Hr.282 Kvübaussave 182. Jahrgang Mittwoch, 50. November 1932 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feierlag« Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat mBild DieScholle monatsüeiugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen van einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gtehen. Postscheckkonto: fironlfitrt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ®rif(f und Verlag: vrühl'jche Nniverfitälr Buch- und Stetnörurferei H. Lange in Giehei. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstra^e 7. Annahme von A.^e.gen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re» hlameameigen von 70 .um Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrist 20" . mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. 2vilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und lür denAn. zeigenteil i.B. Th. Kümmel sämtlich >n (Bie gen. Ultima ratio. Der politische Einsatz der dentschen^eichswehr Von Friedrich Wilhe.m Heinz. „Ultima ratio regis!“, eingegraben in die bronzenen Geschützrohre der Könige von Preußen und von Frankreich, das wollte besagen: „Hier spricht des Königs letztes Beweismittel! Hier wird d i e Entscheidung der Macht angeru^en, um das Gesetz zu bestätigen! Hier geht es um Sein oder Rätseln! Denn diese letzte Weisheit des Königs ist wi.cklich seine letzte, — hier folgt nur noch der Sieg oder der Untergang!“ Ob Königstum ober Republik: des Staates letzte Reserve ist auch heute noch sein« Wehrmacht. . Und der alte Kanonenspruch ist noch immer gültig. Gültig. nicht nur im außenpolitischen Kampf um die Freiheit und Ehre des Staates, sondern noch viel mehr im innenpolitischen Kampf um die Erneuerung des Volkes und seiner verfassungsmäßigen For- men. Wie auch die derzeitige Staatskrise ausgehen wird, eines läßt sich angesichts der Unmöglichkeit eine Parteiregierung zu bilden, Voraussagen: der Tag wird kommen, an dem es heißen wird: das Vertrauen des Reichsoberhauptes hat den Reichswehrminister von Schleicher an die Spitze eines Präsidialkabinettes gestellt! Damit aber ist die Reichswehr als Ganzes eingesetzt worden. „Ultima ratio regis!“ General von Schleicher, als Persönlichkeit oft genug geschildert, als Politiker länger als ein Jahrzehnt erprobt und geschult, wird selber wissen, was leine Beauftragung zu bedeuten hat. Denn die Reichsexekution gegen Sachsen 1923, die Absetzung der Preußenminister im Juli 1932, die mehrfache Verhängung des Ausnahmezustandes seit Annahme der Verfassung non Weimar, dies alles bedeutete keinen Einsatz der Reichswehr! Wohl galt es für die Einheiten der deutschen Wehrmacht, bestimmte Polizei- und Ordnungsaufgaben zu lösen, wohl ging die Gewalt vorübergehend auf die Reichswehr über, hinter der Wehrmacht aber stand stets der gegebene Befehl, den cs lediglich auszuführen galt. Mit der 'Berufung Schleichers aber wird d i e Reichswehr selbst als Träger des Staates eingesetzt. Das heißt: in Stunden höchster Gefahr wird die Reichswehr vor die Probe ge» stellt, ob sie nicht nur eine staatserhaltende, sondern eine staatsbildende Macht ist. Zwei politische Kräfte sollten grundsätzlich in gut geleiteten Staaten außerhalb des innenpolitischen Meinungskampfes der Parteien stehen: das Staatsoberhaupt und die Wehrmacht! Zumal in Zeiten gärender Neuordnung, in denen seelische Umwälzungen sich in politische Formen umsetzen wollen, muß das Oberhaupt des Staates ebenso über den Parteien stehen, wie auch der Machtkampf der innenpolitischen Gruppen vor der Wehrmacht Halt machen muß. Dies Gesetz hat zu gelten, solange die Wehrmacht Vollzieher des Staatswillens ist, aber es hat auch darüber hinaus zu gelten, wenn die Wehrmacht nach dem Versagen der Parteien und aus der Unmöglichkeit heraus, den Buchstaben der Verfassung zu erfüllen, Träger des Staatswillens selbst geworden ist. General von Seeckt hat 1923 vielleicht eine weltgeschichtliche Stunde ungenutzt verstreichen lassen, als er sich nicht in einem Zeitpunkt äußerster Reichsgefahr zum Führer des Reiches aufschwang. Er kannte den Einsatz und er handelte nicht. General Gröner trat im gleichen Augenblick zurück, wo et begriff, daß seine Maßnahmen als Innenminister im Gegensatz standen zu den Auffassungen und Gefühlen der Reichswehr der er als Wehrminister Vorstand. Auch General von Schleicher wird sich bei allem gesunden Ehrgeiz nicht gerade zu seinem Amte drängen, ober er wird sich dem veränderten Gebot der Stunde füg n. Denn was 1923 ein Leichtes war, ja, toaS unter ‘Brüning im Frühling 1932 gesichert schien: bis Möglichkeit verfassungsmäßiger Zustände auf bet Grundlage einer parlamentarischen Mehrheit, ist an der Jahreswende 1932 33 zur Unmöglichkeit geworben. Deshalb muß e i n neues C leone n t dem innenpolitischen Hexenkessel einverleibt werben, ein Element ber Ve- harrung, ber Ruhe, bes Mittelpunktes, ein Kri- stallisationskern gewissermaßen, um den sich alle Gruppen sammeln können, die des guten Willens sind, Deutschland durch diesen Rotwinter zu bringen. Dieses Element kann nur die Wehr- macht desStaates sein, ausgedrückt und verkörpert in ihrem Führer. Es bestehen heuce wenig Drücken zwischen den umgewühlten Volksgruppen. Aber es gibt zwei gemeinsame Bekenntnisse über alles Trennende hinweg, die allen G uppen bis auf die KPD. gemeinsam sind: das Bekenntnis zum Wehr- und Widerstandswillen und das Bekenntnis zur sozialen Reugestaltung des Staates und ber Wirtschaft. Wehrwille unb Sozialwuht - sein, bas sinb die geistigen Mächte, die von der Reichswehr und General von Schleicher eingesetzt werden. Richt umsonst hat ein Sozialdemokrat die alte Armee als die „größte volkssozialistische Leistung aller Zeiten" bezeichnet. An der Reichswehr liegt es nun, zu beweisen, wie stark dieser Geist eines rechtver standen en „Dolissozialismus" in ihr lebendig ist. Aus ber Verantwortung gegenüber dem Wehrwillen und aus der Pflicht zu einer wirksamen Sozialbetätigung sollte so rasch wie möglich ber Durgfriebe zustandekommen, ber zuerst einmal bie politischen Entscheidungen auf dein Frühling vertagt unb dem Führer der Reichswehr Gelegenheit gibt, ben Staatswillen bey Wehrmacht praktisch unter Beweis zu stellen. Ist er ber große Mann, auf den in Deutschi "dy Millionen warten, so wird er sich auch gegenüber ben Schleichers Unterredung mit Hitler. Roch einmal Fühlungnahme des Reichswehrministers mit dem nationalsozialistischen Führer. Zwischenbericht beim Reichspräsidenten. Berlin, 30. Roo. (III.) Am Dienstag in den frühen Rachmittagsstunden erstatteten Reichskanzler v. P a p c n , Reichswehrminister v. Schleicher und Staatssekretär Dr. Meißner dem Reichspräsidenten über den bisherigen Verlauf ihrer Fühlungnahme mit den Parteien und sonstigen Organisationen Bericht. Da die Besprechungen mit den Nationalsozialisten noch nicht beendet sind, konnte diese Berichterstattung nur eine Art Zwischenbericht sein. Die endgültige Entscheidung wird erst fallen, wenn General von Schleicher seine Unterredung mit Hitler gehabt haben wird. wie die Telegraphen-llnion' von zuverlässiger Seite erfährt, hat Hitler sich entschlossen, d e m wunscheSchleichers zu entsprechen und wird heute vormittag zu einer Aussprache mit ihm über die politische Lage nach Berlin kommen. Hitler soll gegen 9 Uhr in Berlin eintreffen und gleich anschließend dürste die Besprechung stattfinden, so daß nod) gegen Mittag dem Reichspräsidenten über das Ergebnis dieser Aussprache Bericht erstattet werden kann. * 3n Berliner Politischen Kreisen war in ben späten Abendstunden des Dienstag noch ein lebhaftes Rätselraten um den Besuch Hitlers in Berlin im Gange. Man konnte die widersprechendsten Rachrichten hören. Dazu läßt sich nur feststellen, daß man in unterrichteten Kreisen der Wilhelrn- straße bestimmt mit der Zusammenkunft rechnet. Vielleicht geht das ganze Kopfzerbrechen darauf zurück, daß eine direkte Einladung des Generals v. Schleicher an Hitler nicht ergangen ist, bah bie Zusammenkunft vielmehr von dritter Seite angeregt unb bann von ben beiben nationalsozialistischen QCbgeorbnetcn, mit denen General v. Schleicher gestern verhandeln wollte, angebahnt worden ist. Da die Folgen, die sich aus dem Scheitern ber Schleicherschen Tolerierungsver- hanblungen ergeben, sehr ernst sein können, besteht natürlich auf keiner Seite bie Reigung, sich biefer Zusammenkunft zu entziehen. Das eigentümliche Helldunkel ber politischen Lage st durch d e erhandln g n am Diens ag nichi beseitig, worben. D. au trägt u.a, bei,bah von interessierten Kreisen z. B. ben ganzen Dienstag über ber Versuch gemacht würbe, zu behaupten, bah eine Reise Adolf Hitlers nicht beabsichtigt sei' oder erst spät erfolgen werde. Gut informierte Kr.üse zweifeln barait, ob tatsächlich der heutige Mittwoch eine Klärung bringen wird. Es ist sehr fraglich, was bei der Besprechung zwischen Hitler unb Schleicher herauskommt. Rach ben bestimmten Aeußerungen ber nationalsozialistischen Presse barf man annehmen, baß eine T o l e - rierung eines Kabinetts Schleicher mitSicherheit vonHitler abgelehnt werden wirb. Eine andere Frage wäre es natürlich. ob nicht eine Unterhaltung über die Art unb Weise, wie eine Opposition gegen ein Kabinett Schleicher von der RSDAP. zu führen ist, doch Zweck hätte, da man in politischen Kreisen annimmt, daß bie Opposition ber RSDAP. gegen ein Kabinett von Schleicher schwächer sein würbe, als gegen ein Kabinett von Papern Da Schleicher noch immer als Freund der nationalsozialisttschen Parteien durchsetzen und nach einigen Monaten bie Wehrmacht in bie Reservestellung schicken können. Denn bann hat er fich bie notwendigen verfassungsmäßigen Mittel geschaffen, um des „letzten Beweisstücks" entbehren zu können. Und ist es nicht ber Retter, an ben ein führerloses Volk nur allzu leicht glaubt, so wirb ber überparteiliche Staatswille der Wehrmacht immerhin ausgereicht haben, diesen Rotwinter zu überwinden. Einheitliche Wirtschastspolitik. Die DN^P. regt Zuiammenieg' ng der wirtschaftlichen Ministerien an. Berlin, 29. Rov. (TU.) Der „Tag" ber» öffentlicht unter ber Heber;djrift „Wirtschaftskrise um) Kabinettsbildung" einen von besonderer Seite zugegangenen Artikel, ber bie Auffassung ber Deutschnationalen Volkspartei über die Wege zur ilebertoin- bung ber Krise toiebergibt. Einleitenb wird ausgeführt, bah in Englanb alles, was die Wirtschaftspolitik gegenüber ben anberen Ländern betreffe, sachlich vom Board of Trade bearbeitet werde. Bei uns seien b.e entsprechenden Arbeiten auf nicht weniger a l s drei Ministerien verteilt, wozu noch die beteiligten Ministerien ber Länber treten. Die einzelnen • Ressorts seien geneigt, sie fühlten sich gewissermaßen amtlich dazu verpflichtet, die eweils auftarchenden Wirtschaft! ch n Fragen unter dem Gesichtspunkt ber ihnen an- vertrauten Wirtschaftsinteressen zu betrachten. Das Board of Trabe in England wirke dagegen Bewegung gelten kann, hält man es jedenfalls in bestimmten politischen Kreisen noch immer für möglich, daß hier wenigstens gewisse Annäherungsmöglichketten gegeben sind. Verläuft bas Gespräch Schleicher-Hitler negativ oder kommt es nicht Auftanbe, so besteht bie Wahrscheinlichkeit, daß Dann Herr von Pa- Pen mit der Bildung eines Kabinetts beauftragt wird. Es ist aber bie Frage, ob es Herrn v. Papen bann gelingt, ein neues Kabinett auf die Beine zu stellen. Es besteht also auch dann immer noch die Möglichkeit, daß er nach feiner Betrauung den Auftrag nach einigen Tagen wieder zu» rüdgibt und daß dann doch einKabinett Schleicher gebildet wird. Da ein Kabinett Schleicher im Parlament unter ilmftänbcn auf eine gemäßigtere Opposition zu rechnen hiitte als ein Kabinett Papen, glaubt man jedenfalls, derartige Möglichkeiten so lange nicht von der Hand weisen zu dürfen, als ein Kabinett Papen nicht ernannt ist. Oie NSDAP, gegen einen politischen Waffenstillstand. Keine Tolerierung eines Kabinetts Schleicher. München, 29. Rov. (TU.) Die „RSK." Ver- öffentlicht unter der Überschrift „M u t zur Wahrheit" einen Artikel des Pressechefs ber RSDAP.. Dr. Otto Dietrich, worin es heißt: Der Führer der RSDAP. besitze bie unbedingte Autorität und das uneingeschränkte Vertrauen von 12 Millionen wahlberechtigten Deutschen und damit bie absolut notwendige Grundlage für jedes Kabinett, das dem Willen des Volkes entspreche unb den Barnen „national“ für sich in Anspruch nehme. Der Weg der RSDAP. führe nur über Adolf Hitler. Wer gegen den Führer ber Bewegung sei, ber müsse wissen, baß er auf die unerbittliche Feindschaft dieser Millionen stoße. Man sollte meinen, daß diese selbstverständliche Konsequenz auch ben amtlichen Kreisen und ben Ratgebern an erster Stelle inzwischen klar geworden sein müßte. Wenn ihnen dafür bie Begriffe fehlten, müßte ihnen wenigstens bie Erfahrung gezeigt haben, daß bisher noch jedes Präsidialkabinett zum, Scheitern verurteilt gewesen sei, das geglaubt habe, ohne und gegen bie nationalsozialistische Bewegung regieren zu können. Ein „W a f f e n st i 11 st a n d" in diesem Augenblick würbe ein Freibrief sein für weitere Regierungsexperimente, die aus dem schnellsten Wege zu liquidieren bie Pflicht aller Verantwortlichen sei. Rach dem bie Härte ber Tatsachen bie Unmöglichkeit der Ausschaltung ber nationalsozialistischen Bewegung aus der Regierungsführung erwiesen habe, würde eine neue Verschleierungs- unb Verschleppungstaktik nur neues Unheil über das deutsche Volk heraufbeschwören. Die RSDAP. könne es vor dem deutschen Volk nicht vertreten, sich zu einem solchen ebenso aussichtslosen. wie verhängnisvollen Beginnen herzugeben. Wenn ber Reichspräsident glaube, bie persönliche Verantwortung für ein Pri si. iaikabinett bet gleichen Färbung wie bie bisher vorn deutschen Volke abgelehnten tragen zu können, bann könne eine solche Lösung ber Regierungskrise nur ben höchst unerwünschten Erfolg haben, baß das deutsch« Volk dann klar erkenne, wer für bie Auswirkung ber bisherigen unb nunmehr fort- zusetzenben Politik verantwortlich sei. Unter ber Ueberfdjrift „Die NSDAP, wird ein Kabinett Schleicher nicht tolerieren" bringt der „Völkische Beobachter" an ber Spitze bes Blattes einen Artikel Rosenbergs, worin es heißt: Unsere Stellung zu einem eventuellen Reichskanzler v. Schleicher ist so e i n b e u t i g m i e möglich Die NSDAP, wirb ein Kabinett Schleicher ebenso wenig tolerieren, wie das Unheilkabinett v. Papen. Die Gründe find die gleichen. Man kann nichtei ne klein eClique Diktatur über Deutschland spielen lassen. Man kann nicht zusehen, daß das Arbeitslosenheer ins Ungemessene steigt, ber Kommunismus anschwillt, wir außenpolitisch immer mehr eingefreift werben, aber ber Führer ber einzigen großen nationalen Bewegung deiseitegescho den wirb. Es geht nicht an, baß nun nach dein unmöglichen Herrn v. Papen einfach ber Reichswehrminister an feinen Platz treten kann. Wenn nun bie Reaktion bie Bertünbung eines Staatsnot ft anbes fordert mit ber deutlichen Absicht, bie Arbeit ber NSDAP, zu unterbinden, so wird man sich an ben in Betracht fominenben Stellen wohl über bie Folgen klar (ein. Ein Ausnahmezustanb gegen den Nationalsozialismus wäre eine Herausforderung ber gesamten Nation. Ein Kanzler, ber das täte, würde sich außerhalb der Verfassung stellen, selbst illegal 10er ben. Die Reichswehr würde dadurch nur zu einem Instrument ber Innenpolitik unb auf ihrem Rücken würbe fich ber Bolschewismus verdreifachen. Das würbe ber Untergang Deutschlanbs sein. Die Zentrumssrattion zur Lage. Berlin, 29. Nov. Die „Germania" teilt mit: Die Zentrumsfraktion bes Reichstags hat in ihrer heutigen Sitzung ben Bericht bes Parteiführers über die Berhanblungen ber letzten Wochen unb bie darin zum Ausdruck gebrachte Stellungnahme ber Partei zur politischen Lage entgegengenommen. Die Fraktion billigt einmütig die von höchster Beiyntroortung um Volk und Staat getragene Haltung der Parteiführung und spricht insbesondere dem Parteiführer Prälat Dr. Äaas aufrichtigen Dank unb volles Vertrauen aus. In Uebereinftimmung mit ber Partei- unb Fraktionsleitung hält bie Fraktion an dem Ziele ber Schaffung einer Nov unb Arbeitsgemeinschaft zwischen allen in Betracht kommenben Parteien fest. Nur auf biefem Wege kann bem Reiche in biefer gefahrvollen Zeit eine sichere, vom Volksvertrauen getragene verfassungstreue unb soziale Staatsführung unb bem erschütterten Wirtschaftsleben bie notwenbige Beruhigung gegeben werben. Wer im gegenwärtigen Augenblick ber ehrlichen Verwirklichung bes Sammlungsgebantens entgegenarbeitet, wirb beim Eintritt in einen beispiellosen Notwintcr mitschuldig an sozialen unb politischen Entwicklungen, für bie bie Zentrumspartei zusammen mit allen anberen Sammlungswilligen jede Verantwortung ablehnt. gewissermaßen wie ein Klärbassin, so daß das Kabinett nur mit der letzten En t - scheidung belastet werde. 3m Reichskabinett hätten sich z. B. in der Kontingentfrage die Minister „schwer gerüstet im Turnierkamps gegenübergestanden". Dadurch sei ein Chaos entstanden. aus dem bisher kein Ausweg gefunden worden sei. Am Schluß des Artikels heißt es: Wir sollten uns den großen Grundsatz auch in der Organisation des Staates und des Reiches nicht verdunkeln lassen, daß Wirtschaftspolitik keine Sache der Agrarinteressen oder der 3ndustrieintove^en oder der Gewerkschaftsinteressen sein darf. Die einzelnen Wirtschafts- und Berufszweige sind Organ« einer Einheit, nämlich der nationalen Wirtschaft. Wirtschaftspolitik ist also keine Interessenfrage, sondern eine nationale Angelegenheit. Sie erfordert daher auch verwaltungsmäßig eine einheitliche Behandlung. Ein derartiges Verfahren würde naturgemäß auch eine starke Entlastung des Reichskabinetts bringen. Arbeitgeberkreise nicht befragt. Berlin, 29. Rov. lCRB.) Der Reichsverband der Deutschen Industrie teilt mit: 3m Hinblick auf wiederholte Pressemeldungen, daß die Wirtschaftskreise bei derKabinetts- bildung um ihre Auffassung gefragt wären oder einen Einfluß auAuüben versucht hätten, ist festzustellen, daß weder der Reichsverband der Deutschen 3ndustrie, noch die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände in dieser Richtung irgendwie in Anspruch genommen worden sind oder eine Betätigung ausgeübt haben. Unzutreffend ist insbesondere auch die Meldung, daß der Vorsitzende des Reichsverbandes, Herr Dr. Krupp v. Bohlen und Halbach dabei eine Mittlerrolle zu spielen oder sonst irgendwie in die schwebenden Verhandlungen einzugreifen versucht hätte. Forderungen des Reichslandbundes an die kommende Reichsregierung. B € r I i n , 29. Rov. (Xil.) Der Bundesvorstand des Reichslandbundes nahm folgende Entschließung an: Die deutsche Landwirtschaft fordert, daß bie kommende Reichsregierung Staats- autorität und einheitlichen Staatsführungswillen verkörpert. Rur eine Reichsregierung, die vom einmütigen Willen getragen, schnelle durchgreifende Entschlüße auf den vordringlichen Gebieten der Ernährungsfreiheit und der Arbeitsbeschaffung herbeiführt, wird den gebotenen Staatsnotwendigkeiten gerecht. Erhaltung und Rettung des deutschen Rährstandes sind auf das Engste verknüpft mit Wiederherstellung und Steigerung deutscher Arbeits- und Kaufkraft auf b i n ne n w ir t s ch a s t - kicher Grundlage. Die sachlich zu beschreitenden Wege und Möglichkeiten zur Entwicklung des gebotenen Gleichgewichts von Stadt und Land durch Gesundung der Landwirtschaft, i n s- besondere der Berebelungätotrt- schäft, sind hinreichend bekannt. Ohne entscheidende Wendung der deutschen Wirtschaftspolitik durch Schutz und Förderung sämtlicher Teile der heimischen Agrarproduktion bleiben alle noch so ausgeklügelten Ar- icitsbeschaffungsmaßnahmen FUckwerk und Q3olfd» äuschung. Rur auf der Grundlage einer blühen- )en Landwirtschaft kann der deutsche Arbeits- narlt gesunden. Der Reichslandbund wird seine Haltung zu jeder Reichsregierung von der Durchführung dieser großen national-wirtschaftlichen Ausgaben abhängig machen." Die Entwicklung der öffentlichen Finanzen. lusfichrungen Graf Schwerins von Krosigk Berlin, 29. Nov. In der Hochschule für Politik prach Reichsfinanzminister Graf Sch w e r i n i. Krosigk über die Entwicklung der öffentlichen Finanzen. Der Minister betonte, daß seit dem Jahre 929 das gesamte Steueraufkommen (ein- chließlich Zolle) in Reich, Ländern und Gemeinden on 13,5 aus 10 Milliarden Mk, die voraussichtlich in Jahre 1932 aufkommen werden, zurückge- an gen sei, obwohl in dieser Zeit Steuer- rho Hungen und neue Steuern im Ausnaße von rund 2,5 Milliarden Mk. jährlich ein- leführt worden sind. Jil Wirklichkeit sei also seit .929 ein Steucrausfall von 6 Milliar- icn M k. eingetreten An einzelnen Steuern wies icr Minister die Stufenfolge der Konjunkturemp- indlichkeit der Steuerarten nach. Die sonstigen Einnahmen seien um 2,2 Milliarden Mk. gesunken. Demgegenüber seien die Ausgaben für die gesamte Arbeitslosenfürsorge um X'A Milliarden Mark gestiegen und würden sich um weitere 1 bis l>/2 Milliarden erhöht haben, wenn nicht Kurzungen der Unterstützungssätze und andere «parmatz- nahmen seit dem Jahre 1930 durchgesuhrt worden wären Infolge des Fehlens einer Haushalts- kon unklurpolitik in den Jahren feit 4926 sind Reich. Länder und Gemeinden ohne Reser- ven in die Krise hineingegangen. Daraus ergab sich der Zwang, immer wieder die yaushaltsfehl- beträqc durch die bekannten drakonifchen Maßnahmen aus der Einnahme- und Ausgabeseite zu decken. Diese Maßnahmen trugen nun infolge ihrer drosselnden Wirkung in immer stärkerem Maße ihrerseits wieder zur Verschärfung der Krise bei. Es war infogedessen notwendig, sobald Anzeichen da- für sprachen, daß die Krise ihren tiefsten Punkt erreich, hätte, durch eine Entlastung der Wirtschaft die Grundlage für eine endgültige Etatssanierung zu legen Da eine sofortige Steuersenkung aus Kassengründen nicht möglich war, ergab sich als natürliche Folge der Weg der S t e vergüt s ch e i n e. Abgesehen von der d»inh nm JVn&e eines Maites lieaenblieb. Durch den Absturz wurden der Schaffner und Aus aller Welt Em toter Tiger ist ein guter Freund Magdeburg, 29. Rov. ($U.) Auf der Herbsttagung des Wirtschaftsverbandes für den Kegierungsbezirl Magdeburg sprach der P r ä s i° »ent des Statistischen Reichsamtes md Dircltor des Instituts für Konjunkturfor- chung, Prof. Dr. W a g e m a n n. über „Die Kon» unktur und ihre Aussichten". Der Tiefpunkt 'er seit 1929 andauernden Abwärtsbewegung mrste erreicht sein. Die Weltproduk- ion sei von 65 im Juli auf 51 im September 1928 gleich 100) gediegen und dürfte letzt chon wieder etwas höher liegen. Rückschläge eien natimij) nicht ausgeschlossen. Die Stau- lng der Rohstoffvorräte beginne sich angsam zu vermindern Die Fertig - oarenvorräte in der Weltwirtschaft seien vgar schon recht beträchtlich zurückge- langen. Daraus könne man schließen, daß we- entliche Produttio scückgänge in der Weltwirt- chaft nicht zu erwarten seien. Die Dauer der Depression sei abhängig von der Vorratsge- taltung und dem Stand des Geld- und Kapital- narlte». <5 ine Verflüssigung der G e ld- narrte habe sich schon im Frühjahr dieses Zahrcs durch g . setzt. Auch der K a p i t a l m a r k t icflinnc sich in letzter Zeit mit Mitteln zu füllen. Sic chleberwindung der eigentlichen Kredit- r i f e äußere sich darin, daß die Roten- )vrte lausend abnehmen. Die Banken brauchten nicht mehr, wie bisher, Kredite abzu- icru en, nachdem Warenpre'se. Gf'e.ten.urse und Umsätze eine gewisse Stabi.i ät angenommen hüten. Da die Kreditoren insgesamt . u noch wenig inten, brauchten auch die Debitoren nicht mehr n dem Umlang gesenkt zu werden wie vorher. Als Voraussetzung sür eine Gesundung der Pri- aatwirtschaft bezeichnete der Vortragende die Kreditausweitun g. Dabei müßten, um die Währung nicht zu gesährden, Sicherungen einge- -ührt werden Dazu rechne eine grundlegende Reorganisation d e r G r o ß b a n k e n. Die Vankenresorm sei notwendig, weil der Privat- wirtschast aus dem Gebiete des Geldwesens ein stärkeres Fundament geschaffen werden müsse. Die Jiroguthaben seien mit denselben Sicherungen zu umgeben, wie die Rote. Darüber hinaus ergebe sich die Rotwendigkciteiner öffentlichen Kontrolle namentlich auch der Geldschöpfung, soweit sie über Girokonto erfolge. Für die Großbanken hätte dies zur Folge, daß über kurz oder lang eine Trennung zu ziehen Amtskollegen Dr. Siehr und Dr. ß i p p m a n n , die in Königsberg, bezw. Stettin Anwälte geworden sind. Blutige Wahlschlacht in Rumänien. Fn der Gemeinde Cracianea in Alt-Rumänien hat sich eine blutigeWahlschlacht abgespielt. Vor den Gemeindewahlen hatten die Rationale Bauernpartei und die Liberale Partei erbittert agitiert. Drei Brüder, die Mitglieder der Rat.o- nalen Bauernpartei sind, kehrten gerade von einer Agitationsreise zurück, als sie mit einer liberalen Gruppe zusammenstießen Es kam zu einem Wort- wechsel und zu einem Handgemenge Schließlich zog der Führer der Liberalen, Z a n s i r e s c u, einen Revolver und gab mehrere Schüsse ab Johann Ranata , einer der Brüder, wurde auf der Stelle getötet, die beiden anderen lebensgefährlich ver» letzt. Alle drei waren in den Rücken getroffen. Der Mörder wurde in Haft genommen. Awei Todesopfer eines Grubenunglücks. Im Flöz 10 der Zeche „Fürst Leopold" in Hervest- Dorsten (Westfalen) sind zwei Hauer, Fichte! und Schällig, durch einbrechende Kohlen- und Steinmassen getötet worden. Der Gebirgsschlag war so heftig, daß er auch über Tage zu spüren war. Ist Der Tiefpunkt erreicht? profe or Wagemann über Vie Aussichten der Wirtschafts-Konjunktur. Der lebende Tiger ist in Indien und denMalaien- Staaten sehr gefürchtet. Welche Gefahr diese Bestien darstellen, zeigt der kürzlich veröffentlichte Bericht, nach dem im Jahre 1931 nur in Johore 85 Men.ch'N von Tigern getötet wurden. Das malaiische Sprichwort „Der tote Tiger ist ein guter Freund" erklärt sich aber nicht nur durch diese Furcht vor dem lebenden, sondern auch durch den beträchtlichen Nutzen, den eine solche Beute gewährt^ Der Eingeborene, dem es gelingt, mit feinem Speer ober seinem billigen Hinterlader den König des Dschungels zu erlegen anstatt von ihm aufgefressen zu werden, wird bafnit unter den herrschenden bescheidenen Verhältnissen zum reichen Manne Zunächst einmal erhält der glückliche Sieger die Belohnung, die die Regierung ausgesetzt hat und die zwischen 200 und 500 Mark beträgt. Die Chinesen kaufen ihm das Fleisch ab und zahlen dafür recht gut, denn Tigerfleisch gilt bei den Söhnen des Himmels für einen Leckerbissen ersten Ranges Das Fett wird ihm von den Indern hoch bezahlt, denn es soll ein vorzügliches Mittel gegen Rheumatismus Jem. Die Klauen und Tatzen werfen ebenfalls em hübsches Sümmchen ab, denn sie werden zu Schmuck suchen verarbeitet. Die Leber wird von Kriegern mit Gold ausgewogen, denn der Genuß der Tigerleber soll den Mut und die Wildheit des Tieres auf den übertragen, der sie sich cinnerleibt Schließlich ‘ 'er Mann, dem der tote Tiger ein brett zu großer Karriere, sondern als seine Lebensaufgabe angesehen hat Ihm war wenig am Her- oortreten seiner Person gelegen, aber alles an der Verfolgung seines künstlerischen Zieles, das kein geringeres war, als dem Gießener Publikum ein Kleinod zu schaffen, das ihm der Quell geistiger Schätze zu innerer Bereicherung und Erholung werden sollte Der Leiter eines Theaters muß aber nicht nur Künstler, sondern auch Geschäftsmann sein Stein- goetter wurde auch diesen Anforderungen vollauf gerecht. In seinem langjährigen Umgang mit Kunst und Menschen hat er reiche Erfahrungen gesammelt und viel Wissensstoff in sich aufgenommen und verarbeitet, nicht nur auf dem Gebiet seines Berufs, sondern auch auf vielen anderen Gebieten Als Schwabe mit der Eigenart des unablässigen Grübelns und Sinnierens trug er einen Gedanken wohl lange mit sich herum, kam er aber zum Aus- druck, bann war er zur Reife gediehen Wie sehr ihn als cippfinbenbcn und denkenden Menschen das Vordringen zum Letzten erfüllte, zeigt eine Aufzeichnung „Ins Tiefste |d)auen, ins Tiefste bringen Scheint mir bas Ding von allen Dingen, Das mich allein noch wunschwert dünkt " MemValerHetmannSieiNgoetter 13on fteröinanD Stengoetter Die folgenden Erinnerungen an den 1928 verstorbenen Intendanten Hosrat Stein- g o e t t e r , die aus der Feder seines Sohnes stammen, dürften im Jubiläumsjahr viele Gießener Theaterfreunde interessieren Diese Zeilen sollen in der Zeit des Gießener Theaterjubilaums bei denen, die Werden, Freud und Leid dieses Kunstinstituts verfolgt haben, das Bild seines ersten langjährigen Leiters ins Gedächtnis zurückrufeii, die übrigen an einen Menschen erinnern, der sein Leben der Muse in dieser Stadt geweiht und seine ganze Kraft freudig in den Dienst der Allgemeinheit gestellt hat. Schauspieler und Regisseur sein, heißt schöpfen sches Vermögen haben, heißt Arbeit um ihrer selbst willen tun, heißt Künstler sein. Mein Vater war es. Als ein Mensch mit vielseitigen und reichen Anlagen in glücklicher Bereinigung kam er, aus regem literarischen Verkehr mit Gleichgesinnten heraus, vom Gymnasium in Mannheim auf die Universi tät Heidelberg und später nach Leipzig und Berlin zum Studium der Rechtswissenschaft, gab eine sichere, aber unbefriedigende Laufbahn auf, vertraute sich einem unsicheren, aber ersehnten Berus an und mürbe Schauspieler. Ein Engagement bei den Meiningern, einem in ber Theatergeschichte epochemachenbem Ensemble, bot ihm künstlerische Vervollkommnung und brachte ihn auf Gastspielreisen nach Rußland, Schweden und Dänemark. Rach zweijähriger Tätigkeit bei den Meiningern fand er in kürzeren und längeren Engagements befriedigende und fördernde Stellung in tfrantfurt, Hanau, Würzburg, Guben, Dortmund, Zwickau, Erfurt als Bonvivant, später als Dramaturg, Re- gifleur, Oberregisseur und stellvertretender Direktor. Von Ersiirt wurde er 1903 zum Direktor der beiden Stadttheater in Gießen und Marburg und des Kurtheaters Bad-Nauheim berufen und gestaltete die künstlerischen Verhältnisse so günstig, daß cs sich lohnte, schon 1907 der Muse einen würdigen Tem pel zu errichten, der ihm bis zu seinem Weggang, Anfang 1928, anuertraut war Unter feiner 25jäh rigen Leitung wurde bas Stadttheater zu einem Kiilturmittelpunkt nicht nur für Gießen, sondern auch für die umliegenden Städte, ja für das ganze Land, und cs wußte sich noch über seinen Wir tungstreis hinaus einen guten Namen zu machen. Immer wieder hat es Hermann Steingoetter ausgesprochen und durch die Tat bewiesen, baß er hu Tätinteit am Guiunor Theater nie als SvlUNll- Kunst und Wissenschaft Professor Dr. Hans Rluch f. Prof. Dr. Hans M u ch, Exc bekannte Leiter des Hamburger Tuberkulose-Forschungs nstitutes, ist im 53. Lebensjahr plötzlich am Herzschlag geworben. Professor Much war ein Mediziner von hervorragendem internationalen Rus. Er hat zahlreiche Vück>er medizinischen und auch religiös- ph.losophischen Jnha.ts sowie Gedichte. Erzählungen und kunstgeschichtliche Abhandlungen geschrieben. Der plötzliche Tod Hans Muchs hat übrigens die Version aufkommen lassen, daß der Forscher ein Opfer der Wissenschaft geworden sei. Cs scheint nicht ausgeschlossen, daß Experimentalversuche bei seinen letzten Untersuchungen über die Pflanzentuberkulose die tödliche Erkrankung verursacht haben könnten. Don Muchs Schriften feien hier genannt: „Die Jmmunitätswissen- schaft", „Pathologische Biologie", „Hippokrates der Große", „Die Welt Buddhas": „Meister Gckehart"; „Norddeutsche Backsteingotik": „Denken und Schauen". _______ Was für den Künstler und Denker die unocr- ficglidje Quelle seines Schassens ist, die Allnatur, war auch für ihn der Inhalt des Denkens und Fühlens. Ihm war so zu Mute, wenn er sich in die Natur vertiefte, sei es in Gartenbau ober Astro- nomie, sei cs daß er Vögel beobachtete ober Pflanzen unb Pilze suchte, daß er die Eifel oder den Schwarzwald, die Buchenwälder der Ostsee ober die Neckarlandschaft auf sich wirken ließ Mit 15 Jahren fuhr er auf einem englischen Rad mit eifernen Reifen und Holzfelgen los, meisterte auf langen Fahrten das Hochrad und machte spater Touren wie Elbing—Mannheim (1122 Kilometer), die für ihn nichts Ungewöhnliches waren. Von 1903 stammt ein erster Führerschein für Motorräder, fast ganz Deutschland hat er auf diese Weise rennengelernt. Mein Vater besaß einen Optimismus, der nicht unterzukriegen war. Und wie sehr brauchte er ihn bei seinem aufreibenden Beruf, als ein Mensch, der zwar leidlich gute Nerven, aber ein weiches Herz hatte. Er hatte ein Herz, das alles mitleiden mußte und verstehen konnte: glückliche Eigenschaften für einen Schauspieler. Er durste non der Rechtlichkeit seines Handelns überzeugt fein. Denn wie er in unbeirrbarem Gerechtigkeitsgefühl gegen europäischen Reisenden, der es sich dann als Zeichen feines Jagdglücks zu Hause aufhängt. Tonfilm: „$rie»erifeÄ. Der Wetterfolg der Operette Lehärs ist im Goethejahr auch auf den Tonfilm ubergegangen, und die kurze, glücklich-unglückliche Liebevgeschichte des jungen Straßburger Studenten, die im Seien» Heimer Liederbuch unsterblich wurde und im „Ela» vigo" und in späteren Dichtungen noch nachklingt, ersteht hier — erst heiter und ganz beschwingt, zu» letzt sehr traurig — in einer lockeren Reihe lyrisch» melodramatischer Bilder. (Drehbuch und Regie: Fritz Friedmann-Frederich.) Deren Reiz beruht weniger auf historischer Echtheit und philologischer Treue als auf einer romantischen, ungcfteUicn und wirklich malerischen Landschaftsszenerie, vor allem aber auf der musikalischen Umrahmung Le» h ä r s dessen Partitur in ihren glücklichsten Ein» fällen den großen Erfolg dieses Stückes sehr wohl begreiflich macht. (Jedenfalls hat das „Mailied Goethes durch die späte Vertonung der Strophe O Mädchen, Mädchen" eine ungeahnte Popularität erfahren.) In der Rolle .der Friederike: Mady C h r i» st i a n s : obwohl die Pfarrerstochter zu Sefenheim wahrscheinlich anders ausgefehen hat, gibt sie in Erscheinung unb Stimme, in Spiel und Haltung ein so menschlich-liebenswertes Geschöpf non natürlicher Anmut und Heiserkeit, daß man sich kaum eine andere Schauspielerin an ihrer Stelle denken kann. Dagegen singt den Goethe — an Taubers Statt — Hans-Heinz -Bollmann. und obwohl er jenen an Stimm und Leibesumfang nicht erreicht, ist man doch für die Umbesetzung dankbar, denn er kommt in Statur und Profil dem großen Urbild wesentlich näher, hat ja auch schließlich einen jungen Dichter und keinen lyrischen Tenor zu spielen. Otto W a 11 b u r g macht den weinseligen, schmer- bäuchigen Studiosus Wagner. Hörbiger und Ida W ü ft als freundlich-biederes Pfarrers-Ehepaar. Elfe Elster, die hier schon früher als eine von „Frau Lehmanns Töchtern" erschien, gibt Friede» rikes Schwester Salomea. In kleineren Rollen: Veit Harlan als jugendlicher Herzog Karl August: Winter ft ein als Hauptmann Knebel: Karl Meixner als der unglückliche Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz, der in Goethes Leben und in der Literaturgeschichte eine nicht unbedeutende Rolle (piefrt; endlich die unverwüstliche Adele Sand» rock (M.dame Schöll). — Der Film, seit gestern im ß i d) 11 p*i e I h a u 5 , dürste, schon um der Lehar» schen MiM willen, seine allenthalben bewiesene Anziehungskraft auch in Gießen nicht verfehlen, -r- wäre zwischen dem Depositengeschäft und dem eigentlichen Finanzierungsgefchäst. Das Ergebnis feiner Betrachtungen faßte Dr. Wagemann wie folgt zusammen: Die Krise in der Welt, wie in Deutschland, ist überwunden Der äußerste Tiefpunkt ist wahrscheinlich erreicht. Die Aufwärtstendenzen der Wirtschaft haben begonnen, sich zu entwickeln. Noch sind die Kräfte aber schwach, die uns in einem großen Aufschwung emporführen könnten. Daher glaube ich, daß die ftegieruhfl im Recht ist, wenn sie ihnen ft a r t ft e wirtschaftspolitische Unterstützung angedeihen läßt Auf eine aktivistische Wirtschaftspolitik kommt es also an. Das bedeutet nicht, daß man die Wirtschaft in bürokratische Fesseln legen soll, im Gegenteil, es gilt, bie Unternehmung e n 3 u e n 11 a ft e n Gs gilt, sie durch eine zweckmäßige Steuer- und Kreditpolitik von dem schweren Druck zu befreien, unter dem sie zu erliegen drohen. Eine Art Deflationssucht hat die Menschheit befallen. Sie äußert sich in den Handelssperren, die die Völker gegeneinander verhängen, ebenso wie in frrebitpoHti- scheu Einengungen des Binnen mark- t e s Wie von einem bösen Geist wird die Menschheit in der Wüste der Deflation und der Depression herumgeführt An ihr selber wird es liegen, ben Weg in bie Freiheit zu finden andere gerecht und nachsichtig war, so' war er ae- aber verkauft der Mann, dem der tote Tiger ein uen sich selbst unerbittlich und unnachgiebig. Er 1 so guter Freund geworden ist, dav Fell an einen Professor Schmitz legt Berufung ein. Der, wie bereits gemeldet, von der Dienststrafkammer zur Dienstentlassung verurteilte ehemalige Rektor der Technischen Hochschule in Braunschweig, Professor Dr. Schmitz, hat gegen das Urteil Berufung eingelegt Falschmünzerei im hühnerstall. 3n dem Dorfe Bracht am Riederrhein hob die Kriminalpolizei eine F a l s ch m ü n z e r w e r k- statt aus die in einem Hühnerstall untergebracht war. Die Beamten fanden fertige Fünsmark- stücke, Formen. Tiegel, Metall, überhaupt alles, was zur Falschmünzerei erforderlich ist. Mehrere Verdacht ge wurden fest genommen. Reichsfinanzminister a. D. Dietrich ak Anwalt in Berlin. Reichsfinanzminifter a. D. Dietrich ist, wie wir Horen, als Rechtsanwalt bei Öen drei Berliner Landgerichten zugelassen worden. Ebenso hat der frühere Berliner Polizewizeprasident Dr. Weiß [eine Zulassung als Rechtsanwalt in Berlin beantragt. Er folgt damit dem Beispiel anderer höherer Beamten, die aus der preußischen Verwaltung ausgefchieden sind, wie z. B des früheren Oberpräsidenten Dr Falk, der sich ebenfalls in Berlin niedergelassen hat. und dessen früheren hatte^ sein Gemüt nicht hörten können, aber er konnte einen in strenger Selbstzucht geläuterten Willen dem Ansturm des Lebens entgegcnfteUen. Und doch hätte er manchmal den Glauben an das Gute, das er immer sehen wollte, verloren, wenn ihn „sein guter Geist", seine Frau, nicht verkörpert hätte Im Ganzen war er ein Mensch, der mehr gab als er nahm Was er gab, war eine Werte schaffende, von Güte durchdrungene Persönlichkeit; was er brauchte war Liebe und Verständnis. Kurz vor feinem Weggang von Gießen sagte er einmal zu mir: „Mein lieber Junge, hab' deinen Vater nur recht lieb, du hast ihn nicht mehr lange" Unb wie so vieles hatte er auch sein Schicksal richtig erkannt. Rach einem Vierteljahr hatte er einen traumlosen Schlaf gefunden. Auf seinem Grabstein wollte er geschrieben wissen: „Einer, der viel erstrebt, manches ausgeführt Und der als (ein Bestes nachgerühmt wünscht. Daß er nie jemand mit Wissen Leid zugefügt." n aufden Schall' lölje von zwöls Meier en der Lchassner and ld zeigt die Unglütfs- Schauinsland. nd Dr. fiippmm, Hin Anwälte geworden es sich dann als Zeichen in Rumänien. mca in M-Rumänien hlschlachtadseM hatten die Nationale erale Partei erbittert Mitglieder der Nak.o- mit einer liberalen tarn zu einem Wvit- mmt UnVntVu. Men EWe ab 2°)°M r wurde aus der stelle / lebensgefährlich wr. a Men getroffen. Der mmen. s Grubenunglulki. ^.Leopold" in Heros- ei Hauer, 8>itcl jJ! ech/nde Kohlen- und den. Der Tebirgssch'^S >er Tage zu spuren vor- Njebe-gefchlehte m6 Litze Wl-tz' r loderen ör-S ^buch und R g berul)t the'.u"d P» fkllun nnnt'NLkene ie, ö°r ;un0 ßc- jefes Stuckes 15 h°' nöaL" Strophe lell°^S °Popular.»t iriederrke. ^1« ^/I. fie 'N SM ii ü«6 @«*n" ul» , b üinbe etzu^ groben Äb den. -.Higerffhepflflr. >er ^MrrelS'? von derer f a(s ine eDe« vAL ÄÄ! eine f?, Oele^o jn1 Aus der Provinzialhauplstadt giatkirche und darum so groß gebaut ist. Auch die Größe des Kirchhofs wurde erklärt, da im Mittel- alter die Toten aller zu Großen-Linden gehörigen Filiale bei dieser Kirche, die allein das jus sepe- liendi hatte, beerdigt wurden. Am meisten aber hiell den Hüttenberg bis 1703, wo er zwischen Hes> und 1651 nach Langgöns versetz sammensetzung des Gerichts, das , . Bauern war und von den Zentgrafen der Kondo- minialherren geleitet wurde, und seine Gewalt wurden erläutert und auch über die Appellationen sen und Nassau geteilt wurde, das Hültenberger Gericht zusammen, das, vermutlich nach dem bei Nieder-Kleen gelegenen Hüttenberg geheißen, 1396 oder bald nachher nach Großen-Linden übertragen und 1651 nach Langgöns versetzt wurde. Die Zusammensetzung des Gerichts, das ein Gericht freier Oberhessischer Geschichtöverein. Am ersten Vortragsabend dieses Winters, den der Verein genjeinsam mit der H e s s i s ch e n V e r - einigung für Volkskunde veranstaltete, sprach Herr Pfarrer Schulte - Großen-Linden über den Hüttenberg und führte etwa Folgendes aus: Mit dem Namen .Hüttenberg" bezeichnet» der Sprachgebrauch des Volkes eine südlich von Gießen gelegene Landschaft, die die Talgebiete des zwischen Allendorf (Lahn) und Dutenhofen in die Lahn einmündenden Cleebach und seiner Nebenbäche ausfüllt und darüber hinaus noch einige Dorfgemarkungen im Südwesten und Südosten umfaßt. Dadurch, daß 1396 der Hüttenberg zwischen Cleeberg einerseits und dem späteren Kondominium Hessen- Nassau. Saarbrücken anderseits geteilt wurde, ereignete es sich, daß das Kondominium feinem Anteil (28 Orten) den Namen .Hüttenberg" gab, während die verbleibenden 3 Orte nun „die Herrschaft Cleeberg" hieß. Der Hüttenberg in seiner ursprünglichen Bedeutung umfaßte die Orte: Dutenhofen, Allendorf (Lahn), Lützellinden, Großen-Linden, Hörnsheim, Hochelheim, Dornholzhausen, Niederkleen, Oberkleen, Kleeberg, Leihgestern, Hausen, Langgöns, Kirchgöns, Pohlgöns, Ebersgöns, Groß-Rechtenbach, Klein-Rechtenbach, Weidenhausen, Volpertshausen, Vollnkirchen Reiskirchen, Niederwetz (rechter Dorfteil), Annerod und Albach (zusammen 23 Orte). Was den Hüttenberg vor den umliegenden Gebieten heute noch auszeichnet, ist einmal die allerdings in starkem Schwinden begriffene Tracht, die durch ihren Seiden-, Sammet- und Spitzenschmuck eine der reichsten unseres Vaterlandes ist. In Lichtbildern wurde die Kirchgangs-, die Trauer-, die Abendmahls- und die Braut-Tracht gezeigt und dabei darauf hingewiesen, daß selbst die Tracht der Veränderung in der Zeit unterworfen ist. Zum andern ist dem Hüttenberg eine bestimmte Hofanlage eigen, in die man von keiner Seite hinein- schauen kann und die in dem ziegelbedeckten großen Einfahrtstor ihr äußeres Hauptmerkmal hat. Diese Hofanlage mit dem Einfahrtstor ist auch heute noch, wo die Orte überall von auswärts Zuwachs von Fremden mit andern Hilfen erhalten haben, das Kennzeichen des Althüttenberger Hauses. Zum dritten wurden gewisse Charaktereigenschaften genannt, die den Hüttenberger vor andern auszeichnen', sein Selbstbewußtsein, seine Verschlossenheit, Ehrlichkeit, Arbeitssamkeit und Mäßigkeit. Dafür wurden aus der Geschichte des Hüttenbergs einzelne Beispiele beigebracyt. Der Vortragende suchte darauf zu zeigen, wie diese Zusammengehörigkeit geschichtlich begründet ist. In die allerersten Anfänge, die im frühesten Mittel- alter liegen, führt freilich die Geschichte nicht ein. Nur das steht fest, daß die Orte der Grafschaft Cleeberg, trotzdem der HUttenberg 1396 geteilt wurde und die genannten Orte nebenbei fielen, sich noch heute in Tracht, Bauart und Charakter zum Hüllenberg bekennen. Für die gebliebenen Dörfer hat sicher- lich das Kondominium Hessen-Nassau 1396 bis 1703 einiges zum Zusammenhalt beigetragen, aber nicht weniger der Umstand, daß die Kirche Großen-Linden, Die im Mittelalter, wenn sie auch kein Dekanat war, so doch eine gewisse hervorragende Stellung unter den katholischen Kirchen besaß. Sie war eine uralte Sendekirche, von der aus die Kirchen des gesamten Hüttenbergs gegründet wurden, aber auch darüber hinaus ihre Arme ausgestreckt hatte (Heuchelheim, Wieseck, Launsbach u. a.). Dabei wurde gezeigt, daß das im 15. Jahrhundert erbaute älteste Pfarrhaus Oberhessens das Pfarrhaus einer Kolle- gesprochen. Sowohl einzelne Bauten des Hüttenberges, als auch manche feiner Kirchen wurden noch im Lichtbild gezeigt. Der Vortrag, den Pfarrer Schulte des von ihm gefundenen reichen Materials halber nur .jufammengebrängt halten konnte und der in einigen Einzelarbeiten noch feine Ergänzung finden soll, schloß mit dem Wunsche, daß die Heimatliebe und die Eigenart des Hüttenbergers noch lange erhalten bleiben machten. Nach dem Dank des Vorsitzenden, Prof. Dr. E b e l, an den Vortragenden fragte Prof. B ü r k e r in der Diskussion nach der Universitäts-Mühle bei Großen- Linden, worauf Pfarrer Schulte kurz antwortete. Prof. Ebel ging dann noch kurz auf die oft erörterte Frage ein, warum gerade in Großen-Linden eine so mächtige Kirche erbaut worden sei das hängt einfach damit zusammen, daß Großen-Linden der Hauptort der Mark Linden und seine Kirche die Mutterkirche von 23 Filialen war, nämlich aller zum Hüttenberg gehörigen Dörfer. In der anschließenden Hauptversammlung des Oberhessischen Geschichtsvereins erstattete der Vorsitzende den Geschäftsbericht unter Hinweis auf den soeben fertiggestellten 30. Band der „Mitteilungen". Nach der Wiederwahl des Vorstandes für weitere drei Jahre richtete Prof. Ebel einen Appell an die Mitglieder, dem Verein treu zu bleiben und ihm neue Mitglieder zuzuführen. Die Arbeit des Vereins ist Dienst an der Heimat und damit am Vaterland, dessen Kulturgüter es zu erhalten gilt. Von allen Regierungsstellen wird die Wichtigkeit dieser Aufgabe betont, und oft gesagt, daß „die Substanz der Kulturgüter nicht angegriffen werden" dürfe, in Wirklichkeit aber ist sie schon angegriffen und wird immer mehr angegriffen. Dem gilt es entgeqenzuarbeiten. Der Vorstand ist bereit, fein Letztes für diesen Dienst herzugeben. aber er muß die Unterstützung aller, die die Heimat lieben, erwarten und verlangen. notigen. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: In neuer Inszenierung als 8. Vorstellung des Mittwoch-Abonnements zum ersten Male in dieser Spielzeit Grillparzers Lustspiel: „Weh' dein, der lügt". Spielleiter: Karl Heuser. Mitwirkende: Damen: Wielander: Herren: Bruck, Dietcn, Förderer, Geiger, Hamel, Hauer, Heyser, Kühne, Michel, Volck, Wilhelmy. Spieldauer von 20 bis 22.15 Uhr. Gewöhnliche Preise. — Freitag, 2. Dezember, als 9. Vorstellung im Freitag-Abonnement Wiederholung der Schlageroperette „Peppina" in der Besetzung der Erstaufführung. — Zum letztenmal gelangt der köstliche Schwank: „Der Raub der Sabinerinnen" von Schönthan unter Karl Volcks Spielleitung am Sonntag, 4. Dezember, als Fremdenvorstellung zur Aufführung. Ermäßigte Preise. Anfang: 18.30 Uhr, Ende: 21 Uhr. — In „Staat und Jugend." Aufgaben der Studenten um die Nation. — Ein Vortrag. Der Allgemeine Studentenausschuß der Universität Gießen hatte für Montagabend zu einer Studentenversammlung in die Neue Aula eingeladen. Zunächst sprach Edler von Graeve über die geistige Haltung der Studentenschaft in der Gegenwart. Die deutsche Studentenschaft sei aufs innigste berührt von allem, was die deutsche Nation angehe. Der Student müsse sich mitten hineinstellen in den Kampf um die Erhaltung und den Bestand der Nation. Die Studentenschaft müsse belebende Kraft innerhalb des Vaterlandes darstellen. Können und Wissen, an den ilni- versitaten erworben, müssen in den Dienst des Vaterlandes gestellt werden. Mit allen Erscheinungen unseres nationalen Lebens gelte es in Verbindung zu treten. Die Studentenschaft müsse beispielgebend wirten, und in der Verkörperung der Macht, die sie darstelle, durchdrücken, was für den Bestand der Nation notwendig erscheine. Sodann sprach der 2. Vorsitzende der Deutschen Studentenschaft, Klaus Schickert. Den Studenten werde manchmal der Vorwurf der Staatsfeindlichkeit gemacht. Die Jugend habe aber doch nur eine neue Form verlangt. Sie bejahe den Staat. Eine neue Form zu wünschen, genüge heu- fig schon, um „ illegal“ zu erscheinen. Durch eine derartige geistige Haltung der Staatssührungen der jüngsten Vergangenheit den Studenten gegenüber seien nur immer neue Spannungen geschaffen worden. Das Wirken der Deutschen Studentenschaft sei darauf gerichtet gewesen, die bestehende Ordnung zugunsten einer neuen zu ändern. Es sei eine Kluft aus demT^nverständnis der Jugend gegenüber erwachsen. Die studentische Jugend sei gegen ein wohnliches Einrichten in dem Raum, den das System von Versailles gestatte. Die deutsHen Studenten könnten sich damit nicht einverstö"den erklären, wenn dem Volke der Lebensraum genommen werde. Die Studentenschaft könne daran nicht vorübergehen, denn sie sei im Grunde auch eine politische Bewegung. Man habe den Begriff der Partei mit der Studentenschaft verquickt, dabei aber vergessen, daß das reine Gefühl der Jugend, trotz gelegentlicher Mißgriffe, das Entscheidende sein müsse. Die Studentenschaft habe immer ,den Staat, den autoritären Staat, bejaht, den Parteienstaat aber abgelehnt. Cs sei davon gesprochen worden, daß die Jugend dem Staate die Gefolgschaft nicht versagen dürfe. Das aber setze Führerschaft vorausI Die Zusammenfassung der Jugend im Wehrsport könne für kurze Zeit «eine Einigkeit schaffen, Etaatsverbundenheit auf die Dauer aber nicht, auch dann nicht, wenn jede Parteipolitik fern- gehalten bleibe. Die führende Schicht müsse der Jugend einen Weg zeigen. Man habe viel von der Einführung eines studcntsichen Werkjahres gesprochen, Entscheidendes sei noch nicht geschehen. Von feiten der Negierung gelte es, in dieser Hinsicht endlich Klarheit zu schassen. Der Idee selbst dürfe sich die Bureaukratie nicht bemächtigen. Der Gedanke sei gut. Heber die redende Bureaukratie hinweg müsse der Plan in Angriff genommen werden. Durch das Werkjahr wolle man in der Studentenschaft soziale Gesinnung fördern, andererseits aber auch den Zustrom zur Universität eindämmen. Ob das letztere allerdings möglich sei, erscheine fraglich. Wer zur Hochschule wolle, habe sich lange vorbereiten müssen und werde sich dann aus den Anregungen, die ihm das Werkjahr bieten und ihn zur Ergreifung eines handwerklichen Berufes eventuell bestimmen könne, kaum verleiten lassen, dem Studium zu entsagen. Um dieses Ziel zu erreichen, sei eine gründliche Schul-.und Hochschulreform die Voraussetzung. Hochschulreform müsse aber aus klarer, nationalpolitischer Zielstrebung erwachsen. Durch ein Jahr Arbeitsdienst könne der angehende Akademiker dem Volke und dem Vaterlande nahegebracht werden. Aus der Arbeit müsse aber praktischer Sinn sprechen. Ein neuer Staat müsse idealer gestaltet sein, auch wenn er zunächst utopisch erscheine. Die Deutsche Jugend wolle das 'Reich als eine äußere Form des Staates, ein Reich, das als solches anerkannt werde, außenpolitische Missionen zu erfüllen habe, nicht aus dem mehrheitsbegrifflichen, sondern als Einheit im Interesse aller wirke. Man solle die Jugend an der neuen Form mitarbeiten lassen. Für die Jugend handle es sich nicht um das Problem „Kommando und Gehorsam", sondern um „ Führer und Gefolgschaft". Es handle sich um freiwillige Bejahung dessen, was sein müsse. Wenn sich der Staat die Kräfte, die aus der Jugend kommen, zu eigen mache, dann könne das nur nützlich fein, weil aus der Jugend und aus der Studentenschaft die gestaltenden Gesetze für die Zukunft kommen müßten. Edler von Graeve gab davon Kenntnis, daß die Gießener Studentenschaft demnächst mit der Eröffnung eines Arbeitslagers praktisch zu den Problemen Stellung nehme. Arbeitsdienst und Wehrsport setzen Idealismus voraus. Der Arbeitsdienst habe sich da, wo er in seinen Grundgedanken verstanden wurde, als eine durchaus wertvolle, brauchbare, in die Zukunft führende Idee erwiesen. In Oberhessen sei der Arbeitsdienst, dank der verständnisvollen Arbeit des Leiters des Arbeitsamtes Gießen, führend geworden. Es müsse aber verhindert werden, daß Zersplitterung Platz greife. Konzentration auf das Gemeinsame sei Notwendigkeit. Es gelte, das Ziel klar zu machen. Die Studentenschaft müsse als maßgebender Rückhalt auf den Plan treten. Der Sinn der Alnioerfität dürfe für den Studenten nicht nur darin liegen, sich allein Fachwissen anzueignen, sondern aus den Universitäten heraus müsse auch die neue Gemeinschaft angebahnt werden. Vorbereitung ist das Schauspiel: „D-r Dieb" von Henry Bernstein, bas am Dienstag, ß. Dezember, im Nahmen der Abonnements • Vorstellung zum erstenmal zur Ausführung kommt. *• Wahlen bei der Industrie- und Handelskammer Gießen. Bei der im Wahlbezirk Gießen-Stadt durchgeführten Wahl der 3nt)uftr;e- und Handelskammer Gießen wurden bei reger Beteiligung die Herren Josef Sauer, August Noll, Leopold Mayer als Mitglieder für die Dauer von sechs Jahren, und Herr Jakob Maternus als Ersahmitglied für die Dauer von vier Jahren gewählt. Im Bezirk Lich-Hungen wurde Herr Hans I h r i n g - Lich wiedergewählt. ** Der Obst - und Gartenbauoerein Gießen begann seine Vortragsreihe für bas Winterhalbjahr am Sonntag mit einer sehr zahlreich besuchten Mitgliederversammlung im Kaufmännischen Dereinshause. Nachdem der Vorsitzende in einem Rückblick die Ergebnisse der Gartenbefichti- gungunb der Ausstellung geschildert hatte, erfolgte die Verteilung der Gutscheine auf Obstbäume, Rosen usw. an die prämiierten Aussteller. Von der Gelegenheit zum verbilligten Bezüge von Obstbäumen, namentlich Pfirsich, Beerensträuchern und Weinreben wurde Gebrauch gemacht. Sodann sprach, nach Erledigung einiger weiterer Angelegenheiten, Gartenarchitekt Schwarz (Gießen) über „Alte und neue Gärten". Wie zur Zeit der Römer und während des Mittelalters in den stillen Räumen der Klöster sollte auch heute, mehr als ehedem, der Garten als die erweiterte Wohnung angesehen und gehalten werden. Die Zeiten der Gartenschäpfungen, wie sie unter französischem Einfluß zur Zeit der Renaissance und des Barock entstanden, sind vorüber. Es ist aber erfreulich, daß Anlagen aus jener Zeit, wie in Wilhelmshöhe bei Kassel, in Sans- souci, Schwetzingen, Nymphenburg und an vielen anderen Orten bis zur Gegenwart erhalten geblieben sind und Zeugnis davon geben, tn welch großzügiger Weise die Fürstengeschlechter und Adeligen die Gartenkunst gefördert haben. Mit der Mahnung, den Garten als Stätte der Erholung zu betrachten und ihn Darum gerade in Zeiten wirtschaftlicher Rot als eine Quelle reinster Freude zu pflegen und zu hegen, schloß der beifällig aufgenommene Vortrag. Nach einer anregenden Aussprache wurde die übl che Verlosung von Rosen, Blumenzwiebeln und Stauben oorgenommen. Die für jeden Teilnehmer einen Gewinn brachte. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung) DJ. E. in B. Die betr. Kaffen unterliegen der staatlichen Aufsicht. Einer ganzen Anzahl von ihnen wurde bereits der Geschäftsbetrieb wegen Unzuverlässigkeit untersagt. Aus grundsätzlichen Erwägungen können wir kein bestimmtes Unternehmen empfehlen. Wir empfehlen Ihnen aber, sich einmal bei der Be- zirkssparkasse Gießen zu erkundigen. St. G. Im allgemeinen gilt das erste Obergeschoß dem Erdgeschoß gegenüber bei sonst gleichen Raumverhältnissen usw. als die wertvollere Wohnung. In Ihrem Falle handelt es sich um eine Wohnung in einem Neubau. Hier ist es sehr wohl möglich, daß ein staatlicher Beamter eine höhere Miete bezahlen muß, als der Wohnungsgeldzuschuß beträgt. Versuchen Sie, mit Hilfe Ihrer vorgesetzten Dienstbehörde ober evtl, des Ministeriums, das dem Hauseigentümer den staatlichen Baukostenzuschuß gegeben hat, eine Herabsetzung Ihrer Miete zu erreichen. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Der Weg ins Leben. Bericht vom Kinderelend in der Krim. Von unserem Cb.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Odessa, im November 1932. In Deutschland lief vor einiger Zeit ein Russenfilm: „Der W eg ins Leben". Er sollte beweisen, baß es den Sowjets gelungen sei, Dem KInder e l e n b im roten Rußland ein Ende zu setzen. Es gäbe, so hieß es, in der Sowjetunion keine verwahrlosten Kinder mehr. Sie alle seien im ordnungsmäßigen Produktionsprozeß untergebracht, hätten den Weg zum Leben des Ordnungs- und Arbeitsmenschen zurückgefunden. Und in Wirklichkeit? Südlich von Kiew, Den Dnjeprfluß abwärts, wenn man nach tagelanger Fahrt durch die ponkische Stoppe Dem Schwarzen Meer sich nähert, erreicht man ODessa, malerisch auf einem von Schluchten Durchzogenen hohen Plateau am RanDe Der Steppen und Der Wasser gelegen. Diese Stadt, einst im 14. Jahrhundert von Litauern gegründet, ist heute Der beDeutenDfte Hafenplatz Der Sowjetunion am Schwarzen Meer. Die rechtwinklig sich schneidenden, überwiegend.„russisch gut" gepflasterten Straßen geben Der Stabt einen angenehmen modernen Anstrich, der jedoch von der Unzahl verwüsteter und verdreckter Häuser beeinträchtigt wird. Die Armut wohnt in jedem Haufe. Groß ist die Plage Der Bjesprisornies, Der verwahrlosten, ihrem Schicksal (elbft^überlaffenen Kin- Der. Auch RußlanD steht erst an der Schwelle des Winters, aber mehr denn je scheint die Plage Des jugendlichen Verbrechertums nicht nur in Odessa, sondern auch erheblich in Moskau angewachsen zu fein. Gleich am Bahnhof starren sie Den Fremden an. Ihre Namen sind immer wieder Dieselben: Grischa, Wanka, Kolcha, Micha. Einer liegt in einem Kasten im Wartesaal Des Bahnhofs von Odessq. Seine KleiDung besteht aus löcherigen Lumpen, Die durch die Fetzen einer zaristischen Militärjacke (vielleicht Der Generalz- uniform seines Vaters!) zusammengehalten werden Ein Fuß steckt in einem alten Strumpf, auch der andere ist ausnahmsweise bekleidet, und zwar mit einem Sack. Der ganze Körper des Jungen ist schwarz und verlaust. Er schläft nicht, er paßt auf wie ein Luchs, sieht jeden Koffer und jeden Batten, der hier im Warteraum liegt. Wehe Dem, Der sein Gepäck nicht beachtet. Schneller als Der Blitz würDe sich seine Hand Des Koffers bemächtigen, er würde sich Durch Die Menge schlängeln und trotz aller Flüche und Schüsse in Der Nacht verschwinden. Wovon sie leben? — Es gibt Abfallhaufen, Kartoffelschalen und Kohlstrünke. Manbettelt und stiehlt. „Daitje Kopjeku!" („Geben Sie einen Kopeken"). — Und wehe dem, der nichts gibt. Sie werfen dem Fremden, Der jie abschlägt, eine Streichholzschachtel voll Läuse ins Gesicht ober kratzen und beißen. Davor haben alle Angst, den kaum einer von jenen ist nicht verseucht. Sie schlafen in Kellern und im Rinnstein. Die unglaubliche Unübersichtlichkeit russischen Städtebaus läßt sie fast ausnahmslos dem C9nff Der Miliz entkommen, wenn sie überhaupt noch in Gewahrsam genommen werden. In Den Apotheken sitzen sie, speien ins Zimmer und werfen Die Läuse in die Medikamente, wenn man ihnen nichts gibt. Auf Den Straßen sieht man sie jetzt wieder sehr oft. Sie kauern beieinander und lassen ihre Läuse um die Wette laufen. Es wirb um ein paar gestohlene ober erpreßte Kopeken gespielt. Die Laus, bie gewonnen hat, nimmt Der glückliche Besitzer wieder in seine Obhut, sie wird besonders gut versteckt, sott sie doch noch mehrmals jämmerliche Kopeken gewinnen. Ein sinniges und feines Gesellschaftsspiel — aber wir sind ja nicht in Europa, auch nicht in Asien, sondern wir befinden uns im Lande Des roten Aufbaus! Ich habe eine Weile dem Spiel zugesehen, neben mir stehen Drei Russen, sie schimpfen, zwei von ihnen haben schon seit drei Monaten, der andere seit sechs Wochen keine Löhnung mehr erhalten. Und dabei sind wir in Odessa, an der südlichen Pforte der russischen Abgeschlossenheit, wo das Leben noch etwas leichter ist als im Inneren des Landes. Selten sind die Bjesprisornies allein. Sie erscheinen in Banden, haben ihren Führer, der Autorität besitzt, der sie nie vergißt, der den Sinn für seine Verantwortung trägt. Die Mannen seiner zerlumpten Garde haben oft kein Bein, oft keinen Arm: Die liegen irgenDroo auf Der Strecke zwischen Wladiwostok unD ßeningraD, Moskau und Baku, Astrachan und Taschkent, Samara und Odessa, wenn man sich zwischen Die Radachsen oder die Gestelle der Waggons anklammerte und irgendeine unvor- ffchtige Bewegung während der tagelangen Fahrt machte ... Buntes Ein Kleid der Marie Antoinette. Das Britische Museum in London hat ein reich gesticktes Kleid aus dem 18. Jahrhundert erworben, das Eigentum der unglücklichen Königin Marie Antoinette gewesen sein sott. Die Familie Besnards, von der das Museum jetzt das Kleid erworben hat, sind Nachkommen Des ehemaligen Garderobenmeisters der Königin Marie Antoinette. Das Kleid, das noch von ihr in Auftrag gegeben, aber nicht mehr getragen worden war, nahm er nach ihrer Hinrichtung an sich. Er selbst wanderte nach England aus. Das schönste Kinderbuch. Die Nachfrage nach Kinderbüchern ist in der Weihnachtszeit am größten, und die richtige Auswahl ist durchaus nicht leicht, besonders wenn man bedenkt, welchen gewaltigen Einfluß das Buch auf die Phantasie und die Entwicklung der Jugendlichen gewinnen kann. Nun gibt es heutzutage eine nicht kleine Literatur moderner Jugendbücher, die den Kindern eine gute Geistesnahrung vermitteln wollen. Daß trotzdem die alten Lieblinge der Kinderstube noch immer ihren Platz behaupten, zeigt wieder einmal eine Umfrage, die die französische pädagogische Zeitschrift „Toute l’edition“ an eine Reihe hervorragender Persönlichkeiten des französischen Geisteslebens gerichtet hat. Eie wurden gebeten, diejenigen Bücher aus ihrer Kindheit aufzuführen, deren Lektüre in ihnen den stärksten und dauerndsten Eindruck hinterlassen hat. Die überraschendste Antwort gibt Henri Beraub, indem er schreibt: „Die Fibel". Freilich wird man das Buch, durch das man lesen lernte, nicht so leicht vergessen, aber ob es das ideale Kinderbuch ist, erscheint fraglich. Unter den andern Antworten steht der „R o b i n f o n Crusoe" an der Spitze. 3n der Tat dürfte De- foes unsterbliches Meistertverk auch heute noch auf di« Kinder eine starke Anziehungskraft aus- Allerlei. üben. An zweiter Stelle steht in dieser Umfrage eine andere Hauptschöpfung der Weltliteratur, der „Don Quichote". Dann folgen Bücher von Jules Verne und Märchen, in Frankreich begreiflicherweise die von Perrault, die dort etwa die Stelle unserer Grimmschen Märchen vertreten. Das Museum in der Kiste. Das Berliner Dölkerbundsmuseum, das die umfangreichste und wertvollste Sammlung asiatischer Kultur besitzt, hat eine derartige Anhäufung des Materials zu verzeichnen, daß nur ein Sechstel der Bestände öffentlich ausgestellt werden können. Die Hauptmasse liegt in einem vielstöckigen Magazin aufgespeichert, und auch dort so zusam- mengedrängt, daß selbst Fachleute nur mit Mühe die einzelnen Gegenstände übersehen können. Im Keller des Museums liegen in langer Reihe über hundert Kisten ungeöffnet: der Rest von 433, die kurz vor Kriegsausbruch aus Ost-Turkestan nach Berlin gebracht wurden. Seit mehr als 20 Jahren bemüht sich ein Expeditionsmitglied um die Ordnung des wertvollen Kisteninhalts. Mancher Museumsneubau könnte mit den magazinierten Beständen der Berliner Museen gefüllt werden, aber an einen Neubau ist jetzt nicht zu denken, und so werden die Schätz«, die oft Millionen wert sind, weiter „eingeweckt' und nur für Studienzwecke zugänglich gemacht. Don den 20 000 Keilschrift-Tontafeln des vorderasiatischen Kulturkreises sind nur etwa 20 bis 30 ausgestellt worden und auch von den ägyptischen Funden werden nur die schönsten und bezeichnendsten Stücke ausgestellt. Sind die Studiensammlungen geordnet aufgehoben, bilden sie ein unerläßliches Hilfsmittel der Forscher: sobald aber die Bestände aus Zeit- und Raummangel ungesichtet in Speicher und Keller übereinandergeschichtet werden müssen, dauert es jahre- und jahrzehntelang, ehe sie geordnet und verarbeitet werden. Blinklicht an Cisenbahnübergängen Oie Schranken werden entfernt. Um die Verkehrssicherheit an den Kreuzungen der Eisenbahn mit den Landstraßen zu erhöhen, hat die Reichsbahn, in Zusammenarbeit mit Kraflsahrver- bänden, schon seit mehreren Jahren Versuche mit Warnlichtern gemacht, die anstelle der Bahnschranken treten können. Die Versuche haben ergeben, daß die B l i n k l i ch t s i g n a l e ein vollwertiger Ersatz für Schranken sind und auch bei den Verkehrsverhältnissen in Deutschland eingefuhrt werden können. Vorläufig sollen in Deutschland rund 100 Eisenbahnübergänge mit Blinklichtsignalen, anstelle von Bahnschranken, ausgestattet werden. Im Ausland werden optische Signale bei Bahnübergängen schon in größerer Zahl verwandt. Die erste selbsttätige Warnlichtanlage im Bezirk der Reichsbahndirektion Frankfurt wird in den nächsten Wochen an der Kreuzung der Straße Oberhöchstadt — Bad Soden mit der Nebenbahn Frankfurt —Cronberg aufgestellt. Die jetzt dort vorhandenen Schrankenbäume werden dann entfernt. Die neue Warnlichtanlage kündigt dem Fahrzeugführer die Kreuzung bei Tag und Nacht schon aus größerer Entfernung in auffallender Weise durch optische Zeichen (Blinklicht) an. Sie zeigt dem Fahrzeugführer auch eindeutig, ob die Kreuzung von ihm ohne Gefahr befahren werden kann o^er nicht. Die Blinklichtzeichen werden in doppelter Art gegeben. Weißes Blinklicht sagt dem Fahrzeugführer, daß er die Kreuzung ohne Gefahr befahren kann, rotes Blinklicht dagegen, daß ein Eisenbahnzug sich der Kreuzung nähert und er vor der Kreuzung halten muß. Das rote Licht (Gefahrzeichen) blinkt doppell so schnell als das weiße. Dadurch wird auch farbenblinden Personen eine klare Unterscheidung ermöglicht. Auf jeder Seite der Kreuzung wird eine weit- leuchtende Signallaterne ausgestellt. Der die Bahnstrecke befahrende Zug schaltet das rote Blinklicht ein und auch wieder aus. Das Einschalten geschieht so zeitig, daß ein auf der Kreuzung oder kurz davor befindliches Fahrzeug ohne jede Gefahr die Kreuzung passieren kann. Um die Kreuzung auf größere Entfernungen hin auch bei einem ausnahmsweisen Versagen der Lichtanlage kenntlich zu machen, sind die Signallaternen mit einer rotweißen viereckigen Umrahmung versehen. Darüber ist das bei unbeschrankten lieber» gängen übliche Warnkreuz angebracht. Umrahmung und Warnkreuz sind „rückstrahlend" nach Art der bekannten Fahrradrückstrahler, so daß sie auch bei Dunkelheit — besonders von den Führern von Kraftfahrzeugen — gesehen werden können. SJlxfpoil Handball der Kreisklaffe der OT. Mio. Gießen 1 — Tv. Freiendiez 1 12:1 (7:0). Das letzte Verbandsspiel, das die 1. Wannschaft des Männer-Turnvereins in der diesjährigen Verbandsrunde zu bestehen hatte, kam am Sonntag auf dem Wtv.-Sportplatz zum Austrag. Das Spiel stand auf hoher Stufe. Die Zuschauer wurden während des ganzen Spieles in Spannung gehalten. Auf beiden Seiten wurde äußerst ritterlich gekämpft, trotzdem es um wertvolle Punkte und um den zweiten Tabellenplatz ging. Der Schiedsrichter Petri (Wetzlar) hatte ein leichtes Amt. Im Spielverlauf sah man meist die Gießener im Vorteil. Sie waren eifriger, schneller am Vall und führten diesmal ein wohldurchdachtes Kombinations- und Stellungsspiel vor. In den ersten zehn Minuten zeigte sich eine kleine Tleberlegenheit der Gäste, doch endeten alle ihre stürmischen Angriffe bei der Gießener Hintermannschaft, die sich in großer Form zeigte. Auch der Gießener Sturm fand sich so nach und nach besser und schon in der 14. Minute konnte er nach einem kurzen Hin und Her vor dem gegnerischen Tor den ersten Treffer erzielen. Wenige Minuten darauf verwandelte der Halblinke einen Strafwurf zum zweiten Tor. Bei einigen Würfen auf das Gießener Tor hatte der Torwart oft Gelegenheit, sein Können zu beweisen. Immer wieder konnte aber auch die Hintermannschaft der Männerturner ihren Sturm mit schönen Vorlagen versorgen. Vei dem Halbzeitpfiff hatte ein jeder der Gießener Stürmer durch zählbare Erfolge zu dem Resultat von 1:0 für Mtv. Gießen beigetragen. Auch in der zweiten Halbzeit zeigte sich das gleiche Bild, blitzschnell ging der Vall von Tor. zu Tor. Die Freiendiezer. die das Spiel noch immer nicht verloren gaben, kämpften unentwegt weiter, um das Resultat zu verbessern, doch konnte die sicher arbeitende Gießener Hintermannschaft alle noch so gefährlichen Angri.ffe vereiteln. Während die Männer- tumet durch ihr u.ne>Iennütziges Kombinationsspiel noch fünf weitere Erfolge erzielen konnten, war der Freiendiezer Mannschaft, Den Vertretern des Aargaues, nur das Ehrentor beschieden. Beide Mannschaften hinterließen einen ausgezeichneten Eindruck. Die Gäste traten mit einer äußerst flinken Mannschaft auf den Plan. Die Hintermannschaft ließ nur die systemvolle Abdeckarbeit vermissen, der Sturm verlor sich zu viel in Einzelaktionen. Demgegenüber verdient die Mtv.-Mann- schaft ein uneingeschränktes Gesamtlob. Helmert im Gießener Tor zeigte, daß er einer der Besten seines Faches hn Gau Hessen ist. Die sicher arbeitende unverwüstliche Verteidigung Seyb-Volkmann bildete mit dem altbewährten Mittelläufer Malkomesius und den eifrigen Außenläufern Schorkopf und Lindenstruth ein Bollwerk, an dem alle Angriffe des gegnerischen Sturmes zerschellten. Nehren als Mittelstürmer riß den Sturm immer wieder nach vorn, und die beiden „Halbstürmer" Ploch und Seipp ließen es an einer Verbindung zwischen Hintermannschaft und Sturm nie fehlen. Ein ausgezeichnetes Stellungsspiel führte auch Krämer auf dem Rechtsaußenpoften vor. Gurth spielte erstmalig auf Linksaußen und fügte sich sehr gut in die Mannschaft ein. So konnte die Mtv.-Mannschaft einen überzeugenden Sieg erringen und wird aller Voraussicht nach an den Endspielen um die Kreismeisterschaft des Mittelrheinkreises mitspielen können. Mio. Gießen 1. Jugend — Tgm. Friedberg 1. Jugend 6:3 (1:0). Die 1. Jugendmannschaft des Gießener Männerturnvereins trug in Friedberg gegen die Turngemeinde Friedberg, den Meister der südlichen Gaugruppe das Vorentscheidungsspiel um die Gaumeisterschaft des Gaues Hessen aus. Auch diese Mannschaft schlug sich sehr tapfer. In der ersten Halbzeit war oas Spiel ziemlich ausgeglichen. Durch Strafwurf konnten die Mtver kurz vor Halbzeit mit 1:0 in Führung gehen. Die zweite Halbzeit zeigte zunächst das gleiche Bild. Schon nach kurzer Zeit hatten die Friedberger ausgeglichen. Ein Strafwurf gegen das gegnerische Tor brachte aber schon wenige Minuten danach die Männerturner wieder in Führung ... und abermals glichen die Gastgeber aus. Als jedoch der Gießener Sturm Angriff auf Angriff vor das gegnerische Tor trug, erlahmte allmählich die Widerstandskraft der Friedberger Hintermannschaft und die Gießener Stürmer konnten in regelmäßigen Abständen noch vier weitere Tore erzielen. Die Gießener gewannen verdient. Handball um die Hochschulmeisterschast. Universität Gießen — Universität Marburg. Am heutigen Mittwochnachrnittag findet auf dem Universitätssportplatz das erste Spiel der Handball- runde um die südwestdeutsche Hochschulmeisterschast statt. Gegner ist die bekannte spielstarke Mannschaft der Universität Marburg. Gießen wird durch die Mannschaft: Lott, Frey, Ploch, Becker, Loth, Schorkopf, Schott, Äug. Schmitt, Flieger, Acker, Wolf vertreten werden. Da die Gießener Universitätsmann- schaft recht schlagkräftig ist, wird ein interessantes Spiel erwartet. Man hofft auf starke Anteilnahme der Studentenschaft sowie der Bevölkerung. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 IV — Bieber I (1:0). Das Spiel der Stadtmannschaft gegen Borussia Fulda ließ die Spiele der unteren Mannschaften gegen Watzenborn-Steinberg und Garbenteich ausfallen. Lediglich die 4. Elf empfing Biebers 1. Mannschaft. Die Revanche für die im Vorspiel erlittene l:0-Niederlage gelang diesmal den Blauweißen. Die Hiesigen spielten recht gut zusammen, besonders der Angriff war sehr unternehmungslustig. Bieber setzte sich energisch zur Wehr, konnte aber vor der Pause den Führungstreffer der Gießener nicht verhindern. Nach dem Wechsel war jede Partei noch einmal erfolgreich. Arbeiter Turn- und Sportbund. Attefeck I — Heuchelheim I 5:3. In Wieseck standen sich diese Kreisklassengegner !gegenüber. Man bekam ein äußerst flottes Spiel zu ehen. Beide Tore waren öfters in gefährlicher Begängnis. Wieseck war vor dem Tore gefährlicher und kam auch nach 10 Minuten zum Führungs- treffet. Cuce Anzahl Ecken auf beiden Setten brachte nichts ein. Dann tarn Heuchelheim zum Ausgleichs- tcr. Doch nur kurze Zeit und Wieseck führte abermals. Kurz vor Halbzeit stand die Partie 2:2. Nach dem Seitenwechsel lag Wieseck mehr im Angriff und übernahm abermals die Führung. Das Tempo ließ nun etwas nach. Die Gäste konnten sich nicht mehr zu einheitlichen Leistungen zusammenfinden. Schon näherte sich das Spielende, da stellte Wieseck das Resultat auf 4:2. Ein Strafstoß brachte wenige Minuten später das fünfte Tor. Kurz vor Schluß verkürzte Heuchelheim auf 5:3. wiefeck II — Wißmar I 7:0. Die Gäste konnten nur mit neun Mann an treten und versuchten durch körperlich hartes Spiel diese Unterlegenheit auszugleichen. Hierdurch nahm das Spiel den typischen Charakter eines Punktspieles an. Wieseck stellte den Sieger. — Wieseck Jugend gegen Burkhardsfelden Jugend 8:1. JlieberroöUffabt I — Raunheim I 1:4. Naunheim war in Niederwöllstadt zu Gast und konnte dort einen sicheren Sieg landen. Rieder-Florstadt I — Dorheim I 6:0. In Nieder-Florstadt sah man bei sehr mäßigen Platzverhältnissen ein flottes Spiel. Nieder-Florstadt übernahm durch Elfmeter die Führung und stellte bis Halbzeit das Resultat auf 3:0. Nach Seitenwechsel fielen noch drei Tore, während den Gästen auch das Ehrentor versagt blieb. Altenstadt I — Lrbsladt I 1:0. In Altenstadt lieferten sich diese Mannschaften ein ausgeglichenes Spiel. Alle Anstrengungen auf beiden Seiten führten zu keinem Erfolge. Schon näherte sich das Spiel feinem Ende, da gelang es Altenstadt kurz vor Schluß mit einem Tor Sieg und Punkte zu erringen. Daubringen I — Marburg I 5:1. Daß Marburg in Daubringen keine Lorbeeren ernten würde, sah man voraus. Die hohe Niederlage überrdscht aber. Marburg mußte sich schon bei Halbzeit mit 5:0 Toren geschlagen bekennen. Gleiberg I — wieseck II 4:3. Wieseck, mit nur zehn Mann, übernahm die Führung, verlor aber bald einen weiteren Spieler. Trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit führten die Gäste bei Halbzeit mit 3:1 Toren. Nach Seitenwechsel wurde ein weiterer Spieler von Wieseck und der Torhüter der Platzbesitzer vorn Felde gewiesen. Gleiberg stellte nun bald den Ausgleich her und errang mit einem weiteren Tor den Sieg. (Brünberg I — Großen-Buseck II 2:1. Bei Halbzeit stand das Resullat 1:1 unentschieden. Nach Seitenwechsel sah man weiter ausgeglichenes Spiel, bei dem Grünberg mit viel Glück Sieger wurde. wehlar I — Altenkirchen I 7:3. Wetzlar hatte sich diese Elf zum Freundschaftsspiel verpflichtet und mußte sich anstrengen, um vorerst die stürmischen Angriffe der Gäste abzuwehren. Altenkirchen führte bald mit 2:0 Toren, dann wurde Wetzlar besser und sicherte sich den Sieg. Wetzlar III mußte gegen Altenkirchen II eine 1:3-Niederlage hinnehmen. Wetzlar II konnte die zweite Mannschaft von Leun nut 4:1 Toren schlagen. Wirtschaft. * Daimler-Benz AG., Berlin-Stuttgart. In dem nunmehr vorliegenden Geschäftsbericht der Daimler-Benz AG., Berlin-Stuttgart, deren Abschluß für 1931 einschl. der Bilanz bereits bekannt ist gibt die Gesellschaft einen zusammenfassenden Ueberblick über die Entwicklung des Automobilgeschäftes während der letzten fünf Jahre. Die Verschärfung der Krise seit 1931 hätte sich auch auf die Preisbildung für die Daimler-Benz-Erzeug- niffe auswirken müssen. Während noch 1928 der stückzahlmäßige Anteil der Preisklasse über 5000 Mk. (der die Produktion der Gesellschaft hauptsächlich angehört habe) im deutschen Personenwagengeschäft 60 v. H. betragen habe, sei er 1931 auf 18 v. H. und in den bisherigen Monaten des neuen Jahres weiter auf 12 v. H. gesunken. Durch Heraus- bringung des neuen Personenwagentyps „170" habe die Gesellschaft ihr Personenwagenprogramm erweitert und ihren stückzahlmäßigen Anteil am deutschen Absatz steigern können. Die Gesellschaft habe sich seit mehreren Jahren der Entwicklung des Dieselmotors gewidmet. Im ßafttraftmagenbau habe der stückzahlmäßige Änteil ebenfalls erhöht werden können. Die deutsche Verkaufsorganisation habe sich im Berichtsjahr wieder bewährt. Die ausländische Verkaufsorganisation habe dagegen auf ein kleineres Maß zurückgeführt werden müssen. Die Belegschaft wurde von rd. 8000 in 1930 auf rb. 6200 Köpfe vermindert. Im Geschäftsjahr 1932 habe die Gesellschaft trotz des erneuten allgemeinen Geschäftsrückganges bis Ende Oktober einen Gesamtumsatz von 48,7 (61,3) Mill. Mark erzielen können. Allgemein belaufe sich der wertmäßige Rückgang im deutschen Personenwagengeschäft auf etwa 40 v. H., während Daimler-Benz nur etwa 10 v. H. zurückgeblieben sei. Im Lastwagengeschäft konnte die Einführung des neuen 2-Tonnen-Wagens die Position der Gesellschaft erheblich stärken. frankfurter Abendbörse still. Frankfurt a. M., 29. Rov. Di« Qlbenb- börse lag nahezu geschäftslos und infolge der unsicheren innerpolitischen Konstellatton eher etwas schwächer. Von dem Verlauf der Ausland- börsen ging keine Anregung aus, dagegen fanden Sie starken Schwankungen des englischen Pfundes einige Beachtung. Im Vergleich mit den Berliner Schluhkursen eröffneten I.-G.-Farben und Drkula bis zu 0,5 Prozent niedriger, und auch die Mehrzahl der übrigen Werte wurde im gleichen Ausmaß schwächer taxiert. Rur am Montanmarkt lagen Phönix, Harpener und Rheinstahl etwas höher. Im Verlaufe zogen I.-G.- Farben wieder etwas an. Am Rentenmarkt verloren Altbesitzanleihe und späte Schuldbücher, bis zu 3/s Prozent, während die Reubesitz- und Schutzgebietsanleihe sowie Stahlverein-Bonds knapp behauptet blieben. Am Auslandrentenmarkt lagen Mexikaner und Salonik Monastir unverändert, dagegen bröckelte die ilngat. Goldrente leicht ab. Reubesitz 6,40, Schutzgebiete 5,70, Altbesitz 56,88, Harpener 78, Phönix 29, Rheinstahl 69, Dekula 108,25, 3.-©.- Farben 94,50 bis 94,75, Metallgesellschaft 34, Stahlverein-Donds 60,65, Hapag 16,50. Büchertisch. — Praktisches Hilfsbuch für Zuckerkranke. Ausführliche Anweisungen zu selbständigen Harnuntersuchungen auf Zucker und Azeton, sowie eine gründliche Anleitung in der Technik der Insulinbehandlung. Von Dr. med. H. Malten, leitender Arzt der Anstalt für Nerven- und Stoffwechsel- kranke Baden-Baden. Mit Bildern und Tabellen für die Eintragung der Untersuchungsergebnifse. Preis 2,50 Mark. Süddeutsches Verlagshaus G. m. b. H., Stuttgart, Birkenwaldftraße 44. — (469) — Frühes Erleben. Blicke in die Kindesseele. Aus dem Holländischen von Mien Labber- ton. Deutsch von Marie Schmarsow-van Rossem und Clara Veith. 66 Seiten. Kartoniert 2 RM. Verlag B. G. Teubner, Leipzig, Berlin. 1932. — (283) — Ein fesselndes Büchlein mit feinsinnigen Erzählungen, in denen erste, die Kindesseele bewegende Erlebnisse geschildert werden. — Gepflegte Frau — Schöne Frau. Das Buch der nrodernen Gesichts-, Körper- und Schönheitspflege. Von Dr. med. Hans Balzli und Bvette Mirabeau. 'Mit Bildern, praktischen Anleitungen, vollständiger Schminktechnik und über 100 Rezepten. Kartonniert 3,80 Mark. Walter Hä- decke Verlag, Stuttgart. — (472). — Paul Mähler: D i e Urmenschen. Roman. 3 Teile in einem Bande: Steinfaust, der Affenmensch — Die Menschheitsmorgenröte — Die wilden Nashornjäger von Weimar. — Leipzig, Steinfaust- Verlag. 1932. Gebunden 3 Mark, kartoniert 2,10 Mark. — (323) — Der Weg der Kirche. Herausgeg. von D. Georg Burghart und D. Dr. Ernst Sei - 11 n. Heft 1: Abschaffung des Alten Testaments? Von Ernst Sellin. 39 Seiten. Verlag von Walter de Gruyter & Co., Berlin W 10. — (332.) - — Der Bridge-Meister. Das moderne Kartenspiel. Die genauen Regeln und Kniffe zum überlegenen Spiel von Carl van Hengel. Mit vielen Bttdrrn unb Beispielen. Preis 1,10 Mark. Süddeutsches Derlagshaus, G. m. b. H., Stuttgart. - (471). — E. Walkow: Nero. Historischer Roman. Martin Warneck, Verlag, Berlin W 9. Leinen 4,80 Reichsmark. — (432) — Walkow schildert in seinem Roman das bewegte Leben des Imperators und ein figurenreiches und farbiges Bild des kaiserlichen Rom. — Arthur Schubart: Vom Weibe. Kurzgeschichten. 224 Seiten. Kartoniert 3 RM. Adolf Bonz & Co., Verlag, Stuttgart — (258) Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beldjlofjenen Dioid nde an. — Reichsbankdiskont 4 o. H Lombardzinsfuß 5 o. H. Franksur a. UI. Berlin ,vr^%Rumän.vereinh.Renlev.l91S 9,15 9,9 9,9 Phönir Bergbau.............O 29 29 29 28,9 4% Rumänische -rereinh. Rente . 5,025 5 4,9 , 4,95 Rheinische Braunkohleu ......10 178,5 177 178 074/0 Anatouer........ .. .. 21,8 I — 21.9 I 21,65 Rhetnslahl..................o 69 70,13 68,5 Frankfurt a.M. Berlin Schluß« kur« Schluß!. Abend- börf- Sch uß« kurS Schlußk. Mi tag« hör e Odium 28-11- 29-11J 28-11- 29-11. Bereimgre Siabiroertc....... b 25,75 25,5 25,5 25,25 Olavi mitten .............. 0 17 16,5 16,9 16,25 Kaliwerke Aschersleben....... 6 106 106 106 5 — Kaliwerke Westeregeln....... Kaliwerke Salzdetfurth...... 6 111 111 — 111 L 167 166 168 167 3 G- Farben-Jndustrie...... n 95,25 94,75 95,75 94,75 Scheideanstalt.............. .10 141 140 — — Goldschmidt ............... . 0 28,4 28 28,5 27,75 Rülgerswerke .............. . 0 41,13 40 41,4 39,9 Metällgesellschast............ . 0 34 34 35,5 Philipp Holzmann.......... . 0 55,75 55 56 55 Zementwerk Heidelberg ..... Gementroed Karlstadt........ . 4 46 45.5 — — . O 55 — — — Waytz & Freytag ........... . 0 4,75 4,6 — Schullhei- Patzenhofer...... . 0 _ _ 98,25 98.25 Mu (Allgemeine Kunstseide) . . 0 55,5 54,5 56,25 54.9 Bemberg................. . 0 62 61,5 61 60.25 Zellstost Waldhos .......... . 0 44 43 43,75 43.25 Zellstoff Aschaffenburg ..... . 0 28 — — 26 Dessauer Gas ............. 7 — 95,75 95 Daimler Motoren.......... . 0 19 18,75 19.13 18,5 Deutsche Linoleum ........ . 0 46 45,25 46 45 Orenstetn L S oppel ........ . 0 35,9 35,25 Leonhard Tietz............ . 6 44 44 45 45 Ghade.................... .12 155 - 155 - Grihner.................. . O 30,5 30,25 Mainkraftwerle Höchst a.M. . . 4 56 —- Süddeutscher Zucker ....... . 8 36 - 137 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a ZIL 28-Hovember 29.71ovem.er Amtliche Jloilening Amtliche Jloherung ffleib Srle Geld »rie‘ HelfiNglor-. 5,934 5,946 5,914 5,926 Wien...... 51,95 52,05 51.95 52,05 Prag...... 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest ... rj - — — Sofia..... 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland .... 169,33 169.67 169,33 169,67 69.38 69,52 68.98 69.12 Kopenhagen 70,23 70,37 69,53 69,67 Stockholm.. 72,98 73,12 72,90 73,12 London ..... 13,46 13,50 13,33 13,37 Buenos Airet 0,878 0,882 0,868 0,872 Neuuork ... 4,209 4.217 4.209 4,217 Brüssel .... 58,27 58,39 56,27 58.39 Italien..... 21,51 21,55 21.49 21,53 Paris..... 16,47 16,51 16,465 16-505 Schweiz ... 80,92 81,08 80,92 81,08 Spanien... 34,40 34.46 34.40 34,46 Danzig .... 81.85 82,01 81,85 82,01 Japan..... 0,879 0.881 0.859 0,861 Rio de Jan. 0,294 0,296 0,294 0,296 Iugostawien 5,634 5,646 5,634 5,646 Lissabon... 12,76 12.78 12,76 12,78 Banknoten Berlin, 29-November Geld Brief Amerikanische Roten.............. 4,20 4,22 Belgische Noten.................. 58,11 58,35 Dänische Noten ................ 69,16 69,44 Englische Noten ................. 13,29 13.35 Französische Noten............... 16,42 168,96 16.48 169.64 Italienische Noten................ 21,43 21,51 Norwegische Noten .............. 68,81 69,09 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling — - Rumäniiche Noten............... 2,48 2,50 Schwedische Noten............... 72,80 73,10 Schweizer Noten................. 80,74 81,06 Ungarische Noten................ Ott 6d m.282 fi.e DHuftri -ell-S^ ^milienbla <*-**■ U-E"': ■ NWÄ« CTflWlfurt^E^L, mit einem Sinn sich Schuldnern aufR"1? vartswcrt M .ia Mei an den w » w Ionng'Plans. ■ famer , nicht nuv m Lausanne ibervvndenTriWgla | bet Kunst torpedi« sctzmig sm den Bonn Uni) imstande lein v schüsse m der Mu bah sich aus dieser bie Tribute bezo aussehung ist nicht e Öen bösen Willen der einfach gegen die deuts buch die intemation Verschärfung auf die l zunchusühren ist. W- bleibt, tnenn sie darai inet in -aopa zahlen, teraationale Wirtscha aber es wird dann S a sich mit Washington Sie unnachgiebige sich in der Hauptsacl ■ den Kriegsschulden n I Staat zu Staat ha schulden sind zum gr Anleihen in dec also die europäischer gierung in Washing die Rechnung mache ' ausführbar, als nich Schädigung für beschafft worden ist. . kann nur bie Un » auch nur auf bem 2T Vfüifljrn gegenüber al jtoutbe. Wieder seht dc ■'l'n M also höhere Steuern ; Zinsendienst für lönnen, b;e die europ fo-