Mittwoch, SO. März M2 182. Jahrgang Ur. 74 Erster Matt Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer ms zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig,- für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20'/, mehr. Lheftedallteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton vr.H.Thnriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. WGretzenerAnzelger von einzelnen Nummern ZAZ General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Gieße«. v ’ Sr gegenüber demjenigen, dem zuzustellen ist, als bewirkt. Das hat aber mit der anderen Frage nichts zu tun, ob dem Steuerpflichtigen Nachsicht gewährt werden kann, wenn er infolge eines Verschuldens der Crsahperson erst nach Ablaus der Nechtsmittelsrist von der Zustellung Kenntnis bc- kommen Hot. Diese Frage ist nur für den Fall zu verneinen, daß dem Steuerpflichtigen selbst ein Verschulden zur Last fällt. Entgegen der allgemeinen Regelung sind die Dorschrillen über die Nachsichtgcwäyrung bei Rechtsmitteln gegen die für den Grundbesitz sest- gcflelltcn Einheitswerte zum 1. Januar 1931 durch die Osfenlegungsverordnung vom 29. Jan. 1932 wesentlich gemildert worden. Die für den Grundbesitz festaestellten Einheitswerte zum 1 Januar 1931 werden den Eigentümern nur noch in bestimmten Ausnahmefällen durch besonderen Bescheid bekanntgegeben. Im Regelfall erfolgt die Bekanntgabe lediglich durch Offenlegung bei den Finanzämtern bzw. auch bei den Bürgermeistereien. Die Frist für die Einlegung eines Rechts^ mittels, das sich gegen die Feststellung des Einheitswertes richtet, beginnt mit dem Ablauf der Offenlegungsstist. Im Hinblick auf die große Bc beuhtng. die der Offenlegung der Einheitswerte zukommt, und mit Rücksicht auf die Neuheit des Offenlegungsverfahrens war es erforderlich, Dor kehrungen zu treffen, um Härten zu vermeiden, und um zu verhüten, daß die Steuerpflichtigen ohne Verschulden Rechtsnachteile durch dcisOsfcn- legungsversahren erleiden. Es ist deshalb in den Fällen, in denen der Steuerpflichtige noch Ablauf der Offenlegungssrisl ein Rechtsmittel einlegt, das sich gegen einen offengclcgtcn Einheitswert richtet, falls der Steuerpflichtige über den festgestellten Einheitswert eine besondere Benachrichtigung nicht erhalten hat, die Frage der Nachsichtgewährung in wohlwollender Weise zu prüfen. Dies gilt auch dann, wenn der Steuerpflichtige in Unkenntnis über die Rechtswirkung der Offenlegung Einspruch gegen die Feststellung des Cinheitswertes erst innerhalb eines Monats noch Empfang des Steuerbescheides einlegt. Di? Dorschriften der Reichsobgabenordnung, nach denen der Antrag auf Nachsichtgewährung innerhalb zweier Wochen zu stellen ist und eine Nachsichtbewilligung nach Ablauf eines Jahres nicht mehr möglich ist, finden auf die Rechtsmittel- verfahren gegen die offengelegten Einheitswerte keine Anwendun^^ Fristversäumms und Nachsichtgewährung im Gteuerrechtsmiitelverfahren. Von Steuerinspektor Zrees, Gießen. Bankenfusion und Bankangestellte Von K. Decker, Hauptverwaltungsmitglied des Oeuischen Äanldeamten-Vereins. dieser Frist nachzuholen. Nach Ablauf eines Jahres, von dem Ende der versäumten Frist an gerechnet, kann die Nachsicht nicht mehr begehrt, oder ohne Antrag bewilligt werden. Die Nachsicht kommt erst in Frage, wenn die anzufechtende Entscheidung bereits Rechtstrast erlangt hat. Sie bezweckt, die Beseitigung der Folgen einer Verspätung für den Steuerpflichtigen möglichst zu erleichtern. Jedoch darf nach dem Urteil des Reichsfinanzhofes vom 1. März 1923 dieser Gesichtspunkt nicht so weit ausgelegt werden, daß hierzu jede Entschuldigung ausreicht, die in auch nur einigermaßen begründeter Form vorgebracht wird, denn sonst würde die Zustellung, ein für die formelle Grundlage der Steueransprüche wesentlicher Dorgang, eines großen Teils ihrer Bedeutung entkleidet und eine für die öffentliche Dienstführung schwer erträgliche Slnsicherhcit erzeugt werden. Wenn eine schuldlose Der Hinderung an der Wahrung der Frist anzunehmen ist, kann vielmehr nur unter Würdigung aller tatsächlichen Dm stände entschieden werden, die im Cinzelsatte das Derhalten des die Nachsicht Begehrenden gegenüber dem Formalakt der Zustellung bedingen. Im allgemeinen ist nicht unschuldig an der Versäumung einer Frist, wer mit der Absendung eines Schriftstückes ohne Grund bis kurz vor Ablauf der Frist wartet. Geht jedoch das zur Wahrung einer Frist dienende Schriftstück so zeitig bei dem Ankunftspostamt ein, das noch vor Ablauf der Frist für die empfangende Behörde die Möglichkeit der Abholung besteht, so bildet es fein Verschulden des Absenders, wenn die Behörde ihre Post sonst abholt, jedoch innerhalb der Frist von der Möglichkeit der Abholung keinen Gebrauch macht (Urteil vom 22. April 1927). Auch wer eine Rechtsmittelschrift als gewöhnlichen Brief absendet, handelt nach dem Urteil vom 4. Sept. 1929 nicht schuldhaft. Die beim eingeschriebenen Brief erfolgende Beurkundung der Auslieferung bildet"nur ein besonders wirksames Beweismittel, um die Behörden von der Tatsache der Auflieferung zu überzeugen. Nachsicht kann auch wegen entschuldbaren Rechtsirrtums gewährt werden. So kann z. B. nach dem Urteil vom 21. Februar 1922 ein Verschulden schon dann verneint werden, wenn der Rechtsmittelführer aus Rechtsirrtum glaubte, daß er nicht zur Einlegung eines Rechtsmittels berechtigt sei, oder daß durch die Einlegung des Rechtsmittels durch den Gesamtschuldner seine Rechte gewahrt würden, zumal in dem dort behandelten Falle der Gesamtschuldner die Steuer durch Vertrag übernommen hatte. Hierbei haben die Rcchtsmittelbehörden davon auszugehen, daß die den Steuerbehörden geläufige Rechtslage, wonach die Vereinbarungen der Beteiligten über die Steuertragung dem Reich gegenüber keine Wir- Handwerk in der Lehrlings Haltung bislang in bescheidenen Grenzen gehalten Es ist wohl nicht zu hoch gegriffen, wenn man annimmt, daß rund 70 bis 75 Prozent aller gewerblichen Lehrlinge im Handwerk ihre Ausbildung erhalten. Hierin liegt gerade die allgemeine Bedeutung des Handwerks als Erzieher des sachgewerblichen Nachwuchses. ein Umstand, der die berechtigte Schlußfolgerung zuläßt, daß das Handwerk nach wie vor einen großen Teil des Facharbeiterbedarfs der Industrie deckt. Auch die Erhebungen des Ausschusses zur Untersuchung der Erzeugungsund Absatzbedingungen der deutschen Wirtschaft bestätigen, daß das Handwerk als Rekrutierung»- ?lebtet für die gelernten Kräfte einer recht statt- ichen Anzahl von Jndustriegruppen in Frage kommt. Es wird vom Handwerk mit Genugtuung begrüßt. daß sich auch die Absolventen höherer Lehranstalten in zunehmendem Maße einem handwerklichen Beruf zuwenden. Gerade die unlängst im Reichsinnenministerium abgehaltenen Beratungen über eine Berusshilfe für die Abiturienten hoben nicht ohne Grund auf den Uebcrtritt zum Handwerk hingewiesen. Das Handwerk ist Der Nachwuchs im Handwett. Don Friedrich Oerlien, Hannover, Dorsch. des Veichsverbandes des Handwerks. Da» deutsche Handwerk hat der Frage der Berufsausbildung seines Nachwuchses seit alters her besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Seit dem 15. Jahrhundert kennt es eine geordnete, damals von den Zünften überwachte Meifterlehrc. Die erzieherische Arbeit des Handwerks für den Nachwuchs war beherrscht von dem Gedanken, daß sich die Frage der Ausbildung der ßebr- linge dem Vesamtinterelle des BerussstandeS unterzuordnen hatte. Hinzu trat die Erkenntnis, daß die Erziehung der Lehrlinge nicht nur Vorrechte gab, sondern auch große Derpslichtungen mit sich brachte. Zur Berussausbildung wurde al» geeignet nur angesehen, wer selbst den Nachweis eigener beruflicher Tüchtigkeit erbracht hatte. An dieser Grundeinstellung hat das Handwerk auch für die Gegenwart festgehalten Für die Regelung des Lehrlingswesens im Handwerk geben heute die Bestimmungen der Gewerbeordnung die gesetzliche Grundlage ab, wonach den Innungen und Handwerkskammern die Durchführung im einzelnen obliegt. Die Anlei- jungsberechtigung für Lehrlinge steht in Handwerksbetrieben nur denjenigen Personen zu. welche das 24. Lebensjahr vollendet und selbst eine Meisterprüfung abgelegt haben. Sie schließt die Verpflichtung in sich, den Lehrling in den im Betriebe vorkommenden Arbeiten dem Zwecke der Ausbildung entsprechend zu unterweisen. So zeigt sich der Lehrvertrag als ein Erziehungsvertrag. der neben einer gewissen staatsbürgerlichen Er- ziehung vor allem auch die Heranbildung zu einer selbständigen Persönlichkeit bezweckt. Nach neueren Erhebungen des Deutschen Handwerks- und Gewerbekommertages ergab sich für den 31. Dezember 1930 ein Lehrlingsbeftand in der deutschen Handwerkswirtschast von 699 335 Personen. Von dieser Zahl entsielen 628 555 auf männliche und 70 780 auf weibliche Lehrlinge. Nach der sachlichen Gliederung des vorhandenen Lehrlingsbestandes kommen auf das Baugewerbe 172 183 Lehrlinge (24,6 Prozent). In den Metall- Handwerken betrug die Zahl der Lehrlinge 171 768 (24,6 Prozent) und im Bekleidung»- und Reinigungsgewerbe 154 023 (22 Prozent). Es folgen bann das Nohrungsmittelhandwerk mit 103 970 Lehrlingen (14,9 Prozent), das holzverarbeitende Handwerk mit 74 483 (10.6 Prozent), das Pa- pier- und Vervielsältigungsgewerbe mit 20 679 Lehrlingen (3 Prozent! und schließlich die sonstigen Handwerksgruppen mit 2229 Lehrlingen (0.3 Prozent). Die statistischen Erhebungen hoben weiter ergeben, daß von rund 600 000 Lehrlingen 4500 00 bei Jnnungsrnitgliedern und rund 150 000 bei Nichtinnuiigsmitgliedern in der Lehre standen. 3m Kalenderjahr 1930 haben 212 838 Lehrlinge die Gesellenprüfung abgelegt. Der Lehrlings bestand hat sich in den Jahren 1926 bi» 1930. für welche Zeit die Ergebnisse regelmäßiger Erhebungen vorliegen. um rund 10 Prozent vermindert. Sonach haben sich die Auswirkungen de» Geburtenrückganges für das doch auch ans Herz, alles aufzubieten, um ihren Kindern das spätere Fortkommen zu erleichtern. Eine gründliche Ausbildung und Vorbereitung aus den Berus hat sich noch stets bezahlt gemacht. Sic ist oft das einzige, was die Eltern ihren Kindern mit auf den Lebensweg geben können. Vielen Eltern ist aber der Weg unbekannt, wie sie auch dann, wenn sie nicht in der Lage sind, besondere Aufwendungen für ihre Kinder zu machen, diesen trotzdem zu einer ordentlichen Berufsausbildung verhelfen können. Es sind die Berufsschulen, wo sich alle diejenigen, die noch keine Lehrstelle haben, ohne Kosten dos für den Lebenskampf notwendige Rüstzeug erwerben können. Die jungen Menschen sind von der Straße weg. und ihr Tag ist mit nützlicher Beschäftigung ausgefüllt. Wirtschaftliche Kenntnisse braucht jeder, ganz gleich, ob er sich der Beamtenlausbahn, einem handwerklichen, oder rein kausmännischen Beruf zuwenden will. Eine gute wirtschaftliche Bildung hat immer ihre Vorteile: sic macht den Menschen anpassungs- und umstellungsfähiger, beweglicher und freier. Auch selbständige Geschäftsleute und Handwerker, die ihre Kinder im eigenen Geschäft verwenden und nicht gewillt sind, sie jeden Morgen zu entbehren, werden die Berufsschule der Volltagsschule vorziehen. Rechtslehre. Wirtschaftsgeographie und Staatsbürgerkunde sind sür die Kenntnis der menschlichen, politischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge von größter Bedeutung. Auch Kurzschrift. Maschinenschreiben und kaufmännische Korrespondenz sind Fertigkeiten, die mit bestem Nutzen in jedem Berufe Verwendung finden. Dasselbe gilt für die Kenntnis von Buchhaltung und kaufmännischem Rechnen. Gebiete, die ganz besonders an den kaufmännischen Berufsschulen gepflegt werden. Kein vorwärts- strebender junger Mensch wird sich ferner die Gelegenheit entgehen lassen, sich so weit in der englischen Sprache ausbilden zu lassen, daß er sie in Wort und Schrift praktisch verwerten kann. Sind für welches junge Mädchen wäre es ein Nachteil, wenn es nicht nur über Herkunft. Beschaffenheit und Dehandlungsweisc der Waren des täglichen Lebens gut Bescheid weiß, sondern auch in der Kunst des vorteilhaften Ein- und Verkaufes, sowie in Zier- und Plakatschrift gründlich uifterrid)tct wird? - Cs ist kein totes Wissen, das sich die Jugendlichen beiderlei Geschlechtes mit und ohne Lehrstelle aneignen können. Im Gegenteil, die mit der charakterlichen Fortbildung einhergehende besondere Fachausbildung an den kaufmännischen Berufsschulen hat das Gute für sich, daß die jungen Menschen eine engere seelische Beziehung zur Arbeit bekommen, weil man ihnen von der Theorie her eine Brücke zur praktischen Arbeit schlägt. Wir alle wollen eine Jugend, die eine bessere Zukunft zu gestalten befähigt ist. Ebnen wir dieser Jugend die Wege dorthin! Im Steuerrecht können Fristen zur Einreichung von Erklärungen und Fristen, die von Steuerbehörden gesetzt sind, verlängert werden. Dies gilt aber nicht von Ausschluhsristen. Fristen zur Einlegung eines Rechtsmittels sind Ausschluh- sristen. Dementsprechend sind die Rechtsmittelbehörden nach § 252 (§236 alter Fassung! der Reichsabgabenordnung immer wieder gezwungen, eingelegte Rechtsmittel als unzulässig zu verwerfen, da sie nicht fristgerecht eingegangen sind. Auch die Dorschriften des §86 (§68 a. F.) AO. bieten nicht immer die Möglichkeit, die Rechtsfolgen einer verspäteten Rechtsmittelein- legung zu beseitigen. Nach dieser gesetzlichen Bestimmung kann, wer ohne sein 'Verschulden verhindert war, die Rechtsmittelsrist einzuhalten, Nachsicht wegen Versäumung der Frist beantragen. Die Nachsicht ersetzt die übliche schwerfällige Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Sic setzt keine Verhinderung durch chöhcre Gewalt, sondern nur schuldloses Versäumen der Frist voraus und kann unter Slmständen ohne Antrag erteilt werden. Das Verschulden eines gesetzlichen Vertreters, oder eines Bevollmächtigten steht dem eigenen Verschulden gleich. Der Antrag auf Nachsichtgewährung ist innerhalb zweier Wochen (Ausschlußfrist) nach Ablauf des Tages zu stellen, an dem der Antrag zuerst gestellt werden konnte: Da bet sind die Tatsachen, die den Antrag begründen sollen, an$ü- |übten und glaubhaft zu machen. Die Einlegung des versäumten Rechtsmittels ist innerhalb zu vermeiden, zumal der Barmer-Dank-Verein ein erhebliches Geschäft mitbringt und die Zahl der mit zu übernehmenden Angestellten nur etwa 1000 beträgt. Wenn schon ein Abbau notwendig wird, so möge man ältere Angestellte angemessen pensionieren, wodurch ohne weiteres der etwa erforderliche Ausgleich geschaffen wird. CBci der Fusion der Danatbank mit der Dresdner Dank kommen zwei größere Beamtenkörper zusammen, die insgesamt rund 13 000 Köpfe zählen. Es ist sicherlich nicht uninteressant, darauf zu verweisen, daß Ende 1923 die beiden nunmehr zusammengelegten Institute 52 ZOO Angestellte zählten, also einen vierfach größeren Personalbestand zu verzeichnen hatten. Ein erfreuliches Moment ist es, daß der Reichsfinanzminister, der vor den Fusions-Beschlüssen mehrmals mit dem Deutschen Dankbeamten-Derein über die damit zusammenhängenden Angestelltenfragen verhandelte, sich bereit erklärt hat, durch das Reich der Dresdner Dank 20 Millionen Reichsmark in bar zur Verfügung zu stellen, damit durch diesen »Härte-Fonds" in all den Fällen eingegrifsen wird, in denen Angestellte durch diese Fusion ihre Existenz einbühen. Auch bei dem Zusammenschluß der Dresdner Dank—Danatbank muß mit größter Eindringlichkeit die Forderung erhoben werden, bah ein Abbau von Angestellten möglichst vermieden wird, zumal es sich auch hier durchweg um qualifizierte Angestellte handelt, die ihre ganze Arbeitskraft ihren Instituten und damit der Gesamtwirtschaft gewidmet haben und nunmehr einem völlig ungewissen und trostlosen Schicksal überliefert würden. Aeltere Angestellte mit längerer Dienstzeit sollte man zu ausreichenden Sätzen pensionieren. Sollten Angestellte zur Entlassung kommen müssen, so mühte deren Exi- | stenz für längere Zeit sichergestellt und ihnen > die Zusicherung gegeben werden, daß bei Wiederbedarf an Arbeitskräften auf die abgebauten Angestellten in erster Linie zurückgegriffen wird. Wir sind überzeugt, daß sich bei vernunftmähiger und sozialer Behandlung dieser sicherlich schwierigen Fragen ein Weg finden läßt, die berechtigten Wünsche der Angestellten zu erfüllen, zumal dann, wenn in Berücksichtigung gezogen wird, daß in einem solchen Großbetrieb der naturgemäße laufende Abgang an Personal mit der Zeit ohne weiteres zu einer Verringerung der Angestelltenziffer führt. Richt unbillig kann das Verlangen angesehen werden, daß der 20-Mil- lionen-Härtefonds des Reiches nicht dazu benutzt wird, um etwa Riesenabfindungen für abzubauende Direktoren und Aufsichtsräte zu gewähren. Dieser Fonds muß zur Milderung der Retlage derjenigen Angestellten dienen, welche bei dieser Bankenfusion die Leidtragenden sind. Angesichts der trostlosen Lage des Arbeits- morktes für Angestellte hat auch die Oeffentlich- keit ein starkes Interesse daran, daß die neuerlichen Dankenfusionen nicht dazu führen, weitere Tausende von Bankangestellten in Rot und Elend geraten zu lassen. Im Interesse der Betroffenen muß vielmehr in ernster und gewissenhafter Weise eine sozial befriedigende Lösung gefunden werden. Es dürfen im Bankgewerbe, als dem Drehpunkt der deutschen Volkswirtschaft, nicht neue Spannungen entstehen, die auch nach anderer Richtung hin sich verhängnisvoll auswirken würden. Der harte Schlag für die Bankangestellten kann abgewendet oder mindestens gemildert werden, wenn dem dringenden Appell der Bankangestellten und ihrer Berufsorganisation, dem Deutschen Dankbeamten-Derein, Rechnung getragen wird. polens Angst vor der eigenen Krise. Don unserem ^-Berichterstatter. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Warschau, März 1932. Hervorragende Männer der Geistes- und Tatsachenwelt Reupolens haben es wiederholt hervorgehoben, daß das polnische Volk zwar das Reinigungsbad einer 150jährigen Gefangenschaft überlebt habe, seelisch aber in keiner Weise geläutert in den neuen Staat eingegangen sei. Die Seele und der Charakter des Volkes blieben dieselben, die sie vor dem Verlust der staatlichen Selbständigkeit waren und wie sie damals entscheidend zum Zerfall des Staates 6ei- getragen haben. Vor allen Dingen sind es jahrhundertalte Einflüsse einer spezifischen geo- und kulturpolitischen sowie landschaftlichen Lage, die dem Dolkscharakter den Stempel einer schicksalhaften Wesenheit aufdrückten, und die zu ändern nicht einmal solche erschütternde Erlebnisse wie Verlust der Staatlichkeit zu verwischen vermochten. Es wird in Polen viel darüber geschrieben und gesprochen, aber das Fehlen einer Fähigkeit zur tiefgründigen Selbstkritik verhindert es stets, den sich mit logischer Uner- bittlichkeit aufdrängenden Zusammenhang zwischen der Tatsachenwelt und den geistigen und seelischen Werten des Volkes zu erkennen und die praktischen Folgerungen daraus zu ziehen. Es ist vor allen Dingen ein auffallendes Mißverhältnis zwischen Wollen und Können, zwischen dem gesteckten Ziel und den zu seiner Erreichung angewandten Mitteln, zwischen Wort und Tat und schließlich zwischen der realen Tatsache und ihrer Beurteilung. Darum fehlt den Polen auch das den innerlich und politisch ausgereiften Völkern eigene Maß für die vorhandene Wirklichkeit, das richtige Gefühl für den Abstand zwischen Wirklichkeit und Einbildung, es fehlt vor allem der sichere Blick für historische Zusammenhänge. Dieser Zwiespalt, diese Unausgeglichenheit, die oft zur Hemmungslosigkeit ausartet, äußert sich im primitiven Leben, in der Politik und in der Wirtschaft. Und dieses unvermittelte, unausgeglichene Auf und Ab von zwei entgegengesetzten Raturen ist deutlich bemerkbar sowohl in der Innenpolitik im Zusammenleben des polnischen Volkes mit den übrigen 40 Prozent nichtpolnischen Rationalitäten innerhalb der Grenzen des polnischen Staates als auch in Salut für Karl May! Zu seinem 20. Todestage am 30. März. Don Harry Schreck. Hallo, old boys, erinnern wir uns noch, nach welchen Grundsätzen ein erfahrener Westmann die Fährten einer Mustangherde von der Spur einer Schar berittener Komanchen unterscheidet? Dach welchen Himmelsrichtungen man, falls man kein Greenhorn sein will, im Kreise befreundeter Apachenkrieger die ersten Rauchschwaden des Ka- lumets atmen muß? Und auf welche Weise der wohlunterrichtete Trapper im Angesicht eines Grisly mit dem Messer verfährt? Wissen wir des ferneren noch, wie man mit der Bola ein Maultier fängt, mit dem Henrystuhen ein Viertelhundert guter Schüsse durch einen Lanzenschaft jagt, mit einem sogenannten Jagd- Hieb die feindlichen Schläfen betäubt? Wieso man im Grunde nichts von dem Stamm der Kiowas halten kann, die bei Licht besehen fast alle Schurken sind? Und weshalb man im Bezirk der Savanne gut daran tut, kein baumhoch loderndes Lagerfeuer aus dürrem Holz anzuschüren? Ja, und sind wir auch noch im Bilde, wozu ein Mokassin bient; was ein Medizinbeutel ist; was man als Leggins bezeichnet? Ahnen wir noch, was ein Scout damit sagt, wenn et dem nachbarlichen Fallensteller die Flüche „All devils“ und „Thunderstorm“ an den Schädel wirft? JInö können wir nebenher auch noch den schlüssigen Beweis führen, warum es eine Schande ist, wenn Bleichgesichter die Heimat ihrer roten Brüder vermessen, um neue Eisenbahnen zu bauen? Pshawl Natürlich erinnern wir uns noch! 'Senn schließlich sind wir alle einmal elf oder dreizehn Jahre alt gewesen; und alle haben wir damals in dem wilden, abenteuerlichen Glück des Herzens vor den zerlesenen, abgegriffenen Seiten eines jener dicken, halb verbotenen Bücher gehockt, die uns die Welt der Rechenaufgaben, in denen sich immer zwei Radfahrer begegnen mußten, und der Schulaufsähe, in welchen stets irgendein schiefes Sprichwort zu erklären war, so zauberhaft verwandelte ... so zauberhaft, daß jene Welt der doppelläufigen Silberbüchsen und Lassos, der Skalps und Wigwams viel wirklicher wurde als dih m der wir angeblich nie M di« der Außenpolitik, in den Beziehungen zu den Völkern und Staaten außerhalb der Grenzen Polens. Schon der geniale Menschenkenner Bismarck erfaßte diesen Wesenszug des polnischen Volkes. Er sagte: „DiePolen sindPoeteninder Politik und Politiker in der Poe- s i e.“ Die letzten Jahre in der Politik Reupolens haben eine unendliche Kette von Tatsachen geschaffen, die diesen Ausspruch zur Genüge belegen. Das beste Beispiel für das Mißverhältnis zwischen dem politischen und staatlichen Können und dem beinahe krankhaft übertriebenen Wollen, ist die Größe und der Umfang des neuen polnischen Staates. Wie soll man Herr sein über die vielen andersdenkenden, an- dersfühlenden und vor allen Dingen anderswol- lenden Dolksteile, um die herum im Rausche einer staatlichen Wiedergeburt die Grenzen des jungen Staates mit Gewalt und Tücke gezogen wurden? Wie soll man der glimmenden und immer wieder aufflackernden anarchischen Instinkte des eigenen Volkes Herr werden? Dazu braucht man Gewalt — mehr als man vertragen kann. Und darin liegt nicht zuletzt auch eine gewisse Tragödie des Volkes. Die Größe des Staates bedingt den Umfang, vielmehr die Länge seiner Grenzen. Hinzu kommt, daß eine besondere geographische Lage es bewirkt hat, daß die Grenzen dieses aufgeblähten Staatengebildes landschaftlich ungeschützt zu den umliegenden Staaten offenstehen. Die Gesamtlänge der polnischen Staatsgrenze beträgt 5397 Kilometer einschließlich der 101 Kilometer langen Seeküste. Mit Deutschland beträgt die Grenze 1912 Kilometer, wovon allein auf Ostpreußen 607 Kilometer entfallen. An R u hland grenzt Polen in einer Länge von 1407 Kilometer, wovon allein auf die Grenze gegen die Ukrainer über 608 Kilometer entfallen. Mit Litauen beträgt die Grenze 405, mit der Freien Stadt Danzig 150, mit Lettland 109, mit Rumänien 336 und schließlich mit der Tschechoslowakei 917 Kilometer. Demnach grenzt Polen mit sechs souveränen Staaten, von denen drei »Revisionsansprüche hinsichtlich der polnischen Grenze im Schilde führen". Mit Ausnahme der Tschechoslowakei, deren Grenze längs des Schule, sondern für das Leben lernten — so zauberhaft, daß der nüchterne Stadtpark zum Ur* Wald wurde, in dem sich der schmale Knall der Zündblättchen-Pistole wie der dröhnende Donner eines Därentötergewehrs, der Schrei unserer knabenhaften Kehle wie der Kriegsruf der Rothäute anhörte. Oder schritten wir etwa nicht ehrbar und rechtschaffen durch die Settlements der Goldgräber* stadt, wie sie Old Firehand rechtschaffen ehrbar durchschritt? Zwinkerten wir nicht schlau und Ustlg tote Sam Hawkens? Waren wir nicht gleich Old Shatterhand gerecht und beispiellos überle- gen? Und gingen wir nicht schlank, schweigsam, heroisch an unseren Mitbürgern vorüber, wie es Wmnetou tat, dessen bronzefarbenes Antlitz uns Vorbild und Gleichnis war? By Jove, ihr alten Pfadfinder, es war so! Freilich, das Leben hat späterhin nicht gewollt, daß wir Tomahawks in der Faust hielten oder Kugeln in unsere Vorderlader stießen. Es hat nicht gewollt, daß wir „Howgh“ oder wenigstens „Zounds" zu unseren Freunden sagen; und es hat uns auch leider die Goldbeutel mit Ruggets vorenthalten. Wie es uns dann den Federschmuck den Marterpfahl und die Mustangs nahm, um uns dafür die Schreibmaschinen, Geschäftsbücher und Schalterfenster aufzuhängen. Und wenn wir es recht bedenken, sind wir auch nie so kühn, so entschlossen und gutherzig so edel und tüchtig geworden, wie es Manitou dem Großen Geiste gefallen hätte, der seinen Geschöpfen empfahl, gegeneinander brüderlich zu sein und die Wahrheit zu lieben. Wie wir desgleichen es öfters versäumt haben, so zuverlässig zu sein wie ein Trapper, so geschmeidig wie ein Vaquero und so weise wie Intschutschuna, der über die Apachenstämme herrschte ... Denn die Verhältnisse haben es eben anders gewünscht als Karl Mays herrliche Bücher, die das Leben bunt und weit und geheimnisvoll machten und die Welt mit den wilden Spannungen einer feurigen Betriebsamkeit versahen Unb die Verhältnisse sind es bann wohl auch gewesen, welche ben meisten von uns mit ben Sauren bie großen Profile Old Shatterhands und Winnetous im Halbnebel der Erinnerung an unt) Schulaufsatz zerrinnen ließen. Ach ... wenn die Verhältnisse nicht wären! e Karpathenkammes läuft, sind sämtliche Grenzen offen und un ge schützt. Kein Wunder, wenn in Anbetracht dieser erdrückenden Tatsachen dem polnischen Patrioten sowohl die Stärke der polnischen Friedensarmee als auch die Höhe des Heeresetats unzureichend und gering Vorkommen. Schon der verstorbene Außenminister, Graf Sir- zynski, prägte den Sah, daß 75 Prozent der Grenzen Polens bedroht, 20 Prozent unsicher und nur fünf Prozent nicht gefährdet seien. Mit diesem lapidaren Sah soll das Bedürfnis nach Sicherheit der Grenzen seine Rechtfertigung finden. Auf die sich gerade in diesem Zu- sammenhang aufdrängende Frage, wer eigentlich an diesen wahnsinnigen Grenzen Schuld trägt, ist bie Antwort bereits oben erfolgt. Wie steht es mit bem polnischen Sicherheitspro- blem ? Vier Rachbarstaaten scheiben aus naheliegenden und allenthalben bekannten Gründen von vornherein aus. Das ist zunächst Lettland und Litauen, die zu klein undzu schw ach find, um in irgendeiner ernstlichen Weise für Polen eine Gefahr zu bilden. Im Gegenteil, die Versailler Kellergewächse dürften bei jedem stärkeren Ostwind auf eine Anlehnung an bie Militärmacht Polen angewiesen sein. Mit Rumänien verbinden Polen verschiedene Verträge, vor allen Dingen ein enges Kriegsbündnis. Mit der Tschechoslowakei bestehen keine solche Gegensätze, bie eine Austragung mit Waffen je versuchen dürften. Ueberdies verbindet diese beiden Staaten das starke Vasallenband mit dem gemeinsamen Protektor Frankreich. Es bliebe danach Sowjetrußland und Deutschland. Wenn auch bie russische Sphinx zweifellos große Gefahren in sich birgt, so steht fest, daß gerade bie gegenwärtige Lage in und um Sowjetrußland herum derart kritisch unb kompliziert ist, daß eine ernstliche Aktivität Sowjetrußlands im Westen sogar für bie fernere Zukunft nicht angenommen werden kann. Als doppelte Sicherung käme schließlich noch der zwischen Polen unb Sowjetrußland verhandelte Richtangriffsvertrag in Betracht. Die öffentliche Meinung Polens über diese Frage wird im wesentlichen durch nachstehende Erklärung gekennzeichnet: „Der polnisch-sowjetrussische Richtangriffspakt ist das Ergebnis der realen und gemeinsamen Interessen dieser beiden Staaten. Die polnisch-sowjetrussische Grenze ist im Hinblick auf die allgemeine Situation beider Staaten eine Friedensunion. Die Tatsache, daß im gegenwärtigen Zeitpunkt die ganze Aufmerksamkeit Rußlands dem Osten zugewandt ist, und die Aufmerksamkeit Polens nach dem Westen ist nicht bie Folge irgendeiner vorübergehenden Konjunktur, sondern der Ausfluß einer historischen Ordnung der Verhältnisse. In diesem Sinne ist der polnisch-sowjet- russische Richtangriffsvertrag kein künstliches Produkt. Er ist die Folge organischer Rotwendigkeiten und Interessen beider Seiten. Und darauf beruht die Garantie seiner Dauerhaftigkeit und seiner Bedeutung." Diese historischen Rotwendigkeiten unb die politische Bedeutung des Vertrages hat der frühere langjährige Handelsminister Pilsudfkis, Eugen Kwiatkowski, in einem soeben erschienenen Werk über Polen u. a. in sehr aufschlußreicher Weise begründet. Rach Meinung Kwiatkowskis fei es eine Erbsünde Polens gewesen, bah es „feinen Blick vom Westen und von der Ostseeküste abgewandt, den Weg des großen Widerstandes, aber auch großer Vorteile verlassen unb sich von ber Quelle seiner Macht im Westen zur Quelle seiner Schwäche im Osten getoanbt hat." Darum fei. wie Kwiatkowski kategorisch folgert, das höchste Gebot ber polnischen Außenpolitik ber Westen und die Ostsee. Ueber bas Verhältnis zu Deutschland, welches sich durch eine derartige Betrachtungsweise logisch aufbrängt, sagt Kwiatkowski folgendes: „Der gegenwärtige Angriff ber preußischen Politik ist nicht wie früher bie Folge von Groberungsplänen der Dynastie unb der Regierung, sondern sie wurzelt bereits in den untersten Schichten des deutschen Volkes". In Frankreich sieht Kwiatkowski den einzigen, den besten und den sichersten Bundesgenossen: „Seine (Frankreichs) Macht unb seine Erfolge sinb unsere Macht und unsere Erfolge, sind bie Garantie des Friedens für Polen. Sein Mißerfolg wird automatisch zu unserer Riederlage. Dieses Bündnis ist darum eine natürliche, biologische Rotwendigkeit, ist bie unveränderliche unb dauerhafte Grundlage unserer Außenpolitik." Dieses Zeugnis eines der einflußreichsten und Gleichwohl: vergessen haben wir den Kameraden unserer elften und dreizehnten Daseinsjahre nie. Denn er war unser Dichter. Der Erzähler unserer jungenhaft herben Sehnsüchte. Der Dichter, ber uns tapferer, besser und heldenhafter werden hieß, weil er — von der Enge seines Umkreises, von der Gehässigkeit seiner Mitmenschen verfolgt und von ber Tucke des Schicksals geängstigt — sich selbst die heldisch harte Maske eines Old Shatterhand schuf. Rein, vergessen haben wir ihn nie. Weil wir uns selbst nie vergessen können — uns, die wir einst elf unb dreizehn Jahre waren und unsere Phantasien in bie Weite der großen Prärie und der unendlichen Savannen sturmen ließen, die Horizonte erreichten und Erdteile durchschweiften, über welchen bie Sterne schimmernder glühten! Weil sie nicht von der unzuverlässigen Ratur, sondern von dem Wunschtraum eines Mannes namens Karl May geformt waren —! Heben wir also heute unsere Därentöter- unb Silberbüchsen auf! Laben wir sie mit bem Schießpulver unserer Erinnerungen: Zum Salut für Karl May! Moderne Amazonen. Bei den letzten heftigen Kämpfen der Chinesen gegen die Japaner haben sich, wie aus Schanghai berichtet wurde, Frauen besonders ausgezeichnet. Etwa 12 Kilometer von Schanghai entfernt, fanden englische Beobachter einen geschickt verdeckten Schützengraben quer über der Straße, ber mit einem Dutzend Chinesinnen in selbst hergestellten Uniformen aus blauem Kuli-Tuch besetzt war. Die Frauen erklärten, daß sie die Straße gegen ein weiteres Vordringen ber Japaner verteidigten. Eine Woche später drang auf diesem Wege ein japanisches Bataillon vor und wurde mit einem Kugelregen begrüßt. Immer wieder stürmten die tapferen Soldaten gegen bie verschanzte Stellung an, aber ihre Leichen häuften sich und bildeten schließlich eine Deckung für die Verteidigerinnen. Der japanische Befehlshaber muhte den Befehl zum Rückzug geben und erfuhr erst später, daß ihm bie furchtbaren Verluste von Amazonen beigebracht worden waren. Es ist auch schon früher in China vorgekommen, daß sich die Weiblichkeit Ätt» WaUevHanÄvsÄ widmete. Während bes Re- bedeutendsten Mitarbeiter Marschall Pilsudfkis ist für die Beurteilung der gegenwärtigen polnischen Außenpolitik und der grundsätzlichen außenpolitischen Haltung der gesamten polnischen Ration von ganz eminenter Bedeutung. Es ist ein Beweis, daß die östliche Konzeption Marschall Pilsudskis. für die es über alle Zweifel erhabene Beweise gibt, eine Konzeption gewesen ist, die erstens sich auf ihn selber und vielleicht noch auf einen kleinen Kreis von vertrauten Männern beschränkte, und daß sie zweitens ber grunbsählichen Einstellung des Großteils der polnischen Ration diametral entgegengesetzt war. Darum drängt sich die logische Schlußfolgerung auf, daß die durch einen notorischen Haß gegen Deutschland diktierte Einstellung des Großteils des polnischen Volkes über die außenpolitische Konzeption seines gegenwärtig erfolgreichsten Führers einen endgültigen Sieg davongetragen zu haben scheint. Aus dieser Sachlage heraus, glauben die jeweiligen und verantwortlichen Führer und Staatsmänner des Volkes entsprechende Pflichten und Rechte ableiten zu müssen: Darum hat Kwiatkowski das Recht, zu erklären, daß ein enges Bündnis mit Frankreich und in logischer Folge natürlich eine deutschfeindliche Politik für Polen ein Dogma der Außenpolitik sein unb bleiben müsse. Darum hat Zaleski-die Pflicht, sich in Genf in vasallenhafter Pflichterfüllung rückhaltlos für die französische Abrüstungssabotage zu entscheiden und bie Rotwendigkeit einer großen polnischen Armee zu begründen. Darum werden zur Verdunkelung der klaren aus dem Versailler Vertrag hervorgehenden Abrüstungspflichten mystische Anträge auf »moralische" Abrüstung eingebracht. Darum ist es Pflicht der Regierung, eine große Armee in Kampfbereitschaft zu halten, bie zum Erstaunen ber Welt mehr als ein Drittel des gesamten Haus- Halles verschlingt. Darum glaubt das Volk, diese ungeheure Last mit patriotischer Aufopferung und stumpfer Ergebenheit tragen zu müssen! — auch wenn der Staat daran zugrunde geht... Unb damit beginnt ein neuer Akt der polnischen Tragödie. Aus ber Provinzialhauptstadt. Gießen, den 30. März 1932. Jahreshauptversammlung deSOberhessischenBienenzüchtervereinS Der Oberhessische-Bienenzüchter- Verein hielt gestern im „Hindenburg" zu Gießen seine Jahreshauptversammlung ab. Der erste Vorsitzende, Lehrer Runk, Ridda, erstattete .lach ben Begrüßungsworten den Jahresbericht. Er gebuchte zunächst der verstorbenen Mitglieder, insbesondere des Altmeisters der Bienenzucht unb langjährigen Schriftleiters bet „Biene", Bürgermeister und Lehrer Hensel, Hirzenhain. Die Mitglieder* zahl des Vereins betrug Anfang Januar v. I. 1453, im Laufe des Jahres traten 90 Mitglieder aus, demgegenüber meldeten sich 94 neu an, so daß bet jetzige Mitglieberstand 1457 beträgt. In seinen weiteren Ausführungen berichtete bet Vorsitzende über die Versammlungstätigkeit der Bezirksvereine. Durchschnittlich fanden pro Verein etwa vier Versammlungen statt, im ganzen wurden etwa 100 Versammlungen gehalten. In der Imkerschulung sei durch bie vom Altmeister Hensel eingerichteten Lehrkurse viel Wissen vermittelt worden, heute fei diese Form der Aus* bildungsarbeit allerdings an bie Zoologischen Institute ber Hochschulen übergegangen. Vortreffliche Lehrkräfte stehen zur Verfügung. Der Vor* sihenbe berichtete bann über bie Seuchenhilfskasse unb über die Vorarbeit, bie in dieser Hinsicht bereits geleistet wurde. Er wies insbesondere auf die Bemühungen beim Ministerium des Innern in Darmstadt hin, die darauf hinzielten, ein Seuchenschuhgeseh zu schaffen, das die „wilden" Imker ebenfalls erfasse unb sie zur sorgfältigen Pflege ihrer Völker im Interesse der gesamten Imkerei anhalte; eine Denkschrift sei ausgearbeitet und weitergeleitet worben. Rachbem ber Redner noch ben Honigpreis unb bas Verhältnis von Angebot unb Rachfrage erläutert hatte, sprach er über die segensreichen Auswirkungen des Honigzolls, ber bie Einfuhr ausländischen Honigs um etwa 100 000 Zentner auf nunmehr etwa insgesamt 50 000 Zentner verringert und volution vor 10 Jahren, die zur Errichtung der Republik führte, erregte das größte Aufsehen ein Mädchen in Khakikleibung mit Reithosen und Pa- itrbnengürteL Es war Fu Fu Wong, die den Beinamen „die chinesische Jungfrau von Orleans" erhielt. Sie befehligte ein Frauenregiment von 700 „Mann", das sich bei den Kämpfen außerordentlich auszeichnete. Im Reich ber Mitte sind bie Frauen auch als Räuberinnen aufgetreten. Die berühmteste unter ihnen ist die „Witwe Chang", von deren Taten oft berichtet worden ist- Sie verlor 1924 ihren Gatten, einen angesehenen Kaufmann in Honan, durch den Ueberfatl einer Räuberbande, die ihr Haus zerstörte und ihren Mann tötete. Um sich zu rächen, wurde sie selbst Räuberin und versammelte eine Bande um fich. die für sie durch dick und dünn ging. Diese Schar wurde von ihr gut ausgebildet und auf 3000 Mann vermehrt, so daß sie eine Macht dav- stellte- Um sich ihre Streitkräfte zu sichern, gab man ihr den Titel eines Generals, und so trat sie mit ihren Räubern in das chinesische Heer ein. Das Amazonentum der Frauen beschränkt sich ja durchaus nicht auf die sagenhaften Gestalten des Altertums, sondern in Zeiten der Rot haben Frauen oft kriegerischen Geist bewiesen. Man braucht nur an die weiblichen Freiwilligen zu denken, die im Freiheitskrieg von 1813 unerkannt in den preußischen Reihen fochten. Die Aufstellung eines größeren Frauenheers ist während der russischen Revolution durchgeführt worden. Damals standen Tausende von Frauen im Sowjet- Heer und zeichneten sich im Kampf gegen die Weißgardisten aus. Bei der Verteidigung von Petersburg gegen ein monarchistisches Heer bildeten bie Arbeiterinnen ein starkes Korps, hoben Schützengräben aus, errichteten in dem kalten Herbstwetter Drahtverhaue und bedienten bie Maschinengewehre. Diese russischen Revolutionärinnen bewährten sich besonders in den sog. „Auf* halte-Abteilungen", die Deserteure gefangen nehmen unb zur Front zurückführen muhten. Auch in anberen Revolutionen haben bie Frauen auf den Barrikaden gekämpft und sich mutiger, aber auch wilder und blutdürstiger als bie Männer erwieseiu Besonders gefürchtet war das „Unter* rock-Kommando", bas bei bem Streik ber Bergarbeiter in Johannesburg vor acht Jahren alle Streikbrecher verfolgte unb verschiedene Millionäre ermordete, die auf der „schwarzen Liste" (tan- öen, Wirtschaft meti! Bantnoten. Lombardsah 7 Pro). nach 22 Uhr. Spiel- iing vor- mkbar sei Brandstiftung nicht in Betracht kommt. Die behördliche Untersuchung ist weiter tm Gange. Beginn: 19.30 Uhr; Ende: leitung: Heinrich Hub. Hinbermorff in ließen. Auf dem heutigen Rinder-(Rutzvieh)Markt in Dietzen standen 809 Stück Großvieh. 86 Fresser unb 161 Halber zum Berkaus. Es kosteten: Milch» kühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 300 bis 420 Mark. 2. Qualität 200 biS 300 Mark. 3 Qualität 100 bis 200 Mark: Schlachtkühe 60 bis 250 Mark: Binder, */,- biS '.jährig. 60 bis 130 Ult., 3/4- bi« 2jährig. 100 bis 200 Mark tragend 150 bis 320 Mark. Kälber das Pfund Lebendgewicht 25 biS 35 Pfennig. Marktverlauf: Fahrkuhe gesucht, Geschäft schleppend, gegen Sch'.uh des Marktes lebhaster, geringer UeberstaiU>. Jfire Anzeigen werden durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben wenn Sie sie frühzeitig genug aufgeben dem Film über das rein Sensationelle hinaus eine besondere Bote. Den großartigen Abschluß des Filmes bildet der Kamps zwischen einem Wasserbüssel und einem Tiger, der mit dem Tode des Tigers endet. Der Film bringt neben hervorragenden Tierausnahmen eindrucksvolle Landschaftsbilder. die nicht nur künstlerisch, sondern auch technisch als vollendet angesprochen werden dürsen. Der Film, den niemand anzusehen versäumen sollte, läuft am heutigen Mittwoch und am morgigen Donnerstag noch als Beiprogramm zu allen Torstellungen. " Schweinepest erloschen. Das Polizeiamt teilt mit: Die Schweinepest im Gehöft Marburger Strahe 66. vormals Heistermann, ist erloschen. Die Gehöftsperre ist aufgehoben. Waldbrand bei Alsfeld. • Alsfeld, 30. März. Am Samstag zwischen 15 und 17 Uhr entstand zwischen Schwarz und Alsfeld entlang der Bahnstrecke ein Waldbrand, von dem etwa 4 000 Quadratmeter Wald ergriffen wurden. Durch die Flammen, die anscheinend auf Funkenflug der Lokomotive und vielleicht auch auf brennende, aus dem Zuge geworfene Zigarrenreste zurückzuführen sind, wurde ein Teil d e S Waldes vernichtet, der übrige Bestand durch Anbrennen erheblich geschädigt. Feuerwehr- mannschasten von Schwarz und Rainrod gelang es schliehlich in harter Arbeit, den Brand zu unterdrücken. Oie Brandkatastrophe in Grebenau. • Grebenau, 30. März. Zu dem gestern gemeldeten Grohfeu er in unserem Orte ist weiter zu berichten, dah die Entstehungsursache bis jetzt noch unbekannt ist. Als sest stehend kann aber mitgeteilt werden, dah Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 30. März. ES wurden notiert: Weizen 258 biS 260; Roggen 225: Sommergerste für Brauzwecke 195 bis 200; Hafer, inländischer 160 bis 167,50 Mark pro 1000 Kilo. Weizenmehl, südd., Spez. 0 mit Austauschweizen 38,50 bis 39,65, dasselbe, Sondermahlung 36,75 bis 37,85; Weizenmehl, niederrhein.» mit AuS- tauschweizen 38,50 bis 39.40, dasselbe, Sondermahlung 36,75 bis 37,65; Roggenmehl, 70prozent., 29,50 bis 30,50; Weizenkleie 10 bis 10,25; Roggen- kleie 10.75 Mark pro 100 Kilo. Tendenz: stetig. nittel und zur Errichtung einer großen tos- sthen Abteilung, Pebeco, Nivea u|m. Ferner wur. den Arzneimittel ausgenommen. Auch eine Reihe von technischen Erzeugnissen wird hergestellt. Im Jahre 1890 beschäftigte die Firma 1 Werkmeister, 8 Arbeiter und 2 kaufmännische Angestellte. Heute zählt das Werk allein in Hamburg rund 1000 Arbeiter und 250 kaufmännische und wissenschaftliche Mit- arbeiten Im Ausland bestehen 32 eigene Fabrika- dustriecchligationen weiter zur Schwäche. Am Geldmarkt änderte sich an der angespannten Situation vor bcm Quartal-ultimo nichts; TageS- geld wurde mit 6,75 v. H. und darüber genannt Frankfurt befestigt, später still. F r a n k s u r t a. M.. 30. März. (ALB. Draht- Meldung.) Die Frankfurter Börse eröffnete trotz der Schwäche einiger AuSlandbörsen, besonders der Stockholmer Börse, in gut behaupteter Tendenz. Anfangs hatte der neue KurSeinbruch der Kreugerwerte auch hier zu kleinen Abgaben ge- ührt, doch fetzte sich später aus Deckungen der Spekulation eine merkliche Befestigung durch, zumal auch vom Publikum KauforderS vorgelegen haben sollen. DaS Geschäft war dabei aber nicht besonder« groß, weil die bevorstehende Wahlkampagne schon einen Schatten vorauswirst Die Tendenz erhielt eine gewisse Stütze von der Erholung einiger Rentenwerte, die in letzter Zeit durch angebliche AuSlandabaaben besonders unter Druck standen. So konnten sich Reichsbahn- Vorzugsaktien und Reichsschuldbuchforderungen um etwa 0.5 Prozent höher stellen. Auch di« Altbesiyanleibe lag um Bruchteile eine« Prozente« freundlicher. Am Kalimarkt beschränkte sich Da« Geschäft nur auf einige Spezialwerte. I.-G.- Farben und ReichSbank. die zunächst noch etwa« nachgaben, lagen später biS zu 1.5 Prozent fester. Sehr fest tendierten auch heute wieder I-G.- Ehemie-Basel. die bi« zu 6 Prozent anzogen, ohne das; jedoch nennenswerte Umsätze erzielt wurden. Bon AuSlandaküen konnten sich SvenSka um etwa 8 Mark erholen, obwohl an den meisten Auslandplätzen gestern Tiefstkurse erreicht worden waren. Auch Chadeaktien lagen etwaS freundlicher. An den übrigen Marktgebieten blieben die Kurse meist gut behauptet. Schwach lagen am Elektromarkt Licht & Krast. die erneut etwa 3 Prozent einbühten. Die übrigen GlektrizitätS- toertc blieben knapp gehalten. 3m Verlause war die Haltung sehr still, nachdem die vorliegenden Austräge erledigt waren. Gs entwickelte sich aus der erhöhten DasiS nut innerhalb der Kulisse kleine« Geschäft. Am Pfandbrief- markt blieb die Hmsahtätigkeit ebenfalls seht klein, die Kurse lagen aber meist unverändert. Bon Liauidationspfandbriefen lagen Frankfurter Hypothekenbank etwa 0,5 Prozent fester. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 Prozent unverändert. Devisenmarkl Berlin — Srankfurk a.M. entgegenzunehmen. Rach dem der Dorsitzende auf , den Zw«k und die Dedeutuna bei Tierschutzes und treuer Tierpflege hingewiesen hatte, erhielten drei Fuhrleute, elf Polizeibauptwachtmeister, sowie der Feldoberschutzmeister Th. Simon ein Geldgeschenk. Ebenso wurde L. D i e h l für Fütterung der Bogel ausgezeichnet. Für Abschuß des Sperber- bewilligte der Borstand Prämien von je 1 Mk., da Bogelsreunde auf ihn al« Schädling wiederholt hingewiesen hatten. Dieser Falke ist ungemein mutig, dreist und gewandt und verfolgt alle kleinen Bogel. Obwohl sie ihn al« ihren furchtbarsten Feind fliehen, fallen ihm dennoch viele zur Deute. Weder die Stadt, noch der Tierschuhverein Gießen besitzen ein Tierasyl, und beide werden infolge der wirtschaftlichen Rot auch in absehbarer Zeit nicht in der Lage sein, eins zu errichten. 3ndeS nimmt die Deterinärklinik, wenn wir recht unterrichtet sind, herrenlose Tiere auf. Dach sechsi Tagen werden sie verkauft, oder auf humanste Weise getötet. Daselbst werden Hunde und Katzen wohl auch in Pflege genommen. Rach dem Kassenbericht des Rechner-, bei DerwaltungSoberassistenten W. Leitner, betrugen die Einnahmen deS Verein- am 31. De- 30 v. H., am 15. August 30 v. H. DaS Recht der Anleihezeichner aus frühere Doll- oder Teilzahlungen bleibt unberührt. * 50 Jahre Beiersdorf & Co. in Hamburg. Am 28. März waren 50 Jahre vergangen, eitdem das Deutsche Patentamt ein Patent aus- egte: „Herstellung von gestrichenen Pflastern" von Baul Beiersdorf in Hamburg. Beiersdorf war der Besitzer der Merkur-Apotheke in Hamburg, aus der die heute unter dem Namen P. Beiersdorf & Co. AG. bekannte chemisch-pharmazeutische Fabrik in Hamburg heroorgegangen ist. Die Herstellung von Verbandpflastern bildet auch heute noch den Grund- ' Fabrikation. Dermatologische Ar. Besonnenheit und Tatkrast Tierquälereien zu verhüten wußten. Richt ohne Dank sei auch der Behörden, sowie der Presse gedacht, von denen der Verein stets wirksam unterstützt wurde. Der Verein bezog 2500 Tierschuhkalender 1932. 2490 Kalender wurden gegen Bezahlung dem Gymnasium, der Studienanstalt und den Volksschulen überlassen. 400 Tierschuhkalender 1932, herausgegeben vom Berliner Tierschutzverein, überreichte der Verein den Mitgliedern als Weih- nachtSgabe. Bei Frost und Schnee gedachte der Verein der hungernden Bogel. Das treue Mitglied, der städtische Gärtner L.Diehl, versah an Tagen der Rot die Futterhäuschen und Futterbrettcr in den Anlagen regelmäßig mit zweckmäßigem Vogelfutter. Daß es reichlich dargeboten und willig aufgepickt wurde, beweist der hohe Verbrauch von 76,5 Kilo Sämereien im verflossenen Winter. Unb njcht minder rege nahmen sich viele Tierfreunde unserer Stadt der darbenden Vogel äru Der Vogelschutz ist aber nicht nur eine ethische Forderung, sondern auch eine volkswirtschaftliche Rotwendigkeit. Durch die Feldbereinigungen wurden viele Vögel ihrer natürlichen Riststätten beraubt. Für Freibrü-er müssen daher "Bogel- fchuhgeholze angelegt, sowie Hecken erhalten und gepflegt werden; für die Höhlenbrüter hingegen heißt es Ristkasten beschaffen, die den natürlichen Anforderungen entsprechen. Ilm ihre Beschaffung den Mitgliedern zu erleichtern, ließ der Vorsitzende eine Anzahl von Berlepscher Risthöhlen kommen. Wegen der wirtschaftlichen Rote konnte sich der Vorstand nicht entschließen, eine Liste mit der Ditte um freiwillige Spenden für die alljährliche Prämiierung in Umlauf zu setzen. Dennoch widerstrebte es ihm, pon der bewährten Gepflogenheit abzusehen, an Weihnachten Prämien für treue Tierpflege und wachsamen Tierschutz zu verleihen. Am 3. Weihnachtsfeiertage versammelten sich daher im Kaufmännischen Der- einshause auf besondere Einladung eine Anzahl Fuhrleute und Polizeibeamte, um für treue Tierpflege und wachsamen Tierschutz eine Prämie waltuntzsoberassistent F. Dauer. Oftmals wurden dem ersten Vorsitzenden, sowie Vorstandsmitgliedern Tierquälereien mit der Ditte gemeldet, die Unbarmherzigen zur Rechenschaft zu ziehen. Rah Prüfung des Sachverhalts wurde Strafantrag gestellt, fall« grobe Verfehlung vorlag, oder Verwarnung versagt hatte. Dankbar sei an dieser Stelle der Tierfreunde gedacht, die durch pflastern bilo tock der Beiersdorf-Fi. beiten führten zur Aufnahme dermatologischer Arz nelmittel und zur Errichtung einer eutige Dörsensreiverkehr setzte in sehr ruhiger und wenig veränderter Haltung ein., Hauptgrund für die Geschäftslosigkeit war wohl die in mancher Hinsicht bestehende älnficher- heit, so hinsichtlich des Ausganges der Wahlen, der weiteren Entwickelung im Kreugerkonzern, der bevorstehenden Wirtschaftsbesprechungen mit Dr. Brüning und daraus sich eventuell ergebender Maßnahmen usw. Gewisses Interesse beanspruchte auch das von Frankreich und England arrangierte politische Wochenende, bei dem sicherlich auch allgemein interessierende Fragen, wie Reparation«- und Schuldenprobleme, gestreist werden dürften. Die Frage der Geldversorgunc der Börse scheint durch die Verstärkung der Mittel der Lombard-AG. um 5 Millionen vorläufig gelöst zu sein, doch bedürfen die Reuregelung des Kurszettels und die Arbeiten der Zulasfungs- fteilen noch größerer Vorbereitungen. Es hat übrigens den Anschein, als ob sich bas Publikum vor der Wiederaufnahme der amtlichen Kurs- nohetungen von Tag zu Tag mehr vom Geschäft zurückhält. So neigte die Stimmung zunächst etwas zur Schwäche, doch kam dies in den Kursen nicht allzu stark zum Ausdruck. Die Hauptwerte, wie Siemens. Farben, Reichsbank, lagen ziemlich unverändert, Ehade und Svenska waren sogar eher etwas erholt. In Reichsbahn- Vorzugsaktien bestand zunächst weiter Angebot. Im Verlause liehen die Hauptwerke, die hauptsächlich auf -Arbitrageabgaben baffierten, jedoch nach, und es konnte sich allgemein eine kleine Befestigung durchsetzen. Svenska gewannen 2 Mk., Kunstseidewerte 1 bis 2 v. H., Reichsbank etwa 1,5 v. H. Ehade 3 Mk. Farben und Reichs- bahnvorzugsaktten gingen etwa 1 v. H. über An- fang um. Der Anlagemarkt hatte ebenfalls sehr ruhiges Aussehen. Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchsorderungen waren im Verlaufe eher etwas gebessert. Anderseits neigten InRundfunkprvgramni. Donnerstag 31. Mär;. 7.20 Uhr: Frühkonzert. 12.05 (von Berlin): Konzert. 13.05 (von Köln): Millagskonzert. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 16.30: Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Städtifchen Kurorchesters. 18.40c Stunde des Buches. 19.05: „Welche Erfahrungen hat England mit der Aufgabe der Goldwährung gemacht?" Dorttag von Dr. Ernst Wolfgang. 19.45; Alt-Wien. Ein bunter Abend zur Haydn-Feier. 21: Haydn-Konzert des Philharmonischen Orchesters, Stuttgart. 22.35 bis 23.30: Freiburg: Wiener Schrammel-Musik. Freitag, l.Aprll. 7.20 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.03 (von Berlin): Konzert. 13 (von Köln): Mittagskonzert. 17: Kassel: Konzert des Philharmonischen Orchesters. 18.40: „Die Entwicklungslehre als Weltanschauung", 1. Vortrag von Dr. Hans Prager, Wien. 1905: Operative und konservative Behandlung des Gallensteinleidens'" 19.35: Mannheimt Mandolinenkonzert. 20.05: Festsaal der Liederhalle Stuttgart: Symphonie-Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 21.45: Aktueller Hörbericht. 23.05 bis 24: Tanzmusik. • Devisenhöch st betrüge für den Monat April. Der Reichswirtschaftsminister bat ungeordnet, dah die Importeure für den Monat April den Hochstbetrog ihrer allgemeinen Genehmigungen nur bi« zur Hohe von 55 v. H. in Anspruch nehmen dürfen. Für die diesen "Betrag übersteigenden Zahlung-Verbindlichkeiten werden die Armen auf die Inanspruchnahme von Lieferantenkrediten und die Ausnutzung der Kreditlinien des Stillhalteabkommens verwiesen. • Steuerfreie ReichSbahnanleihe 19 32. Die Frist für die Zeichnung der 4,5pro- zentigen steuerfreien Reichsbahnanleihe 1932 ist bi« auf weiteres verlängert worden. Sie sollte am 31. Wärz ablaufen. Die bisherigen Sinzah- lungsfristen bleiben bestehen. GS sind einzuzaylen am 2. April von den bisherigen Zeichnern 15 v. H.. von den neuen Zeichnern 40 v. H., am 18. Mai -ember 1931 = 1963,83 Mk., seine Ausgaben 1845.75 Mk., so dah der Barvorrat von 118,08 Mk. verblieb. Sein Ges amt vermögen ergab den Stand von 1474,83 Mk. Die Rechnung wurde von den Herren D. H e i 1 und F. S ch r e i n e r geprüft und richtig befunden. Ohne Einspruch wurden Kassen- und Jahresbericht genehmigt. Sichere Dein Wahlrecht! WTB. Bei der großen Arbeit, die die Berichtigung der Wählerlisten bedeutet, und den zahlreichen Wohnungswechseln aus Anlaß der allgemeinen Umzugszeit sind Versehen bei Berichtigung der Wählerlisten nicht ausgeschlossen. Deshalb prüfe jeder Wähler, in welchem Stimmbezirk er in die Wählerliste eingetragen ist, und sorge dafür, dah er am 10. April sein Stimmrecht ausüben kann. Die AuSlegungSfrist dauert in Preußen vom 30. März bis 3. April. In H e s s e n ist die Aus- legungSsrist auf Samstag, 2. April, und Sonntag, 3. April, beschränkt. Bornotizcn. — TageSkalender für Mittwoch. Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Drand- plah, 15 bis 17 Mr, Tischbein-Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Meine Cousine aus Warschau" und „Rango". — Aus dem Staottheaterbureau wird uns geschrieben: Wegen der Vorbereitungen zu der Premiere der Schlagervperette „Morgen geht'« uns gut“ von Hans Müller, mit Musik von Denatzsi, bleibt das Theater heute geschlossen. Die Premiere ist am Donnerstag, 31. März, 19.30 älhr als 24. Vorstellung im Mittwochabonnement. Operettenpreise. Benahki ist durch „Meine Schwester und Ich“ hier bekannt geworden. Handlung und Text ist von Hans Müller nach einer Wiener Posse gestaltet. Eine besondere äleberraschung stellt neben den bereits au« der „Tolle Lola" bekannten ®-'S der Tanzgruppe Bäulke die Frühjahrsmodenschau bekannter Gießener Firmen dar, in deren Rahmen das Tanzpaar Ewald und Qlnni Bäulke die neuesten Modetänze vorführt. Die Rolle des Briefträgers Franz liegt in den bewährten Händen von Heinrich Hub. Die kleine Franzi wird von Eva Herms als Gast gespielt. Richt zu vergessen die Jazzkapelle Walter Moehls. ~OT" 4,22 58,74 87,78 15,91 16,59 170,39 22,19 84,27 2,51 85,47 81,66 32,06 Briefkasten der Redaktion. Dr. h. £. Wir sind zu unserem Bedauern aus vrm» zipiellen Erwägungen nicht in der Lage^Lre Ausführungen unter „Eingesandt" zum Abdruck z« bringen, haben sie aber dem zuständigen tfteferetttew 1 zur Kenntnisnahme vorgelegt. ** Berufung an d i e Universität Halle. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Der ordentliche Professor für syste. rnatische Theologie an unserer Universität D. Dr. phil. Friedrich Karl Schumann hat vom preußischen Kultusministerium in Berlin einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl der systematischen Theologie an der Universität Halle erhalten. *• Von der Chirurgischen Klinik. Der seit mehreren Iahren in der hiesigen Chirurgischen Klinik als Assistenzarzt tätige Dr. Ia- cobi erhielt eine ehrenvolle Berufung als Chefarzt des St.-Willihard-Hospitals zu Wilhelms- Haven-Rüstringen, der er Folge geleistet hat. *• Finanzamtspersonalie. Der Vorsteher des Finanzamts Beerfelden, Regierungsrat Klein, wurde in gleicher Diensteigenschaft an das Finanzamt Grünberg (Oberhessen) verseht. " „Rango", ein Sie r film. Dor vielen Besuchern lief am Ostermontag-Vormittag im Lichtspielhaus Bahnhofstraße wieder ein Tierfilm, der rückhaltlose Anerkennung sand- Der Regisseur E. Sch oed sack, der schon mit seinem Film „Chang" einen großen Erfolg erzielte, hat auch in diesem Film wieder ein Bildwerk geschaffen, das in eindrucksvollster Weise den Kampf des Menschen mit dem Tier, das Leben im Dschungel Sumatras, das Leben der Tiere unter dem Aequator, die ganze fremde Welt der Tropen dem Verständnis näherrückte und die Wunder dieser Welt ahnen lieh- Der Bildstreifen schll- derte. in loser Handlung geflochten, insbesondere den Kamps des Tigerjägers Ali und seines SohneS Bin gegen die Tiger, die zahlreich das Dschungel bevölkern und überall Angst und Entsetzen verbreiten. Gleichzeitig erlebt man die herzliche Freundschaft zwischen dem jungen Orang- lltan „Rango" und dem Sohn des Tigerjägers, mit Bin, der als tapferer Iäger dem jungen Orang das Leben rettete. Den mannigfachen Kämpfen zwischen dem Menschen und dem Tiger wohnen immer wieder als mehr oder weniger beteiligte, aber doch aufmerksame Zuschauer die Affen der verschiedensten Arten bei und bilden mit ihrem Gesichterschneiden, mit ihren tollen Fluchten, mit ihrem losen Spiel und ihren Frechheiten die erheiternde Statisterie zu den grimmigen Kämpfen zwischen dem Tiger und seinem Widersacher. Herzerfrischende Szenen zwischen dem alten und dem jungen Orang-Utan geben gtrlin, 29 März Lmerilanilche Noten ...... Belgische Noten ........ Dänische Noten Englische Noten ........ tzranzosische Note«. . ...... Holländische Noten...... . Italienische Noten ..... Norwegische Noten . . Deutsch-Lest erreich, 1 100 fed)Ultnfl Nnmänische Noten Schwedische Noten . . Schweizer Noten....... • EpanIIch« Noten. ....... Ungarische Noten ....... Relchsbankdlskonl 6 Proz. 29.Mörz 30.mdr» «millchr Notierung «miliche Notierung »eld 1 Brief Geld 1 ZJrlel Heütngloi» . Wien... 7,243 49.95 7,257 50,05 7.243 49,95 7,257 50,05 Prag . . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Bndapell . . 56,94 57,06 56,94 57.06 Sofia • . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . ceio.... 170,08 170,42 170,08 170,42 84.12 84,28 83,17 83,33 Kopenhagen. 87,61 87,79 86,76 86,94 Stockholm . 85.32 85,48 84.07 84,23 London. . . 15.89 15,93 15,74 15,78 Buenos Aires 1,073 1,077 1,068 1,072 Weutjod . . 4.209 4.217 4.209 4,217 «rüffel. . . 58,66 58,78 58,74 58,86 Italien. . . 21,79 21.83 21,82 21,86 Bart» . . . 16,57 16,61 81,68 16,56 81,55 16.80 Schwei» . . 81,52 81,71 Spanien . . 31,97 32,03 31,97 32,03 Danzig. . . 82,37 82,53 82,47 82,63 Japan . . . Kto de Ian.. 1,384 1.386 1,384 1.386 0,254 0,256 0,254 0,256 Jugoslawien. Lmodon . . 7,413 7,427 7,413 7,427 13,49 13,51 14,34 14,36 Oberheffen. Landkreis Gietzen. * Klein-Linden. 29. März. 2n der 'Rächt zum Ostersamstog wurde in dem neuen Schieß- st a n d des Schützenklubs „Roland" ein Einbruch verübt. Es ist dies innerhalb eines wahres der zweite Einbruch an dieser Stelle. Wie beim vorigen Einbruch, so hatten es die Diebe auch diesmal auf die Telephonapparate abgesehen. Während der festmontiertc Apparat nicht mitgenommen wurde, ist der zweite Apparat gestohlen worden. Vermutlich wollten die Diebe den Apparat auseinandernehmen, um die einzelnen Teile zu verwerten, sind aber bei ihrem Dor-- haben gestört worden und liehen den völlig demolierten Apparat 100 Meter von der Einbruchsstelle in der Richtung nach Gießen zu liegen. QD Lollar, 29. März. Am morgigen 30. März vollendet unsere Mitbürgerin Frau Katharine Kaletsch Witwe in voller Rüstigkeit ihr 90. Lebensjahr. Die Jubilarin ist die zweitälteste Einwohnerin unseres Ortes. Von ihren acht Kindern leben noch sechs, von ihren 40 Enkeln leben noch 33, außerdem noch 16 älrenkel. $ Saasen, 26. März. Der evangelisch- kirchliche Frauen- und Mädchen verein beschloß seine diesjährige Winterarbeit mit einer kleinen Feier, die sehr gut besucht war. Die Vorbereitung und Einübung der Chöre und Vorträge hatte Lehrer Bleser, der Leiter der Vereinigung, übernommen. Gemeinsam gesungene Lieder, Gedichtvorträge, Choräle, von Vereinsmitgliedern dargeboten, unterhielten die Gäste Pfarrer D ö l l (Wirbcrg) hielt einen Vortrag über die Aufgaben der Frauen- und Mädchenvcreinigunq und gedachte dabei des früheren Leiters und Gründers des Vereins, Lehrer i. R. Herber. Der Abend nahm einen sehr schönen Verlauf. Einige Tage zuvor fand der letzte Vereinsabend in diesem Winter im Schulsaale statt. Frau Kirchenvorsteher S ch e p p erstattete den Bericht über die Kassenverhältnisse des Vereins. Pfarrer D ö l l dankte ihr und dem Leiter Lehrer Bleser, sowie seiner Frau für die im Verein geleistete Arbeit. Frau Lehrer Bleser übernahm die Rechnungsführung. Aus der nördlichen Wetterau, 29. März. Die Preise für S ch l a ch t s ch w e i n e halten sich schon seit Wochen auf gleicher Höhe und betrogen für das Pfund Lebendgewicht 38 bis 40 Pf. Demgegenüber sind die F e r k c l p r e i f e im Steigen begriffen. Es werden gegenwärtig für sechs bis acht Wochen alte Jungtiere 18 bis 20 Mark und darüber bezahlt. Kreis Schotten. Rai nrod, 26. März. Sn der ehemals Vischofschen Wollspinnerei, die nach hem Tode ihres Besitzers stillgelegt war, ist seit einiger Zeit eine Kleiderfabrik eingerichtet, deren Hauptbetrieb sich in Frankfurt a. M. befindet. Es werden besonders Arbeitskleider hergestellt. Sn der Fabrik wird eine größere Zahl junger Mädchen an der Nähmaschine beschäftigt, außerdem wird auch Handarbeit vergeben. Menn auch der tägliche Verdienst verhältnismäßig gering ist, so begrüßt man doch das neue Unternehmen, weil es unserem Dorfe Arbeitsmöglichkeiten gibt. wg. G e d e r n, 26. März. Deb hiesige Gustav- Adolf-Frauenverein hielt in Erinnerung an die vor 20 Sahren erfolgte Gründung eine Gedenkfeier ab, die mit dem alljährlichen Schlußabend des Vereins und des Mädchenbundes verbunden war. Gedichtvorträge, gemeinsam gesungene Lieder, Singspiele und andere kleine Aufführungen unterhielten die Teilnehmer. Sn feierlicher Weise wurde die Verteilung der Verbandsabzeichen an eine größere Anzahl Mitglieder des Mädchenbundes vorgenommen. Anschließend gelangten auch Treu-Abzeichen des Reichsverbandcs der evangelischen weiblichen Su- gend Deutschlands an drei in langjähriger Mitgliedschaft bewährte Mädchen, Anna Dieger, Sohanna Diehl und Anni Hüb, zur Ausgabe. Ein Glückwunsch- und ein Subiläums-Gedicht, in dem Entstehen, Entwicklung und Bedeutung des Gustav-Adolf-Frauenvereins zum Ausdruck gebracht wurden, fanden sehr beifällige Aufnahme. Sm Schlußwort dankte der Ortsgeistliche für die während der 20 Sahre des Bestehens des Vereins geleistete Arbeit. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 26. März. Der hiesige Gesangverein „L i e d e r k r a n 3" veranstaltete im großen Saale des „Deutschen Hauses" ein Wohl- rätigkeitskonzert. Die unter Leitung von Chormeister Zoll klangschön und exakt zu Gehör gebrachten Chöre waren im Hinblick auf das Goethe- jahr vorwiegend Vertonungen Goethescher Texte. Fräulein Ilse Dingeldey (Alt) und Rechtsanwalt Dingeldey (Violine) ernteten für ihre 9JL Wißmar, 26. März. In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung wurde ein Antrag der Firma R ü b s a m e n ' (Gießen) auf Erwerb eines Gemeindegrundstückes^.an der Lahn zur Ausbeutung des dortigen KiesvorraTs zurückgestellt, bis die Grenzverhältnifse geregelt sind. Auf Antrag der Kirchengemeindevertretung wurde in den neuen Haushaltsplan ein Betrag von 2100 Mark zur Deckung des Fehlbetrages im Kirchenhaushalt eingestellt. Durch diese Regelung wird die Einführung» d^r Kirchensteuer nicht notwendig sein. Seit der Aufhebung der örtlichen Fortbildungsschule und der Ueberweijung der hiesigen Fortbildungsschüler an die Berufsschule in Gießen sind nunmehr zwei Jahre verflossen. Die Gießener Berufsschule wurde jedoch nicht von allen hiesigen Fortbildungsschülern besucht, im letzten Jahre wurde sie überhaupt nicht in Anspruch genommen, so daß die hiesige schul, entlassene männliche Jugend ohne Fortbildungs« unterricht ist. Auf Beschluß der Gemeindevertretung soll sich die zuständige Amtsvertretung nunmehr mit der Frage der Fortbildungsschule beschäftigen, da man es hier als notwendig ansieht, in unserer Gemeinde, wie in den übrigen Kreisorten, die ländliche Fortbildungsschule wieder ins Leben zu rufen. Den Eltern bzw. Lehrherren soll es aber freigeftellt sein, die Fortbildungsschüler, soweit sie in einer handwerklichen Lehre sind, am Unterricht in der Berufsschule in Gießen teilnehmen zu lassen. Kirche und Schule. 00 Klein-Linden, 29. März. In der festlich geschmückten Kirche fand am 2. Osterfeiertag die E i n- f e g n u n g von 23 Konfirmanden, 16 Knaben und 7 Mädchen, statt. + ® r ü n b c r g , 26. März. Aus dem Jahres^ bericht 1931/32 der hiesigen Ob errealschule.die unter der Leitung von Oberstudiendirektor Hüth- wohl steht, ist zu ersehen, daß die Schülerzahl am Ende des vorigen Schuljahres 319 betrug. Hiervon traten 33 Abiturienten aus Oberprima sowie 40 Schüler aus anderen Klassen aus. Neueintritte an Ostern erfolgten 52, darunter 32 in Sexta, sowie im Laufe des Schuljahres noch 10, so daß die Schülerzahl auf 308 stieg, darunter 56 Mädchen. Während, des Schuljahres erfolgten 24 Austritte, so daß das Schuljahr mit 284 Schülern schloß. Aus Grünberg sind 65 Schüler, darunter 25 Mädchen. Benachbarte Orte, die größere Schülerzahlen aufzuweisen haben, sind: Laubach 15, Merlau 14, Nieder-Ohmen 11, Burg-Gemünden und Flensungen je 9, Homberg und Londorf je 8. Ueber 60 hessische und etwa 30 nichthessische Orte werden als Heimatorte der Schüler aufgezählt. Das Reifezeugnis erhielten 55 Schüler. Erwähnenswert ist noch, daß unter Leitung von Studienassessor Beck eine VDA.-Schülergruppe in Stärke von 220 Mitgliedern an der Anstalt besteht, die im abgelaufenen Jahre 398,20 Mark an den Landesverband Hessen für seine Betreuungsarbeit in Rumänien abführen konnte. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Ui)t, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. (Schluß des redaktionellen Teils.) während der verufstäligkeit und auf der Reise ist man bei Erkältung oder Halsentzündung meist verhindert, zu gurgeln. Panflaoin-Pastillen ersetzen das Gurgeln, üben eine wachstumhemmende Wirkung auf die Krankheitskeime aus und bieten daher wirksamen Schutz gegen Grippe, Halsentzündung und Erkältung. 1080V, coRMäN.; '■M-.- ■■ . OCSE^'fl J^AP'aTÜ^KeN UND DRCCLPiEN Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L* Bernard Frisch, rheinisches Gemüse empfiehlt in Stückgut und Waggonladungen E. Schreiber, Bonn Römerstr. 88. Tel. 3294 Markthalle Stand 26-27. 2232 V SvifcheMche Donnerstag u. Freitag eintreffend ff. Schellfische o.K.Pfd.55 ö, i.Ausfchn.Pfd.00 H la Kabeljau und Seelachs 0. K. Pfd. 30 i. Ausfchn. Pfd. 35 4 Filets ohne Haut u. Gräten Psd. 45 u. 80 Goldbarsch Pfd. 30 4 Bratfische Pfd. 25 a ff. Sauerkraut (eigen. Einschnitt) Pfd. 15 s,, 3 Pfd. 40 4 Frischer Kopfsalat 11. Blumenkohl Apfelsn»«, sste.vollsaft., 3 Pfd. 65 <5 Frische Zitronen Stück 6 Mchavd Gemrewald Bahnhofstr. 27 0(9X2 Fernsvr. 3631 Detektiv K. Gerz, Bad-Nauheim, Knr- Ttrads 17 erledigt alle vertrauliche Privat- u. Gefchäftscmgele- genbeiten, wie Auskünfte, Beobachtungen, Ermittlungen, Beschaffung v. Be- wersmat. in Straf- u. Zivilproz. streng diskr.Svrechst.:9b. 12V- n. 3—6 Uhr. Hühneraugen Warzen,Hornballen beseitigt restlos auch in den hartnäckigst. Fällen totsicher unt. Gar. innerh.5-6 Tg. Hühneraogen-flapid Erhält!, nur: Löwen- Drogerie W. Kllbinger Nacht., Seltersweg 69. Nichtraucher in 3 Tagen durch NUok-Mondwasser Zu haben in d. Drog. Winterhoft, Kreuzplatz 10 W. Kilblnger Nachfolger, Seifersweg T9a. „.«d Prospekte liefert BrOhl, Oleflen iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Nach Renovierung des Reformhauses am Kreuzplatz Nr. 5 unter neuer Leitung am 30. März 1932 Reformhaus Boermel-Ernst • Gießen Kreuzplatz Nr. 5 Hauptgeschäft: Frankfurt a. M, Schillerstr. 27 (Thalysia-Hauptvertretung) ............ , 2455 D iiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiijiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiii Donnerstag, den 31. IHdtj b. 3„ nach, mittags um 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 2488V 4 Schreibtische, 1 Aktenrollenschrank, 1 Rechenmaschine, 1 Registrierkasse 2 Radioanlagen mit Lautsprecher, 3 Schreibmaschinen, 1 elektrische Haarschneidemaschine, 4 Sofas, 5 Büfetts, 2 Chaiselongues, 2 Tische, 1 Wirtschaftsbüfett, 1 Glaserschrank, 2 Glasschränkchen 1 Badeofen mit Wanne, 1 Kasse, 1 Klavier, 4 Klciderschränkc, 2 Vertikos, 1 Flurgarderobe, 1 Grammophon, 2 Kommoden, 2 Bücherschränke, 3 Nähmaschinen, 1 Spiegel, 2 silberne und 2 goldene Ringe, 1 dünnes Armbandkettchen 1 vollständiges Bett, 1 Waschtisch, 1 Damenfahrrad, 1 Kredenz, 1 elektrische Ständerlampe. Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe im versteigerungslokal): 1 Pferd, 1 Kassenschrank, 3 elektrische Kühlschränke, 1 Eisschrank, 1 Hobelbank, 1 schwarzscheckige Kuh, 2 Schweine. Bestimmt: 7 Kinderanzüge, 1 Hose. Mött Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 l — Telephon 3239. WF D REDRUCKSACHEN »•Snö K-Brühtsche Druckerei sK -s- ", a Beilage M JÄ* A«-s,2, Nitn b'Orinn 'ÄSJ1 Folien 'nut qj.V'I 6er o heit2.°5eu ?erbe. V^ring, ! Takt' Paris. 31. Tardieu Dem englischen Abend »erM Leus nach Ministerpralwe din bereits an Paris ver London anlon wird gleich nc ministcr Mac Am Äbenö oc »Botschafter in i^lcn. Ser en scüsiungskonserei honderry, t \t französische . ÄsterpWde ti/güormitt Aach »Petit Flandin von di gen auf ih werden. Las falls bereits 1 Diermächtc frage in Loni englische Regier scheine, die srai durch Tord Allem Anschein werden die end des Donauplan den. Wenig Paris, 31 Poris ift man matifdje ßcfol Drn^chlan' hat, jvndern a kühle Oluft . haupten zwar Aussprache nc die natürlichst doch lassen di dch man für London m 11 rechnet. Der Außenp meint, Tardieus genommen längs diger Steife, er Dedingung, Unternehmen a und politische halb würde I1 nächstem aus -Teilnahme l'n die Aegier gewillt sein, Hi °Udierung zu gara .«K. Hoffnungen auf ?,unVu sehen. Wt herrivl A. Stoor die 2 Wiederaufbau 1Ja t [ 0 n c n Nkehr Sur : -7'S gnade ] ft* gcsehe feil'« SÄ' 9tn werde.