Nr. 151 Erstes Blatt 182. Jahrgang Donnerstag, 50. Juni 1952 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühl'fche Univer?!l.Ibgru)t; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Rillet, sämtlich in Dießen. Eriche,nl tägltch, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die ODuftrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monat,-Vezvgspretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüfle unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Lietzen. Postscheckkonto: Sranffnri am Main 11686. Kein Fortschritt im Reparaiionsausschuß Ergebnislose Nachtsitzung. — Nie Verhandlungen gehen weiter. Schacht über dieZiele beutscher WirtschMührana Paris, 30. Juni. (IDIB. Funkspruch.) haoas will auf Grund der gestrigen Verhandlungen eine günstige Wendung feststellen können. Dieser Eindruck sei auch bei der französischen und der englischen Delegation zu verzeichnen gewesen. Obwohl über die gestrigen Verhandlungen größtes Stillschweigen bewahrt wird, glaubt Haoas doch mitteilen zu können, daß Macdonald unter Berufung aus den Bericht der Baseler Sachverständigen dlevertreler der Gläubigermächte gefragt habe, ob wieder auszubauen. Nach dieser Frist würde Deutschland die Zahlungen für den Zinsen- und Amortisationsdienst des Pauschalbeträge», die die vom deutschen Staat garantierten und sofort der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich übergebenen Bonds darstellen, zu leisten haben. Dieser Pauschalbetrag würde als Grundlage für eine allgemeine Regelung der zwischen den Regierungen schwebenden Schulden dienen. Der grüßte Teil würde den vereinigten Staaten Zufällen. Die Sonderberichferstatter der sronzaZchchme. ikwe beftäligen im großen und ganzen den Bericht der Havas-Agentur über dos Ergebnis der gestrigen Beratungen. — „Petit parisicn" spricht von einer leichten Entspannung. — Skeptischer ist „Echo de Paris", das nicht, von der sich gestern abzeichnen- den neuen Möglichkeit erwartet. — „Journal" dagegen ist davon überzeugt, daß sich in Lausanne bis gestern ein Theatercoup vollzogen habe. Heber die Gründe für die Tendenz zum Besseren geht in der presse ein Rätselraten an. Die Sonderberichterstatter lassen aber durchblicken, daß feit gestern von £ c i ft u n g und Gegenleistung gesprochen werde. Die Rechtsblätter glauben vor den ins Auge gefaßten Lösungen w a r n en zu müssen. des Poungplanes zukommenden Annuitäten zu verzichten, damit Deutschland eine Pauschalsumme leisten könne. Sämtliche Gläubiger hälfen sich fü r diese L ö - jung ausgesprochen. Jehl handele es sich darum, die Zustimmung Deutschlands zu erhalten. Um dies zu erleichtern, habe der gestern eingesetzte üonserenzvorstond sich abends bemüht, die endgültige Pauschal- zisser fest zusehen, die man von Deutschland fordern würde, sowie die Mo d a l i l ä l e n für einen Abkornrnensenlwurf. Rach französischer Ansicht wäre Deutschland eine völlige Aussetzung seiner Zahlungen für 2 oder 3 Iahre zu gewähren, damit es Zeit habe, seine Wirtschaft Hannover, 29- Juni. (TU.) 3m Wirtschaftsbund Niedersachsen-Kassel sprach Rcichsbankdirek- tor a. D- Dr. Schacht über „Grundsätze deutscher Wirtschaftspolitik". Er wies einleitend daraus hin, daß die jüngste Rotverordnu ng. die die jetzige Reichsregierung in Folgewirkung der bisherigen Finanz-. Wirtschasts- und Sozialpolitik des Reiches zu erlassen sich gezwungen gesehen habe, den Abschluß einer über viele Jahre sich erstreckenden Gesamtpolitik bilde, die dem über Deutschland hereingebrochenen Schicksal nichts anderes entgegenzulehen wußte als Entbehren. Dulden und sich selbstGnf- äußern. Ein Volk könne seine Lcbensrechte aber nicht durch Selbstcntäuhcrung erlangen und bewahren, sondern müsse einen unbändigen Lebenswillen betätigen, wenn es nicht untergehen wolle. Die nationalen Kräfte, die jetzt ans Werk gelangen müßten, gäben für eine erfolgreiche Wirtschaftsführung erst die bis dahin nicht vorhandene Voraussetzung- Die Bezahlung der Kriegs tribute ah-fc gepumptem Gclde sei ein politischer Unfug gewesen. Aus der allgemeinen Wirtschaftsnot des Volkes könnten wir ersehen, daß die deutsche Wirtschaft heute keine ausreichende Rente ab- roerfc, um die Lebcnshallung zu halten, die wir vor dem Kriege gehabt hätten. Der Grund hierfür liege in der ungeheuren Kapital- oernichtung durch den Krieg, an den nachfolgenden Handelsverlusten, den Tribuf- zohlungen, den hohen Zinsen für Kredite und ähnliches, wären wir nach dem Kriegsende sparsam in der Lebenshaltung ge- wesen, so wäre unser Volk sehr rasch zu der wahren Erkenntnis der Lage gekommen, aber die unter dem Einfluß der marxistischen Parteien stehende Rachkriegspolitik habe diese Erkenntnis erschwert und verzögert. Zwei Hauptfaktoren, die zum Gedeihen der Wirtschaft unerläßlich seien, würden durch den kollektivistischen Bureaukratismus vernichtet. Die größtmögliche Anstrengung des Einzelnen und das Gefühl, für den wirtschaftlichen Erfolg oder Mißerfolg verantwortlich zu sein. Die V e r a n 1 - wortung des einzelnen Arbeiters, AnDer Spuk von einer deutschen Pauschalzahlung Die iSrifcr presse will eine günstige Wendung in Lausanne feststellen. Oie Arbeiten der Ausschüsse. Lausanne, 30. Juni. (DIB. Funkspruch.) Die beiden Ausschüße der Konserenz tagten b i s in d i c frühen Morgenstunden. Der Wirtschaftsausschuß ist dabei bereits zu einem Abschluß der ihm übertragenen Arbeiten gelangt, indem er da» Material von Lausanne vorbereitet hat, da» einen großen von allen Staaten einschließlich Amerika» zu bildenden v o r b e r e i t u n g » a u »s ch u h für die im Herbst in London vorgesehene Wettwirtschastskonserenz al» Grundlage dienen soll. Die Arbeiten de» „B ü - ros“, d. h. de» wesentlich mit der Reparoll o n s s r a g e befaßten Ausschusses haben bisher kaum ein wie immer geartete» Ergebnis erkennen lassen; sie find heute vormittag von neuem ausgenommen worden, von deutscher Seile nehmen Reichsminisler Graf Schwerin-Krofigk und Staatssekretär von Bülow daran teil. gestellten und Unternehmers müsse wieder zur Geltung kommen. Dieser Grundsatz müsse auch die Lohnpolitik bestimmen. Die Festsetzung der Löhne habe zu erfolgen noch der individuellen Verschiedenheit der Betriebe und nach den unterschiedlichen Leistungen des Arbeiters. Die Wiederherstellung der freien Lohnpolitik sei das einzig durchgreifende Mittel, um die derzeitige Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Alle Projekte, die in irgendeiner Form zusätzliches Geld drucken wollten, seien von der Hand zu weifen. Ls fehle uns nicht an Geldumlaufmitleln, sondern an Kapital, das erarbeitet und erspart werden müsse. Der Standpunkt gegen die wünsche nach einer neuen Zahlungsmitteloermehrung, nach einer Binnenmart ober etwa» ähnlichem ergebe sich daher von selbst, wenn aller Arbeitsverdienst wieder verzehrt würde, könne sich kein Kapital bilden. Daraus ergebe sich die Sinnlosigkeit jener demagogischen Anträge über gesetzliche Einschränkung de» Lohnes. Solche Forderungen seien u n w i r t s ch o ftlich undunsittlich. Der einzelne habe Verständnis dafür, daß eine große Leistung auch hoch bezahlt werde. Es gebe nur zwei Wege, dem Arbeitslofenproblem wirtlich beijufommen. Der eine fei, durch starte Auflockerung der politischen Bindun- gen von Arbeitslohn und Arbeitszeit die Initiative in Industrie, handel und Gewerbe wieder anzufachcn. Der zweite Weg sei die mögliche Dezentralisierung der dafür geeigneten Ar- beitslosen durch Unterbringung in den einzelnen Haus- und Landwirtschaften. In der Rückkehr aus der abftratten Geldwirt- schäft zum Haus und zum Lande liege unsere Rettung. Das neuerdings viel gebrauchte Schlagwort von der Autartie fei genau f o falsch und einseitig, wie die Forderung nach einer Einordnung in d i e Weltwirtschaft. Wenn der Unverstand fremder Gewaltpolitik ein einzelnes Bolt in wirtschaftliche Abhöngigteit hinzudrücken und darin zu halten versuche, so mühten naturnotroenbig die autarkiichen Bestrebungen an Straft gewinnen. Zn einem solchen Zustande befinde sich heute das deutsche Bolt. Dem Auslande gegenüber aber müsse gemeinenRichtungder deutschen Politik als um die Bezeichnung eines unmittelbar zu erreichenden politischen Zieles handele. Man könne in dem Kommunique einen Beitrag Deutschlands zu den Bemühungen erblicken, die Arbeit der Abrüstungskonferenz zu fördern. Wahrscheinlich werde bis heute abend das Schicksal der Konferenz entschieden fein. 3n einem Bericht an den „Rews Ehronicle" drückt der in Lausanne weilende Sir Walter Layton die Ueberzeugung aus. daß gegenwärtig das letzte Kapitel der Ge- schichte der Reparativ non geschrieben und daß für die Zukunft jede Gefahr ausgeschlossen werde, daß deutsche Reparationszahlungen wieder zu einer Quelle wirtschaftlicher oder politischer Störungen werden können. — „Financial Times" erklärt, die Hauptsache fei, daß Deutschland für eine unbegrenzte Periode keine Reparationen mehr bezahlen könne, und unter diesen Umständen sollten es die europäischen Staatsmänner angesichts der Gefahr eines Mißerfolges möglich finden, zu einer Vereinbarung zu kommen. Oer deutsche Vorstoß. Die in der am Mittwoch veröffentlichten offiziellen Darftelluna der deutschen Delegation enthaltenen deutschen Gegenvorschläge, in denen man auch ein letztes Angebot sehen kann, enthalten weit mehr als nur eine Reparationslösung. Sie fordern in unmißverständlichen Worten die Revision des Vertrages von Versailles. Damit wird die Konferenz vor eine völlig neue Lage gestellt. Die Mitteilung der deutschen Regierung, die der Presse übermittelt worden ist, verlangt kurz und bündig die Wiederherstellung der deutschen Souverä- nitöt, die Beseitigung der Kriegsschuldlüge, der Tribute und der militärischen Ohnmacht. Würden diese Forderungen bewilligt, dann wäre Deutschland bereit, zur Wiederaufrichtung der Welt- wirtschaft einen Beitrag zu zahlen, der freilich die vollkommene Wiederherstellung des wirt- schaftlichen Gleichgewichts zur Voraussetzung habe. Damit hat die sogenannte Abschlußzahlung der Franzosen ein völlig anderes Gesicht bekommen. Aus einem Tribut wird ein freiwilliger Beitrag. Jetzt enthüllt sich das, was der Berichterstatter des Pariser Blattes als sogenannte Som- pensation mißverstanden hat. Abgesehen von der materiellen Bedeutung dieser Erklärung, die vor der Wiederaufnahme der Verhandlungen herausgegeben wurde, kommt ihr ein wesentlich taktischer Zweck zu. Damit wird der französischen Politik wieder der Ball zugespielt. Frankreich ist vor ein 3a oder ein Rein gestellt. Frankreich wird bei Ablehnung der deutschen Offerte die Schuld an dem Scheitern der Konferenz von Lausanne zu tragen haben. Ehe das französische Rein nicht gesprochen ist, werden wir aber abwarten müssen. Rach den bisher vorliegenden Meldungen soll die Konferenz in der nächsten Woche fortgesetzt werden. Herriot will am Montag wieder mit dem Reichskanzler,. zusarnment^fejz. Dickend- gültige Enlscheloung ist damit äufgefchoben, wir müssen damit rechnen, daß die Franzosen den deutschen Vorstoß mit einem Gegenstoß beantworten, dessen Hauptzweck darin bestünde, uns wiederum die Schuld an dem möglichen Scheitern der Verhandlungen zuzuschieben. In der Sache selbst läuft der deutsche Vorschlag in der Richtung von Andeutungen, die schon vor einigen Tagen gemacht worden sind. Auf der einen Seite wird Aufhebung der Teile 5 und 8 des Friedensoertrages gefordert. Auf der anderen Seite soll ein allgemeiner Kapitalfonds zum Aufbau der europäischen Wirtschaft geschaffen werden. Zu diesem soll auch das Deutsche Reich beisteuern; aus den derart zusammenkommenden Mitteln würde Frankreich seine Reparationsabschlußzahlung dann erhalten können, wenn das Gleichgewicht der Wirtschast wieder hergestellt sein wird. Der wesentliche Unter- schied dieses Vorschlages gegen die bisherigen Gedankengänge liegt darin, daß ein solcher Beitrag des Deutschen Reiches nicht mehr von politischen Bedingungen und Abmachun- gen abhängt, sondern von der Wiederherstellung des wirtschaftlichen Gleichgewichts. Es ist ein freiwilliger Beitrag. Dieser freiwillige Beitrag würde von einem Volke geleistet werden, dessen Souveränität in vollem Umfange wieder hergestellt worden ist. Damit sind die ganzen Verhandlungen auf eine andere Ebene gestellt. Wir treten zum erstenmal seit dem Kriege als souve- räne Macht auf. Das Stichwort heißt Gleichberechtigung. Wir lassen keinen Zweifel darüber, daß uns die ofortige Annahme so grundlegender Forderungen >urch die französische Regierung Höch st unwahr- cheinlich erscheint. Die Franzosen haben sich bisher geweigert, auch nur einen i-Punkt vom Wortlaut des Versailler Vertrages aufzugeben. Anderseits darf nicht übersehen werden, daß Mächte wie England und die Vereinigten Staaten, nicht zu vergessen Italien, durchaus bereit sind, die Berechtigung der deutschen Forderungen anzuerkennen. Sie müssen früher oder später bewilligt werden. Das weiß jedes Kind. Heute wird die Entscheidung aber davon abhängen, ob die Franzosen mit dem deutschen Angebot, das an Forderungen geknüpft ist, zufrieden fein werden. Die nächsten Tage sind daher fast noch kritischer als die vorhergegangenen. Dieses Angebot legt Deutschland nicht fest, wenn es angenommen wird, aber ebensowenig bedeutet cs eine Belastung, wenn es abgelehnt wird. Damit ist die Reparatiansftage entpolitisiert worden, es ist eine neue Grund- l a g e für künftige Verhandlungen gefunden. „Das letzte Kapitel." Englische Pressestimmcn zur Lage in Lausanne. London, 30. 3unL (WTB. Funkspruch.) »Morning Post" erklärt, gewisse ^Imstande deuteten darauf hin, daß die Konferenz eine Wendung zum Besseren nehme. —- .Dany legraph" schreibt, in amtlichen Londoner Krc.'en habe gestern eine entschieden weniger pessimistische Stimmung bezüglich de* Ausgangs der Konferenz geherrscht als m vielen Kreisen in Lausanne. — „Times" hat den Eindruck, daß es sich bei dem deutschen Kommunique mehr um eine erneute Darlegung der all- gezeigt werden, daß die deutsche Wirtschaft nicht nur Konkurrent, sondern auch Kunde sei. Dir Geschichte lehre, daß man Iributnurln Sachgütern entgegennehmen könne, die der Unterjochte in der Uederzahl erzeuge, aber daß man durch Entgegennahme solcher Sachlribute auch feine eigene gewerbliche und agrarische Kraft lahm fege. Hieraus folgert für Deutschland, daß ei unter keinen Umständen seine landwirtschaftliche Grundlage verlieren bürfe. Den Bestrebungen unserer Gegner, uns mit allen Mitteln niederzuhalten, kann nur aus zwei Wegen begegnet werden. Einmal aus dem Wege einer starken Wehrhaftigkeit, und zum zweiten, indem immer deutlicher gemacht werde, daß der eigene wirtschaftliche Vorteil mit dem des Rachbam Hand in Hand gehe. Wir müßten der Welt geigen, daß wir noch über eine große Macht, die Konsumkraft, eines auf höchste kulturelle Bedürfnisse c t n g e st eilten 70-Millionen-VolkeS verfügten, deren Mißachtung auf das Ausland zurückfalte. Das Ausland würde nicht leichten HerzenS auf unsere hochwertigen 3ndu strieerzeugniss.- vcrzich- ten. Man müsse aber zunächst damit beginnen, s i ch selbst au helfen und eigenes Handeln zu entwickeln, anstatt auf die Einsicht und den guten Willen anderer zu warten. Auch der Reichsetat wird notverordnet. (Äcfaßrcnpunkt die Licucrfchätzungcn. Berlin, 29. 3uni. (ERD.) Die Reichsregierung hat sich entschlossen, den ReichSetat für daS lausende Etatsjahr durch Rotverordnung zu rerabschieden, da angesichts der parlamentarischen Lage eine ordnungsmäßige Erledigung des GtaiS aller Voraussicht nach noch Monate dauern würde, andererseits aber ein ständiges Verlängern des RotetatS durchaus un» zweckmäßig erscheint. Die Rotverordnung wird spätestens morgen vom Reich-Präsidenten unter* Der Etat soll dann in geeigneter Form der Oef* fentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Etat schließt in Einnahme und AuSgabe mit 8,2 Milliarden ab. DaS bedeutet gegenüber dem vorjährigen Etat eine Minderung um 1,2 Milliarden und gegenüber dem Etat von 1930 eine solche v»n 3,7 Milliarden. Die 1,2 Milliarden setzen sich zusammen aus drei großen Postern die äußeren Kriegslasten sind mit 400 Millionen, die Cänoerübcrtocifu n g c n auf Grund der Steuersenkungen mit 200 Millionen, und alle übrigen ReichSauSgaben mit 600 Millionen geringer eingesetzt. Die wesentlichsten Positionen de- Etats sind: 700 Millionen für die Des oldung sämtlicher Reich-bediensteten einschließlich der Wehrmacht. 1,4 Milliarden für 2t e n t c n undPenfionen. 145 Millionen äußere und 345 Millionen innere Kriegslasten, rund 500 Millionen für die Sozialversicherung, 930 Millionen für die Arbeitslosenfürsorge, 940 Millionen für den Reichsschuldendienst einschließlich der außerordentlichen Schuldentilgung in Höhe von 420 Millionen, 190 Millionen Polizei- kostenzus chüsse für die Länder und 1 Milliarde für die übrigen ReichSauSgaben. Dazu kommen rund 2,1 Milliarden Hebertoel- fungen an die Länder. Abgesehen von der Umsatzsteuer sind die Steueransätze zum Teil sehr erheblich herabgesetzt worden. Die Umsatzsteuer ist auf Grund der in der Notverordnung vorgesehenen Erhöhung mit rund 1,8 Milliarden, das sind 86 v. H. mehr als im Vorjahre, eingesetzt. Die Minderansäye bei den übrigen Steuern betragen: Einkommensteuer 21 o. $)., Körperschaftssteuer 60 v. f)., Krisensteuer 57 v. ch. (im vorigen Fahre 324, jetzt 140 Millionen), Vermögenssteuer 19 o. ch, Tabaksteuer 15 o. ch., Biersteuer 35 o. ch. und die Einnahmen aus dem Branntweinmonopol 35 v ch. Die Reichsregierung ist sich vollauf darüber Mar, daß der in dem vorliegenden Etat oorgenommene Ausgleich durchaus nicht als ein Dauer- ausalei d) angesehen werden kann, der allen Möglichkeiten des laufenden Etatsjahres gerecht wird. Einen besonderen Gefahrenpunkt in dieser chinsicht bilden selbstverständlich trotz ihres Minderansatzes die Steuerschätzungen und außerdem natürlich auch die erhöhte Schät- zung der Umsatzsteuer. Dazu kommt, daß die im Etat vorgesehene Garantiesumme für die Wirtschaft in chöhe von 20 Millionen möglicherweise nicht ausreichen wird. Hitler über Wesen und Aufgabe der (SA. M ü nch e n, 29. Juni. Aus einer Gruppenführer- togung der SA. sprach Adolf Hitler über „Wesen und Ausgabe der SA.". Hitler behandelte dabei auch Zweck und Sinn einer nationalen Wehrmacht und erklärte, auch für die Wehrmacht im heutigen Staat sei auf die Dauer bas Mißverhältnis untragbar, an dem sie Schaden leiden müsse, wenn sie auf der einen Seite die große Tradition der preußrjch-öeutschen Armee weiter- führen und auf der anderen Seite einem politischen System dienen solle, das im diametralen Gegensatz zu dieser Tradition entstanden sei und heute noch stehe. Bezüglich der Stellung der SA. zur Wehrmacht wies Hitler im Anschluß an die DarfteHung der Lage in Italien auf die anders gelagerten — r»1 I I D W t .W ß V Az iert aeaen Versailles. Am 13. Jahrestag der Unterzeichnung des Vertrages von Versailles fand im Berliner Lustgarten eine Protestkundgebung der Berliner Studentenschaft statt, der auch Tausende ger Bevölkerung beiwohnten. Unser Bild zeigt rechts: Die Fahnen der Korporationen, Studentenbunde und Gruppen. Verhältnisse in Deutschland hin, die einen 2)ua- Hsmue, wie er etwa zwischen der italienischen Wehrmacht und der faschlilischen Miliz bestehe für uns grundsätzlich ausschlössen. Auf eine kurze Formel zusammengefaßt, bestehe die Aufgabe der SA. im Gegensatz zu jener der Wehr- macht in der Wiederaufrichtung einer organisierten Dolksführung und in der Vollendung der deutschen Volkserziehung. Oer Evangelische Bund zur Reichsiagswahl. Berlin, 29.Juni. Das Präsidium des Evangelischen Bundes erläßt zur bevorstehenden Reichstagswahl eine Erklärung, in der es heißt: Unser Volk beginnt immer klarer zu erkennen, daß die Revolution von 1918 Schiffbruch erlitten hat. In Auflehnung gegen die Irreleitung des deutschen Volkes ist eine nationale Bewegung von solcher Kraft und Stärke entstanden, daß sie nicht länger von der Gestaltung des deutschen Schicksals ausgeschlossen werden kann. In Mitverantwortung für die Zukunft unseres Volkes fordern wir, daß jede zukünftige Regierung diesen Tatsachen entscheidend Rechnung trägt. Wir erwarten, daß bei der Zukunftsgestaltung unseres Reiches die christliche Religion als der für seine Jnnenentwicklung bedeutsamste Faktor anerkannt und gewürdigt werde. Wir wünschen, daß insbesondere dem aus der Reformation heraus gebo- renen deutschen protestantischen Denken und Wollen der ihm gebührende Raum gegeben werde. Wir verlangen, daß der evangelischen Kirche das Maß von Recht und Freiheit, das sie auf Grund ihrer Geschichte und um ihrer Sendung willen zu beanspruchen hat, unverkürzt zuteil werde. Wir begrüßen cs, daß die Ueberzahl der bisherigen Parteien und Gruppen eine starke Einschränkung erfahren hat. Die großen und letzten Entscheidungen, in denen wir stehen, verlangen Zurückstellung von Parteieigcn- wünschen, fordern größte Geschlossenheit und darum auch Vereinfachung im politischen Leben. Wir halten es für erforderlich, alle Kräfte dahin zu richten, daß die auf das Zusammengehen mit den politischen Vertretern der marxistischen Revolution, des Frei- denkertums und Atheismus sich gründende Vorherr, schäft des Zentrums endgültig gebrochen werde. Es kommt alles darauf an, der verhängnisvollen schwarz- roten Koalition, die die Geschicke unseres Volkes und Vaterlandes 14 Jahre hindurch bestimmt hat. ein Ende zu bereiten. Jeder evangelische Christ hat bei seiner Wahlentscheidung dieses Ziel vor allem im Auge zu behalten. Aus afler Welt Wann wird das Sklarek-Urleil rechtskräftig? Die Ausfertigung des schriftlichen Skla- rek°llrteils wird die Strafkammer, die am Dienstag das Sklarek-Urteil fällte, voraussichtlich einige Monate beschäftigen, so daß seine Zustellung wahrscheinlich e r st Oktober oder November erfolgen wird. Dann werden die Verteidiger ihre Revisionsbegründungen anfertigen, so daß vor Mai bis Juni nächsten Jahres mit einer Revifionsver- handlung vor dem Reichsgericht kaum zu rechnen sein dürfte. Erst dann wird das Urteil, falls das Reichsgericht die Revision verwirft, rechtskräftig. W i l l i S k l a r e k hat Dienstag abend im Moabiter Untersuchungsgefängnis einen Rervenzusammenbruch erlitten, der seine Uebersührung in das Lazarett des Untersuchungsgefängnisses notwendig machte. Die Untersuchungshaft, die di« Brüder Dklarek jetzt antreten müssen und die sich bis zur Rechtskraft des Urteils hinziehen wird, wird auf die Strafe höchstwahrscheinlich nicht angerechnet werden, da in der Praxis die Zeit der Untersuchungshaft zwischen Straskammerurteil und Revisionsverhandlung vor dem Reichsgericht allgemein nicht angerecknet wird, sofern loten, seitdem er seine Regierung angetreten hat — weil er erklärlicherweise für das Elend der Krise von vielen Leuten verantwortlich gemacht wird, die nicht einsehen wollen, daß die amerikanische Regierung in ihrer Macht beschränkt ist. War Hoover vor vier Jahren für die übergroße Mehrheit der Amerikaner „ein Versprechen, daß bie Pros peri th ewig dauern würde", so ist er eben heute für diele nur noch ein Politiker, wie viele andere auch. Sein Dame hat jene ma> gische Anziehungskraft verloren, die er 1928 noch hatte. Gewiß wirb ihm bamit Unrecht getan, da Hoover zweifellos unter den amerikanischen Präsidenten einer der bedeutendsten ist, aber man muh nun einmal damit rechnen dah s e i n e W i e- derwahl durchaus nicht so sicher ist. Die große Masse der Anhänger der republika- Nischen Partei verlangte daher eine Plattform, Mc möglichst populär war ober doch geeignet war, dem republikanischen Programm jene Zugkraft tolebcfjugeben, die eS fldjer zum Teil verloren hat. Was lag da also näher, als wieder einmal die Frage der Prohibition zur Sr- örtcrung zu stellen, die die Gemüter in den USA. immer mehr erhitzt? Wächst sich doch das Ausschank- und Derkaufsverbot für Alkohol immer mehr zu einem Skandal aus, der Recht und Moral zu untergraben droht. Gin Gesetz, das von allen umgangen wird und nur dazu dient, t>en®angfter- banben ungesetzliche Gewinne zuzuschustern ist schäblicher al» bet freie Ausschank von Alkohol eS je fein kann. Der Mann, bet es fertig bringt, diese Frage mit ihrem Für und Wider so zu bereinigen, daß all die vielen Mißstände auf* hören, die sich auS der Prohibitionsakte ergeben haben, würbe jebenfallS Aussichten haben, der populärste Mann in den USA. zu werden. Aber wie groß die Schwierigkeiten gerade für die Republikaner sind, hier einen klaren Kurs zu steuern, daS hat der Parteikongreß In Chikago gezeigt. Gewiß war eine starke Minderheit, fast zwei Fünftel des Kongresses, der vor vier Jahren noch „knochen trocken" war, jetzt für eine glatte Beseitigung der P rohi- b i t i o n — aber zwei Fünftel waren auch dagegen, so daß schließlich die Entscheidung bei dem einen Fünftel der Hoover ergebenenQkrtoaltung&- beamten lag, bie der Verwaltung lediglich eine freie Hand in der Frage zu geben wünschten. Die Entschließung in der Prohibitionsfrage, der wichtigsten innerpolitischen Frage für die Präsidentenwahl, ist daher sehr kompromißlerisch ausgefallen: GS wird lediglich vorgefchlagen, daß die Staaten, die es wünschen, durch Volksabstimmung beschließen können sollen, ob sie weiter trocken bleiben ober nah werden wollen — eine sehr gemäßigte Entschließung, die aber Hoover. der für feine Person „trocken" ist, schon schwer genug war und trotzdem so sehr das Wutgeheul der Trockenen erregt hat, daß sich sogar Intime Freunde Hoovers, wie Dorah, daraufhin von ihm zu trennen drohen ... llnb dieses Kompromißlerische, daS die Plattform in der so wichtigen Prohibitionsfrage auszeichnet, ist auch charakteristisch für alle SrQ9ie wichtigste Aufgabe lieht me amerikanischc Regierung in der Herbeiführung her Weltabrüstung — aber bie amerikanische 5 l o t le soll nach Möglichkeit erhalten blei- oen. mun bie Plattform HooverS für ben neuen Wahlkampf ist so vieldeutig. bah er mit ihr machen kann, was er will, wenn er es nur ver- ftebt, e» seinen amerikanischen Landsleuten richtig ^'iubringen. Insofern ist sie also zweifellos ein si.rvßer Erfolg seiner Regie — aber die Frage W fr*!), was das Land dazu sagen wird. Die Masse der alten Parteiführer ist daher auch stark enttäuscht au- Lhtkago wieder fortgefahren: sie befürchten, bah man mit einem folgen Programm nicht siegen kann, daß Hoover eS freSmal nicht schaffen wird. SS sei denn, dah es ihm doch noch gelingt, einen großen außenpolitischen Erfolg batron^utragen, oder dah r fcincr Gegner, der Demokraten, die gleiche Verwirrung der Ansichten herrscht, wie bei den Republikanern. Was bie Demokraten beschlichen werden, steht noch dahin. Sicher ist jedenfalls dah sie in der Prohtbitwnsfrage genau so geteilter Ansicht |in£> wie die Republikaner, und dah sie auf wirtschaftspolitischem Gebiet einer Reihe von Ansich- ten huldigen, die nicht so ohne weitere- bei der Mass« der landwirtschaftlichen Bevölkerung der USA. auf Verständnis flohen dürften. Da sie jedoch unbelastet von jeder praktischen Verantwortung sind, ist es natürlich für Aus Oer provinzialhauptsiavt. Gießen, ben 30.3uni 1932. 40IahfeWerlleitep bei der Finna Gail Der Direktor der Gailschen Tonwerke, Ingenieur R. Wagenschein, kann am morgigen 1. 3uli in bester Frische und regster Schaffenslust auf eine 42iahrige Tätigkeit an der DPitze dieses Werkes zurückblicken. Direktor Wa- genschein war seit der ülebernahme seiner Stellung im Hause Gail als technischer Leiter der Tonwerke tätig. Seit der Umwandlung der Firma in eine Aktiengesellschaft gehörte er dem Vorstand deS Werkes an, den er seit Mai vorigen Jahre», nach dem Tode des kaufmännischen Direktor- Wenzel, allein bildet. Mit reichem Fachwissen, unermüdlicher Schaffensfreude und starkem Derantwortlichkeitsbewußtsein für das ihm anvertraute Unternehmen hat er an der Aufwärtsentwicklung de» Betriebes stets hervorragend und fruchtbringend mitgearbeitet. Durch feine berufliche Tüchtigkeit und durch feine ausgezeichneten menschlichen Qualitäten erwarb er sich sowohl bei der Leitung deS Gesamtunternehmens, wie bei allen Mitarbeitern und Arbeitern deS Hause» Gail volles Vertrauen, warme Sympathie und größte Wertschätzung al- Werkleiter, Mitarbeiter und Mensch. Miliiärlonzert für den Rudersport. Auf Veranlassung des Verein- „Hferfritif' gab gestern abend da- Musikkorps unseres Bataillon- unter der Stabführung von Obermusikmeister K r a u h e auf dem Dootsplah vor dem Hause der Gießener Rudergesellschaft von 1877 ein Militärkonzert, das alS Werbung für die Gießener Ruder-Gesellschaft, den Verein Rudersport und den Ruderklub Hassia gedacht war. Der rudersportliche Gedanke kam bei dieser neuartigen Kombination zwischen Militärmusik und Ruderei durch eine , Auffahrt der Boote der Rudervereine zu Beginn des Abends zum Ausdruck, ferner gegen 21.30 ülhr durch eine Auffahrt der Paddelboote der Paddlergilde mit Lampions und anschließendem Reig enfahren. Die Zuschauer verfolgten mit Interesse diesen Teil der Veranstal- tung, der zweifellos alS gutes Werbemittel für den Rudersport angesehen werden kann. Das Konzert der Militärkapelle, sie leicht, die Dinge so zu formulieren, baß ein außerordentlich klare» Programm herau-kommt da- wohltuend von dem Mischmalch der Republikaner abstechen würde. Sie verfügen obendrein über eine Reihe „Junger“ Leute, die vielleicht dem Volke mehr zufagen al» bie hinreichend bekannten Persönlichkeiten der Hooververwaltung. Gelingt es ihnen noch obenbrein, den allen Gegen- iatz zwischen den nördlichen Demokraten und denen de» Süden» zu überbrücken, der sie bisher in ihrer Aktivität stcrs gehemmt hat, so stehen ihre Shan- cen gut Jedenfalls mindestens ebenso gut wie die der Republlkaner. Hoover» einzige Lhance liegt daher a u f außenpolitischem Gebiet. Denn hier ist er. solange er an der Spitze der Verwaltung steht, unbeschränkter Herr, und hier kann ihm niemand dazwischenrcXn. wenn er wirklich etwa» will. Und hier albt es schließlich ein Gebiet, auf dem er tatsächlich etwas erreichen kann — auf dem Gebiet ber Abrüstung, wo saft alleS davon abhängt, was bie USA. ber Welt vorzuschlagen willen. Aber gerade hier liegen auch die Gefahren für eine derartige Politik. Da Hoover ein einseitige» Opfer von den europäischen Mächten verlangen muß — er kann feine Gegenleistung eine» Entgegenkommens in ber Schuldenfrage erst nach ben Wahlen machen — ist e» sehr zweifelhaft, ob er sehr viel erreicht, besonder» da ja in Europa alle- andere alS etwa Einmütigkeit über die Abrüstung besteht. Gs wäre aber nun grundfalsch diese Dinge etwa vom parteipolitischen Standpunkt au» sehen zu wollen. Denn vom europäischen Geficht-punkt au» muß man Hoover einen vollen Erfolg wünschen, weil zweifellos bei den Demokraten entweder nicht die Einsicht besteht, die erforderlich erscheint, um eine erfolgreiche Politik treiben zu können, oder doch zumindest die Deigung besteht, außenpolitische Mißerfolge HooverS zu benutzen, um inner- politisch barau- Kapital zu schlagen. Alnb auf wa- man da gefaßt fein muh, da» zeigt D. die letzte Rede deS Demokraten Roosevelt, der sich gegen jede Konzession an die europäischen Mächte aussprach und volle Eintreibung aller Kriegsschulden forderte I in gewohnter Exaktheit und Schneidigkeit durch* geführt, wurde mit den flotten Klängen des Re- girnentsgrußeS (Marsch von Steinbeck) eröffnet. Darauf folgte DerdiS Ouvertüre zur Oper „De* bukadnezar". Hierauf konnte man sich an der Wiedergabe von Hill s Lied .Da» Herz am Rhein" erfreuen, ben Abschluß des ersten Teiles bildeten Szenen aus Webers Oper „Der Freischütz". Der -weite Teil brachte zunächst Offenbach» Ouvertüre zur Operette „Die schöne Helena", anschließend König Heinrichs Aufruf und Gebet aus „Lvhen- grin“ von Wagner. Eine reizvolle Abwechselung war dann der Straußsche Walzer „Wein, Weib, Gesang" schmissig und mit Charme toicbcrgcgcben, schließlich Gounod» Fantasie auS der Oper „Margarete". Der dritte Teil brachte aus Werken Reck- lings eine Auslese au» den „Waldteufeleien", sodann Pragers Charakterstück „Bleisoldat auf Wache" und schließlich Recklings Potpourri „Erinnerung an daS Militärleben". Diese Programmnummern fanden bei ben Besuchern eine so warme und begeisterte Aufnahme, daß die Kapelle sich häufig zu Zugaben verstehen muhte, die sie natürlich im Hinblick auf ben starken Beifall gerne bot. DaS Konzert stellte in allen Tellen erneut die reife Künstlerschast unserer Militärkapelle unter bet Leitung bes Obermusikmeisters K r a u ß e unter Beweis und verschaffte dadurch den Besuchern einige Stunden besten künstlerischen Genusses. Dem Ruderlehrer der GRG. Herrn Schulde wurde während einer Konzertpause von dem Vorsitzenden deS Vereins „llfcrtritir, Herrn Henkel eine Plakette überreicht, durch die seine Verdienste um die Förderung des Rudersport» und zugleich die Erfolge der GRG. in sichtbarer Weise wohlverdiente Anerkennung fanden. 3eiiung,TheaterundVerkehrswerbung Auf der in diesen Tagen in DoSlar abgehaltenen Fremdenverkehrstagung sprach der Direktor deS städtischen Verkehrsamtes Osnabrück, Dr. Hugle, über „D i c Praxis der Der- kehrSwerbung". Hierbei äußerte er sich auch über die Verkehr-Propaganda, der zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Er hob dabei hervor, daß vor allen Dingen die Zeitung alS Gestalter und Spiegel der öffentlichen Meinung in den Dienst der Derkehrswerbung gestellt werden müsse. Die Zeitung, so führte er au», ist in unserer schnellebigen Zeit da» wichtigste Mittel össenlllcher Belehrung und Unterhaltung. 6le ist in höchstem Maße Ausdruck de» Lebenskämpfe» und Leben-Willen- eine» Verkehrs- und Wirt- schastsraums. und nicht nur im redaktionellen, Ion- bem auch im Anzeigenteil für die Verkehrswer- bung markt analytische Grundlage und einprägsamer Werbeträger. In diesem Zusammetchang fei noch auf einen Dort rag „Fremdenverkehr und Wirtschaft^ auf ber gleichen Tagung bingewiden. in bem der Erste Syndikus der Industrie- und Han- bcUlammcr, Osnabrück. Dr. Mann», darauf hinwieS. wie Nzirfschaslswichtig in Verbindung mit bem Fremdenverkehr die S t a d 11 h e a t e r seien. Die Städte, so führte er au», die au» S pars am- keitsrücksichten ihre Theater schließen, sind mit Kaufhäusern au vergleichen, die ihre Schaulenster zumauern wollten, um die Versicherung für die Scheiben zu sparen Wer Verkehrswerbnng treiben wolle, müsse auch lagen, wofür er werve und müsse den Fremden Wesentliches bieten können. Gictzcncr tfcodKnmnrttprcifc. Dießen, 30. Juni. E» kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter 90 100, Süßrahmbutter 130. Landdutter 110- 120. Matte 25 bi» 30 Pf. das Pfund, Sier 8. Käse 5 10 Pf. ba» Stück. Wirsing 10. Weißkraut 12. Spinat 15. Römischkohl 10—12. Bohnen 40, Spargel 30 bi» 50. Erbten 20. Tomaten 40—50. Zwiebeln 15. Rhabarber 8-10. Kartoffeln, alte. 5. neue 10 -15. Aepfel, au»ländischc. 50-60, Dörrobst 30 35. Kirschen 30 - 35, Stachelbeeren, unreife, 20. Erdbeeren 35-50, Honig 40 45. Junge Hähne 80 bi» 90. Suppenhühner 70 SO Pf. das Pfund. Tauben 50—70, Blumenkohl 30—60, Salat 8- 10, Salatgurken 25- 35. Ober-Kohlrabi 10-12, Rettich 10—12 Pf. daS Stück, Radieschen 8 -10, Gelb« 2tüben 10—12 Pf. da» Bund. Kartoffeln 4,80 Mk. per Zentner. Bornotizcn. — Taaeskalender für Donnerstag! Vderhelsischk Gesellschaft für Natur, und Heilkunde, 20.15 Uhr. Forstinstitut, Braugasse, Sitzung: Dor» trage von Dr. fferd. Kleinund Prof Max Ding- l e r. — Frauengruppc des PDA.. 20 Uhr. „Hinden- durst", Lichtdllderoortrag über die Pfingsiiagung in Glding. — fjausfrauenberatung, 20 Uhr. Lchrkuche Einhorn. Dortrag über Der moderne Hausl-alt". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße. 16, 18 und 20 30 Uhr, Sonderftlmvorfuhrungen „21 u» unserer schonen deutschen Heimat-, ** Richt» damit zu tun. Der Bücherrevisor Paul Koch (Hof Strupbach, Post Rodheim a. d. D.) macht darauf aufmerksam, daß er mit der SchössengerichtSverhandlung. über die am 17. Juni berichtet wurde, nicht in Verbindung zu bringen ist. Rähere» ist au» der Anzeige vom Dienstag ersichtlich. Wettervoraussage. Der hohe Druck über Zentraleuropa hat eine gewiße Beruhigung heroorgerufen und verursacht viel- fach aufheiterndes Wetter. Gleichzeitig macht sich schon über Westdeutschland durch Zuruckdrehen des Windes nach Süden zu die Annäherung ber neuen Atlantikstörung bemerkbar, lieber ben britischen Zn- fein treten verbreitete Niederschläge auf. Die Wetterverschlechterung wird auch bei uns cintrelen, so daß Niederschläge und spater auch Gewitterstörungen zu erwarten sind. Aussichten für Freitag: Wärmer. Bewölkungszunahme " und sväter Ucbergang zu Niederschlägen. südwestliche Winde. Aussichten für Tarnst a g: Wolkig. Gewitterstörungen oder gewitterartige Schauer und nach- folgend etwas Abkühlung. Lufttemperaturen. Am 29. Juni: mittags 21,9 Grad, abends 18,4 Grad: am 30. Juni: morgens 17,4 Grad Eelfius. Maximum 22,2 Grad, Minimum 15,6 Grad. Niederschläge 0,5 mm. — Erdtempera- turen in 10 cm liefe. Am 29. Juni: abends 21,0 Grad: am 30. Juni: morgens 17,8 Grad Eelfius. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12JO Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Sonnengebraunte Haut i ^NIVEA-CREME ■ oder aber NIVEA * ÖL Jetzt zu J. Pfeffer kommen, lohnt sich fürSle Eine enorme Auswahl In Mäntelfly KlCldöm UHCl StOffCR zu den kleinsten Preisen der Notzeit entsprechend ........... J. Pfeffer • Marktplatz 6. Beachten Sie bitte meine Schaufenster. <852 a ZreWWeVerskeimW. Freitag, den 1. 3uÜ, versteigere ich im „töroeiT, Neuenweg 28: 4926V 1 Ausziehtisch (Nußbaum! 1 Sofa 1 Elektrolux (f neu). Garderobestönoer, Dienenkast. (Marke Freudenstein. Breit- wabenkastcn), 2 Rollwagen. 1 Einspän- ner-Kuhwagen, Stühle, Betten, Büfetts, 1 zweirädrigen Handwagen, 1 Lautsprecher, 1 Eisschrank, Bilder und Gemälde, 1 großen runden Wirtschaststisch, 3 lange Tische, 1 Dank. Versteigerung bestimmt. 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Mühlgasse 30, zusammen geschätzt 27 540 RM. B. Grundbuch für Gießen. Band XXXXIX, Blatt 2417. Ord.-Nr. 2, Flur 28, Nr. 286 = 1250 qm Hosreite, Rodheimer Straße 42, geschätzt 47 500 RM.: Ord.-Nr. 4, Flur 28, Nr. 287 = 1481 qm Grasgarten daselbst, geschätzt 2962 RM : Ord.-Nr. 5, Flur 28, Nr. 288 = 9460 qm Wiese daselbst, geschätzt 19 590 RM.: C. Grundouch für Gießen, Band XVI, Blatt 757. Ord.-Nr. 1, Flur 1, Nr. 981 = 105 qm Einfahrt in der Neustadt, geschätzt 215 RM. Zu C: der der Jakob Happel Witwe zustehende Anteil zu •/* und der dem Hans Wilhelm Emil Happel zustehende Anteil zu 1 m>. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 27. Juni 1932. F. A des Hess. Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerichtsvorsteher. । Wohlschmeckender Knoblauchsaft (fast geruchlotz) lebt den Blutdruck gewaltig herab und ist deshalb das erfolgreichste Naturbeilmittel zur Vorbeugung vieler Äranlbeiten und Verhütung von Arterienverkalkung, Bla- bungen, Herz-, Magen- und Darmleiden. 2eil Jahrhunderten wird im Orient der ^aft gegen viele Krankheiten angewandt, ^lasche zu 90 Pf. und 1.70 NM. °*o Relonnbans BoermeliroOeiwiatz 5 Sommersprossen Wo nichts half — hilft immer Früchts Schwanenweiß Hk.1.60 ■. 1.15. - Geg. Mit< -<-r, Pickel u.alle Haatunreinhr-itf-n: Schöpheitswasser Aphrodite U. l'.W uii 3.16. Drogerie Winterhoff Gießen, Kreuzplatz 10. 2433 A kennen sie schon unsere gut ventilierte, unter ständiger kontrolle eines hiesigen chemischen laboratoriums stehende große lebensmittel-abteilung. karzentra-lebensmittel verbilligen ihren haushalt Schnittbohnen . Pflaumen...... Kirschen, rot, mit Stein .... Apfelmus...... 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Goudakäse, 20% ......... Tilsiter, 20%............. Tilsiter, halbfett, ohne Rinde Limburger Stangenkäse, halbfett, ohne Rinde Dänischer Schweizer, %-fett............... Vollfetter Emmentaler, 45%............... Auslands-Frischeier...................... -.38 -.40 -.40 -.40 -.40 -.45 -.50 -.75 -.47 ..........75 g-.lO ca. l-Pfd.-Kiste-.25 ... Pfd. ... Pfd. ... Pfd. ... Pfd. ... Pfd. ... Pfd. ... Pfd. ... Pfd. 10 Stück Prima Molkerei-Butter ........................Pfd. 1.10 Fetter Speck...............................Pfd.-.54 Dörrfleisch, mager Speck, ohne Rippe.........Pfd.-.8O Fetter Speck...............................Pfd.-.54 Dörrfleisch, mager Speck, ohne Rippe.........Pfd.-.8O Delikatessen Delikateß-Mayonnaisen %Pf.-.17 Italienischer Fleischsalat.............% Pfd.-.17 Prima Oelsardinen, 30 mm Club........ Dose-.25 Heringe i. 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M der WZ LZ ii, Mion Mack ist » teren Einnahme 220 000 Tlf. 3U rc der gegenwärtige 5eh> 630000 bis 65 Kurch die Ausschaltung md Kommunen als 21 wirtschaft/Mus bereitwillig alle Dorsch um diese Misere zu be biete des Dohnungswes sich sehen wir cs an, d> stillgelegten Bauten ba den. Hierbei kommt in den Eichgärte dem die Verhältnisse ii Hofe der Stadtschule sin diesen Dau müssen bei d legenheit Mittel slüssic man auch nicht überseh« zielle Lage der Stadt sei sahrtsausgabenl geringer werden, sondei haben uns beim Dohlst zu grob« Abstriche zur beanstandet in diesem < Dvhlsahrtsetat im Tit mahnahmen" statt 405 Mack eingesetzt sj für die Kindersheisung wurde. Er beantragt, t Mack wieder mit einzus Mack zu bewilligen. Verbesserung der Terh möglichstes ßntgcgcr.fo: md umfassende Arbeit Etadiraisi sArbeiisgemei! betont, daß er nicht, W Gedanken näher Cli'sabeth erobert Vornan vor Copyright b) 23 F°rtsehu,,g. fünfzehn, 2ahrc waren ve L Mdies^ K'ÄZ unb der iinn oche M 8ljl^?rlek^ns, ÄÄbit’' -mich anderes beute ®elreisen; Kr/r ^tte v kmuim ®i £ e'nc J^ternei tzG K-S Üfw Paulen 2 Nr. 151 Zweites Blatt Eiehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Donnerstag, 50. Juni 1952 Etaiberatung im Gießener Stadtrat. Oer Voranschlag nach mehrf^ndiger Beratung glatt angenommen. - Scharfe Kritik an der Finanzpolitik des Staates. (Ächuhi den Mittelstand! — Oer 2Ruf nach Arbeitsmöglichkeiten. • Gießen, 29. Juni 1932. Anwesend: Oberbürgermeister Dr. Keller, die Bürgermeister Dr. Seib und Dr. Hamm, Beigeordneter Justizrat Dr. Rosenberg und 39 Stadtratsmitglieder. Der Zuhörerraum ist gut besetzt. Oie Etatberatung. DaS Haus beginnt sofort nach Eröffnung der Sitzung mit der Beratung des Voranschlags für 1 9 3 2. Auf Antrag der Arbeitsgemeinschaft der Mitte wird einstimmig beschlos- fen, nur in eine Generalaussprache einzutreten und von einer Spezialberatung abzusehen. SiadtratSmiigl. Mann (Soz.) als erster Redner beschäftigt sich zunächst mit der Erörterung von politischen und wirtschaftspolitischen Ereignissen der Zeit nach Kriegsende, insbesondere u. a. mit der Lleberrationalisierung, mit der kurzfristigen Auslandsverschuldung, der Preispolitik, den Lohn- und Gehaltssenkungen und den verschiedensten Schrumpfungs-Erscheinungen unseres Wirtschaftslebens, die er als die eigentlichen Ursachen auch der Gießener Ctatnot bezeichnet. Er betont dann u. a.: Reben dem im Voranschlag verzeichneten Fehlbetrag von rund J/j Million Mark ist heute schon mit einem weiteren Einnahmeausfall von etwa 22 0 000 'M k. z u rechnen, so daß der gegenwärtige Fehlbetrag sicherlich nicht unter 630 000 bis 650 000 Mark liegt. Durch die Ausschaltung des Reiches, der Länder und Kommunen als Auftraggeber ist die Bau- wirtschaft zerschlagen worden. Wir werden bereitwillig alle Vorschläge prüfen und alles tun, um diese Misere zu beheben, auch auf dem Gebiete des Wohnungswesens. Als besonders dringlich sehen wir es an, daß die vor einigen Jahren stillgelegten Bauten baldmöglichst vollendet werden. Hierbei kommt der Schulhausbau in den Cichgärten vor allem in Betracht, denn die Verhältnisse in den jetzigen Baracken im Hofe der Stadtschule sind unhaltbar geworden. Für diesen Dau müssen bei der ersten sich bietenden Gelegenheit Mittel flüssig gemacht werden, wenn man auch nicht übersehen kann, daß ja die finanzielle Lage der Stadt sehr schwer ist. Die W o h l - sahrtsausgaben werden voraussichtlich nicht geringer werden, sondern noch weiter steigen. Wir haben uns beim Wohlfahrtsetat immer gegen allzu große Abstriche zur Wehr gesetzt. Der Redner beanstandet in diesem Zusammenhänge, daß beim Wohlfahrtsetat im Titel 15 „Sonstige Fürsorge- maßnahmen" statt 40 300 Mark i. V. jetzt nur 14 300 Mark eingesetzt sind und dabei die Ausgabe für die Kinderspeisung auf 12 000 Mark gekürzt wurde. Er beantragt, hierfür die gestrichenen 8000 Mark wieder mit einzuseyen, also insgesamt 20 000 Mark zu bewilligen. Zum Schlüsse wünscht er Verbesserung der Verhältnisse im Freibad, weitmöglichstes Entgegenkommen für die Sportvereine und umfassende Arbeitsbeschaffung. Stadtraiömitglied Horn (Arbeitsgemeinschaft der Mitte) betont, daß er nicht, wie der Vorredner, politische Gedanken näher in der Aussprache er- Elisabeth erobert sich das Glück Vornan von Margarete Antelmann Copyright by M. Feuchtwanger, Halle. 23 Fortsetzung. Rachdruck verboten! Fünfzehntes Kapitel. Zehn Jahre waren vergangen. Heute, an ihrem fünsunddreißigsten Geburtstage, zogen alle diese Jahre an Elisabeth vorüber. Sie sah ihr Spiegelbild an: eine blühende, reife Frau blickte ihr entgegen, über deren Gesicht trotzdem noch der Schein der Mädchenhaftigkeit und der Unberührtheit lag. Trotz aller Berühmtheit, trotz aller Anfechtungen des Theaterlebens, trotz Reid und Mißgunst hatte Elisabeth sich diese Unberührtheit erhalten, hatte für nichts anderes Sinn gehabt als für ihre Kunst. Ihr Ruhm war heute über die ganze Erde verbreitet. Gleich von Berlin aus war sie an die Metropolitan-Oper nach Reuyork verpflichtet worden. Gastspielreisen durch ganz Amerika, England, Frankreich, hatten sich angeschlossen. In Deutschland jubelte man ihr zu, wo sie auftrat, im Ausland vergötterte man sie. Sie war ein Star der Bayreuther Festspiele. Sie war eine Wagncrsängerin größten Formats — sie sang die Sieglinde, die Walküre, die Elsa und die Senta: aber sie glich weder in ihrer wundervollen, einzigen Stimme den anderen weiblichen Opern- größen, noch in der Zartheit ihres schlanken, sportlich trainierten Körpers. In Amerika hatte sie gelernt, wie man mit seinem Körper umzugehen hatte. Seitdem hatte sie die besten Trainer: sie turnte, ritt, spielte Golf und Tennis, schwamm und machte im Sommer Hochtouren und im Winter lief sie Ski. Aus dem schüchternen, unerfahrenen Mädchen war eine Weltdame geworden, eine an Luxus gewöhnte, elegante, mondäne Frau, die mit ruhiger Gelassenheit die Verehrung und Anbetung der Menschen über sich ergehen ließ. Rie hatte irgendein Mann Eindruck auf Elisabeth Pfilipp gemacht. Heber oll, wo sie hinkam, lagen die Männer ihr zu Füßen, huldigten ihrer Schönheit fast noch mehr als ihrer Kunst. Man verwöhnte sie über alle Maßen, überschüttete sie mit Blumen und Geschenken. Elisabeth hatte nicht nur glühende Verehrer — immer wieder kamen Männer, die sie zur Frau begehrten, Männer mit Rang und Titel, Männer, die über Reichtum geboten. Keiner von ihnen hatte Glück. Elisabeth war liebenswürdig zu ihnen wie zu allen anderen — nichts anderes. örtern wolle, daß er als Ursache unsere- Wirtschaftselends den Gewaltsrieden von Versaille» und die wlrtschaftsseindlichen Maßnahmen bei Auslandes gegen uns ansehe, daneben auch die Ucberrattonalilicrung in der Industrie al- Aus- gangspunkt des unheilvollen Schicksal- von Mil- uonen von deutschen Arbeitern, die die Arbeit zwangs wecse ruhen lassen müsse. Jeder ber es ehrlich mit dem Volke meine, müsse diese Entwicklung außerordentlich bedauern. Weiter erklärt der Redner dann u. a.: Bei dieser Betrachtung darf mau auch nicht Vorbeigehen an dem Riedergang des deutschen Mittelstandes di, zur Vernichtung. Wo rührt denn unser finanzielles Elend her? Die Industrie kann keine Aufträge mehr herein» dekommen und muß infolgedessen Arbeiter entlassen. weil der außerordentliche Steuerdruck auf dem Mittelstand lastet. Der Mittelstand i st weit übersteuert, bis zur Vernichtung. So geht das nicht weiter. Wenn die Belastung der Stadt so wie bisher weitergeht, werden wir bald in noch größerem finanziellen Elend sein. Wie stark die Belastung geworden ist. zeigt der Etat des Wohlfahrtsamts. Der städtische Zuschuß beziffert sich hier jetzt aus 1 301 439 Mk., gegenüber noch nicht 100 000 Mk. vor dem Kriege, und diese Steigerung bei der jetzigen verarmten Wirtschaft. Es ist klar, daß angesichts dieser Entwicklung jede Verwaltung mit Grauen in die Zukunft blicken muß. Es ist jetzt dringendste Pflicht, alle Ausgaben zu vermeiden, die nicht unbedingt gemacht werden müssen. Es muß gespart rocrocn, wo es nur irgendwie möglich ist, selbst aus kulturellem Gebiet und an manchen anderen wünschenswerten Verbesserungen. Unter diesen Umstänben kann ich mich nicht auf Aenderungen am Voranschlag einlassen, nachdem die Verwaltung erklärt hat, die jetzigen Festsetzungen seien das äußerste, was getan werden könne. Ich kann also jetzt keinen neuen Anträgen zustimmcn. ist auch am Stadttheater gespart worden: man darf hoffen, daß dieses Institut uns erhalten bleibt. Mit Bedauern ist festzustellen, daß die st ä d t i s ch e n Werke den Ertrag von früher nicht mehr erbringen. Die Herabsetzung der Tarife bedingt eben eine Mindereinnahme der Werke, aber diese Ermäßigung war angesichts der allgemeinen Preissenkung unbedingt notwendig. Ich hoffe aber, daß die Verwaltung uns trotzdem bis zum 1. Oktober sagt, in welche Weise eine weitere Verbilligung der Tarife durchgeführt werden kann, entweder durch eine andere Staffelung, oder durch weitere Ersparnisse. Trotz angestrengter Bemühungen war es dem Finanzausschuß nicht möglich, den Ausgleich des Voranschlags zu schaffe". Mit starker Verwunderung mußten wir nun in den letzten Tagen hören, daß der Staat seine übernommenen Verpflichtungen völlig vernachlässigt. ilcberall bei den Verwaltungen besteht Empörung darüber, daß die Hilfe von Reich und Staat durch die Steuerüberweisungen auflbleibt. Gegenüber Friedberg (vergl. unsere gestrige Mel- Frau Schelmer indes, die treue Begleiterin Elisabeth Pfilipps, verstand es, Elisabeths Körbe so anmutig zu verbergen, daß nirgendwo ein Stachel zurückblieb, daß Elisabeth überall Freunde hatte, die für sie durchs Feuer gingen. Runmehr hatte sich Elisabeth endgültig in Leipzig niedergelassen. Es zog sie hierher an die Stätte ihres ersten großen Erfolgs. Sie hatte nicht die Absicht, ein festes Engagement anzunehmen. Sie unternahm Gastspielreisen und gab große Konzerte. Die Erinnerung verknüpfte sie mit dieser Stadt. Die Freunde von ehedam waren fast alle fort. Rur Professor Walter wirkte noch hier und Kammersänger Perlberg. Professor Landar hatte noch die ersten Triumphe seiner Schülerin miterleben dürfen, dann war er gestorben. Peter Muck lebte in Paris, als berühmter Geiger. Dora von Szigety hatte einen ungarischen Viehzüchter geheiratet und der Kunst Valet gesagt. Helene Franke hatte sich erschossen: sie hatte dieses Leben mit feinen Enttäuschungen nicht mehr ertragen können. Die einzige, mit der Elisabeth immer noch innige Freundschaft verband, war Traute Steiner. Ihr hatte das Schicksal Erfüllung gebracht. Richt nur, daß sie als Künstlerin reiche Erfolge erzielt hatte — sie fand auch den Mann, den sie liebte und der sie zu seiner Frau gemacht hatte. Jetzt lebte sie in Dresden als geliebte Gattin des Kapellmeisters Ludolf 'Weiland und als Mutter eines entzückenden Stammhalters. Sie und Elisabeth trafen sich öfters: Elisabeth hatte schon gemütliche Tage im Heim der Freundin verlebt. Das alles überdachte Elisabeth, als sie heute, an ihrem Geburtstage, allein in ihrem Musik- zimmer saß. Ihr ganzes Leben zog an ihr vorüber Sie mußte dankbar sein für alles, was das Schicksal ihr gebracht hatte. Sie wußte, daß sie in Frau Schelmer einen wirklichen Menschen gefunden hatte, der Freud' und Leid mit ihr teilte und nur für sie da war. Aber — warum war sie bisher an der Liebe vorbeigegangen? Warum war unter all den vielen Männern keiner gewesen, der ihr etwas bedeutet hatte — dessen heiße Wünsche sie hätte erfüllen können? Elisabeths Hände griffen nach einem Driesblatt, das sie obenauf gelegt hatte auf die unzähligen Briefschaften, die heute aus aller Welt eingelaufen waren. Zum soundsovielten Male las sie die wenigen Worte — vielleicht, daß sie doch noch irgend etwas zwischen den Zeilen fand. Hier — hier in diesem Briefe lag die Antwort auf dieses Warum. Elisabeth stöhnte leise. Lothar von Eckertsburg wäre der Einzige aewefen, der sie hätte erlösen, der sie zur Frau hätte machen können. 2lber er düng. D. Red.» hat Gießen einen noch größeren Steueraussall durch das Verhalten des Staates. 3ch habe an Hand des Verzeichnisse» der Slrucr- einnabmrn vom letzten Vierteljahr festgestellt, daß Gießen al» Rücküberweisung von Steuern 460 000 Mark eingestellt hatte, elngegangen sind aber nur 241 000 Mark, so daß zur Zeit ein Steueraussall von 220 000 Mark vorhanden ist. Unter diesen Umständen ist es kein Wunder, wenn bei den ständig steigenden Wohlfahrtslasten die Städte immer mehr in Schwierigkeiten geraten. Roch nie i st ein größeres Versagen des Reiche» und de» Staates f e st z u st e l le n gewesen. Man beschneidet den Städten die Mittel, legt ihnen aber immer noch weitere Verpflichtungen auf. In gleicher Weise verfährt der Staat auch bei der S o n d e r- gebäude steuer, wo er jetzt 8 Prozent beansprucht für einen Ausgleichs- und Umschul- dungsfonds der Gemeinden. Dabei ergibt sich die eigenartige Tatsache, daß die schlecht wirtschaftenden Städte geholfen bekommen, mit den Mitteln derer, die sorgfältig gewirtschaftet haben. Auch unsere Stadt wird dadurch wieder einen Ausfall erleiden. Roch niemals ist ein Voranschlag im Finanzausschuß mit größerem Mißbehagen behandelt worden, als biefer. W i r haben auf Anträge verzichtet, weil keine Möglichkeit besteht, für Deckung zu sorgen und neue Steuerquellen nicht mehr ausfindig zu machen sind. Im Finanzausschuß haben wir einen Antrag eingebracht, der nach Zusicherung des Oberbürgermeisters in der nächsten Sitzung des Finanzausschusses beraten werden soll: Die Erhöhung der Filialsteuer. Obwohl der Finanzminister es abgelehnt hat, diesem Antrag zu entsprechen, weil die Rotverordnung des Reiches vom Dezember v. I. da» nicht zulasse, werden wir den Antrag immer wieder einbringen. Die Erhöhung der Filialsteuer will der Finanzminister unter Berufung auf die Rotverordnung des Reiches nicht gestatten, dagegen hat man unS aber jugemutet, die Realste uer auf den Landesdurchschnittsfah zu erhöhen. hier soll also die Rotverordnung nicht gelten. Durch die Erhöhung der Filialsteuer haben die Gemeinden die Möglichkeit, sich eine neue Einnahmequelle zu erschließen. Denn trotz des RiedergangeS der heimischen Geschäfte kommen immer mehr auswärtige Betriebe und reißen mit Erfolg das Geschäft an sich. Deshalb fordern wir durch unseren Antrag erneute Vorstellungen bei der Regierung und beim Landtag zwecks Erhöhung der Filialsteuer. Hoffentlich wird auf diesem Wege endlich eine gerechte Verteilung der Lasten erzielt. Wenn die Lasten der Kommunen nicht vermindert werden, dürfte es keine Möglichkeit geben, wieder geordnete Zustände in den Kommunen herbeizuführen. Wir stimmen diesem Rotetat zu in der Hoffnuna. daß er das letzte trübe Bild vor unseren Augen sein möge. Oberbürgermeister Or. Keller ersucht die Fraktion der SPD, einen Antrag auf Kürzung der Gas- und Strompreise heute loyal zurückzuziehen, da die Fraktion der Arbeitsgemeinschaft der Mitte auf einen gleichen Antrag hotte geschwiegen, die ganzen Jahre über. 11 nb er mußte doch wissen, wie es um sie stand. Und auch sie glaubte, daß er sie liebte. Damals in München, damals wenigstens hatte er sie geliebt. Und während ihrer Krankheit in Leipzig, da hatte er sie einmal geküßt, auf die Stirn: sie wußte es genau, sie hatte er gemerkt, obwohl sie noch sehr krank war. Es hatte Momente gegeben in diesen Jahren, in denen sie ganz verzweifelt war, in denen sie mit dem Gedanken spielte, sich dem verschlossenen Manne zu offenbaren. Aber dann kam sie wieder zu sich und wußte, daß das nie geschehen würde. Und wenn sie über ihrer Liebe zugrunde gehen mußte. Sie hatten sich auch in der ganzen Zeit nicht allzuoft gesehen. Zuerst hatte Elisabeth in Amerika gelebt und auf ihren Gastspielreisen. Dann war Eckertsburg nach Japan gefahren, kaum, daß Elisabeth nach Europa zurückgekehrt war. Sie hatten sich nur kurze Zeit gesehen, in Berlin. Eckertsburg war von einem Onkel gerufen worden, der große Besitzungen in Japan besah, die Eckertsburg alle einmal erben würde. Und der Onkel hatte gebeten, Eckertsburg solle nach Japan kommen, um sich mit seinem späteren Besitz etwas zu beschäftigen. Eckertsburg hatte von Japan aus öfter- geschrieben — Briefe, die von seinem Leben in Japan berichteten, von den Besitzungen, vom gesellschaftlichen Treiben: aber das, was Elisabeth zu hören wünschte, irgendwelche persönlichen Dinge, das wurde nie erwähnt. Elisabeth schrieb die gleichen äußerlichen Briese wie er, schrieb von ihrer Arbeit, ihren Reisen. Sie wußte, daß Tante Schelmer Eckertsburg viel von ihren Triumphen schrieb, von den vielen Männern, die sich bei Elisabeth einen Korb holten. Aber Eckertsburg reagierte mit keinem Wort auf diese Berichte. Diele Jahre hatte Eckertsburg in Japan zugebracht. Dann war er zurückgekehrt. und Elisabeth hatte ihn plötzlich in Bayreuth wiedergefehen. Mitten in einer großen Gesellschaft stand er ihr gegenüber. Sie sah fein schönes, bronzefarbenes Gesicht, die bunflen Augen, den graumelierten Kopf. Wie gut sah dieser Marrn noch aus, trotz seiner fünfzig Jahre! Auch er hatte sie bewundernd amzesehen, hatte ihr ein paar warme Worte gesagt. Dann war der König von Bulgarien dazugekommen und hatte das Wort an Elisabeth gerichtet. Eckertsburg hatte sich verbeugt, war gegangen. Am anderen Tage hatte Eckertsburg sie unb Frau Schelmer zum Mittagessen getaben. Sie tauschten ihre Erlebnisse aus. Frau Schelmer. die sich die ganzen Jahre über heimlich über Eckerts- burgs Unzugänglichkeit geärgert hatte, wollte es im Augenblick verzichtet habe. Die Verwaltung werde von sich auS tm Finanzausschuß bis zum Herbst in dieser Sache Aufklärung geben. (SfaöfratemitgL Nicolaus (XB. Vgg.) weist zunächst darauf bin, baß das deutsche Volk nach dem Kriege ein Geben geführt habe, al» ob e» reicher wie vor dem Kriege fei. unb bah deshalb vor allem die früheren Regierungen, nicht aber bie jetzige Regierung. Vorwürfe verdienen. Die drei Hauptmerkmale des Voranschläge» seien: 1. daS Fortbestehen der unverminderten Höhe der WohlfahrtSlasten alS Ausdruck der herrschenden Rot: 2 die Senkung der Ausgaben um rund 100000 Mark ohne bie Möglichkeit, diese Ersparnis sich in Steuer- senkungen auswirken zu lasten: 3. der R ü d g a n g der Eingänge au« Steuern und auS den städtischen Betrieben. Rachdem der Redner bie besonder» enge Verbundenheit des gewerblichen Mittelstände» und de» HauSbesitze» mit der Stadt betont hat, erklärt er u a Meine Fraktion hat stet- gegen die allmähliche Lastensteigerung und die Steuererhöhungen angekämpft, wobei sie Herabsetzung der Ausgaben forderte. Aber unsere Warnungen blieben vergeblich, man bat unter dem täuschenden Eindruck einer blühenden Wirtschaft große DewilligungSfreudiakeit gezeigt, bi» im vorigen Jahre die Krise auSorach. Heute sehen wir auch in den Kreisen de» Mittelstände» große» Elend, die meisten dieser Existenzen sind ihrer Ersparnisse Im hau»- und Grundbesitz beraubt. Mittelstandsangehörige müssen sogar alS Wohl- fahrtsempsänger erscheinen. Trotzdem glaubt da» KreiSamt, ei sei noch mehr an Steuern aus dem Mittelstand herauSzupressen. in»bcf. durch die Erhöhung der Realsteuern auf den Landesdurch- fchnittsfatz. Man übersieht dabei, daß jede weitere S t e u e r e r h ö h u n g keine neuen Mittel mehr einbringen wird, sondern sich in umgekehrter Richtung in Steuerausfällen auS- wirken muß. Wenn daS KreiSamt der Stadt Gießen zur Seite stehen will, dann geht der Weg nach Darmstadt. 3m Finanzausschuß unb die Presse haben wir jetzt erfahren, wie die hessische Regierung die Steuergelder, die ihr vom Reiche zur Weiterleitung an bie Städte überwiesen werden, zunächst für ihre eigenen Zwecke verwendet und dadurch die Schuld trägt an den finanziellen Schwierigkeiten der Städte. Würde ein solches Verfahren in einem Privatbetrieb angewandt, bann würden die verantwortlichen Männer mit dem Staatsanwalt Bekanntschaft machen. Die hessische Regierung lädt durch ihr ver- halten die Verantwortung aus sich für alle Folgen, die sich ergeben, falle eine» lagt» die Stabt nicht mehr in der Lage fein sollte, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, sei e» hinsichtlich der Auszahlung de veamtengehälter, der wohl- fahrtsunterstühungen oder anderer Forderungen. Sine Regierung, bie berartige Praktiken verfolgt. hat das Recht verloren, sich als Vertreter ber Arbeiterschaft anzusehen Wir haben die Pflicht, gegen ein solche- Gebaren auf» schärfste Protest einzulegen unb zu forbern, baß bie Regierung bie Steuergelder, die sie für bie Stabt zur Weitergabe erhält, sofort d a - ihm heute heimzahlen. Sie konnte nicht genug erzählen über die Triumphe Elisabeths, von den Männern, die ihr gehuldigt hatten. Frau Schelmer sah wohl, daß Eckertsburg tief erblaßt war und das alles nur mit Unbehagen hörte. Aber er sollte seine Strafe haben, das ging nicht ander». 2lm anderen Tage war er abqereist, ebenso plötzlich, wie er aufgetaucht war. Elisabeth hatte einen herben, wehen Schmerz gefühlt. Sie hatte kein Glück in ber Liebe: sie mußte sich bamit abftnben. öeitbem hatte sie Eckertsburg nicht wiedergesehen. Er lebte auf seinen Gütern oder reifte in der Welt herum, vermied eS jedenfalls, mit Elisabeth zufammenzutreffen. Elisabeth stützte den Kopf in bie Hänbe. Tränen kamen aus ihren Augen. Wenn sie nur arm gewesen wäre, ohne irgenbetn Talent — nicht- anderes wollte sie besitzen alS den Mann, den sie liebte. All der Luxus, der sie umgab, den sie sich erworben hatte mit ihrer Stimme, ber machte sie nicht glücklich, auf den hätte sie gern verzichtet. Sie fühlte sich so einsam, so zwecklos. Ob da» nun immer so bleiben würde? Elisabeth zwang sich, ihren Gedanken eine andere Richtung zu geben. Unter den vielen "Briefen war auch ein Glückwunsch Traute Weiland- gewesen und bie bringenbe Einladung, nach Dresden zu kommen. Elisabeth habe jetzt Ferien, sie wolle ungestört sein vom gesellschaftlichen Trubel: draußen in der Lofchwiher Villa der Weiland- Würde sie diese Ruhe finden unb ein paar Menschen bazu, bie sich innig freuten, Elisabeth unb Frau Schelmer bei sich zu sehen. Ramentlich der Heine Hans wäre schon selig in dem Gedanken, Tante Elisabeth bei sich zu haben Elisabeth überlegte. Diese Reise nach Dresden lockte sie: sie hatte Traute schon so lange nicht gesehen — man würde also hinüberfahren, gleich am nächsten Tage. Elisabeth verständigte Frau Schelmer. Dann ging sie in die Stadt, Geschenke für Dresden einzukaufen. Als sie, mit Paketen beladen, heimkehrte, war Lothar von Eckertsburg da. Er war plötzlich hereingeschneit, ohne sich anzumelden. Irgendeine Laune mochte ihn plötzlich überfallen haben. Herrliche Blumen hatte er mitgebracht al- GevurtStagsgeschenk für Elisabeth unb ein schmale» Platinarmbcmb mit einem einzigen großen Stein. Elisabeth formte bie Seligkeit nicht ganz verbergen, bie au» ihren Augen strahlte, a& sie bem geliebten Manne gegenübertrat. Mich er war weicher gestimmt als sonst. Unb er selbst äußerte ben Wunsch, bie beiben Damen nach DreSben zu begleiten. ' - v * ^Fortsetzung folgt) Protest wollen toir offen Ausdruck geben in der Erwartung, baß die hessische CRegterung für die Folgezeit sich ihrer Verpflichtungen besser als bisher bewußt ist. um von sich aus die Finanzlage der Stadt erleichtern zu helfen. Die gegenwärtigen Zahlen des Voranschlages sind fast ohne Bedeutung, da unsere ganzen öffentlichen Verhältnisse viel zu sehr flüssig geworden sind. Ich glaube nicht, daß wir unter der jetzigen Vot noch mit den veranschlagten Einnahmen werden rechnen können, obwohl wir als Maßstab das Aufkommen des verflossenen Jahres angenommen haben. Aber die Verhältnisse haben sich weiter erheblich verschlechtert und die Steuerkraft der Bürger ist immer mehr im Schwinden begriffen. Wir haben deshalb von Anträgen Abstand genommen, möchten aber doch einige Wünsche äußern, die wir zu gegebener Zeit als Anträge wieder vorbringen werden. Der Redner wünscht: Anderweitige gesetzliche Regelung des Wohlfahrtswesens mit dem Ziele einer Entlastung der Stadt, damit eine allmähliche Senkung der Steuerlasten eintreten kann. Weitere Ermäßigung der städtischen Werktarife. Weitere Abstriche an den sachlichen Kosten. Ver- mehrte Beschränkung der Ausgaben für freiwillige Beiträge an Vereine usw- Stillegung der städtischen Regiebetriebe des Steinbruchs und des Kraftwagenbetriebs, keine weiteren Rucklagen für die Kraftwagen und llebertragung der Fuhren an Gießener Fuhrunternehmer. Alle städtischen Arbeiten sind in weitgehendem Maße dem Handwerk zuzuführen, städtische Betriebe dürfen hierbei keine Konkurrenz machen. Bei Arbeitsvergebungen und Lieferungen in etfter Linie Berücksichtigung hiesiger Bewerber Schließung der Verkaufsstellen in den Straßen um 20 llhr, um dadurch die jetzige Konkurrenz für die Ladengeschäfte zu unterbinden. Erhöhung der Filialsteuer nach den Gesichtspunkten der Arbeitsgemeinschaft der Mitte. Abbau des Hauszins- steuer und Verwendung der freigewordenen Beträge zu Jnstandsehungsarbeiten an den Häusern. wodurch große Arbeitsmöglichkeiten für das Handwerk erschlossen werden. Senkung der Der- gnügungssteuer. um die Abwanderung von 'Ikt» einen nach auswärts aufzuhalten. Weitgehendes Entgegenkommen bei Steuerstundung und Gesuchen um Steuererlaß. Weiterer Ausbau der Schule in den Eichgärten, wenn auch nur in Abschnitten. Erschöpfung aller Möglichkeiten zur Belebung des Baugewerbes. Zum Schlüsse betonte der Redner noch einmal die große Bedeutung des Mittelstandes als Hauptstütze des Fundaments für das kommunale Gemeinwesen und verlangt dementsprechende Rücksichtnahme auf den Mittelstand. Insbesondere wendet er sich dabei an die städtische Beamtenschaft. die vor kurzer Zeit eine Bewegung unterstützt habe mit dem Ziele, die hiesige Geschäftswelt aus dem Warenbezug für die Beamten auszuschalten. Er betonte, die Beamtenschaft der Stabf müsse sich darüber klar sein, daß das Leben und Bestehen des ortsansässigen Mittelstandes zugleich ihr eignes Leben und Bestehen bedeute. Wenn sie diese Lieberzeugung gewinne^ werde sie nicht ein« Bewegung unterstützen können, die auf einen Boykott gegen die Gießener Geschäftswelt hinauslaufe. Das Ziel müsse sein, durch Sparsamkeit und Arbeit zur Rettung aus der Rot. Oie Kommunisten Kästner und Siorck bringen in längeren Ausführungen ihre rein parteipolitisch eingestellten Argumente vor. machen dabei die schon in früheren Sitzungen ve- kanntgegebenen Propagandaanträge geltend und richten an das Haus von rechts bis zur SPD. einschließlich erneut die Ansage des schärfsten Klassenkampfes. Siadiraismiigl. Uscher (Arbeitsgemeinschaft der Mitte) weist in kurzen Darlegungen darauf hin. daß — wie der Verlauf der Lausanner Konferenz erneut beweise — die eigentliche LIrsache der ganzen deutschen Rot nur in der Politik Frankreichs begründet ist. er betont ferner die gewaltige Bedeutung der starken Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt, erinnert an die zunehmende Belastung der Kommunen durch die Wohlfahrtsausgaben und bringt zum Schluß das Einverständnis seiner Fraktion und auch seine persönliche Zustimmung zu einem zunächst nur in Abschnitten durchgeführten Weiterbau der Schule in den Eichgärten zum Ausdruck. Er hofft, daß wenigstens ein Stockwerk des Baues bis zum Herbst oder zum nächsten Frühjahr bezugsfertig sein wird. Stadiraismiigl Horn (Arbeitsgemeinschaft der Mitte) weist auf einen Antrag seiner Fraktion hin, der auf eine Senkung der Gewerbesteuer- sähe abzielt und von der Verwaltung mit der Versicherung entgegenkommender Stellungnahme ausgenommen worden ist. Der Antr^ toirb in der nächsten Sitzung des Finanzausschusses zur Erledigung kommen. Weiter bringt der Redner die Anerkennung großer Teile der Bürgerschaft für den freiwilligen Arbeitsdienst des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes bei der Planierung des Platzes vor dem Schulhaus in den Eichgärten zum Ausdruck. etaöfratemifgl. Mann (Soz.) erklärt, seine Fraktion werde ihren Antrag auf Beschlußfassung über die Senkung der Gas- und Strompreise nicht zurückziehen. Oie Abstimmung. Hierauf kommt das Haus zur Abstimmung. Der Antrag der SPD.-Fraktion auf Wiedererhöhung der Mittel für K i n d e r s p e i s u n g« n von 12 000 auf 20 000 Mk. wird gegen die Stimmen der SPD. und der beiden Kommunisten abgelehnt. Gegen die gleiche Minderheit wird auch dem Antrag der SPD. auf sofortige Beschlußfassung über eine weitere Senkung der GaS- und Strompreise die Zustimmung versagt. Hierauf wird in der Gesamtabstimmung mit allen Stimmen gegen die beiden Kommunisten der Voranschlag für 1932 mit einem Abschluß von 5981 76^81 Mk. in der Betriebsrechnung, mit 891 380,53 Mk. tn der Vermögensrechnung, und mit der Deckung des Fehlbetrags in der Detriebsrechnung tn Hohe von 489035,87 Mk. aus Vermögensmitteln angenommen. Errichtung von Kleinstwohnungen. Das Haus stimmt sodann einem ProM auf Errichtung von 10 0 Klein st Wohnungen beiderseits der Krofdorfer S t r a ß e zu. Die Wohnungen sollen in einstöckiger Fachwerksausführung ohne Unterkellerung hergestellt werden. Zunächst sollen 30 Wohnungen erstehen, die bis Ende des Iahres bezogen werden können. Von der Einführung von Gas und elektrischem Strom soll abgesehen werden. Kleber die Finanzierung wird der Finanzausschuß beschließen. Stadtratsmitgl. Loeber (Arbeitsgemeinschaft der Mitte) weist bei dieser Gelegenheit erneut auf die große De sch ä f t i g u n g s n o t des Handwerks hin und fordert, daß keine Arbeiten der Stadt nach auswärts gegeben werden, sondern vollständig dem hiesigen Handwerk zugute kommen müssen. Tagung der hessischen Allertumssorscher. Bingen. 28. Iuni. Der Verband Hessischer Geschichts- und Altertumsvereine hielt seine Jahrestagung hier ab. Aus allen Teilen des Hessenlandes hatten sich die Dereinsvertreter eingefunden. Bei einem geselligen Beisammensein am Samstagabend eröffnete der Vorsitzende, Geheimrat von Hahn -Darmstadt den Derbandstag. Bürgermeister Dr. Sieglitz begrüßte namens der Stadt den Verband und dankte für den Besuch. Er erwähnte u. a. auch die Einrichtung des Binger Heimatmuseums und konnte zu seiner Freude unter den Tagungsteilnehmern Studiendirektor Blecher- Friedberg begrüßen, der als der eigentliche Begründer der städtischen Altertumssammlung anzusehen ist. Im Mittelpunkt des Abends stand der mit Lichtbildern unterstützte Bortrag von Prof. Dr. Behrens, erstem Direktor des Römisch-germanischen Zentralmuseums in Mainz, über: „Dingen zur Römerzeit". Gegenüber den früheren Tagungsorten, so führte der Redner u. a. aus, hat Dingen den Vorzug, auch eine römische Vergangenheit aufzuweisen. Mit der Erforschung der römischen Vergangenheit Dingens hat vor etwa 150 bis 160 Jahren der Pfarrer Gärtler begonnen, der die ersten Rotizen gesammelt hat. Das wichtigste hat aber erst im Jahre 1848 der Arzt Dr. Keuscher in einem Aufsatz der Zeitschrift des Vereins zur Erforschung rheinischer Altertümer in Mainz niedergelegt. Einen neuen Auftrieb erhielt die Erforschung durch die Gründung der Altertumssammlung im Turme der Burg Klopp im Iahre 1897. Dann hat die Gründung des Binger Geschichtsvereins im Jahre 1909 das Interesse für die römisch« Vergangenheit Dingens in weiter« Kreis« getragen. Die Professoren D lecher und Como übernahmen die mühselige Arbeit der Anfertigung eines Jnventariums, auf Grund dessen der Redner im Jahre 1920 einen gedruckten Katalog der Altertumssammlung herausgeben konnte. Der römisch« Ramen von Bingen ist uns in der antiken Literatur (Tazitus, Amionus, Marzellinus, Ausonius) und durch Inschriften bekannt. Mehr und bessere Auskunft geben die Bodenfund«, di« im Laufe der Jahre bekannt geworden sind. Aus ihnen (Siedlungsfunde. Grabstein« und and«re Inschriften) kann man sehen, daß Bingen schon vor Christi Geburt eine römische Garnison gehabt hat, nachdem Drusus hier eines seiner fünfzig Kastelle auf dem linken Rheinufer angelegt hatte. Die Funde sind in verschiedene Museen gekommen, ehe das_ Binger Museum gegründet wurde. Dieses bemüht sich, wenigstens Gipsabgüsse der wichtigsten Stücke aufzustellen. Einen besonderen Rang nimmt das erste Grab ein, dessen Instrumentarium noch nicht in allen Einzelheiten gedeutet ist. Die Höhe des antiken Kunstgewerbes wird deutlich, wenn wir die Gewandnadeln (Fibeln) betrachten, ebenso die Dronzefiguren und die in Dingen reich vertretenen Glasgefäße. Weitere Figuren stellen oft Gottheiten dar, die in Dingen erkannt wurden. Die ersten Spuren des Christentums sind bei der Pfarrkirche und in der Räh« des Technikums zutage gekommen. Im Sitzungssaal« auf Burg Klopp eröffnete Sonntag vormittag Geheimrat von Hahn die Geschäftssitzung des Verbandes. Aus dem Jahresbericht des Vorsitzenden war zu entnehmen, daß unter den Folgen der allgemeinen Wirtschaftskrise nicht so sehr der Verband, als vor allem einzelne ihm nahestehende Vereine zu leiden gehabt haben. Di« einzelnen Vereinen, wie dem Historischen Verein für Hessen und dem Oberhessischen Geschichtsverein, seit Jahrzehnten gewährten Staats- Zuschüsse haben wesentliche Abstriche erfahren. Auch der Mitgliederstand hat sich bei den meisten Vereinen im ungünstigen Sinne entwickelt. Aus der Arbeit des Verbandes ist die Tätigkeit des im Vorjahre gewählten Ausschusses für eine Bibliographie zu erwähnen. Die bereits mehrfach besprochenen Bestrebungen, die Jugend d«r Schulen für geschichtliche Dinge zu interessieren, haben Erfolg gehabt. Aus dem Bericht des Schatzmeisters ging hervor, daß 1931 die Einnahmen 1328,41 Mark, die Ausgaben 1149,22 Mark betrugen, so daß «in Kass«nb«stand von 179,19 Mark verbleibt. Der V o r st a n d wurde einstimmig wiedergewählt. Er setzt sich zusammemL stf dem Vorsitzenden Geheimrat von Hayn - Darmstadt, stellvertretenden Vorsitzenden Landgerichtsrat i. R. Dr. Rees-Mainz, Schriftführer Archivrat Dr. C le mm-Darmstadt, Schatzmeister Dr. L. Kraft-Darmstadt, Beisitzer Llniversitäts-Pro- fessor Dr. Mayer- Gießen. Oberstudiendirek- tor Dr. Faber- Friedberg, Bürgermeister Metzler- Worms, Oberstudienrat Professor Geißler- Bensheim, Prof. D r o ck m a n n - Offenbach und Lehrer H e u s o h n - Büdingen. Zur Llebernahme der näch stjährigenVer- bandstagung hat sich Butzbach, Gießen und Darmstadt gemeldet. Der Historische Verein für Hessen feiert im Frühjahr 1933 in Darmstadt sein lOOjähriges Bestehen und ließ durch seinen Vertreter anregen, mit dieser Feier die Tagung des Verbandes der Geschichts- und Altertumsvereine in Hessen zu verbinden. Zugunsten von Butzbach-Gießen zog dann aber der Hist. Verein seinen Antrag zurück. Es folgte dann der Bericht über die Angelegenheiten der Bibliographie, worüber das Ausschuhmitglied Prof. Esselborn «inen Bericht ausgearbeitet hatte. In der folgenden Aussprache über diesen Punkt wurde von Prof. Dr. Mayer- Gießen angeregt und man erklärte sich damit einverstanden, daß die Arbeiten nunmehr in Angriff genommen werden sollen. In die Bibliographie sollen auch die Aufsätze und Erscheinungen in Dereinszeitschriften und den Beilagen der Lokalzeitungen ausgenommen werden. Die Unterstützung bei diesen Arbeiten durch die kleineren historischen Verein« und derjenigen, die heimatgeschichtliche Aufsätze schreiben, ist notwendig. Weiter wurde angeregt, mit den Arbeitsgemeinschaften der Lehrer und Pfarrer Fühlung zu nehmen. Wie weiter mitgeteilt wurde, plant der Historische Verein für Hessen zu seiner 100-Jahr- feier die Herausgabe des Werkes „Ein Jahrtausend mittelrheinischer Kunst" von Professor Back, der vor einigen Monaten verstorben ist und dieses Werk dem Historischen Verein überlassen hat. [IV irtschafi. Freundliche Grundstimmung in Berlin. Berlin, 30. Juni (WTB. Funkspruch.) Die im Verlaufe der gestrigen Börse eingetretene Befestigung der Kurse machte heute vormittag eher noch Fortschritte. Die ersten offiziellen Notierungen zeigten bann auch überwiegend B eisern n g e n von 0,5 bis 1,5 v. H., zum Teil sogar 2,5 v. H. Die G r u n b ft i m m u n g war freundlich, da di« Nachrichten aus Lausanne und auch aus Genf wesentlich günstiger lauteten. Sogar di« französische Presse spricht heute von einer günstigen Wendung in Lausanne, und man ist der Ansicht, daß wahrscheinlich anfangs oder Mitte der kommenden Woche der Abschluß zustande kommen wird. Man nahm ferner mit Befriedigung zur Kenntnis, daß Amerika eine Weltwirtschaftskonferenz nur fü r nutzbringend hält, wenn vorher das Reparationsproblem endgültig geregelt ist, und man glaubt, daß auch diese eindeutige Erklärung der Bereinigten Staaten ihre Wirkung auf Frankreich nicht verfehlen wird. Die nachgiebigere Haltung Frankreichs soll sich bereits, nach neuesten Meldungen, auf der Abrüstungskonferenz zeigen, da angeblich die französische Delegation Hoooers-Dorschlag jetzt als Berhandlungsgrundlage annehmen wolle. Hin- zu kamen die Kurssteigerungen zum Schluß der gestrigen Neuyorker Börse, die Londoner Diskont- ermäßigung auf 2 v. $)., durch die die Hoffnung auf eine baldige Reichsbankdiskontfenkung genährt wird, vor allem aber die glatte Ueberwin- bung des Ha l b j a h r e s u l t i m o s , ohne daß der Geldmarkt eine wesentliche Anspannung ersah- ren hat. Die Tatsache, daß die Couponzahlungen gleichfalls durchweg infolge der rechtzeitigen Vorbereitungen glatt erfolgt sind, hat eine große Beruhigung hervorgerufen, vor allem am Rentenmarkt, an dem auch schon die Verkäufe der letzten Zeit nachgelassen haben. Schwierigkeiten sind bei den Couponzahlungen nicht entstanden, auch nicht in der Rheinprovinz, da die Reichsbank der Landesbank der Rheinprovinz bekanntlich einen Ueber- brückungskredit gewährt hatte. Deutsche Anleihen lagen ziemlich fest, gleich- falls Reichsfchuldbuchforderungen, die 1 v. H. an- zogen. Im Verlaufe war die Kursgestaltung nicht einheitlich bei Schwankungen bis z v. H. nach beiden Seiten. Vereinigte Stahlobligationen waren unter Schwankungen schwächer. Frankfurt fester. Frankfurt, 30.Junl/(WTB. Drahtmeldung.) Zu Beginn der heutigen Börse herrschte im Anschluß an die Abendbörse ein weiter festerer G r u n d t d n vor, da man die Weiterentwicklung in Lausanne günstiger beurteilte, zumal auch die Auslassungen der Auslandspresse einen guten Eindruck hinterließen. Das Geschäft hielt sich zwar in engen Grenzen, doch nahm die Kulisse in Verbindung mit kleinen Kundenorders einige Rück- bedungen vor, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse im Durchschnitt Besserungen bis- zu 1 v. H. festzustellen waren. Die Ermäßigung der Londoner Diskontrate um i auf 2 v. H. blieb ohne Einfluß. Am Chemiemarkt eröffneten IG. mit 88 v. H. nur mäßig höher, während Deutsche Erdöl mit plus li o. H. etwas mehr in den Vordergrund traten. Von Rentenwerten lagen Licht und Kraft mit plus li v. H. recht fest, Siemens gewannen etwa 1 v. H., im übrigen lagen die Kurse gut behauptet. Am Montanmarkt zogen Buderus 1 v. H. an, wogegen Phönix und Stahlverein nur knapp gehalten waren. Kaliwerte tendierten zunächst ein- beitlich, Salzdetfurth besserten sich um 1 v. 5>., Aschersleben gingen dagegen um i v. H. zurück. Schiffahrtspapiere lagen gut behauptet. Von Neben« werten verzeichneten Aku, Zellstoff Waldhof und Zement Heidelberg Besserungen bis zu i v. H. Das Geschäft am Anleihemarkt war bsitte ruhig. Alt- und Neubesitz hatten zu Beginn ipro- zentige Kursbesserungen aufzuweisen. Späte Reichsschuldbücher wurden lebhaft gehandelt und gewinnen li v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n k f u r t a. M., 30. Juni. Auftrieb: 150 Stück Rinder, 3 Färsen, 1015 Kälber, 91 Schafe, 1123 Schweine. — Es wurden notiert: beste Mast- und Saugkälber 35 bis 40 Mk.; mittlere Mast- und Saugkälber 31 bis 34; geringe Kälber 25 bis 30. Schafe: Mastlärnmer und jüngere Masthärnmel, Weidernast: 27 bis 30; mittlere Mastlärnmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe: 20 bis 26. Vollfleischige Schweine von zirka 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 40 bis 44; vollfleischige Schweine von zirka 160 bis 200 Pfd. Lebendgewicht 38 bis 43; fleischige Schwein« von zirka 120 bis 160 Pfd. Lebendgewicht 36 dis 39. — Marktverkauf: Kälber und Schafe schleppend, geräumt; Schweine mittelmäßig, geringer Uederstand. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H, Lombardzinsfuß 6 v. H. Frankfurt a. Ul. Berlin Gchluß-l lurs | 1-Uhr« Äur< Schluß« turs vnfong« Kurs Datum 29.6. 30.6. 29.6 30 6. 6% Deutsche Reichsanieihe v. 1921 51,5 — 50 — 7% Deutsche ReichSanlcihe v. 1929 58,5 — 58,4 — 5'/i% D»ung»AnIeihc von 1930 . 60,75 — 60,9 — Deutsche Anl.-Wlöi.-Echuld mit Auslos.-Rechten....... 37,25 37,75 36,9 37,65 Desgl. ohne AuSIos^Rechte . . . 3,5 3,6 3,55 3.6 8% Hell. Bolkssiaat von 1929 en und mit den Krc w* ! gültigbl Hartweizec Carolin^ etwas Besonder Himbeer-b’ garantiert re^ Pudding in reicher Auswa Ml Kristallzud Kristallzud Speise-Essi Einmach-Es Opekta - Sallz Matjes-Heri Neue Karte Feine Tafell Limburger 1 Enzian-Käs Schweizer 1 Oelsardinei Frische S& Kytfhäufer-Techniku 15, Tal. Nil enken Sie an Stoffe/ denken Sie an L* Bernard Dermählir ■Pid. 23 . Paket von 8 Pl. an ZUM EINMACHEN Opekta - Salizyl - Perßamentpapier - Gewürze Schweizer Käse saftig. Pfd. 1.08 4904D «bzusühreu- Iti der Kaste etnzuzahlen. Der Dorstand. Hartweizengriefa fein Carolina-Tafelreis Pfd. 35 Pfd. 42 Liter 20 Liter 35 Puddingpulver in reicher Auswahl ... Kristallzucker fein Kristallzucker grob Speise-Essig....... Einmach-Essig. ... Del der unterzeichneten Kaste sind vom 1. 7.32 ab neue Tabellen erhältlich, die über die Höhe der Abgabe und die Abzüge ujto. Auskunft geben. Sie Abgabe ist von den Arbeitgebern am Lohntage einzube- lallen und mit den Krankenkassen- und Arbeitslosenbeiträgen tanfl^aX SO^ünf Beton- und Maurerarbeit sowie Reparaturen icgl. Art werden btl- hgft audgcfübn BunkSdxniMeS Walter Schmidt, Lehrer Marga Schmidt, geb. Kohlheyer Ein Rekord 11 Ole weltberühmt» Remington KleiDtcMnesckiDe letzt schon für Mk. 148.- gefl.bsrod.i.Monatsraten von ML 7.10. Aber nur bei Niederhausen & Co. Seitenweg 17 I.Stvom Kleiderhaus Köhler „llD 'Ech sch, gleich. d>e 1 v.h. an- rsgeftoltung nicht I v- h- nach beiden nen waren unter Gießen Seltersweg Nummer 87 Coenerelog u Srrttog etnirenpno: 2d>cUfifd)c da» P