist es ein politisches Schlagwort, nicht eine Bezeichnung für etwas historisch Gewordenes, wie in England und im alten Rom. Aber ein Schlagwort voll mitreißender Kraft, in einer Atmosphäre von überhitztem Patriotismus, in einer Entwicklung, in der alles auf zugreifende Energie, auf Neuschaffen gestimmt ist, wie im faszistischen Italien. Mussolini hat in einem Interview, das er dem Vertreter der United-Preh gab, dem Imperium nicht den Charakter eines bestimmten Programms gegeben, sondern die Bezeichnung einer Mentalität untergeschoben; eine Lebensbejahung, die einem starken, wirtschaftlich sich entwickelnden und selbstbewußten Volke entspräche. Wir wollen ohne Einschränkung die wirtschaftlichen und politischen Erfolge Mussolinis auf das Konto einer starken, einheitlichen, von ihm geschaffenen Zentralregierung setzen, um die manches andere Land Italien beneiden könnte. Das Nettuno- Abkommen, das die von den vorausgegangenen Regierungen verfahrene F i u m e f r a g e der Adriaromantik entkleidete, und auf die realpolitische Basis eines wirtschaftlichen Ausgleichs der Anrainer stellte, das I u b a l a n d - Abkommen, das die liberalen Regierungen nicht aus der geschickt gelegten, englischen DerwiÄung mit dem Dodekanes hätten lösen können. Die enorm wichtige Konsolidierung der amerikanischen und englischen Schulde n , mit einem für Italien durchaus günstigem Ergebnis. Der deutsch-italienische Handelsvertrag, dessen Abschluß nicht zum mindesten darauf zurückzuführen ist, daß Mussolini übe»triebene Forderungen einzelner italienischer Wirtschaftskreise, Horizont die Snfel Moen zu sehen ist — ein Ämstand, der jemanden, der durch eine Berliner Straße eilt, gleichgültig läßt, der aber hier eine große Bedeutung hat. Lange liege ich oben im Gras, sehe den Bernsteinsuchern unten am Strande zu, bis der letzte nach Haus gegangen ist. Endlich gehe auch ich meinem Dach zu. Langsam gehe ich. Seher Käfer ist mir ein Grund zu Aufenthalt. Wäre ein Segel auf dem Meer, so würde ich einen Grund haben, noch länger zu zögern, hinaussehend. Meine Tur naht. Nun werden die Sungen wohl verhungert fein. Aber nein, dasselbe Geschrei außen und innen, dasselbe wahnsinnig gehetzte Stoßen der Alten gegen die neuen Ziegel, dasselbe ewig wiederholte Hinaufkriechen und Hinabfallen der Sungen unter dem Dach. Wir setzen uns an die Mittagssuppe. Aber wir werfen den Löffel fort, laufen hinunter, fordern, daß das Dach wieder abgenommen und die Vögel herausgenommen werden. Es ist niemand da außer der Frau, keine Leiter zu finden. Mir fällt ein, daß es nötig ist zu sagen, wir zahlen die Linkosten. Seht sagt man und, wo der Dachdecker wohnt. Wir laufen eine Stunde weit keuchend durch den Sand, kommen mit dem Mann zurück, er deckt die Ziegel ab, nimmt die Sungen — fünf sind es — heraus und seht sie mit dem Nest in einen Dusch. Als ich mich um» drehe, fange ich noch gerade das Lächeln auf, mit dem die inzwischen versammelten Männer und Frauen der Nachbarhäuser sich ansehen: „Nachsicht! Er scheint ein wenig krank im Kops, gibt Geld aus für eine Sache, die ihm keinen Nutzen bringt, erregt sich wegen einiger sechs Lage alter Vögel." Dabei sind diese Menschen gute Leute in ihrer Art. die sich abarbeiten für ihre Kinder und einander mit Aufopferung pflegen, wenn sie krank sind. Lind sie behalten reckt in ihrem > daS sie vorn Meer gelernt haben. Den., a.b Die । Ziegel wieder auf gemittelt sind und die Wen- | die das Abkommen im letzten Augenblick gefährdeten, noch hemmen konnten, um den eminent politischen Charakter des Vertrages zu wahren. Aber hiermit ist der italienische Imperialismus noch nicht befriedigt, und da sich jede starke politische Welle in Realitäten auflöfen muh, wenn sie nicht Gefahr laufen will, im Lächerlichen zu versanden, so ist die Frage sehr berechtigt, wohin steuert dieser italienische Imperialismus? Eine Expansion nach Tunt s wäre durchaus populär, auch in dem nichtfafzistischen Italien, denn Tunis ist von Italienern rnb nicht von Franzosen kolonisiert und die natürliche, dem Mutteriande vorgelagerte, durch Sizilien mit ihm verbundene Kolonie. «o populär ein Kolonialkrieg um Tunis wäre, so empfindlich auch das Nationalempfinden Italiens durch das in seiner Anwendung nur ausgesetzte französische Entnationalisierungsgesetz verletzt wird, durch das die 120 000 italienischen Kolonisten mit einem Schlage staatsrechtlich zu Franzosen gemacht würden. so ist doch an einen Konflikt zwischen Italien und Frankreich nicht zu denken, da Frankreich ein Gegner ist, mit dem Italien heute, wenn es nicht alles auf Spiel setzen will, einen Waifengang nicht wagen kann. Eine Expansion nach der anderen Küste der Adria, mit der weite chauvinistische Kreise Italiens liebäugeln, liegt außerhalb des Bereiches der Mög- lichkeit, da Italien im Hinterland, ohne das die Küste wertlos wäre, mit griechischen, von England unterstützten Aspirationen Zusammenstößen würde, und sich daraus ein englisch-italienischer Konflikt ergeben könnte, mit dem Italien niemals rechnen darf. So lagen die Verhältnisse vor dem bekennten deutsch-italienischen Zwischenfall, der, an sich unbedeutend, bei der Impulsivität und Sprunghaftigkeit Mussolinis aber noch eine weiter- gehende Bedeutung haben kann. Denn seine unmittelbare Folge ist die Gegnerschaft I t a * l i e n 3 in Genf. So sehr auch Italien den Völkerbund als Clearinghouse europäischer Konflikte verachtet, so ist es doch diplomatisch viel zu geschickt. als daß es sich zunächst nicht dieser Waffe gegen uns bedienen wollte. Schon unterstützt die faszistische Presie den von Frankreich ausgehenden Gedanken, seinem Trabanten Polen einen ständigen Sitz im Rat einzuräumen, und läßt durchblicken, daß auch die Tschechoslowakei und der S. H. S.-Staat ein derartiges Recht beanspruchen könnten. Diese Stellungnahme ist die Folge einer äugen« blicklichen Verärgerung Mussolinis und bedeutet wie« derum ein Schwanken in der großen Linie der italienischen Außenpolitik. Annäherung an Frankreich statt an England: sie ist zugleich ein Aufgeben der bisher einzig festen Linie in der italienischen Außenpolitik, nämlich des Mißtrauens gegen Vergrößerung oder irgendeine Veränderung im status quo der Kleinen Entente. Noch vor kurzem verurteilte die öffentliche Meinung in Italien den Danziger Korridor als unnatürlich, betrachtete die Ostgrenzen als revisionsbedürftig und charakterisierte die Unterdrückung der Deutschen in der Tschechoslowakei als eine wirtschaftliche Torheit. Alles das ist mit einem Schlage aufgegeben, und man würde heute einer Bildung eines unter der Führung Frankreichs stehenden antideutschen D l o ck s in Genf begrüßen, nur um mit diesem Block die Ausrollung der Minderheitsfrage vor oem Völkerbund zu vereiteln. Wenn man bei einer Regierung mit so kleinlichen Mitteln rechnen muß, so kann man mit allen noch fo unmöglich erscheinenden Eventualitäten rechnen. Und darin liegt die Gefahr, die die von Mussolini allein geleistete italienische Außenpolitik für die langsame Sanierung der Derhältnissq Europas hat. Wenn man heute nochmals auf das United-Preß- Jnteroiew zurückschaut, so bekommen die damals gefallenen Aeußerungen Mussolinis einen recht beunruhigenden Unterton. „Die Geschichte kennt nicht wenige Fälle," sagte Mussolini, „in denen durch Vereinbarungen und friedliche Teilungen die Mächte ein gesünderes und billigeres Gleichgewicht erreichen, und ich bin überzeugt, daß Italien, wenn sich hierzu die Gelegenheit bietet, die Mittel nicht sehlen werden, durch Transaktionen den Teil zu erhalten, der ihm zukommt, und feine Zukunft als Großmacht garantiert." Man erinnere sich hierbei auch an die von Italien allerdings dementierte, von Belgrad ausgehende Nachricht von einer Verständigung über die Aufteilung Oe st erreich s. Daß Italien seinerzeit, während der finanziellen Hilfsaktion für Oesterreich, an eine Wirtschafts-Union mit ihm dachte, ist eine Tatsache. Nur protestierte damals die oberitalienische Industrie. Daß ein Pufferstaat längs des Brenners italienischen Wünschen genehm wäre, ist nicht in Abrede zu stellen. Alles dies sind Momente, die den von Mussolini erwähnten „Transaktionen" eine bestimmte Richtung geben könnten. scheu wieder den Platz verlassen haben, beginnen die Alten, nun wirklich wahnsinnig geworden, mit lächerlicher ilnoernunft, von neuem gegen die Ziegel zu stoßen. Sie sehen die fünf Sungen in dem Nest im Busch nicht. Llnerklärlich, daß sie sie auch nicht hören. Bis zum. Abend stoßen sie und schreien, und am Abend liegen unbeachtet die Sungen verhungert oder erfroren da. 96 Mahyongg vom Kuli bis zum Marschall. Während bei uns die Mode des Mahyongg- Spiels doch nur kleine Kreise ergriffen hat. ist in feiner Heimat China Mahyongg das Nationalspiel, dem sich die Söhne des Himmlischen Reiches — vom Kuli bis zum Marschall — mit wilder Leidenschaft hingeben. „Man tann bte Kulis der Schiffsmannschaft in Hausen zusammen sehen, wie sie mft einer geradezu erstaunlichen Geschicklichkeit Mahyongg spielen," schreibt der englische Reisende Sir Percival Philips. „Sn jedem Gasthaus, in dem man zur Nacht bleibt, findet man Gesellschaften, die Mahyongg spielen. Die höchsten Beamten sind von dem Zauber dieses Spiels eingenommen, und es scheint fast, daß nichts so die Räder der Regierung aufhält, wie Mahyongg. Selbst die Bürgerkriege können nicht ohne dies Vergnügen geführt werden. Während einer der letzten Besuche des Marschall Tlchangtsolin in Tientsin wollte ihn ein englischer Beamter in einer wichtigen Angelegenheit sprechen und war für 9 Llhr srüh in fein Hauptquartier bestellt. Als er sich zur bestimmten Zeit einfand, erklärte ihm ein Adjutant mit den Zeichen größten Bedauerns, daß der Marschall bis 3 Llhr morgens aut gewesen sei und noch schlafe. Als der Engländer meinte, er hätte wohl einen neuen Krieasplan - -s müssen, erwiderte der Qlbjutanh „2.0) nein, lc. Marschall Pa. Mahyongg gespielt/ Daß hinter dem primären Wunsch, durch friedliche Transaktionen etwas zu erreichen, der Wille steht, im Ablehnungsfälle mit den Waffen nachzuhelfen, das entspricht vollständig der Mentalität des faszisti- scheu Italiens, dos den Frieden „im Schatten" sucht, den Völkerbund als sozialliberole Erfindung verachtet, und den Geist von Locarno als pazifistisches Geschwätz ansieht. Die Korfu-Episode, die trotz des eklatanten Fiaskos heute noch von der gesamten sadistischen Presse als Ausdruck des „giovane orgoliosa Italia Fandet»“ gepriesen wird, sollte hellhörig machen. Wenn die nationale Wurde auf dem Spiele steht, hat der Völkerbund nicht mitzureden. — Italia farä da sfe, das war die Quintessenz der damaligen Stimmung, und au» derselben Stimmung heraus würde heute auch die Trikolore über den Brenner getragen werden. So unsinnig dies alles ist, so muß man immerhin damit rechnen, daß auch eine Unsinnigkeit ein Fait accompli schaffen kann, das rückgängig zu machen den europäischen Mächten größte Schwierigkeiten bereiten würde. Wir wollen nicht pessimistisch fein, aber uns auch keiner Selbsttäuschung hinaeben. Eine Erklärung kann nur aus dem Munde Mussolinis kommen, wenn er eine Antwort auf die Frage gibt. Wohin steuert Italien? Londoner Brief. London. 27. Febr. Wer geglaubt hatte, daß die Kritik der öffentlichen Meinung dem Plan der Erweiterung des Völker- bundsrats durch die Aufnahme anderer Länder als Deutschland auf der bevorstehenden Tagung ihren Höhepunkt in der vorletzten Woche erreicht hatte, hat sich geirrt. Denn in der letzten Woche ging ein wahres Trommelfeuer von Protesten auf diesen Plan von Chamberlain nieder, dem mit Recht oder Unrecht vvrgeworfen wird, daß er durch Zusagen, die er den in Betracht kommenden Staaten für seine Person gemacht habe, bezüglich der Aufnahine Polens und anderer Staaten in den Völkerbund, recht befangen sei. Das schwerste Geschütz, das gegen den Plan einer Umbildung des Völker« bundsrats ausgesührt wurde, war die völlig ablehnende Entschließung deS parlamentarischen Ausschusses sür Völkerbundssragen, der auS zahlreichen hervorragenden Mitgliedern beider Häuser vornehmlich aus Konservativen besteht. Da es vollkommen ausgesch!os'en erscheint, daß Cham- berlain und mit ihm ba* britische Kabinett den Versuch unternehmen könne ober werde, gegen diesen reißenden Strom der öffentlichen Meinung deS Landes zu schwimmen, können die Aeuhe« rungen Chamberlains in Birmingham zugunsten einer Erweiterung des Völkerbundsrats nur verglichen werden mit den Verhandlung«'» eines Richters, der alle für den Angeklagten sprechen ben Momente anführt, in dem Bewußtsein, daß der Spruch der Geschworenen gegen den An- geklagte» auSsallen wird. Es ist daher anzuneh- men. daß auf der Märztagung des Völkerbundsrats die Schaffung neuer Aatsßtze für alle direkt oder indirekt interessierten Länder aufgeworfen wird, daß aber mit Deutschland kein anderer Staat in den Rat ausgenommen werden wird. Die Frage der Vermehrung der Dölkerbunds- ratssihe im gegenwärtige» Zeitvunkt ist nicht der einzige Fall, in dem konservative Mitglieder in großer Anzahl unzweideutig gegen einen bei den Regierungsstelle» beskhende» Plan auf getreten sind. Amh in der innervolitischen Frage der Bewilligung von 200 000 Pfund für Beamten- fportplähe kam es zu einer „Sparsamkeits"- revolte einer starken Gruppe von ReglerungS- anhängern, Deiche die Negierung zwang, eine aicuertoägung dieser Frage zuzugestehen. Angesichts der gegenwärtigen Beliebtheit und Durchschlagskraft des Wortes »Sparsamkeit" ist diese Losung genügend in der Rede zum Ausdruck gcToinmen, mit der der Lustsahrtminister die Erhöhung de« Voranschlag« für da« Luftfahrt- wesen verglichen mit dem Vorjahr begründete. Die Ironie der Tatsache, daß der englische Steuerzahler bluten muß, weil trotz deS Locarnovertrages die englische Lustrüstung a u s der Höhe der des französischen Alliier« tcn gehalten werden muh und dieser infolge seiner Rüstung nicht in der Lage ist, seine Schulden an England zu zahlen und damit das LoS des britischen Steuerzahlers zu erleichtern, liegt auf der Hand Der Austritt des einflußreichen Parlamentsmitgliedes Hilton Voung au« der Liberalen Partei ist ein neuer Beweis für die dort herrschende Zersetzung. Das innerhalb der Liberalen gartet erwogene Kompromiß über die Boden« Ralurerwachen. Von Anton Schnack. Was mag wohl in den Gärten schlafen? Was mag unter dem Staudengewirr der Feldraine hindämmern in einem nicht erkalteten Er« starrtsein? Was mag das Moor mit seinem Dunst und Schlamm umhüllen: schwermütige tlnd alte Gebeine, elfenbeinerne und grüne Seltsamkeiten, Stämme von Feuermolchen und die Purpurschleifen der Würmer, Gefpinfte aus Fäden und Unrat, Kerven von alter und glasierter Härte? Kröten, hart wie Leder, die unter dem Stand« bild des sitzenden Pan, unter dem grünen Schutt »mrscher und vermooster Steine und unter faserigem Bast mit dem unbewegten Glas ihrer 'Augen herous« äugen, in denen noch WinterverschoUenheit und pech« schwarze Regennächte zu hämmern scheinen. Blaumetallene Käfer, die verkrustet sind zu Stein und die Magie des Lebens bis zum feinsten und leisesten Herzschlag in sich bewahrt haben, weiße zähe Larven, Dinge von abfd)eulid)«r Form und mystischem Aussehen, aber auch sie haben das Geheimnis und die Unruhe des Lebendigen unter der Haut und unter der Hülle ihres glitzernden Schleims. Der Samt der Maulwürse, die das drückende Dunkel der Erde durchgraben mit einem Gewirr von Böhren, Gruben und Gängen und die darin hocken mit ver« lnntenen Augen und stoßenden Rüsseln, wartend auf tic Gewalt des Lebenvstrowv, der von oben in das Dunkel und in die Härte der Erde glühen muß. Ucbetoll ist dieses Zeug und Getier, das in der liefe unter der verhärteten Oberfläche sich einer Stummheit yingibt, die schlafendes Leben ist. Saat an Saat, Korn an Korn, Wurzel an Wur zel. Schleim an Schleim, Gallerte an Gallerte, Kruste und Schorf, Stcroc und Hülfe: gewaltig ist dieses UntcrtrblfAc, dieses Dorbereiten auf die Zeit, die, wenn ffc hcreinftrömi mit gutem Hauch, nut Lich> süße und Regenwärme, das Lebendige bewirkt, da» refom Lloyb Georges überbrückt zwar die in der Partei entstandene Kluft, füllt sie jedoch nicht aus. Der eigentliche Grund für die gegenwärtigen Schwierigkeiten der Partei ist weniger dieser Plan Lloyd Georges selbst, dem es schwerlich gelingen wird, die erschütterte Disziplin der Partei wieberherzustellen. Vie amerikanische Landwirtschaft Don unserem ^.-Berichterstatter. (Rachdruck. auch mit Quellenangabe, verboten.) Aeuyork, Februar 1926. Der heitere Himmel, ber der Regierung Coolidge in innerpolitischen Fragen bisher strahlte, hat sich in Öen letzten Wochen plötzlich mit drohende» Wolken bezogen. Was ist nun bie Ursache dieses Umschwünge«? Die Farmer des Rordwestens werden es langsam müde, das Schlagwort „ieep cool with Coolidge" auf die Dauer am eigenen Leibe zu erproben. ORan wirft der Regierung vor, daß es nicht lediglich die Aufgabe der Farmer fein kann, um jeden Preis ihre Ruhe zu bewahren, fonbern bah sie nicht länger Lust haben, mit „kalten Füßen vor ber Tür zu stehen" unb sich einen schweren wirtschaftlichen Schnupfen zu holen. Sie ärgern sich über den unzweifelhaften Wirtschaft« liche» Aufschwung, ben die republikanische Verwaltung dem Lande beschert hat und an dem, nach den Worten des Staatssekretärs Mellon „praktisch alle Kreise der Bevölkerung teilnehmen". Die Farmerkreise sind aber im Verein mit der zu ihnen gehörigen landwirtschaftlichen Bevölterung nicht in einer so rosigen Lage, wie ihnen dies ber Handels- unb ber Lanbwirtschaftsminister bei jeher Gelegenheit cin- reben wollte. Hinzu kommt der Chor der Industriellen und ber Bankiers, bis in dasselbe Horn blasen und die bie Verbitterung noch erhöhen. Man kann von einem Bericht über die günstige Lage der Farmer, der von den amtlichen Stellen verbreitet wird, durchaus mit Recht sagen, daß er, um im Jargon Mark Twains zu reden, „leicht übertrieben" ist. Zwar haben sich die Verhältnisse seit 1921 in ber Landwirtschaft etwas gebessert, zum großen Teil dank einem leichten Anziehen der Weizen« und Viehpreise. Immerhin ist die Landwirtschaft Im Gegenfah zur Blüte ber Industrie im allgemeinen schlecht daran, da das Preisniveau der Waren für den täglichen Bedarf sowie ber Maschinen usw. viel höher ist, als der Erlös für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Welche Bedeutung dagegen die Landwirtschaft mit ber von ihr abhängigen Bevölkerung in Amerika entnimmt, mögen die folgenden Zahlen dartun. 60 Millionen Amerikaner, also mehr als die Hälfte dieses Riesenreiches, leben in Städten unb Dörfern unter 5000 Einwohnern. unb sind in erster Linie mit dem Wohl der Landwirtschaft eng verbunden. Alan wird es verstehen können, bah dieses numerische lieber» gewicht der Land- unb Kleinstadtbevölkerung im Geschästsleben eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Daher waren die Jahre, in denen die Vereinigten Staaten von ehret Mißernte heimgesucht wurden, wirtschaftlich sogenannte Kata- strophenjahre. Bei uns in Deutschland ist ber Anteil her landwirtschaftlichen Bevölkerung viel geringer. Die in ber deutschen Landwirtschaft und Forstwirtschaft beschäftigten Personen nebst Angehörigen überstiegen beispielsweise noch nicht 10*/. Millionen, also knapp ein Viertel unseres Bevölkerungszustandes. Wie sehr in Amerika die Industrie von ber Landwirtschaft abhängig ist, mag man aus der Tatsache ersehen, daß 72 Proz. aller Automobile, die im Gebrauch sind — von einer Gesamtzahl von 17' ; Millionen von Leuten gekauft unb benutzt werden, die in den Städten unb Dörfern unter 5000 Einwohnern leben, also zu bet land° wirtschaftlichen Interessensphäre gehören. Immec- hin ist die Kaufkraft bet amerikanischen Landwirtschaft auch heute noch seht bedeutend unb viele große (3efd)äf («Unternehmungen mit Millionen- Umsätzen sehen nicht die Städte mit den imponie- renben Einwohnerzahlen als den bedeutenden und aufnahmefähigen Markt an, sondern das flache Land unb bie kleinen Ansiedlungen. Man schätzt das Einkommen aller Rotdameri- faner ans 60 Millionen Dollar im Jahr, mehr al« unser gesamtes VolkSvetmögen vor dem Kriege. Gin Viertel dieser ungeheuren Zahl entfällt al« Einkommen auf die landwirtschaftlichen Kreise. Sogar die Presse versügt in ben ländlichen Distrikten übet eine vorzüglich funktionierende Organisation, die der Landwirtschast. wenn sie wirklich ben ernsten Willen hat, etwas nicht tot war, sondern nur verzaubert schlief unb im Geheimen atmete. Ununterbrochen möchte ich jetzt in ben Gärten fein, bie auf her Sonnenfeite liegen; benn ba lüften bie Geheimnisse zuerst ihren Schlaf unb ihre Verzauberung. 'Jlieberfnienb hört man ben Rausch unb bas Brauen des Lebens, bas Knistern klinaenber Schalen unb bas Atmen geheimnisvoller und schlür- fenber Geschöpfe. Ununterbrochen möchte id) jetzt übet bie Walb- wiefen gehen, bie wie fünfte Hange von ben Hügeln herunter an bie Büche sich behnen, vielleicht würbe ich ba bie zuckenbe» unb austauchenben Augen ber Blinhschleiche erspähen, wie sie ben Schlaf vieler erstarrter Rächte und Tage vorüberatmen, ober ich sehe ans einem schwarzen Movrlach das langsame Klaffen eines blutigen Sirötennmul», über bet» noch Moos unb Tang ihres Schlummers hängen. Morgen Fann es schon sein, bah hier bie Auferstehung erglüht unb aus allen Löchern dampft, springt unb atmet. Heute kann es schvn fein, baß ein verknorpelter Ratternkovf ans einem Blatthaufen mit rätselhafter Stummheit bich anblickt. Mitten in her Rächt rann es wie eine ungeheuere leise Erschütterung durch die Schicht der Erbe gehen: Millionen auf Millionen krustiger Schalen heben sich mit imwiberstehlicher Gewalt unb in ihrem Umkreis bricht bie Erbe auf. Aus bem fahlen, verroefenben Blattmulm rollt eine mystische Kugel mit triebhaftem Schwung, bie sich glättet unb ftinksüßig auf die Iagb »ach Nahrung geht. Igel, Molche, Blind- schleichen, bav flinke, gnomenhafte Volk ber Eibech- cn, ber schwermütige bunkle Maulwurf, bie Abend« scchlheit der Kröte, Der rote unb schwarze Leib ber Waldfchnecke, ber braune Samt ber Maus, bie Scheren funkelnder und abenteuerlicher Käfer: ich höre sie unter der Haut ber Erde sich behnen und rumoren, ich höre es unter den Steinen, auf denen der Vogclbreck Hegt, ich höre cs in den alten Mauern, durchzudrücken, unschätzbare Dienste leistet. Richt wemger als 7000 Zeitungen versorgen diese Gebiete mit Rachrichten aus der großen Welt. Außerdem ist diese „Landpresse". wie man sie im Gegensatz zur „Stadtpresse" bezeichnen kann, völlig aus die Interessen beS Farmexstandes eingestellt. Sie verfügt auch über eigene Rach- richtenbureaus, um das Rachrichtenmaterial ohne jede entstellende Tendenz zu erhalten, und in bet Beurteilung irgendeiner landwirtschastlichen Frage weichen die Kommentare der Großstadtblätter, die fast ausschließlich von der konsumierenden Bevölkerung gelesen werden, sehr von der „Landpresse", di« bie Interessen der Landwirtschaft und des Kleinbürgers vertritt, ab. Kein Geringerer als Roosevelt war es, ber schon damals erkannte, baß bie Landwirtschaft neue Wege gehen müsse, um biefelbc Prosperität zu erreichen, wie sie in ber Industrie tatsächlich eingetreten ist. Die lanhwirtschaftliche Organisation sollte bie Basis ber Wieberbelebiing her republikanische» Partei fein. Diese Partei Hatte sich seinerzeit mit Erfolg ber großen Historischen Aufgabe gewidmet, ben gewaltigen Industrie- unb Bankmechanismus Amerikas aufzubauen. Dies geschah hurch Ausbau hes Korporationsrechtes, Schutzzölle. Privilegien unb ähnliche Maßnahmen. Roosevelt erkannte, daß, als diese Arbeit geschehen war, man sich ber Landwirtschaft zuwenben müsse, um nunmehr auch biefen wichtigen Zweig ber amerikanische» Volkswirtschaft auf bie gleiche Höhe mit ber Industrie zu bringen. Coolidge hat nun bie in Frage fommenbe Idee in feinen Grunbzügen erfaßt Die befonbere Schwierigkeit liegt jedoch darin, daß ber Farmer nun möglichst schnell ein Ge- wo bie Erde zwischen ben Fugen modert, ich höre es in ben Bnmncnschale», wo ber grüne Morast sich fingerbick abgesetzt hat. Ich höre es, das gewaltige, emsige, springenbe, Milbe unb unablässige Rumore», ich höre ben To» junger Lebenslust unb hungriger Sonnensehnsucht, ich höre ben Dampf des Atems aus hohle» Mäuler», ich fühle bie Kraft ber Erhebung, ich spüre das Klopfe» vergrabe»er Kräfte unb ich sehe bie Erbe aus Millionen und aber Millionen Poren Leben und Dasein ausströmen. Bald wird ber erste Schmetterliug über bem zittergrünen Garten eine gelbe Schleife ziehe». Irgendwo kommt cs süß und schmelzend durch die Lust: bas erste Veilchen blüht. Italienische Renaissance unb deutsche Wiedergeburt. Im 'Bortragdfaal ber Buchhonblung Keißner sprach Geheimrat Sommer über ,,Italienische Renaissance unb deutsche Wiedergeburt". Ausgehend von bev historische» Bedingtheit, wie ber aktuellen Bedeutung beste», was man unter dem 'Begriff „Renaissance" zu fassen pflegt, betonte her Rebner, baß Renaistance durchaus nicht primär, jedenfalls nicht ausschließlich künstlerisch zu bewerten sei, und wies z. B. auf die ausgebreiteten juristischen, naturwissenschaftlichen und technisch-mechanifchen Inter- esse» unb Bestrebungen ber itallcnifdjen Renaissance hin, auf ihre im weiteftcn Sinne geiftesgefchichtlm)e Wesenheit. Besonbers ausfallend ist In der Ge- samtbetrachtung bie außerordentlich scharfe zeitliche und territoriale Begrenztheit. Aufschlußreich für ben ganze» Problemkomplex bes Kulturkreifes erscheint bie Betrachtung von her Psychologie und ber Fa- millensorfchung her. Die Psychologie führt-um Begriff ber vererbten Persönlichkeit innerhalb per Familie. ‘Bier Gruppen psychologischer 5or|d)un$e- bezirke find abzugrcvze». Rormalpfychologie, Pathologie. kriminelle Psychologie. Genielehrc. Die Genielehre stellt die Frage nadi der „Oeniepcrwbo . schäftsmann werbe» möchte, wie der Industrielle und der Bankier. Er verlangt sofortige Hilfe und Sonderoorrechte. Er will Preiserhöhungen durchsetzen unb seine Gestehungskosten durch Her« absetzung der Frachtsätze oerminbem. Aber bie Kosten für diese Umstellung, bie ihm bie Mittel zu einem noch großzügigeren Ausbau seiner Anlage» liefern soll, können natürlich nur von ber Allgemeinste», b. h. von ber Stabtbevölkerung getragen werben unb bedingen unfehlbar bedeutende Preisheraufsetzungen für bie landwirtschaftlichen Produkte und ein Hinaufschnellen der Kosten ber Lebenshaltung der ganzen Union. Dieses Vorgehen ber Farmerschaft hat aber noch Bedeutung. Die Farmerfchaft ist der Ansicht, daß man bie Schulden von Frankreich bis auf b cn letzten Cent hereintreiben soll, um möglichst viel Gelb ins Lanb zu ziehen, ba- mit auf biefe Weife bie Mittel gestärkt werben, die zu ihrer eigenen Betriebsumstellung gebraucht werben. Sie wirft ber Regierung vor, sie habe ben amerikanischen Steuerzahler auf bem Altar ihrer Zölle geopfert unb besteht auf Herabsetzung ber Zölle. Ueberbies befinben sich in ber Farmergruppe die heftigsten Gegner bes Internationalen Gerichtshofes unb bes VöikeNKmbes, wie überhaupt jeher festen Bindung an Europa. Die Revolte ber Farmer liefert enblich ber b e« mokrgtischen Opposition bas ihr feh- lenbe große Programm unb hoher ist bie Lage ber Regierung stark bebroht. Sie kann bazu führen, baß Amerika eine Schwenkung seiner Außenpolitik vornimmt unb wieher zu einer völligen Abkehr von Europa zurückkommt. Die Renaissance ist als ausgesprochene ©enieperiohe anzusprechen. Zur Erklärung so m.ßergewöhnlichei Phänome innerhalb so imgeinÖbnlid) exakt begrenz ter Zeit- unb Raumlage (Norditalien, speziell Tos fana unb Florenz) gibt es eine Reihe von enbogenen unb exogenen Theorien. Exogene Clemente sah man beispielsweise in hervorragenden Naturschönheiten, in politisch-wirtschaftliche» Kampfe», sogar in ge wisse» kosmische» Einflüsse». Als endogen mochte man geltenb: ‘Angeborene Veranlagung, toskanische Lokallrabition, germonifche slongobordische) Kräfte, aud) sog. periodische Schwankungen, ähnlich ben erwähnte» kosmische» Voraussetzungen. Alle diese Kausaltheorien hält her Vortragende nicht für stichhaltig. Geh. Rat Sammer entwickelte, antnüpfenb an eigene Forschung („Renaistance unb Regeneration", >. Ausl.), die slvreniinische Geschichte, die uon zwei sozialen Schichten, dem Kriegeradel und einem aus ben Zünfte» stervargegangenen Bürger adel bestimmt würbe, bie zunächst neben- unb gegen einander stehend zu beuten sinb. Nach langen Kämp fen folgte aber eine Bereinigung, eine Kreuzung beider Adelsgruppe». An ihrem ^Schnittpunkt, ge wlstermaßen, setzt der Vortragende bie Keimzelle bei italienische» Renaissance an. Als ästhetisch formulierte Untermalung bes so, theoretisch, gewonnenen Renaissancebilbes brachte ber zweite Teil bes Abends die Vorlesung aus ben (in zwei Bünben, 1915, 1916) erschienenen italienischen Sonetten „Wiebergeburt", von benen ber erste lange vor bem Kriege entstand, und die beide burch ein Nachwort „Wie stehen wir zur Renaissance?" eingeleitet wurden. Charakteristisch aud) hier das pranonciertc Hineinspielen in die Gegenwart, der Gedanke des Wiederauflebens der Renaissance im 20. Jahrhundert, in unserer Zeit, wo sich in ber Blick leider mit anderen Zielen nach ©üben richtet. Aus ben Sonetten hebt sich die Welt, in her die lange, erlauchte Reihe ber Gestalten groß würbe. Franziskus, Dante unb Raffael, Pietra Are- tino. Lionardo, Macchiavelli, Giorbana Bruno, Boccaccio. Savonarola unb all bie ander». Das Ganze weilet fid) ausklingend und wächst in nahe und nächste Gegenwart hinein. Die Lupusheilstütte in Gietzen. Eröffnung des Erweiterungsbaues. Arn Samstag vormittag wurde burch einen feierlichen Eröfsnungsakt der Erweiterungsbau der Lupusheil ft ätte in Gießen feiner Bestimmung übergeben. Zahlreiche geladene Gäste - unter ihnen Regierungsvertreter, der Landtagspräsident, der Finanzausschuß des Landtages, der Vertreter der Provinz und des Kreises Gießen, Oberbürgermeister Keller, Mitglieder der Universität, Vorstandsmitglieder des Heilstättenvereins für Hessen, der den Bau errichte» ließ — hatten sich vor dem in einfachen Formen gehaltenen, schmucken Reubau tn der Gaffkystrahe eingesunden, wo die Eröffnungsfeier gegen 11 llhr begann. Der bauleitende Architekt, Baurat H. Meyer, sprach zunächst herzliche Dankesworte an alle, die an dem Erstehe» dieses Baues mit- gewirkt habe», unb schloß mit hem Wunsche, daß diese Stätte beit Krönte» ein Hort per Heilung und Genesung, der Wissenschaft ein Platz regster, erfolgreicher Forschung unb damit eine Quelle steter sozialer Mrsorge fci-n möge. Anschließend legte der Redner den Schlüssel des Hauses in die Hände des Vorsitzenden des Heil- stättenvereins, Präsident Reumann- Darmstadt. . Zu Beginn seiner nun folgende» Ansprache gab Präsident Reumann seiner Freude über baß wohlgelungene Werk Ausdruck, dankte dem Bauleiter, allen Unternehmern, Hanbwerkei-n und Arbeitern für ihr hervorragendes Wirke» und betonte dann, daß dieser Bau geschaffen wurde i>on einem armen Verein. der in mühseliger Arbeit die Mittel zum Bou ausgebracht hat. Der Redner ging hierauf in großen Zügen auf die Geschichte des Heilstättonvereins ein, wobei er der sehr verdienstvollen Tätigkeit seines Vorgängers im Vorsitzsndenamt, des Geheimen Rats Dr. Dietz, in Worten herzlichster Huldigung S'ochte. Er dornte dann den' sozial denkenden nnern und Frauen im Auslande, die in der Inflationszeit durch reiche Deihilfen dem Verein über bie Klippen hinweggeholfen haben. In verhältnismäßig kurzer Zeit fei es nun gelungen, diesen Bau herzuftellen unb auch alles zu be« zahlen. Für die wertvolle Unterstützung des Verein« dankte ec hier der hessifchen Regierung, dem Landtag, dem Ministerium des Innern, dem Deutschen Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose, der Arbeitsgemeinschaft der sozialen Versicherungsträaer für Hcffe» und Hessen- Rassau, den LandLsverfickerungsanstalte» Hesse» und Westsalen. der Stadt Gieße» unb chrei» verdienstvollen Oberbürgermeister Koller, die ben Grunb und Boden zu dein Bau kostenlos überlaHcn haben, dem Vorstand deS Heilstätten- vereius, bem Ministerialrat Kling «lhöfer, Prof. Dr. I e s i on e k, dessen Heisern unb dem gesamten Personal ber Heilstätte. Mit dieser Heil- stätten-Erweiterung habe sich die Aufgabe de« Vereins vergrößert, aber bie Arbeit werde gerne chewältigt werden. Die Heilstätte solle jedoch nicht nur ein Krankenhaus sein, sondern auch «in wissenschaftliches ForschungSinftttut, und zu dessen Benutzung beglückwünschte er ouch die medizinische Fakultät der LcmdeSuniversität. Mit herzlichen Wünschen für das neue Haus, feine Leiter und Insassen schloß der Redner seine Ansprache, bk mit der Schlüsselübergabe an ben ärztlichen Leiter Prof. Dr. I e f t o n e f verbunden war. Dann sprach Professor Dr. I e s l o n e k, ber zu« nächst seine Freube darüber betunbete, diesem sozialen Werk vorstehen zu bifrfen und nun auf breiterer Grundlage den Kranken und ihrer Wiederherstellung, sowie der Wissenschaft stärker »och als bisher dienen zu können. Weiter dankte er dem Heilstöttenverein für das gute Werk, bas er hier geschossen, unb vrsprach als ben tiefsten Ausbruck feines Dankes, boß er immer bestrebt fein werbe, ben Kranken zu bienen unb zu helfen mit aller Kraft. Se. Magnifizenz her Rektor, Professor- Dr. Bürk er wandte sich hierauf in einer kurzen Ansprache an den Vorsitzenden ds Heilstättenvereins, Präsident Neumann, dessen Verdienste um den Verein und um die Schaffung einer neuen Far- schungsstätte für die Universität er mit Dankes werten heruvrhob. Dann gab der Redner bekannt, daß ber CQefamtfenat ber Landesuniversität einstimmig beschlossen hat, dem Präsidenten N e u mann die Wurde eines Ehrensenators zu verleihen. Der Rektor überreichte dem Geehrte» das Diplom unb befestigte an feinem Halse dos Wahrzeichen ber Universität, das Antoniterkreuz. Nachdem »och Geheimrat Balser Worte des Glückwunsd;es namens des Heilstättenvereinv an ben Borsitzenben gerichtet unb habet bie schönen Be Ziehungen zur Lanbesuniversität hervorgehobe» hatte, öffnete Professor Dr. I e s i o n f das neue Gebäude, das in allen Teilen mit lebhaftem Jmer- effe besichtigt wurde. Der Rundgang imrd) das neue Haus, der sich bis in die 'Mansardenräume ausbehnte, zeigte bie Inneneinrichtung in allen Teilen als außer ordentlich gediegen, mit liebevollem Empfinden und feinem Geschmack gestaltet. Lobende Erwähnung ge dührt auch der trefflichen Sonnenbäderanlage, dem Sportplatz unb ber gärtnerischen Anlage. Ein sehr guter Eindruck war bei ben Besuchern überall unverkennbar. Ansdftießend an die Besichtigung bot der Verein den Gästen einen Frühstücksimbiß, bei hem eine Patientin bie Gäste mit bem Vortrag eines Begrüßungsgebichis überraschte, während kleine, erst teilweise schulpslichtige Patientinnen einige niedliche Reigentänze barboten. Dann sprachen noch ber Vertreter des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung ber Tuberkulose, ferner Ministerialrat Schrohe vom Ministerium des Innern und andere herzliche Glückwunschwvrre. Der (Krwciterungsbnii ist in harmonischer Weise an das im 3afcre 1912/13 errichtete Hauptgebäude durch einen 15 Meter langen Derbindungsgang ange'chlossen. DaS Gebäude ist 31 Meter lang und 13,5 Meter breit und besteht aus einem Kellergeschoß, dem Erd-, dem 1. und 2. Obergeschoß, sowie dem teilweise ausgebauten Dachgeschoß. 2m Neubau sind 20 Krankenräume mit insgesamt 52 Betten geschaffen worden. Die Heilstätte verfügt von nun an insgesamt über 87 Betten. 3m Kellergeschoß des Neubaues sind die Dorratsräume, eine Kühlanlage, ferner die Heizräume. 3m Erdgeschoß wurden die Wirtschastsräume zentralisiert. 3m ersten und zweiten Obergeschoß sind die Räume für die Patienten, Behandlungszimmer, Baderäume usw. Sämtliche Räume des Hauses sind mit warmem und kaltem fließenden Wasser versehen. 3m Dachgeschoß lind weitere Räume auSgebaut, die in ihrer Hauptsache auch für die Aufnahme der Patienten Verwendung finden sollen. Ferner befinden sich dort ein Trockenboden und verschiedene Wäsche- und Ge- täfefammem. Mit den Bauarbeiten wurde am 1. April 1925 begonnen, nachdem die Erdbewegungsarbeiten bereits Mitte Februar in Angriff genommen wurden. Die Baukosten beliefen sich auf rund 360 000 Mark. Die Arbeiten wurden saft durchweg von einheimischen Lieferanten und Meistern ausgeführt. Der Heilstättenverein, sein verdienter Vorsitzender, die ärztliche Leitung, der Baumeister und alle, die bei diesem Werke tätig waren, können stolz sein auf diese Schöpfung, von der reicher Segen für die Kranken und guter Fortschritt sür die wissenschaftliche Forschung au8- gehen mögen! Wirtschaft. ' Die preußischen Spareinlagen im 3 a n u a r. Die Spareinlagen der preußischen Sparkassen zeigen nach der durch das Weihnachtsfest verursachten geringeren Zunahme im Dezember 1925 für den 3anuar 1926 wiederum eine Sarfc Vermehrung, und zwar um rund 109 tun. Rm. Hierbei ist aber allerdings zu berücksichtigen, daß im 3anuar die Zinsgutschriften sür das 3ahr 1925 erfolgten. Der Einlagenbestand erreichte Ende Jaunar den Betrag von 1 205,4 Mill. Rm. * Mansfeld A.-G. f ü r Bergbau und Hüttenbetrieb, Ei sieb en. Da die Umsätze und die Rentabilität im Jahre 1925 gegenüber dem Vorjahre eine wesentliche Steigerung aufgewiesen haben, ist voraussichtlich eine angemessene Dividende zu erwarten. Allerdings ist gegenwärtig gegenüber den erhöhten Produktionsmengen des Jahres 1925 besonders in den Walzfabrikaten eine leichte Abschwächung des Auftragseinganges festzustellen. Jedoch wird von den Auswirkungen der Kredite für die nächste Zeit eine Besserung erwartet. Die aus der gegenwärtigen Wirtschaftslage herrührenden Stockungen im Zahlungseingang sowie die unvermeidbaren Verluste an Außenständen sind sehr unbedeutend und geben zu Besorgnissen keinen Anlaß. Berliner Börse. lCigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 1. März. Der Auftakt der neuen Börsenwoche war wenig ermutigend. Die Börse begann die neue Woche, nachdem die Tendenz bisher schon unsicher war, in ausgesprochen m a t t e r V erfass u n g. Die führenden Aktienmärkte, so u. a. der Schiff ahrts- und Montanmarkt, hatten Kursverluste von 3—4 Proz. aufzuweisen. Die Baissespekulation hatte ihre Fühler mit Erfolg aus- geslreckt und wurde dabei unterstützt durch die pessimistischen Ausführungen in der Mitgliederversammlung des Rheinisch-westfälischen Kohlensyndikates über die Entwicklung der Absatzverhältnisse. Die überaus schwierige Wirtschaftslage kommt auch in den Reichspost- und Reichsbahn-Verkehrs- und Um- fatzziffern, sowie in dem sehr schleppenden Geschäft der Leipziger Messe zum Ausdruck. Außerdem wurde die Börse weiter beeinflußt von der anhaltenden matten Verfassung der Reuyorker Börse, ferner durch die in außenpolitischen Hinsicht weiter bestehende Unsicherheit, und die Tatsache, daß der Geldmarkt nach der Ultimooersteifung noch keine Erleichterung erkennen läßt. Mit dem Zurückfließen der Gelder dürfte erst Mitte dieser Woche m rechnen jein. Tagesgeld horie man mH 7 bis V''> Proz. Für Ultimo März erwarte! man eine noch größere Anspannung der Geldverhältniste, doch wird in Bankkreisen diese Auffassung nicht gtzteili. Im Dcvisenvcrkchr zeigte sich die französische Währung widerstandsfähig. Paris notierte gegen London 131,50. Die übrigen Valuten sind nicht me» sentlich verändert. Börsenkurse. Frankfurt o.M. Berlin Datum: y/e Deutsch« RcichLanleih« • 4% Deutsche ReichSanlcche . 3‘/.r7i Deutsche Reichsan leide 3% Deutsche RcichSaoleihe . Deutsche äparpränritnanlei6e 4e,'o Preußische Äonfoll • . . 4% Hegen 3’/»% Hessen 3% Hessen Temsche Wend. Dollar-Aol. bto. Doll -Schatz-Anweisna') <•/» Zollnirfen 5% Äoldmertkaner ... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- and Privat. Bank Tarmi'l. und Nationaldank . Deutsche Bank........ Deutsche Bereinsbank .... DiLconto Eommandit Metalldank.......... Mittrldeutsche Kreditbank Oefterrrichtsche Kreditanstalt Westdank Bochumer Saß ....... Buderus Caro Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerk. . Hmpener Bergbau...... Kaliwerke Sscheröleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurabütlr . Oderbedarf Phönix Bergbau » Rhcümahl......... . . Webtet Montan ...... TellnS Bergbau. ...... Hamborg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd ... Cheramlsche Werke Albtu . . Zementwerk Heidelberg . . . Philivv Holzmann ..... Anglo-Cont-Guano . Chemische Mäher Alapin . . S. (9. Tforbeninbuftrie, A -A. olbfromibi Holzverkohlung RütgerSwerkr Echcldeanstalt «klg. EkektrtzitätS'Sesellschaft Bergmann . Mawkrastwerke ....... Schuckert . . ........ Siemens & Halöke Adlerwerte Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Hehliaensiaed»......... Meguin............. Motorenwerks Mannheim . Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . MetaLgesell^a^ Frankfurt . Schuhfabrik Herz ■ . . . ", * j Sichel ........ Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Doghäickel . . . Rur» ,-Uhk- Rur» Schluß Rar» tlnfana Rare *7. 2. 1.3. 27.2. 1. 3 1.384 0.381 0.875 0,38 — 0.33 0.38 Ü.StiO — 0 35 0 36 ' U.4'.U _ 0.49 0,495 0 225 022 — .3711 — — 0,365 0,350 — 0 355 — — — 0.355 — — — 0,38 — — —- 93 — 99,45 — =9.45 — 11.4 11,6 — 40,1 49,75 —- 145.3 — 115 — 109* 109.5* 109 5* 109,5* 1'7 127,3* 127’ 125,7* 27 127* 126,5* 12,2* 73 -—. - W— 120.25 120’ 130.7* 120’ 81 83 — 101,2* 101* 101,2* 101,5 6,75 6,75 0,75 7 — 0,033 — — 83,3 86 45.4 4i — 44 43 44.4 88.5 85* 8*7.9* 89 «7,5* 87* 107 105,5* 106’ 115 — 116’ 115,5* 119 118,75 — 35,5 - 85 45 46 4 i* 45,25* 76* 74.84* 75.5* 75,35* 80,5 79* 80* 79.5' 82 5, — 82,9 82,5 64 — — 131 137,5* 130* 128,7* 128 7* 124.5* 128.7’ 124* <■» — 77,75 78 — _ 63,75 — 64 — — 81,25 — — —— —— 125' 124,4* 125.2* 121.5* 66,25 65,75 66,5 66,25 55.5 — 73.5 — 71.5 74,25 90,25 00.23 - - 96- 90 25* 95,75* — 82 — 82,5* 81.5’ 85 — — 81 — 81* 80’ !)' — 99,71* 100* 38.5 38 38.5 39,5 34 33,5 35 23 * 29 -* 10 — -* — 32 3 — 1 — — —- —— —• — 93.5 92,5 — — 63,23 - 03 5 —— — — 27 6,1 —- 5,75 106 107,75 107 105 43 5 43 45 45 14,75 — Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 1. März. Tendenz: schwächer, Pfandbriefe und ausländische Renten fest. Die Börse eröffnete die neue Woche, soweit die Aktienmärkte in Betracht kommen, in unsicherer rnd gedrückter Stimmung bei weiter stagnierendem Geschäft. Während der Terminhandel ein lustloses Gepräge zeigte und bei starker Vernachlässigung empfindliche Kurseinbußen erlitt, beanspruchte der Pfandbriefmarkt verstärktes Interesse der Spekulation. Die Umsatztätigkeit auf diesem Gebiet nahm etwas größeren Umfang an, und das Geschäft zeigte teilweise stürmischen Charakter. Vorkriegs-Pfandbriefe konnten bereits vorbörslich ansehnliche Steigerungen erzielen. Auch der Ausland-Rentenmarkt machte die gleicke Entwicklung durch, so daß für diese Gruppe anseynliche Besserungen einsetzten. Die Verstauung an den Aktienmärkten ist auf die anhaltende schwache Verfassung der Reuyorker Börse zurückzn- führen. Große Verstimmung wurde auch dadurch in den Markt getragen, daß die unerquickliche V ö l- kerbundsdebatte jetzt einen so breiten Raum einnimmt, daß man bereits von einer Völker- b u n d s k r i s e sprechen zu können glaubt. Im Hinblick auf diese ungünstigen Motive war der Aktien- Die tolle Herzogin. Roman von E r n st Klein. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. 4. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Wenn Sie nur eine Bewegung machen oder gar ein einziges Wort sprechen," fuhr sein furchtbarer Gast fort, „während ich mit dem Kellner verhandle, schieße ich Ihnen durch meine Tasche zwei Kugeln in Ihren dicken Bauch. Verstanden?" „M—M—Monsieur--!" ächzte der Levantiner. Ein Fellach trat ein, und James Wood widmete sich mit ebensoviel Sachkenntnis wie Hingebung der Aufgabe, ein erquisites Diner zu komponieren. Dabei 'ließ er kein Auge von seinem unfreiwilligen Gastgeber. Doch der saß gottergeben da und ließ den Dingen ihren Lauf. Im Gegenteil — er schien sich darein schicken zu wollen. Und je länger die Beratung zwischen James Wood und dem Ganymed im Kaftan dauerte, desto mehr glätteten sich seine vvrhin so gramdurchfurchten Züge. Als die Dincr- diskussion beim Dessert angclangi mar, wagte sich auf seinen Mund sogar ein Lächeln, ein seines, listiges Lächeln. „Ich sehe," sagte er, „der Herr versieht sich auf die Genüsse, die ein künstlerisch zusammengeietztss Menü gibt. Aber etwas hat der Herr doch vergessen." „Das wäre?" „Was sind das köstlichste Diner, der feurigste Wein ohne die Gesellschaft einer schönen Frau, die dem Essen die richtige Würze und dem Wein das wahre Feuer verleiht." James Wood witterte Unrat. „Sie haben nicht so unred)1. verehrter Gast- freund", lachte er. „Aber die besonderen Umstände, denen ich dieses Diner verdanke--" Eine großartige Handbewegung des Direktors wies feinen Einwand zurück. „Der Herr beurteilt mich immer noch falsch", meinte er, und feine Goldzähne nahmen wieder ihren freundlichen Glanz an. „Oder fürchtet sich ein Mann wie Sie vor einer Frau»" „Das kommt daraus an. in welchem Verhältnis diese Frau zu Ihnen und zum Gottseibeiuns stehl, teurer Direktor. Bah — Sie haben ja so recht, daß ich wirklich ein Narr wäre, dieses kleine Risiko nicht auf mich zu nehmen. Habe ohnedies lange genug die Gesellschaft einer schönen Frau entbehrt, der man in die Augen schauen kann, wenn man ihr zutrinkt." „Bravo, mein Herr--! Sie werden zufrieden sein! Was sage ich zufrieden? Glücklich werden Sie sein! Berauscht--" „Wohl der Zweck der Hebung? Ich fürchte. Sie werden da eine Enttäuschung erleben." „Dieses Risiko nehme ich auf mich, mein Herr!" Und zum Fellachen gewendet: „Bitte Madame Lßonie hierher!" Drei Minuten später öffnete sich die Tür — in ihr stand die kleine Leoantinerin mit dem Unschulds- mund und den Satansaugen. ,,A la bonne heure!“ rief James Wood. 4. Kapitel. Läckielnd trat sie ein. Ihr Blick blieb eine Ee- tunde lang auf dem jungen Mann haften, huschte bann zu dem Direktor hinüber. Blitzartige Frage — blitzartige tHnttyi. Feierliche Verstellung. „Das ist Madame Lsonie Sperazzi!" „Mein Name ist James Wood!" „Ich heiße Aristides Sperazzi. Madame ist meine Schwester!" Langsam kam sie an den Tisch heran. James Wood suchte nach einem passenden Vergleiche, aber er fand leinen andern als den uralten Gemeinplatz — den Vergleich mit der Katze. Das war kein Gehen das war ein Wiegen, Gleiten, das war schreitender Tanz. Bloß die Musik fehlte dazu, die geheimnisvolle Musik des Orients, die der Europäer nicht versteht und deshalb so häßlich, monoton findet. Und die doch so hinreißend, so berauschend ist--- Der Gast wollte ihr Den Plag auf der Ottomane einräumen, doch sie mit ihrem unschuldsvollsten Lächeln winkte ihn neben sich. Sperazzi zog sich seinen Fauteuil an Woods Seite. Hm — jetzt haben sie mich in der Mitte! dachte Wood. Das 'Mahl begann. Es war ein succfcs von der ersten Platte bis zur letzten. Die Weine erstklassig — und Madame Leonie wirklich bezaubernd. Aber James Wood behielt den Kops klar. Geschäft ist Geschäft — nicht wahr? markt mit Abgaben stark belastet, wobei das her anskommende Material nur einer geringeren Ausnahmelust begegnete. Die Rückgänge wirkten sich besonders scharf am Schiffahrt- und M o n tanmarkte aus. Von Montan-Aktien erlitten Deutsch-Lux. Gelsenkirchen und Phönir Verluste bis zu 3 Proz. Schiffahrtswerte schwächten sich 3 bis 4 Prozent ab. Bei den Farbwerten hielten sich die Rückgänge in engeren Grenzen. Von Elektromerten konnten Elektr. Lieferung um 3 Prozent anziehen. A. E. G. stellten sich nach Abzug der Dividende auf 90,5. Bankaktien waren ziemlich gehalten. Von A u t o a f t i e n schwächten Kleyer etwas ab, während Daimler um 2,5 Prozent höher gingen. Am K a s s a in a r k t der Industriepapiere setzten Zellstoff Waldhof ihre Steigerung um 1,75 Prozent auf 107,75 Prozent fort. Auch Zement Heidelberg zogen leicht an. Im übrigen mar hier die Haltung gleichfalls recht unsicher und die Rückgänge überwiegend. Der deutsche Rentenmarkt, der sich anfangs gehalten zeigte, unterlag später ebenfalls der schwächeren Strömung. Kriegsanleihe, die anfänglich 0,381 notierten, senkten sich später auf 0,378. Don ausländischen Renten lagen Türken und Ungarn fest. Der Freiver - kehr war geschäftslos. Api 0,38, Becker Stahl 45, Becker Kohle 55, Benz 41, Brown Boveri 68, Entreprise 9,5, Krügershall 87, Ufa 55, Unterfranken 68 Prozent. Der weitere Verlauf brachte an den Aktienmärkten neue Kursrückgänge, während Pfandbriefe und ausländische Renten in ihrer festen Haltung verharrten. Die Spannung am Geldmärkte übertrug sich auf den neuen Monat. Besonders für kurzfristige Mittel war eine größere Verknappung festzustellen. Die Sätze waren fast unverändert. Tages- geld 7 bis 8 Prozent, Monatsgeld 6,5 bis 8,5 Proz., je nach Adresse. Bankdiskonten 5 Prozent, Industrie - akzepte 6 Prozent. Im internationalen D e oisenverkehr konnte sich Paris gegen London bis auf 132 erholen. Das englische Piund liegt mit 4,85g gegen Kabel etwas schwächer. Die übrigen Valuten sind fast unverändert. Vanknoten. Berlin, 27. Fevr Geld Briet Amerikanische Roten ..... 4.18« 4.206 Belgische Noten........ 19,01 19.11 Dänische Noten ....... 108.83 109.37 Englische Noten........ 20,359 20,459 Französische Roten ...... Holländische Noten...... 15,10 15 6 (67,53 168,37 Italienische Noten...... Norwegische Noten...... 16 86 14,9, 90,89 59,OJ 91,35 Dnitsch-Oesterr., ilOO Kronen 59,33 Rumänische Noten . .... Schwedische Noten ■ ... 1'12,17 112.73 Schweizer Noten ...... 80,603 81.005 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. 59,0 > 59,3a 12.38 12,45 Ungarische Noten....... 5.835 5,875 öHittffurtcr Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 1. März. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 26 bis 30 Mk.. Roggen, inländischer, 17 bis 17,25; Sommergerste für Brauzwecke 20 bis 22,50; Hafer, inländischer, 18 bis 21,50; Mais, gelb, 18,25 bis 18,50; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 39,75 bis 40,25; Roggenmehl 25,25 vis 25,75; Weizenkleie 9,25 bis 9,50; Roggen- fiele 9,50 bis 9,75; Erbsen 28 bis 34; Linsen 40 bis 70; Heu, süddeutsches, gut, trocken 8,50 bis 9; Weizen- und Roggenstroh 4,50. bis 5; Treber, ge» trocknet 16 bis 16,75 Mk. Tendenz: etwas fester. frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M. 1. März. Auftrieb: 1209 Rinder (darunter 411 Ochsen. 29 Bullen, 850 Färsen und Kühe), 353 Kälber, 137 Schase, 3713 Schweine. Rinder. Ochsen: Vollflei- schige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 45 bis 52 Mark; junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 38 bis 44; mäßig genährte junge und gut genährte ältere 30 bis 37. Bullen: Bollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 44 bis 48; vollfleischige jüngere 38 bis 43. Färsen und Kühe: Vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 45 bis 52; vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Zähren 39 bis 44; wenig gut entwickelte Färsen 35 bis 44; ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 32 bis 38; mäßig genährte Kühe und Färsen 21 bis 30; gering genährte Kühe und Färsen 15 bis 20. Kälber: Doppellender feinster Mast 65 bis 70; feinste Mast kälber 56 bis 64; mittlere Mast- und beste Saugkälber 48 bis 55; geringere Mast- und gute Saugkälber 40 bis Als der Hennessy geschlürft und die Corona Co- ronas, die Sperazzi als Strönunq des Ganzen offerierte, angezündet war. legte er sich behaglich zurück und eröffnete die Debatte. „Sie entsinnen sich noch, Madame, unserer kleinen Unterhaltung von vorhin?" Sie streifte nachlässig die Asche ihrer Dimitrino ab. Nur durch ihr Lächeln antwortete sie. --Madame schienen etwas irritiert durch die Melancholie, die meine Rede verdüsterte und mein Konversationstalent nicht ins rechte Licht kommen ließ. Es war die tnelancholischfte Melancholie, die es gibt, diejenige, die aus dem Gegensätze zwischen einem vollen Herzen und einer leeren Brieftasche entspringt ---" „Es scheint aber, daß — wie dieses Souper bezeugt — Ihrer Melancholie abgeholfen wurde. Sie sehen, mein Wunsch hat Ihnen Glück gebracht — Sie haben gewonnen." Sie bog sich etwas zurück und blickte ihn unter halbgeschlossenen Lidern hervor spöttisch an. Ohne Zweifel — diese kleine entzückende Frau war zehnmal gefährlicher als der dicke, brutale Kerl, der ihr Bruder war oder sonst irgend etwas. In James Wood stiegen allerlei wilde Instinkte hoch, und ein Wort des jüngeren Dumas schoß ihm aufreizend durch den Kopf — In die 'Arme reißen dieses Weib, sich st. ulüsten und dann--da kein Fenster in dem Raum war, zur Tür Hinauswersen. Und der Bruder.' Bah — ein Hieb mit dem Browninggriff unter das Kinn--- Doch das Geschäft! Er tränt gemächlich ein Täßchen Nektargebräus, das sie in Aegypten Kaffee nennen. Der Kaffee hat noch keinen zum Mörder gemacht--- Sie mochte erkennen, was in ihm zischte. Das Raubtier witterte das Raubtier. Graziös zog sie die Beine unter sich auf den Sitz und beugte sich zu ihm hin. Ganz dicht an seinem Gesicht war ihr Mund. „Nun, mein Herr bekehrter Melancholiker?" So blickten sie sich in die Augen. Tasteten sich mit den Blicken ab. Maßen sich. Beschnüffelten sich wie zwei Bestien, die sich noch nicht klar darüber sind, wie und wo sie sich packen sollen. Aristides Sperazzi saß dabei, hatte die Hände auf dem Lauche und machte ein gleichgültiges Gesicht. Für die beiden anderen war er gar nicht da. „Ja, ich habe gewonnen", sagte James Wood. 47. 2 chasc: Mastlämmer und Mafthämmel 45 biS 50; geringere Masthämmel und Schafe 35 bis 43. Schweine: Vollfleischige von 80 bi« 100 Kilogramm SO bi» 82. unter 80 Kilogramm 72 bis 79. von 100 bi» 120 Kilogramm 81 biS 83; von 120 bis 150 Kilogramm 80 bis 82; unreine Sauen und geschnittene Eber 62 bis 75 Mark. Marktverlaus: Bei Rindern ruhiges Geschäft und ausverkauft, bei Schweinen und Kleinvieh mäßig und geräumt. Büchertisch. „Der Heger". (Heger-Verlag TD. 9>. Korn. Breslau. > Das 8. Heft her forstlich-kyno- logischen Zeitschrift ist recht umfangreich geraten unb bringt für ben Zöger, hen Natur- und Tierfreund eine Fülle von Anregung. Unterhaltung unb Wissensstoff. Bieger-Roskock spricht über ..Geschlechtsverhältnis unb Büchfenhege": Frhr. von Reibnih gibt an Hand von Abbil- bungen einen interessanten Einblick in seine Eulen- geblrgische Silberfuchsfarm; Alexander Schmook erzählt vom Marder im Winter, über ba« brutsche Langhaar unterrichtet ein Aufsatz von HanS Hasenclever (mit Bildern). Deutschkunbliche Bücherei: Minnesang und Spruchbichtung im deutschen Mittelalter. Von Studienrat Dr (3. Salomon. 57 Seiten. Steif broschiert 80 Ps. -- Deutche Lyriker von Liliencron bi» Werfel. Von Stubien- rat Dr. H Röhl. 79 Seiten. Steif broschiert 80 Pf. - Einführung in das Mittelhochdeutsche. Don Dr. R. CB Himel. 2. erweiterte Auslage bearbeitet von Stubienrot Dr. G. Wenz. 49 Setten. Steif drosch. 60 Pf. - Die deutsche Renaissance- maleret Von Dr. U. Christossel. 61 Settern Stets broschiert 80 Ps. Frühmittelalterliche deutsche Kultur im Bilde. Von Prosessvr R. Goette. 32 Takeln mit 20 Seiten erläutern dem Text. Steif broschiert 90 Pf. - Die deutsche bU- benbe Kunst der Romantik im Bilde. Von Prof. Dr. F. Knapp. 32 Tafeln mit 16 Seiten erläuterndem Text. Steif broschiert 80 Ps. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. 575 — Geschichten aus dem Mittel- alter. Herausgegeben von Hermann Hesse. Verlag Karl Hönn. Konstanz, Landschlacht (Schweiz). Der Dichter des „Demian" und der „Roßhalde" hat in diesem Buch alte, lange vergessene. oder nur noch im engen Kreise wissenschaftlicher Forschung erschlossene Quellenbücher auch für ein breiteres, und ungelehrtes Leserpublikum wieder lebendig zu machen versucht. Seine „Geschichten aus dem Mittelalter" umfassen dreizehn Erzählungen aus dem „Dialogus miraculorum“ des weiland Cistercienserpriors Caesarius von Heisterbach (1170—1240), die der Herausgeber selbst übertragen hat, und neun Stücke ans den „Gesta Romanorum“ (älteste Handschrist 1342), denen eine Uebersehung aus der Mitte des vorigen Zahrhunderts zugrunde liegt. Was Hermann Hesse hier im kleinen und Unscheinbaren getan hat, mit der Herausgabe dieser schönen und schlichten Prosa, die, trefflich vorgetragen, oft wie die Heiligenleben und frommen Mirakel der „Legcuda aurea“ zu lesen ist, das empfängt seine Weihe und bedeutsame Weite in der Grundanschauung, aus der dieses Buch geschaffen wurde. Was wie eine Rückkehr zur deutschen Romantik vor 100 Zähren anmutet, soll „heute .. . wo unsere Kultur erschüttert erscheint und ihre geistigen Fundamente von vielen Seiten her einer neuen Kritik unterzogen werden", als Gegengewicht gegen einen einseitigen Klassizismus die Besinnung auf das deutsche Mittel- alter und die Freude daran wieder erwecken und den Geist deutscher Romanik und Gotik wieder lebendig machen. Zn solchem Sinne wird man das schöne und (in her guten, alten Bedeutung des Wortes) einfältige Buch herzlich begrüßen, dem der Verlag eine würdige Ausstattung gegeben hat Klaren Druck auf sehr leichtem Papier und als illustrierenden Buchschmuck Holzschnitte des XV. Zahrhunderts. — Deutschlands sportliche Weltgeltung wird bei den olympischen Spielen 1928 in Amsterdam erneut erhärtet werden müssen. Cs ist von größter Wichtigkeit, daß die deutschen Sportkreise über die Borgänge unb Leistungen bei den olympischen Spielen 1924 in Paris, an denen Deutschland bekanntlich nicht tcilnahm, unterrichtet werden. Dieser Notwendigkeit trägt das reichhaltige Wert „Die olympischen Spiele Paris 1924", das die Reemtsma A.-G. in Altona- Bahrenfeld hem deutschen Sport stiftete, in bester Weise Rechnung. 359. „Ich hobc die Ansicht gewonnen, daß solch eine ingeniöse Erfindung, wie sie an Ihren Roulettetischen angebrachr ist, ganz gut mit einer kleinen Steuer belegt werden könnte." Keine Miene zuckte in Madame Lsonies Gesichtchen. „Ei — ei--!" lächelte sie. „Sie haben jedenfalls eine neuartige Auffassung von solchen Angelegenheiten, Herr Wood. Daß ein Gentleman sic von rein steuertechnischen Gesichtspunkten aus betrachten könnte, ist mir vollständig neu. Aber jeden falls interessant — bitte, fahren Sie also fort! Doch halt — noch eine Tasse?" Entzückend das Spiel ihrer zarten Finger, als sie ihm die Tasse füllte und reichte. Dann kauerte sie sich wieder zurecht, legte den Kopf schief und war bereit, ihm zuzuhören. „Wir wollen den Begriff des Gentleman aus dem Spiel lassen, Madame. Er ist so vag und wird jo oft mißbraucht, daß wir besser tun, ihn wenigstens jetzt beiseite zu schieben." James Wood lächelte. „Es ist für beide Teile gewiß angenehmer, wenn wir unter Vermeidung aller Hinwege |o schnell wie möglich zum Ziele gelangen. Also kurz und bündig, meine Herrschaften! Sie haben in Ihrem Etablissement Roulettetische stehen, die — gedoktert sind. Wie ich mich mit meinen eige nen Augen überzeugen konnte, läuft vorn Fuße des Croupiers, der die Roulette bedient, unter bem Teppich und durch den Tischfuß eine Hebelvorrich tuilg, die im richtigen Moment an der Roulette selber eine kleine, kaum sichtbare Platte in die Höhe schiebt, so daß die Kugel genau auf die Ziffer fällt, die der Croupier haben will. Daß diese Zisfer immer diejenige is», die am wenigsten besetzt ist, dafür sorgen die christlichen Grundsätze, nach denen dieses Eta- blisiernent geleitet roirbz „Ja, die Vorrichtung arbeitet exakt", sagte Madame Lsonie. „Aber es gehört große Geschicklich. keil dazu, sie zu handhaben." „Das will ich meinen. Wenn der Croupier daneben tritt und gerade eine Nummer erwischt, bte fünfmal mit dem Maximum dekoriert ist, kann das ins Geld gehen." „Und das Schlimmste ist — man tann bann ten schuldigen nichr entlassen. Sie verstehen, —■ — nicht wahr. Herr Wood?" , (Fortsetzung folgt.) I Hi Behördliche Anzeigen holzversteigerung. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Am 12. Februar 1926 die Firma Siegmund Rosenbaum in Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Siegmund Rosenbaum in Gießen. Der Siegmund Rosenbaum Ehefrau, Fanny geb. Geis in Gießen ist Prokura erteilt. Am 16. Februar 1926 a) bei der Firma August Schwarz, Gießen: Die Firma ist erloschen, b) der Firma A. Joerges, Frankfurt a. M.. Zweigniederlassung Gießen: Dem Kaufmann Kaspar Klein zu Frankfurt am Main ist derart Prokura erteilt, daß er sowohl die Hauptniederlassung wie die Zweigniederlassung allein zu vertreten berechtigt ist. Am 16. Februar 1926 die Firma Arthur Graefe u. Co., Inhaber Hans Arthur Graefe und Carl Wigandt, Gießen: Gesellschafter sind Kaufmann Hans Arthur Graefe und Schlossermeister Carl Wigandt, beide in Gießen. Die offene Handelsgesellschaft hat am 3. Februar 1926 begonnen. Am 19. Februar 1926 bei der Firma Gießener Gummifabrik Poppe & Co., Gießen: Die Firma ist geändert in Poppe & Co. Gießener Gummiwarenfabrik. Gießen, den 25. Februar 1926. 19328 Hessisches Amtsgericht. In unser Handelsregister, Abteilung B Nr. 3, wurde heute bei der Firma Heinrich Reger, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Lich, eingetragen: Die Bertretungsbefugnis des Liquidators Adolf Schwarz in Lich ist beendet. Lich, den 20. Februar 1926. 1916V Hessisches Amtsgericht. in den Frciherrlich von Nordeck zur Nabe- uauschen Distrikten Ninnwege, Kirchgehege und Steinberg. Donnerstag, den 4. Februar 1926. Versteigert werden: Schnittholz: Cichc: 3. Kl. = 1 Stück, 0,69 Fstm. Stammholz: Eiche: 5. Kl. = 1 Stück, 0,33 Fstm. Fichte: 3. „ = 4 „ 5,92 „ „ 5a-„ = 1 „ 0,41 „ „ 5b-„ = 20 „ 4,16 Dcrbstangen: Fichte: 1. Kl. = 25 Stück, 1,84 Fstm. „ 2. „ =29 „ 1,08 „ Nutzscheitcr: Eiche: 2 in lg. = 15 Rm., Kiefern: 3 m lg. = 3 Rm., Fichte: 3 m lang = 6 Rm. Nutzknüppel: Fichte: 3 m lg. — 2 Rm. Nutzreisig: Fichte: 12 Rm. Scheiter Rm.: Eiche 23, Kiefer rund 14, Fichte 2. Kl. = 25. Knüppel Rm.: Buche 180, Eiche 90, Kiefer 125, Aspe 6, Birke 2. Kl. 5, Fichte 135. Knüppelrcisig Rm.: Kiefer 12, Fichte 50. Reisig Rm.: Buche 260, Eiche 330. Stöcke Rm.: Eiche 5, Fichte 56. Zusammenkunft um 9 Uhr vormittags am Steinbruch Kirchgehege. Die blau unterstrichenen Nummern kommen nicht zur Versteigerung. Londorf, den 27. Febr. 1926. 1945V Hess. Forst amt Rabenau. Löber. Schnitt- und Bauholzversteigerung Mittwoch, den 10. März, von vormittags 9 Uhr an, werden in dem Saale des Gastwirts Hofmann zu Grebenau versteigert: A. Aus dem ganzen Forstamt, und zwar aps den Distrikten Herzgrund, Reimels- bacherbuchwold, Pirschgrund, Langer- gründ, Spielberg, Hässeln, Espig, Birkenback'. Hund-strauch, Erlenbach, Hopfenstück, Remberberg sämtliches Schnittholz, Kiefer: 11 2. Kl., 10,29 fm, 130 3. Kl., 64,16 km, 28 4. Kl., 9,66 km. B. Aus den Distrikten Herzgrund, Pirschgrund, Remberberg, Reimelsbacherbuch- wald, Grubenrück: Stammholz Eiche: 3. Kl., 2,68 hn, 8 4. Kl., 4,95 km. Stammholz Buche: 1 4. Kl., 0,70 km. C. Aus den Distrikten Spielberg, Hässeln und Espig. Bauholz Kiefer: 3 2. KI., 6,64 km, 48 3. Kl., 66,97 km, 157 4. Kl., 151,05 km, 254 5. Kl., 162,55 hn; in Distrikt Spiel- berg nur die Nummern 1—215 einschließlich. 1906D Pumpenstämme Kiefer (mit Rinde): 4 4 . Kl., 3,51 hn, 7 5. Kl., 4,54 km aus Distrikt Espig. Bauholz Fichte: 2 2. Kl., 6,25 km, 5 3. Kl., 11,38 hn, 7 4. Kl., 9,34 km, 5a-Kl., . 29,12 km, 21 55-K1., 8,08 km. Bauholz weißtanne: 2 4. Kl., 2,40 km. GGwenholz Weibtanne: 1 Stück, 0,13 hn. I). Aus den Distrikten Espig, Tannen- - waldswand, Kaltenbornsbuchwald: Stammholz Lärche: 95 5. Kl., 23,92 km. Buhknüppel Lärche (Gartenpfosten): 2 m lang, 48,6 rm. E. Aus den Distrikten Pirschgrund, Lückert, Spielberg: Grubenholz Fichte: 139 Stück, 11,55 km. Sämtliches Holz ist ohne Rinde gemessen, das Nadelholz ist bereits entrindet. Die Kiefern find Qualitätshölzer. Das Holz ist vorher einzusehen; nachträgliche Beanstandungen werden nicht berücksichtigt. Stammholzauszüge der 1.—4. Klasse können, soweit vorrätig, für 50 Reichs- vfennnig je Stück von uns bezogen wer- den. Nähere Auskunft erteilen die Herren Förster Ruppert zu Bieben, Hedderich zu Reimenrod, Herbold zu Grebenau, Schmidt zu Udenhausen sowie das unterzeichnete Forstamt. Grebenau (Kr. Alsfeld), 26. Febr. 1926. Hessisches Forstamt Grebenau. _________Zimmer.__________ Nutzholzversteigerung Freitag, den 5. Marz 1926 kommt im Grüninger Gemeindewald, anschließend an die Nutzholzversteigerung im Grüninger und Dorfglller Markwald, ca. gegen 1 Uhr mittags, folgendes Nutzholz zur Versteigerung: Kiefernschnittholzstämme II . u. III. Klasse 8 Stück = 4,74 Fstm. Kiefernbauholzstämme 111 ., IV. u. V. Kl. 22 St. = 9,93 „ Fichtenbauholzstämme IV ., Va- u. Vd-K1. 22 St. --- 5,54 „ Fichtenderbstangen I. und 11. Klasse 41 Stück -1,72 „ Grüningen, den 27. Februar 1926. Hessische Bürgermeisterei. _____________Euler. 1930 D Hm Gemeindewald Obbornhofen kommen Donnerstag, den 4. März, vormittags von 10 Uhr ab, Zusammenkunft Waldeingang der Straße nach Münzenberg, folgendes Holz zur Versteigerung: Eichenstämme 6. ÄL 16 St. 2,64 Fstm. ,, 6. „ 4 „ 2,30 „ „ 4. „ 1 „ 1,72 „ Buchenstümme 1. „ 2 „ 3,23 „ „ 3. , 1 , 0,95 „ Fichtenstämme 3. , 9 „ 11,32 „ H 4. , 24 . 23,34 „ „ 5fr„ 24 „ 13,10 „ „ 5b- „ 18 w 4,03 „ Eichenderbstaugen 7 „ 0,32 „ Fichtrnderbstangen 161 „ 8,87 „ FichtenretSstcmaen 45 „ 0,72 „ Obbornhofen, den 26. Febr. 1926. Bürgermeisterei. Philippi. 1914 D Holzsubmission in den Waldungen der Gemeinde Wieseck. Nachverzeichnete Äolzsortimente in den Distrikten Legwald, Klause und Schrei lagernd, sollen im Submissions)vege vergeben werden. Los Kl. Fstm. 1. 4 Eichenst. (Schnitth.) 3 = 3,28 4. 35 4 = 20,67 5. 32 4 = 24,10 6. 50 „ 5 --- 20,30 7. 52 „ 5 ---- 20,05 8. 27 „ 6 = 7,54 9. 72 „ 6 = 18,57 10. 1 Fichtenst.(Schnitth.) 2 - 1,31 10. 2 „ 3 - 1,50 11. 13 „ 3 - 17,78 12. 80 . 4 - 91,38 13. 235 „ 5a- 172,09 14. 94 5a- 66,72 15.322 , 5b- 124,25 16. 163 „ 5b- 62,26 Das Fichtenstammholz ist entrindet und ohne Rinde gemessen. Die Verkaufsbedingungen liegen zur Einsicht offen. Diesbezügliche Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift Lolzsubmission vis zum 4. März 1926, vormittags 10 Ahr auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, wo in Gegenwart etwa erschienener Bieter die Eröffnung stattfindet. Wieseck, den 26. Februar 1926. Kess. Bürgermeisterei Wieseck. Schomber. 1878V Nutz- und Vrennholzversteigerung Montag, den 8. März L 3„ vormittags 10i Uhr. werden in der Gastwirtschaft von Fr. Seilbach zu Rainrod aus den Staatswalddistrikten Gierköpfe 4, 5, 7 und 8, Schenkenwald 2, Rainröder Spies 3, Schlägelsberg 1, 2 und 3, Mühlenkopf 3, Kleeberg 1 der Försterei Rainrod versteigert: 1912V Nutzholz: Stämme: Eiche 5. Kl. 12 St., 5,06 hn, 6. Kl. 44 St., 13,63 hn; Esche 6. Kl. 7 St, 0,97 hn; Buche 3. Kl. 1 St., 1,35 kw, 4. Kl. 4 St. 2,46 hn; Lärche 5. Kl. 33 St, 8,37 im. Derbstcmgen: Lärche 1. Kl. 5 St., 0,51 hn; Fichte 1. Kl. 34 St, 3,12 hn, 2. Kl. 50 St., 2,11 hn; Nuhschetter rm: 2 Buche 2. Kl.; Nuhreisig rm: 110 Fichte. Brennholz: Scheiter rm: 355 Buche 1. Kl., 147 Buche 2. Kt, 2 Eiche, 4 Fichte; Knüppel rm: 110 Buche 1. Kl., 99 2. Kl., Hainbuche, 100 Eiche, 1 Ahorn, 9 Erle, 27 Nadelholz; Reisig rm: 220 Buche, 519 Eiche, 55 Fichte; Stöcke rm: 55 Buche 1. Kl., 99 2. Kl., 4 Eiche, 18 Fichte. Das Holz sitzt fast ausnahmslos an ver- sieinten Straßen und beliebe man sich vorher anzusehen, spätere Beanstandungen können nicht berücksichtigt werden. Nur das blau unterstrichene Holz kommt zur Versteigerung. Nähere Auskunft durch Herrn Förster Ruppert in Rainrod und die unterzeichnete Stelle. E i ch e 1 s d o r f, 26. Februar 1926. Hessisches Forstamt Eichelsdorf. Bechtel. Holzversteigenmg. Die Fürstlich Solmsische Oberförsterei Hohensolms versteigert am Samstag, dem 6. März im Saale des GastwittS Führer zu Hohensolms aus den Distrikten EichelS- berg, Annewald, Grundwald, Attcberil und Pfaffeustrauch (bei Hohensolms) Stangenholz: Fichten 3. Kl. 391 Stück, 4. Kl. 295 Stück; Nutzscheit: Eichen 6 Rm.; Scheitholz: Buchen 108 Rm., Eichen 7 Rm., Fichten 11 Rm.; Prügelholz: Buchen 224 Rm., Eichen 68 Rm., Fichten 2> Rm.; Stockholz: Eichen 2 Rm., außerdem 5 St. Schmiedstöcke; Reisholz: Buchen 9090 Wellen, Eichen 1930 Wellen, Nieder- fchlaawellen 40Ö0 St, Fichten 1105 Wellen. Anfang 10% Uhr. 1884 D U. JXl. y 1 Esche 6. Kl. 3 St. 0,33 0,66 stm Alme 4. Kl. 1 St. 1928V M Die Zusammenkunft 8 13 2b-K1affe, 3a-Klaffe, 524 114 3 18 13 2 6 3 1 6 =40,87 = 1,56 = 4,82 == 1,67 = 1,61 = 5,85 Bekanntmachung. Der Voranschlag unserer Gemeinde für Rj. 1926 liegt vom 2.—8. März I. Js. auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten und etwaigen Erhebung von Einwendungen offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Beltershain, 27: Februar 1926. Bürgermeisterei Beltershain. Hornmann. Bauholzstämme: Eiche 4. Kl. 2 St. = 0,59 Fstm., 5. Kl. 16 St. = 5,73 Fstm., 6. Kl. 91 St. = 14,19Fstm Esche 6. Kl. 3 St. = 0,33 Fstm., ist am Wald- 1899V Nutzholzverfteigerung Donnerstag, den 4. März dS. IS., vormittags von 10 Uhr an, sollen aus den Waldungen der Gemeinde Großen-Buseck, Distr. Wellersloh, Birkenstrauch und Gell- acker, nachverzeichnetes Nutzholz versteigert werden: Fichten-Stämme 1. Kl. 3 St.=17,22 Fstm. steigerung bekanntgegeben. Grotzen-Buseck, den 26. Febr. 1926. Bürgermeisterei Großen-Buseck. GanS. Nutzholzversteigerung Mittwoch, den 3. März 1926, vormittags 9V2 Ahr kommen bei Gastwirt Tasch in Ahbach aus dem Gemeindewald Ahbach öffentlich meistbietend zum Verkauf: I Bremholzverstelgerung. in den Wawungen bei Nordeck. Am Freitag, den 5. März, werden versteigert: Buchen: 330 Nm. Scheit u. Knüppel. „ 2140 „ Reiser „ 100 „ Stöcke Fichten: 42 „ Knüppel. Zusammenkunft morgens 9% Ahr bei Gastwirt Sielzenbach, Nordeck, wo auch bei ungünstiger Witterung der Verkauf stattfindet. 19435) Steitz, Förster. Bekanntmachung. liebet das Vermögen des Landwirts Ludwig Schneider in Salzböden ist heute der Konkurs eröffnet. Verwalter: Orts- gerichtsvorsteher Rau daselbst. Anmeldefrist: bis 16. 3. 1926; erste Gläubigerver- ammlung und allgemeiner Prüfungstermin am 23.3. 1926, vormittags 9% Uhr; offener Arrest mit Anzeigefrist bis 16. 3. 1926. 1887 D Fronhausen, den 25. 2. 1926. Amtsgericht. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Lanier ür das Rj. 1926 liegt vom 2. März an eine Woche lang auf dem Bürgermeistereibureau zur Einsicht offen? Einwendungen können während dieser Frist dortselbst mündlich oder schriftlich vorgebracht werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizuftagen haben. 1925V Lanier, den 27. Februar 1926. Hessische Bürgermeisterei. Aff. Vogtsche Handelsschule Gießen, Goethestr. 32 Beginn des neuen Schuljahres 14. April Prospekte kostenlos durch dieSchulleitang Dr. Rfukauf „ 2. Kiefern-Stämme 2. „ 3. „ 4. Eichen-Stämme 1. 2. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Lollar für das Rj. 1926 liegt vom 3. März 1926 ab eine Woche auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Frist vorgebracht werden. ES wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Lollar, am 26. Februar 1926. Hess. Bürgermeisterei Lollar Schmid t. ■ 1886 D Zagdverpachtuug. Nächsten Freitag, den 5. März l. Js., nachm. 3 Uhr, soll die Gemeindejagd nochmals auf dem Rathaus verpachtet werden. Grotzcu-Liuden, den 27. Febr. 1926. Bürgermeisterei Großen-Linden. Lang.1938V mit 9,26 Fstm. Verkaufs- und Zahlungsbedingungen werden im Termin bekanntgeg^ben. Krofdorf, den 26. Februar 1926. Der Bürgermeister. 1877V eingang Wellersloh. Die Bedingungen werden vor der Ver- Versteigerung. Dienstag, den 2. März versteigere ich zu Oppenrod wegen Aufgabe der Landwirtschaft: einen großen u. einen kleinen Wagen, einen Pflug, eine Egge, 1 Dickwurz., 1 Häckselmaschine, 1 Zentrifuge, ein Butterfaß, Heu, Stroh, Dickwurz und vieles andere. 01428 Oppenrod, den 1. März 1926. Johannes Scheid. Nutzholzverstelgemng Versteigert werden: Freitag, den 5. März aus den Forstorlen Ludenwäldchen, Weißedrisch, Reichholzberg, Schlemperwald und Äupbach des Gru- ninger und Dorf-Gillcr Markwaldes Schnittstämme: Buche 2. Kl. 2 St. - 1,57 Fstm., 3. Kl. 2 St. = 1,56 Fstm., 4. Kl. 8 St. = 3,64 Fstm., Ahorn 3. Kl. 1 St. = 1,01 Fstm., Linde 4. Kl. 1 St. --- 0,48 Fstm., Kiefer 2. Kl. 1 St. 0,83 Fstm., 3. Kl. 10 St. = 5,15 Fstm., Fichte 2. Kl. 3 St. = 3,28 Fstm., 3. Kl. 8 St. = 5,54 Fstm. Buchenst. 3. u. 4. Kl., mit 2,14 Fstm Fichtenstämme la bis 3b-Klaffe, Fichtenstangen 1., 2. und 3. Klaffe mit 236,40 Fstm. Lärchenstämme la- bis mit 5,08 Fstm. Lärchenstangen 1. Klasse Kiefernstämme 1 b- vis 160 Eichenst. 2. bis 7. Kl. mit 97,32 Fstm. 4 Rm. EiHennuhbolz, 4 Meter lang. 395 Rm. Eichennuhholz, 2 Meter lang. 3 Buchenst. 3. u. 4. Kl., mit 2,14 Fstm. Holzsubmissiou. Zu den bei der Less. Staatsforstver- waltung üblichen Bedingungen kommen zur Submission: Eiche nStarnmholz. Los 1: 3. Kl. 3 St. -- 3 Fstm., 4. Kl. 71 St. = 46,63 Fstm., 5. Kl. 72 St. --- 34,58 Fstm., 6. Kl. 66 St. = 21,63 Fstm. Buchen-S chntttholz. LoS 2: l.Kl. 3 St. --- 6,10 Fstm., 2. Kl. 3 St. - 3,86 Fstm., 3. Kl. 43 St. --- 49,37 Fstm., 4. Kl. 18 St. = 14,97 Fstm. Kiefern-Stammholz (entrindet). Los 3: 4. Kl. 6 St. = 4,66 Fstm., 5. Kl. 79 St. - 41,57 Fstm. Fichten-Stammholz (entrindet). Los 4: l.Kl. 1 St. = 2,91 Fstm., 2. Kl. 3 St. -- 5,94 Fstm., 3. Kl. 11 St. - 14,37 Fstm., 4. Kl. 24 St. - 21,95 Fstm., 5a-Kl. 32 St. - 24,19 Fstm., 5b-Kl. 104 St. = 25,72 Fstm. Los 5: l.Kl. 8 St. = 5,74 Fstm., 2. Kl. 16 St. = 26,27 Fstm., 3. Kl. 58 St. = 62,21 Fstm., 4. Kl. 74 St. =48,40 Fstm., 5a-Kl. 22 St. = 13,82 Fstm. Das Lolz lagert in verschiedenen Förster bezirken des Forstamts Schotten. Nähere Auskunft wird vom Forstamt erteilt. Gebote sind verschlossen einzureichen mit der Aufschrift Holzsubmission 1926 bis Dienstag, den 9. März, vormittags 11 Ahr. Zn den Angeboten sind die Preise nach Lose und Stärkeklassen getrennt anzugeben. Für Buchen°Schnitt° Holz bleibt der Zuschlag für jede einzelne Stärkeklasse Vorbehalten. 1929D Schotten, den 27. Februar 1926. Äess. Forstamt Schotten. Zagdverpachtung. Die Jagdnutzung be-5 gemeinschaftlichen Jagdbezirks Niederkleen soll am Lamstag, dem 20. März 1926, nachmittags 3 Uhr, auf dem hiesigen Rathause für die Zeit vom 1. April 1926 bis zum 31. März 1935 in zwei Bezirken meistbietend verpachtet werden. Bezirk I (links des Kleebaches) umfaßt 264 ha Wald und 367 ha Feld, Bezirk 11 (rechts des Kleebaches) 32 ha Wald und 220 ha Feld. Die beiden Bezirke werden zunächst einzeln und dann zusammen ausgeboten. Es handelt sich um gute Reh-, Hasen- unb Hühnerjagben. Im Bezirk I kommt Schwarzwild ständig als Wechselwild vor. Beide Jagdbezirke sind von den Stationen Lang-Göns und Kirch-Göns der Main-Weser-Bahn in etwa % Stunde zu erreichen. Die Pachtbedingungen werden im 0er* pachtungstermin bekanntgegeben. Nähere Auskunft erteilt der unterzeichnete Jagdvorsteher. Niederkleen (Kreis Wetzlar), den 26. Februar 1926. 1936V Der Jagdvorsteher. Eisenhardt. Äainbuche 5. Kl. 1 St. — 0,29 Fstm., 6.K1. 4 St. = 0,65 Fstm., Kiefer 3.K1. 19 St. = 10,33 Fstm., 4. Kl. 61 St. = 29,42 Fstm., 5. Kl. 53 St. -- 18,42 Fstm., Lärche 4. Kl. 1 St. = 0,34 Fstm., 5. Kl. 2 St. --- 0,61 Fstm., Fichte 3. Kl. 10 St. = 10,58 Fstm., 4. Kl. 33 St. = 29,09 Fstm., 5a-Kl. 91 St. = 57,75 Fstm., 5b-Kl. 266 St. = 76,26 Fstm. Derbstangen: Eiche l.Kl. 84 St. — 4,84 Fstm., Esche l.Kl. 2 St. = 0,13 Fstm., Lärche l.Kl. 2 St. = 0,18 Fstm., Fichte l.Kl. 160 St. = 13,68 Fstm., 2. Kl. 25 St. = 0,71Fstm. Nuhscheiter: Eiche 2. Kl. 3,5 Rm. (2,5 Meter lang), Kiefer 2. Kl. ----- 24,1 Nm. (3 Meter lang). 1915D Nutzreisig: Fichte 13,6 Nm. Beginn der Versteigerung um 9 Ilhr vormittags in der Turnhalle zu Grüningen. Es wird vorherige Besichtigung des Lolzes empfohlen, da spätere Nekla- mationen nicht berücksichtigt werden. Weitere Auskunft durch Äerrn Forst- wart Schäfer zu Dorf-Gill und das Forstamt Schiffenberg zu Gießen. Gießen, den 27. Februar 1926. Der Vorsitzende des Markvorstands: Schneider, Forstrat. Ruhr- Eiform- Briketts, WMtWe. WWe, hilligile Senkung msiHlöfen a. Silßjeaiiecöen, verbrennen fast geruch- und rauchfrei und hinterlassen nur wenig Rückstände. Erhältlich in allen größeren Kohlenhandlungen. 90A FfctaDDongttii Untere diesjährige Gesellenprüfung findet DienSlag. den 23. Märzd. IS. statt. Anmeldungen hierzuhaben bis zum 10. März d. JS. bei der Geschäftsstelle, Bahnhofstraße 71 (Seitenbau), zu erfolgen; dortselbst wird alle weiter notwendige Auskunft erteilt. Gießen, den 26. Februar 1926 ,D3SD Der Vorsitzende deS Lehrlings- auSschuffes: Louis Bogt. MU von Lochos Gelbhafer anerkannt I. Absaat hat abzugeben t* SW, El® Telephon 21. 1941D Dienstag, den 2. März 1926, ab 10 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28: 1 große Sendung Aluminium-Waren, Konfirmandenanzüge, Putztücher, neue Herrenhemden und -Unterhosen, Chaiselongue (fast neu), 1 Damenschreibtisch (fast neu), Herren- unb kindermützcn, 1 Paar lange Stiefel, Herren» und Damenfahrräder, 1 Flurgarderobe, 1 Aktenschrank. (01430 L.Hartmetz, Auktion ator u. Taxator Neuenweg 28. Telephon 1414. ttMkt ®etxPHeMes Halts fie auf beä Seöe. Sadpban p« Aatex*» yotcui. SÄeMjina'.&tlje* angetoenbtifct, sLHU fle siü, wir uenftebotOL 8cha» nach 3 las ex spürte waren Die erhältlich. O.Wintcrboff.Meb.'Drog. ,Z.Kreuzvlatz" A. Noll, Kreuz-Drogerie, Bahnbosstr 51 2V.Kilbinaer,Löwen-Drog.,SelterSw.79a. Eduard Gutb, Nikloria-Drog.,Marktstr.5 H. Noll, Neustadt-Drogerie, Neustadt 28 Hans Noll, Lndwtgsplatz-Drogerie Herm. Plank, Parfümerie, Seilersweg 8 P. Joi. Möbs, Setsenfabrih MäusburgL ttohlenschladen für Wegebau, Betonbau, Zwischendeckenfüllung und Steinsabrikation sowie h itifleHt Wie W laufend abzugeben. Brennstoff GewiuuungS' und Bev- edelungS-Gef. m. b. H. Frankfurt a. M., Savignystr. 25. 1M4A 15 Em. Stockholz brennklein gibt billig ab. Auskunft erteilt Heinrich Kautz L, Beltershain b. Grünberg, isggd Halte mich in sämtlichen pesachwaren bestens empfohlen. 01411 J. Speiet Ww. Landgraf-Philipp-Platz Nr. 8. „Sind Sie Europäer?" „Nadierlich, sogar aus Sachsen!“ ,,Und haben noch Hühneraugen? Wir Europäer entfernen Sie doch nnt,,Lebewohll“ • Gemeint ist natürlich das berühmte, von vielen Aerzten empfohlene Hühneraugen-Lebewohl fQr die Zehen und Lebewohl-Ballenschelbeti für die Faßsohle, Blechdose (8 Pflaster) 75 Pf-, Lebewohl- Fußbad gegen empfindliche Füße und Fußschweiß, Schachtel (2 Bäder) 50 Pf. erhältlich in Apotheken und Drogerien. Sicher zu haben bei: H. Noll, ILudwigaplatz - Drogerie und Neustadt-Drogerie, O. WintcrUoff, Drogerie, Kreuzplatz 9/10. 1001A lll.5? Le j TH Herren a denenbz Innenleben stark berüh brdinZ 5 deS Wt unb M beeinfluß'' im IrtJ berO<-V seifig und und gew^ Srgänzunge einseifige - werden w' getoW iu 2MlsÄeve gangsjahr« ben zum ist so gesu Sefahren, folge hat. das Sihcn steifmachen sind mit < einsichtige gegengeloil übungel nur bann zu erziele! Sportart bt Migungi nicht nur c schwömmen, gewandert J Jugend treil ■Betätigung. Lristmg. 3 im Dnem I dem noch < frische M erzogen. des iffiien oberhininxii des Zumai unsere gefall Die gesti Teilen, einer Eegenstand die Festlegn Gauturnsest turnen, da- findet. Für Tauwart fi tvr (Mr! nerinnen d Audols Po arbeiten g- vncden die bindlich etil t>m Vereine Ms vvl gesetzt Saufe1 stoben (71/. veithvch mi als vierte für die ®ai JoHte, nur Bergfestes l erhalten faj binnen toi Deter°Lcms geschrieben, fuhrung n ^urnerinnt Kglich r öre llebunk J wahren Jp« hob Jjffe Kugel, Achten. Cs Äffet, an, S^f) t! Minder . H o lzheim, 27. Febr. Gestern abend sprach hier im starkbesetzten großen Rathaussaale, auf Einladung der hiesigen Bruderschaft des Iungdeutschen Ordens, der frühere Durenkommandant Koos Zoo st e über seine Eindrücke in Deutschland. Dank der fesselnder Ausführungen des Redners und gemeinsamer Gesänge bot der Abend einen wertvollen Gewinn^ I Lich, 27. Febr. Bei der gestrigen im hiesigen Stadtwald in den Distrikten Ettingshäuserkopf, Kleinhäuserberg, Kronau, Lindenseif und Plattenwald stattgefundenen Rutz- und Brenn hol z- versteigerung wurden folgende Preise erzielt: Duchenscheiter 18 bis 20 Mk., Fichtenscheiter 6 bis 8 Mk., Buchenstöcke 8 bis 10 Mk. Fichtenstöcke 1 bis 2 Mk., Erlennutzrollen 8 Mk. und Fichtennutzreisig 3 bis 4 Mk. je Raummeter, Buchenwellen 30 bis 40 Mk. und Eichenwellen 20 bis 30 Mk. je 100 Stück, Fichtenderbstangen 15 bis 20 Mk. pro Festmeter und je 100 Stück Bohnenstangen 7 bis 8 Mk. Die höchsten Preise wurden da erreicht, wo die Abfuhrmöglichkeit sich am günstigsten gestaltet. l. H u n g e n, 27. Febr. Bei der Brenn- holzversteigerung im hiesigen Gemeinde- Wald wurden folgende Preise erzielt: Scheitholz: Buchen 23 bis 28 Mk., Hainbuchen 13 dis 16 Mk., Eichen 13 Mk., Dirken 12 Mk. je Rm., Knüppel: Duchen 14 bis 18 Mk., Hambuchen 12 bis 17 Mk., Eichen 5 bis 9 Mk., Dirken 8 bis 12 Mk., Aspen 5 bis 10 Mk., Kiefern 6 bis 8 Mk., Fichten 5 bis 7 Mk. je Raummeter. Stocke: Duchen 6 bis 9 Mk., Eichen 4 bis 6 Mk., Kiefern 4 bis 7 Mk., Fichten 2 bis 4 Mk. je Raummeter. Astreisig: Hainbuche 1 bis 2 Mk., Eichen 0,50 bis 1 Mk. Stammreisig: Hainbuchen 1 bis 3,50 Mk.. Eichen und Dirken 1 bis 1,60 Mk. je Raummeter. Kreis Friedberg. sf. Friedberg. 26. Febr. Am Donnerstag und Freitag fanden an der Augustinerschule die mündlicben Reifeprüfungen statt; als Vertreter der Regierung war Ministerialrat Gluckert anwesend. An der Oberrealschule waren es 12 Abiturienten, von denen 11 bestanden, sechs waren auf Grund der schriftlichen Prüfung von der mündlichen befreit; am Gymnasium 14, davon waren 8 befreit. Die übrigen bestanden sämtlich. WSR. Friedberg, 28. Febr. In der letzten Stadtverordnetensihung wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in der schärf- ster Protest gegen einen eventuellen Abbau des nahezu 400 Fahre bestehenden Gymnasiums in Friedberg erhoben wurde. Mit Dedauern und Defremden wurde von der Tatsache Kenntnis genommen, daß im Finanzausschuß des Landtags überhaupt ein solcher Gedanke auftauchen konnte. Die zentrale Lage von Friedberg, die Höhe der Schülerzahl und die von Stadt und Bürgerschaft gebrachten ungeheuren Opfer erforderten gebieterisch die Erhaltung des Friedberger humanistischen Gymnasiums. — Der Kreisausschuß des Kreises Friedberg hat die zweite Bürgermei st erwähl in Münster (Kr. Friedberg) aus formalen Gründen für ungültig erklärt. Die Änkosten fallen der Gemeinde zur Last. pb. Butzbach, 27. Febr. Gestern nachmittag fand auf Einladung der Stadtverwaltung im Hessischen Hof eine Versammlung der an der Autoverbindung Br a n dvb ern do r f— Butzbach — Ziegen berg interessierten Gemeindevertreter statt. Dazu waren erschienen als Vertreter der Ober-Postdirektion Darmstadt Oberpostrat Deutler, der O. P. D. Frankfurt a. M. Pvstrat Heb er le, des Kreisamts Friedberg Kreisdirektor Dr. Gebhardt, des Landratsamts Ufingen Kreisobersekretär Brechtel, der Butzbach—Licher Eisenbahn Betriebsleiter Band- low, sowie Vertreter des Handels und Gewerbes von Butzbach. Bürgermeister Dr. Saufen» Butzbach erläuterte an Hand einer jedem Vertreter übergebenen Skizze die von der Stadtverwaltung gemachten zwei Vorschläge. Er betonte, daß der Vorschlag II, der eine Linienführung von Drandobemdors über Weiperfelden, Bodenrod, Jagdhaus Hubertus, Münster, Fauerbach v. d. H., Hochweisel, Butzbach vvrsiehl, nicht in Betracht gezogen werden könne, weil der Ausbau einer Straße von Weiperfelden nach Doden- rvd allein schon 40 000 Mk. kosten würde. Cs könne sonach nur der Vorschlag I, dec die Linie von Drandoberndorf über Griedelbach—Cleeberg — Oberkleen—Riederkleen — Pohlgöns — Butzbach mit einer Stichfahrt von Butzbach über Hochweisel — Münster — Fauerbach — Langenhain nach Ziegenberg vorsehe, in Betracht gezogen werden. Hierbei sei jedoch der Einspruch der Butzbach —Licher Dahn zu gewärtigen, deren Vertreter eine Abwanderung von Fahrgästen befürchte. Rach den Erhebungen sei dies jedoch nicht zu befürchten, die Gemeindeoer' tretet seien im Gegenteil der Ansicht, daß' die Autopost Zubringerdienste leisten würde. Kreisdirektor Gebhardt führte aus. daß seitens des Kreises die Linie begrüßt würde, trage sie doch zur Hebung des Verkehrs wesentlich bei. Der Vorschlag II könne seinerseits auch nicht befürwortet werden, da Rebenstraßen aus Mangel an Mitteln nicht gebaut werden könnten. Cs sei weiter zu bedenken, daß die Kreisstrahen auf Grund eines kommenden Wegegesehes demnächst in die Verwaltung der Provinz übergehen würden, und man heute noch nicht übersehen könne, wie sich die Weiterentwicklung gestalten würde. Oberpostrat Deutler -Darmstadt erklärte sich bereit, zur Verkehrsverbesserung beizutragen, er habe aber Bedenken gegen den Plan 1 wegen des Einspruchs der Butzbach—Licher Dahn. Er erläuterte dann eingehend die Dedingrmgen, Detriebskosten, Ga- ranttefonds-Aufbringung usw. Postrat Hebe r I e - Frankfurt sprach sich in ähnlichem Sinne aus und teilte Wetter mit, daß sich die Detriebs- kosten auf Grund der Kraftfahrzeug- steuer noch erhöhen würden. Kreisobersekretär Bechtel- Äsingen erklärte, daß der Kreis •Ufingen nicht in der Lage sei, zu den Kosten des Unternehmens beizutragen, auch den in Frage kommenden zwei Gemeinden des Kreises könnten aus kommunalpolitischen Rücksichten keine hohen Deiträge genehmigt werden, das Unternehmen müsse sich selbst tragen. Stadtv. Jou h-Butzbach bat um Angabe der ungefähren rohen Kosten, worauf ihm seitens des Oberpostdirektivns-Ver- treters erwidert wurde, daß pro Tag rund 1 0 0 Mk. aufgebraucht werden müßten. Die einzelnen Gemeindevertreter gaben dann vorbehaltlich der Zustimmung ihres Gemeinderats ihr Einverständnis mit der geplanten Verbindung kund. Es wurde ein Verkehrsausschuh gebildet, dem die Vertreter der einzelnen Gemeinden angehören; den Vorsitz führt Dürger- meifter Dr. Sanken. Zum Schluß erklärte noch der Vertreter der Butzbach — Licher Bahn, daß er seiner Firma Lenz & Co. in Berlin Ein- spruchserhebung empfehlen müsse, da er die geplante Linie, insbesondere für die Strecke Riederkleen—Pohlgöns—Butzbach, als Kon- kurrenzlinie betrachten müsse. ** Gambach, 27. Febr. Gestern sand auf dem Rathause eine Sitzung des ® emein bei- rates mit den seitherigen Pächtern der Gemeindejagd zwecks Festsetzung der noch zu zahlenden Pachtsumme für das abgelaufene Sahr statt. Die Sagdpächter boten der Gemeinde 60 Prozent des ursprünglichen Pachtpreises. Der Gemeinderat nahm dieses Angebot jedoch nicht an. Snfolgedessen wird die Streitfrage durch ein Schiedsgericht geregelt werden müssen. — Sn der kommenden Woche wird Missionsinspektor Hoffmann aus Barmen Evangelisa- tivnsvorträge in unserer Gemeinde halten!. y. Wölfersheim, 26. Febr. Gestern und heute fand im hiesigen Gemeindewald die diesjährige Nutz- und Brennholzversteigerung statt. Erstere war ausgeschrieben worden; es tarn im Durchschnitt ein Festmeter Tannenholz auf 20 Mk., ein Festmeter Eichenholz auf 30 Mk. Von Brennholz gelangten etwa 400 Rm. Buchenscheit- und Knüppelholz und Reisig zur Abgabe. Obwohl die Gemeindekasse von einer Ausschreibung Vorteil gehabt hätte, verzichtete man hieraus, um den Orts- bürgern durch auswärtige Bewerber die Preise nicht noch höher treiben zu lassen. Es kamen 2 Rm. Buchenscheiter auf 40 bis 45 Mk., 2 Rm. Buchen- knüppel 30 bis 35 Mk. und 6 Rm. Reiser 12 bis 15 Mk. zu stehen. Für 2 Rm. Kiefernscheiter wurden 20 bis 25 Mk. erzielt. Im Durchschnitt lagen die Preise des Brennholzes um 20 Prozent höher, die des Nutzholzes um 25 Proz. tiefer als im Vorjahr. Kreis Büdingen. !! Büdingen, 27. Febr. Gestern fand die feierliche Diensteinführung des neuen Bürgermeisters Georg Hi ld - n e r durch Kreisdirektor Dr. G a ß n e r in öffentlicher Gemeinderatssitzung statt. Kreisdirektor Dr. Gähner dankte zunächst in warmen Worten dem scheidenden Bürgermeister Fendt, dem er versicherte, daß einst, wenn spätere Geschlechter von Büdingens besten Männern sprächen, auch der Ra,ne Fendt nicht vergessen werde. Rach den an Bürgermeister Hild- n e r gerichteten Worten erfolgte dessen Vereidigung. Bürgermeister Hildner zeichnete dann in großen Strichen fein künftiges Arbeitsprogramm, aus dem besonders drei Punkte hervor- zvheben sind: Hebung Büdingens als Luftkurort, Herbeiziehung von Sndustrie und Bekämpfung des Wohnungsmangels durch Erbauung neuer Wohnhäuser. Am Abend wurde dem neuen Bürgermeister ein Fackelzug gebracht, bei dem wieder Rede und Gegenrede wechselten. — Das neue Kreisamtsgebäude geht feiner Vollendung entgegen, sodaß der Umzug bis spätestens 1. April ftattfinben wird. Die Dienstwohnungen sind durch den Kreisdirektor, den Regierungsassessor und einen Beamten des Hochbauamtes bereits bezogen, lieber die Verwendung des alten Kreisamtsgebäudes ist noch nichts bestimmtes zu sagen. Wie verlautet, sollen die Diensträume der Vermessungsämter darin untergebracht werden. — Während der letzten Wochen schwoll die Zahl der Unterstützungsempfänger immer noch an. Zur Zett werden über 600 Erwerbslose unterstützt. Der Betrieb der Sndustriewerke in Stockheim ist vollständig geschlossen, während in dem Eisenwerk Hirzenhain noch voll gearbeitet wird. Rur diesem Amstande ist es zu danken, daß die Zahl der Erwerbslosen nicht noch größer ist. Himmelsbach in Ridda hat bekanntlich Kurzarbeit eingeführt. Kreis Schotten. □ Laubach, 27. Febr. Von den 6 Entwürfen des E h r e n d e n k m a l s für die gefallenen Söhne unserer Stadt dürfte derjenige des Bildhauers Arnold in Beuern bei der Bevölkerung am meisten Anklang finden. Der Grundgedanke ist sinnig und ansprechend. Das Denkmal ist in die verlängerte Achse der vom Bahnhof auf den Schloßgarten Westseite führenden „Kriegerstrahe" eingebaut gedacht, unter sorgfältiger Ausnutzung der örtlichen Verhältnisse, der Parkmauer, der gewaltigen Bäume, die den Ehrenraum umschließen und überdachen. Durch ein dreiteiliges schmiedeeisernes Tor gelangt man in den runden Ehrenraum. Zu beiden Seiten des Eingangs stehen auf massiven Pfeilepn bronzene Flammenbecken. Sechs hohe, die Wand gtTeöern&e Pfeiler tragen die Rainen der Gefallenen. Sn die Abdeckplatten der umschließenden Mauerwand sind in großen, mit blutroter Farbe ausgelegten Buchstaben die Worte des Rütlischwurs einge- meihelt: „Wir wollen fein ein einig Volk von Brüdern, Sn keiner Rot uns trennen und Gefahr!" Sm Mittelpunkt dieses Ehrenraums erhebt sich auf breitem niedrigen Sockel die drei Meter hohe, freistehende Gestalt des Kriegers, ein Sinnbild der Wehrmacht, eine Verkörperung derer, die gefallen sind. Der Sockel ist mit Wappen und Sahreszahlen geschmückt. Außerdem trägt sein oberer Abschluß die Widmung. Figur und Sockel sind in hartem Kirchheimer Muschelkalk, alles andere in heimischer Dasaltlavc» (ßungftein) ausgeführt gedacht. Da also hauptsächlich heimischer Baustoff zur Verwendung käme, ließe sich dieser Entwurf mit verhältnismäßig geringen Mitteln zur Ausführung bringen. Etwa 9000 Mk. wären erforderlich. — Der Sängerbund „Hor- loff-Wettertal", über dessen Gründung wir berichtet haben, wird im Mai dieses Sabrefl hier das erste Dundessingen abhalten. Cs wird außer zahlreichen Einzelchören auch ein Mas sench or zum Vortrag kommen. Verschiedene Vereine haben ihren baldigen Eintritt in den Bund in sichere Aussicht gestellt. I Ober-Lais, 27. Febr. Die männliche Abteilung der hiesigen Fortbildungsschule unternahm unter Führung von Lehrer Sauer einen Gang nach $) o f Zwiefalten, um den Viehbestand des Gutsbesitzers Fischer, der sich um die Züchtung des roten Vogelsberger Rindviehs bemüht, zu besichtigen. — Die alte Kirche in Unter-Lais, die von den Johannitern errichtet wurde und wahrscheinlich die Mutterkirche der früheren Pfarrei „Wallernhausen und Lais" (mit den Dörfern Wallernhausen, Fauerbach, Ober- und Un- ter-Lais und Glashütten) war, ist sehr reparatur- bedürftig. Im 30jähr. Krieg sehr stark mitgenommen, wurde sie in den Jahren 1720—1730 wieder her- gestellt, wohl auch z. T. neu aufgebaut. Nun ist besonders dieser neuere, östliche, aus Fachwerk errick- tete Teil in sehr fchlecytem baulichen Zustand, so daß sogar, dem Vernehmen nach, mit der baupolizeilichen Schließung gerechnet werden muß. Leider fehlen zu einer gründlichen Wiederherstellung des alten Kirchleins z. Z. die nötigen Mittel. Hoffenllich lasten sie sich bald befchaften, damit dies Baudenkmal würdig wieoerhergestellt werden kann. Starkenburg. * Darmstadt, 26. Febr. Heute nachmittag hielt die Gastwirte-Jnnung Hessen (Sitz Darmstadt) eine öffentliche Versammlung ab, in der der stellvertretende Präsident des deutschen Gast- wirteverbandes Litfin über das „Gemeindebestim- munasrecht, Schankstättengesetz, Konzesfionswesen usw. sprach. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt: „Die am 26. Februar im großen Saaal des „Perkeo" zu Darmstadt versammelten Gastwirte sowie die sonstigen Interessenten des Gärungsgewerbes, des Wein- und Spirituofenhandels sowie der Angestelltenverbände erheben Einspruch gegen die Absicht, im neuen Schankstättengesetz ober im Gesetz zum Schutz der Jugend gegen Mißbrauch des Alkoholgenusses das sog. Gemeindebeftimmungsrecht mit einzuführen. Das Gemeindebestimmungsrecht führt zur Vernichtung des Gastwirtegewerbes, zur Vernichtung der wichtigen Gärungsinduftrie, des Weinbaues und Weinhandels, zur Vernichtung der Existenz vieler Hunderttausender Angestellter und Arbeitnehmer dieser Betriebe, ohne daß dadurch der Zweck, den Mißbrauch des Alkohols zu verhindern, erfüllt wird. Die Ablehnung des Gemeindebeftimmmungsrechts bedeutet keineswegs die Ablehnung der Bekämpfung des Alkoholmißbrauches. Es ist jedoch hierfür ein untaugliches Mittel. Wir fordern zur Bekämpfung des Alkoholmißbrauches: 1. Die Verbesserung des Schankkonzessionswesens und der Beibehaltung der Fragen des öffentlichen Bedürfnisses, unter entscheidender Mitwirkung des Gastwirtegewerbes. 2. Erhöhten Schutz der Jugend, gemäß bes vorliegenden Strafgesetzentwurfes/' SEIT 1865 SCHIERSTEM I. BHQ Jeder Weinhändler :iefert: VERTRETER: H. Elges jr., GieZen, Seltersweg 68 DU H AIBERSHEIM // FRANKFURT- A* M * Händler der «cftttknofD u H HAS ANA* ■ Entx*äm> ERI RASIER CREME Sie können 5 Minuten länger frühstücken! Denn soviel sparen Sie an Zeit, wenn Sie "Pen-Rasiercrfeme" benutzen. Ihr Bart mag noch so widerspenstig sein, durch "Peri-Rasiercreme" und vor allem durch den wunderbar sahnigen Schaum, läßt er sich schneller bequemer und angenehmer entfernen als bei Verwendung von Stangenrasierseife oder anderer veralteter Rasiermittel. Sehr mild, verursacht kein Brennen der Haut. Die Klingen werden geschont und können doppelt solange gebraucht werden. Angenehm parfümiert "Sparsam im Gebrauch. Tube Ml.40 * Überall erhältlichI Hautcreme Pen M—.45. —.75,1 — / Peri Talkpuder M—.90 / Cräme Peri-Seife M1.— yu Heil Bezeig btnt St. Sr°on° zugleich des N * 4'« fe bot vom W dem fä*er Oberbürgerme lichst willkom Bahnhof R Simons, unb ble The Leipzigs dos imng erstattet! 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