Nr. 308KrühauSsaVe 182. Zahrgang Samstag, 31. Dezember 1932 Eriche,nr täglich, außet Sonntags und feiertags Beilagen: Dte Illustriert« (Bienener Familienblätter Heimat mBild Die Scholl« Monats-Bezugsprets: Mil 4 Beilagen R9.1 1.95 Ohne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernforechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift lür Drahtnachrichten Anzeiger Stehen Postscheckkonto: jironlfvrt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen lirnd vnv Verlag: vrühl'sche Untverfitüls-Vuch- und Stemöruderet R. Lange in Gießen. Schnftieitung und Geschäftsstelle: ZchuRtraße 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für 'J?c- klarneanzeigen von 70 > m Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. I.. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. V. TH.Kümmel sämtlich m Eie ie i Kräfte der Wellpolitik 1932. Don Dr. Paul Rohrbach. Alles Große ist einfach. Gilt das auch für unsere heutige Weltlage? Man könnte darauf antworten: Alles Kleinliche ist verzwickt — und gibt es denn überhaupt in unserer Zeit Politische Ideen von sortreihender Kraft? Offenkundig leben wir in einer Periode ohne große Persönlichkeiten. Die großen Ideen und die großen Manner bedingen einander, und nirgends s.eht inan Staatsmänner von hochüberragendem Format. Trotzdem und trotz der Verzettelung der Vö kerpolitik in hundert Kleinigkeiten, lassen sich die Grundzüge der Weltlage, sobald man nur die kreuz und quer laufenden, verwirrenden Details beiseite läßt, in Gestalt weniger großer Komplexe darlegen. Dabei lassen wir Wirtschaftsfragen, sogar die Krise der Weltwirtschaft, für heute aus dem Spiel. Wir wollen mit Deutschland beginnen. Deutsche innere Politik gehört nicht zur Aufgabe dieser Zeilen. Eins aber muß gesagt werden: Das innere deutsche Problem ist, um einen Ausdruck des früheren Reichswehrministers Dr. Gehler zu gebrauchen, die gesamtdeutsche Schau. Was ist das? Es ist diejenige Art von elementarem rationalem Empfinden, die bei uns mit dem Untergang der Hohenstaufen schwankend wurde, und mit dem Dreißigjährigen Kriege so gut wie erlosch das den anderen Nationen selbstverständliche Gefühl, daß Staat und Volk eins sind, und daß es gegenüber dem Ausland innerhalb eines Volkstums keine trennenden, sondern nur verbindende Kräfte geben darf. Daß wir angefangen haben, in dieser Richtung wieder einige Fortschritte zu machen, ist zu sehen aber darüber, daß wir geschlossener außenpolitischer Willensbildung noch ein großes Stück Wegs vor uns haben, dürfen wir uns nicht täuschen. Völlige Gesundung des deutschen Diationalgefühls wäre zugleich ein Mittel zur Gesundung Europas, denn die europäische Krankheit rührt nicht zum kleinsten Teil daher, daß die Gegner Deutschlands bisher stets mit der Uneinheitlichkeit der deutschen Willensbildung gerechnet haben und auch noch hum die Lehre empfangen haben, daß sie es nicht mehr tun dürfen. Gehen wir einen Schritt weiter, von der deutschen zur europäischen Lage, so ist diese durchaus von zwei zentralen Komplexen aus zu begreifen Der erste und wichtigste ist Frankreichs Bemühen, die ihm durch die Friedensdiktate zugefallene militärisch-politische Vormacht- stellung in Europa zu behaupten. Dies Ziel ist ungefähr identisch mit dem anderen, Deutschland daran zu hindern, daß es seine Lebenskräfte entfaltet. Gegen die französische Tendenz erheben sich verschiedene Widerstände. Die Zielstrebigkeit des nationalen Willens in Deutschland formt sich zwar langsam, aber sie beginnt, sich zu formen. Durch den Wegfall der deutschen Tribute und durch die Wirkungen der Weltkrise, die endlich auch Frankreich ergriffen hat, fängt es an, den Franzosen am (Selbe zu fehlen, um die von ihnen gegen Deutschland geschaffenen osteuropäischen Zweckstaaten militärisch-finanziell zu subventionieren. Gegen die nur nach antideutschen politischen Gesichtspunkten vorgenommene staatliche Umbildung Ost-Mitteleuropas — hauptsächlich des Do- nanraums — revoltieren nicht nur die natürlichen, wirtschaftsgeographischen und produktionstechnischen Bindungen, sondern auch die vergebens ignorierten kulturellen Scheidelinien. Richt umsonst hat man soeben von England aus den Serben zugerusen, sie sollten, wenn sie den jugoslawischen Staat nicht zerbrechen wollten, die serbische Diktatur über bie alten österreich-ungarischen Reichsteile durch eine Föderation-Verfassung ersetzen. Das alles arbeitet gegen Frankreich. Auch die italienische Politik, ja sogar die englische, soweit sie europäisch ist. finden ihre beherrschende Orientierung an der Ausgabe, sich der durch die Fciedensdiktate geschaffenen französischen lieber« macht zu erwehren. England wie Italien sehen sich letzten Endes beide daraus hingedrängt, wieder für bie Herstellung eines kontinental-europäischen Gleichgewichts zu arbeiten. Wir erwähnen auch noch den zweiten großen Komplex in Europa: Rußland — aber wir möchten es nur insoweit tun, als wir feststellen müssen, daß sich das rote Rußland von seinem eigentlichen Ziel, Herbeiführung der Weltrevolution, immer mehr abgedrängt sieht. Die näherliegende Ausgabe, neben der Durchführung der großen Offenslvidee, des Fünfjahresplans, auch das Volk vor dem Verhungern zu bewahren, absorbiert die Kräfte der Sotojetregierung heute schon so stark, daß die russische Außenpolitik zur Zeit nur noch als eine Frage von mehr oder weniger geschickten Gesten zu bewerten ist. Und endlich die Welt. Alles, was sich an überseeischen, weltpolitischen Vorgängen vollzieht, was dort auseinander und zurück auf Europa wirkt, läßt sich auf drei dynamische Wurzeln zurücksühren. Die erste liegt darin begriffen, daß Englands Suprematie zur See der Vergangenheit angehört. Die Vereinigten Staa- t e n stehen als gleichstarke Seemacht neben England, und erst das gibt ihnen die Stärke, auf Grund ihrer wirtschaftlichen Bedürfnisse und ^iele große internationale Politik, Weltpolitik zu treiben.'Von Zeit zu Zeit behaupten sie, sie täten es nicht, aber ste tun es, müssen es tun, schon weil sie der große Weltgläubiger sind. Die zweite Wurzel liegt in EnglandsRin- gen um den Zusammenhalt seines Imperiums. Dieser ist von zwei Seiten her gefährdet: dadurch, daß die englischen Tochtcr- völker jenseits des Meeres sich weigern, ihre Premiere des „Fliegenden Hamburgers". Oer neue Verlm-Hamburoer Gchnelliriebwagen der Veichsbahn wird der Presse vorgeführt. Hamburg, 30. Dez. (TU.) Nach den bisherigen bekannten Probefahrten des Berlin—Hamburger Schnelltriebwagens und nachdem am gestrigen Donnerstag Generaldirektor Dorpmüller einige führende Persönlichkeiten aus der Politik und Wirtschaft zu einer Besichtigungsfahrt eingeladen hatte, fand am heutigen Freitag gewissermaßen d i e Uraufführung für bie Presse statt Der Wagen verließ wie am Vortage um 10.32 Uhr den Lehrter Bahnhof. Außer zahlreichen geladenen Vertretern der Presse nahmen Verwaltungsbeamte der Reichsbahn an der Fahrt teil. Bis Spandau darf eine gewisse Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten werden, bann aber mürben 150 Stun - benfilometer bis Wittenberge durch gehalten. Hier mußte bie Fahrt wegen einer starken Kurve vorübergehend auf 60 Kilometer herabgesetzt werben. Die Geschwindigkeit bis Friedrichsruh betrug bann töieber 150 Kilometer, während der Rest ber Strecke mit etwa 100 Stun- benfilometer zurückgelegt mürbe. Eine kleine Unterbrechung bilbete ein Halt auf freier Strecke, ber burch bas Inkrafttreten ber Sicherheitsvorrichtungen infolge einer Undichtig- keit in ber Bremsvorrichtung hervorgerufen mürbe. Der Schaben mürbe schnell behoben Der Vorfall zeigte, baß die Sicherheitsvorrichtungen des Wagens gut funktionieren Dabei rnirkte die Bremse so sanft mie beim normalen Halten des Zuges. Es fährt sich auch bei Höchstgeschwindigkeit bes Triebmagens nicht anbers als im r D = Zug. Nur die kaum hörbaren Schläge roenn bie Schienennähte überfahren merben, folgen schneller. Bei runb 40 Meter Sekundengeschminbigkeit kommen fast brei solcher Schläge auf bie Sekunde, und man gemöhnt sich so schnell daran, daß man ein vorübergehendes Herabgleiten ber Geschwinbigkeit sofort bemerkt. Der Triebwagen velteht aus zwei Einheiten, die vorn und hinten auf je einem zweiachsgen Enddrehgestell ruhen und die in der Mitte in sinnreicher Weise auf einem gemeinschaftlichen Mittelgestell zusammengefaßt und gelagert sind. Die Enddrehqestelle tragen außerdem die zwei lausenden Dieselmotoren H2 Zylinder Maybach mit je 410 PS) und die Generatoren, in denen die erzeugte Kraft in elektr sche umgewandelt wird. Der Antrieb fitzt in den Achsen des mittleren Drehgestells in Gestalt von Elektromotoren. Irgendeiner Wartung bedürfen die Motoren während der Fahrt nicht. Durch Regelung der Umdrehung der Dieselmotoren durch einfache Hebel im Führer st and wird die Leistung der Elektromotoren und damit die Geschwindigkeit des Wagens geregelt. Ein selbsttätiges Bremsen des Zuges setzt ein, wenn der Wagenführer plötzlich aus irgendeinem Grunde ausfällt, sowie beim Tleberfahren eines Haltesignals. Der Schnelltriebwagen lief mit einigen Minuten Verspätung um 12.53 Uhr im Hamburger Hauptbahnhof ein. Nachdem die Pressevertreter den Wagen wieder verlassen hatten, setzte dieser seine Fahrt nach Altona fort, von wo um 14.35 Ähr die Rückfahrt nach Berlin angetreten wurde. Worum 150 Kilometer? Dorpmüller erläutert die technischen Zweckmäßigkeiten des Wagens. Im Vortragssaal des Lehrter Hauptbahnhoses begrüßte der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Dr. Dorpmüller, die Teilnehmer an dem Hamburger Ausflug und ging auf einige Fragen ein, die man an ihn gerichtet hatte. Man hat mich gefragt, warum man nur mit einer Geschwindigkeit von 150 Kilometern zu fahren gedenke, da man doch schon zu Anfang des Jahrhunderts 203 Kilometer erreicht und erst vor wenigen Monaten mit dem Propellerwagen 230 Kilometer erzielt habe. Wenn wir den Schnelltriebwagen mit 150 Kilometer fahren lassen, so gefchieht es deshalb, weil wir ihn so noch einfügen können in die bestehende gewöhnliche Zugfolge. Dann hat man gefragt, warum man nicht d i e b e r e i t s vorhandenenerprobt en Wagen benutzt, sondern neue von der Wumag (Waggon- und Maschinenbau AG.) hat bauen lassen. Bekanntlich muß die Hauptkraft der Maybach-Diesel-Motoren dazu verwendet werden, um den ungeheuren Luftwiderstand zu überwinden. Man hat deshalb alles, was diesen Widerstand noch erhöhen könnte, an dem Aeußeren des Wa - gens weggelassen. So hat man z. B. glatte Dächer geschaffen, alle Kanten und Vorsprünge vermieden Vielleicht wird die Reiselust gesteigert, wenn wir nur je einen Wagen, der übrigens 102 Sitzplätze hat, und in kurzen Abständen, also öfters, fahren lassen. Die Ansicht, daß die Tage der Dampflokomotive gezählt seien, dürfte sehr irrig fein. Als die Elektrizität kam, glaubte man auch, daß das Ende des Gases gekommen sei. Aber heute noch erstrahlen die Hauptstraßen Berlins im Scheine des Gasglühlichts. 3 Brennstoff- Schürze Kupplungen , Fahrmotor Zahnrad- Übersetzung Auspuff- Führerstand Triebdrehgestell Starkstromleitung f.d. Fahrmotor Schematischer Querschnitt durch den Führerstand und die Maschinenanlage des Schnelltriebwagens, der künftig auf der Strecke Berlin—Hamburg den PD-Zug ersetzen soll. Der Antrieb erfolgt durch zwei 410-P8-Dieselmotoren ■ Erste Innenaufnahme des 42 Meter langen Schnelltriebwagens, der 102 Passagiere befördern kann. kräftige wirtschaftliche Eigenentwicklung den Bedürfnissen des Mutterlandes anzupassen, und dadurch, daß von den überseeischen Untertanen- ländern das größte und wichtigste, Indien, sich mit wachsenden Kräften um feine Befreiung von englischer Herrschaft und englischer Ausbeutung müht. Damit berühren wir auch die dritte Hauptwurzel weltpolitischen Geschehens in der Ferne: die immer schärfer hervortretenden Folgen der Durchdringung der großen asiatischen Völker mit den Einwirkungen des geistigen, politischen und wirtschaftlichen Verkehrs mit dem Abendlande. Ein Beispiel dafür war uns schon Indien: ein weiteres ist Japan, das sich ausdehnen will wie die wachsende Wurzel im Fels; ein weiteres ist China, das die Waffe des Wirtschaftsboykotts in großem Stile wirksam gemacht hat; ein weiteres endlich ist die Türkei, die durch den Rückzug nach Angora unangreifbar geworden ist. Don diesen asiatischen Rationen, die man noch vor gar nicht langer Zeit als krank, als verzopft, als anbetend vor der Ueberlegenheit des weißen Mannes charakterisierte, werden in Zukunft immer stärkere weltpolitische Wirkungen ausgehen. Die Ausweisung des Kaplans Gutes. Treukundgebungen in Eupen. Aachen, 30. Dez. (TU.) Kaplan Gilles hat in Aachen bereits den deutschen Behörden berichtet. Immer mehr wird klar, daß der reichsdeutjche Kaplan ausgewiesen wurde, da er bestimmten belgischen Kreisen als Vorsitzender des Jünglingsvereins, als Lehrer an der Landwirt- schoftsschule und an der Oberklasse der Volksschule höchst unbequem war, obwohl sich Gilles jeder politischen Betätigung enthalten hat. Gilles hat auch niemals an einer politischen Veranstaltung teilgenom - men oder beim Unterricht irgendwie das politische Gebiet gestreift. Vor einiger Zeit schon ist, wie jetzt bekannt wird, dem Bischof von Lüttich von der Surete ein Schreiben zugegangen, das sich mit der Tätigkeit des Kaplans befaßt. Unter anderem soll in dem Schreiben schon angedeutet gewesen sein, daß Gilles, der 1925 aus seine Stelle berufen wurde, genügend Gelegenheit gehabt habe, um die Verleihung der belgischen Staatsangehörigkeit einzukommen. Obwohl sich die Kunde von der Ausweisung des Kaplans Gilles in Eupen wie ein Lauffeuer verbreitet hatte, fanden sich doch noch am Donnerstagabend zu der angekündigten Ehrung für den scheidenden Geistlichen mehrere Hundert Eupener, die von den neuen Tatsachen anscheinend noch nichts erfahren hatten, vor dem Wohnhause des Kaplans ein. Die Kundgeber brachen in laute Hochrufe auf Kaplan Gilles aus, bis plötzlich eine Anzahl Gendarmen erschienen, die die Leute zum Auseinandergehen aufforderten. Als dies nicht geschah, machten die Beamten von ihren Gummiknüppeln Gebrauch, wobei es natürlich zu heftigen Gegenkundgebungen kam. Verletzte hat es nicht gegeben. In Eupen herrscht angesichts des ganzen Vorfalles unter der Heimattreuen Bevölkerung eine Erregung, mie sie bisher noch nicht beobachtet wurde. Namentlich die noch vor Ablauf des Ausweisungsbefehls vollzogene Abschiebung des Kaplans hat große Empörung ausgelöst. Handelskrieg mit Argentinien Bon der deutschen Meistbegünstigungsliste gestrichen. Berlin, 30. Dez. (TU.) lieber Wirtschaftsverhandlungen mit Argentinien wird von unterrichteter Seite mitgeteUt, daß Argentinien seit einiger Zeit den Versuch gemacht habe, unter Heranziehung einer anderen Bestimmung des Handelsvertrages die Verpflichtung zur Meistbegünsti- gung gegenüber Deutschland zu be- streiten. Es könne jedoch angesichts des klaren Worllautes des Handelsvertrages kein rechtlicher Zweifel bestehen, daß der betreffende Artikel- s i ch nicht a u f 3 ö 11 e und Abgaben, sondern auf die Rechtsverhältnisse, insbesondere die staatlichen Rechte der beiderseitigen Staatsangehörigen im Handelsverkehr bezieht. Der beste Beweis dafür sei, daß Argentinien 70 Jahre lang den Handelsvertrag in d e m g l e i ch e n Sinne ausgelegt und angewandt habe, wie er von Deutschland auch jetzt noch ausgelegt werde. Seit dem 15. Rovember 1932 hat Argentinien aber in einem Handelsvertrag mit Chile diesem Lande eine Reihe von Zollermähigungen zugestanden und diese nicht nur sofort in Kraft gefetzt, sondern sie auch gleichzeitig auf England, Frankreich und Italien auf Grund der Meistbegünstigung übertragen, dagegen fic Deutschland, das sie gleichfalls auf Grund der Meistbegünstigung für sich in Anspruch nimmt, verweigert. Wahrscheinlich steht diese t Sie französische AinanKiise für Oesterreich ifi 6 v tv 2 ni 2 i' n Die Ide« stammt aus dem gleichnamigen Roman oon Kurt Siodmak, einem Schriftsteller, der mit techn schein Instinkt und erzählerischer Span- nung aufregend« Zukuiistsphantasien zu entwickeln und auszumalen liebt. Uebrigens erinnert „F. P. 1" 'in der ganzen Anlage wie IN Cinzelmotiven an die unvergeßliche „Frau im Mond" non Friß Lang. Was h'er gezeigt wird, ist, kurz gesagt, die Der- wirtlichung einer Ide«, di« Lösung eines Problems, Vorzüglich gelangen ferner die an eine Kriminalhandlung erinnernde Vorgeschichte und der ungemein dramatisch geschilderte Kampf in der Kommando- zentrale von „F. P. 1", den man teils unmittelbar, teils indirekt (durch die Funkübertragung) miterlebt. Daß die regiemäßigen und technischen Qualitäten des Films durch eine ausgesuchte Besetzung unterstützt werden würden, war zu erwarten. In den männlichen Hauptrollen stehen sich Paul Hartmann und Hans Albers als ausgesprochene Kontrastfiguren gegenüber. Albers (Ozeanflieger Missen) unbekümmert, draufgängerisch, burschilos, mit derbem Humor begabt, mar darstellerisch selten so beherrscht und gelockert wie hier. Hartmann (Kapitänleutnant a. D. Droste, der geistige Urheber des Projektes) viel stiller und verhaltener, dabei energisch und männlich. Von unmittelbarer Wirkung seine kurze Szene am Mikrophon: da mußte man, so merkwürdig es klingt, daran denken, daß Hartmann jahrelang der beste „Prinz von Homburg" war (und vielleicht heute noch ist), den wir in Deutschland hatten. Zwischen beiden: Sybille Schmitz, ein neuer Rame im Film: vor ein paar Jahren stand diese junge Schauspielerin noch in Darmstadt auf der Bühne. (Eine sehr gute Erscheinung: rin rassiies Gesicht: eine Darstellung, die Intelligenz und Gefühl sympathisch verbindet. Vom übrigen Ensemble sind Speelmans und Peter Sorte mit scharf profilierten Gestalten hervorzuheben. — Vorn großen Regiestab darf diesmal der bewährte Ufa-Architekt Erich K e 11 e l h u t nicht ungenannt bleiben. * Der Film „F. P. 1 antwortet nicht" ist eine der interessantesten und stärksten Leistungen in der Produktion dieses Jahres; man muß ihn sich ansehen. Regierung von Paven die kapitalistische Wirtschaft befestigen. Qtb.r können w i r in dieser (Situation d i e Aufforderung der Regierung ablehnen, an der Durchführung der Arbeit sbeschaf- fung m.tzuwirken? Wenn wir als die berufene Vertretung der Arbeiterschaft zu dieser Mit- arbeit bei der Durchführung der Arbeitsbeschaffung bereit sind, so geben wir von unseren letzten großen Zielen kein Iota auf. Die Verantwortung für die Arbeiterschaft, die auf uns lastet, ist aber zu groß, als daß wir es ablehnen können, mit diesem oder jenem zu verhandeln, der uns auf Grund seiner Vergangenheit ^nicht angenehm ist. Ich weiß, daß die Funk- 'tionäre der Gewerkschaften diese Haltung verstehen. Um so mehr erwarte ich, daß sie der Maste der Mitglieder und den Mos en der Un- organ'sierien gegenüber mit aller Entschiedenheit diese Halt.ung verteidigen, daß sie sich durch alles Geschrei von Verrat nicht erschüttern lassen. Sochschulnackrichten. Die Professur für Zoologie und vergleichende Anatomie an der Universität Erlangen ist dem ordentlichen Professor Dr. Jakob Seiler m München angeboten worden. Der ordentliche Professor Dr. Fritz R ö r i g in Kiel hat den an ihn ergangenen Ruf auf de^ Lehrstuhl für mittlere und neuere Geschichte an der Universität Tübingen als Rachsolger von Johannes Haller abgelehnt. Einkreisungspolitik gegen Deutschland war, in deren Verlauf man Oesterreich je nach Bedarf stets so lange würgte, bis es sich zum mindesten neutral erklärte. — Die nationalsozialistische „Deutsch- österreichi- scheTageszeitung" schreibt, aus den Reden in der französischen Kammer geht hervor, daß der Anleihevertrag von Lausanne die Vernichtung des letzten Restes österreichischer S elbständigkeit bedeutet und verhindert werden soll, daß dereinst die Grenzpfähle mit Deutschland niedergerissen werden sollen. — Die .,A r b e i t e r z e i t u nn g" (soz./ erklärt: Man wird bald erfahre.!, daß der Lausanner Vertrag Oesterreich zwar abermals unter ausländische Kontrolle stellt und unsere politische Bewegungsfreiheit wieder einschränkt, aber unserer Wirtschaft so viel wie gar nichts helfen wird. — Die „Reue Freie Presse" (liberal) schreibt, es werde nun darauf ankommen, weit über den Rahmen der Anleihe hinaus, ja über den Rahmen von Oesterreich hinaus, diesem Mitteleuropa neue Energien einzuflößen, und es auf eigene Füße zu stellen. Die wahre Unterstützung müsse darin liegen, daß die Handelsbeschränkungen beseitigt werden. Heraus aus der Isolierung. Herriot über die Ziele seiner Außenpolitik. Paris, 30. Dez. (WTB.) Die radikale Vereinigung des Seine-Departements veranstaltete zu Ehren von Herriot eine Sympathiekundgebung, die mit der Annahme einer Vertrauenstagesordnung für den früheren Ministerpräsidenten endete. Herriot betonte, daß sein außenpolitisches Bestreben gewesen sei, Frankreich aus ber Isolierung, in der er es vorgefunden habe, herauszuführen. Deshalb sein Bemühen, vor allem mit England gemeinsam vorzugehen, deshalb sein leider nicht gehörter Appell an Italien, deshalb seine Reise nach Spanien, die sicher ihre Früchte tragen werde, deshalb auch der Ab- schluh des Nichtangriffspaktes mit Sowjetrußland. Man werde immer zwischen zwei Arten von Politik wählen müssen, nämlich der Politik, die Frankreich die, Freundschaften eingetragen habe, die es ermöglichten, den Krieg zu Überstehen, und der Politik ber Isolierung. Er für seinen Teil ziehe bie Politik von 1914 ber von 1870 vor. M 15 K 91emiT eiitnö l£ bilniW M i)l(“ V* * Wt5' tjli/L Ue bann ouenös 1 von n*61 bann i)ut ruquuie niirö |t** sei' neu 'Moor zur w31* W9an vow,cyn weil stc jortimm jaujt rr ISehlyai dem w hol sich qtiowtt W im Unn w roch de - hievte voige ie Jozzelsg ^ai)ii dc is |e bas seit mir sinn Wisier Me d sttiheit, , gebaut’ • nix iwwk Sinn', f oertaaft Loch in i miuue in es unn I bie lköissi vereint. ' manberät schritt. Di dusch fan fafjr'n, Dl könne. Ar net so ge Echttohei am do.»' Williger s emol zug Derrn. ßieraer ich roorrr gern cmc erschd die grenze hi M je hält noch die wo Echdraßl Gäiße ui Red häl ,,Freie i Persons veränderte Haltung der argentinischen Regierung im Zusammenhang mit den bekannten Bestrebungen Argentiniens, mit gewissen anderen Ländern in ein allgemeines Zollst r ä f e r e n z v erhältnis zu kommen. Das wurde für Deutschland natürlich bedeuten, daß Deutschland mit seinen Ausfuhrerzeugnissen in Argentinien unter schlechteren Zollbe - dingungen konkurrieren müßte als gewisse andere Länder. Es ist klar, daß Deutschland s i ch darauf nicht einlassen kann. Deutschland hat dazu um so weniger einen Anlaß, als es zu den größten Abnehmern argentinischer Erzeugnisse gehört. Da alle deutschen Vorstellungen bei der argen« ttn schcn Regierung seit dem 15. Rovember ohne Ergebnis geblieben sind und die deutschen Waren seit diesem Tage tatsächlich bereits differenziert behandelt werden, hat die deutsche Regierung sich gezwungen gesehen, Argentinien von der deutschen Meist- begünstigungsliste zu st reichen und den deutschen O b e r t a r i f auf einzelne argentinische Erzeugnisse, wie Talg, Premiere just, Mais u. a. in., anzuwenden. Diese Bestimmung sollte ursprünglich schon am 1. Januar 1933 in Kraft treten, auf argentinischen Wunsch ist der Te/g des Inkrafttretens dann aber auf den 10. Januar hinausg:schoben worden, um nochmals einen Zeitraum für Verhandlungen über die Beilegung dieser Meinungsverschiedenheit zu lassen. 6.35 f Pause i Wei HorM für Knc Srantfui von ber ?.Äl. 9. Wruna läßlich j tycrnlj •] N 3ob: schnei «enulii ?rc'entofl| ’S »er 5 7-25;} »tc Aoilplc mcr. L" Uni StQ^un p D Sffil Bleigießen. Von Richard Euringer GOS. Ob Aberglaube, ob Silvesterulk: er hat doch gleichnisreichen Sinn, der alte Reujahrsbrauch, Zukunft zu gießen aus flüssigem Blei, das zischend erstarrt in fliehendem Wasser. Dann neigt sich die Reugier, ein wenig skeptisch, ein, wenig bang, über das mihgeformte Klümpchen, das — abgeschreckt aus „heiß" in „kalt" — sich geformt hat in zitterndem Fall, und jeder erblickt, was ihm am liebsten wäre, und was fein Herz sich so recht ersehnt. Deutlich erkennt das Mädchen den Freier, das mütterliche Weib ein langversagtes Kind. Der arme Teufel sieht den Geldsack, der Wohnungslose eine Villa. Alle heißen Wünsche nehmen Gestalt an, wo der Spielverderber nichts besseres entdeckt als groteske kleine Scheusale alraunischer Mißgeburt. Geschieht ihm recht I Wer im Zerrbild nichts sähe als Verzerrung, Geronnenes nur als zerronnen, wie will der Zukunft gießen aus Vergangenheit! Der taugt nicht, Wesen wahrzusagen, wenn beim zwölften Stun- denfchlag der glühende Tropfen Zeit im Strom der Ewigkeit erstarrt, und wir das Jahr als Gußstück aus den Fluten heben, zu sehen, was geworden ist und was nun daraus werden mag! Q Jahr! O Tag! Wir bannen unsere Irrtümer und Aergernisse in kleine Fetische der Zeit, be- ftürjen sie mit unserer Kümmernis, zeichnen sie ^'berwärtigkeit, gießen unsere Unzulänglich- kcit ln Brort und Formel, und werfen sie hinter uns. Dann sind sie häßlich, weil wir haßten; zwergisch, weil wir Zwerge waren; traumhaft, weil wir einmal träumten. Alle Schwere nehmen sie uns ab und machen uns leicht. Alle Bosheit nehmen sie auf sich und machen uns gütig. Allen Äummer laden sie sich auf und machen uns gc- , fällt ein glühender Trop- in Ernüchterung uSt> erstarrt zu Unvollkommenheit. Wie dürften wir wagen zuruckzuschauen, ohne selbst zur Säule xu erstarren batten wir nicht guten Mut, mensch- «VT- Iklnen Götzen, die wir von uns stoßen! Und Ware da nicht die Liebe des Blicks, die das Vollbrachte erst vollendet' Ewig bliebe Geformtes formlos, Erstarrtes starr, schmölze nicht Liebe noch einmal es um. dcssen Bedeutung im Zeitalter der Ozeanüborque- rui.g und der Nonstop-Flüge kaum zu unterschätzen, ist. Um die Annäherung der Kontinente aneinander emen entscheidenden Schritt oorzu treib en, müßte man versuchen, die immer noch riesigen Entfernungen zu verkürzen. Das würde erreicht, wenn es ge- lärge, mitten im Ozcan, an einem zentral gelegenen Schnittpunkt der kürzesten DerbinLungelinien eine jcyw.mmende Insel zu errichten als Zwischcnlande- £ °n '^r träneatlant.schen Flugzeugverkehr. F. P. 1: die eiste, im Weltmeer verankerte Flugplatt- form. Die Errichtung, die drohende Vernichtung und glückliche Rettung dieses abenteuerlichen Werkes schildert der Film. „F.P.l antwortet nicht." Lichtspielhaus. Das ist der teuerste Film, den die Ufa seit langem gedreht hat. Wir haben vor einiger Zeit eine Reports von den Außenaufnahmen auf dem „filmischen Eiland" veröffentlicht: daraus war zu ersehen, was für ein Aufwand in technischer und fiiianzieller Hinsicht für die Herstellung erforderlich war. Auch andere C9tobfilme der Ufa haben enoime Summen verschlungen; hier hat es sich wirklich gelohnt: dies ist ein Film, der Niveau hat, der abenteuerKd) und spannend ist, der das Publikum interessiert — das Lichtspielhaus war gestern so gut besucht wie seit langem nicht — und der eine Fabel verarbeitet, die, so utopisch sie klingt, zum m.ndesten in der tech- Nischen Idee für unsere Gegenwart oder eine nahe Zukunst aktuell werden kann. Darauf beuten Zeitung smeldung en hin, die in letzter Zeit wiederholt von ähnlichen Projekten berichteten. (Daß auch das Schicksal der verunglückten deutschen Australienflieger in der Handlung motivisch anklingt, sei hier, wo von der Aktualität dieses Films im weitesten Sinne bie Rede ist, nur nebenbei erwähnt.) 3n einer Denkschrift an die Reichsregierung schreibt der fralhvttl.ch--nationale Gewerischastsmng zur Einkornmencgcftaltung u. a.: „Jedes Arbeits- beschaffungsprograinm muß scheitern, solange nicht eine Abkehr von der bisherigen Defla- tionspolitif auf -der ganzen Linie erfolgt ist. Ocsfenttiche M 11ei für Arbollsbeschosfung werden nur dann wirksam sein, wenn die gesamte Wirtschaftspolitik darauf eingestellt wird, den als Defla- tton bezeichneten Prozeß der Abwertung aller Werte, der die privaten und die staat- ihr Beispiel weitesten Volkskreisen in seinem ganzen Segen sichtbar gemacht. So ungewiß das neue Jahr vor uns liegt, so gewiß bleibt unsere Ausgabe unter dem Ze.chen des Roten Kreuzes in unserer nächsten Pflicht, zusammenzustehen und so aus unserer Gemeinschaft des Helfens die große Volksgemeinschaft des Helfens erwachsen zu lassen. „Die Rot muß alles Trennende überwinden." Dieses Wort Hindenburgs zur Winterhilfe in diesem Jahre drückt Sinn und Ziel der Roten-Kreuz-Arbeit aus und soll unsere Reihen stärken für die Erfüllung unserer einigenden Mistton du.ch Opfer und Liebe. Ein jeder von uns wird dann sein Teil daran helfen, den Weg unseres Volles zu leiblicher, geistiger und seelischer Gesundung zu bereiten. Oie Gewerkschaften und das Kabinett Schleicher. Mitarbeit an der Arbeitsbeschaffung. Berlin, 3D. Dez. (TLl.) Der „Vorwärts" veröffentlicht einen Reujahrsgruß des Vorsitzenden des ADDD., Leip art, an die Funktionäre und Mitglieder der Gewerkschaften, in dem es u. a. heißt: Unsere Ideen haben sich in der Oeffenilichkeit mehr und mehr durchgcsetzt. Heute versucht die Regierung von SchleichereinenTeilunserer Forderungen zuerfüllen. Den Sozialismus wird diese Regierung nicht verwirklichen, das wissen wir wohl. Sie will im Gegenteil ebenso wie die Gemeinschaft des Helfens. Cinc Neujahrs! mdgcbung des Prä identen des Deutschen Noten Kreuzes. Berlin, 33. Dez. (211.) Der Präsident des Dänischen Roten Kreuzes, Landeshauptmann von Winterfeld-Menkin, hat an die Mi'.gliedsvereine und Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes die folgende Reujahrslundgebung gerichtet: In dieser harten Rotzeit fühle ich mich an der Schwelle des neuen Jahres allen Mitgliedern und Mitarbeitern des Roten Kreuzes, Männern und Frauen, Alien und Jungen und in welcher Tätigkeit sie sich befinden mögen, aufs engste verbunden. Ich weih, daß fast alle unter eigenen Sorgen die Sorgen anderer mittragen und lindern geholfen haben. Sie haben damit dem Gedanken des Roten Kreuzes auf das Vortrefflichste gedient und ihm durch aus eisiger Spröde in heißes Bemühen. Zwischen unfaßlicher Zukunft und verkrampfter Vergangenheit bliebe keine Gegenwart. Run aber heißt sie Gießerglück: hellsichtige Reue, lächelnde Einkehr, atemlose Selbstbegegnung. Denn w t r wollen gegossen sein, umgegossen von Form zu Form. Roch find wir Metall. Roch ist alles im Fluß. Zittern wollen wir und fallen — getrost — wenn unsere Stunde schlägt, zittern und fallen und nicht fürchten das Gelächter des großen Verneiners, der nur das kleine Scheusal sieht, die groteske Mißgeburt; über uns wissen wir ein Auge, das köstlich findet und erfüllt, was wir geworden find im Zittern und Zufall. Die Kommunisten bereiten in Spanien einen putsch vor. Paris, 30. Dez. (TU.) Im Anschluß an eine Bambenexplosion, die sich am Donnerstagnachmittag in einem Wohnhaus in Barcelona ereignete, nahm die Polizei eine Haussuchung vor und entdeckte, in Kisten versteckt, über 1000 Bomben. Man sand außerdem größere Mengen Pulver, Waffen und Munition. Wenige Stunden später wurde auf der Landstraße nach Valencia ein Kraftwagen angehalten, in dem vier Personen saßen. Den Insassen gelang es jedoch unter Zurücklassung des Wagens, die Flucht zu ergreifen. In dem Wagen fand man zahlreiche Waffen und Munition. Es handelt sich um ein Bombenlager der Syndika-- listen, das neben über 1000 schweren Bomben auch 2000 Zünder, 50 Kilo Dynamit, zahlreiche Pistolen und Gewehre enthielt. Aus Schriftstücken geht hervor, daß diese Waffen für ein groß- angelegtes revolutionäres Unternehmen bestimmt waren, das gleichzeitig mit dem geplanten Eisenbahner streik losgehen sollte. Der Umsturzversuch sollte zusammen m i t den Offizieren und Soldaten verschiedener Garnisonen in den nächsten Tagen vor sich gehen. Pläne von Kasernen, sowie Aufstellungen über die Wohnungen von Truppenkomman- deuren und Polizeioffizieren, die von den Syndikalisten verhaftet bzw. getötet werden sollten, wurden ebenfalls von der Polizei ans Tageslicht befördert. Die in letzter Zeit sich in Barcelona immer wiederholenden Bombenanschläge werden mit dem revolutionären Versuch als Vorbereitungsarbeit in Zusammenhang gebracht. lichen Einnahmen zum Schrumpfen bringt, rabt« kalabzu stoppen. Diese klare Erkenntnis zw-ingt die Regiierung im Zusammenhang mit der be-ad- sichtigten Verstärkung der Arbeitsbeschasfungsmaß- nahmen, alles aufzubieten, unn einen weiteren Druck auf d-ie Gehalts- und Lohneinkommen der Arbeitnehmer zu verhindern, die als Kernstück des Volkseinkommens d a « Rückgrat der inneren Kaufkraft darstellen. Die Tendenz weiterer Ein ko mmen s Verschlechterung bei den Arbeitnehmern muß alle Bestrebungen der Reichsregr.erung, die Wirtschasts- und Ar- beismarktkrise abzumildern, wegen der Kaufkraft- zusammenhänge unwirksam machen. Es ist Pflicht der Regierung, durch eine zweckdienliche Beeinflussung der staatlichen Schlichtungsinstanzen weiterer Kaufkraftzerrüttung einen Riegel vorzuschieben." Kunst und Wiffenschaft. Großer Staafspreis für Architekten. Der Wettbewerb um den Großen Staats- Preis der Preußischen Akademie der Künste für Architekten ist entschieden worden. Der Große Staatspreis kam nicht zur Verleihung. Es wurden dafür drei gleicy hohe Prämien den Architekten Sergius R u e g e n b e r g , Johannes Brandt und Willi Pieper, sämtlich in Berlin, zugesprochen, laoer lerofals Lchlierseer Bauerntheater bedroht. Wie die „Münchener Telegramm,zeitung" berichtet, ift im Notariat Miesbach in Bayern eine Bekanntmachung angeschlagen, nach der am 27. Januar 1933 bas Anwesen der Schauspieler-Eheleute .Taner unb Anna Terosal in Schliersee samt dem Thoatergebäuide zur Zwangsversteigerung stehl. laoer Terosal ist bekanntlich der Begründer des Schlierseer Bauerntheaters. Die Gastspielreisen haben lerofals Vermögen verschlungen. Es waren nicht nur Erfolge, es waren auch Mißerfolge darunter. Die Schlierseer fanden in Norddeutsch'and nicht den erwarteten Boden für ihre Kunst. Dor allem die letzten Gastspiele in Berlin seien sch'imme Versager gewesen. Augenblicklich befindet sich die Truppe in Stuttgart, das offenbar ein günstigerer Boden für die Schlierseer ist; denn ber Vertrag ist fetzt zum dritten Mal verlängert worden. Aus aller Wett llederraschende Aufklärung eines Mordes. Bei einer Einbrecherjagb am Lu'.senufer in Berlin hat sich einer der Verfolgten, der 3l)jähr'.ge Arbeiter Eugen Pieper, auf der Flucht erschossen, als er sah, daß er nicht mehr entrinnen konnte. Unter dem Verdacht der Mittäterschaft wurde seine Begleiterin, die 20- jähr.ge Erna Trachmann, feftqencmmen unb bem Polizeipräsidium zugeführt. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Pieper, der im Hause Alle Jokobstraße 29 mit dem Mädchen unangemeldet wohnte, sand man neben Aufzeichnuld- gen feiner, Straftaten auch in einem Bries die sensationelle Selbstbezichtigung, daß Pieper in der Rächt zum 9. Oktober d. I. bei Grünberg in Schlesien den Chauffeur Paul S a r - nowsski erschossen habe und die Trachmann, bie aus Schartendorf bei Grün berg stammt, •3cugin der Tat gewesen sei. Das Mädchen hat bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt. Frau unb Scfjroiegermuffer mit dem Hammer niedergeschlagen. Dei der Weimarer Kriminalpolizei erschien der 27 Jahre alte arbeitslose Stellmacher Artur Hein icke und beschuldigte sich selbst der Tötung seiner 23 Jahre alten Eh-frau unb seiner 56jährigen Schwiegermutter. Er gab an, die bei- Ben Frauen mit einem schweren Hanbhammer in ihrer Wohnung niedergeschlagen zu haben. In der Wohnung wurden die beiden Frauen blutüberströmt mit schweren Schäbelver- letzungen, aber lebend, angeiroffen. Man. brachte sie in bas Krankenhaus. Lebensgefahr besteht gegenwärtig nicht. Der Täter, der erst seit vier Monaten verheiratet ist, lebte mit seiner <5rau unb seiner Schwiegermutter in Unfrieden. @r hatte bie Absicht, sich von seiner Frau, mit her er noch keinen gemeinsamen Haushalt führte, scheiden zu lassen. Wegen versuchten Dop- Pelmorbes wurde Heinicke dem Amtsgericht zugeführt. Es handelt sich also zunächst und im Grunde um eine re.n technische Angelegenheit; aber abgesehen Davon, daß auch rein technische Dinge, sofern sie qe- sch.ckt und interessant darg:stellt werden, heute eines allgemeinen Interesses sicher fein können —ber techn.sche Vorgang ist in eine außerordentl ch span- nente, zur lcbend.gcn Anteilnahme zwingende Spiel- handtung eing,'baut. Deren dramatische Elemente ergeben sich aus der gegen das Fluginsel-Projekt mit machttgen und raffinierten Mitteln arbeitenden W:tksp:onage- und Sabotage-Aktion einer feindlichen Interessengruppe: und aus einer (sehr dezent gegebenen) Liebesgeschichte mit dem alten, immer mieber w.rtsamen Motiv der Frau zwischen zwei Mannern. * Aus diesem flüchtig andeutenden Aufriß des Drehbuchs und aus den früher geschilderten, silmtech- Nischen und konstruktiven Anforderungen an die Aufnahmeleitung läßt sieb wohl schon übersehen, was die Regie hier zu leisten hatte. Die Regie — Karl Hartl — leistet Ausgezeichnetes. Das ist auch dann anzuerkennen, wenn man sieht, welche erstaunlichen Mittel ihr zur Verfügung standen, und wenn man weiß, was die literarisch« Vorlage ihr als Rohmaterial geliefert hat. Die Bedeutung der Inszenierung liegt nicht so sehr darin, daß sie über einen tadellosen Bildschnitt, eine technisch vollkommene und vorzüglich ineinander greifende Photographie verfügt, daß sie mit Massen (räumlich und personell) umzugehen versteht, daß sie interessant und spannend arbeitet —< sondern in erster Linie darin, wie sie mit filmischen Mitteln über die Vorlage hinauskommt. Das sieht man vor allem an der meisterhaft gedrehten Filmphotomon- tage, welche die Konstruktton der Fluginsel sinnfällig an die Phantasie des Beschauers heranbringt. 3m Spiegel der pariser presse. Heftige Kritik der Rechten. Paris, 30. Dez. (WTB.) Die Morgenpresse befaßt sich eingehend .mit ber Kammerdebatte über das österreichische Anleiheprojekt. „Oeuvre" (Soz.) schreibt, es habe sich bei der Diskussion um das Problem gehandelt, ob man mit der Politik brechen wollte, die es Frankreich erlaubt habe, zwar den Anschluß zu ver- hi n d e r n, aber auch die Aufmerksamkeit auf die Rotwendigkeit zu lenken, Ordnung in Mitteleuropa zu schaffen, ober aber, ob man sich ganz und gar des Rechtes begeben wollte, in den Donaufragen mitzureden. Die Abstimmung lege der Regierung die Pflicht auf, in Mitteleuropa die Politik des Aufbaues fortzufetzen. Die Blätter ber Rechten wenden sich überaus heftig gegen Herriot, dessen Intervention in der Kammer von vielen Blättern als ausschlaggebend für die Annahme des Anleiheprojektes angesehen wird. „Echo de Paris" schreibt, Herriot und Paul-Toncour seien „nachtwandelnden Jdiologen" verfallen. „Ordre" erklärt, Frankreich, das sich wieder einmal pazifistischen Ideen hingegeben habe, werde seinen Gegnern in die Hand gearbeitet haben. Herriots Eingreifen werde für die französische Politik immer verhängnisvoller. Die Coty-Presse behauptet, daß Oesterreich — ganz gleichgültig, wer dort am Ruder sei — eine Politik fortsetze, die mit dem Anschlußgedan- ken Erpressung treibe. Das Wiener Echo. Wien, 30. De). (WTB. Funkspruch./ Zur Ra- ttfizierung der österreichischen Anleihe im französischen Parlament meinen „R e ich s p o st" (christl.-sozial) und „Reues Wiener Jour- n a l", daß die entscheidende politische und wirtschaftliche Bedeutung Oesterreichs für die Neugestaltung Mitteleuropas von Frankreich anerkannt worden sei. Die „Wiener Reuesten Rachrichten" (großdeutsch) schreiben: Das Hauptgewicht legten die Pariser Anleihe-Redner immer wieder auf die Tatsache, daß es sich um eine politische Anleihe handele. Für solche Offenheit könne man nur bau [bar sein. Denn jedes Kind weiß, daß die bisherige französische Politik in Mittel- und Cüdosteuropa eine deutliche Aus der Provinzialhauptstadt. Liewer Redakzionsonkel. Nemm mers net for iwwel, daß ich im vergangene Jahr jo arg ichceidfaul war. Mei UÄeqOer yol mich eßend icho dceimor gefragt: 5 gebaut' Deuwelsluftgärtche begrabe lasst. „Es geht nix immer die sogenannt Piedät unn en hißdorische Sinn", Hot mei’ Meisber gesogd, mann mer ans verkaaft Deumelslustgärtche benrt unn das gestoppt Loch in de Schdadlioß. Deshalb is selmig Gährtche miuue in der Schdadt be„reinigt" worrn. Fort is es unn fimmt net Widder. Dodefier Homme eßend die Wifsiger ihr Freud. Wissig unn Gäiße — selig vereint. Die Schdadtoädter vo Gäiße unn die Ge- manderät vo Wissig huldigde anno 1932 dem Fortschritt. Diesmal ohne ze pumpen. Uff der neu’ Elek- dnjch kann mer eßend bis midde nach Wissig eninn fahr'n. Das hält mer schonnd for 25 Joahren Hamme könne. Llmmer dunnemals moarn die Mensche noch net so gescheidt mie heut. Stolz fährt alleweil die Schdroßebahn uff eleidrisch am Zozzelsgäßche unn am Zozzelsplatz foriewwer. Nix wie Himmel unn Wifsiger sitze brinn! Mir arme Schusder misse Widder emol zugucke, wäi die Schdiwwelsohle geschohnt roerrn. Liewer Redakzionsonkel, net emol inngelade sein ich worrn bei der Eröffnungsfeier. Ich wär' aach gern emol mit de Wifsiger (Semeinberät, bie vor- erschb bie Elekbrisch nor bis an bie Gemahrkungs- grenze hawwe wollbe unn net biß uff be Wifsiger Linr>oplatz, in ber grien geschmickte neue Funke- schais ze Ehren des elekdrifchen Nah- unb Fernverkehrs Gäiße—Wissig unn mit ben allbahießige Schbabträt for umsonst hin- unb hergerutscht unn hätt nach gern emol bie fcheene Rebbe mit a'geheert, bie mo bei der selbig clekdrische Eröffnung der Schdraßenbahn ze Ehren ber neue Brieberschaft vo Gäiße unn Wissig gebahn worrn sinn. Wann ich e Reb hätt Halle berfe, bann hält ich nor gesagt: „Freie Bahn bem Dichtigen, ohne Ansehung der Person". Dann hätte die Schbabträt unn bie Ge- moanberät for ihr gut Werk for ihr Lewesdag Freifahrtschein gekriegt, for sich unn ihre Familie. Wenn bie elekbrisch Straßebohn nach Wissig — so Hot mei’ Meisber ge|ogt — noch ber seiig Lohnkutscher Christ, ber wo ben bitte Schimmel in seiner Totenchais ge- sahre Hot, bie wo emol uff bem hobbelig Bflasder in ber Mäusburg mibbe auseinanner gekracht is, ober wann bie bas Kallche Huhn selig noch erlebt hätt — grien geschmückte Elektrische mit bolieric Sitzpläß unn Fensber brinn, zehnmal größer wie e Schnubduch, mit Aussicht usfs Wissigbal unn be Fille- sophewalb! Kallche, so Hot ber Meisder gesogt, mann bie zmaa ahlbe anzige Chaisenbesitzer vo Gäiße so mas erlebt hätte, bann häbde se gesagt — — — Meisber, hob ich gesagt, bas Kallche Huhn hätt gesagt: Das ahlbe schbirzt — es ännert sich bie Zeib — unn neues Leben blüht aus ben Ruhinen. — Karl, mo hoste denn bas her? — Net von Gerharbt Haupbmann, hob ich nor gesagt. Unn bann is noch e britt Wunner in dem Iohr baffiert. No, hat mei’ Meisber mich gefragt: Was 15 es, eraus mit ber Schproach. — Ei, hob ich gesagt, im Gäißer Azeiger Hot ze lese gestanbe, baß bie Stabträt vo Gäiße unn bie Gemoanberät vo Wissig nach ber Schbraßebahninnmeihung sich im Schitze- haus brorome am Tribb versammelt unn gegesse unn getrunte unn alles aus ihrm eigene Sack bezahlt hätte. Sollt mer so was glaume!? Unn nachher sinn vo beide Selbe Rebbe gebahn worrn, großartige Rebbe, unn bie Rebbe hawwe bie Schdadt tiesmal aach nix gekost — sollt mer's glaume!? — Kallche, Hot mei’ Meisder gesagt, laß dir fei Beleidigunge net ze schulde komme! — Meisder, hob ich in mei’m Lehrlingsverstanb gesagt: Es sinn schon von Stadt- oädter unn Gemoanterät Redde gebahn roorrn, bie sinn uns nachher beuer ze stehn komme. Ich will bloß net aus der Schul schwätze! — No, liewer Zeibungs- onkel, roann’s Aaner weiß, weißt Du's. Du tust bläßlich net alles sage, was be weißt. Aller A'fang is schwer, bas hob ich immer gesagt! Etzenb wolle mer nor emol sehn, wann bie Klaa- ßinnefer unn bie Krofdärfer briwwe im Preußische, auch ihr elekbrisch Funkechais kriege. Dbber hulbige bie bem Fortschritt net so wie bie Wifsiger? Wenn auch e Paar Schbiwwel weniger im Jahr verrisse roerrn weil bie Mensche net mehr ze Fuß noch Klaa-Linne unn Krofborf laafen wolle, bessentwege läßt sich ber elekbrisch Beschluß nach Gäiße unn bem Zozzelsgäßche unn bem herrliche neue Zozzelsplatz boch net uffhalbe. Dem Christ selig sei' Schimmelche selig is schon vor firzig Iohr beim Keßler ze Seroela gemacht roorrn, bie Gäulsomnibusse sinn Brennholz unn ahlb Eise roorrn, unn bie Linneser unn Krofbörfer wolle aach net mehr rickschbänbig bleibe! Nei', se wolle alle Verbelstonb ihr Elekbrisch f Noch emol: Es ännert sich bie Feit!, unn das neu Jahr 1933 muß bie Wirtschaft ankordele. Wir | Schusberlehrling helfe mit. Elektrisch! Kaputt ober in’n Ranze!, fäggt ber Datterich. Prost Neujahr!, liewer Zeibungsonkel! Dei Kallche aus ber Zozzelsgaß. Akademiker im ZreiwMiaeri Arbeitsdienst. Während in ben anderen Lanbesarboitramtsbe- zirken für tie Beschäftigung von Ata-bem Ikern im Fre willigen Arbeitsdienst kaum schon etwas geschehen ist, ist man im Bereich des Landesarbcits- amtes Hessen vorbildlich ooran-gr gangen. Runb 70 'Angehörige akademischer Berufe sind von ber Stabt Frankfurt, von Instituten usw. zur Uebernahme passender Arbeiten im Wege des Freiwill'gen Arbeitsdienstes angc fordert worden. Einige Mediziner, Juristen, Wirtschaftswissenschaftler, Philologen unb । andere sind schon einige Zeit im Freiwilligen Arbeit dienst tätig. Etwa 50 Posten sind jedoch heute noch frei. Bei der „Wisokü" für das Landesarbcits- 1 amt Frankfurt, welche diese Vermittlung besorgt, Rundfunkprogramm Sonntag, 1. Januar. 6.35 (Von Hamburg): Hafcnlonzert. Sn einer Pause von 7.55 bis 8.10: Flaggenparade der Deutschen Reichsmarine im Kieler Hafen. 8.15: Choralblasen, veranstaltet von der Zentralstelle für Kirchenmusik der Evangelischen Landeskirche Frankfurt a. M. 8.30: Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche Frankfurt a. M. 9.30: Stunde des Chorgesangs. 10: Einführung zu Hans Pfitzners „Palällrina" anläßlich der Reu-Inszenierung im Frankfurter Opernh '.us. 11.30 (Von Leipzig): Reichssendung, von Johann Sebastian Bach. 12: Blasmusik des Münchner Konzert-Orchesters. 13.05: Mittagskonzert. 14: Stunde des Landes. 14.30 (Von Bologna): Länderfußballkampf Deutschland — Italien, Sprecher: Tr. Paul Laven. 16.15: Vergnügliches Zwischenspiel. 16.45 (Von London): Blasmusik. 18.05: Reineke Fuchs, ein Hörspiel von Curt Elivenspoek. 19.30: Tie Reise nach Freienwalde, von Ad. Wildbrandt. 23: Die Perlen der Cleopatra, Operette in drei Akten von Oscar Straus. 22.35: Tanzmusik. 23.15 bis 1: Vachtinusik. Montag, 2. Januar. 7.25: Fruhkonzert auf Schallplatten. 12 (Von Heilbronn): Mittaaskonzert I des Heilbronner Konzertorchesters. 13.30: Mittagskonzert II auf Schallplatten. 15.20: „Frauenschicksale in der deutschen Rot", Vortrag von Dr. Gertrud Bäumer. 17: Konzert. 18.25 (Von Freiburg): „Legale und illegale Revolutionen in alter Zeit", Vortrag von Llniv.-Prof. Dr. Aly. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Mandolinen-Konzert. 20 (Von Wien): Was wollen Sie tanzen? 21: Segelflieger Schulz, ein funkisches Denkmal, von Walter Klesfel. 22.45 bis 24: Rachtkonzert. Dienstag, 3. Januar. 7.25: Früh'onzert auf Schallplatten. 12: Mit- tagskonzert I aus Schallplatten. 13.33; Mitkags- tagskonzert II des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 15.20 bis 15.50: Haussrauen-Aach- mittag. 15.50: „Sie Bedeutung ber Milch als . ^rungsmittel", Vortrag von Landwirtschaftskammerrat Dr. Hackbarth. 17: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.25: „Auf zur Arbeit!" ^'^och zwischen Dr. E. Stickler und Syndikus & « »lctn von der Handwerkskammer Geschäfts- F^nkfnrt a. M. 18.50: „Sic neue spanische Verfassung , Vortrag von Prof. Dr. jur. Karl Aruvp, .^ankfurt a. M. 19.30: Konzert des Rundfunkorchesters. 21.20: Sie Jagd nach dem ® cJj?, Kapitän Kid, eine abenteuerliche Ge° Nichte von Rudolf Schneider-Schelde. 22.45 bis m^-^ochlaausck der Tanzkapelle der Stuttgarter Philharmoniker. Mittwoch, 4. Januar. 7.25: Frühkonz.rt auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert I des Westdeutschen Kammerorchesters. 13.30: Mittagskonzert II auf Schallplatten. 15.15 bis 16.15: Stunde der Jugend. 17: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.25: „Sas Ausland und der Luftschutz", Vortrag von Major a. S. Hans Hennig. 18.50: Zeitfunk, Marga von Etzdorf: Flug in den Osten. 19.20: „Wir und der deutsche Osten", Vortrag von Karl Hasselbach, Kassel. 19.35: Wer ist es? Literarische Rätsel (VI), aufg-geben von Wolfgang Weyrauch. 19.50: Robert-Schumann-Konzert. 21: Heiterer Abend. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Donnerstag, 5. Januar. 7.25: Früh.onzert erweibslo.er Derufsmusiker. 12: Konzert auf Schallplatten. 13.33: Mittags- konzert 11. 15.30 bis 16.33: Stunde dec Jugend. 17: Konzert. 18.25: Zeitfragen. 18.50: „Gesetzmäßigkeit und Rechtsmäßigleit", Vortrag von Sr. Georg Schmitt, Frankfurt a. M. 19.20: „Reues aus aller Welt", Vortrag von Professor Sr. Walter Behrmann. 19.33: Zeitsunk, Paul Laven liest: „Frankreichs rote Kinder" von Friedrich Sieburg. 23: Frauenstimmen II, Sopran und Alt, eine Schallplattenunterhaltung von Hans Rosbaud. 20.30 (Don Breslau): ...und in dem Schneegebirge, Funkpotpouri vom Winter. Freitag, 6. Januar. 7.25: Frühkonzcrt auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert 1 des Rundfunkorchesters. 13.30: Mittagskonzert 11 auf Schallplatten. 17: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 1825: Um das Buch „Ser Lektor", älnterh altung zwischen Dr. Max Tau und Sr. Günther Birkenfeld. 18.50: Vortrag. 19: Großes Haus der Württem- bergischen Landestheater Stuttgart: Sic Feen, Romantische Oper in drei Akten von Richard Wagner. 22.30 bis 24: Rachtmusik. Samstag, 7. Januar. 7.25: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mit- tagSkonzert I der Münchener Orchestervereinigung E. V. 13.33 bis 14.43: M ttagskonzert II des Rundfunkorchesters. 15.30 bis 16.30: Stunde der 3u- g:nd. 17: Konzert. 18.25: „Vom wandernden Komödianten einst und jetzt", Vortrag von Fritz Richard Werkhäuser. 18.50: „Was hat Italien für )eine Landwirtschaft getan?“, Vortrag von Herbert Kayser. 19.30: „Dichter träumen von Deutschland, Rezitation von Dr. Fritz Gerathe- wohl. 20 (Bcethovenhalle, Bonn): Öffentlicher lustiger Abend zum Besten der Winterhilfe. 22.45 bis 24: Tanzmusik. ist man sich über die Gründe dieser mangelnden Nachfrage nicht ganz klar. Es scheint, daß biefe Einrichtung in ben interessierten Kreisen noch nicht (jenügenb bekannt ist. Anderseits sind zweifellos bie Zulassungsbebingungen etwas zu eng begrenzt. Von der „Wisokü" (beim Arbeitsamt Frankfurt a. M., Börsenplatz, untergebracht), werben bereit 280 männliche Erwerbslose betreut; 59 Naturwissenschaftler (meist Apotheker), 44 Rechts- unb Wirtschaftswissenschaftler, über 80 wissenschaftliche Lehrer, 22 Rebakteure, Journalisten unb Schriftsteller unb 55 bildende Künstler (meist Maler). Taten für Samstag, 31 Dezember 1747: ber Dichter Gottsrieb August Bürger in Molmerswende am Harz geboren; — 1877: ber französische Maler Gustave Courbet in La Tour be Peiltz gestorben. Taten für Sonn aq, 1 Januar. 1484: ber Reformator Ulrich Zwingli in Wilb- haus, Schweiz, geboren; — 1853: ber Generaloberst Karl v. Einem gen. v. Rothmaler, in Herzberg am Harz geboren. Vornotizen. — Aus bem Stabttheaterbureau wirb uns geschrieben: Sonntag, 1. Januar, 15.45 Uhr, Zn kleinen Preisen unter der Spielleitung von Karl Bo Ick Wieberholuna des Weihnachtsmärchens „Aschenbrödel", sechs Bilder mit Gesang und Tanz von Görner. Ende 18.15 Uhr. Um 20 Uhr mit neuem Programm .Kabarett" unter der künstlerischen Ge famtleitung Wolfgang Kühnes. Das Buntprogramm besteht aus Sketsch, Musik, Gesang, Tanz und Rezitation. Bestritten wird die Vortragssolge von den Solomitgtiebem des Ensembles; außerdem tanzen Ballettmeister Ewald Bä ulke unv Frau Anni, sowie die Girls des Theaters. Ferner wird der Heimatdichter Georg Heß im Trachtenkostüm eigene Dichtungen oberhessischer Mundart vortragen. Die musikalische Leitung hat Kapellmeister Moe hl, der auch die in labbrettistischer Weise mitwirkende Iazz-Band-Kapelle dirigiert. — Als 14. Vorstellung im Dienstag-Abonnement Wiederholung ber Siloesterpremiere „Stöpsel", Schwant von Arnold und Bach. Spielleitung Peter Fass 0 11. Spielbauer von 20 bis 22.15 Ühr. Gewöhnliche Preise. — Eine Wiederholung des Weihnachtsmärchens „Aschenbrödel" findet am Mittwoch, 4. Januar, 15.45 Uhr statt. Ende 18.15 Uhr. Märchenspielpreise. Um 19.30 Uhr als 13. Vorstellung im Mittwoch- Abonnement zu gewöhnlichen Preisen „Die endlose Straße" von Graff und Hintze.,Ende 22.45 Uhr. Die Intendanz macht vor allem die auswärtigen Theaterfreunde auf den Besuch dieser Vorstellung aufmerksam, da ber zeitigere BorsteUungsbeginn den Zuganschluß nach Ende der Vorstellung erreichen läßt. ** Sic Besuchszeiten in den Museen. Das Oberhessische Museum im Alten Schloß, bas Dölkermuseum, sowie das Kriegsmuseum und bie stöbt. Gemälbesammlung im Reuen Schloß sind am Reujahrstage zwischen 11 unb 13 älhr geöffnet. ** Reichlich verfrüht. Don Herrn Otto Engel in Lützellinden wurden uns gestern sechs Maikäfer unb ein Junikäfer präsentiert, bie er gestern in der Felbgemarkung von Lützellinden an einem Bachrand auf gefunden hat. Die braunen Gesellen haben es mit ihrem Besuch etwas allzu eilig gehabt. Oer Mann, dem Europa sein heutiges Gesicht verdankt... Leben und Taten des Königs Eduard VII. von England. Don X Schlichters. ui. Lebemann und „Botschafter". Die Reaktion auf bie Knechtschaft seiner trübseligen Jugend bleibt bei bem Prinzen von Wales nicht aus. Man ist verheiratet, hat eine „Zivil- l i st e" — nun geht man baran, bas Leben zu genießen ... Allerbings, mit ber Zivilliste hat es etwas auf sich. Die Mutter, Königin Viktoria, bie Jahr um Jahr bem geliebten Gatten, bem „Denkfchriftler", nad)trauert, von ihm nur als von ihrem „Engel" spricht, meibet meist Lonbon unb ergibt sich einem (Einfieblerleben auf ihren Lanbfchlössern, einem Leben ber Erinnerung arr „Engel", vernachlässigt ihre gesellschaftlichen Pflichten unb überläßt es bem Sohn, zu repräsentieren. Dies Repräsentieren kostet ein riesiges Gelb. Die Königin ist sparsam wie eine Bürgersfrau unb häuft Vermögen auf Vermögen; sie benkt nicht baran, aus ihrer riesigen Zivilliste bem Kronprinzen zu Repräsentationszwecken Gelber zur Verfügung zu stellen. So gerät ber junge Haushalt bes Thronfolgers schnell in finanzielle Schwierigkeiten. Der Prinz weiß sich zu helfen: er nimmt Beziehungen zur Finanzaristokratie auf, bas heißt knapp unb schlicht: er „pumpt", was bas Zeug nur halten will, gerät in unermeßliche Schulben, eine Tatsache, bie nicht gerabe geeignet ist, bie Beziehungen zwischen Mutter unb Sohn zu verbessern. Der Prinz will sich betätigen; bie Mutter versagt ihm jebe Möglichkeit. Die Minister unb bie Freunbe Ebuarbs planen, ihn zum Vizekönig bes unbotmäßigen Jrlanb zu machen, um ihm ein Beschäf- tigungsfelb zu geben. Die Mutter: „Nein!" — Man regt an, ihm einen Posten im inbischen Staatsrat zu übertragen. Die Mutter: „Nein!" — So geht es in jebem einzelnen Falle. Aber ber Mensch muß sich boch regen! — Was bleibt also? Eine große Versuchung tritt an ben Kronprinzen heran. Im Volk wächst bie Mißstimmung gegen bie in ihre Einsamkeit vergrabene Königin. Diese Mißstimmung verbichtet sich schließlich zu ber offenen Forberung bes Volks unb bes Abels, bie Königin solle zugunsten ihres Sohnes auf ben Thron verzichten ... Lord Howben schreibt am 4. Juni 1864 an ben Minister Lorb Clarenbon, baß bie Königin angesichts ber Gemütsverfassung, ber sie sich seit ihrer Witwenschast hingegeben habe, gut baran getan hätte, nach ber Großjährigkeitserklärung ihres Sohnes abzudanken, sie hätte bann für sich einen großen Namen unb im Volk ein großes Mitgefühl hinterlassen. Noch fei es aber nicht zu spät, diesen Schritt zu tun. Das ist die Einstellung der Politiker und des Volkes! Man ändert in ber Öffentlichkeit ben Text ber Nationalhymne — man singt nicht mehr „God save the Queen", fonbern „God save the Prince of Wales" ... Der Kronprinz würbe es jetzt leicht haben, längst vor dem Tode ber Mutter König zu werben — unb Mannesarbeit f ür Manneskräfte leisten zu dürfen. Aber er widersteht ber Versuchung. Das ist Verfassungstreue, Ehrerbietung vor ber Mutter — aber insgeheim auch ein Zeichen ber Erschlaffung, ber er burch ewigen Druck unb auferzwungenen Müßiggang anheimgefatten ist. Er hat in biefer Epoche bie Ziele feines Ehrgeizes wesentlich niebriger gesteckt als einst. Es genügt ihm, „ber erste Gentleman Europas" zu werben, und hemmungslos geht er auf dies Ziel los. Der selige Bruce hat in einer Denkschrift schon mitteilen müssen, daß der Prinz viel zu viel Wert auf seine Kleidung legt. Was hätte er erst in die - f e r Epoche weinend von sich gegeben? Der Prince of Wales lanciert seine eigene Mode, nicht nur in England, sondern alsbald auf dem aanzen Kontinent. Seine Anzüge, feine Krawatten, seine Schlafanzüge, feine Gamaschen, der Schnitt seiner Fingernägel, feine Frisur und all feine andern tausend Äußerlichkeiten werden tonangebend für seine Zeit. Er ist wenigstens etwas geworden, nämlich Vorbild der Dandys, der Müßiggänger, der Lebemänner. Auch in seiner Lebenshaltung. Und hier ist fein Borbild höchst negativ. Die gestrenge Mutter ist bas Muster einer ehrbaren Bürgersfrau. Aus Opposition gegen sie unb bie Einflüsse unb Lehren, bie seine Jugend verbitterten, wirb ber Sohn das Muster eines „Bi- oeurs", wie man es damals nannte. Zunächst einmal legt er sich einen Rennstall zu, und er hat bas Glück, zweimal sein siegreiches Pferb von ber Derbybahn zur Waage geleiten zu bürfen. Er ist bei jedem Sports- unb Gesellschaftsereignis zu finden. Er gondelt auf dem Kontinent herum, ist Stammgast aller Spielkasinos, wo man ihn ehrfürchtig bestaunt als den Spieler, ber keine Höchstgrenze bes Einsatzes kennt unb anerkennt. Er spielt öffentlich unb privat, in Homburg, in Paris, in Biarritz unb an ber Riviera. Befonbers Paris ist sein ureigenstes „Schlachtfelb". Dort vor allem kennt man ihn als rücksichtslosen Lebemann, als ben „Prinzen ber Wucherer", als ben „Ueber- menfchen ber Boulevarbs", als einen „Mann, der nie zu einer Frau nein sagen kann". Und diese Anwürfe — auch wenn sie als Schmeicheleien gedacht sind — stimmen. Der Prinz bringt es mit erstaunlicher Energie fettig, sowohl für die Bürgerlichkeit Englands unb bes Kontinents wie für Die europäische Diplomatie unb bie Fürstenhöfe feinen Ruf so grünblich zu ruinieren, baß er selbst nach seinem Tobe unb einem schicksalsträchtigen Königsleben kaum mehr zu reparieren ist. Er liebt, er spielt, er wettet, er trinkt, er feiert Fest auf Fest unb Orgie auf Orgie, er bricht Ehe auf Ehe. Die Welt erlebt bas erstaunliche Schauspiel, nicht einmal, fonbern mehrfach einen Kronprinzen, ben zukünftigen König eines Weltreichs, vor bie Gerichtsschranken zitiert zu sehen. Einmal finb es Schulben, bie ihn vor ben Kabi bringen; bann ist es eilt Spielerprozeß, in bem er als Zeuge auftreten muß; bann wieder zwingt man ihn in einem Ehebruchs prozeß auf den Zeugenstanb. Der Prince of Wales läßt nicht ab, für europäische Sensationen zu for gen, jahrzehntelang. Allerdings benutzt er seine Reisen meist nebenbei zu diplomatischen Geschäften. Er taucht in Deutschland auf — spielt, knüpft aber auch daran Versuche zu einer Verständigung mit Berlin, später vor allem mit seinem Neffen Wilhelm II. Hier zeigt sich allerdings bald, daß ein reibungsloses Verhalt nis von Mensch zu Mensch nicht möglid) ist. Der junge Kaiser brüskiert ben „Onkel Lebemann" oft unb schwer. Wilhelm II. hat ebenfalls unter feiner Mutter, ber englischen Prinzessin unb Schwester bes Prinzen von Wales, bie eifrig englische Politik am preußischen Königshof zu treiben versuchte, schwer gelitten; für bies Leiben revanchierte er sich bei bem Onkel, ber ihm aüerbings bie persönliche Aversion oft hoppelt unb breisach zurückvergilt. Hier sehen wir auf seltsamem Umweg bie spätere schicksalsschwere englische Einstellung gegen Deutsch- lanb entstehen. Ebuarb wurmt bie Tatsache, baß er künstlich von allem Weltgeschehen immer wieder zurückgebrängt warb, währenb ber Nesse verant wörtlich an ber Soitje eines Weltreiches wirken bars. Er mischt sich 'jetzt eifriger uermittelnb unb Fäben fnüpfenb in Sie „große" Politik — meist immer mit beutlicher Spitze gegen den beutschen Neffen. Er wirbt bei feinen zahlreichen Besuchen bewußt mit bem ganzen unleugbaren Charme seiner Persönlichkeit in Paris sowohl wie in Peters bürg für (fnglanb unb gegen Deutsch- l a n b. Immer beutlicher steigt ihm bie Ibee ber Entente, bie er später verwirklichen wirb, unb bie beherrschen!) ben Weltkrieg unb bas Bilb bes heutigen Europas bestimmt, als Zukunftsraum auf. Der Mann, bem sich bas Amt bis ins Alter hinein versagt, findet fein politisches Ziel... Dies Ziel „bearbeitet" er auf feinen ewigen Amüsier-Reisen. Scherzhaft tauft man diesen Prinzen, ber ohne Auftrag unb mit leichter Geste sich in bie diplomatischen „Geschäfte" mengt, den „außerordentlichen Botschafter England s". Selten ist mehr Wahrheit in einem Scherz zu finden gewesen als in diesem — die Welt hat es später erkannt; zu ihrem Leid vor allen. Dingen die deutsche Welt. Eines hat der Prinz und spätere König gelernt aus feiner bitteren Jugend —: wie man Kinder nicht erziehen soll! Die eigenen Kinder läßt er von ihrer Geburt an als freie Menschen aufwachsen, trotz aller Einsprüche seiner Mutter, die erbittert aburteilt über die „moderne" Erziehung ihrer Enkel und Enkelinnen. So hat wenigstens das eigene Martyrium Früchte getragen für die Kommenden. Frei, wie der jetzige König, Georg V., ist auch Eduards Enkel, ber jetzige Prinz von Wales erzogen worben — bie geraubte Jugenb hat er feinem Blut als Erbe hinterlassen. Neben biesem Erbe aber steht ein weitaus gigantischeres unb für uns Deutsche verhängnisvolles. An ihm hat er, neben feinem „Hauptberuf" als „Europas erster Gentleman", schon als Kronprinz gewoben, Jahrzehnt um Jahrzehnt — an ihm webt er vorsätzlich unb mit einer biplomatischen Ueber- legsamkeit, die alle zeitgenössische Diplomatie um Meilen schlägt, endlich in einem anderen .Hauptberuf" —: über neunundfünfzig Jahre alt, wird, am 22. Januar 1901, der Prinz von Wales englischer König... (Fortsetzung folgt.)' 9JL~fpovt „Olympia" Frankfurt — VfB. Gießen Auf dem Waldsportplatz gastiert am Reujahrs- tag die 1. Mannschaft des Sportklubs „Olympia" Frankfurt. Der Gegner gehört der Mainkreisliga an. Die Gäste sind in Gießen nicht fremd. Die Frankfurter sind in ihrer Heimatstadt eine durchaus geschätzte Elf. die gegenwärtig mit den aus der Mainkreisliga abgestiegenen Mannschaften von Germania 94 und Frankfurt-Fechenheim in einer Klasse spielt. Die Gäste des Sonntags fuhren die Tabelle der Mainkreisliga an und haben sich in den Verbandsspiclen ausgezeichnet gehalten. Die Elf verfügt über ein ousgereiftcs technisches Können, das dem Können unserer Bezirksliga in Hessen-Hannover kaum nachstehen dürfte. 3n der Mannschaft ragen besonders Ob er le und Bäuerle hervor, die auch am 2. Weihnachtsfeiertag im Städtekampf Offenbach— Frankfurt mitwirkten. Die Aufstellung der Mannschaft der Gastgeber steht noch nicht fest. Die Grünweißen werden bemüht sein müssen, ihre stärkste Vertretung zu stellen. Die Hiesigen sollten den Gästen ein gleichwertiger Gegner sein. Den Frankfurtern dürfte ein kleines Plus zuzuiprechen sein. Wie der Kampf ausgeht, ist nicht vorherzusagen. Immerhin wird zu erwarten sein, daß guter Sport geboten wird. Die übrigen Mannschaften des VfB. sind spielfrei. Spielvereinigung 1900 Gießen. Die Spielvereinigung hat für den kommenden Sonntag nur ein Spiel im Programm. Die zweite Mannschaft fährt nach Heuchelheim zum Gesellschaftsspiel. Sportverein 1920 Heuchelheim. Die 1. Mannschaft des Sportvereins Heuchelheim empfängt am kommenden Sonntag die 2. Elf der Spielvereinigung 1900 zu einem Gesellschaftsspiel. Die Gäste stellen eine sympathische Mannschaft, die voraussichtlich in stärkster Aufstellung antreten wird. Heuchelheim muß Steinmüller im Tor ersetzen. Die 1. Mannschaft von Heuchelheim hatte in jüngster Feit eine wesent- li«che Formverbesserung aufzuweisen, die Gießener dürfen als ein beachtenswerter Gegner gelten, so daß man mit einem spannenden Kampfe rechnen darf. Der Ausgang des Spieles ist nicht vor- herzusogen. Handball im Gau Hessen (O.T.) Lang-Göns I — Holzheim I 15:7 (7:4). Ein Freundschaftsspiel! Der Kampf verlief sehr spannend. Die Platzbesitzer — besser — siegten, verdient. Lang-Göns hatte Anstoß, nützte den folgenden Angriff sofort zum Tor aus, erhöhte aber bald 3:0. Es dauerte nicht lange: den Gästen gelang der Ausgleich. 4:4! Bis Halbzeit stellten die Plahbesiher die alte Tordifferenz wieder her. Aach Wiederanstoß zeigten sich die Gastgeber wesentlich überlegen und erhöhten auf 15 Tore, denen die Gäste nur drei entgegensetzen konnten. Die Torleute litten unter schlechten Bodenverhältnissen. Eisschiehmeisterschast im Film. 3m Heim des Eisvereins hatte man gestern im kleinen Kreis interessierter Sportler und Sportlerinnen Gelegenheit, einen Film zu sehen, der in seinen wesentlichen Teilen auch Bilder von den Cisschießmeisterschaften 1931 '32, die auf der Drun- hildiseisbahn (Feldbergs zum Austrag gelangten, brachte. Darüber hinaus war der Bildstreifen ein L:hr- und Werbefilm, er zeigte in Ausschmttten das, was an Technik im Eisschießlauf im Bilde gezeigt werden kann, schilderte den Sport und seine mannigfachen Reize, man sah humorvolle Szenen geschickt photographiert und gewann einen Lieberblick über diesen, bisher noch nicht so sehr verbreiteten Sport. Einige Bilder vom Kalutter- schießen, einer besonderen Art des Cisschießsportes interessierte ebenfalls sehr. Zu dem Filmstreifen hielt der Cisschießwart des Gießener Eisvereins, Herr Mohr, einen erläuternden Dortrag und machte dabei auch mit den Spielregeln vertraut. Die Filmvorführung bedeutete für die Teilnehmer eine nicht nur belehrende, sondern auch eine unterhaltsame halbe Stunde. 70 Zahre Turnverein Homberg. Der Turnverein Homberg beging dieser Tage die Feier seines 70jährigen Bestehens. Aach einleitenden Musikstücken der Feuerwehrkapelle brachte die Turnerin A. M a a r einen Dorspruch zu Gehör. Der Dorsitzende, .3ustizsekretär Seibert, gab in seiner Festansprache einen Rückblick auf die 70 Jahre des Bestehens des Vereins. Dabei ging er vom Gründungsprotokoll aus und zeigte, wie der-L-urn- verein unter der Leitung zielbewusster Manner die heutige Hohe erreicht habe. Er gedachte ferner der im Weltkriege gefallenen Turner. Allen Mitarbeitern sprach er Dank aus. Ganz be>anders betonte er die Dedeutung des Turnens un 3ahnschen Geiste für den Aufbau unseres Vaterlandes. Er schloß mit dem Wunsche, daß der Turnverein auch weiterhin wachsen, blrchen und gedeihen möge. Der Gesang des Deutschlandliedes schloß sich an. Don den früheren Leitern des Vereins fand L. G n i f k o w f k i treffende Morte Der bisherige Turnwart Hch. Strauch erhielt für seine Verdienste eine Hrkunde. Sodann folgten die turnerischen Vorführungen. Die jüngsten Turner zeigten schöne Hebungen. Die unter Musikbegleitung ausgeführten Keulenübungen der Mädchen ernteten großen Beifall. Dann zeigten die älteren Schüler am Längspferd einige Hebungen, denen die der Turner am Seitpferd folgten. Diese Hebungen gefielen ebenfalls gut. Die unter Gesang von Volksliedern ausgeführten Freiübungen der Mädchen befriedigten sehr, ebenfalls die Barrenübungen der Turner. Große Anerkennung fand der von Fcl. L. Maar vorgetragene Turnernachruf. — 3m Aamen der Stadt beglückwünschtdr Bürgermeister Sch Wei- k e r den Verein. Er schilderte aus städtischen Akten die Entwicklung des Vereins. Die anschließenden schlesischen Volkstänze der Mädchen in Erfurtshäuser Tracht fanden großen Beifall. Die am schiefen Pferd von den Schülern ausgesührten Hebungen waren schwierig, wurden aber geschickt ausgeführt. Die Mädchen tanzten einen originellen Polka. Die Turner führten anschließend Hebungen am Hochreck vor, die von großer Geschicklichkeit zeugten. Schüler Roth unterstrich diese Tatsache in einem gut vorgetragenen Gedicht. Während die Turner zwischen verschiedenen Programmnummern lebende Bilder in Pyramidenform stellten, führten die Mädchen in Gruppen nacheinander Haltung, Rumpfbeugen, Spannung und Entspannung anmutig vor. Das neuzeitliche Turnen, die sog. Körperschule, bildete den Abschluß der mit großer Gewandtheit und Sicherheit gezeigten turnerischen Vorführungen. Niederlage der Studenten-Fußballer. Die deutsche Studenten-Fußballelf erlitt am Freitag auf ihrer Heimreise in Catania, wo sie bekanntlich am zweiten Weihnachtsfeiertage gegen die italienische Vertretung ein ehrenvolles Unentschieden erzielen konnte, gegen Reggina Reggio eine unerwartet hohe 2:5 (1:4) Niederlage. Kuriosa vom deutschen Wintersport. Der Skilauf als Schulfach, das ist bereits Tatsache in Oberstdorf im Allgäu und in einer ganzen Anzahl bekannter Harzer Wintersportplätze. Hier wird während der Schneesaifon im Rahmen des Turnunterrichts auch Hnterricht im Skilauf erteilt. Aeuerdings will die thüringische Regierung den Skilauf als Pflichtfach in den Schulen einführen. * Der „h ochste" deutsche Wintersportverein ist der kürzlich gegründete „Ski-Klub Zugsv'tz'erner",'se'n Sitz ist im 265") m hoch liegenden Schneefernerhaus der Bayrischen Zugsvitz- bahn. Hebrigens hat dieser Klub außer sportlichen auch wissenschaftliche Interessen; er will z. B. Hntersuchungen über den Einfluß der Höhenluft auf den menschlichen Körper anstellen. Eine Skisprungschanze mit eigenem Bah nhof hat das sächsische Ost-Er'geb'.vge in Gestalt der neuen Schan'e auf dem Cellingbrrg. Wenige Schritte entfernt ist die „Geisingberg- Schanze" der Bahn nach Geisimg und Altenberg. Eine Bergarbeiter-Sprungschanze, von Bergarbeitern für Bergarbeiter erbaut, gibt es nicht etwa im Ruhrkohlengebiet oder in Oberschlesien, sondern — in den bayrischen Alpen. Die Arbeiter der in Hausham bei Schliersee betriebenen Braunkohlengrube — es ist eine der wen'gen, die Bayern überhaupt besitzt — haben der Ski-Abteilung ihres Turnvereins eine moderne Sprungschanze erbaut, die Sprünge bis zu 35 und 40 Meter zuläßt. * Als älteste deutsche Rodelbahn gilt die historische Hörnerschlittenbahn, die von den Grenzbauden (1050 Meter) nach Schmiedeberg (450 Meter) im östlichen Riesengebirge hinabführt. Auf dieser Bahn wird bereits seit dem Ende des 17. Jahrhunderts gerodelt. Gesammelt von Franz Ferdinand. Jiurje Sportnotizen. Di e Neuyo-rker B o x s p o r «t - I ou r n a - listen haben auch in diesem Jahre wieder Max Schmoling an die Spitze ihrer Rangliste gestellt. Schmebing, dem von 60 Kritikern 38 ihre Stimme gaben, hat nun zum dritten Male hintereinander die Führung. Der bekannte Autorennfahrer Louis Chiron hat seine bisherige Firma verlassen und wird in der nächsten Saison für Alfa Romeo starten. Der Stettiner Mittelstreckler Waldemar H e l p a p p ist jetzt dem Berliner Sportklub ibcigi 2 treten, dessen Renn mann schäft dadurch eine wesentliche Verstärkung erfahren hot. * Eine überraschende Niederlage mußte der zur Zeit in Australien weilende amerikanische Tennis - Weltranglisten - Erste Ellsworth V i n e s einstecken. Er wurde von Hop-man ziemlich glatt mit 4:6, 6:1, 6:8 geschlagen. Büchertisch. — Das „Handbuch der geographischen Wissenschaft" (Herousgegeben von Professor Dr. Klute, Gießen, unter Mitwirkung führender Wissenschaftler — Akademische Derlagsgesellschaft Athenaion m. b. H. Potsdam) — bringt in seinen letzten Lieferungen 41 bis 45 das moderne Hellas in der fesselnden Darstellung Prof. Oberhummers (Wien). Die ewige, vielgestaltige Landschaft Griechenlands, seine Bevölkerung, die aufblühende Wirtschaft mit dem Anbau von Oel, Wein, Korinthen, Tabak und eine empor» strebende Industrie (Braunkohle) sind einige der von Oberhummer mit größter Sachkenntnis, einleuchtend, genußreich und belehrend abgehandelten Themen. — Fein durchdacht, glänzend aüf- gebaut und durchgeführt gibt dann Konrad B o u - terwek die Einleitung zu Aordasien, Zentral» und Ostasien. Die Gestalt und Gliederung dieses größten Erdteils, seine Geschichte, die geographischen Eigenschaften, Flora, Fauna und Bevölkerung stehen im Mittelpunkt dieser Hefte. — Das „Lexikon des Kaufmanns", unter Mitarbeit von Sachverständigen herausgegeben von Dr. jur. Richard Mußfeld (453 Seiten, gebunden । 3 Mark, Ullstein-Verlag, Berlin — 395) ist für alle bestimmt, die in dem großen Getriebe des kaufmännischen, gewerblichen und handwerklich, n Lebens ein, wenn auch noch so kleines Glied darstellen. Das Buch gibt Auskunft über Kalkulation, Statistik, Buchhaltung, Handelsrecht, über Mahn- und Klagewesen, Pfändungen, Konkurs- und Vergleichsoerfah- ren. Alle, den Kaufmann wie den Angestellten treffenden Steuern werden systematisch geordnet. Das Problem des Geldes, das Wechsel- und Scheck- recht, die Frage der Steuerstundung oder die Aufstellung einer Steuerbilanz, Arbeitsrecht und Sozialversicherung — alle diese Fragen werden nach dem neuesten Stand der wirtschaftlichen Entwicklung erfaßt und dargestellt. » Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Bei schwachem Besuch war das Geschäft an der Frankfurter Getreidebörse auch in der letzten Woche des alten Jahres minimal. Der Handel bekundete weiterhin starke Zurückhaltung, da keine Anregungen Vorlagen. Dem geringen Angebot stand eine noch schwächere Rachfrage gegenüber, so daß die Brot- g e t r e i d e Preise für Weizen um 1 Mark und für Roggen um 1.50 Mart je Tonne nachgaben und wie folgt notierten: Weizen 202,50 Mark, Roggen 162,50 Mark. 3m Braugersten geschäft herrschte starke Zurückhaltung in Erwartung möglicher Preis» beeinslussung durch die am 10. Januar erfolgende Freigabe des ersten Drittels der Stühungsbe- stände. Der Preis blieb mit 180 bis 185 Mark unverändert. Der Hafermarkt liegt ohne jede Aachfrage, die Preise bröckelten erneut um 2 Mark auf 132 bis 135 Mark je Tonne ab. Am Mehlmarkt ruhte der Handel fast vollkommen. Neubestellungen erfolgten nur sporadisch. Die Preise blieben unverändert und stellten sich per 100 Kilo in Mark wie folgt: Weizenmehl südd. Speziell 0 mit Austauschweizen 28,15 bis 29, do. niederrhein. 23 bis 23,25, Rog» grnmehl 60prozentige Ausmah'ung 22,25 bis 23,25. Die sogenannte zweite Hand bot aber bis zu 1 Mark darunter an und fand auch Käufer. Futtermittel legen vollkommen geschäfts- lcs bei weiter weichenden Preisen. Weizenkleie 7,40 Mark, Roggenlleie 8 Mark je 103 Kilo. Infolge der Feiertage ruhte -das Geschäft am Kartoffelmarkt. Abschlüsse sind nicht bekannt geworden. Wochenbericht oom Frankfurter Schlacktviebmarkt Trotz wesentlich verringerter Zufuhren gestaltete sich das Geschäft am Frankfurter Schlacht- vichmarkt zwischen den Jahren für alle Dieh- gattungen schleppend, und bei z. T. stark ermäßigten Preisen verblieb sogar noch Heberstand. Der Auftrieb an Rindern war mit 1147 Stück um 358 Stück kleiner, trotzdem ergaben sich bei schleppendem Handel Preisrückgänge von 1 bis 2 Mark, nur Bullen zogen infolge der geringen Beschickung (72 Stück) um 1 Mark an. Ochsen al) 26 bis 28, a2) 23 bis 25, bl) 20 bis 22. Bullen a> 24 bis 27, b) 21 bis 23. Kühe a) 22 bis 24, b) 19 bis 21, c) 16 bis 18, d) 12 bis 15. Färsen a) 26 bis 29, b) 23 bis 25, c) 20 bis 22. Am Kälbermarkt ergab sich ein Verlust von 2 bis 5 Mark, besonders für geringe Qualitäten, obwohl die Zufuhr mit 1548 um 468 Stück geringer war. Das Geschäft verlief schleppend. Kälber b) 33 bis 35, c) 28 bis 32, d) 20 bis 27. Arn Schafmarkt betrug der Auftrieb 273 gegen 223 Stück, und nach schleppendem Handel bröckelten die Preise 1 bis 2 Mark ab. Schafe a) 23 bis 25, b) 20 bis 22, c) 16 bis 19. Di« Beschickung am Schweinemarkt war um 425 Stück weniger und stellte sich auf insgesamt 5211 Stück. Der Handel war schleppend, und es war starker Heberstand. Die Preise gaben bis zu 4 Mark nach. Schweine c) 34 bis 38, d) 33 bis 36. * D i e R e i ch s i n d e x z i f f e r für die Lebenshaltungskosten im Dezember. Die Reichsinderziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") ist im Durchschnitt des Monats Dezember um 0,3 o. H. auf 118,4 (gegenüber 118,8 im Vormonat) zurückgegangen. Es haben nachgegeben die Indexziffern für Ernährung um 0,5 v.H. auf 109,0, Bekleidung um. 0,7 v. H. auf 112,4, sonstigen Bedarf um 0,5 v. H. auf 163,2. Die Indexziffer für Wohnung ist mit 121,4 unverändert, die Indexziffer für Heizung und Beleuchtung mit 136,6 nahezu unverändert geblieben. • Anmeldepflicht für Reis-Cin- suhrkontrakte. Aus Grund der Verordnung Über die Einbeziehung von Reis in das Mais- monopvl haben die Reis verarbeitenden Betrieb« und die Importeure ihre bis zum 28. Dezember 1932 einschließlich abgeschlossenen Cin» kaufskontrakt« auf unverzollter Basis und ebenso ihre Derkaufskontrakte bis zum 5. Januar 1933 abgehend bei der Reichsmaisstelle, Eeschäfisabtei- lung, anzumelden und ihr einzureichen. Die Cin- und Verkaufskontrakte sind nicht anzumelden, wenn die betreffende Ware bis zum 28. Dezember in das Zollirrlanb verbracht worden ist. Falls dies nur auf «inen Teil des Kontraktes zutrifft, so ist der ganze Kontrakt trotzdem anzumelden und «inzureichen unter Angabe der bereits in das Zollinland verbrachten Teilmengen. Frankfurter Abendbörse still, aber freundlich. Frankfurt a. M., 30.Dez. Die letzte Abendbörse im alten Jahre verkehrte in s e h r st i l - I e r Haltung, sowohl für Aktien als auch für Renten. Die Stimmung war aber unter dem Einfluß fester Kursmeldungen von den Auslandbörsen freundlich. Da aber von der Kundschaft kaum Orders Vorgelegen haben, hielt sich die Spekulation von Aeuengagements zurück. Vereinzelten Besserungen von 0,25 bis 0,50 Prozent standen unveränderte bzw. etwas schwächere Kurseim Vergleich zum Berliner Schluß gece.'.über. Deutsche Anleihen lagen zwar wesentlich ruhiger als an der heutigen Mittagsbörse, die Tendenz hierfür war aber weiter fest. Der übrige festverzinsliche! Markt lag still. Aeubesitz 7,23 bis 7,15, Altbesig 63 bis 63,25, Schuhgebietsanleihe 5,95. Reichsbank 145.50, Gelsenkirchen 50,25, Stahlverein 35,25. AEG. 29,50, Deutsche Erdöl 86, IG.-Far- ben 96,25, Lahmeyer 116,88, Rütgerswerke 43,75, Siemens 118. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Jranffun a. JJl. Senin Echluß- kurs Gchluhk. Abenb- börf- Schluß- lurt (Schlußk. Miitag- bö fe Datum 29-12. 30-12. 29.12- 30-12. 6% Deuyche Reichsanleihe v. 1921 6% e6eni.7% Dt.Reichsonl.v. 1929 5’/»% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mb Auslos.-Rechten ............. 76,5 92,75 77 61,5 6,9 77 57,75 57,13 85,5 85 85,9 85,9 83,5 83,5 1,05 77 93,25 77 63,25 7,15 76 59 59,65 86 35 85,9 86,25 34 83,5 1,05 l 4,1 4.2 22,4 76,5 92,5 77,1 61,25 6,85 77 56,65 83,75 i»2 6,55 4,1 4,3 4,25 5,45 9 4.7 22.4 76,75 92,7 76,75 63 7,2 76 57,75 83,75 1,2 6,6 4,1 4,25 ! 22,4 DeSgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ebem. 8% Hess. Botksstaat 1929 lrückzohlb. 102%)........... Lberhessen Provinz. Anleihe mb Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sam ine lab l.An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bmll Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. HyP.-Ban! Koldvfe. 16 unkündbar 615 1936 ö’/2% ehern. 4»/.% Franis. Hyp.. Bank-Liqu.-Psandbricse ..... S'/r% ehern. 4'/»% Rheinische HvP..Banl.Liqu.<6o,dvi>. ... 6% ehern. 8% Pr. Landespfand briesanüall, Psandbriese R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespfand briefanttalt, Pfandbriefe R. io 4% OesterreichlsMe tiolßreiuc... d,20% Oesteneichische Glibenente 4% Ungarische Goldrenie .... 4% Ungarische Stoatürenle v. 1910 4Vz% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmerikaner von 91 4% lürilfdje Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 4,2 4,2 5,4 8,75 4,5 22,25 5% Rumcin. vereinh. Rente v. 1901' ^'/-"/oRumän.vereinh.Reniev.lSi? 4% Rumänische vereinh. Rente . •J%% Anatolier ............... Oaium .viun.iu,. u. jji. Oer». > Schluß« kurS 29-12- Ech.ußk. Abendbörse 30-12- Schlußkurs 29-12- Schlußk. Mittag« börse 30-12. Hamburg-Amertka-Palei .....> Hainburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampfschisf...........0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.(h. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft.... -1 Commerz- und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und DiSconto» Gesellschafl................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................. 1 A.E.G......................u Clektr. Lieferuiigsgesellschaft... 5 Licht und Kraft .............6 Zelten & Guilleaume ........0 (j-esellschaft für Elektrische Unternehmungen ...............4 Rheinische Elektrizität ........5 Schlickert L Co........ 0 SiemensL Halöle....... ! Lahmeyer L Co..............10 BubcruS ...................,< Deutsche Erdöl .............4 Gelsenkirchener..............0 Horvener...................0 Hoesch Eisen—Köln°Neuessen.. 0 Ilse Bergbau ............... 7 Ilse Bergbau (üenüffe........ 7 Kldcknerwe.ke ...............0 Mannesmann-Röhren........0 Mansselder Bergbau.........0 ».berichlef. Kvkswerke.........0 Phönix Bergbau............ 0 ""»'ni'che Brau,.kehlen ......10 1 niliemflühi .................. 0 17,75 18,75 45 89 53,25 75 61,75 145,5 30 79 96 54,5 76 95 85.5 122 115,75 44 35 51,25 86,75 101,5 47.65 62.9 24,5 36.25 200 73 17,5 18,25 45 89 53 75 61,75 145.5 29,5 81 96 55 76 93.5 85 118 116 43.75 ■' 86 '50.25 89 105,5 48 62.4 25,25 35,4 202 73,65 17,75 26,13 18,5 45,5 89 53,5 75 61,75 145,4 29,75 80 95,75 54 76,4 95 85 122 116,4 43,75 84,65 51 87.13 53.25 132.5 101,4 47,5 62,13 24 76,13 36,5 203 73,4 17,5 26 18,5 44.9 89 53,5 75 61,75 145,4 29.75 82,75 96 54,5 76 94 83,25 118 116,9 43,75 85,5 50,75 87 53,25 136.5 104,5 48 62,75 25 75,65 36 201 72,5 Frankiurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börf • Sch uß» furd Schlußk. Mi lag« böre Datum 29-12- 30-12- 29-12. 30-12- Bereinigte Stahlwerke..... Ctaöl Minen ............ ... u 36 35,25 36 35,4 ... 0 16.25 16,25 16,13 16,5 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 115 116 116 116,25 Kaliwerke Westeregeln..... ... 6 119,5 120 120,5 120,5 Kaliwerke Salzdetfurth .... ... y 170 173 172 173,25 A. G. ffarben-Iudustrie .... ... 7 97,25 96,25 97,25 96,25 Scheideanstall............ ...10 153 154 — Goldschmidt ............. ... 0 31 — 31.75 32,9 Rütgerswerke ............ ... 0 43,5 43,75 43,65 43,4 Metallgelellschast.......... ... 0 33,5 33,5 33,25 34 Philipp Hohmann........ Zementtverk Heidelberg ... Cementwei-k Karlstadt...... ... 0 60,5 60,5 60,9 60,9 ... 4 46,5 46,5 —— ... 0 57 57 — Wayß & Freytag......... ... 0 5,4 5,5 5,4 5,25 Schultheis Pahenhoser..... ... 0 — 100,9 102,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 ’ 47 47,75 46,13 47,4 Bemberg................ ... 0 56,5 58 57 58,75 Zellstosk Waldhof......... ... 0 46 46 45,65 45,75 Zellstoss Aschaffenburg .... ... 0 30 30 29,9 30 Dessauer Gas............ 7 —— — 106,5 107,9 Daimler Motoren......... ... 0 19 19,25 19,4 19,4 Deutsche Linoleum ....... ... 0 42.5 42 42 42 Lrensieln & Koppel ...... ... 0 —— —- 40,75 40,75 Leonhard Tietz........... ... ö 40 40 40 39,75 ^hade ................... .. .12 140,5 141,5 140,13 141,5 Äritzner................. ... Ü 29,5 29 I 29,5 28,5 Mainkraslwerke Höchst a.M. ... 4 64 6 de Ian. 0.269 0,271 0.269 0,271 Jugoslawien 5,574 5,586 5,574 5,586 Lissabon... 12,76 12,78 12,76 12,78 Banknoten Berlin, 30.-Otternber Geld Zfics Amerikanische Noten.............. 4,20 4.22 Belgische Noten.................. 58,15 58,39 Dänische Noten ................. 71,76 72,04 Englische Noten ................. 13,89 13,95 Französische Noten............... Holländische Noten............... 16.38 168,81 16,44 169,49 Italienische Noten................ 21,49 21,57 Norwegische Noten .............. 71,66 71,94 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — Rumänische Noten............... 2,46 2,48 Schwedische Noten............... 75,90 76,20 Schweizer Noten................. 80,77 81,09 Spanische Noten................. 34,25 34.39 Ungarische Noten................ — flonoii U'r pon iriM, nnttrS^ Mchnli ck'-n pof zkSfW Sonnig Itllogt" ©i«R«neI Mi Ott 3n4 laM 6 gen man„ ^das? /am mö Serjahr i hingen z kaum M Einheit / 6tüd in scheM bcns ver heit a Grundges meine Ar über allei erstarren Gefahr d der Zivil keine Gr< mehr. 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