Nr. irr Erster Blatt 182. Jahrgang Sonntag, 5(. Juli 1952 GietzenerAiWger General-Anzeiger für Oberhessen Dmrf und Verlag: vrühl'sche Univer^tttr-Vsch. und Zteindruckerei K Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für i mm höhe für Anzeigen van 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Ne. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Giehen. Erfchetnt täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Aernfprechanschliisse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehen, poftscheckkonto: Statt ff urt am Main 11686. Worum geht es? In die kurze Zeitspanne zwischen der Auflösung des alten Reichstags am 6. Juni und der Wahl des neuen am morgigen 31. Juli hat sich eine Fülle außergewöhnlich bedeutsamer innen-- wie außenpolitischer Ereignisse zusammengedrängt, die den Wahlkampf selber fast ganz überschattet hat. Nach einem überaus stürmischen Auftakt unter reichlicher Ausnützung der wiedergewonnenen Demonstrationsfreiheit war Wochen hindurch von einem Wahlkampf kaum etwas zu spüren gewesen. Nur einige wenige Führer großer Parteien eilten in großzügig angelegtem Propagandafeldzug von Ort au Ort fast über das ganze Reichsgebiet, um in Massenversammlungen von bislang kaum vorstellbaren Ausmaßen zum Volk zu sprechen und für ihre Ziele zu werben. Erst in der letzten Woche häuften sich auch die lokalen Wahlversammlungen, zahllose Plakate suchten in Bild und Schrift den Blick des Publi- kums, Flugblätter forderten den Wähler auf, seine Pflicht zu tun, aber das nach dem Blutsonntag von Altona neu erlassene Demonstrationsverbot sorgte dafür, daß der Wahlkampf sich bis zuletzt, von einigen wenigen Auswüchsen abgesehen, ohne die Auspeitschung der letzten Leidenschaften in ruhigen und besonnenen Formen abspielte. Es wäre verhängnisvoll, wenn man daraus auf eine gewisse Resignation und Wahlmüdigkeit des in den letzten Jahren übermäßig oft an die Urne gerufenen Volkes schließen chüßte. Denn die Entscheidung des 31. Juli ist in ihrer Bedeutung für die innerpolitische Entwicklung in Deutschland nicht leicht zu unterschätzen. Wahlen sollen den Regierenden stets die Möglichkeit geben, die Hand an den Puls des Volkes zu legen, mögen sie nun fristgerecht nach Ablauf einer parlamentarischen Legislaturperiode ausgeschrieben worden — ein seltener Fall in der Geschichte des republikanischen Deutschland —, oder mag ihnen eine durch das veränderte Verhältnis zwischen Regierung und Volksvertretung notwendig gewordene Parlamentsauflösung vorangegangen sein. Die Reichstagswahlen vom 31. Juli stellen in ihrer Vorgeschichte insofern aber einen Sonderfall dar und haben daher auch in besonderem Maße grundsätzliche Bedeutung, als der Reichspräsident, nicht der Reichstag, der Regierung das Vertrauen entzogen und nach deren Demission ein neues Kabinett seines persönlichen Vertrauens gebildet hatte, dem er ausdrücklich die Aufgabe stellte, durch Auflösung des Reichstags und Ausschreibung von Neuwahlen dem Volke die Möglichkeit zu geben, sich eine neue parlamentarische Vertretung zu schaffen, nachdem, wie es in dem Auflösungsdekret hieß, die Wahlen zu den Länderparlamenten ergeben hatten, daß der alte Reichstag nicht mehr der Volksmeinung entsprach. Das Kabinett Brüning war daran gescheitert, daß sein Führer es nicht verstanden hatte, einmal sich zur rechten Zeit Mitarbeiter zu sichern, die den außergewöhnlichen Schwierigkeiten ihrer Aufgabe gewachsen waren, zum andern nach dem Start als Präsidialkabinett den Kurs einer von den Parteien unabhängigen Regierung durchzuhalten, schließlich die doppelte Aufgabe zu lösen, die harten und auf die Dauer unerträglichen Maßnahmen der Notverordnungspolitik, deren Ergänzung durch energische Schritte zur Wirtschaftsbelebung und Arbeitsbeschaffung entweder allzu zögernd und tropfenweise geschah oder gar ganz unterblieb, dem um kümmerliche Reste seiner wirtschaftlichen Existenz ringenden Volke in allen feinen Schichten als unvermeidliche und notwendige Uebergangsmaßnahmen für eine kurze Strecke Weges in eine bessere Zukunft schmackhaft und mundgerecht zu machen und diejenigen Millionen von Volksgenossen, die in der nationalsozialistischen Bewegung zusammengefaßt sind, ohne oder gar gegen die ein nationaler Wiederaufbau Deutschlands unmöglich ist, durch Heranziehung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei zur Regierungsverantwortung hinter sich zu bringen. Die Verkennung dieser Aufgabe hat Brüning den Hals gekostet. Das Kabinett Papen hat sie übernommen und die Reichstagswahlen vom 31. Juli sollen die Grundlage dafür geben, daß sie auch gelöst werden kann. Bei der Berufung des Kabinetts Papen ging die Meinung durchweg dahin, daß die neue Reichsregierung lediglich diese Aufgabe habe, geordnete Reichstagswahlen durchzuführen. Wir hatten schon damals der Auffassung Ausdruck gegeben, daß das Gesicht dieses Kabinetts der parteipolitisch unabhängigen Fachleute nicht Züge eines Liebergangscharakters trage, daß diese neue, vorerst nur vom Vertrauen des Reichspräsidenten getragene Reichsregierung vielmehr versuchen werde, die Staatsführung wieder aus dem parlamentarischen Kuhhandel und den parteipolitischen Bindungen stärker herauszuheben, wie es ja schon Hindenburgs Ziel bei der Berufung Brünings zum Kanzleramt gewesen war. Die bedeutsamen Ereignisse der letzten Wochen haben bewiesen, daß das Kabinett Papen einen starken Lebenswillen in sich fühlt und auch nach den Wahlen, mögen sie nun ausfallen, wie sie wollen, ein Faktor sein toirb, mit dem gerechnet werden muß. Wenn der Reichskanzler auch seine Aufgabe für den 31. ’3uli offenbar ausschließlich darin sieht, als ehrlicher Makler zwischen den Parteien für die Durchführung einer von terroristischen Ausschreitungen unbeeinflußten Wahl zu sorgen, so hat das Kabinett es doch nicht dabei bewenden lassen, sondern mit überraschend schneller und mutiger Entschlußkraft dort energisch und durchgreifend zugepackt, wo ihm die Dinge zu unhaltbaren Zuständen hinzutreiben schienen. Die erste Maßnahme des neuen Kurses war zwar für alle, die nach der Regierungserklärung auch sofort finanz- und wirtschaftspolitisch neue Wege erwartet hatten, eine bittere Enttäuschung. Die Notverordnung Pape ns, aus dem Zwang zur Sicherung der Staatsfinanzen kurz Der Reichskanzler spricht im Rundfunk zum amerikanischen Volk Ordnung und Gtaatsautorität in Deutschland wiederhergestellt. — Die deutsche Lugend verlangt Gleichberechtigung zum Aufbau einer besseren Zukunst. Berlin, 30. Juli. (WTB.) Reichskanzler v. Papen hielt heute um 24 Uhr für das internationale Radio-Forum und die National Broadcasting Company in Neuyork in englischer Sprache eine Rede, die in deutscher Uebersetzung lautet: 3d) bin mir bewußt, daß es für ausländische Be obachter nicht leicht, sich durch das Labyrinth der politischen Entwicklung in Deutschland seit dem Ende des Krieges hindurchzufinden. Ein amerikanischer Schriftsteller hat in einem Buch über Deutschland festgestellt, daß das Wesen der deutschen Einheit in der Verschiedenheit besteht. Das mag zutreffen. Andererseits bildet aber das Streben nach Ordnung und Autorität einen Grundzug des deutschen Charakters. Alle Deutschen stimmen Friedrich des Großen klassischem Ausspruch: Ordnung muß sein, voll und ganz zu. Die Außenwelt ist sich anscheinend noch nicht ganz der Tatsache bewußt, daß als Folge der zunehmenden Spannung zwischen den Anhängern der äußersten Rechten und der äußersten Linken über Deutschland die Gefahr eines Bürgerkriegs schwebte. Diese beiden Bewegungen haben nichts miteinander gemein. Während die nationalsozialistische Bewegung ausschließlich eine nationale Wiedergeburt anstrebt, richtet sich der Kommunismus gegen die kulturellen Grundlagen unseres nationalen und sozialen Lebens. Der Kommunismus muß als eine revolutionäre Bewegung uni) eine G e - fahr für das Land und die Welt bezeichnet werden. Den Kommunisten ist es gelungen, im ganzen preußischen Staat starke Kampfeinheiten zu bilden. Die Ruhestörungen der letzten Zeit sind, mit sehr wenigen Ausnahmen, auf ihre gesetzwidrige Tätigkeit zurückzuführen. Keine Regierung hätte diesen Zustand länger dulden tonnen, ohne ihre eigene Autorität aufzugeben. Die Ordnung ist in ganz Deutschland nun wiederhergestellt. Die jetzige Regierung wird dafür' sorgen, daß diese Ordnung unter keinen Umständen wieder gestört wird. Die kommenden Wahlen werden hoffentlich die von uns getroffenen Maßnahmen rechtfertigen. Seit meiner Ernennung zum Reichskanzler find im Auslande Befürchtungen zum Ausdruck gekommen, daß diese Regierung die Errichtung einer Diktatur in Deutschland begünstigen könnte. Weder ich noch meine Kollegen in der Regierung werden einen solchen Schritt unterstützen. Als der Reichspräsident v. Hindenburg zum erstenmal als Präsidentschaftskandidat aufgestellt war, schrieb eine amerikanische Zeitung: Hindenburg ist ein Symbol dafür, daß das deutsche Volk sich weigert, dauernd eine unter- geordneteStellungin Europa einzunehmen. Wenn man die Lage verstehen will, in der sich Deutschland befindet, so muß man sich darüber klar werden, daß der Urgrund aller Verzweiflung und Unzufriedenheit im Vertrag von Versailles liegt. Es gibt keinen Deutschen, der die Bestimmungen des Vertrages, die Deutschland in eine Stellung minderen Rechtes gebracht haben, als gerecht anerkennen würde. Dies trifft in erster Linie für die deutsche Jugend zu, die infolge der jetzigen traurigen Wirtschaftslage den härtesten Entbehrungen ausgesetzt ist und um so weniger versteht, warum sie weiterhin für das uns durch diesen Vertrag zugefügte Unrecht leiden soll. Diese Jugend, die keine Hoffnung auf die Zukunft hat, ist darin besonders empfindlich. Das deutsche Volk wünscht nichts sehnlicher als im Frieden zu leben, um alle ihm London, 30. Juli. (WTB. Funkspruch.) Die englische Presse beschäftigt sich in ausführlichen Aufsätzen mit den bevorstehenden Reichstagswahlen. Times nennt den Wahlkampf gerade zu einem der interessantesten der R e u z e i t, hebt aber hervor, daß er insofern nicht von ausschlaggebender Wichtigkeit sei, als allem Anschein nach das Schicksal der Regierung nicht von feinem Ergebnis abhängig sei. Hitler wird von dem Blatt als der tüchtigste Wahlorganisator in Europa bezeichnet. Er habe bei seinen Wahlreisen ein „anerkennenswertes Tempo" vorgelegt. Don allem Parteigetriebe, so fährt Times fort, halte sich die Papen- regierung fern. Sie sei bei der Mahl mehr Aufseherin als Teilnehmerin und suche tatsächlich den Grundsatz zu verkörpern, für den sie eintrete, daß nämlich der Staat über den Parteien stehe. UebrigenS könne die Regierung, da sie keine organisierte Anhängerschaft habe, auch nicht geschlagen werden. Ihre führenden Mitglieder bewahrten eine Art olympischer Gelassenheit. Das Kabinett Papen habe bereits bewiesen, daß es wirklich regiert und daß es beabsichtigt, alleParteienunterseinerKontrolle zu halten. Times befaßt sich dann weiter mit den Rotmahnahmen der Reichsregierung i n Preußen, die sie zwar als wenig rücksichtsvoll, aber nach Lage der Dinge als durchauszweck- mäßig ansieht. Es sei keineswegs sicher, daß eine liberal parlamentarische Verfassung das geeignetste System für Deutschland sei. Auch Dr. innewohnenden Kräfte den großen Aufgaben zuzuwenden, die die Nachkriegszeit für den Wiederaufbau der Welt gestellt hat. Aber es ist unerträglich für das deutsche Volk, daß ihm heute, 14 Jahre nach dem Kriege, sein Anspruch auf Gleichbered), t i g u n g , zu dem es sich als große Kulturnation berechtigt fühlt, durch die diskriminierenden Bestimmungen des Versailler Vertrages immer noch oorenthalten wird. Ich bin überzeugt, daß gerade das große Land, zu dessen Bürgern ich heute sprechen darf, diese Gefühle völlig verstehen und würdigen wird. Recht und Gerechtigkeit sind die Grundsätze, die immer in der Welt herrschen müssen. Laßt uns von der Vergangenheit lernen und eine bessere Zukunft aufbauen, indem wir die Welt durch Selbstüberwindung überwinden, mit Gottes Hilfe, im Geiste der Zusammenarbeit für das allgemeine Wohl. Brüning habe die Verfassung von Weimar bei dem jetzigen Zustand der deutschen Politik beinahe unbrauchbar gefunden und zu einer halben Diktatur gegriffen, doch ro5*3 WWWWI/f \\\\w\\}\III Sind die Jopfe angebrannt, Hergestellt in den Persilwerken. macht sie wieder blank! $£\ zum Aufwaschen, Spülen, Reinigen I für Geschirr und alles Hausgerät! Nichts widersteht®^ reinigender Kraft Ankrustungen, und seien sie noch so dick und hart schwinden im heißen @ -Wasser im Nu. Mühelos sind sie zu entfernen. So gehi's mit jeder Unsauberkeit wo @'s starke Hand im Spiele ist Und wieviel freie Zeit es Ihnen schenkt, wie es Ihre Gesundheit schont... und sparen hilft! 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Die Herabsetzung des Grundkapitals ist erfolgt. Ferner ist in der gleichen Generalversammlung beschlossen worden, das auf 22 500 000 RM. herabgesetzte Grundkapital um 45 000 000 RM. durch Ausgabe von 45 000 Aktien, aus den Inhaber lastend, zu je 1000 RM. zum Kurse von 115 Prozent zu erhöhen. Diese (Erhöhung ist durchgeführt. In der gleichen Generalversammlung ist der mit der Kommanditgesellschaft auf Aktien unter der Firma Barmer Bank-Verein Hinsberg, Fischer & Comp. Kommanditgesellschaft auf Aktien abgeschlossene Verschmelzungs- oertrag vom 30. März 1932, wonach das Vermögen der letzteren als Ganzes unter Ausschluß der Liquidation auf die Gesellschaft unter der Firma Commerz- und Privatbank, Aktiengesellschaft, zu Hamburg, übergeht, genehmigt und zum Zwecke der Durchführung dieses Verschmelzungsoertrages die Erhöhung des Grundkapitals um weitere 12 500 000 RM. durch Ausgabe von 9000 Stammaktien zu je 1000 RM. und 35 000 Aktien zu je 100 RM., sämtlich auf den Inhaber lautend, beschlossen worden. Die in der Generalversammlung der Aktionäre vom 2. April 1932 beschloßene weitere Kopitalerhöhung um 12 500 000 RM. zwecks Durchführung der Fusion mit der Barmer Bank-Verein Hinsberg, Fischer & Comp. Kommanditgesellschaft auf Aktien ist erfolgt. Durch Generaloersammlungsbeschluß vom 2. April 1932 ist der Gesellschafts-Vertrag in den §§ 5 Abs. 1 (Grundkapital und Einteilung), 16, 19 und 26 (Aufsichtsrats-Zusammensetzung, Bestellung und Vergütung), 22 (Beschlußfassung über Liquidation) geändert worden. Grundkapital: 80 000 000 RM., eingeteilt in 54 000 Aktien zu je 1000 RM., 63 000 Aktien zu je 300 RM. und 71000 Aktien zu je 100 RM.; sämtlich auf den Inhaber lautend. Zu ordentlichen Vorstandsmitgliedern sind Eugen Bandel, Bankdirektor zu Düsseldorf, und Dr. jur. Paul Marx, Bankdirektor zu Düsseldorf, bestellt worden. Aus dem Vorstande sind ausgeschieden Ferdinand Lincke, Hamburg; Curt Joseph Sobern- heim, Berlin; D. Block, Berlin; Friedrich zum Felde, Hamburg; A. Riemann, Magdeburg; W. Vornbäumen, daselbst; P. Weisenborn, Magdeburg. Eugen Boode, Hamburg, ist zum stellvertretenden Vorstandsmitglied bestellt worden. Die Prokura des Gerd Häfke in Gießen ist erloschen. Gießen, den 26. Juli 1932. Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 21. Juli 1932 eingetragen: die Firma Baugesellschaft I. G. Müller & Co. mit beschränkter Haftung in Wetzlar, Zweigniederlassung Gießen. Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb eines Hoch- und Tiefbaugeschäfts und aller damit zusammenhängender Geschäftszweige. Das Stammkapital beträgt 20 000 RM. Geschäftsführer ist Dr. Karl Müller in Wetzlar. Der Gesellschaftsvertrag ist am 21. Januar 1932 abgeschlossen. Der Geschäftsführer ist mit Alleinvertretungsbefugnis bestellt. 5567D Gießen, den 26. Juli 1932. Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 5569D Am 21. Juli 1932 bei der Firma Schunk & Ebe in Heuchelheim: Die Prokura des Franz Refemann ist erloschen. Am 22. Juli 1932 bei der Firma Heinrich Köhler in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 26. Juli 1932 bei der Firma Peter Kolling in Gießen: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 26. Juli 1932. Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat am 27. Juli 1932 angenommene Voranschlag für das Rj. 1932 liegt während der Ze t von Montag, den 1. August 1932, bis ein chließlich Montag, den 8. August 1932, auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Die Beteiligten können innerhalb dieser Frist Einwendungen gegen den Inhalt des Voranschlags bei der Bürgermeisterei schriftlich oder zu Protokoll vorbringen. 5573D Grünberg, den 28. Juli 1932. Hessische Bürgermeisterei. l Dr. Mildner. Vermietungen 6-gimmer- Wohnung II. Stock, zu vermieten. 55J?D Näh. Frankfurter Straße 10, vart. 4-Zimm.Woling. in tadellos.Zustand, Mietpreis 68 RM., sofort zu vermieten. 5578Dl Steinstr.62p. 3-Zimffler-Wolinnng mit Zentralheizung und Bad, nebst Warmwasserversorgung, preiswert zu vermiet. Näheres: Hausverwalt.Ernft, s2 ssD Gießen, Licker Straße 75 p. Bescklagnahmefreie UiniiM-M. in freier Lage mit allem Zubehör ver sofort zu vermieten. Näheres Credner- str. 381, Tel. 2188, 3-ZininrWöiing mit Klicke, Bad, Mans., groß. Balkon und Gartenanteil z. 1. Aug. oder später zu vermieten. owo Wartweg 50. Beethovenstr. 6 ist eine 3-3iM.-M!|ll. mit Bad p.sofort od. später zu verm. Näheres Lieber Str.5. 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I Leitung Frau Else 04494 a. d.G. Anz. > Weihe, ""o Tel.242 Ur. 177 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)________________Sonntag, 51. Juli 1952 --* Ein Kontinent in Aufruhr. Revolution und Kriegsgefahr in ganz Südamerika. Von unserem g-Berichterslotter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) London, Juli 1932. . Seit der Entsendung der Kommission unter Lord d'Abernon und seit der Eröffnung der britischen Weltwirtschaftsausstellung durch den Prinzen von Wales in Buenos Aires hat sich England ganz besondere Mühe gegeben, seinen handelspolitischen Einfluß in Südamerika, der zum großen Teile durch die Vereinigten Staaten von Nordamerika verdrängt worden war, wieder herzu st eilen und zu erweitern, aber dos Reoolutionsfieber, das Südamerika ergriffen hat und dessen Kurve in den letzten Monaten wieder stark gestiegen ist, erschwert die Festigung der Beziehungen. Europa, das seine eigenen schweren Sorgen hat, findet kaum die Möglichkeit, den Ereignissen auf der Südhälfte des amerikanischen Kontinents die gebührende Beachtung zu schenken, obwohl Südamerika, als Ganzes genommen, a l s Absatz- und Besiedlungsgebiet für das übervölkerte Europa ein Land der Verheißung und der unbegrenzten Möglichkeiten ist, das noch einige hundert Millionen von Menschen aufnehmen und ernähren könnte. In den letzten zwei Monaten haben sich die Ver- hältnisse in Südamerika katastrophal zugespitzt. In C H i l e und in Peru versuchten die Revolutionäre, auf den Staatsgebäuden die rote Fahne zu hissen. Jedoch glückte es in Santiago dem Führer der roten Revolution, Oberst Marmaduk Grove nicht, seine sozialistisch-kommunistischen Pläne zu verwirklichen: er wurde durch den Bewunderer Mussolinis, Dön Carlos Davila, aus der Regierung verdrängt, aber die Loge in Chile ist noch nicht geklärt. Noch weniger ist sie es im Nachbarlande Peru! Dort kam es in Trujillo zu schweren Kämpfen zwischen den Kommunisten, denen sich auch die „Apri- stas" (eine nordamerikafeindliche, antikapitalistische Organisation unter Haya de La Torre) angeschlossen hotten, und den Regierungstruppen. Kriegsschiffe und das Flugzeuggeschwader mußten eingreifen, ehe nach großen Verlusten auf beiden Seiten die Ordnung einigermaßen hergestellt werden konnte. Fast gleichzeitig brach in Brasilien die Revolution aus, die von sehr ernsten Folgen begleitet sein kann, da die Möglichkeit eines Zerfalls hes Riesenlandes, das der Ausdehnung nach fast einem Weltteil gleicht, in zwei Hälften nicht ausgeschlossen ist. Sn Brasilien haben seit jeher politische und wirtschaftliche Gegensätze zwischen den Süb - staaten unter Führung der sogenannten Sao- Paulistaner-Klique und zwischen den Bord- staaten bestanden. Gewohnheitsgemäß wechselte als Bundespräsident ein Vertreter Sao Paulos (des Kaffeebezirkes) mit einem Exponenten der Äordstaaten ab. Der Vorgänger des jetzigen Präsidenten, Dr. Getulio Vargas, war Präsident Washington Luiz, ein Sao Paulistaner. Vach Ablauf seiner Präsidentschaft gelang es dem An. hang von Washington Luiz durch Gewaltakte und Wahlfälschungen den Sao Paulistaner, Dr. Sulio P r e st e s, gegen den Gegenkandidaten, Dr. Vargas, auf den Präsidentensessel zu erheben. Während nun Dr. Prestes in den Vereinigten Staaten und in England einen Staatsbesuch machte, brach unter Führung von Vargas in Rio de Janeiro gegen ihn eine blutige Revolution aus, die nach heftigen Kämpfen, bei denen auch der deutsche Passagierdampfer „Baden" unter das Feuer der Forts genommen wurde, mit dem Siege von Dr. Vargas endete, der die Präsidentengewalt Übernahm. Dr. Vargas hat während seiner zweijährigen Amtsperiode mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Bald Ker, bald dort wurden gegen ihn Verschwörungen angezettelt, die nur mit Mühe unterdrückt werden konnten. Aber selbst wenn man die Vorliebe der Südamerikaner für Verschwörungen und Pronunciamentos in Rechnung stellt, so muhte die Lage doch in den letzten Monaten als sehr bedrohlich angesehen werden. So hatte der sehr einflußreiche politisch-militärische Klub „Der dritte Oktober" den Beschluß gefaßt, „das älnrecht der Vergangenheit wieder gut zu machen", d. h. in offene Opposition zur Regierung zu treten. Darauf wurden einige bekannte Persönlichkeiten verhaftet und in das in ein Gefängnis umgewandelte Kriegsschiff „Dom Pedro l." eingefchlosfen. Aber alle vorbeugenden Maßnahmen tarnen zu spät und in Sao Paulo brach die Revolution aus. Präsident Vargas hat entschlossen den Kampf aufgenommen, er hat eine besondere Kriegssteuer ausgeschrieben und die ihm treu gebliebenen Truppen um sich gesammelt. Die meisten Häfen, unter ihnen der große Kaffeehafen von Santos, wurden für den Verkehr g e - schlossen und ein konzentrischer Angriff auf Sao Paulo vorbereitet. Der britische Konsul in Sao Paulo meldet, daß jeder Verkehr mit der Außenwelt unterbrochen sei, daß aber weder dem Leben, noch dem Eigentum der Ausländer in der Stadt Gefahr drohe. Der Erzbischof von Porto Alegre versucht zwischen den Parteien zu vermitteln, - jedoch bisher ohne Erfolg, und so erscheint denn ein Bürgerkrieg unvermeidlich. Aber nicht nur in Brasilien, auch in Ecuador und Columbien gärt es. In der Garnison von Loja (Ecuador) meuterten die Truppen, in Vene z u e l a fanden eine Reihe politischer Attentate statt, kurz: überall Unraft und Unzufriedenheit! Zwischen Argentinien und Uruguay wurden die diplomatischen Beziehungen abgebrochen und Truppen an die Grenzen entsandt. Uruguay hatte den flüchtigen Revolutionären aus Argentinien, namentlich den Anhängern 3rigol) e n s, ein Asyl gewährt, die nun von Montevideo aus in Buenos Aires Unruhen anzustiften versuchten. Uruguay verfolgte dabei eine bereits ein Jahrhundert alte Tradition, denn schon zur Zeit des blutigen Diktators Rosas in Argentinien sammelten sich die Freischaren, denen sich auch Garibaldi anschloß, in Montevideo. Die Folge war damals ein Krieg zwischen den beiden Nachbarstaaten, jedoch ist heute mit keiner kriegerischen EntS.jt-ifport ^19. (drittletzte) Etappe der „Tour". Auf der drittletzten Etappe der französischen Radrundfahrt unternahmen die Belgier einen Vorstoß. Die Etappe führte über 271 Kilometer von Charleville nach Malo. Die Strecke führte dauernd an der belgischen Grenze entlang. Am Start fanden sich am Morgen in Charleville noch 59 Fahrer ein. Auf der Strecke unternahmen die beiden Belgier Rebry und Demuysere einen Ausreißversuch, der auch gelang. Demuysere fiel dann ab, während Rebry aUein weiter zog und mit 15 Minuten Vorsprung vor der Hauptgruppe in 8:40,15 Std. die Etappe gewann. Mit 8:49,07 wurde sein Landsmann Demuysere Zweiter. Dann kam die Hauptgruppe in Stärke von 23 Mann ein. Den Spurt gewann der Italiener di Pacco, der in 8:55,22 den dritten Platz be» legte. Stöpel belegte den sechsten Platz. Fünfzehn Fahrer kamen auf den elften Platz. Sm Einzelklassement führt noch Leducq mit 141:10,22 Std. vor Stöpel 141:27,25. Sn der Länderwertung führt Italien vor Belgien, Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Aurmi startet nicht.... Was man nicht mehr erwartet hatte, ist nun doch eingetroffen: Paavo Nurmi darf nicht starten. In seiner Sitzung am Donnerstag hat der Internationale Leichtathletik-Verband diesen Beschluß trotz des lebhaften Protestes der Finnen gefaßt. Eine Entscheidung darüber, ob nun die Finnen geschlossen zurücktreten, ist zur Stunde noch nicht gefallen. Internationale Alpensahrt. Die Internationale Alpenfahrt nahm am Donnerstag ihren Anfang. Die erste Schleife führte von München nach Meran über 568 Kilometer. Die Strecke war ausgezeichnet markiert: sie befand sich auch in sehr gutem Zustand. Da außerdem die Brennstoffversorgung sehr gut funktionierte, gab es nur wenige Ausfälle. Die deutschen Teilnehmer gingen alle strafpunktfrei durch die erste Etappe. Günther Grönhoffs Beisetzung Die Trauerfeier auf dem Frankfurter Hauptfriedhof, wo der so tragisch ums Leben gekommene, oftmalige Rekordflieger in einem Ehrengrab beigesetzt wurde, lieber dem Katafalk em Flugzeug der akademischen Segelfliegergruppe. Wicklung des Streites zu rechnen, beide Länder führen eine versöhnliche Sprache, und der Konflikt dürfte nicht von langer Dauer fein. Weit ernster erscheint die Kriegsgefahr zwischen Bolivien und Paraguay. Es ist von neuem zu Streitigkeiten im Chaco - gebiet gekommen. Telegramme melden, daß der Präsident von Bolivien vom Balkon des Regie- rungspalastes eine Ansprache an das Volk hielt und es aufforberte, für das Vaterland zu kämpfen In La Paz und in anderen Städten Boliviens kam es zu gewaltigen Straßendemonstrationen, bei denen die Kriegserklärung an Paraguay gefordert wurde. — Bereits vor drei Jahren konnte nur dank dcr schnellen Vermittlung des Präsidenten von Argentinien, Irigoyen, ein bewaffneter Zusammenstoß vermieden werden. Asuncion und La Paz hatten die Truppen mobilisiert und paraguaysche Freischärler hatten sich auf dem Pilkomayo eingeschifft, um die Bolivianer mit Gewalt aus dem Choco zu verdrängen. Die nationale Leidenschaft ist bis zu m äufjerften entfacht, denn im Grunde -hat das einsame Fort „Vanguardia", das im fast unbewohnten und undurchdringlichen Urwald des Chaco steht und um das der Kampf geht, keinen Wert; weder für Paraguay noch für Bolivien. Aber man muß sich vergegenwärtigen, daß Bolivien seit dem Kriege, den es vor nun fast 50 Jahren an der Seite von Peru mit Chile führte, vom Zugang zum Stillen Ozean zurückgedrängt ist und daß es gerne einen Hafen am Paraguay- ft r o m besitzen möchte, um eine direkte Verbindung zur Außenwelt zu gewinnen. Bolivien hat ein na» türliches Expansionsbedürfnis, Paraguay wieder ist keineswegs gewillt, den bolivianischen Aspirationen entgegenzukommen. Die Rechtsfrage wegen des strittigen Besitzes im Chaco läßt sich schwer entscheiden. Beide Staaten führen für ihre Besitzansprüche gewichtige Gründe an, aber man darf nicht vergessen, daß es sich um Gebietsstreifen handelt, die der Kultur nicht erschlossen sind, zu denen weder Weg noch Steg führt, und die kaum jemals vermessen wurden. Bolivien hat rund 3,5 Mill. Einwohner, Paraguay etwa 1 Million bei einer Ausdehnung, die ungefähr der des Deutschen Reiches gleichkommt. 3n beiden Ländern bilden halbzivilisierte Indianer die Mehrheit der Bevölkerung. In Paraguay gibt es zahlreiche deutsche Kolonisten, die paraguaysche Staatsbürger geworden sind und zum Kriegsdienst eingezogen werden können. Das bolivianische Militär ist von Deutschen ausge- bildet und auch in Bolivien gibt es viele Deutsche. Es wäre der Gipfel der Tollheit, wenn sich wegen des Chacostreites deutsche Brüder in der Ausübung ihrer Pflicht als Staatsbürger bekämpfen mühten. Bei der chauvinistischen Stimmung in Asuncion und La Paz muß mit dieser Möglichkeit gerechnet werden, wenn es nicht gelingt, in letzter Stunde das Unheil abzuwenden. Das Grünberger Waldschwimmbad. Am vorigen Sonntag wurde das von unserer Nachbarstadt Grünberg erbaute Wald- Schwimmbad eingeweiht. Das Bad liegt vor den Toren von Grünberg abseits der Landstraße Grünberg—Mücke. Der Talgrund, in dem man das Bad errichtet hat, wird zum Teil von Hochwald um- säumt, der einen prächtigen Hintergrund gibt, während in südwestlicher Richtung der Ausblick auf das Wettertal ba^ Auge ber Besucher erfreut. Unser nebenftefjenbes Bild zeigt, nach einer Photographie von Herrn Andr. Kothe (Grün- berg), das Schwimmbad im festlichen Schmucke der Einweihungsfeier, seitwärts und im Hintergrund den Hochwald Wirtschaft. Wochenbericht tom Frankfurter Gchlachtviehmarkt. Am Großviehmarkt betrug der Auftrieb 1345 Stück gegen 1633 Stück in der Vorwoche. Das Geschäft war zwar ruhig, doch wurde ber Markt ausverkauft. Für alle Gattungen traten Besserungen ein, unb zwar für Ochsen, Bullen unb Kühe von je 1 Mark unb für Färsen von 1 bis 3 Mark. Ochsen al) 31 bis 35, a2) 27 bis 30, bl) 24 bis 26; Bullen a) 26 bis 30, b) 22 bis 25; Kühe a) 25 bis 28, b) 20 bis 24, c) 14 bis 19; Färsen a) 31 bis 35, b) 27 bis 30, c) 24 bis 26. Am Kälber markt konnte sich trotz oerminder- ter Zufuhren bas erhöhte Preisniveau ber Vorwoche nicht voll behaupten; beste Mast- unb Saugkälber gingen um eine Mark zurück, mittlere unb geringe Kälber blieben bagegen unoeränbert. Nach mittelmäßigem Hanbel würbe ber Markt geräumt. Der Auftrieb war mit 1599 Stück um 268 Tiere geringer als in ber Vorwoche. Kälber b) 37 bis 39, c) 31 bis 36, d) 25 bis 30. Der Auftrieb von insgesamt 179 Schafen (gegen 188 Stück in ber letzten Woche) mürbe nach ebenfalls mittelmäßigem Geschäftsgang ausverkauft. Die leicht erhöhten Notierungen ber Vorwoche blieben unoeränbert. Schafe al) Weibemast 26 bis 30, b) mittlere Maftlämmer 20 bis 25, c) fleischiges Schafvieh 13 bis 19. Am Schweinemarkt konnte sich auf Grunb ber merklich verringerten Beschickung eine stärkere Aufwärtsbewegung ber Preise burchsetzen, unb zwar lagen fast alle Gewichtsklassen um 4 Mark höher, mit Ausnahme ber Klasse E (120 bis 160 Pfb.), die nur 2 Mark gewann. Bei mittelmäßigem Geschäfts- oerlauf fanb ber Zutrieb von 4875 Stück (gegen 6302 Stück) glatt Unterkunft. Schweine b) 46 bis 48, c) 44 bis 48, d) 42 bis 47, e) 38 bis 45, k) unb g) nicht notiert. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Am Roggenmarkt hielt man die Lage für nicht so ungünstig, da in einzelnen Gegenben die Ernte bereits eingefahren sei. Der Preis ging zunächst um 2,5 Mark per Tonne zurück, blieb dann aber sehr stabil. Neuer Roggen auf kurze Lieferung war ebenfalls befestigt, doch nicht so sehr, weil neue Ware in einigen Tagen schon in größeren Mengen erwartet wird. Die Herbstsichten lagen meist schwächer. Am Futtergetreidemarkt war bas Angebot in alterntiger Ware recht knapp; da sich aber Fein größerer Bedarf einstellte, blieb die Notiz für Hafer unverändert. In neuer Wintergerste war bas Geschäft immer noch ziemlich eng. Der Preis schwächte sich um fünf Mark per Tonne ab. Kraftfuttermittel lagen ziemlich matt. Nur Biertreber unb Trockenschnitzel waren gut gefragt unb befestigt; in ersteren hat sich die Konkurrenz bes Auslandes infolge schwieriger Devisenbeschaffung erheblich vermindert. Das knappe 'Angebot führte zu einer Erhöhung bes Preises um v,50 Tiarf. Kleie lag sehr still, wobei Roggenklcie leicht abbröckelte. Der Kartoffelmarkt zeigte in ber abgelaufenen Woche ein stetigeres Aussehen, weil die starken Anlieferungen ber letzten Wochen erh-bl:ch nachgelassen haben. Der Absatz hat jeboch keine stärkere Belebung erfahren. Die Notiz für Ersttinge hiesiger Gegend blieb mit 3,40—3,50 Mark unverändert, während Böhms allerfrüheste gelbe mit 2,35—2,45 Mark um weitere 0,30 Mark per 50 Kilogramm nachgaben. Berlin zuversichtlich. Herrin, 31.Juli. (WTB. Funkspruch.) Am Vor- abend politischer Ereignisse, die für Jahre hinaus das Schicksal bes beutschen Volkes bestimmen!) beeinflussen bürsten, wirkte es überraschenb, baß die heutige Börse in ausgesprochen freundlicher und sogar in etwas lebhafterer Haltung verkehrte. Die Verkündung bes Burgfriedens scheint bei der Kundschaft bes In- unb Auslanbes neue, wenn auch nicht sehr erhebliche unb nur auf Spezialwerte zu oersprechenbe Kaufaufträge ausgelöst zu haben, benen sich bie Spekulation in dem Bedürfnis, vor den Wahlen glatt zu sein, mit Deckungen anschloß. Die Zwangsoerkäufe für Selig» mann-Köln, die speziell den Montanmarkt in den letzten Tagen belastet hatten, wurden heute nicht mehr beobachtet, dagegen sprach man wieder davon, daß bas Auslanb Gelber aus Still- haltekonten anlegt. Diskutiert, aber kurs- mäßig ohne Einfluß blieb bie gestrige Straßer-Rede im Rundfunk, bie sich verschiebenttich gegen bie Börse unb bas Privatkapital roanbte. Während im allgemeinen bie Kurse nur um 1 Prozent gebessert lagen, zogen AG. für Verkehrswesen, Allgemeine Lokal unb Kraft, Bemberg unb Philipp Holzmann bis zu 2^ Prozent an. Salzdetfurth waren sogar 3 Prozent höher. Im Gegensatz zu ber Allgemeintenbenz eröffneten Harpener unb Siemens '/; bis % Prozent schwächer, holten aber im Verlaufe ihre Anfangsverluste wieder auf. Ueberhaupt wurde eine Schwächeperiode nach den ersten Kursen sehr schnell wieder überwunden, und in ber Bevorzugung von Spezialwerten blieb bie Tenbenz auch im Verlaufe sehrzuoersichtlich. Deutsche Renten lagen uneinheitlich. Anleihen unb Reichsschuldbuchforderun- gen waren eher bis zu Vx Prozent gebessert. Der Markt ber Auslanbrenten hatte kaum Umsätze zu verzeichnen. Frankfurt seit. Frankfurt, 30. Juli. (WTB. DrahtmeLbung.) Die freundliche Haltung ber letzten Tage blieb auch an ber Wochenschlußbörse bestehen, wenngleich im Hinblick auf bie morgige Wahl eine gewisse Zurückhaltung unverkennbar war. Die Spekulation schritt zu kleinen Deckungen und einigen Meinungskäufen, wobei in ber Hauptsache bie Hoffnung, baß bie jetzige Regierung auch nach der Wahl weiter bestehen bleiben werde, maßgebend war. Dazu kam die feste Haltung Wallstreets, auch das Aufyören der Zwangsverkäufe für Seligmann befriedigte. Gegen bie Abendbörse ergaben sich durchschnittlich Befestigungen von ca. 1 v. H. Lebhafter waren am Montanmarkt Rheinstahl, die 1,65 o. H. anzogen. Stahlverein gewannen 0,75 o. H. IG., Rütgerswerke und die Mehrzahl der Elektroaktien lagen bis zu 1 v. H. höher. Für Schifffahrtswerte, bie erneut 0,65 v. H. freundlicher lagen, erhielt sich ebenfalls das letzttägige Interesse. Reichsbahnanteile gewannen ca. 1,25 o. H. Im Gegensatz zur Allgemeintendenz standen Zellstoff Aschaffen- burg, die 1,25 o. H. einbüßten. Deutsche Anleihen lagen ebenfalls weiter fester bis zu 0,25 v. H. höher, ebenso zogen Reichsschuldbuchforderungen leicht an. Täglich machen findige Hausfrauen neue Entdeckungen — was man nicht alles mit Henkels iMi reinigen kann: Schmucksachen, wie Ketten, Ringe, Armbänder, Steine oder Perlen, glitzern nach einer Behandlung mit iMi in bestechender Klarheit. Die Sachen bürstet man mit einer alten Zahnbürste in einer warmen Lösung ab, spült mit klarem Wasser nach und poliert darauf mit einem weichen Flanellappen. 4976V Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen. Reisewinke. Für Ordnung und Sauberkeit in den $ö en! 3m Interesse des Reiseverkehrs und der Reisenden selbst liegt es, wenn die Bestrebungen der Reichsbahn, in den Bahnhöfen, auf den Bahnsteigen und besonders auch in den -Zügen Ordnung und Sauberkeit durchzuführen, vom Publikum unterstützt werden. Leider kann man nicht selten beobachten, daß Reisende Papier, Obst- und Tabakwarenreste oder leere Behälter weg werfen. 2luf den Bahnhöfen sind Reisende wiederholt auf weggeworfenen Obstresten ausgeglitten und dabei zu Schaden gekommen. Auch besteht vielfach Gleichgültigkeit gegenüber Bestimmungen, die dem 3n- Wanderfahrten. Herborn — Rennweg — Bellersdorf — Bermoll — Bieber. Mit dem Frühzuge fahren wir nach Herborn. Ohne die Stadt weiter zu berühren, gehen wir den Bahnkörper entlang gelben liegenden Kreuzen nach, die uns auf der ganzen Strecke den Weg zeigen. Bald verlassen wir die Straße, um in ziemlichem Anstieg die Höhe zu erreichen, wo man einen hübschen Blick auf das Dilltal hat. Oben beginnt der Hessische Rennweg, ein uralter Verbindungsweg, der stundenlang durch wenig begangene Waldungen, die sog. Hörre führt. Um die Mittagszeit gelangen wir nach Bellersdorf, wo gute Einkehr ist. Der Weitermarsch führt zunächst auf guter Landstraße mit prächtigen Ausblicken auf die Westerwälder Berge, namentlich Greifenstein, über Bermoll zur großen Heide, wo man einen schönen Blick auf das hochgelegene Hohensolms hat. Auf lauschigen Waldpfaden geht der Weg am Fuße des Altenbergs her, immer mit hübschen Ausblicken zum Endziel Bieber. Dauer der Wanderung: 5% Stunden. Butzbach — Lbers-Göns — Cleeberg — Butzbach. Mit Sonntagsfahrkarte fahren wir nach Butzbach, steigen empor zum Schrenzer, über den der hier gut erhaltene Limes läuft. Die Nachbildung eines römischen Holzturmes dient als Aussichtsturm, von dem sich ein weiter, schöner Blick über die Wetterau mit der nächsten Ruine Münzenberg erschließt. Hinter dem Pfahlgraben wandern wir blauen Punkten nach durch Wald nach dem schmucken Dorf Ebers- Göns mit schönen alten Fachwerksbauten und Hoftoren. Auch hat sich hier die kleidsame Hüttenberger Tracht noch ziemlich erhalten. Das Zeichen führt uns weiter über den 356 Meter hohen Kümmelberg nach dem, hoch über dem Cleebachtale malerisch gelegenen, von einer Ruine überragten Cleeberg. (Gute Gasthäuser.) Von hier leiten uns schwarze Punkte durch Feld und Wald, vorbei an dem gastlichen Forsthaus Butzbach nach unserem Ausgangspunkt Butzbach zurück. Dauer der Wanderung: 4% Stunden. 3m Faltboot durch das Frankenland. Wenig bekannte, schöne Fahrtmö tichkeitcn. Heber die Eignung der nordfränkischen Gewässer 3um Faltbootfahren herrscht vielfach noch große Unklarheit. Ost wird der Obermain erst von Lichtensels ab fahrbar bezeichnet, da die Flußführer dem fremden Paddler den Fahrtbeginn von hier aus vorschreiben. Tatsächlich kann der Main, sogar im Hochsommer, schon ab Kulmbach befahren werden. Gerade der Obermain, der sich in schmalen Windungen zwischen den Ausläufern des Franken- wal-des und des Jura dahinschlängelt, ist besonders reizvoll. Kulmbach—Lichtensels ist eine bequeme Tagestour (DKV.-Stationen mit Zeltplätzen in Schnen oberhalb Lichtenfels oder Neundorf unterhalb Lichtenfels.) Von hier aus ist der Besuch von Schloß Banz, der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen und des Staffelberges zu empfehlen. Ferner ist mit günstiger Bahnverbindung das 18 Kilometer entfernte Koburg leicht zu erreichen. Noch weniger bekannt ist, daß die Rodach, in ihrem Oberlauf die „wilde Rodach" genannt — allerdings nur bei günstigem Wasserstand (Anfragen bei Gast" wirt Schultheiß, Oberlangenstadt) — fahrbar ist, und durchaus den Charakter eines Wildwafsers hat. Von Kronach bis zur Mündung in den Main und nach Lichtenfels ist es ebenfalls nur eine kurze Tagesfahrt. Der Wildfluß der Fränkischen Schweiz, die Wiesent, ist ab Doos befahrbar. Besonders genußreich wird eine auf zwei Tage ausgedehnte Fahrt, wobei man die schönsten Plätze der Fränkischen Schweiz passiert, und die flußabwärts bis Kirchehrenbach durchgeführt werden kann. Ausgangspunkt dieser Fahrt ist Forchheim-Gößweinstein. Zusammengelegte Faltboote werden auf der Reichsbahn bei Entfernungen bis zu 250 Kilometer gegen Lösung von Fahrradkarten als Gepäck befördert. Neuerdings können Faltboote auch in die Abteile für Reifende mit Traglasten mitgenommen werden. teresse der Reisenden dienen sollen. Man nimmt z. B. zuviel Handgepäck mit in die Abteile und belegt oft mehr Plätze, als dies der Zahl der gekauften Fahrkarten entspricht. Oft genug kann man auch Reisende beobachten, die ihre Füße auf die Sitze legen, ohne wenigstens eine Unterlage zu verwenden. Fenster werden ohne Rücksicht auf die Mitreisenden geöffnet, und das Rauchverbot in Richtraucherabteilen vielfach nicht beachtet. 3eb& sollte dazu beitragen, Ordnung und Sauberkeit durchzuführen! Ostpreußen hat 1202 Leen! Man liest in Schilderungen Ostpreußens oft das Schlagwort „Land der 1000 Seen". 3n Wirklichkeit sind es viel mehr; die Statistik, die das Fischereiinstitut der Universität Königsberg kürzlich aufgestellt hat, beweist es: Ostpreußen besitzt genau 1202 Seen, die unbedeutenden „Tümpel" abgerechnet! Insgesamt bedecken sie eine Fläche von 117 826 Hektar. Von allen ostpreußischen Regierungsbezirken ist der Bezirk Allenstein mit 673 am seenreichsten. Der größte See Ostpreußens — zugleich, nach dem Mürihsee in Mecklenburg, der zweitgrößte Binnensee Deutschlands — ist der 10 588 Hektar bedeckende Spirdingsee. An zweiter Stelle folgt mit 2914 Hektar der Kissainsee (Kreis Anaer- burg), an dritter mit 2498 Hektar der Löwenthin- see bei Lötzen. Zwischen Schwarzwald und Vogesen. Deutschlands wärmste Gegend — der Kaiserstuhl. Von Franz Schneller, Freiburg. Mitten zwischen den stahlblauen Wänden des Schwarzwaldes und der Vogesen, dicht an der Eisenbahnlinie Offenburg—Freiburg, erhebt sich aus grüner Wiesenflut d i e Vulkaninsel des K a i s e r st u h l s, auf dem der Sage nach die alten Kaiser zu Gericht saßen. Im Sonnenbrennspiegel des Kaiserstuhls fängt sich das erste Frühlingslächeln auf deutscher Erde. Hier duften die frühesten Blumen des beginnenden Jahres. Der scharfraypige, reichHebuckelte Bergschild am Oberrhein von knapp 43 Kilometer Umfang ist eine einzigartig geformte Landschaft mit dem grobmarmornen Klotz des Badberges als Mitte. Drei warme Quellen, in deren Wasser die Salamander ohne Winterschlaf auskommen, erinnern an die unruhigen Tage des Gebirges. Die in Urzeiten angewehte Lößpanzerung der Insel bildet die Kulturzone mit tiefen Hohlwegen, Kriegshöhlen, amphitheatralischen Terrassen und in zäher Arbeit abgetreppten Gehängen. Sie geben der Landschaft die lichteren Züge. Die hufeisenförmigen Kämme mit dem Toten- köpf (585 Meter) tragen jenen struppigen Bauernwald, der nach Ansicht der Wissenschaft noch alle Holzarten des germanischen Urwaldes aufweist. Hier stehen Kiefern, verschiedene Arten von Buchen, Eichen, Espen, Eschen, Eiben, darunter gedeihen Nainweide, Sauerdorn, Hartriegel, Mehlbeerbaum, Schneeball, wilde Rebe und wilde Kirsche. Schlehen, Pfaffenkäppchen, Sanddorn u. a. Durch die Reben ziehen gelbe Bänder der Zypr°'senwolfs- milch, schon von weitem sichtbar, und bie trockenen Gehänge sind grüngrau von Fettblattarten. Die sumpfigen Wiesen, der Faulen Waag bei Achkarren sind ein Paradies für di e Botaniker mit ihren seltenen Pflanzenarten, unter denen sich Orchideen finden, die sonst nur noch vereinzelt in Deutschland auftreten. Die sehr interessante Flora dieses kleinen Gebietes ist grundverschieden von der des benachbarten Schwarzwaldes. Ausgrabungen beweisen, daß hier ältester Sieblungsboden ist, um den ewig gestritten wurde. Ihm schenkte der Feld- obrist und Türkenb?zwinger Lazarus von Schwendi die aus Ungarn mitgebrachte Tokayerrebe, und der Wundarzt Lydtin führte in Ihringen, dem heißesten Orte Deutschlands, den Edelweinbau ein. Der Kaiserstuhl liegt noch im Regenschatten der Vogesen und im Bereiche seines Föhns. Ihm verdankt er zum Teil feine Wärme. Der Winter dauert hier im Durchschnitt 95 Tage, an denen nur an 20 Tagen wirklich Schnee liegt. Der Ort Rotweil weist ein Wintermittel von + 2,6 Grad auf und im Juli eine Sonnenscheindauer von 225 Stunden. Das Klima des Kaiferftuhls hilf anerkanntermaßen als sehr günstig für den Weinbau, der auf vulkanischem Boden feurige Weine liefert, von denen die Jhringer, Bickensohler, Achkarrer und Rotweiler als die besten gelten. Dem Forscher sind Stein, Pflanze, Tier, dem Wanderer der Landschaftszauber dieser seltsam anmuten- den Berggestalt mit Blick nach den M ü n st e r n oonBreisach,Freibura,Straßburg ein Wunder der Natur. Die der Westseite vorgelagerten Vulkane tragen Breisach, den ehemaligen „Schlüssel Deutschlands", „des römischen Reiches Ruhekissen", mit dem vom Marschall Vauban erbauten Rheintor im Auengarten des Rheinwaldes. Hoch auf einem Basaltfelfen, hart über dem grünen Strom, thront die tor- und mauernbewehrte Burgstädt mit dem alten Radbrunnen, der fast 50 Meter tief bis zur Rheinsohle reicht und schon zu Römerzeiten angelegt wurde. Den Stefcmsdom, der bis zum Jura und bis zur Burgunderpforte hinabblickt, schmücken eine alte Krypta mit nach außen geöffneten Arkaden, ein berühmter geschnitzter Altar „höher als mit Kirche" (mit einem köstlichen Seltner davor) und ergreifende Monumentalfresken, offenbar von Mar- tin Schongauer, der hier starb. Hinreißend schön ist der Rundblick vom ginnen- bekrönten Eckartsberg. Breisach ist alter Nibelungen- hoben, Trutzfelsen am Rhein, den die Blitze aller kriegerischen Gewitter trafen, die sich in tausend Jahren längs des Rheins entluden. Ilm eine Biegung rheinauf überragt die Burg Sponeck, die Nachbarin der Hohkönigsburg, den elsässischen Garten. Unb eine halbe Stunbe weiter bewacht bie Lim- bürg ben Stromübergang, bie Burg, um 1078 Woh- sitz Bertolb I., bes Herzogs von Zähringen, unb nach altem Volksglauben Wiege Rudolfs von Habsburg. Entzückenb unb unglaublich echt in ber Erhaltung bes Verträumten ist bas alte Städtchen Surf- heim, ansprechend auch in ihrer behäbigen Ruhe die Winzerstadt E n b i n g e n. Die wuchtigen hoben» ftänbigen Weine verraten wie bie lebhafte, auf- geschlossene Bevölkerung, bie stark ber elsässischen ähnelt, bas Temperament bieses heißen unb beson- beren Bobens. Run-flmkprogramm. Sonntag, 31. 3ull. 6.15: Don Hamburg: Hafenkonzert. 8.15: Katholische Morgenfeier. 9.15: Stunde des Chorgesangs. 10.00: Don Kufstein: Orgelkonzert auf der Heldenorgel. 10.30: „Bericht von einer neuen Wissenschaft", von Dr. Dolf Sternberger. 11.00: „George Satahana, der amerikanische Dichter- Philosoph" , Vortrag von Adolph S. Oko, Cincinnati. 11.30: Bettina-Briefe. 12.00: Mittags- Konzert. 13.00: Konzert. 14.10: Stunde des Landes. 15.00: Stunde der Jugend. 16.00: Baden- Baden: Konzert des Städtischen Orchesters. 18.00: Internationales Flugmeeting in Zürich. Hörbe- richt von Paul Laven. 18.25: Dreißig bunte Minuten. Leitung: Falke-Leonhardt. Orchesterkonzert. 19.00: Don Berlin: Konzert. Dazwischen: Bekanntgabe der Wahlergebnisse bis zur Feststellung des vorläufigen Endresultats. Montag, 1. August. 7.05: Bad Homburg: Frühkonzert. 12.00: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 13.30: Mittagskonzert. 15.20: „Gerechtigkeit, die wir üben — Gerechtigkeit, die wir erwarten", Betrachtungen zum internationalen Rationalitätenkon- greß in Wien vom 29. Juni bis 1. Juli 1932. Don Dr. Rosa Kempf. 17.00: RachmittaKskon- zert des Rundfunkorchesters. 18.25: „Gute und schlechte Tanzmusik", Vortrag von Manfred Du- kofzer, Heidelberg. 18.50: Englischer Sprachunterricht, erteilt von Oberstudienrat Paul Olbrich. 19.30: Bad Kissingen: Unterhaltungskonzert des Philharmon. Orchesters München. 20.30: Don Salzburg: Dom-Konzert. 22.00: Don Berlin: Zeitbericht. „Die Prohibition in USA.“ 23.00 bis 24.00: Rachtmufik. Dienstag, 2. August. 7.05: Bad Pyrmont: Frühkonzert der Kurkapelle Bad Pyrmont. 12.00: Konzert auf Schallplatten. 13.30: Freiburg: Unterhaltungskonzert. 17.00: Desperkonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 18.25: Stunde der Arbeit. „Lohn- Probleme in der Wirtschaftskrise", Vortrag von Dr. Josef Sondek. 18.50: „Die Bestimmungen der Rotverordnung vom 14. Juni 1932 auf dem Gebiet der Sozialversicherung und Militärverfor- gung", Vortrag von Oberregierungsrat Dr. Kümmerten. 19.20: Rudererbleibe in Groß-Auheim. Hörbericht von Lorenz Eismaher. 19.30: Deutsche Troubadour- und Minnelieder aus dem 13. und 14. Jahrhundert, zur Harfe gesungen von Erich Burger. 20.00: Kirchweih in Weilburg an der Lahn. Hörbild von Ernst Rebhut. 20.30: Von Berlin: Simplicius, Operette von Johann Strauß. 20.50: Unterhaltungskonzert des Philharmon. Orchesters Stuttgart. 22.00: Anekdoten von Kleist. 22.45 bis 24.00: Rachtmufik der Tanzmusik der Stuttgarter Philharmoniker. Mittwoch, 3. August. 7.05: Bad Pyrmont: Frühkonzert der Kur- kapelte. 12.00: Konzert des Reuen Münchener Symphonie-Orchesters. 13.30: Konzert auf Schallplatten. 15.15 bis 16.15: Stunde ber Jugend. 17.00: Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Städtischen Kurorchesters. 18.25: Aus den Briefen der portugiesischen Rönne Marianna Alcoforado. (Deutsch von Rainer Maria Rilke.) 18.50: „Das Saarproblem", Vortrag von F. H. Hansen, Frankfurt a. M. 19.20: Reues aus aller Welt. 19.30: Mannheim: Badische Dichter. 20.00: Unterhaltungskonzert des großen Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 20.45: Das Frankfurt des jungen Goethe. Hörbild von Ludwig Marcuse. 22.00: Deutsche Reden. Rudolf G. Dinding spricht. 22.45 bis 24.00: Rachtmufik. Donnerstag, 4. August. 7.05: Bad Homburg: Frühkonzert. 12.00: Konzert auf Schallplatten. 13.30: Konzert. 15.00 bis 16.00: Stunde der Jugend. 17.00: Baden-Baden. Konzert des Städtischen Orchesters. 18.25: Zeitfragen. 18.50: „Tarifvertrag und Schlichtungswesen notwendig?", Gespräch zwischen Geschäftsführer Otto vom DHD. und Syndikus Dr. Kühne vom Allgem. Arbeitgeber-Verband. 19.30: Unterhaltungskonzert des Philharmon. Orchesters Stuttgart. Deutsche Märchenmusik. 20.40: Stunde der Kammermusik. 21.40: Volkstümliches Symphonie-Konzert des Philharmon. Orchesters Stuttgart. 22.45: Funkstille. Jreitag, 5. August. 7.05 Uhr: Bad Homburg: Frühkonzert. 12: Konzert. 13.30: Konzert auf Schallplatten. 17: Vesperkonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 18.25: Mannheim: „Lob und Strafe in der Jugenderziehung", ein Zwiegespräch zwischen einem bekümmerten Vater und Professor Ludwig Basinzki, Heidelberg. 18.50: „Die Bedeutung ber auf ben Menschen übertragbaren Tierkrankheiten". 19.30: Maulbronn: Vom ßänbertreffen ber sübbeutschen Gaue bes Jungborn: Eine Feierstunbe in Worten unb Liebern, Weihe ber Jugend an das Volk. 20: Don Salzburg: Anläßlich ber Salzburger Festspiele: Johann Strauß. 21.40: Aus Neuyork: Kurt G. Sell: „Worüber man in Amerika spricht". 22: Lieber zeitgenössischer Komponisten. 22.50 bis 24: Don Wien: Nachtmusik. Samstag, 6. August. 7.05 Uhr: Bab Mergentheim: Frühkonzert bes Kurorchesters. 12: Konzert auf Schallplatten. 13.30 bis 14.30: Pforzheim: Mittagskonzert bes Pforzheimer Symphonie-Theater-Orchefters. 15.30: Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskonzert. 18.25: „Verteilung bes Nutzens zwischen Kapital, Arbeit unb Unternehmertum", Vortrag von Paul Alt. 18.50: „Bebeutungswanbel ber Mittelstänbe", Vortrag von Dr. 21. Wagner, Wiesbaben. 19.30: Handharmonika- Konzert bes 1. Freiburger Handharmonikaklubs. 207 ' Baubenzauber in Schlesien. Hörfolge. 21: Aus bem Stabion Ulm: Militär-Großkonzert. 22.45 bis 0.30: Von Berlin: Tanzmusik ber Kapelle Hans Schinbler. Spiclplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 31.Juli., 19.30 bis nach 22.30 Uhr: „Die schöne Helena". — Montag, 1- August, geschlossen. — Dienstag, 2.20 bis 22.45: „Der fliegende Holländer". — Mittwoch, 3.. 20 bis 23: „Im weihen Röhl". — Donnerstag, 4-, 20 bis gegen 23: „Die Toni aus Wien". — Freitag, 5-, 20 bis 23: „3m weißen Röhl“. — Samstag, 6., 19.30 bis gegen 23: „Tannhäuser".— Sonntag, 7-, 20 bis gegen 23: „Die Toni aus Wien". Schauspielhaus. Sonntag, 31. Juli, 19.30 bis nach 22 Uhr: „Des Esels Schatten". — Montag, 1. August, 19.30 bis nach 23: „Egmont". — Dienstag, 2., 20.15 bis nach 23.30, auf dem Römerberg: „Geschichte Gottfriedens von Berli- chingen mit der eisernen Hand (Urgöh) (bei ausgesprochen schlechtem Wetter im Schauspielhaus). — Mittwoch, 3-, 20.30 bis nach 23, auf dem Römerberg: „Egmont" (bei ausgefpr. schlechtem Wetter im Schauspielhaus). — Donnerstag, 4., 10.30 bis nach 14: „Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eifernen Hand (Urgöh)" (geschlossene Vorstellung für Erwerbslose). 20.30 bis nach 23, auf dem Römerberg: „Egmont". — Freitag, 5-, 20.15 bis nach 23.30, auf dem Römerberg: „Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand (Urgöh)". — Samstag, 6., 20.15 bis nach 23.30, auf dem Römerberg. „Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand (Urgöh)". — Sonntag, 7., 20.30 bis nach 23, auf dem Römerberg: „Egmont". SlensuugeLhos „<1D Slot. Mücke i.VogelSb. (Strecke Sleßen-Zulda) Shrrlstlich. Erholungsheim Als Erholungsstätte sehr empfohlen. 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Die Bezeichnung war an Lil Körner hängengeblieben und stammte von der Baronin, die sich des Ausdrucks gegen Frau von Welp sehr oft bedient hatte. Frau von Welp sorgte dann für die Verbreitung. Kurz nach achtzehn ilfjr betrat Dr. Werner Sturm die elegante Villa im Vorort Rödelheim. Meta führte ihn zu der Gräfin, die ihn mit einer vorher vor dem Spiegel genau ein studierten Miene empfing. Mit einem ganz schwachen Lächeln und ernsten, nachdenklichen Augen. Er be- grühte sie und nahm auf ihre Aufforderung Platz. Da sahen sie sich denn gegenüber in dem schönsten -Zimmer des Hauses. In Hellgrün und Gold war der Raum gehalten. -Zierliche Möbel der Rokokozeit standen umher wie in zärtlicher Erwartung. Das mattgrüne Kleid Celias mit den weihen Stickereirosen patzte hierher, wie eigens dafür gearbeitet. Patzte zu den Bezügen der Sitzmöbel, den Decken und Teppichen. Das Zimmer war wie ein schöner passender Rahmen für Celia, älnd sie wutzte das. Ohr mattes Lächeln wurde ein bitzchen stärker. „Ich habe Sie um eine Unterredung gebeten, Herr Baron, weil —“ Er unterbrach sie: „Bitte, lassen Sie den Titel, ich höre es lieber, wenn man mich mit meinem Derufstitel anredet, Frau Gräfin." Sie nickte. „Ich weih das ja längst, was alle wissen, Verzeihung, es war eine kleine Entgleisung. Also, Herr Doktor, ich bat Sie um «ine Unterredung, weil ich seit ein paar Tagen von einer Idee verfolgt werde, über die ich mit Ihnen sprechen möchte. Ich will rasch zur Sache kommen. Ich hovte natürlich von Ihren Erfolgen, schwere Lähmungen durch Ihre neue Heilmethode zu kurieren und nehme, wie Wohl jeder Mensch von Gefühl, lebhaften Anteil. Datz Sie vor allem auch den Armen umsonst helfen, hat mir über alle Matzen gefallen. Ich las, datz Sie gern ein Krankenhaus hätten, das nach Ihren Anordnungen eingerichtet würde, und das für Sie nötig ist, um in gröberem Matzstabe helfen zu können." Sie schob eine kl«ine Pause ein und sah ihn mit grotzen, sanftblickenden Augen an. „Das geht mir nun fortwährend km Kopfe herum und eine innere Stimme sogt mir, da ich imstande dazu bin, müsse ich Ihnen helfen. Vie sind ein Grotzer der ärztlichen Wissenschaft, las ich neulich in einem Blatt, Herr Doktor, und ich wäre stolz darauf, Ihnen das Geld zur Verfügung stellen zu dürfen, das Sie für Ihr« menschenfreundlichen Zweck« benötigen. Ich bin reich, und dazu imstande, autzerdem täte ich es von Herzen gern." Ihre Stimm« war ganz innig: „Lieber Herr Doktor, bitte, lassen Sie mich helfen! Es geschieht nicht allein für Sie, den ich sehr achte und verehr«, sondern auch für die armen Menschen, di« Sie gesund machen können, wenn es erst ein „Werner-Sturm-Krankenhaus" gibt." Werner Sturm hatte nicht geahnt, datz ihm die Gräfin, die ihn immer ein wenig abstietz, weil sie ihm zu leichtlebig und oberflächlich schien, einen solchen Vorschlag machen würde. Er war im wahren Sinne des Wortes jetzt sprachlos. Die Gräfin fuhr fort: „Ich bitte Sie dringend, mein Angebot airzunehmen, aber im übrigen zu tun, als wenn ich gar nichts mit der Angelegenheit zu schaffen habe. Ich möchte nicht, datz man über mich spricht. Es ist mir «in Herzensbedürfnis, zu helfen, aber es braucht nicht an di« grotz« Glocke zu kommen. Sie sind mir auch keinerlei Donk schuldig. Den Dank werde ich in dem frohen Gefühl finden, datz ich an einem Werk der Barmherzigkeit helfen durfte. Das genügt mir." — Sie hatte immer lebhafter gesprochen, immer überredender und nun sah sie ihn hinreitzend und bittend an und ihr hübsches Gesicht war feierlich ernst, während sie gespannt darauf wartete, wie er ihren Vorschlag aufnehmen würde, diesen Vorschlag, durch den sie sich den Mann, den sie begehrte, einfangen wollte. Geld herzugeben nur aus Menschenliebe, wäre nach ihrer Ansicht die dümmste Dummheit, die man nur machen konnte. Ganz fein und geschickt hatte sie di« Schlinge gelegt, in die der Mann hineinlaufen sollt«. Werner Sturm sah noch immer stumm da. Er schämte sich vor Celia Kurzmann, die er bisher für eitel und oberflächlich gehalten. Wie so ganz anders war sie. Güte und Menschenliebe wohnten in der hübschen jungen Frau, die er in Gedanken spöttisch die „lustige Witwe" genannt. Jetzt sprach er endlich. Seine Stimme war warm und herzlich. „Frau Gräfin, ich brauche wohl nicht erst zu betonen, wie sehr mich Ihr Vorschlag überrascht hat, denn Sie sehen es mir sicher an. Ich möchte bei dieser Gelegenheit vor allem feststellen, ich habe Sie bisher falsch beurteilt, sehen Sie, ich hatte Ihnen nicht das geringste Interesse für diese Dinge zugetraut, die mir jetzt so sehr am Herzen liegen, und ich gestehe Ihnen das ganz offen. Ich glaube, ich bin Ihnen das schuldig, besonders weil Sie mir das Anerbieten so ohne Anspruch darauf machten, datz Ihr Rame dabei genannt wird." Sie unterbrach ihn mit einem kleinen Freudenschrei, der nicht aus dem Herzen kam, der aber ihrer Derstellungskunst ausgezeichnet gelang und echt klang. ,Dh, mir scheint, ich darf hoffen, Sie nehmen mein Angebot an, das macht mich unsagbar glücklich!" Sie senkte ein wenig den Kopf. „Ich fürchtete schon, Sie wollten vielleicht nichts davon wissen, weil ich selbst Ihnen unsympathisch bin." Er schüttelte langsam den Kopf. „Rein Frau Gräfin, unsympathisch ist ein falsches Wort dafür." Er dacht«, eigentlich hatte sie recht, sie war ihm bisher unsympathisch gewesen, besonders, weil sie ihn zu sehr hatte merken lassen, datz er ihr gefiel und weil sie alles an Vergnügungen mitmachte, was es nur gab. Aber er begriff in diesen Augenblicken nicht mehr, datz sie ihm hatte unsympathisch sein können. Sie war ihm im Gegenteil plötzlich ungemein sympathisch. Ganz ungemein. Er fuhr fort: „Ihre Lebensweise fand vielleicht nicht ganz meinen Beifall. Ich begreife nicht, wie «ine Frau von einem Ball zum anderen, von einem Fest zum anderen eilen kann. Immer wurde Ihr Rame genannt, wenn man etwas hört« oder las über gesellschaftliche Veranstaltungen. Ihre Toiletten sind berühmt in Frankfurt. Sie lassen sich gern feiern und wenn Sie verreisen, geht es nach Paris, Berlin oder Wien, um neue Toiletten zu holen." Er lächelte. „Ich will ehrlich sein, ich fand, Sie leben zu sehr in der Hetz« des Vergnügens und der Ab- wechftung. Ich geb« aber zu, Sie sind jung und schön, und eigentlich ist's ja Wohl das Recht junger, schöner Frauen, chr Leben zu geniesten. Rachdem ich Weitz, datz m dem schönen Körper auch eine schöne Seele wohnt, stört mich nichts mehr an Ihnen. Ich glaube, wir könnten gute Freunde werden. Sie wollen armen, kranken Mitmenschen mit Ihrem Geld helfen, das ist «del von Ihnen, und deshalb schäme ich mich, Sie falsch beurteilt zu haben." Celia führte ihr Spihentüchlein an die Augen. Sie waren völlig trocken, aber Celia tat, als müsse sie ein paar Tränen Wegtupfen. „Können Sie sich nicht vorstellen, Herr Doktor, datz sich «ine Frau nur vielleicht deshalb, weil sie nicht einsam sein möchte, in den Gesellschaftstrubel stürzt. Flucht ins allzu weltlich« Treiben, hat oft als Grund Furcht vor der Einsamkeit. Ich habe sehr jung geheiratet. Mein Mann war viel älter. Er hätte reichlich mein Vater sein können. Ich war damals töricht und zu jung. In mittellosem Elternhaus bin ich grotz geworden, bin sehr früh verwaist und man riet mir, den Antrag Graf Kurzmanns anzunehmen. Ich tat es. Der Graf war gut, aber ein kränkelnder Mensch, der mich von aller Welt absperrte, mich wie in einem Gefängnis hielt. Als er starb, trotz seiner Kränklichkeit für mich Plötzlich und unerwartet, hatte ich das Gefühl, in vollen Zügen geniesten zu müssen. Ich tat es, aber ich will Ihnen di« Wahrheit sagen, Zufriedenheit hat mir dies Leben nicht gegeben Doch di« Einsamkeit jagt mich immer wieder hinein." Sie schluckte, als müsse sie Tränen bezwingen und ihre Schultern bebten ein wenig. „Hätte ich «in Kind, dann wäre mir wahrscheinlich jede Gesellschaftstoilette zuwider und jeder Tanz, aber daheim ist's so still, so still, und labe ich mir Bekannte ein, so ist gleich wieder zu lautes Lachen da und daS Grammophon oder Radio mutz spielen. Ich habe eben niemand, der zu mir gehört, das ist mein älnglück." Werner Sturm dachte, wie wenig Menschenkenner war er doch, denn falscher, als er Celia Kurzmann beurteilt hatte, konnte man es gar nicht mehr tun. Die hübsche Frau war nicht oberflächlich und nicht vergnügungssüchtig, sie war nur ein armes Menschenkind, das sich vor dem Alleinsein fürchtete. Celia Kurzmann säst erwartungsvoll da. Sie fand, sie hatte die vorher gut ausgedachte Rede ganz vorzüglich und an der richtigen Stelle angebracht. Männer wie Werner Sturm, mutzte man eben auf besonders überlegte Art und Weise einfangen. Sie hatte Freier genug, die ihrem Reichtum und ihrer modernen, gepflegten Schönheit volles Verständnis entgegenbrachten, aber Werner Sturm gefiel ihr besser als alle. Er nahm ihre Hand. „Frau Gräfin, ich schäm« mich wirklich vor Ihnen und bitte Sie, mir zu verzeihen. Ganz anders als vordem sehe ich Eie mit einem Male."«, Sie lieh ihm die Hand und strahlte ihn an. r „Ich bin sehr glücklich, ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie glücklich. Sie sollten nicht schlecht von mir denken, Sie nicht, das quält mich schon lange." Sie legte nun, wie unbewutzt, ihre Linke auf seine Hand, die ihre rechte hielt. „Ünd nicht wahr, wenn das Werner-Sturm-Krankenhaus fertig ist, dann darf ich mich manchmal auch ein ganz Flein wenig darum kümmern. Ich meine, dann erzählen Sie mir von den Heilungen und ich darf den Kranken Blumen bringen und den Genesenden Bücher. Es wäre eine Aufgabe für mich. Ich hätte Beschäftigung, hätte die Freude, Gutes zu tun." Er atmete tief auf, und allerlei Gedanken schossen durch seinen Kopf. Lil hatte ihn böse enttäuscht, aber warum sollte er deshalb immer einsam bleiben? Sie hatte, was sehr anzuerken- nen war, die letzten finanziellen Verpflichtungen ihres Vaters «ingelöst, und sollte in Amerika reich verheiratet sein, aber dieses trotzigen Mädels wegen braucht« er wirklich nicht auf ein Heim mit Well» und Kind verzichten. Sein« Mutter war herzleidend, er fürchtete, sie werde nicht besonders alt und sie bedrängte ihn schon seit langem, sich zu verheiraten. Sie hätte es gern gesehen, wenn er Celia Kurzmann heiratete. (5ortfehuna folgt.) Erhöhte Wirtschaftlichkeit. Ermäßigter Preis Achtung I Achtung I 5588 C Einladung besichtigen. B. Nuhn, G. m. b. H. Gg. Becker. 5572 D Von der Reise zurück Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen 5305 D Gießen / Wetzlar, 30. Juli 1932 01495 Statt Karten I 04493 Bekanntmachung Vermählte Gießen 5591 A 55F2D Seltersweg Gießen 5584 D die Preise sind ?Dxi$ fious dLex qutcM. Ql Dr. med. Karl Heinz Dombrowsky u.Lieselotte Dombrowsky, geb. Nowack I auf alle nicht extra ermäßigten Bekleidungsstücke, '0 selbst unsere Maßabteilung gibt große Rabatte! Karl Götz, Bankbeamter und Frau Hanni, geb. Melow der Wahlergebnisse. NSDAP., Ortsgruppe Gießen. Jn GescfiitöcJt Bekomm* l ich keif' * uncrrtidil Der Windhund mit den bekannten Stimmungskanonen Hugo Theis staatl. gepr. Dentist Telephon Nr. 3364 Platz-Konzert der SA.-Kapelle Friedberg und Spielmannszug der Standarte 116 am Samstag, dem 30. Juli 1932, abends 7 Uhr, In der Südanlage (am Gymnasium) NSDAP., Kreisleitung Gießen ________ ______________________________________558 )D Berlin-Bernau Gießen, im Juli 1932 Städtisches Dolksbad Gießen. Braubach. Aluminium- Schweiften u. sonstige Lchweitz- arbeilen bei billigst. Berechnung 04485 Job. Welithenrlch, Biegelpfad Nr. 14 Kraftverkehr Gießen—Annerod E Fahrplan ab 1. August 1935$ Ab Annerod: Samstag ............................ 7.10 Dienstag. Mittwoch, Donnerstag........13.00 Sonntag ......... 14.30 Dienstag,Mittwoch,Donnerstag, Sonntag. 19.00 Ab GieBen : Samstag............... 10.00 Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Sonntag. 15.30 Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Sonntag 19.20 Sonderwagen (20-Sitzer) Mk. 7.50 — Bestellung Tel. 3646 Gießen Die Unterzeichneten laden hiermit die Einwohner von Gießen und Umgebung ein, daä von ihnen erstellte Musterhaus in der Lieber Straße (Kreuzung Eisenbahn Fulda) in der Zelt vom 31. Juli bis 7. August, Sonntags von 16 bis 19 Uhr, werktags von 17 bis 19 Uhr zu Oie Schwimmhalle des städt. Volksbades bleibt wegen Znstandfetzungsarbeilen vom Montag/ dem 1. Aug.193r bis auf Weiteres geschlossen. Gießen, den 30. Zull 4932. Nal-Soz. Deutsche Arbeiterpartei Wahlbüro am Sonntag, dem 31. Juli 1932: SOL DAN, Seltersweg 50, Tel. 3786 Wagen zur Wahl für Kranke auf Anruf von 8-1 Uhr. Treffpunkt: abendsCafö Leib zur Entgegennahme Legen Sie ungefähr 30.- Mark an und schon erhalten Sie bei uns einen gar strapazierfähigen, reinwollenen Anzug - - und wenn Ihr Herz einen noch besseren Anzug begehrt, so um 40.- herum oder bis 50.- Mk. — - wie werden Sie uns für solch' einen wahren Qualitäts-Anzug dankbar sein-- Natürlich bringen wir Anzüge und Mäntel auch in den 20er Preislagen u. sogar schon unter20.-Mk. Wenh Sie erst unsere Lüsterröcke, Sommerhosen, Knickerbocker, Waschjoppen, unsere federleicht.Wettermäntel,Trenchcoats, Windjacken usw. sehen, unsere spottbilligen Preise dafür hören, dann begreifen Sie sofort, warum man dem Hause Köhler den Vorzug gibt. Lichtspielhaus Nur noch haute und morgen Sonntag Das packendste aller Erlebnisse Voruntersuchung mit Albert Bassermann, Gustav Fröhlich, Charlotte Ander. 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