Ho. Nr. 282 Srst?5 Blaff. Mittwoch, 30. Novemver 1932 182. Jahrgang GktzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Orrd nirt» verloa: vrüyl'fchc Univeostlars-viKb- und steinöruderet R. Lanze in Gietzei. Zchnftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstra^e 7. Annahme von a.ijc .tei für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- hlameanieigen von 70 ■ m Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyr.ot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und?ür de.> An« zeigenteil i. D.TH.Kümmel iomtlich in (ßi11 ' «91 5:1. !ie'% fcb«rm «4:3. ZM Erfchelnl «agltch,auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bienener Familienblätter Heimat m Bild Die Scholl» Monarr-Vezugrpretr: Mit 4 Beilagen RT1.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 5enifvrechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift lür Drahtnach- richten Anzeiger Siehea. Postscheckkonto: 5ranifrrrtam Main 11686. «L »ni « * II 2:1. en I 7:3. “J1 Freundschaft-, um Dor- ?°'te abzuwehre^ '°ren, dann wurde 'Sieg. WetzlarIII n« 1:3-Njederlaae ^ueite Mannschaft ab. Deubesch 6,40, >6,88, Zarpener 78, M 108,25. 3.-©. letallgelellschast 34, apag 16,50. ^uch für Lucker, ifungen zu jelbstän. Zucker und Azelan, g in der lechnil der ed. h. Malten, leiten« en- und Stosswechsel- em und Tabellen für tngsergebnisse. Prm lagshaur in. b. $)., , - (469) Bilde in die Kindes- >on Wien Labber- hmarsow-van Nassem artonierl 2 NR. Der. irlin. 1932.-(283)- [infinnigen Erzählm- sseele bewegende Er- - Schöne Frau. kch/S-, Körper- und d, Haris ‘MjM nr, Mllifchen 2ln- mllechml Md Übet Md. Ma N" .72). Urmenschen. W- Steinfauft, der Wm aenröte-M w'lde" - Leipzig. Sleinsau '- Mark, kartoniert 2,w ch e. HerauM von > D Dr. Ernst 8«'’ ung des 2U«n Selim. 39 ruyter & &>., ff er Das moderne L'undE-um ■ ®Tu. Aiiinrifdier Roman, -rl'm v 9. Leinen 4ch0 m fMert in seinem imnerators und em kaiserliche" rsT 12,76 5,926 52,öS 12,tiS 58,11 69-16 13,29 16,42 168,96 »'S 68,81 2,48 72.80 so." 34-26 0er SchuldenMeg Einstweilen wechseln Gläubiger und Schuldner noch diplomatische (Koten, aber das Ergebnis wird doch fein, daß Frankreich widerwillig, England mit einem scheuen Seitenblick auf das gleichende Pfund am 15. Dezember zahlen. Um den 2ler- ger in Frankreich darüber zu dämpfen, dah die Union sich weigert, die von den europäischen Schuldnern aufgenommenen Anleihen im Gegen- ■ wartswert von noch immer 48 Milliarden Mark als Anteil an den Kriegskosten abzubuchen, erinnert sich die französische Presse wieder des (Zoung-Plans. Das ist ein etwas gewaltsamer Zusammenhang, denn der Voung-Plan ist nicht nun in Lausanne begraben, er ist schon vorher von den Tributgläubtgern nach allen Regeln der Kunst torpediert worden. Die Voraussetzung für den (Zoung-Plan war, dah Deutschland imstande sein werde, mit Hilfe einer von 3ahr zu 3ahr steigenden Ausfuhr soviel Ueber- schüsse in der Zahlungsbilanz hereinzubringen, dah sich aus diesen Ueberschüssen auch die Tribute bezahlen liehen. Diese Voraussetzung ist nicht erfüllt worden, teils durch den bösen (Dillen der Gläubiger, die ihre Grenzen einfach gegen die deutsche Ausfuhr sperrten, teils durch die internationale Wirtschaftskrise, deren Verschärfung auf die Tributpolitik der Gläubiger zurückzuführen ist. Wenn die Union unnachgiebig bleibt, wenn sie darauf besteht, dah die Schuldner in iropa zahlen, so wird das gewih die internationale Wirtschaftskrise nicht entspannen, aber es wird dann Sache h r Schuldner sein, such mit Washington zu i erstä rdigen. Die unnachgiebige Haltung der Union erklärt sich in der Hauptsache dadurch, dah es sich bei den Kriegsschulden nicht um Verpflichtungen von Staat zu Staat handelt, sondern die Kriegsschulden sind zum größten Teil in Form von Anleihen in der Union untergebracht. Wenn also die europäischen Schuldner fordern, die Regierung in Washington möge einen Strich durch die Rechnung machen, so ist das so lange nicht ausführbar, als nicht ein Ersatz oder eine Entschädigung für öie Anleihebesiher beschafft worden ist. Das eine wie das andere kann nur d i c Union selbst leisten, aber auch nur auf dem Wege, dah der Staat seinen Tür gern gegenüber als Seibstschuldner auf treten würde. Wieder setzt das voraus, dah die Union, in diesem Fall also die Steuerzahler, noch höhere Steuern aufbringen, um wenigstens den Zinsendienst für die Anleihen decken zu können, die die europäischen Sieger während des Krieges und nach dem Kriege in der Union ausgenommen haben. Es ist bisher tver.g beachtet worden, dah die K iegöschulden im Betrage von 48 Milliarden Mark ni tzt durchweg während des Krieges entstanden sind, denn ein erheblicher Teil stammt aus der Rachkriegszeit, teils durch Uebernahme des Kriegsmaterials der Union, teils in neuen Krediten. Tie europäischen Schuldner haben sich mit der Rückzahlung reichlich Zeit gelassen, denn die Schuldenablommen sind erst einige Jahre nach dem Kriege abgeschlossen worden. Frankreich insbesondere sträubte sich gegen jedes Abkommen, weil es sich als durch den Krieg oeraynt und ausgeplündert hinstellte, um gleichzeitig eine Weh.loge darüber anzustimmen, Daß Deutschland böswillig keine Zahlungen leiste. Das verarmte Frankreich hat trotzdem oder gerade deswegen einen Go 1 dhort von rund zehn Milliarden Mark in der Vank von Frankreich anhäusen können, wie es auch der Spürsinn seiner Vevölkerung fertig brachte, in wenigen Jahren den Volksreichtum über den in der Vorkriegszeit weit hinauszusteigern. 'Frankreich vor allem ist es gewesen, das die innere und äuhere Verbindung zwischen Kriegsschulden und Tributen herzu- ftcllen suchte, lei "Oer zeitweise auch hergestellt, hat, um mit dieser Taktik die Leistung der Kriegsschulden von der Zahlung der Tribute abhängig ju machen. Deutschland hat unter dem Dawesjoch 2,5 Milliarden Mark im Jahre ausbringen müssen, was zu seiner finanziellen Ausblutung führte, deren fiu}tbarer Ausdruck die 5,2 Millionen ; Krisenopser sind. Frankreich setzt dafür Himmel und Hölle in Bewegung, um von der Zahlung einer halbjährigen Zinsenrate an die Union in Höhe von etwa 100 Millionen Mark befreit zu werden. Dabei hat Frankreich das Zehnfache dieser Summe seit Jahren an feine Vasallen in Osteuropa bezahlt, um diese zu einer Aufrüstung zu zwingen, die Europa mit Ausnahme Deutschlands in ein Wafsenlager um- ' gewandelt hat. England hat zwar uch den Poung-Plan un- i terzeichnet, also auch die Voraussetzung angenom- । men, daß Deutschland nur mit Hilfe eines Aus- fuhrüberschuffes zahlen könne, aber gerade England war es, das der deutschen Ausfuhr offen und insgeheim Widerstand leistete. Auch die Preisgabe । des Goldstandards gehörte 3U diesem Wider- I stand, denn die Preisgabe geschah in der Hauptsache deshalb, um die englischen Produktionskosten Zu senken, um so dem deutschen Wettbewerb gegenüber auf den Auslandmärkten besser gerüstet zu lein. Diese Erwartung hat sich nicht erfüllt, denn die englische Ausfuhr selbst nach den Kolonien ist Mrückgegangen, ohne dafür in Europa und in llebersee Ersatz zu finden. Daß ein gewisser Zusammenhang Der englischen Goldpolitik mit der : bchuldenpolitik besteht, ist unverkennbar. England gab den Goldstandard unmittelbar nach Verkündung bcs Feierjahres durch Hoover preis, zunächst wohl nur deshalb, um d e r Ausfuhr einen Auf- trieb zu geben, sodann aber auch deshalb, um loch Ablauf des Feierjahrs in dem Pfundkurs selbst d etwas wie einen Schutzgegen den Zinsen- Hitler noch mchi in Bern». Schleicher wartet. — Nationalsozialistische Besprechung in Weimar. Hiller «n Weimar München, 30. Rov. (LRV. Funkspruch.) wie der „Baltische Beobachter" meidet, ist Adolf Hitler nicht, wie erwartet, nach Berlin gefahren, sondern befindet sich in Weimar, da in Thüringen die Dah! ,>mpfe für die GcmcindcralSwahlen stattfinden. Auch Dr. Goebbels ist in Thüringen. Zur Berichter st attung über die politische Lage haben sich die Abgeordneten Göring, Dr. Frick und Straßer nach Weimar begeben. Kommt noch eme Zusammenkunft zustande? Berlin, 30. Roo. (LRB. Funkspruch.) In der Umgebung des Generals von Schleicher rechnet man damit, dah die Besprechung mit Hitler doch heute nachmittag zustande kommt. Hillers Fahrtunterbrechung war im ReichswehrministtLtUrn schon in den frühen Vormittags ft un- den bekannt. Man kann also wohl ar.nchmen, dah Hitler den Reichswehrminister unterrichtet hatte. Vermutungen, dah die Besprechung auherhalb Berlins oder durch einen Mittelsmann des Generals von Schleicher stattfinden könnte, sind nach unseren Informationen abwegig. In Weimar ist, wie unsere Rückfragen ergeben haben, über die Dispositionen hit.ers nichts zu erfahren. Ls wird dort nur darauf hingewiesen, dah Hitler ja von Weimar aus jederzeit mit dem Flugzeug nach Berlin reifen und innerhalb von zwei Stunden in Berlin Eintreffen könnte. Im Zusammenhang mit dieser Meldung schreibt der nationalsozialistische „Angriff": „Entgegen anders lautenden Berichten ist der Führer heute vormittag nicht in Berlin eingetroffen. Da man auf der Gegenseite immer noch nicht geneigt ist, persönliche Abneigungen hinter die Schicksalsfragen der Ration ; u r ü ck z u- st e l l e n , ist ja auch nicht einzusehen, welchen Zweck neue Verhandlungen haben sollten, vorerst erscheint jedenfalls der Wahlkampf in Thüringen wichtiger. Adolf Hitler hat sich deshalb nach Weimar begeben." Oie Krisis im Spiegel der Presse. V e r I i n , 30. Aov. (ERD.) Die ,.D A Z." bezeichnet als die Frage, die an Hitler zu richten sei, nicht die Frage nach einer Tolerierung eines etwaigen Kabinetts Schleicher. Dah di« Rationalsozialisten auch gegen ein Kabinett Schleicher in Opposition verharren würden, sei nach Hitlers früheren Erklärungen eine Selbstverständlichkeit. Cs handelte sich vielmehr angesichts der drohenden Gefahren für Staat und Volk nur um d ie Form der Opposition, oder, noch genauer ausgedrückt, darum, ob diese Opposition weiter eine legale Opposition bleiben werde. Die „Kölnische Volkszeitung" (Zentrum) schreibt: Nach alledem, was in den letzten Tagen vorgefallen sei, könnte auch der Wehrminister einen Einzug der Nationalsozialisten mit Pauken und Trompeten in sein Lager nicht erwarten. Auch neue Verhandlungen würden, wenn sie überhaupt zustande kämen, nicht sofort eine Sinnesänderung der Nationalsozialisten herbeiführen. Das schwere Mißtrauen, t>a& jede Verhandlung neuerdings überschatte, sei eben eine Errungenschaft des neuen Kurses. Aber ein Teil der Erwartungen, die Herr von Schleicher an seine Versuche knüpfte, hätten sich jetzt schon erfüllt. Die Basis, auf die er sofort im Reichstag rechnen könne, wäre ganz erheblich breiter als die, über die Papen verfüge. Gewiß hätte auch Herr von Schleicher sozusagen, klein anfangen müssen. Eine sofortige Mehrheit sei im Reichstag nicht vorhanden, wohl aber ein nicht z u verachtender Stützpunkt, von dem aus die Verbreiterung der Grundlage nicht ohne Aussicht auf Erfolg versucht werden könnte und auch jetzt noch versucht werden müßte. Es entspreche nicht den militärischen Tugenden, eine Aufgabe bei den ersten Schwierigkeiten fallen zu lassen. Der „Tag (deulschnational) gibt der Besorgnis Ausdruck, daß bei einem weiteren Andauern der Krise der Schaden der Zerstörung autoritärer Worte den Nutzen der angestrebten Klärung überwiegen könne. In dem Kampf zwischen neudeutschem Parlamentarismus und staatlicher Autorität der Präsidialgewalt müsse es geradezu ein Ziel des Parlamentarismus sein, die Präsidialautorität in einer langen Krise s i ch abnutzen zu lassen. Möge der Reichspräsident in tatkräftiger Abwehr dieser Gefahr durch eine schnelle autoritäre Beendigung der Regierungskrise die Idee der autoritären Staatsführung als unantastbaren Grundsatz zur Durchführung bringen. „Ser Deutsche (-h.istli-^ G—e.t,a)-s.en) meint, ein Kabinett Sch.eicher mit ausreichenden Revisionsvorfchlägen für die Notverordnungen Papens und mit einem Arbeitsprogramm, das nur die vordring, ichsten Ay gaben dieses Winters umfasse, müsse sich dem Reichstag stellen und trotz allem den Versuch machen, ihn zu einer sachlichen Haltung zu zwingen. Schleicher sollte sich nicht durch die Möglichkeit eines Mißtrauensvotums und die Au Hebung der Rotverordnungen Paris, 29. Noo. (TU.) Der französisch-russische Nichtangriffs- und Schiedsgerichtsoertrag ist am Dienstag um 17 Uhr im Außenministerium von Ministerpräsident H e r r i o t und dem Sowjetbotschafter D o w a a l e w s k i unterzeichnet worden. Dabei überreichte Dowgalewski Herriot folgende schriftliche Erklärung: „Die Sowjeiregierung nimmt die Liebenswürdigkeit der französischen Regierung m Anspruch und bittet Sie, folgende Erklärung zur Kenntnis der rumänischen Regierung zu bringen: Die Sowjetregierung, die von dem Wunsche beseelt ist. ihre friedlichen Absichten gegenüber Rumänien zu beweisen, erklärt sich bereit, der rumänischen Regierung vom heutigen Tage ab vier Monate Zeit zu lassen, um mit der Sowjetregierung ein Richtangriffsabkommen in dem Sinne zu unterzeichnen, wie es zwischen Litwinow und Eadere (der ru- nische Gesandte in Warschau. D. Red.) vereinbart worden war, einschließlich des von Ladere vorgeschlagenen Schlußprotokolls. Die Sowjetregierung, die damit wieder einmal ihre friedlichen Bestrebungen beweist, erklärt, dah sie ihrer Politik treu bleibt, die darin besteht, für die Lösung aller Streitfragen nicht zur Gewalt zu greifen und die durch den Lelloggoertrag übernommenen Verpflichtungen zu wahren." Rach der Unterzeichnung der russisch-französischen Abkommen richtete Herriot einige Worte an den russischen Botschafter, in denen er der besonderen Genugtuung der französischen Regierung über den Abschluß der gegenseitigen Washington, 29. Rov. (Times.) Der demokratische Senator Pat Harrison (Mississippi), der im kommenden Kongreß Vorsitzender des Finanzausschusses des Senats sein wird, sagte in einer Rundfunkrede, im Falle einer völligen Streichung der Kriegsschulden würde sich die Erbschaft des Krieges, d. h. eine Last von 54 Milliarden Dollars, in folgender Weise verteilen: Deutschland würde möglicherweise mit einem Prozent davonkommen. Cs würden weiter entfallen auf Italien 2 Prozent, Frankreich 8 Prozent, die Vereinigten Staaten 39 Prozent und auf Großbritannien 50 Prozent. Daraus würden Folgen erwachsen, die man sich kaum vorstellen könne. Deutschland würde alsdann, frei von Schulden, künftig im Konkurrenzkampf der Welt an er st er Stelle stehen. Auch Italien und Frankreich seien dabei in Rechnung zu ziehen. Die amerckanische Regierung habe die Pflicht, dafür zu sorgen, daß die kommende Generation nicht zu wirtschaftlicher Sklaverei verurteilt werde. Die Rede Senator Harrisons hat in Berlin starke Verwunderung erregt. Wenn Senator Harschrecken lassen. Der Reichspräsident könnte notfalls die Rotverordnungen in revidierter Form neu erlassen, ohne daß die durch sie geschaffenen Wirtschaits- und Rechtsverhältnisse erschüttert würben. — Die „DeutscheTageszeitung" (Landbund) erklärt es als eine Tatsache, daß Schleicher einen großen Arbeitsbesch a f f u n g s p l a n durch die öffentliche Hand in sein Programm ausgenommen habe, t>cr auch dem nationalsozialistischen Standpunkt mindestens weit entgegemomme. Es werde aber ein Arbeitsbeschaffung. Programm aus der Grundlage des Planes der Landgemeinden a u ch d a n n vorgelegt werden, wenn der Verständigungsversuch mit der RSDAP. endgültig scheitern und der Reic' spräsident dann ein ausgesprochenes Kampfkabinett berufen sollte, das nicht unter der Leitung Schleichers stehen würde. Verhandlungen Ausdruck gab. Diese Genugtuung, so betonte Herriot, sei um so größer, als die Unterzeichnung des Richtang.iss- und Schiedsgerichtsabkommens zu ei.'.em Zeitpunkte geschehen sei, an dem die polnische Regierung ihre Abkommen mit Sowjetruhland ratifiziere und die rumänische Regierung ihrer Be- friebigung über das französtsch-russische Abkommen Ausdruck gebe. Er hoffe, dah der neue Vertrag zur Festigung des Friedens beitragen werde. 3m Ramen des französischen Volkes begrüße er die Völler der Sowjetunion, mit denen Frankreich vertrauensvolle Beziehungen zu unterhalten Wunsche. Der Wert des gegenwärtigen Vertrages liege in der Art, mit der er durchgeführt werde. Die sowjetrussische Regierung dürfe an den Bemühungen Frankreichs, ihn wirksam zu gestalten, nicht zweifeln. Zu dem bereits bekannten Wortlaut des Richtangriffsabkommens ist zu ergänzen: 1. dah der nach beiderseitiger Ratifizierung in Kraft tretende Vertrag unbefristete Laufzeit hat. Rach Ablauf von zwei Iahren seit Inkrafttreten des Vertrages kann er jedoch mit einer Frist von einem Iahre jederzeit gekündigt Werdern 2. Daß laut Artikel3 des Vertrages seine Bestimmungen in keiner Weise die Rechte und Pflichten beeinträchtigen können, die für jeden der vertragschließenden Parteien aus Verträgen herrühren, die sie v o r 3 n t r a f t- tre ten des Richtangriffsvertrages abgeschlossen haben. Auherdem er Hären beide Parteien, daß sie durch keinen Vertrag gebunden sind, der sie etwa verpflichten würde, sich an einem Angriff seitens einer dritten Macht zu beteiligen. rifon davon spricht, daß bei einer Verteilung der Erbschaft des Krieges, das heißt einer Last von 54 Milliarden Dollars, Deutschland mit einem Prozent davonkommen und dadurch frei von Schulden im Konkurrenzkampf der Welt an erster Stelle stehen würde, so kann demgegenüber nur mit Rachdruck darauf hingewiesen werden, daß Deutschland auf keinen Falk in Zukunft frei von Schulden sein wird. Vielleicht könnte man davon im Hinblick auf die politischen Schulden sprechen. Aber auch bei diesen muß beachtet werden, daß, wie es der Baseler Sachverständigenbericht vor einem Iahr ausdrücklich festgestellt hat, ein sehr erheblicher Teil der privaten Auslandsverschuldung, nämlich über zehn Milliarden Mark, in Form von Reparationszahlungen wieder an das Ausland zurück g e f l o s s e n ist, also in den privaten Schulden eine indirekte politische Verschuldung enthalten ist. Dazu kommen noch die Verpflichtungen aus den LaufannerAbkommen. Es bleibt unerfindlich, wie man bei der allgemein aner- fannten Schwäche unserer wirtschaftlichen Lage behaupten farm, dah wir im Wettkampf der Welt mit Amerika uns messen könnten. Der sranzösislh-niMe Vertrag unteneidwt. Moskau bietet Rumänien erneut den Abschluß eines Nichtangriffspakts an. Die Erbschaft des Krieges. Eine absurde Rechnung. — Bei einer Schuldenstreichung fürchtet Amerika die deutsche Konkurrenz. dienst an die Union zu finden. Das englische Pfund ist noch immer so in die internationale Zahlungsbllanz verstrickt und verflochten, daß jede Schwankung des Pfundkurses wie ein Druck auf allen Geldmärkten und allen Devisen wirkt. Aber England hat doch wohl seine finanzielle Kraft überschätzt, als es die Preisgabe des Goldstandards wagte, denn die erneute Schwächung des Pfundkurses unmittelbar vor dem verhängnisvollen 15. Dezember ist ein Beweis dafür, daß es von einer bestimmten Grenze ab nicht mehr in der Macht der Bank von England oder der englischen Regierung liegt, den Pfundkurs selbst unter Opfern zu halten. Das ist auch eine Warnung für andere Länder, insbesondere für Deutschland, die Währung nicht Versuchen auszusetzen, die Kredite oder Geldzeichen schöpfen sollen, die aber bann unvermeidlich dazu führen müssen, der Inflation Tür und Tor zu öffnen. Washington erwartet einen Appell König Georgs. Washington, 29. Rov. (WTB.) Ganz Washington beschäftigt sich gegenwärtig mit ernsthaften Unter fud) ungen, wie man der britischen Finanznot helfen könne, ohne die eigenen Interessen zu stark zu schädigen. In gewissen Kreisen rechnet man sogar damit, daß König Georg dem Beispiel des Reichspräsidenten von Hindenburg im 3uni 1931 folgen und einen persönlichen Appell an Hoover richten werde, den dieser dann, wie seinerzeit den Appell des Reichspräsidenten, den Mitgliedern der Finanzausschüsse der beiden Häuser zur vertraulichen Kenntnis vorlegen könnte. Cs steht jedensalls fest, daß man weder Frankreich, noch der Tschechoslowakei oder Polen i r - gendwelche Konzessionen machen will, es steht aber auch fest, daß man England gegenüber Jeine große Geste^ zei- Oer Kampf um Grönland. Oer dänisch-norwegische Streit im Haag. Dänemark und Norwegen, die feindlichen Brüder, fechten jetzt ihren Streit um den Besitz der Eiswüste Grönland vor dem Haager Gerichtshof aus. Die Rechtsvertreter der beiden Länder haben ihre Ansprüche dem Gericht vorgetragen, die Berge von Material über diesen schwierigen Fall müssen aber erst eingehend geprüft werden, so dah sicherlich der Anfang des Jahres 1933 ins Land gehen dürfte, bis der Spruch des Haager Gerichts den Kampf und die Fehde der sonst als friedlich bekannten nordischen Staaten klären wird. Es geht hier um den Besitz der größten Insel der Welt, die fünfmal so groß ist wie das Deutsche Reich. Das gesamte Innere ist mit ewigem Eis bedeckt, nur ein schmaler Streifen von zirka 200 Kilometer Breite längs der Westküste ist eisfrei und bewohnbar. Der größte Teil der Bevölkerung — im ganzen 15 000 Grönländer und etwa 300 dänische Beamte — wohnt hier an diesem siedlungsfähigen Küstenstrich, wo Dänemark in den letzten Jahrzehnten nach und nach eine Kette von Eskimosiedlungen errichtet und aufrechterhalten hat. Um den anderen Teil der riesigen Insel hat sich das Außenministerium in Kopenhagen nie gekümmert, obwohl die Dänen schon im Jahre 1814 an der Westecke des Eilands Fuß gefaßt haben. Einzig Forschungsexpeditionen aller Länder suchten die Eiswüste auf, teils um hier Lager zu errichten, von denen aus sie weitere Ausflüge und Forschungsreisen in den hohen Rorden unternahmen, teils um diesen Teil der Insel erst zu erforschen, da sich sonst kein Staat um das Niemandsland kümmerte. Etwas mehr Leben und Treiben herrschte dagegen schon seit den siebziger Jahren des vorigen Jahr- Hunderts an den Küsten der O st s e i t e Grönlands, wo norwegische Fischer ihrem harten Handwerk nachgehen, die zunächst aber nur den Robbenfang betrieben, dann allerdings alles irgendwie Verwendbare fischten, wobei weder Eskimo noch dänische Staatsbürger diese Arbeit störten. Erst das Jahr 1921 brachte den offenen Konflikt zwischen Norwegen und Dänemark. Die Dänen hatten ihre Westindieninseln für viele Millionen an die Vereinigten Staaten vom Amerika verkauft, und es bei dieser Gelegenheit verstanden, die gesamte Entente mobil zu machen, um in den Besitz von ganz Grönland zu gelangen. Das gab natürlich einen geharnischten Protest Norwegens, dem Dänemark auch tatsächlich stattgab: 1924 wurde zwischen den beiden Ländern vereinbart, daß die norwegischen Fischer und Pelzjäger weiterhin ihr Handwerk ungestört ausüben durften und somit faktisch das Po- lizeirecht zugesprochen bekamen. Ohne große Schwierigkeiten waren auf diese Weise geordnete Verhältnisse auf Grönland geschaffen, die laut Vertrag bis zum Jahre 1944 andauern sollten. Vor einem Jahr aber setzte plötzlich Dänemark in den Norwegen zuerkannten Gebieten eigene Poljzeikräfte ein, ein Vorgehen, das selbstverständlich in Norwegen als Umgehung und Verletzung des Abkommens von 1924 aufgefaßt werden mußte, und der Kampf um den Besitz der Eiswüste war im besten Gange: Norwegen entsandte nun seinerseits Polizeiorgane, so daß es schon nach kurzer Zeit zu Reibereien zwischen den von ihren Ländern auf der Insel Grönland stationierten Polizisten kommen muhte. Dänemark hat sich ohne Frage durch die Ausdehnung der Polizeigewalt über ganz Grönland ins Unrecht besetzt, aber darüber hinaus werden die Juristen im Haag noch zu klären haben, ob die Entente so ohne weiteres das Niemandsland in die Dänen verschenken konnte. gen dürfte, wenn man auch bereit ist, ihm in der Transferfrage nachzugeben, falls es sich dazu versteht, um Nachsicht zu Bitten und seine Lage durch statistisches Material zu beweisen, anstatt, wie es das in der ersten Not« tat, eine Revision unter Berufung auf einige recht vage klingende Gemeinplätze zu fordern. England bereitet (Soldversand nach Neuyork vor. London, 29.Nov. (WTB.) Der Pfundkurs hat im Laufe des Tages einen T i e f - st a n d erreicht, den es noch nie gehabt hat. Das Pfund wurde nur mit 3,143/* Dollar notiert. Nach dem „Daily Telegraph" sind die Versicherungsgesellschaften von Lloyds in Kenntnis gesetzt worden, daß möglicherweise G o l d v e r - schiffungen von London nach Neu- y o r k bevorständen. Cs würde sich um drei Millionen Pfund Sterling handeln, die auf dem britischen Dampfer „Majestic" und auf dem französischen Dampfer „Paris" verschifft werden würden. Der Finanzredakteur des Blattes bemerkt zu dieser Meldung, es sei natürlich denkbar, daß diese Verschiffung vorsichtshalber im Hinblick auf eine etwaige Zahlung der Schuldenrate am 15. Dezember vorgenommen werde. Aber in vielen Kreisen habe man gestern geglaubt, dah sie im Interesse der Zentralbank eines europäischen Landes erfolgen solle. Frankreich wartet ab. Paris, 29. Nov. (TU.) Die französische Regierung hat ihre endgültige Haltung in der Schuldenfrage noch nicht f e st gelegt. Wenn man sich auch allgemein dahin einig ist, daß sie ihren am 15 Dezember fälligen Zahlungsverpflichtungen auf die eine oder andere Weise nachkommen wird, so scheint es doch noch nicht mit Sicherheit festzustehen, daß sie sich zur Absen düng einer zweiten Note an Amerika entschließt. Die Regierung will anscheinend ihre Haltung von derjenigen Englands abhängig machen und erst den Wortlaut der zweiten englischen Note abwarten. Die englischeLndustriewird für den Wettbewerb ausgerüstet. London, 29. Nov. (WTB.) Die Bankers Industrial Development Company, zu der unter Leitung der Bank von England die engliscben Großbanken gehören, beabsichtigt, dem englischen Eisen- und Stahlkonzern Stewarts & Lloyd einen Kretz i t in Höhe von 3,3 Millionen Pfund einzuräumen. Der Erlös soll auf die Ausbeutung eines Eisenerzfundes von 26 000 Acres Ausdehnung und mit Erzlagern von 500 000 Tonnen verwandt werden. Es ist beabsichtigt, auf dem Feld selbst, das sich in Nord-Hamptonshire befindet, das e r st e englische Werk zur Erzeugung von basischem Bessemer st ahl zu errichten, der den bisher verwendeten ausländischen Bessemerstahl bei der Herstellung von Röhren ersetzen soll. Der Bau des Werkes und der dazu geplanten Siedlungen dürfte 6000 Arbeiter beschäftigen. Nach Fertigstellung sollen etwa 1000 Arbeiter eingestellt werden Der Plan für dieses Unternehmen ist bereits vor zwei Jahren gefaßt und daher nicht durch die Zollpolitik der englischen Neuerung beeinflußt worden. Die Transaktion ist die dritte, die von der Bankers Industrial Development Corporation seit ihrer vor zweieinhalb Jahren erfolgten Gründung unterstützt wird. Bei dem ersten Plan handelte es sich um die Fusion von einigen Kohlen- und Eisenwerken in die Lancashire Steel Corporation, bei dem zweiten um die Bildung der National Shipbuilder Securities Corporation, deren Aufgabe in der Rationalisierung der englischen Schiffbauindustrie besteht ©einer Hände Werk Roman von Klothilde von Etegmann-Stein. Copyright by Martin Feuchtwangrr, Halle (Saale) 29 i^ortteRung Nachdruck verboten Kurt Bremer langte nach zwei durchfahrenen Nächten in der Heimat an. An der Bahn erwartete ihn der alte Iustizrat. „Gottlob, dah Sie da sind", sagte er und schüttelte dem übernächtigen jungen Manne bewegt die Hand. „Degener wäre gern mitgekom- men: aber er arbeitet mit ein paar Bücherrevisoren Tag und Nacht, um Klarheit über das zu bekommen, was sich während seiner Krankheit zugetragen hat..." älnd während er mit dem erschütterten jungen Manne im Auto dem Dremerwerk entgegenfuhr, unterrichtete er ihn in gedrängten Worten über die Ereignisse der letzten Zeit. Kurts bleiches Gesicht erstarrte immer mehr, als er von den Schandtaten seines Schwagers hörte. Ein Ausdruck maßlosen Ekels krümmte seine Mundwinkel. „Vom ersten Tage an hatte ich diese instinktive Abneigung gegen den Menschen: aber meine Stiefmutter war ja wie vernarrt in ihn — nun ist das älnglück da. älnd nicht nur für mich und das Bremerwerk, sondern auch für meine Stiefschwester." In Frau Melanies Schlafzimmer stand Hiltrud am Fenster und blickte schweigend in den fahlen Wintertag hinaus. Der Park lag unter einer schmutzigen Schneedecke, die ihr reines Weih unter dem Regen in ein häßliches Grau verwandelte. Ter Himmel hing dicht und lichtlos über der Ebene — und die einzigen Laute waren die heiseren Rufe der Krähen, die vom Flusse herüberstrichen. Das ganze Bild, wie es sich Hil- truds müden Augen bot, war von einer unbarmherzigen, öden Trostlosigkeit, 11 nb die gleiche Trostlosigkeit lag auf der Seele des jungen Mädchens. Die Mutter, nach der sie ab und zu vorsichtig spähte, schlief tief und fest unter der Einwirkung des Schlafmittels, das die vom Bremer- Werk herübergeholte junge Werisärztin ihr gegeben. Jetzt erst, nach der furchtbaren Aufregung und der Sorge um die erkrankte Mutter, kam Hiltrud dazu, den Ereignissen wirklich ins Gesicht zu sehen. Jetzt erst stand alles klar vor ihrer Seele und ihrem Geist. Der Mann, dem sie ihr Jawort gegeben, der vor der Welt als ihr Erwählter galt, war unter schimpflichstem Verdacht im Gefängnis. Ihr Name in aller Leute Mundi Das Bremerwerk bis nahe an den Rand des Ruins gebracht! Aber seltsam, nicht der eigene Kummer, Oie Giabilttät -es Schweizer Franken. Bern. 29. Nov. (END.) Die Schweizer Depeschenagentur schreibt zur Frage der Stabilität des Schweizer Franken. Die ganze Presse der Schweiz ist sich darüber einig, dah im Auslande von Daisfespekulanten vollständig falsche Nachrichten verbreitet werden. Cs wird betont, dah eine Gefährdung der Frankenwährung auch dann nicht vorhanden sei, wenn Abzüge ausländischer Kapitalien in größerem Umfange erfolgen sollten. Man weist darauf hin. daß auf den Kopf der Bevölkerung die Schweiz die weitaus größte Goldreserve der Welt besitzt, und zwar entfielen in der Schweiz auf den Kopf 630 Franken in Gol'H, in Frankreich ungefähr 403, und in Amerika 2vv Schweizer Franken. Der Notenumlauf sei zu 172 Prozent durch Gold gedeckt, eine Zahl, die in keinem Lande auch nur annähernd erreicht werde. Auf Grund dieser Goldreserve wäre die Schweiz, wenn ihre ausländischen Gläubiger sich entschlössen, ihre Guthaben zurückzuziehen, ohne Schaden für Währung und Volkswirtschaft im stände, die nötigen Zahlungen zu leisten, und der Währungsmechanismus werde in keiner Weise gestört sein. Aus aller Welt Gerichtliches Nachspiel des Berliner verkehrsstreiks. Das Sondergcricht Berlin verurteilte den Nationalsozialisten Klottich und den Kommunisten Gniesewitz wegen schweren Landfriedensbruchs in Tateinheit mit Trans- nicht die Schande war es, was ihr jetzt in der Vorstellung ein schmerzvolles Au,stöhnen erpreßte: es war etwas anderes. Der Gedanke, daß die Mutter das Erbe des Stiefsohnes so schlecht gehütet, daß sie, Hiltrud, nun gleichsam mitschuldig war an dem Raub an Geld und Ansehen, das war es, was die Seele des jungen Mädchens mit einem brennenden Schmerz durchglühte. Aus ihren trüben Gedanken riß sie ein leises Pochen an der Tür. Mit einem Bnck sah Hiltrud zu dem Bett der Mutter hinüber: sie schlief fest und friedlich. Schlafe du nur!, dachte Hiltrud mit erbarmender Zärtlichkeit. Du wirst noch früh genug erwachen! Dann ging sie leise zur Tür und öffnete vorsichtig. Der Justizrat stand draußen. „Fräulein Hiltrud", sagte er gedämpft, „wäre es Ihnen möglich, herüberzulommen? Ihr Stiefbruder ist da — er möchte mit Ihnen sprechen." Hiltrud zuckte zusammen — nun kam es, wovor sie sich fürchtete: dem Stiefbruder in die Augen -u sehen. Aber sofort straffte sich dieses blasse, feine Mädchengesicht. „Ich komme", antwortete sie gedämpft. „Will nur das Stubenmädchen rufen, damit es mich bei meiner Mutter ablöst." Vierund zwanzig st es Kapitel. Kurt hatte sich nach seiner Ankunft auf das dringende Bitten des alten Iustizrats und De- geners hin einige Stunden zur Ruhe begeben. Die beiden Männer hatten gesehen, wie groß die Abspannung nach der Erschütterung und den schlaflosen Nächten war. „In diesem Zustande, lieber Kurt, sind Sie einfach nicht fähig — erst muß der Körper sein Recht haben", hatte der Justizrat eindringlich gemahnt. Kurt hatte nachgegeben. Nun saß er nach ein paar Stunden Schlafes seinem väterlichen Freunde gegenüber. Mit tiefster Bewegung hatte er die genauen Einzelheiten erfahren. die ihm die beiden Herren mitgeteilt. Nur eins hatten sie ihm bisher verschwiegen: -uf welche Weise man Axel Jvarsen überführt hatte. Die Nachricht von der Rolle, die Erika in dieser ganzen Angelegenheit gespielt, wollte Degener seinem jungen Herrn bis zuletzt verheimlichen. Der alte Prokurist hatte scharfe Augen im Kopfe und wußte, wie es um Kurts Gefühl zu Erika stand. Kurt mußte erst fein Gleichgewicht wieder gefunden haben, ehe man ihm von der abenteuerlichen Fahrt Erikas und ihrer Erkrankung Mitteilung machte. Cs waren genug der seelischen Erschütterungen, die auf den jungen Menschen eingestürmt waren. Aber nun konnte man nicht mehr ausweichen, denn Kurt unterbrach die Darlegungen des alten Prokuristen mit den Worten: „Eins ist mir bei alledem unklar geblieben, lieber Herr Degener: Sie sprechen immer davon, daß Jvarsen mein por tgefährdung zu je zwei Jahren Zuchthaus. Die Verurteilten waren beschuldigt, sich an den Ausschreitungen während des Berliner Verkehrsstreiks in Schöneberg beteiligt zu haben. Klottich und Gniesewitz sollen Steine gegen eine Straßenbahn geschleudert haben. Für 30 000 Mark Schmuck aus dem Kraftwagen gestohlen. Eine traurige Entdeckung muhte ein Goldwarenhändler aus Leipzig machen, der in Berlin seinen Personenkraftwagen im einem Torweg in der Krausenstraße unbeaufsichtigt hatte stehen lassen. Während der kurzen Zeit seiner Abwesenheit waren aus dem verschlossenen Wagen drei braune Leder- koffer gestohlen worden, in denen sich mehrere tausend Ring:, Zigarettenetuis, Feuerzeuge und andere Gegenstände befanden. Der Oefamt- toert der gestohlenen Sachen beträgt etwa 25 bis 30 000 Mark. Zuchthausstrafe für politische Gewalttat. Die Strafkammer des Berliner Landgerichts II verurteilte wegen gefährlicher Körperverletzung den Arbeiter Usack zu einem Jahr Zuchthaus und den Arbeiter Mörenberg zu vier Jahren Zuchthaus. Am Tage vor der Reichstagswahl war ein Nationalsozialist von einer Gruppe von etwa 20 Personen angegriffen und mißhandelt worden. Er hatte sich in eine Gastwirtschaft gerettet, wurde aber von dort histau sgewiesen, und zwar, wie von Zeugen behauptet wurde, auf Veranlassung des Angeklagten Mörenberg. Aus der Straße wurde er von einer zwanzigiöpfigen Menschenmenge verfolgt und mißhandelt. Durch einen Messerstich wurde er schwer verletzt. Modell stehlen wollte — aber wie man ihn so ertappte, das habe ich immer noch nicht begriffen; da fehlt noch ein Schluhglied in der Kette." »Cs fehlt nicht, lieber Kurt", versetzte Degener ernst. „Erika Schmitt war es, die alles aufdeckte — die Ihr Doot rettete, gerade in der Nacht, wo man Ihr Patent, in das falsche Boot eingebaut, zum Rennen schicken wollte." „Erika , flüsterte Kurt; dann sprang er auf. -Wo ist sie? Warum ist sie nicht hier, daß ich ihr danken kann? Ich muß fort...!" „Sie müssen ganz verständig fein, Kurt!" Degener legte beruhigend feine Hand auf den Arm des Erregten. „Geduld! — Im Augenblick können Sie Erika nicht sprechen — sie ist nicht hier." „Aber wo ist sie denn?" fragte Kurt mit brennender Llngeduld. »Sie ist erkrankt, lieber Kurt — ruhig, ruhig, ruhig — sie wird ja wieder gesund — eine heftige Erkältung bei dem eisigen Wetter, in dem sie des Nachts das Boot entführte...“ Er schwieg, denn Kurt war mit einem Ruck ausgestanden, hatte eine hilflos entschuldigende Bewegung mit der Hand gemacht, und nun stand er da, mit dem Rücken an die Wand, den Kopf an die Fensterscheibe gelehnt. Dir beiden Männer im Zimmer sahen, wie die Schultern in dem dunklen Anzug zuckten. Schweigen herrschte im Zimmer. Aach einer Weile wandte Kurt sich um. „Seien Sie mir nicht böse — es ist nur alles auf einmal etwas viel", sagte er bittend. „llni> nun habe ich mich wieder in der Gewalt. Das eine nur müssen Sie mit sagen: Wird Erika wieder gesund werden? Verschweigen Sie mir nichts! Lieber die schlimmste Gewißheit als eine trügerische iln* gewißheit." „3d> verschweige Ihnen nichts, mein guter Kurt", versicherte der Prokurist. „Ich habe, während Sie schliefen, gerade mit dem Arzt telephoniert: die Krisis ist noch nicht vorüber; aber das Herz hält tadellos aus. Alnö so viel wissen Sie ja auch, daß bei Lungenentzündungen das Herz und die Jugendkraft die Hauptsache sind! Der Doktor glaubt zuversichtlich, daß wir in zwei Tagen über den Berg sind — schneller, als wir hier in unseren geschäftlichen Sachen", fugte er mit dem Versuch eines Scherzes hinzu. Kurts Gestalt straffte sich. „Also, an die Arbeit, meine Herren!" sagte er. „Was für Vorschläge haben Sie mir zu machen?" Ser Justizrat nahm daS Wort: „Als allererste Maßnahme schlage ich vor, daß wir sofort Ihre Mündigkcitserklärung beantragen, mein lieber Kurt. Wenn wir den Sachverhalt genauestens schildern, wird das in wenigen Tagen zu erledigen fein. Cs ist unbedingt nötig, dah Sie sehr bald Ihren Geschäftsfreunden und den Banken gegenüber als vollberechtigter Inhaber der Firma zeichnen. Solange Ihre Frau Stiefmutter Aus -er provurzralhauptkadt. An der Schwelle des Dezembers. So find sie an uns vorübergegangen, die elf Söhne des Janos, und jeder tat seine Herrscher- pflicht einen Monat lang. Sie brachten Schnee und" Eis, Frühlingsblühen und Sommerfreude und streif- • ten endlich die bunten Blatter des Herbstes von Baum und Strauch. Zu der Zeit, da die Erde im Winterschlaf ausruhen will, um Kräfte für neues Blühen zu sammeln, zu der Frau Holle mit ihrer fleißigen Magd das weiße Laken für die Erde spinnt, nimmt der Monat Dezember das Zepter in die Haktd, um uns hinauszuführen aus dem alten Jahre und vor den Eingang eines neuen zu stellen. Der Dezember kann mit Köstlichem aufwarten, wie kein Monat vor ihm: mit dem Weihnachtsfcst. Sommersonne, Frühlingsblüten, Herbstklarheit sie verschwinden hinter den Freuden der Weihnacht. Und dann, auf den einundzwanzigsten Tag seiner Regierung fällt der Mitwintertag, jener Tag, zu dem sich die längste Nacht gesellt, die als Wendepunkt den Wiederaufstieg der Sonne und das Erwachen neuen Lebens verkündet. So eilen die Tage des letzten Monats im Jahre viel rascher, scheint es, als die andern dahin. Gar vieles, das sonst unsere Aufmerksamkeit erregen würde, bleibt unbeachtet. Es kommt die Frage der Bäckereien, Pfeffer- und anderer Kuchen. Man beredet, wie groß dieses Jahr der Christbaum sein soll, besorgt den Baumschmuck, sieht sich die Weihnachtsauslagen an und wählt, wenn der Geldbeutel es gestattet, die Geschenke. Nach dem Wetter sieht kaum einer richtig hin. Und doch ist dies nicht so unwichtig, wie man denkt. Man darf nur einmal nach den alten, bewährten Bauernregeln sehen, um zu erfahren: „Dezember kalt mit Schnee, gibt Korn auf jeder Höh!" Auch sonst ist der Dezember ein Monat der Verheißung, denn er verfugt über prophetische Gaben in bezug auf das Wetter der kommenden Zeit. Gleich der erste Tag, „Elegius", ist dedeu- j tungsvoll. Es heißt da: „Wenn mit Elegius der Winter beginnt, er eine lange Dauer nimmt." Und weiter: „Bringt schlechtes Wetter Barbara, ist die : Sonne bald wieder da." Endlich: „Hängt Weihnachten Eis an den Weiden, kann man Ostern Palmen. schneiden." So hoffen wir also auf einen „richtiggehenden* Winter, auf „weiße Weihnachten" und einen klaren, kalten Silvesterabend, der in ein besseres Jahr führen möge. M. Gr. Oie Frequenz der Landesuniversitäi. Don der Pressestelle der Landesunioersität wird uns mitgeteilt: Die Zahl der Studierenden beträgt im Wintersemester 1932/33 2136. Qm Wintersemester 1931 32 | betrug die Gesamtzahl der Studierenden 2117, im Sommersemester 1932 2198. 3n der Werkstatt der Wmternothilfe. <%beit6bierln rtz'se S>Su braE°' „Herolde «» »Jaur6 * Qltf ™S« ” gebrach! . m3d)er*eSr herz 8 b" 0(1* £ 3nt *‘n inei” ®*S“ÄnSW M $W*«h ™6, vor vielen Mem Ä*« ».«'«Wil «“ sprechen, denn er "Y Mie, in einer Fülle Ausdruck gebrachten b-r Besiedelung, über Mach! im Landende tums, über den Manch Herrenritter Hinweg, deutsches Land mit i deutsch sein und W der einleitende «atz Problem detz Kamps unumstMche Tatsac hörte von der christ int frühen Mittelalte der kulturellen Enw Einfluß der Mönche, der Leutfchherrenritt Weise dienten, wie sie «Ritter zugleich warer (man denke nur an als ihren sichtbarsten gleichzeitig aber- auc ihresgleichen suchten, jirast wuchs Danzig Reichsstadt wurde, als älter aus der innen In mehreren Räumen des Parterre-Geschosses der Alten Klinik ist die W e r k st a 11 für die Gießener Winternothilse untergebracht, in der in emsiger Weise an der Versorgung der hilfsbedürftigen Familien mit Bekleidungsstücken gearbeitet wird. Um sich ein Bild von dieser Tätigkeit machen zu können, waren gestern nachmittag die Mitglieder des Finanzausschusses und einige Mitglieder des Werbe- und Sammelausschuffes der Winternothilfe zu einer Besichtigung in den Werk- statträumen vereint. Zunächst wurde das K leide r l a g e r aufgesucht. Hier konnte man scststellen, dah aus der Kleidersammlung, die kürzlich in allen Teilen der Stadt durchgeführt wurde, wertvolles Material in vielfältigster Art zusammengetragen worden war. Diese Kleidungsstücke werden, nachdem sie den Desinfektionsraum passiert haben und erforderlichenfalls in der Nähstube repariert worden sind, im Kleiderlager nach Arten geordnet aufbewahrt und von ehrenamtlich tätigen Damen des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins noch irgenb etwas in dem Bremerwerk zu sagen hat, bekommen wir das Vertrauen der Banken nicht wieder — und das ist für einen Kredit unerläßlich, denn ohne Kredite werden wir hier nicht wieder flott." Er schob Kurt ein dickes Aktenbündel hin. „Auf der ersten Seite finden Sie die älebersicht über den Stand unserer Guthaben upd Lasten", erläuterte der Pro.urist. „Ich habe mit den Buchhaltern und dem Iustizrat zusammen die ersten Zusammenstellungen gemacht. — Sie werden allerdings nicht so schnell alles durchprüfen können; aber die Schlußzifsern ergeben immer einen Anhalt. Wir haben eher zu ungünstig alS zu Zünftig geschätzt." „Werden wir denn überhaupt durchkommen?* fragte Kurt mutlos. Tie Zahlenkolonnen waren wie eine Armee feindlicher Soldaten, die gegen ihn anmarschierten. „Ich muß mich ja ganz auf Sie verlassen, denn ich verstehe vielleicht etwas von Maschinen und Motoren, aber nichts von Banksachen und Abrechnungen. Alles das muß ich erst unter Ihrer Führung lernen, H:rr Degener. Werden wir das Werl und unseren Namen wieder in Ordnung bekommen?" „Wir werden es!" sagte Degener stark. „GS werden ein paar harte Jahre werden, in denen wir alles aufs äußerste einschränken müssen, denn jeder verdiente Pfennig wird ins Geschäft zurück- fließen müssen, damit wir von den hohen Dank- zinsen loskommen. Aber wir Alten hier vom Bremerwerk, mit Ihnen zusammen — das müßte doch mit dem Teufel zugehen, wenn wir es nicht schaffen würden. Allerdings mit den kostspieligen Gewohnheiten der Damen vom Bremerwerk hier muh es ein Ende haben. Ich möchte Sie bitten, in diesem Sinne mit Ihrer Frau Stiefmutter zu sprechen und mit Ihrer Schwester!" Ein Klopfen unterbrach seine Worte. „DaS wird vielleicht schon Fräulein Hiltrud sein", setzte Degener gedämpft hinzu. Wirklich war es Hiltrud, die jetzt mit leisem Druß zur Tür hereinkam. Kurt ging Hiltrud höflich entgegen, obgleich er bei ihrem Anblick ein Gefühl der Bitterkeit nicht unterdrücken konnte. Aber ein Blick in das Gesicht der Stiefschwester zeigte deren völlige Verwandlung. Hil- truds Gesicht trug die Spuren schwerer seelischer Erschütterungen; es war bleich von durchwachten Nächten. In den sonst so kalten Augen war ein Ausdruck von Not. Mit einem leisen Nicken des blonden KopfeS begrüßte Hiltrud die beiden Herren und reichte dann mit einer zaghaften Gebärd« Kurt die Hand. „Du wolltest mich sprechen, Kurt", begann sie leise, und auch ihre Stimme hatte einen anderen, weicheren unb bittenden Klang. Die Herren verschwanden taktvoll. (Fortsetzung folgt.) brach. Danzig fei in worben, die den Pr Weg in die weite Wi behauptet bei den gri her Personalunion ir wickelten: aber doch | 15. Jahrhundert, und y.o? zu Polen lange schichte ber Stabt, Sa wie ein üerljängnis al verbunden ist. 5m P Danzig; tuMe; 2er Redner sprach Die Handelsherren d< Mittelalters, von Wnner, seien reim ed,e"™g mi, 8ohre”RM189 chicklen ihre Söhne >e dort studieren zu I nur.ftter mit, die Hai pgtn Stils, sie br ^eberlanden, die dai ;?5 einzigartige Gep । ,c Bewunderung hl j Mch noch von den -i w. von dem Ma - Fcns gegen den p£ schon zum gn KTör< °°n jnö den mannigfachl ^11, die klar Z Mischeg Ungtüj Sen künstlerisch? ynben selbst aufa ÄMeu koloriert i tess »iS Ä Vrbiit an ? 8ro&e 5 kiesigen 6mS?Qfen i"> der cuen ^gen I I* üi) biC ""*» I? d-r Iraiit fe •« euten> cued&c -wettet Für trennscharfen und klangreinen Europa- Empfang bleiben nach planmäßiger Prüfung 2 Apparate zur Wahl: DerTelefunken 343 und derTelefunken 231. Wirtschaft ben. Don fremden ’ten lagen Eisenbahn-Bos> an* Der Telefunken 231 nimmt es bei richtiger Bedienung mit dem größten auf. Einschi. Röhren RM189—.(..ei Gleichstrom RM199,—) Haus. Professor Walter wurde mit anhaltendem Beifall belohnt. Spenden für di^GießenerWiniernothilfe Von der Geschäftsstelle der Gießener Winternot* Hilfe wird uns mitgeteilt: Von der Firma Robert Haas Nachfolger, Inhaber Georg F a l k e n st e i n , Seltersweg, wurden 17 Strumpfgamaschen, 10 Paar Kinderstrümpfe, drei weiße Sweater mit Mütze und Schal, sowie vier Herren-Unterhosen für die Winternothilfe gestiftet. Weitere Spenden werden jederzeit mit Dank genommen. Oer Obstbaumbestand in der Gemarkung Gießen. — Die Fünfziger 1883/1933 laden im heutigen Anzeigenteil zu ihrer ersten Hauptversammlung, die am Samstag, 3. Dezember, bei Gastwirt Lamm (Wcstanlage) stattfindet, ein. Auf die Anzeige sei hingewiesen. •• Allgemeiner Deutscher Frau ende r e i n. Man schreibt uns: Die Aodembersihung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (Deutscher Staatsbürgerinnenverband) wurde im Hörsaal des Landwirtschaftlichen Instituts abgehalten und brachte einen Dortrag von Herrn Professor Sessous. Das Thema lautete: „Die Bedeutung der Landwirtschaft für unsere gesamte Volkswirtschaft". Wie der Vortragende einleitend bemerkte, könnte man ebensvgut sagen „Die Rot der Landwirtschaft — eine Schicksalsfrage des deutschen Volkes". Die trostlose Lage unseres Bauernstandes findet leider nicht genügend Der- ständnis bei der städtischen Bevölkerung. Während des Krieges hatte man einsehen gelernt, wie notwendig die Produkte des eigenen Bodens sind: nach Kriegsende war diese Erkenntnis bald vergessen und gerne kaufte man all die Waren und Leckereien, mit denen das Ausland unseren Markt überschwemmte. Der deutsche Landwirt sah sich nach dem Kriege vor überaus schwere Aufgaben gestellt. Dicht nur, daß durch den Dersailler Dertraz ein großer Teil besten Bodens abgetrennt worden war, es galt auch, die Betriebe ganz umzustellen, um mit der ausländischen Konkurrenz wetteifern zu können. Es ist in dieser Hinsicht Außerordentliches geleistet worden, sowohl quantitativ wie qualitativ. Trotzdem ist heute die Lage unserer Landwirte durch den Preissturz der landwirtschaftlichen Produkte, die hohen Steuern und sozialen Lasten geradezu katastrophal. Hier liegt eine schwere Schuld beim deutschen Dolke. Dieles könnte durch die Hausfrau wieder ausgeglichen werden. Durch ihre und nur noch ganz vereinzelt auf 4,90 o. H. an. Das Angebot in Privatdiskonten hat nachgelassen, Reichs* wechsel per 25. Februar und Reichsschatzanwcisungen per 18. April blieben umsatzlos. Frankfurt befestigt. Frankfurt a. M., 30. Rov. (WTB. Drahtmeldung.) Infolge der noch undurchsichtigen innerpolitischen Lage eröffnete die Börse zunächst in sehr st iller Haltung, doch war ein freundlicher linierten nicht zu verkennen zumal aus der deutschen Industrie, insbesondere der westdeutschen und Siegerländer Eisenindustrie, w.eder recht optimistische Berichte Vorlagen. Gleich nach Festsetzung der ersten Dotierungen setzte sich ganz plötzlich eine starke Befestigung durch, wobei die Berliner Arbitrage in größerem Ausmaß als Käufer in Erscheinung trat. Die Börse folgerte daraus, ohne daß bisher eine amtliche Bestätigung dafür vorlag. daß anscheinend die Der- handlungen zur Behebung der Regierungskrise einen günstigen Derlauf nehmen. Auf Deckungen der Kulisse und auch der Spekulation traten zum Teil recht erhebliche Besserungen ein. Die ersten Kurse wiesen meist Erhöhungen von 0,50 bis 1 Prozent auf. Don vornherein fest lagen Montanwerte, Klöcknerwerke standen mit 1,75 Prozent im Vordergrund, während die übrigen Werte des Montanmarktes bis zu 0,75 Prozent onzogen. Mansfelder Bergbau verzeichneten einen Gewinn von 1,89 Prozent, wobei anscheinend auch erfolgversprechende Bemühungen, eine Stillegung zu vermeiden, anrcgten. Kursbesserungen bis zu 1 Prozent hatten ferner Scheideanstalt, Schuckert, Aku, Zement Heidelberg und Schiffahrtsaktien. Rcichsbanlanteile gewannen 1,50 Prozent. Niedriger eröffneten dagegen Zellstoff Waldhof mit minus 0,75 Prozent, und I.-G. mit minus 0,50 Prozent. Letztere waren jedoch später um fast 2 auf 96,50 Prozent forciert. Am Rentenmarkt war das Geschäft im Gegensatz zum Aktienmarkt sehr fttIL Altbesitz konnten sich 0,75 Prozent erhöhen, während Reu- besitz und die Schutzgebietsanleihe behauptet blie- nhen beträgt im Winter- m Wintersemester 1931J2 ir Studierenden 2117, in )8. kÄfcrtwWfe. i des Partme^eschosscs Werkstatt für die rothilje untergebrachl, ! an der Versorgung der i mit MeidungsMen ein Bild von dieser Tätige waren gestern nachmittag njau5[djul(e5 unb einige ö Sominelausjdfujlts der ’fidftigung in Öen WA chst wurde das :x tarnte man Mellen, Mtz, bie kürzlich in allen Mü wurde, wertvolles r Art zusammengetragen dungsstiicke werden, noch- ektionsraum paM falls in der Ahstube re- i Kleiderlager nach arten > von ehrenamtlich tätigen nier auf dem stark erhöhten Abendbörsenniveau gehalten. Zolltürken zogen leicht an, wogegen 4prozentige Einheitsrumänen etwas abbröckelten. Am Pfandbriefmarkt war die Kursbildung bei kleinen Dlmsätzen uneinheitlich. Die Deränderun- gen hielten sich jedoch in engen Grenzen. Während die Werte der süddeutschen Pfandbriefbanken etwas höher lagen, gingen die der Frankfurter Institute leicht zurück. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 30. Roo. (WTB. Drahtmeldung.) Die Frankfurter Getreidebörse verkehrte heute in schwächerer Haltung. Die Ungewißheit über die Regierungsbildung hemmte jede Unternehmungslust. so daß das herauskommende Material am Brotgetreidemarkt sowie für Hafer kaum Aufnahme fand. Hinzu kam noch das nach wie vor sehr schleppende Mehlgeschäft. Der Futtermittelmarkt lag sehr still, doch blieben die Preise im ganzen ziemlich behauptet. Es wurden notiert: Weizen 205 bis 206,50 Mark, Roggen 162,50, Sommergerste für Brauzwecke 180 bis 187,50, Hafer (inländischer) 135 bis 138, Weizen* mehl (süddeutsches, Spezial 0) 29 bis 29,75, Weizenmehl (niederrheinisches) 29 bis 29,50, Roggenmehl 23,25 bis 24,50, Weizenkleie 8 bis 8,10, Roggenkleie 8,50 Mark. — Tendenz: schwach. -m '.öremciwt“ o“ i Vertrauen der W« as ist für einen W Kredite werden wir hi« dickes Mtenbündel hin. alles durchprüsen h etwaS °^^r mW von totocen’ ftK^Ääflen, den« S'HS'S julantmen .r nicht Ix®*1** Uff «5* dftauletn y II Ä B «* S»'l & W ff* V&tä i«?^Arw^Äischel Ä schwerer Ächten hei reich" * * , W» ! sKS M * *“ Urtz ’ UtT1 Kratt-im 6t §rau j)oi|e 1 ^Qten jür jtet ba5 jL6rbe sichren 'm g eines neUpn b m,al,?« köstlichem 1 mit Ä^en,! 'luten, fieSnQd)15f'it ‘S-tit! UlieÄ“®1'1’ ft J J ble Weih. ' menn der (Belbbeutel [QUm einer richtig bin V»- Sie S m nach Öen alten, b(. ?ü>t Korn au jeher f'!in Monat der äA prophetische !"r lommendeir X „Wfiius*, ist bedeu. 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Dem Vernehmen nach sind diese Verhandlungen, die auch eine Verselbständigung aller Mansfelder Kupferbetriebe in Aussicht nehmen, soweit fortgeschritten, daß mit einer Vermeidung der Stillegung gerechnet werden kann. Berlin fester. Berlin, 30. Nov. (WTB. Funspruch.) In der Burgstraße herrschte heute eine etwas überraschende Festigkeit. Noch im Vormittagsoerkebr war eine gewisse Unsicherheit zu beobachten, doch schon die Eröffnungskurse hatten überwiegend kleine Besserungen aufzuweisen. Lebhafter gefragt waren wieder Montane, von denen Hoesch und Mansfelder bis zu 1,65 v. H. gewannen. Aber auch Bankaktien, Schubert & Salzer und Schuckert befestigten sich bis zu 2,5 d. H. Demgegenüber waren nur verhältnismäßig selten Rückgänge bis zu 0,75 o. H. zu verzeichnen. Rheag und Westeregeln waren bei Mindest- Umsätzen bis zu 1,5 o. H. gedrückt. Aus der Wirt* schäft lagen weiter günstige Nachrichten vor. Die Pfunderholung wirkte sicy etwas aus, und vor allem hofft man, daß heute nachmittag eine endgültige Klärung in der Frage der Regierungsbildung erfolgen wird. An verschiedenen Märkten tarnen wohl wieder Stillhaltegelder zur Anlage. Die Ankündigung Dr. G e r e t e s in Halle, daß sein Arbeitsbeschaffungsplan ein wesentlicher Bestandteil des Wirtschaftsprogramms der kommenden Regierung fein werde, wurde mit großem Interesse zur Kennt- nis genommen. Im Verlaufe wurde es vorübergehend sehr ruhig, dann setzte jedoch eine neue Kaufwelle ein, so daß sich das Niveau ganz allgemein bis zu etwa 1 o. H., bei führenden Werten bis zu 1,75 v. H. über den Anfang hob. Renten lagen gleichfalls f r e u n d,l i ch. Deutsche Anleihen hatten lebhafteres Geschäft, doch gab Altbesitz im Verlaufe leicht nach, während Neubesitz weiter etwas anzog. Reichsschuldbuchforderungen und Reichsbahnvorzugsaktien lagen unverändert, nachdem erstere vorbörslich noch schwächer taxiert worden waren. Variable Industrieobligationen waren uneinheitlich, Krupp 0,75 o. H. schwächer, Vereinigte Stahl 0,90 v. H. höher. Pfandbriefe usw. lagen überwiegend etwas freundlicher. Don Ausländern waren Bosnier heute wieder bis zu 0,75 o.H. gesteigert, auch sonst waren meist geringfügige Besserungen festzustellen. Oesterreichische Staatsrente von 1913 ging um 0,5 v. H. zurück, und auch Mazedonier gaben 0,25 v. H. nach. Am Geldmarkt war die Situation am heutigen Ultimo natürlich sehr steif. Dieser Ultimo hat etwas größere Ansprüche als der Septemberultimo an den Geldmarkt gestellt, da jetzt schon die Vorbereitungen für den Iahresultimo beginnen. Der Tagesgeldsatz zog an der unteren Grenze auf 5 v H. verwaltet und ausgegeben. Nebenan beherbergt ein aroßes Zimmer die N ä h st u b e des Allgemeinen deutschen Frauenvereins, in der unter der Leitung von Frau Gräf etwa 20 junge Mädchen im freiwilligen Arbeitsdienst bei der Ausbesserung und der Neuanfertigung von Kinder- und Frauenkleidern und Wäsche tätig sind. Hier wird in eifrigster Weise und mit viel Geschick geschafft, und aus mancherlei Altmaterial werden in erstaunlich gewandter Weise brauchbare Stücke, z. B. Kinderkleidchen, hergestellt. Es ist ein außerordentlich dankenswertes Stück Arbeit, das hier von den jungen Mädchen und ihrer Leiterin zum Besten der Hilfsbedürftigen vollbracht wird. Der folgende Raum enthält die Schuhmacherei, in der an vier Tagen jeder Woche einige Schuhmacher als Pflichtarbeiter des Wohlfahrtsamtes tätig sind. Dem Schuhmacherhandwerk wird und soll hier keine Konkurrenz gemacht werden, sondern es handelt sich nur darum, die alten Schuhe, die bei der Kleidersammlung mitgebracht wurden und die sonst in keine Schuh- macherwerkstatt mehr gegeben worden wären, zum Gebrauch wieder herzurichten. Alles in allem ist zu Bei der Obstbaumzählung in der Gemar- tung Gießen mit Schiffenberg wurde folgender Baumbestand festgestcllt: Insgesamt betrug die Zahl der tragfähigen Bäume 22 582, die der nicht tragfähigen 2058. An einzelnen Sorten wurden gezählt (die Zahl der nichttragfähigen Bäume ist jeweils in Klammern beigefügt): Tafeläpfel: hochstämmig 3113 (843), niederstämmig 3290 (177); Wirtschaftöäpsel 3948 (134); Tafelbirnen: hochstämmig 1388 (97), niederstämmig 1296 (58); Wirtschaftsbirnen 974 (30); Süßkirschen 357 (126); Sauerkirschen 310 (22); Hauszwetschen: spätreifend 5853 (417); Frühzwet- schon 957 (27). Mirabellen 476 (48); Reineclauden und sonstige Edelpflaumen 196 (25); Aprikosen 16 (9); Pfirsiche: frühe 270 (19), späte 32 (3); Walnüsse 76 (23). *4Aor notigen — Tageskalender für Mi11w och: Stadt- theater, 20 bis 22.15 Uhr, „Weh' dem, der lügt". — Oberhess. Kunstoerein, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Deutsche Frauen- kultur, Ortsgruppe Gießen, Billardsaal des CafL Amend, 10 bis 20 Uhr, Weihnachts-Messe. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Friederike". agen, daß der Werkstattbetrieb der Winternothilfe ehr gute Arbeit leistet und dem Hilfswerk eine tarke Förderung bringt. Danzig, Manenburg und die deutsche Ostfrage. Im Rahmen einer Dortragsveranstaltung des Goethe-Bundes in der Zusammenarbeit mit dem Kaufmännischen Verein und dem Ortsgewerbeverein sprach Prosessor W a l.t e r aus Lund (Schweden) am Montagabend in der Neuen Aula der Universität vor vielen Zuhörern über das Thema „Danzig, Marienburg und die deutsche Ost- frage". Der Vortragende konnte es unternehmen, von der Eiszeit her über das Land um Danzig zu sprechen, denn er führte leine Zuhörer in großer Linie, in einer Fülle der in wenigen Worten §um Ausdruck gebrachten Gedanken über die Anfänge der Besiedelung, über die Kämpfe um Besitz und Macht im Lande über die Anfänge des Christentums, über den Mönch und den Bauern, den Deutsch- Herrenritter hinweg, um zu beweisen, daß Danzig deutsches Land mit deutscher Bevölkerung ist und deutsch fein und bleiben will. „Danzig ist", so lautete der einleitende Satz „ein völkisches Unglück, ein Problem des Kampfes um die Existenz und eine unumstößliche Tatsache! Danzig ist deutsch!" Man hörte von der christlich-deutschen Bevölkerung, die im frühen Mittelalter vom Lande Belitz ergriff, von der kulturellen Entwicklung des Landes unter dem Einfluß der Mönche, von dem einzigartigen Wirken der Deutschherrenritter, die dem Lande in einer Weise dienten, wie sie beispiellos ist, die Mönche und Ritter zugleich waren und eine Kultur schusen, die (man denke nur an die Bauwerke aus dieser Zeit als ihren sichtbarsten Ausdruck) unnachahmlich ist, gleichzeitig aber- auch Organisatoren waren, die ihresgleichen suchten. Inmitten dieses Kreises der Kraft wuchs Danzig herauf, das dann zur Freien Reichsstadt wurde, als die Macht der Deutschherrenritter aus der inneren Uneinigkeit heraus nieder- brach. Danzig sei in der Folge die Mittlerin geworden, die den Produkten des Hinterlandes den Wcg in die weite Welt wies. Danzig habe sich auch behauptet bei den großen Streitigkeiten, die sich aus der Personalunion mit den polnischen Königen entwickelten; aber doch sollte jene Zeit, das beginnende 15. Jahrhundert, und das damalige Verhältnis Dan- zins zu Polen lange Schatten werfen über die Geschichte der Stadt, Schatten, die in der Gegenwart wie ein Verhängnis alles erfassen, was mit Danzig verbunden ist. Im Vertrag von Versailles liege Danzigs tragisches Geschick begründet. Der Redner sprach dann von Danzigs Kultur. Die Handelsherren der Stadt Danzig zur Zeit des Mittelalters, von hanseatischem Geist erfüllte Männer, seien keine Künst.er gewesen, aber sie schickten ihre Söhne nach Italien, nach Pavia, um sie dort studieren zu lassen. Und jene Sohne brachten Künstler mit, die Handelsherren wurden Mäzenaten großen Stils, sie beriefen auch Künstler aus den Niederlanden, die dann in Danzig schufen, der Stadt das einzigartige Gepräge und jene Schmheit gaben, die Bewunderung herausfordert. Der Vortragende sprach noch von ben Kämpfen gegen polnische Ein- flüsse, von dem Machtkampf der Stadt und des Hafens gegen den polnischen Hafen Gdingen (dem Danzig schon zum großen Teil erlag und v llig zu erliegen droht), von der völkerrechtlichen Position und den mannigfachen damit verbundenen Problemen, die klar erkennen ließen, daß Danzig ein völkisches Unnlück ist In den künstlerischen Lichtbildern, die vom Vortragenden selbst ausgenommen und hervorragend naturgetreu koloriert waren, sah man die baulichen Schönheiten der Marienburg und dann viele Bilder aus Danzig. In klarer und beneisternder Sprache führte der Vortragende seine Zuhörer an Hand der Aufnahmen in die Straßen mit den schmalen, hohen und doch so repräsentativen Häusern, in Höfe und Gärten, an Brunnen und auf die Beischläge vor den Häusern, die ihnen das eigene Gepräge unb_ber Stadt die Besonderheit geben; er führte in die Stuben und auf die Treppen, auf Plätze und an die Kirchen, durch große Torbogen, an die Stätten der Arbeit, an den Hafen mit seinem Krantor und den riesigen Speichern. Plastisch stand das Bild der Stadt vor den Augen der Zuhörer, jener Stadt, die in der Gegenwart so unendliches Leid und so viel Kamvs auf sich nehmen und so viel lauernde Gefahr um sich dulden muß um ihres Deutschtums willen. Dankbar für die vermittelte Schönheit, ergriffen von der Tragik Danzigs, die der Vortragende lebendig vor die Seele seiner Zuhörer zu stellen wußte und mit geschärftem Gewissen verließ man bas ^-..ü« lauft alljährlich ein großer Teil dcS Volksvermögens — sie sollte sich der Verantwortung als seiner Verwalterin bewußt lein und keine ausländischen Erzeugnisse kaufen, wenn deutsch« Waren zur Verfügung stehen. Sie sollte schon aus Solidaritätsgefühl mit den Landfrauen so handeln, denn die Landsrau ist vielleicht das geplagteste Menschenkind auf der Welt, und ihre Last kann nur schwer erleichtert werden. Der Vortragende besprach sodann u. a. di« Wichtigkeit einer gründlichen Ausbildung aller Landwirte, auch der Frauen, und erörterte eingehend die augenblicklich schwebende Frage der Kontingentierung. Wenn auch eine vollständig« Autarkie für Deutschland nicht möglich ist, denn unserem Land fehlen notwendige Rohstoffe, so sei für die nächsten Iahre die sog. lautlose Kontingentierung sehr wichtig, der freiwillig auS- geübte Schuh der eigenen Produkte. Unser Export wird ohnedies durch die Cinfuhrschranken der anderen Länder zunächst sehr gering sein. Desto wichtiger ist es, den inneren Markt zu ftärfen. Hier sind Stadt und Land untrennbar in ihren Interessen verknüpft, denn wenn der Dauer kein Geld einnimmt, kann er auch keine Industrie-Erzeugnisse laufen. Sobald wieder normale Verhältnisse auf dem Weltmarkt herrschen, könne die Autarkie in Wegfall kommen. Einstweilen sei sie erforderlich, um die landwirtschaftlichen Betriebe wieder rentabel zu machen. Oberbeffen. Landkreis Gießen. U Grohen-Linden, 23.Rov. Am wamS- tagabend fand im überfüllten Saale der Gastwirtschaft Schaum ein Gemeinschafts- und Familienabend der Kolonne des Freiwilligen Arbeitsdienstes vom Iung- deutschen Orden Großen-Linden statt. Außer den im FAD. Beschäftigten waren zahlreiche Freunde und Gönner gekommen, um zusammen mit den von der Rot hart mitgenommenen jungen Menschen einige frohe und gesellige Stunden zu verbringen. Rach einem flotten Eröffnungsmarsch begrüßt« Herr Richard Iung (Großen-Linden) die Erschienenen und dankte allen für das entgegengebrachte Interesse. Dann sprachen Vertreter der Kolonne des FAD^ des Iungdeutschen Ordens und deS Arbeitsamtes über den Sinn und den Zweck des FAD., und wiesen auf den seelischen und materiellen Erfolg hin, der dadurch bereits 250 000 Arbeitslosen in Deutschland zuteil geworden sei. Sie gaben der Hoffnung Ausdruck, daß die Geselligkeit und Kameradschaft dieser vom gleichen Schicksal betroffenen Menschen weiter gepflegt und daß die Idee des FAD. Gemeingut des ganzen deutschen Volkes werde. Rach einigen Musikstücken folgte dann eine Dheatervorführung ,O Heimatsonne, Heimaterde", ein Singspiel in drei Akten, aufgeführt von Mitgliedern der Kolonne des FAD. Großen-Linden. Humoristische Vorträge, die an die Lachmuskeln der Zuschauer oft große Anforderungen stellte, und weitere Musikeinlagen sorgten für angenehme ^Unterhaltung. Alle Darbietungen fanden reichen Beifall. Die musikalische Leitung lag in den Händen des Herrn Lehrer Roth (Klein-Linden). Kreis Büdingen. * Bübingen, 29. Nov. In dem Kreisort Düdelsheim ging am Samstagabend die S ch e u n e des Lehrers Kleynsteuber in Flammen auf. Mit der Scheune verbrannte auch die Fruchternte mehrerer Ortseinwohner, die ihr gedrofche- nes und ungebrochenes (Betreibe dort eingelagert hatten. Der Feuerwehr gelang es, bas Wohnhaus und die übrigen Nachbargebäude zu retten. Man glaubt, baß Brand st iftung vorliegt. Kreis Alsfeld. * Bernsburg, 29. Nov. In den letzten Tagen wurden hier von der Staatsanwaltschaft erneut Untersuchungen wegen der Schlägerei beim Kirchweihfest, in deren Verlauf der 2lrbcdter Wilhelm Becker von hier durch einen Stich in ben Kopf verletzt würbe und st a r b , oorgenommen. lieber das Ergebnis der Untersuchungen ist bisher noch nichts bekannt. Der seinerzeit unter bem Verdacht der Täterschaft verhaftete Schmied Johannes W ü st aus Willingshausen ist mittlerweile aus dem Landgerichtsgefängnis in Gießen, wohin er verbracht worden war, wieder entlassen worden. Di« Untersuchung gegen ihn ist jedoch noch im Gange. Wettervoraussage. Absinkende Luft des kontinentalen Hochdruckgebietes führt zum Auflösen der Wolkendecke und über Deutschland vielfach zu leichten Strahlungsfrösten. Mit der Verlagerung des Hochs nach den Balkanländern rücken wir aus seinem Bereich, und Ausläufern der im Norden oorüb erziehenden Störung dürfte es gelingen, wieder maritime Luft nach Deutschland oorzutragen. Somit werden in der kommenden Nacht die Fröste schon mehr lokal und nur in gefährdeten Lagen auftreten, sonst wird sich langsam von Westen her Milderung durchsetzen, der Eintrübung und auch erneute Niederschläge nach- folgen. Aussichten für Donnerstag: Leichter Nachtfrost, vielfach neblig und dunstig, tagsüber aufkommende Bewölkung, milder und Niederschlagsmöglichkeit, südliche bis südwestliche Winde. (Schluß des redaktionellen Teils.) Denken Sie praktisch, schenken Sie Stoffe, so heißt der Titel einer Werbeschrift, welche die Fa. £. vernarb der heutigen Ausgabe des Gießener Anzeigers beifügt. Es wird um Ihre gefällige Beachtung gebeten. 8405A Der Telefunken 343 bringt alle Sender schon durch die Einstellung automatisch getrennt. Einschließlich Röhren RM 248,-^ (bei Gleichstrom RM 258,—) El E I" II kl 1/ E kl die deutsche ELErUUlXCIl WELTMARKE Z u greifen! 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Dabei ist Schülern der voraus überseh bigtcit gegenüt Berussiebens m Entwicklung bei anzustreben ist Krastoereingun als Folgen: Du stärker als jetzt Hauptsache gehende Möglii hauptsächern, leiten, aus; grundsätzlichen müssen für Lei wend fein' als anzuerkennende Entfaltung pcrfi fr’ge Recht belast Wie ist, tücht Ziehen. Die m\4 , Aus d *n Leip Stoeib Mia, in bet q Mg hi, ivsge einer 5 D ÄI be, Ae drei k ^nbaaJ0^ bot. 20 Ee lietfaS ' W ub«t > Sow’t,' o ßch« giltstc teils Wer, erhört Meter Sende lusen n)... lungi / Gießen 8406A und ruckte Hahns Schädel hin und her. Die Drille verrutschte dabei etwas. „Hee, noch »in Loch fester." „Donnerwetter!" knurrte Hahn. Doch einmal zerrte der Corpsdiener, bis er den Lederriemen noch ein Loch fester geschnallt hatte. Dun zog Hahn mit aller Kraft an der Brille: sie sah wie angeschmiedet. „Gott sei Dank!" brummelte er, „das ist das Llebelste bei der ganzen Sache." „Auf die Mensur!" „Fertig!" „QoSP Richards Herz schlug zum Zerspringen. Er wagte kaum zu atmen und verkrampfte die Fäuste. Aber nichts geschah. Die beiden wedelten jeder einmal mit seinem Speer, so daß die Stahlklingen sich mit leichtem Ton in der Luft trafen. Dann gingen sie sofort wieder in die alte Auslage zurück. Wieder ertönte das Kommando, und kaum war das „Los!" erklungen, so fegten büßend und pfeifend die Schläger in wildem Wirbel durch die Luft. Doch ehe Richard auch nur etwas erfassen konnte, tönte ein doppeltes „Halt!", und aus tief gebückter Haltung sprangen die beiden Sekundanten, durch gepolsterte Schirmmützen mit weit vor- spingentem Drahtgitter geschützt, einbandagiert in riesige Fechthandschuhe. dazwischen. Wieder das schmetternde Kommando, Arm und Speer der Sekundanten sanken nach unten, wieder der rasselnde Wirbel der Schlägerhiebe. Richard flimmerte es vor den Augen. Er konnte keine Einzelheiten begreifen, als mm, mehrere Minuten hintereinander mit „Los!" und „Halt!" die Mensur ihren Fortgang nahm. Wie er nun jetzt wieder dicht neben dem Schweratmenden stand, da weiteten sich in jähem Erschrecken keine Augen. Blut! Don der rechten Schläfe Hahns sickerter aus dem Haar in stoei dünnen Rinnen ein Dlutstrom. lind wie Richard der Dlutbahn verstört aufwärts folgte, wo das Haar verklebt und dunkel den rinnenden Dach verriet, da sah er eine kurze, aber tief flaffende Wunde. Aber niemand kümmerte sich darum, der Sekundant kommandierte schon wieder „Auf die Mensur!", und et muhte zurückspringen. kanäle zu bauen und überhaupt eine große Drainagearbeit durchzuführen. Man muß es sich einmal in die Wirklichkeit umgesetzt denken, was es heißt, 56 000 Meter Gräben zu ziehen, wie das bei Frankfurt an der Oder durch ein Arbeitslager des Jungdeutschen Ordens erledigt wird. Wieviele Tagewerke können da die Arbeitsdienstnehmer erledigen, für wielange Zeit sind sie wenigstens der größten Sorgen, der um Brot und Quartier, los und ledig! Besser noch sind die jungen Burschen daran, die im Eberswalder Forst ihre Arbeit verrichten. Drei Gruppen sind da am Werke, eine pflanzt junge Kiefernsämlinge an, forstet also ein^ Gebiet auf, das in den Vorjahren durch einen Schädling vernichtet wurde, eine andere sorgt durch rechtzeitiges Ausgrasen für das Gedeihen der Baumsprößlinge. Die interessanteste Tätigkeit hat jedoch die dritte Gruppe, sie führt ein Experiment durch, das leider erst in vielen Jahrzehnten, in achtzig oder hundert Jahren, sich als wirkungsvoll erweisen wird. Unsummen werden für Oualitätshölzer nach dem Auslande gegeben. Es ist daher notwendig, daß ein Verfahren wie das von der Oberförsterei Eberswalde einmal durchprobiert wurde: etwa zwanzig Jahre alte Kiefern werden sorgsam von allen überflüssigen und zum Absterben gelangenden Aesten befreit, so daß keine Aststelle entsteht. Bei planmäßigem Vorgehen kann also erreicht werden, daß das Holz später einmal völlig astfrei ist und daher einen ungleich höheren Wert bekommt. Llnsere Lugend ist gut! Eindrücke von einer Besuchsfahrt zum Freiwilligen Arbeitsdienst. Aus die Mensur! Fertig! Los! Son Gurt Thomalla Aus dem im Derlag von Quelle & Meyer in Leipzig erschienenen Roman „Der Zweibänder mann" von Curt Thomalla, der das Leben eines Studenten in der Dachkriegszeit gestaltet und gleichzeitig hie Werte des studentischen Derbin- dungswesens aufzeigt, veröffentlichen wir im folgenden die spannende Schilderung einer Mensur. (Preis in Lbd. 3,80 Mk.j. Mensurtag! Hahn und die beiden ältesten Füchse, die schon seit dem vorigen Semester da waren, sollten zum ersten Male seit dem Kriege die Waffen Baltias wiedet in Ehren blitzen lassen. Hauck und der jüngere Kungsperg, die beide schon Mensuren gesehen hatten, gingen mit Richard in das Innere der Stadt, wo in einem alten Gasthaus zw i e.i Ra iges in einem rückwärts gelegenen Saal die Parteien ausgepaukt wurden. 3m Saal begrüßten sie mit der vorgeschriebenen Derbeugung ihre Corpsbrüder, die zum Teil schon versammelt waren. 3enseits in der anderen Ecke saßen die Crmbern in hellblauer Couleur, an der langen Seite die Arminen, knallrote Mützen auf dem Kops. Lleberall herrschte geschäftiges Leben. Die drei Corpsdiener holten aus mächtigen Kisten Bandagen, Sekundantenschurze und Waffen hervor. An drei Stellen brodelte Wasser in Sterilisierkästen über Spiritusflammen, und drei junge Acrzte, auch Corpsstudenten mit der Mühe auf dem Kopf, wuschen und bürsteten sich Hände und Unterarme. Richard graute es, als die Dandagen aus der Kiste geholt wurden. Ein penetranter Blutgeruch stieg von den dunkelrot verfärbten, mit rissigen Krusten' bedeckten Lederstücken und Seidenbinden auf. Generationen lang war hier Daltenblut über Dor mehr als Jahresfrist setzte bereits die Verwirklichung des Gedankens des freiwilligen Arbeitsdienstes in Deutschland ein. Aber was wurde im Jahre 1931 geschaffen? Es blieb bei Ansätzen und Anfängen, durchgeführt meist von den Wehroerbänden und einigen Bünden: es lag unter der damaligen Gesetzgebung nicht in ihrer Macht, das Werk m nennenswertem Maße zu fördern. Inzwischen stieg die Not weiter, die Zahl der Arbeitslosen wuchs, das Bild der Straße in den Städten wurde dadurch immer unerfreulicher. Denn es konnte nicht ausbleiben, daß sich die Erwerbslosen in Gruppen einteilten, die sich stark nach ihrer politischen Einstellung betätigen, und die Terrorakte wuchsen in die Unzahl. Jedem Einsichtigen war es klar, daß die Verhetzung der Jugend daran ein er- hebliches Maß Schuld trug. Aber der Mensch neigt zur Verallgemeinerung. Und plötzlich hieß es fast überall gleichmäßig, diese Jugend sei unbrauchbar, schlecht erzogen, mit den übelsten Fehlern behaftet Trübe Prognosen wurden für die Zukunft gestellt, in der diese Leute einmal die Männer und Frauen sein werden, die Deutschlands Kampf um seine Weltgeltung nach uns weiterzutragen hätten. Jahre würde die gründliche Bildung des gutbegabten Mittelschlages beeinträchtigen. Dom Standpunkt der künftigen Tätigkeit in Industrie und Handel ist nicht etiva für eine der verschiedenen Schulformen ein .Dorrang zu beanspruchen. Die beftehenben w e • f e n 11 i d) e n Schulformen haben jede für sich ihre selbständige Berechtigung. Diese Schulformen genügen aber auch den Bedürfnissen des Lebens. Die unleidliche Buntscheckigkeil, die sich namentlich infolge der verschiedenartigen Verteilung des fremdsprachlichen Unterrichts ergeben hat, ist abzustellen. Die Wichtigkeit des Englischen für Wirtschaft und Technik, aber auch des Französischen für die Einführung in die romanische Geisteswelt und zur Schulung des Denkens wird betont. Daneben muß an einer ausreichenden Zahl nach der örtlichen Lage und den wirtschaftlichen Beziehungen geeigneter Lehranstalten den Schülern Gelegenheit zum Erlernen auch anderer für die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen Deutschlands gegeben werden. Wir müssen den Weg zu einer gesunden Schulentwicklung wiederfinden. Aus dem Planen um den Gedanken des freiwilligen Arbeitsdienstes wurde inzwischen ein Gestalten. Endlich kam die Gesetzgebung mit ihrem schweren Rüstzeug herbei: der Arbeitsdienst sollte eine volkswirtschaftlich tragbare, oolkserz.ie- herisch bedeutu n g s volle Aufgabe erfüllen. Und die besten Männer sind gerade gut genug, um bei der Verwirklichung der Idee zu helfen. Weiter: es müssen unter allen Umständen die Mittel zur Verfügung gestellt werden, um wenigstens einen ansehnlichen Teil des Projektes zu verwirklichen. Wer sich zum Träger des Arbeitsdienstes eignet, der soll auch die Freiwilligen herbeiholen die politischen Parteien mit ihren Jugend- gruppen, die Wehrverbände. Die Jugendorganisationen, sie alle könnten hierbei nützlich sein. Paris als Stadt ist als sehr international bekannt, so ist cs nicht zu verwundern, daß auch im Studentenviertel alle Nationalitäten vertreten sind. Ader alle diese Fremden fügen sich in das Lebensgesetz des Quartier latin. Woraus dieses Gesetz besteht, ist schwer zu sagen. In ihm ist Arbeit, ja Strebertum, intellektueller Snobismus, Kameradschaft, Freundschaft — alles das ist in ihm enthalten Das unter den Duitoyens dtudianls ist allgemeiner Brauch. In dieses Leben muß sich der deutsche Student einleben; tut er es, so öffnet sich ihm eine Welt neuer Eindrücke und Erfahrungen. Heute haben fast nur die Ausländer den Vorzug dieser libertd ögalite fraternitd. Die Auslese der fron- zösischen Studenten lebt in Schulen und Internaten und kommt kaum mit dem allgemeinen Studentenleben in Berührung. Selbst die französischen Stu- deuten, die nicht in Schulen leben, sind in das neue französische Studiensystem gepreßt, das sie von einem Examen ins andere |agl und aus dem Studium eine Art Schulzeit macht. Freie Arbeit ist für diese Leute kaum möglich. Aber wer in Frankreich kein Examen macht, ist an dieses System nicht gebunden, und dem stehen die Schönheiten von Paris und Frankreich offen. Es beschränkt sich heute kein Student mehr allem auf das Quartier latin. Es soll der Hauptzweck eines Aufenthalts in Frankreich fein, dieses Land und seine Bewohner kennen und begreifen zu lernen. Frank- reich ist nun mal „der Andere" neben uns in Europa, die kurze Zeit eines Studienaufenthaltes muß man ausnutzen, um in die Seele unseres wichtigsten Nachbars einzudrinaen. Wer als bewußt deutscher Mensch sich mit dem Leben dieses eigenartigen Volkes beschäftigt, an den Sorgen der einzelnen, soweit wie möglich, teilnimmt und, falls er Zugang zu Familien oder Salons hot, diese besucht, der wird vieles von den Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich begreifen und verstehen lernen. Und sie alle halfen. Ein paar hundert Mann im Arbeitsdienst — das war 1931 —; ü-b e r zweihunderttausend Mann — das ist die Zahl von heute. Wieviel Arbeitsläger gibt es? Die sind gar nicht mehr zu zählen, hunderte, tausende? Und womit sind die jungen Leute beschäftigt? Jede Aufgabe wird erfüllt, wenn sie nur volkswirtschaftlichen Wert hat. Am nützlichsten wird sich zweifellos die Hilfe in der Urproduktion erweisen. Sn sind Meliorationsarbeiten besonders wertvoll; und daher findet man viele Lager, in Lenen die jungen Männer aus allen Berufsschichten mit Hacke und Spaten dabei sind, saure Wiesen zu fruchtbarem Weideland zu machen, verschmutzte Gräben auszuräumen und zu vertiefen, Vorflut- Der Paukarzt bahnte sich seinen Weg durch die dichten Reihen der Zuschauer, seine desinfizierten Arme mit einem Sublimattupfer hoch erhoben. Dazwischen schallte die Stimme des Unparteiischen: „Silentium! Ein Blutiger auf feiten Baltias"' Richard beugte sich vor, um zu sehen, was der Paukarzt für ein Gesicht machen w?rde. Der sah aber kaum hin. fuhr oberflächlich mit dem Wattebausch über den Schmiß, legte dann den Sublimattupfer auf die Wunnde und brü^" ihn etwas aus. Als er den Tupfer w e'ec fortnahm, stand die Blutung beinahe. Der frische, laubrre Schmiß sah gar nicht so gefährlich aus. Die Sekundanten nahmen ihre Stellung wieder ein, der Unparteiische machte auf seiner Tafel unter Baltias Zirkel einen Strich, Hahn straffte sich, packte den Speer fester und ging in Auslage. Diesmal aber gab s Aufregung nach dem Gang. Drüben bei den Arminen saß eine mächtige Hakenquart. Aus der Schläfe des Gegners spritzte in feinem Strahl pulsierend wohl drei Meter toeit wie ein horizontaler Springbrunnen ein Blutstrahl. Mit mächtigem Sah kam der Paukarzt der Arminen und preßte einen Wattebausch he tig gegen die Wunde. Zum Sekundanten machte er eine kurze Bemerkung. Der ging zu den Corpsburschen der Arminen, die beratend die Kopse zusammensteckten. Hahn hatte sich gesetzt, und der Corpsdiener riß ihm die Paukbrille ab. „Was ist denn los?" fragte Hahn. Schmunzelnd meinte der vielerfahrene Corpsdiener: „Das ist Abfuhr, Herr Doktor, das sieht man doch. Temporalis'" Hahn kni«f die Augen, um die sich durch den Druck der Brille dunkelrote Striemen gebildet hatten, zu und lächelte vergnügt vor sich hin. Jetzt trat drüben der Sekundant zum Unparteiischen. „Herr Unparteiischer, wir erklären di« Abfuhr." „Silentium, Arminia erklärt die Abfuhr nach viereinhalb Minuten. Silentium! Mensur ex!" AIS deutscher Student in Paris. Äon rand. med. Georg Heh, Gießen. Heule wie vor 700 Jahrey ist das Quartier latin die eigentliche Heimat der Pariser Studenten Die Romantik früherer Tage ist allerdings un Schwin- den, ober auch heute ist das Leben auf und um den Boulevard St. Michel, in der Studentensprache le Boul-Mich genannt, voller Eigenart. Die Atmosphäre dort ist etwa die einer kleinen deutschen Universitätsstadt. Es ist ein glücklicher Zufall, daß viele Institute und die Fakultäten un Quartier liegen, so spielt sich alles studentische Leben eben in diesem einen Viertel ab. Die Tradition der alten mittelalterlichen Sorbonne lebt in der heutigen Universitd fort, die als geschlossene Hochschule erst feit 1896 mieser besteht. Heute noch geben die Gebäude der alten königlichen Sorbonne und die uorreoolutio nären Trachten der Professoren und Studenten dem akademischen Viertel feine geschichtliche Luft Der , Wahlsvruch der französischen Republik lautet: libertd dgalite fraternite. Dieses Ideal, das im politischen Leben nicht ganz seiner Bedeutung entsprechend zur Durchführung gekommen ist. kommt in dem Leben der akademischen Bürger seiner Verwirklichung näher. In der akademischen Republik sind alle 'Bürger gleich. Auf diesem Boden der ererbten Halits Öffnet sich der Weg von Freund zu Freund Im Unterschied zu den deutschen, amerikanischen oder englischen Universitäten fehlen hier studentische ©nippen, 'Vereine oder Verbindungen, abgesehen von einigen ganz unbedeutenden politischen Klubs. Disziplin liegt dem Franzosen nicht. Jeder muß sich seinen Kameraden selbständig suchen. Ist dieser gefunden, so öffnet sich, nicht der Zugang zu einer größeren Gruppe, er kennt eben nur den einen. Auf diesem schlichten Boden der Kameradschaft hat schon manche wahre Freundschaft ihren Anfang gefunden. arenbianwe w b^engai ‘SÄ Steil)«1- ! mit E iWibe‘obi i Spit9cl- 3 L. 1 KoininM.. Schrei =k**'i**S diese Mensurausrüstungen geflossen, war eingetrocknet und eingesogen. Hahn trug eine weiße Tennishofe und ein Sporthemd ohne Kragen und Manschetten. Run legte ihm der Corpsdiener den mächtigen, panzerähn- lichen Schurz um, der von den Schultern bis zu den Knien reichte. Ein Armstulp schützte den rechten Arm. Das Handgelenk wurde in vielfache Lagen einer schwarzen Seidenbinde eingepackt. Eine dicke, aber erstaunlich geschmeidige Bandage wurde in mehrfachen Lagen um den Hals gewickelt. Zunächst hatte Richard es nicht für möglich gehalten, daß die Panzerung um den Hals von Hahn Platz finden würde. Run ragte aber dessen Kopf krampfhaft senkrecht gehalten unverrückbar hoch in die Luft, so daß sein Gesicht säst in einem kleinen Winkel hintenüber geneigt war. Bisher hatte Hahn, doch ein wenig aufgeregt, denn er hatte einen sehr schweren Gegner zu be- stehen, kein Wort geäußert. Jetzt begann er aber doch ein heftiges Fluchen, als der Corpsdiener ihm die Pau^rille anpassen wollte. Zwei oder drei von diesen Ungetümen lehnte er ab, da sie drückten. Endlich paßte ihm eine. Richard, der das Gestell halten mußte, staunte über die Schwere dieses starken Eisenapparates. Dor den mit feinem Draht vergitterten Augenfenstern wölbten sich große schützende Eisenringe. Die 3nnenseite war mit einem Stückchen schmalen Gummischlauchs gepolstert. Lieber der Rasenwurzel wurde noch ein wenig Watte untergeschoben. Hahn holte noch einmal tief Atem und der Corpsdiener ermahnte mitleidig: „Jetzt zieh ich zu, Herr Doktor!" Richard traute seinen Augen nicht. Der Corpsdiener stemmte sich mit der einen Hand gegen Hahns Hinterkopf und zerrte mit der anderen die Lederriemen der Paukbrilke zusammen, als gelte es, einen eisernen Schraubstock zuzuziehen. Hahn verzog das Gesicht und knirschte mit den Zähnen. „Fertig?" Der Corpsdiener.stellte sich vor ihn hin. griff mit beiden Händen nach der Pcmkbrille obersten Stellen dem begabten Volksschüle.r die Möglichkeit eröffnet werden, bei besonderer Bewährung ebenso wie Mittelschüler in den mittleren, auch den gehobenen mittleren Dienst aufzusteigen. Aus diesen allgemeinen Grundsätzen werden Leitsätze zu den einzelnen Schularten abgeleitet. Für die Volksschule wird gefordert, die Grundfächer stärker in den Vordergrund zu rücken. Auch in der modernen Arbeitsschule muß die Erzielung von Leistungen zum Zwecke der Kräfteschulung und die Gewöhnung zu peinlich gewissenhaf- ter Arbeit Aufgabe fein. Die achtjährige Volksschule mit vierjähriger Oberstufe ist als ausreichend, allgemeine Einführung als notwendig zu be- zeichnen. Die allgemeine Verkürzung der Grundschule aus drei Jahre ist abzulehnen, ebenso aber eine Verlängerung der Volksschulpflicht. Für die höheren Schulen ist eine möglichst früh ein setzen de Auslese durch Sieben bei der Aufnahme und unnachsichtiges Anwenden der Versetzungsbestimmungen notwendig. Die neunjährige Dauer Hal sich bewährt. Eine Verkürzung auf acht Junge Leute führen derartige Arbeiten durch, von achtzehn bis zu fünfundzwanzig Jahren findet man jegliche Altersstufe. Man könnte erwarten, daß sie mit müden und stumpfen Gesichtern ihre Arbeit verrichten, die ihnen gleichgültig und bedeutungslos erscheint, weil es eben nicht ihre Arbeit ist, nicht jenes Werk, das sie einstmals gelernt haben. Die Handwerker — was sagt ihnen schon das Entsäuern von Wiesen, die Trockenlegung von moorigem Bruchland. Die Kaufleute — wie fremd muß ihnen Hacke und Schippe erscheinen, da sie doch nur an Zahlen und Bücher gewöhnt sind? Die Fabrikarbeiter — wie können, sie ermessen, was für große Bedeutung mit ihrem Tun verbunden ist, da sie doch Immer nur ein winziges Glied am lausenden Bande waren? Und es ist das Ueberrafchende und wohl auch Ueberwältigende, daß man keine stumpfen Gesichter dabei'findet. Spricht man mit den jungen Leuten, so wird wohl nach " Männerart ge- sch'mpft, aber dabei verrät ihr Vertrautsein mit ihren Aufgaben doch das Interesse, das die jungen Leute an ihrer Arbeit nehmen. Sie denken sich etwas dabei, wenn sie einen Graben ausräumen, wenn sie Kanäle buddeln, wenn sie mit der Rodehacke in der Waldschonung tätig sind, wenn sie auf schwankender Leiter Ast um Äst von den Kiefern mit einem Messer wegsäbeln. Sie wissen, daß sie ie Ji «ÄS h raffen-' y, jie I^Ö- fl. W^'. DTO^0 Schule und Wirtschaft. Wnn'che des Industrie- und Handelstages. Der Deutsche Industrie - undHandels- tag hat den zuständigen Reichs- und Landesbehörden und der Oesftntlichkeit eine Denkschrift zum Schulwesen übermittelt Sie beruht auf einer gründlichen Durchberatung innerhalb der Industrie- und Handelskammern. Diese haben zum Schulwesen von altersher enge Beziehungen, besonders dadurch, daß viele Fach und Fortbildungsschulen als berufs« ständische Einrichtungen der Industrie- und Handels- fummern errichtet und betrieben wurden — wie allgemein auch dadurch, daß die Ausbildung des Nachwuchses in den Industrie- und Handelsbe- trieben und die Erfahrungen, die mit den von den verschiedenen Schulstufen kommenden jungen Leuten gemacht werden, immer wieder die Betriebsleiter und die Industrie- und Handelskammern in Ver- bindung mit dem Schulwesen bringen. Die Bedeutung der Schule für die Wirtschaft ist um so grö- her, als gerade in Deutschland Ertrag und Erfolg wirtschaftlicher Tätigkeit im Wettbewerb mit den übrigen Völkern besonders stark von Art und Wert der A r b e i t s I e i ft u n g der Menschen abhängt. Das Schulwesen befindet sich gegenwärtig in einem Zustand einer gewissen Unsicherheit, begreiflich angesichts der auch sonst wahrnehmbaren Häufung von krisenhaften Erschütterungen und Bewegungen; der Schule aber ist Unruhe besonders abträglich, sie äußert sich in allzu schnellem Wechsel und allzu großer Vielfältigkeit der Schulformen wie der Lehrpläne, in unorganischem Nebeneinander verschiedenartiger Zielsetzungen und Lehrmethoden. Demgegenüber fordern die erzieherischen und unterrichtlichen Zwecke der Schule erziehliche und gedankliche Zucht und Zusammenfassung des Unterrichts auf das Wesentliche. Bei allen Schularten müssen deshalb die wesentlichen Bildungsstoffe und Wissensgebiete wieder mehr in den Mittelpunkt gestellt, die am Rande liegenden entweder getürmt oder freiwilligem Unterricht überlassen oder aufgegeben werden. Dabei ist zu berücksichtigen, daß sich bei vielen Schülern der Lebensgang weniger als früher im voraus übersehen läßt und daher eine gewisse Wendigkeit gegenüber wechselnden Anforderungen des Berufslebens möglichst auch in der Schularbeit durch Entwicklung der hierfür besonders wichtigen Kräfte anzustreben ist Aus der Grundforderung stärkerer Kraftoereinigung auf das Wesentliche ergeben sich als Folgen: Die Beurteilung der Schüler wird sich stärker als jetzt aus die Leistungen in den Hauptfächern aufbauen müssen; die allzu weitgehende Möglichkeit, ungenügende Leistungen in Hauptfächern, namentlich in gewissen Fertigkeiten, auszugleichen, ist zu beschränken. Die grundsätzlichen Anordnungen der Schulbehörden müssen für Lehrziele und Lehrpläne stärker bestimmend fein' als jetzt; dabei soll dem in hohem Maße anzuerkennenden Streben der Lehrerschaft nach Entfaltung persönlicher Kräfte durchaus das notwendige Recht belaßen werden. Das wesentliche Ziel der Schule ist, tüchtige Staats- und Dolksbürger zu erziehen. Die wichtigste Aufgabe ist daher, dasuber- liefertedeutscheBildungsgutinder Gesamtheit seiner kulturellen und religiösen Werte als nationales Besitztum dem kommenden Geschlecht zu übermitteln und hieraus Gemeinschaftsbewuhtfein und Heimatgefühl lebendig zu entwickeln. Es ist besonders notwendig, die Ueberftei- gerungen der schulmäßigen Anforderungen, die sich im Berechtigungswesen ergeben haben, wieder abzubauen. Die vor dem Krieg begonnene und danach verstärkte Fehlentwicklung führt zu un- nüften Mehrausgaben der Eltern wie der Schulträger, belastet die höheren Schulen mit Schülern, die zu' den Unterrichtszielen keine innere Beziehung haben beeinträchtigt durch die Entvölkerung der oberen Klassen der Volksschule deren Leistung und Ansehen und schafft bittere Enttäuschungen. Es ist deshalb einmal notwendig, in den Volks- und Mittelschulen die Leistungen so zu gestalten, daß der tüchtige Schüler eine für das Leben genügende Vorbildung erhält. Zum andern dürfen bei Aufnahme in eine gewerbliche, wirtschaftliche oder behördliche Tätigkeit nur d i e nach den tatsächlichen Aufgaben unerläßlichen Anforderun. gen gestellt werden. Im besonderen ist es Pflicht der gewerblichen Unternehmer, in ihren Betrieben übersteigerte Bildungsanforderungen abzustellen. Im Behördendienst mutz durch klare Anordnungen der eine Ausgabe leisten und erfüllen, die der Allgemeinheit zugute kommt: ebenso dringend, wie sie sich mit iprem eigenen Schicksal beschäftigen, sorgen sie sich um die Existenz des Vaterlandes. Nein, diese Jugend ist nicht" Ichlecht Wer ihre Kraft in die rechten Bahnen lenkt, wird die besten Mitarbeiter für ein neues Deutschland erziehen Gebt diesen jungen Leuten das rechte Betätigungsfeld — das muh möglich gemacht werden! Bonn geht es auch wieder aufwärts. E. w. M13A Ausnahmepreise Weihnachts Im Alter von 76 Jahren. im Verkauf 3. Der Vorstand. Der Aussichtslos. Hausfrauen!! Röntgendiagnostik. niedergelassen. 26.50 KOHLER das Haus der guten Qualitäten Gießen - Seltersweg 17 Sohlen-Leder 8414 A Hotel-Restanranl Köhler Westanlage 35 06990 helfen sparen! Billige Mäntel Weizenmehl Pfund von 17 Pf. an Schmalz garantiert rein, Pfd. 45 pf. pt pf. pf. st pf. .St. -.95, Pf. mod. Kreuz- u. Spennstichzeich., St -.75, Pf. Pf. 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Dezember 1932 abends 8^ Uhr General - Versammlung bei Gastwirt Richard Weller. 8391D -.12 -.50 -.50 -.60 -.75 -.95 1.10 1.95 8399 A 2* 4 Silagen . J?r, jwnWrHi* und 4% Rabatti Die Besetzung der Wahres bcWj eniwegtscsya^. Unnachg'- ganzen We InnW M japanischen Streit Entgegenkommen düng eines au^nl schlägt, die Mr China gutheW. Souveränität Che die Verwaltung schastlich von h5ot werden soll- licheKooper Mandschurei für genAusweg renen Laae im Ausweg freilich Hochspannung i erscheint — so Spannung der 6es Konflikts i i eines unbefriedi hat ferne ablef) gegenüber recht, üg, von seinem Eens versuchte 2 Zuständigkeit de^ b streiten. Als ol Lytton in eij klärte, „die bisli duelle zwischen S nas, und Matsu schusses nicht gk heraus, Japan die ohne sei. Worauf berul fellos auf dem daheim. Aber es politische Berech den frembeni betont, und beli Grundsatz de schuni gewMlei ser lLmeissührv licher ist Äapav militärische Oh Ohnmacht hat ' lchurei spekulie Tempo her Ott sten Nachrichter hin, daß die T> den, die eigen! nie recht ausgel griffen ist, da fortschreitendem überlegenen jc erschwert. Meie E'Nschätzung der geirrt, wie in iie von eigenen Großmächte zu > der Mandschurei In der weltp leinöstiichen °uchdie Tor S. Wellung ei emen gusfal äQll'S ^pons Maschen Einfa bie eo®ietptef[e dotz Totioa Kip motben mar, 'm; L'fischen; So-öojialisr «to.o.,8, 8in ?en gegen 3np seiend übr UH ZD hielt bie 8?*"" 8$ Ate*"1 S1*5 »b! »tl" pi ** A'k1 die Dr»*?1* der gebot abTns t1 exs i S.:* 61 Preislagfen 20.- 35.-mk. Zilleur-Wilenz bietet sich ja. tücht. Friseur oo. Ehepaar in Wetzlar in seit ca. 20 Jahren best.Friseurgeschäft. 2 H.- u. 1 D.-Bed.- Schrift!. An», unt. 8389D n. d. G. 91. Nach langjähriger Ausbildung in Berlin und fast lüjähriger Tätigkeit als Chefarzt eines Kreis- Krankenhauses habe ich mich hierselbst als Facharzt für Frauenleiden und Geburtshilfe niedergelassen und bin gemäß Verfügung des Obervers.-Amtes in Darmstadt zu allen Krankenkassen von Stadt und Land Gießen zugelassen. Sprechstunden: Gießen, Plockstraße 9, vormittags von 9 bis 11 und nachmittags von 2 bis 4 Uhr. außer Samstag nachmittag. Operative Behandlung im Evang. Schwesternhaus Gießen, woselbst ich neben iTerrn (Jniv.-Professor Dr. Walther als Frauenarzt zugelassen bin. — Tel. Gießen 3205. rz2sD Dr.med.Kurt Schliemann Morgen Donnerstag, den 1. Dezember WrlsW AblNllirWeNfl.m.Kraut. . » Hans Schmitz Mm ZumVentilchen! Wir laden unsere verehrlichen Mitglieder und alle Hausfrauen zu unseren Hausfrauenabenden höflichst ein. Die Hausfrauenabende finden statt: Mittwoch, den 7. Dezember 1932 im „Katholischen Vereinshaus“, Liebigstraße Donnerstag, den 8. Dezember 1932 im „Katholischen Vereinshaus“, Liebigstraße Freitag, den 9. Dezember 1932 im „Caf6 Leib“, Walltorstraße Mitwirkende: Kapelle Meyer und Solist Erb, Wieseck, sowie 2 Gesangs-Quartette Redner: Frau Theuniasen, Düsseldorf, und Verbandssekretär Pichler, Heidelberg Bintriii 20 PL (Karten sind in unseren Verteilungsstellen, sowie bei unseren Funktionären zu haben.) 30 Pf. erhalten die Mitglieder in Waren zurück. Die Eintrittskarten werden beim Besuch der Veranstaltung abgestempelt [8397D Mit genossenschaftlichen Gruß Das Sekretariat Konsumverein Gießen und Umg. e.G.m.b.H. Radclub Germania 1899, Gießen Samstag, den 3. Dezember, abends */j9Ühr, auf der Liebigshöhe: Radball-Turnier Konzert und Tanz Am Start: Meisterklasse: Der Weltmeister außerdem I. und II. Mannschaften von R. F. C. 1895 Frankfurt- Oberrad. R.S.C. Opel, Rüsselsheim. R C.Germania 1899. Gießen. B-Klasse: R.V. 1901 Frankfurt Nied, R.V. Wanderlust. Kelkheim (Lund II.), R.V. Schwalbe, Siegen. G. R.V. v. 1885, Gießen, R.Ö. Germania 1899. Jugend: Schwalbe Aßlar, R.C. Germania 1899, Gießen (I. u. II.). Beginn der Vorwettbewerbe: 17 (5) Uhr. Eintritt frei! Programm 30 Pf. Die trauernden Hinterbliebenen Johanna und Marie Schwan nebst allen Angehörigen. Gießen (Hammstrafee 4). Marburg, den 28 November 1932. Die Beerdigung findet Freitag, den 2. Dezember, nachmittags um 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 8396 D Todes-Anzeige. Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied unsere liebe Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Emma Schwan, geb.Ockel Frische । Seefische zum Kochen v.3B ' an zum »raten Fischfilet .marke Fifi v.88 'an leb. Karpfen, Fld.l.- „ Schleien, Pfd.1.10 Heilbutt 1m Ansschn., Rotzungen, Schollen billigst, empfiehlt 1. Koch Wtolg. Mäusbnrg 15,Tel.3612 Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstrafie 7 Pianos von RM. 600.— an Kankai. Nußbaum von RM. toO.— an A. W. 8378A Teilzahlung. Schönau 52 Seltersweg 52 Schett.sche ohne Stoöf, Md. 35 Kabeljau ohne Kopf, Pfd. 25 Filet... 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