Zreltag, 50. September 1952 182. Jahrgang Nr. 250 SvühattSsave Das Bankiergewerbe für tatkräftige Förderung des Wirtfchastsprogramms Aufhebung der Selbständigkeit des Volksstaates Hessen und dessen Einverleibung als Provinz in den Rahmen eines anderen deutschen Londes oder des Reiches ablehnt. Der Dolksstaal Hessen ist nicht ein beliebiger Kleinstaat, sondern der Mittler zwischen des Reiches Nord und Süd, der Wächter an des Reiches Mainbrücke, der im staatlichen Aufbau unseres Vaterlandes nicht gemißt werden kann. Auch darf der Zerreißung des Dolksftaates Hessen nicht das Wort geredet werden, wie dies kürzlich mit dem Plane eines preußischen Regierungsbezirks Gießen geschah. Die Provinzen Rheinhessen, Starkenburg und Oberhessen sind heute eine unzertrennliche Einheit. Das gemeinsame Erlebnis in bedeutenden Abschnitten deutscher Geschichte, der Dienst unter derselben Fahne und das trotz aller Schattierungen zusammengehörige hessisch-fränkische Volkstum lassen sich nicht wegdispurieren. Wenn finanzielle Nöte auch den hessischen Staat bedroht haben, so darf nie vergessen werden, daß es sich hierbei um gemeinsame deutsche Not handelt, verursacht durch die Kriegs- und Nachkriegszeit, be- sonders aber durch die fremde Besatzung von 1918 bis 1930. Es ist Sache des Reiches, im Rahmen einer ausgedehnten Westhilfe auch unserem Lande die erforderliche Unterstützung angedeihen zu lassen. Der Hessische Dolksbund uni) mit ihm die hessische Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer di» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Os H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Eine furchtbare (Statistik. 156 Opfer des Bürqerrrieqes. — Im Juli Höhepunkt der Kurve. Berlin, 29. Sept. (CNB.) Das preußische Ministerium des Innern hat eine Statistik aufgestellt über die Todesfälle bei politischen Ausschreitungen vom 1. Lkanuar d. 3. an. Danach ergibt sich, daß bis zum Abschluß der Statistik am 23. September insgesamt 155 Personen getötet worden sind. Dadurch, daß am vergangenen Sonntag bei Zusammenstößen in Köln ein Kommunist von Polizeibeamten erschossen wurde, erhöht sich diese Zahl auf 156. 3m einzelnen stellt sich die Statistik folgendermaßen dar: 3m 3anuar wurden 8 Nationalsozialisten und 2 politisch nicht näher bezeichnete Personen getötet; im Februar drei Nationalsozialisten und drei Kommunisten, davon einer durch die Polizei, sowie zwei sonstige; im März 2 Nationalsozialisten und 9 Kommunisten; im April 2 Nationalsozialisten und 3 Kommunisten und ein nicht näher Gekennzeichneter; im Ul a i 2 Nationalsozialisten, 4 Kommunisten und 1 nicht näher Gekennzeichneter; im 3 u n i 14 Nationalsozialisten und 5 Kommunisten, davon 3 durch die Polizei; im 3u 11 38 Nationalsozialisten, 30 Kommu- nisten, 4 Angehörige des Reichsbanners, der SPD. oder der Eisernen Front und 14 nicht näher gekennzeichnete Die Generalaussprache im Völkerbund. Das ungeklärte Problem Deutschland—Frankreich, der Kern der politischen Llnruhe in Europa von der allgemeinen Entwicklung v 0 llk 0 m m e n unbe rührt geblieben seien. Da ein Gehaltsabbau durch die Verträge, die mit den einzelnen Beamten abgeschlossen worden seien, rechtlich auf Schwierigkeiten stoße, erwarte die öffentliche Meinung der Welt, daß die Dölkerbundsbeamten von sich aus Vorschläge über Herabsetzung ihrer Gehälter machen würden. Der Dertrcter Finnlands teilte mit, da- Personal sei an sich zu Verhandlungen über Gehaltskürzungen bereit. Er betonte weiter, daß cs vor allen Dingen notwendig sei, überflüs- s i g e P o st e n, zumal in der Informationsabteilung, abzuschaffen. Man hat den Eindruck, daß die Frage einer grundlegenden Gehaltsreform des DölkerbundS- sckrctariats auch diesmal, wie im vorigen 3ahre, wieder auf Schwierigkeiten stößt. Dis jetzt setzten sich entschieden nur En g land und Deutschland für eine konsequente Sparpolitik ein. Die ganze Gehalts- resorm scheint darauf hinauszulaufen, daß man einen Appell zu freiwilligen Gehaltsherabsehungen an das Pe rs o- nal ri chtct und lediglich die Gehälter des neu eintretenden Personals um etwa zehn Prozent kürzt. sches Weinbaugebiet, nicht länger hinausgescho- ben werden sollte. Auch die Schaffung einer einheitlichen provinziellen Verwaltungsorganisation in Hessen- Nassau. statt der beiden nassauischen und kur- hessischen Bezirke, schließt gleichzeitig die Lösung der so nachhaltig geforderten engeren verwaltungsmäßigen Verbindung des noch kurhessischen Kinzig-Fuldabezirks mit dem Rhein-Mainischen Kerngebiet in sich. Das wären in großen Zügen die zur Zeit aktuellen Forderungen in der Umgruppierung oon preußischen Gebietstellen innerhalb der Rheinfränkischen Landschaft, die sich hier in Rich- tung der als richtig erkannten und allseits an« gestrebten Reichsgliederung bewegt: Diskutable Vorwegnahme, die dem Endergebnis der großen Reichsreform nur förderlich sein dürften. Der Volksstaat Hessen und die Reichsreform. Die Rhein-Mainifche Landesleitung des Hcssi- scheu Volksbundes bittet um Veröffentlichung der nachstehenden Stellungnahme anläßlich der neue- sten Pressemeldungen zur Reichsreformfrage: Der Hessische Dollsbund betont erneut, daß er zede Berlin, 29. Sept. (211.) Der Vorstand und Ausschuß des Zentralverbandes des Deutschen Dank- und Bankiergewerbes (e. V-) nahm am Donnerstag unter dem Vorsitz von Dr. Georg Solmßen zu dem Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung Stellung, das er als eine mutige erfolgversprechende Förderung der sich an bahnenden Wirtschaftsbelebung und einen verheißungsvollen Schritt zur Eindämmung der Massenarbeitslosigkeit würdigte. Die Vertreter des Dankgewerbes betrachten es als Pflicht ihres Berufsstandes, wie aller Berufsstände, der deutschen Wirtschaft s i ch für das Gelingen des Regierungsplanes mit voller Kraft einzusehen und Einzelwünsche vor dem Gemeinwohl zurück- treten zu lassen. Voraussetzung für den Erfolg sei. daß das Vertrauen in die Stetigkeit der Verhältnisse und die Unerschütterlichkeit derRechtsgrundlagen wiederhergestellt werde. Die Versammlung billigte den vom Zentralverband eingenommenen Standpunkt, daß Maßnahmen zur Erleichterung der Lage einzelner Wirtschaftszweige nicht in die Form allgemeiner Zinssenkung oder Kapitalabwertung gekleidet werden dürften, sondern auf Ko st en der Allgemeinheit durchzuführen seien. 3eder Zweifel über die Möglichkeit von Eingriffen in das Privateigentum müsse beseitigt werden. Der Zentralverband erkannte an, daß d i e deutsche Landwirtschaft einer Unterstützung bedürfe, jedoch nicht auf Kosten der Ausfuhrindustrie oder durch erzwungene Opfer derjenigen, die der Landwirtschaft ihr Kapital vertrauensvoll zur Verfügung gestellt hätten. Pflicht des Dankgewerbes sei es, die mit der Ausgabe von Steuergutscheinen verfolgte Absicht der Wirtschaftsbelebung zu fördern. Der Zentralverband habe sich dafür eingesetzt, daß die Steuergutscheine auch für andere Steuerarten als bisher vorgesehen, angerechnet würden. Das geplante 3ndustrie-Finanzierungsinstitut und die Amortisationskasse müßten allen Gruppen des privaten Dankgewerbes offenstehen. Es wurde dann noch berichtet, daß die Depotprüfungen nach Maßgabe des im Mai dieses 3ahres gegründeten Vereins für Dcpotprüfung in vollem Gange seien unö volles Verständnis gefunden hätten. Die preußische Verwaltungsresorm in der hessisch-rheinfränkischen Landschaft Don A. Weihei, Frankfurt a. M. । Lus die Einsprüche gegenüber der von der srü- heren Regierung vorbereiteten und nun durch Verordnung des Reichskommissars in Preußen kurzerhand durchgeführten sog. kleinen Derwal- tungsreform, verweisen Reichskommissar und Rechsregierung mit Recht darauf hin, daß diese vorweggenommenen Teilprobleme schon vor 50 3ahren reis zur Durchführung waren und bereits noch viel länger schon zur Erörterung standen. Nach neuerlichen Ausführungen des Zentrums- , abgeordneten Dr. Lauscher im Preußischen Landtag am 30. August 1932 hat die preußische Regierung die jetzt ausgegriffenen Entwürfe nicht in Kraft gesetzt, weil sie in dieser Form als unzulänglich, also besonders wohl als nicht weit« gehend genug angesehen wurden. Und mit Recht beschließt die in der Franks. Zeitung Nr. 641 vom 28. August 1932 aus Kassel stammende Abhandlung „Verlust und Zuwachs von Hessen-Nassau. Ein Stück innerpreuhischer Neugliederung", ihre Betrachtungen mit dem Hinweis auf die künftig notwendig werdende große Reichsreform und organische Um- gliederung des Reiches für die die jetzt vorgenom- mene Neuzeichnung der Provinzgrenzen Hessen- Nassaus vielleicht doch eine kleine Vorbereitung und Ausmunterung bedeutet und die insbesondere die rhein-mainische Verschachtelung und Zusammengehörigkeit klar zu erkennen gibt. Hieraus ergeben sich nun zwei Fragen: 1. Welches ist die territoriale Zielsetzung der großen Reichsreform für unser engeres und weiteres Rhein-Main-Gebiet bzw. für die rheinfränkische Gesamtlandschast? 2. Dehindert die vom Reichskommissar vorweg- genommene, noch unzulängliche preußische kleine Verwaltungsreform diese alsbaldig notwendige große Reichsresorm? Hierzu ist zu bemerken: Die organische regionale Gliederung Deutschlands in gleichberechtigte, sich möglichst angleichende Gebietskörperschaften auf wirtschaftlicher und landschaftlicher Grundlage zielt im Westen Deutschlands — allein schon aus außenpolitischen Gründen — auf zwei territoriale Querriegel über den Rhein hinweg, die zum einen den Rhein-Ruhrbezirk und zum anderen den Rhein-Mainbezirk als Kerngebiete aufweisen. So ergibt sich in Anlehnung an das Niederrheinisch- westfälische Gebiet die Hcssisch-Rhernfränkische Landschaft, wie sie bereits schon im Gesamten oder auch in Teilgebieten bei zahlreichen Reichsund sonstigen Organisationen seit 3obren praktisch Ausdruck findet. Da ferner auch der Stufenaufbau der inneren Verwaltung — allein schon aus Gründen der Vereinfachung und Uebersichtlichkeit — im Endziel sich wohl auf die Dreiteilung: Gemeinde, Kreis und Landschaft beschränken dürfte, werden die Kreise den heutigen Gegegenheiten entsprechend weiträumigere Gebilde wie bisher sein, die sich in ihrer endgültigen Gestaltung in der Gesamtlandschaft auf etwa 40 bis 42 zusammenhängende zwischenregionale Stadt- und Landkreise belaufen werden. Gerade in dieser Beziehung könnte die vorweggenommene preußische Derwaltungsreform für Hessen-Nassau und für das südliche Rheinland weiter ausgreifend fein, wie dies nach der Verordnung des Reichskommissars der Fall ist. Der vor den Toren Kassels sich hinziehende hannoversche Kreis Münden wäre zweckmäßig heute bereits zu Hessen-Nassau zu schlagen, gleichermaßen als Ersatz für die mit Recht abgetrennten Schaumburger und Schmallaldener abgelegenen Exklaoen-Gebiete. Desgleichen gehören die zur Zeit noch westfälischen Kreise: Siegen—Brilon—Wittgenstein b-.s auf einige Randgebiete zu Hessen-Nassau. Diese Gebietsteile stehen heute noch mit den angrenzenden heslen-nassauischen Kreisen Eorbach-Biedenkopf—Dillenburg in engster Verbundenheit kraft ihrer jüngsten historischen Vergangenheit. Die auch nur teilweise Zuteilung des nassauischen Kreises Biedenkopf zu Dillenburg widerspricht der tatsächlichen Verbundenheit Biedenkopfs mit dem kurhessischen Kreis Marburg. Hier dürften — wie dies wohl anzunehmen ist — die Grenzen der Regierungsbezirke nicht weiter hindernd im Wege stehen. So sehr die Einbeziehung und gleichzeitige Abrundung des bisher rheinischen Exklaven- Kreises Wetzlar in Nassau zu begrüßen ist, so sehr ist zu bedauern, daß mit der vorweg- genommenen Kreisbereinigung in Hessen-Nassau Der Main-Taunus-Kreis nicht seine notwendige Abrundung durch den Obertaunus-Kreis und die westlichen Orte des Landkreises Hanau dabei gefunden hat, womit auch eine zweckmäßige Zusammenlegung des Restkreises Hanau mit dem Kreis Gelnhausen zu verbinden wäre. Neben der Schaffung eines Landkreises Wiesbaden durch Zusammenfassung des Rheingau- und Untertaunus-Kreises, sowie Teilen des Kreises Ufingen (der übrigens in feinem Kerngebiet zur hessischen Wetterau tendiert) und des westlichen Main-Taunus-Kreises ist auch die Bereinigung des nassauischen Unterlahngebietes als natürliches Hinterland des Landkreises Koblenz leider unberührt geblieben. Auch hier dürften Provinzgrenzen nicht als Hinderungsgrund einer dringend notwendigen preußischen Flurbereinigung anzusehen fein. Besonders unter dem Gesichtspunkt, daß hier eine neue provinzielle Zusammenfassung des südlichen Rheinlandes mit Hessen- Nassau als territorialer Querriegel über den Rhein z. D. schon allein als einheilliches preußi- Keine Entlastungen bei der Reichspost. B e r 1 i n , 29. Sept. (TU.) Einschränkung der Post- zustellung hat vielfach die Befürchtung aufkommen lassen, daß hierdurch eine größere Zahl oon Entlassungen notwendig werden würde. Dabei sind Zahlen bis zu 10 000 genannt worden. Die beteiligten Gewerkschaften haben sich daraufhin mit dem Reichspostmlnisterium in Verbindung gesetzt und vorgeschlagen, durch eine Verkürzung der Arbeitszeit die Entlassungen zu verhin- d e r n. Das Reichspostministerium hat diesem Vorschlag grundsätzlich zu gestimmt, so daß in allen Fällen, wo sich die Posthelfer zu einer 42ftun- digen Arbeitszeit bereiterklären, Entlassungen vermieden werden können. Bevölkerung in allen Schichten erkennen aber, daß die Verwaltungsfragen um Rhein und Main der Lösung harren. Deshalb erstreben sie in ehrlicher und sachlicher Zusammenarbeit den Zusammenschluß oon Hessen und Hessen-Nassau zu einem deutschen Lande. Hessen umfaßt in seinen drei Provinzen einen Großteil des Mittel- rhein- und Untermaingebiets und fit durch die nord- westliche Provinz Oberhessen mit Gießen ebensosehr am Lahngebiet interessiert, wie durch das nordöstliche Oberhessen am Fuldaflußgebiet. Ohne einen Zusammenschluß Hessens und Hessen-Nassaus können die Fragen, die sich aus der Zusammengehörigkeit beider Gebiete ergeben, nicht gelöst werden. Das hat gerade wieder die öfsentliche Diskussion anläßlich der Auflösung des Kreises Biedenkopf und der Einverleibung des Kreises Wetzlar in Hessen-Nassau gezeigt. In Oberhessen und im Fuldaerlande hat die Diskussion außerdem erkennen lassen, daß der Plan eines selbständigen Reichslandes Hessen-Kassel bis Marburg und Hersfeld unnatürliche Grenzen in Oberhessen versteinern und zwischen dem Fuldaer- lande und dem südlichen Niederhessen zum Schaden der Landschaften und des Gesamtlandes neu schassen würde. Es gibt nur eine Lösung, und die heißt: Zusammenschluß Hessens und Hessen-Nassaus zu * einem reichsunmittLlbaren Land. England und Italien in der Debatte. Genf, 29. Sept. (WTD.) Nach dem französischen Ministerpräsidenten ergriff der englische Delegierte Lord Robert Cecil das Wort. Lord Cecil sprach erneut fein Bekenntnis zum Prinzip des Völkerbundes aus. Die Kritiker des Völkerbundes hätten unrecht, wenn sie sagten, daß der Völkerbund nichts tue. Die Schuld daran liege allerdings an seinen Mitgliedern. Die deutsch- französischen Beziehungen müßten endlich geklärt werden. Mit einer Einigung zwischen Deutschland und Frankreich würden 75 Prozent der Unruhe in der Welt aufhören. Ohne kritisieren oder sich in die Poltiik dieser beiden Länder einmischen zu wollen, müsse er sagen, daß, wenn jedes dieser beiden Länder sich mehr an den Dölkerbundspakt hielte, ihreMei- nungsverschiedenheilen automatisch zu Ende wären. Lord Cecil schloß mit einem ernsten Appell an die Völker, sich ihrer Verantwortung für das Gelingen oder Scheitern der Abrüstungskonferenz voll fctoufjt zu sein. Als dritter Redner bekundete der italienische Unterstaatssekretär A l o i s i, erneut den Willen der italienischen Regierung zu einer aktiven Mitarbeit zur Behebung der bestehenden Schwierigkeiten. 3talien halte nach wie vor an seinen Grundsätzen fest, nämlich an einer größtmöglichen Herabsetzung der Rüstungen, an einer Erhöhung der Sicherheit durch die Abrüstung und dadurch auch an der Erhöhung der Sicherheit jedes einzelnen und aller Staaten. Der Erfolg d.r Abrüstungskon erenz sei aufs engste mit dem Glauben an die Möglichkeit der internationalen Zusammenarbeit verknüpft.' Das zweite Problem, i>emo die italienische Regierung die größte Bedeutung zumißt, sei der wirtschaftliche Wiederaufban der Welt, um endlich wieder zu einem wirtschaftlichen Gleichgewicht zu gelangen. Mit Einschränkungen, Kontingentierungen und Präferenzen, mit Handelshemmnissen und mit Auswanderungsverboten würde nur das Gegenteil erreicht. Die Konferenz . von Stresa stelle einen ersten Schritt auf diesem Wege dar. Das Reichskabinett billigt die Haltung des Reichsaußenministers. B e r l i n, 29. Sept. (MTV ) Das R e i ch s k a b i - nett nahm in seiner heutigen Sitzung einen Be- richtdes Reichsauhenministers v. Neurath über die Genfer Tagung entgegen und billigte einstimmig die Haltung des deutschen Delegationsführers. — Sodann beriet das Reichskabinett eine Reihe von wirtfchafts- und Verwaltungsfragen. Ein Vermittlungsvorschlag Hendersons. Paris, 30. Sept. (7BIB. Funkspruch.) hcwas will in zuständigen Genfer Kreisen erfahren haben, daß der Präsident der Abrüstungskonferenz, Henderson, vor seiner Abreise nach England einigen Mitgliedern des Bureaus der Abrüstungskonferenz den Entwurf einer Erklärung habe zu- gehen lassen, die er bei Wiederaufnahme der Arbeiten am 10. Oktober abzugeben beabsichtige, falls man sich auf einen gemeinsamen Wortlaut geeinigt habe. Diese Anregung bezwecke, den deutschen Vertretern die Beteiligung an den Arbeiten der Abrüstungskon- feren; zu ermöglichen. Henderson lege in feiner Erklärung dem Abkommensentwurs folgende drei Grundsätze zugrunde: 1 Deutschland dürfe nicht aufrüsten: 2 . dieübrlgen stärker gerüsteten Mächte müßten eine Herabsetzung ihrer Rüstungen vornehmen: 3. die G l e i ch b e r e ch tl g u n g in der Rüstungsfrage werde formell allen vertragschließenden Mächten ) uerkannt. Vieser plan soll die Zustimmung des englischen Außenministers gefunden haben, er stoße dagegen bei gewissen interessierten Delegationen auf zahlreiche Einwendungen. Oie Gehälter der Völkerbundsbürokratie. Genf, 29. Sept. (WTB.) 3m Haushalts- ausschuß der Völkerbundsversammlung entwickelte sich heute eine bemerkenswerte Debatte über die Gehaltspolitik des Völkerbundssekretariats. Der britische Delegierte, der neue Landwirtschaftsminister Elliot, forderte mit Entschiedenheit eine durch greifende Re form der Gehälter. 3n einer Zeit, in der in allen Ländern die Gehälter gekürzt würden, erklärte er. mache es einen schlechten Eindruck, daß die 'Bezüge der Döllerbundsbeamten W Eichener Anzeiger von einzelnen Nummern ZWM General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger riehen. v ’ ^anf?urtamemXii686. Druck und Verlag: BrfiNW Universsülr-Vuch. und Zieindruckerei H. Lange in Gießen. Schriftiettung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Personen: von diesen Todesopfern des Juli waren 32 Nationalsozialisten, 16 Kommunisten, 4 Angehörige der Eisernen Front und 11 sonstige Opfer von Zusammenstößen, die vor dem 2 0. Juli, dem Tage der Einsetzung des Reichskommissars, erfolgten. Don den Juli-Opfern wurden 8 Kommunisten durch Polizeibeamte getötet. Unter der Zahl der politisch nicht näher Gekennzeichneten in der Statistik befinden sich zwei getötete Polizei beamte. Im August belief sich die Zahl der Opfer auf 1 Nationalsozialisten, 2 Kommunisten, 4 Angehörige der Eisernen Front und einen nicht näher Gekennzeichneten. Keine Hinbenburgseier in Anhalt Dessau, 29. Sept. (END.) Das anhal- tische Staatsministerium gibt folgendes bekannt: „Der Anregung des NeichSministers des Innern, am 2. Oktober die Dienstgebäude des Landes und der öffentlichen Verbände zu beflaggen, in den Schulen am 1. oder 3. Oktober des Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten in schlichten Feiern zu gedenken und im Anschluß an diese Feiern den Unterricht ausfallen zu lassen, hat das Staatsministerium keine Folge gegeben. Der Vorschlag des Staatsministers Dr. Knorr (deutschnat.), des 2. Oktobers entsprechend der Anregung des Herrn Reichsministers und dem Vorgehen Preußens zu gedenken, hat sich nicht verwirklichen lassen, da über diese Frage eine Hebet* einstimmung nicht erzielt werden konnte." Weite Kreise der Dessauer Bürgerschaft planen trotz dieses Beschlusses des Staatsministeriums, das sich aus dem nationalsozialistischen Ministerpräsidenten Frehberg und dem deutschnationalen Staatsminister Dr. Knorr zusammensetzt, den Geburtstag deö Reichspräsidenten auf überparteilicher Grundlage durch eine Kundgebung würdig zu begehen. Es wird mit der Wahrscheinlichkeit des Erscheinens des Reichsinnenministers hierzu gerechnet. OieKircheanHindenburgs Geburtstag Berlin, 29. Sept. (TU.) Der Evangelische Oberkirchenrat der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union hat angeordnet, daß am 85. Geburtstag des Reichspräsidenten d i e landeskirchlichen Dienstgebäude die Kirchenfahnen zeigen sollen. Zugleich hat er die Gemeinden zur Beflaggung der Kirchen aufgefordert. Im übrigen vertraut die oberste Kirchenbehörde darauf, daß in den Gottesdiensten des 2.Oktober überall des Reichspräsidenten fürbittend gedacht werden wird. Nationalsozialistischer Gauparteitag in Wien. Wien, 29. Sept. (TU.) Der nationalsozialistische Gauparteitag in Wien begann am Donnerstag mit einer großen Kundgebung in der 15 000 Menschen fassenden Sportarena Engelmann, in der Abgeordneter Straßer spricht. Der Angriffston der Linkspresse hat eine ziemlich erregte Stimmung geschaffen. Die Polizei hat deshalb die Kundgebungen unter freiem Himmel auf die Sonntagkundgebung am Held enplatz beschränkt, in der Reichstags- Präsident Gört ng sprechen wird. Nur für diese ist auch das Abziehen in geschlossenen Massen gestattet worden, iedoch ist auch für diesen Umzug über den Ring das Tragen der braunen Hemden verboten. Die gesamte Polizeimannschaft steht in Alarmbereitschaft. Bereits in den frühen Abendstunden wurden Nationalsozialisten in einer ganzen Reihe Wiener Bezirke überfallen. Acht Personen wurden verletzt, 16 verhaftet. Klebekolonnen der Sozialdemokraten haben vielfach auf den nationalsozialistischen Plakaten die Hakenkreuze mit dem Drei-Pfeil-Abzeichen überklebt, oder die Plakate heruntergerissen. „Im weißen Rössl am Wolfgangsee..." Von Wilhelm Georg. St. Wolfgang am See, Herbst 1932. Nun sitze ich also wirklich im „W e i ß e n Ross l", das ich so oft auf der gemalten Leinwand im Theater sah, das schon vor beinah vier Jahrzehnten als Lustspiel die ganze Welt entzückte, und das als Revue in der Aufmachung Benatzkys jetzt wieder in den Musentempeln „volle Häuser" macht, das — man höre und staune — in der verflossenen Woche zum 425. Male im Wiener Stadttheater gegeben worden ist. Kein Wunder, daß bei der Reklame, die die Bühne für den „historisch" gewordenen Gasthof macht, die Anziehungskraft des „Weißen Rössl" ins Gigantische gestiegen ist. Man veranstaltet Autosonderfahrten ab Salzburg, ab Berchtesgaden, Reichenhall usw., nicht wie es früher hieß, in das „Seengebiet des Salzkammergutes", sondern gibt als Endpunkt das „Weiße Rössl in St Wolfgang" an. Was bedeutet heute die kleine Kneipe der Lindenwirtin, der jungen, was bedeutet der Altheidelberggastbof in der Hirschgasse, das Wirtshaus an der Lahn, gegen das „Rössl" in Wolfgang, wo internationales Publikum in allen Räumen sitzt, die „Daily Mail" im Lesezimmer die begehrteste Zeitung ist und Bilder im Vestibül von der Erstaufführung der Revue in London mit der Aufschrift „The White Horse Inn 1931“ an den großen englischen Erfolg des „Rössl" erinnern I Wenn man das malerisch am See gelegene St. Gilgen mit dem reizvollsten aller Mozart- denkmäler — die erzene Kinderfigur des Wolfgang Amadeus spielt auf einem Brunnen vor dem Gemeindehause tanzenden Phantasiegestalten auf der Geige vor, wenige Schritte weiter das Geburtshaus von Mozarts Mutter, an die eine Plakette an der geweihten Stätte erinnert — passiert hat, ist man in ein paar Minuten schon in St. Wolfgang. Alter Nest mit kleinen Häusern, an denen vorder die Straße bergabwärts führt... Wir halten vor einem recht niedrigen uralten Torbogen, gleich an der Kirche. Der Chauffeur empfiehlt Besichtigung des Gotteshauses, daS einen wertvollen geschnitzten Altar aus dem 16. Jahrhundert besitzt. Wenig Interesse für die .Herrschaften, nur einige folgen der Aufforderung: die anderen verschwinden durch das Tor, das die Aus aller Wett als wir am Mondsee vorüberkamen, lag schon wieder Sonnenschein auf dem Gipfel der Berge. „Ja, im Salzkammergut, Salzkammergut ..." fische Grenze in Sicherheit gebracht hätten. In Chailar sollen neun Japaner getötet worden sein. Ein japanisches Bombenflugzeug wird vermißt. Oer Kampf im Gran Chaco. Asuncion, 29. Sept. (WTD.) Der KriegS- minister hat ein Telegramm des Befehlshabers der paraguanischen Streitkräfte im Chaco-Gebiet erhalten mit der Mitteilung, daß die paraguanischen Truppen zwei Oberstleutnants, zwei Majore, drei Hauptleute und 1000 feindliche Soldaten gefangen genommen und sechs Kanonen erbeutet hätten. Die Bevölkerung nimmt an, daß dieser Erfolg die Beendigung beS Krieges ^herbeiführen werde. — Bei den gefangen genommenen bolivianischen Truppen handelt es sich um die Besatzung des Forts Do - q u e r o n, die sich ergeben hat. Hochschulnachrichten. Der Ordinarius für Archäologie und Direktor deS Archälogischen Museums an der Jenaer Universität, Prof. Dr. Ernst L a n g l o tz, hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für Archäologie an der Universität Frankfurt a. M. angenommen. Kunst und Wissenschaft. 92. Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte. Reichspräsident v. Hindenburg hat auf das Huldigungstelegramm, das in der Eröffnungssitzung der 9 2. Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Aerzte an ihn abgesandt wurde, mit den besten Wünschen für den Erfolg der Tagung geantwortet. In einer kombinierten Sitzung der naturwissenschaftlichen Abteilungen sprach Professor Dr. Harrassowitz-Gießen übet „Die Mineralquellen des Taunus und ihre geochemische Stellung". Er führte u. a. aus: Chemische Analysen von Mineralquellen stießen bisher auf Schwierigkeiten, da sie stets eine große Zahl von Ziffern ergaben. Dem Vortragenden gelang eS, eine Methode zu finden, mit der man mit Hilfe von zwei, höchstens drei Ziffern den chemischen Charakter der Quellen vergleichen kann. Mit Hilfe dieser Methode kann man auch übersichtliche kartenmäßige Darstellungen Herstellen. Bei den Mineralquellen des TaunuS, die, da fast alle an seiner Randstörung emporsteigen, meist warm sind, handelt es sich um schwefelarme Kochsalzquellen mit Formeln 9 8, 9 9, 10 8 und ähnlich. Die nördlich gelegenen Quellen, beispielsweise die Nauheimer, sind fast alle starke Säuerlinge, da sie von dem Kohlensäuregürtel berührt werden, der Europa vom Westen nach Osten durchzieht. Zahlenmäßig kann man verfolgen, wie beim Eindringen in daS alte Gebirge bet Kochsalzanteil abnimmt und der erdige und alkalische Anteil größer werden. In weiterer Entfernung nimmt der Kochsalzgehalt der Quellen wieder zu. Die Erklärung dieser eigenartigen Erscheinung kann man dadurch geben, daß sich in gewisser Entfernung vom Nord- und Südrand des rheinischen Schiefergebirges Steinsalzlager befinden, die den Kochsalzgehalt der Quellen verursachen. 3m Innern des Gebirges dagegen tritt eine Vermischung mit erdigen und alkattschen Wässern ein, so daß Der Kvchsalzanteil fast vollständig unterdrückt wird. Prof. Dr. Mergelt (Halle) behandelt« darauf das Thema „Die neuesten überraschenden Funde aus der Braunkohle des Geiseltales bei Halle". In diesem Gebiet konnten über 14 000 gut erhaltene Wirbeltierreste geborgen werden. Von Amphibien liegen sogar Gehirn- und Larvenreste vor. Ausgezeichnet erhalten sind auch Lieberreste von tropischen Jnsektenformen. Weiter fand man Spuren vieler Fischarten. Den letzten Vortrag in dieser Sitzung hielt Drof. Dr. H. Krieg (München) über „Meine Dritte Expedition im Innern Südamerikas." Die Expedition erstreckte sich über die zentralen Gebiete des nördlichen Chacos. Ihre Aufgabe war die Erforschung der Abhängigkeit der Tiere und Menschen von ihrer Llmwelt. Wie amtlich mittzeteilt wird, sind die Meldungen, wonach bei der Reichsregierung die Wiederein- ührung eines „Burgfriedens" mit voll- tänblgem Versammlungsverbot erwogen werde, alsch. * Im Reichsgesetzblatt vom 29. September werden die Verordnungen des Reichspräsidenten über das landwirtschaftliche Dcrmittlungsver- fahren, den Dollstreckungsschutz und Pächterschutz, sowie über die Z i n s e r l e i ch t e r u n g für den landwirtschaftlichen Realkredit veröffentlicht. Firma verkündet „Hotel zum Weihen Rössl"; gleich darunter liest man in wesentlich kleinerer Schrift „Hotel zum Weißen Hirsch". „Rössl" und „Hirsch" scheinen sich gut zu vertragen, man hat noch nie etwaS von Konkurrenzneid gehört. Der „Weiße Hirsch" spielt natürlich nicht die Rolle wie das „Rössl", er wartet offenbar noch auf einen Dichter, Der ihn berühmt macht. Die erste Lleberraschung beim Betreten des Vestibüls ... Nach Der Lustspielrevue soll hier daS Glück vor der Tür stehen, und Frau Josefa soll, Liebe begehrend, ihren Bräutigam, den Rechtsanwalt Siedler, erwarten. Statt deS Glückes ist hier ein Portier mit den Abzeichen seiner Würde und im schwarzen Bratenrock, zwei goldene Schlüssel am Revers, postiert, der fragt, ob man ein Zimmer nach der Seeseite für einen oder mehrere Tage wünscht, und ein Plakat verkündet das tägliche Gastspiel der beliebten Jazzkapelle Boys Band — unverfälschte Wiener Musik, die mit Rücksicht auf die hier wohnenden Engländer und Amerikaner ihre Firma angle- siert haben. Gegenüber dem Haupteingang die nüchterne, gelb angestrichene „Dependance“; man kann es Herrn Giesecke aus Berlin nicht verdenken, daß ihm angesichts dieses Quartiers Ahl- beck lieber war ... Ganz anders wirkt die Szenerie, die wir beim Betreten der prachtvoll am See gelegenen Terrasse erschauen. Gin Ausblick — märchenhaft schön! Vor uns der smaragdgrüne Wolfgangsee, auf dem unaufhörlich die schmucken Dampfer kreuzen, die die Verbindung mit dem gegenüberliegenden kleinen Bahnhof St. Wolfgang Herstellen, der ganze See umrahmt von der Gebirgskette. Die weißen Wolkenschleier, die heute an diesem trüben Sonntaa — es ist das erstemal feit sechs Wochen, daß der Himmel fein FeiertagSgesicht macht — um die Gipfel Der Berge sich schlingen, können dem Paradiesischen dieser Landschaft keinen Abtrag tun ... Wenn das „Glück“ also auch nicht vor Der Tür steht — hier auf der Terrasse, belebt von einer schönheitS- trunfenen Menschenschar —, hier steht es bestimmt! Den Herren Blumenthal und Kade l b u r g, die vor vielen Jahren auf dieser Terrasse ihr Opus schrieben, das heute noch so schöne Tantiemen bringt, ist es jedenfalls zuerst erschienen. Die Fabel deS Stückes ist nicht frei erfunden. Die Mutter des jetzigen Wirtes, Frau Peter, in dem Lustspiel Frau Josefa genannt, hat in diesem Hause gelebt, gewirkt und nach frisch-fröhlichem Geplänkel ihren Oberkellner, den Leopold, geheiratet. Sie wohnt heute als bijährige Matrone in Meran und zehrt, wie ihr „Weißes Rössl", von ihrem dramatischen Ruhm. Vor einigen Monaten erschien das greife Mütter-, chen in ihrer schmucken Landestracht in Wien, um sich die Lustspielrevue, in der sie die Hauptrolle spielt, anzusehen. Sie hat sich dabei köstlich amüsiert. Amüsant sind auch die Szenen, die sich beim Besuch der Fremden in dem Hotel, das als ehemaliges kleines Fischerhaus am See ein erstrangiges Hotel geworden ist, in dem sich'S wahrhaftig gut leben läßt, abspielen. Die Hauptfigur ist natürlich Der „Ober“: ein schmucker Wiener Bursche, mit intelligentem Gesicht, kleinen Bartkoteletten und blitzenden schwarzen Augen; der Frack sitzt wie angegossen. Serviette sieht man nicht, die schwingen nur die kleinen Kellnerinnen; es müssen immer ihrer drei sein, die beim Diner dem Gast servieren: Jung, Mittelalter, Alt. Nummer 1 bringt Suppe, Fisch und Braten. Mittelalter: Süßspeise, Ansichtskarten und Zigarren. Alt: Wein ... Gs ist ihnen, laut Anschlag, verboten, Trinkgelder anzunehmen; der Wirt bittet wenigstens, dem Personal keines anzubieten ... Eine junge Engländerin, die zum ersten Male auf die Terrasse kommt, und die offenbar vergessen hat, daß das „Weiße Rössl" und das Liebesduett Leopold-Josefa vor einigen Jahrzehnten schon be- uno geschrieben worden ist, mustert Den „Ober“ mit zärtlich - freundlichen Blicken, und fragt dann „Are you called Leopold?" („Sind Sie der Leopold?") „Freilich, freilich!" antwortet dienstbeflisfen Der „Ober". „Ich bin der Sohn von Leopold dem Ersten!" Der Mann hat Humor! Wie er mir nachher unter dem Siegel der größten Verschwiegenheit mitteilt, werden „Ober" in diesem Haufe nur bann engagiert wenn sie „Leopolb" heißen; so wlll's die Tradition. Von den sonstigen Figuren deS Lustspiels sind wenige zu sehen. Allenfalls taucht da und dort ein Exemplar des „Giesecke" auf. Einen sah und hörte ich, einen Llnverfälfchten in Joppe und Kniehosen; er war aber weder Glühstrumpf- fabrilant, noch arbeitete er in Trikotagen en gros; man munkelte: Bankdirektor ... Rechtsanwälte ä la Doktor Siedler sah man gar nicht, ebensowenig Hochzeitsreisende, die irgendwie auf- gefallen wären. Man ist heute in Liebe diskreter eingestellt ... Das einzige, was sonst noch an bas Lustspiel erinnerte, war ber Regen, der, als ich Abschied nahm, sich pünktlich einstellte. Aber auch der war nur eine vorübergehende Erscheinung, denn Tonfilm: ».Gitta entdeckt ihr Herz". Die Gitta, die ihr Herz entdeckt, ist blond, heißt mit Zunamen Alpar und ist der Operettenstar und d i e große Mode von Berlin. Erft vor kurzem hat sie als „Katharina" Triumphe gefeiert. Der, für den sie ihr Herz entdeckt, .heißt im Film Peter — in Wirklichkeit: Gustav Fröhlich. Merkwürdig und spassig ist nun aber, wie der Film in die Wirklichkeit uberaing, oder die Wirklichkeit in den Film bineinspielte und das happy end diesmal etwas auf sich hatte, denn die Gitta und der Gustav find gerade um dieselbe Zeit, als sie nach dem Willen des Drehbuches ihre Herzen für einander entdeckten, Mann und Frau geworden, ... was ihrer Popularität, wie man sich denken kann, weiter keinen Abbruch getan hat. Es ist mit diesem Film wie neulich mit dem „Lied einer Nacht": man muß ihn sich ansehen und anhören, anders bekommt man die berühmte Dame hier schwerlich oorgeführt; aber der Gitta-Film ist nicht so absichtlich und ausschließlich um sie herum geschrieben, wie jener um Kiepura. Hier ist eine nette, harmlos-heitere Lustspiel-Handlung, in per die Alpar viel zwangloser zur Entfaltung kommt. Sie singt wunderschön (und ihre Stimme überträgt sich auch tadellos) — mit Schwung und hoher Schule; sie tanzt sogar Czardas und bläst Saxophon nebenbei, spielt mit Temperament aus dem Vollen und verliert ihr Herz auf eine wirklich charmante Art und Weise. An Fröhlich: den kennen wir schon („Voruntersuchung") — dies.- mal hat er es leichter als netter und feiner junger Herr und sympathischer Liebhaber. Der Regisseur heißt auch Froelich (aber Earl und mit oe) — es ist überhaupt eine heitere Angelegenheit, an der im Ensemble noch Paul Kemp, Tibor von Hal.- may, Leonard Steckel, Oscar Sabo und Blondine Edinger beteiligt sind; außerdem Nikolaus B r o d s z k y , von dem die schmissige und ein- gängiae Vertonung stammt. — Das Ganze sieht man seit gestern im Lichtspielhaus. —r— Neue Erdstöße in Griechenland. Nach aus Athen vorliegenden Meldungen wurde die Insel Ehalkidike wiederum von Erdstößen erschüttert. In Saloniki wurden die Stadthalle und die Regierungsgebäude schwer beschädigt. Die meisten Einwohner, die von einer Panik ergriffen wurden, verbrachten in ihrer Angst vor weiteren Hauseinstürzen die Nacht im Freien. Größere Schäden wurden auch In Asvestochori und anderen Dörfern in der Nähe von Saloniki angerichtet: An einer Stelle hat sich ein Riß von drei Kilometer Länge und 20 Meter Breite gebildet. Den amtlichen Angaben zufolge beläuft sich die Zahl der Toten auf 3 2 8 und die der Verwundeten auf über 1000. Englische Kriegsschiffe und Zerstörer sind von dem britischen Flottenstützpunkt Mudros zur Hilfe herbeigeeilt und haben in Jerissos und Stratoni angelegt. Die Matrosen haben sofort die Rettungsarbeit ausgenommen. Der griechische Torpedobootzerstörer „Pergamos" ist in Caoalla eingetroffen. Er hatte 50 Menschen an Bord, die bei dem Erdbeben auf der Halbinsel Ehalkidike verletzt worden sind. Ein Verletzter ist unterwegs gestorben. Die Hilfeleistung für die Dörfer im Erdbebengebiet gestaltet sich außerordentlich schwierig. Die Beförderungsmittel bleiben vielfach stecken, Da sich ausgedehnte Erdrisse gebildet haben. Einige Stunden vor der ersten Erschütterung begannen die warmen Quellen von Apollonia so reichlich zu fließen, daß in der Nachbarschaft U e b e r s ch w e m - mungen eintraten, während der Arnaia-See, der 60 Kilometer vom Mittelpunkt des Erdbebengebietes entfernt lag, austrocknete. Russisches U-Boot mit der ganzen Besatzung untergegangen. In den letzten Tagen ist ein russisches O-Doot im Finnischen Meerbusen von dem dänischen Dampfer „Robert Maersk" gerammt worden und mit seiner gesamten Besatzung von etwa 35 Mann unte rgegangen. Der Dampfer erhielt bei dem Zusammenstoß selbst ein großes 2ed, so daß er nach Leningrad zurückkehren mußte. Rach den Angaben, die „Allehende" beim dänischen Generalkonsulat eingeholt hat, soll kein Zweifel darüber bestehen, daß das russische U< Doot mit Mann und Maus untergegangen ist. In der Nähe von Leningrad fanden in der vorigen Woche große Flottenmanöver statt. Von russischer Seite wird die Katastrophe geheim- ge h a l ten, wie es bereits zweimal bei früheren älnterseebootsunglücken im Finnischen Meerbusen geschehen ist. Serum gegen spinale Kinderlähmung. Die Bekämpfung der spinalen Kinderlähmung geschieht erfolgreich durch ein Serum, das von der sero-bakteriologischen Abteilung der Behring-Werke in Marburg aus Rekonvaleszentenblut hergestellt und dort zum Selbstkostenpreis abgegeben wird. Die Beschaffung des Blutes war zunächst mit Schwierigkeiten verbunden; da die Behring-Werke jetzt aber aus dem Ganzen Reich dieses Blut erhalten, ist die Fabri- atlon des Serums soweit gesichert, daß es in Oer Aufstand in der Mandschurei. M u k d e n, 29. Sept. (TU.) Der Aufstand der unter dem Befehl von General Supingwen stehenden chinesischen Eisenbahnschutztrup- p e n wird bestätigt. Die Chinesen haben nicht nur die Grenzstation Mandschuria, sondern auch Dalainor, Chailar und Puhatu besetzt. Die Lage wird durch die Nähe der russischen Grenze verschärft. In Mandschuria wurde die man dich u= rische Garnison entwaffnet, die Kasernen zerstört und die mandschurische Flagge heruntergeholt. Die Aufständischen schnitten alle Verbindungen ab und umzingelten das japanische Konsulat. Don Tsiksikar sind japanische Truppen unterwegs. Während nach chinesischen Berichten 200 japanische und koreanische Bewohner getötet wurden, versichern die japanischen Behörden, daß sich die japanischen Staatsangehörigen über Die ruf- Kleine politische Nachrichten. Der Vertreter der Reichsregierung bei den Regierungen der Länder Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden und Hessen, Freiherr von Lersner hat der hessischen Regierung feinen Antrittsbesuch gemacht. Aus diesem Anlaß fand eine Besprechung mit dem Oefamtmini- fterium statt. * Reichskanzler von Papen wird am 16. Oktober in Paderborn auf einer Tagung der Arbeitgeberverbände eine Rede halten. dringenden Krankheitsfällen in Marburg abgefvr- dert werden kann. J? Schnelle Aufklärung der Brandstiftung in Grünberg (Schlesien). Der Kafsengehilfe Weißmann, der bei der Landkrankenkasse des schlesischen Landkreises Grün- berg beschäftigt ist, hat das Geständnis abgelegt, den Brand in den Räumen der Landkrankenkasse angelegt zu haben. Weißmann gab an, er habe die Tat aus Verärgerung über [eine Kollegen verübt, da er bei ihnen für seine politischen Ansichten fein Verständnis gefunden habe. Er sei auch ein Gegner der Zusammenlegung der Landkreise Grünberg und Freystadt und habe durch An- lepung des Feuers vermeiden wollen, daß Frev- ftädter Kreisbeamte die oberen Räume der Landkrankenkasse Grünberg als Diensträume erhielten. Weißman will allein gehandelt und auch keinen Anstifter hinter sich gehabt haben. Seine Angaben werden nachgeprüft. Sühne für einen schweren Raubüberfall. Wegen eines am 8. Juli auf die Dolksbank in Kätscher verübten Raubüberfalls wurden von dem Schwurgericht in Ratibor der Reiseoertreter Emil B o c z e k aus Berlin zu 15 Jahren der Arbeiter Josef Konietzny aus Woinowik zu 10 Jahren und der Reisevertreter Aloys Myschi aus Woinowttz zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die drei Verurteilten hatten bei dem Raubüberfall den Direktor der Volksbank durch mehrere Schüsse verletzt und einen Betrag van 2500 Mark erbeutet. Nach einer wilden Flucht durch die Stadt waren sie schließlich in der Umgebung Kätschers festgenommen worden. Zweimal zum Tode verurleill. Das Schwurgericht in Plauen verurteilte dieser Tage den 19 Jahre alten Landwirtschaftsgehilfen Morgner wegen Doppelmordeszweimal zum Tode und wegen vorsätzlicher Brandstiftung zu zwei Jahren Zuchthaus. Der Verurteilte, der feit VA Jahren bei dem Gutsbesitzer Wolf im Vogtland im Dienst stand, hatte im März d.J. die Eheleute mit einem Beil erschlagen und bann die massive Scheune in Brand aesetzt in der Hoffnung, daß das Feuer auf das Wohnhaus übergreifen und die Spuren seiner Tat vernichten würde. Er will aus Nache gehandelt haben, da er von Wolf oft gereizt worden fei fein ausreichendes Essen und niemals Geld erhalten habe. Die Frau habe er getötet. um feinen Tatzeugen zu haben. Felssturz an der „Loreley der Mosel". Gegenüber der bekannten Felssturzstelle bei Cochem, die bei dem regnerischen Wetter der letzten Zeit erhöhte Dergrutschgefahr bietet, stürzten an der rechten Flußseite an der „Loreley der Mosel" größere Felsmasse nab und verschütteten auf eine längere Strecke die unterhalb der Absturzstelle liegenden Weinberge. Das Felsgeröll staute sich etwa 20 Meter vor der Landstraße Cond—Valwig. Man befürchtet, daß sich noch weitere Felsmassen lösen. Der Schaden in den Weinbergen ist beträchtlich. Aus der Provinzialhauptstadt mittel- immer Buntes Allerlei 8.35, a'vcb am 16. Woher bet Atheitgebn- lachnchteo. eichsregierung ier Bayern, Zachen, n, Freiherr von hen Regierung ]emad)t. Aus diesem it bem ßt/omtmni• sind die Meldungen, i die Wiederein- Hebens* mit voll- ot erwogen werde, Oer Bankier Ludwigs XVI. Zum 200. Geburtstage von Jacques Necker am 30. September. Don Dr. Guido Hellmer. Unser« Pferde! Dir lieben sie, sie sollen uns nicht nur Fortbewegungsmittel sein. Ihr Seele wollen wir, Kameraden der Arbeit wollen wir sie nennen. Wir reiten und fahren sie, gut, die auch dem Stettin erhebliche Zuwendungen gemacht hat. Der Plan, ein Heim für alleinstehende, hilfsbedürftig« grauen zu errichten, »ft dadurch vereitelt worden, daß durch die Inflation da» Kapitalvermögen oerlorengegangen ist. Die Mitglieder hoffen trotzdem, in absehbarer Zeit ihr Ziel -u er» reichen. Gerade in der Gegenwart ist da» Bedürfnis nach einem Heim dieser Art sehr bringend, da e» nicht nur in Gießen, sondern auch auswärt» viele alleinstehende Frauen gibt, die nicht mehr in der Lage sind, in selbständiger Wirtschaftsführung durch da» Leben zu kommen. Srieffoffen her Hebaktion Gießen. Ueber Lehrbücher (oder Rezepte) für di« Herstellung von Lederfetten, Schuhcreme ufto. wird Ihnen wohl ein Drogist ober Buchhändler Auskunft erteilen. Vielleicht gibt Ihnen auch die in Berlm erscheinende Zeitschrift ..Chemisch-Technische Monat», hefte, vereinigt mit: Die Seifen-, Del- und Fett- 1 industrie" sachdienliche Fingerzeig«. 4. ab Alten - Duseck 9.OO, Wieset 9.10; 5. ab LaunSbach 8.26, Wißmar 8.36, Krofdorf 8.50 Llhr. Stahlhelm-Aufmarsch in Gießen. An dem 1. Hessischen Grenadi«rtag in Gießen wird sich auch der Stahlhelm, B. d. F. in größerer Zahl beteiligen und mit über 1000 Mann aufmarschieren. Die auswärtigen Kameraden — so schreibt man unr —, die schon im Laufe des Samstag nachmittag eingetroffen sind,, werden in Massenquartieren untergebracht. Der Stahlhelm oer- bindet mit dieser Veranstaltung gleichzeitig eine Feier Schaft, sb M Xaunui, hu ftÄ JJ«gürteI berührt ’m nach oft«, Ä verfolgen, 7*^ und al. UFL udrand des rhemi» »lager befind«. Me nvm-rsachen. 3m mit eine Bemt» Wem ein. !o inanöia unterdrückt (Solle) behandelte S überraschenden Wklti bei amten über 14 000 -eborgen werden. Hirn- und Larven- en sind auch Leber» rmen. Weiter fand - Den letzten Dvr» rof. Dr. H. Krieg iite Sspedition im Spedition erstreckte iete de- nördlichen )ie Erforschung der Menschen von ihrer g, September werden Präsidenten über dar rmittlung-v"' >utz und Pach erschutz, chterung für den lerösfenllichi. 3. ab Hochelheim 8.30, Hörnsheim Abzweig Rechtenbach 8.45, Lützellinden 9.00, Klein-Linden 9.15; schenke". ** Hermann Stichel 70 Jahre alt. Am morgigen Same tag, 1. Oktober, kann unser Mitbürger Hermann «tichel seinen 70. Geburtstag feiern Der Jubilar ist für viel« Gießener Einwohner eine bekannte Persönlichkeit und noch m auter Erinnerung. Dom Jahr« 1907 war er am ließener Stadttheater, seit der Eräffnungsvorstel. lung Wallensteins Lager", bis 1928 aktiv tätig, und er wirkt auch heute noch aushilfsweise mit. Trotz seines hohen Alters ist der Jubilar noch sehr rüstig und erfreut sich wegen seine» humorvollen Wesens allgemeiner Beliebtheit. . * 50 Jahre Gartenbaubetrieb Rudolf Schneider. Ami. Oktober kann die Firma Gartenbaubetrieb Rudolf Schneider am Schiffenberger Weg auf ihr 50jähriges Bestehen zurückblicken. Johannes Schneider sen. hat aus kleinsten Anfängen heraus den Betrieb zu einer ansehnlichen Höhe entwickelt und ihn im ferfamen, lag s§o° „ Gipfel ber W Salzkammergut ••• ist blond, W Mer Dperettenftai ’äss, •te 5dm in.“11" Äfc Weit'", ad Diesmal «M- “ h#r Suftav linr^ ’ * h,m 2B Üe^b nai>£ "itiiM emanber " „ u, ... *£ & fnmmt mo" h v°lge ^,« ?lm Sonntag totste bie Drüber,chatt Sietzen Liebigftraße, Frankfurter Straße, Scltersweg, Son- ^unadeutlcken Ordens ihr neues Jugend- nenstraße, Reuen Baue, Licher Straße zur Wohnung |>e fl , ^mrdc bei überaus des Landeskommandanten in Hessen, Oberstleutnant | L^iligung der Or?enSjugend auSgesüllt mit Wehrsportkämpfen. bei denen die Gießener im Gesamtergebnis gegen Wehtar. Butzbach Leihgestern, Klein-Linden. Allendorf, Rodheim und Holzheim siegreich blieben. Der Rachmittag begann mit einem feierlichen Konvent zur Eröffnung und Sehergabe deS Heims. Bruder Komtur K r a u s ch hielt eine begeisternde, anfeuernde Rede an die Ordensjugend und gab ihr für das neue Heim den Geleitspruch mit auf den Weg: .Durch Pflicht zur Freiheit". Seine Rede war eine ernste Mahnung an die deutsche Jugend, ein Hinweis auf die großen Männer unseres DolkeS. Den 2lb- schluß der Tagung bildete ein Geländespiel der Ordensjugend. Der Abend vereinte die Ordens- fugend mit den Brüdern der Bruderschaft Gießen und deren Familien, sowie zahlreichen geladenen Gästen zu fröhlichem Beisammensein in der.Derg- Gne Nase für 22 Pfennig! Mehr ist sie nicht wert — sagt bas römische Schwurgericht unb damit basta! Obwohl es sich nicht etwa um eine bestellte, eine beim Orthopäden gekaufte Werktagsnas« aus Paraffin handelt, sondern um eine frifchtebendig« Nate, eine gutgewachsene unb angewachsene Nase, eine Frauen na fe sogar, ja ein« römische Nase. Und diese» Schönheitsideal hat der Mechaniker Alfvebo feiner geliebten Marietta mir nichts, dir nichts aus dem Gesicht herausgebissen. Der Barbar — sagt ber Staatsanwalt. Beantragt gwei Jahre Zuchthaus, bie bas Gericht auch bestätigt, und im übrigen, was den materiellen Schaben anbelangt, mildernde Umstände. Nicht der Nasenabbeißer ist der Schuldige, sondern bte Nchen- trägerin — sagt di« Verteidigung. Denn da» Näschen Mariettas hatte außer bem legitimen Bewunderer Alfredo auch andere ... Es ergab sich einerseits zwar, daß Alfredo «in jähzorniger, brutaler Kett fei, Marietta allerdings anderseits zu nachgiebig unb sanft war, wenn ihr Mann den Penaten fernblieb. Und einmal schleudert« sie ihm den Namen ihres Liebhabers ohne diesbezügliche Aufforderung Ins Gesicht, worauf Alfredo ihr ins Gesicht sprang. Das Nafenabbeihen gehött im Süden zu dem umfangreichen Entstellungskomplex des sfregiare, wobei weniger mit Vitriol, als mit Fingernägeln, Rasiermessern und Zähnen gearbeitet wird, hauptsächlich mit den Zähnen. Den beliebtesten Anhaltspunkt bietet ber Gesichtsoorsprung, wie ja jeder Romsahrer weiß, der auf bem Pincio gewesen ist unb bie Marmor- büsten dort sämtlich mit angeflickten Nasen angetroffen hat. Cs gibt zu diesem Behuf sogar einen städtischen Nasenreparateur, der Marietta freilich nicht mehr helfen kann. Sie fft auf Lebenszeit steegiata, verstümmelt. Jedoch bewiesen die Richter Verständnis für bie volkstümliche Aktion Al- für feine Brutalität, r die Nase. Denn e* war eme provozierende Verdienter preffewart der OT. In diesen Tagen kann Lehrer Oßwald (Bad- Nauheim) auf eine 25jährige turnerische Pressearbeit zurückblicken. Der Jubilar hat als Bezirkspressewart der Deutschen Turnerschaft in zahlreichen Artikeln für die Turnsache geworben. Lehrer Oßwald ist eine weit über den Mittelrheinkreis der DT. hinaus bekannte Persönlichkeit, deren uneigennützige Wirksamkeit für den turnerischen Gedanken wiederholt hohe Anerkennung gefunden hat. Abrudern beim Ruderclub „Hassia". Rennen um die Klubmeisterschafken. Der Ruderklub „Hassia" hielt sein Abrudern, verbunden mit internen Wettfahrten und der Ausfahrt der Klubmeisterschaft im Einer ab. Die Beteiligung der Ruderer war sehr stark. Trotz des nicht gerade günstigen Wetters hatte sich eine ansehnliche Zahl Zuschauer eingefunden. Lobenswert stark war die Beteiligung der Schü- lerabteilung, die unter der Leitung von Richard F r e n z e l steht und im Etilrudern wohlverdienten Beifall erntete. Auch die Jungmannen, über die der Verein in einer stattlichen Anzahl verfügt, hatten sich restlos beteiligt. Rachdem am Vormittag die Mannschaften und Boote zum Wettfahren ausgelost wurden, begannen am Rachmittag die Rennen, die recht interessante Kämpfe zeigten. Als erstes Rennen wurde die K l u b m e i st e r- schaft im Einer ausgefahren. Es starteten Christian Hüttenberger und L. D e h u s. Die Boote gingen gleichmäßig vom Start weg. Dehus, der einen ruhigeren und sicheren Einsatz hatte, ging langsam in Führung und gewann das Rennen sicher mit drei Dootslängen Vorsprung. Als zweites Rennen kam der Anfäng er- vierer zur Ausfahrt. Der Start mußte wiederholt werden. Als die Mannschaften das Startfieber überwunden hatten, zogen sie gleichmäßig in langem Schlage ab. Die drei Boote kamen in geringen Abständen, erbittert kämpfend, im Ziele an. Stet Junior-Vierer, der ebenfalls mit drei Booten beseht war, zeigte interessante Kämpfe. Kurz vor dem Ziel ging der Vierer mit Leuning am Schlag in Führung und gewann das Rennen mit einer halben Dvotslänge vor dem zweiten Doot. Das dritte Doot folgte mit zwei Längen Abstand. Am spannendsten war das Achterrennen. Es starteten drei Doote. Die Mannschaft mit Leuning. Eisenbach, Dehus, Hüttenberger, Denz- ler, H. Weih, Wisker und Ommert ging mit flottem Schlag vom Start bis ins Ziel als erster über die Bahn, stark bedrängt durch das zweite Doot. Mit einem Abstand von einer Länge folgte das dritte Doot, das durch ein unglückliches Los nur mit Junginannen besetzt war. Zum Schluß kamen die Paddelboote. Es gingen drei Boote an den Start. Das mit Löber- Cidmarrn besetzte Doot ging sofort in Führung und blieb mit drei Längen Vorsprung Sieger vor dem zweiten Doot (Trewes-Weiß), das technisch nicht so auf der Höhe war. Den Abschluß bildete die Preisvertei- lu n g. Als Preise kamen, entgegen der allgemeinen Gepflogenheit, Frühstückskörbe zur Verteilung, die allgemeine Freude auslösten. Der Vorsitzende, Herr S ch ü tz l e r, hielt eine Ansprache und gab vor allem der Jugend mit auf den Weg, sich weiterhin eines echt sportlichen Lebens zu befleißigen und sich im kommenden Frühjahr dem Verein zum Training zur Verfügung zu stellen. Das Fest endete mit einem gemütlichen Zusammensein im neuhergerichteten Bootshaus. Sportabieilung des Turnvereins Wieseck. Am kommenden Sonntag ist die 1. Mannschaft des Turnvereins spielfrei. Die Jugend trägt in Klein- Linden gegen die dortige spielerfahrene Jugend ein Spiel aus und darf den Kampf nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Schüler tragen in Gießen ebenfalls ein Pflichtspiel gegen die 2. Schüler von 1900 aus. Sportverein 1928 Garbenteich. Garbenteich I — Steinbach I 3:2 (2:1). Die 1. Mannschaft von Garbenteich konnte am Sonntag ihr drittes Verbandsspiel siegreich bestehen. Sie fertigte die gleiche von Steinbach mit 3:2 ab. Der Kampf wurde hart, aber doch fair geführt. Es entwickelte sich ein flottes Spiel. In der zehnten Minute gingen die Gastgeber in Führung, Steinbach glich aber bald darauf aus, Garbenteich konnte dann vor der Pause ein weiteres Tor erzielen. Rach der Pause erhöhten die Gastgeber auf 3:1. Die Gäste gingen aber nun mächtig aus sich heraus und holten ein Tor auf. Knapp behielt Garbenteich mit 3:2 den Sieg. Der Gastgeber war technisch besser, die Steinbacher wuchtiger. Die 2. Mannschaft unterlag gegen Leihgestern mit 3:0 Toren. Die Gäste siegten verdient. ZV. „Teutonia" Laubach. Laubach I — Watzenborn-Steinberg 1:7 (0:5). Am Sonntagnachmittag trafen sich auf dem hiesigen Sportplatz beide Mannschaften zum fälligen Verbandsspiel. Die Gäste erwiesen sich als sehr spielstark und konnten bereits in der ersten Halbzeit fünf Tore buchen. In der zweiten Spielhälfte kamen die ersatzgeschwächten Laubacher etwas auf, die gegnerischen Treffer waren aber nicht aufzuholen. Deim Schlußpfiff stand das Spiel 7:1 für die Gäste, die wohlverdient Sieger wurden. Handball der Turnergilde im OHV. Am letzten Sonntag standen sich die beiden 2. Mannschaften der Turnergilde im DHV. und des Tv. Launsbach zum Rückspiel gegenüber. Das Spiel gestaltete sich von Anfang an sehr lebhaft und sah die Gäste infolge der besseren Kombination leicht im Vorteil. Dis zur Halbzeit fielen auf Seiten der Turnergilde in gleichen Zeit- abständen trotz großer Mühe vier Tore und man rechnete mit einem hohen Sieg der Launs- bacher Gäste. Kurz nach Halbzeit fand sich jedoch die Turnergilde im Zusammenspiel und setzte sich mit aller Energie durch. Es fielen innerhalb 15 Minuten fünf Tore für die TurnergildL Der Sieg der Gäste war sehr in Frage gestöRt, da man erwartete, diese seien nun stark entmutigt. Trotzdem ging Launsbach alsbald wieder in Führung und erzielte das Ausgleichstor. Die Turnergilde griff jetzt nochmals energisch an und warf ein weiteres Tor, konnte aber dann nicht mehr zum erfolgreichen Wurf kommen, da Launsbach gut arbeitete, und die Gäste sicherten sich, allerdings unter Mwßern Aufwand, den Sieg mit drei weiteren Toren. Das Freundschaftsspiel endete mit 8:6 (4:0) für Launsbach. Abiurnen im Tv. Klein-Linden. Am Sonntag hielt der Tv. Klein-Linden (DT.) auf dem neuen Sportplatz sein A b t u r n e n ab. Unter Leitung der Turnwarte Pfaff, Weber, Klinke! und Frl. Jung traten am Vormittag 60 Turner und Turnerinnen zu den Wettkämpfen an. Am Nachmittag fand ein Handballwettspiel zwischen den 1. Mannschaften von Krofdorf und Klein- Linden statt, das vom Gastgeber mit 6:1 gewonnen wurde. Die anschließenden turnerischen. Vorführungen wurden mit großem Interesse verfolgt. Der Abend brachte die Siegerehrung. Die Wettkämpfe brachten folgende Ergebnisse: Schüler-Ober st ufe (Siebenkampf): 1. Preis mit 114 Punkten W. Lang (zugleich Ehrensieger); 2. mit 102 P. Wilhelm Wagner; 3. mit 97 P. Wilhelm Weigel. Schüler-Unterstufe (Fünfkampf): 1. mit 83 P. Hans Weller; 2. mit 80 P. Karl Weber; 3. mit 78 P. Rudolf Wagner. Schülerinnen-Oberstufe (Achtkampf): 1. mit 144 P. Martha Rinn (zugleich Ehrensiegerin); 2. mit 125 P. Marie Weigel; 3. mit 123 P. Tilli Rinn. Schülerinnen -Unterstufe (Fünfkampf): 1. mit 85 P. Lotti Kopp (zugleich wiederholte Ehrensiegerin); 2. mit 76 P. Hilde Größer; 3. mit 73 P. Marie Ufer. Jugendturnerin- nen-Oberstuse (Zehnkampf): 1. mit 151 P. Ottilie Frey (zugleich Ehrensiegerin); 2. mit 141 P. Hilde Weigel; 3. mit 140 P. Lisel Steinmüller. Turnerinnen-Unterstufe (Zehnkampf): 1. mit 138 P. Hedwig Marten (zugleich wiederholte Ehrensiegerin); 2. mit 135 P. Frieda Schaum. Zöglings-Ober st ufe (Neunkampf): 1. mit 125 P. Ludwig Stotz. Zöglings-Unter st ufe (Neunkamps): 1. mit 148 P. Walter Weber; 2. mit 137 P. Wilhelm Zörb; 3. mit 127 P. Karl Marten. Sportabteilung-Ober st ufe (volkstümlicher Fünfkampf): Ehrensieger mit 79 P. Robert Stein; 1. mit 73 P. Rudolf Jung II.; 2. mit 65 P. Rudolf Jung I.; 3. mit 64 P. Heini Jung. Sport- abteil ung-Unter st ufe (volkstümlicher Fünfkampf): 1. mit 91 P. Walter Klein; 2. mit 68 P. Ludwig Vogel; 3. mit 49 P. Werner Weigel. AbturnenimTv.„GutHeil Reiskirchen Am Sonntag wurde das diesjährige Abturnen des Tv. „Gut Heil" (ADT.) verbunden mit der Austragung der leichtathletischen Vereinsmeisterschaften, abgehalten. Die Wettkämpfe hatten unter den schlechten Witterungsverhältnissen zu leiden. Die Läufe und der Stabhochsprung konnten Infolge des einsehenden heftigen Regens überhaupt nicht ausgetragen werden. Auch hier wären sehr spannende Kämpfe zu erwarten gewesen. Der noch jugendliche Gau- und Der- bandsmeister M 5 b u s zeigte wieder bestes Können. Er übersprang im Hochsprung 1,70, Weitsprung 6,15 und warf den Speer über 40 Meter. Nachstehend die (im Auszug wiedergegebenen) Ergebnisse: Klasse A: Hochsprung: 1. Ehr. Möbus 1,70; 2. Ph. Launspach 1,65; 3. K. Jäger 1,55 Meter. — Weitsprung: 1. Chr. Möbus 6,15; 2. Fr. Balser 5,85; 3. PH. Launspach 5,70 Meter. Kugelstoßen: 1. Balser 11,01; 2. Möbus 10,85; 3. Launspach 9,83 Meter. — Speerwurf: 1. Möbus 40,75; 2. Jäger 33,90; 3. Balser 33,65 Meter. — Diskuswurf: 1. Möbus 30,35; 2. Balser 24; 3. Launspach 22,70 Meter. — Vier-Kampf: 1. Möbus 86; 2. Launspach 76; 3. Balser 74; 4. Jäger 61 Punkte. Klasse B: Hochsprung: 1. L. Launspach 1,50; 2. M. Roth 1,45; H. Jäger 1,45; 3. K. Stumpf 1,35 Meter. — Weitsprung: 1. H. Jäger 4,85) 2. L. Launspach 4,70; 3. M. Roth 4,65 Meter. —• Kugelstoßen: 1. Launspach 9,95; 2. R. Breuning 9,65; 3. Jäger 9,45. — Speerwurf: 1. Jäger 29,90; 2. Roth 27,30; 3. K. Decker 26,70 Meter. — Vier-Kampf: 1. L. Launspach 86; 2. H. Jäger 81; 3. M. Roch 67; 4. K. Schomber 66; K. Stumpf 66 Punkte. Klasse C (volkstümlicher Vier-Kampf): 1. E. Seipp 82; 2. R. Damm 72; 3. L. Balser 60 Punkte. Schüler (Unterstufe), Vier-Kampf: 1. L. Reichmann 105; 2. L. Döring 88; 3. Hch. Jünger 87; 4. O. Kloos 84 Punkte. — Sieben-Kampfr 1. Hch. Jünger 126; 2. L. Döring 125; L. Reich- mann 125; 3. Th. Möbus 122; 4. W. Damm 121 Punkte. Schüler (Oberstufe), Vier-Kampf: 1. K. Peter 89; K. Damm 89; 2. K. Stock 82; 3. H. Schmidt 81; 4. K. Hartmann 75 Punkte. — Sieben-Kampf: 1. Hch. Schmitt 120; 2. E. Schäfer 118; 3. K. Hartmann 115; K. Stock 115; 4. K. Damm 112 Punkte. Wirtschaft. * Arbeitereinstellungen in der Steininduftrie des Westerwaldes. Das Wirtschaftsprogramm der' Reichsregierung hat auch auf die Wefterwälder Steininduftrie belebend gewirkt. In vielen Steinbrüchen find in diesen Tagen zahlreiche Arbeiter zur Einstellung gekommen. Einzelne Betriebe haben fast ihre ganze frühere Belegschaft wieder angelegt. Als Auftraggeber tritt u. a. sehr stark die Reichsbahn in Erscheinung. * Reueinstellungen in der Industrie. Rach dem Bericht des Schlichters für den Bezirk Rheinland haben sich in feinem Bezirk die Reueinstellungen auf insgesamt 1100 erhöht. Wie der Schlichter für den Bezirk Brandenburg meldet, sind dort inzwischen über 3000 Reueinstellungen erfolgt. Im Gebiet der Provinz Schlesien sind nach dem-Bericht des Schlichters seit dem 15. September rund 1250 Reueinstellungen erfolgt. In den Schlichterbezirken Mitteldeutschland und Sachsen haben sich die Reueinstellungen nunmehr auf insgesamt 4000 erhöht. Soweit Meldungen aus dem Schlichterbezirk Südwestdeutschland vorliegen, sind dort insgesamt rund 1200 Arbeiter neueingestellt worden. Frankfurter Abendbörse etwas erholt. Frankfurt a. M., 29. Sept. Unter dem Einfluß festerer Kursmeldungen von den Auslandbörsen, insbesondere Wallstreets, eröffnete die Abendbörse nach dem Rückschlag im Mittagsverkehr leicht erholt. Auf dem ermäßigten Riveau zeigte sich etwas Rückkaufsneigung, doch ging man wegen der Rähe der israelitischen Feiertage keine größere Engagements ein. Gegen den Berliner Schluß ergaben sich durchschnittliche Besserungen von 0,5 bis 1 v.H. Das Geschäft war klein, und nur Montanwerte begegneten etwas größerem Interesse. Rheinstahl zogen um 1,75 v. H.. Mannesmann um 1 v. H. und die übrigen Wette dieses Marktes etwa 0,5 bis 0,75 v. H. an. Auch Kunftseideaktien waren etwas erholt, ferner am Elektromarkt Siemens mit plus 1 v. H. Im Verlaufe kamen Demberg mit plus 1,5 v. H. zur Rotiz und auch Aku waren um weitere 0,5 v. H. höher. An den übrigen Marktgebieten blieben die erholten Kurfs bei kleinsten Umsätzen behauptet. An den Rentenmärkten war das Geschäft still bei gut behaupteten Kur - fen. Gold- und Liquidationspfandbriefe lagen teilweise 0,25 v. H. höher. Von fremden Werten gingen 3,5prozentige Schweizer Bundesbahn weiter zurück, mexikanische Anleihen blieben gut gehalten. Reubesitzanleihe 6,75. Altbesihanleihe 55,25, Schuhgebietsanleihe 5,40, 3,5prozentige Schweizer Bundesbahn 118,5, 5prozentige Silbermexikaner 4 v. H., 4,5prozentige Jrttgation 4,40, Reichsbank 127,5, Buderus 41, Harpener 76, Mannesmann 55,13, Rheinstahl 67,5, Phönix 25,25, Stahlverein 19,5 bis 19,25, Aku 5,25 bis 57,75, Dekula 112,25, Demberg 54,5 bis 55, AEG. 32, IG.-Farben 99,13, Rheinische Elektro Mannheim 76,5, Siemens & Halske 129, Zellstoff Waldhof 47,5, Zellstoff Aschaffenburg 31,25, Reichsbahn-Dorzugsaktien 84,13, Hapag 17,75. Schweinemarkt in Butzbach. pb. Butzbach, 29. Sept. Zum heutigen Schweinemarkt waren 356 Stück auf getrieben. Es wurden gezahlt für Ferkel bis sechs Wochen alt 8,50 bis 11,50 Mk., von sechs bis acht Wochen alt 11,50 bis 13,50 Mk., von acht bis 13 Wochen alt 13,50 bis 18 Mk. Der Handel war rege, es blieb nur ein kleiner ileberftani>. Schweinemarkt in Friedberg. WSN. Friedberg, 29. Sept. Beim gestrigen Schweinemarkt wurden bezahlt für sechs Wochen alte Tiere 7 bis 10 Mark, sechs bis acht Wochen alt 10 bis 12 Mark, acht bis zwölf Wochen alt 12 bis 20 Mark. Bei flottem Handel verblieb etwas Ueberstand. Auftrieb 781 Ferkel. Arbeitslosigkeit und Beschäftigung. Am 15. September ist die Verordnung des Reichspräsidenten zur Vermehrung und Erhaltung der Arbeitsgelegenheit vom 5. September 1932 in Kraft getreten. Im folgenden gibt nun das Institut für Konjunkturforschung in seinem neuesten Wochenbericht eine Schilderung der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bis August 19 3 2, d. h. bis zum letzten Monat vor Inkrafttreten dieser Verordnung. Das Institut unternimmt dabei den Versuch, über die Meldungen der Arbeitsämter hinaus die tatsächliche Zahl der Arbeitslos en (sichtbare und unsichtbare) zu ermitteln, der folgendes Ergebnis zeitigte: Schätzung der Gesamtzahl der Arbeitslosen. Stand am Monatsende. Vierteljahresdurchschnitt. 1930 1931 1932 1. Vierteljahr 3,63 5,83 7,86 2. 2,90 4,84 7;23 3. 3,22 5,25 7,16 (Juli) 4. 4,41 6,62 Eins ergibt sich aus der Entwicklung der letzten Monate: Die Zeiten der sprunghaften konjunkturellen Abwärtsbewegung der Beschäftigung sind vorüber. Der Konjunkturrückgang der Beschäftigung hat sein Tempo ganz erheblich vermindert. Soweit sichere zahlenmäßige Angaben vorliegen, ist freilich ein absoluter Stillstand der Beschäftigung noch nicht festzustellen. Die Gesamtzahl der Beschäftigten nach der Krankenkassenstatistik deutete lediglich eine Ver- langsamung des Beschäftigungsrückganges an, und zwar eine erhebliche ins Gewicht fallende Verlangsamung erst in jüngster Zeit. So ist im Monat Juli die Gesamtzahl aller Beschäftigten in diesem Jahr nur um 23 000 gesunken, im Juli 1931 dagegen um 233 000 und Juli 1930 um 190 000. Auch schon die Monate vorher zeigen, wenn auch nicht so ausgeprägt — eine Verlangsamung des Konjunkturrückganges, wenn man die Saisonbewegung ausschaltet. Die Gefamtbeschäftigung der Industrie Hal sich seit einigen Monaten nur wenig verändert. Die Stagnation, die aus diesen Zahlen spricht, zeigt sich bei den Produktionsgüterindustrien ebenso wie bei den Verbrauchsgüterindustrien. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st elle zu richlen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefüates Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Franksurt a.M. Berlin Schluß« lurS Schluß!. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittag« börse Schluß« kurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse 'Datum 28.9. 29.9. 28-9. 29.9. Datum 28.9. 29.9. 28-9. 29.9. 6% DeuNche RetchSanleche v. 192. 6% ehem. 7 %Dt. ReichSanl. V.192S 6yx°/o Young-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos^Rechten...... DeSgl. ohne Auslos.-Rechte . . 6% ehem 8%£>efi. Bollsstaat 1929 (rüchahlb. 102%)...... 67,5 80 65 55,65 6,85 64,5 58 49,75 76 80 79,4 72,5 10 1,25 7,4 6,75 7 3,9 4 4 6.4 11 5,5 19 67 79,5 65,25 55,25 6,75 64,5 57 49,75 76 80,25 80 73 10 1,25 7,4 6,75 7,4 3,9 4,15 3,95 6,25 11 5,2 19,25 66,75 80 55,5 6,7 49,4 72,75 10 7,5 6,9 6,13 7,25 3,7 4,35 11,25 5,4 19,75 67 79,5 65,25 50 73,5 10,5 7,3 6,35 4,3 6,25 11,5 5,2 19,65 C ■ amvurg-Amcrua Pme. . . . u >amburg-Südam. Dampfschifj. 0 >ansa Dampfschiff .....i iorddeutschcr Lloyd.....( ,G. für Verkehrswesen Akt. . 0 Serliner Handelsgesellschaft. 4 ommerz. und Privat-Bank . 0 sarmstävter und Nationalbank 0 leutsche Bank und Disconto-Geselljchast... 0 sreSdner Baak...... 0 leichsbank........1: S.E.G............0 Bergmann.........0 Aektr. LteserungSgesellschaft. ' 5 Acht und Kraft...... 6 Hellen & Guilleaume.... 0 Scsellschast für Elektrische Unternehmungen .... 4 ltheinische Elektrizität ... 6« -chuckert & (So. ...... 0 Siemens S Halske ..... 9 Zahmeher & (So.......10 lubcrus..........4 deutsche Erdöl.......6 Selsenkirchener.......8 sarpener...... 0 soejch Eisen....... . 6 Ilse Bergbau.......10 Ilse Bergbau Genüsse ..... stanncsmann-Röhren .... 6 18 18,4 43 91 53,5 75,25 61,75 127,5 33,5 71 88 57,5 74 73,5 77 135,5 115 41,5 75,5 39,25 77 35 56 23,5 25,9 173 68,75 17,75 18,13 43 91 53,5 75 61,75 127,5 32 70,5 88,5 57,5 73,5 74,5 77 129 115 41 75,5 38,5 76 97 35,5 55,13 23 25,25 172,5 67,5 18 18,25 43 91,5 53,5 75,25 61,75 127,5 33,25 70,5 87,5 57,65 74 74 77,25 134,75 115,5 40,5 74,5 39,65 76,5 37,5 98 35,5 56 38 25,65 172,5 68 17,13 29,5 18 43 91,9 53,5 75 61,75 128 31,5 70 88,5 57,75 73,25 76 128 40,75 75,4 38,75 75,25 36,65 95,13 33,65 54,13 22,75 37,9 25 173,5 66,25 Oberhellen Provinz-Anleihe mit Auslol-Rechten...... Deutsche Komm. Sammel abl. 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Frankl. Hhp-Banl Goldpse 16 unkündbar bis 1936 6%% ehem. 4yt% Franks.Hyp.- Bank yiqu. Psandbriese . . . 6%% ehem. 4y,% Rheinische Hyv.-Bank-Liqu.-Goldpse. . . 6% ehem. 8% Pr. Landespsand- briesanstali Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 4% Oesterretchische Goldrente . . 4,20% Österreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 *Vi% desgl. von 1913..... 6% äbgestl Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihc Serie I........... 4% deSgl. Serie II....... 6% Rumän. vereiuh. Rente v. 1903 4KARumLn.veretnh.Rentev.1919 4% Rumänische vereinh. Rente . 21% 1. Anatolier...... Oberschles. Kokswerke ... .8 Zhönir Bergbau. ..... 4'/, lhein tscbc Braunkohlen. . . 10 Kheinstahl ......... 6 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abendbörse Schluß« lurS Schlußk. Millag- börse Datum 28-9. 29.9. 28.9. 29.9. Riebeck Monian...... 7,2 — — — — Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 18,5 19,25 18,9 18,9 Olavi Minen....... 0 18 17 17,25 17,75 Kaliwerke Aschersleben . . . 6 106,5 108 107 — Kaliwerke Westeregeln . . . Kaliwerke Salzdetfurth . . . 6 113,5 113,5 113,25 113,25 9 172 171 173 171 I. ®. Farben-Jndustrie . . . 7 100,4 99,13 100,75 98,65 Scheideanstalt....... 10 135,25 135,25 — Goldschmidt........ . 0 29,4 29 29,75 — RütgerSwerke....... . 0 43,25 43 43,25 42,65 Metallgesellschast...... . 0| 36,5 36,5 Philipp Holzmann..... Zementwerk Heidelberg. . . Cementwerk Karlstadt. . . . . 0 59 59,5 59,4 59,5 . 4 . 0 52,25 49,5 52,5 51 — — Wayß & Freytag ...... . O 5,1 5,1 — Schultheis Patzenhofer . . . 0 — — 55 53,75 Mu (Mlgememe Kunstseide) 0 58,25 57,75 58,25 56,75 Bemberg......... 0 56,25 55 56,75 53.5 Zellstoff Waldhos..... 0 48 47,5 46,75 47,75 Zellstoff Aschaffenburg . . . 0 32 31,25 32,5 31 Dessauer Gas....... . 7 — — 92 91,25 Daimler Motoren..... . 0 21,5 21 21,5 21,4 Deutsche Linoleum .... . 0 48 48,25 48 47,75 Orensteln & Koppel .... . 0 — 36,5 35,5 48,5 Leonhard Ttetz...... . 6 48,5 48 48,75 SvenSka......... . 0 — — — Chade.......... 12 — 176 177 176 Frankfurter Maschinen . . . Gritzner......... Mainkraftwerke Höchst a. M.. . 0 . 0 26 26,5 27 29 . 4 54 Süddeutscher Zucker . . . . . 8 125 125 124,5 125,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.2fL 28. September 29. September Amtliche Dlotierung Amtliche Notierung Geld »riet Geld Brief Helsingsors . 6,254 6,266 6,264 6,276 Wien. . . . 51,95 52,05 51,95 52,05 Prag . . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest. . — — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,13 169,47 169,18 169,52 Oslo.... 73,18 73,32 73,18 73,32 Kopenhagen. 75,37 75,53 75,37 75,53 Stockholm . 74,61 74,75 74,63 74,77 London. . . 14,52 14,56 14,525 14,565 Buenos Aires 0,900 0,904 0,898 0,902 Neupork . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel, . . 58,34 58,46 58,34 58,46 Italien. . . 21,595 21,635 21,60 21,64 Paris . . . 16,48 16,52 16,48 16,52 Schweiz . . 81,11 81,27 81,12 81,28 Spanien . . 34,42 34,48 34.45 34,51 Danzig. . . 81,82 81,98 81,82 81,98 Japan . . . 1,009 1,011 1,019 1,021 Rio de Jan.. 0,304 0,306 0,301 0,303 Jugostawien. 6.294 6,306 6,294 6,306 Lissabon . . 13,22 13,24 13,22 13,24 Banknoten. Berlin, 29-September Geld Ärlef . Amerikanische Noten....... 4,20 4,22 Belgische Noten......... Dänische Noten ......... Englische Noten ......... 58,18 75,00 14,485 16,44 168,81 58,42 75,30 14,545 16,50 169,49 «lranrösische Noten ........ Holländische Noten........ Italienische Noten....... 21,54 73,00 21,62 Norwegische Noten........ 73,30 Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling — Rumänische Noten........ 2,46 2,48 74,75 Schwedische Noten........ 74,45 Schweizer Noten......... Spanische Noten. ........ 80,94 34,31 81,26 34,45 Ungarische Noten ........