llr. 205 Erstes Blatt Dienstag, 50. August 1952 182. Zahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vniS und Verlag: vrühl'sche Univer^rMr-vuch- und Steinöruderei R. Lange in Giehen. 5chnstlettung und Geschäftsstelle: 5chulstrasse 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höh« ' für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärt» 10 Reichspfennig; für *Jie» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrift 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, jämtlich in Gießen. ih?önnober pflege. 5“ « mit 6$ „y,,N 1 aottn Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monat, Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanfchlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Siehrn. Poftfd)edfonto: Sranffnrt am Main 11686. Önrein?Tnistur I hwinstl Vt' t wÄÄ । I ,N * Lchm. ffnanif?fO(pmpiQ1 ikÄrte in lei™ * 'b’A‘»rlx*lt 15 Wonbetamnwn eines lerungen wurden bis zu inbuitrieobligationen waren Jinfjeitiid) choesch schwach, ' lagen wenia verändert. !doch trotz der für die nach- bistontsenkungnicht lchte sich die Ultimoanspaiu >en Sähen fühlbar. lager- , örenze auf 5,5 v.h. an und mit 5,40 v. h. erhältlich, idbörse weiter fest. 29. Aug. An der Abend- lufwärtsbelvegunz em Tempo fort. Aon der kleine Orders vor, so bah Wurfe meist Erhöhungen traten. Das Geschäft war Wer, a/s heute mittag. als an ben /eiterigen omartt beoba^tete mon dch einige Dreie von en, WM Wert rufe traten meist weitere 5 v. S). ein. Segen W Kurse oereinjelt leirfet ab en ihren Ansangsverluft ewisse Zurückhaltung bet« Varlamentsbeginn. cft war es au6er* »dmm 66rt«iWd>»™' ist gut behauptete Awje. iJaÄüe nach während für 6N , Liambotionspfandbneinl SftÄ 77 5 Licht L «rost 88.5, \ Most 77 Siemens 148, 0 .. fe'ÄÄ 5riti "kB 52,05 12,05 3,063 270-07 73,17 77-0 71,s" 1I.Ö 0,897 4,217 58. Ö 21,Ö 16,M 11,fl 0,13 0,841 0,3« 6,707 13,31 >2,05 2,485 3,063 70,07 73,17 77,L 74,87 14L 0,897 4,217 58,53 21.53 16,54 81,88 33,88 82,13 0,951 ch32° 6,707 13,31 58, 77, *4’« 16,4| les.Z 21,55 72,85 2^49 74,55 81,4? 33,6« 51,95 12,465 3,057 169,73 73,03 77,2 74,7 14,5 0,693 4,209 58-41 21,59 16,^ 81,65 33-82 81'97 0,«8 0,324 6,693 13.29 Der Reichswehrmimster über die Abrüstungskonferenz. Eine Zwischenbilanz und Deutschlands Rüstungsforderungen. Berlin, 30. Aug. lERB. Funkspruch.) Unter der Lieberschrift „LlmDeutschlandsSicher- hcit" befaßt sich Reichswehrminister v. Schleich e r im „Heimatdienst" mit dem Ergebnis des ersten Abschnittes der Abrüstungskonferenz. Herri o t habe, so führt der Minister u. a. aus, mit feiner Erklärung vorn 23. Juli 1932, das Frankreich Sicherheit nicht für sich allein, sondern für alle Nationen fordere, das Ziel der Abrüstungskonferenz klar Umrissen. Wenn die französische Politik dieses Ziel aber aus dem Umwege völkerrechtlicher Vereinbarungen über Schiedsgerichtsbarkeit und internationale Hilfeleistung erreichen wolle, so verberge sich dahinter nicht nur Frankreichs Anspruch auf erneute Anerkennung der 1919 ge- schassenen Hegemonie, sondern diese Forderung stünde auch im Widerspruch zu dem Grundgedanken der Konferenz, die eindeutig den Namen trage „konseren; zur Herabsetzung und Befdjränfung der Rüstungen". Einen anderen Weg. dieses Ziel zu erreichen, als Verwirklichung gleicher nationaler Sicherheit für alle Völker durch Abrüstung der Höch st gerüsteten Staaten, als Beseitigung des unwürdigen Zustandes einer Trennung der Mächte in bevorrechtigte und entmündigte Staaten gebe es nicht. Z w e i M a s; st ä b e ermöglichten eine gerechte Würdigung des Ergebnisses der Genfer Verhandlungen: einmal die Frage, was in diesem halben Jahr für die Abrüstung erreicht wurde, sodann der Gesichtspunkt, ob und inwieweit das Ergebnis dem Grundsatz der Gleichberechtigung Rechnung trägt. Entkleide man den ersten Teil der Entschließung vom 23. Juli 1932 aller schmückenden Beiworte, so bleibe das Wunschbild übrig, dasz „eine wesentliche Herabsetzung der Land-, See- und Lustrüstungen durchgeführt werden wird" und „das; ein weseütliches Ziel die Verminderung der Angrifssmittel ist". T-edur t es, f j r g'. Minister vonSchleicher, des Au-gebetes aller Staatsmänner und eines Heeres von Sachverständigen, um insechsMona t e n dieseGrundsühezu finden? Waren 13 Jahre nötig, um als „Ziel" die Verminderung der Angrifssmittel zu sehen, nachdem die Abrüstungsspezialisten der Mächte in den Friedensverträgen von 1919 eine lüden- sose Liste der Angriffswaffen aufstellten und ihre Abschaffung bei den ehemaligen Mittelmächten.erzwangen? Ein Blid auf bte konkreten Abrüstungsvorfchläge der Entschließung verstärke die Zweifel, die die einleitenden Sähe trtoeden. Tie Entschließung begnüge sich damit, ein Verbot von Vichtangrissswassen gegen die Zivilbevölkerung in Aussicht zu stellen. Die vollständige Abschaffung des Bombenabwurfes aus der Luft werde von den Voraussetzungen einer Einigung über die zahlen- lyästige Begrenzung der Militärluftfahrt und einer Ö nternationalifierung der Zivilluftfahrt abhängig gemacht. Die Verwirklichung der cusfabrüslungsvorschläge vom 23. 3uli würde die tödliche Ouftbedrohung Deutschlands in keiner weise mindern, vielmehr bc friedliche Verkehrsmittel der deutschen Zivil- luftfatjrt in neue Fesseln schlagen. Auf dem Gebiete der Landrü st ungen sehe die Entschließung die zahlenmäßige Begren- zung der schweren Artillerie, die Festsetzung von Höchstkalibergrenzen und eines Höchstgewichtes von Kampswo- a e n vor. Bei den Sachverständigenberatungen in Genf seien als Höchstkaliber für Geschütze und als Höchstgewicht für Lanks Zahlen genannt worden, die zum Teil die heute üblichen Höchstgrenzen überschreiten. Tie Herabsetzung der H e c - resstärken bleibe der Zukunft überlassen. Die Fragen der W e h r s y st e m e, der ausgebildeten Reserven, des lagernden Kriegsmaterials, der militärischen I u g c n d au s bi l - düng würden in der Entschließung überhaupt nicht erwähnt. Hinsichtlich der Scer uftu n- gen finde sich kein Wor t über dic Abschaffu^ der U-Tootc, der Flugzeugträger, die Rusdeh- nung der für die deutsche Marine vorgeschriebe- nen ©roßen- und Salibcrbetoranfungen auf Öle anderen Seemächte. „Als g r e i s b a r »-Erg e nisse der Entschließung", so heißt es in dem Ar- tikel weiter, „bleien 1 e d i g N 4 S w e i P u n k t e, auch diese von mehr als ^ogwurdigem Wert. Da Verbot des chemischen und des b a k t e r i o loa ifeben Krieges bedeute nur die erneute Anerkennung eines schon seit 1925 von 34 ÄS«®« 3lÄ‘mban"nod> schliehung nichts P ofttiv es s g . d i e d e u t s ch e G leichberechti gungsf or d e r u n g , so sei die Grundlage für das abschl,e hende Llrteil gegeben: der erste Abschnitt der Abrüstungskonferenz hat keinen merklichen Fortschritt in der Richtung einer allgemeinen Abrüstung gebracht. Die Entschließung vom 23. Juli läßt nicht nur die Gleichberechtigung außer acht, sie zielt vielmehr auf die Fortdauer und entwürdigende Sonderbehandlung einzelner Staaten ab. Die nationale Sicherheit Deutschlands bleibt weiterhin in unerträglicher weise gefährdet. Das Urteil, das der Delegierte einer fremden Macht über die Verhandlungen der Vorbereitenden Ab- rüftungskommisfion fällte, gilt auch für den ersten Konserenzabschnitt: man hat wieder eine feierliche Pontisikalrnesse für die 21 b r ü • ft u n g gelesen mit dem festen Vorsatz, mit allen sieben Todsünden des Wettrüstens zu verharre n." Die deutsche Regierung habe aus dieser Entwicklung die einzig mögliche Folgerung gezogen, indem sie die Entschließung vom 23. Juli und ihre weitere Mitarbeit von der vorherigen Anerkennung des Grundsatzes der Gleichberechtigung abhängig macht. Sie sei damit den weg nationaler Ehre und internationaler Gerechtigkeit gegangen. Zum Schluß kommt der Minister auf seine Ankündigung zu sprechen, daß ein Umbau der deutschen Wehrmacht notwendig werde, falls die Siegermächte die Einlösung ihres 21 b r ü • stungsversprechens weiterhin verweigerten. Jene Ankündigung sei an alle gerichtet gewesen, die Ohren haben, zu hören. „Ich brauche hier", so fährt Minister von Schleicher u. a. wörtlich fort, „den unbeirrbaren Friedenswillen Deutschlands nicht zu bekräftigen. Der beste Garant eines dauerhaften Friedens aber ist ein Deutsches Reich, dessen Souveränität nicht durch entwürdigende Sonderbestimmungen beeinträchtigt ist und das seine ursprünglichste Funktion, für die Sicherheit seiner Bewohner zu sorgen. auch wirklich erfüllen kann. Hier gilt das Wort des Präsidenten Hoover in seiner Rede vom 11. August 1932 über die .vergifteten Quellen der politischen Unstabilität, die in den Verträgen liegen, die den Krieg abschlossen'." Das Ausmaß einer llmorganifation der Reichswehr hänge in erster Linie vom Grade des Abrüstungswillens der hoch- gerü steten Staaten ab. Hindenburg und papen einig. Amtliche Mitteilung über die Beratungen in Neudeck. Reu deck. 30. Aug. (IDID. Funkspruch.) 21 ml- lid) wird milgeleill: Reichspräsident von Hindenburg empfing heute den Reichskanzler von p a p e n , den Reichsminister des Innern Freiherrn von G a y I und den Reichswehrminister von Schleicher zum gemeinsamen Vortrag über die schwebenden Fragen der Innenpolitik, ins- besondere das Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung. Der Herr Reichspräsident erteilte seine Zustimmung zu den von der Reichsregierung geplanten, vom Reichskanzler in seiner Rede in 2U ü n ff e r in den Grundzügen bekanntgegebenen s w i r t s cha f 11 i ch e n und finanziellen Maßnahmen. Der Reichspräsident ersuchte den Reichskanzler, beiderAusarbeitungderein- zelnen Beffimmungen insbesondere darauf zu halten, daß die Lebenshaltung der deutschen Arbeiterschaft gesichert und der soziale Gedanke gewahrt bleibe. Die eingehende Besprechung der i n n e r p o litis ch e n Lage ergab völlige Ucberein- stimmung zwischen dem Herrn Reichspräsidenten und der Reichsregierung. Große Verwaltungsreform in Preußen. Verabschiedung heute im Kabinett? Berlin. 30. Aug. (VDZ. Funkspruch.) wie das Rachrichtenbureau des VDZ. meldet, wird die k o m - missarische preußische Regierung in einer kabinettssihung heute nachmittag sich mit der Verabschiedung der großen Verwaltungsreform beschäftigen, die Reichskanzler v. p a p e n in Münster ankündigte. Landtagsverbot für die Ministeriatbeamten. Berlin, 30. Aug. (VDZ.) Funkspruch.) Wie das Nachrichtenbureau des VDZ. meldet, ist den B e - amten der preußischen fommifjart- i d) e n Regierung heute nm Zusammentritt des Landtags ein Ministerialbefchluß im Umlauf zur Kenntnis gebracht worden, wonach es den Beamten der Regierung verboten ist das L a n d t a g s p l e n u m , die Wandelgänge und die Restaurationsräume des Landtags zu betreten. Da es sich bei diesen Räumen um die wesent- Hälften Teile des Landtagsgebäudes handelt, kann man von einem völligen Verbot für bte Regierungsbeamten sprechen, das preußische Landtagsgebäude zu betreten. Inwieweit die kom- mis arische Regierung von diesem Verbot A u s - nahmen zulaßt, im Sinne des von ihr bekundeten Entgegenkommens der Zusammenarbeit mit dem Landtag, steht bisher nicht fest. Bracht erklärt: 66 bleibt dabei! Berlin. 29. Aug. (WTB.) Lieber den Be- schluß des Gememdeausschusf es de S Preußischen Landtags äußerte sich der kommissarische Innenminister Dr. Dracht dem Chefredakteur des WTB. gegenüber u. a. folgen- ^Sie^Dgut wie e i n st i in m i g e Ablehn u n g der Maßnahmen der kommissarischen Staatsregierung über die Zusammenlegung von Landkreisen und dieAufhebungvonAmtsgcrichten tjabe ihn in keiner Weife überrascht. Schon m wesentlich ruhigeren Zeiten seien die Aendcrungcn von Gc- meindc- und Kreisgrenzen beim Parlament aus fast unüberwindliche Schwierigkeiten gestoßen Mas die Zusammenlegung der kleineren Landkreise anlange, deren Bezirke! noch aus der Zeit der Postkutsche stammten so führten die Anfänge zu diesen Maßnahmen fast 50 Jahre zuruch Selbst- verständlich seien mit der Aufhebung von 58 Landratsämtern und etwa 60 Amtsgerichte ganz erhebliche Ersparnisse verbunden, die sich schon tn kurzer Zeit auswirken würden. Von einer wesentlichen Benachteiligung der Bevölkerung könne keine Rede fein. An Orten der ausgehobenen Amtsgerichte, deren Richter und sonstiges Personal nicht voll ,;u be- Ichäftigen gewesen seien, würden in Zukunst Gerichtstage abgehalten, die der Bevölkerung fast in allen Fällen den Weg zum neuen Gerichtssitz ersparten. Was den Publikumsverkehr mit den Land- ralsämtern anlange, so werde dabei übersehen, daß das Landratsamt nicht soviel „Lauskundschast" habe, wie dies von den Gegnern der Reform behauptet werde, und daß die Einzelfälle im wesentlichen bei den kreisangehörigen Gemeinden und Städten bearbeitet werden. Die Zusammenlegung von Kreisen, deren Zuschnitt im Zeitalter des Telephons und der modernen Verkehrsmittel eben zu klein fei, fei der erste und notwendige Schritt für eine Derwaltungs- reform gewesen. Rechtlich habe sich die kommissarische preußische Staatsregierung vor folgender Situation befunden: Die Notverordnungen des Herrn Reiä)spräfidenten vom 24. August 1931 und vom 6. Oktober 1931 hätten den Landesregierungen das Recht und die Pflicht auferlegt, alle zur Ausgleichung der Haushalte erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Auf dieser Grundlage habe dann die frühere preußische Regierung bereits am 23. Dezember 1931 die Verminderung der Zahl der Landkreise und die Aufhebung von 60 Amtsgerichten grundsätzlich angeordnet, und zwar mit Wirkung vom 1. Oktober 1932 ab. Dieses Programm sei indessen von ihr nicht mehr duräigeführt worden, und daher habe die kommissarische preußische Regierung vor der Entscheidung gestanden, entweder mit diesen Sparmaßnahmen Ernst zu machen oder die Sparverordnung der früheren preußischen Regierung insoweit aufzuheben, zum mindesten die Durchführung über den 1. Oktober 1932 hinaus zu verschieben. Es bedürfe keiner großen Phantasie, sich vorzustellen, welche Flut von Hohn und Spott sich üoer den Reichs» kommissar und seinen Vertreter ergossen, und wie sehr man ihm Schwäche vorgeworfen hätte, wenn er die an sich notwendige und richtige Maßnahme auch nur vertagt hätte. Da die in den Fachministerien bereits vorbereiteten Maßnahmen über die Zusammenlegung von Landkreisen und Amtsgerichten im wesentlichen das richtige getroffen hätten, so seien sie zum letzt- möglichen Zeitpunkt in Kraft gesetzt worden. Llnebenheiten, insbesondere hinsichtlich der Grenzziehung im einzelnen, liehen sich immer noch ausgleichen. An eine Aushebung dieser Maßnahmen im ganzen sei nicht zu denken. Er halte es auch für ausgeschlossen, daß irgendeine künftige preußische Regierung, die von Verantwortungsgefühl getragen sei, sich dazu ent» Deutschland beanspruche für feine Sicherheit nicht mehr und nicht weniger al» die anderen Mächte für sich fordern. Es fei bereit, auch in Zukunft an einer wirklichen Abrüstung mitzuarbeiten, aber man dürfe die Geduld des deutschen Volkes nicht länger mißbrauchen Artikel 8 der Völkerbundsstatuten setzte für die regelmäßige Rachprüfung und Berichtigung der Abrüstungspläne ein Höchstmaß von 10 Jahren. Deshalb habe Deutschland feine Gleichberechtigungsforderung fetzt nachdrücklich angemeldet als Prüfstein für den guten Willen feiner Vertragspartner. Eie beziehe sich ebenso auf die grundsätzliche Frage der Wehrver- f a f f u n g. wie auf die sogenannten Angriffs- Waffen, die bei den Sachverständigenberatungen in Gens sich täglich in Verteidigungsmit- t e l verwandelten. Deutschland wolle keine Teilnahme am Wettrüsten, aber es fordere das Recht, seine beschränkten Geldmittel so anzulegen, daß sie einen günstigen Ruheffekt für die Landesverteidigung bringen. Der Artikel schließt: „Die Lösung dieser Frage wird und muß in der nächsten Zukunst gesunden werden. Denn sie ist nicht nur eine Frage der Eh're und Würde des deutschen Volkes, sondern auch eine Lebensnotwendigkeit für die Welt, deren Frieden nur auf der Grundlage des Vertrauens, des Rechtes und der Freiheit gedeihen kann." schließen würde. Auch ein Beschluß des Landtags würde die kommissarische preußische Staatsregierung von der Erkenntnis der Rotwendigkeit der Maßnahmen nicht abbringen und sie zu einer Aufhebung der Verordnungen nicht veranlassen können. Oie Wirischastsresorm. Aeue NSDAP.-Absage an Papen. München, 29. August. (TU.) Unter der Heber» schrift „Schwanengesang Papen s" schreibt der „Völkische Beobachter": „Zu den politischen Auslassungen des Kanzlers lohnt sich nur so viel zu sagen, daß die von ihm gerühmten .konservativen Kräfte' es in der Schick- salsstunde des deutschen Volkes im November 1918 nicht vermocht haben, die Nation vor dem Abgrund zu retten. Die gleichen .Kräfte' l)aben weiterhin 14 Jahre lang keine Möglichkeit gefunden, die marxi- stische Vorherrschaft zu brechen. Wenn die Reaktion nunmehr glaubt, auf den Krücken des Nationalsozialismus den »Staat neu aufzu- bauen‘, so ist dies ein Fehlschluß. Dieses Unterfangen kann nur zum Chaos führen. Das deutsche Volk will sein Haus nicht durch Bürokraten einrichten lassen, die 1918 davonliefen, sondern durch Kräfte, die ein halbes Menschenalter um feine Fehler gerungen haben und feinen Aufguß überlebter Formen, sondern schöpferische Gestaltung auf allen Gebieten zum Durchbruch bringen." Alfred Rosenberg erklärt im „Völkischen Beobachter" u. a.: Falls das Kabinett nach wie vor „amtieren" möchte, und der deutschen Freiheitsbewegung die Führung weiter verweigere, ja, den Reichstag auflöse, hätten wir eine Militär- Diktatur reinsten Wassers, hinter der auch nicht brr geringste Volksteil stehe. Es wird die Frage gestellt, ob die Reichswehr als Gerichtsvollzieher ejnmar« schieren werde, wenn etwa die Bauern keine Steuern mehr abliefern wollten. Das Echo in ber Berliner presse. Berlin, 29. August. (TU.) Die gesamte Berliner Presse bespricht eingehend das vom Reichskanzler verkündete Wirtschafts-Programm. Der „Berliner Lokalanzeiger" erklärt, daß zum erstenmal in der Nachkriegszeit ein Wirtschafts- Programm Dorgelegt werde, in Dem Der positive Der- such gemacht werde, in Das RaD Der Währungsexperimente und gegen Den staatlichen Eroberungszug gegen Die Privatwirtschaft mit starker Hand einzugreisen. Die „Deutsche Tageszeitung" bedauert, daß das Wirtschastsprogramm Der Regierung nicht Die Klarheit und Eindeutigkeit aufweise. Die Den übrigen Teil Der KanzlerreDe auszeichne. Die „De utsche Allgemeine Zeitung" weist Darauf hin, daß die gewählte Konstruktion brauchbar sei. Sie könne keinen Schoden stiften und wirke psychologisch günstig. Auch die „Börsenzei- t u n g" nennt Das Wirtschaftsprogramm großzügig, oerantwortungsfreudig und mutig. Die „Germo - n i a" wünscht Dem Versuch einer großzügigen Arbeitsbeschaffung einen vollen Erfolg. Der politische Teil Der ReDe Des Kanzlers sei leider saft ganz im Dunkeln stecken geblieben. Unentbehrlich sei heute eine Regierung, Die im Willen und Bewußtsein Des Volkes irgenDwie verwurzelt sei und sich im Sinne Der Verfassung des Reichstags bediene, ohne sich ihm zu unterwerfen. Der „Deutsche" erklärt. Die Regierung möge Pläne schmieden, fo viel sie wolle. Sie würden, selbst wenn sie gut seien, zuschanden werden, wenn es nicht zu einer innerpolitischen Beruhigung Des Deutschen Lebens komme. Die „V o s - sische Zeitung" finDet, daß das Wirtschaftsprogramm, wenn man wolle, Die gradlinige Fortsetzung der Brüningschen Wirtschaftspolitik darstelle. Das „Berliner Tageblatt" ist der Ansicht, Daß Das Programm sich doch im Ganzen von dilettantischen Erperimenten fernhalte und daß der Kanzler einiges hin,zugelernt habe. Der fozialdemo- kratische „Aben D" erklärt, Popen habe in Münster ein Programm des Berfassungsbruches ent- wickelt. Die Wirtschaftspläne seien der Bolschewis- nuis des Großkapitals. Oer Eindruck in England. London, 29. Aug. (TU.) Die gesamte englische Presse bringt die Meldungen über das Wirtschasls- programm der Reichsreg^erung in großer Aufmachung und an hervorragender Stelle. Die Blätter üben jedoch hinsichtlich der Beurteilung vorerst Zurückhaltung. Der „T i m e ^'-Berichterstatter meint, daß man zunächst weitere Einzelheiten abwarten müsse, sowie den Eindruck auf die Börse und die internationale Finanzwelt. Es sei noch unklar, wie das Programm sich auf die parlamentarische Lage auswirken werde. Die überwältigende Aussicht auf zwei Milliarden Reichsmark werde es den Ztvei- dritteln der Reichstagsabgeordneten, die die Vertretung der Arbeiter beanspruchten, schwierig machen, gegen die Regierung zu stimmen. — „Daily T e - legraph" nennt das Programm sehr bemerkenswert und glaubt, daß es wenigstens zum Teil vom Reichstag mit Unterstützung der Nationalsozialisten angenommen werden könne, falls die sozialistische Tendenz der Nationalsozialisten ernst gemeint sei. — „M o r n i n g p o st" spricht von einem kühnen Plan und nennt Papen einen Mann mit Mut. Sein Plan werde wahrscheinlich volkstümlich sein. — „Daily Mail" erklärt, das deutsche Wirtschaftsprogramm hinterlasse den Eindruck, daß die jetzige Reichsregierung im Sattel bleiben wolle, und es für ihre Pflicht gegenüber dem deutschen Volke halte, unter Hintansetzung aller Parteirücksichten das zu tun, was getan werden müsse. — Das Finanzblott „Financial Times" ist befriedigt, daß die Rede von Papens alle Befürchtungen, die man infolge von Gerüchten bezüglich der deutschen Wirtschaftspläne gehabt habe, beseitigt habe. Das Blatt hebt besonders die Aeußerung des Reichskanzlers über die internationale Wirtschaftspolitik hervor. Die Ergebnisse des Programms, dessen aufbauende Maßnah- Inneominister Freiherr von Gayl erhält die Frankfurter Goethejahr-TNedaille. Anläßlich der Frankfurter Goethe-Iahrhunbert- feier ist die Frankfurter Goethejahr . Me - d a i l l e an Goethes Geburtstag überreicht worden dem Reichs Minister des Innern Freiherrn von G a h l, dem Staatssekretär Lammers im Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, dem Ministerialrat Dr. h. c. Donnevert im Reichsministerium des Innern und dem Ministerialrat des Preußischen Kultusministeriums Dr. Leist. „Graf Zeppelin" aus der Südamerikasahrl. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" wurde am Montag um 7.02 Llhr in Colombiers, um 8.34 Llhr in Desan^on gesichtet, um 10.05 überflog es den Flugplatz Bron bei ßi)on in einer Höhe von 250 bis 300 Meter und hatte Kurs auf die Städte Viennes und MarseiUe. Ilm 12 Uhr (MEZ.) hatte der „Graf Zeppelin" die Mittel- meerküste bei Saint Maries-sur-Mer erreicht. * Die Radiomarinekompanie erhält einen Funkspruch vom „Graf Zeppelin", wonach dieser am Mittwoch in Pernambuco landen wird. Das Luftschiff befand sich am Dienstag, um 23 Uhr (Reuhorker Zeit), über dem Atlantischen Ozean, westlich der Marokko-Küste, auf 32,8 Grad nördlicher Breite und 10,30 Grad westlicher Länge. Ozeanflieger 2HoUifon auf dem Rückfluge. Ter Ozeanflieger Mollis on ist auf einem Felde bei Rerepis gelandet, ungefähr 30 Kilometer von St. Johns (Reubraunschweig) entfernt. Starker Rebel hatet ihn verhindert, den Flugplatz von St. Johns zu erreichen. Mollison kommt von Reuhork und beabsichtigt, nach Reufundland weiterzufliegen. Deutscher Forscher aus der Düste Gobi zurück. Nach mehrjährigem Aufenthalt in Zentral-Asien, wo er im Rahmen der großen Expedition Dr. Sven Hedins gearbeitet hat, kehrte Dr. Waldemar 5) a u ö e vom Preußischen Meteorologischen Observatorium in die Heimat zurück. Dr. Haude f>at als Erster in dem ungeheuren Steppen- und Wüstengebiet des asiatischen Kontinents systematische Wetter- und Klimaforschung betrieben. Er hat dort die erste meteorologische Beobachtungs- st a t i o n eingerichtet; sie wird heute von chinesischen Meteorologen weiter versorgt, die Haude persönlich herangebildet hat. Der Forscher und feine Mitarbeiter haben oft unter den schwierigsten Verhältnissen arbeiten müssen. Mehr als einmal wurden die Stationen von Räubern bedroht. Bei den ungeheueren Entfernungen kam es häufig vor, daß ein Beobachter monatelang keine Verbindung mit der Außenwelt hatte. In einer dieser Stationen hat sich eine Tragödie abgespielt. Am Etsen-Gol, wo der deutsche Major Zimmermann, der Schwede Georg Soederbom und der chinesische Student M a arbeiteten, wurde der Chinese plötzlich wahnsinnig, erschlug feinen Diener und tötete s i ch dann selbst. Dr. Haude hat reiche wissenschaftliche Ausbeute mitgebracht. Er glaubt festgestellt zu haben, daß das Klima Zentral- Astens sich jedenfalls in historischer Zeit nicht geändert hat und von einer allmählichen „Austrocknung" Mittelasiens wohl kaum die Rede fein kann. Dr. Haude berichtet, daß verschiedene andere Abteilungen der Sven-Hedin-Expedition in letzter Zeit außerordentliche Erfolge erzielt haben. So konnte der Geologe Dr. Nils H o e r n e r die Spuren eines Sees entdecken, der eine Ausdehnung von 150 mal 180 Kilometer gehabt haben muß. Selbstmord des Vorsitzenden im Lalmelleprozeß. Amtsgerichtsrat Dr. W i b e l, der Vorsitzende im Lübecker Calrnetteprozeß, ist nach einer Mitteilung der Iustizpressestelle Lübeck in Hamburg freiwillig aus dem Leben geschieden. Amtsgerichtsrat Dr. Wibel war aus dem Sanatorium zurückgekehrt und sollte am 15. September seinen Dienst beim Amtsgericht Lübeck wieder aufnehmen. Er hatte sich bei Hamburger Verwandten aufgehalten und erschien an einem der letzten Tage in einem bekannten Hotel am Hauptbahnhof, um sich ein Zimmer zu mieten. Er ging dann noch einmal fort, kehrte nach kurzer Zeit zurück und ließ sich im Hause nicht wieder sehen. Die Zimmermädchen klopften anx andern Morgen wiederholt an seine Tür, schöpften aber erst nachmittags Verdacht. Als die Leitung des Hotels die Tür aufbrechen ließ, fand man Wibel erschossen auf, die Pistole in der Hand. Der Schuß ist im Hotel nicht gehört worden. Von einer Verwandten Dr. Wibels werd versichert, daß Wibel keinerlei An- -eichen geistiger Störung gezeigt habe. men zur Förderung der Leistungsfähigkeit von Handel und Industrie bestimmt seien, müßten mit größtem Vertrauen erwartet werden. pariser Kommentare. Paris, 28. Aug. (TU.) Die Ausführungen des Reichskanzlers von Papen in Münster werden in der Pariser Presse zwar ausführlich wiedergegeben, infolge des Fehlens jeder außenpolitischen Polemik aber nur spärlich besprochen. Die Blätter folgern im allgemeinen aus der Rede des Reichskcmzlers, daß die Reichsregierung ungeachtet der Verhandlungen, die zwischen dem Zentrum und den Rationalsozialisten stattfinden, ihren Weg für die Wiederaufrichtung Deutschlands zu gehen beabsichtige. Das Wiederaufrichtungsprogramm, so schreibt das „Echo de Pa- r i s", umfasse nicht nur die Wiederherstellung des alten Dismarckschen Deutschland, sondern des alten Preußens unter Friedrich II. und Wilhelm I. Der unparteiische Beobachter müsse zugeben, daß die Befriedigung, mit der der Reichskanzler von den politischen Errungenschaften der letzten Monate gesprochen habe, vollkommen berechtigt sei. Seit 1918 habe das Reich auf dem Wege der Wiederaufrichtung wesentliche Fortschritte gemacht. Das Dreigestirn Hindenburg- Papen-Schleicher habe es fertig gebracht, sogar im Ausland Sympathien zu erwerben, weil es sich „dem Wahnsinn Hitlers entgegengestellt" habe. Die Welt, die soviel Mühe gehabt habe, die Macht Deutschlands zu brechen, begrüße heute diejenigen, die an ihrer Wiederaufrichtungsarbeit tätig seien. Es sei zu hoffen, daß man zumindesten in Frankreich derartige Illusionen aufgebe. — Der sozialistische „P o - pulaire" zieht aus den Ausführungen Papens die Schlußfolgerung, daß die Regierung nicht gewillt sei, ihr Schicksal von irgendeiner parlamentarischen Koalition abhängig zu machen. Er sei ruhig wie stets gewesen und habe das Haus, wie gewöhnlich, zu einem Spaziergang verlassen. Der Entschluß zum Selbstmord müsse ihm ganz plötzlich gekommen sein. Verkehrsunglück bei Rostock. — (Ein Toter, zwei verletzte. Auf der Straße von Ribnih nach Rostock verunglückte in der Rühr von Gelbensande der Personenkraftwagen des Jenaer Professors Dr. Pfeifer. Bei hoher Geschwindigkeit lüste sich plötzlich eine Radfelge, so daß der Wagen ins Schleudern geriet und sich überschlug. Einer der Insassen, Regierungsrat a. D. Schulze aus Erfurt, erlitt so schwere innere Verletzungen, daß er auf dem Transport ins Krankenhaus Der« starb. Seine Ehefrau und Frau Prof. Pfeifer wurden mit erheblichen Verletzungen in eine Rostocker Privatklinik übergeführt. Prof. Pfeifer, der den Wagen steuerte, blieb unverletzt. Gießen, den 30. August 1932. Gießener Wochcnrnarktpreise. * Gießen, 30. Aug. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 130 bis 140 Pf., Landbutter 130, Kochbutter 100, Matte 25 bis 30, Wirsing 6 bis 8, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 7 bis 8, gelbe Rüben 8, rote Rüben 8. Spinat 20, Römischkohl 8, Anterkohlrabi 5 bis 6, Bohnen (grüne und gelbe) 15 bis 20, Zwiebeln 10, Tomaten 8 bis 10, Kürbis 5 bis 6, Pilze 20 bis 25, Kartoffeln (neue) 3,5 (pro Zentner 3 Mk.), Frühäpfel 15 bis 30, Falläpfel 5 bis 6, Dirnen 15 bis 25, Dörrobst 30 bis 35, Brombeeren 20 bis 25, Pfirsiche 30 bis 50, Preihelbeeren 28 bis 30, Zwetschen 20 bis 25, Mirabellen 25 bis 30, Honig 40 bis 45, Reineclauden 20, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 80 Pfennig pro Pfund; Tauben 50 bis 70, Eier 9, Käse 5 bis 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 20, Einmachgurken 2 bis 3, Endivien 10 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 12, Sellerie 10 bis 25 Pfennig pro Stück; Radieschen 8 bis 10 Pfennig pro Bund. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Nacht der Entscheidung". — Arbeitsabend d.er Hausfrauenberatung. Die Hausfrauenberatung Gießen veranstaltet am Donnerstag, 1. September, 20 älhr, im „Einhorn" wieder einen Arbeitsabend. Frau Pelz-Langenscheidt (Kassel) wird über das Thema „So wollen wir wohnen und Wirtschaften!" sprechen. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. ** Schwer vom Fahrrad ge stürzt. Heute morgen stürzte die Fabrikarbeiterin Karoline Schäfer von Annerod mit ihrem Fahrrad auf dem Wege zu ihrer Arbeitsstätte in Gießen so schwer, daß sie mit erheblichen Verletzungen am Kopse und an den Beinen in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. " Schweinezwischenzählung. Wie aus einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil hervorgeht, findet am 1. September in der Gemarkung Gießen und Schiffenberg eine Schweinezwischenzählung statt. Wettervoraussage für Mittwoch und Donnerstag. Die Luftdruckgegensätze sind über Deutschland sehr gering, so daß auch keine einheitliche Windströmung besteht. Infolgedessen herrscht bei ziemlich feuchter Luft vorwiegend wolkiges Wetter. Der Tiefausläufer über den britischen Inseln arbeitet sich langsam östlich vor und hat über Holland schon Niederschläge verursacht. Mit seinem weiteren Vordringen dürfte auch bei uns die Witterung einen unsicheren Charakter annehmen, so daß es neben Bewölkung zu vereinzelten Niederschlägen kommen wird. Die Temperaturen bewegen sich dabei in normalen Grenzen. Aussichten sür Mittwoch: Wolkiges Wetter mit vereinzelten Riederschlägen, warm. Aussichten fürDonnerstag: Bewölkt mit Aufheiterung, etwas kühler, vereinzelte gewitterartige Schauer. Lufttemperaturen am 29. August: mittags 21,4 Molorradunglück. — Zwei Tote, ein Schwerverletzter. Auf der Straße Zittau—Görlitz ereignete sich dieser Tage ein Motorradunglück, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen. Ein Reichenberger Motorradfahrer, der einen Sozius mitführte, versuchte ein Auto zu überholen. Im gleichen Augenblick kam aus entgegengesetzter Richtung der Motorradfahrer Scholz aus Kießlingswalde am Kraftwagen vorbei. Er erfolgte ein heftiger Zusammenstoß zwischen den beiden Motorradfahrern. Scholz war sofort t o t. Die beiden Reichenberger Motorradfahrer wurden schwerverletzt ins Zittauer Stadtkrankenhaus eingeliefert, wo der Führer Walter Hübner seinen Verletzungen erlag, während sein Begleiter Franz D r a x l e r in bedenklichem Zustande darniederliegt. Raubüberfall in Barmen. Eine Kontoristin wurde dieser Tage in einem Barmer Geschäftshaus von zwei unbekannten Männern überfallen. Die Täter knebelten und fesselten die Angestellte und raubten 1200 Mark. Erstbesteigung des „Dent Blanche“. Wie aus Zinsl (Kanton Wallis) gemeldet wird, haben zwei Münchner Alpinisten, der 30jährige Franz Singer und der 26jährige Karl Schneider, erstmals den Nordgrat des „Dent Blanche“ (4364 Meter) ohne Führer bestiegen. Anwellerfchäden im oberen 3nnfaL Ein starkes Gewitter mit Hagelfchlag, das in den letzten Tagen im oberen Inntal niedergegangen ist, hat an den Berghängen oberhalb der Ortschaften Hatting und Polling bei Telfs Mur- brüche losgelöst, die die umliegenden Wiesen und Felder in großem Ausmaße verwüsteten und die Feldfrüchte vernichteten. Vier Bäche traten aus den Ufern und überschwemmten das Gelände. Mehrere Brücken wurden weggerissen. Die Gemeindestraße wurde in einer Lange von 200 Meter vermurt und ist unfahrbar. Drei Alpinisten abgeslürzt. Drei Alpinisten aus Lyon stürzten im Belladonna- Massiv bei Grenoble ab. Zwei von ihnen wurden als Leichen geborgen, der dritte ist schwer verletzt worden. Erdrutsch in Spanien. — vier Kinder getötet. Rach einer Meldung aus Valencia wurden vier Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren in einem kleinen, bei Valencia gelegenen Dorf von einem Erdrutsch überrascht und getötet. Autobuskatastrophe auf Portorico. — 18 Tote und 38 Schwerverletzte. Bei einem Au t o b u s un gl ü ck in der Nähe von Ponce (Portorico) wurden 18 Menschen getötet und 38 schwer verletzt. Der Autobus, in dem sich die Teilnehmer an einer liberalen Parteitagung befanden, kam bei einer gebirgigen Kurve ins Schleudern und stürzte über einen F elfen hinunter. Grad Celsius, abends 15,2 Grad; am 30. August: morgens 11,8 Grad. Maximum 21,5 Grad, Minimum 11,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. August: abends 20,8 Grad Celsius; am 30. August: morgens 17 Grad Celsius. — Niederschläge 0,2 mm. — Sonnenscheindauer 7 Stunden. Oberheffen. Umfassende Arbeiten im Freiwilligen Arbeitsdienst Holzheim. O, H o l z h e i rn, 28. Aug. Die Arbeiten des freiwilligen Arbeitsdienstes schreiten rüstig vorwärts. 70 Teilnehmer hatten sich gemeldet, von denen aber nur 45 beschäftigt werden Tonnten. Rach dem der Schulhof der alten Schule gepflastert, bzw. neu hergestellt worden war, wurde der Sportplatz in Angriff genommen. Am Dors-Güller Weg, in der Räße unseres Dorfes sind 45 Arbeitslose bereits seit 20 Wochen damit beschäftigt, durch Urbar» machung von Oedland einen vorbildlichen Sportplatz zu schaffen. Mit einer Länge von 165 Meter und einer Breite von 98 Meter dürfte er einer der größten Sportplätze Oberhessens werden. Es mußte felsiger Grund bis zu 1,61 Meter abgehoben und bis zu 165 Meter weit bewegt werden. Alle erforderlichen Spanndienste leisteten hiesige Pferdehalter umsonst. Erst nach etwa zehn Wochen wird der Sportplatz fertig sein. Die unmittelbar anschließende mustergültige, 2200 Quadratmeter große Vogelschuhhecke mit 5 0 0 0 Sträuchern und Bäumen mußte ebenfalls dem Oedland abgerungen werden. Ferner wird jetzt im Rahmen des Arbeitsprogramms Wegebau durchgeführt; so daß noch jugendliche Arbeitslose bis zu 25 Jahren eingestellt werden können. Die Provinzialstraße Holzheim — Lang-Göns weist in unserem Teil 2 sehr starke Steigungen auf. Vom ersten „Kopf" (von Lang-Göns her) werden 2,50 Meter abgenommen, und die „Licher Hohl" zwischen diesen zwei Bergen wird 1,60 Meter erhöht, so daß dann die Steigung allmählig erfolgt. Hiermit geht ein lange gehegter Wunsch aller Einwohner in Erfüllung. Es werden hier 48 Mann (über 25 Jahre alt) je 13 Wochen beschäftigt. Im ganzen find 5300 Arbeitstage vorgesehen. Die benötigten 300 Kubikmeter Klopfsteine und ebensoviele Stellstein'e liefert unser durch feinen vortrefflichen Basalt weitbekannter Gemeindesteinbruch. Ist dieser Umbau beendet, so erfolgt wahrscheinlich die Verbesserung der Zu- fuhrstrahe zum Steinbruch. Landkreis Gießen. (D Watzenborn-Steinberg, 29. August. 3n der Nacht zum Sonntag gegen 4 Uhr versuchten Einbrecher in das Gehöft des Woißbinder- meifters Louis Schäfer in Steinberg einzudrin- gen. Während zwei Mann bereits das Einfahrtstor geöffnet hatten, standen die anderen Schmiere. Nur dem Umstand, daß das Tor etwas geräuschvoll geöffnet wurde, war es zu danken, daß man der Diebe gewahr wurde und sie verscheucht werden konnten. Man vermutet sicherlich nicht zu Unrecht, daß der beabsichtigte Raubzug den Lebensrnitteln galt, die für eine Hochzeitsfeier am Sonntag bereit lagen. + ® rünberg, 29. Aug. Am Sonntagabend fand in der Turnhalle auf Veranlassung der Stadtverwaltung eine Goetheseier statt. Die Festrede hielt Studienrat S e y b o l d. Chöre der 1 Aus aller Well. Aus -er Provinzialhauptstadt. beiden Männergesangvereine und des Kirchengesangvereins, sowie einige Musikvorträge eines Liebhaberorchesters trugen zur Verschönerung der Feier bei. Tie Veranstaltung erfreute sich eines guten Besuches. Kreis Büdingen. )( Lindheim, 29. Aug. Unter starker Beteiligung fand am Samstagnachmittag in unserer Kirche die T r a u e r f e i e r für den verstorbenen langjährigen Seelsorger unserer Gemeinde, Pfarrer und Dekan a. D. Ludwig Bär, statt. Rach Chor- und Gemeindegesang und nach dem Altardienst hielt der derzeitige Spezialvikar unserer Gemeinde. Pfarrer H e r r s u r t h, Rodenbach, die Gedächtnisrede und ließ in eindrucksvoller Weise vor dem geistigen Auge der Trauergemeinde noch einmal ein Lebensbild des treuen Geistlichen erstehen. der fast 38 Jahre lang seiner Gemeinde ein Hirte und Führer war. Rach dem Trauergottesdienst bewegte sich ein langer Zug durch das Dorf zum Friedhof. Rach der Einsegnung, dem Chorgesang des Gesangvereins und der Schulkinder und dem Segen wurde eine große Anzahl von Kränzen niedergelegt. In allen Ansprachen kam die große Trauer der Gemeinde und der Freunde um den Dahingeschiedenen zum Ausdruck. Kreis Schotten. ? R a i n r o d, 29. Aug. In feinem Waldrevier am Auerberg konnte Professor Hahn (Schotten) einen 120pfüni)igen Keiler zur Strecke bringen. Bereits seit einem Jahre waren Wühl- spuren von Wildschweinen in unserer Gegend feft- zustellen, ohne daß es gelungen wäre, eines dieser Tiere zu entdecken. Der Abschuß des Keilers läßt erkennen, daß das Schwarzwild in eine Gegend vorgedrungen ist, die Jahrzehnte lang gemieden wurde. = Herchenhain. 29. Aug. Anläßlich deS Herbstausflugs des Gesamt-DHC. nach der Her- chenhainer Höhe sand gleichzeitig die Gedächtnisfeier für die Gefallenen statt, denen der Klub auf dem Gipfel des Berges aus heimatlichem Gestein ein Ehrenmal errichtet hat. Die Ausgestaltung der Feier lag diesmal in den Händen des Zweigvereins Gedern. Die Gedenkrede des Dekans Widmann, Schotten, war umrahmt von Gesängen des Vereins „Liederkranz" Gedern, von Gedichten und gemeinsamen Liedern. Dr. Bruchhäuser, Alrichstein. der Vorsitzende des VHC., dankte allen Mitwirkenden. Leider konnte die Feier des unaufhörlichen Regens wegen nicht am Denkmal abgehalten werden, sie sand in der großen geräumigen Fliegerhalle statt. Trotz der ungünstigen Witterung war der Besuch von allen Zweigvereinen außerordentlich stark; die Sektion Frankfurt a. M.. die in diesem Jahre ihr 25jähriges Stiftungsfest feiert, war allein mit 76 Teilnehmern vertreten. An dem Ehrenmal wurde ein großer Kranz niedergelegt. Kreis Alsfeld. * Romrod, 30. Aug. In der vergangenen Nacht wurde hier in der Gastwirtschaft und Kolonial» Warenhandlung Werner ein Einbruch verübt. Was den Dieben alles in die Hände fiel, konnte noch nicht genau festgestellt werden. Fest steht bisher nur, daß sie Silberbestecke mitgehen hießen. Dis polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein. Eewinnauszug 5. Klasse 39. Preußisch-Süddeutsche (265. Preuß.) Staats-Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in Abteilungen I und II den beiden 17. Ziehungstag 27. August 1932 ön der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 103112 115769 159004 218270 276023 348302 370633 96135 109441 154192 208339 273061 339345 368063 100236 133096 168699 182629 215712 228342 265244 281498 308060 330560 375477 396275 103261 121035 171197 235884 286617 353982 399119 105752 141180 168009 209692 217500 255456 268928 297398 314656 355302 385376 104141 132684 171330 235949 287066 358452 113181 144702 171739 210482 221561 255844 271141 299509 318555 367496 391925 105610 142304 180357 259110 287781 363137 123787 146581 175606 210483 222062 257747 273658 304650 318923 370178 392605 107410 146491 193677 260432 333227 364163 135993 160851 187037 215733 245935 265494 286859 310931 339351 378115 94166 128457 151490 182528 210676 222510 262572 280641 307218 319527 370798 395545 2 ®etoiune ju 50000 M. 336568 1 4 »ttotnne «u 5000 M. 47927 233098 16 Gewinne3000 M. 111661 130945 158400 235552 248579 275894 284006 316642 50 Gewinne,u 2000 4N. 3686 6516 22469 42114 51588 53309 56977 77120 82253 96170 102718 126850 157990 159112 178050 200891 230961 266740 329040 347081 355590 359284 372062 379051 394696 102 Gewinne nu 1000 M. 9983 16804 23098 25300 31061 34250 59635 62606 66772 69826 74771 74988 176 Gewinne ,u 500 M. 1929 1 0004 24859 33405 33574 34431 36422 37219 43310 44188 47089 50424 51494 53518 67763 59834 66475 67554 76065 91276 ----- ------ 101385 ------ ------ ------ 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 133979 134080 167899 168581 396588 128355 176777 209159 238688 278298 290553 309927 341539 370898 162772 186932 210632 256848 278410 293051 314654 349344 394953 106348 163229 193087 213469 270334 278508 295902 319897 359722 109980 163587 193697 223232 270712 278598 298585 325253 363829 115532 164588 196718 227561 270730 284122 302328 332585 363866 126382 173755 198568 238541 278287 289378 305394 335684 366687 önÄRÖÄ '63107 165195 172142 186663 192359 U6694 226040 235065 243429 264477 275941 298512 322168 329214 34101,1 349298 W225 364648 374548 376077 387874 393701 2 Gewinne »u 10000 M. 94961 „8®«®'««« ru 5000 M. 72834 146658 249503 OODOOI 3392849eto387865303(932« -1778 41003 149098 48 ^winne 8u 2000 «L 3739 14069 34683 55386 04'77 73746 94000 95520 99465 108183 OMRon ofi2o?Z '7513o 193318 198382 206531 2o3820 268815 270946 280609 288697 331522 OJOOO( r,QL®4 »o 600 M. 998 11313 12881 19784 777HR 38826 39527 52149 61148 62865 73627 97914 ^00342 10373^ ^4^005.4 92740 94119 R17RK 8677 13159 21141 30497 11 Wa" ,1?/L?05 48975 59445 73642 93381 96296 > 11430 119106 ------ ------ Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu fe 500000, 100 Schlußprämien zu je 3000, 2 Gewinne zu je 200000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 2j|u je 50000, 16 zu je 25000, 88 zu je 10000, 190 zu je 5000, 402 zu je 3000, 1144 zu je 2000, 2378 zu je 1000, 3980 zu je 500, 11998 zu je 400 M. Magenleidend? Bei Magentetden jeder Ard wie Magenkramot, Hianenldjmcr^tn u. deren Aolpen, so Unoerdaultchkett, Aooeiillosloketi. nervösem äJlanen, Erbrechen. Enikräsi- uübanmzimmer mit Schreibschr. Wieder war zu bemerken, daß sich da- Publi- kumSinterefse besonders auf im Kurse niedrig- stehende Papiere erstreckte, so daß z.D. Zellstoff Waldhos 4,5, Stolberger Zink 3 v. H, Zellstosf- winnen konnten. Aschaf- mächst überhl manb geglaubt. Die Vertretung der Vlautoeißen ging aber mit einem bewundernswerten Eifer in Siegen zu Werke Der recht gute Gegner, der bekanntlich in Dießen mit 4:1 unterlag, konnte nur bis zum Settentoech el der belferen Mannschaft 1900 e energischen imöerftanb leisten, dann wurde er von deren tadellosem Kombinationsspiel zermürbt und muhte die Waffen strecken. Siegens einzige große Ehance klärte Lippert (1900) im knien Moment in hervorragender Weise. Alle Treffer der Gießener waren Produkte glänzender Kombinationsangriffe, wozu der glatte Iahnplatz in Siegen auch ganz befonderS geschaffen war. Den ersten Erfolg buchte Heilmann durch Kopfball auf Flanke von Döbel. Aach dem Seitcnwechfel war zunächst Arnold und später Göbel noch zweimal erfolgreich. Der Besuch deS Spiele- war für einen Samstagabend recht ansprechend. Die Spielleitung offenbarte einige Mängel, besonders gegen Spielende. 1900 spielte mit: Schlarb II.: Lippert. Luft: Schlarb 1.. LangSdorf. Schmidt: Schmitz. Arnold, Heilmann, Döbel, Best. „Germania" Julba (Liga) — 1900 (Ligo) 5:2 (3:1). Dieses Sonntagsspiel stand unter keinem guten Stern. Die 1900er mußten die weite Fahrt nach Fulda bei häßlichstem Wetter auf einem Schnellastwagen zurücklegen, da man Kostenersparnis halber die Ligareserve zum Spiel In Grünberg mitbesör- Erfolgreiche Gießener Schuhen. Die Schützenabteilung deS ReichSbahrr-Turn- und Sportverein- Dießen, die wiederholt wertvolle Auszeichnungen errang, erreichte auch am Sonntag beim VezirkSfchießen in Herborn, trotz stärkster Konkurrenz, wieder die beste Leistung. Mit 476 Ringen fiel ihr der von der Reichsbahn, direktion Frankfurt a. M. gestiftete Wanderpreis, um den sich die Abteilungen von Frankfurt a. M.. Limburg. Herborn, Dillenburg und Betzdorf bewarben, zu. Die nächstbeste Leistung erzielte eine Frankfurter Schützenabteilung mit 447 Rtngen. Die Schützen des Reichsbahn-Tum- und Sportvereins Stehen Wilhelm Hainbach, Deorg Schil- Ung, Wilhelm Schilling, Wilhelm Eidman n, Konrad Rabenau und Heinrich M o o tz erhielten außerdem für diese gute Leitung je eine Plakette. Verbandsspiele in der Gruppe Hessen. öormalia allein an der Spitze. Für die Meisterschaft der Gruope Hessen kommen ■ur zwei Mannschaften ernsthaft in Frage: Wor- eiatia und Mainz 05. Am oonntag hat sich Wor- matia einen vielleicht schwerwiegenden Vorsprung erobern können die Mannschaft des Altmeisters be- sfegte die Meisterelf der letzten Saison in einem guckenden Kampf mit 2:0. Gegenüber diesem (Ereignis traten alle anderen Soielc etwas in den Hintergrund. Bemerkenswert ist lediglich noch das 11:1 aus dem Spiel zwischen SB. Wiesbaden und Slemannia-Olympia Worms. Handball im Gau Hessen (O.T.) Am Sonntag trafen sich die Mannschaften von Rlleder-Ohmen und Großen-Buseck in Großen-Buseck z um fälligen Verbandsspiel das allerdings durch den miedergehenden Regen wesentlich beeinflußt wurde. Großen-Buseck gewann das Spiel auf Grund der dem Ehrenmal Würbe gelegt. !llsfeld. 3n der vergangenen Nach! twirlschasl und Kolonial' r ein Einbruch ver« s in die Hande fiel, fonnlt I werden. Fest steht bisher fe milgehen hießen. Vie find im Gange. 3. L: ßrnft L/umHem ff Sm urth »11 I werten zum J hotten. “*6 tes'to Mnle tanj •ÄÄ* 'jiUenen statt, denn ^rgeSausheim^N mal errichtet hat. n« S ?^mal 'n den fi n.8 ledern. Die Sv« ^/nann, Rollen, toai - ‘7 Vereins „Lieder, 1 und gemeinsamen er, Ulrichstein, der dankte allen Mitwirlen- Feier des unaufhörlichen m Denkmal abgchalten )er großen geräumigen der ungünstigen Wittern allen Zloeigvereincn ie Sektion Frank«,, m Jahre ihr Äjährigej ; r allein mit 76 Teil- kirchen lagen 5 v. H. über letzter Rotiz. Anderseits ließen sich aber auch stärker^ KurSabschwä- chungen auS den erwähnten Gründen nicht vermelden. So verloren Siemens, Schlesisch Da-, Engelhard Brauerei je 2,5 v. H., Stöhr 2,75, BMW. 2 o. Sy, Schuckert und Contigummi je 1,5 v. H. 3m Verlaufe wurde eS an den Aktienmärkten ruhiger. Die Realifationsneigung überwog und die Kurse bröckelten unter Schwankungen eher biS zu 0,5 v. H. ab. Durch Festigkeit zeichneten sich AGG. und Demberg auS. Letztere gewannen gegen Anfang 2 v. H. Am Rentenmarkt war die Tendenz wieder uneinheitlich. Die meisten Gebiete lagen vernachlässigt. Deutsche Anleihen und ReichS- bahnvorzugsaktien waren behauptet. 3ndustrie- obligationen überwiegend etwas fester. ReühS- fchuldbuchforderungen büßten bis zu 0,5 v. H. ein. Don AuSlandrenten fielen Rumänen durch Festigkeit auf, die 4proz«ntige Rumänen-Rente erschien mit Plus-Plus-Zeichen. Russenanleihen lagen weiter vernachlässigt. 3m Freiburger Bergrekorb wurden alle Stege, foiuübl der Sport» und Rennwagen, als auch der Motorräder, auf Continental-Reisen errungcn^i*V ltinbermorf< in Gießen. Auf dem heutigen Rinder-Rutztziehmartt in Gießen standen 974 Stück Großvieh, 187 Fresser und 276 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: a) Milchkühe oder hochtragende Kühe: 1. Qualität 350—400 Mk. 2. Qualität 200—300 Mk. 3. Qualität 100-160 Mk. b) Schlachtkühe: a 150 bis 260 Mk., b 50-100 Mk. C) Rinder l/s—3/<- jährig: 70—125 Mk. 2jährig: 100—180 Mk.,' tragend: 180—330 Mk. d) Kälber das Pfund Lebendgewicht 25 biS 32 Pf. Ausgesuchte Tiere über Rotiz. — Marktverlauf: Vormarkt lebhaft, später abflauend, Lieberstand. Frankfurt weiter fest. Frankfurt a. M., 30. Aua. (WTB. Draht- melbung.) Die Aufwärtsbewegung der A k t i e n w e r t e fetzte sich auch an der heutigen Börse fort. Das Geschäft war wesentlich stiller als im gestrigen Verkehr, weil die Kulisse in Anbetracht des heutigen Parlamentsbeginns zunächst Zurückhaltung übte, wenngleich keine besonderen ileberrafebungen erwartet werden. Die Kursgestaltung war zwar nicht ganz einheitlich, doch überwogen die Befestigungen, die sich aber in einem kleineren Ausmaß als gestern fortfetzten. Gegen die zum Teil leicht abbrödclnbe Abendbörse betrugen sie in der Regel 0,5 bis 1,25 Prozent. Eine Ausnahme machten Bauwerte, die etwas stärker befestigt waren. Zellstoff Aschaffenburg und Zellstoffverein lagen 2 bzw. 2,5 Prozent höher. Letztere haben ihren Kursstand gegen gestern verdoppelt. Sehr uneinheitlich, aber meist schwächer war die Kursbildung am Elektromarkt: während AEG., Felten, Lechwerke Augsburg und Rheinische Elektrische Mannheim biS zu 1 Prozent höher einsetzten, gaben die Hauptwerte dieses Marktes, wie Siemens, Schuckert, Licht und Kraft und Gesfürel biS zu 1,5 Prozent nach. Am Ehemiemarkt überwogen Erhöhungen bis zu 0,75 Prozent. Von Bauwerten erschienen Zement Heidelberg mit Plus-Plus-Zeichen und kamen schließlich 3 Prozent höher zur Rotiz. Don Bergwerksaktien gewannen Phöniff und Laurahütte bis zu 1,5 Prozent, die übrigen Papiere etwa 0,25 vis 0,5 Prozent mit Ausnahme von Mannesmann, die 1,6 Prozent verloren. Schifsahrts- und Verkehrsaktien zogen bis zu 1 Prozent an, und von sonstigen Werten lagen Deutsche Linoleum und AKÄ. je 1,25 Prozent, sowie Deutsch« Eisenhandel 1,5 Prozent fefter. Behauptet eröffneten ferner Reichsbank, Daimler und Scheideanstalt. Am Rentenmarkt blieben Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen behauptet, dagegen konnten sich Städte-Alt-Befitzanleihe weiter leicht befestigen. Von Industrieobligationen gewannen Stahlvereinbonds 1,4 Prozent, Reichsbahnvorzugsaktien gaben 0,5 Prozent nach. Im Verlaus unterlag das Kursniveau mehrfachen liegt jeder Flasche bei. Vorsicht beim Opekta-Ein- ‘flkz kauNicht lu veru,cch* 5^* te/n mj( ähnlich lauten- w den Geliermitteln. Opekta |er K W QL Ist nur echt mit dem damp- m erO«M*e fmM*« fenden 10-Minuten-Topf. frocken-Opekle lil Opekta In Pulverform von gleich hoher Qualität wie Opekta tlünlg Beutel zu 25 Plg. tOr etwa 1 Pld. Marmelade, und Karton« zu 45 Pfg für etwa 4 Pfd. Marmelade Genaue Rezepte liegen jeder Packung bei. Meeltlgee Kochbuch mit über 100 ausführlichen Rezepten für Marmeladen. Gelees. TortenUbergüsse. Els und Süßspeisen In den Geschäften erhältlich oder gegen Voreinsendung von 20 Pfg In Briefmarken von de« OPEKTA-GESELlSCHAPrM.B.H.. 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So hielten die Gäste den Ball konsequent flach, was ihnen manchen Vorteil im Spielverlauf brachte. VfB. trat ohne Haupt an. Vs fiel schwer, die teilweise drückende Üeberlegenheit durch Tore auszudrücken. Insbesondere in der zweiten Spiel- Hälfte ließ sich der Sturm der Grün-Weißen vom forschen Schluhdreieck der Gäste düpieren. DaS Spiel war von Anfang bis Sude schnell und wuchtig. VfB. konnte kurz nach Beginn durch Koplball von Seibel in Führung gehen. Burg kam ebenfalls oft in bedrohlich« Rähe vonDalsers Heiligtum, aber der Sturm war au zaghaft. Ucbrigen« klappte eS tn punkto Zusammenspiel bei den Gästen im Sturm besser als beim VfB. Rachdem einige Bomben der VfB. daneben gegangen waren, konnte Ritter durch unhaltbaren Schuh auf 2:0 erhöhen. Burg griff unermüdlich an, aber zu Erfolgen kamen sie nicht mehr. Lehr- mund konnte im Alleingang am herauSgelaufcnen Torwart vorbei auf 3:0 das Halbzeitrefultat feststellen. Burg ging in die zweite Spielhälste mit ungebrochenem Eifer, und sie konnten denn auch, nachdem Ritter einen Elfmeter verschossen hatte, durch Eckball ein Tor aufholen. Das Spiel war zumeist ausgeglichen, erst als Bingel verletzt wurde und auch als Rechtsaußen nur noch Statist fein konnte, kam Burg auf. Es reichte denn auch zum zweiten Treffer, dem DfD. gegen Schluß, nachdem unzählige Gelegenheiten ausgelassen waren, sein viertes Tor entgegensetzte. BL. Eintracht Siegen Liga — 1900 Liga 0:4 (0:1). Der Ausfall von Zeiler, Henrich, Glitsch und Jäckel machte dem Spielausschuß der Blauweißen am SamStag allerlei Kopfschmerzen. Daß sich die allzustark ersatzgeschwächte Elf so glänzend aus der Affäre ziehen würde, hatte wohl nie» 69 «ÄS“ MAAS 141180 S !S 168009 1 71739 i M 209692 210482 i 217600 2 661 255466 2o6844 Q73fl(jj 268928 297898 314658 355302 385378 [Vermietungen | Herrschastl.aeräum. 6-7-Zimmer-WDbnung im 1. Stock mit Balkon l Alice nitro he) sofort zu vermieten. Näheres A. 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Es kommen nur Herren in Frage, die sich voll u. ganz der Sacke widmen können Angebote sind unt. B 1562 an Ala Haascnstein & Aoalcr. Mannheim su richten. .«ioiv MkkS SemöWS Vornan von Hertha Fricke Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau 8. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „3a, aber das kannst du ihr doch nicht zum Dorwurf.machen, kleine Schwägerin! Dazu ist sie doch engagiert! Aber vielleicht könnte sie durch Takt und Freundlichkeit des Pflegedienstes ewig gleichgestellte Uhr ein wenig angenehmer regulieren!" „Das tut sie aber nicht, Schwager! Sie ist selbst eine Uhr, eine Maschine, eine Person ohne Seele, ein gräflicher Mensch!" „Dein Leiden macht dich ein wenig ungerecht!" Die Kranke richtete sich auf. „Magst du sie etwa, Schwager Heinrich?" Er lachte und schüttelte den Kopf. „Verlieben würde ich mich nicht in sie!" „Siehst du, und das nimmt sie Eva-Marie persönlich übel! Und mir auch! Mir ninunt sie übel, dah ich Eva-Marie lieb habe, dah ich ,du' zu ihr sage und sie gern um mich habe! Das) sie überhaupt gekommen istl" „3a, wenn du sie so vorziehst, Renate!" „Du etwa nicht, Heinrich?" Er lachte. „Doch! Aber nun sage mir, hat diese reizende junge Dame, die noch mit einem köstlichen, blitzenden Zorn in den Augen in deinem kleinen Mahagonisalon sah, wirklich dieses Muster an Pflichterfüllung und Exaktheit eigenhändig hinausgeworfen?" „Mit den eigenen Händen gerade nicht, oder doch, so —" Renate ahmte wundervoll Eva- Maries nicht mihzuverstehende Geste nach der Tür nach. Dr. Andresen Machte laut. „3hr seid köstlich, ihr beiden Frauenzimmevchen! Aber warum so -r Run machte auch er die entlassende Handbewegung. Renate wurde ganz munter. „Warum? Run, weil wir uns etwas erzählten, was diese Pflegerin gar nichts angeht, wohinein sie ihre spitze Rase nicht stecken braucht!" „Was denn, Renatchen?" „3ndiskret!" scherzte sie. „Dinge aus der 3u- gendzeit!" Er freute sich über Renates gute Laune. w Liebesgeschich ten?" „3a!“ sagte Renate. „Und die gehen dich auch nich-sZ an!" „Da hast du recht! — Aber ich hatte nicht -gedacht, dah Fräulein von Diemen auch Liebesgeschichten macht!" „Eva-Warie? — Rein, ich!" sagte Renate ehrlich. „Du?" Ungläubig und mit tiefem Mitleid sah er sie an. „3ch meine doch früher!" „Kindchen, das ist ja alles gut und schön! Cs geht mich auch nichts an, was du mit deiner Freundin — so darf ich doch sagen — plauderst! 3m Gegenteil, es freut mich von ganzem Herzen, dah du froh mit ihr sein kannst! Aber ich muhte nur einmal feststellen, was eigentlich los war, denn die Gewissenhaftigkeit Schwester Elisabeths fürchtete für dich!" „Quatsch!" machte Renate abfällig. „3ch mag Fräulein von Diemen selbst gern!" gestand der Arzt mit warmer Stimme. „O wie fein! Wie mich das freut! — Weiht du, was ich mir wünsche?" Renate zog seinen Kopf zu sich heran. „Dcüh du sie so lieb hättest, dah sie deine Frau wird!" sagte sie ihm ins Ohr. Da zog der Arzt die blasse Hand an seine Lippen. „Das soll sie werden, Renate! Du weiht ja gar nicht, wie lieb ich sie habe! Aber ich muh erst Boden unter den Fühen haben. Eine Assistenten stelle an einer Rervenklinik ist mir in Aussicht gestellt. So lange muh ich noch warten — und du magst sie ja noch nicht entbehren." „3ch mochte nicht mehr ohne sie sein, Heinrich? 3ch wünsche dir und ihr alles Glück der Erde! Aber loh sie mir, solange ich lebe!" Tränen traten in ihre Augen. „Liebe, kleine Renate — nein, ich nehme sie dir nicht! Du sollst diese liebe, feine Seele behalten, wenn sie dich so erfreut!" Er streichelte die feinen, blassen Hände. Das Mitleid mit der einst so schönen, kraftvollen Frau erschütterte ihn, und es wurde ihm gar nicht klar, dah er mit diesem Versprechen und Wartenwollen eigentlich zugab, dah es nicht zu lange dauern würde. Aber Renate war hellhörig. „Wie es nur kommt", sagte sie nach einer Weile sinnend, „dah zwei Brüder so verschieden sein können, wie Karl und du!" • „Du weiht doch, dah wir zwei Mütter hatten, wenn auch der Vater und der Rame der gleiche ist. Lind wir Aerzte glauben, dah die Mutter wohl das meiste an Geist und Charakter zu geben hat." „Dann mühtet ihr Männer immer sehr vorsichtig sein mit eurer Wahl. Denn gute und kluge Kinder zu haben, ist doch ein grohes Glück!" „3a, du hast recht! Ein Glück, das länger währt, als die Schönheit einer Frau, und das bis ins Alter hineinreicht, wenn man das Glück der Verliebtheit längst vergessen hat!" „Darum muht du Eva-Marie heiraten, Heinrich!" Sie sah ganz ernsthaft aus. „Sie ist zuverlässig und treu! Lind ihr Herz ist so klar und aufrichtig, dah man stets weih, was sie meint, und wie sie es meint! Auch ihr Zorn gegen Schwester Elisabeth war ehrlich und gerecht! Weiht du, ich möchte gern eine andere Pflegerin haben." Dr. Andresen sah sinnend vor sich hin. „Liebe Schwägerin, gerade jetzt ist es ein schlechter Zeitpunkt für diesen Wechsel. Wir sind ja beide der Ansicht, du und ich, dah sie exakt ihre Pflicht tut. 3ch bin auherdem der Meinung, dah sie gerade jetzt schwer entbehrlich ist, da sie die Entwicklung deines Leidens miterlebte, und darum sehr genauen Bescheid weih. Eine andere könnte dir jetzt leicht unnötige Schmerzen machen. Das ist zu vermeiden. Und da du selbst damit einverstanden bist, dah wir durch eine Operatton zu Helsen suchen, kommst du ja doch für eine Weile in die Klinik, und die Schwester auf Erholungsurlaub!" Renate sah träumend in weite Fernen. ,^Hat es denn überhaupt Sinn, dieses Operieren?" „Ganz ohne Zweifel!"- versicherte der Arzt. „Du wirst dich bald Wohler fühlen, und diese ziehenden und drückenden Schmerzen quälen dich nicht mehr!" „Aber Heilung gibt es nicht?" fragte lauernd die Kranke. „Liebe Renate! So dachte man früher! Heute ist die Wissenschaft weiter!" lenkte Dr. Andresen ab. Was wollte er sagen? Er verabschiedete sich von Frau Andresen und versprach, Eva-Marie zu schicken. 6. 3nzwischen sah Schwester Elisabeth bei Herrn Karl Andresen und verklagte geschickt Eva-Marie. Sie bauschte die Geschichte von der Aufregung und den alten Briefen noch einmal so groh auf und lieh durchblicken, dah es sich anscheinend um frühere, gewih weit zurückliegende Beziehungen der gnädigen Frau gehandelt habe, und dah sie glaube, sie habe Herrn Karl Andresens Ramen dabei nennen Horen. Der Mann stand auf und ging nervös auf und ab. Die beiden Damen waren so vertraut geworden, sie duzten sich sogar, sollte Renate der Freundin ihr Herz ausgeschüttet haben? Er hatte ein schlechtes Gewissen, und darum war ihm Fräulein von Diemens Gegenwart plötzlich sehr fatal. Wie es Wohl jedem Menschen fatal sein muh, jemanden täglich begegnen zu müssen, der von einer unredlichen Handlung weih, die er sich zuschulden kommen lieh. — 3emanden täglich zu begegnen, der einem darum im 3nner- sten verachtet. — Er wollte sehen, dies Fräulein Gesellschafterin loszuwerden! — Schwester Elisabeth verlieh ihn, und sein Bruder trat wieder bei ihm ein. „Es will mir doch scheinen, als ob dies Fräulein Gesellschafterin unser allzu grohes Entgegenkommen ausnutzt und sich allerhand herausnimmt, was ihr nicht zukommt und meiner Frau keineswegs dienlich ist! 3ch gehe mit dem Gedamken um, sie zu entlassen", äuherte der Kaufmann. „Aber Karl!" sagte der Doktor ein wenig erschrocken. „Vorhin sprachst du doch davon, dah du ihr Gehalt erhöhen wolltest ihrer guten Eigenschaften halber?" „3ch habe aber inzwischen allerhand erfahren, was sie mir doch anders erscheinen läht, als wir meinten! Wir Männer lassen uns da zu leicht durch ein hübsches Lärvchen täuschen." Der Doktor wurde zornrot. „3ch wette, das tat diese graue Rönne, die auher ihrer guten Ausbildung nichts hat, was sie gegen Fräulein von Diemens Liebenswürdigkeit in die Waag, schale zu werfen hätte!" Karl Andresen steckte sich scheinbar gleichmütig eine Zigarre an. „Du sprichst parteiisch, Heinrich! Wie verliebte junge Männer manchmal sind!" „Rur Männer?" fragte der Arzt böse werdend. „Dann darf ich dir wohl zu meiner Entlastung sagen, dah die, welche es am meisten angeht, deine kranke Gattin, mich eben gebeten hat, diese Pflegerin aus ihrer Rähe zu entfernen!" Es ging Karl Andresen plötzlich durch den Sinn, dah diese kluge Elisabeth als Aufpasserin recht nützlich für ihn wäre. Sie würde seine Frau wenigstens oft hindern, sich gegen die neugewonnene Freundin gar zu rücksichtslos auszuspre» chen, und sie würde es bei ihrem geringen Wohl- wollen für das Fräulein gewih verstehen, wenn er ihr einen diesbezüglichen Wink gäbe. „Es fällt mir nicht «in, um einer plötzlichen Laune meiner kranken Frau willen einen zuverlässigen und unentbehrlichen Menschen zu entlassen! Dis dahin war ja niemand mit den Lei- stungen der Schwester unzufrieden. Aber zwei Weiber im gleichen Dienst, das gibt immer Stunk!" „Sprich doch etwas respektvoller!" bat der Arzt. „Von Fräulein von Diemen meinst du?" Karl Andresens Gesicht war höhnisch, und das vorher so gute Einvernehmen der Brüder war getrübt. „Du scheinst schlechter Stimmung zu sein! 3ch will lieber gehen!" antwortete Heinrich. „Unsinn!" brummte der andere. „Aber waS hast du zu den törichten Wünschen meiner Frau gesagt? Du warft natürlich auch dafür, dah diese kleine hübsche Kröte ihren Willen kriegt!" (Fortsetzung folgt.) 108 Doppelt qmmtilge EunlcoM^tage / Von Mittwoch, 31. August bis Samstag, 3» September erhalten Sie 1O°/o Rabatt durch doppelte Marken auf alle Waren (mit Ausnahme weniger Artikel). Auf Wunsch bei Einkauf für RM 1.60 statt doppelter Marken einen schönen Trinkbecher oder 16 Pfennig in bar. K A ISE R'S GESCHÄFT Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen bei Brühl, Schulstraße Geburtsanzeigen 36 Jahre alt In tiefer Trauer: 6095 D Gießen und Darmstadt, den 29.' August 1932. 04989 Heinrich Ehmer, Verw.-Inspektor Charlotte Ehmer. Gießen (Friedrichstraße 3 I), den 29. August 1932. Die Einäscherung findet in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. Nach schwerem Leiden verschied heute unsere Innlgstgeliebte, herzensgute, treusorgende Frau und Mutter Margarete Ehmer, geb. Prüfer Allen denen, die bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen Herrn Otto Hehler Gerichtsvollzieher L R. ihre Anteilnahme bewiesen, sagen wir unseren herzlichsten Dank. Die tieftrauernd Hinterbliebenen: Dr. Otto Hehler Marie Brück, geb. Heisler Möbl. Zimmer von ein». Herrn ges. Schriftl. Ang. unt. 04983 an d. G. A. [Stellenangebote] Wir betrauern tief das Ableben unseres lieben Gründung»-A. H. Hermann Eidmann akt. 1881-84 Oberforstmeister i. R. in Darmstadt Die Landsmannschaft Darmstadtia I. A. d. C.: Erich Heil F. C. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 31. August, um 14.30 Uhr in Babenhausen statt. — _______________________________________6105 Soziale «Mlbi der Aufgeber v. (Steffen» Angeboten Ist es, die ein» gegangen JSetoerbunqd« unterlagen (Zeugnisse, Zeugnisabschrift.. Lichtbilder u.dgl.) schneilstens E'zus.OieSteNung- den sind dankbar wenn man ihre Bemühungen zur