Donnerstag, 5t. März 1952 182. Jahrgang Nr. 75 Erstes Matt Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck uub Verlag: vrLhl'fche U«werfiläl5-V»ch- Steinöruderei 8. Lange m Sletzen. Schnftleitung und Sefchäftrftele: Zchulstrafze 7. Tardieus Reise nach London Llnhaltbare Zeitungsverbote '2Iufforbcrung bestimmter M eldungen mit dem Ausdruck des Be- leilt.) Sie gemäßigte Rechte zum Vorschlag Hilgenbergs ard »aktion. Uhr. SaiMlag Dauer von drei lagen verboten, weil sie die des Dberpräftbentcn, den Abdruck - dem Iahrcr« a U d)u I c, bic irektor hüth« «chiilerzahl am aetrug. hiervon rima (omic 40 Ncueintritte an ccjla, sowie im oft die Schüler, bdjen. Während tte, so daß dar Aus (Brünberg n. Scnadjbnrtc imtifen babtn, rer'Qhmrn \\, i, S)omb«g mt> etwa 30 mch!' ic der Schuler ten 55 Schüler. ?r Leitung von chülergruppe in Anstalt besteht, art an den Lan> mungsarbett in Annahme von Anzeigen für die lagesnummcr t>is zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- Klameanzergen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 206/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Deranlwortlich für Politik Dr. Fr. Wilk. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Berlin, 31. Marz. (Priv. Tel.) Der Dbcrpräfi- bcnt der Provinz Schleswig-Holstein, Kürbis, hat die „Schleswiger Nachrichten" für die Kürbis Stellung. 3n dem Artikel heißt es u.a.: Den Oberpräsidenten in den Provinzen kann nicht das Recht zugestanden werden, den Abdruck von Nachrichten zu verbieten, die der Leser in seiner Zeitung lesen will. Diese Maß- nahme ist auch unvereinbar mit der Rechtslage, und es besteht kein Zweifel darüber, daß Herr Kürbis sich vor dem Reichsgericht zu seinen alten noch neue Lorbeeren erwerben wird. Ausgeschlossen ist es aber, daß es in Schleswig-Holstein verboten ist, einen Aufruf Hitlers den Lesern zur Kenntnis zu geben, während man in den übrigen Teilen des preußischen Staates diesen Aufruf bringen darf. Cs muh den ..Schleswiger Rachrichten" zur Ehre angerechnet werden, daß sie aus grundsätzlichen Erwägungen heraus es ab- gelehnt haben, in ihrer Zeitung einen Rückzieher zu machen. Mit Hilfe des Polizeibüttels und des' Gummiknüppels wird Preußen bestimmt nicht gesunden. Wir gehören gar nicht einmal zu denen, die der schrankenlosen Meinungsfreiheit das Wort reden, wir sind sogar der Meinung, der etwas unpopulären Meinung, daß es den Lesern bestimmter Zeitungen gar nicht schaden kann, wenn sie von Zeit zu Zeit einmal dieMeinung derRegierung hören. Tl n- möglich ist aber diese übertriebene Verbotspraxis. Man muß von der preußischen Regierung verlangen, daß sie an ihre unteren Organe Richtlinien herausgibt, die derartige Entgleisungen wie die des Herrn Kürbis verhindern. Hier wäre auch eine Aufgabe des Reichsinnenministeriums Wir haben gar fein Interesse daran, durch derartige Maßnahmen weiterhin politische Scheinmärtyrer zu schaffen, und sind der offnen Meinung, daß es z. CB. gar nicht schaden könnte, wenn Hitler einmal im Rundfunk spräche, am besten gleich in einem Zwiegespräch mit einem verantwortlichen Staats- m a n n. damit durch Rede und Antwort die politische Entscheidung in Deutschland geklärt wird. Berlin, 30. März. l'aljn zur Ä dk" nturn zur nMalt «m. 'e Einfuhrurq. Seit brr Mle unb brr 'Wü/cr an UMehr zwei Wt mürbe Michwft Ächt e Net schul, uortbilbunfls, ‘embroertretung - uns, nunmehr beschäftig, eht, in unserer °"en, bie länij- -eben zu rufen. ,°ber Irtigeficllt 11 ne in einer iemchl in ber iu laßen. ule. In ber festlich iertag bie Ein. 6 Knaben unb &°®*t täte 2 Bertlkor. 2’S , , elettn^ unterstelle, mache es vollkommen unmöglich darauf einzugehen. Da der Parteiführer des Landvolks, Dr. v. Hauenfchild-Tfcheidt. erst Donnerstagabend wieder in Berlin eintrifft, ist eine offizielle Entscheidung der Partei über den Hugen- berg-Vorschlag nicht vor Freitag zu erwarten. Es ist aber anzunehmen, daß die Stellungnahme Dr. Gerekes sich mit der Auffassung der Gesamtpartei vollkommen deckt. Oie Deutsche Bolkspartei nimmt zu dem Vorschläge Hugenbergs in folgender Weise Stellung: Herr Abg. Hugenberg stellt ein Programm für den Nationalismus auf, dem man sich durchaus anschließen kann. Die Deutsche Tolkspartei läßt sich in nationaler Gesinnung von niemand übertreffen. Die Stresemannsche Politik der Rheinlanddefreiung war eine eminent nationale Politik, obwohl sie von Herrn Hugenberg nicht anerkannt wird. Tie Deutsche Volkspartei führt nicht nur einen entschlossenen Kampf gegen den Sozialismus in jederlei Gestalt, sondern auch gegen dieschwarz- rote Koalition in Preußen. Das wahre Gesicht des Hugenberg-Vorschlages zeigt sich in der Bemerkung über die „schwankend zu ihm Kommenden". die bei ihm .eingeschmolzen" werden sollen. Damit zeigt Herr Abg. Hugenberg fein geistiges Unvermögen, überhaupt bürgerliche Sammlungspolitik zu betreiben. Wer anders als er denkt und handelt, ist noch lange kein Haltloser oder Schwankender, sondern ein Politiker, der von persönlicher ilebcrgeugung und vaterländischer Verantwortung ein ganz anderes Bild hat, als der deutschnationale Führer. Taß Herr Hugenberg Öen „nationalen Berus und die Sendung' habe, die bürgerliche Welt zu sammeln, muß nach älteren Erfahrungen ebenso wie nach den neuesten Erfahrungen bestritten werden. Tie Hindenburg-Wahl hat bewiesen, wie wenig der deutschnationale Parteiführer die Ausgabe der Zeit und die Stunde des nationalen Bürgertums verstanden hat. Wir hätten heute eine ganz andere politische Lage in Deutschland, wenn Hugenberg mit der gesamten Rechten für die Wahl Hindenburgs eingetreten wäre. Nach dem Ergebnis des 13. März mag Abg. Hugenberg Veranlassung haben, fein wird nicht viel erwartet, nachdem Italien von Anfang an den Standpunkt vertreten hat, daß sowohl Italien als auch Deutschland nicht ausgeschaltet werden kann- ten, wenn der Schritt der Großmächte Erfolg haben soll. Englische Kritik an Tardieus Donau-plan. London, 31. März. (WTB Funk sprach ) „Morning Post", die im allgemeinen viel Verständnis für die politischen Bestrebungen Frankreichs zeigt, erörtert heute in einem Leitartikel die Donausrage in einer Weise, die aus Tardieus Programm. P a r i i . 31. März. (WTB.) Ministerpräsident ! Tardieu hatte gestern eine Unterredung mit dem englischen Botschafter Lord Tyrell. Am Abend verhandelte Tardieu mit Finanzminister slanbiTL Das Programm der Reife Tardieus nach London sieht vor, daß der französische Ministerpräsident und der Finanzminister Flan- din bereits am Sonntagvormittag um 10 llftr Paris verlassen und um 17 Uhr in London anlommcn. Ministerpräsident Tardieu wird gleich nach seiner Ankunst dem Premierminister Maedonald einen Besuch abstatten. Am Abend des Sonntags gibt der französische »Botschafter in London, de Fleuriau, ein t’GHen Der englische Delegierte auf der Abrüstungskonferenz. Luftfahrtminister Lord L o n - «donderry, wird am Montagabend zu Ehren ''er französischen Gäste cm Essen veranstalten. _ nisterpräsident Tardieu wird am Diens - tLgoormittag wieder in Paris sein. Rach „Petit Parisien" werden Tardieu und Flandin von mehreren Sachverständigen auf ihrer Reise nach London begleitet werden. Das gleiche Blatt kündigt an, daß. falls bereits in der kommenden Woche eine Biermächtekonferenz in der Donau- frage in London ftattfinöen sollte, worauf die englifche Regierung den größten Wert zu legen scheine, die französische Regierung wahrscheinlich durch Tardieu vertreten sein werde. Allem Anschein nach aber, so meint das Blatt, werden die endgültigen Beschlüsse in der Frage des Donauplanes erst in Genf getroffen werden. Wenig Hoffnung in Pans. Paris, 31. März. (WTB. Funkspruch.) 3n Paris ist man sich klar darüber, daß der „diplomatische Erfolg" Tardieus nicht nur in Deutschland und Italien verstimmt hat. sondern auch in England eine eher kühle Ausnahme findet. Die Franzosen behaupten zwar weiterhin, die englisch-französische Aussprache namentlich über die Donaufrage fei die natürlichste Angelegenheit von der Welt, doch lassen die Pressebetrachtungen durchblicken, d2ß man für die französischen Delegierten in London mit großen Schw Irrigkeiten rechnet. Der Außenpolitiker des „Echo d e P a r i s" meint. Tardieus Donauplan entspreche im Grunde genommen langjährigen Forderungen sachverständiger Kreife. er könne aber nur unter zwei Bedingungen Ersölg haben. 1. Müsse jedes Unternehmen gegen das bestehende territoriale und politische Statut verhindert werden. Deshalb würde Deutschland nicht in das Donausystem auf dem Fuße der Gleichheit zur Teilnahme zugelafsen werden. 2. Müß- L?n die Regierungen von London,unb Paris gewillt fein. Hilfeleistungs- oder Konsolidierungsanleihen für die Donaustaaten zu garantieren. Der „Gxeelfio r" warnt, übertriebene Hoffnungen auf die englisch-franzöfische Besprechung zu sehen. - In der ..Gre Rouvelle" schreibt Herriot. die sranzösisch-englifchc Entente lei zwar die Voraussetzung für den europäischen Wiederaufbau, man müsse aber vor Improvisationen war n e n . vor allein vor einer Rückkehr zur Außenpolitik der Allianzen, die Briand gerade habe ausschalten wollen. Er hätte es lieber gesehen, wenn man die Donaustaaten sich zunächst untereinander hätte beraten lassen. — „P o p u l a i r e" spricht ironisch von dem „Sieg" Tardieus. Tardieu habe der englischen Regierung seinen Beschluß aufgezwungen. Aber Frankreich habe eine schlechte Presse in England wie in Deutschland. Tardieu wolle nicht zugeben, daß er eine Dummheit begangen habe. Er ziehe es vor. eher seinen ganzen Plan aufzugeben, als ihn für Deutschland und Italien annehmbar zu machen. — Auch das Ge- werkfchaftsblatt „Le Peuple" meint. Tardieu werde scheitern, weil er bei England nichts durchsetzen werde. Verstimmung in Italien. 0 in , 30. März. (TU. Funkspruch.) Die Selbstein. ladung Tardieus nach London, durch die der Quai d Orsay, wie cs scheint, eine Vertagung der beabsich- ligtcn Viermächtekonferenz erreicht hat, wird i n Italien mit kaum verhohlenem Miß - in u t a u f g c n o m m c n. Die in der Beurteilung der Lage noch zurückhaltende italienische Presse mißt dem Besuch Tardieus in London den Zweck bei, den geringen Erfolg des ursprünglichen Donauplanes zu verschleiern. Möge Herr Tardieu nur ruhig nach Üonöon gehen — lagt die „Tribuna" —, niemand wird ihn daran hindern. Doch dasselbe Blatt gibt seinem Unwillen über den Verlauf der Angelegen^ beit anschließend offen Ausdruck, indem cs 'beklagt, mit welch geringer Weisheit die Welt doch regiert werde. Zusammenfassend kann man fcststellen,'daß in Italien ernste Mißstimmung für die VerschleppungderdringlichenDo nau- eng elegenhcit herrscht, denn van der von Tar- dicu angestrebten französisch-englischen Einheitsfront Oie Ablösung -er Hauszinssteuer. Der Amtliche Preußische Pressedienst veröffentlicht einen Artikel von Dr. v. Heusinger, Ministerialrat im Preußischen Finanzministerium, der sich mit der Ablösung der Hauszinssteuer befaßt. In dem Artikel wird, da die Ablösungsberechtigten über verschiedene Bestimmungen noch im Unklaren sind, u. a. auf folgendes hinaewiesen: Die Eigentümer sind berechtigt, die Hauszinssteuer, die sich für die Zeit vom 1. 4.1932 bis zum 31.3.1940 ergibt, in der Zeit bis zum 31. März 1934 durch Zahlung eines einmaligen Betrages abzulösen. Wird der Ablösungsbetrag bis zum 30. September 1932 entrichtet, so hat der Eigentümer das Dreifache, wird er in der Zeit vom 1. Oktober 1932 bis zum 31. März 1934 entrichtet, so hat der Eigentümer dos Dreieinhalbfache des vollen Iahresbetrages der Hauszinssteuer für das Rechnungsjabr 1932, also der gegenüber 1930 um 20 v. H. gesenkten Hauszinssteuer zu zahlen. Neben dem Ablösunasbetrage sind die I a u f e n den Hauszins st euer- betrüge bis zum Zeitpunkt der Ablösung zu zahlen. Erfolgt die Ablösung bis zum 30. 9. 1932, so wird eine besondere Erleichterung gewährt, indem die für die Zeit vom 1. April 1932 bis zur Ablösung erhobenen hauszinssteuerbeträge zur hälfte entrichtet werden. Der günstigste Zeitpunkt für die Ablösung ist für den Grundsiück- eigenlümer hiernach der 15. April 1932, da er alsdann die am 15. April fällige houszinvsteuer bereits nicht mehr zu leisten hat. Bedingung für die Ablösung ist, daß die Haus- zins st euerrück stände für die letzten sieben Monate gezahlt sind, soweit die Beträge nicht mit dem Ziel der Niederschlagung gestundet sind bzw. werden; alle übrigen Hauszinssteuerreste sollen auf Grund einer näheren Vereinbarung zwischen Steuerschuldner und Steuerbehörde alsbald getilgt werden. Die Ablösung der Hauszinssteuer kann entweder mit eigenen Mitteln oder durch Aufnahme einer Ablösungshypothek mit dem Range vor allen anderen Rechten an dem Grundstück unter bestimmten Bedingungen erfolgen. Die Ablösungshypothek darf nicht mehr als den Ablösungsbetrag zuzüglich eines Zuschlages von 5 v. $)., und der Zinsfuß nicht mehr als 6| o. H. einschließlich des Derwaltungskoften- beitrages betragen. Als Ablösungshypothek kann eine Goldmarkhypothek eingetragen werden. Um den Ablösenden gegenüber dem Nichtablösenden steuerlich nicht zu benachteiligen, werden ihm die verschiedensten steuerlichen Vergünstigungen hinsichtlich der Einkommen steuer, der Gewerbesteuer und der Wertzuwachs- steuer gewährt. Das Risiko hinsichtlich hilfÄiedürfti- ger Mieter ist dem ablösenden Hauseigentümer im wesentlichen durch die Bestimmungen abgenommen, daß in denjenigen Fällen, in denen die Hauszinssteuer zugunsten solcher Mieter für die Dauer der Innehaltung ihrer bisherigen Wohnung e i n Betrag in Höhe d e s Hauszins st euer- betrages, der bei Nichtablösung der Hauszinssteuer gestundet und niedergeschlagen worden wäre, gewährt wird, soweit seitens des Grundstückseigentümers ein entsprechender Miet- Nachlaß erfolgt. Diese Beträge sind jedoch be° ■ grenzt. Anträge auf Ablösung sind zunächst an die für die Erhebung der hauszinssteuer zuständigen Stellen zu richten, von der die Ab- lösungsbelräge, die mit dem Ablösungsbetrag Zu zahlenden Steuerruckstande sowie ein rNerk- blatt über die gesetzlichen Bestimmungen und den Gang des Ablösungsoerfahrens kostenlos mitgeteilt werden. Der Antrag kann auch auf Teilablösung gehen. Julästig ist die Teilablösung von 25 o. 50 v. h., und 75 v. h. der hauszinssteuer, und bei einem Jahresbetrag von 4000 2Nk. und mehr sogar jeweilig 10 v. h. der hauszinssteuer. Ls besteht bei manchen Hauseigentümern, die an sich gerne ablösen möchten, die Befürchtung, daß die nicht abgelöste hauszinssteuer in rascherem als dem vorgesehenen Tempo abgebaut und an deren Stelle eine andere Steuer — etwa eine Wohnraumsteuer — gesetzt werden könnte. Die Reichsregierung hat in einer amtlichen Presseveröffentlichung solche Befürchtungen m l t allem Rachdruck für unbegründet erklärt. Sie „Heilige Woche" in der spanische» Republik irche nicht Sevilla ohne Osterpeozession. - Die Kirche versagt sich der Fremdenindustrie. Von unserem v. (^.-Berichterstatter. Verbilligung -er Arbeitslosenversicherung. Berlin, 30. März. (WTB.) Auf Grund ihrer Ermächtigung durch die 2. Notverordnung JL. ^*un^ 1931 hat die Reichsregierung am * Verordnung zur Vereinfachung und Derbrlltgung der Arbeitslosenversicherung erlassei^ die am 18. April 1 932 in Kraft tritt. Diese Verordnung soll vor allem die Verwaltung auf dem Gebiete der Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ver- e i n f a ch e n , soweit dies möglich ist, ohne wesentliche Grundsätze des Gesetzes anzutasten. Der V o r st a n d ist in Zukunft nicht mehr, wie bisher eine neben dem Verwaltungsrat stehende Kör- Perfchaft mit eigener Zusammensetzung, sondern wird aus den Beisitzern des Berwol- tungsrates selbst gebildet. Gleichzeitig übernimmt er diejenigen Aufgaben des Derwal- tungsrates, die zur Geschäftsführung der Reichs- anstalt gehören, während die Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung nach wie vor dem Verwaltungsrat verbleiben. Aus Dereinfachungs- und Derbilligungsgrün- Mitglieder des Vorstandes und des Derwaltungsrates und der Verwaltungsausschüsse bei den Arbeitsämtern und Landesarbeitsämtern herabgesetzt und ^der Tagungen dieser Organe auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt Am materiellen Recht der Arbeitslosenversicherung nimmt die Verordnung nur geringfügige 2?r- Zu diesen gehört die Vorschrift. wonach Beiträge und Teitz von Beiträgen. anbefohlen, die Semona Santa in althergebrachter Weise zu feiern. Die Kirche Hot sich mit Entschiedenheit dagegen gewehrt, ihre religiösen Veranstal- tungen, die als solche unerwünscht waren, nun z u fremdenindustriellen Zwecken zu profanieren. Man hat deswegen behauptet, nach den vielen anderen Streiks, die die spanische Republik erlebte, als neuester Streik der Kirchen-, der Prozessionsstreik ausgebrochen. Nichts ist falscher als das. Brennende Klöster und überfallene kleinere Prozessionen haben auch in der Karwoche bewiesen, daß die Verhetzung, die unter dem neuen Regime um sich gegriffen hat, so weit vorgeschritten ist, daß kirchliche Handlungen außerhalb der Gotteshäuser wirklich nicht vorgenommen werden konnten. Der Innenminister der spanischen Republik hatte der verschiedenartigen Einstellung der „Neuzeit" gegenüber den Prozessionen weiten Spielraum gelassen.^ Er überließ die Lösung des Problems „Karwoche" einfach den Gouverneuren der Provinzen, die offiziell nur dort Prozessionsverbote verhängten, wo Störungen der öffentlichen Ordnung durch syn- dikalistische und kommunistische Elemente zu erwarten waren. So wollte man sowohl der „Verbannung des Aberglaubens" wie den Bedürfnissen der Fremdenindustrie Rechnung tragen. Aber, wie gesagt, dieses Spiel machte die Kirche nicht mit. Wenn man ihr die alte Freiheit beschnitt, dann wollte sie auch nicht gut dafür sein, die nach Sevilla geströmten Engländer und Amerikaner und ihre Schaulust zu befriedigen. Es hätte wirklich nicht viel gefehlt und der „gottlose" Staat hätte die Abhaltung der Prozessionen mindestens in Sevilla erzwungen. Die Hoteliers jammerten, die Eisenbahngesellschaften klagten, Chauffeure und Kutscher fluchten, die typischen Platzvermieter der Prozessio- nen stöhnten — kurzum, das ganze geschäftemachende offizielle Sevilla war wütend. Aber die Kirche profanierte ihre Prozessionen nicht. Sie leistete der Unlogik der Machthaber unter dem Beifall des ganzen übrigen Spaniens Widerstand. Das neue Spanien muß merken, daß es die Kräfte der Tradition unterschätzt hat. Jetzt muß es einsehen, daß man zu schnell eingerissen hat, ohne das notige Aufbaumaterial zur Stelle zu haben. Graue Nüchternheit hat auch hier die bunten Farben alten, gesunden Lebens verdrängt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Madrid, Ostern 1932. In wenigen Wochen will die spanische Republik den ersten Jahrestag ihres Bestehens feiern. E i n neues Fest für den festesfrohen Spanier, das sicher laut, lärmvoll und glänzend werden wird. Ader mit den Festen, die das Volk seit Jahrhunderten feiert, wird die junge spanische Republik sehr schlecht fertig. Das hat die „S e m a n a Santa", die Osterwoche, bewiesen. „Aufklärung" und „Verbannung des Aberglaubens" steht mit an erster Stelle auf dem Programm des neuen Regimes. Graue Nüchternheit greift als Folge dieser modernen Bestrebungen fort,chreitenb um sich. Die weihrauchumwobene Romantik Spaniens, die seit Jahrhunderten immer wieder Ausländer in das Land des Cervantes zog, wird verdrängt. Und nirgends stärker machte sich dieser Wechsel bemerkbar, als in der Osterwoche, die früher den Höhepunkt des spanischen Gefühlslebens bildete. Bis zur Revolution noch erwachte in dieser heiligen Woche die ganze Mystik Spaniens, die den alles gleichmachenden grauen Alltag verscheuchte. Schwarzseidene Mantillen, wie sie Mütter und Großmütter trugen, traten an die Stelle der Pariser Damenhüte, die auch hier Eingang sanden. Die breitrandigen Cordobeser der Männer entstiegen den Truhen und die Cofradias, die Bruderschaften von Frommen aller Stände, bereiteten sich mit ihren bunten, mittelalterlichen Femetrachten auf die feierliche Pro» zesfwn vor. Klima des Landes, Charakter des Volkes haben hier eine andere Auffas- fung des Osterfestes geschaffen als im verinnerlichten Deutschland. Man respektiert auch hier die Leidenswoche des Erlösers, aber man luhlt, je weiter man nach Süden kommt, oaß die Karwoche für den Durchschnittsspanier em Unterdrücken der schon vorgefühlten Auferstehungsfeier ist, die ihren farbenprächtigen pompösen Höhepunkt seit undenklicher Zeit in Sevilla findet. Die unerhörte Menge von schaulustigen Frern- oen, die aus allen Erdteilen zu den berühmten Prozessionen nach Sevilla strömen, brachte natürlich auch eine geschäftemachende, sehr Welt- Sremdenindustrie mit sich. Aber wer sich ^uye nahm, das Empfinden des Volkes wirklich zu studieren, der sah, daß dieser Leidenschaftsausbruch in Form religiöser Prozessionen alles anöere war als ein fremdenindustrieller Rum- ÄrfjÄ« ^’e Osterwoche ist und bleibt die typifchste Offenbarung des national-spanischen, re- ligwsen Empfindens. Eine kindliche naive Verehrung äußert sich während der Rächte der Kar- tot£ l'e anderswo mit solcher Inbrunst gar m$t vorstellbar ist. Spontane Dittlieder und Lob- gesange steigen aus der Menge auf zu den präch- tigen Heiligen- und Mutter-Gottes-Statuen, die Schmuck behängt, in feierlichen Ä rcn stundenlang durch die Straßen der rÄ ^tragen werden, bis das kühle Mvrgen- beendet. Der Richtspanier kann sich M Eigentümliche religiöse Empfinden kaum er- J?a8 1U Aohre Begeisterungsstürme aus- bestimmte, besonders verehrte Gnadenbilder m wogendem Schein eines Meeres von Kerzen d,e Kirchen verlassen DDn K^^?»^nständige, spanische Poesie kam in diesem W b' nter Schloß und Riegel. Gerade die berühmtesten Prozessionen haben mit wenigen Ausnahmen nicht ft a 11 f i n b e n können Die Kirche jche" Remwli^ ^rteidigungszustand gegen die weit- uche Republik, die das Kreuz aus den Schulen ent. fernt hat, und die die Religion auch von der Straße verbannen will, auf die sie in diesem Lande seit nJS Srkn ein Recht hat. Zwar hat man feine Unterschiebe gemacht zwischen Prozessionen und Pro. Zessionen. Die einen, die nichts anderem dienten als der religiösen Erhebung ihrer Teilnehmer, sollten und durften Nicht stattfinden, die anderen, die darüber hinaus die Schaulust von Fremden befriedigten toütcn umjeben Preis stattfinben ... Unb weil bi e Kirche sich weigerte, hat man es ihr beinahe die später als ein Monat nach Fälligkeit entrichtet worden sind, für die Zugehörigkeit zur Lohnklasse künftig nicht mehr zu berücksichtigen sind. Oie NSOAp.'Kandidaten für Heffen-Aaffau. Fr a n t f u r t a. M. 30. März. (WSN.) Zu ben Landtagswahlen am 24. April hat die national- sozialistische Parteileitung folgende Kandidaten für Hessen-Nassau aufgestellt: 1. Karl Weinrich, Obersekretär in Kassel; 2. Dr. Friedrich Karl Krebs, Landgerichtsrat in Bad Homburg; 3. Walter Krüger, Hauptmann a. D. in Frankfurt a. M.; 4. Karl Vetter, Landwirt in Wanfried; 5. Roland Freis- ler, Rechtsanwalt in Kassel; 6. Willi Metz, Landwirt in Kasdorf; 7. Adolf Beckerle, Diplomvolkswirt in Frankfurt a. M.; 8. Fritz Lengemann, Bureauangestellter in Kassel; 9. Felix P i e k a r s k i, Obersekretär in Wiesbaden; 10. Konrad Verne, Kaufmann in Kassel. Wegen Spionage zugunsten polens in Ostpreußen verhaftet. Berlin, 30. März. (TA. Funkspruch.) Wie die „DAZ" aus Königsberg berichtet, 'ist der Oberlandjäger Borkowski in Wittenberg bei Tharau, der seit acht Zähren in Ostpreußen Dienst als Oberlandjäger tut, unter dem dringenden Verdacht verhaftet worden, Pläne der Festungsanlagen in Königsberg an Polen verraten zu haben. Der Beschuldigte stand in enger Verbindung mit dem Königsberger polnischen Konsulat. Borkowski ist auch häufiger al£ es bei seinen dienstlichen Obliegenheiten erforderlich gewesen wäre, nach Danzig gefahren, wo er mit den dortigen amtlichen polnischen Stellen in Verbindung getreten ist. Es ist anzunehmen, daß Borkowski keine amtlichen Pläne der Festungsanlagen in die Hand bekommen hat, sondern daß er auf Grund seiner artilleristischen Kenntnisse selbst Pläne anfertigte, was ihm dadurch erleichtert wurde, daß er als Oberlandjäger zu den sonst verschlossenen Festungsanlagen Zutritt gehabt hat. Borkowski sollte vor einiger Zeit befördert und von seinem jetzigen Posten verseht werden. Er hat jedoch sowohl die Versetzung wie die Beförderung abgelehnt. 21 reichsdeuischen Lehrern im Memelland gekündigt. Berlin, 30. März. (Funkspruch.) Wie bie DAZ. aus Memel berichtet, hat bas Direktorium S i m a i t i s am Mittwoch 21 reichsbeutschen Lehrern gefünbigt. Bei bem größten Teil der gekün- bigten Lehrer handelt es sich um solche, bie nicht für bie litauische Staatsangehörigkeitoptieren konnten, also Reichsbeutsche bleiben mußten, ber kleinere Teil besteht aus solchen Lehr- Personen, bie seinerzeit für Deutschland optiert hatten. Aus aller Wett. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Lhirurgie. Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie ist im Langenbeck-Dirchow-Haus in Berlin zu ihrer 56. Tagung zusammengetreten. Der Vorsitzende. Professor V o e l d e r - Halle, gedachte in seiner Eröffnungsrede des hundertsten Geburtstages des Gründers der Gesellschaft, Franz Königs. Dann ging der Redner auf die Bestrebungen ein, die Chirurgie in eine Reihe von Spezialgebieten aufzusplittern. Voelcker warnte dringend davor aus Sorge um die Ausbildung des ärztlichen Rachwuchses. Aerzte, so erklärte er. welche später die operative Kunst pflegen wollen, können diese nicht in engbegrenz- ten Spezialgebieten erlernen, sondern nur in einer allgemeinen chirurgischen Schulung auf breitester Grundlage. Als Hauptreferent des ersten Tages sprach Professor H e n s ch e n - Basel über das Thema „Die Leber in der Chirurgie". Kirchenfeindliche Ausschreitungen in Spanien. In ber Ortschaft Huescar in ber Provinz Granaba überfielen etwa 300 sogenannte Extremisten eine Prozession, bemächtigten sich ber in ber Prozession mitgeführten Fahnen unb zogen unter Absingen der Internationale durch die Dorfstraßen. Die Bewohner gerieten darüber in so starke (Erregung, baß sie verschiebentlich aus ben Häusern auf bie Unruhestifter feuerten unb einige von ihnen schwer verletzten. Die Gendarmerie stellte schließlich bie Ruhe wieder her. Ein italienischer Sozialistenführer f. In Paris ist im Alter von 75 Jahren der ehemalige italienische Abgeordnete Filippo Turati, einer der bedeutendsten Führer des italienischen Sozialismus unb seit der faschistischen Aera das anerkannte Haupt ber italienischen Emigranten, gestor- ben. In Canzo bei Como als Sproß einer alten lombardischen Abelsfamilie geboren, studierte Turati in Bologna Rechtswissenschaften unb würbe dann Provinzialrat in Mailand, wandte sich jedoch bald dem sozialistischen Gedanken zu, und zwar in der Fassung von Karl Marx. Aus anarchistischen Fantasien führte er den italienischen Sozialismus auf den Weg wissenschaftlicher Begründung unb praktischer politischer Arbeit. Im Jahre 1891 be» grünbete er bie Zeitschrift „Chritica sociale", bie er bis 1903 selbst leitete. Später legte er ben Schwerpunkt auf die Tätigkeit im Parlament, dem er seit 1895 als Vertreter eines Mailänder Wahlkreises angehörte. Doch ist er dort seit der faschistischen Revolution Ende Oktober 1922 zusammen mit bem ganzen italienischen Sozialismus lahmgelegt. Im Dezember 1926 wagte er mit Erfolg eine abenteuerliche Flucht über Korsika nach Frankreich, wo er seitdem lebte. Die Lebenshaltungskosten der Familie Sklarek. Sm Sklarek-Prozeß bekundete der Buchmachergehilfe v. Lindenau, daß Willy Sklarek bei ihm im Jahre 1924 und 1928 60 000 bis 100 000 Mark in Wetten umgeseht habe. Es ei ein Verlust von etwa 20 000 Mark pro Ikahr ür Willy Skl. entstanden. Dann wurde die Schwägerin der Sklareks, Frau Barsch, vernommen. Woher Willy Skl. jetzt das Geld zum Lebensunterhalt nehme, könne sie nicht sagen. Es würden ab und zu Schmucksachen der Frau Skl verkauft. — Bors.: „Vor zehn Minuten hat erst Willy Skl. gesagt, daß seine Frau überhaupt keinen Schmuck bekommen hat. Wissen Sie, ob Skl. irgendwo noch ein Bankkonto oder einen Safe mit einer Million hat?" — Zeugin: „Davon habe ^h keine Ahnung." — Die Zeugin gab weiter cm, daß man sehr bescheiden lebe und für -k.A""agesfen den siebenköpfigen Haushalt nicht mehr als 2,50 Mark ausgebe. — Auch die nächste Zeugin äl f f a t, die früher Köchin hei D, Sklarek war, jetzt aber ohne Gehalt bei ihm lebL, machte ähnliche Aussagen. — Die Zeugin Rich» ter, Hausangestellte von Willy Skl., bekundete, daß sie 40 Mark Gehalt bekomme, daß die Zahlung aber sehr schleppend sei. Sie bleibe hauptsächlich aus Anhänglichkeit bei der Familie Skl,. wo man sehr bescheiden lebe. Willy Skl. erklärte, daß er jetzt direkt verarmt lebe und schon auf der Suche nach einer billigeren Wohnung sei. Wiederaufnahme des Bullerjahnversahrens angeordnet. Der 4. Strafsenat des Reichsgerichts hat unter Mit» Wirkung des Senatspräsibenten Dr. Bünger beschlossen, bie Wieberaufnahme unb Erneuerung der Haupt» verhanblung gegen Bullerjahn anzuorbnen. Buller- jahn war am 11. Dezember 1925 vom 4. Strafsenat bes Reichsgerichts zu 15 Jahren Zuchthaus wegen Lanbesverrats verurteilt wor. ben. Davon hat Bullerjahn sechs Jahre verbüßt. Zur Vorbereitung seines Wieberaufnahmeverfahrens ist Bullerjahn bereits vor fast einem Jahre aus der 5)aft entlassen roorbep. Furchtbares Brandunglück in einem Agramer Filmatelier. 3n der Rächt zum Mittwoch ereignete sich i n> Agram ein furchtbares Brckstdnnglück, das fünf Tote und 29 Schwerverletzte forderte. Der Brand entstand durch feine Explosion in einem Filmatelier, das im zweiten Stockwerk eines sechsstöckigen Gebäudes untergebracht war. Das Feuer fand darauf neue Rahrung in einigen grp- ßen Kannen mit Benzin, die ebenfalls explodierten. Die Operateure sprangen sofort zum Fenster hinaus auf die Straße. Durch den ßuftörmf tour&eu im älmkreis von einem halben Kilometer zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert. Bald darauf wurden auch Die anderen Stockwerke vom Feuer erfaßt. Unter den Bewohnern des brennenden Hauses brach eine furchtbare Panik aus. Die meisten sprangen blindlings aus allen Stockwerken auf die Straße hinab wo sie tot oder schwerverletzt liegen blieben. Familientragödie in Rormegen. 5n Verbal, in der Nähe von Drontheim, tötet ein 21jähriger junger Mann, vermutlich in einen Anfall von Geistesgestörtheit Vater und Mut^ ter unb seine sünf Geschwister im Alter von 4 bis 20 Jahren. Der Mörber legte bann an bas Wohnhaus Feuer unb benachrichtigte Feuer- wehr unb Polizei. Bereits in ben letzten Tagen waren bei dem Täter Anzeichen von tiefer innerer (Erregung zu bemerken. » Eigenartiger Tod eines greisen verwandtenpaares. .Q3cEIin wurden der 72jährige Rentner schlack und seine 65 Zähre alte Kusine Heint 'n der Küche ihrer Wohnung tot aufgefunden. Aus dem Herde brannte eine Gasflamme unter Topf. Topf und Inhalt waren völlig verkohlt. Die Untersuchung ergab keinen An- haltspünkt dafür, daß an den alten Leuten ein Verbrechen verübt war. Die Mordkommission erklärte den Unfall etwa folgendermaßen: Frau H^m sah vor dem Ofen und buk Kuchen. Schlack wusch sich in einer Schüssel. Plötzlich wuh sich Frau Heim durch eine unvorsichtige Bewegung die Hände verbrannt haben und auf den Stuhl zurückgesunken fein. Schlack wollte ihr zu Hilfe kommen. Als er entdeckte. Daß sie t o t war, hat er wahrscheinlich vor Schreck einen Herzschlag bekommen. Folgenschwerer Familienskreit. In Bad Wildungen erschoß ber 73jährige Pensionsinhaber Grünert im Streit um bie (Eintragung einer Hypothek seinen etwa 50 Jahre alten Schwiegersohn, ben Gastwirt Kaiser aus Jesberg, ©runert selbst starb nach ber Tat infolge ber er- httenen Aufregung an einem Herzschlag. Beim Golfspielen vom Blih getötet. ÄnMaidenhead (Themse) wurden während eines schweren Gewitters auf dem Golfplatz eii, Spieler und sein Stockträger durch einen Blitz getötet. Der Spieler hatte mit dem Jungen unters einem Golfschirm Zuflucht gesucht. von Erdmasien verschüttet und getötet. In Bad Ems wurde der auf der Schutthalde derBlei-undSilberhütte beschäftigte Arbeiter Gensmann aus Becheln durch einbrechende Erdmassen verschüttet. Trotz sofortiger Der- gungsmaßnahmen konnte der Verunglückte nicht mehr lebend geborgen werden. Erst nach halb- stündiger angestrengter Tätigkeit gelang es, den Verschütteten zu befreien. Der Tod war bereits eingetreten. In der Syrischen Düste verschollen. Der vom Völkerbund mit ber Festlegung ber !?Lenrd1UIDlfd)e.n Syrien unb bem Irak beauftragte Dberft Reynier ist nach einer Meldung aus Da« masfus in ber Syrischen Wüste verschollen. Oberst Reynier war mit seinem Begleiter imFlug. zeug aufgestiegen, ufn sich von Beiruth nach Bagbab zu begeben, unb ist dort nicht eingetroffen. Sofort ausgefanbte Hilfsapparate haben inmitten ber Wüste bieTrümmer bes Flug- Zeugs aufgefunben, ohne aber eine Spur ber In- fassen zu entdecken. Line römische Garnisonsloöt in Lybien ausgegraben. Der Altertumsforscher Prof. I u n t e r hat soeben in ber Lybischen Wüste bie Ueberrefte einer kleinen antiken Stabt entdeckt. Vermutlich handelt es sich um eine Öarnifonftabt aus ber Zeit bes römischen Imperium. Der Funbort befindet sich etwa 80 Kilometer von ber Oase Baharia entfeint. Bis jetzt finb bie Ruinen von 60 Gebäuden, deren jedes etwa 5, bis 6 Räume enthielt, ausgegraben worden. Prof. Iunter wurde durch einen" Araber, der an der Ausgrabungsstelle mehrere alte Goldmünzen fand, auf die Spur der verschütteten Stadt gebracht. Eine Kirche durch Feuer vernichtet. Sn Zuid-Beijerland in der Provinz Sud-Holland wurde die aus dem Fahre 1679 stammende reformierte Kirche durch Feuer vernichtet Die Feuerwehr stand dem Brand machtlos gegenüber Sie mußte sich darauf beschränken, ein Ueber- greifen auf die umliegenden Häuser zu verhindern. Trotz ihrer Bemühungen wurden aber außer der Kirche noch zwei Wohn Häuser in Asche gelegt. Opfer an Menschenleben sind nicht zu beklagen. vom Omnibus überfahren und getötet. Ein von Lorch kommender vollbesetzter Omnibus überfuhr unterhalb des Kurhauses Aßmanns- Hausen em Mädchen, das während es einet? Person im gerade vorbeifahrenden Zug zuwinktt. rückwärts den Bürgersteig der Rheinuferstraße verlassen und in den Wagen hineingelaufen war. Die Verletzungen des Mädchens waren so schwer, datz der LS yach Migm MstwLen einte* j OS w bem ungezoMi sind freut sich jröherer Dankb, ber Fall ist. die Doch loenn er sonnte er sich Menschheit erst« unangenehme 3 digunMermine nicht, wir sürcht dem launischen Mi mit Äachtij der. Schlichlich: zehnt an 6türr persönlichen Leb letn, Sehnen ui Abspannen, ui Dinb und Sch Truhig schielen' gegen: ..Blast nur UnS soll bt Morgen 6*, 'fallen M / wischt s^ Dl®r Sts iiäfc SSÄ« ein L.ed em ' pfeifen, das o . erweitert und ‘ die ^te der Mstieden. den Schien ! ehr gut" , agt Bann fängt ein ich Mensch nn lei schützende II läßt der April auf die Erde. .. da wieder für bleibe du mal lein Mensch m Menschen besser, dann wirtlich mc Aon Sams Sonntag, 3 Bergstraße 20, liste für die f Einsichtnah 10. April das 2 Stimmberechtigt ung gewechselt 'ber durch Der führen usw., möj nchiigcn Eintrai »wsichtnahme zi recht können !>en auäübe' in der Wähl ®an beachte b: Stadtverwaltung Oie AuM Stim, n.n vtimmberech Ä wordcyan 500/. /Iithrod)l dtn M. Marz tta%' T Filmatelier Tausenden von Hausfrauen verkündet das Radio ichtig wirtschaften heißt-Sanella ne '/2tt haft und bekömmlich ebenso wie alle »11 SN «6-NV getoinnung und He Ot>lumgetohmung fcCBft 5c- handelt. Der Film dürfte lebhaftem Interesse begegnen. Die Dorstellung beginnt um II.15 Uhr. DLHereS ist auS der heutigen Anzeige ersichtlich. Avril so viel all die Kün- machen" gilt — und nach Wonnemonat sie in dieser Zeitung und im Radio wird Ihr Vorteil sein! Einer der praktischen Ratschläge von „Sanne und Ella“: „Geben Sie Ihren Kindern statt teuren Brotaufstrichs und teuren Belags einfach Sanella aufs Brot, dazu frische Äpfel! Das ist gesünder, schmeckt prachtvoll und spart Geld!“ „Sanne und Ella“ haben recht — Sanella ist wirklich köstlich als Brotaufstrich — so nähr« Menschheit erfreuen, weil — am 1. unangenehme Zahlungen sind und digungStermine usw. Aber „bange nicht, wir fürchten unS vor nichts dem launischen Avril kommt ein etroanbicnpiMr«. Urige Rentnrt e Kusine Hca, oi ausgesunden, ^s lamm unter t waren völlig lab keinen 3n« ilten Leuten ein Mordkonnnissisn dmnahrn' Frau nd buk Kuchen, hüssel. Plönlich ine unbodidjiigc brannt habn 'en fein. Tchlait er entdeckte, irfäeinlüf) vor bekommen. Ml. der 13jährige eit um die Ihn- ia 50 Jahre allen ser aus Jesberg, at infolge der er« Maß. ih getötet. wurden während m Solfplah ein h einen Blitz Qf n Jungen untetz Speisen, die Sie mit Sanella bereiten! Also brauchen Sie wie „Sanne und Ella“ stets Sanella — und lassen Sie sich ihre weiteren Ratschläge nicht entgehen! Verfolgen Sie »‘bä ÄS Mai mit Nachtigallengesang und blühendem Flieder. Schließlich: wir sind ja im letzten Jahrzehnt an Stürme und LInwetter aller Art im persönlichen Leben gewöhnt, haben gelernt, Muskeln, Sehnen und Nerven zu höchster Leistung anzuspannen, und werden darum die Nase vor Wind und Schnee noch lange nicht verstecken. Trutzig schicken wir dem Despoten den Gruß entgegen : «Blast nur ihr StürmS, blast mit Macht, Uns soll darob nicht bangen---. M.O. Wählerliste einsehen? Don Samstag, 2. April bis einschl. Sonntag, 3. April, liegt im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13. die Wählerliste für die Wahl des NeichSpräsidenten zur Einsichtnahme offen. Personen, die bis zum 10. April das Wahlalter von 20 Jahren erreichen, Stimmberechtigte, die in letzter Zeit ihre Woh- ung gewechselt haben bzw. erst zugczogen sind, «der durch Derheiratung einen anderen Namen ,übrcn usw., mögen nicht versäumen, sich von der nichtigen Eintragung in die Wählerliste durch Einsichtnahme zu überzeugen. Das Wahlrecht können nur diejenigen Personen auSüben, deren Namen richtig in der Wählerliste verzeichnet sind. Man beachte die heutige Bekanntmachung der Stadtverwaltung. Oie Ausstellung von Stimmscheinen. Einen S t i m m s ch e i n erhält auf Antrag ein Stimmberechtigter, der in eine Stimmliste oder Stimmkartei eingetragen ist, wenn er sich am Abstimmungstage während der Abstimmungszeit aus zwingenden Gründen austerhalb seines Wohnortes aufhält, wenn er nach Ablauf der bien ourM-deu. .nterhat l°eben Katt aus der nbort b-fiadr b» Bahana Gebäuden, dtt r-sS 'S ft»“ inb gelötet. der Schutthalde e beschäftigtes >urch einbrechende 5 sofortiger 3er* knmglürfle nicht Erst nach halb* [ gelang eS, den Tod war bereits unut uorbnVn r ü r t ei r? “* Mre QU3 OWontenlos.® neuer. 3nen> oedet-i ® wohuq ® Dtdetm eRcgfl^ * Sehnte e. traupein ■ NtDti K cf» leichter Ost massiger Südsüdwest Q stürmischer «ordwesl Die Pfeile fliegen mit dem winde Die oernen Stationen stehenden Zifr kn gehen die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit gleiche* au* rteercsniveau umgerechneten Luftdruck r^ettervoraussage. Der Kern des Störungssystems wandert nordöstlich nach Skandinavien hin, behält aber weiterhin Einsluh auf unsere Wetterlage. Ein Ausläufer über der Normandie schiebt zunächst noch eine Warmluftwelle vor, die auch unseren Bezirk überqueren dürfte. Lieber Irland haben die Winde schon nach Norden umgedreht, so dast von Island her Kaltlust südwärts gelangt. Mit dem E-inbrechen kühler Ozeanluft gestaltet sich das Wetter wechselhaft und unbeständig. Neben stärkerer Wolkenbildung, wobei vorübergehend auch Aufheiterung einsetzt, treten zeitweise Regen» schauer auf und die Temperaturen gehen etwa- zurück. Aussichten für Freitag: Anbeständig, wechselnd bewölkt mit vorübergehender Aufheiterung, etwas kühler Regenschauer. Aussichten für Samstag: Weiterhin wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, mastig warm, noch vereinzelte Regenschauer. Lufttemperaturen am 30. März: mittags 12,1 Grad Celsius, abends 11,2 Grad: am 31. März: morgens 8,4 Grad. Maximum 12,5 Grad, Minimum 7 Gra. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 30. März: abends 7,2 Grad: am 31. März: morgens 6,4 Grad Celsius. — Niederschläge 0,3 mm. — Sonnenscheindauer 1 Stunde. M c* pttbrn* äuler zu „ßcr hauf^ eind Ä fijl* ,^'wgen gra, Äilometa tztvck- blind, wegen. Srontbeim, tötet "u-lich in',intD "undNnt. uster im aün I segle bann an Züchtigte Seutr, !n letzten lagen °n befer innerer EfnsdruchSfrM f3. April TO32) feine Wohnung in einen anderen Stimmbezirk verlegt, oder wenn er infolge eines körperlichen Leidens oder Gebrechens in seiner Bewegungsfreiheit behindert ist und durch den Stimmschein die Möglichkeit erhält, einen für ihn oünstiger gelegenen Ab- stimmungSraum aufzusuchen. Der Grund zur Ausstellung eines Stimmscheins must vom Stimmberechtigten glaubhaft gemacht werden. Die Ausstellung eines Stimmscheins muh persönlich, oder schriftlich beim Wahlamt beantragt werden. Wird ein Stimmschein für Dritte begehrt, so ist über die Berechtigung, diesen Antrag stellen zu können und den Stimmschein in Empfang zu nehmen, eine Dollmacht vorzulegen. 2n G i e h e n werden Stimmscheine beim städtischen Wahlamt, Stadthaus, Dergstrahe 20, Zimmer Nr. 13. von Montag, 4. April, bis einschl. SamStag, g. April, 17 Uhr, ausgestellt: nach diesem Zeitpunkt können Anträge auf Ausstellung von Stimmscheinen nicht mehr berücksichtigt werden. Hationalifterung der Zinanzamtsverwaltung. infolge Auflösung des Finanzamts Hom» berg zum 1. April, dessen Gemeinden zwischen den Finanzämtern Alsteld und Grünberg aufgeteilt werden, gehören die Gemeinden Großen- Buseck und Beuern künftig zum Finanzamt Gtesten. Diese Regelung entspricht einem schon lange bestehenden Wunsche dieser Gemeinden, deren ganze Beziehungen nach (Siesten gehen. Die ebenfalls schon bekanntgegebene Auflösung deS Finanzamts D u h b a ch erfolgt voraussichtlich zum 1. Juni. Die jetzt zum Butzbacher FinanzamtS- be-irk gehörenden Gemeinden werden in der Hauptsache dem Finanzamt Friedberg zugeteilt. Zum Finanzamt Giehen kommen die Gemeinden Eberstadt, Gambach, Holzheim, Kirch-GönS, Pohl-Göns, Ober-Hörgern und die Feldgemarkung Bergheim. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater: „Morgen geht's uns gut!", 19.30 bis nach 22 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofftrahe: „Rango" und „Meine Kusine aus Warschau". — Äftoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Die Todesklippe" und „Die Piraten vom Gelben Fluh". — AuS dem Stadtthealerbureau wird uns geschrieben: „Morgen geht'S unS gut!“ Heut«, 19.30 Uhr, ist die Erstaufführung der Schlageroperett« „Morgen geht's uns gut!“, ein Spiel von Hans Müller mit der Musik von Ralph Denatzki, dem Komponisten von „Meine Schwester und ich“. In Berlin ist die Ausfüh- rungSzisfer von hundert ba:eit8 überschritten. Die Gicstcner Aufführung, in den Hauptrollen getragen von Heinrich Hub und Eva Herms, bringt einige besondere äl ober raschun gen. Erstmalig bringen Gießener Firmen bei dieser Premiere eine Frühjahrsmodenschau. Spielleitung der interessanten Aufführung, in der auch das Publikum mitspielen wird, führt Heinrich Hub. Musikalische Leitung Walter Moehl mit seinem Iazzorehester. Tänze Ewald Däulke. Die Girls gehören der Tanzgruppe Ewald Bäulke an. Die Dorstellung gilt als 24. Dorstellung im Mittwoch- Abonnement zu Operettenpreisen. Ende nach 22 ll&r. — Um auch den kleinsten Giehenern eine nachträgliche Osterfreude zu machen, ist es der Intendanz gelungen, Erika Graf, das Theaterkind der Reinhardt-Bühnen, Berlin, mit ihrem Ensemble zu einem einmaligen Gastspiel am Montag, 4. April, 15.45 bis 17.45 Uhr, zu verpflichten. Zur Aufführung gelangt das Märchen „Hänsel und Gretel". — ..Drachengold und Opiu m." Der Kulturfilm, der am kommenden Sonntag im Lichtspielhaus Bahnhofstrahe gezeigt wird, führt die Besucher wieder nach dem Fernen Osten, nach China, in das Gebiet der umstrittenen Mandschurei. Er bringt Bilder, die auf absehbare Zeit die letzten authentischen Aufnahmen darstellen dürften, da die chinesische Regierung das Filmen in ihrem Machtbereich untersagt hat. Der Film wurde von Dr. Walther St ohne r gedreht, der vor nicht allzu langer Zeit hier im Rahmen eines Dortragsabends in der Reuen Aula über die Nordmandschurei sprach und feinen Zuhörern viel Wissenswertes und Interessantes vermittelte. Der Film führt nach den Goldfeldern der nördlichen Mandschurei, nach dem Amurstrom, sowie zu jenem aussterbenden Säger- Volk der Solonen, deren Kultur uns noch stein- zeitlich erscheinen must angesichts der Primitivität, wie sie die Bilder dokumentieren wird. Mit besonderem Interesse wird man die Bilder verfolgen, die den Zaubertanz der Solonen und den Echamanenkult wiedergeben. Schliehlich wird auch das Kapitel deS Mohnanbaues zur Opium- zeichnef. zumal 5tT. Hannewalv. Frankfurt alS Conferenciöre viel Leben inS Haus bracht», Frl. Fritzi Georgi sang ein Lied und wartet» auherdem mit einem Schlangentanz auf. Für daH Kaufhaus Schmücker war die Modenschau ei» unbestrittener Erfolg, da man die Feststellung machen konnte, dast man auch in Diesten auf diesem Gebiete hohen Anforderungen der Käuferschaft entsprechen und den Wettbewerb mit grohstädti- schon Geschäften zufriedenstellend für die Kundschaft bestreiten kann. Die Modenschau wird heutch nachmittag und heule abend wiederholt: man kamt ben Besuch der Deranstaltung nur empfehlen. •• E i n Kleinkraftrad gestohlen. Der Palizeibericht meldet: 21 m Dienstag, 29. Marz, zwd schon 20 und 23 Uhr wurde aus dem Hose des Licht» spielhauses in der Bahnhofstrahe ein Kleinkraftrad mit der polizeilichen Erkennungsnummer VR 7546 entwendet. Personen, die sachdienliche Angaben machen können, wollen dies der KriminalabteilunK Zimmer 66, mitteilen. •• Einbruch in Nieder-Bessinaen. Dar heutige Gießener Polizeibericht meldet: In der Nacht von: 29. zum 30. März wurde in das Kolonialwaren» geschäst des Heinrich Steuernagel in Nieder» Bessingen eingebrochen. Die Täter zertrümmerten eine Fensterscheibe und fliegen durch die entstanden« Deffnung in den Verkaufsraum ein, von welchem st» dann Zugang zum Keller hatten. Es wurden außer 35 Mark Bargeld Kolonialwaren, insbefonbert 30 Pfund Bohnenkaffee foroie Kognak, Marke „Gold» stück", und Weißwein in Literflaschen entwendet. Oie Wetterlaae. •• FahrplanänderungaufderReichs. bahn. Der Personenzug Mücke — Gießen, bisher Mücke ab 6.46 Uhr. Gießen an 7.33 Uhr. verkehrt vom 1. April ab von Mücke 30 Minuten früher, und zwar Mucke ab 6.16 Uhr. Grünberg ab 6.29 Uhr, Gießen an 7.08 Ubr — Der Personenzug Gießen — Londorf, bisher täglich Gießen ab 20.39 Uhr, Londorf an 21.20 Uhr, verkehrt ab 1. April nur werktags im bisherigen Plan. Sonntags fährt er in Gießen erst 22.51 Uhr ab und kommt 23.32 Uhr in Londorf an. •• Die Neubauleitung Gießen der Reichsfinanzoerwaltung wird mit Wirkung vom 1. April ab aufgelöst. Die Dienstgeschäfte dieser Behörde werden künftig durch das Reichsbauamt Darmstadt für die Reichsfinanzverwaltung geführt. •• Der DierpreiS in Oberhefsen. Die Freie Innung der Gastwirte von Giehen und Amgegend teilt uns mit, dast die am vorti ?ien Dienstag auch von uns abgedruckte Er- lärung des Hessischen Gastwirteverbandes zu der Frage des DierpreiseS sich n i ch t auf die Provinz Oberhefsen und somit auch nicht auf Giehen bezieht In der Zuschrift der Gastwirteinnung von Diesten und Umgegend wird weiter betont: „Oberhefsen gehört nicht zu dem sogenannten Notstandsgebiet. Für uns ist die ReichSregclung der Bierpreissenkung mahgebend, die restlos seit dem 26. März von den Brauereien sowohl, wie auch von den Gaststätten durchgcfübrt wurde." Hiernach ist also sestzustellen, dast bereits vor der jüngsten Anordnung des Preiskommissars in Frankfurt die Bierpreisfrage für Oberhessen und Giehen völlig geregelt war. •* Die Getränke st eu er in Gießen. Die Stadtverwaltung veröffentlicht im heutigen Anzei- genteil eine Anordnung, nach der die ©etränfefteuer in Gießen auch für das Steuerjahr 1932 mit einem Steuersatz von 10 o. H. des Kleinhandelspreises weiter erhoben wird. •• Die Gießener Frühjahrsmesse beginnt am nächsten Sonntag und dauert bis ein» schliehlich Sonntag, 10. April. Die Schausteller laden in unserem heutigen Anzeigenteil zu regem Besuche der Messe ein. Dergnügungsgelegenheiten in reicher Auswahl warten auf die Besucher, um ihnen zur Erheiterung nach den Mühen und Sorgen des Alltags dienstbar zu sein. Interessenten seien auf die heutige Anzeige besonders hinge- wiesen. " Städtische Nutzhvlzversteige- rung. Bei der gestrigen Nuhholzversteigerung aus den Waldungen der Stadt Drehen wurden folgende Preise geboten: Fichtenlangholz Nr. 2a 14 Mk., Otr. 2h 16 Mk„ Nr. 3a 17 Mk., Nr. 3b 16 Mk., Nr. 4a 20,80 Mk. per Festmeter: Kiesern- langholz Nr. 2a 11,60 Mk., Nr. 2b 14 Mk.. Nr. 3a 17 Mk.. Nr. 3b 19,50 Mk. per Festmeter: Kiefernabschnitte Nr. 2a bis 4a 13 bis 17 Mk., Nr. 4a 29 Mk. per Festmeter: Eichenstammholz Nr. 4. 5 und 6 22,50 Mk., Nr. 4 und 5 46,20 Mk. per Festmeter: Fichtenderbstangen 1. Klasse 1,35 Mk., 3. Klasse 0,60 Mk. per Stück: Fichtenreihstangen 4. Klasse 0,20 Mk., 5. Klasse 0,15 Mk. per Stück. ** Eine Modenschau desKaushauses Schmücker gab gestern im Cafö Amend Gelegenheit. all das kennen zu lernen, was die launische Diktatur der Mode für das Iahr 1932 her» ausgebracht hat. Verschiedentlich wurde dabei auf frühere Formen zurückgegriffen, die, geschmackvoll abgewandelt, in den Farben apart behandelt wurden. Den Auftakt der interessanten Dorführungen bildeten die Mvrgenröckc in feinen Farben und einfacher Machart mit gefälligem Schwung in der Linienführung. Dann folgten Kleider, von denen besonders die neubelebte Form des Trägerrockes allgemein gefiel.. Weiter wurden flotte Zusammenstellungen von Pullover und Rock gezeigt, die sich zu einer kleidsamen Kombination vereinigen. Mit viel Interesse nahm man auch die verschiedenen Formen der Eomplets auf, die in ihrer soliden Eleganz sicherlich manchen Wunsch in Frauenher- $en wach werden liehen. Zahlreiche Kleider fün- deten eindrucksvoll den Frühling an; man sah viel hellgrün, hellblau, rosa, Erdbeerfarbe und weih. Richt viel anders in der Farbe waren die Mäntel gehalten, deren Formen viel Schmissigkeit aufwiesen. Sehr reichhaltig gestaltete sich die Dorfüh» rung der Nachmittags- und Abendkleider: hier sand man u. a. den Miederrock vertreten, sowie das Kleid mit der hübschen Dolerojacke: außer» ordentlich gefiel auch ein Abendkleid, bestehend aus grauem Rock mit erdbeerfarbenem, gerafftem Mieder ä la Königin Luise. Die zahlreichen Besucherinnen der Modenschau unterhielten sich bei den abwechslungsreichen Dorführungen ousge- erjchollen. r Festlegung bft grat beauftragte Meldung au5> ! verschollen. gleilermFlug- ) ist dort nicht dteWsal'^' er de»Flug- lt Spur der In Aus der Provinzialhauptstabi. Giehen, den 31.März 1932. Der Wetterwendische. Man sagt „ES gibt in jeder Herde ein räudiges Schaf", und man meint damit im menschlichen Leben ein verwildertes Familienmitglied Doch z»m Trost fti eS denen, bei denen dteseS Wort zutrifft, oefagt: auch unserem alten Zeitgott 3a- noS wurde unter seinen Awölf Spröhlingen ein recht rüpelhafter eingeschmuggelt. Seine iln- iMogenhelten sind um To sträflicher, alS die arme Mutter Erde und ihre Geschöpfe so ganz wehrlos dem Tunichtgut auSgeliesert sind. Ietzt ist nun wieder die Zeit, in der er auf vier Wochen daS Regiment übernimmt, und er wird zeigen, dah er noch nichts verlernt hat. — Gar lieblich lächelt unS die Morgenröte entgegen, die der April bewogen hat, der Menschheit und den anderen Kreaturen einen „guten Morgen" zu wünschen: und die Ahnungslosen fallen darauf herein. Was da kreucht undfleucht, wischt sich die Augen auS, bestaunt den rosigen Morgenhlmmel, tut einen Iauchzer und lagt so recht befriedigt: „Heute gibt's schönes CSetter". Darauf hat der Schlingel, der April, nur gewartet. Mit einem Wink ruft er die raschen Winde, so recht rabiate, pausbäckige Dassen- lungcn. und die fangen im sanftesten Piano qn, ein Liedlein um die Ecken der Strahen zu pfeifen, das bann zum stürmischen Finale sich erweitert und in seinem Brausen und Wirbeln die Hüte der Strahenpassanten durch den Rinnstein jagt. „SS kommt noch besser, es kommt noch besser", jubelt der April, borgt sich von dem schon in Reservelagern verstauten Schnee einen Sack voll auS und läht lustig die Flocken her- umftieben. „Und jetzt einen Haften Amschlag auf den Schrecken, das bekommt den armen Menschen ehr gut“, sagt sich der Schwerenöter weiter, und 'ann fängt ein munterer Platzregen an ... Wenn ich Mensch und Getier so nach und nach in aller- ei schützende ilnterftänbe verkrochen haben, dann läht der April die Sonne mal heruntergucken auf die Erde. „Sieh mal. Frau Sonne, was ich da wieder für einen Spaß hatte: aber jetzt bleibe du mal ein bißchen da. sonst wird mich kein Mensch mehr leiden." And er kennt die Menschen besser, als sie sich selbst kennen. Kommt dann wirklich mal ein Sonnentag, so verzeiht man dem ungezogenen Schlingel gerne seine Rüpeleien Und freut sich der Tage, die „schön" sind, mit eroberet Dankbarkeit, als dieS bei den Monaten der Fall ist. die einen besseren Ruf haben. — Doch wenn er auch nicht wetterwendisch wäre, könnte er sich nicht der Dunst der gesamten Von 1 Millionen Hausfrauen bevorzugt! wM ff •'fr ■ V- T otal 5 Ausverkauf meiner Stoffs und Wasdie »Abteilung! 25 °Io Rabatt auf alle zum Totalausverkauf bereitgestellten Waren zu zeitgemäßen Preisen. Einige 1000 m Wollstoffe, Baumwollstoffe und Seidenstoffe für Kleider und Mäntel O Mehrere 100 m Bettdamast, Bettkattun, Bettuchleinen, Bettuchbiber, Haustuch, Flanell, Schürzenzeug, Zefir, Trikoline, Nessel, Kretonne usw. • Herrenwäsche, Damenwäsche und Kinderwäsche. Kurz waren und Trikotagen werden weitergeführt!!! 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Avril, abends 87- Uhr Beteiasaßesö im kanfmännischen Vereinshaus, «.-d Kurzslbrlskvereill von 1861 m.Domenabteil. e. B., Gießen. Freitag, dem 1.Avril 1932, nachmittags 4—5 Uhr, im „Hotel Die Beerdigung findet am Freitag, dem 1. April, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Todes-Anzeige. Dienstag abend 10.45 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden meine liebe, gute Frau, meine herzensgute Mutter. Schwiegermutter, Schwiegertochter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabethe Kimmel, geb. Weller im 57. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Daniel Kimmel. Otto Spuck und Fran. Die Beerdigung findet Freitag, den 1. April 1932, nachmittags l'-7 Uhr. vom Sterbehaus, Gießener Straße 148. aus statt. Für die überaus zahlreichen Beweise innigster Anteilnahme sowie für die vielen Kranz- und Blumenspcndcn beim Heimgange unserer lieben und unvergeßlichen Entschlafenen Sophie Schenk, geb. Arnold sagen wir nur auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Steiner für seine tief ergreifenden und trostreichen Worte am Grabe. Herzlichen Dank auch all denen, die sie auf ihrem letzten Wege begleiteten. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Schenk, Schreinermeister. Garbenteich, 30. März 1932. DienstagAbonnenlen, Dienstag, den 5. April 1932, für Mittwoch-Abonnenten, Mittwoch, den 6. April 1932, für Areitag-Abonnenten der Zeit von 10 bis 13 Ahr und Wir betrauern tief das Ableben unseres lieben i. a. B. Dr.phil. Heinz Stütz aktiv 1925-1927. Achtung! Zleischverkauf. Primajung.Kuhfleisch ä Pfund 40 Pf. Ernst Fleck, Schützenstr. 3 (am Schlachthof). Freitag von 8 Uhr vormittags ab. mwi Stadltheater-Abonnement Die Einlösung des siebten Abschnitts der Abonnements für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat an der Tageskasse, Fohannes- Gestern nachmittag 61/* Uhr ist meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabethe Rinn geb. Hofmann im Alter von 62 Jahren nach kurzer Krankheit sanft entschlafen. Sonniges gr. Zimmer m.el. Licht, Schreibtisch, mögl. Zentr.- veiz.,ver sofort ges. Schriftl. Ang. mit. 01946 a. d. <9. A. Gut möbliert. Zimmer zu Perm. Dipp, Lahn- »trafle 151. S, mm Freitag, den 1. 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In der sozialen Aufbauarbeit der Nachkriegsjahre alS LtaatSnotwen- digteit erkannt, von der Regierung gefördert, den jeweiligen medizinischen Erkenntnissen entsprechend aue-gebaut und nach klinischen Gesichtspunkten geleitet. den schwierigen Verhältnissen der Insla- tionsiahre gewachsen. fällt nunmehr die Hess. Heilstätte für Nervöse in Die- ß e n der heutigen wirtschaftlichen Not zum Opfer. Mit der Reichsnotverordnung vom Dezember vorigen Jahres, die zwecks Minderung einer auch in der Invalidenversicherung entstandenen erheblichen Anterbilanz den Landesver- sicherungsanstalten Heilstät^enkuren we- genNervositätuntersagt. ist die Heilstätte für den Staat finanziell nicht mehr tragbar gewesen. Sie. die bisher von den Landesversicherungsanstalten Helsen, Hessen- Nassau und Westfalen, sowie den freien Hanfe- städten für Auren in ausgedehntem Maße in Anspruch genommen worden ist und die keinerlei Staatszuschusfes bedurft hat, muß bei einer verhältnismäßig schwachen Belegung mit nur Angehörigen von Krankenkaffen und von wenigen Fürsorgebehörden, die ebenfalls durch Not- Verordnung und die allgemeine Wirtschaftslage zu Einfparungen aller Art gezwungen sind, in Zgkunft zu einem Zuschußbetrieb werden. Dies hat die Negierung nicht verantworten können. Soweit als möglich hat man selbstredend Härten au vermeiden gesucht, die jede Schließung eines Betriebes heutzutage für Angestellte und Bedienstete infolge Brotloswerdens und Verurteilung zu langdauernder Arbeitslosigkeit mit sich bringt. Pflegepersonal und Aerzte sind in den Dienst der Heil- und Pflegcanstalt Dießen übergetreten, nut Angestellten sind Amt und Beruf genommen worden. Die Hessische Heilstätte für Nervenkranke Dießen, wie ihre amtliche Bezeichnung gelautet hat, war ebenso wie ihr erster leitender Arzt aus der benachbarten Heil- und Pslegeanstalt hervorgegangen. Sie hat gleichsam die Fortsetzung des wahrend der Kriegsjahre in der Heil- und Pflegeanstalt untergebrachten Lazarettes für nervenkranke Kriegsteilnehmer gebildet. Am 1. April 1920 war der An st al ts- und Oberarzt an diesem Lazarett, Medizinalrat Dr. Wagner, zum leitenden Arzt der Heilstätte ernannt worden. Mit dieser. Ernennung war die Selbständigkeit des neuen Institutes nach außen hin bekundet gewesen, der Volksstaat Hessen und die Stadt Dießen hatten ihre Krankenanstalten um eine vermehrt gehabt. Leit dem 1. Juli 1926 war die Heilstätte dem Dersasser dieser Zeilen unterstellt. Dieser Rückblick läßt gegenüber der Tatsache der jetzigen Schließung der Heilstätte manchen vielleicht die Notwendigkeit der Gründung eiiwr inlrtU'ii für Qtcrböfe in ben Nachkriegsjahren als nicht im eigentlichen Staatsinteresse liegend verneinen. Für ihn ist womöglich die nunmehr der Vergangenheit angehörende Hessische Heilstätte für Nervenkranke-Gießen auch nur eine der verschiedenen Auswuchserscheinungen staatspolitischer Aufgaben der Nachkriegszeit gewesen, denen wir heute den Zusammenbruch unserer Wirtschaft zu verdanken haben. Dem sei jedoch erwidert, daß gerade das Wesen der Nervenschwäche — schlechtweg „Nervosität" genannt, die in ihren verschiedensten Erkrankungs- sormen das Hauptkontingent aller in der Heilstätte zur Behandlung gekommenen Kranken gebildet hat - und die grundlegende Aenderung der gesellschaftlichen Struktur unseres Volkes, wie sie der .Krieg, ganz unabhängig von feinem Ausgang, im Gefolge gehabt hat. auch eine Fürsorge für Nervöse im öffentlichen Interesse geboten erscheinen lassen. Sowohl in unserem Volke, Or. Bausch, Gießen. als auch in den eicgctftaaien wird allgemein eine Zunahme der Nervosität feftgeftcllt. Das starke Anschwellen der Zahl von Nervös- Erkranktcn droht zur Dolksgesahr zu werden. Nicht nur bedingt heute bei dem allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang die Unterbrechung der Arbeitsfähigkeit für den einzelnen eine Verstärkung der sozialen Not ob der Gefahr der Arbeitslosigkeit, nicht nur führt in vielen Fällen bei moralisch wenig gefestigten Persönlichkeiten die Nervenschwäche Kriminalität und Selbstmord. auch der Allgemeinheit gehen in Anbetracht der weitumfassenden Sozialversicherung, deren Vorteile sich nur die allerwenigsten in unserem Volke nicht erfreuen, bei einer langdauernden Arbeitsunfähigkeit ungezählte Werte verloren. Bei den zahlreichen Sozialversicherungsträgern und den verschiedenartigen Ausgaben der einzelnen Dersicherungszweige wird es sich immer wieder als zweckmäßig und für das öffentliche Wohl am vorteilhaftesten erweifen. wenn auch in der Bekämpfung der Nervosität bei Heilverfahren, Kuren ulw. der Staat seine Einrichtungen den einzelnen Dcrsicherungsträgern zur Verfügung stellen kann. Auch gibt es nirgends so viele Auseinandersetzungen und Schiedsverfahren zwischen Versicherten und Versicherung, wie gerade bei nervös erkrankten Versicherten Hier vermag aber der Staat am ehesten als neutrale Stelle einen Ausgleich zu schassen und bei Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Kurnot- wendigkeit und der Dauer eines Heilverfahrens das Wohl der Erkrankten mit den Belangen der Allgemeinheit in Einklang zu bringen. Wenn es auch richtig ist. und man noch diesen Einwand machen könnte, daß dem Beispiel des hessischen Staates, eine Volksheilstätte fürNervösezu unterhalten, nur ganz wenige Bundesstaaten in Deutschland gefolgt sind, so ist damit noch nicht erwiesen, daß anderwärts die eben kurz angedeuteten Notwendigkeiten nicht als solche erkannt worden find. Für unsere ©telhing- nahme spricht wohl die deutlichste Sprache die hier nur in wenigen Zahlen ausgedrückte Arbeit derHess. HeilstättefürNervenkranke in den zwölf Jahren ihres Bestehens. Bei ihrer Gründung war die Tettenzahl 30, den in den letzten Jahren, besonders in den Sommermonaten. an sie gestellten Ansprüchen hat sie bei einer Bettenzahl von 85 entsprechen können. Die Zahl der Verpflegungstage in den einzelnen Jahren sind folgende gewesen' Das Wesen der Pflanzen und Tiere, biologische Gedanken von gewaltiger Tragweite, die Verwandtschaft alles lebendigen im Sinne der Abstammungslehre. - das alles wird in bewunderungswürdiger Weise von dem Größten aller Sterblichen beleuchtet. Folgte er hier freudig feinem Gcnir-S. so zwang Ihn — horribile dictu — seine amtliche Stellung auch zu volkswirtschaftlichen Studien. Und da konnte ihm auch die Landwirtschaft nicht fremd bleiben, die auf diesen beiden Unterlagen ruht. Er, der Olhmpier. ist ihr wirklich nähergetreten, hat sogar Schriften über den Hopfen und „über den Weinbau" geschrieben! Unfaßbar, unglaublich, daß er auch hierfür die Zeit fand. Und wir segnen diese Stunden, denn nur durch sie ist es Goethe möglich gewesen, das Gewebe der Bodenkultur in feiner Höhe und feinen Schwierigkeiten zu ahnen. Wir Landwirte lächeln verständnisvoll, wenn Goethe betont — und dazu in jenen schlichteren Zeiten - . daß er es sich zwar nie einsallen lassen dürfe, sein Gut Ober-Noßla zu administrieren, aber wenn er nur deutlich wissen wolle, was er denn nun eigentlich besitze, so müsse er sich in das geheimnisvolle Gebiet der Landwirtschaft wagen. Ach. alles wie heut'! Ja, heute ist es mehr als 1920 = 8 445 1926 = 21 349 1921 = 11 727 1927 - 24 379 1922 = 15 489 1928 - 23 462 1923 = 10 374 1929 - 23 887 1924 = 16 96.. 1930 - 25 814 1925 - 22 355 1931 - 17 198 Das Ergebnis der E n 11 a s s u n gen stellen olgende Zahlen dar 1. Manner. Arbcits Ungc ArbeitsJahr Zahl fähig heilt fähig 1920 135 106 29 78,5 1921 46 24 22 52,2 1922 139 114 25 82,01 1923 88 65 23 73,9 1924 156 121 35 77,6 1925 304 231 73 74,3 1926 334 243 91 72,8 1927 320 251 69 78,5 1928 386 310 76 80,3 1929 447 360 87 80,5 1930 391 359 32 92 1931 330 289 41 87,5 II. Frauen. Arbcits Unge ArbeitsJahr 3‘ibi fähig heilt fähig " 0 1920 85 65 20 76,4 1921 91 71 20 78,03 1922 106 81 25 76,4 1923 83 70 13 84,2 1924 83 66 17 79,5 1925 171 130 41 76,0 1926 151 136 15 92,1 1927 167 146 21 87,4 1928 193 174 19 90,1 1929 174 143 31 82,2 1930 203 179 24 88,2 1931 181 153 28 84,5 Diese Zahlen berechtigen uns zu der optimisti- schon Auffassung, daß die Schließung der Heilstätte nur eine vorübergehendeRotmaß- nähme darstellt. Denn mit der Besserung der Wirtschaftslage' wird sich auch der Staat wie- der auf feine Ausgabe, eine Fürsorge für Nervöse zu betreiben, besinnen müssen. Die Nervosit ä t als unangenehme Beigabe unserer Kultur wird mit deren raschem Fortschrciton nicht aus st erben. Die soziale Amschichtung der Bevölkerung in den Nachkriec sjahren wird Belegung er- sobald noch nicht eine rückläufige fahren, so daß die oben gezeichneten Gründe zu einem staatlichen Eingreifen in den Kampf gegen die Nervosität unseres Erachtens fortoestehon. Wir können nur wünschen und hoffen, daß sie zum Wohle des Dolksganzen zu gegebener Zeit richtig gedeutet werden. jemals unmöglich, ein größeres Gut zu verwalten, wenn man nicht seine ganze Zeit in rastlosem Fleiße den Aufgaben zu widmen vermag, und wenn man nicht dazu die besonderen Fähigkeiten besitzt. Goethe ist einer der Wenigen in deutschen Landen gewesen, die von der Bedeutung des Bauernstandes für eine gesunde Volkswirtschaft und Volkskraft überzeugt waren. „Gewesen", „waren"! Wir finden sie heute kaum mehr, diese Männer von weitestem Blick. Und Goethe kannte auch die Sorgen und Mühen des Bauernstandes, schon vor 150 Jahren. Denn 1782 schreibt er an Knebel: „So steige ich durch alle Stände aufwärts, sehe den Bauersmann der Erde das Notdürftige abfordern, das doch auch ein behaglich Auskommen wäre, wenn er nur für sich schwitzte. Du weißt aber, wenn die Blattläuse auf den Rosenzweigen sitzen und sich hübsch dick und grün gesogen haben, dann kommen die Ameisen und saugen ihnen den Saft aus den Leibern, und so geht es weiter, und wir haben's so weit gebracht, daß oben in einem Tage mehr verzehrt wird, als unten in einem Tage beigebracht werden kann." Gewiß, das war vor 150 Jahren ... Und daGoethe und die Landwirtschast. mals hatte er auch geklagt: „Die Verdammnis, daß wir des Landes Mark verzehren, läßt keinen Segen der BebagUchkeit grünen" — Auch für die Menschen von heute gilt noch, und vielleicht mehr als jemals, was Faust zu Eupho- rion sagt, dem nut Helena gezeugten Sohne „In der Erde liegt die Schnellkraft, die dich aufwärts treibt berühre mit der Zehe nur den Boden, wie der Crdenfohn Antaous bist du alsobald gestärket!" Auf den .Kammergütern ließ Goethe besonders durch den Landkommifsar G Battv. den er wie einen Sohn geliebt Hal. großartige Bodenmeliora- tionen durchführen Schaffende Kraft! Schöpfung über Schöpfung! Eroberung der Scholle, a!8 das höchste für fein Volk! .Ein Sumpf zieht am Gebirge hin. Verpestet alles schon errungene. den faulen Pfuhl auch abzuzieh n. dies letzte wär das höchsterrungen<. Eröffn' ich Räume vielen Millionen, nicht sicher zwar, doch tätig ffei zu wohnen. Und so vollbringt, umrungen von Gefahr. hier Kindheit. Mann und Greis fein tüchtig Jahr. Solch ein Gewimmel möchf ich sehen, auf freiem Grund mit freiem Volke stehen ... Im Vorgefühl von folchem hohen Gluck erleb' ich jetzt den schönsten Augenblick!" Faust sinkt sterbend zurück, doch er ist von den Engeln gerettet, in der Idee und in der Tat, als- Ucbcrtoinbct aller seindlichen Gewalten durch fein Zurückfinden aus allen Irrungen zur Arbeit am vaterländischen Boden. Und hier nur i st, auch heute, die Rettung! 2m Zeichen der Sparprogramme und Notverordnungen drohen heute in Deutschland Maßnahmen. die sich verhängnisvoll am Bauernstand und damit am Vaterlande auswirken müßten. Aushebung bewährter Einrichtungen zur Schulung der Landwirte und zur Hebung ihrer versagenden Kräfte! Gerüchte? Fabeln? Wir wissen es nicht. Sollte aber wirklich das unerhörteste geschehen, was in diesen Zeiten der Verzweislung beschlossen werden könnte, dann wird Goethes chorus mysticus uns vom Himmel herab in die Ohren klingen: .Das unzulängliche, hier wird s Ereignis, das unbeschreibliche, hier ist'S getan!“ Ach. wenn doch ein guter und erleuchtender Geist den Regierungen Deutschlands in die Erinnerung rufen möchte, was Goethe einst in der Maske eines Bauern schon gleich nach seiner Ankunst in Weimar dem Fürsten Karl August als Glaubensbekenntnis gesagt: .Geb' Gott Euch Allen guten Segen, nur laßt Euch fein uns angelegen! Denn wir, bäurisch treues Blut. Sind doch immer Euer bestes Gut." H. Kr. Oderheffen. Landkreis Gietzen. P Alten-Buseck, 30. März. Nach längerer Pause trat der hiesige Manoolinenklub .Frisch auf" am ersten Ofterfeiertag im Saale .Zur Waldlust" mit einem Konzert vor die Oeffentlichkeit. Das fein ausgewählte und vollendet durchgeführte Programm ließ erkennen, daß der Verein unter der Leitung seines Dirigenten L. Schreiner bestrebt ist, in seinen Darbietungen nur das Beste zu bringen. Die zu Gehör gebrachten Musikstücke, sowie die von der Sängerabteilung des Klubs vorgetragenen Ehöre wurden mit wohlverdientem Beifall ausgenommen. Einige geschickt aufgeführte Theaterstücke fügten sich passend in den Rahmen der Veranstaltung ein. Ein zeitentsprechend mäßiges Eintrittsgeld und die dem Verein stets entgegengebrachte Sympathie bewirkten, daß der geräumige Saal bis auf den letzten Platz besetzt war. Lollar. 30. März. Dem Altveteranen Ehristian Biehl wurden aus Anlaß seines 85. Geburtstages, den er am ersten Ofterfeiertag beging, zahlreiche Glückwünsche zuteil. Die Reichs- bahnverwaltung, in deren Dienst der Jubilar Traum gegen Morgen. Von Lola Landqu. Der bekannte Schriststeller Berthold ‘2L brach um 24 Uhr ganz heimlich von der Abendgesellschaft aus. In die Garderobe klang ihm noch das Stimmgewirr wie Bogelschwahen nach, das Helle Auflachcn einer Frau, ein Papageienschrei, backte schmerzhaft in seinem Kopf. Schon auf der Treppe, während er beim Hinabsteigen in den Qlcrmcl seines Mantels fuhr, überzählte er. wie ein Kassierer seine Tageskasse, den Gewinn die'es Abends. Er raffte das fchmeichelnde Lob eines Kritikers jiber sein Werk, das Schimmern einer weißen Schulter, den geistreichen Satz eines Greises, das Dlaugcün eines Kleides schnell zusammen. und ja auch noch dieses, das verheißende Lächeln einer Frau, das vielleicht zu einem Abenteuer führte. War dies alles, wirklich? Alles! Zu wenig! Es war ein verlorener Abend mie so viele gewesen. Er krümmte die Hand wie einen hohlen Decher und streckte dann langsam die Finger wieder aus, als ließe er etwas fallen. Auf der Straße atmete er lief die laue Luft ein. Es roch nach Regen. Die nassen Straßen glänzten schwarz, und aus den Steinen schielte ihn hämisch das Licht der Laternen an. Mit seinen halbgeschlossenen übermüdeten Augen sah er die schwebenden Ballons der Bogenlampen zittern und wie Raketen flüchtig im Himmel zerspringen. ~'c Scheinwerfer der Automobile ringelten sich eine Sekunde in glühende Schlangen auf und verzückten. Die Häuser standen starr, die hellen Fenster gähnten wie goldene offene Höhlen, hinter denen nur ein trügerischer Schein glimmt. Wie mar er dieser Stadt überdrüssig, so müde wie feines ganzen Lebens, das ihm seit Monaten keine Empfindungen oder Erschütterungen mehr scheuen konnte! Eine seltsame Lähmung hatte sein Schaffen ergriffen. Jeden Morgen fetzte er sein neue» Buch zusammen. Satz an Satz, wie ein -^okaik. bunte Worte, rote, grüne, blaue Steine, au» denen doch nie das Bild des Lobens strahlte. Es war ein Rätselspiel. das ihn bis zur Verzweiflung Peinigte. In feinem Zimmer riß er das Fenster auf. v« hatte wieder zu regnen begonnen, ein feuchter Dunst schlug hinein und senkte sich auf die Möbel. Der Ermattete legte sich sogleich nieder Er quälte sich noch bis zur Besinnungslosigkeit! mit einem ungeformten Sah seines Buches, den er vor sich hinflüstcrte und schlief endlich mit einem klebrigen Geschmack auf der Zunge ein. Lange lag er dumps und regungslos wie ein Toter. Erst gegen Morgen ergriff ihn ein wunderbarer Traum: Er erblickte einen kleinen ©arten mit einer Reihe schwarzer, frisch umgebrochener Beete. Aus einem Springbrunnen mit rosa gesprenkelten Steinen lies ein Strahl Walser mit lachendem Glucksen. Die Beete waren schmal und kurz geschnitten wie Kinderbeete, ja sie selbst mit der locker geträufelten Erde sahen aus wie Kinder, die in der Frühe von der Mutter frisch gekämmt und zu- rechtgemacht sind. Hinter der abgeschrägten Mauer des Gartens ragte ein Kirchturm hoch: die Ahr mit dem großen goldenen Zifferblatt leuchtete in der Morgensonne. And da begann sie auch schon zu schlagen, die Viertelschläge mit hellen hohen ®l£>dcntöncn. und zauberhaft, bei dem Schlage des ersten Viertels fuhren grüne Spitzen aus den schwarzen Beeten hervor: bei dem Ton des zweiten Viertels streckten sich die Gräser wie zarte grüne Eidechsen aus, beim dritten Viertel schossen sie ein Stück in die Luft, sie wuchsen sichtbar, und beim letzten Viertel waren alle Beete mit einem überströmenden Grün von Gräsern besät. And dann, nach einem für» 37. 2lhues + 6V2. Helling -s-6 (vorjähriger Sieger), Sämisch -j- 5, B. Koch und Roteboom je + 4Vs- Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redaktionstisch. Der ©ratisfenor. Während einer Probe zu den „Hugenotten" an der kaiserlichen Hofoper in Wien. Am Dirigentenpult der berühmte Kapellmeister Hell- m e s b e r g e r , auf der Bühne aber, in der Rolle des Raoul, ein versuchsweise zugelassener Provinzgast. Gemäß dem damaligen Modus „auf Engagement", das heißt ohne Bezahlung. Schon nach dem ersten Akt war die Enttäuschung allgemein. „Run, was sagen Sie?" wandte sich einer der Solisten an den Dirigenten. „Finden Sie seinen Raoul nicht geradezu jämmerlich ?“ „Ach, lieber Freund", darauf Hellmesberger, „einem geschenkten Raoul schaut man nicht ins Maul!" Rundfunk bei Shakespeare. Ich las im „Hamlet", — so wird in Reclams Llniversum erzählt —. Als ich bei der 2. Szene des 2. Aktes, wo Hamlet sich über Polonius lustig macht, abgerufen wurde, fand ich bei meiner Rückkehr meinen zwölfjährigen Jungen in das Buch vertieft. Er hatte an der aufgeschlagenen Stelle weitergelesen und fragte ganz aufgeregt: „Vater, wann hat der Shakespeare gelebt?" — „Um die Wende vom 16. zum 17. Jcchrhundert." — „Dann fjat es also schon damals Rundfunk gegeben?“ — „Aber nicht doch, Junge, der ist doch erst im 20. Jahrhundert erfunden." — „Das kann aber nicht stimmen. Sieh mal, hier steht doch: „Hört, Güldenstem! — und ihr auch — an jedemOhreinHörer..." 9.Uport VfB. Gießen. Dssv- (Liga) — ZT. Wallau (Liga- 2:3 (0:3). Die Ligamannschast des VfB. trug zu Ostern auf Einladung des alten VcrbandSspielgcgncrs ZT. Wallau ein Freundschaftsspiel in Wallau auS, das die eifrigeren und flinkeren Gastgeber erfolgreich sah. VfB. trat komplett an, war jedoch durch die lange Omnibusfahrt in drangvoller Enge etwas gehandicapt, so daß der Ansturm deS Gegners in der ersten Halbzeit nicht allzuviel Widerstand sand, Außerdem behinderte ein Fehler in der Mannschaftsaufstellung, wenigstens in der ersten Spielhälfte die Aktionen der VfB er. Trohdem ist der knappe Spielverlust nicht allzu tragisch, denn Wallau stellt auf eigenem Platz tatsächlich einen sehr schwer zu nehmenden Gegner dar, der feinen Meistertitel zu Recht trägt. Die DsB.cr waren technisch besser, in der zweiten Halbzeit - nach erfolgter Umstellung — kam Wallau nicht mehr zu Erfolgen. DfB. dagegen konnte zwei Tore ausholen, zum Ausgleich reichte cs jedoch nicht kstehr. Die Grün-Wcißen traten sofort nach Beendigung der Fahrt zum Spiel an. Wallau erzielte durch sorschcS Spiel in kurzer Zeit drei Tore, die für Balser unhaltbar waren. Bei ausgeglichenerem Feldspiel ging die erste Halbzeit zu Ende, ohne daß der DsB -Sturm die wuchtige Wallouer Verteidigung hätte bezwingen tonnen. Die zweite Halbzeit brachte nach der Umstellung in der Verteidigung ein ganz anderes Spiel von feiten der Giestener. Wallau kam kaum noch über die Mittellinie. Haupt und Fenster konnten die ausopfernd arbeitende Deckung des Gegners je einmal bezwingen. Aber dabei blieb es. Die VsB.cr standen oft frei vor dem Tor, der erfolgreiche Schuh blieb jedoch aus. 1. Jugend —- Franksurt-EscherShelm l. Jgd. 2:2. Die 1. Jugend konnte ihre zweitägige Reise erfolgreich abschliehen. Gegen die Frankfnrt- Gschersheimer Jugendlichen konnte ein ehrenvolles Llnentschicden herausgeholt werden. Dos Spiel sah die DsB-er als die technisch Besseren, jedoch waren die Gastgeber körperlich stärker und wuchtiger. Da- Spiel bot eine Fülle interessanter Momente. l. Jugend — Aiederursel 1. Jugend 4:2. Obwohl vom Kampf des Vortages etwas ermüdet, zeigten die VfB.er in Ricdcrurscl ein prächtiges Spiel; sie vermochten den spieltüchtigen Gegner mit 4: 2 niederzuringen. Das Spiel war ungleich schwerer als das des ersten Feiertags, zumal der Gegner nut auf Sieg spielte. 2. Jugend — Spv. Alöfeld 1. Jugend 4:0. Auch die 2. Jugend schlug sich aus ihrer zweitägigen Reise sehr tapset. Konnten sie doch gegen erste Jugendmannschaften Sieg und Unentschieden herausholcn. Bemerlenswert ist der 4:0-0icg über die spielstarke Alsfelder Jugend. Das Spiel begann nicht sehr vielversprechend für die VfB.er, da die weitaus stärkeren Gegner zu Beginn mächtig loslegten. Der VfB -Sturm schoß schlieh- lich doch vier bildschöne Tore. 2. Jugend — Leusel 1. Jugend 1:1. Das Spiel in Leusel wurde auf grundlosem Boden ausaetragen. Die VsB.er batten Mübe. noch den Anstrengungen des Vortages ein Un- entschieden herauszuholen. Gpielvereinigung 1900 Gießen. Die Ligareserve verlor in Steinberg 3:1 (2:1). 1900 trat nicht in stärkster Aufstellung an, verlor bald zwei Spieler durch Verletzung, wovon einer später als Statist auf Rcchtsauhcn weiter mitwirkte. Die Niederlage war. gemessen an der Gesamtleistung, nicht verdient. Am • 1. Feiertag blieb die Ligareserve beim DsB. Wetter auch nur zweiter Sieger. Fünf weitere Spieler muhten erseht werden. Die erlittene 4:3-(3:1-)Niedcrlage gegen den Liga- gegner ist deswegen nicht als Schlappe zu betrachten. Die Dlauweihen schlugen sich gut. Die Stützen waren diesesmal Torwart und rechter Verteidiger Blamabel war die 2:0-(l:0-)Riederlage, die sich die Lehrmannschaft gegen Wetters 2. Elf holte. Bei einem Spiel, saft nur auf ein Tor, fand sich niemand, der den Ball wischen die Pfosten brachte. Der Gegner war bei gelegentlichen Durchbrüchen glücklicher. Die vierte Mannschaft absolvierte ihr Öfter- Programm erfolgreich. Einem 4:l-(2:l-:oicg über Steinbergs zweite Elf in Steinberg folgte ein Unentschieden (3:3) gegen Ebsdorfs spielstarke erste Mannschaft auf des Gegners Platz Auch hier muhte 1900 mehrfachen Ersatz einstellen. Alle Spieler waren aber mit größtem Eifer bei der Sache; auch technisch war das Spiel recht gut. Gpielvereinigung 1926 Leihgestern. Leihgestern I — „Rot-weiß" Frankfurt 4:3. Die Osterfuhballspiele waren für die Spiel- Vereinigung Leihgestern ein grober Erfolg. Am 1. Feiertag weilte eine Auswahlmannschaft von „Rot-Weiß' Frankfurt in Leihgestern. Diele Zuschauer hatten sich zu diesem Spiele eingefunden und wurden Zeugen eines sehr spannenden Kampfes. Gleich in der ersten Minute gingen die Plahbesiyer durch ihren Halbrechten in Führung, in der sechsten Minute jag c der rechte Läufer bereits das zweite Mal den Ball in daS gegnerische Reh. 2:0 für Leihgestern also! In der Folge wurden aufgeregt zwei Handelsmeter für den Gastgeber verschossen Angriff aus Angriff rollte vor das Tor der Frankfurter, jedoch gelang es den Gästen, für den Rest der ersten Halbzeit das Tor rein zu halten. Rach der Pau^e führte ein schön eingeleiteter Angriff zum dritten Tor. Runmehr drehten die Gäste aus und erzielten durch ihren Mittelstürmer ihr erstes Tor. die Leihgesterner schossen dagegen ein viertes Tor. Die Gäste verkürzten aber dann im An- schluh an einen Zreistoh und an eine Ecke auf 4:3. Das Spiel wurde sehr fair ausgetragen. Am zweiten Feiertag weilten die beiden aktiven Mannschaften von VsR. Lich in Leihgestern. Die 2. Mannschaft des Plahvercins gewann nach überlegen geführtem Spiel mit 3:1 Toren; der 1. Mannschaft lag noch das Spiel des Vortages in den Gliedern, sie fertigte die Gäste • aber trohdem noch mit 5:0 Toren ab. Handball der Sp.-Vg. 1900. 1900 I — VsL. Sachsenhausen I 6:11 (4:3). Die Handballmannschaft hatte sich für Ostern einen Gegner aus der moinischen Oberliga verpflichtet. Das Spiel auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe begann für die 1900er recht vcr- heihungsvoll. Sie griffen ungestüm an und lagen bald durch zwei Slrafwürfe mit 2:0 in Führung. Die Gäste spielten nun auch stark auf Erfolg und holten bis zum Seitenwechsel ein Tor auf. In der zweiten Halbzeit brachten die Frankfurter ihre reifere und wuchtigere Spielweise besser zur Geltung und kamen noch zu acht Erfolgen. Allerdings war das 1900er Mannschaftsgefüge nicht mehr das der ersten Halbzeit. Die Außenstürmer wurden überhaupt nicht beschäftigt, und auch die Hintermannschaft, insbesondere der Torwart, war nicht immer ausmerksam. Ardeiter-Turn und Sportbund. wieseck I — (Bieben I 1:2. Mit Spielbeginn sah man ein flottes Spiel, bei dem die Schluhmännei auf beiden Seiten reichlich Arbeit bekamen. Wieseck ging durch einen Strafst oh zuerst in Führung. Bald konnten aber die (Siebener durch einen groben Schnitzer des Torhüters der Plahbesitzer den Ausgleich erzielen. Rach der Pause drückte Wieseck mehr, kam jedoch zu keinem Erfolg,. Durch ein Selbsttor des rechten Verteidigers konnte Gießen zum Siegestor kommen. wieseck II — GroßenLinden I 2:0. Wieseck war den Gästen technisch überlegen und konnte als verdienter Sieger den Platz verlassen. — Wieseck l.Jgd. gegen Gießen Jgd. 3:0. Heuchelheim I — Raunheim I 1:4. Der Kreismeister war zu einem Freundschaftsspiel in Heuchelheim zu Gast. Die Raunheimer machten einen etwas überspielten Eindruck. Trohdem führten sie bald mit 0:2. Heuchelheim holte sodann ein Tor auf. Bis Halbzeit stellte Raunheim das Ergebnis auf 1:4. Rach dem Wechsel ließen die Gäste merllich nach. Heuchelheim bedrängte nun stark das Gäsletor, konnte jedoch nichts zählbares erreichen. -- Vorher. Heuchel- beim II gegen Raunheim ll 1:1 und Schüler gegen Schüler 0:0. wieseck I — Dietzenbach I 1:2. Am 1. Oftcrfeiertag hatte Wiesecks Erste die Kreisklassenelf von Dietzenbach zu Gast. Die Gäste stellten eine sehr flinke Els, aber Wieseck war auch gut vertreten. Beide Hüter mußten ihr Können öfter unter Beweis stellen. In der 15. Minute gingen die Gäste in Führung, während Wieseck stark von Schußpech verfolgt war. Halbzeit 0:1. Rach der Pause konnte Dietzenbach durch einen scharfen Schuh auf 0.1 erhöhen, während bald daraus Wieseck durch Kopfball auf 1:2 verkürzte. Der verdiente Ausgleich blieb versagt. wieseck II — Grohen-Buseck I 9:1. Wieseck war dem Gegner technisch voraus und konnte bei Halbzeit bereits mit 4:1 führen. Rach dem Wechsel blieb Wieseck weiter im Vorteil und siegte hoch und verdient. — Wieseck Schüler gegen Rödgen Schüler 1:0. Allendorf (Lahn) 1 — Gießen I 2:3. Gießen war in Aliendorf (Lahn) zu Gast. Die Platzbesitzer lieferten den Städtern ein gleichäver- tiges Spiel Gießen gelang es nur durch den Einsatz aller Kräfte einen knappen Sieg zu erringen. Lollar I — Watzenborn I 12:4. Datzenbcrn gab Wohl alles her, um den Sturm der Einheimischen in Schach zu halten, konnte aber nicht verhindern, daß er ein Dutzend Tore erzielte, dem nur vier Tore entgegengesetzt werden konnten. — Vorher: Lollar Jgd. gegen Wieseck 2. Jgd. 2:1. Raunheim I — Bürgel I 6:1. Der Kreismeister hatte am 1. Feiertag Offenbach Bürgel L im Freundschaftsspiel zum Gegner. Diesmal zeigte Raunheim wieder besieres Können als in Heuchelheim. Durch Elfmeter ging Raunheim in Führung und in kurzen Abständen erzielte der Halbrechte drei weitere Tore. Halbzeit: 5:0. Rach dem Seitenwechsel ließ das Spiel merklich noch. Raunheim kam zum 6. Tor, die Gäste retteten den Ehrentreffer. Heuchelheim I — Dietzenbach I 6:1. Am 2. Feiertag war Dietzenbach in Heuchelheim zu Gast. Die Mannschaft zeigte hier wenig Ansprechendes. In der ersten Spielhälste sah man ein ausgeglichenes Spiel. Heuchelheim ging zuerst in Führung. Dietzenbach drängte daraufhin etwas, konnte jedoch nichts erreichen. Halbzeit: l:0.Rach der Pause lagen die Dietzenbacher im Angriff, liehen aber bald wieder nach und Heuchelheim kam zu weiteren Torerfolgen. Den Gästen blieb das Ehrentor. Grohen-Buseck I — Bürgel I 2:2. Am 2. Feiertag war Offenbach-Bürgel inGro- ßen-Buseck zu Gast. Die Platzbesitzer konnten durch übergroßen Eifer das Spiel offen halten. Bei Halbzeit führte Bürgel mit 2:0 Toren. Rach dem Wechsel gelang Grohen-Buseck der Ausgleich und damit ein Achtungserfolg. Im Spiel Vetzberg l gegen Frankenbach I gab die größere Spielerfahrung der Gäste den Ausschlag und Vetzberg verlor mit 0:2. Amtsgericht Gießen. Bei einem Zusammenstoß zwischen 30 bis 40 Kommunisten und vier Rationalsozialisten am 7. August v. I. in der Reuen Bäue erhielt einer der letzteren trotz der großen älebermacht seiner Gegner, die in einer 2ll>wehr sich nicht befunden haben, einen Messerstich in die Brust, der an feiner Rippe abprallte, so daß eine unmittelbare Lebensgefahr nicht eintrat. Der Verdacht, der Messerheld zu sein, hatte sich im Dorversähren, insbesondere durch schwer belastende Aussagen eines Tatzeugem gegen einen Kommunisten derart verdichtet, daß seine Verurteilung zu erwarten stand. Doch in der Hauptverhandlung reichten die Beurkundungen des Zeugen, der diese seinen früheren Aussagen gegenüber wesentlich ein» schrankte, zu einer Verurteilung nicht aus. DaS gleiche Ergebnis hatte auch die Verhandlung gegen einen weiteren Angeklagten, der ebenfalls der Tat verdächtig war. Beide mußten frei» gesprochen werden. Dagegen fand eine ebenfalls überaus rohe Tat ihre Sühne durch Verurteilung deS Täters wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Wochen Gefängnis. Den Angeklagten hatte in feiner Werkstätte ein an zwei Krücken gehender Krüppel besucht, um mit ihm wegen bestehender Differenzen eine Rücksprache zu nehmen. Jener ging aber nicht darauf ein, sondern ergriff den Krüppel, trug ihn in den Hof. warf ihn dort hin, so daß er mit dem Gesicht auf die Erde zu liegen kam, und schlug mit der Krücke des Invaliden auf ihn ein, so daß dieser nicht unerhebliche Verletzungen davontrug. Seinem brutalen Verhalten setzte der Angeklagte die Krone auf, indem er nicht zulassen wollte, daß einige hierüber empörte Leute den Verletzten aus dem Hofe geleiten wollten. Elektrische Straßenbahnen bedürfen im Verkehr, da sie im Gegensatz zu Fahrzeugen nur auf Schienen fahren, diesen nicht ausweichen können und dergleichen mehr, selbstverständlich eines erhöhten Schutzes, und dieser wird auch der Gießener Straßenbahn durch besondere Vorschriften zuteil. Ein hiesiger Autofahrer verstieß gegen diese. Obwohl er mit den StrahenverkehrSverhLltnfffen vertraut war, trug er bei einer Fahrt diesen und der Lebhaftigkeit deS Verkehrs keinerlei Rechnung. sondern fuhr auS seiner Toreinfahrt über den Dürgcrstiea nach der Fahrstraße, ohne sich in geeigneter Weife verläffigt zu haben, ob nicht eine nahende Straßenbahn durch ihn gefährdet werde und zunächst ein Halten ober langsames Fahren geboten fei. Sine derartige Gefährdung lag aber tatsächlich vor. Sin elektrischer Wagen befand sich gerade in voller Fahrt in der Rahe der Toreinfahrt, und daS Auto kreuzte die Schienen nur wenige Zentimeter vor dem QBagen. Der Angeklagte hatte, um noch unbehelligt vorüberzukommen, Vollgas geben müssen, und dem Wagenführer war es gelungen, den Wagen noch gerade rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Der Autofahrer, der bei der gleichen Gelegercheit auch einen Radfahrer angesähren hatte, die ganze Schuld an dem Unfall aber dem Wagenführer zuschob, erhielt eine Geldstrafe von 2 4 Mk. Kunst und Wissenschaft. Gchcimrat Professor Dr. Eduard Sievers f. Der emeritierte Professor der deutschen Sprache und Literatur an der Universität Leipzig, Geh. Hofrat Professor Dr. phil. theol. et ined. Eduard Sievers, ist gestern im 82. Lebensjahr ae• ft o r b c n. — Eduard Sicvcrs geboren am 25. November 1850 zu Lippoldsberg (Hessen-Nasfaui, wurde bereits mit 21 Jahren außerordentlicher Professor in Jena, wirkte später in Tübingen, Halle und von 1892 bis zu seiner (Emeritierung, 1922, in Leipzig. Er hat eine lange Reihe von Arbeiten über die ältere deutsche Sprache und Literatur veröffentlicht; die von ihm entwickelt.' sog. Schallanalnse hat in der gesamten germanistischen Fachwissenschaft erbeb* liches Aufsehen erregt. — Der Gelehrte war lange Jahre hindurch erster Sekretär der Sächsischen Akademie der Wissenschaften. Rovellenpreis der „Reuen Linie". — Der 15 000-Mark-Rovellenpreis, den die Monatsschrift „die neue linic“ (Dever-Derlag. Leipzig) auf 5 Jahre angesetzt hat, ist zum erstenmal zur Derteilunggelangt. Für das Jahr 1932 ging es um 3000 Mk. für die beste deutsche Degcn- wartsnovelle. Die Preisrichter Wilhelm von Scholz, Alfons Paquet, Paul Fechter, Bruno E. Werner konnten sich trotz der gewaltigen Zahl der Eingänge zur Verteilung des er* sten Preises nicht entschließen. Der 2. Preis in Höhe von 1000 Mk. wurde geteilt zugesprochen an: Pia Kämper, Köln, für die Rovelle .Der Weg , und Käthe Lübbert-Griese, Berlin, für die Rovelle .Anna". Den 3. Preis in Höhe von 500 Mk. erhielt M. O. Starck, Zürich, für die Rovelle .Geburtstagsgeschichte". Ferner wurden für je 300 Mk. angekauft: die Rovelle .Regina Amstetten" von Ernst Wiechcrt. Berlin, und die Rovelle »DaS Waldhorn", von Georg Britting, München Die nicht verteilte Summe von 1500 Mk. wurde den Preisrichtern zugeteilt, die eS von sich auS übernommen haben, bis Ende deS Jahres den anderen Mitgliedern der Jury eine Rovelle, die für den ersten Preis in Frage kommt, vorzuschlagen. Sollte diese Rovelle nicht gefunden werden, wird der Betrag der Preußischen Akademie der Künste, Abteilung für Dichtung, überwiesen. Der Bericht des Preisgerichts steht im Aprilheft der „neuen tinie“. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit ds Schriftleitung.) A. W. St. 1. Wir nennen Ihnen eine alte und zwei neuere Darstellungen, die sämtlich erheblich billiger als das von Ihnen genannte Werk sind: C. G. Carus, „Goethe". Alfred Kröner, Leipzig. — Robert Z i l ch e r t, „Goethe", Emil Roth, Gießen. — Georg Witkowski, „DaS Leben Goethes", Th. Knaur, Berlin. — 2. Das Thema wurde bereits vor zwei Jahren in den Familienblättern behandelt; wir lassen Ihnen die betreffende Rümmer zugehen. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (sübanlage). Samstag, 2. April. Vorabend: 6.45 Uhr; morgens: 9 Uhr; abends: 7.05 und 7.45 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier, den 2. April. Freitagabend 6.30 Uhr, Samstagvormittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 7.45 Uhr. — Wochengottesdienst: morgens 6.45 Uhr, abends 6.30 Uhr. In Dosen jetzt RM. 0.25,0,50,1 In Tuben jetzt RM 0.35,0.70 40 Jahren von Spezialisten und Sachverständigen als wirksamstes Hautpflegemittel bezeichnet. Das darin enthaltene Cholesterin verhütet rauhe und gerötete Haut, macht trockene und spröde Haut geschmeidig. SO Offenlegung Oer Wülfte für die Mahl des Reichspräsidenten am 10. April 1932 (II. Mahlgang). Die Wählerliste für die zur Wahl des Reichspräsidenten (II. Wahlgang) in der Stadt Gießen mit Gemarkung Schissen- berg und Hermwald stimmberechtigten Personen liegt am Samstag, dem 2. April 1932, von 8 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr, und am Sonntag, dem 3. April 1932, von 9 bis 13 Uhr, im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13 (Wahlamt) zur Einsichl offen. 251 IC Einsprüche gegen die Richtigkeit der Wählerliste sind innerhalb der Ossen- legungsfrist bei Meidung des Ausschlusses bei dem Wahlamt schriftlich oder mündlich zu erheben. Soweit die Richtigkeit einer Behauptung nicht offenkundig ist, sind Beweismittel beizubringen. Wird ein Ein- sprach nicht sofort für begründet erachtet, fo entscheidet über ihn der Kreisausschuß endgültig. Gießen, den 31. März 1932. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Sei b. I Wegen Ueberfüllung meines Schlafzimmer, Speisezimmer Weingroßhandlung und Likörfabrik - früher Kaiserallee 1 - jetzt Südanlage 10 ____________________________________________0196U Anordnung. Auf Grund des § 2 Abs. I der Hessischen Verordnung zur Sicherung der Haushalte von Gemeinden, Gemeindeverbänden und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts vom 25. September 1931 in Ber. binöung mit Kapitel III Art. 1 Abs. 2 im Ersten Teil der Anpassungsoerordnung des Reichspräsidenten vorn 23. Dezember 1931 wird mit Zustimmung der Landesregierung verfügt, daß in der Stadt Gießen die Getränkesteuer auch im Steuerjahr 1932 mit einem Steuersatz von 10 vom Hundert des Kleinhandelspreises weiter erhoben wird. Gießen, den 29. März 1932. 2503C Bürgermeisterei Gießen: Dr. Keller. Kuchen und Einzelmöbel bester Qualität, ganz besonders billig ab. 2 99D Louis Vetter, Kalserallee 19 Zwangsversteigerung Am Donnerstag, dem 7. April 1932, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsge. bäude zu Gießen, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen den Jetbinanb Alffen Eheleute zu Gießen zugeschriebene Anwesen, Licher Straße 29, Flur III Rr. 273’« = 186 qm Hofreite und Flur III Rr. 273® 10 = 159 qm Grab garten, geschätzt 25 263 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20 (Stadthaus), zur Einsicht ausgehängt. 1114D Gießen, den 8. Februar 1932. I. 21.: des Hessischen Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerichtsoorsteher. omiirier- prossen werden wter Garantie durch l/FUliq Stärke B beseh V LHUU tlgt. x 1.60, 2.75. Gegen Plekel, Mitesser Stärke A Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz 9/10, Hindenburg-Drog.. Seltersweg 68a. m»V Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag für 1932 liegt vom 1. April 1932 ab eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich ober zu Protokoll vorgebracht werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 2509D Röthges, den 31. März 1932. Hessische Bürgermeisterei Röthges. ___________Metzger.___________ Wissenscnaftliche Werke tiondergeolet cer Brflhl'schen Druckerei niiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimniimiiiiiiin Rhein. Unten:, bietet tticht. Vertreter hohen Verdienst bei angenehmer Tätigkeit (Besuch erster Wirtekundschaft). Schriftl. Angeb. nur sieiß. Herren mit guten Umgangsformen unter 01948 an den Gießener Anzeiger. fliiiiiniiiimiiiiiiiiiiiiiiiiniiiniiiiiiiiiiiiiiiuiiiuiiHHiHiiiii alle Größen," besonders billig, aus nur kräftigen, indanthrenfarbig. Stoffen, in vielen Farben, 4 EH MMlekAMMM Vornan von I. Schnei-er-Foerfil. Urheber-Rechtsschutz: Verlag O. Meister, Werdau. 15. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Sie hätte die Tochter zu gerne gefragt, ob sie nichts für den Mann empfand, der ihr in der kurzen Zeit seines Hierseins wie ein Sohn ans Herz.gewachsen war. QTbcr sie wagte es nicht. Lenores Wunde war noch nicht fest verheilt. So unterlieft sie cs und stimmte zu, daft die Tochter ein Telegramm an Margret schickte, in welchem sie sich bereit erklärte, die Stelle sofort anzutreten. „Soll ich nicht besser telephonieren?" fragte Lenore und stand schon an dem Apparat, uin aus ein Nicken der Mutter die Kurbel zu drehen. „Ich komme morgen mit dem Abcndzug", hörte sie die Tochter sprechen und mußte fluchtartig das Zimmer verlassen, weil sich die Tränen nicht mehr zurückdämmen ließen. Und dann kam nach sechsunddreißig Stunden für Lenore die Zeit der Abfahrt. Suse brachte die Schwester selbst zur Dahn. In München wollte Margret sie in Empfang nehmen. „Wenn du Dieter sehen solltest", flüsterte Suse und küßte die Schwester nochmals auf Mund und Wangen, „sage ihm —" „Suse, vergiß nicht, was du mir versprochen hast!" bat die Aeltere. Eine derbe Hand riß die blonde Recklinhauscrin vom Trittbrett, daft sie rückwärts gegen eine Schulter taumelte. Dis sie richtig wieder auf den Füßen stand, hatten die Wagen schon einen Meter zurückgelegt. Sie lief neben ihnen her und ließ das Taschentuch im Winde flattern. „Lenore, vergiß nicht! — Auf Wiedersehen. Lenore!" Als die Maschine um die Kurve bog, weinte Suse verzweifelt auf. Sie fuhr mit der Zunge über die salzig gewordenen Lippen und ging schleppenden Schrittes nach dem Wagen zurück, den sie draußen stehen hatte. Lauft, was ihr wollt, dachte sic, als die Gäule ausgriffen, als wären ihnen ein Dutzend Wölfe auf den Fersen. Frau von Recklinhausen entsetzte sich, als sie eine halbe Stunde später mit fliegendem Haar und dampfenden Rossen durch das Hoftor gesprengt kam. „Kind, wie kannst du mich so in Sorge versetzen? Du weißt, wie ich mich immer ängstige, tocrai du unvorsichtig fährst!" Suse warf einem Knechte die Zügel in die Hand und schritt neben der Mutter dem Herrenhause zu. Mit ein paar Sprüngen na hin sie die Treppe, um sich umzukleiden. Als sie eine halbe Stunde später zum Abendtisch erschien, preßte sie plötzlich die Serviette vor den Mund und weinte haltlos auf. „Das ist ja gräßlich. Mama! Das .halte ich einfach nicht aus st' „Was. mein Kind?" „Dieses fürchterliche Stillesein! Diese Sterbens» ruhe im ganzen Haus. Mir ist. als hätten wir jemand begraben!" „Jeder, den wir lieben, hinterläßt eine Lücke, wenn er von uns geht, mein Kind", mahnte Frau von Rccklinhausen und gedachte Malnows, der. wenn er wiederkam. den Tod seiner Mutter zu verwinden hatte. Sic wollte ihm alles Liebe tun, das sich ihn, ohne Aussehen erweisen ließ. „Was würdest du sagen", wandte sie sich an die Tochter, „wenn ich unseren Verwalter einladen würde, für die Zukunft das Abendbrot mit uns zu nehmen? Mittags läßt sich das nicht gut machen. Dielleicht au den Sonntagen. Natürlich nur. wenn es dir nicht unangenehm ist. mein Kind." Suses Augen irrten von ihr ab. „Wenn du meinst, Mama. Zu schämen braucht man sich ja nicht mit ihin. Seine Kinderstube muß tadellos gewesen sein!" „Ohne Zweifel, mein Liebling, Aebrigens weißt du ja, wie wenig ich auf das bloß Aeußerliche gebe. Das Edle, das ein Mensch zu zeigen hat, kommt immer von innen." „Ich bin neugierig, was er für Augen macht", fragte sich Suse, als sie im Dette lag und den Kopf zum wiederholten Male auf eine andere Stelle des Kissens legte. Aeberall war es ihr zu heiß. Aus der Ecke leuchtete Lenores Dett mit der schweren Seidendecke und flößte ihr beinahe Furcht ein. Dann war sie mit einem Male hinübergeträumt und hatte ein seliges Lachen um den Mund. Dieter saß neben ihr am Tisch und sie legte ihm die besten Stücke vor. „Iß doch, Liebster. Habe ich nicht gut gekocht? — Schmeckt es nicht fein?" Er küßte sie und die Mutter sah es und lächelte dabei. „Wie ich mich mit euch freue, Kinder!" Sie fuhr hoch, als die Sonne ihr Die ersten Goldpfeile ins Gesicht warf. Heute war ja Samstag, heute mußte er ja kommen! Vielleicht holt sie ihn am Abend selbst ob. Es würde schon irgendwie glücken, daß sich dafür eine Möglichkeit ergab. Und dann saß sie plötzlich mit halbgeöffnetem Munde und drückte gleich darauf die Finger dagegen. Von unten kam eine Stimme, die ihr schöner als das Geläut der Osterglocken dünkte. Mit einem Schwung stellte sie die Füße auf den Doden und lief zum Fenster, um durch dos Ge- rernte zu spähen. Da stand Molnow kaum zwei Meter vom Hause entfernt und sprach mit einem der Knechte. Am rechten Acrmel des grauen Anzuges trug er einen Streifen schwarzen Flores. „Dieter!" Mein Gott, er mußte es doch hören, auch wenn sie nur flüsterte. „Dieter!" (8r mußte doch fühlen, wie ihre Seele nach ihm rief. — Der Knecht schritt nach dem Hofe zurück und dann---sie fühlte das Kreisen ihres Dlutes bis an die Stirne. Sein Kopf hob sich: das schöne, nur etwas blasse Gesicht, neigte sich nach hinten. So sah er noch ihrem Fenster hinauf. Sie lief nach ihrem Toilettentisch und holte die tiefrote Rosenknofpe, die als letzte des Gartens geblüht hatte. Mitten auf die Drust traf sie ihn. Er hielt sie mit raschen Fingern und drückte die Lippen auf die halbgeschlossenen Dlätter. Seine Arme hoben sich, als wolle er an einem der Rosenstämme etwas richten, aber sie wußte die Dewegung zu deuten. Er streckte sie in übergroßer Sehnsucht nach ihr aus. „Dieter!" jauchzte sie. „Dieter!" Er legte den Finger an den Mund und wandte sich dem Hofe zu. Demnach mußte irgendwo ein Lauscher sein, der ihrer Liebe gefährlich wurde. Etwas verärgert über den unsichtbaren Störenfried, sah sie ihm nach und gewahrte gleich darauf den alten Dettermann, wie er auf Malnow zuschritt, um diesen etwas zu fragen. Zu dumm, daß er ihnen zwischen die ersten Minuten der Wiedersehensfreude geplatzt war. Aber dann war der Zorn auch schon verwunden. Die Hauptsache blieb: Dieter war wieder da! Sie konnte ihn wieder haben und seine Küsse trinken, so oft sie wollte. Mit raschen Füßen schlüpfte sie wieder in ihr Dett zurück und drückte das heiße Gesicht in das kühle Linnen der Kissen. Mit offenen Augen träumte sie in den erwachenden Morgen, und Frau von Recklinhausen konnte sich eines Erstaunens nicht erwehren, als ihre Jüngste gegen alle Gewohnheit schon um sieben AHjr am Frühstückstisch erschien. „Ladest du heute Malnow ein, mit uns Abendbrot zu essen?" fragte Suse und neigte den blonden Kopf etwas tiefer über die goldgerandete Tasse. Auf das „Ja" der Mutter hatte sie nur ein abwesendes Lächeln um den Mund. Das Leben war doch wundervoll schön. Es gab kaum ein zweites Wesen auf Erden, das so voll des Glückes war, wie sie, die jüngste Recklin- hauserin. Tage und Wochen flogen dahin! Monate glitten vorüber. Jeder nächste Morgen war die Fortsetzung der Seligkeit, die der vorhergegangene Tag nicht mehr zur Gänze hatte bescheren können. Suses Augen glichen blendenden Sonnen. Mal- nows Gang war ein Schwingen, ein förmliches Losgelöstsein von aller Erdenschwere. Wenn die beiden sich gewollt oder ungewollt begegneten, pulste ihr Dlut in brennenden Wellen zueinander. — Nur Frau von Recklinhausen wußte und ahnte noch immer nicht, wie es um ihre Tochter stand. Sic hatte soviel zu sorgen jetzt Hans Jürgen Gradnitz überschüttete sie mit bittenden Driesen. Deinahe jede Post brachte ein paar Zeilen von ihm. „Wann wirst du endlich zu deinen Töchtern von unserer Liebe sprechen?" „Von unserer Liebe!" Dann brannten ihre Wangen, sie schämte sich vor ihren großen Kindern. Fühlte, daß sie es wahrscheinlich nie zuwege bringen würde, vor diese hinzutreten und zn sagen: Ich bin erst vierundvierzig und sehne mich noch einmal nach einem Glück an der Seite eines zweiten Mannes. Suses Dlick hing zuweilen mit solch auffallendem Forschen an ihr, daß sie über und über errötete. Wußte die Tochter um das Geheimnis ihres Herzens? Manchmal löste ihre Jüngste sich so hastig aus ihren Armen, daß sie das Dlut bis an die Schläfen rauschen hörte. Vorsichtiger denn je versperrte sie Gradnitz' Driefe und trug den Schlüssel zu ihrem Schreibtisch immer bei sich. And immer wieder und wieder trafen Zeilen von ihm ein, fein Ditten wurde dringlicher. „Warum zögerst Du noch immer, geliebte Frau? --Deine Töchter haben Dich doch lieb und sind in einem Alter, wo sie auch begreifen, daß man---" „Mama! — Denk nur, Mama!" Suse kam in das Zimmer gewirbelt und schwenkte einen weißen Dogen in der Linken. „Was meillst-du denn, wer mich eingeladen hat? Wer meinst du denn?--- Auf ein paar Wochen gleich! And dich auch, Mama! — — So rat doch, Mutti! Es gibt doch nicht viel Leute, die einen gleich ein paar Wochen bei sich haben wollen." „Ich weiß wirklich nicht, Kind!" „Aber ich, Mama! Also Gradnitz! — Dein Freund, mit dem wir damals die Gewitterpartie aus den Cglofstein gemacht haben!" „Mein Freund?" entfuhr es Frau von Recklinhausen entsetzt. Das Wort hatte sie förmlich niedergefchmettert. „Nun ja, ein Detter ist es doch nicht! Wenn es dir lieber ist, dein Dekannter. Wir nehmen natürlich mit Handkuß an, nicht wahr, Mama!" Frau von Recklinhausen griff mit unsicheren Fingern nach dem Dogen, auf welchem Gradnitz das „verehrte Fräulein Suse" einlud, nach Groß- Steinach zu kommen. Selbstverständlich hoffe er auch die hochgeschätzte Frau Mama bei dieser Gelegenheit begrüßen zu dürfen. Die letzten Zeilen tanzten unruhig vor Frau von Recklinhausens Dlick: „Lassen Sie mich nicht umsonst gebeten haben, liebes Kind, und bereiten Sie diese große Freude Ihrem ergebensten Hrvis Jürgen Gradnitz." „Also, die große Freude bereiten wir ihm, nicht wahr, Mama!" lachte Suse. „Ich weiß nicht, Kind!" (Fortsetzung folgt.) 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April 1932 3um Schau- und Verkaufsmarkt (Messe) auf Oswalds- garten sind folgende Geschäfte eingetroffen: Figur-Achlbahn, Phantom-Geisterbahn (etwa« ganz 52*2? Schiffschaukek, Ruffenrad, Ktnderkaruffell. Schießbuden. Schnell-Photographie. Etotische Schau. Stereoskopenschau.Seetieraquarium,Waffelbäckerei. Alpenhaus sowie Derkaufsstände aller Art 2492 c Marktzeit: Werktags von 14-22 Ahr Sonntags von 14 -22 ’/2 Ahr 5üc Verkaufsbuden gelten die Bestimmungen über die Geschäftszeit der offenen Ladengeschäfte: an den beiden Melle- sonntagen ist dte Derkaufszeit von 14-19 Uhr festgesetzt Kulturfilm-Veranstaltung IDas letzte authentischeBüddokumeni aus der I gärenden fernöstlichen Republik bringt die I Stötzner-Expedition I Ides bekannten Asienforschers Walter Stütz- ner in dem Groß-Film aus der unbekannten I N ordmandschurei: Drachengold und Opium Geschäfts-Drucksachen bei Brühl, Schulstraße 7 Rechnungen BrlefblMtter Briefumschläge Rostkarten Geschäfte karten 25U2 A ff.Filets Pfund v. 35 Pf. an Forellenstör Kabeljau o. K. Seelachs o. K. Goldbarsch o.K. Schellfisch o. K. Nordseeschellf. Nordseekabeljau Bratschellfis eh Grüne Heringe W» Bresem ■■ Fischhaus Cuxhaven MarktstraBe23.Tel.241 7 Düngekalk billigst wss d C. 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Inf.-Regts. 15 Leitung: Obermusikmeister E. Krau&e Anfang 8^4 Uhr abends — Ermäßigter Eintrittspreis 50 Pf. Stimmscheine für die Reichspräsidentenwahl (II. Wahlgang) werden von Montag, dem 4. April, bis Samstag, dem 9. April 1932 im Stadthaus Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13, während der 6e- schäftsstundeh (Montag bis Freitag von 8 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, Samstag von 8 bis 12 und 15 bis 17 Uhr) ausgestellt. 2515 c Harnsäure und ihre Folgen? Trinkt fände r Ulate Spitzenleistung (nur in Originalpackg. mit nebcnstch. Schutzzeichen). reine Winterernte: die wirkungsvollste Edelware, die auf We 11-Au s s t e 11 u n g e n 15 X den KANU P RIX“ erzielte. — Packung von .*(■ —.35 an in allen Drogerien, Reformhäusern und Apotheken. Hühneraugen Warzen,Hornballen beseitigt restlos auch in den hartnäckigst. Jällen totsicher unt. Gar.innerh.5-6Ta. Hühneraugen-Rapia Erhält!, nur: Löwen- Drogerie W. Kllbinger Nflchf., Seltersweg 69. Achtung! Radfahrer! 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