Nr. 101 Erster vlati 182. Jahrgang Samstag, 30. April 1932 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen nnö Verla-: vrLhl'fche Univerßtälr-Vach' m*ö Stduörnderei L taugt in Siehrn. §chriftiettnng und Seschäftrftelle: Schnlitratze 7. 2lnnal)me wn Lnzelge» für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- hlamcanteigen von 70 mm Brette 35 '.Heuhspfennig, Platzvorfchnft 20*. mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwonlich für Polliik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr.H.Tkyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Mar Filter, fämtlid) in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.9S Ohne Illustrierte , 1.8C Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüste unter Sammelnummfr 2251. Anschrift für Drahtnach« tichten: Anzeiger «ieße». psttfcheckkonto: SrenflHrt am Main 11686. Flucht aus Genf. Allzu lange, saft vier Monate hindurch, haben häusliche Angelegenhetten Deutschlands Blick uom großen politischen Welttheater obgelenkt und nun, wo es wieder sein ungeteiltes Interesse dem Schau- plast der Außenpolitik zuwendet, tritt dort grade einer der .Hauptakteure von der Buhne ab, um erst dann wieder vor den (Genfer Kulissen zu erscheinen, wenn daheim klare Entscheidungen gefallen sind. Wir haben hier stets die Auffassung vertreten, daß sa dicht vor den französischen Mommerroah(en für d'e ttlarung der großen außenpolitischen Probleme, Xributfrage, Abrüstung, wirtschaftliche Sömerung des Donauraums nichts oder jedenfalls nicht sehr viel werde geschahen können. Als der amerikanische Staatssekretär Stimson auf Grund von allzu optimistischen Informationen seiner Genfer Vertrauensleute die '.Reife über den großen Teich an» trat, mochte er hoffen, sein persönliches Erscheinen in Genf werde genügen, auf ivohlvorbereitetem Vaden durch einen letzten energischen Druck das uneinige Europa zusammenzubringen. Auch er brauchte |a für feinen Ehes, den Präsidenten Hoover, sichtbare außenpolitische Erfolge, die sich im Wahlkampf um die Präsidentschaft gegen die scharfen .Kritiken aus den eigenen Reihen her Republikanischen Partei sowohl wie der Demokraten als stärkste Werbung für die Wiederwahl Hoovers hätten verwenden lassen. Nun kehrt er mit leeren Händen heim, schwer ncr- stimmt über eine peinliche Situation, in die ihn der unberechtigte Optimismus der amerikanischen Delegierten hineinmanovriert hat und die ihm drüben leicht als politische Niederlage angekreidet werden kann, wenn es ihm nicht gelingt, die wahren Schuldigen gebührend bloßzustellen. Er nimmt nur den Troff mit, daß seine beiden Kollegen Macbonald und Brüning, die die unter'der Oberfläche liegenden Schwierigkeiten der Lage richtiger hatten einschatzen können, sich offenbar ebenfalls täuschen ließen, als sie sich der Hoffnung Hingaben, durch eine offene Aussprache der Hauptbeteiligten werde man dte beiden Konferenzen von Gens und Lausanne für schnelle und durchgreifende Entscheidungen reif machen können Dein war eben nicht so. Die Franzosen lallen sich das Tempo nicht vorschreiben,, mag auch den andern die Not noch so sehr auf den Nageln brennen. Der 'Verlauf der Abrüstungskonferenz mochte die irrige Vorstellung genährt haben, daß vielleicht jetzt schon die Zeit für den entscheidenden Schlag gegen die französische These gekommen sei. Frankreich war in Gens isoliert, die fronten klar abgesteckt, die große Krisis der Konferenz mochte tatsächlich schon vor der Tür stehen. Die gespannte Lage rief die Ministerpräsidenten und Außenminister der „Großen Fünf" auf den Plan. Aber die Fran- ,zofen brachen noch ersten Vorfeldgefechten den Kampf ab. Erst nach Wochen wird er vielleicht unter anderen Verhältnissen wieder ausgenommen werden, denn ohne daß er zum Austrag gekommen ist, wird die Welt nicht klar sehen, wohin der Kurs gehen soll. Worum es geht in Genf, muß ja aus den Debatten der Abrüstungskonferenz auch den Schwerhörigsten klar geworden fein. Frankreich verteidigt mit verbissener Zähigkeit und raffiniertester Taktik feine Vormachtstellung in Europa, deren Hauptstützen neben dem Geld die unvergleichliche Rüstung und das Bündnis mit bis an die Zähne bewaffneten und in absoluter politischer und finanzieller Hörig- feit gehaltenen Vasallen sind. Feder Punkt des Abrüstungsprogramms bedeutet einen Vorstoß gegen die französische Allmacht und fordert die Franzosen zu schärfster Abwehr heraus. Sehr bezeichnend dafür war der Kampf um die Abschaffung der schweren Angrissswafsen, die von den Engländern beantragt worden mar. Der Antrag, der wichtigste und grundlegendste für das ganze Ab- rüftungsproblem nach der qualitativen Seile hin, fand die selbstverständliche Unterstützung Amerikas, Deutschlands und Italiens — wie sich überhaupt hier zum erstenmal ein ganz deutliches und betontes Zusammenarbeiten der beiden angelsächsischen Mächte mit den beiden „revisionistischen" Mächten Deutschland und Italien abzeichnete — aber auch sämtliche kleineren Staaten von einiger Bedeutung traten dem radikalen englischen Antrag bei. Mit Ausnahme natürlich der französischen Gruppe. Die schickte einen ihrer gewiegtesten Diplomaten, den Rumänen Titulescu, vor, um aus einer prekären Situation noch zu retten, was zu retten war und mit Unterstützung einiger kleinen süb- und mittel» amerikanischen Staaten, die in Wahrheit an der Abrüstungskonferenz keinerlei praktisches Interesse hatten, gelang cs den Franzosen, einen sofortigen Beschluß zu verhindern mit der fadenscheinigen Be- griinbung, durch völlige Abschaffung der schweren Angriffswaffen entziehe man dem Völkerbund, als dem Garant der internationalen Sicherheit die Hauptmasse, mit deren Hilfe er im Falle einer Bedrohung des Friedens gegen den Angreifer ein- schreiten könne. Daß bei einer radikalen Beseitigung der schweren Angriffswaffen ein Bruch des Friedens überhaupt, wenn nicht ganz unmöglich, fo doch sehr erschwert wird, wird bei dieser Beweisführung natürlich mit voller Absicht übersehen. Man steuerte bewußt wie- der auf das schon zu Beginn der Abrüstungskonferenz von Tardieu selber vorgelegte französische Pro- gramm einer internationalen, im Bedarfsfälle dem Völkerbunde zur Verfügung zu stellenden Armee l)in, um unter vieler Deckmarke die eigenen Rüstungen — natürlich nur im Interesse der Wahrung der internationale;! Sicherheit — aufrechterhalten zu können. Es ist bedauerlich, daß die Engländer offenbar auf persönliche Intervention Tardieus hin sich mit Rücksicht auf dessen innerpolitisches Prestige zu Zugeständnissen bereitfinden ließen, die den ursprünglichen englischen Antrag stark verwässerten. In dem bann angenommenen Kompromiß fanb neben bem Verbot der schweren Angriffs- Wiederaufnahme der Genfer Besprechungen für Mitte Mai in Aussicht genommen. Oie amtliche Mitteilung. Eine letzte Besprechung der Telcgationsfüßrer ohne inrbicn. Gens, 24. April. (1DIB.) lieber die Befpredjuh- 9*n zwischen den Ministern der fünf großen Mächte wurde folgendes (Kommunique vereinbart: 3n der Villa Beffinge, dem gegenwärtigen Wohnort des amerikanischen Staatssekretärs Stimson, hat heute nachmittag unter dem Vorsitz Hamlet) Macdonalds eine Besprechung zwischen den gegenwärtig in Gens weilenden hauptdelegierten Deutschlands, Amerikas, Gtohbrttcm- niens, Frankreichs und Italiens stattgesunden. Es herrschte Einverständnis darüber, daß es dringend e r w ü n sch t fei, daß die mit der Aussicht auf gute Ergebnisse zwischen den Führern dieser Delegationen eingeleiteten Unterredungen sobald w i e möglich wieder ausgenommen würden, nachdem sie dadurch unver- meidlicherweise unterbrochen wurden, daß der französische TTTiniflerpräfibcnt Tardieu im Augenblick nicht nach Genf zurückkehren konnte. Es ist beabsichtigt, daß die Wiederaufnahme der Unterredungen innerhalb der nächsten 1 4 läge stattfindet. Der genaue Zeitpunkt wird dieser Tage festgefeht. Der Genfer Sonderberichterstatter des ,/Dlatin" behauptet, in der gestrigen Genfer Sitzung der De- legationsführer habe Macdonalb vorgeschlagen, jede weitere Diskussion der Abrüstungskonferenz möglichst bis zum 1.9 u n i z u vertagen. Gr habe dies mit der Notwendigkeit begründet, die Konserenzgebiete vorzubereiten, das heiße, daß die bisher geleistete Arbeit seiner Ansicht nach leinen Zweck gehabt habe. S t i m f o n habe sich dieser Ansicht Macdonalds angeschlossen, aber doch gemeint, daß eine z u lange Aussetzung der politischen Aussprache die öffentliche Mei- nung unangenehm beeindrucken würde. Er habe deshalb an Paul Boncour die Frage gerichtet, ob er glaube, daß nach den französischen Wahlen ein Kompromiß zwischen den deutschen Forderungen und dem französischen System leichter zu erzielen sein würde. Paul- B o n c o u r habe nur erwidert, daß die französische Delegation bereit sei, in privater oder öffentlicher Sitzung den Mechanismus ihres Bor- schlages einer internationalen Orga - nifation der Sicherheit darzulegen. waffen auch auf französischen Wunsch die Möglichkeit einer Internationalisierung Platz. Der Streit über die Frage, was sind denn nun „schwere Angriffswaffen" wurde — ebenfalls aus Entgegenkommen sjßr die stark prestigebedürftige französische Regierung — hinter die Kulissen in die technischen Kommissionen verlegt. Allerdings nicht, ohne daß es deutlich wurde, daß namentlich Amerika, aber auch England und Italien die im Versailler Diktat niedergelegte Definition für die Bestimmung der schweren Angriffswaffen als Richtschnur anzunehmen geneigt waren. Das ist zweifellos trotz aller französischen Winkelzüge und Ab- schwachungsversuche ein Erfolg Deutschlands. Die deutsche Politik in Gens kann immer nur auf die Erlangung der Gleichberechtigung hinarbeiten. Sie kann sich niemals mit einer einfachen Beschränkung der Rüstungen zufrieden geben, die das gegenwärtige ungleiche Rüstungsniveau aufrechterhält. Deshalb müssen entweder die uns aufgezwungenen Entwaffnungsbestimmungen des Versailler Diktats als Richtschnur für die allgemeine Abrüstung gelten oder man muß Deutschland bas Recht zubilligen, seine eigenen Rüstungen auf den gleichen Stand zu bringen, der von der Abrüstungskonferenz als allge- meine Norm festgesetzt werden wird. Um diesen Grundgedanken der deutschen Ab» rüftungspolitif ist dann in Genf in den vertraulichen Besprechungen zwischen den leitenden Ministern der fünf großen Mächte mit großer Zähigkeit gerungen worden. Wie weit namentlich die Vereinigten Staaten diesem Gesichtspunkt anscheinend Rechnung zu tragen gewillt waren, geht aus etimfons Vorschlag hervor, die Heere entsprechend dem deutschen Beispiel auf ein Maß zu beschränken, das ausschließlich zur Verteidigung der Grenzen und der Aufrechterhaltung der Ordnung im Innern ausreiche. Die völlige Beseitigung der schweren Angrissswafsen würde nach Auftastung Stimjons ein erster wesentlicher Schrill für die Gleichstellung Deutschlands mit den anderen Nationen sein. Es müsse nun noch eine Formel gesunden werden, um neben der qualitatiocn Gleichstellung auch quantitativ also ziffernmäßig die bestehende Ungleichheit zwilchen dem entwaffneten Deutschland und seinen ausgerüsteten Nachbarn zu beseitigen. Amerikas Dermitllungsvorschlag lief nun offenbar darauf hinaus, durch eine zahlenmäßige Vermehrung der deutschen Streitkräfte einen Rüstungs angleich an Frankreich zu schaffen. Man sieht, mit welcher Eneraie Stimson auf entscheidende Klarstellungen lossteuerte und wie west die Dinge schon gediehen waren, als sich der Gegenspieler, Herr Andrö Tardieu, durch schleunige Flucht in die Krankheit jeder wetteren Pression der tret Mächte Daraufhin habe man grundsätzlich beschiofsen, die nächste Sitzung der Delegationsfuhrer am 1 2. M a i abzuhasten. Oeuischland erstrebt schnelle Entscheidung. Genf, 29. Avril. (Hl.) Bei der deutschen Delegation wird die soeben veröffentlichte Veradre- dung über die Fortsetzung der Besprechungen um so mehr begrüßt, al6 Reichskanzler Dr. Brüning vor seiner Abreise in seinem dringenden Appell an die Weltpresse die Notwendigkeit betont hat, die großen politischen Fragen, zu denen vor allem die Abrüstungssrage gehört, entschlossen und unverzüglich anzu- baden. Trotz der französischen Haltung haben sich also die fünf Mächte darauf geeinigt, die Besprechungen wieder aufzunehmen. Es handele sich hierbei um die beiden Hauptfragen der Abrüstungskonferenz. die Gleichberechtigung Deutschlands und die Stellungnahme zu den französischen E i ch e r h e i t s v o r s ch 1 ä- gen, von deren Regelung der weitere Verlaut der Abrüstungskonferenz m entscheidendem Maße abhängig fei. In maßgebenden Kreisen sei man jetzt zu der Ueberzeugung gelangt, daß ohne eindeutige Regelung dieser beiden Fragen ein Fortgang der Arbeiten der Abrüstungskonferenz undenkbai sei, und daß deshalb in Kreisen der fünf maßgebenden Mächte eine eindeutige Stellungnahme und Klärung dieser Frage berbeigefübrt werden müf fe. Aus deutscher Seite wird der Mcberbriidung der deutsch-französischen Gegensätze sowohl in der Rüdwirkung aul die Reparationsfrage als auch für die gesamte deutsche Abrüstungspolitik weittragende Bedeutung beigemessen Die neue Füns-Mächtekon- ferenz wird jetzt zunächst in diplomatischen Verhandlungen zwilchen den Hauptstädten vorbereitet werden, in denen auch der endgültige Zeitpunkt festgesetzt werden wird. Bon deutscher Seite wird festgestellt, daß somit der Versuch Frankreichs, ein Zustandekommen der Fünfer- Besprechung zu verhindern, vorläufig als gescheitert angesehen werden muß Oie pariser presse Über Brüning aufgebracht. Oer „Temps" verfällt in Kriegspsychose. Paris, 29. April. (TU.) Die Erklärungen, die Reichskanzler Dr. Brüning vor den Vertretern der internationalen Presse abgab, veranlaßen einige große Pariser Blätter zu Kommentaren, daß Dr. Brüning besonderen Nachdruck auf die Notwendigkeit einer deutsch-französischen Annäherung habe legen können. Das „3 o u r n a 1" betont, es (ei geradezu überralchend, Dr. Brüning von der bringen- den Notwendigkeit einer deutsch französischen Annäherung sprechen zu hören und nach dem Wahl erfolg der Nationalsozialisten aus seinem Mund zu erfahren, daß alle Deutschen in Frieden zu arbeiten wünschten. Der Friede, an dem die Deut- schon mitzuarbeiten wünschten, sei jedoch nicht derjenige, der augenblicklich bestehe. Wenn der Reichskanzler ferner besonderen Nachdruck auf eine rasche Lösung der schwebenden Fragen und auf die Notwendigkeit der Wiederherstellung des Vertrauens gelegt habe, so könne man ihm nur Recht geben. Eine andere Frage sei aber die, ob seine Erklärungen wirklich geeignet seien, in Frankreich besonderes Vertrauen zu erwecken. Der „T e m p s" schreibt u. a.. der Reichskanzler habe Formeln gefunden, deren scheinbar e H a r m l o s i g k e i t recht beunruhigend sei. Dr. Brüning habe von den allzu zahlreichen Enttäuschungen gesprochen, die Deutschland aus aussenpolitischem Gebiet erfahren habe. Die Tatsachen bewiesen aber doch offenkundig. daß Deutschland nur Vorteile erzielt habe, w'e sie fein für die absichtliche Entfesselung des Krieges verantwortliches Volk, das diesen Krieg nach vierjährigem harten Kamps und beständiger Verletzung des Völkerrechts verloren habe, jemals von der Edelmütigkeit seiner Besieger hätte erhoffen können Dec ,Temps" findet, daß Deutschland für all die großen Wohltaten, die es empfangen hätte, nichts getan habe, es sei denn die nationalsozialistische Agitation und Ausreizung, der sich Deutschland mit einer Art Raserei hingebe und die in so gefährlicher Weise die Aus- söhnungS- und Friedenspolitik kompromittiere. entzog. Man wirb nicht einmal bezweifeln brauchen, daß der französische Ministerpräsident im Wahlkampf tatsächlich seinem Kehlkopf etwas zuviel zugemutet hat, aber die Heiserkeit kam Herrn Dar» bieu gewiß ganz auherorbentlich gelegen, um einer Fortsetzung der ihm unbequem werdenden Genfer Zusammenkunft ans dem Wege zu gehen. Es hat Staatsmänner gegeben, die sich trotz ernster Warnung ihrer Aerzte in schwer leidendem Zustand zu großen Konferenzen begaben, weil sie es für ihre Pflicht ansahen, bis zum letzten Atemzuge ihrem Daterlanbe zu bienen. Strefemann war schon ein vom Tobe Gezeichneter, als er im Haag um die Befreiung des Ryeinlandes rang. Auch Herrn Tardieus Kameraden in Genf find Rekonvaleszenten. Mac- donald riskierte trotz des ärztlichen Protestes den Flug nach Genf, wo er in verdunkelten Zimmern fein krankes Auge schonen muß, und der amerikanische Staatssekretär wäre seine Influenza gewiß auch schneller losgeworden, wenn er in Washington geblieben wäre. Aber Herr Anbr6 Tardieu, ihnen allen an körperlicher Robustheit weit überlegen, wagt nicht den Sprung von Paris nach Genf aus Furcht, er könne 'einem Hals zuviel zumuten. wenn in Genf von ihm auf klare Fragen eine klare Antwort verlangt werde. Dazu brauchte er feine schonungsbedürftigen Stimmbänder nicht einmal so arg zu strapazieren, denn mit den vier antwortheischenden Mächten wollte die West von Herrn Tardieu nur wissen, wie Frankreich es mit der Abrüstung halten will. Mit dem ausweichenden Disputieren kommen wir nicht einen Schritt weiter. Reichskanzler Dr. Brüning bat vor der Presse in aller Offenheit erklärt, daß die Beratungen in ein schnelleres Tempo kommen müssen, wenn die gefundenen Löiungen nicht zu spät kommen sollen. Aber Frankreich, in Genf bedenklich in die Enge getrieben, trotz immer noch rücksichtsvoller Behandlung isoliert, sieht, vor die Frage gestellt entweder — ober, keinen anderen Ausweg als die Flucht aus Genf. Das entspricht natürlich auch den innerpolitischen Bedürf- nisten Herrn Tardieus, der am Vorabend der Wahlen sich nicht in den weittragendsten außenpolitischen Problemen persönlich sestzulegen wünscht, um damit je nach bem Ausgang der Wahl seine Stellung bei der nationalistischen Rechten zu erschüttern, ohne bauir die Gunst der Radikalen Herriots einzu- tauschen. Er will freie Hand behalten für alle Sombinationen und kann daher irgendwelche außenpolitischen Bindungen nicht brauchen. Und bi ei er taktisch wohlbegründete Rückzug aus Genf wird begleitet von lauten Warnungssignalen der Pariser Presse an die Adresie der dort zurückgebliebenen Staatsmänner. Nehmen wir ein Blatt für viele „Wenn man in gewissen englischen Kreisen mit einer befremdenden Ruhe die Gleichberechtigung Deutschlands in der Nüstiingsfrage und die Politik des .Schwamm-brüber' in der Reparationsfrage behon- beit, so mag man sich auf keinen Fall der Hoffnung hingeben, daß es gelingen wird, auf diese Bahn d i e Nationen zu verleiten, die sich bewußt sind, was die Wahrung der Sicherheit für Europa er- heischt." So der vom Quai d'Orsay inspirierte „Temps". Wir Deutschen müssen uns indessen bei nüchterner Betrachtung der Lage bewußt werden, daß die Genfer Zusammenkunft auch für uns nicht unbedenklich hätte auslaufen können. Wir haben schon erwähnt, baß ben Amerikanern alles barnn liegen mußte, baheim etwas greifbares vorzuweisen, aus ben gleichen Rücksichten auf die Wahlen, aus benen Tardieu mit Erfolg irgendwelche Entscheidungen zu verhin dem juchte. Stimson hat bei seiner Initiative in Gens das Hauptgewicht auf die Abrüstung vermutlich deshalb gelegt, weil ohne irgendwelche Ergebnisse in dieser (frage bei der in den Vereinigten Staaten herrschenden Stimmung über Reparationen und Schulden überhaupt nicht zu reden fein wird. Werden diese Dinge in Zusammenhang gebracht, wie es die amerikanische Oesfentlichkeit zu tun liebt — ohne Senkung der Rüstungskosten kein Schulden- nachlaß — so erwächst für uns daraus die große Ge'ahr, in eine Zwangslage hineinmanövriert zu werden, dadurch, daß Aorüstung und Tributzahlung gegeneinander ausgespielt werden. Unsere Forderung auf Gleichberechtigung in der Abrüstungsfrage Hot, wie wir sahen, bei den beiden angelsächsischen Mächten Verständnis gefunden. Wird aber dieses sich auch in der Praxis bewähren, wenn man sich durch den üblichen Kuhhandel müht, die Franzosen zum Einlenken zu bewegen? Die Amerikaner könnten leicht der durchaus irrigen Ueberzeugung fein, doh irgendwelche Zugeständnisse in der Tributfrage etwa unsere Abrüftungsforderung herabmindern könnte, womit man dann ben Franzosen entgegen- kommen könne. Das wäre natürlich für Deutschland ein sehr gefährlicher Weg. Heute, wo unser Unvermögen, noch irgendwelche Reparationszahlungen zu leisten, durch internationale Sachverständige fest- gestellt und von den Regierungen anerkannt ist, werden wir nicht mehr für ein Linsengericht unser Recht auf Gleichberechtigung in der Abrüstungsfrage eintauschen. Tardieus Flucht aus Genf hat vorerst diese heikle Situation nicht zu einer akuten Gefahr werden lasten. Aber wir müssen uns besten bewußt bleiben, daß die gleiche Lage früher ober später während der Verhandlungen in Lausanne ober Genf wieder auftauchen w-.rd. Doch die Gefahr er- kennen, ist schon der erste Schritt, sie zu vermeiden. Wenn der Reichskanzler die Absicht gehabt habe, seine Erklärungen in der ursprünglich für den heutigen Freitag vorgesehenen Zusammenkunft der fünf Minister näher zu entwickeln, so brauche man nicht zu bedauern, daß diese Zusammenkunft nicht st a t t f i u d e. Wenn Dr. Brüning sich als ein entschlossener Anhän- gcr der Aufrüstung auf der Grundlage der Gleichheit des Rechtes bekenne, so bedeute dies die Zurückweisung der Militärklau- scln des Versailler Vertrages. Die Enttäuschungen seien bisher stets auf Seiten der Gläubiger Deutschlands und der Opfer des Krieges gewesen. •— „IournaldeS Debats" schreibt, man wolle Brüning nicht etwa beschuldigen, daß er den Krieg wolle. Er wolle aber wie seine Vorgänger zu Zeiten Wilhelms II. —, daß Deutschland stark genug sei. um auf friedlichem Wege feinen Willen durchzusetzen. Da aber dieser Wille Forderungen umfasse, die mit dem Recht der anderen Rationen unvereinbar seien, würde sein System, das die Rationalsozialisten noch brutaler anwenden würden, zum Kriege führen. Wie der amerikanische Abrüstungsvorschlag aussehen soll. Das deutsche Heer als Aorm für die Herabsetzung der Heeresbestände. Eine französische Darstellung. Paris, 30. April. (IBIB. Funspruch.) „Echo de Paris" will den amerikanischen Abrüstungsvorschlag resümieren können. Rach dieser Darstellung wünsche Staatssekretär Stimson nicht, dah die Konferenz sich verewige. Er sei — und Macdonald scheine diese Ansicht zu teilen — der Meinung, daß die Abrüstungskonferenz auseinandergehen könnte, nachdem folgende drei Punkte erörtert worden feien, und die Form eines Vertrages angenommen hätten: 1. Beitritt Frankreichs und Italiens zum Londoner F l o l k e n a b k o m m e n vom April 1930; 2. verbo-t gewisser O f f e n s i v w a f f e n; 3. Herabsetzung der heeresbestände, wobei aus gerechte Grundlage das deutsche Heer als Rorm genommen werde, dos die unerläßliche Zahl zur Sicherung der inneren Ordnung und der Grenzpolizei eines Landes von 65 Millionen Einwohnern darstelle. Das Blatt teilt weiter mit, datz der amerikanische Delegierte gewissen Delegationen eine Tabelle übergeben habe, in der für jedes Land die auf Grund obenerwähnter Berechnung in Frage kommenden Ziffern angegeben feien. Danach besäßen das englifche und das amerikanische Heer weit weniger Truppen- bcstände, als ihnen zukommen würden, während Frankreichs Truppenbestände um mehrere 1 00 000 Mann herabgesetzt werden mützten. Oie Notlage von Hessens Landwirtschast und Weinbau. ^eichsemährungsminister Gchiele kündigt für Juni seinen Besuch an. Darmstadt, 29.April. (WSR.) Am Freitag voriger Woche stattete Finanzminister K i r n b e r - g e r, dem seit Auslösung des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft auch die Abteilung für Landwirtschaft unterstellt ist, dem Reichsernährungs- minister Schiele in Berlin einen Besuch ab. Bei dieser Gelegenheit wurde von dem hessischen Finanzminister dieRotlage. indersichdiegesamke hessische Landwirtschaft zur Zeit befindet, dem Reichsernährungsminister eingehend geschildert. Finanzminister Kirnberger wies weiter auf die ungünstigen Verhältnisse im hessi- s chc n w e i n b a u hin und ganz besonders auf die Rotlage in den Gemeinden, in denen O u a l i - tätsweinbau betrieben wird. In diesen Orten, wie Oppenheim, Rierstein, Badenheim, Rackenheim, Dienheim, Bingen-Büdesheim sei infolge des überaus geringen Absatzes der weine bei sehr niedrigen Preisen, denen auf der anderen Seite sehr hohe Bebauungskosten und größere Kapitalaufwendungen bei niedrigeren Erträgen entgegenstehen, eine derartige Bet- schüldung eingetreten, dah manche Güter kaum in der Lage sind, im Frühjahr zu düngen und die Beslellarbeiten sowie die Schädlingsbekämpfung durchzuführen, weiter wurde auf die ungünstige Lage, in der sich in Hessen der sehr ausgedehnte Gemüse- und Ob st bau befindet, aufmerksam gemacht. Die Preise, die in den letzten Iahren für das heffische Gemüfe und Obst erzielt werden, feien so niedrig, dah von einer Rentabilität nicht mehr gesprochen werden könne, und dah unbedingt von der Reichsregierung im Interesse dieser Betriebe etwas geschehen müsse, um die Einfuhr ausländischen Gemüses und Obstes zu verringern. Gan; besonders drückend wirke sich im Rhein-Main-Gebiet der Reexpcditionsverkehr für einge- sührtcs Gemüse und Ob st in Frankfurt aus. Schliehlich wurde noch erwähnt, dah auch die hessische Viehzucht und Viehhaltung unter den geringen Vieh, und M i l ch p r e i s e n sehr zu leiden habe. Der Reichsernährungsmini st er sprach die Hoffnung aus, dah demnächst Mittel bereitgestellt werden konnten, um eine Umschuldung notleidender Weinbaubetriebe in die Wege zu leiten. Eine bessere Rentabilität im Gemüse- und Obstbau würde sich ergeben, wenn demnächst die Kontingentierung der Einfuhr dieser beiden Erzeugnisgruppen, die er für nötig Halle, durchgeführt würde. Im übrigen würde er der Einladung, eine Reise nach Hessen zu machen, im Iuni gerne nachkommen, um sich an Ort und Stelle über die Verhältnisse in der Landwirtschaft sowie im Dein-, Obst-, und Gemüsebau zu unterrichten. -- ] Oie Märchen vom deutschen „Taschenpanzerschiff". Eindrucksvolle Erklärungen Rheinbabens im Genfer Marineausschuß. Genf, 29. April. (LH. Funkspruch.) Im Flot- tenausschuh der Abrüstungskonferenz gab Staatssekretär z. D. von Rheinbaben eine grundsätzliche Erklärung über die bisherige Flotten- politik Deutschlands ab, in der er mit großer Entschiedenheit den insbesondere auf französischer Seite gegen dasPanzerschiff „Deutschland" erhobenen Vorwürfen entgegentrat und den reinen Ve r t e i d i g u n g s ch a r a k t e r des Schiffes hervorhob. Er erklärte u. a.: Die deutsche Abordnung sei den Vertretern Frankreichs ganz besonders dankbar, dah sie auf diese Weise Gelegenheit gäben, vor aller Oeffentlichkeit die Märchen, die um dieses Schiff entstanden seien, zu widerlegen. Rhcinbaben führte als Morinesachverständiger den Rachweis, dah entgegen allen Vorwürfen und allen Behauptungen, die in der Oeffentlichkeit, in Parlamenten und sogar auf der Londoner Flottenkonferenz erhoben worden seien, Has neue deutsche Panzerschiff keineswegs einen besonderen Angriffscharakter trage, sondern lediglich ein ausgesprochenesDerteidigungs- mittel des deutschen Volkes sei. Dem deutschen Kreuzer würde besonders seine Geschwindigkeit vorgeworfen, obwohl gerade die Geschwindigkeit in erster Linie eine Verteidigungswaffe sei, um sich damit den Angriffen der weit überlegenen Grohschiffe entziehen zu können. Der Vorwurf eines außerordentlich großen Aktionsradius sei ebensowenig stichhaltig. Ein Land wie Deutschland, das in der Zahl seiner Kriegsschiffe äußerst beschränkt ist, habe nur Ruhen von einem Schiff, das sich möglich st lange auf See hal- t e n kann. Der größte Vorwurf sei jedoch, dah der Dau des Schiffes außerordentliche Geld- , summen verschlungen habe. Ich möchte hier, | erklärte der Redner, vor aller Oeffentlichkeit mit Rachdruck feststellen, daß das deutsche Panzerschiff nur halb so teuer ist als die dreimal so großen Linienschiffe der anderen Seemächte. Wenn Sie selbst somit zum Dau solcher Schiffe übergehen, ohne die Zahl Ihrer Linienschiffe zu erhöhen, so werden Sie einen Betrag von Baukosten ersparen, über den jeder Steuerzahler die größte Freude empfinden wird. Der gegen Deutschland erhobene Dorwurf ist e i n typisches Beispiel für d i e Fabel vom Wolf und vom Lamm. Trotz der vielen Arbeit, trotz der hohen Kosten, die dieses Schiss uns Deutschen verursacht hat, und trotzdem ich nicht leugnen kann, daß jedem flottenbewußten Deutschen ein gewisser Stollz erfüllt, daß es ihm gelungen ist, trotz der schweren Beschränkungen, die auf Deutschland lasten, ein brauchbares Derlei- digungsinstrument geschaffen zu haben, will ich doch auch bei dieser Gelegenheit in Erinnerung zurückrufen, daß der deutsche Delegierte bereits in der allgemeinen Aussprache der Konferenz die Erklärung abgegeben hat, daß Deutschland bereit sei, auch dieses Schiff auf dem Altar der Abrüstung zu opfern, falls die anderen Mächte sich bereit finden würden, dasselbe mit ihrxn Linienschiffen zu tun. Deutschland sei bereit, sogar unter die für Deutschland im Versailler Vertrag festgesetzte Grenze zu gehen, wenn sämtliche übrigen Mächte sich den gleichen Bedingungen unterwürfen. Die Ausführungen Rheinbabens fanden in den Kreisen des Ausschusses größte Aufmerksamkeit und besonders in angelsächsischen Kreisen eine weitgehende Anerkennung. Theaterdebaite im Finanzausschuß des Hessischen Landtags. WHP. D a r m st a d t, 29. April. Der Finanzausschuß beschäftigte sich mit einem Antrag aus A b ° nnderuna der Stiftungsurkunde des Kerckhoff.Institutes in Bad-Nauheim. Unter erneuter Anerkennung der edlen Absicht des hochherzigen Stifters gab der Antrag Anlaß zu folgender Entschließung: „Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags ist einstimmig der Auffassung, daß die Regierung auf keinen Fall irgendein festgelegtes Recht in Der Frage des Kerckhoff-Jnstituts preisgeben Darf." Der Ausschuß setzte dann die Etatsberatung fort bei Kapitel 72 Landestheater, das eine Ausgabe von 431 080 Mark (minus 109 000 Warf) vorsieht. Staatspräsident Adelung betonte die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung dieses Kulturinstituts als Landeseinrichtung. Die möglichen Ersparnisse sollen von Regierung und Theaterverwaltung ausgeschöpft werden. Bei einer Schließung des Landestheaters feien für Den Staat Z w a n g s l e i st u n g e n für persönliche Kosten, Pensionen, Bauunterhaltung usw. in Höhe von 580 000 Mark fällig, während man mit einem Staatszuschuß von 431 000 Mark auskomme. Dr. Adelung erkannte die Leiftunaen der Stadtthea- *C.F ’.n Aainz und Gießen an und betonte, daß die Regierung auch diese Bühnen durch die schwere Zeit hindurchhalten werde. Der Ausschuß lehnte Dann bei Stimmenthaltung Des Zentrums gegen Die Kommunisten Den LcmD- volkantrag ab, das LanDestheater als Staatseinrichtung aufzuheben und Den Staatszuschuß für Das Theater zu streichen. Annahme fand ein sozialdemokratischer Kn- trag, einen Staatszuschuh zu geben in der Höhe, wie er entsteht, wenn das Theater geschloffen würde. Außerdem fall Die Regierung keine weiteren Verträge abfchließen oder erneuern und erwägen, dem Landestheater Die Form einer Körperschaft oDer Gesellschaft mit S taatsbeteiligung zu geben. Bei der Ab- stimmung enthielten sich die Ratfonal- sozialisten und Zentrum Der Stimme. Von nationalsozialistischer Seite war Die Schaf- fung einer Neuorganisation für Das Theater geforDert worDkn. Es sollte ein Theateraus- schuß gebildet werDen, in Dem Der seitherige Ver- roaltungsrat, Der seitherige Theaterausschuß Des LanDtags und die Stadt Darmstadt vereinigt seien. Die Regierung lehnte Den Antrag ab und betonte Die Neuorganisierung sei z u k o m p l i - ziert, Die jetzige Organisation sei viel einfacher. AußerDern trage nach Der jetzigen Organisation die Verantwortung allein Die Regierung unD Der Ge- neralintcnDant, während in Dem von Der NSDAP, angeregten Großen Ausschuß Die Verantwortung hin- unD hergleite unD Durch wechselnDe Mehrheiten größte Verlegenheiten unD unhaltbare Zustände eintreten könnten. Der nationalsozialistische Antrag wurde mit fünf Stimmen Der Antragsteller gegen fünf Stimmen Der Sozialdemokraten unD Kommunisten bei Stimmenthaltung des Zentrums angenommen. Der nationalsozialistische Antrag, aus Ittif fein des Landestheaters den Stadtthea- fern Mainz und Gießen Zuschüsse zu gewähren, wurde bei Stimmenthaltung des Zentrums für erledigt erklärt, nachdem die Regierung betont hatte, daß durch die inzwischen erfolgten Vereinbarungen mit den beiden städtischen Bühnen über die Bespielung von Vad- Rauheim und Darmstadt die Existenz der städtischen Bühnen gesichert sei. Das Theaterkapitel wurde schließlich mitz3 sozial- demokratischen Stimmen gegen die beiden Kommunisten bei Stimmenthaltung von Nationalsozialisten und Zentrum genehmigt. Tumult im irischen Parlament. Die Abschaffung des Treueids in zweiter Lesung beschlossen. D u b l i n, 29. April. (TU.) Irn Irischen Landtag kam es bei der Aussprache über Die Gesetzesvorlage 3ur Abschaffung Des TreueiDes zu äußerst erregten Szenen. Der Eosgrave-Abg. O ' C o n n o r behauptete, Daß MitglieDer der irischen Parlarnenta- rischen Partei 1916 im englischen Parlament Die Nachricht von Der Hinrichtung von Drei irischen Revolutionsführern mit Beifall begrüßt hätten. Der Abg. Dillon, Der Sohn Des Führers Der Damaligen Parlamentarischen Partei, fprang auf unD rief: „Das ist eine oerDammte ßüge!'' Der Unabhängige Abg. C o r b o n eilte auf O'Connor zu, ergriff ihn an Den Rockaufschlagen und schrie: „Wenn Sie jünger wären, Dann würDe ich Sie auf Der Stelle töten!" Es gab einen großen Tumult, Der sich erst legte, als Die beiDen AbgeorD- neten ihre Aeußerungen wieDer Zurücknahme n. Der führende republikanische Abg. Dan B r e e n machte Die auffefjenerregenDe Erklärung, daß er währenD Der irischen Unruhen vor Abschluß Des englisch-irischen Vertrages beabsichtigt habe. Den Damaligen englischen Gouverneur LorD F r e n ch zu ermorDen, um Die Beziehungen zu EnglanD zum Abbruch zu bringen. Wenn sich Die Gelegenheit jetzt wieDer ergeben würDe, so würDe er dasselbe noch einmal tun. Das Parlament nahm bann spät abends den Gesetzentwurf zur Abschaffung Des irischen TreueiDes mit 77 gegen 71 Stimmen in zweiter Lesung an. Das Attentat von Schanghai. Das erste Todesopfer. —Furchtbare Verletzungen der anderen Japaner. Schanghai, 30. 2lpril. (Reuter. Funkspruch.) Der Vorsitzende der japanischen Kolonie, der bei dem Dombenattentat schwer verwundet worden war, ist heute früh gestorben. Der japanische Gesandte verbrachte eine verhältnismäßig gute Rocht. Dem General ilt)€ b a wurden d ie Zehen des rechten Fußes amputiert. Der Reuter-Vertreter in Schanghai, der sich im Augenblick des Bombenattentats a u f der Tribüne befand und wie durch ein Wun- der'u nversehrt blieb, berichtet, daß der Gesandte Schigemitsu wie von einem plötzlichen Wirbelwind hochgehoben wurde und dann blutüberströmt zu Boden stürzte. Das Gesicht des japanischen Generalkonsuls glich einer offenen Wunde. Der Gesandte entrann dadurch dem Tode, dah japanische Krankenpflegerinnen sofort die Tlniform des Verletzten zerrissen, um die Wunden zu entdecken, kknd durch Anwendung von gedrehten Stricken an den Oberschenkeln Schigemitsu vor Verblutung retteten. Die Aerzte fürchten, dah ihm ein Dein amputiert werden muh. Admiral Romura hat ein Auge verloren. Eine andere japanische Persönlichkeit schwebt noch in Lebensgefahr. Ganz Japan ist in Heller Empörung über den Schanghaier Anschlag. Wie verlautet, wird die Unterzeichnung des Waffen- stillstandsabkommens, die man für morgen erwartete, verschoben werden. Der 11 r * Heber des Attentates ist Mitglied der Koreanischen Unabhängigkeitspartei. Er führte noch eine weitere Bombe mit sich. Eine Anzahl von anderen Koreanern, die der Mittäterschaft verdächtig sind, wurde in der französischen Konzessionszone verhaftet. Der Anstifter des Attentats soll ein Mitglied der provisorischen koreanischen Regierung sein und in der französischen Konzessionszone wohnen. Aus aller Welt. Volksdeutsche Kundgebung beim Deutschen Sängersest in Frankfurt. Die Absicht, im Goethejahr einen Tag des deutschen Volkstums zu veranstalten, bei dem Kundgebungen der Deutschen in allen europäischen und außereuropäischen Ländern zu gleicher Stunde stattfinden sollten, konnte infolge der schlechten Wirtschaftslage nicht durchgeführt werden. Der Deutsche Sängerbund hat dankenswerterweise sich bereit erklärt, seinem Sängerfest in Frankfurt bewußt ein volksdeutsches Gepräge zu geben. Reben einer großen Kundgebung im Palmengarten, die durch Radio nach Amerika übertragen werden wird, wird am 22. Juli in der Festhalle eine Volksdeutsche Weihe st unde stattfinden, bei der führende Vertreter des Deutschtums aller Länder und Erdteile die gemeinsamen Bande betonen werden, die alle Deutschen miteinander verknüpfen. Durch den Vortrag der Kantate »Don deutscher Rot" von Georg Rellius, die vom Reichsinnenministerium und dem preußischen Kultusministerium durch einen Preis ausgezeichnet worden ist. werden diese Gedanken eine musikalische Ausdeutung erfahren. In dem F e st z u g des Sängerbundsfestes werden die Ausländsdeutschen eingegliedert, um damit auch sinnfällig die Verbundenheit aller Deutschen zu zeigen. Furtwängler in Paris. Die Berliner Philharmoniker haben sich mit einem zweiten Konzert, Das wiederum Die Große Oper bis auf Den letzten Platz füllte, vom Pariser Publikum oerabschieDet. Das Kernstück Des Programms bilDeten Brahms IV. Sinfonie und Das Vorspiel zu Wagners Tristan und Isolde. Die Berliner Künstler haben stärksten Beifall geerntet. Schließlich mußte Dr. Furtwängler Das Vorspiel zu den Meistersingern zugeben. Freitag abend konzertierte das Orchester in Straßburg. Furtwängler wird im Juni wieder nach Paris kommen und in Der Großen Oper zwei Aufführungen von Tristan und IsolDe Dirigeren. Als Solisten für diese Vorstellung in Deutscher Sprache sind u. a. gewonnen Lauritz Melchior, FrieDa LeiDer, Alexander Kipnis. Betrügereien beim Wohlfahrtsamt Berlin-Mitte. Bei der Zahlstelle des Wohlfahrtsamtes Ber- lin-Mitte sind umfangreiche Betrügereien aus- gedeckt worden. Bei einer Kontrolle hat sich herausgestellt, daß seit etwa einem halben Jahre eine große Anzahl Personen gefälschte Papiere vorlegte und daraufhin erhebliche Unter ft Übungen bezogen hat. Die Kriminalpolizei nahm fünf junge Männer fest. Diese haben monatlich je 88 Mark bezogen. Es ist möglich, daß die einzelnen falschen Mrscheinigun- gen aus einem Diebstahl stammen, der vor einiger Zeit von einem Expedienten eines Wohlfahrtsamtes begangen worden ist. Der Schaden dürfte recht beträchtlich sein. Der Vorsteher der Zahlstelle wird beschuldigt, bei der Prüfung der einzelnen Unterlagen fahrlässig vorgegangen zu sein. Er wurde von seinem Dienste suspendiert. Der Schwedenzug überfährt ein Landfuhrwerk. Auf Der Strecke AngermünDe — Pasewalk wurDe bei Wilmersdorf in. Der Uckermark ein ßanD- fuhrwerk Der Arnimschen Gutsverwaltung Luckow oomSchweDenzug überfahren. Der Kutscher war sofort tot. Ein schwerverletztes Pferd mußte getötet werDen. Der D-Zug erlitt 65 Minuten Verspätung. Das Unglück ist Darauf zurückzuführen, daß Die Schranke nicht geschlossen war. Schweres Schiffsunglück in Iapan. Zwei japanische Dampfer find auf Der Höhe von Hiroschima zusammengestoßen. Der eine Dampfer, auf Dem sich gegen 100 Passagiere befanden, sank innerhalb weniger Minuten. 37 Personen werden vermißt. Bisher sind 13 Leichen geborgen. Eine neue deutsche himalaja-Expeditton. Dpn München aus wurden in aller Stille die Vorbereitungen zu einer großzügigen deutschen Himalaja-Expedition getroffen. Leiter der Expedition ist der Münchener Ingenieur Willy M e r k l, einer der befähigsten jungen deutschen Bergsteiger. An der Expedition werden weiter teilnehmen: Diplomingenieur Fritz Bechtold, Trostberg (Bayern), der Münchener cand. ing. Herbert Kunigk, Fritz W i e ß n e r, Dresden, Felix Simon, Leipzig, Peter Aschenbrenner, Kufstein, und der Wilhelmshavener Marinearzt Dr. F. Fetzer. Die Mittel zu dieser Unternehmung verdankt Merkl in der Hauptsache einer Spende aus Amerika, das auch durch zwei Teilnehmer vertreten sein wird. Am 26. April wird die Expedition von Genua aus nach Indien abreisen. Das Ziel der Unternehmung ist, den ersten 8000er zu erobern. Von den 13 SOOOern, die sämtlich im Himalaja und Karakorum liegen, ist bis jetzt noch keiner erstiegen. Erdrutsch in Westvirginien. In M a r m e t (Westvirginia) kam es infolge eines Dammbruches zu einem Erdrutsch, durch den sünfPersonen erdrückt, drei von großen Erdmassen verschüttet und sieben verletzt wurden. Wettervoraussage. Von der westlichen Störung greift ein Ausläufer vor, welcher sich über unseren Bezirk erstreckt und durch den stärkere Bewölkung und auch vereinzelt etwas Riederschlag eintreten. Eine wesentlich weitere Beeinflussung ist nicht zu erwarten, vielmehr dürfte die Trübung zurückgehen und zeitweise aufheiterndes Wetter cintreten. AussichtenfürSonntag: Reblig-wolkig mit Aufheiterung, meist trocken, Temperaturen nur wenig verändert. Aussichten für Montag: Im allgemeinen wenig Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 29. April: mittags 21,7 Grad Celsius, abends 14,3 Grad; am 30. Avril: morgens 11,7 Grad. Maximum 22,1 Grad, Minimum 10,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. April: abends 17,1 Grad: am 30. April: morgens 12,6 Grad Celsius. — Niederschläge 0,4 mm. — Son- nenscheindauer 9^ Stunden. N Sins der Provinzialhaupifiabi. 1932. Der- Ein Wind flog her. ganz facht, und wühlte B. dem FERIENMARKE Waldes flehen Gießen, den 30. April Oer Maibaum. •• Sin Rcunzigjähriger. Schuhmacher- meister Karl Berg fen., ein bekannter und angesehener Bürger unserer Stadt, begeht am 1. Mai in geistiger Frische feinen 90. Geburtstag. Der Jubilar ist Ehrcnobermeister der ehemaligen Schuhmachervereinigung Diehen, der beifugen. Sammeln Sie die Ferienmarken I Es lohnt sichl Werden Sie Mitglied der FEDAGI Diese garantiert ihren Mitgliedern Fünftausend kostenlose 14tägige Ferienaufenthalte bereits im ersten Ferienjahr 1932/33. Für 30 Pfg. erwerben Sie die Mitgliedschaft für 5 Jahre. Fragen Sie IhrenTabakhändlerl im zarten Laub, wie Schmeichelhand. Ein Zittern lief herab, als fühlte dos Bäumchen, dah cs Liebe fand. Und war vorher die Sehnsucht rege, hier war sie still, in sich erfüllt; es war, als hätte hier am Wege sich eine Seele mir enthüllt. Gießener Wochcnmarktpreisc. Diehen, 30. April. ES kosteten auf |iä> mit einem r°Be Oper bi, “Hier Pu. Kernstück de, fonie und bas ?ll>e. Die . ■fall geerntet, tos Soripiel Q9 abend ton. bürg. Furt. Paris tommen ujrunaen von Mn für diese ) u.a. flemon- er, Alexander len kam a M „Hi durch ton >rci von 9* xrlch! wurden. bäumchen in einem zarten Gedicht Ausdruck liehen. Es heißt dort: ... Da sah ich dicht am Wegesfaume ein Birkcnbäumchen einsam stehn, rührend im ersten Frühlingsflaume. Könnt' nicht daran vorübergehn. In seinem Schalten stand ich lange hielt seinen schlanken Stamm umfaßt und legte leise meine Wange an seinen fügten Silberbast. rpebition. Ler Stille di- igen deutschen Leiter der Sr« igenieur Willy tilgen deutschen werden werter u Jechtold, ener icr, SreSton. schenbren« ^arcnetsX ittcl zu dreier »t das auch durch n wird. 2m Genua-N'S . der aln- Lernen noch lernek reist ei". 5ä g: Hm # ttcE.A^ heutigen Wochenmarkt: Kochbutter 100, Süfc- rahmbuttcr 130, Landbutter 120, Matte 25—30 Pf. das Pfund, Eier 6 und 7, Käse 5—10 Pf. das Hail. Äen|fl. sT 1 de- r e|nge. " 5rfln(. ^hvl, das, nnb 1,1 nilllel ^neltm. ®tinbaQ. 6in< befer, i Ä sich '"genllt. " ftyignk. ^uhrf würfe, eine Reife gerne natfe 'ber die Der. ' im Dein.. Unvergleichlich ist die Schönheit unseres im Frühling. In bunter AbwechUung sie da, unsere deutschen Waldbäume: dunkle Tannen, knorrige Eichen, schlanke Eschen, glattfdjalige Buchen, düstere Kiefern, und dann die zierlichen anmutigen Birken mit ihrer Hellen Rinde. Kein Baum ist uns ein schöneres Sinnbild des Frühlings, als die Birke. Wir nennen sie unseren Fruhlingsbaum und stellen sie als Moibaum auf. Wir schmücken mit ihren grünen Zweigen unsere Kirchen, unsere Häuser, am lieblichsten Feste, an Pfingsten. Als Symbol der Fruchtbarkeit berührt der Bauer sein Dieh mit Birkenreisig. Der Winter wird mit Birkenruten ausgetrieben So verbinden uns noch jetzt alte Brauche und Sitten mit unseren Vorfahren, denen die Birke mit ihrem fröhlichen Grün auch das Auserstehen der Natur verkündete. Wie schön ist ein Birkenhain! Man wandelt darin wie in einem verzauberten Wald. Das ist ein Leuch- ten und Grüßen, wie wenn uns eine Schar junger, blühender Mädchen begegnet. Was wäre die Lüneburger Heide, wenn sie keine Birken hätte! Gar mancher einsame Weg wird von sofort krcbskrank zu suhlen. E, muhe nicht fein, daß mal mit Angst im Herzen zum Arzt gebe, es be- dürfe lediglich einer zeitweisen, regelmäßig geübten aufmerksamen Seldstdeodachtung, um zu erkennen, ob irgendeine beachtenswerte Veränderung im 211b Hcmeindefinden, eine Knötchcnbildung an irgendeiner Stelle der Haut in Erscheinung tritt. In seinen abschließenden Ausführungen gab der Vortragende besondere Ratschlage zur Seldstbeobach. tung für Frauen, zeigte an Hand einiger Lichtbilder die zahlenmäßigen Auswirkungen der verheerenden Krankheit in bezug auf dir Volksgesundheit, die verschiedenen Erscheinungsformen des Krebses und die außerordentlichen Schädigungen, die er im Körper des Menfchen Hervorrufen kann. Der Vortrag wurde mit gespannter Auimerksam- keit verfolgt und mit dankbarem Beifall aufgenommen. Die Reihe der Vorträge im Rahmen der Hessischen Hygiene-Ausstellung hat damit ihr Ende gefunden. Tabakworen nach den Vorschriften der Österreich. Tabakregie FUNK • ROSENKAVALIER - MEMPHIS - Hl. SORTE ■ REGIE-VIRGINIER - REGIE-STUMPEN - REGIE-TABAKE Berlin-IRitte. lsamtes 3er< ügereien auf- olle hat sich halben Jahre lichte Pa- erhebliche hat. Die Sri- not fest. Diele logen. Es ist Äescheinigun- mmen. bet lienten eines \V Dn Tcho ikt Tvchchn der Prüfung ] vorgegangen (tc suspendiert, anbfufjtrotri. -Pasewalk narf ein Land- aliung Luckow en. Derfiul- verletztes Mrd erlitt 65 Mi- nauf zurückzu. geschlosfen Stück. Wrrsing. gelb. 15—20. grün 25. Weißkraut 10. 'Xotfraut 12—15. Gelbe Rüben 10—12. Rote Tluben 10—12, Spinat 10—15, Unter-Kohlrabi 5 bis 8, Grün kohl 10—15. Feldsalat 80—100. Tomaten 50—60, Zwiebeln 18 20. Meerrettich 30 big 60. Schwarzwurzeln 25—35, Rhabarber 20—25, Kartoffeln 4.5. Aepfel 10—15, Dörrobst 25—30, Honig 40—45, Rüsse 35—40. Junge Hähne 80 -90. Suppenhühner 70—80 Pt. bas Pfund. Tauben 50—70, Blumenkohl 30 70. Salat 20—25. Salat- gurken 40—60. Lauch 5—10, Rettich, neue. 15-20. Sellerie 10—30 Pf. daS Stück, Rad-.eSchen 10 bild Pf. das Rund, Kartoffeln 3,80— 4,00, Weißkraut 6,00—6.50. Wirsing, gelb. 12.00—15.00. Wirsing. grün. 20,00—22,00, Rotkraut 8,00— 9,00 Mk. per Zentner. Der neue Präsident des Landgerichts der Provinz Oberheffen. Wie wir soeben erfahren, wurde zum Nachfolger des am 1. Mai auf Grund de» Altersgrenzegefetze» in den Ruhestand tretenden Landgerichtspräsidenten Neuenhagen (Gießen) der Oberlandesgerichtsrat Dr. Maurer (Darmstadt) zum Präsidenten des Landgerichts der Provinz Ober- Hessen in Gießen ernannt. Krebs — die gefährlichste Voltsseuche. Dor einem außerordentsich großen Kreis von Zuhörern sprach am Donnerstagabend Professor Dr. von I a s ch k e in der Neuen Aula der Universität über das Thema „Das Wesen der Krebs- erkrankungund die Waffen zu ihrer wirksam en Bekämpfung". Er wie» zunächst auf den Zusammenhang mit der Hessischen Hyygiene- Ausstellung hin, schilderte kurz das Wirken des Präsidenten Dr. h. c. Neumann von der Hessischen Landesversicherunasanstalt, auf dessen Betreiben die Ausstellung geschaffen wurde, und ging dann auf die Bedeutung der verbreitetsten Krankheiten in wenigen Sätzen ein. Zwei Krankheiten, so führte er u. a. aus, erwiesen sich als Geißeln der Menschheit: T u b e r k u. loseundKreb». Gegen die Tuberkulose sei schon ein siegreicher Kampf geführt worden, die Tuberkulosesterblichkeit sei rapid gesunken, die Sterblichkeit infolge der Krebserkrankungen aber sei außerordentlich gestiegen. Allerdings hängt damit zusammen die Ueberalterung unseres Volkes, der häufiger mögliche Nachweis der Krebserkrankung als Todesursache ergebe anderseits die höheren Zahlen. Immerhin: Krebs sei als die g e f ä h r l i ch st e Krankheit zu bezeichnen. Unter Krebs versteht man Gewebeneubildunaen, deren Bösartigkeit charakterisiert sei durch das Bc- streben, sich auszubreiten und auf dem Wege der Der- breitung der Krebszellen durch die Blut- und Lymph. bahnen den ganzen Körper und jede Stelle des Körpers zu befallen. Alle Menschen könnten vom Krebs befallen werden. Frauen seien anfälliger als Man- ner. Bet Männern trete Krebs hauptsächlich im Magen und am Darm, bei Frauen außerdem häufig an den Brüsten und den Geschlechtsorganen auf. Nicht jede Krebserkrankung sei — es gelte hier einem Irrtum vorzubeugen — heilbar. Leberkrebs sei unheilbar. Krebs sei unheilbar auch dann, wenn die Erkrankung schon so weit vorgeschritten ist, daß Zellen bereits in die Blutbahnen eingedrungen sind und nach jeder Stelle des Körpers und zu lebenswichtigen Körperteilen getragen wurden. Dann könne weder eine Operation, noch eine Röntgen- oder Ra- diumbeftrahlung helfen. Theoretisch sei die Heilung von 90 v. H. aller Krebsfälle möglich, praktisch nur die Heilung von 20 v. H. aller Krebserkrankungen, weil — die Erkrankten meistzu spützumArzt kamen. Krebs trete am häufigsten an Menschen beiderlei Geschlechts im Alter von über 40 Jahren auf. Jüngere Menschen werden weitaus weniger be- fallen. Je weiter eine Wucherung vorgeschritten sei, desto schlechter seien die Heilungsaussichten. Zwei Drittel aller Erkrankten kämen — das habe die Praxis erwiesen — zu spät. Das erschwere den Kampf gegen die Volksseuche, die an sich schwierig zu bekämpfen sei, weil die Behandlung vom Arzt viel Findigkeit, viel Erfahrung und viel technisches Geschick, ja technische Künstlerschaft erfordere. Leistungsfähige, gleich- zeitig auch gefährliche Apparate, die mit größter Sorgfalt zur Anwendung gelangen müßten, seien außerdem nötig. Im Anfangsstadium sei die Behänd, lung wesentlich leichter, viel billiger vor allem auch, denn mit den Mitteln, die zur Heilung einer vernachlässigten, unbeachteten, weit vorgeschrittenen Krebserkrankung notwendig sind, könne man zehn im Anfangsstadium krebserkrankte Patienten zuverlässig heilen. Deshalb sei es Aufgabe und selbstver- stündliche Pflicht, bei irgendwelchen verdächtigen An- Zeichen (beginnende Wucherung, Unregelmäßigkeiten in den Funktionen der weiblichen Geschlechtsteile, Störungen in der Darmtätiakeit, in der Verdauung) nicht bet einer allesbesserwisfenden Tante, in Büchern oder bei Kurpfuschern Rat und Heilung zu suchen, sondern sofort zum Arzt (die Frauen insbe- sondere zum speziell ausgebildeten Frauenarzt) zu gehen. Nicht jede Störung im Wohlbefinden, nicht jede Wucherung an der Haut, nicht jeder Ausfluß müsse, so betonte der Redner ausdrücklich, Anzeichen einer Krebserkrankung fein: vielmehr könne manche völlig harmlose Erkrankung ähnliche Erscheinungen Hervorrufen, und es fei deshalb nicht richtig, sich ihnen in freundlicher Weife einaerahmt, und wie oft steht neben dem finsteren Dacholderbaum die belle Birke, um der gleichförmigen Landschaft die düstere Schwere zu nehmen. Die Birke begnügt sich mit dem ärmsten Boden. Sie wächst rasch und leicht in die Höhe an Plätzen, an denen andere Bäume noch jahrelang am Boden Heben; sie ist ein rechter Sonnenbaum. In vielen Vorgarten qibt sie den Häusern einen fröhlichen Rohmen und bringt erquickende Abwechslung ins Straßenbild. Das zarte Früdlingsgrün nimmt im Laufe de» Sommers eine tiefdunkle Färbung an, um bann im Herbst einem reinen Goldgelb zu weichen. Aber auch im Winter ist die Birke noch schön. Ihr weißer, schlanker Stamm leuchtet im kohlen Wald. Die starken Eichen und die geheimnisvollen Buchen beugen sich kaum im Sturm, fest und wohloerankert mit dem Boden trotzen sie den Noturgewalten. Anders die mädchenhafte Birke. Ihr schlanker, biegsamer Stamm ihre zarten, hängenden Aeste und Zweige geben |eber Windbewegung nach, drehen sich im Sturm nach allen Seiten, und gerade diese Leichtigkeit, diese Heiterkeit macht die Birke zu unferm Lieblingsbaum — In einem Städtchen des Westerwaldes sah ich vor einigen Jahren ein gar merkwürdiges Bild. Da war an die alte zerbröckelte Stadtmauer ein kleines Haus angebaut worden. An der Stelle, an der sich dos Hausdach mit der Stadtmauer berührte hatten sich im Laufe der Jahrzehnte Mörtel Sand und Erde angefammelt. Und in dieses karge Erdreich hatte viel- leicht der Wind oder ein Vogel Das Samenkorn einer Birke geworfen. Es war aufgegangen, und nun stand da ein schlankes Bäumchen mit weißglänzender Rinde, zarten hängenden Zweigen und leuchtend grünen Blättchen, die sich teije im Winde bewegten. Wie ein Sinnbild des Frühlings, nein, wie der Frühling selber stand es da auf luftiger Höhe und schien in den Himmel hineinzuwachsen, der Sonne zu, die ihm Kraft und Lebensmut spendete. Dieses zauberhafte Bild auf der alten Stadtmauer, auf der einst Waffen klirrten und Kommandorufe ertönten, hielt mich lange Zeit gefesselt. Das frische Maiengrün der Blätter bildete einen gar schonen Gegensatz zu dem dunklen Schieferdach des Hauses und den schwarzen Steinen der Stadtmauer. Als ich schon im Zuge saß, schaute ich noch einmal zurück und grüßte von weitem das schmucke Birkenbäumchen. Und noch heute sehe ich es im Geiste dort stehen, wie es sich in seinem neuen Frühlingskleide vom Winde schaukeln läßt und den Menschen zuruft: Auch zu mir ist der Frühling gekommen, hoch über eurer dunklen Wohnung trinke ich das Son- nenlicht zuerst! — Gustav Falke hat feiner Liebe zu dem Birken- Bornotizcn. — Tageskalender für Samstag. Stabt- theater: „Faust" 1. Teil, 19.30 bis 23.30 Uhr — Tanzklub Rot-Weiß": 20 Uhr, Klub, Tanzturnier.— Verein ehemaliger 116er: 20.15 Uhr, „Postkeller", Generalversammlung — GRG.: 20.15 Uhr, Bootshaus, Generalversammlung — 1. Reichskurzschrift- gesellschaft: 20.30 Uhr: „Stabt Lich" Dereinsobenb. — Einhorn-Saal: 11 bis 19 Uhr: Hygiene-Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .„Zwei Herzen unb ein Schlag". — Astoria-Lichtspiele, Selters- weg: „Maskierte Banditen" und „VoUdampf-Ehor- sie. — Wiesecker Lichtspiele: 20.30 Uhr „York". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 18 bis 22 Uhr, „Der Hauptmann von Kö- Scnirf". — Oberhessischer Kunstoerein, Turmhaus am irandplatz: 11 bis 13 Uhr, Iubiläums-Ausstellung — Freilichttheater auf dem Platz vor der katholischen Kirche: 20 Uhr, „Theophilus". — Heimatvereinigung „Schiffenberg": 15.30 Uhr, Hauptversammlung auf dem Schiffenberg. — Einhorn-Saal: 11 bi» 19 Uhr, Hygiene-Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhof- straße: „Zwei Herzen und ein Schlag". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg: „Maskierte Banditen" und „Volldampf-Charlie". — Wiesecker Lichtspiele: 16 und 20.30 Uhr: „York". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute. Samstag, Erstaufführung der Neuinszenierung von Intendant Dr. Rolf Prasch: , Faust" (l.Teil), eine Tragödie von Goethe. Die Inszenierung ließ eS sich angelegen sein, den allumfassenden Charakter der Dichtung zur Geltung zu bringen. Die Hauptrollen liegen rn den Händen von Jochen Hauer (Faust). Beatrice Doering (Gretchen) und — wegen plötzlicher Erkrankung von Karl Hehler — Ullrich von der Trenck vom Badischen LandeStheater Karlsruhe (Mephisto). Die Rolle des Mephisto wird von der dritten Vorstellung an Karl Bruck spielen. Seine bisherige Rolle, die „Here", wird dann von Wolfgang Kühne dargestellt werden. Die Bühnenmusik ist von Kapellmeister Walter Moehtt Sonstige Mitwirkende Damen: Berger, Koch, Sachse, Walther-Lederer, Wielander; Herren: Druck, Fasfott, Geiger, Hub, Ianscheck, Kühne, Michel, Vieren, Paetsch. ÄHelcher, Dolck, Wahlen. Beginn 19.30 Uhr, Ende gegen 23.30 Uhr. Die DorsteUung gilt als 28. Borstellung im Freitagsabonnement zu gewöhnlichen Preisen. — Sonntag, 1. Mai, 18 Uhr, als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen Zuckmayers .Der Hauptmann von Köpenick". DaS erfolgreichste Stück der Spielzeit. SpieUeitung: Intendant 'Dr. Rolf Prasch, Titelrolle Peter Fasfott. Ende 22 Uhr. Die auswärtigen Besucher erreichen bestimmt ihren Zug. Der von Gießen nach Limburg verkehrende Zug fährt an diesem Theatersonntag statt um 22.13 Uhr erst um 22.23 Uhr. — Freilichttheater. Morgen Sonntag, 1. Mai, 20 Uhr, wird auf dem Platz vor der katholischen Kirche (Liebigstraße) bei Fackelschein das mittelalterliche Volksschauspiel „Theophilus" auf- geführt. Es wirb nur ein Unkostenbeitrag von 20 Pf. erhoben. Der Platz liegt sehr geschützt, so baß auch bei kühlerem Wetter der Besuch empfohlen werben kann. (Siehe heutige Anzeige.) — Die Volkshochschule gibt im heutigen Anzeigenteil ihren Arbeitsplan für bas Sommerscmestcr bekannt. Für die Teilnahme an den Kursen wird keinerlei Vorbildung vorausgesetzt. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß Erwerbslosen der Besuch der Volkshochschule völlig kostenlos ofsensteht. Die Kurse beginnen Montag, 2. Mai, und finden in der Universität statt. Aäheres in der heutigen Anzeige. — Die Arbeitsgruppe Gießen ber Anthroposoph. Gesellschaft veranstaltet am 3. Mai, 20.15 Uhr, in ber Universität, Hörsaal 41, einen Vortrag burd) ben Leiter ber R. Steiner- schule Zürich, Herrn C. E n g l e r t - F a y e, mit dem Thema: „Don Goethes Geistesart zur Anthroposophie R. Steiners". (Siehe heutige Anzeige.) Japan. ber höht von in. Der eine assaniere besan- r Minuten. Sicht sind 13 Wif haben mit der /,FEDAG,,-Ferlengemelnschaft deutscher Arbeitnehmer A.-G., München, ein langjähriges Ver- tragsabkommen geschlossen, demzufolge wir seit 4. April 1932 unseren sämtlichen Tabakerzeugnissen in allen Packungen StVttMVVWVWfrttVVV Vorgängerin der jetzigen Schuhmacher-Innung, Außerdem ist er Ehrenvorsitzender deS Gelang- verc.ns ..Sängerkranz" unb der letzte noch lebende Mitgründer der Gießener Rudergelelllchast. Karl Berg gehört der ältesten in Gießen tätigen Schuhmacherfamilie an. Schon der Rame deS Großvaters deS Neunzigjährigen. Rikol. Berg, ist im Zunftbuch (1780). daS im Oberhesiilchen Muteum auf bewahrt wird, aufzuf indem Der Vater des Jubilar- betrieb ebenfalls daS Schuh- macherhandwerk. das der Sohn, dem Herkommen entsprechend. fort führte De Familie Berg ist bereits feil dem Jahre 1775 im eigenen Haute. Mäusburg 4. ansässig ” Dienstjubiläum. 81m 2. Mai kann der Obersteiger Fritz Appel von hier, wohnhaft Leih- gesterner Weg 136. auf eine 40jabngr Tätigkeit bet der Gewerkschaft Gießener Braunstembergwerke (bie fett Oktober 1916 der Firma Krupp AG. Essen, angehärt) zurückblicken. Bemerkenswert ist, daß schon bie Vorfahren bc» Jubilars ihre Arbeitskraft dem Gießener Braunsteinbergwerk gewidmet hoben. Sein Großvater, Obersteiger Christoph Appel, bat im Jahre 1842 die ersten Schachte des Gießener Bergwerks angelegt und stand 40 Jahre lang im Dienste ber Gewerkschaft, sein Vater, Obersteiger Johanne» Appel, Hal nahezu 50 Jahre In dem bamals ausgedehnten Grubenbetrieb gewirkt. ee 25 Jahre Gastwirt der _Weller»• bur g". Die „Weltersburg" an der Landstraße Gießen—Marburg befindet sich am 1. Mai feit 25 Jahren im Besitze deS derzeitigen Wirtes Heinrich Weller. DaS Anwesen gehört schon seit vielen Jahrzehnten der Familie des Inhaber-, zur heutigen Höhe geführt wurde da- Gasthaus aber erst unter dem gegenwärtigen Besitzer. Bi- zum Jahre 1907 lag die Leitung der Gastwirtschaft tu der Hand der Mutter de- Jubilars, während gleichzeitig mit dem Anwesen noch Landwirtschaft verbunden war. Heinrich Weller führte b>- einige Zeit nach dem Kriege die Land» und Gastwirtschaft weiter, der GastwirtschaftSbetneb erlebte aber in der Folge einen wesentlichen Aufschwung. so daß sich der Wirt entschloß, die Landwirtschaft aufzugeben. Das Gasthaus erfreut sich in weiten Kreisen der Bevölkerung von Gießest, von Wieseck und bei den Reisen^m, die gerne dort Einkehr halten, allgemeiner Beliebtheit. ee Ma? IaSkowsky t In der Rächt zum Donnerstag verstarb in Offenbach a. M. der auch in Gießen weithin bekannte Gastwirt Mar IaSkowskh im Alter von 76 Jahren. Er war in Berlin geboren, eine Spielzeit lang Komiker am hiesigen Stadttbeater (1895), übernahm dann die Wirtschaft ..Zu den 12 Aposteln", später daS ..Aquarium", den ..Löwen", war Wirt im alten „Einhorn" und richtete aufterbem eine Bierstube am Kirchenplatz ein. 3m Jahre 1916 siedelte er nach Offenbach über, um dort ein angesehenes alles Hotel zu übernehmen. Ma» Iaskowsky war ein vortrefflicher Organisator und hat insbesondere der Organisation der Gastwirte manchen wertvosien Dienst erwiesen. Er wirkte zuletzt als Sekretär des Rhein» Main-Dastwirteverbandes und redigierte da» Fachorgan dieser Organisation. Sein Ableben bedeutet für das Gastwirtsgewerbe einen schweren Verlust. •• Die Museen und der H'eidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei kleinen Preisen geöffnet. “ Jet nächste Rindvleh - (Nutzvieh-) Markt findet am Dienstag, 3. Mai, ber nächste Schweinemarkt am Mittwoch, 11. Mai, statt. Nähere» ist aus ber heutigen Bekanntmachung ersichtlich. ’’ D i e Kraftpost Gießen —Schissen- berg. Vom Postamt wird uns mitgeteilt: Vom 1. Mal ab verkehren bie Kraftposten nach dem Schisfenberg unb zurück wieber wie früher bei gutem Wetter an Sonn- und Werktagen. Die Fahrpreise sind gegenüber bem Vorjahre um etwa 30 v. H. ermäßigt worben; es kostet bie Hin- unb Rückfahrt 80 Rpf. Die Fahrten gehen ob: am Bahnhof 15.25 Uhr, am Selterstor 15.26 unb am Ludwigsplatz 15.30 Uhr. Die Rückfahrt ab Schiffenberg erfolgt um 18 Uhr. Zur Maifeier auf dem Schiffenberg verkehrt außerplanmäßig ein Kraftomnibus, dessen Fahrzeiten aus der heutigen Anzeige ersichtlich sind. ** Einstellung von Krastpo st führten. Wie das Postamt mitteilt, werden bie Kraftpost' fahrten nach dem Flughafen wegen ungenügender Inanspruchnahme mit sofortiger Wirkung eingestellt. *• DerArbeitsplanber Alice-Sckule, sowie bie Preise für die einzelnen Monatskurse sind aus einer Anzeige im heutigen Blatte ersichtlich. In- teressenten seien besonders darauf aufmerksam gemacht. (Schluß be» redaktionellen Teil» ) f)amburg-5üb-Jertenrcifen 1932. Reizvoll unb vielfältig sind auch in diesem Jahr die Möglichkeiten, die eine Ferien- unb Erholungsreise mit ber Ham- burg-Süb bieten. Eine Ferienfahrt tpit ber Hamburg- Süd ist ein vollkommener Genuß unb zugleich bie bestmögliche Erholung. Die vierte Mittelmecrreise mit M.-S. „Monte Rosa" findet vom 26. Mai bis 13. Juni statt. Sie führt über Süditalien, Südsponien, Marokko unb Portugal nach Hamburg. Drei Nord- landreisen finden statt vom 2. Juli bis 22. August. 3396V vergeben werden. 3432V Großen-Buseck, den 28. April 1932. 33on 1913 . . . — __ 5% abgefl. Goldmexikaner von 99 6,5 — 6,13 _ 4% Türkische Zollanleihe von 1911 2,2 - _ 2,4 2,2 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihr Serie I 2,4 4% beSgl. Serie II....... — — 2,4 5°; Mumün.vcreinh.Renle v. 190! _ 4,7 4,7 4^,%Rumän.vereinh.Rentev.l9i: —— 8,75 4°., Rumänische vereinh. Rente . 4£ - 4,25 4,2 t y4% I. Anatolier ....... 1 - 13.8 : • uiu ur. u. Ml. iJcrlu Schluß-s kurs | 1-Uhr- Kurs Schluß, fürs Ansang- Kurs Datum 29.4. 30.4 29.4. 30.4. fiamburg-Amerika Pakei . . . Hamburg-Südam. Dampsschtss. o — 14,5 14 — — 37 40,5 Hansa Dampsschtss . . ( — — 23,5 Norddeutscher Lloyd.....k 14,9 14,4 14,9 14,5 A.G. sur Verkehrswesen Akt. 33 32 Berliner Handeisflesellschast . k> 82,5 — 83 Commerz- und Privat-Bank . 7 19,5 — 20 — Darmstädter und Nationalbant 8 22,5 — 22,5 _ Deutsche Bank und Dtsconlo-Gesellschast... 6 38,25 __ 38,25 _ Dresdner Bank...... 6 22,5 _ 22,5 — ReichSbank........12 111 112 112 113 A.E.G............7 25,5 25 25,5 25,25 Bergmann.........9 - — 19 — Cleklr. LteseningSgesellschast. 10 — - 56 53,5 Licht und Straft.....10 70,5 71,5 69.75 Felten & Guilleaume .... 6>/2 Geselischast für Elektrische Unternehmungen .... v 37 — 36,4 36,4 53,5 55,25 54,5 54,5 Rheinische Ciekirizilät .... 9 70,5 — 70,75 — Schuckert & (So.......11 — — 50,5 50.5 Steinens« Halske.....14 — 103 104,5 102,75 Lahmeyer LCo.......12 77 76 75,25 Buderus..........4 Deutsche Erdöl.......6 — — 22,9 22,9 — — 58,75 58,75 Gelsenkirchener.......8 36 — 35,5 35 Harpener..........o Hocjch Eisen.........6 — — 37 36,5 —— — 27,75 27,75 Ilse Bergbau...... 10 Klöcknerwerke ........ 6 126 — 124,75 123 — 23,5 23,25 Köln-Neuessen.......6% — — Mannesmann-Röhren .... 6 — — 37,25 36,75 ManSselder Bergbau.....0 13,5 —— 13,5 13,13 Oberschles. KokSwerke .... 8 — 34,5 33,5 Phönix Bergbau......4% Rheinische Braunkohlen. , , 10 Nheinslaht • • * *, * * *♦ # 18,25 153,5 — 18,5 154,75 18,75 153 — 38 83 Frankfurt a. -Ul. Berlin Schluß- lurs l-Uhr- Kurs Echiuß- furt Ansang- Kurs Datum 29.4. 30.4. 29.4. 30.4. Rtedeck Montan......7,2 — — — Bereinigte Stahlwerke .... 4 Olavi Minen.....16*/, 16 — 16,25 10,75 16,25 —— — 10,5 Kaliwerke Aschersleben ... 10 90 — 90 Kaliwerke Westeregeln ... 10 100 — 100,5 97 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 «51 — 147 145,5 9. ®. Färben-Industrie ... 12 Bcrein. chem. Industrie Frank- 96,25 96 97,13 96,4 suit a M........... Scheibeanstalt.......10 125,5 — —- Nvldschmtdt.........O - 19 — Rütgerswerke........5 30 30,5 29,4 Metallgescllschast.......6 32 — 32,75 37 43 36,75 42,5 37,5 37,5 Zementwerk Heidelberg. ... 7 Cementwerk Karlstadt. .... 7 WayßLFreytag......O — — — — Schultheis Payenhoser ... 15 Alu (Allgemeine Kunstseide) o 36 — 60,5 35,25 60,9 36 37,5 32 _ 37 32 37 31 Zellstoss Waldhos.....12 Zellstoss Aschassenburg ... 6 — 28 — 28 Dessauer Gas........9 — — 86 84,75 Daimler Motoren......0 10 — 10 10 Deutsche Linoleum.....6 27,5 — 28,75 28 _ _ 23,75 57 22,75 55,75 Leonhard Tietz ....... 8 58 — Svenkka.........15 10 10 11 Ebade ......... — 205 202 Frankfurter Maschinen . . . . o Gritzner..........O - 15,75 Mainkrasiwerke Höchst a. Di.. . 6 - - Süddeutscher Zucker . » » . U) * Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 217. 29. April 30. April Amtliche Geld Dotierung Brief Amtliche Geld Notierung Ariei Hclstngsor» . Wien.... 7,113 51,95 7,127 52,05 7,113 51,95 7,127 52,05 Prag . . . Budapeft. . 12,465 12,485 12,465 12,485 — —— —— Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 170,63 170,97 170,63 170,97 Oslo.... Kopenhagen. 77,82 77,98 77,82 77,98 84,32 84,48 84,37 84,53 Stockholm . 76,92 77,08 77,02 77,18 London. . . 15,36 15,40 15,37 15,41 Buenos AtreS 1,003 1,007 1.003 1,007 Neuyork . . 4,209 4,217- 4,209 4,217 Brussel. . . 58,89 59,01 58,89 59,01 Italien. . . 21,63 21,67 21.63 21,67 Paris . . . 16,575 16,615 16,575 16.615 Schweiz . . 81,77 81,83 81,67 81.83 Spanten . . 33,17 33,23 33,22 33,28 Danzig. . . 82.67 82,83 82.67 82.83 Japan . . . 1,359 1,361 1,359 1 .361 Rio de Jan.. 0,284 0,286 0,284 0,286 Jugoslawien. 7.423 7,437 7,423 7,437 Lissabon . . 13,99 14,01 13,99 14,01 Banknoten. Berlin, 29.April Geld Aries Amerikanische Noten .... * « 4,20 4,22 Belgische Noten ...... • — 58,73 58,97 Dänische Noten...... ■ . 84,13 84,47 Englische Noten...... Ä — 15,32 15,38 Französische Noten..... 16,53 16,59 Holländische Noten ..... 170,26 170,94 Italienische Noten..... 21,81 21,89 Norwegische Noten..... . - 77,64 77.96 Deutsch-Oesterreich, 1 1OO Schilltua Rumänische Noten..... 2,49 2,51 Schwedische Noten..... 76,75 77,05 Schweizer Noten. . . . . . 81,49 81,81 Spanische Noten. . . . . , Ungarische Loten e • e • • • 33^3 33*17 immer gefährlich Ift, foai man vom MD -Sturm bisher leiber nie behaupten konnte Außerdem verfügen die Marburger über einen guten Tormann. Das kommende Spiel bedeutet für die Grün-Weihen wieder -- insbesondere für die Hinmannschaft — eine Kraftprobe; die Chancen auf Sieg sind aber recht gering, wenn der Sturm nicht in verständnisvoller Zusammenarbeit mit der Läuferreihe sich Torgelegenheiten schafft und aus- nützt. Der Sieg gegen den Lokalgegner, dessen Eindruck durch den wenig überzeugenden Sieg in Dillenburg schon wieder etwa- gemildert ist, wird kein Grund sein dürfen, auf vermeintlichen Lorbeeren zu ruhen, oder gar den Gegner leichter zu nehmen, als er genommen werden darf Dem Siebener Publikum sollte außerdem wieder einmal Gelegenheit gegeben werden, cm schöne- Spiel zu sehen. Die Grün-Weißen treten in folgender (gegen die Dorsonntage schon wieder geänderter) Aufstellung an; Balser; Kreb, Dingel. Fenster, Knau-, Leutheuser; Mattem, Setpel, Haupt, Lehrmund, Ritter Die 2 Mannschaft empfängt kurz nach Mittag die 1. von Daubringen zum Freundschaftsspiel. Der Segner, der sich in den Derband-spielen schon al- schwer zu nehmen erwieS, wird au- Prestige- Gründen auch im Freundschaftsspiel nicht ohne weiteres den Sieg in Dieben lassen wollen. Dor allem werden die Siebener mit anderer Taktik an daS Spiel gehen müssen, alS am vergangenen Sonntag in Heuchelheim. Jugendspiele. Die 1. Jugend trägt ein Spiel gegen die 1. Jugend der Spielvereinigung 1903 aus. Beide Mannschaften befinden sich in ansprechender Form. DaS Dorspiel endete mit 1:0 für 1900, mit Abbruch ünd demzufolge mit einem kleinen Mihklang. Der AuSgang deS bevorstehenden Rückspiels ist offen. Die 2. Jugend gastiert in Hermannstein und tritt gegen die dortige 1. 3ugenb an. DaS Können bet DfB.er sollte au-reichen, einen Sieg zu sichern. Die 1. Schüler spielen ebenfalls au-wärtS. unb zwar auf dem heißen Boden von Watzenborn-Steinberg. Die Schüler werden gegen die körperlich kräftigeren Schüler Teutonias nicht allzuviel au-richten Birnen. FC. >/TeutoniaEWahenboni-Gteinbelg Die Teutonen haben sich für den morgigen Sonntag die 1. Mannschaft de- Sp -D. Ehringshausen bei Wetzlar verpflichtet. 5hc Liga von Ehringshausen gehört der 2. Bezirk-klasse dcS SaueS Gießen-Dehlar an und stand in der ver- floffenen DerbandSspielferie knapp hinter dem Meister Sp -D. Weilburg an zweiter Stelle. 3n der körperlich kräftigen Mannschaft find keine besonder- überragenden Einzelspieler. die Stärke der Mannschaft liegt vielmehr in ihrer Geschlossenheit. Obwohl die einheimische Els sich zur Zeit in bester Form befindet, ist doch mit einem knappen Sieg der Gäste zu rechnen. Die zweite Mannschaft ist spielfrei Die neu aufge- stellte 3uoendmannschast Steinberg- tritt zum ersten Male auf den Plan, um mit der 1. Jugend EhringShaulenS die Klingen zu kreuzen. Man ist gespannt, wie sich die Reulinge au- der Affäre ziehen werden. Die Schüler sind ebenfalls spielfrei. (Sportverein 1920 Heuchelheim. Die 1 Mannschaft des Sportverein- Garbenteich hat am morgigen Sonntag die 1. deS ZE. Großen-Buseck zu Gast. Rach dem Sieg deS Dorsonntags zu urteilen. sollten die Hiesigen da- Spiel für sich entscheiden können. Jedoch dürfen die Einheimischen das Spiel nicht leicht nehmen. Die Schüler sind beim SD. Klein-Linden zu Gast. Gießener Flieger in Rotterdam zu Gast. Die in der vergangenen Woche vorgenommenen Schleppstart- — Motorflugzeug mit angehängtem Segelflugzeug — zeitigten gute Erfolge und erregten allgemeines Aufsehen. Es wurden mehrere Schleppflüae über dem Platz unb zwei größere ileberlanbflüge burchgeführt. Bei einem dieser lleberlanbflüge gelang eine Außenlandung in Hungen. — Die Dübwestdeutsche Sportsliegerver- cinigung in Dießen wird bemnächst ben Schleppflug auf dem Flughafen Rotterdam vor maßgebenden Persönlichkeiten au« dem Kreise der holländischen Luftfahriinteressen- ten vorführen. 3n Holland ist der Segelflug, vor allem Her Start au» der Ebene, noch ziemlich unbekannt. Die Fliegergruppe deS Polytechnikum- Friedberg hat in dielen Tagen mit einem erhöhten Schu'.betrieb begonnen. Der von der Südwestdeuifchen Sportflieger-Dereini- gung am vergangenen Sonntag in Hungen durchgefuhrle Flugtag war gut besucht. - Der nächste Sprechabend findet am 25. Mai statt. Handball der Stadtmannschast. Die in jedem 3abr. findet auch am kommenden Sonntag das Städtefpiel Dießen — Wetzlar statt. Die bisherigen Begegnungen der beiden Städtemannschaften waren stet- sehr interessant und standen, da ja nur die besten Spieler beider Städte mitwirken, technisch auf hoher Stufe. Auch bei dem Treffen am kommenden Sonntag auf dem DfB -Platz ist ein spannendes Spiel zu erwarten. Die Säfte werden alles daransetzen, um die Riederlage des letzten Spieles wettzumachen, dürften dabei aber auf sehr erheblichen Widerstand der Hiesigen stoßen. Handball der Gp.-Dg. 1900. Ra chmehrwöchiger Pause tritt am kommenden Sonntag 19006 2. Mannschaft auf ben Plan. Sie empfängt zum Gesellschaftsspiel die 1. Mannschaft des Tv. Lang-Gons (D. T.). Die Gäste haben sich in letzter Zeit stark nach vome gearbeitet unb recht günstige Resultate erzielt. 3m Sturm hat die Mannfchast ihre beste Waffe. Die Spielvereinigungsleute werben wohl schwerlich in der Lage sein, sich siegreich zu behaupten. Handball im Gau Hessen (D.T.) Am morgigen Sonntag spielen die beidenHand- ballmannschasten des Turnvereins Klein-Linden gegen die 1. und 2. Mannschaft des Turnverein- Dornholzhausen. Da die Klein-Lindener mit viel Ersatz antreten müssen, wird mit Riederlagen beider Mannschaften zu rechnen sein, zudem Dornholzhausen auf eigenem Plaste schwer zu nehmen ist. Für den bevorstehenden Sonntag hat sich G r oß e n - L i nde n s l.Elf die gleiche Mannschaft des Tv. Wetzlar verpflichtet. Die Gäste gehören der Kreisklasse an unb errangen bei den letzten Pfüchtfpielen einen Mittelplay. Wenn sie auch am Sonntag mit einigen Ersatzleuten antreten müssen, so wirb sich dies kaum bemerkbar machen, ba sie über einen guten Rachwuchs verfügen. Vorher fvielt Großen-Lindens II. gegen Klein-Rechtenbach- I. Die Schüler sind in Dom- Holzhausen zu Saft. Arbeiter Turn« und Gportbund. Am Sonntag hat Wiefeck« 2. Mannfchaft die erste Mannschaft von Haufen zum Gegner. Die Platzbesitzer werben sich wohl ben Sieg nicht streitig machen lassen. Dorheri Wiefeck II. 3ugenb — Haufen II. Allenbvrf Lahn I. ist zu einem Freundschasts- spiel in Heuchelheim zu Saft. Lich I ist in Sn*» ßen-Linben zu Gast unb wird wohl eine Riedertage hinnehmen muffen. 3n Klein-Linden I. unb Laun-bach I. Stehen sich zwei gleichwertige Mannschaften gegenüber. Londorf I. ist in Burkhardsfelden zu Gast unb wird gegen die dortige 1. Mannschaft einen schweren Stand haben!. Daubringen I. sollte gegen Wißmar I den Sieger stellen Srüningen I ist in Rodheim zu Saft unb wird kaum siegreich sein können. Gleiberg trägt mit bet ersten unb ber 3ugcnb» Mannschaft in Vetzberg Spiele au« unb sollte in beiden Spielen ben Sieger stellen. BlaSbach empfängt Leun mit seiner 1. unb 2. Elf, Hungen II. hat Drohen-Linden fl. zum Gegner, unb BurkharbS» felden II. spielt gegen Lindenstruth I. Felling-- haufen Jugend spielt in Wißmar gegen die dortige Jugend. „Alle Bruchleidende*1 "" werden auf da* heutige Inserat de* Spezlal- bandagisten K. 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Ihnen nach 2 Jahren meinen Innigen Dank auszusprechen . . . wurde ich ganz befreit von meinem Leiden." Bandagen von RM. 15— an. Für Bruch- und Vorfall- Leidende kostenlos zu sprechen in: Gießen, 2. Mai, von 3 bis 6 Uhr, im Bahnhofhotel „Lenz“. Nidda, 2. Mai, von 8 bis 12 Uhr, im Hotel zur Traube Marburg, 3. Mai, von 2 bi* 5 Uhr, im Bahnhofhotel, tirtinberg, 1. Mai. von 8 bi* 12', Uhr, im Hotel Hirsch. Alefeld, 4. Mai, von 2', bi* 5 Uhr, im Hotel Deutsches Haus. W1D Außerdem Leibbinden unübertroff. Ausführung K. Ruffing, Spezialbandagist, Köln, Richard Vatyier-Str. 16, | Freilichttheater auf dem großen Platz vor der kath. Kirche Sonntag, den 1. Mai 1932, abends 8 Uhr, wird bei Fackelschein THEOPHILUS Der Faust des Mittelalters Besucht alle das Freilichtspiel! Unkostenbeitrag nur 20 Pf. Der Spielleiter: Martin Gremm, Kaplan 3383 D Erwerbslose frei 02718 Verlobte 02739 IhreVermählung geben bekannt und jetzt Darmstadt, Usingen i. T., den 27. 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Englert-Faye, Zürich: Von Goethes Geistesart znr Anthroposophie R.Steiners Eintritt Mk, 1.—, Studenten 0.50, Gießen Xubwlgftrage 36 1M2 Cafe - Restaurant „Liebigshöhe" Sonntag, den 1. Mai, nadim. 4 Uhr Großes Mat-Konzert abends von 8 Uhr an Konzert mit Tanz Eintritt und Tanxen frei Musik wird ausgeführt von der Tanz- furnier,Kapelle Seitz. 33770 Das Lokal ist in der Mainacht geöffnet. Wie jedes Jahr bekannt, ist 02723 Fritz Keßler mit seiner Wirtschaft am Anthropos.Gesellschah, Arbeitsgruppe Gießen Heimatvereinigung „Schiffenberg". Sonntag, den 1. Mai, 3l/2 Uhr: Hauptversammlung mit Zamilienzusammenkunft auf dem Schiffenberg (Heimatsaal). Tagesordnung: 1.Jahresbericht. 2. Rech- nungsablage. 3. Unsere nächsten Aufgaben. 4. Verschiedenes. 5. Geselliges Zusammensein (Instrumental-, Gesangsvorträge usw.) Autoverkehr: Sahnhof—Selterstor - Lud- wigsplah - Gchiffenberg. 3278 d am Lumpenmannsbrunnen 13. Schneise, Steinbacher Straße Für Musik u. Vergnügungen ist gesorgt. 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Kein Hörrohr, kein elek- trisckier Apparat. Beauem im Ohr bei jeder Art Tätigkeit zu tragen. Die Erfindung eines Ingenieurs, der seit seiner Kindheit sehr schwerhörig war. Notariell beglaubigte Dankschreiben mit voller Adressenangabe. Unser Vertreter ist am Dienstag, dem 3. Rai, in Gießen, „Bahnhofs-Hotel“, 1. Etage, von »—7 Ehr, erteilt kostenlos Auskunft und nimmt Bestellungen entgegen. 3398 v WWel-MEAsl, Bteslan 16 Groß. Posten gebrauchte, aber gut erhaltene Eisendrahtgitter sowie sonstiges Umzäunungs - Material verkauft sehr billig 3412D Hermann Hess Schützenstr. 62, Alte Gails ehe Spinnerei Olfrt Nr. M Drittes Blatt (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) Spione, Mörder und Beirüger. Mein Kampf gegen Anarchie und Bolschewismus. Don Staatsrat a. O. Wladimir Orloff. ui. Wie werde ich Spion? Samstag, 50. April 1952 Abenteuer in der chinesischen Gesandtschaft. Copyright by Greiner L Eo., Berlin NW 6. Ach, bitte, bitte, Meister Orloff! Verraten Sie mir doch wie man die böten Spione erwischt?' Gin zierliche entzückend schöne Hofdame der Zarin fragt mich -Aber nichts einfacher als Lpionagenfang' Wir machen ä wie m der Sahara mit dem Löwenfang!' .Ach. wie aufregend! Und wie machen die Leute da» da?" „Ganz leicht! Man nimmt einen Trichter und schüttet den Sand der Sahara durch ein Sieb, nicht wahr. Der Sand rutscht durch, die Löwen bleiben im Sieb stecken. So bekommen wir auch unsere Spione'" ,.Aa. scheußlich!" ruft sie aus und berichtet s schaudernd ihren Freundinnen. Ach. wie oft wird an einen diese Frage gerichtet! Man kann fi, nicht beantworten, weil jeder Spionensang eme eigene Methode ersordert. Man must eben auf alles auspassen. auf alles gefaxt fein! Wieviel verfchiedene Arten von nk geöffnet, das Buch verschwunden . .. Sogleich erklärt er den Lode für überholt und führt einen völlig anderen ein. den er als schlauer Fuchs längst vorbereitet und mit den Seinen daheim verabredet hat ... Für den unglückseligen Spitzel war aber die ganze gefährliche und anstrengende Arbeit umsonst gewesen. Wer einmal Spion geworden ist. kommt nicht mehr davon los. Er wird Io fest gebunden und vor feinen Landsleuten fo kompromittiert. daß er schon aus Furcht vor Verrat nicht gefährlich werden kann, wenn er später einmal nicht mehr mitmachen will. Zunächst wird er einmal gehörig ausprobiert. Mit ihm erhalten noch sechs bis zehn andere die gleichen Aufträge. ohne das er's ahnt. Dann gibt man ihm Aufgaben, deren Lösung man längst einwandfrei Der freiwillige Arbeitsdienst, noch vor etwa einem halben Jahre vielfach nur zögernd und mit einem gewissen Mißtrauen ausgenommen. hat sich im Verlause der letzten Monate im Bezirke des Arbeitsamts Gießen immer mehr durchgefetzt. Damit hat sich ein gesunder Gedanke Dahn gebrochen, der auf seinem bisherigen Wege in die Praxis schon vielfältigen Ruhen und große Befriedigung für die an der Arbeit beteiligten Leute, aber auch bedeutsame Vorteile für die Allgemeinheit gebracht hat. Dom 30. Oktober v. 3. bis jetzt sind für den Bezirk des Arbeitsamts Gießen vom Canbe»- arbeiisamf Hessen insgesamt 107 Maßnahmen für den freiwilligen Arbeitsdienst für insgesamt 2603 Arbeitsdienftwillige genehmigt worden. Von allen Arbeitsämtern im Bezirk des LandeS- arbeitsamtes Hessen hat das Arbeitsamt Gießen 32 Prozent aller Maßnahmen des freiwilligen Arbeitsdienstes zu verzeichnen: es steht mit diesem Prozentsatz an der Spitze des Landesarbcitsamtsbezirks. Als zweites Amt hinter Gießen folgt Kassel mit nur 60 Maßnahmen des freiwilligen Arbeitsdienstes. Dem Landesarbeitsamt liegen zur Zeit noch 55 Maßnahmen zur Genehmigung vor, außerdem befinden sich bei den Gemeinden und anderen interessierten Stellen im Gießener Ar- beitsamtsbezirt weitere 70 Maßnahmen für den freiwilligen Arbeitsdienst in Vorbereitung. Es handelt sich dabei um zusätzliche gemeinnützige Arbeiten, wie Oedlandkultivierungen. Instandsetzung von Feldwegen. Ausbau von Waldwegen, Rodungsarbeiten im Walde, Fluß- und Bachlaufregulierungen. Herrichtung von Sportplätzen, Anpflanzung von Vogelschuhhecken. Drainage- und Grabenausräumungsarbeiten, Meliorationen und Verbesserung.von Hutweiden. DieMßliahmenimKreiseGießen Wir hatten am Donnerstag Gelegenheit, unter Führung des Direktors des Arbeitsamtes Gießen, Regierungsrat Dr. Dues, eine Reihe freiwilliger Arbeitsdienste im Kreise Gießen zu besichtigen. Ucbcr unsere Beobachtungen in den einzelnen Orten ist folgendes zu berichten: Lollar. In Lollar sind 32 Leute im freiwilligen Arbeitsdienst beschäftigt. Zur Zeit wird an der Drainage eines größeren Platzes unmittelbar vor dem Orte in der Richtung nach dem Hangelstein zu gearbeitet. Dieses Gelände, das bisher seucht und sumpfig war. soll durch die Drainage trockengelegt werden und künftig als Zeltplatz für die Gemeinde Verwendung finden. Durch diese Arbeit wird cm Gelände von etwa 7000 C.uaDratmctcr Umfang der Verwendung zugeführt. Weiter wird in den nächsten Tagen eine Vergrößerung und Reuherrichtung des Sportplatzes vorgenommen werden, der durch Ver'chleifungs- und Rodungsarbeiten wesentlich verbessert werden soll. Bei dieser Arbeit handelt es sich um etwa 4500 Tagewerke. • Treis a. d. Lumda. Die Gemeinde Treis an der Lumda läßt an zwei Plätzen unmittelbar vor dem Orte von 40 Leuten Äulturbaiiarbciten ausführen. An der Landstraße von Mainzlar her wird an der dicht vor dem Ortseingang zur Ehaufsee hervor- springcnden Bergnase ein Stück abgetragen. Mit dielen Erbmassen werden die Walser- und Sumpflöcher des alten Lumdalaufes, die bisher üble Schnakenbrutstätten waren, zugcfüllt. Durch die Geländeabtragung an dem Berge werden aber auch die Uebcrlichtsverhältnifse für den Verkehr aus der Landstraße an dieser scharfen Ecke günstiger gestaltet. Sobald die jetzige Arbeit an diesem Platze beendet ist, will man eine Verbesserung des Lumdalaufes in die Wege leiten. An der zweiten Arbeitsstelle ist eine schon lange als notwendig erkannte Zeldwegverbesscrung im Gange. Dort wird an lehr steil ansteigendem Gelände zwischen der tiefliegenden Sohle und der Spine des Hügels durch teilweisen Erdabhub mittels tieferen Geländeeinfchnitts eine Korrektur vvrgenom- men. Das oben abgetragene Erdreich wird am Fuße des Hügels zu beiden Seiten verteilt, ferner wird der Geländeanstieg ausgeglichener gestaltet und dadurch die Fahrtverhältnisse für die Land- wirtssuhrwerke günstiger gestaltet. Mit dem gewonnenen Steinmaterial soll der Weg außerdem kennt. Bald vermag man s.ch ein Bild über feine Zuverläs'.gkeit und Tüchtigkeit zu machen. Erst jetzt erteilt man ihm kompliziertere Aufgaben Die Honorare find gering, weil jeder Auftraggeber überzeugt sein muß. daß fein Spion nach einem halben Jahre doch auch für die Gegenseite arbeitet und nur die Partei redlich beliefert. Die ihn großzügig belohnt So zahlte Rußland für ein Merkbuch des deutschen GcneralstabS- offizierS 1500 Rubel, für genaue Festung»- beschreibungen von Posen 20000 Rubel. Eine Dame, die eine Reife nach Deutschland unternahm, um verschiedene Schriftstücke zu bc- schaffen — unter dem Deckmantel einer Aufkäuferin von geschmuggelten Zigarren erhielt Dafür 300 Rubel. Einige Agenten brachten Schlüssel von Gcheimschränken mit militärischen Dokumenten mit. In wenigen Stunden wurden danach die erforderlichen Rachfchlüsfel angefertigt Die Agenten erhielten den richtigen und einen salfchen Schlüssel ausgehändigt Der erste sollte aus feinen Platz zuruckgebracht werden, der zweite zum Oeffnen der Schränke dienen. Die Geheimdokumente wurden nicht immer verkauft. sondern bisweilen nur zeitweise zur Verfügung gestellt, damit man ’tc photographieren könne Ls gab ganze Kollektionen von kleinen Büchlein, nicht größer als Streichholzschachteln. Die Die Kopien irgendeinen gedruckten Buches oder eines handgeschriebenen Dokumentes vor- steIlten. Es gab Schulen für Agenten Mit täglichem Unterricht. befestigt werden. Der landwirtschafttreibenden Ortsbevölkerung wird mit dieser Wegverbefserung ein wertvoller Dienst erwiesen. Als weitere freiwillige Arbeitsdienst-Maßnahme denkt man an die Errichtung eines Denkmals für die Gefallenen der Gemeinde im Weltkrieg. Alten-Buseck. 3m Walde bei Alten-Buseck läßt diese Gemeinde von 24 Leuten durch Rodungs- und Erdbewegungsarbeiten, ferner durch Verlegung eines Dachlaufes eine Kulturarbeit vollbringen, die für den Forst von großem Ruhen sein wird. Der Dachlauf führte bisher bei starkem Gefälle nach anhaltenden Regengüssen ober starken Gewittern immer große Wassermassen zu Tal, die bei dem starken Anprall an das Erdreich große Verwüstungen am Waldbestand anrichteten. Der bisherige Schadensbezirk wird jetzt nach der Verlegung und' teilweisen Descstigung des Dach- laufes durch Rodungen und Planierungen für die Reuaufsorstung hergerichtet. Rach dem Abschluß dieser Arbeiten sollen weitere Maßnahmen ähnlicher Art in Gang kommen. Großen Buseck. 3n der Gemarkung von Großen -Duseck sind zwischen dem Orte und der Kreisstraße nach Reiskirchen zu 50 Arbcitsdienstsreiwillige mit der Rodung und Urbarmachung eines etwa 25 Morgen großen Geländes beschäftigt, das bisher stark versumpft und versteint war und für keinerlei Ruhung in Betracht kam. Ein großer Teil der Fläche ist bereits umgearbeitet, die herausge.» holten Steine sind zu großen Haufen ausgeschichtet worden und sollen nach Beendigung der Rodungsarbeiten zur Ehaufsierung der Feldwege Verwendung finden. Das durch die jetzigen Arbeiten kultivierte Land wird der landwirtschaftlichen Benutzung zugeführt und dann einen wertvollen Aktivposten der Gemeinde bilden. Als weitere Maßnahme des freiwilligen Arbeitsdienstes ist die Rodung eines Waldstückes ins Auge gefaßt. Ferner könnte wohl mit Leichtigkeit in Der Rahe der jetzigen Arbeitsstelle unter Rutzbarmachung der Wieseck ein Schwimmbad geschaffen werden, für das ein brachliegendes Landstück guten Platz böte. Burkhardsfelden Bei Burkhardsfelden ist auf der Höhe unmittelbar an der Landstraße von Oppenrod her die Herrichtung eines Sportplatzes im Gange, der landschaftlich sehr schön hegen wird und eine ausgedehnte Fläche Landes umfaßt, das für landwirtschaftliche Zwecke wegen feines starken steinigen Untergrundes keine Verwendungsmöglichkeit bietet. An dieser Baustelle haben die Leute, 25 an der Zahl, besonders schwere Arbeit im Kampfe mit der starken Steindecke zu leisten, ferner sind hier auch umfangreiche Erdbewegungen erforderlich. Albach. In der Rähe von Albach wird ein neuer Feldweg geschaffen und chauffiert. Das erforderliche Steinmaterial wird aus einer benachbarten Oedlandfläche gewonnen, die dadurch gleichzeitig kultiviert wird. Garbenteich. Die Gemeinde Garbenteich hat sich bei 44 Arbeitsdienstsreiwilligen gleichfalls ein umfangreiches Wegebauprogramm vorgenommen, bcf’en Kernstück die Chaussierung eines Weges nach Grüningen darstellt, der bei gleicher Tätigkeit von Der Grüninger Seite her vielleicht schon in ein oder zwei Jahren zu einer Direkten Chauffee von Garbenteich nach Grüningen werden Dürfte. Auch hier wird das Steinmaterial aus Oedland Der Gemarkung herausgeholt und damit zugleich gute Kulturarbeit geleistet. Ferner will die Gemeinde unter Inanspruchnahme einer Gemeindewicse den Sportplatz we'entlich vergrößern, der künftig zugleich Fcstplah ’ur alle Veranstaltungen in der Gemeinde fein soll. Unmittelbar gegenüber von biefem Platz, im Wielen- gründe an der Landstraße nach Lich. will man eine Badeanlage ^Planschbecken, Herrichten, um dadurch einem schon lange bestehenden Bedürfnis der Gemeinde gerecht zu werden. Hausen. D,e Gemeinde Hausen hat 40 Mann des freiwilligen Arbeitsdienstes im Wegebau beschäftigt. Das Feldwegenetz der Gemeinde hat durch diesen Arbeitsdienst bereits wesentliche Verbesserungen erfahren, weitere Maßnahmen gleicher Art sind zur Zeit noch im Gange und werden der Landwirtschaft, aber auch Den Spaziergängern, Die hd) ,n der Gegend deS Schiffen- berges erholen wollen, recht nützlich sein. Datzenborn-Gteinberg. Umfangreiche Wegcverbefferungcn sind auch in der Gemarkung von Watzenborn-Stern- berg zum Teil fchon vollendet, zum Teil noch im Gange. Hier lind 50 Mann im freiwilligen Arbeitsdienst beschäftigt Reben dem Wegebau sind auch ^Tainagcarbcuen in daS Dauprogramm eingestellt. Holzheim. Die Gemeinde Holzheim hat in ihrer Gemarkung 45 Mann im freiwilligen Arbeitsdienst bcfchäftigt. Hier wird durch Rutzbarmachung von Ocdland ein großer Sportplatz geschaffen Unmittelbar anschließend wird, ebenfalls auf gerodetem Oedland. in vorbildlicher Weife ein Dogelfchuygehölz dergorichtet, um Den gefiederten Feldpolizisten und Feinden der Ob'ibaumfchäd- hnge eine Rist- und Schutzstätte zu bieten. Dtefes Dogelfchutzgehölz, Deffcn Anlage für andere Ge metnben ein Vorbild sein sollte, wird etwa 160 Meter lang und 18 Meter breit fein. Ferner wird im Rahmen diefes ArbeitSprogrammZ Wegebau durchgefuhrt. Für später ist noch mancherlei Arbeit im Steinbruch vorgesehen, den man für bessere Ausnutzung Herrichten will. Großen-Linden. 3n der Gemarkung von Großen-Linden sind 40 Mann bei der Ehaussierung von Feldwegen und dem Drechen und Heranschafsen deS Steinmaterials befchästigt Auch hier ist bereits ausgezeichnete Arbeit geleistet worden. Weitere Arbeitsmaßnohmen im Wegebau und in Rodungen stehen hier noch auf dem Programm. Feststellungen und Schlußfolgerungen. Dei allen besichtigten Arbeiten fanden wir die Leute voll befriedigt bei Der Tätigkeit Diele junge Menschen, aber auch mitarbeitcnDe ältere Leute begrüßen die Schasfung Di ei er Ar- beitSmoglichkeiten aus vollem Herzen. Sie find froh. Daß sie durch diese Arbeiten endlich aus Der erzwungenen Untätigkeit erlöst sind. Wir konnten bei unserer Besichtigungsfahrt sogar beobachten. daß junge Leute Den Leiter des Arbeitsamtes. Regierungsrat Dr. Dues. mit der Ditte um Einstellung alS Arbeitsdienstfreiwillige bestürmten, um endlich wieder Beschäftigung zu finden, auch wenn Der tägliche Arbeitslohn von 2 Mark an sich nicht hoch ist. Man gewann Die Ueberzeugung, daß es all diesen fleißigen Leuten weniger um Den materiellen Vorteil, als vielmehr um die Erringung eines Arbeitsplatzes überhaupt gehl. Damit sie sich endlich wieder regen und des ideellen Segens der Arbeit teilhaftig werden können. Die gleiche Erscheinung tritt auch in zahlreichen Briesen an daS Arbeitsamt zutage, in denen junge und ältere Leute in geradezu rührender Weife fich zur Beteiligung an dem freiwilligen Arbeitsdienst herandrängen. Und die leuchtenden Augen, die wir bei all den eifrigen Schaffern der besuchten Arbeitsplätze sahen, gaben den Beweis Dafür, wie hoch diese Leute den Segen der wieder gewonnenen Arbeit einschätzen. Hier ist endlich ein Weg gezeigt, auf dem man wieder zufriedene und xirbeitsfrohe Menschen erhoffen kann, wenn alle Gemeinden ihn mit Entschlossenheit und Konsequenz beschreiten. Die eifrige Werbearbeit für Den freiwilligen Arbeitsdienst, Die gerade von dem Leiter des Arbeitsamtes, Regierungsrat Dr. Bues. entfaltet wird, findet schon durch die bis jetzt vorliegenden Tatsachen ihre volle Rechtfertigung. Mit voller Anerkennung muß aber auch Die Mithilfe bet Landwirte beim freiwilligen Arbeitsdienst vermerkt werden. In vorbildlichem Gemeinsinn haben die Landwirte überall da. wo im Rahmen deS freiwilligen Arbeitsdienstes Fuhrleistungen erforderlich waren, die Fahrten völlig umsonst geleistet und dadurch dem Arbeitsdienst, aber auch ihren Gemeinden wertvolle Hilfe angedeihen lassen. Diese selbstlose Mitarbeit gerade in der Zeit Der Frühjahrsbestellung verdient bei andere Hervorhebung. Aus unseren Beobachtungen vom Donnerstag an Den Plätzen des freiwilligen Arbeitsdienstes ergeben sich einige Schlußfolgerungen. Zunächst erscheint es dringend geboten, daß solche Gemeinden, in denen bis jeyt nur wenige Arbeitslose vorhanden sind, und die Möglichkeit zur Durch- sührung gemeinnütziger zusätzlicher Arbeiten im freiwilligen Arbeitsdienst gegeben ist. sich zu Arbeitsgemeinschaften zusammenlchhe- ßen, um auf diese Weife nacheinander in den einzelnen Gemeinden Den sreiwill'qen Arbeitsdienst in Gang zu bringen. Die Bildung solcher Arbeitsgemeinschaften dürfte sich besonders für manche Vogelsberggemeinden zur Verbesserung Der Hutweiden empfehlen Aus den guten Ergebnissen Der bisherigen Arbeit im totalen Rahmen ergibt sich aber noch eine weitere ilcbcr- legung. Was hier unter Verwendung der Geldmittel der Reicheanstalt für Arbeitslosenversicherung in kleinem Umfange geschaffen wird, nämlich arbeitsfreudige und zufriedene Menschen und gleichzeitig Werke zum Besten der Allgemeinheit, das sollte nun endlich auch in großem Rahmen unter Ruhbar- machung Der Gelder Der Reichsanstalt bei Der Schaffung gemeinnütziger Einrichtungen zur Tat werben? Wenn man diesen Weg Der Bekämpfung Der Arbeitslos.gleit mit Entfchloffenheit beschreitet. wird man für Hui dertlaukende. ja für Millionen von Arbeitern und auch für die Allgemeinheit Rutzen stiften und ein wirksames Stück Bekämpfung der deu'.schen Wirtschaftskrise leisten. Dieter Ersolg iwe Mühens rechtfertigt auch die Opferung eines Fürsorgeichemas. dessen Anwendung bisher für den einzelnen, wie auch für die Allgemeinheit, nicht gerade zum Besten gewesen ist weil es 'ich volkswirtschaftlich nicht produktiv auswirkte. Taten für Lamstag, 30. April. 1632: Der kaiserliche Feldherr Iferrlaes Graf von Tilln in Ingolstadt gestorben: — 1777: der Mwh- matifer K Gauß in Braunfchwcm geboren; — 1803 Der Gi-neralfeldmarschall Gras Noon in Pleus Hagen bei Stolberg geboren. — 1870: Der Operetten fomponift Fran; Lchär in fiomorn in Ungarn geboren. Der freiwillige Arbeitsdienst im kreise Gießen. Oer Gießener Arbeitsamtsbezirk im freiwilligen Arbeitsdienst an der Spitze von Hessen und Hessen-Nassau. von Ge° Rundfunkprogramm „ ... z .rhaltung des Gieße- ner Theaters rechtfertigen, doch es soll genug sein, und nur So könnte man noch eine ganze Reihe gensäßen aufzeichnen, die die Erhaltung d noch ein letztes Wort an die Kleinstädte Grünberg, Lich, Hungen, Nidda und Butzbach. Wo bleibt euer Bildungsstolz? Wer nicht die Buhne besucht, geht nicht mit der Zeit. An der Gießener Bühne aber sieht man sowohl Zeittheater, als auch klassische Kunst. — Vor allen Dingen sollten auch die Gebildeten der Kleinstadt und des Londes, und hier besonders die Lehrer, weit mehr für das Theater werben als seither, für das Theater, das die Universität Gießen und damit Oberhessen an Ansehen erheblich gewinnen läßt. Zu Beginn der letztwinterlichen Theatersaison hielt Schauspieler Fassot einmal eine Werbeansprache für das Theater. In dieser Ansprache bat er um guten Theaterbesuch, damit die Schauspieler, wenn sie vor der Aufführung durch das Loch im Vorhang in den Zuschauerraum sehen würden, nicht zu sagen brauchten: „Donnerwetter, es kommt wieder einmal einer angeströmt". An dieses Wort habe ich oft gedacht und oft bemerkt, „Donnerwetter, es kommt wieder einmal ein Auswärtiger an- gcströmt". Mächten alle Auswärtigen helfen, daß es von nun an besser wird! Sprecher: Landstallmeister Althaus. 15.20 bis 15.50: Hausscauen-Nachrnittag. 17: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18-.25: „Leistungen der Wünschelrute". Vertrag von Dipl-Ing Daurat Schleicher. 18.50: „Dom Bausparen", Gespräch zwischen Dr. R. Bauer-Mengelbcrg und Dr. Walter Helmes. 19.30: „Musikalische Grundbegriffe — Ihr Wesen und ihre Bedeutung", Dortrag von Hans Rosbaud. 20 (Opernhaus Frankfurt): Macbeth, Oper in drei Akten von Francesco Maria Piave, Musik von G. Verdi. 22.45 bis 23.30; Nachtmusik. Mittwoch, 4. Mai. 7.20: Frühkon§ert auf Schallplatten. 10.20 bis 10.50; Schulfunk: Malz Erben gegen Krusicke wegen Herausgabe einer Sache, ein Zivilprozeß von Actualis. 12 (Don Nürnberg): Konzert des Fränkischen Kammerorchesters Nürnberg 13: Konzert auf Schallplatten. 15.20 bis 16.20: Stunde der Jugend. 17: Konzert. 18.25: „Die Freizeitgestaltung des Erwerbslosen", Dortrag von Dr. Karl Wilker. 18.50: „Buchhaltung und Kleingewerbe", Dortrag von Dr.Hans Wolff. 19.15: Zehn Minuten Nachrichten über Kunst und Wis- senschait. 19.30: Frühling an der Bergstraße, Hörbericht von Paul Laven. 20 (Baden-Baden): Heitere Musik, gespielt vom Städtischen Kurorchester. 21: Dichtergalerie: Wilhelm Lehmann, zu seinem 50. Geburtstag. Leseproben: Karl Graef. 21.30: Unheimliche Stunde. 22.30 (Mannheim): Klaviermusik von Otto Voß, Heidelberg. 23.15 bis 24 (Don Berlin): Nachtmusik des Rundfunk- Orchesters mit Solisten. Donnerstag, 5. Mai. 6.15 (Von Hamburg): Hamburger Hafenkonzert. 8.15: Katholische Morgenfeier. 9.20: Stunde des Chorgesangs. 10.30: Schlußbericht über die Arbeit der Frankfurter Dolkshilfe im Sendebezirk des Südwestfunks, von Dr. Alfons Paquet. 11: Das ovale Bild; der Schmetterling, der stampfte, zwei Erzählungen von Leo Sternberg, gelesen von Hildegard Rieth-Rode. 11.30 (Von Leipzig): Landvolk und Gießener Stadttheater Wünsche eines auswärtigen Theaterbesuchers. Sonntag, I.Mai. 6.15 (Don Bremerhaven): Hafenkonzert. 8.15 (üriedenskirche Kassel): Evangelische Morgenfeier, veranstaltet von der Ev. Landeskirche in Hessen-Kassel. 10.30: Laienmusik. 11.30 (Don Leipzig): Reichssendung: Kantate von Johann Sebastian 'Bach. 12; Konzert auf Schallplatten. 13.05: Stunde des Chorgesangs. 14.10: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend. 15.30 bis 16.30: „Landgemeinde von Trogen" (Appenzell). 16.30 (Don Wiesbaden): Konzert des städtischen Kurorchesters. 17.30: Bandonion-Konzert, aus- gefuhrt von Hermann Llhtik. 18: „Der Himmel im Mai und 3uni — Die Welt unseres größten Druderplanetcn Jupiter", Vortrag von Professor Edmund Sittig. 18.50: Dreißig bunte Minuten. 19.35 (Gastspiel der „Spielgemeinschaft des Westens", Berlin, mit Agnes Straub): Minna von Barnhelm, Lustspiel von Gotthold Ephraim Lessing. 21: Frühlingskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart). 22.05 (Von Frei- bürg): Volksmusik, Originalkompositionen von 3. Schrammel. 22.55 bis 24 (Von Köln): Unter- Haltungsmusik. Montag, 2. Mai. 7.20; Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Unter- Haltungskonzert des Rundfunkorchesters. 13 (Von Köln): Konzert. 15.30: „Die Mitarbeit der Frau an der Verwirklichung des Siedlungsgedankens", Vortrog von 3ohanna Waescher. 17 (Von Mün- chen): Nachmittagskonzert. 18.25: „Warum Eheberatung?", zweites Gespräch zwischen Frau Dr. Fink und Dr. Paul Laven. 18.50: Englischer Sprachunterricht, erteilt von Oberstudienrat Paul Olbrich. 19.30: Militärkonzert. 21.10: Der Klatsch, Hörspiel von Hans Fallada. 22.45 bis 24 (Von München): Nachtmusik. Dienstag, 3. Mai. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Konzert. 13: Konzert auf Schallplatten, Enrico Caruso. 13.30 (Vom staatl. Hauptgestüt Trakehnen): Ausschnitt von der Trakehner Pferde-Auktion, Aus einem Orte im Kreise Gießen erhalten wir folgende Zuschrift: Die Gießener Stadttheaterleitung hatte kürzlich den Programmen Flugblätter beigelegt, in denen zum Ausdruck gebracht wurde, daß die Theaterbesucher ihre Karten möglichst früh kaufen sollten, um nicht durch den Kauf an der Abendkasse den rechtzeitigen Beginn der Vorstellungen zu ver- hindern. Diesen an sich selbstverständlichen Wunsch möchte ich als auswärtiger Besucher auch noch einmal an dieser Stelle dem Publikum vortragen. Gerade die auswärtigen Besucher des Gießener Stadttheaters empfinden es bitter, wenn durch das Verhalten einiger Nachzügler eine Vorstellung nicht pünklich beginnt und dadurch so spät schließt, daß entweder die Eisenbahnzüge nicht erreicht werden können, oder der Theaterbesuch vorzeitig abgebrochen werden muß. Das eine, wie das andere erzeugt bei dem auswärtigen Besucher eine recht unleidliche Stimmung, um so mehr, als man doch in das Theater grundsätzlich die beste Stimmung mitbringt: der krasse Gefühlsumschlag wirkt also noch empfindliche. Schließlich sollte auch der ortsansässige Theaterfreund dem auswärtigen dieses Entgegenkommen durch seine Pünktlichkeit gerne^ bringen, denn er steigert damit -die Freude des Fremden an der Theatervorstellung, die dieser dann auch mit Ruhe genießen kann; das wirkt sich weiter in vermehrtem Zuspruch von auswärts aus und steigert — und das ist das wesentlichste — die Einnahmen des Theaters, dessen Erhaltung im Interesse jedes Kunstfreundes liegt. Ein altes Wort sagt: „Pünktlichkeit ist eine Tugend der Könige"; möchten sich doch auch die Gießener durch diese Tugend adeln. Wer je einmal einer Vorstellung beigewohnt hät, deren Dauer sich in die Länge zieht, und der, je weiter der Uhrzeiger vorrückt, in ständig wachsender Sorge lebt, ob er den letzten Zug noch erreichen kann, ohne um den «chluß der Ausführung zu kommen, versteht meinen Wunsch recht und wird ihm gerecht. Und nun eine Bitte an d i e Bewohner der Umgegend von Gießen: Besucht die Aufführungen des Stodttheaters häufiger! Die Intendanz des Theaters gibt sich ganz offen- sichtlich die größte Mühe, auch den auswärtigen Besuchern in jeder Weise entgegenzukommen. So ist es beispielsweise ihr Verdienst, daß die S p ä t - züge auf den meisten Bahnstrecken später ge- l e g t wurden. Weiter hat die Intendanz ein 21 u s - wärtigen-Abonnement auf Mittwochs ein- gerichtet: an diesem Tage beginnen in der Regel bie Vorstellungen früher und schließen rechtzeitig, | o daß jeder seinen Zug erreichen kann. Ferner hat sie auch in diesem Winter Zehnerkarten aus- | Oberheffen. Eine weitere Beamtenversehung wegen der Alsfelder SA.-Affäre. WSN. Alsfeld, 29. Avril. Der im Zusammen- Hang mit der sog. AlsfelderSA.- Affäre, dje zu der ZwangsversetziM des Alsfelder Kreisdirek- lors Dr. Stammler nach Darmstadt ins Ministerium führte, ebenfalls von der Regierung mit einer Maßregelung bedachte Kreisveterinärrat Dr. Hofmann vom Alsfelder Kreisveterinäramt wurde mit Wirkung vom 2. Mai nach Erbach (Odenwald) versetzt. Die Stelle in Alsfeld wurde dem jetzt in Erbach amtierenden Kreisveterinärrat Dr. Ohly übertragen. Landkreis Gietzen. —/— Lich, 29.April. Der hiesige Verkehrs- und Berschönerungsverein, sowie der Ob st - und Gartenbau-Verein boten ihren Mitgliedern dieser Tage einen anregenden Abend. Gartenbau-Architekt Schwarz (Gießen) sprach über „Landschaftsgestaltung, Heimatpflege und Gartenanlagen". Der Vortrag, durch zahlreiche Lichtbilder veranschaulicht, zeigte Unterschiede in der Landschaftsgestaltung auf, wies auf die Verunzierungen und Verschandelungen durch Reklameschilder u. a. m. hin und offenbarte demgegenüber die natürliche Landschaft in ihrer unverbildeten Schönheit. Bilder von prachtvollen Gartenanlagen und mannig- faltigen Blumen fanden bei den Zuhörern viel Interesse. Eine rege Aussprache schloß sich an den Vortrag an. Lehrer H i l d, der Leiter der Veranstaltung, gab bekannt, daß der Verkehrs- und Verschönc- rungsoerein Lich auch in diesem Jahre wieder einen Blumenschmuck - Wettbewerb veranstalten werde. Kreis Schotten. )—( ßaubacf), 29.April. Dieser Tage fand hier eine Konferenz des Bezirks-Lehrer- Verbandes Laubach statt. Lehrer Dietrich (Rodheim) hielt einen interessanten Vortrag über das Rechnen im Zahlenraum von 1 bis 100. Er veranschaulichte seine Ausführungen an einem von ihm selbst erfundenen Rechenapparat. Die Ausführungen des Redners wurden beifällig ausgenommen. Kreis Alsfeld. ss. Grebenau, 29. April. Dieser Tage hielt bie Spar- und Darlehnskasse Grebenau ihre Generalversammlung ab. Direktor August Hofmann berichtete über die Tätigkeit des Vorstandes und Aufsichtsrates, während Rechner 3 ä g e r die Jahresrechnung und die Zinspolitik erläuterte. Der Reingewinn von 2372,81 Mark wurde dem Reservefonds und der Detriebsrücklage überwiesen, die sich damit auf 7500 Mark erhöht. Die Haftsumme beträgt 213 000 Mark. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder 3ohannes Gerbig (LIdenhau- sen) und Heinrich Möller (Eulersdorf) wurden einstimmig wiedergewählt. Von den ausscheidenden Aufsichtsratsmitgliedern Heinrich Rühl (Reimenrod), 3akob Geist (Eulersdorf) und aeinrich Wettläufer (Wallersdorf) wurde akob Geist (Eulersdorf) wiedergewählt, während die beiden anderen auf eine Wiederwahl verzichteten und durch Heinrich Schäfer (Reimenrod) und Konrad Rühl (Wallersdorf) ersetzt wurden. Starkenburg. Die Handwerkskammer bricht die Beziehungen zum Lezirksverband Groß-Gerau ab. WSN. Darmstadt, 29. April. Die Hessische Handwerkskammer teilt mit: Der Gesamtvorstand der Hessischen Handwerkskammer hat sich gemeinsam mit der Kommission zur Prüfung der K r e d i t w i r t- schuft der Handwerkskammer in seiner gestrigen Sitzung eingehend mit.Öen Angriffen be- faßt, die nach Presseberichten von dem Bezirks- verband Groß-Gerau wegen der Verwendung der Rhein-Ruhr-Hilfe in der Versamm. lung am letzten Sonntag gegen sie erhoben wurden. Die Handwerkskammer stellt fest, daß das ihr vor- liegende diesbezügliche Referat des Apothekers D o - nut in Goddelau voll von Unrichtigkeiten und Ent- stellunaen des wahren Sachverhalts ist und warnt vor Weiterverbreitung. Mit aller Entschiedenheit weist der Kammervorstand die gegen die Kammer und deren Organe erhobenen unerhörten Unterste!- hingen zurück. Die Handwerkskammer hat Antrag auf Einleitung eines Strafverfahrens gestellt. Infolge der Vorfälle sind die Verbindungen zu dem Bezirksverband Groß- Gerau bis auf weiteres abgebrochen. preutzen. Kreis Wetzlar. CO Münchholzhausen, 29. April. Gestern gegen 22.30 Uhr brach in der Scheune des Lebens- Mittelhändlers Karl Loh Feuer aus, das sehr rasch um sich griff und die Scheune samt angerauten Stallungen innerhalb einer Stunde ein Raub der Flammen werden ließ. Das Wohnhaus blieb unbeschädigt. Die in der Scheune untergebrachten (nichtversicherten) landwirtschaftlichen Maschinen und die Erntevorräte konnten nicht mehr gerettet werden. Der Schaden ist beträchtlich; die Gebäudeteile sind allerdings versichert. Als Brand- ursuche wird Kurzschluß angenommen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den I.Mai. Rogate. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christen, lehre für die Neukonfirmierten der Markusgemeinde; 9.30: Pfr. Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäus- gemeinde; Pfr. Mahr. — Iohanneskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfr. Aus- feld; zugleich Militärgottesdienft; 11: Kinderkirchs für die Johannesaemeinde; Pfr. Ausfeld; 20: Mis. sionsstunde im Johannessaal; Pfr. Groh. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; zugleich Chri- . stenlehre für die Neukonfirmierten der Luther- gemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Elifabeth-Kleinkinderfchule. 9.45: Pfr. Tic. Waas; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Lic. Waas. — Heuchelheim. 10: Hauptgott es- Öienft; 11.15: Katechismuslehre für die männliche Äugend (drei Jahrgänge). -7 Atten-vuseck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, anschließend Feier des hl. Abendmahls für die männliche und weibliche Jugend; 13: Christenlehre. — Kirchberg. 10: Kirchberg; Kollekte für die ev. Auslanddiaspora; 11: hl. Abendmahl für die Jugend von Daubringen; 13.30: Lollar. — Hausen-Garbenteich. 10: Hausen; 13: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 9.30: Beichte; 9.45: Predigtgottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls (w-ibliche Jugend). — Grüningen. 13.45: Hauptgottesdienst — Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Stiftspfarrer Draudt; hl. Abendmahl; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftsdechant Kahn. — Wiefeck. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls. katholische Gemeinden. Samstag, den 30. April. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den I.Mai, 5. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Manner; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 3. Mai. Gießen. 20: Maiandacht. Mittwoch, den 4. Mai. hangen. 6.30: Messe. Freitag, den 6. Mai. Gießen. 6.30 Uhr: Segensamt; 20: Maiandacht. — Lich. 6.15: Segensmesse. Tonntagsdienst d.Aerzte «.Apotheken am 1.5.82 vr. Wolf. Enge avotheke. Zahnarzt: Dr. Jager. ®D gegeben, die besonders für den Auswärtigen den Vorteil haben, daß er nur an d e n Abenden ins Theater zu gehen braucht, an denen es ihm die Umstände gestatten. Ein 2luswärtiger hat bekanntlich mit weit mehr Imponderabilien zu rechnen, als ein Einheimischer; das Wetter ist oft für ihn ausschlaggebend. Von verschiedenen Bahnstationen aus gibt es Mittwochs Sonntagskarten, wenn beim Lösen der Karte die Eintrittskarte für das Stadttheater vorgelegt wird. Angesichts dieser Bemühungen und des Entgegenkommen^ der Intendanz müßte der Theaterbesuch aus den Nachbarorten noch weit besser sein, als bisher. Man komme nicht mit Entschuldigungen, wie dem Hinweis auf die Notzeit. Freilich muß zugegeben werden, daß mancher tatsächlich einen regulären Theaterbesuch finanziell nicht erschwingen kann, die große Mehrheit dürfte und könnte für das Thealer interessiert sein. Dilettanten bieten vielfach nichts, während das Stadttheater mit [einen guten Künstlern wirklich Kunst vermittelt, Geist und Seele bereichert und damit Entspannung von dem harten Existenzkampf bietet. Die Dilettanten leben nicht von ihrem Theaterspiel, während die Gießener Künstler von ihrem und durch ihren Beruf existieren müssen; und schließlich sind es nicht allein die Künstler, sondern auch Angestellte und Arbeiter, die im Theater ihr Brot verdienen. Reichssendung: Kantate zur Himmelfahrt Christ^ von 3ohann Sebastian Dach. 12.10 (Von Kassel)! Konzert. 15: Stunde der Jugend. 16: Nachmittaaskonzert. 18: „Die Mai-Festspiele und Llrauf- führung „Die große Katharina". Oper von 3gnatz Lilien, Text von Dernard Shaw, im Wiesbadner Dtaatstheater", Einführungsvortrag von Intendanten Paul Bekker. 18.25: „Mittelmeer im April". Reisebericht von der Hellas-Fahrt von Hermann Herrigel. 18.50: Eine Viertelstunde Lyrik: 3na Seidel, gesprochen von Charlotte Chri- stann. 19.05: „Dies nebenbei", kleine Prosa von Ossip Kalenter. 19.25 (Von Wiesbaden): Auto- und Flugturnier in Wiesbaden. 19.45: Operetten- Konzert. 21.20: Oesterreichischer Heimatabend, Literarisch-musikalische Hörfolge. 22.50 bis 24 (Von Köln): Nachtmusik. Freitag, 6. Mai. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Amerikanische Marschmusik. 13 (Von Köln): Konzert. 17 (Von München): Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.25: „Vom Irrwahn der Astrologie", Vortrag von Prof. Dr. E. Deutel. 18.50: Aerztevortrag. 19.20: Volks- und Studentenlieder. 20 (Karlsruhe): älnterhaltungskonzert des Philharmonischen Orchesters Karlsruhe. 21: Zwei Kurzgeschichten von Trude Wolf, erzählt von Karl Köstlin. 21.20 (Baden-Baden): Konzert für Cembalo. 22.45 bis 24: Nachtkonzert des Rundfunkorchesters. Samstag, 7. Mai. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.20 (Don Hamourg): Schulfunk: Eine Seeamtsverhandlung. 12: Konzert auf Schallplatten. 13: Blasmusik des Württ. Tonkünstler-Orchesters. 15: Stunde der Jugend. 16 (Aus dem Gustav-Diegle-Haus): Musikstunde des Konservatoriums für Musik. 17: Konzert. 18.25: „Ziel und Weg der deutschen Sportfliegerei", Vortrag von Reg.-Baumeister Albrecht Kurrer. 18.50: „Wirtschaftsverfassung und Wirtschaftslage der Völker: Oesterreich , Vortrag von Dr. Fritz Neumark. 19.30: Kirschblüte im Renztal, Stetten, Strümpfelbach,Schnait, ein Funkbericht von Sofie Tfchorr, Martin Lang, Ernst Stockinger. 20.15: Frühlingsluft, Operetts in drei Akten. Musik nach Josef Straußschen Motiven von Ernst Reiterer. 22.45: Jazz auf Zwei Flügeln, gespielt von Hilde Loewe und Poldi Donath-Sperling. 23.15 bis 24 (Don Berlin): Nachtmusik. ol - bei bdli9ere,n Jeff der Kaffee kcMdi sein , 23O muß 'ne VriM Weber ieeln / , . it an Geschmack, fehl* Urnfl| stört: Mäher s" 9*”1' —was manchmal stq Ein Jäckchen reicht für ca. 12 Viertelpfunde Kaffee !k U CIL II M NirgendsSihmulinirgendsflede ©-Glanz injeder Ecke/ 5***& Beim Geschirraufwaschen genügt ein Teelöffel® für eine normale Aufwaschschüssel. So ergiebig ist es? 3193/Sl d_____________________________________________________________________ @ ist der Wächter der Reinlichkeit - in der Speisekammer, im Badezimmer, in der Toilette, im ganzen Heiml Jeder mit (im?) gesäuberte Gegenstand - und das sind hunderte Hausgeräte aus Holz, Glas, Porzellan, Stein, Marmor oder Metall - atmet hygienische Frische. Gerade weil ein gesundes Heim viel Reinigungsarbeit erfordert, brauchen Sie eine flinke, billige Kraft, ein Mädchen für alles:@l ): Miandachl. — "en. 12; »Ilun9Äloni#rt ien. prif. )>e. ig nach D|lern. le|[e; Kommunion Hochamt mit Pre- Grünberg. 9.45: 130: Dortrag und imt mit Predigt: 1. - Cid). 30: j und Andacht- - "en. 10.20 (Tu. ' Aunde dn Du. 1?I ? ^deutschen ^■<öaumeifttt ■'®«hn 2m Mvperett, ^.Straußlchen it45 0N auf w ßoebc und $24($n^. "eUnb4(?Nt. bon $ Ä'tt Stz> Steg “Ä: ^^OlaknX icken nm UM® Enge avotbele. er. _____ Wen. Jen. Legate. jUAleich ühri|ltn. U'arlusflemeinbe; ur die Matthaus, lesfirdjt. 8: W, hre für die Neu. 9 30: Pjr.Au?. 11: Sinbertird)! lusfelb; 20: Mi|. Troh. - Kapelle W. zugleich llhri. len brr Luther- Luthergemeinbr; schule. 9.45: > fy/rusgemtlnbe; 0: Jjauptgotte«- die männliche n-TJu\rf. W. :^nb Feier der and weibliche Burg. 10: Kirchberg: :a; 11: hl. Abend- len: 13.30: Lollar. ; 13: Tarbenteich. eichte; 9.45: Pre- ;r des hl. Abend- irüningen. 13.45: ichte; 9.30: Stifts. .45: Kindergoltes- - wiescik. 9.30: n Anfchluß Feier Hergesielli in den Persilwerken* Stoffe aparte Neuheit per m farbige gute Ware .. per m Alle anderen, hier nicht genannten Artikel Grobe Posten Reste L.Bemard Plockstrabe 16, Gröfotes Stoffspezialhaus am Platze. 3107 A Z-leilige Kapokmatrahen...M. 6.- Z'teilige Roßhaarmatratzen Mk. 8 Schlaraffiamatrahen Original,». Ml. 56.— von Ult. 16.— Schoner nur starke Ausführung,In von 2)lf. 2.— an allen Größen und Farben polsterwerlstatie A.Wehcheim Löberstr. 17 .................................III...................................................Illlllllllllllllllllllll äußerst billig. 3417 A Heinrich Hochstätter "iwiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiinniiiiiiiiiiiiHiiiiilUHiiiiiiiiiiniiiiniiiiiniiiiniinniiiiniiiiiiiiii' Afgalaine.130 cm br.. hochelegante weichflleß.Ware in allen neucnTön . selbst verständl.auch silbergrau.p.m Siahldrahtmatrahen in allen Größen lieferbar.. 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Nachdruck verboten I Aenne Ohlen stand nun fertig angekleidet in dein hohen schönen Zimmer. Hell und strahlend warf der Spiegel dieses vornehmen Ankleideraumes ihre schlanke Gestalt zurück. Das Mädchen griff sich immer wieder an den Kopf. Es mußte doch ein Traum fein, was sie hier erlebte? Ein wunderschöner, unfaßlicher Traum? Eine Rolle! Kein Traum! Nur eine kleine Nolle im Machtdasein eines Mannes! Nichts weiter! Sie hatte nur dafür Sorge zu tragen, daß sie diese Rolle gut spielte. Weiter verlangte man von ihr nichts. Uni) sie hatte gar keine Ursache, jetzt hier zu stehen und an ein Märchen zu glauben. Da erschrak sie bis ins Herz hinein. Die Mutter und Marga warteten! Sie hatte keine Gelegenheit mehr, noch heute abend in die Stadt zu fahren. Sie mußte, wenn es spät würde, gleich hier bleiben bis morgen früh. Aber dann mußte sie ihre Angehörigen verständigen, denn die Mutter würde sich doch furchtbar ängstigen. Und Marga auch. Wenn die Schwester auch nach außen hin immer hart und unfreundlich schien, so liebte sie sie doch sehr, das wußte Aenne. Es klopfte. Gleich darauf trat Doktor Ans- brück über die Schwelle. Er blieb stehen. 3n seinen Augen war etwas, was sic nicht enträtseln konnte. Eine Märchengcstalt! Das silbcrdurchwirkte Kleid schmiegte sich um den schlanken Mädchcnkörper. Ganz lang war es und umgab die weichen Linien wie ein schillernder Schleier. Goldig schimmerten die blonden Locken. Die kleinen Füße steckten in weißseidenen Schuhen mit silbernen Agraffen. Die Hände hielten ein bißchen ratlos eine herrliche künstliche Rose von mattestem Rosa. Aenne wußte nicht: Sollte sie diese Rose an der linken Schulter befestigen oder wollte er, daß sie Schmuck trage? Beides ging nicht. Sie besaß einen äußerst guten Geschmack. Madame Endiee rief sie zuweilen zu sich in ihr Privat- »immer, wenn es einmal wieder etwas ganz Besonderes auszudenken gab für irgendeine der reichen verwöhnten Kundinnen. ,,©ie — sind - sehr schön, kleines Mädel. Möchten Sie nicht die Blume da auf der Schulter befestigen? Ich nehme an, daß diese Blume zu dem Kleide bestimmt war?" „3a. Aber Madame Gndiee ließ sie nicht befestigen, weil — weil Frau Doktor Ansbrück gern Schmuck trug und die große auffallende Blume dann nicht mit in den Rahmen paßte." „3 * —i FÜR FABRIKAT GEWERBE HAUSHALT ILUFT- . GEKÜHLTE UND WASSER^ GEKÜHLTE ATE. . .KaLTEMA- kSCHINEN Besuchen Sie die 4. Frankfurter Automesse für gebrauchte Kraftfahrzeuge und Autozubehör vom 3393V 30. April bis 4. Mai auf dem Festhallengelflnde, Frankfurt am Main Geöffnet von 9 bis 18 Uhr Eintrittspreis 50 Pf. 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