Der Kampf um die Währung in Südafrika Frankreichs FmanzpoM im Südosten gelöst hatte, t minderem sind bis heute noch nicht abgeschlossen. Durch den Tod der beiden Staatsmänner Dr. Seibel und Schober hat Oesterreich im vergangenen Jahr empfindliche Verluste erlitten. Die inneren Verhältnisse bei unserem Brudervolk sind ungeklärt, der Zerfall der bürgerlichen Mittelparteien und die außenpolitische Westorientierung der Christlich-Sozialen stärkt einerseits die Kommunisten und läßt auf der anderen Seite eine mächtige Hitlerbewegung heranwachsen. den. Südafrika wird, so erklärte der Finanzminister, die Goldwährung nicht aufrechterhalten, soweit es die Metallgrundlage der Währung anbetrifft, da es augenblicklich unmöglich ist, sich Gold in irgend einer handelsüblichen Form in den Danken des südafrikanischen Bundes zu verschaffen. Die Regierung beabsichtigt nicht, die Wechsel - und Devisenkurse zube» e i n f l u s s e n, sondern sie überläßt den Kurs des südafrikanischen Pfundes dem freien Spiel der Kräfte auf dem Devisenmarkt. Das südafrikanische Pfund wird in keiner,Weise an das englische Pfund und dessen Kursentwicklung gebunden sein. Der Führer der südafrikanischen Partei, General Smuts, und der Transvaal-Rationalist Sx'Imann Boot, hielten am Mittwoch Kampfreden gegen die Regierung Hertzog. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Re- klamean^eigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. PZilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und ;ür den Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel jämtlich m (Sie;en. nachdem die Lausanner Konferenz mehr als einmal unmittelbar vor dem Scheitern stand, kam endlich am 9. 3uli der Lausanner De rtrag zustande. Er beendete praktisch die Reparationen und setzte an die Stelle des Doungplanes die Abmachung, nach der Deutschland der Bank für Jn- £e^V,?naIe Zahlungen eine Schluhzahlung von 3 Mckliarden Mark zu übergeben habe. Diese drei Milliarden sollen als Aufbaufonds für die Reuordnung der europäischen Wirtschaft verwendet werden. Gleichzeitig wurde neben verschiedenen Tlebergangsmah nahmen eine Weltwirt- lÄjJjs- und Finanzkvnferenz für das 3ahr 1933 beschlossen. In Rußland verschärfte sich im Laufe des Sommers infolge der überstürzten Kollektivierung ole Agrarkrise immer mehr. Dies ist um so bedauer- icher als die innere Schwäche Rußlands Deutschland der Möglichkeit beraubt, in dem russischen Nlesenreich einen zuverlässigen außenpolitischen Partner zu- finden. Dem Sturz des Absolitismus in toiam, gnbe Juni, folgte am 12.Juli die bra = Illianische „Kaffeereoolution" der Süd- staaten gegen die Nordstaaten, die erst im Spät- herbst niedergeschlagen werden konnte und erneut auf Die Unordnung in der weltwirtschaftlichen Struk- tur hinwies. Millionen Zentner Kaffee mußten ebenso wie Millionen Zentner Weizen in Kanada vernichtet werden, während in anderen Teilen der Crde Hungersnot herrscht. Dem Lausanner Repa- rationserfolg folgte leider wenige Tage darauf ein ^^ük^"Ilcher^Rückschlag. Mit Stimmenthaltung Deutschlands beschloß der Völkerbundsrat, Oester- relch eine Finanzhilfe im Werte von 300 Millionen Schilling zu leisten. Die Oesterreich gestellten Bedingungen waren unerhört hart. Sie umfaßten neben einer Auslieferung der letzten Hoheitsrechte auch die Bindung, 20 Jahre lang jede Anschlußpropaganda zu unterlassen. -Die innenpolitischen Kämpfe in Oesterreich, die sich auf Grund dieses schmachvollen Vertrages ergaben, General Smuts begrüßte die Bestrebungen von Doot zur Dildung einer Koalitionsregierung und er.iärte sich zur Mitarbeit bereit. Er drückte seine Desriedigung über die Maßnahmen der Regierung aus, die auf ein Verlassen des Goldstandards hinzielten, verlangte jedoch gleichzeitig eine Währunasentwertung. Doot erklärte, daß Smuts allein nicht in der Lage sei, die Regierung Herhog zu stürzen und eine Koalitionsregierung zu bilden, seine Mitarbeit unter einer Persönlichkeit, die die Rationalisten und die südafrikanische Partei vereinigen würde, wäre jedoch zu begrüßen. Die für die Wohlfahrt Südafrikas wichtigsten Hauptziele seien neben einer Koalitionsregierung die Abschaffung des Rassenkampfes und die Entwertung des südafrikanischen Pfundes. Deutschland und die Wett im Iahre 1932. Das Jahr 1931 hatte Den drohenden Schatten einer Weltkatastrophe über alle Staaten und Völker der alten und neuen Welt geworfen Frankreichs Starrsinnigkeit zerschlug Deutschlands Plan, auf dem Weg über die deutsch-österreichische Zollunion das zerrissene Mitteleuropa wirtschaftlich neu zu ordnen. Der Bankenkrach erschütterte die Grundfesten der deutschen Wirtschaft und führte haarscharf an einer Staatskrise vorbei. Die englische Währung begann plötzlich zu schwanken und damit auch das englische Weltreich in den Strudel des Zusammenbruchs zu ziehen. Ungeheure Arbeitslosenarmeen in Deutschland, Amerika und England verkündeten die Notlage einer übereilt rationalisierten Wirtschaft. Es gab auf einmal nicht mehr Sieger und Besiegte, sondern nur noch Opfer des großen Krieges und der sinnlosen Friedensschlüsse. Die Reparationen hatten sich für die ganze Welt als Danaergeschenk erwiesen. Die Ungleichheit des europäischen Rüstungsstandes führte zu fortdauernden Übergriffen Der Polen und Litauer und beschwor die Gefahr kriegerischer Konflikte herauf. Japan hatte in Schanghai die Fragwürdigkeit des Völkerbundes wieder einmal unter Beweis gestellt. Deutschland mußte im neuen Jahre aus dem Schuldturm der Reparationsverpflichtungen und Den Fesseln einer einseitigen Abrüstung heraus, sollte das Jahr 1932 nicht den Auftakt zum Chaos bilden. Am 17. Juni begann endlich die große Repa- rationskonferenz in Lausanne un- ter dem Vorsitz Macdonalds. Die zur gleichen Zeit tagende 33. Abrüstungskonferenz tarn Segensatz zu den Reparationsverhandlun- gen nicht vom Fleck. Der deutsche Reichskanzler von Papen, der die Lausanner Verhandlungen mit einem außerordentlichen Optimismus begonnen iS?*!’ bald einsehen, daß die von ihm ersehnte deutsch-französische Verständigung noch in ferner Zukunft lag. Rach mancherlei Krisen, und JstderGoldstandardverlaffen? Günstige Beurteilung in London. London, 29. Dez. (WTB.) Die Frage, ob für Südafrika eigen tl ch noch der GoldstandarD gilt, beantwortet „Daily Telcg.aph" folg mder maßen: Südafrika hat den Goldstandard verlassen insofern, als es feine Reservebank von der Verpflichtung enthoben hat, Noten auf Verlangen gegen Gold einzutau- schon, und somit eine der Regeln aufgegeben hat, die von jeher als notwendig zu einem ordnungsmäßigen Funktionieren des Goldstandards betrachtet worden find. Anderseits beabsichtigt die jetzge südafrikanische Regierung an- ch:-inend, den Kurs des südafrikanischen Pfundes der Goldparität so nahe zu halten wie möglich. Wenn ihr dies auf Die Dauer gelingt, dann wird keine der wirtschaftlchen Folgen einer Aufgabe des Goldstandards cintrcten. Der Hauptgrund dafür, daß die jetz'ge Regierung ihre Währung nicht vom Goldstandard trennen möchte, liegt in ihrer Ueberzeugung, daß dies einen Schlag gegen das Gold als Wertmesser bedeuten würde. Das Gold aber ist d i e größte Hilfsquelle Südafrikas. Die Opposition dagegen wünscht planmäßige Wertminderung des südafrikanischen Pfundes, um die R o h st o f f p r e i f e, die gegenwärtig den Erzeugern keinen Gewinn erlauben, zu verbessern. Daher besteht kein Grund, einen starken Fall des südafrikanischen Pfundkurses zu erwarten, und die Südafrikarische Union befindet sich in einer ftarfen Stellung, Da sie auf internationalem Gebiet über eine günstige Zahlungsbilanz verfügt. Unk are läge in Kapstadt. Die Opposition g gen Hertzog. Kapstadt, 29. Dez. (TU. Funkspruch.) Die unsichere Währungslage in Südafrika hat ein L.urcheinancer geschaffen, das eine gewisse Komik aufwuist. Die Danken, die amtlichen Stellen, die Presse und die Bevölkerung sind sich durchaus nicht einig darüber, ob Südafrika den Goldstandard verlassen hat oder nicht. Die gangbarste Auslegung geht dahin, daß Südafrika nach innen den Goldstandard verlassen hat, ihn jedoch nach außen aufrechterhält. Obgleich das südafrikanische P^und ni_;t m.hr in Goldzeld eingewe^selt wird ist das Schatzamt der Meinung, daß der südafrikanische Kurs auf der Goldparität erhalten werden kann, indem die ausländischen Verpflichtungen in Gold geleistet werden. Eine neue Sensation hat die Mitteilung der Goldbergwerlslammer he. vorgerufen, daß fi-> sich nicht mehr für verpflichtet halte, ihr Gold an die Aeservebank abzugeben, sondern es auf dem freien Markte an den Höchstbietenden verkaufen werde. In einem Interview wies Finanzminister H a - venga den Vertreter des Reuter-Bureaus auf die Tl r s a ch e n der Suspendierung der Evldein- lösungspflicht in Südafrika hin. Die Regierung habe nut ihrem Beschluß dieKapitalflucht verhindern wollen, die während der letzten drei Tage ungefähr drei Millionen Pfund Sterling der Südafrikanischen ülnion entzogen habe und die vor allem durch südafrikanische Spekulanten hervorgerufen worden sei. Hätte die Regierung nicht eingegriffen, so wären die Danken zur Schalterschliehung gezwungen wor- Gleichberechtigung auf dem Rüstungsgebiet noch lange nicht die letzte Etappe erreicht hat. Man muh damit rechnen, daß die nächsten Etappen unter der Parole stehen müssen: h e i m z u m Reich! Das gilt zunächst für das Saavge- b i e t. Das wird dann weiter gelten für die Gebiete jenseits der blutenden Grenzen im Offen und muh einmal gipfeln in der Vereinig ung aller Deutschen von der Rordsee bis S.u m Du rgenland in einem Reich. Es ist eine schäbige Politik, die mit den Grundgedanken eines wahrhaften Völkerbundes gar nichts zu tun hat, wenn man die Rot eines Landes mit erpresserischen Maßnahmen ausnuht. Cs gibt Verträge, Protokolle und Erklärungen, die von der Geschichte selbst zerrissen werden, weil sie in ihrem Lichte alsunmoralischerschei- nen müssen. Man mag jetzt einer Anleihe politische Klauseln anfügen. Die Entwicklung wird doch einmal über sie Hinwegschreiten, weil die letzten bewegenden Kräfte der Geschichte, die sich in der nationalen Idee ausprägen, stärker sind als Papiere. Wenn man jetzt von Paris aus Die neue poli- Fesselung Oesterreichs so forcieren möchte, so geschieht das offenbar auch im Hinblick auf Die Haltung, die Italien neuerdings cinzuneh-mcn scheint. Nach dem Staatsbesuch con Combos in Rom verlautete aus sehr zuverlässiger Ouclle, daß über territoriale Umgestaltungen längs der Donau gesprochen worden sei und daß in diese Pläne auch die deutsche Gleichberechtigung Sforderung hincingearbeitet werden solle. Es war selbstverständlich, daß den Enthüllungen, in denen von einem vereinbarten Losschlagen Italiens, Ungarns, Bulgariens und Albaniens Die Rede war, ein römisches Dementi folgen würde. Aber das Dementi ist immerhin matt. Es wird in ihm der Beschluß des großen Faschlstonrates bestätigt, der eine Befriedung Europas ohne eine Aufhebung bestimmter untragbarer Klauseln für unmöglich erklärt. Wenn man in Rom auch sagt, daß die Revision der Ostverträge nur über das Durch Öen Völ- kerbundspakt vorgeschriebene Verfahren erfolgen könne, so mußte man doch in Panis in diesen Zusammenhängen nervös werden, und darum greift man gierig nach der Gelegenheit, die sich bei der österreichischen Anleihe bietet, um neue Fesseln 3U schmieden. Es ist für Deutschland nicht ganz lL.cht, zu diesen Problemen Stellung zu nehmen, weil Oesterreich die Anleihe lebensnotwendig braucht, weil Die Ablehnung Frankreichs sie ungeachtet der britischen und italienischen Ratifizierung Tas englische Imperium, bas neben seinen indischen Schwierigkeiten auch noch daran frortft, daß die wirtschaftlichen Interessen der verschiedenen Tominien auseinanderstreben, hat sich am 22. August als Ergebnis der Konferenz von Ottawa ein kompliziertes System von Vorzugs- und Schutzzöllen gegeben, das zwar Kanada gegenüber der amerikanischen Konkurrenz entlastet, das aber nicht geeignet ist, die Schlote im engt scheu Industriegebiet wieder rauchen zu lassen. Auch die Konferenz von Stresa, die an die Stelle des gescheiterten Tardieuplanes eine wirtschaftliche Belebung der mitteleuropäischen Märkte herbeisüh- ren sollte, ist praktisch gescheitert. England mußte erneut in den letzten Wochen einen Währung st u r z in Kauf nehmen, die 1919 zwischen dem Schwarzen Meer und der Ostsee entstandenen Staaten werden sich in Zukunft nur dann behaupten können, wenn sie fernerhin französische Ülnterstützu.'.gen beziehen, ojer a.e; die wirtschaftliche Vernunft über den liberalen Rationalstaatsgedanken siegen lassen. Tie am 30. September i n Ungarn vollzogene Berufung des Abgeordneten Gömbös zum Ministerprüsidenten bildet einen Aktivposten für eine deutsche, nach Südvsten gerichtete Außen- und Wirtschaftspolitik im Jahre 1933. Tas alte Jahr ging jedoch nicht xu Ende ohne eine außerordentliche Verschärfung de r f ranzös isch-amerikanischen Beziehunge n. Tie französische Kammer hat Amerika das am 7. Rovember mit überwältigender Mehrheit Roosevelt an die Stelle von Hoover gesetzt hat, die Schuldenzahlung verweigert. Herrivt selbst ist von P a u l - B o n - cour abgelöst worden, ohne daß dadurch der Kurs der französischen Politik gegenüber Deutschland oder Amerika sich ändern dürfte. So wird wachste 3 unbekannte Platz lieh sie ziemlich leer ausgehen, während der Gastgeber alle diese Vorteile wahr- nahm. Schon bald nach Spielbeginn hieß es 3:0 für den Plahverein, der bis zur Pause auf 5:0 erhöhen konnte. Rach dem Seitenwechsel erzielte Jäger (1900) im Alleingang den Ehrentrefser, dem aber der Gastgeber vier weitere Tore entgegensetzte. Endresultat 9:1. O.ymp asondö der Hockeyspieler. Der Deutsche Hockey-Bund hat bereits jetzt die ersten Vorbereitungen für die Olympischen Spiele 1936 in Berlin getroffen. Es besteht vorerst ein „Olympiafonds 1936", auf den jederzeit Geldspenden eingezahlt werden können. Im Januar wird dann vom Vorstand dem Bundestag in Würzburg ein genauer Finanzierungsplan vorgslegt werden, der die Beschaffung der erforderlichen Mittel vor- sieht, über den dann die Vereine zu beschließen haben. Wirtschaft. Berlin fester. Berlin, 30. Dez. (WTB. Funkspruch.) In der Burgstraße scheint man dem neuen Jahre mit einiger Zuversicht entgegenzusehen. Jedenfalls zeigte die vorletzte Börse des alten Jahres ein durchaus freundliches Aussehen. Wenn- gleich bei den Banken etwas Neigung bestanden haben dürfte, die Kurse zum Jahresultimo herauf- zusetzen, so lag doch auf Grund der zwar nicht allzu reichlichen, aber durchweg günstigen Nachrichten etwas Publikumsnachfcage vor. Die Anfangsnotierungen waren, wie man dies schon Dorborslim erwartet hatte, ganz allgemein bis zu 1 v. H., vereinzelt bis zu 4 v. H. über den gestrigen Schluß. Stärker beachtet waren naturgemäß RWE., die 3,40 o. H. anzogen. Die Sicherung des Erwerbsrechtes von 21 Millionen Rheinische Braunkohlenaktien aus dem Besitz der Charlottenhütte regte auch die übrigen Märkte an, zumal man mit weiteren ähnlichen Transaktionen rechnet. Größere Nachfrage bestand weiterhin für Maschinenfabriken. Kunstseideaktien und auch Braunkohlenwerte waren nennenswert höher. Im übrigen verwies man auf die Festigkeit Neuyorks, insbesondere auf die neuen starken Steigerungen der deutschen Bonds, für die zum Teil internationale Nachfrage bestand. Beachtung fand der vorläufige Jahresüberblick der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft. Nennenswerte Abschwächungen waren anfangs kaum zu verzeichnen. Deutsche Anleihen lagen ruhig. Altbesitz blieben allerdings lebhaft gefragt und sehr fest. Der Kurs stellte sich etwa 1 v. H. höher. In Reichsschuldbuchforderungen bemerkte man einige Realisationen, so daß sich hier Abbröckelungen bis zu einem halben Prozent ergaben. Im Verlaufe wurden Neubesitzanleihen lebhafter und 0,25 o. H. fester. Pfandbriefe, Kommunalobligationen usw. waren noch ziemlich unentwickelt, schienen aber freundlicher ver- anlagt zu sein. Verschiedentlich bestand Nachfrage. Im Verlaufe wurde die Tendenz an den A k t i e n» Märkten bei weiter freundlicher Grund- ft i m m u n g leicht unregelmäßig. Rheinische Braunkohlen holten ihren Anfangsverlust von 1,75 v. H. wieder auf, und Berger zogen erneut um 1,5 v. H an. Siemens gaben weiter nach. Am Geldmarkt zog der Satz für Tagesqeld kurz vor dem Ultimo natürlich weiter an und stellte sich auf 4,90, teilweise auf 4,75 v. H. In Privatdiskonten lag weiter Angebot vor, Reichswechsel und -schätze wurden nur in kleinen Posten umgesetzt. Frankfurt freundlich. Frankfurt a. M., 30. Dez. (WTB. Drahtmeldung.) Die Börse eröffnete auch heute in Z u - verficht und freundlicher Tendenz, wo- bei neben der weiter festen Haltung für deutsche Ausländsanleihen auch die Transaktion im Westen zwischen RWE. und Rheinische Braunkohlen AG. anregte. Stimulierend wirkte ferner der schnelle Abschluß des Zusatzhandels-Abkommens mit Frankreich. Bei zunehmendem Publikumsinteresse auch für den Aktienmarkt ergaben lick durchschnittlich Kursbesserungen von 0,50 vis 1 v. H. Darüber hinaus lagen besonders Braimkohlenwerte, wie Ilse Bergbau, mit plus 4,50 o. H. und Harpe- ner Bergbau mit plus 2,25 sehr fest, aber Rheinische Braunkohlen lagen eher schwächer. Die übrigen Bergwerksaktien lagen von dem neuen Russenauftrag für Mannesmann angeregter und meist von 0,50 bis 1 v. H. höher. Klöcknerwerke gewannen 1 bis 1,50 v. H., nur Laurahütte gab in Reaktion auf die Steigerung 1 v. H. nach. Am Elektromarkt wechseln Gesfürel 1 v. H., Lahmeyer 1,50, Schlickert und Bekula je 1,50 v. H. AEG. blieben nur knapp gehalten, und Elektro-Mannheim verloren sogar 1,50 v. H. IG. lagen mit 97,25 unverändert, während Scheideanstalt 1 v. H., Deutsche Erdöl 0,90 und Goldschmidt 1.75 o. H. anzogen. Fest eröffneten noch u. a. Reichsbank mit plus 1,25, Zellstoff Waldhof mit plus 2 v. H. Deutsche Anleihen waren weiter lebhaft und fest. Altbesitzanleihen lagen 0,50 v. H. und Neubesitzanleihen um 0,13 v. H. erhöht. Bagdad lagen behauptet. Goldpfandbriefe waren bei kleiner gewordenen Umsätzen etwa 0,25 bis 0,5 v. H. höher. Liquidationspfandbriefe und Kommunalobligationen blieben unverändert. Stadtanleihen gaben in Reaktion auf die gestrige Steigerung meist etwas nach, wogegen einige Länderanleihen und Jndustrieobliga- tionen noch gesucht und fest waren. Don fremden Werten blieben Türkenwerte behauptet. Im Verlaufe blieben Deutsche Anleihen lebhaft und fest. Altbesitzanleihen zogen weiter um 0,40 auf 62,75 v. H. an. Dagegen lag der Aktienmarkt stark vernachlässigt und meist niedriger. JG.-Farben fielen auf 97 Brief, und auch die übrigen Marktgebiete lagen im Ausmaße von 0,25 bis 0,75 v. H. schwächer. Tagesgeld war zu 4,25 v. H. unverändert. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei De-antwortung.) lleberflüssige Bäume. In der Südecke des Gartens, der zur Universitätsbibliothek gehört, stehen zwei Pappelbäume, die die deutlichen Anzeichen des Absterbens an sich tragen; denn dürr sind alle Aeste, nur in den Astgabeln entwickeln sich noch kurze belaubte Zweige. In den Sommermonaten bieten diese Bäume ein besonders trauriges Bild. Nun fordert das Kreisamt die Gartenbesitzer auf, alle dürren Bäume in den Gärten zu entfernen. Es wäre zu wünschen, daß sich die Verwaltung der Universität entschließen würde, die Pappeln umlegen zu lassen. Das Gesamtbild des Bibliotheksgartens würde nur gewinnen. Ein Anwohner der Bismarckstraße. Wettervoraussage. Obwohl das kontinentale Hoch etwas abgeschwächt wurde, leistet es dem Vordringen der westlichen Störung weiterhin Widerstand, lieber England, dem Kanal und der Normandie lagert wieder ein Niederschlagsgebiet, das sich dort zum Teil recht ausgiebig ausgewirkt hat. Wenn auch in der Höhe feuchtwarme Luft östlich vordringt, die auf den Bergen vielleicht etwas Schnee Hervorrufen wird, lo bleibt infolge des hohen Druckes und der über benr Festlands herrschenden südlichen Windströ- mung im wesentlichen der bisherige Witterungs- Charakter erhalten. Aussichten für Samstag: Weiterhin neblig-wolkig mit kurzem Aufklaren, Nachtfrost und meist trocken. Aussichten für Sonntag: Noch keine wesentliche Aenderung der Wetterlage.' Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Silvester, den 31. Dezember. Sladlkirche. 20 Uhr: Pfr. Becker. — Iohannes- klrche. 20: Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Allen Friedhofs. 18: Pfr. Lenz; Beichte und Feier des hl. Abendmahls; Pfr. Lenz. — pettuskapelle. 20: Pfarr- affiftent Knell. — Klein-Linden. 20: Gottesdienst. — Heuchelheim. 18.30: Silvesteraottesdienst; cand. theol. North (Gießen). — Wiefcck. 18.30: Liturgische Jahresschlußfeier; Kollekte. — Allen-Buseck. 18: Lichtbilderandacht. — Oppenrod. 17.30: Gottesdienst. i Schluß des redaktionellen Teils.) Das bekannte Haus für Herren- und Knabenbekleidung Köhler, Gießen Sellersweg, zeigt wieder einmal in einem der Schaufenster, wie es dort meisterhaft verstanden wird, interessant zu dekorieren. Ein beschwipster „Kavalier vom Scheitel bis zur Sohle" hält sich so naturgetreu an einer beleuchteten Straßenlaterne fest, daß man das Gefühl beim Hinsehen hat, als fände er wirklich nicht mehr allein nach Hause. Wer hebt ihm da den verlorenen schönen Mantel von Köhler auf? In diesem Fenster ift Gesellschaftsbekleidung für Herren ausgestellt. Da sieht man Smokings, Abend- und Tanzanzüge bis zum feinen Frackanzug. Jedes Stück eine Auslese schwarzer Feinheit. Ein weiteres ebenso naturgetreu dargestelltes Modell im Smokinganzug sieht aus wie die Vornehmheit in Gesellschaft selbst. Ständig halten sich interessierte Beschauer vor 'dem Fenster auf. Und man hört oft sagen: Wirklich großartig! Fabelhaft gut gemacht! Man sieht also, der gute Geschmack des Bekleidungshauses Köhler zeigt sich auch in der Ausmachung der Ausstellung. Wer sich auserlesen gut kleiden will, muß sich wohl zu dieser Firma bekennen. Sämtliche gezeigten Sachen tragen Preise. 9286A Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, SchulstraOe 7 Die Beerdigung findet am Samstag, dem 31. Dezember, vorm. ll’/2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt ________ ______________________________________________92C3D Besondere Gelegenheiten in Schreibmaschinen bei Niederhausen Seltersweg 17,1. Stock v. Kleiderhaus Kühler^eM Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Amalie HUz, geb. lUomae, nebst allen Angehörigen Gießen (Krankt Str 29), Frankfurt, Saarbrücken, den 29 Dezember 1932. Altbekannte, leistungsfähige Mar-ivan- und Backmasscnfabrik in Nord- deutschland sucht ein. bei Zionditoren und Bäckern gut eingeführten Vertreter. Schriftliche Angebote unter 9258V an den Gießener Anzeiger erbeten. Am 28 Dezember, abends 8% Uhr, verschied nach längerem schweren Leiden mein lieber, treusorgender Gatte, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Herr Heinrich Hilz Reichsbahn-Bau-Inspektor i R. im Alter von 54 Jahren. Lür Silvester empfehle ich Düsseldorfer Punsch-Essenzen Rum, Arac und Weinvrand Rot-, Weiß- und Schaumweine Liköre la Apfelwein der Liter 35 4 H Johannesbeerwcin der Liter 68 «3 Erdbeeren, Ananas und pst fische in '/,- und -Pfund-Dosen Apfelsinen, Mandarinen Richard Grünewald Bahnhofstr. 27 ozsss Fernsvr. 3631 einzuladen. 9284 D Feuerwerk Gießen. Düsseldorf und Aussig, den 30. Dezember 1932 9301D in osooD 10 Pfund .. Mk. 0.75 Die Beerdigung findet am Montag, dem 2. Januar 1933, nachmittags 3.30 Uhr, vom Portale des Neuen israelitischen Friedhofs aus statt Im Namen der Hinterbliebenen: Frieda Heß, geb. Hohenberg Hedwig Roßmann, geb. Heß Trudl Heß Am 29 Dezember entschlief me n lieber Mann, unser güter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder. Schwager und Onkel Unseren werten Gästen. Gönnern und Freunden zum Jahreswechsel „die herzlichsten Glückwünsche!“ JOSEF PAULUS UND FRAU Ungefährliche Scherzartikel erhöhen die Silvesterfreude. — Gefahrlose Feuerwerks- körper.bengalischesFeuer (rotund grün), bengalische Fackeln Zimmerfeuerwerk Biei zum Gießen in billiger Auswahl Winterhoff Kreuzplatz 10 Die Drogerie, die Ihr Vertrauen verdient __________________________9279 A Zum Jahreswechsel allen unseren werten Gästen. Bekannten und Freunden die herzlichsten Glückwünsche! Gleichzeitig gestatten wir uns, zu der am 31. Dez. stattfindend, groben Silvester - Feier 1. Januar ab 5 Uhr, Konzert. Fritz Greil ich und Frau 1 »Zum Löwen«, Neuenweg 28 Süße Mandarinen, Orangen und billige Zitronen 07579 H. Oster, Brandplatz Flaschen und Syphons Münchener Löwenbräu „Triumphator" kommt schon ab 20.12. zum Versand Emil Schmal! 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