Nr. 26 Erster Blatt t?6. Jahrgang Montag, t. Zebruar 1926 Lrscheinttäglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im ViW Die Scholle. Monatr-Bezugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reich-pfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech an schlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. - Postscheckkonto: Hrankfurt am Main 11686. GietzeimAilzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: vrühl'jche Univerfiläls-Vuch- und Lteindruckerei «.Lange in Stehen. Schnftleitung und Seschäftrstelle: ZchuMraßr 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Hans Jüstetz sämtlich in Gießen Kölns Befreiung. Die Räumung der ersten gone. — Der Jubel der Bevölkerung. Die Deutsche Glocke aus dem deutschen Dom zu Köln am Rhein hat um die Mitternachtsstunde des 31. Januar in gewaltigem Gleichklang die Befreiung des heiligen Köln und der ersten Zone verkündet. Es war nicht die urkräftige und ungebrochene rheinische Lebenskraft, die in der Befreiungsstunde aufschäumte, es war vielmehr der Ausdruck der stolzen Freude und erhabenen Ge- nugtuung darüber, daß die harte Leidens- und Prüfungszeit vorüber äst. Mehr als sieben Jahre hat Köln, hat die „erste Zone" die fremden Truppen erdulden müssen. Es sah den Durchmarsch der Franzosen nach Düsseldorf, später den vertragswidrigen Einbruch in das Ruhrgebiet. Erbarmungslos ist die Seele des rheinischen Volkes mißhandelt worden, als das Separatistengesindel gewaltsam die Rheinlande vom Deutschen Reich losreihen wollte. Wie haben die Franzosen nm die rheinische Seele gerungen, unter Mißachtung einer stolzen Geschichte, die gerade am Rhein die Zeugen deutscher Kaiserherrlichkeit erstehen ließ. Köln ist frei? Wir wissen im unbesetzten Gebiet, was wir der Treue des rheinischen Volkes schulden. Sieben Jahre lang hat Köln fremd: Truppen und fremde Flaggen gesehen, sieben Jahre lang mit der ersten Zone die Oberhoheit der Besatzungsbehörden anerkennen müssen. Die rheinische Lebenskraft hat sich nicht nur in der Treue bewährt, sondern vor allem auch darin, daß sie die harte Prüfung, die unverschuldete Schmach mit äußerem Gleichmut und echt rheinischer Lebenskunst ertrug. Das ist auch ein Sieg, in dem so viel seelische Größe und Erhabenheit wohnt, daß wir alle älrsache haben, uns in Bewunderung und Dankbarkeit zu neigen. Was wäre geschehen, wenn der Gleichmut in den Tagen gebrochen worden wäre, als_ die Separatisten auch in der ersten Zone ihr schändliches Handwerk treiben durften? Als die Franzosen nach dem Ruhreinbruch widerrechtlich auch einen eisernen Gürtel um die erste Zone legten, war das rheinische Volk auf sich und seine Treue gestellt. UnD diese Treue hat sich glänzend bewährt. Das besetzte Gebiet war immer ein Vorbild gerade deshalb, weil wir im unbesetzten Gebiet vielfach nur ahnen und kaum ermessen konnten, welche Anfechtungen und Prüfungen das rheinische Volk zu bestehen hatte. Frankreich hatte seine Boten ausgesandt, um für die „rheinische" Kultur zu werben, ein Versuch, der mehr als kläglich scheiterte, nicht nur deshalb, weil er im Verrat des Separatismus gipfelte. Wie Spreu vor dem Wirbelsturm sind heute alle Spuren dieser bösen Aussaat verflogen, Und Köln selbst, dem die englische Besatzung angeblich ein englisches Gepräge verliehen haben soll, wird auch dieses Gepräge abstreifen. Das hat der ergreifende Jubel in der Mitternachtsstunde des 31. Januar bewiesen, ehe noch der böse Spuk ganz verflogen war. Werden Engländer und Franzosen daraus eine Lehre ziehen? Die zweite Zone soll das Joch der Besatzung noch vier Jahre, die dritte sogar neun Jahre dulden. Mit dem Geist von Locarno hat dieser eifersüchtige Mißbrauch des Versailler Verttages nichts zu tun. Die Besatzung war ja überhaupt nicht als Sicherung Frankreichs gedacht, sondern als der Deckmantel, unter den sich die Losreihung der rheinischen Gebiete vont Reich vollziehen sollte. Daß das niemals gelingen wird, dafür hat die erste Zone ein glänzendes Beispiel geliefert. Sie hat Blut- Freiheitszeugen dafür geopfert, sie ist übergroß gewesen in der Widerstandskraft, als Deutschland selbst Ende 1923 wirtschaftlich zusammenbrach. Dient es Frankreichs Sicherheit, daß die Engländer in Wiesbaden Sport treiben, daß in der zweiten und dritten Zone 60 000 Franzosen stehen. Lassen wir das Wort gelten, daß Locarno uns ein Anfang und nicht ein Ende sein soll. Internationale Tagungen allein, welchem Zweck sie auch immer dienen sollen, genügen nicht, es müssen auch Taten folgen. Wenn die „Befriedung Europas" mehr sein soll als ein tönendes Erz und eine klingende Schelle, dann darf es nicht Brauch sein, daß die Völker, die bis an die Zähne bewaffnet sind, ihre Truppen jenseits der Grenze unterbringen. Es gibt keine Gleichberechtigung, solange fremde Truppen auf Grund des Versailler Vertrages auf deutschem Boden stehen. Wer am Wortlaut des Versailler Vertrages nicht rütteln lassen will, der beweist damit nur, daß er die Befriedung Europas nur durch Gewalt, nicht durch die Gemeinschaft der Völker erreichen zu können glaubt. Wenn Chamberlain und Briand sich gegenseitig versichern, daß.das Bündnis der beiden Völker auf die Gemeinsamkeit der Interessen aufgebaut sei, so wissen wir doch, daß sie gegenseitig aufmerksam ihre politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten mit aufrichtiger Genugtuung verfolgen. Die Politik gegen Deutschland ist keine Politik für Europa. Deutschland hat die Befreiung des Ruhrgebietes, die Befreiung Düsseldorfs und Ruhrorts, öie Befreiung der ersten Zone mit neuen Opfern erkaufen müssen. Aber die Befriedung Europas, die für Frankreich und England ebenso wichtig und notwendig ist wie für Deutschland, liegt noch in weitem Felde, wenn auch die Befreiung der zweiten und dritten Zone durch neue und schwere Opfer erkauft werden soll. Müssen sich die Engländer nicht selbst sagen, daß sie ein schlechtes Spiel spielen, wenn ihr Abzug nur den leidenschaftlichen Jubel der Bevölkerung der ersten Zone auslöste? Es wird doch noch viel gemeinsame Arbeit notwendig sein zur Befriedung Europas. Für England bedeutet das taufkräftige Märkte, für Frankreich die Aufrechterhaltung einer Vorherrschaft. Diese Widersprüche können wir nicht ausgleichen. Aber die gemeinsame Arbeit wird schwer, wird unmöglich sein, wenn Deutschland wieder erfahren und erleben muß, daß an seinem guten Willen gezweifelt wird. Wir werden nicht nachlasfen in der Forderung nach der Räumung der zweiten und dritten Zone, die, wenn sie freiwilligt erfolgt, in einem ganz anderen Maße zur Befriedung Europas beiträgt, als zwanzig Konferenzen. Der Abzug der Engländer. Köln, 30. Jan. (TU.) heute nachmittag 3 Uhr ist, wie vorgesehen, die englische Flagge auf dem Hotel „Exzelsior", dem bisherigen hauptquar. tier der Besatzung, n. ieder geholt worden. Lange vor Beginn der Zeremonie versammelte sich am Domplah eine nach Tausenden zählende Menschenmenge. Der Platz, ebenso wie der Bahnhof, wurden von der Polizei um 2 Uhr abgesperrt. Um 2.45 Uhr marschierte die 1. Kompagnie des 2. Bataillons der Kings Shrop Shire Ligh Infanterie mit klingendem Spiel auf dem Platz vor dem Dom auf. Line kurze Parade, minutenlanges Stillstehen, dann gab der kommandierende Offizier, Oberst Taocpe, das Zeichen zum Riederholen der Flagge. Die Militärkapelle spielte die englische Ra- lionalhymne, während die Menge der Zuschauer in Hurrarufe ausbrach. In Stärke von 500 Mann zog darauf der letzte Rest der Besatzung zum Bahn. Hof, von wo sofort der Abtransport erfolgte. Die Polizei hatte die größte Mühe, die stürmisch nachdrängende Menge so lange zurückzuhatten, bis der letzte Soldat im Bahnhof verschwunden war. Köln ist nunmehr nach mehr als siebenjähriger Besatzung, am 5.Dezember 1918 zogen die ersten fremden Truppen in Köln ein, ganz von Truppen frei. Rur ein einziger Soldat muhte Zurückbleiben, der im Krankenhaus liegt und nicht transportfähig ist. Auch irgendwelche Abwicklungskommandos sind nicht zurückgeblieben. Zur Zeit ist man bei den beteiligten Stellen eifrig mit den Vorbereitungen für die in Der ttadjt vom Sonntag zum Montag stattfindende Vefreiungs- feier beschäftigt. Im Mittelpunkte der Feier wird die Vefreiungsrede des Oberbürgermeisters Dr. Adenauer stehen. Einige Zeit nach dem Einziehen der englischen Flagge wurde auf dem bisherigen britischen Hauptquartier eine riesige schwarzweihe Preußenfahne unter den brausenden Hochrufen der noch immer zahlreich auf dem Domplatz versammel- ten Menge gehißt. Das hiesige Telegraphenamt hat an alle mit ihm verbundenen Telegraphenämter aus Anlaß der heute erfolgten Räumung Kölns folgenden Gruß gesandt: „Es loht der Himmel in roter Glut, es brennen die Fackeln, es brennt das Blut. In den Glockensturm jauchzen die Lieder hinein: Es lebe die Freiheit am deutschen Rhein! Die Berge klingen, es braust der Strom, Die Glocken läuten vom hohen Dom, verrauscht die Jahre, die wir verbüßt: Freiheit am Rheine, sei uns gegrüßt!" Die Befreiungsfeier. Ein Aufatmen geht durch die deutschen Lande am Riederrhein: Die erste Besahungszone ist nach siebenjähriger Fremdherrschaft frei! Ein volles Jahr hat der französische Imperialismus es verstanden, die Räumung der sog. Kölner Zone weiter hinauszuzögern. Run endlich, den Versprechungen von Locarno gemäß, sind die alliierten Truppen vom Riederrhein zurückgezogen worden. Von der belgisch-holländischen Grenze bis vor die Tore von Koblenz ist die Rhein- ebene wieder freies deutsches Land. In Bonn, dem Sitze der rhein. Friedrich-Wilhelm-Tlniver- fität, wo Marokkaner unter dem Schuhe der Trikolore schlimm gehaust haben, in Köln, dem bisherigen Hauptquartier der britischen De- sahungsarmee, in dem von der belgischen Soldateska schwer mitgenommenen niederrheinischen Industriegebiet, in dem kunstfreudigen Düsseldorf. in der alten Kaiserstadt Aachen, in Krefeld und München-Gladbach wehen die Fahnen, läuten die Glocken von allen Türmen, flammen die Freudenfackeln zum mitternächtigen Himmel empor: Der lang entbehrten Freiheit Morgenrot bricht mit dem neuen Sage an. Das niederrheinische Land kehrt zurück in Mutter Germaniens Arme. In Köln, dem unbestreitbaren, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum des befreiten Gebietes haben die britischen Truppen schon am Sonntag früh die letzten Quartiere freige- aeben Am frühen Rachmittag ruckte eine Ehren- tompagnie vor M8 Sotcl „Ernst" om Domplatz, um unter den Klängen der brtischen Rational- Hvmne die letzte britische Flagge vom bisherigen Hauptquartier des englischen Obetfommanbieren- den einzuziehen. Eine Menge, die nach .-Düsenden zählte, wohnte dem kurzen, militärischen Schauspiel bei. Rach wenigen Minuten ruckte die Kompagnie mit Musik zum Bahnhof, der letzte britische Soldat hatte Köln den Rücken gekehrt, älnd nun rüstet sich die deutsche Rheinstadt, um zu Mitternacht die Desreiungsstunde in ernstem Gedenken würdig zu begehen. Rur ein kurzes feierliches Beisammensein sollte es sein, die große Befreiungsfeier ist ja erst für die ersten Februartage in Gegenwart des Reichspräsidenten geplant. ileberall erscheinen an amtlichen und privaten Gebäuden die Fahnen. Das rheinische Rot- Weih, die ernsten Preußen-Farben, aber auch die alten und neuen Reichsfarben flattern lustig im Winde. Vor dem gewaltigen Portal des Dornes werden große Lautsprecher aufgestellt, geheimnisvolle Drähte werden gespannt, die die Rachricht von der Befreiung Kölns aller Welt verkünden sollen. Der weite Domplah erstrahlt int Lichte von Tausenden von kleinen Glühbirnen. Aus riesigen Pechpfannen züngeln rote Flammen an dem Gemäuer des Domes empor. Schon vor 8 älhr stehen die ersten Reihen der Tlebervorsich- tigen, die sich einen besonders guten Platz sichern wollen. Gegen 11 ilbc harrt eine vieltausendköpfige Menge auf dem Domplah und den angrenzenden Straßen der bedeutsamen Stunde. Alle Häuserfronten sind hell erleuchtet, Kopf an Kopf drängt es sich an den Fensterreihen und Balkons der großen Hotels. So verrinnt Viertelstunde um Viertelstunde, Minute um Minute. Da endlich verkündet ein unbeschreiblicher Jubel den zwölften Elockenschlag. Tiefer Ernst lagert sich über die Menge, als dann die „Deutsche Glocke am Rhein", die Petersglocke, mit dumpfem, ehernem Klange die Stunde der Befreiung in das Land hineinruft. Oberbürgermeister Adenauer hält vor der Freitreppe des Domes mit weithin vernehmbarer, von der einzigartigen Bedeutung der Stunde bewegter Stimme hält er folgende Ansprache an die Bürgerschaft Kölns: „Die Stunde ist gekommen, die so heiß, so inbrünstig ersehnte. Der Tag der Freiheit ist angebrochen. Untere Herzen fliegen empor zu Gott dem Allmächtigen. Dank sei ihm, der uns gestärkt hat in schwersten Tagen, der uns geführt hat durch Rot und Gefahr. Vereint sind wir wieder mit unferm Staat, unfern Volk, unferm Vaterland, vereint und frei nach sieben Jahren der Trennung und Unfreiheit. Aus gemeinsam getragener und gemeinsam überwundener Rot erwächst die treueste Kameradschaft. Ihr deutschen Dolks- genosfen in dem noch besetzten Gebiet habt mit uns Schulter an Schütter gestanden, euch, die ihr noch der Freiheit entbehrt, grüßen wir in dieser Stunde in Liebe und Treue. Schweres haben wir erdulden müssen durch die harte Faust des Siegers in sieben langen Jahren Heute, in dieser weihevollen Stunde, laßt uns davon schweigen. Ja, wir wollen gerecht sein, trotz allem, was uns widersahren ist. Wir wollen anerkennen, daß der geschiedene Gegner auf politischem Gebiet gerechtes Spiel hat walten lassen. Hoffen wir, daß unsere Leidenszeit nicht umsonst gewesen ist, daß nun ein wahrer neuer Geist in die Völker Europas einzieht. Die Grundsätze des Rechts und der Morckl, die für das Verhältnis der einzelnen Menschen zueinander gelten, müssen auch in Wahrheit, nicht nur in Worten, Geltung erhalten für die Gesellschaft der Völker. Brüder! Schwestern! Wir sprechen die gleiche Sprache, wir lieben die gleiche Heimat, ob reich, ob arm, ob links oder rechts, innigst und tief. Die menschlichen Gefühle sind uns allen gemeinsam. Gleichsame Rot haben wir ertragen. Erfahren haben wir, was Schicksalsgemeinschaft ist. Wenn jetzt die Last von uns genommen wird, wenn wir hinaustreten in das Freie, dann laßt uns das niemals vergessen. Dieser Platz wurde dereinst geweiht durch die Worte: „Im Geiste deutscher Einigkeit und Kraft sollen diese Domespforten Türen des herrlichsten Triumphes werden." Auf diesem geheiligten Platze haben fremde Truppen gestanden. Laßt uns ihm von neuem die Weihe geben. Ein Symbol der deutschen Einheit und Einigkeit ist unser Dom. Wie Schwur- finqer ragen seine mächtigen Türme empor in Den nächtlichen Himmel. Wohlan! Heben auch wir zum Schwur die Hand, und ihr alle im deutschen Lande, die ihr jetzt im Geiste bei uns weilt schwört mit uns: Schwören wir Einigkeit und Treue dem Volke, Liebe dem Vaterland, ruft mit mir: Deutschland, geliebtes Vaterland, hoch! hoch! hoch! Entblößten Hauptes singt die Menge die Ratio n al - H Y m n e. Mächtig schallen die feierlichen Klänge zum mitternächtigen Himmel empor. Storni erscheint, jubelnd begrüßt Ministerpräsident Braun, der unerwartet aus Berlin emgetroffen ist, um Dem rheinischen Dolle m dieser Feierstunde den Dank Der preußischen ©taatgrcgierung für fein opferwilliges Ausharren verfonlich zu überbringen. Die Rede des Ministerpräsidenten: „Sieben schwere Jahre der Fremdherrschaft hat die Bevölkerung der nunmehr geräumten ersten Rheinlandzone ertragen müssen. Wenn Die militärische Besetzung eines Gebiets stets und überall eine starke Belastung der Bevölkerung bedeutet, so mußte das fremde Joch für die rheinische Bevölkerung umso schwerer und drückender fein, als das rheinische Volk immer ein Volk von einer ganz ausgeprägten Freiheitsliebe gewesen ist. An der berechtigten Freude, welche die Bevölkerung des gesamten Gebiets in der gegenwärtigen Stunde über die langersehnte und jetzt wieder erhaltene Freiheit empfindet, nimmt die preußische Staatsregiernng den herzlichsten Anteil. Mit dieser Freude verbindet sich der unauslöschliche Dank der Staatsregierung an alle Kreise der Bevölkerung. Heißesten Dank können und werden wir immer zollen dafür, daß Rheinlands Männer u. Frauen im Bewußtsein ihrer nationalen und wirtschaft- sichen Verbundenheit mit dem unbesetzten Vaterland in den vergangenen sieben Jahren eine unerhörte Fülle seelischen Leides und herben Ungemachs, wirtschaftlicher Rot und harter Prüfungen erduldet haben. Die Drangsale und Entbehrungen der Besät- zungsjahre sind, was nicht oft und nachdrücklich genug betont werden kann, von der Bevvlkerinig des 'Rheinlandes für uns alle im unbesetzten Deutschland ertragen worden. Das kam in erhebender Weise zu kraftvollem Ausdruck in der denkwürdigen Rede, die der Kölner Bülgermeister Dr. Adenauer auf der rheinischen Jahrtausendfeier am Abend des 19. Juni vorigen Jahres im historischen Saale des Gürzenich in Köln gehalten hat. Als bann in den Oktobertagen des vorigen Jahres in Locarno die Paktkonferenz tagte, da war es der Wirtschaftsausschuß für das besetzte Gebiet, der am 12. Oktober 1925 von Düsseldorf ans eine Drahtung an unsere Delegation nach Locarno sandte, in der gebeten wurde, die deutsche Delegation möge bei den schwebenden Verhandlungen nur die In Fressen des gesamten deutschen Vaterlandes berücksichtigen und auf die Lasten des besetzten Gebietes keine Rücksicht nehmen, wenn diese Rücksicht etwa nur durch Nachteile für Gesamtdeutschland erkauft werden müßte. Die Geschichtsschreiber künftiger Jahre werden über die rheinische Besatzungszeit das endgültige Urteil zu fällen haben. Die preußische Staatsregierung ihrerseits wird — das versichere ich in dieser mitternächtlichen Stunde feierlich als preußischer Ministerpräsident — sich immer dankbar und stolz der in der Zeit nationaler Rot von der Devöllerung ihrer westlichen Grenzprovinz bewiesenen mannhaften Treue und beispiellosen Opferwilligkeit erlnnen und ihre besondere Fürsorge und Pflege Dem rheinischen Dolle angeDeihen lassen. Auf Diese Weise glaubt sie am ehesten Das ihr vorschwebende Ziel erreichen zu fönnen, Die letzten Heber- bleibfel Des Mißtrauens, Die im RheinlanD aus früherer Zeit gegen Berlin noch vorhanDen sein sollten, restlos zu beseitigen. Zu irgendwelchem Mißtrauen ist ja auch jeder Grund fortgefallen, nachdem durch Die Verfassung Des neuen Freistaates Preußen Die Gesamtheit Des Volkes zum Träger Der Staatsgewalt geworden ist. ®te Bevölkerung der Rheinlande stellt ein Fünftel, und die Bevölkerung Rheinlands zusammen nut der ihm in Wirtschaft, Kultur und Schicksal besonders verwachsenen Bevölkerung Westfalens ein drittel der Gesamtheit des preußischen Volkes dar. Den politischen Willen und die kulturelle Eigenart, die sozialen und wirtschaftlichen Wünsche dieses Drittels des preußischen Volkes wird feine preußische Staatsregierung jemals vernachlässigen können. Dieses stark zu unterstreichen, liegt mir in dem jetzigen historischen Augenblick vornehmlich am Herzen, wo ein großer Teil Der rheinischenBevölkerung Die Freiheit wieDererlangt hat. Unferc Freude am heutigen Tage wird freilich noch getrübt durch Die schmerzliche Tatsache, daß mehr als 4 Millionen Volksgenossen weiterhin unter fremder Besatzung leben müssen. All diesen unfern noch leidenden Brüdern und Schwestern am Rhein, Mosel und Saar gelten in dieser Stunde unsere herzlichen Grüße, unser aufrichtiger Dank und die unbedingte Versicherung, daß wir nichts unversucht lassen wollen, ihre Leiden zu mildern und abzukürzen. Daß diese Abkürzung in nicht zu ferner 3eit ein- tritt, ist unsere zuversichtliche Hoffnung und bestimmte Erwartung. Diese unsere Erwartung stutzt sich auf den Geist der gegenseitigen Völkerverständigung, von dem der Pakt von Locarno getragen ist. Aus innerstem Herzen und von Der friedfertigsten Gesinnung geleitet bezaht die Regierung Der Republik Preußen diesen neuen und vielverheißenden, auf Die moralische Entwaffnung Europas hinzielenden Geist von Locarno, eie ist gewillt, in ihrer ganzen Derwattimgspraxis mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln gewesen- haft und treu Sorge zu tragen daß der Getst des verständigen Ausgleichs und der friedlichen Schlichtung zwischen den Rationen sichmehrund mehr in das lebendige Bewußtsein aller Schichten imseres Volkes und namentlich auch Der her- anwachsenden Jugend einpflanzt. Unsere Freude am heutigen Tage wird aber weiter auch noch beeinträchtigt durch die traurige Wirtschaftskrise, die unseren gesamten Volkskörper erfaßt und über die weitesten Kreise Arbeitslosigkeit. Entbehrung. Hunger und Verzweiflung gebracht hat. Denn die bedrohliche Zahl der Erwerbslosen und Kurzarbeiter und der betroffenen Familienangehörigen an sich schon zu größtmöglicher staatlicher Sorge und Hilfe Anlaß gibt, so gilt dies in starkem Umfange für den Westen, wo die Arbeitslosigkeit nicht nur zahlenmäßig groß ist, sondern in den vorwiegend großen Städten und im Industriegebiet sich noch drückender und entmutigender auswirkt. Es wird des vereinten Zusammenwirkens aller Dolksteile bedürfen, um die gegenwärtige Volksnot abzuhelfen, um unser arbeitsames Volk im langsamen wirtschaftlichen Aufstieg zu einer lichten Zukunft äu bringen. Leicht wird es uns nicht gerade werden, besonders hier im Westen, denn zu all den Leiden und dem Elend, das sich aus der Wirtschaftskrise ergibt, ist die rheinische Bevölkerung nun auch noch von der verheerenden Hochwasserkatastrophe betroffen worden. Wie die preußische Staatsregierung unmittelbar auf den ersten Bericht des Oberpräsidenten der Rheinprovinz eine halbe Million Mark zur Einleitung einer staatlichen Aotstandsaktion »zur Verfügung gestellt hat. so hat sie sich sogleich auch für die 'Bereitstellung von Reichsmitteln mit der Reichs- rcgicrung in Verbindung gesetzt. Die preußische Staatsregierung hat in der Folgezeit für die Hochwassergeschädigten noch weitere Beträge von insgesamt 2 Millionen Mart zur Verfügung gestellt. Das hat die preußische Staatsregierung trotz der großen Finanznot des Staates freudig und gern getan, weil sie jetzt und in _ einer späteren Zeit keinerlei Gelegenheit versäumen wollte und will, um das in den schweren Augenblicken der vergangenen Besetzung der Rhein- provinz mehrfach zugerufene Wort: „Sreue um Treue" auch ihrerseits zur lebendigen Tat werden zu lassen und die Schicksalsverbundenheit der Rheinlande mit Preußen und dem Reich erneut zu bekräftigen. Möge die weihevolle historische Stunde, in der wir am Fuße des heiligen Kölner Domes zusammengetreten sind, uns zu dem erneuten Gelöbnis Bereuten, .... treu zu Preußen, treu zum Reich zu stehen und, befreit von dem lähmenden Druck der Besatzung in gemeinsamer Aufbauarbeit unser deutsches Vaterland durch das Dunkel der trüben Gegenwart einer besseren Zukunft entgegenzuführen." Während der letzten Worte des Ministerpräsidenten und dem Lobgesang ..Herr Gott, wir danken dir", den die Kapelle intoniert, setzt das Geläute der Glocken von allen Kirchen der Stadt ein. Die Menge lauscht noch einige Minuten der ehernen Musik der Glocken, bann beginnt sich allmählich der Platz zu leeren, die Flammen erlöschen, bet Friede der Rächt senkt sich über die befreite Stadt. Hindenburgs und LuthersGrütze Berlin, 31.3an. (WB.) Aus Anlaß der Räumung der ersten Zone des besetzten Rheinlandes wurden von feiten des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers nachstehende Telegramme an den Oberpräsidenten Fuchs in Koblenz gerichtet : „Heute um Mitternacht wird für die erste ZvUe des befreiten Rheinlandes die Stunde der Befreiung schlagen. Ich bitte Sie, aus diesem AnNth der Bevölkerung der besetzten Teile der Ihrer Obhut anvertrauten Provinz meine aufrichtigsten Wünsche und besten Grüße zu entbieten und ihr sowie den Behörden den Dank des Vaterlandes für ihr treues Aus harren in der nunmehr hinter ihr lie- genhen schweren Zeit auszusprechen. Reue große Aufgaben stehen bevor, ich hoffe, daß die Behörden in engem Zusammenwirken mit allen Kreisen der werktätigen Bevölkerung die wiedererlangte Handlungsfreiheit dazu benutzen, um nach Möglichkeit die Schäden zu heilen und an dem Wiederaufbau der Heimat zu arbeiten. Daß auch dem übrigen besetzten Gebiete bald der Tag der Freiheit kommen möge, ist aller Deutschen sehnlichster Wunsch. — v. Hindenburg, Reichspräsident." „Heute, wo es endlich gelungen ist, die Bestimmungen des Versailler Vertrags über die Räumung der ersten Rheinlandzone zu verwirklichen, richten sich die Gedanken der Reichsregierung vor allem auf die noch andauernde Rot der zweiten und dritten Zone. Ich weiß mich in meinem Empfinden eins mit den Bewohnern der befreiten ersten Zone, wenn ich gerade in dieser Stunde bestätige, daß die Reichsregierung weiterhin ihre ganze Kraft daran setzen wird, für die Reichsteile, die noch unter fremder Besatzung bleiben, die Last zu erleichtern und die Dauer der Besatzung zu vermindern. Den Bewohnern der ersten Zone aber, die nun am Ende des Leidensweges stehen, die sie aufrechten Hauptes um ganz Deutschlands willen gegangen sind, dankt die Reichsregierung von ganzem Herzen für ihre vaterländische Treue. Reichskanzler Dr. Luther." Koblenz, 31. Ian. (2H.) Auf das Telegramm des Reichspräsidenten ist folgende Antwort des Oberpräsidenten Fuchs abgegangen. ..Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg. Berlin. Ehrerbietigster und herzlichster Dank für die wohltuenden Grüße und Glückwünsche anläßlich der Räumung der nördlichen Zone meiner Provinz. Die hinter uns liegende schwere Zeit hat das Gefühl der Rotwendigkeit eines einigen Deutschland weiter gestärkt. Die jetzt eintretende Crleichterung erfüllt uns mit Hoffnungen auf die Zukunft und gibt uns neuen Mut zur Lösng der Aufgaben, die uns im Reich und Preußen gestellt sind." gez. Fuchs. Die Räumung der ersten gone. Aachen, 30. Febr. (WB.) Der hiesige Regierungspräsident erhielt heute nachmittag von dem Kommandierenden General der belgischen Besahungszone die schriftliche Mitteilung, daß die erste Zone, soweit sie belgisch besetzt ist, ebenfalls Mitternacht zum 1. Februar als geräumt zu gelten hat. Es bleiben auch hier nur einige Abwicklungsstellen zurück. Krefeld, 30. Ian. (WB.) Die für Krefeld in Aussicht genommene Befreiungsfeier, die einen Fackelzug und eine Illumination der Stadt vorsieht, wird am Montag abend stattfinden. Zur Einleitung der Feier werden am Montag mittag von 12' bis 1 älhr die Glocken sämtlicher Kirchen läuten. Düsseldorf, 30. Jan. (TU.) Heute vormittag verabschiedete sich der belgische Oberstkommandierende bei dem Beigeordneten Knopp in Düsseldorf-Oberkassel und übergab einen Brief des belgischen Kommandierenden Generals an öen Regierungspräsidenten zu 'Düsseldorf, in dem mitgeteilt wird, daß die Räumung am 31. Januar um Mitternacht als beendet zu betrachten ist. Köln, 30. Ian. (TU.) Freitag abend kurz nach 6 Uhr wurde in Siegburg die französische Flagge auf Dem Kommandanturgebäude niedergehvlb Darauf rückte der Rest der französischen Besatzungstruppen ab. Um Mitternacht von Sonntag zum Montag findet auch hier eine Befreiungsfeier statt. Bonn, 30. Jan. (WTB.s Heute mittag 3 Uhr wurde die französische Flagge niedergeholt. Rach einer Parade der hier noch anwesenden französischen Truppen marschierten diese nach dem Eüterbahnhof, wo sie verladen wurden. Der Abzug der Franzosen erfolgte ohne Zwischenfall. München-Gladbach, 30. Ian. (WTD.) Der Tag der Befreiung von der fremden Besatzung wird morgen hier und in den Städten Rheydt. Viersen usw. durch große Kund- gebungen der gesamten Bürgerschaft gefeiert. * Homberg «Riederrhein). 30. Ian. Gestern gegen 11 Uhr ist die belgischeBesatzung abgezogen. Die Räumung ging in aller Ruhe vor sich. Die Truppen zogen geschlossen zum Bahnhof, wo sie verladen wurden. Rur ein Offizier und 12 QUamt werden noch bis heute hier bleiben. Auch die Räumung Moers durch die belgische Besatzung wird heute endgültig beendet fein. Der Kreisdelegierte ist bereits ab- gereift. Das Truppenlager von Schwafheim und die Besatzungswohnungen sind schon übergeben worden. Zur Abwicklung der letzten Geschäfte wird noch ein Kommando auf einige Tage zurück- bteiben. _________ Der hessische Staatsvoranschlag 1926. «Von unserer Darmstädter Redaktion.) IV.*) Die Denkschrift zum Entwurf des Staatsvoranschlags 1926 veröffentlicht in tabellarischer Form eine Uebersicht über die Einnahmen, in der die Hauptabteilungen, besonders wichtige Kapitel, die Mehrerträge im einzelnen und insgesamt und Damit die Deckungsmöglichkeiten nachgewiesen werden. Der Abschluß der Uebersicht zeigt, daß für 1926 ein Fehlbetrag von 9.1 Mill. Mk. bleibt (1925 8,5 Millionen). Dor Der (Erörterung Der Deckungsfrage behandelt die Denkschrift die Entwickelung und Bedeutung Der einzelnen Einnahmequellen. Unter diesen stehen die Erträgnisse der Steuern voran. Hebet die Einkommensteuer wird u. a. gefügt: „Bei der Einkommensteuer bietet für 1926 besondere Schwierigkeiten die Festsetzung des Schlüsselanteils, mit dem das Land Hessen an dem Gesamtanteil der Länder beteiligt fein wird. Zur Zeit beträgt dieser Anteil 2.28 v. H. Er geht zurück auf die Veranlagung für 1922, wird aber vom 1. April 1926 ab ersetzt werden durch einen neuen Schlüssel- an t e i I, Der auf Grund Der im Gange befindlichen Veranlagung Der Einkommensteuer errechnet toerDen wird. In diesem neuen Schlüsselanteil wird sich mithin die besondere Ungunst Der augenblicklichen wirtschaftlichen Verhältnisse in Hessen in ganzer Schwere zahlenmäßig ausdrücken. Eine Schätzung des künftigen Schlüsselanteils ist schwer, doch bietet vielleicht die derzeitige Isteinnahme in Hessen int Vergleich zur Isteinnahme im ganzen Reich einen gewissen Anhalt. Während, nach der Bevölkerungszahl berechnet, auf Hessen 2,18 v. H. der Reichs- einlommenfteuer entfallen müßten, betrug in der Zeit Dom 1. Januar 1924 bis 30. Juni 1925 die Isteinnahme an Lohnsteuer in Hessen durchschnittlich nur 1.88 v. H. und die Isteinnahme an anderer Einkommensteuer sogar nur 1.63 v. H. Diese Mindereinnahme erklärt sich leicht aus der Depression der Wirtschaft im besetzten Gebiet und im Randgebiet aus Anlaß des Ruhrtampfes, zumal der größte Teil des unbesetzten hessischen Gebietes landwirtschaftliches Rotgebiet war. Alles das wird in Dem nächsten Verteilungsschlüssel zur Auswirkung kommen. Eine Verbesserung erfährt er allerdings dadurch, daß die Lohnsteuer von in Hessen wohnenden, aber außerhalb Hessens beschäftigten Arbeitern bei der Berechnung des Schlüssels zugunsten Hessens mit berücksichtigt wird. Man hat deshalb bei der Veranschlagung der Einkommensteuer einen Schlüsselanteil von 2 v. H. angenommen, einen Sah. der nach dem Vorstehenden immerhin optimistisch geschäht ist. Bei Der Körperschaftssteuer liegen Die Verhältnisse ähnlich. Der derzeitige Schlüsselankeil beträgt 1.44 v. H Er geht zurück auf Die Veranlagung für 1921. Die Isteinnahme in Hessen beträgt im Durchschnitt Der oben angegebenen Zeit aber nur 1.27 v. H. der Reichseinnahme. Mit dieser Zahl darf auch nur als mit dem vom 1. April 1926 ab wirksam werdenden neuen Schlüsselanteil gerechnet werden." Heber die Umsatzsteuer heißt es in Der Denkschrift: „Bei Der Umsah st euer ist eine Verschlechterung des Schlüsselanteils bereits mit Dem 1. öftober l. I. wirksam geworden. Bis dahin wurde der Länderanteil an der Umsatzsteuer nach dem Verhältnis Der Bevölkerungs- zahl verteilt und Hessen bekam demzufolge 2,18 v. H. Vom 1. Oktober 1925 ab wird Der Län- Deranteil an Der Umsatzsteuer nur noch zu zwei Drittel nach Verhältnis des tatsächlichen Aufkommens in den einzelnen Ländern verteilt. Da in Hessen nur etwa 80 v. H. dessen aufkommen, was nach Der Bevölkerungszahl auskommen müßte, so ergibt sich eine Senkung des hessischen Schlüfselcmteils von 2,18 v. H. auf etwa 2,04 v. H Immerhin kann für 1926 ein Ertrag von 4,6 Mill. Mk. vorgesehen werden gegenüber 3,9 Mill. Mf. im Vorjahre, wegen Der oben erwähnten Erhöhung des Länderanteils im Zusammenhang mit der nunmehrigen gesetzlichen Gewährleistung einer Mindestüberweisung." Die Verschlechterung der Budgetziffern des Hess. Staatsvoranschlags wird in Der Denkschrift wie folgt begründet: „Es verdient festgestellt und beachtet zu werden, daß ') Dergl. Rr. 15, 18 und 20 des G. A. vom 19., 22. und 25. Januar 1926. allein durch unmittelbares Eingreifen der R e ichs steu er geseh gebung in Form von Steuerermäßigungen und Herabsetzung der ßänöcranteile in 1925 und 1926 Die hessischen Staatsfinanzen eine Verschlechterung Der BuDgetziffern von über 6 Millionen Mark erfahren haben. Tatsächlich ist die Verschlechterung noch erheblich höher, wenn Die Wirkung Dieser beiden Maßnahmen Des Reiches nach Dem wirtlichen Steueraufkommen des ersten Vierteljahres 1925 berechnet wird. Sie würde sich Dann für den hessischen Staat auf etwa 12 Millionen Mark, für Die Gemeinden aus etwa 6 Millionen Mart stellen. Es ist nieöerDrüdenD, feststellen zu müssen, daß sich lediglich infolge dieser Reichsmaßnahmen Der hessische Staatshaushalt Fehlbeträgen in Der eigenen Jahres wirtschaft gegenüber sieht, Die fast summarisch genau Dem Ausfall Der entzogenen ©teuerer» trägnisse entsprechen und Die zunächst keine Aussicht eröffnen. Die eigenen hessischen Landes steuern irgendwie zu ermäßigen, im Gegenteil zur Rotwendigkeit führen, sie in erhöh t e in M a ß e der staatlichen und kommunalen Wirtschaft Dienstbar zu machen. „Bei den Lan- Dessteuern" so wird weiter ausgeführt. ..hat man sich Darauf beschränkt, Grund-- und Gewerbesteuer mit Den vorjährigen Ansätzen einzustellen. Bei Der Gewerbe st euer allerdings sind infolge Der wenig günstigen Wirtschaftslage Die Eingänge Derart schleppend, Daß die Erzielung Des Solls zweifelhaft erscheint. Mit her organischen Reuregelung Der Gewerbesteuer wird erst in einem späteren Zeitpunkt gerechnet werden können." Zur Deckung des Fehlbetrags im Staatsvoranschlag 1926 sotten insbesondere die Erträge Der Sondergebäudesteuer herangezogen werden. Die Ausführungen über diese Steuern in der ..Denkschrift zum Entwurf des Staatsvoranschlags 1926" rechnen mit Dem Inkrafttreten der Friedens miete am 1. April ds. Is., doch liegt bekanntlich dem Reichstag ein Antrag Müller-Franken vor. die Friedensmiete erst um ein volles Jahr später einzuführen. Welches Schicksal dieser Antrag im Parlament hat, ist noch nicht abzusehen. Wird der Antrag vom Reichstag angenommen, so werden seine Rückwirkungen verschlechternd für Den hessischen Etat sein. Der Finanzminister hat in seinem Cxposö zum Voranschlag bereits darauf hin- gewiesen. Wie sich die Regierung die beträchtliche Erhöhung der Sondergebäude- ft e u e r denkt und sie rechtfertigt, ist aus nachstehenden Erläuterungen Der Denkschrift zu ersehen. ..Vom 1. April 1926 ab soll Die volle Friedensmiete erreicht werden. Davon sotten dem Hausbesitzer 60 Prozent überwiesen werden und 40 Prozent Der gesetzlich bestimmten öffentlichen VerwenDung anheimfallen. Die letztgenannte Zahl entspricht in Hessen etwa einem Steuersatz von 2 Mart auf 100 Mark Steuerwert. Der Teil, mit dem Die Steuer zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs des Landes und der Gemeinden zu verwenden ist, wurde gesetzlich auf mindestens 20, höchstens 30 Prozent der Friedensmiete fest- gelegt, infotangc die Miete die Friedensmiete nicht übersteigt. Die Friedensmieten betragen in Hessen rund 100 Millionen Mark oder rund 120 Millionen Mark mit den gewerblichen Gebäuden: für den allgemeinen Finanzbedarf Der Länder und Gemeinden wären also nach der letzten Ziffer 24 bis 36 Millionen Mark in Anspruch zu nehmen. Zur Zeit betragen unter Zugrundelegung eines Mietsahes von 93 Prozent Der Friedensmiete die Sätze für die Sonder- steuer für 100 Mark Steuerwert 80 Pf. (Staat) + 80 Pf. (Gemeinde) 4~ durchschnittlich 5 Pf. (Gemeindeverbände) 165 Pf. Um den gesetzlichen Betrag von 2 Mk. zur Erreichung der vollen Friedensmiete zu erzielen, ist also eine Erhöhung um 35 Pf. erforderlich. Danach ist für 1926 Die Reuregelung auf Grund der reichsgesetzlichen Bestimmungen in Aussicht genommen. Für den Staat und zur Förderung des Wohnungsbaues insgesamt werden vorgesehen 130 Pf. Dies ergibt (bei einem Bruttoertrag von 31,2 Millionen Mark) nach Abzug Der Ausfälle und der Zuschüsse an die Fürsorgeverbände für bedürftige Mieter einen reinen Ertrag von 23,8 Millionen Mark. Dieser enthält jedoch, wie früher schon erwähnt, von 1926 ab auch Den Teil Der Sonder- steuer, Der bisher von Den GemeinDen für Bauzwecke erhoben würbe, womit Die gesamten aus Der Sondersteuer für Bauzwecke verfügbaren Mittel zusammengesaßt sind. Dementsprechend ist aus diesem Aufkommen nunmehr, wie bei Den Ausgaben schon gesagt, der Betrag von 10 Millionen Mark für Bauzwecke zur Verfügung ge« stellt, einschließlich des Betrages, der nach Der seitherigen Hebung von Den Gemeinden für Diesen Zweck zu verwenden gewesen wäre. Für Den Staatshaushalt bleiben sonach noch 13,8 Millionen Mark übrig, Das sinD 4 Mil- ionen Mark mehr als 1925, eine Rotwendigkeit, die auf der reichsgesehlichen Regelung begründet und als — allerdings nur teilweiser — Ausgleich für die oben festzustellende Entziehung von Reichssteueranteilen leider notwendig geworden ist. Bei Der Verteilung Der SonDersteuer kommen künftig 75,5 Pf. auf Das Land, 54,5 Ps. auf Die Förderung Des Wohnungsbaues während 70 Pf. (— 12,8 Millionen Mark) an Gemeinden und Gemeindeverbände ausschließlich für ihre Haushaltszwecke und ohne Verpflichtung zur baulichen Verwendung zur Verfügung stehen. — ein Ausgleich, Der hierdurch den Gemeinden für Den Ausfall an Reichssteueranteilen in verhältnismäßig höherem Ausmaß zuteil wird als Dem Staat." In Den foIgenDen Abschnitten erörtert Die Denkschrift noch eine Reihe von Einnahmequellen, Die zur Deckung des Fehlbetrags herangezogen werden können. Es finden sich hier die nachstehenden bemerkenswerten Betrachtungen von allgemeiner Bedeutung: „Die Aussicht, daß das Land wieder in Den Besitz einer, wenn auch beschränkten Steuerhoheit auf Dem Gebiete Der Personalsteuern durch das Zuschlagsrecht zur Einkommen st euer gelangt, wie es von 1927 ab vorgesehen ist, kann leihet für Hessen nicht die Erleichterung bringen, die vielleicht in anderen Ländern mit Recht aus einer stärkeren - Ausschöpfung Der Einkommensteuer durch Landeszuschläge erhofft wird. Denn Hessen ist in seiner Steuerkraft durch die Besetzung^ von 40 Prozent des Gesamtgebietes so geschwächt, daß dies jetzt schon. Den ungünstigsten Einfluß auf Den Verteilungsschlüssel ausübt, so daß künftig auch das Zuschlagsrecht keinen befriedigenden Ausgleich für Die Verschlechterung unseres Steueranteils bringen kann. Solange nicht durch eine Wiedergesundung her Wirtschaftsverhältnisse Produktion und Umsatz neu befruchtet unb Die Einnahmequellen aller Art wieder gefördert werden, wird sich eine grundlegende Besserung auch der Staatsfinanzen kaum erzielen lassen. Bis Dahin muh versucht werden, mit den vorhandenen Mitteln und unter Erhaltung des Bestehenden in dem hiernach möglichen Umfange über Die Jahre hinwegzukommen, die sich, wie zu hoffen, und wenn aud) mit einschneidenDen Wirkungen, als der wirkliche Uebergang von der Kriegs- und Rachkriegszeit zu einer Wieder- gesundung unserer Volks- unh Staatswirtschaft darstellen. Daß Hessen in dieser Beziehung keine Ausnahme macht, zeigt Das Beispiel her übrigen Länder, in Denen Der Staatshaushalt Durchgängig ebenfalls mit erheblichen Fehlbeträgen zu rechnen hat. Es Darf jedoch nicht übersehen werden — weder bei Der eigenen wie bei Beurteilung unserer Lage durch das Reich , daß der Druck aus Hessen um so schwerer lastet, als fast die Hälfte seines Gebietes besetzt ist, mit all den politischen und wirtschaftlichen Folgewirkungen in Bezug auf staatliche Verpflichtungen und Leistungen, Steuerkraft und auf Das Randgebiet. Unter diesem Gesichtspunkt wird sich h a-Ä Ae i ch der Verpflichtung nicht entziehen können, zur Aufrechterhaltung einer ordnungsmäßigen Finanz- Wirtschaft Des Landes Hessen mindestens dadurch beizutragen, daß derjenige Ausfall an Steuern ersetzt wird, der infolge Der Besetzung bestimmter Gebietsteile erwächst: eine Rotwendig- keit, die für Die Länder mit besetztem Gebiet im Reichsrat grundsätzlich und ohne Widerspruch bereits anerkannt worden ist." Aus den ReichstagsausschWen. Berlin, 30. Jan. (TU.) Im Haushaltsausschuh Des Reichstages wurde der Etat des Reichsverkehrsministeriums für Das Rechnungsjahr 1926 in VerbinDung mit Dem Gesetzentwurf über die Versorgung Der Polizeibeamten beim Reichswasserschutz beraten. Vos dem Eintritt in Die Tagesordnung wies Der Abg« Heimann (Soz.) Darauf hin, Daß sich leiDec in Den letzten Jahren stets eine Verzögerung in Der Erlegigung her Haushaltsberatung ergeben habe, so Daß seit 1914/15 keine Etatberatung pünktlich beendet werden konnte. Redner schlug Dann eine bestimmte Kontingentierung der Redezeit für die Etatverhandlungen vor. Auch des Reichstagspräsident Löbe schloß sich Diesen Vor^ schlügen an, Die von Der Mehrheit des Ausschusses begrüßt und angenommen wurden. Nunmehr erstattete als Berichterstatter des Ausschusses Abg. Dr. Quaatz (Dn.) sein Referat über den Haushaltsplan des Reichsverkehrs-» ministeriums. Abg. Becker- Arnsberg (3tr.)' forderte, im Haushaltsplan für 1927 hie notwendigen Mittel zum Bau des Lippe-Seitenkanals von Hamm bis Lippstadt anzufordem. Zur Frage der Verreichlichung der Wasserstraßenverwal- tung erklärte namens Der preußischen Staatsregierung Ministerialdirektor A r t i n u s er müsse auf Grund eines einstimmigen Beschlusses des Preußischen Landtages und linier Hinweis aus die einhellige Stellungnahme her großen' deutschen Wasserstraßenländer der vom Reichsverkehrsministerium angekündigten Verreichlichung der Wasserstrahenbehörden in her Proviitzial- und Ortsinstanz widersprechen. Reichsve^kehrs- Minister Kröhne begründete Die nach seines Ansicht erreichbaren Vorteile, die sich aus einer Derreicbligung ergeben, und vertrat die Meinung, daß durch die Vereinheitlichung in Reichshand eine Verbilligung der Wasserstrahenverwaltungen erfolgen würde. Es würde selbstverständlich auf Besonderheiten des betreffenden Stromlandes bei den behördlichen Maßnahmen gebührende Rücksicht genommen werden. Die Vertreter Bayerns und Hessen widersprachen namens dieser Regierungen der Verreichlichung der Wasserstraßenbehärden. Der Ausschuß bewilligte darauf die sachlichen Ausgaben für das Reichsverkehrsministerium, für die Seezeichenverwaltung, für den Ems—Jadekanal und für die Deutsche Seewarte. Für die kostenlose Lieferung von Witterungsberichten an wissenschaftliche Anstalten wurden 116 000 Mark bewilligt. Die Frage der Versorgung der Polizeibeamten beim Reichswasserschutz wurde dem Unterausschuß des Haushaltungsausschusses überwiesen, ebenso die Erörterung und Nachprüfung der personellen Ausgaben des Reichsverkehrsmini- steriums. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen des Volkswirtschaftlichen Ausschusses des Reichstages über die Gewerbebetriebe auf den Bahnhöfen führte Ministerialdirektor Schlütter vom Reichsverkehrsministerium aus, daß der § 6 der Gewerbeordnung die Anwendung der Bestimmungen der Gewerbeordnung für Eisenbahnunter, nehmungen ausschließe. Für den Betrieb auf den Bahnhöfen sei die Gewerbepolizei nicht zuständig, sondern die Bahnverwaltung treffe hier selbst die Anordnungen. Die Reichsbahngesellschaft wolle ihre Freiheit aber tatsächlich auf die Bedürfnisse des Reiseverkehrs eingeschränkt wissen. Deutschnationale Anträge im Reichstag. Im Reichstage ist folgender Antrag von Freytag-LoringHoven (Sn.) und Hu - genberg (Dn.) eingegangen: „Der Reichstag wolle beschließen: Im Hinblick darauf, daß bet Der in weiten Kreisen herrschenden Rot und der weiter um sich greifenden Arbeitslosigkeit die Veranstaltung großer, in der Öffentlichkeit viel vermerkter Bälle. Festlichkeiten usw.. in krassem Widerspruch zu unserer Lage steht und in hohem Maße verbitternd und aufreizend wirkt, unh daß bei den gegenwärtigen Verhältnissen eine Repräsentation seitens der hohen Reichsund Staatsbeamten auf solchen Festen wenig an- * gebracht erscheint, wird' Die Reichsregierung aufgefordert, zu erwägen, ob unb inwieweit die für solche Repräsentationszwecke zu verwendenden Gelder anderen (der heutigen Lage angemessenen) Zwecken zuzuwenden sind. Dem Reichstage ist eine entsprechende Vorlage zu machen. Auch die Landesregierungen sind zu einem gleichen Schritt anzuregen." Im Reichstag ist ferner folgende Anfrage von Keudell (Dn.) eingegangen: „Die polnische Regierung hat bis in die letzte Zeit eine Reihe von Maßnahmen getroffen, welche neben de» dadurch verursachten schweren Schädigungen des Deutschtums eine bewußt feindselige Haltung erkennen lassen (Agrarreform, Liquidation, Ausweisungen. Ein-> reiseerschwerungen usw.). Kann die Reichsregierung angesichts dieser Tatsache eine Weiterführung der Handelsvertragsverhandlungen mit Polen verantworten?" ■ prw Herl'' . „ iforl Sk ilnlerlecha y Mavs sprach- 1926jDtl- Abg. v EemDlratito S r-rs ueriC,*nSr heraus^ Das de" , der Ansicht beit. für ' W-tz-n Ser 3M Mieren - M neuen 2 juirM K anderen »e, Ces Reichst v. Ävhr- Lystem.) Da System W des -arlam dieser 3$c nationalen) Parlamente Lelbstwcht ciaatöbtrw trenn die Wenn hon als früher, i von neuen ■ werden müll sind allo dMi jpir eine An Führung des feil macht, v Abg. Ai fier Sitigabi Kriege dürfe ganz andere Me Salvrsge llirtlchastliche verlorene 2u guten Teil € Aisticl die! ten Plan X Abg. Hc l ündnis mit abgelehnl lre so scharf ge auftreten, dar 9 Monaten d seht Men, ober der an Aot helfen j in der Art, haben, die i mülle das A Schlag gegen WnarchMIch 2bg. Förderung und Zollgr' zur Aerschä gen, und g< im 80. Gieße Diel nach Gesl mutter S treuso Fra Nii «Ä sS .tQb St im SO. Lebensjahre Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. 983D 981D Durch das Hinscheiden des Karl Koch, Lehrer Lucie Koch. Rödgen, den 30. Januar 1926. Die Beerdigung findet statt am Dienstag, 2. Februar, nachmittags ll/2 Uhr zu Rödgen. Man bittet von Beileidsbesuchen absehen zu wollen, Im Namen der Hinterbliebenen Otto Cohn. Gießen (Seltersweg 19), den 1. Februar 1926. Die Beerdigung findet statt am Dienstag nachmittag 3l/2 Uhr vom Neuen israelitischen Friedhof aus. Statt besonderer Anzeige. Samstag abend entschlief sanft meine liebe Frau, meine treusorgende Mutter und unsere gute Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Koch geb.Bechtold im Kath. Schwesternhaus Gießen im Alter von 53 Jahren. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Herrn Prokuristen Heinrich Wiöner haben wir einen herben Verlust erlitten. Bewegten Herzens betrauern wir den Heimgang dieses Mannes, der an dem Geschick jedes einzelnen von uns lebhaften Anteil nahm und hilfreich jedem mit seinem Rat stets zur Seite stand. Er war uns durch seinen nie ermüdenden Eifer und durch sein Pflichtbewußtsein ein leuchtendes Vorbild. Sein Andenken wird in uns fortleben. Die Arbeiter und Angestellten der Firma Justus Formhals, Großen-Linden. Gestern morgen entschlief sanft unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Friederike Cohn geb. Stern en widerjpra- Lemichl'chm'g chuß bewilligte das Reichrver- jenverinaitung, Deutsche See- g von 'Bitte: 'falten wurden 'l Versorgung rschug wurde igsaurschuffes Bchprüsung Derfeijrsmini». W. wurde der 18 für bas 9 mit dem der Polizei, traten. >es bet Wz. 3 s'ch leider Zögerung in ung ergeben Hatberatung ebner schlug 3 der Jede. Auch diesen Vor- des Aus. «den. Kun« : des Aus. sein Res erat nchsverirhrs- -berg lZtr.) die nolmen« 'LeitentanalS m. Zur Frage raßenvertval. chen Staats- tinus er i Beschlusses «er Hinweis der groben1 vom Reichs« tzrreichlichung Provinzial- eichsvertehrs« nach seiner ch aus einer Ke Meinung, AeichsHanö ettoaUungeix scmLlitz M cttomlanbeä , gebührende iblungcn des hußes des ehe au| den : Tchlüßer ' dah der § 6 iq der BesM- Onbahnunkr- etrieb auf dm h!-i l*ih* zedursMe 5 ^nd. K K der t CS!eine .urchgangiz Werden - ^"g un. ,°er Druj 118 iE die ,lt E den 3etDltfungen 8? 5 -Hanbgcbiet Leich onnen, zur ie>i äinanx. ns dadurch 111 Steuern chung be. i°hDenbiq= Miet im nderspruch Antrag vou l und 5 U er AeichsM SU *»s*8 l n Rcicds' Crocnig or° sten «|xnen> < c ift EL r-c seitLeu ine beissen Ei"" ciK-L Klunge" aus Mittwoch oormittag zu werden. Ministerpräsident Briand hat am 30. Januar VI in Winterkur für zusarnrnenberusen worden. In der Arbeitsplan ausgestellt Ein zeuglinie Schweres Autounglück. Lastkraftwagen der Harzer Krastfahr- der Ostharzbabn kam auf der Chaussee Prima Speise Kunzeimann •ßen, Bahnhofstr. 60 vorm. Hermes Neue Kurse nmeldung täghafi. . Das Reichsarbeitsministerium hat die Eisen- bahnorganisationen zum kommenden Mittwoch zu einer Besprechung eingeladen, in deren Verlauf es wohl gelingen dürfte, die Gewerkschaften zu veranlassen, den geplanten Demonstra- tionsstreik aufzugeben. Die Hauptvorstände der Cisenbahnergewerkfchaften werden sich schon in den nächsten Tagen mit der Angelegenheit zu beschäftigen haben. den italienischen Finanzminister Gras Volpi, der von dem italienischen Botschafter begleitet war, empfangen. Beim Verlassen des Quai d'Orsay erklärte Graf Dolpi den Journalisten, es habe sich um einen reinen Höflichkeitsbesuch gehandelt. Der Amtsantritt des neuen japanischen Kabinetts hat sich vollzogen. Man erwartet keine Aenderung in der Politik der Regierung. Siersleben-Eisleben. die ziemlich starkes Gefälle hat und stark bereift war, ins Schleudern. 3n einer Kurve wurde der Wagen nach links gedrückt und stürzte den ziemlich steilen Abhang, eine Strecke von etwa acht Meter, hinab, wo er sich mehrfach überschlug. Don den sechs Fahrgästen wurde eine etwa 60 Jahre alte Frau sofort getötet. Der 20 Jahre alte Sohn der Frau, ein zweiter Fahrgast sowie der Fahrer wurden schwer verletzt. ' Der Rachtragsvoranschlag für die Gemeinde Grünberg für das Rj. 1925 liegt von Montag, den l..btS einschließlich Samstag, den 6. Februar 1926, auf der Bürgermeisterei zu jedermanns Einsicht offen. Einwendungen dagegen können während dieser Zeit vorgebracht werden. Diesbezüglich ist die Erhöhung des Aus- fchlagfahes der Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz von 60 auf 80 Pfennig vom 3. Ziele ab beschlossen worden. Grünberg, den 30. Januar 1926. Bürgermeisterei Grünberg. 978D Kleine politische Nachrichten. Die Reichsregierung wird erst nach Anhörung des Auswärtigen Ausschusses am Mittwoch über den Termin der Anmeldung Deutschlands Tür den Eintritt in den Völkerbund Beschluß fassen. Der Kompromißantrag der Mitlelparteien in der Fürstenabfindung wird voraussichtlich am Mittwoch im Rechtsausschuß des Reichstages zur Verhandlung kommen. n. Nervös-Erschöpfte. Spe$ialknr»nel»lt Hofhelm i. Taanns bei Frankfurt a M. Prospekte durch Dr. 51. Schulze-Kahleyss» Nervenarzt. verlesene Ware sämtliches Brenn- der andere hoffnungslos darniederliegl. Der Mörder entfloh, wurde aber später ergriffen unb der Landesirrenanstalt Landsberg zugesührt. SchiffSunsälle an der französischen Küste. Infolge der Stürme werden zahlreiche neue Schisssui.fälle gemeldet. Eine Reihe von Fischerbooten ist untergegangen. Der Ozeanslug Francos. Der spanische Flieger Franco ist. wie aus Praia (Kap Derdische Inseln) gemeldet wird, am 30. Januar in der Richtung der Insel Fernando Roronha aufgestiegen. Neuer Höhenrekorb. Leutnant Mac Neady hat, nach einer Meldung aus Dayton (Ohio), in 90 Minuten eine Höhe von 35 000 Fuß erreicht und damit einen neuen amerikanischen Höhenrekord ausgestellt. Großes Fischsterben in der Tauber. In Rothenburg o. d T. hatte eine Fabrik ihre aus der Kriegszeit stammenden minderwertigen Teerölvorräte in die Tauber gießen lassen, wodurch eine große Anzahl von Fischen unterhalb 'Rothenburgs getötet wurden. Auf Grund einer behördlichen Untersuchung der Abwässerkanäle wurde der Betrieb ermittelt, der außer einer gerichtlichen Buße zu einer hohen Schadenersatzleistung herangezogen werden dürfte. DeutschseindlicheKundgebungen in Rom und Genua. Rom, 30. Jan. (WB.) Acute mittag durchzogen wiederum Studenten die Straßen Roms. Sie trugen ein Plakat mit der Aufschrift: „Nieder mit Deutschland!" — Die italienische Regierung hat dem deutschen Botschafter ihr Bedauern über die Vorfälle ausgesprochen. Autounglück. In Sangershausen fuhr das Auto des Domänenpächters aus Tilleda kurz vor Roßlau gegen eine Pappel. Es wurde vollständig zertrümmert. Von den drei Insassen kamen zwei mit dem Schrecken davon, während der dritte, ein Lehrer, so schwer verletzt wurde, daß er kurz daraus verstarb. Aus aller Welt. Schwere Explosion aus der Zeche „Graf Bismarck". Auf Zeche „Graf Bismarck" II bis Wettervoraussage. Aach vorübergehender Aufklärung wieder zunehmend bewölkt, südliche, später westliche Winde, milde, zeitweise Niederschläge oder Aebelbildung. Der Wirbel westlich von England Hal sich noch etwas verstärkt Seine Ausläufer greifen bereits ein wenig nach dem Kontinent über. Im übrigen hat sich die Wetterlage nicht nennenswert geändert. Stellenweise. stärkere nächtliche Ausstrahlung verbunden mit entsprechendem Tem» peraturfall Gestrige Tagestemperaturen Maximum 6,3 Grad, Minimum 3.5 Grad Celsius. Niederschläge 0.8 Mm. Heutige Mvrgentemperatur 4,6 Grad Celsius. 5340ss Der Reichstagsausschuß zur Untersuchung der Fememorde ift " ' seiner ersten Sitzung dieser Sitzung soll Gewerbe und Mittelstand ihre größten Hoffnungen gesetzt. Eine Preissenkungsaktion würde von jedem begrüßt werden, dürfte sich aber nicht einseitig zu ungunsten des Handwerks auswirken. Die deutsche Wirtschaft dürfe überhaupt nicht grundsätzlich unter Kuratel gestellt werden, wohl aber solle der Staat seine größte Aufmerksamkeit den Kartellen und Syndikaten widmen, die die Preise zu diktieren versuchten. Der Prcissenkungsent- wurf in seiner jetzigen Form müsse zurückgezogen werden. (Zustimmung bei den Dem.) Abg. Arteldt lWirtsch. Dgg.) bezeichnet es als sehr fraglich, ob die im Etat geschätzten Steueraufkommen bei der gegenwärtigen schweren Wirtschaftsnot im Jahre 1926 eingehen werden. Sollten die geschätzten Summen nicht erreicht werden, so würden weitere Belastungen der Wirtschaft die Folge sein. Der Reichsfinanzmini- ster habe es sich auf Kosten der Länder und Gemeinden zu leicht gemacht. Damit schließt die Debatte. Der Etat wird dem Hauptausschuh überwiesen. Gegen 3 ilfjr vertagte sich das Haus auf Montag, den 1. Februar, mittags 12 Tlhr. — Aenderung der Ausführungsbestimmungen über die Fürsorgepflicht und Beratung von Anträgen über den Strafvollzug. Die Eisenbahner beschließen den Demonstrationsstreik. Berlin, 30. Jan. (TU.) Die großen deutschen Eisenbahnerverbände, die heute zu einer Tagung in Berlin zusammengetreten sind, beschlossen. in der kommenden Woche einen Demonstrationsstreik durchzuführen der voraussichtlich mehrere Stunden dauern wird. Alle auf der Strecke befindlichen Züge sollen während dieser Zeit stillstehen. während die Arbeiten in allen Werkstätten, Büros, Güterschuppen usw. ruhen werden. Der Streik wurde als Protest gegen die Haltung des Derwaltungsrates der Reichs - bahngesellschaft beschlossen, der bekanntlich die Durchführung des als verbindlich erklärten Schiedsspruches für die Eisenbahner abgelehnt hat. Rach einer Meldung der Agentur Indo-Pacific aus Tokio ist General Graf Miura g e - storben. Havas berichtet aus Barcelona: General Pri - m o d e Rivera ist hier eingetroffen und wird auf einem von der Patriotischen Vereinigung ein« berufenen Kongreß eine politische Rede halten. Bekanntmachung. Betr.: Erwerbslofensürsorge. Durch die Aenderung der Verordnung über Erwerbslosenfürforge vom 17. 1.26 und der dazu ergangenen Ausführungsbestimmungen des Reichsarbeitsministers sind vom 1. Januar 1926 ab für beitragspflichtig erklärt worden diejenigen Angestellten und ihre Arbeitgeber, die zwar nicht krankenversicherungspflichtig, aber zurAngestelltenversicherung anmeldepflichtig sind. Es sind dies alle Angestellten, deren Einkommen über 2700 AM. jährlich beträgt, aber 6000 AM. nicht übersteigt. Die Beiträge betragen z. Z. 3° ? vom Grundlohn der Krankenkasse. Für die neu beitragspflichtigen Angestellten wird die obere Grenze der Krankenversicherungspflicht (z. Z. jährlich 2700 AM. oder täglich 7.50 AM.) als wirklicher Arbeitsverdienst zu Grunde gelegt. Die Beiträge der ab 1.1. 26 neu beitragspflichtig gewordenen Angestellten sind an diejenige Krankenkasse zu entrichten, der sie angehören würden, wenn sie krankenversicherungspflichtig wären. In Frage kommen nur OrtS-, Land» unb Betriebskrankenkaffen. Wir fordern hiermit diejenigen Arbeitgeber auf, die Angestellte der vorgenannten Art beschäftigen, dieselben innerhalb einer Woche bei der zuständigen Krankenkasse zu melden. Die erforderlichen Formulare können bei den Kasten in Empfang genommen werden. Die Vorstände per allg. Ortskrankenkasse Gießen - Stadt der allg. Ortskrankenkasse des Landkreises Gießen. SS3c Nach Gottes unerforsebiiehem Ratschluß wurde uns heute mein herzensguter Mann.' mein treusorgender Vater, Herr Heinrich Wifiner, Prokurist unerwartet nach nur zweitägiger Krankheit im 41. Lebensjahre durch den Tod entrissen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Wfßner geb. Döll Heini Wißner. 979D Großen-Linden, den 31. Januar 1926. Die Beerdigung findet Dienstag, den 2. Februar, nachm.31 Uhr, vomSterbehause(Burgßtr.) aus statt Grüne Heringe treffen heute und morgen, das Pfund 20 Pf. ein. 977c Hamburger Fischhandlg. A. koch Rachflgr. Schulstr.l0,Tel.l61L tzotzversteigenmg. Freitag, den 5. Februar, sollen im Distrikt Hainbuch versteigert werden: 633 Stück Fichten-Derbstangen 1. Kl. mit 48.83 Fstrn, und 941 Stück Fichten» stangen 2. und 3. Kl. mit 28,65 Fstrn. Zusammenkunft vormittags 10 Uhr auf der Marburger Straße an der Hoheitsgrenze. Friedelhausen. den 1. Februar 1926. Freih. v. Aabenau'sches Revier Friedel- Hausen: Schneider. 967D eiten Qualitäten jfieblt 976D Itetoet Steinstrake 73 LCleobon 1581. Genua, 30. Ian. (Wolff.) Studenten veranstalteten hier eine Kundgebung gegen das deutsche Konsulat. Sie versuchten, in das Konsulatsgebäude einzudringen, wurden aber von einer Truppenabteilung zur'ückgewarfen. Zu weiteren Zwischenfällen ist es nicht gekommen. _______ Iagdverpachlung. Die Gemeindejagd (Feld- und Wald- jagd) der Gemeinde Gedern wird in 3 Abteilungen auf die Dauer von 6 Jahren am Samstag, dem 13. Februar 1926, mittags 1 LIHr, im Saale des Gastwirtes Reichert am Bahnhof verpachtet. Die Bedingungen werden im Termin bekanntgegeben. Gedern liegt an der Bahnstrecke Frankfurt a. M.—Lauterbach. Die Station liegt mitten im Jagdbezirk. Bürgermeisterei Gedern. Müller. 961D Preußischer Landtag. Fortsetzung der Hanshaltsdedatte. Berlin, 30. Ian. In einer Reihe von kleinen Vorlagen, die das Haus zunächst ohne Aussprache erledigt, fand ein deutschnationaler Antrag Annahme, der das Staatsministerium ersucht, in den Reform-Realgymnasien in der .Untertertia mit Latein zu beginnen. Darauf setzte das Haus die allgemeine Aussprache für den Haushalt f ü r das Jahr 1 9 2 6 fort. Abg. von Rohr (Dn.) weist die sozialdemokratischen Angriffe auf die Verhältnisse auf dem Lande mit dem Hinweis zurück, daß man zum Vergleich noch einmal die Verhältnisse in den großen Städten sich ansehen möge. In unserem Staatsleben sei ein großer Leerlauf zu verzeichnen. Der richtige Weg, aus der Krise herauszukommen, sei, neue Kaufkraft zu schaffen. Was den Eigentumsbegriff angeht, so sind wir der Ansicht, daß Eigentum nicht für vermehrten Genuß bestimmt ist, sondern für vermehrte Arbeit. Diese Auslegung des Eigentumsbegriffs gilt auch für das Hohenzollernvermögen. Finanzminister Dr. Hö p k e r - A s ch 0 f f: Der Finanzminister ist in der außerordentlich schwierigen Lage, daß er, wenn er sich verpflichtet hält? neuen Ausgaben anderer Ressorts entgegenzutreten, stets darauf Hinweisen wird, daß die anderen Ressorts sich auf einmütige Beschlüsse des Reichstages berufen können. (Zuruf des Abg. v. Rohr: Das liegt am parlamentarischen System.) Mag sein, daß dies im parlamentarischen System begründet ist. Wenn es aber ein Fehler des parlamentarischen Systems ist, dann wird dieser Fehler von Ihrer Partei (zu den Deutsch- nationalen) mitgemacht. (Unruhe rechts.) Das parlamentarische System darf nicht von der Selbstsucht der Parteien getragen sein. Jede Staatsverwaltung wird teuerer unb kostspieliger, wenn die Wirtschaft sich in einer Krise befindet. Wenn heute die Verwaltung teuerer arbeitet als früher, dann nur deshalb, weil ihr eine Fülle von neuen Aufgaben zugeführt sind, die erfüllt werden müssen. Die erhöhten Personalausgaben sind also durchaus zwangsläufig. Weiter brauchen wir eine Anzahl von Beamten für die Durchführung des Aufwertungsgesetzes, das soviel Arbeit macht, wie kein anderes Gesetz je vorher. Abg. Riedel (Dem.) erklärt, beim Vergleich der Ausgaben von heute mit denen vor dem Kriege dürfe man nicht übersehen, daß der Staat ganz andere Ausgaben als 1913 bewältigen muß. Die Dawesgesetze sind nicht schuld an der schweren wirtschaftlichen Rot, daran trägt vielmehr der verlorene Auhrkampf und andere Llrsachen einen guten Teil Schuld. Ganz anders hätten sich zum Beispiel die Reparationen ausgewirkt, wenn man den Plan Rathenaus befolgt hätte. Abg. Hellmann (S.) erklärt, ein Waffen- l ündnis mit Rußland müsse von Deutschland ab gelehnt werden. Wenn die Deutschnationalen! so scharf gegen die gegenwärtige Staatsform auftreten, dann sei doch verwunderlich, daß sie feit 9 Monaten die wichtigsten Stellen im Reich besetzt hätten, ohne im übrigen der Landwirtschaft oder der anderen deutschen Wirtschaft in ihrer Rot helfen zu können. Die Fürsten selbst hätten in der Art, wie sie ihre Ansprüche erhoben haben, die Dinge auf die Spitze getrieben. Run müsse das Voll entscheiden. Cs gelte dabei einen Schlag gegen das monarchistische Prinzip und den monarchistischen Gedanken zu führen. Abg. Ä nie ft (Dem.) setzt sich für unbedingte Förderung des Häuserbaucs ein. Die Steuer» und Zollgesetzgebung der Reichsregierung habe zur Verschärfung der Rotlage erheblich beigetra- gen, und gerade auf diese Karte hätten Handel, Buer- Erle ereignete sich, wie aus Gelsenkirchen gemeldet wird, in einer Kippftteckc im Flöz B eine Explosion, bei der neun Mann verletzt wurden, darunter drei schwer. Tote sind nicht zu beklagen. Von der Verwaltung der Zeche »Graf Bismarck" in Buer-Erle wird zu dem Explosionsunglück weiterhin mitgetellt: Aus der Zeche „Graf Bismarck" in Buer-Erle ereignete sich am 30. Icuruar, vormittags gegen 9 llhr auf der obersten Sohle eine Schlagwetterexplosion, bei der sechs Bergleute leichtere und drei Mann schwerere Verletzungen erlitten. Die Baue sind nicht zerstört worden unb sind befahrbar. Für die Rettungsmaßnahmen konnten die Baue ohne Gasschutzapparate betreten werden. Die Verletzten sind zum Teil in das Dergmannsheiin in Bochum und das Crler Krankenhaus gebracht worden. Der Kreuzer „Berlin" in Montevideo. Der Kreuzer „Berlin", der am 27. Januar aus Buenos Aires ausgelaufen war, ist am 28, Januar in Montevideo eingetroffen. Schreckenstat eines Irren. Rach einer Meldung der Rachtausgabe des „Säg" aus Landsberg an der Warte griff in Reuenburg (Kreis Soldin) ein geisteskranker Schneider aus einer Gruppe spielender Kinder auf der Straße 2 Knaben im Alter von 4 und 5 Jahren heraus und schlug mit einem Hammer den Kindern so lange auf den Kopf, bis sie blutüberströmt zusammenbrachen. Der eine der Knaben ist bereits tot, während idealster Korsettersatz. Berkaus jeden Mittwoch PloD.1L L j NlMHkvsrrerA liefert in feder |a*ef*t*i Ausstattung preiswert Mle SdUUW lürtixrltott*. »vuflttrti. »Seafa. Unerwartet, nur 2Tage krank, verschied am 31. Januar nach fast 20jähriger Tätigkeit in meiner Firma mein Prokurist Ich verliere in ihm einen lieben Freund und treuen Mitarbeiter, dessen lauterer Charakter, Gewissenhaftigkeit und Treue ihm nicht nur bei mir, sondern bei allen, die ihn kannten, ein dauerndes Andenken sichert. Justus Formhals,Gr.-Linden. 9S0D Nieder Aeu 'iO'Krb deutsche 1 Start, dc dohs süh traut wa und Pla betrug seinem ( Kapelle 6000 3, Z.f. As.! . TU • Tugend DO' Mtschen scheu 2« Schviinni anstalUM' ^rondenl beiden Stadion jedoch be keine schaM, JilsseU DiBtnrn- Aeränd Meter-Lar Stasseln ' Sprungmc M durch W bisher 0 festigt. , umfaßt ! ner: 1W Marathc 3mal IC Areisstal und Dr< und bei annig, * werfen,' Iw-Mei W' 6,( Teil glieder de Hebungen füllen. 6t steigerung leistuni gen fast i lich erb Turnern Lauf 23,6, Lauf 2:04 Meter-Lai 18 Sei, ii in der 3i Ähtoedenss im Deits im Dreisp Ähleuderk Mkuswei 19), im L Meter: be 135, in de 'hrung 1.4 22, 'm 5- offen sin sprung die 10m nur eine den darf düngen nehmer c reifer T nötig zu Zeichen ui Lage des genug eb ^9ang:ii L restlos M nur ui .Km, ft nie Kchr "4 der i, ^chgesül Ö Lese Meld "diel Z.°ndie ^wderst, «Odl, . Die d "i't 10 f schlu ^rnbleib 9<»efen, K- 4- >n‘" *«n . W im Ausschank: Stimmungskapelle (Jazzband) Bockbierfest St. Hubertus Metzelsuppe der Brauerei Ihring-Melchior, Lich sowie für diesen Abend die reichhaltige Speisekarte mit Spezialgerichten. [972D Gastwirtschaft Carl Boller Bahnhofstraße Dienstag, den 2. Februar 1920, abends 7.38 Uhr: Seltersweg 83 H. 970V 889D Mrmimli* Wohnung, 3 Zimmer mit Küche re. Angebote unter ri!.LiiBl>r Telephon 1414 959D Neuenweg 28 Bau- u. MWlMlsleimung im Gambacher Gemeindewald. Nächsten Donnerstag, den 4. Februar 1926, soll im Gambacher Gemeindewald nachstehendes Bau- und Nutzholz versteigert werden: 25 Eickenstämme, 33—67 cm Durchmesser, 4,9—7,2 m lang, 19,74 fm; 13 Buchenstämme, 35—51 cm Durchmesser, 3,4—10 m laug, 11,97 fm; 6 Kiefernstämme, 33—36 cm Durchmesser, 6—8 m lang, 3,6 fm; 500 Fichtenstämme, 14—37 cm Durchmesser, 16—22 m lang, 235,33 fm; 566 Fichten-Derbstangen 6—12 cm Durchm., 5—16 m lang, 24,55 fm; 8 rm Eichen- und Buchen-Nutzscheiter. Zusammenkunft vormittags 9J Uhr am Pohlgönser Weg an der Blvckstation. G a m b a ch, den 28. Januar 1926. Hessische Bürgermeisterei. B o ck. 945V Iagdverpachtung. Mittwoch, den 3. Februar I. I.» nachmittags 3*/D Llhr, soll die der Gemeinde Steinheim gehörige Feldjagd auf die Zeit von 6 Jahren, und zwar vom 1. Februar 1926 bis 31. Januar 1932 auf dem Rathaus dahier öffentlich verpachtet werden. Der Jagdbezirk besteht aus ungefähr 1250 Morgen Feld und grenzt an den Bahnhof Trais-Horloff der Strecke Gießen — Gelnhausen. Nähere Bedingungen werden vor der Versteigerung bekanntgegeben. Steinheim, den 23. Januar 1926. Hessische Bürgermeisterei Steinheim. Schmidt. 751V Morgen Dienstag, 2. Februar im Kühlen Grund Ab 10 Uhr Wellfleisch mit Kraut TD Es ladet ein Gastwirt Dechert. 20 Jahre Nordische Film-Co. Viele Erfolge hat die Firma seit dem Erscheinen des alten Maharadscha- Films gehabt, keinen jedoch, der größer war als Die Liehllnosfrau des Maharadschas und so hat sie jetzt diesen ihren größten Erfolgsfilm als Jubiläumsfilm völlig neu gedreht. In ganz neuem Gewände, mit allen Errungenschaften der modern. Filmtechnik und einem bisher unerhörten Kostenaufwand sind die Aufnahmen gemacht worden, die uns nach Indien und an die Riviera führen. Gunnar Tolnaes ist wieder Maharadscha. Den Namen seiner Lieblingsfrau, d.berühmtesten nordischen Schönheit, verrät Ihnen das morgige Inserat. In aller Kürze „Premiere“ im Lichtspielhaus 969c Volkshochschule Gießen. 956c über 971c lie Mtaig des asiatischeu tatales Gäste willkommen. DER VORSTAND. Gäste willkommen. 963V llMwock, den 3. Februar 0704 982D Uappen-Abend | Mietgesuche | Kinderloses Ehepaar sucht möbl. Zimmer Nähe Hauvtbahnhof. Schr. Angeb. unter 0705 a. d. Gieß. Anz. Ab 9 Uhr ttonzert Botel Prinz Carl Himiiii tun ii im iiiiiiiiiiiiiimiimi uh in ii iiiiii hihi ii in ii in Samstag, 6. Februar, abends 8 Uhr, im großen Hörsaal der Universität: Vertrag von Herrn Professor Frick-Gießen: Reiseelndriicke aus Amerika Eintritt zur Deckung der Unkosten 1 Mk.; für Mitglieder und Hörer der Volkshochschule und für Studenten bei Vorzeigen des Ausweises 50 Pfg. an der Abendkasse. (Hessischer Geschichtsverein Donnerstag, den 4. Februar 1926, abends 81/* Uhr im Vorlesungsgebäude der Universität, Hörsaal 44 Vortrag des Herrn Univ.-Professors Dr. Strothmann Muhamedaner, Christenu. Juden während des Mongolensturmes Benfion Branöl Neuen Baue 22 GM möOL Zimmer Beste Verpflegung Tel. 1085. 03D Sdilachtfeft lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Der Plan über die Herstellung einer oberirdischen Telegraphenlinie in der Fluß- gaffe in Älten-Buseck liegt bei dem Postamt in Gießen von heute ab 4Wochen aus. Gießen, den 31. Januar 1926. Telegraphenbauaml 9620 Morgen Dienstag MIjM Wmml „MH“. OI)erte.teMafllilrllalör-ii.leilta«ile (Naturwissenschaftliche Abteilung) Donnerstag, den 4. Februar 1926,8Vi Uhrabends im groß. Hörsaale des Physikal. Institutes, Stephanstr. 24 VORTRAG des Herrn Prof.Dr.K.Leuchs,Frankfurta.M. Vortrags-Vereinigung (Goethe-Bund, Kaufmann. Verein, Ortsgewerbe-V .rein) Donnerstag, den 4. Februar 1926. abends S Uhr, In der Neuen Aula der Universität Vortragsmeister Emil Kühne ehemaliges Mitglied des Hoftheaters zu Meinigen und des Residenztheaters zu Berlin alle Mit alieder der D.T., soweit sie die für dre einzelnen Hebungen vorgeschriebenen Mindestleistilngen erfüllen. Entsprechend der allgemeinen LerstungS- steigerung im letzten 3ahre sind diese Mindestleistungen gegen die bisherigen ^^°^berun- gen fast durchweg, zum Teil sogar recht kAracht- lich erhöht. So werden verlangt bei den Turnern im 100-Meter-Lauf 11,2, rm 200-Meter- Lauf 23,6, im 400-Meter-Lauf 52 im 822-Meter- Lauf 2:04, im 1500-Meter-Lauf 4:20, rm 10000 Meter-Lauf 38 Min., im NO-Meter-Hurdenlauf 18 Sek., in der 4mal 100-Meter-Staffel 45 Sek., fr der 3mal 1000-Meler-Staffel 8:20 m der Schwedenstaffel 2:08, im Hochsprung 1.72 Meter, im Weitsprung 6,50, im Stabhochsprung 3,40, im Dreispmng 12,80, im Schlagballwerfen 95, im Schleuderballwerfen 50. im Speerwerfen 46 rm Diskuswerfen 35, im Kugelstoßen 12 (beidarmig 19), im Steinstohen 8 (14), im ^vgelschocken 18 Meier: bei den Turnerinnen im 100-Meter-Lauf 13,2, in der 4mal 100-Meter-Staffel 54 im Hochsprung 1,40, im Weitsprung 4,80, Schlagball werfen 55, im Speerwerfen 30, Im Diskuswerfen 22, im 5-Kg.-Kugelstoßen 8 Meter. Unbeschränkt offen sind nur ter neuaufgenommene Wetthvch- sprung und das beidarmige Speerwerfen,.sowie die lOtnal '/o-Rundenkreisstasfel, für die iedoch nur eine Mannschaft jedes Kreises g^reldet werden darf. Bei zu großer Zahl der übrigen Me - düngen ist vorgesehen, dre zuzulassenden Teilnehmer auszuwählen, um durch Fernhaltung nicht reifer Bewerber die Veranstaltung nicht unnötig zu belasten. Leichtathletik. Niederlage Houbens in Amertke. Reuyork, 1 Febr. (TL1.) Bei dem 40 - Hard - Rennen in Boston unterlag der deutsche Meisterläuser Ho üben nach schlechten Start da er sich wegen einer Erkältung Nicht wohl ’ fühlte und mit der Holzbahn nicht vertraut war. Er ging hinter Miller, Husseh, Morrtt und Plansky als fünfter durchs Ziel. Die Zett betrug 44,r. Sekunden. Houben wurde bei seinem Erscheinen begeistert ausgenommen. Die Kapelle spielte die ..Wacht am Rhein' der 6000 Zuschauer entblößten Hauptes zuhorten. Fußball. ,D. f. B. 93 f 93 Liga — B. C. Wetzlar Liga 4:0. 93 V Z II - D. C. Wetzlar II. 3:1. 93 f 93 III — Polizei-Sp. Der. II 6:3. D. f. D. I. 3ugend — D. f. B. „Kurh" Mbg. I. 3ugend4:l. (=) Sämtliche Spiele standen .unter dem Zeichen ungünstiger Witterung. Die wmdgeschuA Lage des Waldspvrtplatzes, onst ein nicht hoch genug einzuschätzender Wertfaktor, lwß in vergangenen Woche, trotz der gelinden Witterung, ein restloses Aus tauen des Bodens nicht pu.fo daß nur die oberste Schicht den geschmolzenen Schnee und den noch niedergegangenen .Kegen aufnahm, diese aber durch die gesronene Unterschicht nicht abfliehen konnten. Em Zustand, der künstlich nicht zu beseitigen war. Besonders>we sich der älevelstand an den tn den letzten Woch-n nachgefüllten Stellen, die sich im Laufe des Wrn- ters gesenkt hatten, bemerkbar. Um daher das Spielfeld in möglichst guten Zustand für das Spiel der Ligamannschaften zu erhalten, hatte man die Spiele der I». und III. Mannschaften im Einverständnis mit dem Sportverein „Hessen' auf dessen Platz austragen lassen. Die dritte Mannschaft trat um 11.30 Uhr mit 10 Mann gegen Polizei Friedberg an und schlug diese mit 6:3. Der Sieg wäre durch das Fernbleiben des elften Spielers tn Frage gestellt gewesen, wenn nicht ein als Zuschauer anwesender „alter Herr" in entgegenkommender Weise in die Lücke eingesprungen wäre. So sporllich das Benehmen des letzteren, so unsportlich ist das des ersteren zu nennen, falls er nicht noch nachträglich eine triftige Entschuldigung vorzubringen hat. Diesmal sei von der Nennung seines Namens abgesehen, in Zukunft aber wird man sich nicht scheuen, Un- sporllichkeiten jeder Art in aller Oessentlichkeit zu rügen. Die Kritik ist das den Spielern schuldig, die sich sporllich einwandfrei benehmen. Dies zur Warnung. Der Sieg ist ein voller Erfolg für die forsche Dritte, da die körperlich Überlegene Polizei einen von den Hanauern ausgenommen wurde, die ein schnelles Tempo vorlegten. Nach beiderseitigen Vorstößen wurde ein Frankfurter Vorstoß unfair unterbunden. Der zudiktierte Strafstoß wurde knapp an der 20-Meter-Linie von Pasche scharf geschossen und zum erstenmal verwandelt. Die Anstrengungen der Hanauer, einen Ausgleich zu erzwingen, wurden besonders von Pasche und Völler vereitelt. Nach der Pause ließ Hanau immer mehr nach, bis schließlich durch Strehlke der zweite Treffer für den Fußballsportverein erzielt wurde. Der Meister in Württenbery - Baden. Das Entscheidungsspiel in der Württemberg-Badischen Meisterschaft, das nach dem erfolgreichen Protest des V. f. R. Heilbronn gegen den Karlsruher F. V. notwendig ge» B. V. Duisburg — Union Hamborn 4:1. —B. C. 05 Düsseldorf — S. C. Düsseldorf 3:2. — Sport Kassel — Kurhessen Kassel 2:1. V. s. B. Leipzig - Tennis-Borussia Berlin 1:2. vo. Der Berliner Oberligaverein Tennis- Borussia weilte am gestrigen Sonntag in Leipzig zu einem Freundschaftsspiel gegen den vorjährigen mitteldeutschen Meister DfD. 3n der ersten Halbzeit nahm das Spiel einen rechtwechselreichen Verlauf, beim Stande 1:1 ging es in Pause. Rach Wiederbeginn machte sich jedoch eine Tleberlegenheit der Tennisborussen deutlich bemerkbar, so daß sich der weitere Kampf mit geringen Ausnahmen nur in der Spielhälfte des VfB. abwickelte. Rur einmal konnten die Berliner noch zu einem Torerfolg kommen, alle ander2ii Gelegenheiten wurden ausgelassen. Immerhin hat die technisch bessere Mannschaft den Sieg davongetragen. Um Südbeutschlands neues FutzballspieL-Lystem. vo. Die Kommission der süddeutschen Kreisliga A, B und C-Klafse hat in einer Mannheimer Tagung aufs neue zu der Gestaltung des Sviel-- systems im süddeutschen Fußball-Verband Stellung genommen und dabei wesentliche Beschlüsse gefaßt. So soll das süddeutsche Verbandsgebiet vom Spieljahr 1926/27 ab in vier Bezirke zu je zwei Gruppen mit acht Bezirksligavereinen geteilt werden. Die Einteilung der Kreise und Gaue wird von den Dezirksbehörden in engstem Einvernehmen mit den Bezirks delegierten und deren Llnterkommissionen geregelt, indem nach Möglichkeit der geographischen Lage der einzelnen Vereine Rechnung getragen werden soll. Für die Kreisliga ist die Erhöhung auf 10 bzw. 11 Vereine vorgesehen, nach diesen Gesichtspunkten soll auch die Einteilung der A tznd D-Klasse - diese in Zukunft als unterste Klasse — erfolgen. Auch über die Durchführung der be- stehendeix Pokalspiele will die Kommission Abänderungs-Vorschläge unterbreiten. Schwimmen. 4. Iahnschwimmen der D. T. in Halle. Die Entstehung des Jahnschwimmens. 3m Februar 1922 veranstaltete der Rordost- Thüringer Turngau ein Hallenschwimmfest in Halle. Die Veranstalter und Besucher w^n mit dem Erfolg überaus befrieoigt. 3m 3afce 1923 wurde bei der D. T. beantragt, Me3 Hallenschwimmen für die ganze D. T. offen ausMschre - ben. Der Erfolg war wieder em erfreulicher, denn 19 Vereine gaben 160 Mengen ab An läßlich txrä Safritumcnä tn Freyburg August 1923 kam dem Schwimmwart der Halleschen Turnerschaft der Gedanke: Wenn es ern3ahn turnen gibt, dort, wo unser Vatn 3 Wüsten rauschen herein, und unser armes Alltagsleben, das sich auf Vorortbahnen und Sonntagsausflüge beschränkt, kommt sich recht an die Wand gedrückt vor. Rachdem ich solchermaßen die exotische Schreibtechnik entlarvt habe, darf ich wohl ohne Scheu erzählen, daß ich auf der Waljagd war. und zwar auf einem Punkte, der mit 65 Grad nördlicher Breite und 5 Grad westlicher Länge ungefähr bezeichnet werden kann. Es war ein außerordentllches Erlebnis, und ich will nicht versuchen, so zu tun. als ob es etwas ganz Alltägliches gewesen wäre, ßikrat bleibt Literat. das meinten die Leute auf dem Walfänger auch, und als ich ihnen bei ihrer hastigen Arbeit im Wege herumstand, gaben sie der Hoffnung Ausdruck, daß ich ein besserer Literat als Walfänger sein möge. werbsloser und Llebernahme einiger Dau - spark 0 nten auf den Kreis wurden dem Kreis- uusschuß überwiesen. Der Kreisdirektor machte MitteilunZLN über die Regulierungsarbeiten der Ridder, die schleunigst in Angriff genommen werden müssen Die Tagegelder wurden auf 2/3 der seitherigen Satze ermäßigt; der Beschluß wurde mit allen gegen die eine Stimme des Kommunisten Oppenheimer angenommen. Landkreis Giefrcrr. f. Kleln - Linden, 1. Febr. Auch in unserem Orte ist die Zahl der Erwerbslosen in dauerndem Steigen begriffen, ohne daß der Gemeinde finanzielle Mittel zur Verfügung ständen, um die Not in den betroffenen Kreisen durch Ausführung von größeren Arbeiten lindern zu können. Am Schlüsse des Monats Januar sind vorhanden: Hauptunter st ützungsempfänger 106; davon find über 21 Jahre 73, unter 21 Jahre 26, weiblich unter 21 Jahre 7 Empfänger. Dazu kommen als Familienangehörige 49 Frauen und 67 Kinder. Kurzarbeiter sind z.Z. 12 weibliche aus der Tabakbranche vorhanden. Außerdem sind noch eine ganze Menge männliche Kurzarbeiter am Platze, die nicht unterftüt- zungsberechtigt sind. Hierzu kommen allerdings noch eine Anzahl Erwerbslose, denen laut gesetzlicher Vorschriften die Unterstützung nicht gewährt wird. * Geilshausen, 30.Jan. Die Verpachtung unserer Gemeindejagd erfolgte gestern in zwei Teilen. Den ersten Teil, umfassend 2300 Morgen Feld und 340 Morgen Wald, pachtete der seitherige Pächter, Fabrikant Bänninger (Gießen), auf weitere sechs Jahre zum Preise von 2610 Mark jährlich. Bisheriger Preis 1100 Mark pro Jahr. Den zweiten Teil, 650 bis 680 Morgen Feld und 320 Morgen Wald, erwarb Ludwig Henkel in Offenbach auf sechs Jahre zum Preise von 470 Mk. jährlich, früher 300 Mark pro Jahr. R e i n h a r d s b a i n , 30. Jan. Bei der heutigen Verpachtung unserer Gemeindejagd ging diese für weitere sechs Jahre an den seitherigen Pächter, Fabrikbesitzer Allmendinger ((Brünberg), für den Preis von 400 Mark jährlich über. Bisher wurden 600 Mark pro Jahr gezahlt. Die Jagd umfaßt etwa 390 Hektar Land einschließlich Wald. t Grünberg. 30. Ian. In der gestrigen Gemeinderatssihung wurde eingehend die Erbauung des Hochbehälters 6e- sprachen. Mit der Ausschachtung sind bereits eine Anzahl arbeitsloser Arbeiter beschäftigt. Die Bürgermeisterei hat das erforderliche Geld sichergestellt. Es wurde beschlossen, das Kreisbauamt zu ersuchen, einen Voranschlag vorzulegen, damit die Arbeiten bzw. Materiallieferungen baldigst ausgeschrieben werden können. Die bei den Ausschachtungen gewonnenen Steine werden zum Teil an Ort und Stelle bzw. bei der Reuanlage der Leo-Kochstrahe in Grünberg verwendet. — In Anbetracht der jetzigen Verhältnisse wurde dem Turnverein die Abhaltung eine- Kostümfestes nicht erlaubt, jedoch die Abhaltung eines Tanzes am Fast- nachtsonntag gestattet. — Entsprechend einem Schreiben der hiesigen Bahnmeisterei soll diese ersucht werden, Schilder mit dem Vermerk „Rach dem D a h n h 0 s" anzuferttgen. Diese sollen in der Stadt an geeigneten Plätzen angebracht werden. — Der Antrag deS HauS- befitzerdereinS, die Reuanlage eine- BrandkatasterS in die Wege zu leiten, wurde wegen Bedenken vorerst zurückgestellt, jedoch soll die Bürgermeisterei in dieser Angelegenheit Schritte zur Information tun. — Weiterhin wurde es als ein Bedürfnis bezeichnet, daß der 11-Uhr-Zug auS der Rabenau wieder eingelegt wird, und der Güterzug 1 IHjr hier ab nach Gießen Personenbeförderung erhalt. L Hungen, 30. Ian. Aus der jüngsten Gemeinderatssitzung ist zu berichten:DaS Gesuch eines Daulustigen, ihm den gewünschten Bauplatz in einer größeren Strahärbreite zu- zuteilen, wird genehmigt, ebenso finden die Gesuche um Heberlassung von Gemei ndsge- lände zur Vergrößerung von HauS- gärten die Zustimmung des GerneinderatS. Dem Forstwart soll auch in diesem Jahre wieder daS von ihm in seinem Haushalte benötigte Brennholz zum Durchschnittspreise überlassen werden. Der Gemeinderat erklärt sich mit der Teilnahme von 4 sortbildungsschulpflichtigen Mädchen einer Rachbargemeinde am Kochunterricht in der hiesigen Fortbildungsschule unter gewissen Bedingungen einverstanden. Die Beschaffung eines weiteren Schulraums für die Höhere Bürgerschule wird vorläufig durch Zuweisung des Lehrzimmers der Volksschule geregelt. Rachdem der Platz für das Kriegerdenkmal festgelegt ist» sollen, um der Ausführung desselben näher zu kommen, die zwei Modelle, die einen Krieger darstellen, angefertigt werden. * Trais-Horloff, 30. Jan. Die hiesige Gemeindejagd wurde auf sechs Jahre an den Finanzamtsbeamten Friedrich Wilhelm in Heiden verpachtet. Pachtpreis 150 Mark jährlich, bisheriger Preis 100 Mark. * Inheiden, 30. Jan. Heute wurde unsere G e m e i n d e j a g d auf sechs Jahre an den Höchstbietenden, Herrn Karl Bücher (Gießen) für 405 Mark jährlich verpachtet. Im Vorjahre wurden 160 Mark gezahlt. * U t p h e, 30. Jan. Die 396 Hektar große Jagd unserer Gemeinde wurde heute auf sechs Jahre an den Landwirt Heinrich Schneider von hier für 150 Mark jährlich verpachtet. Die 374 Hektar große Jagd der F e l d g e m a r k u n g F e l d h e i m ging auf sechs Jahre an den Grafen Solms-Laubach in Laubach zum Preise von 530 Mark jährlich über. AUcte Friedberg. df. Friedberg, 30. Ian. Gestern verstarb im hiesigen Krankenhause nach langem und schwerem Leiden Prof. Dr. August Stroman. Der Verstorbene, von Offenbach gebürtig, hat vom Jahre 1838 bis zu seiner Verdung in den Ruhestand im Jahre 1924 an der hiesigen Augustinerschule als Lehrer der Raturwissen- fd)elften gewirkt. Richt nur bei seinen vielen Schülern, sondern auch in der ganzen Bevölkerung erfreute er sich wegen seiner vortrefflichen Charaktereigenschaften, wegen seiner Teilnahme an allen öffentlichen Angelegenheiten und seines großen Mildtätigkeit der allgemeinsten Hoch- schätzung. pb. Butzbach, 29. Jan. Die gestrige Stadtverordnetensitzung im neuen Jahr fand wegen des Rathausneubaues in der Aula der Stadtschule statt. Die Versammlung war bis auf vier entschuldigte Mitglieder vollzählig. Bürgermeister Dr. Jansen nahm zunächst nach kurzen einleitenden Worten die Vereidigung und Verpflichtung der neuen Beigeordneten Pl 0 ch und Wittich vor. Alsdann wurden für die Zeit vom 1. Februar 1926 bis zum Ende der Wahlzeit die Ausschüsse und Deputattonen neugewählt. Es wurden 9 Ausschüsse und 3 Deputationen gebildet. Wie immer, so stellte auch diesmal der Stadtv. Oppenheimer zu verschiedenen Ausschüssen und Deputattonen Sonderanttäge. die eine längere Debatte hervorriefen und die Beratung und Beschlußfassung unnöttgerweise verzögerten. Außerhalb der Tagesordnung stellte Stadtv. Holzappel noch den Antrag, den Erwerbslosen daS Licht- und Wassergeld zu erlasse«, bzw. zu stunden. Der Anttag wurde zunächst dem Finanzausschich überwiesen. — Anläßlich der 5 0. Wiederkehr des Faselmarkt- sind seitens der Stadt- und der Faselmarkt- Gesellschaft besondere Veranstaltungen ins Auge gefaßt. Zur Vorberatung dieser Veranstaltungen waren seitens der Stadtverwaltung eine größere Anzahl Bürgermeister und Orts- Vorsteher der näheren und weiteren Umgebung Butzbachs für heute nachmittag in den Kleinen Saal des Hessischen Hofes eingeladen worden. Außerdem waren auch Vorstände des Land- wirtschaftskammer-Ausschusses in Gießen, Dr. Wagner, und des hiesigen Landwirtschasts- amtS, Dr. Schad, eingeladen. Bürgermeister Dr. Jansen setzte deS näheren die inS Auge gefaßten Veranstaltungen auseinander. Es sollen zu den bisher gewährten Prämien besondere I u- oiläumSsatz-Prämien sowie auch D i - plome gegeben werden. Der Landwirtschafts- rammer-2ütSschuh wird, ebenso wie Im Vorjahre, eine Dullen-Auktion veranstalten. Außer der Prämiierung von Rindvieh sollen diesmal auch Schweine prämiiert werden. Rähere Bestimmungen wegen der Prämiierung, werden noch bekanntgegeben werden. Weiterhin ist geplant, die Stadt zu schmücken und einen größeren Festzug aufzustellen. Hierzu wollen einzelne Gemeinden der Umgegend besondere Festwagen stellen. Auch der Vertreter des Landjugendbun- deS erklärte sich bereit, gegebenenfalls einige Wagen herzurichten. Am gleichen Tage wird auch der Kreis-Rinderzuchtverein seine Versammlung abhalten, bei welcher Gelegenheit ein fachwissenschaftlicher Vortrag gehalten wird. Ab 5 Llhr nachmittags findet dann im Deutschen HauS und im Hessischen Hof Tanzvergnügen bei freiem Eintritt statt. Die Vorschläge fanden allgemeine Billigung. Eine Mitte Sebruar ab- Anhaltende Sitzung soll das endgültige Programm festlegen. — Seit Montag hält Wisswnsinspek- tvr Held aus Wiesbaden für die evangel. Gemeinde Evangelisationsabende ab, di« sich eines derartigen ZudrangS seitens der hiesigen Gemeindemttglieder sowohl alS auch der Umgegend erfreuen, daß sie auS der Hospitals kirche, wo sie zuerst abgehalten wurden, in die Stadtkirche verlegt wurden. Aber auch die Sitzgelegenheiten der Stadtkirche reichten nicht mehv aus für die Menae der herbeigeströmten Zuhörer, so daß aus der Rachbarschaft noch Stuhls herbeigeholt werden mußten. Kreis Büdingen. 1 . II Tübingen, 1. Febr. (Eigener Drahtbericht des „Gieß. Änr.i Gestern fand hier bi« Aber man wird mich verstehen. Wenn man viele Wochen in einer Stadt von 2000 Einwohnern lebt, weit droben im Atlantischen Ozean, wenn man feine andere Qeftüre mehr hat, als einen gebundenen Jahrgang von einer amerikanischen Damenzeitschrift, wenn es feine Bäume gibt, wenn man immer nur baß Meer sieht imb Felsen und wieder das Meer, bann kommt man schon auf allerlei Gedanken. Eines Morgens stand ich hoch oben auf dem Fjeld und sah nach Rorden über das Meer. Die weißen Kämme, die noch unter mir als rollende Brandung gegen die Felsen stürmten, waren weit draußen $u einem einzigen silbernen Blitz zusammengedrängt. Die Luft flirrte von Salz und Sonne, der Meerwind schnob mir mit der ganzen Frische des Morgens tief in die Seele. Ünb weit, weit draußen blies ein Wal. Ich sah seinen schwarzglänzenden Rücken, er blies im seligen Genuß der irdischen Luft, dick und silbern flieg der Wasserstrahl hoch, um sich oben wie eine Palme zu teilen und in vielfach niederbrech enden Strahlen wieder ins Wasser zurückzutehren. Run sind Wale Mer oben in den Gewässern zwischen Island und den Fär-Inseln ziemlich feiten geworden. Der große Blauwal kommt fast gar nicht mehr vor, öfter schon der kleinere Finwal. Die großen Schwärme sind vor der gewaltsamen und nie ermüdenden Jagd der norwegischen Fänger nach Süden gewandert, und zwar sehr weit nach Süden. Ins südliche Eismeer gehen alljährlich 8 biS 10 große Expeditionsschiffe mit ungefähr 30 kleineren Fangbooten von den norwegischen Häfen Larvik und Sandesjord, sie dringen bis Grahamsland und der Insel Deception vor, um dort die wenigen Monate des polaren Sommers zu jagen und Oel zu kochem Aber im nördlichen Jagdgebiet bleibt immer noch genug zurück, um den Betrieb einiger Walstattonen auf Island und auf den Fär-Inseln zu lohnen. Ich fuhr im (Motorboot zur Walstation Signebö. In einer schmalen, von Dergwärchen bedrängten Ducht steht eine große Holzbaracke, Wohnung und Bureau der Tranhersteller und Jäger. Eine gewaltige Plattform aus Holz läuft vom Ufer schräg herab ins Meer. Auf ihr werden die Wale an Land geschleppt, um bearbeitet zu werden. Große Berge blutigen Walfleisches liegen zwischen den Klippensteinen, von Tausenden von Ratten feige umschwärmt, auf welche die Hunde der Fänger wütend Jagd machen. Auf der Plattform liegt ein eben eingelieferter Wal. Oben auf seinem mit Lust zu riesigen Dimensionen auf gepumpten Bauch stehen ein paar Männer, welch? mit fenfen» artigen Geräten die Haut der Länge nach in große Streifen zorschneidLn, dann am Ende eines solchen Streifens einen Haken einführen und damit die Speckseite abziehen. Diese wird zerhackt und in großen Blöcken in die Kompressoren gesteckt, wo sie zugleich gekocht und gepreßt wird. Am Morgen hat der Wal noch vergnügt geblasen, am Abend steht er bereits als dunkelbraunes Oel in einer Reihe von Fässern inr Werte von 10 000 Kronen zum Versand bereit lieber dieser Arbeit liegt furchtbar, ungeheuerlich, würgend der Gestank. Rie, weder in den vergasten Unterständen Rordfrankreichs, noch in der KadaververwertimgsanstaU Rr. 8 in Focsani, noch auch in einer politischen Versammlung mit Dürgermei st erwähl statt. Zum ehrenamtlicher Bürgermeister wurde der seitherige Beigeordnete Hildu-er mit 1255 Stimmen gewählt. 3m übrigen erhielten (Stimmen: Kaufmann Grün 142, Hofjäger Schmidt 84, Fabrikant Müller-T hü ring 280, Techniker Schwarz 70, Rechtsanwalt Koch 115. Die Wahlbeteiligung betrug 95 Prozent. △ Aid da, 30. Januar. Gester.i waren 25 Jahre verflossen, seitdem 3ustizinspeltor Eduard Bär an dem hiesigen Amtsgericht tätig ist. Obgleich der Jubilar diesen Tag ganz still begehen wollte, veranstalteten doch seine Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeiter ein: kleine Feier, wobei die Gefühle der Liebe und Wertschätzung des verdienstvollen Beamten und die besten Wünsche für sein ferneres Wohlergeben in gebührender Weise zum Ausdruck kamen. Auch von den übrigen Bewohnern der Stadt wurden dem beliebten Beamten zahlreiche Glückwünsche dargebracht. — Ais Schulvorstandsmit- glieder der h esigen Vollsschule w.rden Müh- lenbesiher August Mann, Dankvorstand Hermann Seum und Schreinermeister Karl Spengler neu- und Lokom'tivführer Heinrich Petermann wiederqewählt. D.e Gewählten gehören dem Stadtvorstand an. „ Kreis Schottern □ Laubach, 30. 3an. Am kommenden Mittwoch (St. - Dlas ius - Tag) findet hier eilte Feier statt, die in ihrer Entstehung auf ein h albes 3ahrtausend zurückgeht. Es ist dies die 3ahresfeier der Baumkircher Gesellschaft in Laubach. 3m oberen Tal des Seebachs, eines linken Seitenbachs der Ohm, (P/i Stunden nordöstlich von Laubach) lag eine Dvrfschaft Baumkirchen, die um das 3ahr" 1400 ausgegangen ist. Die Bewohner siedelten sich in Laubach an. Hier bilden sie jedoch noch eine eigene Gemeinde mit gemeinschaftlichem Besitz der Wiesen ihres alten Heimatortes. Am 3. Februar regeln sie ihre Rechte nach altem Brauch und halten unter Leitung eines eigenen „Schultheis" eine besondere Feier. Kreis Alsfeld. • Atzenhain, 29. 3an. Dieser Tage fand hier im Schulsaal die Schluhprüfung der KreiS-Haushalungsschule statt. Schl- rat Huff wohnte der Prüfung bei, die von der Haushaltungslehrerin Frl. Deitz do:genommen wurde. Das Ergebnis der Prüfung war sehr befriedigend, und es fand die volle Anerkennung der Schulaufsichtsbehörde. Anschließend folgte eine Besicht gnng der ausgestellten Handarbe'ten statt, die viel Beifall fanben. Recht befried'gt waren die Besucher auch von der Dack- und Kochkunst, die sich die Schülerinnen unter der Anleitung ihrer Lehrerin angee'gnet haben. C ne gemeinsame Kaffeetafel schloß d e Rachmittags- feier. Abends fand noch eine g'sellige Zusammenkunft statt, bei welcher der Lehrerin Frl. De iß im Ramen der Eltern herzlich gedankt wurde. Die Lehrerin und die Lernenden können mit Genugtuung auf diesen allgemein befried'genden Erfolg ihrer achtwöchigen hingehenden Tätigkeit zurücMicken. Kreis Lauterbach. r Hopfmanns seid. 30. Ian. Vor einigen Tagen bereitete unsere Gemeinde dem von hier nach Bellersheim versetzten Pfarrer Gerich eine herzliche Abschiedsfeier, die in die Form eines Familienabends gekleidet war. Lehrer Ludwig hielt dabei die herzliche Abschieds- und Dankesrede an den scheidenden Seelsorger, der 13 Jahre treu und segensreich hier wirkte. Pfr. Gerich dankte in bewegten Worten und teilte dabei der Gemeinde aus der Kirchengeschichte mit, daß die hiesige Kirche im Jahre 1929 ihr 300jähriges B e- stehen feiern kann. Der Verlauf des Abends, den der Gesangverein durch einige schöne Lieder noch besonders ausgestaltete, wird hier in dauernder Erinnerung bleiben. Heute abend brachte die Gemeinde dem neuen Seelsorger, Pfarrer Zeh fuß, zum Empfang einen Fackelzug dar. Die Begrüßungsfeier vor dem Pfarrhaus eröffnete der Gesangverein mit einem geistlichen Chorgesang, darauf hielt Lehrer Ludwig die Willkommrede, die in dem Wunsche gipfelte, daß zwischen dem neuen Pfarrherrn und der Gemeinde stets dasselbe gute Verhältnis herrschen möge, wie zwischen benj früheren Pfarrer und den Einwohnern. Pfarrer Z e h - f u ß dankte herzlich für die Ehrung und bat die Gemeinde um ihr Vertrauen. Die Schulkinder hatten einen Willkonnnenkranz überreicht. Mit nochmaligem Gesang des Gesangvereins sand die F«er ihren Abschluß. — Am Donnerstag wurde die hiesige Gemeindejagd verpachtet. Es waren drei Teile gebildet: Den Kirchenwald als ersten Teil erhielt Wurstfabrikant D u ch a r d t - Lauterbach. Die beiden anderen Teile sind ausschließlich Feldjagd und blieben in Händen von Einwohnern unseres Dorfes: den zweiten Teil erhielt der Sohn unseres Bürgermeisters Karl Winterholler, den letzten Teil bekam Schreinermeister Otto Hansel. Gelöst wurden für die gesamte Jagd 780 Mk., während sie auf 700 Mk. geschätzt war. Stinkbomben habe ich einen ähnlichen Gestank für möglich gehalten, geschweige denn gerochen. Die alten Jäger riechen natürlich nichts Besonderes dabei, ja, einige behaupten sogar, daß sie sm Winter auf der Straße in Stavanger oder Ossis plötzlich diesen Gestank peinlich vermißten und sich nach ihm zurücksehnten wie der Schweizer nach der Kuhglocke. Eine weitere Aehnlichkeit mit der Walslation besteht darin, daß alles, was man betritt ober anfaßt, mit einer dicken Oel- schicht überzogen ist. Meine Pfeife beschlägt sich in wenigen Tagen mit Oeldampf: da der Kopf heiß ist, setzt das Oel seinen Kochprozeß auf der Pfeife fort, — das schmeckt! Der Fuß gleitet auf den Brettern aus, sie sind glitschig von Oel, die Rase ist voll Oel, die Ohren sind voll Oel, die Gläser, aus denen wir trinken, haben einen Oelrand. Ratürlich ist dieser Oel- schwaden mit Kohlenstaub durchsetzt, denn Signebö ist zugleich Kohlenstation, — nun, das gibt eine solide Verbindung, wie man ja schon von der Erfindung der Buchdruckerkunst her weih. Welch eine Erlösung ist da die Fahrt mit dem Walboot selbst! Wir gingen um Mitternacht in See. Der weiße Glanz der nördlichen Rächt lag als fahler Dunst auf dem schlafenden Meer. 3n wenigen Stunden sind die Fär-3nseln unfern Blicken entrückt, wir sind im offenen Ozean. Das Walboot ist klein, gedrungen, kräftig, wendig wie ein Polopferdchen, seine Maschine hat 600 P. S. Am vorderen Mast hängt die Ausgucktonne, ganz vorn, auf dem äußersten Vordersteven ist eine Bühne angebracht, auf der die Harpunenkanone auf» montiert ist. Die Besatzung, acht Mann und der Schütze, der zugleich Kapitän ist, kriechen sogleich unter Deck Starkenburg. Proyinz attag der Provinz StarSunbiug. * Darmstadt, 31. Jan. Der Provinzial- t a g der Provinz Starkenburg hielt am Samstag eine Tagung ab, auf der als wichtigster Punkt der Tagesordnung die Ferngasversorgung der Provinz Starkenburg stand. Es wurde nach einer Aussprache, die etwa vier Stunden dauerte, einstimmig eine Entschließung angenommen, die sich mit der Gründung einer Gasversorgungsgesellschaft auf kommunaler Grundlage befaßt. Die Entschließung hat nachstehenden Wortlaut: „Der Pro- vinzialtag billigt den Abschluß des Vorvertrags unter der Maßgabe, daß durch Provinzialausschußbeschluß folgende Gesichtspunkte berücksichtigt werden: 1. Die endgültige Rechtsform der Gesellschaft bleibt einer späteren Beschlußfassung des Provin- 3ialta05 vorbehalten. Um rechtsverbindliche Vorverträge abschließen und die Vorarbeiten fördern zu können, wird die Form der öffentlich-rechtlichen Körperschaft beschlossen. 2. Die Begründung einer Gaserzeugungsanstalt wird ebenfalls einer späteren Beschlußfassung vorbehalten. 3. Privatkapital darf an der Gesellschaft nicht beteiligt werden." WER. Offenbach, 30. 3an. 3n der Rächt zum 27. Dezember wurde in Offenbach in einem Wäschegefchäft ein Cinbruchdiebstahl verübt, bei dem den Tätern Herren- und Damenwäsche im Gesamtwerte von über 3000 Mark in die Hände fiel. Der Offenbacher Kriminalpolizei ist es nun gelungen. nachdem einige der Spießgesellen bereits festgenommen werden konnten, gestern den Führer der Bande dingfest zu machen. Unter den Verhafteten befindet sich auch eine Frau, die Schwägerin eines Zuchthäuslers, die mit diesem verkehrte, und dre ebenfalls als Täterin in Frage kommt. Die Hauptschuldigen sind der Gelegenheitsarbeiter Christian Wilhelm Hoffmann, der Photograph Emil Sterzenbach, der in Frankfurt unter dem Ramen „der lange Emil" in Verbreche rkreisen eine große Rümmer hat, und der Tagelöhner FririttiH Christian Hoffmann, sowie dessen Ehefrau Eva Hoffmann. Die Verhafteten sind geständig. Die gestohlenen Sachen konnten noch nicht herbeigeschafft werden, doch ist man den Hehlern auf der Spur. Preußen. 2] Wetzlar, 29. Jan. Die gestrige Stadtverordnetensitzung hatte nach verschiedener Richtung hin ein ganz besonderes Gepräge. Erstens galt es, einen Schlußstrich unter die einjährige mühsame Arbeit des Prüfungsausschusses zu setzen, der bekanntlich Anfang vorigen Jahres auf Grund einer Interpellation der Deutschen Dolkspartei und einer weiteren Anfrage der SPD.-Fraktion eingesetzt worden, war. Er hatte die schwierige Aufgabe, die gesamte Bautätigkeit der Stadt auf der einen Seite und die finanzielle Auswirkung auf der anderen Seite zu überprüfen. Dabei war unter alles, was in der Inflationszeit gemacht worden war, ein Strich gesetzt worden. Der Prüfungsausschuß, der in vier Unterausschüssen die ganze Materie in Bearbeitung genommen hatte, erstattete nun gestern Bericht über feine Tätigkeit, wobei sich d-e Berichterstatter nicht mit Einzelheiten beschäftigten, sondern in großem Rahmen einen Ueberblicf über den Erfolg ihrer SätigMt gaben. Nur Einzelheiten von ganz besondere Wichtigkeit wurden auch hier erörtert. Die anderen Ausstellungen waren in einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses mit der Verwaltung soweit möalid) geregelt worden. Auch den Fraktionen waren schriftliche Berichte zugefertigt. Die säst einstündige Debatte, in der besonders die leidige Friedhofsfrage, die Angelegenheit der S p i l b u r g und teilweise auch die Hochbau- tätigten der Stadt erneut einer kritischen Besprechung unterzogen wurden, gab der Verwaltung und besonders dem bisherigen Baurat Klee- mann Gelegenheit, sich zu den vorgebrachten Punkten aufklärend zu äußern. Die Stimmung der Stadtverordneten war jedoch im allgemeinen versöhnlich, war es doch die letzte Sitzung, der Baurat K1e e m a n n beiwohnen konnte, weil er am 1. Februar feine hiesige Stelle verläßt, um bei der Stadt Elbing einen gleichen Poften zu übernehmen. Allgemein bedauert wurde zwar, daß es nicht möglich gewesen sei, die Berichte schon vor einem halben Jahre zu erstatten. So ist auch dieser Punkt, der immerhin zeitweise einigen Staub aufgewirbelt hatte, in gegenseitigem Frieden erledigt. — Der nächste Punkt der Tagesordnung, betr. die Wiederbesetzung der besoldeten Beigeordnete n ft e 11 e , wurde auf Vorschlag des Bürgermeisters in die nichtöffentliche Sitzung übernommen. — Bei dem folgenden Punkt handelte es sich um die Bürgschaftsübernahme der Stadt für ein neues Bauprojekt des Spar - und Bauoer- oereins, der im laufenden Jahre mit dem Bau von 63Wohn ungen beginnen will. Der größte Teil der Wohnungen soll auf die Stoppelberger Hohl in die Kojen. Roch viele Stunden wird es dauern, bis wir in das 3agdgebiei kommen. Rur die Wache steht gähnend auf der Brücke und sieht manchmal auf den Kompaß, doch meistens in die wesenlose Dämmerung, die hier oben Rächt heißt. 3m Zischen des eilenden Kielwassers, im dumpfen Stoßen der Maschine schlafe ich ein. Hm sechs Uhr morgens geht die erste Wache in die Ausgucktonne, bald erscheint auch der Schütze mit einer Tasse dampfenden Kaffees in der Hand, besieht sich die Kanone, besieht sich das Meer und lädt mit einer Harpune samt Sprenggranate. Er weiß offenbar, daß ich kein Waljäger fentern im Gegenteil ein Literat bin und erzählt mir deswegen schnell ein paar Geschichten. Wit einem Schlag seines Schwanzes kann ein Wal die Schiffsschraube havarieren, („Lächerlich!"): wenn ter Wal unter dem Doot zufällig wieder auftaucht, gelingt es ihm zuweilen, das ganze Doot zum Kentern zu bringen, („ausgerechnet!"): oder der Wal schleppt uns, wenn er die Harpune im Leibe hat, aber noch lebt, stundenlang an der Trosse nach Rorden, bis wir ins Treibeis kommen („alter Märchenerzähler!"), und was ähnliche Roveilen mehr sind. Rorwege'r haben oft eine wilde Phantasie. Gegen neun llfjr — die Sonne brennt schon, Wasservögel tummeln sich Wind ist aufgekommen, die See erregt sich langsam, — meldet der Mann im Ausgua: „Wale backbord voraus!" Das Ruder wird herumgelegt, wir gehen auf volle Fahrt, aber erst einige Minuten später sehen wir am Horizont silberweiß die Spritzer. Run haben wir äußerste Kraft. Der Schütze tritt an die Äa-rone. 3mmer deutlicher wird ter zu stehen kommen, der Rest in die Kolonie Niedergirmes. Die Kosten des Projekts werden auf 8 0 0 0 0 0 Mark geschätzt. Hiervon soll die Stadt für 500 000 Mk. die Zinsgarantie übernehmen. Die weitere Belastung der Stadt besteht darin, daß auch ein Teil der nicht auf Mieten ab- wälzbaren Zinsen von ihr getragen werden muß, was eine Belastung des ordentlichen Haushalts mit jährlich 25 000 bis 30 000 Mk. ausmachen wird, und zwar auf eine Reihe von etwa fünf bis zehn Jahren. Unter dem Druck der Wohnungsnot und weil die Stadt bei selbständigem Bauen wohl mehr als den doppelten Betrag an unrentierlichen Kosten zu tragen hätte, entschloß sich das Kollegium, dem Vertrag zuzu stimmen. Hierbei wurde noch ein Wunsch des Stadtverordneten Köhler zum Beschluß erhoben, die Arbeiten möglichst an Wetzlarer Handwerker zu vergeben. — Als dringlich wurde noch die st ä d t i s ch e Friedhofsord- n u n g auf die Tagesordnung gesetzt und nach kurzer Debatte nach den Kommissionsbeschlüssen angenommen. — Nach Schluß der nichtöffentlichen Sitzung begab sich der größte Teil der Stadtverordneten in das Hotel „Herzogliches Haus", um dort eine kleine Abschiedsfeier für den scheidenden Bau- rat K l e e m a n n abzuhalten. Hierzu waren auch die Beamten des Stadtbauamts und der Stadtvermessungsobteilung erschienen. Als erster Redner ergriff hier Bürgermeister Dr. Kühn das Wort, um dem scheidenden Beamten Worte herzlichen Dankes für seine erfolgreiche sechsjährige Tätigkeit zuzurufen. Er erinnerte an die schwierigen Aufgaben, die in dieser stürmischen Bauperiode und besonders während der Inflationszeit von Herrn Kleemann in teilweise mustergültiger Weise gelöst worden seien. Mit hem Dank der Stadt verband er gleichzeitig den Wunsch auf ein weiteres Wohlergehen und neuer erfolgreicher Arbeit im neuen Amtsort des Scheidenden. Auch von feiten der Stadtverordneten aller Fraktionen wurden Worte der Anerkennung und des herzlichen Dankes zum Abschied mitgegeben. Allen Rednern dankte der Geehrte in herzlicher Weise, dabei noch besonders auf die wertvolle Mitarbeit seiner Beamtenschaft hinweisend. In gemütlicher Stimmung blieben die Teilnehmer noch lange zusammen. Q Dutenhofen, 30. 3an. Heute fand hier unter reger ‘Beteiligung, besonders Gießener, die Fischerei-Verpachtung der in hiesiger Gemarkung Bclegenen Teile des sogen, alten Lahnbetjs auf weitere 6 3ahre statt. Die Gesamtsumme übertrifft die seitherige von 1920 um mehr al; das Dreifache. Rachfolgend die Resultate: 1. Distrikt oberste Hecken (nach Gießen zu gelegen) früher 50 Mark, jetzt 151 Mark, August Paskoe -- Dutenhofen, 2. im gleichen Distrikt früher 45 Mark, jetzt 231 Mark, 3ng. Ferdinand Hengst- Gießen, 3. daselbst früher 30 Mark, jetzt 105 Mark, Friedrich Otter- Gießen, 4. Kleebach früher 13 Mark, jetzt 21 Mark, Lehrer Gaß- Dutmhvfen, 5. Distrikt Drück (am Stellwerk nach Wetzlar zu gelegen) früher 60 Mark, jetzt 141 Mark, Edmund Richter- Gießen, 6. daselbst (Teil nach der Lahn zu) früher 51 Mark, jetzt 183 Mark, Anglerklub Gießen, 7. Pferdeloch früher 5 Mark, jetzt 50 Mark. Heinrich Gengnagel- Dutenhosen, 8. Welfchbach früher 30 Mark, jetzt 25 Mark, Wilhelm Rinn» Dutenhofen. An letzteres Revier ist die Dedingung angeknüpft, daß der jeweilige Pächter verpflichtet ist, jährlich 1000 einjährige Forellen einzusetzen: dies dürfte die Dietlust stark beeinträchtigt haben. XX Kinzenbach, 30. 3an. älnser Dahn- Hofsvorsteher K. H o h wurde mit Wirkung vom 1. Februar zum Eisenbahnsekretär ernannt und nach Wetzlar versetzt. Der Weggang des stets zuvorkommenden, liebenswürdigen Deamten, ter seit 1. 3uli 1912 hier bedienstet war, wird allgemein bedauert. ch. R a u b o r n , 29. 3cm. Mitte 3anuar verstarb unsere liebe Pfarrfrau. 3hr 3alte, unser feit einem 3ahre pensionierter Pfarrer Wilhelm Schneider, ließ sich, obwohl schwer erkrankt, noch ans Grab tragen. Acht Tage später, am 27. 3anuar, wurde er selbst neben seiner Gattin zur letzten Ruhe gebettet. 3n dem außerordentlich großen Trauerzug schritten die Einwohner ter Pfarrei, die Geistlichen ter Synode Draunfels, die Angehörigen, Verwandten und Freunde unter den Klängen der Posaunenchöre der beiden Pfarrdörfer nach dem Friedhof mit seiner alten Kirche. Die Liebe und Verehrung für den Heimgegangenen kam hier sichtbar zum Ausdruck. 3n tief- durchdachter Rete schilderte ter jetzige Orts- geistliche, Pfarrer Schiefer st ein, das Leben und Wirken des Heimgegangenen AmtsbruderS. 3eter Geistliche trat ans Grab und rief dem geschätzten Schläfer ein Dibelwort ins Grab hinein. Die Kirchen- und Gemeindevertretung en, die Vereine, die Konfirmanden und der Verein alter Durschenschaster schmückten das Grab mit Kränzen. Ein gemischter Chor und ein Gesangverein fangen stimmungsvolle Trauerlieder. Kreis Biedenkopf. T Waldgirmes, 30. Jan. Bei der gestrigen Verpachtung unserer beinahe 1000 Hektar großen Jagd blieb Herr Schmeer au» Dute» bürg mit 1510 Mark Höchstbietender. Da nachträglich von anderer Seite ein Gebot von 16 0 0 Mark erfolgt ist, kommt die Jagd wahrscheinlich nochmals zum Ausgebot. DiUkreis. U Eisemroth, 30. Jan. Der bei der neuen Provinzial st raße zwischen der Nachbargemeinde Uebernthal und B i s ch o s s» fen wird demnächst in die Wege geleitet. Die Vorarbeiten haben bereits begonnen. Zur Zeit stellt nur ein Feldweg die Verbindung zwischen den beiden Ortschaften her. Eine Anzahl Arbeitsloser sindet hier wieder Beschäftigung. Der Bau der Straße erfolgt durch den hiesigen Daunternehmer Schmidt. Kirche und Schule. Dorskirchentayung Giehen. Dieser Tage sand unter Le.tung von Pfarrer Mahr-Gießen eine D o r f k i r che n t a gung in Gießen statt, zahlreich besucht von Geist- lichen aus dem nördlichen Oberhessen und Hessen- Rassau. Der Leiter ter „Dorft.rche", Pastor D. theol. v. Lüpke - Göttingen, sprach über „D i e Einsegnungsfrage und die kirchliche Sitte". Während sonst die Einsegnungsfrage dogmatisch und theollg sch behandelt wird, wußte v. Lüpke die Einsegnung als Bollssitte zu werten und suchte von hier aus, aber ebenso sehr tron ter Psychologie des Kindes aus die Fragen der Wahrhaftigkeit des Geistlichen und des Kindes bei der Konfirmation, die Reugestaltung des Konfirmandenunterrichls, ter Einjegnungs- feier und ter Abendmahlsfeier zu beantworten. Dem geistvollen Vortrag folgte eine lebhafte Debatte, in bet die Herren Prof D. theol. Frick. Dekan G u ß m a n n, Pfarrer Gockel, Behr ich u. a. über das Volkstum, die Verstädterung des Landes, die Hinausschiebung b?3> Konfirmaiions- alters, die Abtrennung ter Konf'rmat on von der Schulentlasfungsfeier sprachen. Am Rachm tag referierte Pfarrer Mahr-Gießen über „S i e Verschulung de r Religion und die Dorfkirche". Erfreulich war die Anteilnahme zahlreicher Lehrer. 3n eingehender wissenschaftlicher Auseinandersetzung, unter steter Dez: g- nahme aus die modernste Pädagogik und Psychologie, zeigte ter Vortragende die großen Spane nungen auf, die zwischen Relig on und Schule, Frömmigkeit und älnterricht im Unterrichtsbetrieb und älnterrichtsveifahren bestehen, um dann im Erlebnisunterricht, in den Gedanken ter Arbeitsschule und ter Schulgemeinde, in einem neuen Verständnis für die Bedeutung ter Lehrerpersönlichkeit gegenüber aller Methodenglänbigkeit die Wege zu zeigen, durch die die Verschulung der Relig'on vermieten und die religiöse Entfaltung des Kindes gesichert wird. Stark wurden die Wesensunterschiete zw'schcn Stadt und Land herausgehoben und die Dorfschule als ideale Schulgemeinte gewürdigt. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Rektor Loos, Pfarrer Deyrich, 3 ä g e r, Weck, Volkshochschulwart Kammer u. a.; man sprach über die ländliche 3ugendarbeit, die Volkshochschule, die fromme Häuslichkeit des Dorfes, das Vereinswesen auf dem Lande und die Jugend. Die gleiche Tagung sand am folgenden Tag in Alsfeld statt. Eine Dorfkirchentagung Gießen wurde begründet. Gerichtssaal. Das Isenburger Explostonsunglück vor Gericht. WSN. Offenbach, 30. Jan. Am Freitag- nachmittag ging nach vierstündiger Verhandlung der Prozeß gegen die beiden Inhaber der euerwerkskörpersabrik Neu-Isenburg, Friedrich Sturm und Peter L e i ch u m, zu Ende. Die Schuld der beiden Angeklagten war durch die Zeugenaussagen und die Darlegungen der beiden als Sachverständige geladenen Offen» bacher Gewerveräte in vollem Umfange erwiesen. Sie haben durch Fahrlässigkeit den Tod von sechs Menschen verschuldet. Der Staatsanwalt beantragte für jeden zwei Jahre Gefängnis. Das Gericht erkannte auf eineinhalb Jahre Gefängnis für jeden Angeklagten. Sturm, der schwer neroenkidend ist, wurde vor- läufig aus der Hast entlassen, während Leichum in Hast bleibt. Ragout Hn im Wiesbadener Ratskeller. WSN. Wiesbaden, 30.Jan. Der Reftaura- teur des hiesigen Ratskellers, der jahrelang Jeder Weinhändler liefert: /' SEIT 1863 ” SCHIERSTEIN I. RHO VERTRETER: H. Elges jr., Gie ’en, Seltersweg 68 hvchgeblasene Wasserdampf, der in der zitternden Sonnenluft einige Sekunden stehen bleibt und sich dann schäumend zerteill. Wir zählen drei, vier dieser Strahlen, dann sind sie plötzlich wieder verschwunden, die Wale haben nun für eine Weile ihren Luftvorrat. Die Maschinen gehen auf halbe Kraft zurück, langsam, langsam treiben wir in der Richtung auf den Schwarm. Der Schütze befiehll jetzt eine leichte Wendung nach Steuerbord, sein 3nstinkt telegraphiert ihm die Ortsbestimmungen. Richtig, nach fünf Minuten taucht der Schwarm dreißig Meter vor uns auf, man sieht die schwarzen, fettig glänzenden Ruk- fen deutlich in der weißen Gischt. Ein paar dicke Wasserstrahlen steigen auf, dann fuu) lie wieder in ter Tiefe verschwunden, die Wajier- fläche ist eben und ohne Spur, — die Tiere kommen nicht wieder hoch. Der Schutze hat sich täuschen lassen. Er tobt, er schäumt, er brüllt, er ist rasend, aber es hilft nichts. Die haben feine Berechnungen durchkreuzt, also weiter. Wo die Herde wieder auftauchen mag, ist ganz unberechenbar. Es kann an der Bordwand, es kann aber auch tausend Meter ttKnter jwrte lich sein. Die Schützen verlassen sich hierbei auf ihre geheimnisvolle, dem Laten völlig rätsell haste Witterung. Wir gehen auf 500 Meter nach Westen und liegen dann ganz still. Man hört keinen Laut, sHoach brodeln die abgestoppten Maschinen, - fieberhafte Spannung all^ sucht die Wasseroberfläche ab, der Schuhe hat tee Hand am Abzug. Wahrhaftig, plötzlich tauchen die Wale direkt vor uns aus ter 0.9* 74,25* Wcbcrt Montan........ TclluS Bergbau....... 84 88 85,5 90 Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . ... 122* 135' 123 5* 1.39* 121 5* 134,5* 121.5* 136* Theramtsche Werke Albt« . . Zementwerk Heidelberg . . . — _ 71 72 Philipp Holzmann...... 56 58,5 55,5 — Anglo-Lont. (Yuano..... — 83 Chemische Maner Alapin . . 9- G Harbenindusirte, Ä «G- 127* 128,7* 127* 128.6* 67,5 Goldschmidt.......... 65 6 58 5 72 5 90 100* 64,9 71,62 bolzverkohlung........ viiitgcrswcrke......... 67,75 72 88 5 98,5* Scheideanstalt ........ flöfl. ElektrtzttätL-lIesellschaft 98.9* 97* Bergmann .......... Matnkraftwerke ..... 87,5* <8,75 — 85.25* 87.5* Schlickert........ . . Siemens & HalSse ...... 86* 103,5* | 90* 105* 86,25* 101,7* 89.5* 104 5* Adlcrwerkc wiener ...... 84 37 02 75 34.5 37.5 85,13 Daimler Motoren. ...... 34,5 23 35,5 Hevligenftaedi......... Mcguin. ......... . 30 80,25 Motorenwerke Mannheim . '-I — Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Brann . . ________ 1 — — 101 56,65 60 57 Schuhfabrik Her«..... . 20 25 i — 20,5 4 Sichel.............. _ .HcÖftoff Daldhof....... 96 42,6 97 96,25 42 100 Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäukel . . . Berliner Börse. (Eigener Drahtbenchi des ..Gießener Anzeigers".) Berlin, 1. Febr. Die Börse begann in der neuen Woche in sehr festen Tendenz. Die Kurie lagen an den Terminmärkten etwa 1 bis 2 Prozent über den letzten Schlußnotierungen. Auch die variablen Werte hatten gleichartige Steigerungen zu verzeichnen, lieber das Maß dieser Gewinne gingen die einiger Soezialwerte hinaus. So bestand für Schutzgebietsanleihen und Kolonialwerte starkes Interesse. Schutzgebiet zogen bis auf 7,25 an. Von Kolonialwerten zogen Südsee, die vorbörslich noch mit 33 gehandelt wurden, inerhalb weniger Minuten auf 39 an. Stärker beachtet wurden außerdem Kriegsanleihe (0,265), ferner der Markt der Oel-Papiere, die Mehrzahl der Elektrowerte infolge der bekannten Erwartungen einer Kombination inner- mit fliegendem Atem erzählte, daß man Heinz Wallot aus Aegypten zurückerwarte. „Ja," nickte der Kapitän und strich Margot über die heißen Wangen, „Heinz Wallot ist ein Mann von echtem Schrot und Korn; nicht so ein Windhund wie dieser Mühlfeld. Den Heinz — ja, den gönn' ich dir, Mädchen!" „Onkel Otto!" Ein leiesr Aufschrei, und abermals barg die Blinde ihr blutübergossenes Köpfchen an Hinriks Brust. „Wat denn, Kinnina?" Der alte Herr war ganz verlegen und fing an stark zu poltern, wie immer, wenn er seine Gefühle zu verbergen wünschte. „Du bringst mich ja in 'ne feine Situatschon! Wat soll denn Vatting sagen, wenn hei so ganz taufällig us'm Fenster kiekt und sieht uns hier lebende Bilder stellen? Aeverst," und er hob seiner kleinen Freundin das Köpfchen hoch — „wat nu deinen Heinz Wallot betrifft, so ist bat wirklich 'n ganzen Kirl! Allen Respekt vor dem — und dir, lütt Dem, meine Gratulatschon!" Margot stammelte in lieblicher Verwirrung: „Onkel Otto, das darfst du niemandem sagen, hörst du, niemand!" „Gott fall ml bewahren!" Da kam es wie ein Hauch von des Kindes Lippen: „Denn jetzt bin ich ja blind, da ist doch alles zu Ende!" „Nein, nein, Süßing", energisch schüttelte der Kapitän den Kopf. „Da kenn' ich Heinzen besser!" „Sei still, Onkel Otto," flehte die Blinde, „ich werde mein Geheimnis für mich behalten, und außer dir darf es keiner, keiner wissen!" „Bis er's dir selber entlockt!" „Nein, nein — du sollst so was nicht sagen!" „Wenn's aber doch die Wahrheit ist?" „Nein, ich will nicht — da laufe ich dir davon!" Sicheren Schrittes eilte das Mädchen durch den Garten dem Haufe zu. „Aber, Kinning, du wirft fallen!" rief ihm Hinriks sorgend zu. „Hier? —" Margot blieb einen Augenblick stehen. „Hier, wo ich jeden Schritt und Tritt kenne? Hasch' mich doch, Onkel Otto, wenn dr kannst! Du fängst mich ja doch nicht!" Sie hatte ihre heitere Unbefangenheit wieder- gesunden und eilte wie ein Reh davon. Eben war sie im Haus verschwunden, da erschien Lorenzen aus dem Seitenflügel. Auch er wollte sich noch den halb der deutschen Elektro-Jndustrie unter Bevor zotzung einer befreundeten amerikanischen Elektri- Utätsgruppe, und schließlich Montan Aktien. Unter Führung dieser eben genannten Werte tonnten auch die 'Jlebengebiete später noch weiter an« ziehen. Die noch ansteigende Zahl der K o n k u r s e in Deutschland und neuerdings vorliegende vorsichtigere Beurteilungen der deutschen Wirtschaftslage konnten die optimistische Stimmung kaum beeinträchtigen. Am Geldmarkt war Tagesgeld noch etwas gefragt zu 7,50 bis 9 Prozent, Monatsgeld nominell 8 bis 9 Prozent, es fanden hierin aber kaum Umsätze statt. Im Devisen- verkehr hörte man die bisherigen Kurse. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. _____________(Ohne OetDöbr.) SO Jan. 1 Hebr. Amtliche <«eld Hoti rnng Brief Amtliche Notierung (Seid Brief Amft.«9toli. 168,23 168,75 168.56 169,98 Buen.-Airre 1,734 1,738 1.736 1,740 Brss.'Antw 19.065 19,105 19 07 19,11 Christianta. Kopenhagen 85 31 85.53 85,39 85,61 103,74 112,28 104,00 1U3.87 1'14,13 Stockholm . 112,56 112.29 112,57 HclsingforS iftalicn. . 10,547 16,89.1 10,587 16,935 10.647 16.82 10,584 16,86 London. . 20,399 -'0,451 10,407 20,459 Neuyork - . 4,195 4,205 4.195 4j2O5 Paris. . . 15,83 15,87 15,46 15,10 Schwei; . . 80,8-« 81,08 10 91 hi 'n Spanien . . 59,23 59,37 59,23 59,37 Japan . . . 1,88!) 1,893 1.886 1,89'1 9tio de Jan Wien in D.' 0.622 0.624 i) 626 1.625 CtfL abgest >9,06 59,20 >9.07 69,21 Prag . . . . 12.415 12.455 12.412 12,452 Belgrad . . 7.4D 7,42 7,41 7,43 Budapest. . 5,873 5,893 5,873 6,893 Bulgarien 2,885 2,895 2.885 2’895 Lissabon 21,225 -1,275 21 225 21 '275 Danzig. . 80.90 81.10 80 »2 8142 Konstantin. 2,202 2,212 2,211 2.S>1 Athen 5.84 5.86 5.89 5.91 Canada. . 4.188 1,198 4.188 4,198 Uruguay . 4,305 4,315 4.312 4,315 Banknoten. _____ (Ohne Gewähr.) Berlin, 30 Jan Geld Brief Amerikanische Noten..... LIO", 4,215 Belgische Noten........ Dänische Noten ....... 19 005 103,93 19 105 101,50 Englische Noten Französische Noten ...... Holländische Noten ...... 20.362 20,462 15,88 15 96 16 7,83 168.67 Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Z'Utsch'Ocstcrr., ä 100 .ffrouen Numanische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten....... 16 93 85.09 68,93 17,01 85 51 69,23 111,97 112,53 80,88 81/28 Spanische Noten..... . Tschechoslowakische Noten . . 59,05 12,303 59 35 12.453 Ungarische Noten. . ... 5,8'12 6,872 Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 1. Febr. Tendenz. F e st. — Die Börse zeigte auch zu Monats- beginn eine stark aufwärts strebende Effektenbewegung, die ihren Ausgangspunkt vom Montan», Elektro- und Schiffahrtsmarkt nahm, wobei für die Werte dieser Gebiete heute größere Kaufneigung bestand, an der auch das Publikum größeren Anteil nahm. An der Spitze der Haussebewegung standen Elektroaktien. Hier stimulierten Gerüchte, daß die vor dem Kriege bestandenen Beziehungen zwischen der AEG und der amerikanischen General-Elec- tric-ComPanh wieder ausgenommen werden sollen, wodurch für die deutschen elektrischen llnter- nehmungen sich große Vorteile einstellen würden. AEG konnten infolgedessen eine Steigerung von 4 Prozent erzielen. Auch für Montanaktien stellten sich Steigerungen von 2 bis 4 Prozent ein. Chemiewerte, die heute erstmals an der Frankfurter Börse in einem Kurs notiert werden, waren stark begehrt und hatten bei stürmischem Geschäft Avancen bis 2 Prozent aufzuweisen. Bank-Aktien verkehrten in fester Haltung. Unverändert lagen auch Auto- und Maschinenwerte, von denen Kleher von 34 auf 37 anzogen. Zuckeraktien schlossen sich der Aufwärtsbewegung an, Stuttgarter Zucker wiesen eine Steigerung von 4,5 Prozent auf. Der Kassamarkt der Jndustriepapiere war überwiegend fest. Im Verlaufe bewirkten lebhafte Käufe auch für S ch i f f a h r t s a k t i e n bedeutende Kurssteigerungen, wobei Nordloyd um 7 Prozent und HaPag um 2 Prozent höher gingen. Deutsche Anleihen notierten gleich- fallä fester. Kriegsanleihe 0.261, Schutzgebiet 7.175. Der Freiverkehr tendierte fest. Api 0,4, Beckerftahl 47 Proz., Deckerkohle 52 Proz., Benz 33 Proz.. Drown-Boveri 62 Entreprise 9, Growag 50 Proz.. Krügershall 89 Proz. Der weitere Verlauf blieb zuversichtlich. Zwar kam es vereinzelt zu Schwanlungen, doch behielt immer wieder die s e st e r e T e n d e n z die Oberhand. Das Geschäft blieb unverändert lebhaft. Der Geldmarkt ist noch etwas angespannt, doch machen sich bereits Anzeichen eines größeren Angebotes bemerkbar. Monatsgeld ist unverändert 7 bis 91/, Proz. je Adresse. Bankdiskonten 6 bis 6% Proz., Industrie-Akzepte Z’/2 Proz. .Im Devisen verkehr liegt das englisöFr Pfund fest. Paris notierte gegen London 129,20. Die übrigen Valuten sind unverändert. Frankfurter ©ctreibcbbiic. Frankfurt a. M., 1. Febr. Cs wurden notiert: Weizen, Wetterauer 27. Roggen, inländ. 17,75 bis 18, Sommergerste für Brauzwecke 21,50 bis 23,50, Hafer, inländ. 18,50 bis 21,50, Mais, gelb 19,50 bis 19,75, Weizenmehl, inländ., Spez. 0 40,75 bis 41,25, Roggenmehl 26 bis 26,50, Weizenkleie 10,75 bis 11. Roggenkleie 11 bis 11,25, Erbsen 28 bis 34, Linsen 40 bis TOr^jeu. südd.» gut, trocken 9,50, Weizen- und Roggenstroh 5 bis 6, Treber, getrocknet 17,50 bis 18. Tendenz stetig, Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 1. Februar. Auftrieb: 1201 Stück Rinder, darunter 327 Ochsen, 44 Dullen. 830 Färsen und Kühe, 379 Kälber, 92 Schafe, 4147 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Rinder- Ochsen, vollfleischigs ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 46 bis 53, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 36 bis 45, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 30 bis 35; Bullen, vollst, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 40 bis 48, vollfl. jüngere 35 bis 39; Färsen und Kühe, vollfl. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 46 bis 53, vollfl. ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 38 bis 44, wenig gut entwickelte Färsen 35 bis 45, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 28 bis 37, mäßig genährte Kühe und Färsen 20 bis 27. gering genährte Kühe urtö Färsen 15 bis 20. Kälber: Feinste Mastkälbee 65 bis 70, mittlere Mast- und beste Saugkälbev 58 bis 64. geringere Mast- und gute Saugkälber 48 bis 57, geringe Saugkälber 35 bis 47, Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 42 bis 48, geringere Masthämmel und Schafe 33 bis 41. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 25 bis 30. Schweine: Vollfl. von 80 bis 100 Kg. 73 bis 75, unter 80 Kg. 65 bis 72, von 100 bis 120 Kg. 74 bis 76, von 120 bis 150 Kg. 73 bis 75, unreine Sauen und geschnittene Eber 55 bis 65. Marktverlauf: Sperrmarkt bei alle« Viehgattungen, bei Schweinen äleberstand. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Rmschau".) Dienstag, 2. Februar: 2.30—4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Neue Operetten. 6—6.30 Uhr: Die Lefestunde: Aus dem Roman „Pitt und Fox" von Friedrich Huch. 6.30—7 Uhr: Uebertragung von Kassel: Volkswirt Bruno Jacob, B. D. V., spricht über „Reifeeindrücke aus Südslawien". 7—7.30 Uhr: Funkhochschule Frankfurt a. M.: „Was will der Arzt in der Schule?", Vortrag von Stadtmedizinalrat Dr. Hagen. 7.30—8 Uhr: Frankfurt a. M.: „Die Grundlagen der chinesischen Kultur IV", Vortrag von Professor Wilhelm. 8 Uhr: Uebertragung von Berlin: „Der Gauklerkönig", Operette in 3 Teilen von Jean Gilbert. Sauen- verleiht rosiges, Jugendfrischei Antlitz u. ein rein. zartcrTcint Alles dies erzeugt die echte 8» SL 6L ASfödötipfErd-Safo KÄ uW - 4 Ä die beste Lilienmilchseife Vi Bergmann & Co., Radebeul. Oberin zu haben Kreni-Drog. August Noll, Nenstadt-Droij. Eans Nell P. J. lilöbs, Seifenfabrik, Germania-Drog. C. Seibel Adler-Drogerie W. Waldschmidi, Drogerie Georg Wallenlela, Drogerie Otto WiatorhoIL 27c für Hanger, Sporisleute, Raucher Wohnräumen begeben, da entdeckte er den Kapitän. „Na nu, Hinriks," rief er, „was treiben S i e denn hier?" „Ich hab' meinem Liebling Gesellschaft geleistet." „Margot? Hat sie Ihnen gesagt?" „Was? Daß Wallot zurückkommt? Das soll wohl so sein! Das Kind ist ja außer sich vor Freude." „Hm. Na ja." Leicht verärgert spottete es der Alte nach. „Scheint Ihnen nicht recht zu sein, Lorenzen, was?" Der Bankier schaute bedenklich drein. „Es ist zweifellos," sagte er dann erregt, „daß Margot eine Neiaung zu dem jungen Manne spürt — doch ich fürchte —" „Fürchten! Da gibt’s gar nichts zu fürchten!" polterte der Kapitän. „Das Mädchen mit feinen erloschenen Augen sieht uns allen ins Herz. Bei Wallot wird sie kein Fehl entdecken." „Alles schön und gut. Aber es ist doch schließlich eine unglückliche Neigung. Ich meine, man sollte des Kindes Gedanken ablenken!" „I, warum nicht gar! Lasten Sie ihr doch ruhig ihr Ideal! Margot braucht einen Menschen, an dem sie sich aufrichtet. Die Atmosphäre hier im Hause drückt sie nieder." „Hinriks!" „Na ja doch! Nur nicht gereizt sein! Glauben Sie denn.Lorenzen, das Kind fühtt's nicht, wie Sie mit Andrea stehen?" „Ich liebe sie aufrichtig und wahr!" „Weiß ich! Und sie teilt Ihre Empfindungen!" „Na also!" „Und dennoch ist etwas zwischen euch getreten, Lorenzen, was euch trennt. Weshalb haben Sie kein Vertrauen zu Ihrer Frau?" „Aber, Kapitän!" „Ausreden lasten — Potz Donner und Sturm!" /Tiber nicht hier auf dem Präsentierbrett. Kommen Sie mit ins Haus." Brummend folgte der Seemann dem Bankier nach dessen Herrenzimmer. Lorenzen drückte ihn in einen Klubsessel und bot ihm eine Zigarre an. „Danke," knurrte Hinriks, „ick treck min Pip vor." „Damit kann ich freilich nicht dienen. Aber es ist Frühstuckszeit. Wenn ich Ihnen einen Imbiß anbieten darf —" „'nen Schluck Rotspon schlag' ich nicht ab. So, danke, nur halbooll! Prost, Lorenzen! Wir wollen MMMMaMaaMMaBMBaaoMMBMaawaaaaMWi UNS wieder vertragen! Aber was ich gesagt habe, sollten Sie man beherzigen! Sie wissen's ja auch selbst ganz gut. Eure Ehe, die sich so schön anließ, hat ’nen lütten Rammschaden trügen. Das ist doch nicht wegzuleugnen! Irgend etwas ist euch gegen die Planken gefahren. Nun ist's an Ihnen, die ramponierte Stelle auszuflicken, bevor's ein Leck gibt. „Aber ich versichere —" „Beim Klabautermann, Lorenzen, versichern Sie gar nichts! Ich bin gewiß der Letzte, der sich in eure Privatangelegenheiten 'reinmischt. Mich geht's nichts an, wer und was euch die Suppe versalzen hat. Aber einen guten Rat werden Sie mir nicht übel nehmen, was?" „Sie haben ein Recht dazu, Onkel Otto." „Na also. Dann seien Sie vernünftig, Lorenzen. Sprechen Sie sich mal gründlich aus mit Ihrer Frau. Und sagen Sie ihr auch, wie es mit Ihren Geschäften steht." „Mit — meinen Geschäften? — Wieso?" „Kein Versteckspielen, mein Lieber! Daß Sie schwere Sorgen haben, steht ja auf Ihrem Gesichte geschrieben. Und das übrige trägt bereits der Klatsch durch alle Gassen." Lorenzen erschrak. „Was?" rief er mit bebender Stimme, „soweit ist es bereits gekommen? Aber, nein, nein, nein — ich hab' gar keine Sorgen mehr! Freilich, Kapitän, Sie sollen es wissen. Ich st a n d dicht vor dem Ruin." „Sie st a n d e n? Also wär' Ihnen jetzt geholfen?" „Ja, durch Mühlfeld." Hinriks pfiff, durch die Zähne, dann sah er Lorenzen starr ins Gesicht unö sagte: „Diese Hilfe hätten Sie nicht annehmen sollen." „Nicht annehmen sollen? Warum nicht?" „Ich kenne Mühlfeld. Er ist kein Gentleman." „Sehen Sie, Hinriks, jetzt werden Sie ungerecht, wie es so viele gegen Mühlfeld sind. Ich behaupte, Sie kennen ihn n i ch t. Der Mann hat nur in durchaus uneigennütziger Weise unter die Arme gegriffen. Und zwar nicht zum erstenmal." „Hm. Wenn nur die Leistung die Honorarforderung wert ist." „Er verlangt gar feine Gegenleistung!" „O, Sie großes Kind!" (Fortsetzung folgt.)