nr. 308 Erstes Blatt 182. Jahrgang Samstag, 31. Dezember 1932 Eriche,"« tägltd), auhe, Sonmags feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bienenet Familienblatter Heimat m Dild Die Scholl» monat$--Be$ngsprei$: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 5ernsprechanschlUffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: fironlfurt am Blain 11686. MetzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vri S And verloo: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Steindruckerei K Lanqe in Gießen. Schristieitung und Geschäftsstelle: Schulllraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne» klameanieigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für Öen übrigen Teil Ernst Dlumfchein und?ür hen Anzeigenteil i. V.TH.Kümmel sämtlich m (ßieijen. Zwischen Tod und Teufel. Oer deutsche Weg in ein neues Jahr. -13 on Curt Hohel. 3n ruhigen Zeiten war der Jahreswechsel An- lah zu Glückwünschen und zu Selbstbetrachtungen. man schaute zurück und schaute voraus, man zog das Fazit und verglich. 3n unserer Zeit ist es kaum möglich, einen Zeitabschnitt wie ein Kalenderjahr zum Gegenstand abschließender Tetrachtungen zu machen. Das abgelaufene Jahr kann kaum von uns lebenden Deutschen als eine innere Einheit ausgesaßt werden: es ist ein beliebiges <5tüd in dem „Ablauf" eines chaotischen Geschehens, das nur das Grundgefühl unseres Lebens verstärkt hat; die große Unsicherheit alles Menschlichen. Aus diesem Grundgefühl steigt etwas auf, das wir die allgemeine Resignation nennen könnten, ein Schatten über allem, was sich regt, ein Schatten, der alles erstarren läßt. Das ist die große innermenschliche Gefahr dieser Zeit. Aeuherlich flutet das Leben der Zivilisation weiter und weiter. Jahre bilden keine Grenzen, es gibt überhaupt kein „Halten" mehr. Wie der Ablauf eines Automaten schnurrt das Leben ab, die Befriedigung der äußeren Rot- wendigkeiten, die wiederum nur als Funktionen empfunden werden, ohne Ditte und ohne Dank. Millionen empfinden Wohl dunkel, daß das kein wahrhaftiges „Leben" mehr ist, sondern nur noch ein Funktionieren oder Vegetieren. Mühsam erhält eine kleine Illusion den Schein des Lebenswertes noch aufrecht. Innerlich aber steigt die große Resignation. Ist es erlaubt, den Deginneines neuen Jahres in solch trüben Farben zu malen? — Es ist notwendig, wenn damit eine Rot gewendet werden kann. Sie kann gewendet werden, wenn Selbstbesinnung geistiges Leben erweckt. Der unübersehbare Riederbruch des Menschen, den man heute die „Weltkrise" nennt und mit Wirtschafts- Maßnahmen bekämpfen will, hat — immer und immer wieder muß es gesagt werden — innere, g e i st i g e Tlrsachen. Kein heute Lebender wird diese Llrsachen je auf einen Renner bringen können, keiner wird aussprcchen können, worin die Leere besteht, die die Menschen resignieren läßt. Aber wer Ohren hatte zu hören, der vernahm schon vor dem Kriege die Llnsicherheit des „Urteils letzter Instanz", des Werturteils über Menschen und Einrichtungen. Geschichtlich gesehen ist es die Folge des Zusammenbrmchs eines Glaubens. die das deutsche und in weiterer Folge das europäische Leben aushöhlte. Das unbedingt Verantwortliche. das Luthersche: Hier stehe ich, ich kann nicht anders..., dieses unbedingte Stehen zu einer Wahrheit hatte keinen Raum mehr im Leben der modernen Zivilisation. Vis dann der Krieg kam und die Menschen vor den Tod, den blutigen Tod durch Menschenhand stellte. Plötzlich war das Llnbedingte da und damit das Opfer. Aber es verrauchte, es versank. verlosch, denn „Opfer steigt nicht in verruchter Zeit" ... Gerade das ungeheure wütende Geschehen, dieser gigantische Totentanz des Krieges hat die grauenvolle Oede erst zum Dewußt- sein gebracht. Das ist ja das Erschütternde der wirklichen Kriegsbücher, der Aufzeichnungen und Ausdeutungen der Frontkämpfer. Alle Versuche, mit Quacksalberrezepten oes Geistes sich darüber wegzutäuschen, müssen kläglich versagen. Das erleben wir nun, ganze zwölf Jahre nach dem Ende des großen Dlutens und Sterbens. Aus dieser inneren Leere und Oede steigt d i e Resignation. Sie ist das Zeichen, daß die Leere noch unausgefüllt blieb. Gegen sie an- kämpfen - und das ist unsere einzige sichere Pflicht in diesen Schicksalstagen — heißt: dem Menschen, dem Deutschen eine Lebensbestimmung geben. Als vor mehr als hundert Jahren die Grundfesten des alten Europa unter den Stößen der Revolution zusammenbrachen, als Rapoleons Heere wie Scharen apokalyptischer Reiter über die Länder rasten, da schrieb Johann Gottlieb Fichte, der Webersohn aus Schlesien, seine 3deen nieder. Es gibt von ihm ein Büchlein: „Die Bestimmung des Menschen". Fichte wollte i j^h^vsophie seiner Zeit, die klassische Denk- x nrf deutschen Idealismus, für den „Laien" darstellen unb aus ihr eine Lebenslehre ableiten l}11: l^dermann. Wenn wir Heutigen in diesem kleinen Buche lesen, so finden wir etwas, das uns in Verwunderung setzt: hier spricht ein Philosoph mit der tiefen Gläubigkeit eines starken Herzens, hier glaubt ein Denker an die Bestimmung des Menschen. die er in feiner Schule des Denkens aus der Philosophie gefunden hat. Tlnd es geht in der mächtigen Sprache dieses gro- bfn Redners etwas auf uns über: wir stehen plötzlich in einem Lichte, das — so fühlen wir — aAyilfc?et Seit nottut Fichte spricht von dem »Ruf k^s „unendlichen, alle Einzelne vermittelnden Willens . der an uns ergeht als Aufforderung zu einer bestimmten Pflicht. Lind er folgert: „sogar das in der Welt, was wir böse nennen, die Folge des Mißbrauchs der Freiheit, ist nur durch „ihn"... Der ..unendliche Wille" ober ist göttlicher Ratur. „Wäre es nicht in dem Plane unserer sittlichen Bildung, unb ber Bil- uUNg unseres ganzen Geschlechtes, bah gerade diese Pflichten uns auferlcgt werden sollten so wurden sie uns nicht auferlegt, und dasjenige wodurch sie uns auferlegt werden, unb was wir bofe nennen, wäre gar nicht erfolgt. Insofern ist alles gut, was ba geschieht und absolut zweck- Usuhlg. Das ist der tiefeGlaube. der Fichte die Bestimmung des Menschen schauen läßt. Es ist die Religion des deutschen Idealismus. Sie hat sich in unserem Volke nicht erhalten können. Sie hat zweifellos neben den Kirchen jahrzehntelang Wirtschaftliche Zuversicht für 1933. Das Ergebnis einer Umfrage bei führenden Persönlichkeiten des deutschen Wirtschaftslebens. Geheimrat Kastl präfibialmifgheb bes Reichsvervanbeö ber Deutschen Znbunrie: Wenn ich «inen Wunsch zum Jahreswechsel 1932/33 habe, so ist es dieser, daß endlich der völlig schiefe Begriff der „Ankurbelung der Wirtschaft" aus der wirtschaftspolitischen Erörterung verschwindet. Die Wirtschaft ist kein Explosionsmotor, der plötzlich einmal stillsteht, weil die „Zündung" versagt, sondern sie ist höchstens mit einer Maschine zu vergleichen, die nach dem Tempo schneller oder langsamer, nach dem Effekt stärker oder schwächer arbeitet. Für die Erzielung einer größeren wirtschaftlichen Leistung bedarf es daher weder einer „Ini'lialzündung", noch irgendeiner „Ankurbelung", sondern, es bedarf einzig und allein der Schaffung aller Bindungen, unter denen eine Maschine reibungslos arbeiten kann. Wie diese Bedingungen aussehen müssen, haben die berufenen Vertreter der Wirtschaft seit Jahr und Tag oft genug zum Ausdruck gebracht. Es helfen weder Versprechungen über den Berg hinweg (sonst sollte man den größten Märchenerzähler Deutschlands zum Diktator einsetzen), noch kann von künstlichen Eingriffen auf der Geldseite her ein Dauererfolg erzielt werdew Rotwendig ist vielmehr harte Einzelarbeit mit dem einen Ziel, alle Produktionskosten und Produktionsbedingungen so zu gestalten, daß die Wirtschaft wieder rentabel arbeiten kann und sich lieber» schüsse über den Verbrauch für eine Kapitalbildung ergeben, und mit dem anderen Ziele, daß dem Verhältnis zwischen Staat und Wirtschaft endlich die Cren- zen geschaffen und innegehalten werden, die für die Entwicklung der privatwirtschaftlichen Initiative und auch für die Wiederherstellung der Risikofreudig» keit des LInternehmertums ausschlaggebende Voraussetzung sind. Dr. Georg Golmssen präfibenf bes Centralverbanbes bes Deutschen Bank- unb Bankiergewerbes: Trotz aller Gegenwartsnöte erscheint der Ausblick in die Zukunft an der Jahreswende 1933 Heller als vor Jahresfrist. Nicht als ob ein rosenroter Optimismus am Platze wäre, der alle Gefährnifse und Schwierigkeiten beiseite schiebt und die Ansätze wirtschaftlicher und vielleicht auch politischer Konsolidierung maßlos überschätzt. Tatsache ist aber, daß diese Ansätze vorhanden sind und bei pfleglicher Behandlung verbreitert werden können. Nach den tiefgehenden Erschütterungen der Kreditkrise 1931 hat das Jahr 1932 den lieber« gang von der Krise in die mildere Form der Depression gebracht. 1933 kann das Jahr des Uebergangs von der Depression zu neuem Konjunkturanstieg werden, wenn Rückschläge durch politische Ereignisse und durch verfehlte wirtschaftspolitische Eingriffe ausbleiben. Die Privatwirtschaft ist bereit, ihre Initiative einzusetzen. Was wir brauchen, ist freie Entfaltuna ber Persönlichkeit, Verzicht auf planwirtschaftliche Experimente aller Art und Wiederher st ellung der alten Begriffe des ehrbaren Kaufmanns. Der Kapitalismus, einer der stärksten Förderer der menschlichen Entwicklung, ist nicht tot; man lasse seine Triebkräfte sich frei entfalten, und er wird es auch diesmal schaffen! Graf von Kalckreuih präsibent bet' Reichslanbdunbes: Im Jahre 1932 hat sich die Krise der deutschen Landwirtschaft weiter verschärft. Der Hauptgrund hierfür ist darin au sehen, daß außer der Zerrüttung der Märkte für landwirtschaftliche Waren durch die seit Jahren anhaltende Schleuder- einsuhr des Auslandes sich der Kaufkraftschwund der Verbraucher s ch aft infolge der Arbeitslosigkeit immer stärker auswirkt. Diese Entwicklung führt auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Veredlungswirtschaft — dem Haupt- erzeugungsgebiet der Millionen bäuerlicher Betriebe — zu einer Katastrophe mit unabsehbaren Folgen für die gesamte deutsche Wirtschaft. Die Frage der schnellen Wiederher st ellung der Rentabilität der landwirtschaftlichen Veredlungswirtschaft ist zur Schlüsselfrage der gesamten Agrarpolitik geworden. Aufs engste hiermit verbunden ist die Notwendigkeit, alle Möglichkeiten zur Arbeitsbeschaffung, besonders in der Landwirtschaft unb den ländlichen Gemeinden, auszuschöpfen. Ohne die umgehende Lösung dieser Aufgaben im kommenden Jahre sind die bisherigen Hilfs- und Notmaßnahmen zur Wirkungslosigkeit verurteilt. Dr. Joachim Tiburtius Vorsianbsmitglieb ber Hauptgemeinschaff bes Deutschen GinzeldanbelS: Das deutsche Volk tritt an diese Jahreswende mit stärkerem Vertrauen in die Stetigkeit seiner staatlichen Verhältnisse als in früheren Jahren. Die Reichsregierung hat den deutschen Staatsbürger und Verbraucher darüber beruhigt, daß er im nächsten Jahr weder Steuererhöhungen noch Gehaltskürzungen zu befürchten braucht. Die Reichsregierung will sich auf Autorität stützen. Diese wächst am stärksten aus überzeugenden Plänen und Taten. Die stärkste Tat wäre im Neuen Jahr eine Belebung ber deutschen Wirtschaft von ihren schwächsten Punkten her, dies sind die Produktionsmittelindustrie mit ihren Millionen Arbeitslosen und die Landwirtschaft des O st e n s mit ihren überschuldeten und kaufunkräftigen Grundbesitzern. Beiden wäre zu helfen durch eine fortschreitende Siedlung, für die der Programmspruch des Herrn Reichskanzlers hoffentlich nur den Beginn, nicht aber die Grenze bedeuten sollte. Mit dieser starken Sicherung des deutschen Ostgebietes würde der deutschen Wirtschaft und dem staatsbürgerlichen Denken ein Ziel gesetzt werden. Wenn die Jahre von 1881 bis zur Gegenwart der Einbürgerung der Arbeitnehmerklasse in Staats- und Volksleben gewidmet waren, dann müßten die bevorstehenden Jahre die Wiedergewinnung eines festen staatsbürgerlichen Fundaments im Mittelstand bringen. Friedrich Derben Dorsihenber bes Reichsverbanbes bes beutjchen HanbwerkS: In Jahresbetrachtungen herrscht zwar gemeinhin die Farbe der Morgenröte oder der Hoffnung vor, — ich kann sie beide nicht verwenden. Im Handwerk sieht es bitterböse aus, materiell unb ideell. Nahrungsmittel-, Bekleidungs- unb Bedienungsgewerbe leiden unter der allgemeinen Dtoi der Bevölkerung, nur den Bau- und Baunebengewerben ist durch die Reichszuschüsse zu den Haus- reparaturen einige Erleichterung gebracht worden. Allerdings nur der bekannte Tropfen auf den heißen Stein. Wo die Behörden, hoch und niedrig, Aufträge au vergeben haben, bevorzugen sie die Mindestfordernden, während sie anderseits selbst die Höchstfordernden in Hinsicht auf Steuern, Gebühren und Auflagen aller Art sind. Ideell liegen die Dinge so, daß das Handwerk die Grundlage seiner Betätigung, die Lieferung von Qualitätsarbeit, mehr und mehr erschüttert sieht. In Handwerkskreisen herrscht deshalb eine große Erbitterung. Wer das nicht glaubt, der gehe in die Versammlungen, wo er die Urtöne der schaffenden, richtiger gesagt der schaffen w o 11 e n d e n Handwerker hört. Kommerzienrat Dr. h. c. Hermann Röchlina: Wir dürfen zuversichtlich hoffen, daß die Aufwärtsbewegung der Weltwirtschaft, die in den letzten Monaten einsetzte, im neuen Jahr a n - halten und sich verstärken wird. Da die Preise unserer hauptsächlichsten Rohstoffe und landwirtschaftlichen Erzeugnisse ihren Tiefpunkt überschritten und wir also nunmehr den Zeitpunkt des billig st en Einkaufs erreicht, vielleicht sogar schon hinter uns haben, kommt es jetzt zu der zurückgestellten Bedarfseindeckung. Wenn Preissteigerungen für industrielle Erzeugnisse im Jnlande vermieden werden, so haben wir Aussichten auf ein mengenmäßig gutes Geschäft. Mit einer namhaften Senkung der Arbeitslosigkeit im Frühjahr ist bestimmt dann zu rechnen, wenn die im normalen Ablauf der Djnge eintretende Vermehrung der Arbeitsgelegenheiten nicht etwa den Lohnwünschen der noch beschäftigten Arbeiter geopfert wird. Nur eins von bciden ist möglich. Eine der wichtigsten Aufgaben der Wirtschaftsführung ist und bleibt: mit niedrigen Selbstkosten, niedrigen Preisen und höchster Qualität im Jn- unb Ausland konkurrenzfähig zu bleiben. Nur so können wir Arbeit und damit Brot für unser Volk schaffen! Walter Lambach Geschäftsführer bes Gesamtoerbanbes beutscher Angeffelltenverdänbe-. Die christlich - nationalen Angestelltenverbände gehen in ihren Wünschen für das Jahr 1933 von der Notwendigkeit einer ft arten, auf Vertrauen möglich st großer Volkskreise gestützten Staatsführung aus. Sie erwarten darin vorn neuen Jahr, daß d i e beständigen Elemente des Volkswillens ihre staatserhaltende Kraft wirksam machen können. Zu diesen beständigen Elementen werden die Kräfte gezählt, die aus der Landschaft, von dem Beruf, vom geistigen und sittlichen Leben her wirken. Ihre Nutzbarmachung und ihr Einbau in die Reichsverfassung wird in der Form erwartet, daß die Vertreter der Länder, der Wirtschaftsberufe und des geistigen und religiösen Lebens ein Ständehaus bilden. Aufgabe der erwarteten Verfassungsreform ist es, Reichspräsident, Reichstag und Stände so zueinanderzustellen, daß eine zwar auf Autorität und Vertrauen gestützte Führung, aber kein Absolutismus, Beteiligung und Mitverantwortung, aber kein Uebermaß an Partei oder Parteicliquen Einfluß möglich ist. das Gesicht des deutschen Bürgertums bestimmt, aber sie hielt dem Ansturm der Moderne nicht stand. Rach dem Beginn des industriellen Zeitalters, bald nach dem Tode der letzten großen Philosophen, als vor hundert Jahren Goethe und Hegel starben, da schwand auch der tiefe Glaube an die hohen Gedanken und Ideen der klassischen Philosophie. Lind es brach der Materialismus in unser deutsches Denken ein. Rach diesem Einbruch stand nichts mehr fest. Es gab kein verpflichtendes Denken mehr, keine Idee, die die Ration einte, so wie sie einst in ihren besten Vertretern im alten Preußen zu Füßen Fichtes in Berlin gesessen hatte, als sich innerlich in den Menschen der Befreiungskampf gegen Napoleon vorbereitete. So stellt sich geistesgeschichtl'ch die Lage dar. W:r müssen die Formen und Begriffe dieser Ge- sch.chte des bewußten Geistes benutzen, um uns in dem Chaos der Leere und Dunkelheit zu- rechtzufinden, das uns umgibt. Wir wollen ein 2ahr beginnen und wir wollen Glauben schöpfen an uns selber. Dazu benötigen wir Formen des Geistes, so wie sie uns überliefert wurden. Denn ohne Lieberlieferung gibt es kein Leben, kein Wollen, keine Zukunft. Wir müssen immer irgendwo anknüpfen, wenn wir den Faden in die Zukunft fortspinnen wollen. Der Blick in Fichtes tröstendes Buch zeigt uns die Stelle, wo Anknüpfung möglich ist. Mit tiefem Mißtrauen in alle Werte treten wir in jedes neue Jahr. Wir wissen, daß wir alle Werte auf ihre Gültigkeit prüfen müssen. Aber wir fühlen auch, daß es eine Bestimmung des Menschen geben muß, daß wir nicht als Spreu im Winde der Zeiten zerstieben. Wir fühlen heute, dreizehn Jahre nach dem Ende des Kampfes auf den Fronten des Krieges, daß uns gerade diese Pflichten auferlegt wurden, diese furchtbaren Pflichten bis zur tiefsten Erniedrigung hinabzusteigen und bis zur tiefsten Ohnmacht, damit wir unserem Wesen und unserem Charakter in allen seinen Schwächen auf den Grund gehen. Wir haben es tausendfach zu hören bekommen, daß die Welt diesem unserem Charakter mißtraute, diesem deutschen Charakter, weil er undurchschaubar sei und gefährlich. Wir hören seit dem Kriege immer wieder, daß die deutsche Seele und der deutsche Geist im Bunde mit dem Osten, mit Asien, die europäische Gesittung bedrohe und die Lieberlieferung zerstöre. Wir haben es gelernt, uns zu prüfen, wir Wehrlosen inmitten der starrenden Waffen der anderen, wir Verleumdeten inmitten der Selbstgefälligkeit der anderen. Lind wir haben gefunden, daß es an uns ist, eine neue Idee in die Welt zu bringen, die die Menschen wieder einander vertrauen läßt. „Vertrauenskrise" heißt das große dunkle Wort dieser „Weltkrise": — sie sprechen es aus, weil sie damit etwas zu bannen hoffen, was sie mit Schaudern erfüllt. Es ist fein Glaube mehr unter den Menschen des Erdenrunds, sie sehen die Bestie im anderen, weiter nichts. Zu Bestien wurden sie alle, weil sie dem deutschen Charakter mißtrauten: heißt das nicht; in dem Deutschen steckt ein großes Rätsel, das alle nicht zu lösen vermochten, weil ihnen der Sinn dafür fehlte? — Es kann kein Zufall sein, daß das Doll der Mitte des Rordens, daß die Deutschen Mitte des größten Kampfes wurden. Gegenstand des ungeheuersten Ringens, das diese alte Erde sah. 2a, was wir das Döse nennen, hätte uns niemals dies« Pfticht auferlegen können, wenn nicht ein Sinn darin läge — eben auch für diese böse Welt. Wir müssen nur unserem Leben diesen i Sinn geben, wir müssen dem Anruf folgen, der aus dem „unendlichen Willen" an uns ergeht. Wir werden es nicht mehr, wie die großen Philosophen unserer Klassik, versuchen, diese Pflicht log sch zu rechtfertigen. Wir haben zuviel „Sinnwidriges" erfahren, als daß wir erpicht sein könnten, alles in ein System zu filtern. Wir haben aber ein so ungeheures Schicksal selber erfahren, daß wir kein System der Philosophie mehr brauchen, sondern nur einen Glauben an die Werte, die übriggeblieben in der großen Prüfung. Es sind die reinen Werte des Deutschen, des Geistes, der sich über die tiefste Riederlage erhebt mit einem Dennoch, mit jenem deutschen Trotz, der die Wurzel der Treue ist. Lind im Dunkel unserer Gegenwart sehen wir dann die Fackel eines Hölderlin schimmern, mit der er die Pfade des Chaos erleuchtete, ehe es ihn verschlang: „Wir sind nichts, was wir suchen, ist alles", hören to-.r feine Geisterstimme rufen. Er gab die Fackel weiter dem anderen Seher, der in di« Rächt ein- ging, Riehsche. Lind wir hören wieder eine gequälte Stimme: — er wollte am Ende der furchtbaren Kometenbahn seines Geistes „wirklich den Pessimismus überwinden —, ein Goethcscher Blick voll Liebe und gutem Willen als Resultat" genügte ihm, der doch dem Deutschen alle Gefahr und alle Fährnis wüillchte, damit er „im Zustande der zusammengebissenen Zähne" sein Bestes gäbe ... So können wir dieses schicksalsschwere Jahr getrost beginnen, wenn wir den Rachtanblick unserer Lage ausgehalten haben, um alle Wen« zu prüfen, ob sie standhalten. Wir wissen dann, daß wir wie Dürers Ritter immer zwischen Tod und Teufel reiten müssen. Amor fall — Liebe zum Schicksal, feit uns gegen beide. Oeutschnationale Vorschläge zur Schulden- und Zinsfrage. Berlin. 31. Dez. (CNB.) Die Scherl-Blätter veröffentlichen heute im Rahmen des deutjchnatio- nalen Aufbauprogramms die Borjchläge zur Schulden- und Zinsfrage, die im einzelnen die bekannten Forderungen Hugenbergs enthalten. Als Ursachen der Schuld- und Zinsnot wer- den die Blutentziehung durch Versailles, die Tribute, die hemmungslose Verschuldung Deutschlands an das Ausland zu hohen Zinssätzen, die Rückzahlung von über 8 Milliarden Auslandschulden in den Jahren 1931 und 1932, die Ueberlastung durch die Ansprüche des öffentlichen Haushaltes bezeichnet. Als Grundsätze für die allgemeine Regelung werden angeführt: Gläubiger und Schuldner seien in Wirklichkeit schicksalsoerbun- d e n. Beide hätten ein gemeinsames Interesse an der Erhaltung besKapitals; Kapitalverlust be- deute Vermogensverminderung auf beiden Seiten. Gläubiger und Schuldner hätten ein gleichmäßiges Interesse an einem gerechten Zins, untragbarer Zins gefährde den Schuldner und damit den Vermögenswert des Gläubigers-, Zinszuschüffe aus öffentlichen Mitteln, d. h. zu Lasten des Steuerträgers könnten nur ganz vorübergehend gerechtfertigt werden — Zum Schluß lieißt es: Wir verlangen von der Reichsregierung in der Grund- und Hauptfrage der Außenschulden sofortiges und energisches Vorgehen. Die reichen Länder, England und Frankreich, verlangen Nachlaß ihrer Schuld wegen Summen, die einen Bruchteil der deutschen Jahresleistung ausmachen. Frankreich weigert sich jetzt, auch nur einige Dutzend Millionen Mark an seinen Gläubiger Amerika zu zahlen, Deutschlands Not wird sich zur Katastrophe steigern, wenn wieder ein geschichtlicher Augenblick versäumt wird. Der Fall Hentsch Dresden, 30. Dez. (TU.) Unter der lieber- schrift „Marxistische Hysterie" schreibt der „F reihe i t s k a m p f ", das Organ der NSDAP.: „Wir haben mit aller Deutlichkeit erklärt, daß auch wir das größte Interesse an der baldigen A u f - klärungderMordtat haben. Es ist angesichts des Falles erklärlich, wenn die Oeffentlichkeit über den Gang der Ermittlungen unterrichtet wird. Trotzdem ist es uns merkwürdig erschienen, daß sich die Nachrichtenstelle der Staatskanzlei, die sich bisher bei den 14 Morden an Parteigenossen in Sachsen noch niemals mit irgendeiner Erklärung an die Oeffentlichkeit gewandt hat, bemüßigt fühlt, am laufenden Band Presseinformationen im Falle Hentsch herauszugeben. Noch einmal erklären wir alle Fabrikanten der in diesem Zusammenhang gebührend gebrandmarkten Presse als Lügner und Verleumder, wenn sie es wagen, die Tat einiger junger Menschen einer Millionen- Bewegung an die Rockschöße zu hängen." In einer parteiamtlichen Erklärung der NSDAP, wird betont, daß keine Stelle der Partei einen gemeinen Mord begünstige oder decke oder gutheitze. Wir rücken, so heißt es in der Erklärung, von jedem gemeinen Mord ab und verabscheuen ihn als Verbrechen jederzeit. Solange die Untersuchung im Falle Hentsch aber noch nicht abgeschlossen ist, also noch nicht feststeht, was überhaupt zu dieser Tat, die an sich verurteilt werden muß, geführt hat, solange kann eine grundsäkliche Stellungnahme nickt erfolgen. Die mutmaßlichen Täter sind noch nicht gehört worden. In ihrer Vernehmung wird aber die Klärung allein abhängen. Jteue Kriegsgefahr in Südamerika. Rio de Janeiro, 30.Dez. (TU.| Wegen der drohenden Streitigkeiten zwilchen Columbien und Peru und der Zusammenziehung columbianischer Schiffe an der Amazonas- Mündung hat die brasilianische Regierung fcharse Noten an beide Regierungen gesandt, in denen sie auf den bestehenden Vertrag über die Schiffahrt und den Verkehr auf dem Amazonas- Fluß aufmerksam macht. Die brasilianische Regierung werde bei einer Fortsetzung der Feindseligkeiten zu einer Kündigung des Vertrages und zur Sperrung des Amazonas für colum- bianische und peruanische Schiffe gezwungen sein. Gleichzeitig hat die brasilianische Regierung die Absendung eines Kreuzers, zweier Zerstörer und von sechs Seeflugzeugen von Rio de Janeiro nach Tabatinga am Amazonas angeordnet. Um die Unabhängigkeit der Philippinen. Washington, 30. Dez. (LU.) Das ameri- kan.sche Repräsentantenhaus nahm nach vorheriger Zustimmung des Senats die Philippinen-Vorlage an. Rach dieser Vorlage werden die Philippinen nach dem Ablauf von zehn Jahren die völlige Unabhän- ?igkeit erlangen, falls der, von der ameti- an.sehen Regierung kontrollierte Philippinen- Kongreß innerhalb von zwei Jahren eine eigene Verfassung aufstellt. Die politische Bedeutung dieser Entscheidung ist gleich Rull, da mit einem Einspruch des Präsidenten Hoover gerechnet werden muh. Aus aller Wett. Die Todtnauer Hütte niedergebrannt. Die am Südhang des Feldbergs etwa 1300 Meter hoch gelegene Todtnauer Hütte im Schwarzwald ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Dieder einmal die Brüder Sah. Das berüchtigte Bruderpaar Erich und Franz S a ß in Berlin macht wieder von sich reden. In einem Haus in der Trebbiner Straße bemerkten Hausbewohner in einer der vergangenen Nächte verdächtige Gestalten Dem Ueberfallkommando gelang es nach längerer Jagd, zwei jüngere Männer fe st zunehmen, die jede Angabe über ihre Personalien verweigerten. Beide wurden dem polizei- lichen Erkennungsdienst vorgeführt und als die Brüder Saß entlarvt. Sie befolgen ihre alte Tak- tit und schweigen. — Die beiden haben schon oft von sich reden gemacht Im Januar 1929 wurde, rote erinnerlich, in der Berliner Filiale der damaligen Disconto-Gesellschaft ein Riefenein- b r u d) ausgeführt. Die Einbrecher gruben einen Stollen und gelangten in den Tresorraum. Mit einer riesigen Beute konnten sie entkommen. 1930 wurden die beiden Brüder in Moabit im Keller eines Hauses wieder einmal gefaßt Man vermutete, daß sie einen Einbruch in ein Zigarrengeschäft planten. Sie redeten sich aber vor Gericht wieder heraus. 1931 wurde bei einer Durchsuchung ihrer Wohnung Material gefunden, das den Verdacht auftauchen ließ, daß beide sich mit der Herstellung von Falschgeld beschäftigten. In der Berufungsinstanz wurden sie wegen Uebertretung zu je drei Wochen Haft verurteilt. — Man darf daraus gespannt sein, was die beiden Brüder jetzt für Ausreden gebrauchen werden. Nach den Feststellungen am Tatort und nach ihrem ganzen Gebaren durften sie diesmal des versuchten Einbruchs überführt fein Betriebsunfall im Münchener Schlachthof. Infolge der großen Kälte wurde ein Rohr- anschluß an der Kältemaschine in der Hauptkühlhalle des Münchener Schlacht- und Viehhofes undicht, und eine gewaltige MengeA m m o n i a k° gas strömte aus, das einen großen Teil der Kühlräume vol'kommen vergaste. Die Feuerwehr kämpfte zwei Stunden mit Sprüh'trahlen dagegen an, ehe es gelang, die dichten Gasnebel zu beseitigen. In den Raumen waren große Fleischmengen eingelagert. Bis jetzt ist noch nicht festgestellt, wieviel davon unbrauchbar wurde. Personen llnd n'ckt »u Schaden gekommen. Wegen Unterschlagung verhaftet. Der Leiter der Bezirksdirektion Köln der Deutschen R e i ch s p o st r e k l a m e G. m. b. H., B o n z, und fein Stellvertreter Kind sind unter dem Verdacht der Untersch'agung ober Veruntreuung verhaftet und ins Untersuchungsgefängnis Klingelpütz gebracht worden. Der durch die Veruntreuungen entstandene Fehlbetrag soll sich aus 160 000 bis 170 000 Mark belaufen Dazu wird amtlich mit- geteilt: Die Deutsche Reichspostreklame G m. b. H. is, eine Privatgesellschaft, b« betrieblich mit der Deutschen Reichspost in keinem Zusammenhang steht. Das Personal der Post- Reklame besteht nicht ausBeamten der Deutschen Reichspost, sondern aus Privatangestellten. Die Unterichlagungen waren durch falsche Buchungen geschickt verschleiert, fo daß sie erst bei einer unvermuteten Kontrolle durch die Zentralleitung der Deutschen Reichspostreklame ent- deckt werden konnten. Die schuldigen Angestellten sind sofort von ihren Posten entfernt worden. Die Angelegenheit wurde der Staatsanwaltschaft übergeben Starke Zunahme der Grippe- und Lungenerkrankungen in USA. Wie das Gesundheitsamt in Reuyork mitteilt. nehmen dieErkrankungenanGrippe und Lungenentzündung im Staate Reuyork und den Rachbarstaaten ständig zu. In der Stadt Reuyork wurden am Dienstag 107 Grippe- Fälle gemeldet und am Mittwoch 127 Falle, Darunter sieben tödlich verlaufene. Fälle von Lungenentzündung wurden am Dienstag 91, am Mittwoch 191 gemeldet. Besonders stark betroffen lind die dichtbevölkerten Wohnviertel, die Gefängnisse und die unbemittelten Bevolkerungs- kreise. Aus der Provinzialhauptstadt. Grazie auf dem Schliiisckmb. M e l i t t c> B r u n n e r, die österreichische Kunstlaufmeisterin, beim Training in St. Moritz, wo sich jetzt namhafte Eiskunstläufer aller Länder ein Stelldichein geben. Jahreswechsel Am 17. April 1823 schrieb Goethe an die Gräfin Augusta Stolberg: „Lange leben heißt: gar viele überleben, geliebte, gehaßte, gleichgültige Menschen, Königreiche, Hauptstädte, ja Wälder und Bäume, die wir jugendlich gefäet und gepslanzet. Wir überleben uns selbst und erkennen durchaus noch dankbar, wenn uns auch nur einige Gaben des Geistes und Leibes überbleiben." Das sind goldene Worte der Altersweisheit. Der vierundsiebzigjährige Dichter war sich darüber klar, daß im Alter die Kräfte nachlassen. Goethe war in seinem Alter dankbar und klug, zugleich auch dem Schicksal und den Menschen gegenüber mild gestimmt. Mit scharfem Blick erkannte er, daß das Leben wie ein Strom dahinrinnt. Das sehen wir namentlich beim Jahreswechsel mit aller Klarheit. Was der gewaltige, durch die Jahrtausende rauschende 90. Psalm sagt, indem er sich an Gott wendet, tritt greifbar vor uns hin: „Der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommet wieder, Menschenkinder! Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom; sie sind wie ein Schlaf, gleichwie ein Gras, das doch bald welk wird, das da frühe blüht und bald welk wird und des Abends abgehauen wird und verdorret." Angesichts dieser Veränderung, dieses ewigen Wechsels erwachen in der Seele des denkenden Menschen quälende Gedanken. Hat das ganze Weltgeschehen eigentlich einen Sinn, so fragt er sich, hat es einen Zweck, daß ich mich redlich mühe und die vergängliche Zeit im Dienste des Guten auskaufe? Diesen Fragen scheint der Weltlaus ein einziges, großes Nein entgegenzufetzen. In jedem Zeitalter gibt es Dichter, die ihre Zeitgenossen durch Gedankenfülle, Bllderpracht, Wohlklang der Sprache entzücken, und schon die nächste Generation sieht ihre Werke an wie welke Blätter, die man in ein Buch eingepreßt hat. Philosophen stellen Gedankensysteme auf, die fest gefügt sind und den Anspruch machen, den Schleier von manchem Geheimnisse zu nehmen; hundert Jahre später ist man über diese Systeme völlig hinausgeschritten; es geht den Philosophen wie dem Kinde, das etwas auf feine Schiefertafel geschrieben hat, und dem die Niederschrift alsbald wieder weggewischt wird. Staatengründec, Politiker und Feldherren richten unter tausend Widerständen einen Staat auf, er wird wie ein neues schönes Wohnhaus ausgebaut und zweckmäßig gestaltet; dann kommen politische Ereignisse, es kommen Menschen, die das ganze Staatsgefüge umwerfen und auf den Trümmern einen völligen Neubau errichten. Mancher Mensch quält sich am Ende seines Lebens mit dem Gedanken, daß ungeheuer wenig von dem, was er geleistet und auf- gebaut hat, nach feinem Tode noch irgendeine Bedeutung hat. Diesen Zweifeln und Fragen tritt der religiöse Glaube mit entschiedener Lebensbejahung, mit einem siegesgewaltigen Optimismus entgegen. Im Christentum gibt es einen Glaubenssatz, der von „den letzten Dingen" handelt. Dieser sich auf viele Bekundungen der Bibel stützende Glaubenssatz sagt, daß alles Weltgeschehen ein ewiges Ziel hat, daß alles, was auf Erden geschieht, einer Vollendung der Welt entgegenstrebt. Oft wird diese Wahrheit in dichterischen Bildern von großem Ausmaße zur Darstellung gebracht. Ein Dichter des 17. Jahrhunderts, der lutherische Theologe Johann Matthäus Mays art, spricht in einem hinreißenden Liede von „Jerusalem, der hochgebauten Stabt" und schildert, wie er selbst mit den Seligen am Ende in das Reich einzieht, in dem alles Vollendung ist. Paulus hat dieselbe Wahrheit begrifflich schärfer zum Ausdruck gebracht; in dem ersten Briefe an die Korinther weist er auf die Auferstehung von den Toten und das ewige Leben hin und ermahnt die Christen, an die er schreibt: „Seid fest, unbeweglich und nehmet immerdar zu in dem Werk des Herrn, sintemal ihr wisset, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn." „Nicht vergeblich!" Das steht über allem, was ein Mensch aus einem reinen guten Herzen, aus dem Gedanken an die Pflicht und aus Liebe zu den Menschen heraus tut; jeder noch so kleine Dienst ist ein Baustein zu dem Werke, das in der ewigen Welt zur Vollendung kommt. Das meint auch Goethe, der dem angeführten Worte an die Gräfin Stolberg noch das andere anfügt: „All dies Vorübergehende lassen wir uns gefallen; bleibt uns nur das Ewige jeden Augenblick gegenwärtig, so leiden wir nicht an der vergänglichen Zeit." In diesem Sinne war auch Schiller ein Mann, der auf der Grunlage des christlichen Glaubens stand; denn ihm verdanken wir die Aeußerung: „Unaufhaltsam enteilet die Zeit, sie sucht das Beständige, sei getreu, und du legst ewige Fesseln ihr an." H. B. (Ricaner Wochenmarttpreisc. • Siehen, 31. Dez. Es kosteten auf Dem heutigen Wochenmarkt oas Pfund: Süßrahmbutter 120. Landbutter 100 bis 110, Kochbutter von 80 Pfennig an, Matte 25 bis 30, Wirsing, gelb 8 bis 10, grün 12. Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10. gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25, Feldsalat 100, Zwiebeln 10. Meerrettich 35 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, | Kartoffeln 3, Aepfel 18 bis 30, Dörrobst 35 bis 40, Honig 40 biS 45, junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 60 bis 80, Gänse 70 bis 80, Enten 80 bis 90, Rüsse 35 bis 40; das Stück: Käse 5 bis 10, Tauben 40 bis 60, ausländische Eier 12 bis 13, inländische 12 bis 13, Blumenkohl 40 bis 60, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,50 Mark. Vornotizen. —lagestalenberfür Samstag: Stabt= tfjeater, 20.15 bis 22.30 Uhr: „Stöpsel". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „F. P. 1 antwortet nicht". — Astoria-Lichtspieke, Seltersweg: „Rothaut". — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 15.45 bis 18.15: „Aschenbrödel"; 20 bis 22.30 Uhr: Kabarett. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „F. P. 1 antwortet nicht". — Astoria-Licht- spi-ele, Seltersweg: „Rothaut" * * Sein 25j ahriges Dienstjubilaum feiert am 2. Januar der Dankprokurist Ludwig Kreß bei der Deutschen Dank- und Disconto- Gesellschaft, Zweigstelle Gießen. ** Erfolgreiche Stenographen. Bei der letzten Handelskammer. Sienograpycn Prüfung konnten, wie man uns mitteilt, wiederum 12 Mitglieder des Kurzschriftvereins von 1861 mit Erfolg bestehen. Es waren erfolgreich in der Hauptprüfung bei 180 Silben: Helmut Zfchunke, bei 150 Silben: Emil Jost, Willi Brück - mann, Wilhelm Drück und Heinrich Volk; ferner die Vorprüfung bei 120 Silben: Emma Reih, Irma Levi, Hans Möller. Rnni K o m p f, Elfriede T e n n i g e r, Anneliese F u h r i g und Anni Schmittdieb * * Geschäfts» erlegung. Dom 2. Januar ab verlegt der Mehgermeister Ädolf Hofmann seine Rinds- und Schweinemehgerei nach seinem Hause Dammstraße 25 in nächster Rähe der Walltorstraße. Das Geschäft besteht bereits 55 Jahre, 52 Jahre lang befand es sich an der Ecke Walltor- straße und Dammstraße. Da die Stadt Gießen vor drei Jahren zur Verbreiterung der Damm- strahe das Haus abreißen mußte, in dem sich das Geschäft befand, wurde der Betrieb nach der Walltorstraße 4 verlegt. Don hier zieht der Besitzer jetzt in sein eigenes Grundstück Dammstraße 25. ** Noch fein Schnee im Vogelsberg. Währ end aus dem Taunus (aus Königstein) von der Nacht zum Freitag Schneefall gemelbet wird, der allerdings noch keinen Wintersport ermöglicht, ist der Vogelsberg noch immer ohne Schnee. Wie wir heute früh vom Hohevobskopf hörten, geht dort Sprühregen nieder, der zu einer leichten Bereisung des Geländes führt. Dabei ist es dunstig unb drei Grab falt. Die Wintersportaussichten sind also bis jetzt noch immer „wässerig". ** Neue Lehrgänge in Einheitskurz- schrift werden von den Stenographenvereinen unserer Stabt im heutigen Anzeigenteil angekündigt. Die Vorteile der Stenographie für den Dienst im kaufmännischen unb behördlichen Wirken bürsten wohl so aUaemern anerkannt sein, daß es einer weiteren Empfehlung zur Beteiligung an den Kursen kaum bedarf. Interessenten seien auf die Anzeigen besonders hingewiesen. ** Unter dem Verdacht der Branb- st i f t u na verhaftet. Der heutige Polizeibericht meldet: Wegen dringenden Verdachts, eine Felb- scheune in der Nähe von Marburg in Brand gesteckt zu haben, wurden hier vier Wanderburschen auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Marburg festgenommen Obwohl sie die Tat in Abrede stellen, erfolgt heute ihre Vorführung vor bas Amtsgericht, ba sich Verdachtsmomente ergeben haben, die ihre Festnahme re fertigen. Die öffentliche Arbeitsbeschaffung in Oberheffen. Ein Rück- und Ausblick. Äon ^egierung0rat Dr. Bues, Direktor des Arbeitsamts Gießen. An der Schwelle des neuen Jahres dürfte es nicht vermessen sein, Rückschau auf die öffentliche Arbeitsbeschaffung des letzten Jahres in Oberheffen zu halten unb aus biefer Rückschau Anregungen für bie öffentliche Arbeitsbeschaffung im neuen Jahre zu geben. Mit tatkräftiger Förderung fast aller oberhessifchen Bürgermeister, Amtsoorstänbe unb Direktoren ber Felb- bereinigungs-Kommissionen, Forstämter, Hochbauämter, Kreisämter, Kulturbauämter unb ßanbroirt- schaftsämter haben im letzten Jahre 2 08 Not - ftanbsarbeiten und 524 Arbeitsdienste durchgeführt ober in Angriff genommen werben können. Alle biefe Arbeiten kommen ber Allgemeinheit zugute. Den beteiligten Amtsstellen für bie Mitwirkung bei ber Arbeitsbeschaffung an biefer Stelle zu banken, ist eine angenehme Pflicht. An biefen öffentlichen Arbeiten finb bie 6 ober- hessischen Kreise unb selbstverstänblich auch bie einzelnen Gemeinben mit verhältnismäßig großen Unterschieben beteiligt: a) Notstandsarbeiten: Im alten Jahr mürben 208 Notstanbsarbeiten genehmigt, bie sich über bie Kreise wie folgt verteilen: Gesamtzahl v. H. Alsfeld 32 Maßnahmen 15,4 Bübingen 47 22,6 Friebberg 18 8,6 Gießen 54 25,9 Lauterbach 26 12,5 Schotten 31 15,0 Die Förberungszuschüfse bes Arbeitsamts für biefe 208 Maßnahmen verteilen sich auf bie einzelnen Kreise folgenbermafjen: Gesamtzahl v. H. Alsfeld 163 493,—RM. 13,1 Bübingen 266 053,— „ 21,4 Friedberg 227 410,— „ 18,3 Gießen 307 353,— „ 24,9 Lauterbach 126 091,— „ 10,0 Schotten 154 586,— „ 12,3 Insgesamt 1244 986,—RM. b) Freiwilliger Arbeitsdienst: Im alten Jahr wurden genehmigt in den Kreisen: Gesamtzahl d. H. Alsfeld 86 Maßnahmen 16,5 Büdingen 110 „ 20,9 Friedberg 46 „ 8,7 Gießen 137 „ 26,2 Lauterbach 52 „ 9,9 Schotten 93 „ 17,8 Insgesamt 524 Maßnahmen Für diese 524 Maßnahmen, für bie insgesamt 12900 Arbeitsdien st willige genehmigt wurden, kamen durch den Herrn Bezirkskommissar tJörberungsbeträge zur Bewilligung in ben Kreisen: Gesamtzahl v. H. Alsfelb 246 106,— RM. 13,7 Bübingen 373 530,80 20,7 Friebberg 220 702,— II 12,3 Gießen 556 132,— 31,2 Lauterbach 151 619,— I. 8,4 Schotten 245 077,— ff 13,7 Insgesamt 1 793 166,80 RM. Die (Befaml-Jörbetungsfumme, die aus Mitteln der Reichsanstatt für Arbeitsvermittlung unb Arbeitslosenversicherung für diese öffentlichen Arbeiten in Oberheffen im letzten Jahre bewilligt worben ist, beträgt mithin 3038152,80 R21L; sie verteilt sich auf die 6 o b e r h e s s i s ch e n Kreise folgendermaßen: Gesamtzahl o. H. Alsfeld 409 599,— RM. 13,5 Bübingen 639 583,80 ,, 21,0 Friedberg 448 112,— „ 14,7 Gießen 863 485,— „ 28,4 Lauterbach 277 710,— „ 9,2 Schotten 399 663,— „ 13,2 Aus dieser Zusammenstellung ist ersichtlich, daß es durch bie gemeinsamen Bemühungen ber Arnis- stellen unb Behörben im alten Jahr gelungen ist, in ben heutigen Zeiten immerhin beachtliche Summen für öffentliche Arbeitsbeschaffung in Oberhessen mobil zu machen. Don dem Gesamt-Förderungsbetrage von rund 3 Millionen Mark entfallen auf den Kopf ber oberhessischen Bevölkerung, soweit biefe zum Bezirk bes Arbeitsamts Gießen gehört, 9,90 RM. Auf bie einzelnen Kreise entfallen auf ben Kopf ber Bevölkerung: Alsfeld 10,80 RM., Büdingen 14,80 RM., Friedberg 530 RM. Gießen 9 — RM., Lau- terbach 11,90 RM., Schotten 14,20 RM. Sehr aufschlußreich finb auch bie Förberungssätze, bie pro Kopf ber Bevölkerung auf bie einzelnen oberhessischen Gemeinben entfallen. Es würbe zu weit führen, wenn man bie einzelnen Gemeinden aufzählen wollte, es seien nur für {eben Kreis die an ber Spitze stehenben 5 Gemeinden mit dem Betrage genannt, der pro Kopf ber Einwohnerzahl im alten Jahr für Notstanbsarbeiten und freiwilligen Arbeitsdienst bewilligt wurde. Bei ber Betrach, tung ber folgenben Zahlen darf nicht außer acht gelaßen werben, baß sich in einzelnen Gemeinben hier unb ba ber öffentlichen Arbeitsbeschaffung um überwinbliche Schwierigkeiten entgegengestellt haben mögen; immerhin mögen aber die nachfolgen- den Spitzenergebnisse zum Nachdenken und zur Nacheiferung anregen. Aus den Forderungsbeträgen der N ^'sanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen «r,.cherung entfallen im alten Jahr aus den Kops der Bevölkerung: Im Kreise Alsfeld in der Gemeinde Leusel 56.94 RM., Ruhlkirchen 44,22 RM„ Merlau 35,50 RM., Angenrod 31,06 RM., Burggemunden 29,78 RM. Im Kreise Bübingen in der Gemeinde Michelnau 60,55 RM., Bellmuth 50,35 RM-, Selters 50,21 RM., Fauerbach 44,70 RM., Glauberg 42,84 RM. Im Kreise Friedberg in der Gemeinde Dorheim 40,80 RM., Münster 38,40 RM., Rödgen 38,10 RM., Ober-Mörlen 28,50 RM.. Beienheim 28,30 RM. Im Kreise Gießen in der Gemeinde Röthges 80,— RM., Münster 65,10 RM., Harbach 56,— RM., Rabertshausen 46,50 RM., Hausen 36,20 RM. Im Kreise Lauterbach in der Gemeinde Gun- zenau 47.87 RM., Holzmühl 36.09 RM., Weid- Moos 35,32 RM., Vaitshain 29,32 RM., Zahmen 23,43 RM. Im Kreise Schotten in der Gemeinde Solms- Ilsdorf 136,— RM., Schmitten 36,40 RM., Glashütten 31,— RM., Ulfa 31,— RM., Gonterskirchen 30,40 RM. An dieser Stelle sei mit herzlichem Dank an alle Mitwirkenden die Arbeit des Hessischen Heimat- Werkes, Abteilung Oberhessen, an der geistigen, beruflichen und sportlichen Betreuung der Arbeits- dienstwilliaen erwähnt. Durch diese Organisation wahrhaft selbstloser Nächstenliebe — denn alle Mitarbeiter stellen sich für die Betreuungsarbeit ehrenamtlich zur Verfügung — fanden lm alten Jahr insgesamt 2535 Maßnahmen geistiger bzw. beruflicher Betreuung und 558 Maßnahmen sportlicher Betreuung statt. Das Mißverhältnis der geistigen zur sportlichen Betreuung beruht darauf, daß es erst später möglich wurde, die sportliche Betreuung in vollem Maße aufzunehmen. Da uns kein besseres Mittel zur Erteilung einer Uebersicht zur Verfügung steht, geben wir auch hier einige Vergleichszahlen bekannt. Es entfielen: auf berufliche Betreuung bzw. Fortbildung aller Maßnahmen 20 v. H. Für die sonstige geistige Betreuung wurde an Stoffgebieten berücksichtigt: Lebens- und Weltanschauung (Kirche und Arbeitslosigkeit; der soziale Gedanke im Christentum Woher kommt der Mensch: Mensch und Tier) 15 v. H. Kulturelle Fragen (Lesestun^en; das deutsche Volkslied) 15 d. H. Heimatkunde (Lichtbilder aus der Heimatgeschichte; die Geschichte der Wetterau, alte Freitreppen, Erker, Brunnen und Brücken usw.) 10 v. H. Staatsbürgerkunde (Das Werden des deutschen Staates; Volk und Staat; Staat und Wirtschaft) 7 v. H. Erdgeschichte 6 o. H. Geschichte 5 v. H. Rechtskunde 4 o. H. Heilkunde und Hygiene (Erste Hilfe bei Unglücksfällen; Bedeutung und Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten; richtige Körperpflege) 4 o. H. Verschiedenes (Ausspracheabende; Wanderungen, Besichtiaungen, Führungen, Gemeinschaftsabende; Musikabende) 14 v. H. Arbeit schaffen ist der Wille der Regierung! Leider wird noch eine geraume Zeit vergehen, vis die tausende Erwerbslosen unserer Provinz durch eine natürliche Belebung der Wirtschaft wieder in den Produktions-Prozeß eingegliedert sind. Bis zu diesem Ziele bleiben die Ausführung von Notstandsarbeiten und der freiwillige Arbeitsdienst wirksame Mittel zur Behebung der für unser Volk unheilvollen Arbeitlosen-Not. Der Planung und Durchführung öffentlicher gemeinnütziger Arbeiten auf diesen beiden wegen wird bei der Gesamtlage der wirtschaft auch in der kommenden Zeit noch erhöhte Bedeutung zukommen. Wenn alle, die dazu berufen sind, sich vereinen in dem Willen zur gemeinsamen Hilfe, dann können, wie der Anfangserfolg des alten Jahres gezeigt hat, Notstandsarbeiten und freiwilliger Arbeitsdienst zur Verhütung körperlicher und seelischer Verfallserscheinungen an wertvollen Gliedern der Volks- gemeinschaft wesentlich beitragen. Diese Einsicht hat auch für das kommende Jahr nach den dem Arbeitsamt zugegangenen Informationen zu mancherlei Projekten geführt, die entweder als Notstandsarbeiten, oder im freiwilligen Arbeitsdienst durch- geführt werden sollen. Die Arbeitslosigkeit der letzten Jahre hat wieder Arbeitslosigkeit erzeugt. Sie hat große Verwüstungen in der Wirtschaft angerichtet. Arbeit schafft wieder Arbeit! Deshalb muffen alle Kräfte in voller Hingabe an der Arbeitsbeschaffung Zusammenwirken. Die Planungen und erforderlichen Beschlüsse müssen schon jetzt herbeigeführt werden, damit im Frühjahr alle nur möglichen Arbeitsplätze für die Arbeitslosen bereitstehen Kleinliche Bedenken haben im Interesse der Arbeitsbeschaffung zurückzustehen. Es darf im neuen Jahr nicht wieder Vorkommen, daß Gemeinden in Oberhessen nur deshalb Notstandsarbeiten nicht ausführen wollen, weil das Arbeitsamt Ayr Verminderung der Arbeitslosigkeit auch die Einstellung auswärtiger Arbeitsloser zur Bedingung gemacht hat. Wenn jeder einzelne und iede Gemeinde nur an sich denkt, dann nützen alle Arbeitsbeschaffungspläne nichts! Das Arbeitsamt selbst ist sehr gern bereit, bei der Ausfertigung der Anträge auf Förderung von Notstandsarbeiten und freiwilligen Arbeitsdienst mitzuhelfen. Wenn alle Kräfte sinnvoll zu- s a m m e n w tr t e n in dem Willen zur gemeinsamen Hilfe, bann braucht im kommenden 2ahr kein Oberhesse arbeitslos zu sein. Spiclplan der frankfurter Theater Opernhaus. Sonntag, 1. Januar, 2In- f°n9 lb.30 älhr. Der gestiefelte Kater; Anfang Uhr: Tannhäuser. Montag, 2. Januar: ®e- Mossen. Dienstag, 3. Jan., Ans. 19.30 Ahr: Don Carlos. Mittwoch, 4. Januar, Anfang 20 Uhr. Madame Butterfly. Donnerstag, 5. Januar, .^orlos. Freitag, 6. Jan., Anf. 20 Uhr. Zar und Zinimermann Samstag, 7. Ian., Anf. 15.30 Mr: Der gestiefelte Kater; Ans. 19.30 Uhr: Palestrina. Musikalische Legende von Hans Pfitzner. Schauspielhaus. Sonntag, 1. Januar, ~n’an0 15 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick' Anfang 20 Uhr: Moral. Montag, 2. Januar' Anfang 20 Uhr: Der Verschwender. Dienstags 3- ^tAuor, Anfang 20 Uhr: Der mutige Seefay^ rer. Mittwoch, 4. Januar, Anfang 20 Uhr. Die Journalisten. Donnerstag, 5 Januar, Anfang 20 Uhr. Zum ersten Male: Mensch, aus Erde ge- «5- £_J?>ram.a *n 5 Auszügen und 1 Vorspiel von öricarid) Griese. Freitag, 6. Januar, Anfang 20 Uhr. Der Verschwender. Samstag, 7. Januar. Anfang 20 Uhr: Die Journalisten. Vorarbeit für das Deutsche Turnfest 193Z In der Technischen Hochschule in Stuttgart versammelten sich die Kreiswarte der Deutschen Turnerschaft zu einer Tagung, die in der Hauptsache der Vorbereitung des Deutschen Turnfestes in Stuttgart Ende Juli 1933 diente. Heber das Ergebnis der Beratungen wird folgendes mitgeteilt: Der Fe st beitrag füj das 15. Deutsche Turnfest wurde auf 6,50 Mark festgesetzt. Bei Zahlung vor April 1933 ermäßigt sich der Beitrag auf 5 Mark. Für die Jugend betragt der Festoeitrag 4,50 Mark bzw. 3,50 Mark. Für Quartiere, und zwar sowohl in Massenunterkünften, als auch bei der Bevölkerung von Stuttgart und Umgebung, ist ausreichend gesorgt. 150 000 bis 200 000 Turner und Turnerinnen werden gut untergebracht. Die Preise für Unterbringung bewegen sich zwischen fünf und zehn Mark zusammen für sechs Rächte. Für erwerbslose Turner steht eine große Zahl von Frei quartieren zur Verfügung. Für die Sonderzüge zum Deutschen Turnfest gewährt die Deutsche Reichsbahn eine SOprozen- tige Fahrpreisermäßigung. Wenn die Reichsbahn auf den Vorschlag des Haupt-Festausschusses eingeht, auf je 20 Sonderzugkarten eine Freikarte zu gewahren, dann kann auch sehr vielen erwerbslosen Turnern eine Freifahrt gewährt werden. Der F e st z u g wird dreiteilig fein und wird bewertet. Ein Antrag, den Turnfest-Siegern, die sich nicht an den Freiübungen beteiligen, den Siegeslorbeer zu entziehen, wurde abgelehnt. Diese Sieger erhalten ihren Lorbeer gesondert erst nach Abschluß des Festes. Die Fachwarte-Tagung erklärte sich weiter damit einverstanden, daß innerhalb des Turnfestes ein Mannschaftskampf im Wehrturnen für die Jugend durchgeführt wird. Dieser Mehrkampf soll aus einem Hindernislauf, einem Zielwurf mit der Keule und einer Hebung des Kletterns bestehen. Die Versammlung stimmte noch der Anregung einer Versicherungs-Gesellschaft bei, wonach für alle Teilnehmer obligatorisch eine Gepäck - Versicherung einzuführen ist. Die Versammlung befaßte sich dann noch mit einigen anderen wichtigen Verbandsfragen. So wurde nach einem Referat des ersten Vorsitzenden, Staatsminister a. D. Dominicas, einstimmig beschlossen. den freiwilligen Arbeitsdienst und das Rotwerk für die deutsche Jugend nachdrücklichst zu unterstützen. Ebenso sprach man sich für einen Antrag der Frauenabteilung zur Förderung der Win- t e r h i l f e aus. Die Richtlinien für das Jugend, tumen wurden dem Turn-Ausschuß zur Prüfung und dem Hauptausschuß zur endgültigen Erledigung überwiesen. Wirtschaft. Frankfurt: Aktien schwächer, Renten freundlich. Frankfurt, 31. Dez. (WTB.-Drahtmeldung.) Am letzten Börsentage im alten Jahr erhielt sich zwar Die feste Grund st immung für den Rentenmarkt. Das Geschäft war aber sehr gering und beschränkte sich in der Hauptsache auf Spekulationsnachfrage. Reichsaltbesitz zogen erneut auf 0,25 v. H., Neubefitz um 0,20 o. H. an. Auch die Schutzgebietsanleihe war etwas beachtet und um Bruchteile eines Prozentes höher, während späte Reichsfchuldbuchforderungen in Tausch gegen Reichsanleihe um 0,65 o. H. schwächer lagen. Reichsbahn- vorAugsaktien zogen um 0,50 v. H. an. Am Aktienmarkt war die Haltung dagegen überwiegend schwächer, da die Banken noch einige Glattstellungen zum Bilanztage Vornahmen, denen keine Aufnahmelust seitens der Kulisse gegenüber stand, zumal von der Kundschaft keine Orders Vorlagen. Die schwächere Haltung für Aku, die nach widersprechenden Mitteilungen über den Geschäftsgang des Unternehmens 1,75 v. H. einbüßten, färbte sich auch auf die übrigen Marktgebiete etwas ab. Am Montanmarkt waren Harpener mit 1,65, Stahlverein minus 1 o. H schwächer. Auch Buderus und Gelsenkirchen gaben bis zu 0,75 v. H. nach, während Mannesmann in Nachwirkung des russischen Röhrenauftrages leicht anzogen. Am Elektromarkt lagen die Werte meist etwas schwächer, nur Goldschmidt zogen auf 0,65 an, und IG. waren unverändert. Deutsche Erdöl lagen im Verlaufe um 1 v H. fester. Niedriger setzten u. a. noch ein: Deutsche Linoleum minus 1 o. H., Hapag und Daimler mb nus 0,25 v. H., anderseits lagen Reichsbahn 0,65, Zement Heidelberg und Laurahütte bis zu 0,75 v. H. freundlicher. Im Verlaufe waren Aktien, nachdem zunächst noch leichtere Abschwächung eingetreten war, etwas erholt, so daß die Börse das alte Jahr mit freundlicher Grund st immung und einer gewissen Zuversicht beschloß. Am Rentenmarkt blieb die Altbesitzanleihe später 0,50 o. H. niedriger, wogegen die Neubesitzanleihe um 0,25 o. H anzog. Frankfurter Hypotheken und Frankfurter Goldpfandbriefe gewannen etwa 0,50 bis 0.75 v. H. Im übrigen lag der festverzinsliche Markt sehr ruhig, aber durchaus freundlich. Berlin uneinheitlich. Berlin, 31. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die Unternehmungslust an der letzten Börse des heute zu Ende gehenden Jahres war nur sehr gering. Man hatte vormittags und auch noch an der Bor- börfe unveränderte Kurse taxiert, der offizielle Börsenbeginn brachte aber dann eine gewisse Enttäuschung, denn die KursgestaltunH war sehr uneinheitlich, und die Rückgänge überwogen sogar. Die Spekulation zeigte, ebenso wie heute auch die Kundschaft, das Bestreben, die bestehenden Engagements vor dem Jahreswechsel möglichst glattzustellen, um zunächst einmal die Entwicklung in den ersten Januarwochen, die ja politisch viel Interessantes bringen werden, abzuwarten. Man konnte ferner beobachten, daß am Montan- und Elektromarkt Verkäufe vorgenommen und dafür Aktien von Derforgungsbetrieben getauft wurden. Auch in Farben lag zum Börfenbeg.nn wieder An- gebot vor. Die vorliegenden Nachrichten waren im großen und ganzen eher günstiger Natur. Erwähnenswert find die Befestigung an der gestrigen Neu- yorker Börse, die weiteren Besserungen der deutschen Werte an den Auslandbörsen, die kurz vor dem Abschluß stehenden Röhren-Verhandlungen mit den Russen usw Es ergaben sich Veränderungen bis zu 1% Prozent nach beiden Seiten. Siemens und Schuckert konnten je 1 Prozent aufholen, auch Chade, AEG., sowie Rheag. Verger waren um \XA Prozent gedrückt, da nach einer Derwaltungsmitteilung das Auslandgeschäft stark nachgelassen hat und noch nichts über die Dividende gesagt werden könne. Kunstseidewerte waren etwas fester, Schiffe und Banken aber schwächer. Lebhaft war das Geschäft am Anleihemarkt, an dem Altbesitz um i Prozent anzogen, nur Reichsschuldbuchforderungen und Jndustrieobligationen gaben ß bzw. ß v.H. nach. Der Verlauf der Börse war uneinheitlich. Farben und Chade waren erholt. Sehr lebhaft blieben Alt- und Neubesitzanleihe, die erneut bis Prozent anzogen. Am heutigen Ultimo war Aagesgeld gleich Geld über Ultimo natürlich steif und stellte sich auf 5 Prozent an der unteren Grenze, vereinzelt auch 4% Prozent. Prioatdiskonten waren angeboten. Reichswechsel und Reichsschätze so gut wie umsatzlos. Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen. Die D e u tsche Reichsbahn - Gesellschaft oeröffentl.cht einen vorläufigen Jahresüber- blick für 1932. Danach hat die allgemeine wirtschaftliche Notlage des Jahres 1932 zu einem weiteren starken Absinken der Einnahmen bei der Reichsbahn geführt. Die Einnahmen werden voraussichtlich auf der Höhe von rund 2850 Millionen Niark liegen und damit auf einem nicht vorhergesehenen T i e f st a n d anlangen. Gegenüber 1929 mit einem Höchststand der Einnahmen von 5354 Millionen Mark bedeutet das einen Einnahmeausfall von rund 2500 Millionen Mark oder 47 Prozent und gegenüber 1931 einen solchen von rund 1000 Millionen Mark oder 26 Prozent; mit anderen Worten, die Einnahmen des Jahres 1932 werden auf etwa die hälfte der Einnahmen von 1929 heruntergehen und kaum % der Einnahmen des Jahres 1931 erreichen. 2m Personen- und Gepäckverkehr wird der Rückgang gegenüber 1929 voraussichtlich 500 Millionen Mark oder 36 Prozent, im Güterverkehr dagegen 1800 Millionen Mark oder 52 Prozent und bei den sonstigen 200 Millionen Mark oder 43 Prozent betragen. Von dem gesamten Einnahmerückgang entfallen auf den Lerkehrsrückgang und den Wettbewerb etwa 35 Prozent, auf den Ausfall durch Tarif- ermaßigungen etwa 12 Prozent. Die Reichsbahn mußte sich darauf beschränken, die Ausgaben den sinkenden Einnahmen nach Möglichkeit anzupassen. Die Schätzung der P e r s o . n al ausgaben ergibt für 1932 einen um 820 Millionen Mark oder 28 Prozent geringeren Betrag, als im Jahre 1929. Das Programm der Sachausgaben mußte in großem Umfange gekürzt werden. Die Neubautätigkeit hielt sich ebenfalls in sehr engen Grenzen. Trotz aller Bemühungen werden die Ausgaben der Betriebsrechnung 1932 sich voraussichtlich' von 4500 Millionen Mark auf nur rund 3000 Millionen Mark, also um rund 1500 Millionen Mark oder 33 Prozent gegenüber 1929 vermindern lassen. Die Ausgaben der Betriebsrechnung werden also die Einnahmen der Betriebsrechnung übersteigen. Damil wird die Reichsbahn das erstrebte Gleichgewicht schon in der Betriebsrechnung für 1932 nicht erzielen können. Unter Einrechnung der Ausgaben für den Reparationsdienst, den Zinsendienst, die Vorzugsdividende auf die Vorzugsaktien und die gesetzlich vorgeschriebenen Rücklagen und Rückstellungen wird die Ge- winn- und Derlustrechnung voraussichtlich mit einem nicht unerheblichen Fehlbetrag abschließen müssen. Oberbeffen. Landkreis Gi?s;en. * Kl e i n - L i n d e n, 31. Dez. In der letzten Nacht wurden hier aus dem Saale der Wirtschaft „Zur Burg" neun Laib Brot gestohlen. Der Spitzbube hatte die Saaltür mit einem Dietrich geöffnet. Die Nachforschungen sind im Gange. ch Hausen, 28. Dez. Am zweiten Weihnachts- fetertag veranstaltete der „TurnvereinHau- s e n von 1 864“ in der Gastwirtschaft „Zur Jahnejche" eine Weihnachtsfeier. Gegen 400 Zuschauer folgten den turnerischen Vorführungen der Schüler und Schülerinnen, der Turner und Turnerinnen mit großer Aufmerksamkeit. Die Darbietungen legten Zeugnis vom guten Können der Turnenden ab und zeigten die tüchtige Arbeit der beiden Turnwarte. Hrch. Drücke! und Wilh. Münch. Reichen Beifall fanden auch zwei Singspiele der Schüler. Für weitere Unterhaltung sorgten ein« Theateraufführung und nachfolgender Tanz. * Alten-Buseck, 30. Dez. Der Kegelklub n® u t Holz“ veranstaltete am zweiten Feiertag einen wohlgelungenen Theaterabend. Rach einem Prolog wurde ein fünfaktiges Theaterstück aufgeführt, dem sich der Vortrag eines Duetts an- schloß. Sämtliche Darbietungen fanden reichlich Beifall. Der Abend wurde mit Tanz beschlossen. • Lich, 31. Dez. Am nächsten Donnerstag hält die Stadt Lich ihre erste Brenn- und Ruh - holzversteigerung ab. Aus die Bekannt-1 machung im heutigen Anzeigenteil sei besonders hingewiesen. D Lich, 29. Dez. Am Dienstagabend feierte die Verbindung „Vandalia" im Saale de» „Holländischen Hofes" im enaften Rahmen chr 25jähriges Stiftungsfest. Der derzeitig» erste Vorsitzende, W. Heiß, hieß die Mitglieder mit ihren Damen und die Gäste herzlich willkommen. Gute Musikvorträge einer Gießener Musikkapelle sorgten für die rechte Stimmung. Mit einem heiteren Duett unter Klavierbegleitung von Frl. Hilde Böhm erfreuten Frl. Elisabeth Häuser und Frl. Else Rau d>e Zuhörer. Die Damen der Verbindung stifteten aus Anlaß der Jubelfeier einige Kommersbücher. Für die Gäste stattete ftein- rich Zimmer I. den Dank ab. Die Feier nahm bei froher Stimmung besten Verlauf. — Schon einige Tage zuvor, am 21. Dezember, am Gründungstag, hatten sich die Mitglieder in der Kneipe bei Gastwirt Ernst Häfner zu einem Kommersabend zusammenLefunden, bei dem W. Heiß Einiges aus der Gesch chte der Vereinigung darbot. ± Obbornhofen, 30. Dez. Bei der hiesigen Treibjagd wurden 57 Hasen und ein Fuchs erlegt. — Bei dem Verkauf von etwa 12 Morgen Ackerland aus der Fürstlich Draunfelsschen Gutsverwaltung an hiesige Einwohner, die das Land bisher gepachtet hatten, kam der Morgen durchschnittlich auf 250 Mark. s. Inheiden, 29. Dez. Auch in diesem Winter finden wieder alle vierzehn Tage Betstun - d e n in einem Schulsaal statt, da unser Dorf keine Kirche besitzt. Diese Einrichtung ist in unserem Kirchspiel Trais-Horloff sehr alt, sie läßt sich bis zum 30jährigen Krieg zurückverfolgen. Di« Betstunden beginnen in der Adventszeit und dauern bis zum Schluß der Passionszeit. Besonders von älteren und kränllichen Leuten, denen der Kirch- weg nach Trais-Horloff, zumal in der Winterszeit. beschwerlich ist, werden diese Gottesdienste rege besucht. Ihnen wird hier auch Gelegenheit gegeben, am Abendmahl teilzunehmen. Briefkasten der Redaktion. iRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schnftleitung ) M. Th. Ihre Anfrage kann in der zu allgemein gehaltenen Form zunächst nicht beantwortet werden. In welcher Weise wurde das Vorkaufsrecht bestellt, welchen Wortlaut hat die Vereinbarung, und ist es ins Grundbuch eingetragen? Wir ersuchen Sie um dementsprechende Ergänzung. WcttervoraitSsaqe Eine Staffel milder Ozeanluft hat sich bis nach Mitteldeutschland durchgearbeitet und Niederschlagstätigkeit eingeleitet, während in Süd- und Ostdeutschland noch Frost bis zu —5 Grad gemessen wurde. Da im Westen Irlands eine neue kräftige Störung zu erkennen ist, wird noch mehr maritime Luft nach dem Festlande vordringen, unter deren Ein- Wirkung sich das Wetter wechselhaft gestalten wird. Dabei sind weitere Niederschläge zu erwarten, die meist als Regen auftreten. Vorhersage für Sonntag: Wechselndes Wetter, bewölkt mit zwischenzeitlichem Aufklaren, Temperaturen schwankend, doch vorwiegend über Rull, vereinzelt Riederschläge. Vorhersage für Montag: Weiterhin wechselnd wolkiges Wetter mit einzelnen Riederschlägen. Lufttemperaturen Am 30. Dezember: mittags >,3, abends 0,5; am 31. Dezember: morgens 1,6; Maximum 1,7, Minimum minus 1,5 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe. Am 30. Dezember: abends minus 0,3; am 31. Dezember: morgens minus 0,3 Grad Celsius. kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag 1. Januar. Neujahr. Stadtkirche: 9.30: Pfr Mahr. 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfr. Mahr. 17: Pf. Becker. — Johanneskirche: 9.30: Pfr. Bechtvlsheimer. 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfr. Bech- tolsheimer. 17: Pfarrassistent Knell. — Kapelle des Alten Friedhofs: 9.30: Pfarrassistent Knell. — Pe- trusgemdnbe: 9.45: Pfr. Ausfeld. 11: Kinderkirche für die Petrusgsmeinde. Pfr. Ausfeld. — fitein- Linden. Sonntag: Gottesdienst 13.30 Uhr. — Heuchelheim. Samstag, 31. Dezember, 18.30: Silvester- gottesdienft (cand. theol. North-Gießen). Neujahr: 10: Einführung von Pfarrer Weisel durch Dekan Gußmann. — Dieseck. 9.45: Hauptgottesdienst. Kollekte. 11: Kinderkirche. — Alten-Buseck. 10: (Kollekte). Trohe. 13. - Grohen-Buseck. Neujahr: 10.30: Gottesdienst (Kirchenchor). Oppenrod: 13: Gottesdienst. — Kirchberg: Sonntag, 1. Januar: Neujahrsfest. 10: Kirchberg. Kollekte. 13.30: Mainzlar. — hausenGardenteich. 10: Hausen. 13: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. Silvester: 20: Jahres- schlußgottesdienst. Neujahr: 13: Hauptgottesdienst. (Kollekte). — Grüningen. Silvester: 18.30: Iahres- schlußgottesdienst. Neujahr: 10.30: Hauptgottesdienst. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn. Kirchengefangoer- ein. Kollekte. 14: Stiftspfarrer Draudt. katholische Gemeinden. Samstag, den 31. Dezember. Silvester. Gießen. 16.30 Uhr: Beichte; 17.30: Predigt und Siloesterandacht mit Tedeum, 19: Beichte. — Laubach. 16: Silvesterpredigt und Andacht. — Hungen. 18.30: Siloesterpredigt und Andacht. — Lich. 20.15: Silvesterpredigt und Andacht. — Ridda. 16: Beichte; 18: Andacht mit Predigt und Tedeum. Sonntag, den 1. Januar. Neujahr. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht mit Segen. — Echzell. 11: Messe; Hochamt mit Predigt.— Grünberg. 9.45: Messe; Hochamt mit Predigt. — Hungen. 13: Predigt mit Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 15: Weihnachtsandacht. — Lollar. 8.45: Messe; Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8 30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Freitag, den 6. Januar. Gießen. 8 Uhr: Segensamt. — Lich. 7: Segensmesse. Sonntagsdienst d.Aerzte u.Apotheken am 1 1 33 Frl. Dr. Gürtler. Di Wolf Hirfchavvtbeke Zahnarzt: vr. Adam. ,v ä> o JiD* ul Gießen 9 P Größte Ausstellung Reparaturen, komplette .Anlagen neue Jahr! 9306 D 15 P!d. Gänsefedern 2-MH1.-1WN. Junger verkauft [07586 Mann Gießen (Mittelweg 14), 30. Dezember 1932. in der Schulstrarte [07692 Holzversteigerung [Vermietungen | am Samstag, dem 7. Januar, von 9 Uhr 1. 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Kurmittel der Natur s!II!I!IIII!!IIIIIIII!II!IlIIIIIIIIIIIIIIIIIIl!l!IIIlIIIIlIIIIlIlIIIIlW ÄluffsvdLvung! Folgende Einlagescheine der Spar» und Darlehenskasse Lollar e. G. m. b. H. in Lollar sind abhanden gekommen: Aufwert.-Einlageschein Nr. 4 laut, auf Namen: Elisabeth Bingel, Lollar. Aufwert.-Einlageschein Nr. 74 laut, auf Namen: Heinrich Riehm HL, Lollar. Aufwert.-Einlageschein Nr. 252 laut, auf Namen: Friedrich Simon IV., Lollar. Aufwert.-Einlageschein Nr. 310 laut, auf Namen: Philipp Brusius, Lollar. Aufwert.-Einlageschein Nr. 113 laut, auf Namen: Friedrich Sinton II., Lollar. Aufwert.-Einlageschein Nr. 277 laut, auf Namen: Jacob Läufer, Lollar. Aufwert.-Einlageschein Nr. 100 laut, auf Lina Nuhn geb. Weinrich, Lollar. Aufwert.-Einlageschein Nr. 170 laut, auf Namen: Samuel Rotschild, Eheleute, Gierten. Aufwert.-Einlageschein Nr. 244 laut, auf Namen: August Ott, Eheleute, Ztutters- Hausen. Aufwert.-Einlageschein Nr. 293 laut, auf Namen: Berein Kinderfreund, Lollar. Aufwert.-Einlageschein Nr. 815 laut, auf Namen: Dorothea Plank Ww., Gierten. Aufwert.-Einlageschein Nr. 218 laut, auf Namen: Ludwig Frank VI., Lollar. Aufwert.-Einlageschein Nr. 281 laut, auf Namen: Karl Hofmann, Eheleute, Nieder-Ohmen. Aufwert.-Einlageschein Nr. 3 laut, auf Namen: Handwerker Zeichenschule des Ortsgewerbe-Bereins, Lollar. Aufwert.-Einlageschein Nr. 16 laut, aus < Namen: Heinrich Schwarz I., Lollar. Aufwert.-Einlageschein Nr. 77 laut, aus Namen: Radfabrer-Berein, Lollar. Aufwert.-Einlageschein 9ir. 195 laut, auf Namen: Fritz Heiüertshausen, Jng., Köln. Aufwert.-Einlageschein Nr. 258 laut, auf Namen: Justus Frank, Lollar. Die Inhaber der genannten Einlagescheine werden hiermit aufgefordert, ihre Ansprüche an diese binnen 6 Wochen vom Erscheinen dieser Bekanntmachung an, bei uns geltend zu machen, andernfalls die Kraftloserklärung erfolgen wird. Lollar, bett 30. Dezember 1932. Ter Vorstand derLvar« und Darlehenskasse e. G. m. b. H. Lollar in Lollar. Rain, Geißler, Moos. 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Dezember (932 langt, so lange noch sehr schmackhafte Vorrat« deutscher Erzeugnisse des Absatzes harren. Möge es doch von allen Kreisen der Tevölkerung verstanden werden, dah der jetzt geforderte Schutz der landwirtschaftlichen Erzeugung nicht der Erhaltung eines einzelnen Berufsstandes als solchem, sondern dah unsere Sorge der Landwirtschaft als der Grundlage von Staat und Volk gilt. Dies ist unser Wunsch für die Landwirtschaft zur Jahreswende! Nr. 308 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Die deiissche Landwirtschaft an der Jahreswende. Don Or. George Eessous, o. ö. Professor an der Landesuniversität Gießen, Direktor des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung. Ter im Vorjahr an dieser Stelle ausgesprochene Gedanke, dah Vauernnot zugleich auch Volksnot bedeutet, scheint allmählich Gemeingut weiterer Kreise unserer Bevölkerung zu werden. Jedoch gilt es. bei gewissen Stellen immer noch Widerstände zu überwinden, die bisher verhinderten, dah die entsprechenden Folgerungen aus dieser Erkenntnis in notwendiger und umfassender Weise gezogen werden. Man scheut sich, den Erzeugnissen der hei- mischen Scholle den Schutz angedeihen zu lassen, den industrielle Produkte längst g e n i e h e n, d. h. dem Bauern den Preis und Lohn für seine Arbeit zukommen zu lassen, der ihm Verbleiben auf Grund und Boden ermöglicht. Roch befindet er sich zwischen der klaffenden Preisschere, noch immer muh er für Betriebsmittel, die er von den übrigen Berufsständen braucht, mehr bezahlen, als diese ihm für seine Erzeugnisse geben. Es würde den Untergang des deutschen Bauerntums und damit auch Teutschlands bedeuten, wollte man der in der Vorkriegszeit vielfach geltenden Anschauung Folge geben und die für unser Volk notwendigen Vahrungsmittel von dorther beziehen, wo sie am billigsten erzeugt werden können. Tas würde nicht nur zum Verlust des landwirtschaftlichen Berufs st andes als Urquelle deutscher Volksgesundheit und Kultur führen, sondern auch erneute Abhängigkeit vom Ausland bedeuten, deren furchtbare Folgen wir aus der Kriegszeit immer noch in Erinnerung haben. Es muh doch wohl als unabänderlich betrachtet werden, dah wir in absehbarer Zeit nicht wieder einen Jndustrieexport in dem Umfang betreiben können wie in der Vorkriegszeit. Wenn wir auf das abgelaufene Jahr zurückblicken, so müssen wir feststellen, dah die deutsche Landwirtschaft trotz gröhter Schwierigkeiten der an sie gerichteten Forderung, die Selbstversorgung Deutschlands mit den unter unseren klimatischen Verhältnissen erzeugbaren Rah- rungsmitteln zu betreiben, in hervorragender Weise nachgekommen ist. Sie hat sich den Bedürfnissen und Wünschen des deutschen Konsumenten bereits in einer Weise angepaht, wie man es kaum erwarten durfte. So hat die Umstellung vom Roggen- auf Weizenbau zusammen mit Mahn ahmen der Reichsregierung den erfreulichen Erfolg gehabt, dah wir zum erstenmal auch hinsichtlich des Weizens unabhängig vom Ausland geworden sind. Die deutsche Landwirtschaft, insbesondere auch die hessische, welche de e Umste lung cu'die m hr geforderten Erzeugnisse besonders betrieben hat. verdient daher alle Anerkennung. Auch auf dem Gebiet der Milchwirtschaft sind weitere bedeutende Fortschritte zu verzeichnen, sowohl hinsichtlich der Menge als auch der Güte. Während noch vor wenigen Jahren der durchschnittliche Milchertrag je Kuh und Jahr mit etwa 180u Liter angegeben wurde, beträgt et heute 2374 Liter. Die Zahl der Milchkühe hat seit 1929 den Stand der Vorkriegszeit überschritten. Die deutsche Landwirtschaft hat nichts unversucht gelassen, um die gesamte Produktion zu steigern, damit die Volksernährung aus eigener Scholle sichergestellt werde. Indem sie auch dem allgemeinen Verlangen auf dem Gebiet derVerede - lungswirtschaft Höchstes zu leisten, bereit» willigst nachgekommen ist, muhte sie zur Erreichung dieses Zieles erhebliche Kredite auf- nehmen. Sie tat dies in der Voraussetzung, dah die vermehrten Aufwendungen zu entsprechenden Preisen und bei gesteigertem Absatz zur Au s w i r ku n g k o m m e n würden. Inwieweit haben sich nun diese Erwartungen erfüllt? Anfänglich konnten zu befriedigenden Preisen die Erzeugnisse wie Milch, Butter, Eier, Schlachtvieh aller Art u. a. einen störungslosen Absatz finden. Heute aber ist der Markt dafür so gut wie nicht aufnahmefähig, und wenn dies der Fall ist, dann zu Preisen, die *■—^—^■^———^11 Der Waldbauernbub feiert Silvester. Don Peter Rosegger. Am Silvestertag, nachdem der Waldbauernbub das Vieh gefüttert und zum Brunnen geführt hatte, stand er grn auf der Anhöhe, die hinter dem Hause ist, und schaute das sterbende Jahr an. Spät und mühsam war die Sonne aufgestiegen hinter dem Wechselgebirge, mit blassem Gesicht und tief herabhängendem Kopf kroch sie am Himmel dahin. Um zehn Uhr vormittags, als die Mutter das zweitemal Herdfeuer anblies, kam die Sonne an der kahlen, reifgrauen Esche vorbei, um Mittag war sie erst bei den Fichtenwipfeln, höher ging's nicht mehr, erschöpft sank sie dem Waldschachen zu und hinter diesem nieder. Der Schein auf den schneebedeckten Dachgiebeln verblaßte, die Wipfel der Fichtengruppe, die erst wie Rosen geglüht hatten, wurden schwarz und standen als finstere Zacken in den dämmernden Himmel hinein. Ueber die fernen Almen lagen die blassen Leichentücher und hinter ihnen dunkelte immer mehr die Nacht herauf, bis darin Sternlein zu glimmen begannen wie Ampeln an einer Bahre. Tagsüber waren von den Dachrändern Tropfen gefallen, zu hören wie das Ticken von Uhren: das war nun still geworden, und statt der Tropfen hingen Eiszapfen nieder, erdwärts wachsend. Auch der Hausbrunnen überzog sich mit einem Eismantel, so daß sein Plätschern verstummte. Die Hühner hatten ihre Stangen gesucht und gackerten nicht mehr, die Rinder im Stall lagen auf ihrer frischen Streu und scharrten im Wider- fauen ihre Zähne. Der Vater aber ging leisen Schrittes mit einem Weihgefäß im Hofe herum, be- raucherte sein Hab und Gut: das Gebäude, den Brunnen, den Dunghaufen, die Vorräte und Werkzeuge, die Tiere und endlich auch die Menschen. Das war sein Segen, nun am Ende einer Zeit. Denn die Sonne eines Jahres war gestorben und versunken. Trotz der feierlichen Stimmung, die über uns gekommen, wollte doch einer öfter der andere witzig sein. „Jetzt wird's lang finster bleiben, die Sonn' geht erst im nächsten Jahr wieder auf!" Und beim -nachtmahl Hieben wir mit den breiten Hornlöffeln üef in die Schüssel: „Brav Sterz essen heut; wir "'Egen erst im nächsten Jahr was zu essen!" ___ man Derlu st preise nennen muß. Man soll sich nur einmal in die Seele des Bauern hineinversetzen, wenn man ihm für ein gut gemästetes Rind von 600 Kilogramm 280 Mark bietet. Betrachten wir die Verhältnisse auf dem Milchmarkt, Schweinemarkt, in der Geflügelhaltung, auf dem Gemüsemarkt, wo wir auch Hinblicken, überall sehen wir d i e gleiche trostlose Lage, und die zutage tretende Mutlosigkeit der Landbevölkerung ist durchaus zu verstehen. Muß doch der Bauer täglich feststellen, daß trotz aller Hinweise noch immer entbehrliche Aus - l a nderzeugnisse über unsere Grenzen hereinströmen. Es ist deshalb unverständlich, daß gerade von denjenigen Interessengruppen, die vor ein paar Jahren der Landwirtschaft den Rat gegeben haben, dieVeredelungswirt- schäft mit allen Mitteln auszubauen, heute, wo es sich darum handelt, die selbstverständliche Folgerung hieraus zu ziehen, ein heftiger Kampf gegen alle geplanten Schutzmaßnahmen geführt wird. Man begründet diese Einstellung damit, der deutsche Export würde geschädigt, und das Ausland drohe mit dem Boykott deutscher Waren. Wir sollten uns an unseren Rachbarn ein Beispiel nehmen, sie treffen ohne uns vorher zu fragen, jeweils die zum Schutze ihrer Wirtschaft erforderlichen Maßnahmen. Wir haben es nicht nötig, die Boykottdrohungen des Auslandes zu überschätzen. Die nordischen Staaten beispielsweise, sind durch die neueste Handelspolitik Englands ganz besonders auf Deutschland angewiesen. Holland hat an dem deutschen Durchfuhrhandel das allergrößte Interesse, füllen doch deutsche Waren den größten Teil des holländischen Schiffsraums aus. Einen Wirtschaftskampf mit diesen Landern brauchen wir nicht zu befürchten, denn sie werden sich kaum die Möglichkeit entgehen lassen, wenigstens noch in gewissem Umfang zu besseren Preisen als anderswohin auszu'ühren. Die deutsche Landwirtschaft hat in sachlicher Weise versucht, die Berechtigung des Verlangens nach Einfuhrbeschränkung nachzuweisen. Man hat gegen diese Forderung Stellung genommen und einseitig die Belange von Industrie und Exporthandel in den Vordergrund gestellt, Binnenmarkt und Landwirtschaft dagegen zurückgesetzt. Zieht man die Gesamtzahl der mittelbar und unmittelbar für d i e deutsche Ausfuhr Tätigen in Betracht, so sind dies nur 13 v. H. der insgesamt beschäftigten Arbeitskräfte. Das Institut für Konjunkturforschung hat diesen Zahlen selbst die Bemerkung beigefügt, daß „die Bedeutung der Ausfuhr also vielfach überschätzt wird, weil man meistens nur die Ausfuhrquoten einzelner Industrien vor Augen sieht und dabei vergißt, daß große Teile der Wirtschaft überhaupt nicht exportieren". Nach diesen Feststellungen darf man wohl mit Recht darauf schließen, daß weniger der geschwundene Export als das Nachlassen der Kaufkraft auf dem Binnenmarkt die Zahl der Arbeitslosen so hat anschwellen lassen. Es ist bedauerlich, daß es immer wieder zu scharfen Gegensätzen zwischen Industrie und Landwirtschaft kommt. Man vergißt dabei völlig, daß beide eng aufeinander angewies en sind und kein Zweig der Volkswirtschaft ohne den anderen auszukommen vermag. Die Landwirtschaft denkt gar nicht an eine völlige Löslösung vom Welthandel, sie will keine völlige Autarkie, sie weih, daß wir Rohstoffe vom Auslande notwendig haben. Sie verlangt nur, daß das, was unter unserer Sonne und auf unserem Boden zu wachsen vermag, i n e r ft e r Linie verbraucht wird und eine Einfuhr solcher Erzeugnisse nur in Frage kommen darf, wenn wir ihrer bedürfen, d. h. wenn wir selber nicht genug erzeugen. Man sollte sich endlich zu der amerikanischen Auffassung bekennen, dah es in der Volkswirtschaft nur eine Industrie gibt und- öeren wichtigster Teil die Landwirtschaft ist. In industriellen Kreisen sollte man doch endlich der Landwirtschaft den Schutz angedeihen lassen, den die Industrie schon seit langem genießt. Und bann legten wir uns zu Bette. Die Neu- jahrsstunbe erwarten, bas war bei uns im Waldtaube nicht ber Brauch. Still und dunkel lag die Nacht über dem Gehöfte: der Schlaf der Gesunden, ber Schmerz ber Kranken, bie Träume und die Sorgen, das alles war wie in jeder Nacht. Ich aber hatte in meinem Dachkammerbette weder Schlaf noch Schmerzen, weder Träume noch Sorgen — ich wachte und hielt die Ohren und Augen groß auf und wartete auf das kommende Jahr. Es war die Ruhe und die Dunkelheit wie jede Nacht und doch ganz anders — alles so geheimnisvoll heilig. Wenn draußen der Wind ging, ächzte immer ein wenig die Holzwand, heute ächzte sie auch, aber wie jemand, der im Sterben lag. Durch das Fenster herein schimmerte bläulich der Himmel, sichtbar- lich bewegte sich nichts in ihm, und doch schien es, als gehe etwas vor da oben. Ich dachte an die Mähr ber Ahne; in der Neujahrsnacht täten bie lieben Engerl Sterne scheuern, baß sie schön blank würben für's nächste Jahr. Unten in ber Hausstube schlug heiser röchelnd die Wanduhr. Elf Schläge. Nun ist die letzte Stunde da. Ich Hub an zu denken an die Ereignisse des vergangenen Jahres. Zu Maria Lichtmeß hatte die Katze den Finken im Bauer getötet. Zu Ostern hatte mir der Fleischer, der ein Kalb holte, zwei Groschen Futtergeld geschenkt. Eine Woche vor Pfingsten hatte ich mein Taschenmesser mit ber Schildkröten- schale verloren. Am Peter- und Paulitage, ba war bie Geschichte mit ber Tabakspfeife unb bem kalten Angstschweiß. Zu Jakobi einen Zahn reißen lassen, hat fünf Groschen gekostet. Zu Michaeli ein Schaf verloren, von einem Jagbhund totgebissen worden. Drei Tage vor Allerheiligen beim Forellenfangen in den Bach gefallen, vom Fischpächter herausgezogen und geschöpft worden. Derlei waren so meine Erlebnisse jener Jahre. Es werden wohl noch wichtigere vorgekommen sein in mir und um mich, aber man sieht nur die oberflächlichsten: die ewigen, geheimen Mächte der Entwicklung, wirkende Wünsche und Leidenschaften, innere Schuld ober Seligkeit — diese große Schicksalsgewalten, die uns ms Jahr über geändert haben, so daß wir am Ende desselben nicht mehr der sind, der wir am Anfang gewesen — selten gedenken wir ihrer bei der Silvesterrückschau. Die kleinen Ereignisse scheinen zu versinken mit dem scheidenden Jahr. In den letzten Minuten wächst die Spannung. Es ist, als ob man einem Die Landwirtschaft wendet sich aber auch an den größten Derbraucherkreis landwirtschaftlicher Erzeugnisse, und das ist die deutscheHaus- f r a u. Würde die deutsche Hausfrau n u r d e u t - sche Erzeugnisse verlangen, und auch zu einer Zeit, wenn unser Klima und Boden sie hervorbringen, dann brauchten wir keine Kontingentierung und sonstigen Schutzmaßnahmen. Ist es in der heutigen Zeit nicht unverantwortlichen: Luxus, wenn man ausländisches Frischgemüse ver- Wissenschaft unb Forschung an der Ähreswende. Ein Gespräch mit Geheimrat Or. Max Planck, Präsidenten der Kaiser-Wilhelm- Gesellschast zur Förderung der Wissenschaften. Skeptizismus breit urob über der Erkenntnis der der un- Wandlung vom normativen, auf Gesetzesprinzipien ruhenden, zum individualisierenden Denken zu vollziehen. In einem kühnen Bild spricht man von der Seele des Elektrons, und vor kurzem sagte der Astronom Erwin Freundlich in einem Vortrag, auch bas Universum habe eine Geschichte. Geheimrat Planck ist dessen ungeachtet überzeugt, baß die ewigen Wahrheiten auch in Zukunft das Ziel und die Aufgabe der Wissenschaft sein werden. Auch die Wissenschaft sei, wie es Schrödinger kürzlich formuliert habe, durch das Milieu, d. h. durch die Persönlichkeit des Forschers bedingt. Das lasse sich zweifellos geschichtlich nachweisen. Ebenso sicher sei es aber auch, daß es Bestandteil« der Forschung gibt, die nicht vom Milieu abhängen, und das Bestreuen der Forschung müsse sein, gerade diese unveränderlichen Bestandteile herauszuschälen. Daß das möglich ist, zeige wiederum die Geschichte, denn unvergängliche Wahrheiten wie das Prinzip von der Erhaltung der Energie ober der Kausal- gesetze haben sich ja durch alle Wandlungen der Einzelforschung hindurch erhalten, „ich bin über- Zeugt davon, daß sie sich weiter erhalten werden." Da Milieu und Persönlichkeit den äußeren Einflüssen der wirtschaftlich sozialen Elemente in erster Linie unterließen, biegt gerade hier natürlich die Frage nahe, wie weit heute durch die Wirtschaftskrise diese ewigen Ziele der Wissenschaft bedroht sind. „Die Geldknappheit macht sich, wie überall, auch in den Forschungsinstituten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft fühlbar, und besonders der Sachetat ist bei fast allen Instituten auf ein Minimum eingeschränkt. Die Forschungsaufgaben auf kurze Sicht treten immer mehr in den Vordergrund, da die Wirtschaft darauf drängt, daß die Forschungsarbeiten produktiv sind. Das hat es mit sich gebracht, daß manche Institute sich förmlich um gestellt haben und Forschungsarbeiten mit rein wissenschaftlichen Zielen, die ja meist auf lange Sicht eingerichtet fein müßen, zurück g e st e l l t werden zugunsten praktischer Gegenwartsprobleme. Andererseits sind unsere Institute gezwungen, sich durch besondere Sparmaßnahmen zu helfen. Sie verlängern bie Serien, um Heizung, Gas unb Beleuchtung zu sparen. Alle Institute arbeiten mit halber Kraft. Es kann nicht geleugnet werden, daß diese Wirt- schaftsnot der Wissenschaft heute schon zu einer Gefahr geworden ist. Der Gefahr nämlich, daß uns die finanziell zum Teil weit besser gestellten Auslandinstitute überflügeln. Wenn auch natürlich heute das Ausland — selbst Amerika — ebenso wie wir unter ber Wirtschaftskrise leidet, so sind dort immerhin Privat st iftungen aus früherer Zeit vorhanden, von einer Höhe, wie wir sie nie gekannt haben. Bei uns hat von jeher der Staat die Funktion der Privatinitiative gegenüber ber wissenschaftlichen Forschung ausüben müssen, unb heute fehlt uns bie Hilfe ber Pri - vatwirtscha ft. Das Interesse und die Jnitia- tioe des (Einzelnen, bie sind es, deren wir in Zeiten ber Not bedürfen." So bemüht sich zwar die deutsche Forschung, den Faden zu den ewigen Dingen der reinen Erkenntnis nicht abreißen zu lassen, aber dieser Faden ist sehr, sehr dünn geworden, eine Folge der schwierigen Lage ber Wissenschaft in der Krise. Staat unb Wirtschaft müssen sich immer wieder die Folgen vor Augen halten, die ein weiteres Abschnüren ber finanziellen Grundlagen für die Forschung unb damit wieder für Wirtschaft und Kultur des deutschen Volkes fraben müßte. eine große Kugel ist unb die Sonne nach ihrem Untergang allemal unten durchläuft, um vorne wie- der aufgehen zu können. Der alte Schulmeister sprach noch von viel ungeheuerlicheren Dingen — aber wer glaubt's! Daß aber am Neujahrstag dieselbe Sonne Mieder aufging, die am Silvestertage untergegangen war, das wollte dem Buben nicht einleuchten, ober vielmehr, er mochte sich's nicht einleuchten lassen, weil er für’s nächste Jahr durchaus eine neue Sonne haben wollte. Er dachte sich die Welt überhaupt nie, wie sie war, sie war, wie e r sie dachte. Damit war er stets Herr der Situation unb ließ er denn am Neujahrsmorgen eine junge Sonne aufgehen, an die er alle Hoffnung unb Liebe hängte, wie man sie an ein gesundes Kind zu hängen pflegt. Wo zitternde Liebe unb bange Hoffnung mit» spielt, da wird alles« deutsam. Der Mensch schaut aus, horcht aus nach Zeichen. Das Knistern der Kohlen im Ofen, das Miauen der Katze, die Formen des gegossenen Bleies, das erste Begegnen am Neujahrsmorgen, alles spricht von der Zukunft — wer's verstünde! Da ist der Mensch geneigt, das verhüllte Schicksal zu bestechen mit Wohltaten. An solchen Tagen steigt kein Armer vergeblich über die Schwelle. Also kommen die Neujahrswiinscher und Christkindlbeter, armer Leute Kinder, die vor den Haustüren ihre Sprüche aufsagen und dafür kleine * Gaben einsacken. Beim Festgottesdienst in der Kirche sieht man selten so andächtig beten als am Neujahrstage. Die armen Menschen, sie zittern vor der Zeit. Wenn heute ein Sarg oorübergetragen wird am Fenster, so wendet man sich rasch ab unb will nichts gesehen haben. Wenn uns ein munteres Knäblein begegnet, so nehmen wir's gar freundlich am Händchen. Das Schicksal wollen wir uns zum Freunde machen, denn wir bangen. Aber bange fein sollten wir nicht, wir sollten freudig sein. Der Herr der Zeiten hebt die Sonne höher von Tag zu Tag und läßt sie hinfliegen über Winter und Sommer, über Wiege unb Sarg. Das irbische Jahr mit all feinem Wandel, nichts bedeutet es vor Gottes Ewigkeit, der nur eines gewachsen ist, nur eines standhält: die unsterbliche Seele des Menschen. wandte sich mit scharfen Worten gegen den in unseren Tagen blühenden Erdstrahlenunfug. Es sei unerhört, daß mit diesem Schwindel die Unwissenheit unb oft sogar die wirtschaftliche Not des Volkes ausgenutzt werde: Zu den Erscheinungen der angeblichen Wissenschaftskrise werden immer wieder bie neuen Theorien und Methoden ber naturwissenschaftlichen Forschung gerechnet. Das Kausalitäts- Prinzip gilt als erschüttert: aus den Erkenntnissen der Relativitätstheorie wird eine Relativität allen Wissens abgeleitet. Insbesondere scheint sich eine Sterbenden zusähe bei seinen letzten Atemzügen. Man wünscht, daß es zu Ende wäre und will ihn doch nicht scheiden lassen. Noch ein Atemzug unb noch einer. Nun schlägt die Uhr. Es ist aus — Es geht an! Hat's nicht einen Schnalzer gemacht irgendwo im Himmel? Oder geht die Uhr vor oder nach, daß man den Sprung über den Abgrund nicht gewahr wurde? Ich dachte: In Gottes Namen, jetzt ist das neue Jahr! Unb legte mich auf's andere Ohr. Nun schlafen! Die ersten Stunden des neuen Jahres gehören dem Traume. Vielleicht kann er weissagen. Verlangend unb bangenb starren wir vor uns hin in solchen Stunden, aber mächtig unb geheimnisvoll ist die neue Straße, auf die wir mit ober gegen unseren Willen geworfen wurden. In einer Neujahrsnacht sah der Waldbauernbub ein Märchen. Es war ein seltsames, freudvolles, leidvolles, ehrenreiches, dornenreiches, köstliches Leben — es war meine Zukunft. Als ich mitten heraus erwachte, hatte ich die ruhige Ueberzeugung, daß es wirklich so kommen würde. Die Knabenseele war zu romantisch veranlagt, als daß sie sich darüber besonders aufgeregt hätte. Nun, und wie war dann der Neujahrsmorgen? Die Fensterscheiben hatten geradeso ihre silbernen Gärten wie an anderen Wintertagen, die Sonne ging gerade so trübrot unb träge auf, sie kroch ge- rabefo kraftlos über die kahle Esche hin, kam geradeso spät zu den Fichtenwipfeln unb ging ebenso schläfrig unb zeitig zu Bette. Unb doch, dem einfältigen Knaben war es eine andere Sonne. Gestern konnte sie nicht empor, weil sie eine alte Frau war, heute kann sie nicht, weil sie noch ein schwaches Kind ist. Die Sonne hatte dem Buben überhaupt schon Gedanken gemacht. „Vater, wie ift denn das, daß alle Tage eine Sonne aufgeht üoer dem Wechsel- gebirg?" Unb der Vater: „Das ist Allmacht Gottes." „Muß der liebe Gott aber viele Sonnen haben!" Denn es war nicht denkbar, daß dieselbe Sonne, die heute vorne auf- unb hinten hinabgeht, morgen roieber vorne ausgehen könne. Man sah sie ja nicht umkehren; unb selbst wenn sie währenb der Nacht hinter den Bergen zurückschlich bis zum Wechselgebirge, mußte sie der Schein verraten, wenn sie nicht etwa eine Lederkapuze aufhat wie der Nachtwächter. So schalkhaft hatte der Waldbauernbub gedacht, bis ec in Erfahrung brachte, daß die Erde Bei einer Krankheit pflegt der Eintritt ber Krise meist der Uebergang zur Gesundung zu fein. Sie Krise, von ber unser wirtschaftliches und geistiges Leben gegenwärtig betroffen ift, scheint uns jedoch bie Kran >heit selbst zu sein. Ein gefährlicher Irrtum, ber dazu verführt, über ben Symptomen b i e Ursachen zu übersehen. Darum geht auch das meiste, was über die Krise ber Wirtschaft, die Krise der Wissenschaft oder die Krise der Kunst gesagt wird, an den eigentlichen Problemen vorbei. Wir wissen nicht einmal genau, was wir unter Krise verstehen wollen. Der eine erschrickt vor dem Sturz überkommener Weltanschauung, der andere sieht die Revolution im Zerbrechen von Kunstformen, der dritte empfindet- nur die wirtschaftliche Not, und alle sprechen von „d e r" Krise. Wohin man sich wendet, scheint Unsicherheit, Verwirrung, Richtungs- losigkeit zu herrschen. Selbst ber Wissenschaft, der Hüterin ewiger Gesetze unb ewiger Weisheiten, sagt man nach, sie sei ber Krise verfallen. Freilich benkt die Wissenschaft selbst darüber ein wenig anbers. Sie weiß, baß es der ewigen Weisheiten nur wenige gibt und wenn Wandlung der Forschungsmethoden unb Umsturz überholter Erkenntnisse Krise heißen soll, bann ist die Geschichte der Wissenschaften eine Geschichte ber Krise. Es ist beruhigend unb befreiend, einen Mann der deutschen Forschung, ber länger als ein Menschenalter bie Entwicklung seiner Wissenschaft entscheidend mitbestimmt hat, über seine Auffassung ber heutigen Situation zu hören. Geheimrat Planck, ber berühmte Physiker, sieht Gefahren nur außerhalb der Forschung. Weg unb Ziel der Wissenschaft haben sich nicht geändert. — Das, was man so oft /rSrife der Wissenschaft" nennt, hält Planck für etwas anderes: „Man hat in ber nunmehr vergangenen Epoche zu viel von ber Wissenschaft verlangt. Man wollte sie — es sei nur an die Bestrebungen des Monismus erinnert — an die Stelle der Religion setzen. Man bemühte sich, alle seelischen Dinge aus körperlichen herzuleiten. Aber die Wissenschaft befriedigt nicht ben sittlichen Willen: sie allein kann nicht Weltanschauung fein. Mit dieser Erkenntnis hat die Wissenschaft viel von ihrem Nimbus verloren. Weil sie nicht alles geben konnte, was man von ihr erwartete, macht sich nun überall Grenzen unseres Wissens vergißt man oft die geheuten Erfolge, die ber Forschung gerade in den letzten Jahrzehnten beschieden gewesen sind. Die großen Leistungen der chemischen Industrie, Technik, Rundfunk, Fernsehen, alles das sind ja sichtbare Leistungen der Wissenschaft." Es liegt nabe, auch den Aberglauben unserer Zeit, ber bei Astrologen, Hellsehern, Handlesern und religiösen Seiten reichliche Nahrung findet, aus ähnlichen Ursachen abzuleiten: Aus einem Verzweifeln an der Wissenschaft. Planck sieht aber noch eine andere Ursache in mangelnder Gründlichkeit ber Bildung. Geheim rat Planck Die ganze Stadt spricht von F.P.1 Morgen Sonntag ab 3 Uhr. 9348 C Lichtspielhaus 9-280 gesegnetes neues Jahr! 9172 V 933; A Meiste Hans im Glück SCHUHHAUS Gießen, „Stadt-Kaffee 9287 A 07570 Gießen, Ebelstraße 16 9332 D INSERATEN-ANNAHME 9222 D Gießen 9327 D 921 A ein gÄckliches neues Jahr! 930 'v Schriftleitung und Verlag des Gießener Anzeigers Unserer verehrten Kundschaft die besten Glückwünsche z. neuen Jahr 5. ünb mit kleinen Inseraten, Don dem Heimatblatt beraten. Hat er Kunden viel gewonnen. All sein Kummer ist zerronnen. Meister Hans zu eigen > at. Gr ist fle.ßig, er ist b lliq Und zu jeder Arbeit willig. Allen Lesern, Mitarbeitern und Freunden des Gießener Anzeigers wünschen wir ein mH HANS ALBERS. Täglich, auch heute S.lvester, 4, 6 und 8.30 Unr. 2. Doch wie sehr er sich auch quält. Gute Oaucrkundfckmst fehlt Weil die Werkstatt schlecht gelegen. Abseits ist von guten Wegen. Gießen / Plockstraße 16 STOFFSPEZIALHAUS Unserer werten Kundschaft sowie unseren Gästen, Freunden u. Bekannten ein glückliches neues Jahr! Heinrich Faulstich und Frau Wirtschaft und Metzgerei -221V Unserer werten Kundschaft, allen Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr! Herzliche Neujahrswünsche allen Kunden, Freunden und Bekannten Meiner Kundschaft, allen Freunden und Bekannten beste Neujahrswünsche! Brühl'sche Aniversitäts-Buch° u. Steindruckerei, R. Lange, Gießen .................. 9,730 Familie Kunz, Metzgerei, Bleichstraße 29 9251 D ^7] Konsum-Verein Gießen und Umgegend e. G. m. b. jo. Wilh. Dippel und Familie Bäckerei, Erednerstraße 34 .............. 9271 D 3. Schlaflos liegt er trum im Sette, Seufzt: Wenn ich doch Kunden hätte,- Äis er plötzlich hellauf lachte. Als er an die Zeitung dachte: Bäckerei Schomber und Sohn, Walltorstraße 9240 D Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten 4. Oest man doch in Süd und Norden Den ,(5. 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Unfern verehrlichen Mitgliedern besteGlückwünsche zumneuenIahre! Der Vorstand Photo- und Radio-Ruhl, Gießen Plockstraße 12 Jos. W. Doerrer u. Frau mit den besten Wünschen zur Jahreswende Herzlichen Glückwunsch zum Jahreswechsel allen Kunden, Freunden und Bekannten Ruhl & Fetzer, Bosch-Dienst, Gießen Schanzenstraße 3 Meiner werten Kundschaft sowie allen Freunden u. Gönnern ein glückliches neues Jahr! Herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel ; allen Kunden, Freunden und Bekannten Earl Sommer und Frau Herren- u. Knabcn-Konfektion. Spez.: Maßkonfektion ' Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Iahreswechsel! 9261 o L. Best und Frau, Vleichstr. 11 Hans Götz Sperren- und Damenfrisiersalon Afterweg 1 Frankfurter Straße Telephon 3762 Ein glückliches neues Jahr verbunden mit dem herzlichsten Dank für das meinem Hause im vergangenen Jahr entgegengebrachte Vertrauen wünsche ich allen meinen Kunden Allen Geschäftsfteundenu. 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Magnus Becker imd Familie Kohlen- und Lolzhandlung, Plockstraße 8 Meyer im Schuh ruft seiner Kundschaft w.a Prosit Neujahr,», Ein glückliches t neuer Jahr H. Pfeiffer, Gießen, Wolkengaffe 16 Schuhmachermeister und Schuhhandlung f290D SCHIIIUCKER 6 IE 5 S E n Familie Heinrich Dippe! Gastwirtschaft 9220 0 Unserer werten Kundschaft, Ver- wandten, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Cafe und Konditorei Haas Neuenweg 2 9249 0 -r N 1. Güte Auto-lTanlOWerkstatt Men werten KOI Gießen- Famili Bäckerei,Kondit Meiner wetten sowie allen Frc ein glücklic Leinrich G Restaurant, Klir Die herzlich zum n Wilh.Lappei I Af Unseren wetten | herzlicher I &um m Ernst Lebs Restaurc I Gießen, Fral ................. .................»H, herzliche I MIa! allen unseren we Freunden Carl M Frei '""den t ein Uferen besten runi 3tt Leyde 6d)leifetci, <3 Metzgerei u Kai| Werter Meiner werte Freunden herzliche M ne Äatl Ättling, 6|,en9ktetu gliche ( Nneu Mhutant, oe^L ve/te/wzen jcunae*v w\a> vwwe/ißA WcLUAeA KÖHLER Gießen • Seltersweg 17 8297a WMMIMMSMMWD Unseren werten Gästen und Gönnern ein glückliches neues Jahr! Heinrich Greilich und Frau Restaurant „Zum Gambrinus" Klinikstraße 21 9292 D Meiner werten Kundschaft u. Gästen sowie allen Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Familie Karl Haas Bäckerei,Konditorei,Cafe,Bleichstr.21 .......... . 92~>0D Die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Wilh. Happel, Fahrradhandlung Asterweg 3 9246 d Unseren werten Gästen und Gönnern herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr! Ernst Hebstreit und Frau Restauration und Cafe Gießen, Frankfurter Straße 66 9291 D Herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel t allen unseren werten Gästen, Kunden, Freunden und Bekannten | Earl Heckmann u. Frau Metzgerei und Gastwirtschaft Kaiserallee 32 <■2540 Meiner werten Kundschaft sowie Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum neuen Zahr! J Karl Herling, Marktstraße 12 Spenglerei und Installation Herzliche Glückwünsche zum neuen Fahre! Leopold Herr und Frau r Restaurant „Zum Krokodil" | ,,,......... ,9326p, J j Die besten Glückwünsche r zum Jahreswechsel Otto Heyder und Familie I Schleiferei, Wchsteinstraße 12 ,.r...........iiiiii-.*‘iiiii‘......... .9245D t Unseren werten Kunden, Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Willy Hoelters und Frau Bäckerei, Konditorei und Cafs ............ 9268D J Herzlichen Glückwunsch -um Jahreswechsel! Metzgerei Jakob, Friedrichstraße Prosit Neujahr! Zum Jahreswechsel die besten Wünsche E. Klug und Angehörige vormals A. F. Elbert Spezialgeschäft für Qualitäts-Obst und Frisch-Gemüse, Neuenweg 18 ......... 07571 Unserer werten Kundschaft sowie allen Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Zahr I L.Kronenberg,Väckermstr.,u. Frau Gießen, Löwengasse 23 9 20D Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel! K a r l K r u g, Mehgermstr., u. F a m. Marktplatz 23, Telephon 3472 9243 D Unserer werten Kundschaft, Gästen, Nachbarn, Freunden u. Bekannten herzlichen Glückwunsch zum Jahreswechsel! Gustav Laichinger und Familie Restaurant „Zum Graf Zeppelin" Wilhelmftraße 49 «265 D Meiner Kundschaft, allen Freunden und Bekannten die besten Neujahrswünsche! Bäckerei Lange, Neustadt 37 9221 D Unseren werten Kunden sowie Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahre! »3220 Milchhandlung Wilh. Lecke und Familie Gießen Steinberg Ludwigsplah 8 bei Gießen Ein glückliches neues Jahr wünscht Heinrich Lich, Installation 9242 D Herzliche Glückwünsche zum neuen Jahr! Lichtspielhaus Astoria-Lichtspiele 9348 D Unserer werten Kundschaft von Gießen und Umgegend sowie allen Bekannten ein kräftiges Prosit Neujahr! Wühelm Michel und Frau Walltorstraße 71 9241 D Meinen werten Kunden und Gästen die besten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Robert Nohl und Frau Gastwirtschaft u. Metzgerei, Ederstr. 6 9304 V Unserer werten Kundschaft, allen Freunden und Bekannten wünschen wir ein glückliches neues Jahr! Neils & Kraft 9293 D ein glückliches neues Jahr! 9321 D Frau 9256 D L Mittelweg 7 Unseren werten Gästen und Kunden Albach D ein frohes neues Jahr! Arlendorf-Lahn 9319 D Annerod Llnseren werten Gästen, Freunden und Bekannten Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! W. Schmid und Frau Zum Vraustübel", Wolkengasse Unserer werten Kundschaft und Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Familie Runzheimer Zur Stadt Wetzlar", Ludwigstr. 55 5270 V Otto Nahnefeld und Cafe Leib Telephon 4244 926- v Unseren werten Kunden, Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Ein frohes Neujahr ihren werten Gästen und Freunden Meiner werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Meiner werten Kundschaft ein glückliches neues Jahr! Heinrich Keiner Eisenwarengroßhandlung Allendorf a. d. Lahn / Gießen 9078 D Unseren werten Kunden, Freunden und Bekannten ein recht fröhliches neues Jahr! Weinstube und Kolonialwarenhandlung Fritz Seibel und Frau 925 Franz Soldan und Frau Restaurant zum schwarzen Walfisch Seltersweg 50 Unseren werten Gästen und Bekannten Ein glückliches neues Jahr wünscht Konrad Völzing und Familie Schuhmachermeister, Franks. Str. 13 266 o Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die herzl. Glückwünsche z. neuen Zahr 1 Paul Wenz Bäckerei, Konditorei, Cafe, Lich. Str. 29 9-94 V ttnsererwertenKundschaft,Gästen und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Karl Wallbott und Familie Metzgerei u.Wirtschaft, Annerod Fernsprecher 2490, Amt Gießen 9156 V Wilhelm Rebhuth und Familie Seilerei, Rodheimer Straße 56/58 92'0 v die besten Neujahrswünsche! Prosit Neujahr! Meinen werten Gästen, Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum neuen Zahre! Hans Schmitz „Zum Bentilche", Sonnenstraße 13 9259 D Ein gesegnetes neues Jahr wünschen ihren Gästen, Freunden und Bekannten Franz Meinhardt u. Famllie „Kühler Grund", Neuen Bäue 5 9247 D Unseren werten Kunden, Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahre! Hermann Bogel und Frau Schuhmachermeister Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Ludwig Weber und Frau Krofdorfer Straße 30 93330 Unserer werten Kundschaft sowie : Freunden und Bekannten »2240; ein glückliches neues Jahr! ; Karl Paul und Familie Bäckereiu.Konditorei,Bahnhofstr. 64 ; Meiner werten Kundschaft und allen Bekannten ein glückliches neues Jahr! Emil Schwalb Milchhandlung, Albach 9174 D Unseren werten Kunden, Freunden, Verwandten und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Jakob Schupp und Famllie Fahrradhandlung 92190 Bahnhofstraße 29 und Steinstraße 38 Herzlichen Glückwunsch zum neuen Zahr! Prosit Neujahr! Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzl. Glückwunsch zum neuen Jahr! Fa. Zean Weisel Mineralwasser-Großhandlung Sonnenstraße 6 92390 Familie Gustav Stephan Metzgerei und Gastwirtschaft Stcinstraße 76 9093D Ludwig Reuß und Familie Bäckerei, Konditorei und Cafe Seltersweg 46 9272 o Familie Gustav Müller Bäckerei, Konditorei und Cafe Kaiserallee 22 92520 Friedrich Nau Schlossermeister r216O Unseren werten Gästen, Kunden u. Bekannten ein glückliches neues Jahr! Karl Will und Familie Caft utü> Restauration 9155D „Anneröder Mühle" Daubringen I Zum Jahreswechsel die besten Glückwünsche! Karl Vraun und Familie I Maßschuhmacherei, Daubringen ...........9161 D I Meiner werten Kundschaft die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Z. Pfeiffer, Markenmilchbetrieb Lofgut Leibertshausen bei Gießen .......... I Ein glückliches neues Jahr wünscht Ludwig Weimer und Familie 1 Gastwirtschaft und Metzgerei Daubringen 91620 | Fellingshausen I Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Zahr! Heinrich Haus, Gastwirtschaft Fellingshausen 91280 Meiner werten Kundschaft sowie meinen Gästen die besten Glückwünsche zum neuen Jahr! Phil. Weber XI., Fellingshausen Gastwirtschaft und Metzgerei 9127D Garbenleich Unseren werten Gästen, Verwandten und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! Peter Becker und Famllie „Zum kühlen Grund", Garbenteich 9089D Unserer werten Kundschaft, Gästen, Freunden ».Bekannten wünschen wir ein glückliches neues Jahr! Familie Heinrich Lotz Metzgerei u. Wirtschaft, Garbenteich 90'8 0 Gleiberg Die besten Wünsche fürs neue Zahr! Burg Gleiberg Restauration Niebergall r 9'98 0 ! Großen-Buseck | Unserer werten Kundschaft, Ver- | wandten, Freunden und Bekannten r ein glückliches neues Jahr! | Otto Neuter und Familie I Bäckerei, Gr.-Vuseck ♦ 9153D r Großen-Linden Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Zahre I Heinrich Krahl und Frau Brot- u. Feinbäckerei, Großen-Linden 9084 0 Unserer werten Kundschaft, Freunden u. Bekannten Gottes Segen wünscht zum neuen Jahre! Heinrich Leun V. und Frau Metzgerei, Großen-Linden 9082D Unseren werten Gästen, Verwandten und Bekannten ein glückliches neues Jahr! 55einr. Menges Wwe. u. Familie Gastl). „Zum Ritter", Großen-Linden 9 83 0 Unseren werten Kunden, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Nagel und Clauß Strumpf- u. Wäschehaus, Gr.-Linden 9081 o Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Zahre! Philipp Schaum u. Familie Gastwirtschaft, Großen-Linden 9 rr v Heuchelheim Wünsche meiner verehrten Kundschaft sowie allen Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! August Menges und Frau Schuhwaren, Leuchelheim 07590 Klem-Lmden Meiner werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Heinrich Adolph, Kl.--Linden Zigarren, Zigaretten, Tabak, Kolonialwaren 07569 Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Zahre! Schneidermeister Ed. Bieker Klein-Linden Unseren werten Kunden, Freunden, Verwandten und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Karl hinterlang jun. u. Familie Metzgerei Klein-Linden, Wetzlarer Stt. 20 91240 Die besten Glückwünsche zum neuen Jahr! 9126D Pauly, Geometer II. Kl., und Frau Maria Pauly Gastwirtschaft, Klein-Linden Unserer werten Kundschaft, Ver- wandten und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel! Friedrich Stein und Familie Brot- und Feinbäckerei, Klein-Lindcn 908 । o Prosit Neujahr! August Weller Turnerheim, Klein-Linden 91250 Ein glückliches neues Jahr Wünscht 91230 Fritz Weller, Schuhmachermstr. Klein-Linden, Lühellindener Stt. 12 Meinen verehrten Geschäftsfreunden ein glückliches neues Jahr! Albert Manns jun., Kl.--Linden Tabakwaren-Spezialgeschäft ___________Ir........- -n, rTiMK? Lang-Göns Unserer werten Kundschaft, Ver- | wandten, Freunden und Bekannten | ein glückliches neues Jahr! ! Wilh. Müller IV. und Familie I Gemischtwarengeschäft, Lang-Göns 11 r-TTtr,.............. 9085 0, l I | Mddingshausen 9202 0 Staufenberg ein glückliches neues Jahr! 9201 0 Launsbach Lich Steinbach ein glückliches neues Jahr! 91830 Lollar Fam. Georg Beierdörffer, Lollar Nordeck Ihren werten Gästen u. Gönnern Nodheim a. d. B 0: 91290 Rödgen Rödgen 9157 0 Hermann Stein u. Famllie Metzgerei und Gastwirtschaft, Lich Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! 9296 0 Wilh. Wörner u. Familie, Lollar Unseren werten Kunden, Gästen, Verwandten und Bekannten Unserer wertenKundschaft,Gästen, Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahre! ein recht fröhliches neues Jahr! Unserer werten Kundschaft, Freunden u. Bekannten wünschen wir ein glückliches neues Jahr! herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahre! Meiner werten Kundschaft sowie Freunden, Verwandten u. Bekannten herzlichen Glückwunsch . zum neuen Jahr! Familie I. Bechtold Metzgerei und Wirtschaft Rodheim a. d. Bieber Unserer werten Kundschaft, Ver- wandten, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Karl Schmidt IV. und Familie Milchhandlung und Gastwirtschaft Ihren werten Gästen und Gönnern die besten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Unserer werten Kundschaft, Verwandten und Bekannten Wilhelm Weitzel Wwe. Inh.: Hugo Weitzel und Frau Brot- und Feinbäckerei, Lang-Göns 9086 0 Familie Carl Volkmann i Lollar, Metzgerei und Gastwirtschaft : 9206 d: Unserer werten Kundschaft, Gästen, Freunden u. Bekannten wünschen wir ein gesegnetes neues Jahr! Georg Sommer VI. u. Familie Metzgerei und Gastwirtschaft „Zum Löwen", Watzenborn 9176o Unserer werten Kundschaft, Gästen, Freunden und Bekannten herzl. GlückwünschezumIahreswechsel Familie Louis Geißler II. Gastwirtschaft, Staufenberg . 9I59D Unseren werten Kunden, Gästen, Ver- wandten, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Ludwig Hofmann VI. u. Fam. Gastwirtschaft und Metzgerei, Lollar ......... 92950 Famllie Peter Hahn Milchhandlung, Steinbach 91540 Unserer werten Kundschaft, Verwandten und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Ludwig Steinmüller u. Familie Brot- und Feinbäckerei, Lang-Göns 9087 0 die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Unseren werten Kunden, Gästen, Ver- wandten und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Meiner werten Kundschaft, Verwandten und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Ludwig Wagner u. Familie Tabakfabrikate, Launsbach 9132 0 Unseren werten Kunden, Verwandten, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Ludwig Dietz und Familie Milchhandlung, Staufenberg 9 3 02 0 herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr! Konrad Moos und Familie Metzgerei u. Gastwirtschaft Lollar Meiner werten j^undschaft, Freunden u. Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Jahre! 9096 o Karl Wallbott I. und Familie Elektto-Installationögesch., Steinberg Heinrich Hofmann u. Fam. Lollar Gasthaus „Zur £inbe" und Tabakwaren-Großhandlung 9210 Ein fröhliches neues Jahr wünscht seiner treuen Kundschaft und allen Bekannten Karl Wagner und Frau Mastschuhmachermeister Lollar und Daubringen 92040 Karl Espich und Frau Lollar Möbelhaus, Daubringer Str. 21 92050 Unseren werten Kunden, Verwandten, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Valth. Grebe und Familie Milchhandlung, Nordeck 9092 0 Karl A. Müller und Frau Lollar Unserer werten Kundschaft, sowie Freunden und Bekannten die besten Wünsche zum neuen Jahre! Kaspar Pfeiff und Familie Milchhandlung, Nordeck ... 90900 Ein glückliches neues Jahr wünscht Ludwig Bierau und Familie Burg Staufenberg Am Silvester Tanz 91630 Unserer werten Kundschaft, Ver- wandten, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Heinrich Amend und Familie Milchhandlung, Nordeck g g| d Ludwig Häuser und Frau Bäckerei, Steinberg 90950 herzliche Glückwünsche zum neuen Jahre! Rudolf Süstmuth und Frau Bäckerei, Steinberg 9094 D Unserer werten Kundschaft, Gästen, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Jahr! Familie Paulus Gerhard I. Metzgerei und Gastwirtschaft „Zum Ritter", Steinbach 91530 Die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! 9208 o Karl Hofmann II. und Familie Lollar, „Zum Deutschen Laus" Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten 92030 ein glückliches neues Jahr! Ein glückliches neues Jahr \ wünscht Ludwig Hahn II. und Familie | Gastwirtschaft „Zum Einhorn" und | Metzgerei, Steinbach I | Uns. wert. Kundschaft u. Bekannten I I ein glückliches neues Jahr! r Familie Karl Schmandt III. I Spenglerei, Install., Elektr. Licht- u. i Kraftanl., Zentralheizung., Steinberg X ................. 91-70 | Unseren werten Kunden, Verwandten, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Fam. Ludwig Loth, Milchhandl. Rüddingshausen 92570 Heinrich hettche u. Familie Gastwirtschaft „Zum Schwan" Lollar, Neujahr 1933 92090 Unserer werten Kundschaft, Der- wandten, Freunden und Bekannten ■ die herzlichsten Glückwünsche i zum neuen Jahre! Georg Kreipl und Famllie : Bäckerei, Lollar 9207 0 Unseren werten Gästen, Verwandten und Bekannten ; die herzlichsten Glückwünsche ; zum neuen Jahre! K. Petrasch, Lollar Wirtschaft„ZurVergschenke" : Lauptftraste 173 9211 d: Watzenborn-Steinberg Ein glückliches neues Jahr i wünscht Fam. Georg Buß II., Metzgerei j Watzenborn 917,0 i Wieseck ~~| herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel! Heinrich Braun u. Familie Gastwirtschaft u. Metzgerei, Wieseck und Gießen, Frankfurter Straße ................. 91990 Die besten Wünsche , zum neuen Jahr! Familie Wilhelm Dorfeld und Karl Schwalb, Wieseck Am Neujahrstag Tanzmusik mit Humorist. Einlage .................. 9I81D Meinen werten Kunden, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Adam Döbus und Familie Gastwirtsch.„ZurGermania",Wieseck '289 0 Unserer verehrten Kundschaft, Gästen, Verwandten und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! 91800 Otto Haas und Familie Mehgereiu.Wtrtsch.,Wieseck,Alicestr. Die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! Familie Heinrich hormann Gastwirtschaft „Zum kühlen Grund", Wieseck Am 1. Januar Tanz erstklassige Jazzkapelle. 92880 Unserer werttn Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Famllie Karl Lein Brot- und Feinbäckerei, Wieseck .... 91790 Prosit Neujahr! Wiesecker Lichtspiele 9200 0 Unserer werten Kundschaft, Ver- wandten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Fam. Karl Stark, Sattlermeister Wieseck 91020 Unserer wetten Kundschaft, Ver- wandten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Familie Gustav Weller Brot- und Feinbäckerei, Wieseck 9'78 D ................. ....... Weüersburg Frohes neues Jahr wünscht allen Gästen, Freunden und Bekannten Familie Weller 1. Januar, von 4 Ahr nachmittags: Tanz 93250 Wißmar Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Wichelm Leib und Familie Gastwirtschaft, Wißmar 9,990 Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! 9181 0 Hermann Allrick) und Familie Brot- und Feinbäckerei, Wißmar Ks «in «#*x SÄ •’S * L dunklen » 6s wäre „Allen G' len', Mb n:d)t g* WSw'.NkN Ei«»* sch jung des ergebnes Nea! den h ]af)R5 sehor WfchreSci legi, ohne Mar Hom M der? lcistung sur nur bei d« sind W zeigen zu fommuno ihr die gesa Mriedskrast mische Prive leidend v Stobt Gieße Zwar könne? obödgenben noch daraus finanziellen ten nicht zu Bennögensw doskhen. Bei gebart sür: Man konnte durch Einwi Gießener Jahws 1932 Wicklung der den Gießene eine Mind Mark durck Ueberwch'unx Dagegen kan sriedigung si Grundlage a her im groß entwickelt ha die Erträgni 'M gesetzt« meint, die 5 ziellen und nur wenig, i Einsluß der in der Mrtsi ierlassen, ode das an sich nnd zweckma Gomsinwesen daß der voll! '.n den ffi CoPyright b 19 fortiffiun »Tluchendsi «nbe A 5 lleberrasih .Daj hij Tcheu sch -Ner J Uiichschlo 5 «nen ( S-tooid hOyvden tDfii SU" Ä Ä? & & st Ä Vifc- iS Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr.Z«8 Drittes Blatt Gießen an der Jahreswende 1932/33. gn wenigen Stunden sinkt das Jahr 1932 in die ElMgteit hinab. Ein Jahr voll größter Sorge und schwerer Kämpfe geht damit von dem deulichen Volke. Millionen von deutschen Volksgenossen haben im Verlaufe dieses Notjahres leider keine Verbesserung ihrer Wirtschaftslage erfahren: für die Gesamtheit ist es ein neues Glied in der Kette der dunklen Mst.ogsjahre unseres Volkes geworden. Es wäre aber verkehrt, den Mut sinken und die Hoffnung auf eine bessere Zeit schwinden zu lassen. „21 l le n Gewalten zum Trotz sich erhalten", muß in dieser Stunde des Jahreswechsels nicht nur vom Standpunkt des gemeinsamen deutschen Schicksals aus, sondern auch unter dem Gesichtswinkel des Hcimatbezirks maßgebend für die w itere Wirksamkeit bleiben. Diese Richtschnur muß sich bcson'ders der Kommunalpolitiker bei der Prüfung des kommunalpolitifchen Jahres- ergebniffes von 1932 vor Augen halten. Nie allgemeine Verwaltung der Stadt. Zu'den Hauptleidtragenden dieses Notjahres gehören unzweifelhaft bi« Gemeinden. Auf ihre Schultern wurden immer neue Lasten gelegt, ohne Ausgleich in Gestalt erhöhter Einnahmen. Zwar hörte man oft schöne Worte über die Bereitschaft der Reichs- und Länderregierungen zur Hilfeleistung für die Kommunen. Leider blieb es aber nur bei Liesen Worten. Hinsichtlich der Taten sind jetzt am Sch üsse des Jahres nur Fehlanzeigen zu erstatten. Daß bei d-isser Sachlage die kommunale F ino n z wi rt f cha f t und mit ihr die gesamten Funktionen der Kommune als Antriebskraft und Auftraggeber für die heimische Privatwirtschaft immer stärker notleidend wurden, liegt auf der Hand. Unsere Stadt Gießen macht davon leider keine Ausnahme. Zwar können wir dank der vorsichtigen und sorg'am obwägenden Führung unserer städtischen Geschäft« noch darauf Hinweisen, daß wir einen so großen finanziellen Notstand wie in vielen anderen Städten nicht zu verzeichnen haben und daß auch die Vermögenswerte unseres Gemeinwesens noch intakt dastehen. Der Stadtverwaltung und dem Stadtrat gebührt für diese weise Sorgfalt alle Anerkennung. Man konnte aber von hier aus nicht verhindern, daß durch Einwirkungen von oben her auch unser Gießener Finanzplon Lm Verlaufe des Jahres 1932 ein gehöriges Loch erhielt. Bei der Entwicklung ter gesamtdeutschen Finanzwirtschaft ist für den Gießener Stadtsäckel bis jetzt schon für 1932 eine Mindereinnahme von rund 70 000 Mark durch eine etwa 20prozentige Senkung ter Ueberweisungssteuern des Reiches zu verzeichnen. Dagegen kann man auf der anderen Seite mit Befriedigung sagen, daß die auf rein kommunaler Grundlage aufgebauton Einnohmevoranschläge bisher im großen und ganzen erwartungsgemäß sich entwickelt haben. Erfreulicherweise sind auch die auf die Erträgnisse unserer Wald- und Grundstückswirt- schaft gesetzten Hoffnungen im großen und ganzen zur Wirklichkeit geworden. Wer aber deswegen meint, die Stadt Gießen verspür« von den ftnan- ziellen und wirtschaftlichen Nöten dieser Zeit doch nur wenig, ter befindet sich im Irrtum. Unter dem Einfluß der allgemeinen deutschen Not mußte auch in der Wirtschaftsführung unserer Stadt vieles unterlassen, oder immer wieder zurückgestellt werden, das an sich drinylich für di« aktuellen Aufgaben und zweckmäßig für die Weiterentwickelung unseres Gemeinwesens ist. Wir erinnern z. B. nur daran, daß der vollkommen« Ausbau des S ch u l h o u s e s in den Eichgärten noch immer nicht möglich war, die Stadt sich vielmehr mit einer teilweisen Fertigstellung begnügen mußte, die es ermöglichen wird, von Ostern nächsten Jahres ab wenigstens einen Teil der neuen Schulräume dem Lehrbetrieb dienstbar zu machen. Wir weisen als Beispiel weiter darauf hin, daß auf dem Gebiete des Straßenbaues auch im Verlaufe tes scheidenden Jahres außerordentlich große Minuspunkte zu verzeichnen waren, da für die notwendigen umfangreicheren Arbeiten tes Strohenwesens e.nfach kein Geld verfügbar gemacht werden konnte. Vollständig ungewiß ist ferner, was mit dem Viehhofprojekt, der Gaswerkfrage, der Verwaltungskonzentration durch geschloffene Zusammenfassung aller Dienststellen in einem Gebäude (Rathaus- projekt) für absehbare Zeit geschehen soll. Das sind nur einige wenige Projekte, die nicht etwa städtische Liebhabereien, sondern unabweisbare Notwendigkeiten darstellen, ganz abgesehen von vielen kleineren Angelegenheiten für die Befriedigung von sachlich berechtigten Wünschen der Bürgerschaft. In der allgemeinen Verwaltung unserer Stadt sind also auch bei dieser Jahresbilanz zahlreiche Fehlanzeigen vorhanden. Nie städtischen Betriebe. Bei der Betrachtung der wichtigsten Spezialgebiete der städtischen Wirtschaft wendet sich der Blick naturgemäß zuerst den städtischen Betrieben zu. Die Not der Zeit ist auch hier überall fühlbar geworden. Das Elektrizitätswerk hat in diesem Jahre gegenüber dem Jahre 1931 eine Minderung derStromabgabe um etwa 8 Prozent zu verzeichnen. Die nutzbare Stromabgabe belief sich im Jahre 1932 auf insgesamt 7 919 865,5 Kilowattstunden, gegen 8 542 759.5 Kilowattstunden im Jahre 1931. Von dem Verbrauch entfallen im Stadt- und Ueberlandgebiet auf das erste Vierteljahr 1932 insgesamt 1 952 268,5 (1931 = 2 200 395,5), auf das zweite Vierteljahr 1 730 761,5 (1 857 214), auf das dritte Vierteljahr 1 926 700,5 (2 042 680,5), auf das vierte Vierteljahr 2 310 135 (2 442 469,5) Kilowattstunden. Die Wenigerabgabe an Strom beschränkt sich in der Hauptsache auf industrielle Abnehmer, während der Stromverbrauch der Kleinabnehmer eine Zunahme erfahren hat. Ein wertvolles Ergebnis enthüll die Jahresbilanz der Straßenbahn. Nach jahrelangem Bemühen gelang es nun endlich, die Straßenbahnverbindung von Gießen nach Wiefeck zu bauen; am 15. September 1932 wurde mit dem Bau der Strecke Marburger Straße—Wiefecker Weg bis zur Gießener Gemarkungsgrenze vor Wiefeck begonnen, die neue Teilstrecke konnte am 29. November in Betrieb genommen werden. Don diesem Tage ab wurde auch die etwa zwei Jahre lang still- aelegte Straßenbahn st recke durch d i e Bahnhofstraße und Markt st raße wieder in Betrieb genommen. Nach dem Vertragsabschluß mit der Gemeinde Wiefeck wurde am 18. November mit dem Weiterbau der Straßenbahn von der Gemarkungsgrenze bis zum Lindenplatz in Wiefeck begonnen, die Eröffnung dieser Endstrecke erfolgte am 22. Dezember 1932. Seitdem ist Wiefeck völlig an das Gießener Straßenbahnnetz angeschlos- fen. Unter der Einwirkung der Wirtschaftskrise ist auch der Verkehr auf der Straßenbahn nicht unerheblich zurückgegangen. Bis zum 28. Dezember wurden im Jahre 1932 insgesamt 1102161 Personen, gegen 1239080 Personen im Jahre 1931 auf der Straßenbahn befördert. Die Frequenz verteilt sich auf die Vierteljahre wie folgt: erstes Vierteljahr 1932 = 251894 Personen (1931 = 310 747), zweites Vierteljahr 273 870 (334 088), drittes Vierteljahr 281 412 (297 925), viertes Vierteljahr 294 985 Ikl!l«W 0010 W Roman von Margarete Ankelmann. Copyright by Martin Feuchttvanger, Halle (Saale) 19 ilortleRung Nachdruck verboten Fluchend schritt er den Gang entlang, an dessen Ende ihm Joe entgegenkam. lleberrascht fragte sie ihn: „*2öaß tust du hier, Titus?" Scheu sah er sich um, ehe er leise antwortete: „Dieser Doktor Richter ist schon in der Kabine, um sich schlafen zu legen. Das macht und natürlich einen Strich durch die Rechnung. Gerade heute, wo ich ihn sicher bei seiner Dulcinea aufgehoben wähnte. Er schien übrigens sehr verärgert zu sein. Ich weih natürlich nicht, was vorgefallen ist. Er ist ja immer sehr zugeknöpft und laßt sich auf keine Unterhaltungen ein. Aber — ich kann in meiner Kabine nichts mehr unternehmen. Wir müssen also die Schmucksachen in deinem Koffer unterbringen." „Komm, wir wollen gleich in meine Kabine gehen. Tie Tippmamsell wird ja vorläufig nicht kommen. Ihre spanischen und anderen Verehrer werden sie schon festhalten." Im nächsten Augenblick waren die beiden in der Kabine der Damen verschwunden. Joe zog einen mittelgroben Handkoffer hervor, der ein elegantes Reisenecessaire enthielt. Durch den Druck auf einen fast unsichtbaren Knops öffnete sich hinter diesem Wandteil ein Heiner Raum, den Titus und Joe gut zu gebrauchen wußten. Bald war er gefüllt mit allen möglichen Wertobjekten. Sie hatte an dem Abend in mehreren Kabinen noch gute Beute gemacht, und kostbare Schmuckgegenstände verschwanden in dem verborgenen Kofferfach. Dann wurde der Koffer wieder sorgfältig verschlossen. Die „Geschwister" sahen sich lachend an. Das sHien gut geglückt zu sein. Vor morgen mittag toürte wohl keiner der Schiffspassagiere einen Verlust bemerken. Der Dali würde sehr lange dauern, und die Schiffsgäste würden ermüdet sein und sich nicht mehr um ihr Gepäck kümmern. lind bis ihnen die Augen geöffnet, waren sie beide längst über alle Berge. Unauffällig kehrten Joe und Titus wieder zur Gesellschaft zurück... Es war schon sehr spät, als Magdalene und Joe ihre Kabine aufsuchten. Magdalene hatte jeden Tanz getanzt, war aus einem Arm in den anderen geflogen und war fröhlich gewesen in der Erwartung des kommenden Tages, der ihr das Glück bringen sollte. sie in ihrer Kabine waren, fragte Joe: „Wie geht es dir jetzt, Madelon? Bist du wieder ganz in Ordnung?" „Eigentlich ja, Joe! Ich hab' nur so ein dumpfes Gefühl im Kopfe. Vielleicht habe ich ein wenig zu viel getrunken." „Cs wäre vielleicht ganz gut, wenn du noch eine Tablette nehmen würdest. Du sollst ordentlich schlafen, damit du morgen frisch bist, wenn wir uns Barcelona ansehen." „Ich weiß noch nicht, ob ich da mitmache. Ich habe ein wenig viel gesehen in den letzten Tagen. Und es wird vielleicht zu anstrengend für mich s ein .. „Es wäre eigentlich schade, wenn du dir Bar-. celona nicht ansehen würdest, Madelon! Barcelona ist die schönste Stadt Spaniens: die solltest du dir nicht entgehen lassen." „Ich glaube aber doch, daß ich lieber auf dem Schiff bleibe. Cs wird besser für mich sein. Ich werde vielleicht später noch einmal nach Spanien kommen." „Dann bleiben wir also auf dem Schiff, Liebste! Du legst dich auf Deck und ich pflege dich. Titus hatte s ich zwar schon sehr auf Barcelona gefreut, und er wollte schon ganz früh mit uns los- ziehen. Run werde ich noch schnell zu ihm hin- übergehen und ihm sagen, daß er allein gehen soll." „Was fällt dir ein, Joe? Ratürlich gehst du mit deinem Bruder. Ich dulde es auf keinen Fall, daß du bei mir bleibst. Ich freue mich dann, wenn ihr mir abends alles erzählen könnt. Vielleicht fahre ich, toeim ich mich nachmittags wohl fühle, dann noch auf ein paar Stunden in die Stadt. Begleitung finde ich immer, wenn ich welche suche. Cs sind ja Leute genug da, die sich um mich kümmern. Und Schlafpulver werde ich lieber keines nehmen: ich denke, ich werde auch so gut schlafen. Aber wenn du mir noch ein Glas Wasser herübergeben wolltest; es wird mir gut tun nach dem vielen Sekt." Magdalene sah nicht, daß Joe einige Tropfen aus einer kleinen Flasche in das Wasser gab, das sie ihr jetzt herüberreichte. Sie war mit ihren Gedanken beschäftigt, die sich eifrig um August Richter drehten. Sie hatte gehofft, ihn noch einmal im Tanzsaal zu sehen. Er blieb indes den ganzen Abend über verschwunden. Obwohl sie jeden Tanz getanzt hatte, waren ihre Gedanken nicht einen Augenblick von August Richter losgekommen, und von dem, was sich am nächsten Tage ereignen würde. Es würde von morgen an endgültig aus sein mit Madelon Wintere. Magdalene Winter würde auferstehen und sich dem Manne offenbaren, den sie liebte und dem sie in sein kleines Dorf folgen wollte. Alles sollte er erfahren. Daß sie früher ein kleines Düromädel gewesen, daß sie durch das (296 320). Die FrequenzderStraßenbahn hat sich durch die schlechte Wirtschaftslage in diesem Jahre um etwa 12 v. H. gegenüber 1931 verringert. Man kann aber wohl annehmen, daß nach der Erweiterung nach Wiefeck sich die Frequenz durch stärkere Benutzung ter grünen Linie erhöhen wird. Das Gaswerk hat in dem Notjahre 1932 eine Verringerung der Gasabnahme auf 3 115 000 Kubikmeter aufzuweisen. Während im ersten Halbjahr der Rückgang sich ziemlich stark bemerkbar machte, war dies im zweiten Halbjahr nicht mehr der Fall, ja im Monat September wurde sogar, gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres, eine kleine Mehrabgabe an Gas erzielt. Die geringere Abnahme des Gasverbrauchs im letzten halben Jahre wird damit erklärt, daß die Wirtschaftslage sich etwas besserte und die für Koch- und Heizzwecke geschaffenen Gasgeräte immer mehr Eingang in die Haushaltungen fanden. Aehnliche Verhältnisse machten sich in der Gaslieferung nach Wiefeck geltend; hier betrug ter Jahresverbrauch 54 800 Kubikmeter. Zur Erzeugung des Gases wurden etwa 8000 Tonnen westfälische Kohle verbraucht, die zum Verkauf rund 4000 Tonnen Koks und rund 330 Tonnen leer als Nebenerzeugung ergaben. In der Ammoniakfabrik wurden 54 Tonnen schwefelsaures Ammoniak erzeugt. An Graphit fielen sechs Tonnen ab. Das Gasrohrnetz hat nachErweiterungen jetzt eine Länge von 57 300 Meter erreicht. Das Wasserwerk hat aus dem Pumpwerk Queckborn 2 345 000 Kubikmeter Wasser gegenüber 2 456000 Kubikmeter im Jahre 1931 gefördert. Der Zulauf aus den Brunnen- und Stollenanlagen im Gießener Stadtwald und bei Großen-Buseck betrug 155 000 Kubikmeter, so daß der Gesamtwafser- zulauf sich im abgelaufenen Jahre auf 2,5 Millionen Kubikmeter berechnet. Aus dem Gießener Wasserwerk erhielten Queckborn 23 587 Kubikmeter, Wieseck 16 963 Kubikmeter, Heuchelheim 65 564 Kubikmeter, Lindenstruth 4146 Kubikmeter und Klein-Linden 44 670 Kubikmeter Wasser. Das Wasserrohrnetz ist 122 300 Meter lang. Durch die Anlage des neuen rund 5000 Kubikmeter fassenden Wasserbehälters an der Straße nach Reiskirchen konnte der Wasserbedarf auch an den heißesten Tagen ohne jede Schwierigkeiten gedeckt werden. Das Volks bad wurde im scheidenden Jahre von 139 573 Badegästen, gegen 150 175 im Vorjahre besucht. Der Rückgang ist auf die ungünstige Wirtschaftslage und auf eine längere Schließung der Schwimmhalle wegen Erneuerungsarbeiten zurückzuführen. An Bädern wurden im Jahre 1932 verabreicht: Schwimmbäder 58 206 (1931 = 65 544), Wannenbäder 22 099 (25 728), Brausebäder 22 799 (22 010), Schulbäder 34 819 (34 843), Schwitzbäder 1650 (2050). Je Einwohner und Jahr gerechnet find 3,9 Bader verabreicht worden. Der Wasserverbrauch des Dolksbades belief sich 1932 auf 35 600 Kubikmeter, also je Bad auf 254 Liter. Nie Bautätigkeit. Erfreulicherweise hat die Bautätigkeit in Gießen im Jahre 1932 trotz der ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse ein verhältnismäßig günstiges Resultat gezeitigt. An reinen Wohnungsbauten wurden fertiggestellt bzw. bis zum Rohbau ausgeführt 20 Einfamilienhäuser, fünf Zweifamilienhäuser und zwei Fünf- familienhäuser, ferner die Kirche und das Wohnhaus der Reuapostolischen Gemeinde, das Pro- vinzialkinderheim am Alten Steinbacher Weg und das Eissporthaus in den Cichgärten. Sämtliche Bauten stellen, gerechnet nach dem Dauzustand am Schlüsse tes Jahres, einen Wert von etwa 375 000 Mark dar. An Um- und Aufbauten für Wohnzwecke wurden insgesamt zwölf Projekte ausgeführt, die einen Bauwert von rund 65 000 Mark darstellen. An Umbauten für gewerbliche Große Los plötzlich reich geworden war und darüber den Kopf verloren hatte. So terforen, daß sie beinah ihr Glück mit Füßen getreten und verscherzt hätte, wenn nicht die Liebe sie plötzlich überfallen und sehend gemacht hätte. „Was ist mit dir, Madelon, du siehst auf einmal so strahlend aus?" fragte Joe, die feit einer Weile erstaunt Magdalenes Gesicht beobachtete- „Ich träumte vom Glück!" antwortete Magdalene. „Dom Glück, das hoffenllich bald zu mir kommen wird!" Joe mußte sich abwenden» um den höhnischen Zug zu verbergen, ter um ihren Mund lag. Morgen würde die Welt anders aussehen für dieses dumme und leichtgläubige Geschöpf. Da würde sie nicht mehr vom Glück träumen, sondern zu einer rauhen Wirklichkeit erwachen. Dann sah sie Magdalene wieder an, ging auf sie zu, streichelte sie. „Jetzt ist es aber Zeit, daß du einschläfst. Es ist spät genug geworden. Hier, trinke noch einen Schluck Wasser. Und dann — gute Rächt!" Gehorsam trank Magdalene, reichte der Freundin die Hand, kehrte sich zur Seite. Bald überfiel sie eine bleierne Müdigkeit, und sie schlief fest und regungslos. Als Titus am anderen Morgen um sechs Uhr die Augen aufschlug, sah er zu seiner grenzenlosen Verwunderung, daß Doktor Richter fix und fertig angekleitet dastand. „Um Gottes willen, Herr Doktor, weshalb sind Sie schon so früh fertig?" fragte er erstaunt. „Ich will nach Barcelona, Herr van Jolliet!" „Sie haben wohl vor. den kleinsten Winkel der Stadt zu durchforschen, Herr Doktor, weil Sie sich schon so früh auf den Weg machen?" August Richter hatte wenig Lust, sich mit seinem unsympathischen Kabinengenossen in ein Gespräch einzulassen. Kurz antwortete er: „Ja, ich will bald losgehen, damit ich die große Hitze vermeide! Ich werde gleich zum Frühstück gehen!" Inzwischen hatte er einige Gegenstände in seine Aktentasche gesteckt und die Tasche xuge- klappt. Er stellte sie auf einen Stuhl in der Rähe ter Tür. Dort Hand auch schon sein fertig gepackter Koffer. Ehe indes Titus noch etwas fragen konnte, hatte er die Kabine verlassen. Titus hatte sich fertig angekleitet. Seine Aktentasche stellte er auf einen Stuhl neben jenen, auf dem Doktor Richters Tasche stand. Seinen Schlafanzug hängte er an einen Ragel an der Wand. Auch fein Koffer blieb hier. Zunächst sollte ja ter Steward nicht merken, daß van Jolliet nicht mehr auf das Schiff zurückkam. Als Titus fertig war, kam Doktor Richter noch einmal herein, zusammen mit dem Steward. „Also, die Tasche und den Koffer bringen Sie Samstag, 3s. Dezember M2 mir ans Land, sobald ich gefrühstückt habe. Ich tarnt mich darauf verlassen — nicht wahr?" „Jawohl, Herr Doktor — wird besorgt!" „Was ist das, Herr Doktor?" fragte jetzt Titus. „Sie wollen uns verlassen? Fahren Sie denn nicht mit bis Genua?" „Rein, ich habe mich anders entschlossen! Ich verlasse das Schiff und fahre von hier aus gleich mit der Bahn nach Hause zurück!" In diesem Moment klopfte es an die Tür. Titus öffnete. Joe stand draußen, zum Ausgehen bereit „Ich wollte nur nachsehen, Titus, wo du bleibst! Wir wollen doch zeittg in die Stadt Madame bleibt auf dem Schiff; aber sie war liebenswürdig genug, mir den Ausflug zu gestatten." „Es ist gut, daß ich Sie sehe, gnädiges Fräulein!" sagte jetzt August Dichter. „Ich möchte Sie bitten, Madame Wintere meine besten Grüße zu bestellen! Ich gehe an Land, um mit der Eisenbahn die Heimreise anzutreten." Joe Rowakowska hatte Mühe, ihr Erschrecken zu verbergen. Es paßte keineswegs in ihre Pläne, daß der Doktor so früh schon das Schiff verlleß. Da hieß es besonders klug handeln, daß sie nicht irgendwie mit ihm karambolierten. In diesem Augenblick trat ein Mann in dis Kabine, um das Gepäck des Doktors zu holen. Riemand achtete darauf, daß er die falsche Aktentasche erwischte; jene, die Titus van Jolliet gehörte, statt jener des Doktors — um so weniger, als die beiden Taschen sich haargenau glichen. Wenige Sekunden später nahm Titus van Jolliet die zurückgebliebene Aktentasche an sich und begab sich seelenruhig an den Frühstückstisch. Die Schiffspassagiere lagen alle noch im tiefen Schlummer. Der gestrige Ball schien ihnen in den Gliedern zu liegen. Außer Doktor Richter und den Geschwistern waren nur ganz wenige Frühaufsteher im Frühstückssaal zu sehen. Als erster verließ Doktor Richter den Saal. Er war unruhig. Unter keinen Umständen wollte er Magdal nr Winter noch einmal s hem Er hatte sich jetzt zu einem Entschluß durchgerungen, der ihm schwer genug geworden war. Aber — er muhte stark bleiben; es war das beste für ihn. Rachdem er sich vom Kapitän und den Offizieren verabschiedet hatte, verließ er den Landungssteg. Am Kai standen Fahrzeuge aller Art. Er bestieg eine der Kraftdroschken und ließ sich zum Bahnhof fahren. Cr hatte nur einen Gedanken: Fort aus ihrer Rahe, damit er ihr nicht mehr zu begegnen brauchte. August Richter begriff sich selbst nicht mehr. Er spürte nichts mehr von ter kühlen Gelassen« beit, die ihn sonst auch in den schwierigsten Augenblicken nie verlassen hatte. Die Liebe hatte ihn mit aller Gewalt gepackt, ihn aus den Fugen geworfen. (Fortsetzung folgt) Zwecke sind insgesamt 16 Projekte erledigt Worten. die einen Bauwert von rund 125 000 Mark haben. An kleineren Bauvorhaben, in ter Hauptsache Garagen, wurden 14 durchgesührt mit einem Dauwert von rund 10 000 Mark. 3m ganzen sind also im Jahre 1932 Bauarbeiten im Gesamtwert von mindestens 5c 5 000 Mark zur Ausführung gckommen. Die mit jedem Bauvorhaben verbundenen Rebenarbeiten gestatten es. diese Mindestsumme auf 600 000 Mark zu erhöhen. Richt ein- g.schlossen in diese Berechnung sind diejenigen Arbeiten, die das Gießener Handwerk infolge der Reichszuschüsse für die Jnstündsehung votz Wohnungen bisher zu leisten hatte. Bis zum Schlüsse dieses Jahres sind schätzungsweise für 65 000 Mark Instandsetzungsarbei t en infolge des Reichszuschusses geleistet worden. Wenn man berücksichtigt, daß die gesamte diesjährige Dau- tät'gkeit ohne irgendwelche Unterstützung seitens ter Stadt oder des Staates durchgeführt wurde, so kann das Ergebnis nicht als schlecht b^eichnet werten. Rachdem in diesem Jahre der Gedanke des kleinen Einfamilienhauses durch die Errichtung eines Musterhauses an der Sicher Straße immer breiteren Boten gefunden hat, kann nach den bereits bekannten Planungen für das kommende Jahr damit gerechnet werden, daß die (Bautätigkeit sich günstig weiterentwickeln wird, zumal das Reich immer mehr dazu übergeht, diese Form ter Eigensiedlung kräftiger zu unterstützen. Nie Wohlfahrtspflege. Ein besonderes Sorgenkind war auch in diesem Jahre wieder das Wohlfahrtswesen. Die wirtschaftliche Rot kommt auf diesem Gebiet am stärksten zum Ausdruck, zumal von reichswegen durch Rotverordnung eine wesentliche Verschiebung der Fürsorgeverpflichtung für Erwerbslose von ter Reichsanstalt auf die Gemeinten stattgefunden hat. Besonders unter ter Einwirkung dieser Maßnahme sank die Belastung tes Arbeitsamts Gießen mit ter Crwerbslosenfürsovge in Gießen-Stadt im Jahre 1932 wie folgt: Krisenunterstützungsempfänger am 1. Januar 428, am 1. April 451, am 1. Juli 405, am 1. Oktober 277, am 1. Dezember 280; Arbeitslosenunterstühungs- empfänger am 1. Januar 484, am 1. April 494, am 1. Juli 275, am 1. Oktober 185, am 1. Dezember 161. Zwar haben ter freiwillige Arbeitsdienst und die Rotstandsarbeiten entlastend mit* gewirkt, aber ter Hauptteil dieses Rückganges hat sich dann doch als Zunahme ter Wohlfahrtserwerbslosen beim Wohlfahrtsamt geltend gemacht. Daß das soziale Elend in Gießen sehr groß ist, darf als so bekannt vorausgesetzt werten, daß wir uns hierüber weitere Darlegungen ersparen können. Reben der Linderung ter Rot durch die öffentliche Hand steht hier in anerkennenswerter Weise auch wieder das private und freiwillige Hilfswerk der GießenerWinter- nothilfe in vorderster Front ter Helfer, und sehr bedeutsam ist die Hilfe bisher gewesen, die von dieser Seite den Unterstützungsbedürftigen dargebracht wurde. Möchte dieses Hilfswerk auch fernerhin die tätige Förderung der Bürgerschaft finden! Nas private Wirtschaftsleben. Bei einem ileberblid in großer Linie übet die Entwickelung ter privaten Wirtschaft in unserer Stadt ist nicht zu verkennen, daß diesmal einige Besserungspunkte zu verzeichnen sind, in der Gesamtheit aber die Verhältnisse immer noch viel zu wünschen übrig lassem Bon den günstigen Aryeichen ist zunächst hervorzuheben, daß im Jahre 1932 in den Konkurs- und Vergleichsverfahren ein Rückgang gegen das Vorjahr eingetreten ist; in diesem Jahre wurden 34 Konkurs- Oer Zusammenbruch der Bauspartaffe „Selbffknlfe der Arbeit". WSR. Frankfurts. M., 29. Dez. 3m Herbst 1930 verkrachte m't 2 Millionen Mark Schulden ohne Aktiven die Bausparkasse „Selbst- Hilfe der Arbeit", di« in Deutschland 87 Unter-Sparkassen hatte. Der größere Teil der mehr als 5000 Gläubiger seht« sich aus Kleinbauern, Kleinhandwerkern. Beamten und Arbeitern zusammen, die vornehmlich im Rhein- Maingebiet, aber auch im Lahntal, ferner im übrigen Deutschland und Oesterreich wohnten. Die „Selbsthilfe der Arbeit" war im Spätjahr 1926 auf genossenschaftlicher Basis ins Leben gerufen worden. Cs wurde bei ihr ein übermäßiger Aufwand betrieben und im Verhältnis zu dem Umfang des Unternehmens zu viel Personen in leitender Stellung beschäftigt. Gegen acht Vorstands-, Aufsichtsrats- und Verwaltungsratsmitglieder ist jetzt nach fast jahrelanger Voruntersuchung Anklage wegen fortgesetzten gemeinschaftlichen Betrugs, Untreue, Gläubigerbegünstigung und Konkursvergehens erhoben worden. Bezüglich der den Angeschuldigten weiter zur Last gelegten strafbaren Handlungen ist di« Außerverfolgsetzung aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen beantragt worden, desgleichen bezüglich der weiteren Beschuldigten. Mut und Unternehmungsgeist offenbart und der starke Wirtschaftspessimismus, den man noch im Sommer bemerken konnte, einen ansehnlichen Rückgang erfahren hat. Zu der Wiederkehr einer zuversichtlicheren Auffassung über die weitere wirtschaftliche Entwickelung hat der im großen und ganzen über Erwarten befriedigende Verlauf des Weihnachtsgeschäftes erheblich beigetraaen. Man darf davon wohl weitere wirtschaftliche Auftriebskraft erhoffen. Darauf wird es jetzt um so mehr ankommen, als immer noch reich'id) viel ungünstige Merkmale in Industrie, Gewerbe und Handwerk vorhanden sind. Hier ist es vor allem die anhaltend starke Inanspruchnahme der Betriebe mit den verschiedensten Lasten von der öffentlichen Hand her, auf deren Minderung nachdrücklicher als bisher hingewirkt werden muh. Daneben ist es, besonders im Handwerk, der noch immer stark verbreitete Mangel an Aufträgen, her dringend der Abstellung bedarf. Rach beiden Richtungen hin wird man schon bis zum Frühjahr des neuen Jahres sehr viel tun müssen, um der aufsteigenden Linie im Wirtschaftsleben noch stärkere Geltung als bisher zu verschaffen. Je entschlossener hierbei von den behördlichen und den privaten Auftraggebern gehandelt wird, um so besser wird die Wirkung nicht nur für den einzelnen, sondern auch für die Gesamtheit sein. Möchte im neuen Jahre dieser Aufbauwille überall kräftig zum Durchbruch kommen! anträge gegen 45 im Jahre 1931 und 10 Anträge auf Vergleichsverfahren gegen 15 im Vorjahre gestellt. Ferner ist von Wichtigkeit, daß seit dem Spätsommer, wie wir auf Erkundungen bei der Dezirkssparkasse Gießen hören, die praktische Betätigung des Spargedankens in erfreulicher Weise immer mehr zugenommen hat. Während unter der Rückwirkung der Iulikrise von 1931 noch bis in den Sommer dieses Jahres hinein die Rück- zuihlung von Spareinlagen di« Overhand über den Eingang von neuen Einzahlungen hatte und sich im allgemeinen wenig Reigung zur Hergabe der Spargelder aus den Hamsterstrümpfen an die berufenen öffentlichen Kassen zeigte, ist seit August in dieser Richtung ein ansehnlicher und begrüßenswerter Umschwung eingetreten. DaS Vertrauen zur verantwortungsbewußten Leitung der deutschen Wirtschafts- und Geldpolitik ist erfreulicherweise in breiten Bevölkerungsschichten wieder im Wachsen begriffen und offenbart sich in richtiger Weise in der wirtschaftlichen Anlage der Spargelder durch Vermittlung der berufenen Institute. Man kann nur wünschen und hoffen, daß diese Wiederkehr der vertrauensvollen Besonnenheit und Einsicht weitere Fortschritte machen möge, damit durch das Anwachsen der Spareinlagen die gesamte Wirtschaft neu« Befruchtung erfahren und adurch wieder weitere Arbeit und Entfaltungsmöglichkeit entstehen kann. Mit Befriedigung ist auch festzustellen, daß sich seit einiger Zeit in den Kreisen der privaten Wirtschaft wieder mehr Buntes Merkwürdiges Testament. England ist reich an originellen Testamentsbedingungen: aber wohl eine der seltsamsten, die je gemacht worden sind, ist die des Engländers John Rugge, der bei seinem Tode der Gemeinde Try- sull in Staffordshire ein Legat von einem Pfund Sterling pro Jahr für einen armen Mann aussetzte, der 'bafür die Aufgabe haben sollte, an ledern Sonntag während der Predigt in der Kirche umherzugehen und jeden, der nicht andächtig zu- horte, sondern ein kleines Schläfchen versuchte, sanft aufzuwecken. Auch noch in einer anderen Beziehung sorgte dieses wackere Gemeinde» mitylied für das Wohl seiner Kirche: er setzte einen bestimmten Lohn dafür aus, daß alle umherschwei- fenden Hunde, die sich zufällig in das heilige Ge- oäude verirrt hätten, wie-der yinausgejagt würden. 1932 - ein rerches Marlenjahr. Das Jahr 1932 hat die Markensammler reich beschenkt. Richts war hier von einer Drosselung der Produktion wie sonst auf fast allen Gebieten zu merken. Vielmehr waren nach einer Zählung-1728 Reuausgaben zu verzeichnen, um 121 mehr als im Vorjahr. Drei Länder sind in die Reihe der markenausgebenden Staaten neu eingetreten: Inini, eine französische Besitzung in Südamerika, Latakia in Syrien und Morvi, ein indischer Eingeborenenstaat. Auch sonst hat es nicht an Reu ausgaben gefehlt, deren Veranlassung oft recht lächerlich ist. Daß Finnland den 70. Geburtstag seines Präsidenten durch eine Briefmarke ehrt, mag noch hingehen. Was aber soll man dazu sagen, wenn San Marino die Eröffnung einer elektrischen Dahn, deren Wagen einer gewöhnlichen Straßenbahn kaum Ehre machen würden, auf einer Briefmarke verewigt, oder Rußland aus Anlaß einer Touristenreise nach dem Rordpol das gleiche tut? Mit den großen Männern, denen zu Ehren neue Marken herausgeaeben wurden, steht Washington an erster Stelle. Sie sind in den Vereinigten Staaten so volkstümlich geworden, daß einige der abgestempelten Werte jetzt schon höher bezahlt werden, als der Ausgabepreis beträgt. Allerlei. Außerdem haben die Vereinigten Staaten auch eine 2-Cent-Marke mit dem Bildnis William Penns ausgegeben. In gleicher Weise ehrte Rußland Maxim Gorki, Spanien Dlasco Ibanez, Belgien den Kardinal Mercier. Italien hat zu Garibaldis 50. Todestage eine Serie von Briefmarken herausgegeben, die auf der für die Luftpost bestimmten das Bildnis feiner treuen Lebens- und Kampfgefährtin Anita trägt. Ungarn gedachte durch Ausgabe einer Marke des 700. Geburtstages der heiligen Elisabeth die Vereinigten Staaten gaben eine Serie aus Anlaß der Olympischen Spiele heraus. Der Eucharistische Kongreß fand seinen Rachhall auf irischen, die Eröffnung der großen Drücke Don" Sydney auf australischen Briefmarken. Gehen wir von den durch ihren merkwürdigen Gegenstand auffallenden zu den schönen Ausgaben über, so müssen wir hier die deutschen Briefmarken, die berühmte Burgen barstellen und zu Wohltätigkeitszwecken ausgegeben werden, erwähnen. Auch das Britische Reich hat eine Anzahl schöner Ausgaben zu verzeichnen. Außerordentlicher Beliebtheit erfreut sich die 6-Cent-Marke von Reufundland mit dem Bildnis der Prinzessin Elisabeth, während eine andere auch sehr volkstümlich gewordene Marke zu 18 Cent das Porträt ihrer Mutter zeigt. Sehr traurig ist der Anlaß, der eine Markenausgabe in Honduras veranlaßt hat: die Zerstörung der Stadt Belize durch einen Wirbelsturm. Die Marke soll durch ihr Erträgnis zur Linderung der Rot der unglücklichen Bewohner beitragen. Roch zwei Reuausgaben verdienen besondere Erwähnung: drei in Peru zum Jubiläum von Piura erschienene Marken, die nur wäh - rend eines einzigen Tages Verwendung fanden, und die gelbe 40-Plus-Marke von Afghanistan mit der schönen Devise: „Zur Feier der Befreiung dieses Landes aus den Fesseln der Dummheit". Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Milly Niklaus Ernst Noeller Gießen, Silvester 1932 07560 Statt Karten! Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Hanni Lang Hans Peters Gießen, Neujahr 1933 Mäusburg 14 Bahnhofstraße 56 07582 Ihre Verlobung geben bekannt Ilse Ellermeier Leopold Erb Gießen Fulda Teufelslustgärtchen 14 j. Z. (Hießen Neujahr 1933 ... ... ... ............... ...... Statt Karten! Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Anna Kraft Ludwig Becker Wißmar Mainzlar T T 07574 ............................................................ Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt Else Vormschlag Ernst Geißler Fronhausen l^ahn) Kirchberg b. Lollar Neujahr 1933 — - ,,........... 07591 Für die uns überaus zahlreich erwiesenen Auimerksamkeiten anläßlich unserer Gil- berhochzeit banken wir hiermit auf diesem Wege herzlichst Mehgennelster Otto Von-Eiff und Iran Scke Ludwig, und Bismarckstraße Gleichzeitig verbinden wir damit die besten Glückwünsche für das neue Iahr! ________________ 9114 D Für die zahlreichen Glückwü fdie und Aufmerksamkeiten anläßlich meines Oienst- jubiläums spreche ich aus bicsem Wege meinen herzlichsten Dank aus und ver. binde damit die besten Wünsche zum Jahreswechsel! 933 d Fritz Iaeggle, Verw.-Insp. Gießen, den 31. Dezember 1932 Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesene Aufmerksamkeit danken wir herzlichst Albert Volk und Frau Maria,geb.Rinn Heuchelheim, im Dezember 1932 0761? GießenerKonzertverein Sonntag, 8. Januar 1933, 17 Uhr, Unlr.-Anla Viertes Konzert Das Zilcher-Trio aus Würzburg. Pro!. Dr. H. Zllcher — Pro!. A. Schiering Pro!. E. Cahnbley. Klaviertrios von Brahms in C-Dur — Loiellet in G-Moll — Beethoven in B-Dur. Der Konzert-Flügel ist aus dem Pianohaus Schönau. Eintrittskarten 2, 3 und 4 Mk. bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten 1 Mk. bei Herrn Sekretär Ritter u. im neuen Studentenhaus. Wetzlar Goethe-Cafö Silvesterfeieri _____________________________________________9331 D MsUlÄK empfiehlt seine Lokalitäten. dilsD UUMeMUM! Dienstag und Steinig Irllffle Waffeln! fduitzt €u u.3tea'< gymnastum. «einZeitverlust. Umschu ungen. ©f'unbcfage an ausgedehnten Waldungen. Anfragen an Dr. Lucius Glektrolux- ckrmrderrküensi prüft z. 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