Tischen 1 ihr zu. «Rktte &**?& SSß *n*$ Ms unb wachie fld) ft « Ä ^°u'. ,er u5t brachte Ä fÜb,te flf aÄ! L^&foagct en <130 D ,es, . iwti’o» TfjjjS Ä5 ■Afeaa )|inspiel Ur. 124 (Erflts Blatt 182. Jahrgang Montag, 50. Mai 1952 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte ©tefcener Familienblälter Heimat im Bild • Die Scholle Monat, Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1 95 Ohne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr.. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Gieße«. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 1166«. GießeuerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Dmtf und Verlag: vrühl'fche Unioerfitäl5-vUch- nnö Stehrtruderei B. La«ge m Sieben. $d)riftkttniig mrö GefchäftrsteSe: Zchufftratz« 7. Annahme »an Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig: für Ne. Klarneanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennia, Platzvorschrift 20'/. mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr H.THnriot; für den übrigen Teil Ernst Dlurnschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Gesamtdemission des Reichskabineiis. Berlin, 30. M a i (WTB. Kunkspruch). Der Herr Reichspräsident empfing heute den Reichskanzler Dr. Brüning, der ihm die Gesamtdemission des Reichskabinetts überreichte. Der Herr Reichspräsident hat die Demission angenommen und beauftragte die bisherige Reichsregierung mit der vorläufigen Weiterführung der Geschäfte. Der Weg der Notverordnungen. Brünings Mabindt und seine Arbeiten. Berlin, 30.IDlai. (ENB. fiunffprudy) Reichs fanjler Dr. Brüning ist nach feinem heutigen Rücktritt genau zwei Fahre und Zwei Monate i m 21 m t e gewefen. Rach dem Sturz des Kabinetts Muller am 27. März 1930 gelang es ihm, sein erstes Kabinett zu bilden, das bis zum 7. Oktober 1931 im Amte blieb. Schon wenige Monate nach der Bildung feines ersten Kabinetts, das bei der Ablehnung des bei feiner Darstellung eingebrachtcn Mißtrauensvotums über eine Mehrheit von 6 6 Stimmen verfügen konnte, kam cs zur ersten pcrfonellen Veränderung insofern, als der damalige Reichs- finanzminister Professor Molden hau er zurück- trat und am 28. Juni 1930 durch Dietrich ersetzt wurde. Die Arbeiten des Kabinetts Brüning standen von Ansang an im Zeichen der schweren Wirtschafte krise. Die erste große Notverordnung vom 16. Juli 1930 hatte daher auch Heftige parlamentarische Kämpfe zur Folge, die zum Beschluß der Aufhebung der Notverordnung führten, woraufhin der Reichstag aufgelost wurde. Die Neuwahlen sanden am 14. September statt und ergaben ein außerordentlich starkes Anwachsen der Nationalsozialisten. Trotzdem konnte sich das Kabinett Brüning auch weiterhin im Reichstage behaupten, nachdem cs «in neues Finanz- u n d Wirtschaftsprogramm ausgestellt hatte. Kurz vor dem Erlaß der zweiten großen Notverordnung kam es noch zum Ab- schwenken der Wirtschaftspartei, die ihren Vertreter im Kabinett, den Iustizminister Dr. Bredt, zurückzog. Die zweite Notverordnung wurde sodann am 1. Dezember 1930 veröffentlicht Nach der Bereisung der deutschen Ostgrenzen in den ersten Oanuattagcn 1931 wurden die Verhandlungen mit Oesterreich eingeleitet, die am 31. März 1931 zur Veröffentlichung des deutsch-österreichischen Zollpaktes führten. Diese Zollvereinbarungen hatten lebhafte politische Auseinandersetzungen zur Folge, die durch ilebcrtocijung des Zollabkommens an den Haager Gerichtshof zunächst abgebogen werden konnten. Es setzte jetzt die Dor - bereitungszeit der großen inter- nationalenVerhandlungen ein.Reichskanzler Dr Brüning reifte mit Außenminister Dr. Eurtius nach Ehequers. wo es zur ersten Fühlungnahme mit den übrigen Staatsmännern kam, was dann im Verlaus des Sommers 1931 weitere Ministerbesuche zur Folge hatte. Diese außenpolitischen Fragen wurden zunächst durch die finanzielle Entwicklung Deutschlands etwas in den Hintergrund gedrängt, folgte doch der Inkraft setzungdes Hoovermora- t o r i u m s vom 10. Iuli 1931 die berühmte Danatnacht vom 13- zum 14. Juli, in der die Rotverordnung über die Reichsgarantie für die Danatbank sowie die anschließenden Dankfeiertage beschlossen wurde, was eine Reihe weiterer Rotverordnungen über den Devisenverkehr. über den Zahlungsverkehr der Danken, die Presse, die Kapital- und Steuerflucht und die Auslandpaßgebühren zur Folge hatte. Ende Iuli wurde sodann das Reiseprogramm fortgesetzt und Drüning und Eurtius fuhren zunächst nach Paris, um mit Laval und Tardieu zu verhandeln und die Londoner Konferenz vor- »uberciten. Am 26. Iuli besuchte Stimson 'Berlin, am 27. Iuli trafen Macdonald und H e n- d e r f o n in ‘Berlin ein und am 7. August reiften Reichskanzler Dr. Drüning und Reichsaußenminister Dr. Eurtius n a ch R o m. womit das Besuchs- programin zunächst seinen Abschluß sand. Die frartzösischen Staatsmänner Laval undD r i a n d trafen am 31. August zu ihrem Gegenbesuch in “Berlin ein, während der italienische Außenminister G r a n d i in Vertretung Mussolinis den Gegenbesuch der italienischen Regierung am 25. Oktober 1931 in Berlin abftattete. Im Verfolg der internationalen Auseinandersetzungen um die deutsch-österreichischen Zollvereinbarungen kam es am 6.Oktober zum Rücktritt des Reichs- außenministers Dr. Eurtius und einen Tag danach folgte die D e sa m t d eml s s t on des ersten Kabinetts Drüning. Dr. Drüning wurde sofort mit der Reubildung der Regierung beauftragt und es gelang ihm schon in zwei Tagen, sein neues Kabinett zu bilden, das nur einige Veränderungen gegenüber dem ersten Kabinett aufwies insofern, als Professor Warmbold zum Reichswirtschaftsminister, der bisherige Staatssekretär I o e l zum Reichsjustizminister und der Reichswehrminister G r o e n c r mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Reichsinnenministeriums betraut wurde. Bei seiner Vorstellung vor dem Reichstag gelang es Dr. Brüning, sich wiederum eine M e hr heil zu sichern und den Reichstag sodann im Februar 1932 zu vertagen. Am 8. Dezember 1831 wurde dicDierteNotoerordnung vreöffent- lfcht die zu gleicher Zeit einen Burgfrieden bis jum 3. Januar 1932 verkündete. Die ersten Monate des neuen Fahres standen vollkommen im Zeichen der Dorbereitungzur Reichspräsidenten- wohl, wo Dr. Brüning zunächst den Versuch machte, aus parlamentarischem Wege die Derlängc runfl der Präsidentschaft Hindenburg durchzusetzen, was aber scheiterte, da sowohl Hitler als auch Hugen- berg diesen Weg ablehnten Es kam am 13. März zum ersten und am 10. April zum zweiten Wahl- gang, wobei Reichspräsident von Hindenburg wiedergewählt wurde. Am 13. April unterzeichnete der Reichspräsident eine Notverordnung, durch die die SA. und SS. allgemein verboten wurden. Jin Anschluß daran richtete er in einem Schreiben an den Rcichsinncnminister die Forderung, eine genaue Untersuchung über die Verhältnisse bei den übrigen Wchrorgani- s a t i o n e n anzustellen und nötigenfalls die gleiche Behandlung angedeihen zu lassen. Die innerpolitische Situation nahm im Verfolg der allgemeinen wirtschaftlichen und internationalen Verwicklungen immer kompliziertere Formen an, wozu auch schließlich noch der Ausgang der Preußenwahlen und das damit verbundene scharfe Anwachsen der Nationalsozialisten nicht un- wesentlich beitrug. Dem Ausscheiden Warm- bolbs aus dem Reichskabinett folgte schließlich die Ankündigung, daß der Reichswehrmini- st er von seinem Amte zur ücktrclen sollte, um sich ganz den Arbeiten des Reichsinnenministeriums zu widmen. Die letzte Tagung des Reichstages brachte wiederum Mißtrauensvoten gegen das Kabinett, doch konnte über die gegen einzelne Minister eingebrachten Mißtrauenoolen nicht abgestimmt werden, da die Zwischenfalle im Reichstagrestaurant die Tagung auffliegcn ließen. In der Folgezeit hat sich nun das Kabinett mit der Ausarbeitung der Maßnahmen zur Sanierung der Sozialversicherungen besaßt, die in dieser Woche erlassen werden sollten Inwieweit cs nun zur Durchführung dieser Maßnahmen kommen wird, hängt von der weiteren Gestaltung der Dinge ab. Wie es zur Krisis kam? Oer Reichspräsident wünscht stärkere Rechts-rehung der Reichspolitil. Berlin, 30. Mai. (ENB Funkspruch.) Die Nachricht von dem Rücktritt des Reichskabinetts kommt den politischen Kreisen nicht mehr überraschend, nachdem bereits bekannt geworden war, daß sich in der Sonntagsbesprechung zwischen dem Kanzler und dem Reichspräsidenten nicht die Möglichkeit einer weiteren frucht- baren Zusammenarbeit bot. Angesichts der V o 1 k s st i m m u n g, die eine ft ä r f c r c Dre- hungderoerantwortlichenReichspoli. t i k nach rechts wünscht, hiett der Reichspräsident eine neue Notverordnung auf der B a - fis eines Kabinetts Brüning nicht mehrfürtragbar. Diesen Eindruck von Hinden bürge Ansichten dürfte der Kanzler bereits in der gestrigen Besprechung gewonnen haben, wenn diese auch nur von kurzer Dauer war. Damit hatte d i e heutige Kabinettssitzung, die um 11 Uhr begann, nur noch den Zweck, den offiziellen R ü ck t r i 11 s b e s ch 1 u ß des Gesarntkabi- n e 11 s herbeizuführen, den der Kanzler dem Reichspräsidenten in der Mittagsbesprechung überbringen konnte. In politischen Kreisen wird übrigens größter Wert auf die Feststellung gelegt, daß zwischen dem Reichspräsidenten unddem Kanz. ler keine persönlichen Differenzen be- stehen, und daß die großen Verdienste Dr. Brünings gerade in dem Augenblick seines Rücktritts voll gewürdigt werden. Das dürfte a uch in dem Abschiedsschreiben des Reichspräsi- deuten an den Kanzler zum Ausdruck kommen. Auf der anderen Seite dürfte Dr. Brüning selber auf dem Standpunkt stehen, daß die Wahl für den General- fcldmarschall von Hindenburg aus dem Gesichtspunkt geführt worden ist. eine ft arte und ft raffe fiü b r u n g an der Spitze des Reiches zu sehen. Es ist selbstverständlich, daß er sich den Entscheidungen dieser Führung sofort unterordnet. Wer wird Reichskanzler? Wird Brüning Außenminister bleiben ? Die Entwickelung zu der Krise wird in unterrichteten Kreisen als unvermeidlich bezeichnet, nachdem während der Abwesenheit des Reichspräsidenten von Berlin von gewisser Seite keine Konsequenzen gezogen worden sind, die die per- ionelle Seite der Kabinettsfrage hätten erleichtern können. Natürlich beschäftigt man sich jetzt vor allem mit dem Problem der Nachfolge. Fest steht bisher aber nur, daß der Reichspräsident ein Kabinett berufen will, das feiner ganzen Struktur nach weiter rechts eingestellt ist. Vollkommen ungewiß ist noch, wer der neue Kanzler sein wird. In der Oeffentlichkeit ist bereits eine Reihe von Namen genannt worden. Sic tauchen auch heute mittag wieder auf. Es scheint, daß die meisten Stimmen für den Freiherrn von Gayl, den ostpreußijchen Landwirtschaftsführer Brandes und für den Grafen Westarp vorhanden sind. Neben diesen personellen Fragen diskutiert man in politischen Kreisen auch viel, wie das neue Kabinett t m Reichstag eine Mehrheit finden wird In diesem Zusammenhänge wird natürlich auch die Möglichkeit einer späteren Reichstagsauflösung erörtert. Ille Zukunftsaussichten hängen jedoch zunächst von der Entscheidung ab, die der Reichspräsident über die Persönlichkeit des neuen Kanzlers trifft. Auf diesen Punkt ist im Augenblick das Hauptinteresse gerichtet, zumal man sich in allen politischen Kreisen darüber klar ist, daß die Kabi"ettskrise schon mit Rücksicht auf die dicht bevor stehende Lausanner Konferenz so bald wie möglich zum Abschluß gebracht werden mutz. Wie die Dinge liegen, ist übrigens nicht damit z u rechnen, daß Dr. Brüning dem neuen Kabinett als Außenminister angehören wird. Er sieht es vielmehr nur noch als seine Aufgabe an, fein Amt in die Hände des Reichspräsidenten zurück- zulegen. Die ersten Parteiführer noch heute bei Hindenburg. B c r 11 n , 30 Mai. (DDZ. Funkfpruch.) Nach dem Rücktritt des Kabinetts Drüning empfängt der Reichspräsident zunächst heute um 17 Uhr den Reichstagspräsidenten Lobe, um seine Auffassung über die parlamentarischen Aussichten für die Neubildung des Kabinetts zu Horen. Daran wird sich um 17.30 Uhr ein Empfang der f o • zialdcmokratifchen Parteiführer Dr. Breitfcheid und Wels beim Reichspräsidenten anschlicßcn. Als nächststarke Reichstagsfraktton sollte bann die nationalsozialistische eingeladen werden. Der Führer dieser Fraktion, Dr Frick, ist jedoch noch nicht aus München in Berlin eingetroffen. Man muß damit rechnen, daß der Empfang der nattonalsozialistischen Parteiführer erst am Dienstag früh zustandekommt. Absolute Mehrheit für die NSDAP, in Oldenburg. 24 nationalsozialistische Landtagsmandate von insgesamt 46. Oldenburg, 29. Mai. vor genau einem Jahr hatte der Jreiftaat Oldenburg einen ähnlichen politischen Sonntag wie heute. Das damals gewählte Parlament, in dem sich links und rechts die Waage hielten, erwies sich jedoch als nicht arbeitsfähig, so daß ein Volksentscheid die heutige Neuwahl des Landtags herbeiführte. Die Wahlbeteiligung war außerordentlich rege, in der Landeshauptstadt sowohl als auch in den verschiedenen Bezirken des Landesteiles Oldenburg. Am Nachmittag schwächte starker Gewitterregen den Besuch der Wahllokale ab. Die Polizeiorgane befanden sich seit heute früh in erhöhter Dienstbereilschaft, jedoch haben sich Zwischenfälle nicht ereignet. Das amtliche Endergebnis der Landtogswahl im Freistaat Oldenburg weist aus (in klammern die Ziffern der Landtagswahl vom Mai 1931): Zahl der Wahlberechtigten 362 000. Abgegebene Stimmen 274 022, davon ungültig 2205. Es erhielten: Stimmen Mandate Deulschnalionale 15 629 (12 653) 2 (2) Sozialdemokraten 50 987 (54 893) 9 (H) SAp. 1 464 (-) 0 (0) Kommunisten 15 590 (18 942) 2 (3) Nationale Vereinigung (früher Dvp.) 2 308 (-) 0 (2) Deutsche Staatsparfei 6 213 (8 515) 1 (1) Oldenburg. Landvolk 5 987 (5 404) 1 H) NSDAp. 131 525 (97 802) 24 (19) Oldenburg. Zentrum 42 114 (46 252) 7 (9) Der neugewähtte Landtag umfaßt 46 Mandate gegenüber 48 des alten Landtags. Diese Verschiebung trotz stärkerer Wahlbeteiligung erklärt sich aus den besonderen Bestimmungen des oldenburgischen Wahlgesetzes, wonach der Landtag nicht mehr als 48 Mandate umfassen darf. Auf der anderen Seile wer den die Mandate durch einen gleitenden Quotienten errechnet, der aber stets auf volle 100 ausgerundet sein muß. Aus dieser Tatsache kann sich dann, wie in dem vorliegenden Fall, bei starken Reststimmen einzelner Parteien ergeben, daß das Canöesparla- ment nicht die volle Mandatszahl umfaßt, auch wenn die Wahlbeteiligung relativ stark ist. An der stärkeren Wahlbeteiligung find im wefent lichen die Nationalsozialisten beteiligt, die an Stimmen mehr errungen haben als Hitler bei dem ersten Wahlgang der Reichsprästdentenwahl, wenn auch weniger als die hillerstimmen bei dem zweiten Wahlgang betragen haben. Die Deutsch nationalen haben einen Gewinn von etwa 25 v. f). zu verzeichnen, während die Verluste dec Sozialdemokraten wesentlich stärker sind als die kleine Stimmziffer der SAP. Die fiommu- nisten haben stark verloren, was sich auch in dem Verlust eines Mandats ausdrück. Eine Niederlage haben die Wirtschaftspartei und die Deutsche Volkspartei mit ihrer gemeinsamen Liste erlitten. Auch ohne die Deutschnationalen verfugen die Nationalsozialisten im neuen Landtag mit 24 Mandaten von insgesamt 46 über die absolute Mehrheit. Erstes Echo der preffe. Vor einer nationalsozialistischen Regierung in Oldenburg. Berlin. 30. Mai. ($11.) De wenigen am Montagfrüh erscheinenden Zeitungen nehmen nut kurz zu dc.n Ergebnis der Oldenburger LandtagS- waylen Stellung. Die .Montagspoft" stellt fest, dast das Gesamtbild als ausfallendste Tatsache die vollständige Zertrümmerung der in der nationalen Vereinigung zusammengeschlossenen Deutschen Dolkspartei und Wirt- schastspartei zeige Der .Montag" hebt hervor, daß das Zentrum trotz der größeren Wahlbeteiligung ziemlich erheblich verloren habe. Das sei für das Zentrum in diesem Land von besonderer Bedeutung. Das Blatt weift weiter daraus hin, daß die Rational so zia- l i st e n infolge des günstigen Rbschneidens bei der Mandatsverteilung mit ihren 24 von insgesamt 46 Mandaten die Möglichkeit haben, d i e Siegt erung in Oldenburg allein zu bilden. Die Pressestelle der Reichsleitung der RS DAP. schreibt .Die RSDAP. hat bei der heutigen Oldenburger Landlagswahl die absolute Mehrheit von sämtlichen Mandaten erobert. In der Entscheidungsstunde des Kabinetts Brüning hat das Volk gespro- chen und Recht und Anspruch der' RSDAP. aus die Staatssührung mit einer überwältigenden Vertrauenskundgebung bestätigt. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte für die wirkliche Stimmung des Volkes und für die hoffnungslose Minderheit, in der sich das Kabinett Brüning in ganz Deutschland befindet, dann ist er heute in Oldenburg für das ganze deutsche Volk erbracht worden. Was gedenkt Herr Dr. Brüning und sein Kabinett morgen mittag um 12 Uhr dem Herrn Reichspräsidenten zu erklären?" Erweiterter freiwilliger Arbeitsdienst für landwirtschaftliches Siedlungs- Verfahren. Berlin, 28. Mai. (XU.) Amtlich. Zur For berung der landwirtschaftlichen Siedlung hat der Reichsarbeitsminister besondere Bestimmungen über den freiwilligen Arbeitsdienst bei lanbroirt- schaftlkchen Siedlungen erlassen, die den verstärkten und vereinfachten Einsatz von Arbeits dicnstwilligen im Rahmen eines landwirtschaftlichen -iedlungsversahrens ermöglichen. Die neuen Be- ftimmungen bringen eine Erweiterung des förderungsfähigen Personenkreises. Hilssbedürfttge Arboisdienstwillige unter 25 Iah ren können in Zukunft während des Arbeitsdienstes eine Unterstützung bis zu 2 RM. täglich aus Reichsmitteln auch dann erhalten, wenn sie nach den sonstigen Vorschriften nicht gefördert werden könnten. Ferner kann die Förderungsdauer bis zur Beendigung des Siedlungsoorhabens regelmäßig, jedoch mcht über 40 Wochen hinaus verlängert werden. Es ist auch die Möglichkeit geschaffen, un ter Umständen Beihilfenzu den erforderlichen Kosten der Hrbeitsausr üftu n -fl und zu den Reisekosten zur Arbeits st ellc .zu gewähren. Um endlich den Einsatz des freiroill' gen Arbeitsdienstes bei landwirtschaftlichen Siedlungen zu beschleunigen, soll in der Regel der Vor- sitzende des Arbeitsamtes des Dienst- ortes über Anerkennung und Förderung der Arbeiten selbständig entscheiden können. Er ist auch mit Rücksicht auf die oftmals zeitraubenden Feststellungen über die Förderungsfähigkeit der Arbeitsdienstwilligen ermächtigt, bcp Trägern der Arbeit in geeigneten Fällen Vorschüsse auf die Fördcrungssumme zu zahlen. Die Verordnung tritt am 6. Juni in Kraft. Hundertjahrfeier des Hambacher Festes Die Stadt Neustadt ang der Haardt hatte unter dem Eindruck der Hundertjahrfeier des Hambacher Festes, das von der Arbeitsgemeinschaft der pfälzischen Presse am 28. und 29. Mai in Neustadt veranstaltet wurde, ein festliches Kleid angelegt. Der Anmarsch der Massen zum Heimbacher Schloß, wo auf dem Schloß- Sattel die „Deutsche Kundgebung" stattfand, begann bereits in den frühen Nachmittagsstunden Mit dem Hambacher „Favoritenmarsch von 1832" wurde die Kundgebung eingeleitet. Nach dem Lied „Hinauf Patrioten, zum Schloß, zumSchloß!" begrüßte der Vorsitzende des Landcsvcreins der pfälzischen Presse, Chefredakteur Franz Hartmann (Neustadt) die Anwesenden. Am Abend fand im Saalbau ein feierlicher Festakt statt. Der erste Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der pfälzischen Presse, Zeitungsverleger Kommerzienrat Großer l Frankenthal) begrüßte die Gäste. Sodann ergriff Staatssekretär Dr. Geis, Berlin, das Wort. Als Vertreter der bayerischen Staatsregierung sprach Staatsrat Korn. Der Redner ging dann eingehend auf die Vorgeschichte des Hambacher Festes ein und erklärte, daß die großen freiheitlichen Worte auch heute noch ihre Berechtigung hätten. Es gehe um die Freiheit des deutschen Vaterlandes nach innen und außen. Die Freiheit des deutschen Volkes dürfe und werde niemals erkauft werden auf Kosten des deutschen Gebietes. Professor Dr. Andreas, Heidelberg, überbrachte die Glückwünsche der Universität Heidelberg als der ältesten deutschen Hochschule. Geheimrot Dr. Waldkirch sprach dann für den Verein Deutscher Zei- tungsverleger. Sammlung der bürgerlichen Mille in Hessen. Eine nationale Einheitsliste für den Wahlkampf. Darmstadt, 29. Mai. (WSN.) Von dem „Ausschuß für bürgerliche Sammlung in Hessen" (Vorsitzender Bürgermeister a. D. B u x b a u m - Darmstadt) wird mitgeteilt: „Die bürgerliche Einigung in Hessen ist zustande gekommen^ Landvolkpartei, Deutsche Volkspartei, Christlich-sozialer Volksdienst, Slaatspartei, Wirtschasts- partei und Volksrechtspartei haben sich unter dem Kennwort „N ationale Einheits- I i ft e" z ufa in mengefunden und einen Wahlvorschlag aufgestellt, auf dem Angehörige aller Kreise erscheinen, und zwar neben den bewährten und bekannten Politikern viele neue und angesehene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Mit dieser Einheitsliste ist der von einer großen Mehrheit der bürgerlichen Wählerschaft erstrebte Zusammen- schluß des Bürgertums in einem Umfang erreicht worden, wie das bislang noch in keinem deutschen Lande möglich war. Wenn auch die an der Einigung beteiligten Parteien vorläufig ihre organisatorische Selbständigkeit bewahren werden, so ist doch hier ein Anfang gemacht zu späterem engerem Zusammenschluß auf völlig neuer Grundlage, so daß die Hoffnung ausgesprochen werden darf, daß diese Sammlung auch außerhalb Hessens Eindruck machen und ihre Auswirkung haben wird. Leider war es nicht möglich, auch die Deutsch- nationale Partei in die Sammlung mit einzubeziehen. Es ist mit den Deutschnationalen sehr nachdrücklich und ausdauernd verhandelt, aber nichts anderes erreicht worden, als daß die Deutschnationale Partei den Parteien der bürgerlichen Einigung empfiehlt, ihren Anhängern anheim zu geben — deutschnational zu wählen! Wir stellen daher vor der Oeffentlichkeit fest, daß die Deutschnationale Partei die, auch von weiten Kreisen in ihrer eigenen Partei, ersehnte bürgerliche Einheit sabotiert hat. Daß der frühere Landvolkabgeordnete Fenchel auf der deutschnationolen Liste an der völlig aussichtslosen zweiten Stelle kandidiert, ändert nichts an der Tatsache, daß die Landvolkpartei offiziell die Einheitsliste mitmacht und dort ihren geschäftsführenden Vorsitzenden an einer absolut sicheren Stelle untergebracht sieht. Die Einheitsliste ist zustande gekommen auf einem Pro- gramrn, das den Kampf gegen den Sozialismus jedweder Prägung, also gegen Sozialdemokratie und Kommunismus, aber auch gegen die sozialistischen Tendenzen des Rational- sozialismus, verlangt, sich nachdrücklichst für das Privateigentum und die freie Wirtschaft und für d i e Stärkung bürgerlicher Anschauungen einfetzt. Es wird eine starke, zielbewußte und ausschlaggebende Landtage- fraktion erstrebt, die ein arbeitsfähiges Parlament ermöglicht. Die Veröffentlichung des Wahlvorschlags erfolgt in den nächsten lagen. Eine eigene Liste Leuchigens. WSN. Friedberg, 28. Mai. Nachdem die Unterbringung des früheren Landtagsabgeordneten Dr. Leuchtgens, Beigeordneter der Stadt Friedberg, auf der Liste der Deutschnationalen gegenstandslos geworden ist. tritt Dr. Leuchtgens nunmehr mit einer eigenen Liste in den Wahlkampf ein. Es handelt sich um eine Liste, die Wert auf die H e r a u s st e l l u n g von Persönlichkeiten legt. EineRegiemngsemäningzumJMAMer Das Ergebnis des Ermittlungsverfahrens. D a r m st a d t, 28. Mai. (WSN.) Amtlich wird von der hessischen Regierung mitgeteilt: Am 15. Februar 1932 wurde der 30jährige nationalsozialistische Landtagsabgeordnete Joseph Buttler in Eberstadt auf der Modaudrücke mit einer Schuß- verletzung unterhalb der rechten Hüfte auf- gefunden. Einen Täter vor ober nach dem Knall hatten in der Nähe befindliche Zeugen nicht gesehen, auch der Abg. Buttler nicht. Zu Beginn der Sitzung des Hessischen Landtages vorn 16. Februar verlas der Abg. Lenz eine Kundgebung der Landtagsfraktion der NSDAP., in der behauptet wurde, schon im hessischen Wahlkampf seien zwei SA.- Männer „von marxistischem Untermenschentum hingemordet" worden, ohne daß die hessische Polizei in der Lage gewesen sei, das zu verhindern. Weiter hieß es bann wörtlich: „Gestern abenb würbe unser Kamerab, ber Lanbtagsabgeorbnete Buttler, burch Anhänger bes Marxismus, bem auch Minister Leuschner angehört, in Eber- sl a b t zusammen geschosse n." Der Bericht über biese Lanbtagserklärung war in bem nationalsozialistischen Organ „Hessenhammer" mit ber lieber- schrift über bie ganze Zeitungsseite versehen „Gauleiter Lenz protestiert zweimal gegen ben feigen Morbanschlag auf unseren Parteigenossen Buttler, MbL." Bei ber Schwere ber ejegen bie Regierung erhobenen Vorwürfe nahmen Staatsanwalt unb Polizei im größten Umfange bas Ermittlungsverfahren auf. Nahezu 100 Personen in Eberstabt, zumeist politische Gegner, würben in tagelanger Arbeit eingehenb verhört. Zahlreiche Durchsuchungen fanben statt. Es ergaben sich jeboch keinerlei Anhaltspunkte für eine frembe Täterschaft. Am brüten Tage nach bem Vorfall würbe bann im Mobaubach bei ber Brücke eine spanische Selbstlabe- p i st o l e g e f u n b e n , bie sich bei ber Untersuchung a l 5 bie Tatwaffe heraus st eilte. Die Gutachten ber beiben Sachverstänbigen Prof. Dr. Popp unb Dr. Hans Popp in Frankfurt am Main, bem sich Obermebizinalrat Dr. H e i b unb ber behanbelnbe Arzt Generalarzt Dr. Eichel in Darmstadt angeschlagen haben, finb ber Ansicht, baß ein absoluter Nahschuß, ohne daß der Hinzugetretene bemerkt worden wäre, kaum glaublich erscheint. Aus dem Verlauf des Schuhkanals, aus der Lage und Beschaffenheit des Brandflecks und aus der Art, wie die Waffe gehalten wurde, erscheint ferner ein fremder Täter ausgeschlossen. Die gefundene Waffe lag nur kurze Zeit im Wasser. Die Zusammengehörigkeit des im Körper befindlichen Geschosses und der in der Modau gefundenen Pistole, in ber bie Hülse noch stak, muß für höchst wahrscheinlich erklärt werden, da die Form und Größe des Geschosses unb die Art des Drandrandes auf den Klei- dungsstücken zu dieser Waffe passen. Die Möglichkeit, daß Buttler nach der vielleicht nicht beabsichtigten oder nicht in dieser Schwere beabsichtigten Selb st Verletzung noch einige Schritte gemacht hat und die Waffe über das Brückengeländer von sich geworfen hat, erscheint den Sachverständigen durchaus gegeben Daß Buttler die Waffe selbst in der Tasche geführt haben kann, dafür bot die Ausbauchung der rechten Manteltasche einen Hinweis. Gemäß dem Cinstellungsbeschluß ergaben die weiteren Ermittlungen, insbesondere die Ber- nehmung des Abg. Kern, daß Buttler am 16. November 1931 von Kern eine spanische P? st ole des gleichen Fabrikates erworben hat wie die am Tatort gefundene und für die Tat offenbar gebrauchte. Nach anfänglichem Leugnen gibt Buttler nunmehr auch den Waffenerwerb zu. Er will sie jedoch in Offenbach gelassen haben. Die Nachforschungen dort wie alle übrigen auf Buttlers Angaben hin gemachten Ermittlungen verliefen aber ergebnislos. Das Gesamtergebnis der Ermittlungen nimmt deswegen mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit an, daß r r . d i e Schuhverlehung selbst beigebracht hat, um seine durch das Bekanntwerden seiner Vorstrafen erschütterte Stellung in der Partei wieder zu festigen. Das Verfahren gegen die unbekannten Täter wurde daher eingestellt und gegen Buttler An- klage wegen Vergehens gegen das Schußwaffengeseh erhoben. Parteitag ber Giaaispariei in Hessen. Frankfurt a. M., 29. Mai. (WSN.) Der Parteitag ber Deutschen Staatspartei in Hessen billigte nahezu einmütig bie Aufstellung ber biirge’r- I i ch e n G e m e i n s ch a f t s l i st e für bie kommen, ben Lanbtagswahlen. Das gemeinsame Vorgehen gewährleiste, baß bie gegen Nationalsozialismus unb Sozialismus gerichteten Kräfte roieber zu bem nol- wenbigen Einfluß in Parlament unb Regierung kommen. Das freiheitliche Staatsbürgertum nicht- lozialistischer Einstellung sei bereit, an biefem Ziel mü allen Kräften mitzuarbeiten unb könne sich um so eher bazu entschließen, als bie gemeinschaftliche lüfte eine Vergewaltigung bemokratischer Grunb- satze nicht bebeute. Das Ziel bes gemeinschaftlichen Vorgehens fei klar feftgclegt in bem Bestreben, gegenüber ben sozialistischen Massenparteien bas Recht ber Persönlichkeit unb bie wirtschaftliche Freiheit zu erkämpfen unb burch eine starke Fraktion erhalten. Nach ber Aufstellung ber staatspartei- Iidjen Kanbibaten für bie Einheitsliste, bie in oöl- Itger Einstimmigkeit vorgenommen würbe, sprach ber Tarteitvorsitzenbe bem bisherigen staatsparteilichen Vertreter im Lanbtag, Oberamtsrichter Schreiber (Vilbel), für bie Entschiebenheit seiner politischen Haltung unb für bie Verbienste, bie er bem demokratischen (Bebanfen in 12jahriger parlamentarischer Arbeit geleistet habe, lebhaften Dank aus. Der Abg «chreiber hatte bereits im Winter ber Partei seine Absicht mitgeteilt, sich von ber Lanbtagsarbeit zu- ruckzuziehen. Oer Gewerkschastsring zur Beschäftigunge-fteuer. Berlin. 28. Mai. lCNB.) Der Vorstand des Gewerkschaftsrmges richtete an den Reichskanzler em Telegramm, in dem Protest erhoben wirb dagegen, daß die geplante Beschäftigungssteuer auch auf die Arbeitnehmer mit Einkommen unter 300 Mark ausgedehnt werden soll. 3n dieser Ausdehnung erblickt der Gewerkschaftsring eine soziale Tlngerech- tlgkeit, weil diese Arbeitnehmer bereits ver- pslichtet sind, die höheren Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zu leisten und außerdem auch der höheren Krisenlohnsteuer unterliegen. In erster Linie seien alle Verdienenden, die bisher nicht von der Beitragspflicht zur Arbeitslosenversicherung erfaßt worden sind, heranzuziehen. 1 Macdonald wünscht Erweiterung des Programms für Lausanne. Oas Problem des Welthandels muß in Angriff genommen werden. London, 30. Mai. (WTB. Funkspruch.) Premierminister Macdonald erklärte einem Vertreter der „Daily Mail" in einer Unterredung in Lossiemouth, daß die Lausanner Konferenz nicht nur die Reparations- und Schuloenfrage, sondern auch das größere Problem des Niederganges des internationalen Handels mit Energie in Angriff nehmen müsse. Ich bin fest entschlossen, betonte der Premierminister, nach Lausanne zu gehen, weil die dort zu leistende Arbeit meiner Üeberzeugung nach von entscheidender Wichtigkeit für die künftige wirtschaftliche Stellung Englands sein wird. Es geht aber nicht nur um die Erholung einer Nation, sondern darum, den Welthandel wieder in Gang zu bringen. Ich möchte, daß die Lausanner Konferenz sich nicht nur mit Schulden und Reparationen befaßt, sondern auch dieses viel größere Problem mit all seinen wichtigen Zusammenhängen schnell in Angriff nimmt, denn keine Nation kann es für s i ch allein lösen. Die Vertreter der britischen Regierung werden sich mit äußerster Energie darum bemühen, die Konferenz dazu zu bringen, diesen wichtigen Fragen gegenüberzutreten. Das Blatt glaubt, daß die Ansicht Macdonalds, die vielleicht das Gesicht der Lausanner Konferenz vollständig ändert und Amerika veranlassen könnte, aus seiner Rolle als bloßer Beobachter herauszutreten, in dem Tele - phongespräch des Premierministers mit Staatssekretär Stimson besprochen worden ist. Auch der amerikanische Botschafter Mellon stehe wahrscheinlich mit dieser neuen Entwicklung in Verbindung. Macdonald soll sich übrigens außerordentlichguterholt haben, so daß die Möglichkeit einer früheren Rückkehr nach London, als ursprünglich geplant, bestehen. _ Der liberale „News Chronicle" schreibt: Die Stabilität in Deutschland beruhe heute auf ber Beibehaltung ber bemerkenswerten Ue b e r- einstimmung zwischen Reichspräsi- b e n t unb Reichskanzler. Die Hauptgefahr, bie gegenwärtig ben politischen Horizont ocrbüftcrc, sei bie Ungewißheit, ob Präsibent von Hinbenburg bie neuen Spar- unb Steuermaßnahmen bes Kanzlers billigen werbe ober nicht. Das Ergebnis ber heutigen Unterrebung fönnt kaum zweifelhaft fein. Es fei unbenfbar, baß Hindenburg bereit fein sollte, Brüning kaum brei Wochen vor Lausanne burch einen anberen zu ersetzen. Allerbings mürbe nicht einmal ber Reict>spräsibent Dr. Bxüning halten können, wenn der Kanzler m it*'l e e r e n Hänben von Lausanne zurückkehrte. In diesem Falle märe bie Zeit ber Hitler- Leute gekommen unb ihnen würden nach kurzer Zeit die Kommunisten folgen. Was Deutschland aus bem Gebiete ber Reparationen und ber Rüstungen aus Rücksicht auf sich selbst forbcrc, entspreche auch ben Interessen ber Menschheit. Das Blatt verlangt baher eine aktive britische Außenpolitik, bie im gegenwärtigen Augenblick bas einzige sei, was Europa retten könnte. Macbonalb, Herriot und Brüning seien in ber Lage, notwendigere und wichtigere Taten zu vollbringen, als sie selbst von ihren drei Vorgängern in Locarno geleistet wurden. Der neue Kurs in Frankreich. Herriot droht. — painleve besieht auf den Verträgen. Paris, 29. Mai. (TU.) Sowohl Herriot wie Painleve haben erneut zur französischen Außenpolitik Stellung genommen. Der radikalsozialistische Parteiführer und zukünftigeMinister- präsident schreibt in der Lyoner Zeitung „Ds- mocrate", die Lage Deutschlands erscheine sehr bedrohlich. Es sei nicht unmöglich, daß d i e Hi11erleute das Zentrum ihrer Organisation und ihrer politischen Aktivität nach Danzig verlegt hätten. Es werde gegen Polen gehetzt, als ob man eines Tages einen Vorstoß gegen den Korridor unternehmen wolle. Der Haushalt des Reiches fei in schlechter Lage. Trotzdem fordere der Reichswehrminister Kredite für den Dau des Panzerkreuzers „C“. Die deutschen Heeresausgaben von 1932 müßten sehr genau geprüft werden. Ebenso sei es notwendig, d i c Umtriebe des Generals von Schleicher zu überwachen. Die letzten Reden des Reichskanzlers Brüning feiert nicht so, daß sie die Aufgaben der Unterhändler in Lausanne erleichterten. Die Veröffentlichung der Strefemann- schen Aufzeichnungen gebe sehr zu denken. Deutschland beklage sich ständig. Es fei jedoch wichtig, im Auge zu behalten, daß d i e S t e u erlast e n je Kops der Bevölkerung in Frankreich 48 Dollar und in Deutschland nur 35 Dollar ausmachten. Die Lage Frankreichs werde von Tag zu Tag ernster. Man müsse daher wachsamer denn je fein. Der frühere Ministerpräsident unb wahrscheinlich zukünftige Kriegsminister Painleve hat am Sonntag in Rouen eine Rebe gehalten, in ber er sich ganz befonbers mit ber Tribut- unb Schulbenfrage beschäftigte. Er führte u. a. au», baß Frankreich sich selbstverstänblich weigere, eine' Auscinanber- setzung über feine verbrieften Rechte aus freiwillig übernommenen Verträgen zuzulassen. Ganz befonbers weigere es sich, einseitige Vertragsverletzung hinzunehmen unb sich bie anmaßende Behauptung auf- zwingen zu lassen, daß es von Deutschland schon mehr erhalten habe, als ihm zukomme. Wenn die Rechte Frankreichs jedoch in vollem Umfange a n - erkannt würden, fei es in bezug auf ihre Durchführung zu einem großzügigen Entgegenkommen bereit. Niemand bestreite außerdem, daß Deutschland unter den augenblicklichen Verhältnissen zahlungsunfähig fei. Man werde für längere Zeit auf einen Teil der deutschen Zahlungen verzichten müssen. Die beste Lösung sei die allgemeine Liquida tivn aller europäischen und amerikanischen Verpflichtungen. Um jedoch zukünftige Schwierigkeiten zu vermeiden, könne man gewisse Maßnahmen ins Auge fassen, so z. B. bie Schaffung einer Kompenfa- tionstaf fc. Wenn bie Hülerbewegung in Deutsch- lanb ben Geist bes Jahres 1813 roieber aufleben lasse, so müsse Frankreich kaltblütig bleiben. Frankreich sei zur Abrüstung bereit, jeboch nur in ben Grenzen, die ihm fein Bedürfnis nach Sicherheit ziehe. Sozialisten und Negierungsbeteiligung in Frankreich. Paris, 30. Mai. (TU.) Am Sonntag wurde der Sozialistische Parteikongreß in Paris eröffnet. Dem Kongreß lagen vier Entschließungsanträge vor. Der erste Vorschlag des Abgeordneten Renaudel sieht die Beteiligung an der Regierung vor, um ein Konzentrationskabinett zu vermeiden, der zweite Antrag geht von Paul F a u r e aus und macht die Mitübernahme der Verantwortung von der Annahme eines weitgehenden sozialistischen „S ch u tz p r o g r a m m s" durch die Radikalsozialisten abhängig. Die dritte Entschließung der Abgeordneten A l l e a u m e und Perigaud wendet sich schroff gegen jedes Zusammenarbeiten mit einer bürgerlichen Regierung. Eine vierte Richtung geht in ihrer Ablehnung noch weiter und fordert die Bekämpfung des R a d i k a l s o z i a l i s- m u s. DoN Leon Blum selbst heißt es, daß er im Grunde ein Gegner der Regierungsbeteiligung sei, da er die Macht der Partei noch weiter verstärken wolle, ehe er die Oppositionsstellung preisgebe. Auch der Vorschlag Renaudels sieht übrigens gewisse Garantien der Redikalsozialisten vor, will jedoch den Weg der Verhandlungen einschlagen und seine festen Bedingungen stellen. Der Vorsitzende der Tagung, G r a z i a n i, erklärte in feiner Eröffnungsrede, daß man nach ben n ä cf) ft e n Karnmerwahlen in vier Jahren hoffentlich nicht mehr über bie Teilnahme ber Sozialisten, sondern von der Uebernahme der Gewalt durch die Sozialisten zu sprechen haben werbe. T h i o l a t führte u. a. aus, um bie Wünsche ber Arbeiter zu befriebigen, sei eine bebingte Regierungsbeteiligung ins Auge zu fassen. Weil- Rayna erntete stürmischen Beifall, als er erklärte, daß sich die Oeffentlichkeit über bie Haltung ber Sozialisten in ber Abrüstungs- frage nicht täuschen bürfe. Herriot habe getagt, baß Frankreich vor einem national« sozialistischen Deutschlanb nicht a b - r ü ft e n bürfe. Auch bie Sozialisten müßten ganz offen betonen, baß bie Abrüstung nicht gefor - b e r t werbe, um bem Deutschlanb Hitlers zu erlauben, bie Gleichheit ber Rüstungen burchzuführen. Oie Freien Gewerkschaften zur Notverordnung. Berlin, 28. Mai. (END.) Die Vorstände des ADGB. und des Asa-Dundes haben nochmals zu der bevorstehenden Notverordnung Stellung genommen, nachdem sie am 18. d. M. in einer Besprechung mit der Reichsregierung bereits die Notwendigkeit der unveränderten Aufrechterhaltung der Arbeitslosenunterstützung betont und die Zusammenlegung von Krisen- und Wohlfahrtsunterstützung empfohlen hatten. Die Regierung habe damals nur ungenügende Zusicherungen geben können, da die Kabinettsberatungen noch nicht abgeschlossen waren. Immerhin sei erklärt worden, daß innerhalb der Regierung über di eF rage der Arbeitsbeschaffung Einigkeit bestünde und die beabsichtigte Prämienanleihe alsbald aufgelegt werden solle. Dieses Versprechen scibishernoch nicht erfüllt worden, und die Vorstände der beiden Bünde fordern die Regierung nochmals auf, die Arbeitsbeschafsungs- anleihe unverzüglich aufzulegen. Außerdem wird der Plan einer Beschäftigten st eu er, die allen Arbeitnehmern ohne Rücksicht auf eine untere wirtschaftlich tragbare Grenze des Arbeitseinkommens aurcrlegt werden soll, abgelehnt und an ihre Stelle ein prozentual festzusetzender Anteil als Notopser allerSteuerpflichtigcn verlangt. Außerdem wird die Forderung der 40 ° Stunden - Woche erneut gestellt, ebenso wie die einer umfassenden Arbeitsbeschaffung. Oer Oberreichsanwali stellt das Verfahren gegen SA. ein. Berlin, 28. Mai. Der „Nationalsozialistische Zeitungsbienst" meldet: „Für bas Verbot ber SA. unb ber SS. ber NSDAP, sollte bas auf Veranlassung bes Innenministers Severing in Preußen burch polizeiliche Beschlagnahmungen herbeigeschaffte Urfunbenmatcrial eine große Rolle spielen, weil man glaubte, hieraus ben Vorwurf bes Lanbes- oerrats gegen biese Organisationen herleiten zu können. Rechtsanwalt Dr. Luetgebrune, ber mit ber Wahrnehmung ber Rechte ber aufgelösten Organisationen ber NSDAP, beauftragt ist, hatte ber Reichs- anwaltschaft erklärt, baß allen Stellen ber Partei, alles baran gelegen fei, so schnell unb so eingehenb wie möglich barzutun, baß ber ungeheuerliche Vorwurf bes Lanbesoerrats lebiglich der Phantasie politischer Gegner entstamme. Nach genauester Prüfung aller behaupteten Belastungen burch bie Reichs- anroaltschaft hat sich, wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren bie völlige Haltlosigkeit bes er- hobenen Vorwurfs ergeben. Der Oberreichsanwalt bat erklär!, baß ber Verbuch! bes Lanbesoerrats gegen irgenbeinc Stelle ber NSDAP, nicht stich, haltig fei. Das Verfahren wegen Lanbesverrat» ist deshalb schon jetzt eingestellt und hiervon die politische Polizei in Preußen in Kenntnis gesetzt." Hitler an Bord des Kreuzers „Köln*. Berlin, 22. Mai. (CNB) Amtlich. In einigen Berliner Blättern ist davon die Rede, daß der na- tionalsozialistische Parteiführer vor einigen lagen den Kreuzer „Köln" in Wilhelmshaven besucht habe, und daß dabei nicht nur ein b t • 'sonderer Empfang durch den Kommandanten bereitet, sondern ihm auch ein Tor- pcdoe^erzieren oorgefuhrt worden sei. Dom Reichswehrministerium wird dazu mitgcteilt, daß der Kreuzer ..Köln" in Wilhelmshaven im Rahmen der in den diesen Tagen dort veranstalteten Luftfchutzübung von einer Reihe von Re- ?ierungsoertretern und (Kästen b e • u chl worden ist. Für diesen Besuch waren selbst- verständlich besondere Vorkehrungen getroffen; so halte man Markierungsichilder an Bord angebracht, auch hatten die Mannschaften nicht gerade ihre 'chlcchtesten Uniformen an. Für Donnerstag hotten sich außerdem noch eine Reihe von Reichs- tagsabgeordneten zu einem Besuch an Bord angesagt, die, wie e» in solchen Fällen allgemein üblich ist, durch den Kommandanten am Fallreep begrüßt wurden. Unter diesen (Kasten besand sich auch Adolf Eitler. Davon war vorher aber nichts bekannt gewesen. Aus aller Welt. Oie Heimkehr OaubmannS nach 16jähriger Kriegsgefangenschaft Oskar Daubmann, der aus dem badiichen Stadt- chen E n d i n g e n am Kaiserstuhl stammt und dessen Eintressen in Neapel vor einigen Tagen bereits gemeldet wurde, ist nach fast 16jähriger Knegsge- sangenschosl heute Nacht mit dem Schnellzug von Neapel in Freiburg eingctrossen. Er war im Weltkrieg, als er mit der 5. Kompanie des Reserve- Infanterieregiments 111 im Jahre 1916 an der Somme lag, in (Kefangenschaft geraten, hatte bei einem Fluchtversuch einen Poften erschossen und war zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden Dor nunmehr fünf Mo- unten glückte dem jetzt 36jährigen die F l u ch t n a ch Afrika. Nach unsäglichen Strapazen gelangte Daubmann nach Palermo. Er fuhr von dort nach Neapel und setzte im Schnellzug die Heimreife fort. 3n Chiasso wurde er von seinem nächsten Vorgesetzten im Weltkrieg, einem Feldwebel aus Freiburg, abgeholt. 3ur Begrüßung hatten sich aus dem Freiburger Bahnhof mehrere tausend Men- s (l; e n cingesunden, darunter viele Endingcr Einwohner. Bei der Einfahrt des Zuges wurde der Heimkehrende mit freudigen Zurufen empfangen. Als der Bürgermeister seiner Heimatstadt ihn beim Verlassen des Zuges begrüßen wollte, b r a ch Daubmann. dessen Körper durch die übermenschlichen Anstrengungen der Flucht und durch die scc- lischt Erschütterung stark geschwächt ist, ohnmächtig zusammen Er wurde ins Bahnhofsgebäude getragen, wo er sich langsam erholte. Erschütternd war das Wiedersehen mit seinen Eltern und Verwandten Seinem Wunsche entsprechend wurde von jeder weiteren Begrüßung abgesehen und i m Kraftwagen sofort die Heimfahrt angetreten. Schwere» Schadenfeuer In einem deutschen Dorf veffarabien». Die in Bessarabien liegende Gemeinde Leip- zig. die zu den ältesten deutschen Siedlung e n gehört, ist von einem verheerenden Schadenfeuer hcimgcsucht worden, lieber 60 .Käufer verbrannten. Fast 200 Familien sind obdachlos. Menschenleben sind jedoch nicht zu beklagen. Mehrere Soldaten wurden bei den Rettungsorbeiten schwer verletzt. Wahrscheinlich liegt Brandstiftung vor. Aus der provinziathaupilladt. Gießen, den 30. Mai 1932. ^Wenn Menschen schweigen, werden Steine redend Solange Straßen und Häuser voll Leben sind, dünkt unS das Wort der Vergänglichkeit alles Irdischen als etwas, da« man bezweifeln kann, ilcbcrall ficht man das Wachsen und Werden, und das Sichfüllen von Dörscrn und Städten mit Menschen, deren es beinahe so viele gibt, wie es nach der bibilschen Verheißung fein Jollen; wie die Sterne am Himmel". WaS Wunder also, toenn man sich nicht lange damit aushalt^ darüber nachzudenken, wohin das Alte entschwand, das aus Abwechslung Eingestellte l-ebt das Reue. 11 nb so trauert kein Mensch mehr einem alten Hause nach, da« abgebrochen wird, weil es dem Geist der Zeit nicht mehr entspricht. Warum auch das Verschwinden einer alten Baracke besonders schwer nehmen? Stein um Stein wird abgetraaen Die traulichen vier Wände, die ®lucf und Leid von Generationen sahen, sind - 2166011). Die Fenster, aus denen alte und junge Augen den neuen Tag gegrüßt und in die die Somw Licht und Auserstehungssreude getragen, durch die hc aber auch den stillen Schläfern, die dort in den alten Bäumen für immer ihre Augen schloffen das fehle Grüßen gesandt, sind — Abbruch .. gebt hin. daS Alte; das Leben haftet weiter und keiner kümmert sich um das Verschwundene .. So ist es erklärlich, daß unsere 3eit so viel auf Abbruch gehen läßt, was unseren Voreltern heilig war. Der äußere Glanz des Venen b endet die Augen; .was einmal war", pietätvoll zu pf'.e- acn dafür ift das Verständnis vielfach verschwunden' Für die mit Zeit und Gefühl knausernde Mitwelt haben die Steine der alten Häuser keine Sprache und lösten nicht die Archäologen die Bat- sel der 'menschlichen Vorzeit, es wäre wohl allgemein der Glaube verbreitet, unsere Zeit sei in ihrer Zivilisation die bedeutendste der Menfchen- 0 Mit Spaten und Hacke ist schon so viel 3Hcrt* schenwerk Jahrtausende alter Geschichte ans Licht gefördert worden, daß, wer da will, in den Auinen lesen kann. Bauten, die unsere Zeit nicht schassen konnte. Tempel, deren Säulen und Stem- bilder wir nirgends mehr finden, voll packender Schönheit; Vrunnenbauten und Wasserleitungen zeugen von einer Höhe uralter Kulturen, die das Problem unserer Zeit oft verstummen macht. Folgt man aber in Gedanken den Schilderungen dec Archäologen und betritt mit ihnen im Geilte die versunkenen Wunderweltcn, dann wird icnes Wort zur Wahrheit; „Ifccnn Menschen schweigen, werden Steine reden". — Still und tot die aus- gegrabenen Stätten und Städte, keine Menschen- stimme gibt Zeugnis, wie sich das Leben dort vollzog Vorbei an geborstenen Säulen, vorbei an ZahttSlagmig her Gießener HochschnigeseMafi. Die (Kefellfchaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen (Gießener Hochschulgefellichaft, hielt am Samstagnochmittag im Universitätsgebaude ihre Iahrestagung unter der Leitung ihres Vorfitzenden, Provinzialdirektor G r a e f - Gießen, ab. 3m Anichluß an die Sitzung des Verwaltungs- rats fand die Hauptversammlung statt. Nach Begrüßungsworten an die Versammlung >n,beiondere an Se. Magnifizenz den Rektor Pro' Dr. Lonselow, erstattete Provinzialdirektor Graes den Jahresbericht. Es wird darin zunächst der im verfloßenen Jahre verstorbenen Mitglieder gedacht, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Weiter wird in dem Bericht u. a. mitflctcilt: Prüf. Dr. Sessous wurde in den Vorstand gewählt. Zu Beginn des Jahres 1931 zählte die Hochfchulgefcllichaft 7<>5 Mitglieder, durch Tod und Austritt verlor sic 66, durch Eintritt gewann sie 41, so daß sie am 1. Januar d. I. 660 Mitglieder hotte; unter dem Zuwachs von 41 Mitgliedern sind 15 allein durch die Werbetätigkeit des Landwirtschaftlichen Instituts gewonnen worden. Die große Not der Zeit druckt sich in dem Rückgang an Mitgliedsbcitragen und an außerordentlichen Zuwendungen noch stärker aus, als in dem Rückgang der Mitgliederzohl. Die Mitgliedsbeiträge betrugen im Jahre 1931 9679 Mark, gegen 10 251 Mark im Jahre 1930, 10 421 Mark im Jahre 1929 und 11520,50 Mark im Jahre 1928. Während >m Jahre 1930 an einmaligen Beiträgen und Spenden noch 8900 Mark cingingen, brachte das Jahr 1931 hier keine Einnahmen. Der Bericht verzeichnet jedoch den Zuwachs von 41 neuen Mitgliedern als erfreulichen Erfolg in diefer fchweren Zeit. Der Dertpapierbeftand in 7 und 8 v. H. Pfandbriefen hat durch die eingetretene Entwertung der Pfandbriefe einen Rückgang von 31 058 Mark nach den Kätrsen vom 31. Dc’cmbcr 1930 auf 24 888 Mk. noch den Kursen vom 31. Dezember 1931, also um 6170 Mark erfahren. Der Rückgang der Einnahmen zwang notgedrungen zu starken Einfchränkungen in den Zuwendungen an die Universitätsinstitute. Während die Hochschulgesellschaft im Fahre 1930 noch 15 930 Mark zur Auszahlung bringen konnte, betrug diese Ausgabe im Fahre 1931 nur 5606,25 Mark. Allerdings sind in dem Betrag von 15 930 Mark die Spenden von 8900 Mark enthalten. — 3m Jahre 1931 wurden 7 Vorträge gehalten, und zwar je einer in Gießen und Offenbach, zwei in Worms und drei in Alsfeld. Mit Rücksicht darauf, daß da, Land Hessen erhebliche Mittel für die Landesunivcrsttäk aufbringt, erscheint es wünschenswert, die Einrichtungen der Universität In wettgehendem Maße auf dem flachen Lande nutzbar zu machen. Herr llnioerfitälsprofesfor Dr. M o m b e r I hat deshalb in dankenswerter weife angeregt, in den Landstädten Oberheffens Vortragswochen durch jüngere Lehrkräfte der Universität zu veranstalten, deren kosten von den Stadtgemeinden aufzubringen wären. 3e nach den Bedürfnissen der betreffenden Städte könnte eine solche Hoch- fchulwoche ein- oder zweimal im Jahre (Früh- jahr oder Herbst) siattfinden. Größere Unkosten könnten den Städten au, einer solchen Veranstaltung wohl kaum erwachsen, so daß trotz der derzeittg schwierigen Finanzlage der Gemeinden die Sache als durchaus durchführbar angesehen werden kann. Der Vorstand der hochschulgesell- schaft hat diesem plan grundsätzlich zugestimmt. Ls soll demnächst im Benehmen mit den in Frage kommenden Gemeinden feffgefteUt werden, inwieweit ein Bedürfnis und Neigung besteht, die beachtenswerte Anregung des Herrn Prof. Dr. Mombert zu verwirklichen. Die IahreSrechnung für 1931 weist an Einnahmen auf dem allgemeinen Konto 9876.22 Mark auf, an Ausgaben, einschl. eincS Saldos von 1160 Mark, die gleiche Summe; auf Separatkonto sind die Einnahmen und Ausgaben (letztere einschließlich eines Saldos von 516 Mark) mit 2515,59 Mark verzeichnet. Das Gefamtvermögen. einschl. des vorerwähnten Wertpapierbestandes, beläuft sich auf 26 564 Mark. Am Schluffe des Berichts wird allen denen gedankt, die trotz der schweren wirtschaftlichen Bedrängnis der Hochschulgefellschoft die Treue bewahrt haben, an den 100. Todestag Goethes erinnert und mit Stolz darauf hingewiesen, wie die europäischen und außereuropäischen Ländervertreter sich zur geistigen Verbundenheit mit Goethe bekannten und Zeugnis ablegten von der völkerverbindenden Kraft Goetheschen Geistes. Möchten alle verantwortlichen Staatsmänner von diesem Gedanken erfüllt sein und ihre vornehmste Ausgabe darin erblicken, sich und ihre Länder frei zu machen von dem Geiste der Kriegsund Nachkriegszeit, damit deutsches Geistesleben und deutsch? Wissenschaft sich wieder voll entfalten können. Möchte es uns beschieden sein, dielen Tag bald zu erleben. Anschließend wurde dem Vorstand und dem Verwaltungsrat einstimmig Entlastung erteilt. Mahlen. Zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates wurde an Stelle des zurückgetretenen Herrn Kommerzienrat Schirmer, Gießen. Herr Fabrikant Arthur Pfeiffer Wetzlar, gewählt Reugewählt in den DcrwaltungSrat wurden die Herren Obttbürger- me'Ner Erhard. Mainz; Fabrikant Roßbach Friedberg; ©cncraltonlul Maver. Darmstadt Vrouereibefitzer Waldemar Denninghoff. Gießen. Bud)brudcrcibc,incr 6 n D-r t m. Worms. Fabrikant Kurt Wegener. Vtttzenrod; Professor Dr. G r o e d e l. Bad-Rauheim; Rcichs- bankdirektor Kllpstein. Gießen, und Fabrikant Siegel. Alsfeld. 3m übrigen wurden die turnusmäßig aus'cheidenden Vorstands- und Dcr- waltungsratsmitglieder w:edergewählt. Oie Feftsihung. 3n der anschließenden Festsitzung hielt Uni- versitätsprofessor Dr CBürfcr einen feUclnben Vortrag über „D i e Duplizitätstheorie deS Sehens". Der Dortragende beanlrocrtet die Frage, wie sich das Auge gegenüber den ungeheuren Schwankungen der Lichimtensitäl im Lause von Tag und Nacht verhält, damit, daß im Auge zwei Apparate, ein hell- und Dunkelapparat, mit ganz verschiedener Funktionsweise enthalten sind. 1 Beobachtungen in dieser B e Ziehung. Beim Hellsehen werden Farben sehr gut erkannt, mit abnehmender Lichtstärke geht Buntes in Unbuntes über, „im Dunkeln find alle Katzen grau". Dabei findet im Spektrum eine Verschiebung des Maximums Der Helligkeit von Gelb nach Blau- grün hin statt. Purkinjes Phaenomen. Tagesgleiche Lichter werden dadurch dammerungsunolcich Eine weitere Eigentümlichkeit ift, daß, während das Auge in der Dämmerung schließlich farbenblind ist, es dabei außerordentlich empfindlich für schwaches Licht wird. Sinkt allo die Lichtintensität, so steigt die Lichtempsindlichkett in der Netzhaut, aber nicht in der Gegend des deutlichsten -Lehen», im Zentrum der Netzhaut, sondern in der Peripherie. Dieser periphere 'Apparat ist also farbenblind, dagegen fehr empfindlich für schwaches Licht, spricht aber langsamer an und ist träger in feiner Funktion; gerade umgekehrt verhält sich der zentrale Apparat im Hellen Man hat ferner beobachtet, daß es Menschen und Tiere gibt, welche am lag gut sehen, nachts aber nicht und umgekehrt. Und bei Totalfarbenblinden hat man feftftelkn können, daß ihnen im Spektrum nicht Gelb sondern Blaugrün am hellsten erscheint und daß sie, wenn sie einen Gegenstand fixieren, ihn also im Zentrum der Netzhaut abbilden wollen, ihn nicht recht sehen und daher mit dem Blick umher- irren, auch zeigen sie Lichtscheu. 2. Genauere Untersuchung derReh- haut i n Bezu g a u s di e se Beo buch t u n- gen. ES kommen Atoci Sehelemente im Auge vor. die Zapfen und die Stäbchen, die ersteren im Zentrum, die letzteren in der Peripherie der Veh- haut. 3n den Stäbchen befindet sich ein Farbstoff, der Sehpurpur, offenbar ein Senfibilisator, der durch blaugrüne Strahlen, die in der Dämmerung am hellsten erscheinen, am stärksten gebleicht wird. Die Zapfen sind farbcntüchtig, aber weniger empfindlich für Lichtintensitäten, die Stäbchen sind farbenblind, ober außerordentlich empfindlich für schwaches Licht. Bei Totalfarbenblinden sind die Zapfen n'cht in Ordnung. Tagtieve haben hauptsächlich Zapfen, Aachttiere hauptsächlich Stäbchen in ihrer Aetzhaut. Bei manchen Tieren wandern die Zapfen im Hellen dem Licht entgegen, die Stäbchen zurück, im Dunkeln sind die Stäbchen vorn und die Zapfen hinten. 3. DeutungderBeobachtungenin b e • zua auf d i e Netzhautbefunde. Es gibt zwei ganz verschieden funktionierende Apparate in unserem Auge, einen Hell-, den Zapfen-, und einen Dunkel-, den Stäbchenapparat: Duplizitätstheorie des Sehens von v. Kries. Der erstere Apparat funktioniert im Hellen, braucht nicht fo empfindlich zu fein, und wird durch gelbe Stroh- len am stärksten erregt, der letztere tritt im Dunkln in Tätigkeit, ist fehr empfindlich, für blaugrüne Strahlen besonders empfänglich, spricht aber langsamer an und ist träger in feiner Funktion. Durch Einwirkung der blaugrünen Strahlen auf den Sehpurpur wird die Empfindlichkeit der Stäbchen so außerordentlich gesteigert, daß jetzt ganz schwaches Licht wahrgenommen wird. Die Farbenblindheit in der Dämmerung erklärt sich dadurch, daß jetzt der Stäbchenopporot in Tätigkeit tritt, die Verschiebung des Maximums der Helligkeit von Gelb nach Blaugrün durch die besondere Empfänglichkeit der Stäbchen für diese letzteren Strahlen. Daß mit dem Zentrum der Netzhaut in der Dämmerung nicht gut gesehen und mit dem Blick umher- gcirrt wird, erklärt sich durch Ausschaltung des im Zentrum befindlichen Zapfenapparates. Bei Menschen und Tieren, die Tagseher sind, funktioniert der Dunfelapparat nicht und umgekehrt. Bei Total- farbenblinden fehlt der Zapfenapparat, oder er funktioniert nicht, wenn er da ist; diese Leute sind also Stäbchenseher, und da die Stäbchen sehr lichtempfindlich sind, erklärt sich daraus noch die Lichtscheu. Damit ist der Ring der Beweisführung geschlossen. Das Auge stellt also einen Doppelapparat dar, der in einer wunderbaren Weise den ungeheuren Schwankungen der Lichtintensität, wie sie der für dos Leben so bedeutsame Wechsel von Tag und Nacht mit sich bringt, ongepoßt ift. Das Collegium musicum der Universität eröffnete und beschloß die Festsitzung mit der Wiedergabe zweier Kompositionen von Schubert. Wohnstätten geht der Fuß mit scheuen, ehrfürchtigen Schritten die Stufen hinan, die zu den Tempeln führten. Wenn Menschen schweigen —. Der eigene Wund schweigt, nur hörbar tloplt das Herz. Dieselben Stufen gingen vor Jahrtausenden Menschen von Fleisch und Blut, fo wie wir auch heute. Zu jenen Tempeln eilte ihr Fuß, um einem Gott ihr Gebet und ihr Opfer zu bringen. Die Sinne jener waren genau so den Eindrücken von außen unterworfen, wie die unlrigen. Hoffen und Lieben, Haß und RaL< Anbetung und Lästerung waren auch dort zu finden. Der Stolz ist ferne hochtrabende Dahn gewandert, und die Verzweiflung brach Menschenherzen. Und nun —. Stille, erstorben alles Leben. Äicht ein Hauch, nicht ein Klang blieb zurück und verirrte sich in den Mauern. Aus dem Munde der Säulen und Plastiken tönt den Menschen von heute das „Memento mon“. — .Denn Menschen schweigen, werden Steine reden." Taten für Montag, 30. Mai. 1265: der italienische Dichter Dante Alighieri in Florenz geboren: — 1431: die „Jungfrau von Orleans". Zeanne d Arc, wird in Rouen verbrannt, — 1640 der Maler Peter Paul Rubens in Antwerpen gestorben; — 177b: der französische Dichter und Schris Her Francois Voltaire in Paris gestorben — 1853: der Maler Vincent van Gogh in Ortet Zundert in Brabant geboren. Vornotizen. — Tageskalender für Montag: Stadtthcatcr. 19 bis 24 Uhr, . Faust" l.Teil. - Krieger-Verein. 20.30 Ubr, .Postkeller", außcr- crdentiiie Hauptversammlung — Landwirtschaft- licdes Institut, 20 Uf)r, Vortrag ooh Geh.-Bat Prof Tr. Appel über .Pflanzenschutz und Biologie". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße; .Familie Aaffke gibt einen Ball". — Vvrtragim Landwirtschaftlichen Institut. Heute abend hält der Direktor der Biologischen Aeichsanstalt, Geh. Bat. Prof. Dr. Appel, un Hörsaal des Landwirtschaftlichen Instituts einen Vortrag über .Pflanzenschutz und Biologie". Gäste sind willkommen. (Siehe heutige Anzeige.) •• Dom Verkehrs- und Derschöne- rungsverein. An Stell« des vor kurzem Wettervoraussage. Die seit mehreren lagen über der Ostsee und den britischen Unfein hin- und herpendelnde Störung, durch die keine Beständigkeit in unserer Wetterlage aufkam, zieht in östlicher Richtung ab. An ihrer Rückieite fließt uns noch etwas kühlere Luft zu, io daß dadurch wechselhaftes Wetter entsteht jedoch wird and) die mittlerweile gebildete Hochdruck- brücke, welche sich von Spanien nach dem Nord- meer erstreckt, etwas Aufheiterung und Desierung Hervorrufen. Sie wird nur von kurzer Dauer fein, denn Temperaturanstieg über den britischen Inseln und BaronwtcraU lasten bereits die neue Atlantikstörung erkennen, deren Einfluß auch bei un- später zur Geltung kommen dürfte. Aussichten für Dienstag : Anfänglich kühl, dann wärmer, wechselnd wolkig mit Aufheiterung, zunächst nur vereinzelt etwas Niederschlag. Aussichten für Mittwoch: Vorerst etwas mehr aufheiternd, dann unter weiterer Erwärmung erneute Bewölkungszunahme mit aufkommender Gewitter^ oder Nieoerichlagsneigung. plo-iutz verstorbenen Schnftfuhrers des Vorstandes des Verkehrs- und Verschönerungsver- e:ns, Stadttekvetär Maus, ist als neuer Schriftführer der Denvalrung-vberinspektor Muller von der Stadtverwaltung m den Vcreiivsvorstand eingetreten. Durch eme teilweife Neuorganisation in der Vorstandsarbeit konnte jetzt auch der schon seit längerer Ze,t laut gewordene Wunsch, das Verkehrsbüro im Tvrhau« am Sei- terSweg den ganzen Tag über offen z u halten, erfüllt werden. Tas Verkehrsdürv ift jetzt von 8 llhr b>S 19 Adr ununterbrochen für den Publikumsverkehr geöffnet. *• Lommerfeft der Gießener Stu- dentenfchaft. Man Ichreibt uns Das alljährliche beliebte Lommerfeft findet am Sonntag, dem Juni, wiederum in der Dolksdalle statt Du- Vorbereitungen zu bieser großzügigen Veranstaltung werden in Gemeinschaft nut der Gießener Studen- tenhilfe getroffen, zu deren Gunsten das Fest abge- halten wird Ein großes und vielseitiges Zirkus- Programm wird geboten werden, außer lieber- raschungcn verschiedener Art. Daß der Tanz den ihm zustehenden Anteil finden wird, versteht sich bei einem Fest der Fugend von selbst. Aber auch sur die älteren Herrschaften wird für allerlei Kurzweil und für beste Verpflegung geborgt fein. Es darf erwartet werden, daß die Beteiligung aller Bevölkerung», freife wiederum Ausmaße annimmt, wie sie von früheren gelungenen Sornrnerfeften her rühmlichst bekannt sind, (siehe heutige Anzeige) "Von derL'chtlpielsteUe de-Kreis- schulamtcS Dießen wird uns geschrieben: ..Ehang" ist der Titel de» Kulturslimes, den die Lichttpielftette' deS Krcisschulamtes in dieser und in der nächsten Woche in den bekannten Spielorten unseres Kreises zur Dorsührung bringt Der Film Hot in einer Kultursilm- porftcllung im Lichtspielhaus Gießen eins begeisterte Zuschauerschar gefunden. Gr ift ein Meisterfilm der Kultursilmproduktivn. In äußerst leben-vollen Bildern zeigt er den Kampf deS Siamefen mit den Gefahren feiner Welt Wilde Tiere, die nie den Knall eines modernen Gewehres hörten, wild- Menschen, die nie einen Film Iahen, sind die Mitwirkenden Svenen firößter Gefahr wechseln ab mit Bildern yäus- ichen Frieden-, Interesse und Spannung läuft durch den ganzen Filin. Besonders wirkungsvoll sind die letzten Akte, in denen der Kamps dieser Menschen mit den Riesen des siamesischen Urwaldes und der Dschungeln, den Elefanten. vor den Augen der Zuschauer abrollt. Der Film wird an einigen Plätzen des KreiseS auch in Abendvorstellungen gezeigt. (Siehe heutige Anzeige) •• Geschäftsfubiläum. Der Mineralwasser- Händler Jean Weisel, Sonnenstraße 6, kann am 1. Juni die Feier seines 40jährigen Geschostsjubi- läums begehen. Der Jubilar hat fein (Bcidjäft aus kleinen Anfängen .zu der jetzigen weithin bekannten und beachteten Hohe emporgebracht und sich beste Wertschätzung in den Kreisen seiner Kundschaft erworben. •• Die Historische Fachschaft an der Landcsuniversität veranstaltete — wie man uns schreibt — unter der Leitung ihrcS Vorsitzenden cand. phil. Robert Ewald eine größere Exkursion. Die wissenschaftliche Führung lag in den Händen von Proscstor Dr. Mäher und Privatdozent Dr. Heichelheim. Das erste Ziel der Exkursion bildete die Lutherstadt Eisenach mit der ehrwürdigen Wartburg. Am nächsten Tage wurden Erfurt und Weimar besichtigt. Sodann überschritt man hinter Doltersreuth die deutsche Grenze und stattete Eger einen Besuch ob. Roch am selben Abend wurde Prag, die alte Wirkungsstätte von Professor Dr Mayer, erreicht. Sine stattliche Anzahl Professoren und Kommilitonen der dortigen Deutschen Universität hatten sich zum Empfang eingefunden. Die Fürsorge für die Gäste war geradezu bewundernswert. sahen doch die dortigen Landsleute an dem Besuche aus Gießen, daß man sie im Reich nicht vergessen hat Am folgenden Tage hielt Privatdozent Dr. P i r ch a n einen Vortrag über die Entstehung und bauliche Entwicklung PragS. in dem er bewies, daß Prag eine deutsche Gründung ist. An den überaus fesselnden Vortrag schloß sich eine Führung durch den Hrodschin an. die Oberrat Dr. F i a l a. der mit der Erhaltung und Erneuerung der großartigen Vurganlagen betraut ist, persönlich leitete. Hierbei wurden den Gästen riesige Baulichkeiten gezeigt, die erst kürzlich sreigelegt wurden und sonst noch nicht zugänglich sind. Am nächsten Tage führte Professor Dr. Wostry in einem ausgezeichneten Reserat die Sicdlungsaeschichte BöymenS und seine Stellung zum Reich vor Augen. Auch hier kam man zu der Ueberzeuaung. daß Böhmen alter deutscher Volksboden ist. Am Rachmittag wurde der malerisch gelegenen Vurg Korlstein, die von Karl IV. erbaut wurde, ein Besuch abge» stattet. AbendS fand ein DegrüßungSabend statt, zu dem sich ungefähr 25 Professoren der Deutschen Universität, darunter der Rector magnificus, eingefunden hotten. In herzlichen Worten wurde dabei der früheren Tätigkeit Professor Dr. M o h e r S in Prag gedacht Am folgenden Tage besichtigte man unter Leitung von Privatdozent Dr. Vorbach die an Kunstdenkmälern überaureiche Prager Altstadt. Allzuschnell flogen die schönen Tage vorüber, und bald muhte man von der alten, aber doch modernen Stadt Abschied nehmen Der Rückweg führte über RcgenSburg, wo die Walhalla besichtigt wurde nach Rürnberg. Auch hier wurde den historischen Stätten ein Besuch abgestattet. IPFENNIG'SPARBVCH H A\USIFIR A\U wird mit 3 Mark in bar eingelöst! 3030 A 4181 D Plötzlich und unerwartet wurde heute mittag 3‘ 2 Uhr meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Einhäuser, geb. Lipp im Alter von 64 Jahren in die Ewigkeit abgerufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: L-ndwig Einhauser Gießen, Obermörlen, Klara Jacob, geb. Einhänser Alsfeld, den 29. Mai 1932. Käti Bansch-Einhtiuser Bernhard Jacob Ilse Jacob. Die Beerdigung findet statt Mittwoch, den 1. Juni, nachmittags 2' , Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Mein Laden-Umbau verhindert die Schaustellung von Waren! Höflichst lade ich deshalb zur zwanglosen Besichtigung derselben in meinen Geschäftsräumen ein. Nebenan, im „Saalbau Sauer", der schon seit einiger Zeit meinen Geschäftsräumen angegliedert ist. habe ich vorübergehend den Verkaufsraum eingerichtet, in dem, wie auch in den übrigen Geschäftsräumen. die Waren übersichtlich aufgebaut sind. Kommen Sie bitte, denn die Auswahl in meinen neuzeitlichen Gartenwerkzeugen. Gartenmöbeln, Rasenmähern, Eisschränken, Kühlschränken und all dem, was besonders jetzt in Küche. Haus, Hof. Garten und Feld gebraucht wird, ist groß. J. B. Häuser, Gießen Eisenwarenhandlung • Am Oswaldsgarten Fernruf 2145 — 2146 4182 A SONNTAGTdEN 5. JUNI, INDER VOLKS HALLE Das alljährliche große Sommerfest der Gießener Studentenschaft und der Gießener Studentenhilfe Großes Zirkusprogramm Tanz Anfang 8 Uhr. Saalöffnung 7 Uhr Vorverkauf: Musikalienhandlung Challier, Universitätssekretär Ritter, Gieß. Studentenhilfe Im Studentenhaus Eintrittskarte RNI. 1.50, Studentenkarte RUI. 1.00 elnschl. Tanzkarte zugunsten der Gießener Studentenhilfe 4173 0 MW WM mit Inkassovollmacht ohne Kaution wird verlangt. Seriöse Bewerber melden sich unter A. B. 100 über AlaHaasenstemL Vogler, Kassel. Kein Verkauf und keine Versicherung. 4171 v Kabinett mitKochgelegenbeit an ein;. Person zu vermiet. Schr. Ang. u. 03390 a. d. G.A. Dolly Haas 4169 C gibt einen BALL (als reizende Mamsell Antoinette). Die entzückenden Schlagerbilder: „Einmal sucht jeder die »Straße nach dem Glück“ und „Das ist der Sonntag“ schuf Richard Heymann. Kulturfilm/Lustspiel/Ufa-Ton-Woche Die Hauptrollen spielen: Lucie Mannheim (Mme. 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Schrift!. Ang. unt. 03395 an den G.A. Auf Einladung der Biologenschaft der Universität wird heute abend 8 Uhr der Direktor der Biologischen Reichsanstalt, 4I80Ö Geheimrat Proi. Dr. Appel, im Hörsaal des Landwirtschaftlichen Institutes einen Vortrag halten über Pflanzenschutz u. Biologie. Gäste, auch Damen, sind willkommen. Chang der Siam-Dschungel-Film läuft in 03386 Gr.-Linden: Montag, den 30. Mai W.-Steinberg: Dienstag, den 31. Mai Eberstadt: Mittwoch, den 1. Juni Hungen: Donnerstag,den2.Juni 0.-Bessingen: Freitag, den 3. Juni Gr.-Buseck: Samstag, den 4. Juni Lollar: Sonntag, den 5. Juni Londorf: Montag, den 6. Juni Grünberg: Dienstag, den 7. Juni Anfang: 8% Uhr abends Eintritt: 30 Pf, Erwerbslose 20 Pf. Zwangsversteigerung-^ Am Donnerstag, dem 30. Juni 1932, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude $u Gießen, Zimmer 107, dos Anwesen Wilhelmstraße 10, dem Johann Otto Schneider in Gießen im Grundbuche zugeschrieben, bestehend aus: 4167D Flur 5, Jlr. 28381/ioo = 196 qm Grasgarten, Flur 5, Jlr. 283B*/ioo = 305 qm Hofreite, Jhir 5, Jlt. 283eT/ioo = 77 qm Grabgarten, geschaßt 45 442 RM., versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ousgehängt. Gießen, den 27. Mai 1932. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: ______Leo, Ortsgerichtsvorsteher.______ Bekanntmachung. Am 1. Juni 1932 findet eine Schweine- zwischenzählung in den Gem. Gießen und Schiffenberg statt. Die Schweinebesitzer haben den Zählern die notwendigen Angaben bezüglich ihrer Schwcinebestände be- reitwilligst zu erteilen. Auf die Bekanntmachung des Kreisamts Gießen, angeschlagen in den Aushängekosten der Stadt Gießen, wird besonders hingewiesen. Gießen den 26. Mai 1932. (4170C Bürgermeisterei Gießen. ______I. V.: Dr. Rosenberg.______ Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Trais-Horloff für das Rechnungsjahr 1932 liegt vom Dienstag, dem 31. Mai 1932, an eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters offen. In dieser Zeit können Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll erhoben werden. Es ist eine Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 4177D Trais-Horloff, den 30. Mai 1932. hessische Bürgermeisterei. _____________Jäckel.______________ Dienstag, den 31. Mai 1932, 14 Uhr, sollen im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im versteigerungslokal) zwangsweise gegen sofortige Barzahlung versteigert werden: 4168D Standuhren, Sofas, 1 Schreibpult, Bücherschränke, Strümpfe Stoffe, Schuhe, 1 Schreibsekretär, Schreibmaschinen, 1 Spiegelschrank, 1 Kredenz, Aktenrollschränke, Klaviere, Autos (Personenwagen), Schreibtische, Warenschränke, 1 Kleiderschrank, Teppiche, 1 Schrank, 1 Rohrgarnitur, Sessel, 1 Vertiko, 1 Tru- meau, Tische, Mistbeetfenster, 1 Krause- Schneidemaschine, Tapetenkleber, 1 Fri- seur-Ladeneinrichtung, Damenwaschtische, Rasierstühle, 1 Schaufenstereinrichtung, Ferngläser, 1 Büfett, Stühle, 1 Motor, 1 Rippenwalze, 1 Ausputzmaschine, 1 Schreibkommode, 1 Mandoline, Bücher, 1 kompletter Kohlengasherd, 1 Badewanne, 1 Leitspindelbank, 1 Instrument, Drehstühle. 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CO -° H = = =X ** - - c ec, = 5 o _7 " is- c g B e = -° 2 ^'yZ-- .** 3 ' e °=2« *C'S.4> £• E 3.x c »- jO jO E 3. = = <3333 jO T JO «* — — 2.X - Boot4' - = — : oÖ *5 - AK« L - 2 A B^~ = -£S 5 Z = -e e O XB - E ;o- 3 SB 'D 3 A 3 - 3 es ID - JO 3 k. k.'e> HZ°- = B®-° ÄjSk- - E _Ö — -sr .= x£f- JO 73 o » ö> Ä B 4, 4> ” — 3 3 O 3 JO- -3 2 E-E^0 -S--- X u = B 3 e* = 3 ’S — 3 E 3 — ~ E 3B—-EE — — i-.ee> M 2 o £- «- -HZ. r-U " O - Ä - C2Z — E»^e B ** — E l€'l?? JO —3 s A O) E O 73 3 jO E O E 5 E <5 O x> ■3 a Q O. O O ts o in D C ro a LS< 33 o o c. Ö2. o : E 3 to o © c ts !S OT cs o ■a ts 2«. c cs ts ; ts Ei -a 3 M a 8 O E ffi a 3 O o 7; w Q vT :ts ' E: a ; 3 'S . s s v» cs §2 2 » to d :cs OZ •3-2, E-S ts E a ■ O- -t • 3 s -3 2 m ffi §s 3 OT A O: 3 a3 LZ' o o o to o a ~ A 2 ipa c3 — 3 ^.e Sgo 3 re 3 ts 3 3". W A ” s oo i=ti. 2. cz 2,5= 3 3 2 2 ,8a ■ —• ito ..= in *£ö8 tS2.D £8 8 Saa «3- t» y ö-s- aS~ = tS5 o'a? ‘-e-3 a a-2 o tSL O «’•=' g«®ss-a(rr ”o- 2- 2 o>‘?3- O:-—’ 3 r5" rv S3?. So? 3 3 CZCM CTO 8§ 8 - ZtS Sa 8 " V 3-'S 2.^ A 2a 3 S -x? a» • a. ög H3 02 3'2 re n cz=*. ZyZ^“ r't8? _3;s= —.®- - o 2,„ ö a®1 cf a3 o:w . • ffi '-VZ-3- 3 2-e a 3 a 5 tSo •.92 c cz__a O O —: O 3 3’i'S' Z-cs 2. — S ®a 23 3 — 3 ~ S“ §3 S in s _ E 2-3- ;• e I a-y _== 2 ZcsZZ tS^.aA 'a^o' -3-L ©O 3# -a fto?( es 2 2 ~<7 U> &2Ö. 3 3 to 3 A 5 'of1 s s tTS. -5 a S 3- 2 äts1^ 3 ö3«S M2.S-3-L re 3 ^©3 5'~» 3 tSS' o-2' 2. « ffi2"o O a tö ö ©2. o »a 2-a-,» ® 3 "> S re in re in in re — X • ‘ X. os 2 a, — to re 3; S- § Da-3 —a - S e a •“ D ;• s fr»s — ca Cf Jä» l er X1 ~ a X? X" n r £X — —• O: o o .2 2.-Ä 3 T5 £Sa<2 Aa =*■ ■ aa-® **»® 5 ^’*ö> . n 3. 3 cs — —»<—a x. c ua? ~ «» _ «§.?§?■ L-La L □r v> -' = er sS^s-» 05 §caf. 9=2.2.3 e~ '0^2=:^ a a«2 S'^o'3-. 2= -.g1’ 3 3- ’S’ °,t=B'ea a ~ -t Ö2„ff e 2 Ö.6)3- 3 -. a s ^MLas aöS2 o o a E: 3 c- S3o°'s 2 2 2 « a LLZ.-L $2-^2., 3 -?* 8“ *» 2? 3 ; a. a ö- a 2 . JßlE — f-t *1 w tss^3 Otfe cs 3 r* v> tSö' f8 ” O 2.-3 äa" ~ e a 3 ®oö)i“ ^8« 2a-~3_3X = 3 m3,3" v> ö -< Cm 3 “ —• v cf e»*» E 'S g -• ’7> U "’xS’n 5 21 äJösPä' 2 5" tStS 3=Ial 2 o- x. 5 5 2 a-a^H =—, S 3 J 3 □ 'S“ ffi"" 3- = Hi 5 CZ «s> i5|« 50'8 3^5 Sä' 3 3:S8 »äs 2asS 2 o-aä- 3 3 ~ d a ÖD3 3-'E a cs L>A- si tr ey=" sa- « t^a ■• ._ C -M —ET'S* CZ a^s cz g o 3 5* e® g«»—a Sä’01 rai 3 ?§ B— cs -- o 3 ' 2 ts 2 3 w «3*8 er <5* »p o e a 2.ÄZ 3 3 e" b ry—. 3 2 — ssää” ezca-- 3 ™ u2 2 0 ?ä?=e>~2ä£' »sää-"f " a 2 3 « "’2 = 2:5 «'S* R 3 3 2 , . s«3 8 Z Z 212 2. 2 2 <» o q 2 «S 8 = 2 2 -> ts 3 cz 3 tS 8 3 ZZ35 © 21-^2^5 2 3 8 o I®5 3 — 8 2 A __, 8 a? Ä2 rsx e 3 "3 iS § Mt o-3 n ts 3 O "ZE • = t •o __ X. 2. ;SB 3 U> o E -• 2^tS| —. o 3 2-2 a 3 = " g 3 ZI.Z- egge 3 Za «Ei'* E § 2"e e 3 - B 5 c^2 8 _ 3,0 5 3 2 'S-.'tH.So3 3 2 o • -> „ e ca 2 casag® 3 8-8 ZaZ ^©O®3 ©8 3 eao©.' sa 2' 8" 5 3M 518 3 3 a 8 03. 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OKai fein Doberan in Meftl« W » die ersten bchen Anregungen gjare ln- Zunächst a[ä , "SÄsM" Äs*ä •"iMtäfHit *** kn $aäe,<6i*l "Quta« J, Iun9en über 4-?ton(,'* ;®n8e’u w Dor buch» seines ^ ^uftg^Undet b u - »ei SitS'-btt' Wßenpo 65 hat Den eS S'sK" rnorato^ üon, u 111V iwC Nate i Än buadsanle'h if)rer M 6'°°^ ei' waren auc . .^, nc gr »KflV < 8Ü*Slfi “5-^.W !Äg ren Jahren l° stark chWn Auswanderei verbient nicht mcl 1 qraMM o.er „ü Lelbslgenügiamke'l, Der internationale wachsenden Schw-er für diesen Tei Sul Nächstes Bild. Japan Haden ein der Armee ausfieloj Kabinett" mit stark kommt. Das oftenbi pon herrscht, auf d den Duairaititomct und unzureichenden ftatlitna der Binnen alles. Das Abgehen l'ejiung des Wertes i 6rleichterung für de daß der Weg, an i steht, auch zu nir China, die bisher jl ' hat ungeheuere Lu der chinesische Bonkl mehr geschädigt. eines selbständigen wirtschaftlich gar nii wird immer schlecht Den auf Zweidriftel die Krankheit geht richtige „Pathologie' längerem Zchleichen atten die akuten A hauten Körper der sellicha'ft zum 'Lorsch Weiter in diesen hatte Tardieu an t ’ sidenten Doumer Frankreich hir der Unbesländigk! ein Beispiel der £ übertroffen werde, St-ratsftnanzen n von der allgemein falls nicht in £ und Befremdung ! reich die Nachricht amt sich mit der Schahscheinen „Sri muhte. Damit fä schäft in die Met! Nr. (24 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesien) Montag, 50. Mai (952 Wer ist der Ruhestörer? Seit Jahren ist eine Mauer schwerster Befestigungsanlagen unserer westlichen und östlichen Nachbarn aus die modernste Weise ausgebaut worden. Jetzt hat Deutschland, das keinerlei schwere Massen besitzt, zum erstenmal „gewogt", einige Erdarbeiten an den Verteidigungsanlagen bei Heilsberg (Ostpreußen) in Angriff zu nehmen Pünktlich haben sich jenseits der Grenzen laute Klagestirnrnen über diese „Be- drohung des europäischen Friedens" eingestellt. Oie Fieberkurve der Krisis. Außenpolitische Umschau. Don Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Lettin. 3n Oe st erreich regiert ein Ministerium au: Christlich.Sozialen, Vanbbunb und den Heimwehren Es hat seine 'Arbeit gleich mit einem Mißerfolg bc ginnen niüisen, den es aber sicherlich vorau-gesehen hat. Die Aktion in Genf hoi keinen Erfolg gebracht in keinem der damit befaßten Ausschüsse war eine Einigung zu erzielen. Daher ist dos Transfer Moratorium für Auslandlchulden, wie immer wieder von- uns oorautzgesagt, unnrr weidlich geworden. Doch wird davon die nächste Rote der Zahlungen sur die österreichische Volker, bundsanleihe von 1922, fällig am 1. Juni, nicht betroffen. Trotz ihrer Meinungsverschiedenheiten waren alle Staaten einer unmiiteiboren Hilfsaktion für Oesterreich günstig. M i t Ausnahme von Frankreich, bas aus seinem Tardieu-Plan be- harrt Das nennt man bann europäische Zusammenarbeit für das Donauproblem' Ein anderes Kriscnbilb: der alte griechische Staats mann Bcnizelos ist mit dem ganze» Kabinett zurückgetreten. Ernste innere Schwierigkeiten und Bewgungcn in Griechenland lassen erkennen, wie tief hier die Wirtschaftskrise geht. Das Land Hot, unsruchtbar zum Teil und schwierig zu bebauen, 'niemals eine aktive Handelsbilanz gehabt. Es kann nur einen Teil der ihm notigen Lebensmittel erzeugen. Es braucht Kohle und die mcificn Rohstoffe aus dem 'Auslande. Dos in frühe r. n Zähren so slark zuruckilu-ßendc Geld brr qric chischen Auswanderer ist versiegt. Die Handelsflotte verdient nicht viel. Für dieses Land ist das Pro- g r a m m der „Autarkie", der wirtschaftlichen Selbstgenügsamkeit, ganz unmöglich, und da der iniernationole Handel die bekannten, immer wachsenden Schwierigkeiten hat, so ift die Aussicht für diesen Teil Südosteuropas hossnungslos. Nächstes 'Bilb: d i c Psingstattcntote in Iap an Haber, eine innere Krisis unter Eingreifen der Armee ausaelost, die nun auf ein „nationales Kabinett" mit stark diktatorischen Mitteln herous- kommt. Dos offenbart die Verwirrung, die in Japan herricht, auf das stärkste: 169 Einwohner auf den Ouadraikilometer mit wachsender Bevölkerung und unzureichendem Raum, unzureichender Aus- ftattuna der Binnenwirtschast — das sagt eigentlich alles. Das Abgehen vom Goldstandard, die Herab- setzuna des Wertes des Pen hat nur vorübergehende Erleichterung für den .Handel gebracht — man sieht, datz der Weg, an dessen Ende die reine Inflation steht, auch zu nichts fuhrt. Die Aktion gegen China, die bisher jedenfalls gor nichts gebracht hot, hat ungeheuere Summen verschlungen. Dafür hot der chinesische Boykott den laponischen Handel noch mehr geschädigt. Der Versuch mit der Gründung eines selbständigen mandschurischen Staates konnte wirtschaftlich gar nichts nutzen. Die Zahlungsbilanz wird immer schlechter und die Folge ist, bah ber 7)en auf Zweidrittel seines Pari-Wertes steht. Und die Krankheit geht so voran, datz man bald eine i ichtige „Pathologie" davon schreiben kann. Nach längerem Schleichen kommen jetzt in den Gewaltakten die akuten Ausbrüche und Stötze in dem kranken Körper der japanischen Wirtschaft und Gesellschaft zum Vorschein. Bis zu welchem Ausgang? Weiter in diesem Krankheitsbericht mit Stolz hatte Tardicu an der 'Bahre des ermordeten Präsidenten Dourncr darauf hingewiesen, wie Zrankrei ch .in vieler Zeit der Weltkrise und der Unbeständigkeit der Dinge und der Geister ein Beispiel der Ordnung gegeben habe, das nicht übertroffen werden könne" Nun, die französischen StaatSstnanzcn inach-n keine Ausnahme von der allgemeinen Unordnung, sie sind jedenfalls nicht in Cr bnung Mit Ueberraschunz und Befremdung hat die Oesfentlichkeit in Frankreich die Nachricht ausgenommen, dass das Schatzamt sich mit der Ausgabe von drei Milliarden Schahscheinen .Tresorbons" an die Banken wenden mutzte Damit fällt die französische Finanzwirt, schott in die Methoden zurück, die man seit 1926 seit der Frankenstabilisierung verlassen hatte. Und dieser Fall wird nicht der letzte sein! Denn diese drei Milliarden sollen ein Defizit des Staatshaushalts decken, das sechs bis sieben Milliarden beträgt Das beleuchtet eine sehr leichtherzige Wirtschaft des Finanzm,nisters im Kabinett Tardicu. Flandin Die Krit'k daran hat in den Wahlen eine erhebliche Rolle gefpiält und wesentlich zu den Erfolgen der Linken beigetragen. Man war so stolz auf die sichere Grundlage, die Poin- cares Werk der Frankenstabilisierung gebracht hatte und mutz nun erkennen, daß der Boden auch hier schwankt. Zum Teil aus persönlicher Schuld des letzten Kabinetts, zum Teil ober auch aus der allgemeinen Wirtschaftskrise, die eben nicht um Frankreich herumgeht. Aber kann man glauben, datz das auf die Haltung der französischen Staatsmänner im Sinne des Verstandes zurückwirken wird? Beinahe unbedeutend erscheinen neben diesen Krankheitszeichen allgemeiner Art d i e Krisenzeichen im britischen Weltreich an der Stelle Irland. Es sieht auch nicht aus. als wenn der von de Baleras Ungestüm heraufgeschworene Konflikt zu einer Gefahr wie vor zehn Jahren auch nur annähernd führen werde. England ist durch Schaden klug geworden und ver- schärft derartige Konflikte nicht. 3n Irland aber herrscht de Valero nicht allein, ist er doch von den Stimmen der Arbeiterpartei abhängig. Diese wie die Partei des führenden Ministerpräsidenten Cosgrave wissen genau, was für Irland, dessen Absatzmarkt England ift, wirtschaftlich auf dem Spiele steht. So blickt man gemeinsam nach Ottawa, wo in dem großen Reichsrahmen auch die irische Sonderfrage eine Lösung finden kann. De Balera ift mit seinem Bor stoß, der schon ein wenig altmodisch anmutet, in eine ganz veränderte Konstellation hereingekommen. Die direkte Frage sieht sich von dem Ottawa-Programm aus anders an, als in der alten einfachen Borer- Stellung gewissermaßen zwischen „Old England" und dem alten irischen Freiheitswillen. Nur mutz bann überhaupt die Ottawa-Konferenz im Juli, auf die schon heute alles in England — über Lausanne im Juni hinaus! — blickt, einen reellen Erfolg bringen. Wenigstens mutz sie den Glauben befestigen, datz auf dem Weg zum W i r t s ch a f t s i m p e r i u m die Rettung, die Besserung mindestens der Hanbelsoerhältnisse Eng lanbs liege. Liest man die englische Presse und die Reden der Staatsmänner, fo findet man freilich, datz zwar der Glaube etwas krankhaft an den Tag gelegt wird, daß es aber an einem wirklichen, konkreten positiven Programm noch so gut wie ganz fehlt Die Präferenz, der Vorzugszoll ist wohl ein Anfang, ober ein Programm ift er nicht' Wer tut überhaupt etwas in dieser Fülle von Kongressen und Konferenzen der Aerzte am Kran- fenbeit ber europäischen, ber Weltwirtschaft? 'Alles tritt auf ber Stell e! Wie einer ber Wortführer ber beutschen Iugenb, Gunther Grünbel, in einem Versuch einer „revolutionären Sinnbcu tung ber .Krise" sehr gut sagt: „es passiert verwirrend nie! (schon eine so kleine llebersicht wie die hier gegebene zeigt es) aber es geschieht nicht s!" Immer stärker spitzt sich die Krise zu. Sie wartet a» vielen Stellen unmittelbar des entscheidenden Wortes, das gesprochen werden mutz. Lange wird es nicht mehr heißen- es passiert viel, aber es geschieht nichts, Geschehen wird sicherlich in absehbarer Zeit Gröhes und Wichtiges Man weiß heute nur noch nicht, wer und was es zuletzt auslost.. Können alle diese Krankheitsvorgänge noch in Ruhe geheilt, wie die Aerzte sagen, „zum Abklingen" gebracht werden? Beigeordneten-Stichwahl in Vilbel. WSR. Bilbel. 29. Mai. Bei der heutigen Stichwahl zur B e i g e o r d n e t c n w a h l wurden insgesamt 3749 Stimmen abgegeben. Davon erhielt der sozialdemokratische Kandidat Äarlcin 1935 (beim ersten Wahlgang 1705), der bürgerliche Kandidat Bauführer K l ö s erhielt- 1502 Stimmen (905). Die Kommunisten stimmten wieder für ihren eigenen Kandidaten, der 312 Stimmen erhielt, die aber ungültig sind. Oer Vater des Lahrer Kommersbuches. Zum 70. Gebuk-fStaqe von Sduard Heyck. Der Schriftsteller Professor Eduard Hey ck . der am 30. Mai sein 70. Lebensiahr vollendet, ist in Doberan in Mecklenburg geboren: schon früh emp» fing er die ersten künstlerischen und wissenschaftlichen Anregungen, die in feinem späteren Schaf- fen vielfältig sich ausdrücken sollten- die Gotik der berühmten Zisterzienserabtei, die edlen Bauten der herzoglichen Residenzen, die heimatliche Landschaft bedeuteten Eindrücke, die reiche Fruchte tragen, sollten, die seine Studien in Frei» hiirq, Leipzig, Heidelberg und Jena mitbcftimm- len.' Zunächst.als Dozent an verschiedenen deutschen Universitäten, dann als Bibliothekar an der Donaueschinger Bibliothek, gewann er die Beziehungen, die ihm ein Leben als freier Schriftsteller gestatteten Künstlerisches Empsinden und wissenschaftliche Einfühlsamkeit verbanden fich in ihm zu gluck- licher Mischung. Seine dreibändige „Deutsche Geschichte" ist musterhaft in den politischen, landschaftlichen und kulturellen Berknupfungen, die die Schicksale der Bölker bestimmen. Seine kunst- und kulturgeschichtlichen Meinungen kommen in den Darstellungen „Florenz,und die Medicaer". Lukos Cranach" und auch in den Monographien über Bismarck und Luther zum Ausdruck. Unter dem Titel ,G a j a" erschien ein Werkchen über Sinne und Sitten des Raiven in vier Jahrtausenden". das durch seine anregende Darstellung so stark wie ein guter Roman zu fesseln vermag, und seine reizende Novelle „Das Ende der FlittermvndedeSHei-h o". die kleineGe- schichte von der jungen Ehe eines chinesischen Malers. wäre ohne wissenschaftliche Kenntnisse nicht möglich gewesen. Aber auf diesem Fundament entfaltet sich das Dichterische so stark und zart zugleich, daß man daS kleine Buch für eine Heber- setzung aus dem Chinesischen halten konnte. Im Jahre 1893 übernahm Hetzck eine Aufgabe, die nach feinem eigenen Bekenntnis die bc- glückendste werden sollte die Redaktion des Lahrer Kommersbuches, das ein f>albe6 Jahrhundert zuvor von Hermann Schauenburg als Allgemeines deutsche- Kommers- buch" begründet worden war. Heyck hat kit Der 50 Auflage, bei der feine Tätigkeit einsetzte, das Buch von allen minderwertigen Bestandteilen gereinigt, er hat behutsam Reues hinzugefügt und so den Kreis seiner Freunde ständig erweitert. Aus dem Lahrer ist d a s Kommersbuch geworden, das seit 1858 in vielen hunderttausenden (Stern- plaren verbreitet ist. Auch Eduard Heyck ist in diesem Buch mit einem Lied t>ertreten: „Zieht der Bursch' die Straß' entlang, drängt sich alles, ihn zu schauen", ein Lied, das unzählige Male von deutschen Studenten gelungen worden ist und gelungen wird. Und wenn er an feinem 70. Geburtstage, den er in feinem Wohnort (Srmatingen in der Schweiz verleben wird, die lange Straße feines Lebens zurückblickt, kann er lagen, daß es köstlich gewesen ist, weil es Mühe und Arbeit und reiche Ernte war. Der Zufall mischt die Karten. Don Sriminalfommiffar von Liebet-mann Hinter dem Raubmörder 5t, der in bas Ausland entkommen war, sandte bas Berliner Polizeipräsidium Ausjchreiben mit seinem Bild und seiner Pcr- sonalbcichreibung her, die in allen größeren See- Hafenstädten ber Welt, in den Konsulaten,-den Agenturen ber Schiffsgesellschasten und in den deutschen Klubs ausgchängt werben sollten. Dem Kriminalbeamten, der die Versendung zu regeln hatte, unterlief dabei nur ein einziger Irrtum. Ein Exemplar ging versehentlich nach einer Binnenstadt in Südamerika. Und gerade in diese Stadt von allen Städten der Welt war der Mörder geflohen, und dieses eine falsch versandte Ausjchreiben wurde ihm zum Verhängnis. In Hamburg war die Witwe eines wohlhabenden Kaufmanns Am zwei italienischen Berufsverbrechern um ihr ganzes Vermögen betrogen worben. Die Täter, die mit ihrer Beute spurlos verschwunden waren, hatten unter falschen Namen operiert, aber die Betrogene erkannte im Verbrecheralbum ber Hamburger Polizei in dem Bilde des internationalen Schwindlers Zunino aus Corrigsiano den einen ber beiden mit voller Sicherheit. Sofort begann die telegraphische Hetze nach Zunino, doch jchon nach wenigen Tagen kam aus London die betrübende Nachricht, bag "man auf falscher izährie fei. Zunino verbüßte in London eine fünfjährige Strafe und hatte 'chon zur Zeit der Hamburger Straftat im englischen Gefängnis gesessen. Der Hamburger Kommissar erholte sich von seiner Enttäuschung erst, als er, wieder wenige Tage später, einen Eilbrief der Kriminalpolizei von Turin in den Händen hielt, der darauf aufmerksam machte, daß Zunino in dem Hochstapler Pietro Riccardin« aus Canavese einen Doppelgänger habe, der genau in der Art des Hamburger Betrugsmanövers zu arbeiten pflege. Lichtbilder dieses Riccardim wurden nun in zahlreichen Abzügen in alle Teile der Welt versandt, doch roic manche weitere Fahndungsmaßnahme blieb auch diese ohne Erfolg. Die betrogene Dame hatte ebenfalls einige Bilder erhalten, und eins von ihnen schickte sie ihrer in Buenos Aires verheirateten Tächter, die es sich auf den Schreibtisch stellte, um sich diese Züge gut ein- zuprägen Fünf Monate später stieß sie auf ber Straße fast mit einem Herrn zusammen, der eilig aus einem Hause kam, und beim Aufblicken sah sie bem Manne ins Gesicht, helfen Bild auf ihrem Schreibtisch stand. Ein ra'ch herangewinkter Schutzmann verhaftete Riccardini... Der Zusammenbruch der „Leipziger Bank" im Jahre 1901 war im Grunde nur das Werk eines einzigen Mannes, des Direktors Sch. von der Ire- bertrocknu.igs-Aktiengesrtlschaft in K. Sch. halt-' Hie Direktoren ber Bank nach und nach zur f)ergäbe so starker Kredite an seine Gesellschaft zu bewegen ver- standen, daß er ihnen schließlich bei weiteren Kreditforderungen einfach die Pistole auf die Brust setzen Jonnte. Er malte ihnen jede neue Schwierigkeit seiner Gesellschaft als die letzte Stufe zu der Zeit der Ernte, wahrend er sie zugleich kalt darauf htn- wies, daß sich ihr Institut bereits Io stark bei seiner Gesellschaft engagiert hätte, daß deren Sturz auch den Zusammenbruch ber Bank nach sich ziehen werbe. Als ber Kladberadatich bann kam, «loh Sch. in das Ausland. Die Justizbehörde erhielt einen Wink. Sch haste fich unter falschem Namen in einem Pariser Hotel auf, und ein Polizei-Kommissar aus K, der den Gesuchten persönlich kannte, wurde zu seiner Verhaftung nach Paris entianbt. Mit französischen Kriminalbeamten überwachte der Kommissar vom frühen Morgen ab das angegebene Hotel. Kur; nach 10 Uhr sah er Sch aus bem Hotel treten unb ging rasch auf ihn zu. Doch ehe er ihn erreicht hatte, sah der Kommissar einen zweiten ganz gleich ausgehenden Herrn im Hotelportal er- 'cheinen. Und jetzt, wo er beide vor sich hatte, erkannte er, daß nicht der Mann, an den er schon Hand anlegen wollte, sondern daß ber andere :m Hoteleingang der richtige sei und daß ihn um Handwerkerlagungen. Gestern fanden in Lauterbach unb Alsfeld öffentliche Versammlungen der Bezirksverbändc Lauterbach und Alsfeld des deflischen Handwerksund Gewerdeverbandes Itatt. die sowohl in Lauterbach, als auch m Alsfeld von je etwa 150 Personen besucht waren In Lauterbach konnte der Vorsitzende. Hchloffermeister Otter dein, um 11 Ubr die Veranstaltung eröffnen, an der als Vertreter der Stadt Bürgermeister Walz und als Vertreter des Kreisamt» Regierungsrat Dr K e f f c l teil- nahmen Die Rachmittagsveranstaltung in Alsfeld. in ber mit Entschiedenbeit bas Fehlen von maßgebenden Behördcnvcrtrctern bemängelt wurde stand unter der Leitung von Sattler- obermeifter Vo 1 zing. Groß-Felda Die Vertreter ber Kreis- unb Stabtverwaltung waren an ber Teilnahme anberweitig verhinbert, wie aus Begrüßungsschreiben zum Ausdruck kam. In beiden Veranstaltungen sprachen Bildhauer- mcifter Dieter, Vorsitzender des Hessischen Handwerks- und Gewerbeverbandes aus dber- fiabt über. Zweck. Ziel und Reugliederung des Hessischen Handwerks- unb Gewerbeverbandes". Der Redner stellte die These auf. daß die Gesundung de» Handwerks nur durch da» Handwerk selbst kommen könne. Er warnte vor schädlicher Zersplitterung und erläuterte die Organisation des hessischen Handwerks Handwerkskammerdirektor Schüttler aus Darmstadt referierte über bas Hessische Handwerker-Programme ber Redner wies auf die schwere wirtschastlichc Rot des Handwerks bin. die er mit auf ilebermbuftriali- ficrung unb Rationalisierung zurückführte Diefe kapitalistischen Erscheinungen, die er als Amerikanismus zusamißensaßte. brachten für da- Handwerk größte Schwierigkeiten und richteten weite Schichten des Mittelstandes zugrunde Direktor Schüttler hob noch die starke Belastung des inneren Marktes durch bic gebundenen Preise hervor und anerkannte die Bekämpfung der Schwarzarbeit im Rahmen ber gesetzlichen Bestimmungen durch die maßgebenden Behörden. Auch dieser Redner forderte zum Schluß ein einiges Ha ndwerk >m Rahmen einer wahren Volksgemeinschaft. Zum Schluß sprach Regierungsrat Dr Dues. Vorsitzender des Arbeitsamts Gießen, über den freiwilligen Arbeitsdienst. An beide Veranstaltungen schloß sich eine rege Aussprache an. an der sich in Lauterbach insbesondere die Herren Däckerobermeister Lllrich. Lauterbachs BuchdruAereibesiher Gundrum. Schlitze sowie Schreinermeister Weller. Schlitz, in Alsfeld die Herren Bäckermeister Klingel» h ö.f c t. Slcttrikrmciftcr H a h.n Gewerbelehrer Rohrbach. Schlofsermeister R/> ß n e r. Maurermeister Falkenheiner. Sattfermeifter Koch und Schmiedemeister Kalkbrenner beteiligten. In Alsfeld war es besonders die Verwendung des Rhein- und Ruhrfonds zugunsten der hessischen Handwerker-Zentralgenossenschaft. die die Gemüter stark erregte und bic Versammlung zum Schluß in ein politische- Fahrwasser leitete Attienschieber verhaftet. WSR. F r a n k f u r t a. M . 28. Mai. Aus Veranlassung der Steuerbehörde ist hier ein von auswärts stammendes Ehepaar fc ft genommen worden, da- bei einer hiesigen Bank Aktien der IG »Farben verkaufen wollte. Es soll sich um Aktien in Höhe von etwa 30 000 Mark handeln. Das Ehepaar hatte die Aktien in der Schweiz gekauft und wollte sie in Frankfurt zu einem höheren Kurse abfehen Der Steuer» fahiidui'.gsdienst ist noch mit der Untersuchung des Falles beschäftigt, besonder- auch nach der Richtung hin, ob weitere Personen an der Affäre beteiligt sind. ein Haar eine säst vollkommene Aehnlichkett getäuscht hätte. Wäre Sch. eine Sekunde später in die Türe getreten, so hätte er den ihm wohlbekannten Kommissar in einem lebhaften Disput mit einem Fremden gesehen und hätte unbemerkt zuriicktreten und verschwinden können. So wurde der seltsame Zufall, der in das gleiche Pariser Hotel wie Sch — der auch äußerlich keineswegs ein Dutzendtyp war — einen Doppelgänger von ihm geführt hatte, ausgeglichen durch den zweiten Zufall, datz Sch. an jenem Morgen fast gleichzeitig mit seinem Doppelgänger das Hotel verließ. Dieter Zufall erhielt dem Polizei-Kommissar Reichardt den Ruf der Zuverlässigkeit und Geschicklichkeit, den er sich in dreißigjähriger Arbeit erworben hatte. öod)fd)ulnod>rid)fen. — Der Geheime Regierunasrat Dr. rer. pol. Hem- rid) Herkner, vormals Ordinarius für Staats Wissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Universität Berlin, ist im Alter von nahezu 70 Iah ren gestorben Herkner wurde geboren am 27 Juni 1863 in Reichenberg in Böhmen und erhielt seine Ausbildung u. a. bei den Professoren G. F. Knapp unb Lujo Brentano. Seine akademische Laufbahn begann in Freiburg, wo er 1892 eine ordentliche Professur erhielt- später wirkte er in Karlsruhe und Zürich, zuletzt in Berlin an der Technischen Hochschule und auf dem Lehrstuhl von Schmoller ckst der Universität. Das Hauptwerk Hcrk- ners, ber auch als Vorsitzender des 'Vereins für Sozialpolitik weithin bekannt wurde, ist sein 1894 erschienenes Werk über die Arbeiterfrage (8. Auslage 1922); cs war die erste großzügige unb um- fassenbe Darstellung bieses Problems in Deutsch- lanb. Von seinen übrigen sachliterarischen Arbeiten seien noch genannt: „Soziale Reform als Gebot des .wirt'chaitlichcn Fortschrittes"; „Die Zukunft ber Deutich-Oesterreicher"; „Das Frauenstudium ber Nationalökonomie"; „Die Arbeitsfreude in Theorie unb Praxis der Volkswirtschaft" und „Deutschland und Deutsch-Oesterreich". — Der Prioatdozent Dr -Ing. E Lange von der Unroerfitai München hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl ber physikalischen Chemie an ber Universität Erlangen angenommen. Dr. theol. et jur. E Schneider, Professor an der Philosophischen Akademie in Paderborn, ist zum Ordinarius für Kirchenrecht in ber katholisch theologischen Fakultät der Universität TI ü n ft e r ernannt worden. Industrie- und Handelskammer Gießen. lieber die Sitzung der I n d u st r i e. un d Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach die am vorigen Donnerstag stattfand, geht uns ein Bericht zu, dem wir folgendes entnehmen: Vor Eintritt in die Tagesordnung gibt der Vorsitzende, Herr Ludwig Rinn, unter dem Beifall der Versammlung seiner Freude über die nach schwerer Krankheit fortschreitende Genesung des Herrn.Bankdirektors Grießbauer beredten Ausdruck. — Die Herren Mitglieder hören den Nachruf stehend an, welchen der Herr Vorsitzende dem Heimgegangenen Ehrenmitglied, Herrn Kommerzienrat Carl Grünewald (Alsfeld), in herzlichen, von Hochachtung und Verehrung getragenen Worten widmet. Nach einem Referat des Herrn Wilhelm Horn über die Besteuerung der Ailialbelriede im Einzelhandel wird die folgende Entschließung gefaßt: „Mit banger Sorge verfolgt die Kammer das unaufhaltsame Vordringen der großbetrieblichen Formen im Einzelhandel: vor allem sind es neben den Waren- derhäusern und Einheitspreisgeschäften die Filialbetriebe der kapitalkräftigen und kreditfähigen Großunternehmungen, welche zwangsläufig zu einer zunehmenden Vernichtung von kleinen und mittleren Fachgeschäften des Einzelhandels und damit wert- voller Kreise des Mittelstandes überhaupt führen müssen. Dieser bedrohliche Zustand macht ein Eingreifen des Staates zur Notwendigkeit, da Selbsthilfe des Einzelhandels allein nicht mehr genügt. Welche staatlichen Maßnahmen, im besonderen auf steuerlichem Gebiet, zur Erhaltung des Einzelhandels gefordert werden sollen, bedarf der sorgfältigsten Erwägung. Zur Zeit stehen einer wirksamen Besteuerung der Filialen reichs- und landesgesetzliche Vorschriften hindernd im Wege: es gilt daher zunächst, diese Hindernisse durch eine Aenderung der Besteuerungsgrundlage (Umsatz an* Stelle des Gewerbeertrags) beiseite zu räumen. Dabei ist Bedacht darauf zu nehmen, daß die Filialen von Bank-, Kredit- und Versicherungsunternehmen von der Filialbesteuerung befreit bleiben." Tagungsberichte. Der Kammers.yndikus vr. Z e i d l e r berichtet über die am 11. Mai in Berlin stattgehabte 52. Vollversammlung des Deutschen Industrie- und Handelstags, über die im „Gießener Anzeiger" bereits berichtet wurde. Der Syndikus berichtet ferner über die am 19. Mai in Mainz stattgehabte Jahresversammlung des H e s - fischen Verkehrsverbandes, über die im „Gießener Anzeiger" ebenfalls schon berichtet wurde. Die Schaffung guter Warenwechsel ist sowohl für die ausreichende Kreditversorgung der Wirtschaft wie auch für die Sicherheit der Währung von ausschlaggebender Bedeutung. Nur auf der Grundlage eines Bestandes an guten Warenwechseln kann die Reichsbank der Wirtschaft als letzte Kreditquelle die notwendigen Dienste tun. Das Bestreben der Reichsbank, die Erhöhung des Bestandes an Handelswechseln zu fördern, hat nun aber eine entsprechende Gestaltung der Liefer- und Kreditbedingungen von Lieferantenverbänden und Banken zur Voraussetzung. Die Schaffung guter Handelswechsel bedingt ferner eine wesentliche Senkung der Wechselsteuer. In diesen beiden Richtungen werden sich auch die Arbeiten der amtlichen Berufsvertretungen bewegen müssen, wenn das gesteckte Ziel erreicht werden soll. Geschäftswelt und Banken. Aus der Geschäftswelt ist an die Kammer der Wunsch herangetragen worden, daß die Banken auch an den Samstagen vor Feiertagen ihre Schalter — wenigstens bis 12 Uhr mittags — für den Verkehr offenhalten. Die Kammer wird sich in Verhandlungen mit den beteiligten Organisationen bemühen, daß diesem Wunsche Rechnung getragen wird. Die Handelslehranstalt. Nach einem einleitenden Referat des Leiters der Handelslehranstalt, Herrn Handelsstudiendirektor Dr. Wendel, über die Entwicklung und den jetzigen Stand der Schule wird der Voranschlag für das Schuljahr 1932/33 in der vorgelegten Fassung genehmigt. Gauliedertag in Gießen. Der Sängergau Giehen-Stadt und -Land im Hessischen Sängerbund veranstaltete gestern in Gießen seinen 3. G o u l jede r t a g, der von den Gießener Vereinen und auch von den Gesangvereinen im Gaugebiet des Kreises Gießen sehr stark besucht war. 3n der bis auf den letztem Platz besetzten Neuen Aula der Universität fand von 8.30 bis 12 Uhr das Wertungssingen statt. Als Wertungsrichter fungierte Musiklehrer Samper- Darmstadt. Die Vereine sangen in zwei Gruppen. In Gruppe! (Vereine bis 45 Sänge r).hatte jeder Verein als Pflichtchor „Abend- lied" von Kuhlau (Gedicht von Goethe), daneben noch einen selbstgewählten Chor zu singen. In Dieser Gruppe fangen (befr Titel des selbstge- wählten Chors fügen wir in Klammern bei) folgende Vereine: Gesangverein Harmonie, Klein-Linden. 31 Sänger, Chorleiter: Lehrer Fr.Knoche, Klein-Rechtenbach („Abmarsch" — Altes Soldatenlied — von Heinrichs). Gesangverein Liederkranz, Gießen, 38 Sänger, Chorleiter: Musiklehrer Wilh. S ch ä t t l e r, Gie-' ßen („®er Wald" von Häserl. Gesangverein Eintracht, Grüningen, 45 Sänger, Chorleiter: Lehrer Ludwig M a r st e l l e r, Wat- tenborn-Steinberg („Mein Vaterland" von Jos. Werth). Turn- und- Gesangverein. Lollar, 25 Sänger, Chorleiter: Lehrer Jul. Eberle, Lollar („Mein Mädel hat einen Rosenmund" von Fr. Neuert). Gesangverein Concordia, Gießen, 25 Sänger, Chorleiter: Musiklehrer Phil.Groh. Wieseck („Die Kapelle" von Kreutzer). Gesangverein Germania, Durkhardsfelden, 36 Sänger, Chorleiter: Musiklehrer Heinr. R ik o- lai, Großen-Vuseck („Am Vergstrom" von E. Köllner). Gesangverein Liederkranz, Treis a. d. Lumda, 40 Sänger, Chorleiter: Musiklehrer Konr. Nikola i, Großen-Vuseck, („Und dennoch" von Josef Deschermeier). In Gruppe II (Vereine über 45 Sänger) hatte jeder Verein als Pflichtchor „Mailied" von Phil. Gorr (Gedicht von Goethe) zu singen. In dieser Gruppe singen (den Titel des selbstgewählten Chores fügen wir wieder in Klammern bei): Vauerscher Gesangverein, Gießen, 100 Sänger, Chorleiter: Universitäts-Musikdirektor Dr.Te- mesvarh, Gießen („Feldeinsamkeit" von Wendel). Gesangverein Arion, Klein-Linden, 50 Sänger, Chorleiter: Musiklehrer Konr. Nikolai, Gro- ßen-Duseck, („Im tiefsten Wald" von Speidel). Gesangverein Frohsinn, Garbenteich, 48 Sänger, Chorleiter: Musiklehrer Gg. Harnisch, Watzenborn-Steinberg („Der Vergstrom" von L. Baumann). Gesangverein Heiterkeit, Gießen, 85 Sänger, Chorleiter: Musiklehrer W. Schättler, Gießen, („Hymne an die Musik' von D. Lachner). Gesangverein Germania, Steinbach, 46 Sänger, Chorleiter: Musiklehrer Gg. H a r n i sch , Watzenborn-Steinberg, („Tief ist die Mühle verfchneik' von Th. Podbertskh). Männer-Gesangverein, Mainzlar, 46 Sänger, Chorleiter: Musiklehrer Gg. Burger, Watzenborn-Steinberg, („Vineta" von Ignaz Heim). Gesangverein Viktoria, Garbenteich, 48 Sänger, Roman von Gert Rothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle. 27. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Zu Lisa waren beide sehr freundlich. Die sagte aber gleich zu Anfang, daß sie heftige Kopfschmerzen habe und zeitig schlafen gehen wolle. Das verstanden sie und nickten ihr zu. Und so konnte Lisa zur angegebenen Zeit pünktlich das Parktor, in dessen Wölbung sie wartend gestanden, bis sie Drüben eine Gestalt auftauchen sah, verlassen. Lisa huschte an der Mauer hin, erreichte das offene Feld. Sie kannte den kleinen Weg genau, von Dem aus sie direkt an die Kreuzung gelangte. Da blieb sie wie erstarrt stehen. Der dort Wartende war weder Lüderitz noch Ansbrück! Sie erkannte es an der Figur. Wer war der Mann? Was hatte man mit ihr vor? Wie konnte sie überhaupt so leichtsinnig, auf einen anonymen Drief hin, in die Nacht hinausgehen, um sich mit dem Schreiber dieses Driefes zu treffen? Lisa wandte sich um, wollte fluchtartig zurück. Da bannte sie ein kurzer, scharfer Ruf an ihren Platz. Der Mann kam näher, stand jetzt dicht vor ihr. Daron Ilzenescu! „Guten Abend, Lisa. Du hattest jemand andevs erwartet? Tut mir leid, daß nur ich es bin. Ich bin ja auch durchaus nicht eifersüchtig, doch ich mußte dich unbedingt sprechen." „WaS willst du?" stammelte sie mühsam. „Dich garu gewiß nicht,", sagte er brutal. „Ich brauche Geld, und du wirst es mir verschaffen." Von Ekel geschüttelt stand sie da: „Ich? Ich habe nichts. Din hier bei meinen Verwandten nur geduldeter Gast, seit — seit...“ „Laß das!" sagte er herrisch. „Dein Schwager hat sicher Geld im Hause. Solch ein Krautjunker vertut kaum etwas, und er hat Vieh und viel Getreide verkauft." „Wie gut du orientiert bist", sagte sie schauderno. „Natürlich bin ich Das. Ich brauche eben das Geld notwendig.* Ein letztes Aufbäumen war in ihr gegen Den Willen dieses Verbrechers: „Ich habe mit' dir nichts mehr zu schaffen. Du hast mich damals von dir gejagt, und ich habe unzählige Demütigungen ertragen müssen." „Für Sentimentalitäten habe ich weder Interesse noch Zeit", sagte er schneidend. „Es handelt sich darum, wie wir am besten so schnell wie möglich das Geld für mich beschaffen. Sie find mir auf den Fersen, die holden Behörden. Ueber die Grenze komme ich ohne Geld nicht mehr. Da besann ich mich auf dich. Und e-s hat mich viel Mühe gekostet, herauszubekommen, wo du dich befindest. Willst du mir das Geld also verschaffen?" Das war keine Ditte, .das war eine einzige Drohung! Und Lisa erkannte das auch. Sie wich zurück. „Ich — soll — meinen — Schwager bestehlen?" fragte sie bebend. „Was sonst? Ich muß das Geld noch in dieser Nacht haben." „Der Verdacht, die Spuren fallen aber dann auf mich." ^Möglich I Wahrscheinlich sogar. Das spielt jetzt aber nicht die geringste, Rolle. Komm mit mir! Wir gründen uns im Ausland ein neues Leben." Sein Gesicht war dem ihren nahe. Er küßte sie plötzlich, weil ihm ihre blonde Schönheit wieder gefiel. Lisa wich zurück. Er lachte roh auf, meinte bann: „Du willst nicht? Auch gut, dann laß es bleiben. Das Geld aber bringst du mir. Ich bin in zwei Stunden noch einmal hier." „Und wenn ich es nicht tue? Es ist ein Verbrechen: ich weigere mich." „Du wirst es tun. Wenn man mich erwischt und mir den Prozeß macht, dann bin ich gezwungen, auch dich mit hineinzuziehen in all das. In deinem eigenen Interesse also..." Da sanken Lisa Ansbrücks abwehrend aus- gestreckte Hände herab. Sie war in der Gewalt dieses Verbrechers. Sie mußte tun, was er wollte. „In zwei Stunden also. Und — ich muh wohl mit dir gehen, denn man wird es doch wissen, wer die Diebin war." „Ich habe es dir doch gleich gesagt. Also komm!" Er wagte es nicht mehr, sie zu küssen, aber er toar tatsächlich innerlich aufgewühlt von ihrer Chorleiter: Karl Sommer, Watzenborn, („Die Vesper" von Kämpf). Gesangverein Heiterkeit, Annerod, 48 Sänger, Chorleiter: Musiklehrer Phil. Groß, Wieseck, („Die beiden Särge" von Hegar). Turn- und Gesangverein Lollar, Chorleiter: Lehrer Jul. Eberle, Lollar, a) Frauenchor:„ „Alldeutsches Volkslied" (27 Sängerinnen), b) Gemischter Chor: „Erinnerung" von I. Eberle, (27 Sängerinnen und 24 Sänger). Sämtliche Vorträge wurden mit starkem Interesse verfolgt. Im Hinblick auf das Urteil des Wertungsrichters verzichten wir, einem Wunsche des Gauvorstandes Rechnung tragend, von einer kritischen Detrachtung der Einzelleistungen der Vereine. In der Gesamtheit kann man aber fest- stcllen, daß die Sangeskunst in den Gauvereinen auf großer Höhe steht, ein Verdienst der eifrigen Chorleiter und der hingebungsvollen künstlerischen Mitarbeit der Sänger. Oeffentliche Kundgebung. Nach dem Wertungssingen marschierten die Vereine unter Vorantritt des Spielmannzuges und der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr in geschloffenem Zuge, unter Mitführung der Vereinsfahnen, von der Universität durch verschiedene Straßen der Stadt zum Landgraf-Philipp-Platz, wo eine ö f f e n t- liche Kundgebung zur Werbung für das deutsche Lied stattfand. Nach dem „Deutschen Sängergruß", gesungen von einem Massenchor aller Vereine unter Leitung des Gauchormeisters Oberreallehrcr Blaß, hielt der Gauvorsitzende Koch (Gießen) die Begrüßungsansprache, in der er besonders als Vertreter der Provinzialdirektion Oberhessen und des Kreisamtes Gießen Regierungsrat Schmidt, als Vertreter der Stadtverwaltung Stadtratsmitglied Schmieder, ferner die Vertretung der Presse und als Vertreter des Hessischen Sängerbundes Herrn Wendler (Bad-Nauheim) willkommen hieß. Weiter entbot er herzlichen Gruß den Vertretern der benachbarten Gaue und der angegliederten Bezirke, sowie allen Sangesbrüdern aus Stadt und Land. Der Redner würdigte sodann die große Begeiste- rung der Sänger für den Dienst am deutschen Lied, dem sie sich trotz der Not der Zeit und- einer nahezu 50prozentigen Erwerbslosigkeit in zahlreichen Vereinen noch mit unerschütterlichem Mut und in vollkommener Ueberparteilichkeit hingeben. Mit Stolz könne behauptet werden, daß das deutsche Lied den Sängern als Urquell des einstigen Freiheitgedankens, als Führer durch das Leben, als Tröster in Leid und Schmerz die Kraft gebe, allen Einflüssen der Verhältnisse die Stirn zu bieten. Der Redner warb zum Schluß um weiteren engen Zusammenschluß in den Gesangvereinen und um tatkräftige Förderung des deutschen Männergesangs durch alle Mitbürger in Stadt und Land. Vor allem bezeichnete er es auch als notwendig, die Jugend dem Dienst am deutschen Lied zuzuführen, damit auch sie dieses ideale Gut ihr eigen nennen und sich daran geistig stärken könne. Die Sänger und Sängerinnen forderte er auf, weiterhin im Geiste des deutschen Liedes eifrig zu arbeiten und in Einigkeit zusammenzustehen. Mit begeistert aufgenommenem Heilruf auf das deutsche Lied und das deutsche Vaterland schloß der Redner seine eindrucksvolle Ansprache. Unter der Leitung des Gauchormeisters Bloß wurde sodann der Massenchor „Mein Deutschland" von Mangold zu Gehör gebracht. Hierauf begrüßten Regierungsrat Schmidt namens der Provinzialdirektion Obcrhcssen und des Kreisamts Gießen sowie Stadtratsmitglied Schmieder namens der Stadtverwaltung die große Scin- gerversamlung in herzlicher Weise. Beide Redner würdigten mit warmen Worten der Anerkennung die hervorragenden gesanglichen Leistungen der Vereine, die man bei dem Wertungssingen feststellen konnte, und die bedeutsamen Fortschritte, die gegenüber den früheren Wertungssingen zutage traten. Ferner zollten sie volle Anerkennung der vorbildlichen Arbeit in den Gesangvereine!) zur Pflege und Vertiefung der deutschen Kultur und damit der Förderung des geistigen Wiederaufbaues unseres Volkes. Auf den gleichen Ton gestimmt war auch eine längere Ansprache des Vertreters des Hessischen Sängerbundes, Herrn Wendler (Bad-Nauheim), der noch besonders den Dienst am deutschen Lied als vorbildliches Mittel zur Schaffung einer wahren Volksgemeinschaft, zu engerer seelischer Verbundenheit zwischen den verschiedenen Volksschichten und zur blonden Schönheit. Und er hatte schon mehrere Male bereut, sich von ihr getrennt zu haben. Weil er sie vielleicht doch liebte, soweit sein Herz einer Liebe überhaupt fähig war, und weil er sich überlegt hatte, daß sie eine wertvoUe Partnerin für ihn fein konnte. Lisa ging den Weg zurück. In ihrem Innern dröhnte es: „Jetzt weißt du, wo du hingehörst!" Polzenhagen faß mit feiner Frau noch gemütlich im warmen Zimmer, als der alte Geifelt, Der Gärtner, den Herrn zu sprechen verlangte. Erstaunt erhob sich der Gutsherr. Draußen wartete der Alte, und in feinem Gesicht prägte sich tiefste Erregung aus. „Was ist, Geifelt?" „Gnädiger Herr, im Park führen kleine Fußspuren bis zum Teich. Und dann — sind sie zu Ende. Nirgends ist eine Spur. Es — muß — jemand...“ Polzenhagen schüttelte den Alten, besann sich, rief ins Zimmer zurück: „Trautel, bleib hier, bis ich wiederkomme. Verlaß auf keinen Fall das Zimmer!" Er raste dann Die Treppe hinunter. Der Alte folgte ihm mühsam und keuchend. „Stangen, Leinen, alles was nötig ist, um den Teich abzusuchen! Schnell, schnell!" rief7 er dem Diener zu. Dann raste Polzenhagen in den Park. Lisa! Nur Lisa konnte es sein! Jetzt war er am Teich. Still und verschneit lag er da, aber die dünne Eisdecke, die sich gebildet hatte und die trügerisch und leuchtend den Weißen Schnee trug, die gab sofort nach, sowie er auch nur den einen Fuß vorsichtig draufsetzte. Ein tiefes, dunkles Loch gähnte links von ihm. Doll Grauen starrte Polzenhagen auf dieses Loch. Dann waren zwei Männer mit Stangen und anderem Gerät zur Stelle. Eine halbe Stunde später lag Lisa Ansbrück im weichen Schnee zu Füßen ihres Schwagers. Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. Vorsichtig, im Innern maßlos erschüttert, trug Polzenhagen mit seinem Diener die Tote ins Gutshaus zurück. Wie es sich herumgesprochen, wußte wohl niemand. Jedenfalls hieß es allgemein, Frau Lisa Ansbrück sei einem Unglück zum Opfer gefallen. In der Dunkelheit sei sie, von der weißen SchneeAufwärtsentwicklung der deutschen Ideale feierte und zum Schlüsse eindringlich die Schaffung einer weit t verbreiteten deutschen Liedgemeinschaft empfahl. Sämtliche Ansprachen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Mit dem Massenchor „Deutsches Dolksgebet" von Ianoske schloß die eindrucksvolle Kundgebung. Oie kritische Besprechung. Um 14 Uhr versammelten sich die Chorleiter und Dereinsvorsitzenden im Katholischen Dereinshaus zur Besprechung. Musiklehrer Samper führte aus, daß man in Anbetracht des Goethejahres als Wertungschöre Vertonungen Goethescher Gedichte gewählt habe. In Gruppe I sei mit dem „Abendlied", einer alten Komposition von Kuhlau, mehr der romantische, in Gruppe II mit dem „Mailied", einer neueren Komposition von Gorr, der klassische Goethe zu Wort gekommen. Der Kritiker ging hierbei auf Stilfragen näher ein und brachte eine Gegenüberstellung von Romantik und Klassik. Im Bezüge auf die Leistungen der Vereine stellte er fest, haß diese durchweg als gut zu bezeichnen feien; nicht ein einziger Verein habe schlecht gesungen. Ganz besonders hob er hervor, daß Aussprache, Tonreinheit und Tonbildung in allen Vereinen kaum mehr Anlaß zu Beanstandungen gegeben haben, und Daß sowdhl Texte, wie Kompositionen beinahe durchweg wertvoll waren und minderwertige Lieder fast nicht zu Gehör gebracht wurden: In dem nun folgenden, etwa zweistündigen Vortrage des Wertungs» richters erfolgte eine eingehende und genaue Kritik jedes einzelnen Vereins. Anschließend gab dann Herr Samper Ratschläge zur weiteren Besserung der ohnehin schon sehr beachtenswerten . Leistungen. Lobend erwähnte er noch den zum Vortrag gebrachten Frauen- und Gemischten Chor als wertvolle Verschönerung des Programms. Zum Schlüsse dankte der Gauvorsitzende Koch dem Wertungsrichter Samper für seine Ausführungen und spornte die Vereine zu weiterem Dorwärtsstreben an. Oberheffen. Lanvkreis Gietzen. ch Aus dem Lumdatal, 29. Mai. In unserer Gemarkung ist seit einigen Tagen sehr vielLager- f r u ch t zu verzeichnen. Die Svmmerfrucht zeigt einen guten Stand. Leider ist vereinzelt die Fritfliege schädigend aufgetreten. Mit dem ersten Kleeschnitt wurde dieser Tage begonnen. Die Spätkartoffeln gehen fast lückenlos auf. Die Gartengewächse aller Art zeigen ebenfalls einen guten Stand; Von den Steinobstbäumen weisen nur die Kirschen einen teilweise befriedigenden Fruchtansatz auf. • Harb a ch, 29. Mai. Seit einiger Zeit ist auch in unserem Orte der freiwillige Arbeitsdienst im Gange, bei dem 50 Leute für rund 20 Wochen Beschäftigung finden. Bisher wurde ein bei der Feldbereinigung ausgeschiedenes Waldstück gerodet. Zur Zeit ist man mit der Chaussierung des Weges von hier nach dem Bahnhof Saasen beschäftigt, der nicht nur ein viel ■ begangener Personenweg ist, sondern für eine gewisse Strecke auch als Holzabfuhrweg in Betracht kommt Die Gemeinde Saasen hat sich bereit erklärt, das Wegestück in ihrer Gemarkung ebenfalls zu befestigen, so daß künftig auf der ganzen Wegstrecke die bisherigen Uebelstände bei naffet Witterung beseitigt sein werden. Als weitere Arbeiten sind Rodungen. Bachregulie- rung, Aussteinen schlechter Feldwege usw- in Aussicht genommen. In einer Versammlung der Ortsbürger erklärte man sich bereit, die für diese Arbeiten erforderlichen Fuhrleistungen freiwillig vorzunehmen. 0 Holzheim, 29. Mai. Gegenwärtig findet hier unter Leitung von Fräulein Griebel (Gießen) ein Kursus in Verbandlehre Kranken- und Kinderpflege statt. Es beteiligen sich daran die Fortbildungsschülerinnen (2. und 3. Pflichtjahr) von hier und Dors-Gill, sowie Freiwillige. Im nächstjährigen Kursus sollen auch die Sanitäter der Feuerwehr in Verbandlehre unterrichtet werden. Die Kurse sind um so mehr zu begrüßen, als wir hier weder Arzt, noch Krankenschwester haben. — Anläßlich der D D A. - W o ch e sammelten die Kinder der obersten Schulklasse bei Bekannten und Verwandten zugunsten der deutschen Schulen im Ausland den Betrag von 52 Mark. decke geblendet, vom Wege abgekommen und in den Teich Hineingeräten. Dieses Gerücht erhielt sich aufrecht. Die Behörde selbst konnte nichts anderes feststellen. Die schöne Frau ruhte in Der alten Gruft der Polzenhagen. Doll Güte hatte der Gutsherr das an geordnet. Frau von Massow, Lisas Mutter, stand gebrochen vor ihrem Schwiegersohn. Aber ihre Stimme klang nicht klagend und weich, sondern hart, als sie sagte: „Es ist so am besten. Sie wäre immer ruhelos geblieben und hätte uns allen noch mehr Schmerz zugefügt. Der liebe Gott hat es gut gemacht." Ernst von Polzenhagen wußte nicht, ob sie an einen Unglücksfall oder an einen Selbstmord glaubte. Sie sprachen nie darüber. . Die alte Dame blieb einige Wochen, dann reifte sie wieder ab. Aber sie nahm doch die Gewißheit mit sich, daß in Polzenhagen das Glück wohnte und daß sie jederzeit kommen konnte, um sich einige Zeit daran zu erfreuen. Natürlich erregte der Fall in der Nachbarschaft und im weitesten Umkreis größtes Aufsehen. Doch nach und nach beruhigten sich Die Gemüter wieder. * Klaus Lüderih war an jenem Tage, da er Lisa in die Schuhhütte getragen, wie ein Wahnsinniger nach Hause gekommen. Er riß Rose an sich, küßte sie lange, lange. Als sie mit neuer Hoffnung in feine Augen sah, da erzählte er ihr alles. „Ich war allein mit ihr, und wir haben uns doch nicht geküßt. Ich hatte kein Verlangen danach, denn plötzlich wußte ich, daß ich dich viel, viel lieber habe." Da wußte Rose, daß ihm nie wieder eine Versuchung nahekommen würde,--- Monate später stand in den Zeitungen, daß bei einer aufregenden Jagd nach einem Schwerverbrecher dieser erschossen worden sei. Es sei ein lange gesuchter internationaler Hochstapler, ein Rumäne namens Ilzenescu. Da kein Mensch wußte, daß dieser Mann einmal mit der schönen Lisa Ansbrück in engster Verbindung gestanden, so überging man diesen Artikel ziemlich rasch. Nur Doktor Ansbrück und sein treuer Helfer von damals wußten es. Aber über ihre Lippen kam kein Wort. Die tote Lisa sollte ihren Frieden haben. (Fortsetzung folgt.) Lich. 29 Mai 3n diesen Tagen wurde hier die amtlich angeordnete Anbauflächen- crhebung durchgeiührl Der Stadt Lich lind die selbständigen Gemarkungen Mühlsachsen. Hof- Albach, Kolnhaufen und Meilbach angcichloNcn. Die Gesamtfläche der einzelnen Gemarkungen beträgt in Lich 2198.3 Hektor ißid)i, Mühllachlcn 82 Hektar (QBÜ-). Hof-Albach 345.2 Hektar (H. A ) Kolnhaufen 414.5 Hektar <Äo.) und Mcilbach 162.2 Hektar 'Mei ). Diele Flächen werden schätzungsweise in folgender Weile bewirtschaftet 'Die in Klammern gesetzten Buchstaben bezeichnen die Gemarkungen ) Getreide und Hüllcnfrüchtc Lich 260. Mü 9,5. tz A 47. Ko. 60.3 Hektar - Hackfrüchte Lich 260. Mü. 2. H A. 2.5, Ko 26.4 Hektar — Gartengewächse Sich 12. H 2 1. Ko 0,5 Hektar — Futterpflanzen Lich 87,2, Mü. 1. H A- 7, Ko 9 Hektar - Ackerweilc Lich 16 Hektar Wiesen Lich 300. Mu. 6.5, H A- 4. Ko. 86.5 Hektar — Viehweiden Lich 11.5, Mü. 3.4. H. 2. 18.4 Hektar. - Obstanlagen Lich 62. H 2. 1.5 Hektar. Gartenland Lich 58. Mü. 0.3. H 2 0,5. Ko 2.3 Hektar. — Forsten Lich 1049. Mü. 57.1. H. 2- 222,9, Ko. 213.3. Mei 157.4 Hektar. — Haus- und Hosräumc. Lich 17. Mu 0.2. H 3 0,5 Ko. 1.6 Hektar Oed- und Inland Lich 3.6. H 2 0.4. Ko 2 Hektar Wege ulw Lich 62. Mü. 2. H 2 19,5, Ko. 12.6. Mei. 4.8 Hektar Kreis Aisfcld. < Merlau, 29. Mai. Bei der heutigen Beigeordnetenwahl erhielt Landwirt Georg Becker 170 Stimmen, ^Schweinehandler Hermann ' Münch 124 Stimmen Bon 410 Wahlberechtigten genügten 302 ihrer Wahlpflicht, mithin also 73 Prozent. Acht Stimmen waren ungültig. Kirche und Schule. 49. Theologische Konferenz in Gießen. Am Donnerstag fand im vollbesetzten großen Saale des neuen Studentenheims die 4 9. Theologische Konferenz statt. Der seitherige Vorsitzende, Geh. Kirchcnrot Pros. D. Dr Krüger, eröffnete die Konferenz mit einem Ausblick auf die Jubiläumstaaung des nächsten Jahres und gab einen interessanten Ucberblick über die bisher behandelten Themen: an 47 Konferenzen hatte er selbst teilgenommen. Die Leitung übernahm nun Pros. D. Dr. Cordier nach Schriftlesung und Gebet: er gab der Hoffnung Ausdruck, daß Geh. Rat D Dr. Kruger noch lange der Konferenz erhalten bleibe. In feinem Vortrag „Der d) r 1 ft I i d) c Staat" betonte Prof. D. Erich F o c r st e r, der Christ im Rechtssinn sei etwas total anderes, als der Christ im Glaubenssinn: die Zugehörigkeit zu einer sichtbar organisierten Kirche beweise nichts für das Ehriftsein. Luther entdeckte im Einklang mit Paulus die eine Kirche als die sichtbare und unsicht'- bare. Das geltende evangelische Kirchenrccht kenne nur die Zugehörigkeit zu irgendeiner Kirche als Voraussetzung für den Himmel, Familie und Staat feien die Stätte, in denen der Heilige Geist wirke, nicht Priesterweihe und Ordination. Dichter fokale Reformatoren und Bühne könnten seine Werkzeuge sein, selbst seine Gegner. Heute bestehe wieder die Gefahr, die Geschichte zu neutralisieren: man scheine bei der Ineinssetzung von Ra- tur und (Heist aus der Geschichte des l'i. Jahrhunderts nichts zu lernen. Einen christlichen Staat im Sinne des Katholizismus aus kirchlicher Sakrck- mentierung kenne der Protestant nicht Das Wort „christlich" passe so rocnlg, wie zu einem Staat, auch zu einer Kirche im Rcchtssinn, „christlich" sei nur der Christ: Jesus der £)crr, es bedeutet nicht ein „Sein", sondern ein ,-Sollen" Wir dürften auch unfer durch Gottes Wort geweihtes Volk als chrift- lich onsehcn. darin bestehe das Recht der Mission, aller Kulturarbeit und Liebe zu Volk und Doter- land. Der christliche Untertan müsse alles, auch das Menfchcnwerk, von Gott herleiten, oudj die Willkür bei der Bildung bet Staaten mache ihn nicht irre. Die Um Gottes willen auch zur Obrigkeit nötige Liebe fei Feindesliebe da, wo diese Obrigkeit gegenüber dem Reich Gottes feindlich fei. Hier habe nach das Gebet zu Gott um Bekehrui^g des Bösen, oder Brechung seines bösen Rats und Willen» seine Aufgabe. Luther wollte nicht jede Der- fasfungsänderung gehindert wissen: die Obrigkeit brauche die Stützung durch die Sympathie der Christen. Der Staat müsse Ehe und Obrigkeit schützen: sein Zerbrechen gefährde auch die Kirche Gab es zu Luthers Zeit noch MachUrager und Machtlose, so sei heute jeder „Mitobrigkeit". Daß die heute von der Theologie in Angriff genommene Ausgabe, Luthers Lehre vom Staat in die heutige Zeit zu übersetzen, nicht schon in den Tagen Bismarcks geschah, sei schade. Der Kanzler suchte für Deutsch- land nur die Stelle des gleichberechtigten Bruders: die Lutherlegende vom derben Bauernsohn und die Btsmarcklcgendc non den rasselnden Kürossierstie- fein seien auf einem Acker gewachsen. Staatsmacht und Staalsgesinnuna leien tn Deullchland getunten. Lu» stärkerer Betonung der Pflichten gegen den Staat sei eine Beiferung zu erwarten. An mit lebhaftem Deilall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine rege Aussprache an, an der sich beteiligten tne Professoren D Dr Schumann, D. Bornkamm. Dießen: Lic. Dell, Herborn, und D. Dornhöuser, Marburg: die Pfarrer Weck, Oder-Eschbach, und Rühl. Reid>el»heim. Professor D. F o e r st c r antwortete im Schlußwort. Arn Nachmittag sprach Prof. D. Wilhelm R u • bolph, Gießen über ..Bedenken gegen die Well- hausemche Quellenkritik, illustriert ar. der Genesi»". Er wirst der QueUenidKibunfl vor, daß sie melfad) erst Schwierigkeiten schasse, und spricht insbesondere dem Clobiftni*ba» Dasein ab Luch dieser Vortrag fand beifällige Aufnahme Der Nestor der Alttefta- mentlichen Wissenschaft, Pros D Budde. Marburg. äußerte seine Bedenken, die in der Feststellung gipfelten, daß an den von Wellhaufen geschaffenen Grundlagen yicht mehr zu rütteln lei. Wirtschaft. • D i e 3nber)tffer der Großhandelspreise Die vom Statistischen 2cid>eamt für den 25 Mai berechnete Großbandelsindcr- Aiffet; ift mit 96.4 gegenüber der Vorwoche um 0.9 n" H gesunken. Die Indexziffer der einzelnen Hauptgruppen lauten Agrarstoffe 91,7 (minus 2.4 v. H i. Kolonialwaren 86 4 (minu» 0.2 v H >. inbuflri l e Rohstolf: u dH lbw.r:n 8.'.7 (unner- ändert« und industrielle Fertigwaren 118.4 «minus 0,1 v. H ). Produktionsmittel 118,3 lminuS 0.1 v H.), Konlumguter 118,4 (minus 0,1). Berlin einheitlich fester. Berlin, 30. Mai. . 192. 52 — 51 —- <>anihutg,»mrrt!Q Yair. — 11,4 11,25 11,25 41 7% Deiche INeiAMnletbe v. 1923 61 25 * — 61 —- Vamdurg-Ludam. lampMdnfl c — 514% Young.Anleibe von 1930 Deutle atnl.-ÄMii-crf’ulb mit 55.75 — 56 — 4-OTia Tah . • - 34 — 33 75 — Teullcke Äomm. GammelüW. 35,7 Tre»,ner Bsn!...... Reicksbant ...... 8 1? 18.75 115 115.5 19 115 116.25 unlctbc Serie 1...... 8% granff. Hvv -Bank »eldple 15 unkündbar bU 1935 • • • 7% yrankl. Hvp.-Vank ^oldvfe unfunebar 6il 1936 Serie 16 71.75 — — a.0.9.. ..... - 19.25 191 19.75 19 70,75 — — — Berzinann . ®e!tr 2teferung4eetella|t. 10 57.5 58'.25 — 414% Krank'. Hyp..Ban.k £tqu- HUM und fttaf: ..... 10 61 — 'ifanbbrifte......... 77,75 — *• — ."HU/n 6 »utileeure . . . »eleliickaft für (Ketati*e Unlcrnebn-.un-rn .... 6S 33.5 — 33.25 «Z^Rbeinilcke Hop.-Btrnk-Ltuu. 75,9 _ — _ 48 49 48.65 48 Landelvtandbri-tanV-U l.-me ..... 71.73 71.5 _ Kbrtr.r<»e Dekrrititai . . . = #udeti 6 Ce...... . i n 63.5 54 53 62 54.25 54 7% Br. 2ar.bHpfal‘!e..... Lsbir-Qn Ä w...... . 14 12 111 74 114 111.5 111 75,5 74,5 4% Ceftrnddrtfdie »oltrcnie . 4.20% Ceftetret»ii»e eUbetent- 4% Ungariftfce Ololbrtnte . . . 4% Ungarildye Siaatlteitie #. 1910 41;% beigL von 1913..... 5% abgeft. «Bn!6merflaner von 99 4% rüriftcke Hollanleibe von 1911 4% lürfikfx Bogdadbabn-Lnleche Serie I........... 4% Mgl. Serie 11.....- b% Rumün. veretnb. Renu tvlWX 4 Zi^Rumän.vereinb-Renie 0.1913 4% 8huntai'<6e veremb- 3ienle 2)4% 1. anamliet...... 7 0,9 4.13 4,5 5 2,05 2,05 6.5 0.9 4 4.1 4 0.85 4,25 'S u Beruf . . ..... T-i^Ae Urtr: ..... i?c:'>.itad)taei ...... f-arpener......... L'-rlck öder......... Ille Bergbau ....... Älitoenrerfe....... tölH^te-ueiie*...... $eaitr.e#ir.anp.,R5hmi . 4 5 . 8 . 0 . 6 10 . * 6H . 6 23.5 56 39,75 39,25 23 35.25 57 36.25 23.13 23.13 56.75 55 75 39.65 39 5 38 37 24 1 24.13 121.25 1 22.5 23 22.25 354 ' 33.4 7.6 — 2 4.35 7.5 3-75 14,4 — *Satilfe!6et Cergfrou .... uberiAlrf. tdietrtt . . . Tbdt-tr 8etg>«u...... . 0 . e 4S 13 16.5 16-25 13 33.25 33.75 175 | 16.5 3,75 rtbernöche . . IC 156.5 — 157 | 158.75 — 14,15 RJertfiaii ........ . 6 — 35 35,9 1 35,13 ;>ranflurt a. M. »erlln «Kch'ut-! tur# ! 1-U6r» Nur« 6tf>lu6» 8nfany tue« 1 flurt Datum 28.5. 30 5. 28.5. ' 30 5. ÄVfd IV-nto-. .....7, — — — — Pereintfitt stob!teerte .... 4 14 14 14.25 14 L toni Minen......16* , 10 — 9.75 9.5 l»a.twerte L'cket -den ... 10 84 5 — 84 5 —— flolttperfe Betteri-aeln ... 10 93 — 92.5 90 8anwerte ctifhetlunb ... 15 148,5 149.5 149.5 149.25 .rorben-llnpurtre . . 12 Srtetn. tf-etr. ^In&uftne Jrant» M 83 83.9 83 tuet a. M.......... — —— Lckeideanüati.......10 131 132 25 —- —- (MrlBidi-iM ........0 17 15.75 — — Hutgerlwerfe........d 26 — 26 28 4 9RetalJgeicUI*oft.......5s — 25 25 — f biltfp fceurann......f 39.5 41.75 — Zemenkwert cke de deig . ... 7 Jtmentwed «etfltet. .... 7 40.5 — — — Sari 6 örertag......0 4,5 — — , — LckulibeU Sa»enbrler ... 15 — — 55 53 Liu (äUflrwetr- Rj?f^eO 0 33 32 32 25 32 Bemberg 0 32 —— 32 31.65 Sellttofi Balt'. * . 12 ZeUlnt- « ckaf- r 6 28 23 — 28 22 27.25 le a..rtleur .....5 30 — 29.9 28 Crenfteui 1 Ätcptl.....0 — — 24.75 24.25 £?ernbatb T>en.......8 51.5 — 52 53.5 3rrn#t«.........1- — — 9 — äbabe.......... • 180.5 — 179,25 172 itranfhirter tRaidneen . ... 0 1 — — — 0k-»cft . . .....0 17 — —— WanrirrtTE-ert'd-'Äft a.!JL . . 6 Lövdeuricher Zurter . . . . 10 50 91 — 1 904 — Devi enmarkt Berlin — Jranffurl a. 2n. 28.mol 30.27101 »mtltcke Jlelienmq Lmtllcke AoNerunn «eld Driri Selb »rirt ‘ ^lilFgfetl . 7.163 51.95 7.177 52.05 7.163 51.95 7.177 52.05 frag - . . 12.465 12.485 12.465 12.485 «ukare« . . — — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3.063 Holland . . 170.78 171,12 170,78 171.12 C«1o . . . . 77.42 77,58 77,52 77 63 »oren bogen . 84.91 85.09 84.91 85.09 5trxfbnlm 79 62 79.78 79 62 79.78 London . . 15.54 15.58 15,54 15.58 Bue»o4 Utref 0.981 0.932 0,988 0,992 SeuBOrf . . 4.209 4.217 4.209 4.217 8rüttel . . . 58.97 59.09 58.97 59.09 .Itaiicn . . . 21.62 21,66 21.62 21.66 (Bari« . . . 16.61 16,65 16.61 16.65 Lckwei, . . 82.32 82,43 82 37 82.53 sronlen . . 34.67 34.73 34.67 34.73 Tanjig . . . 82 62 82.78 82.62 82.78 Tlapaa . . 1.339 1.341 1.339 1 .341 9ho de.Ian . 0.322 0.324 0.322 0.324 Jj^ci.c®tee. 7.423 14,14 7.437 14,16 7.423 14,14 7.437 14,16 Banfaofen. 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