Nr. 25 Erster Via« (82. Jahrgang Samstag, 30. Januar 1932 (Er|d)eint täglich,außer tonn aqs und ceieriaqs. Beilagen: Die Illustrierte (birkener Familiendl^-tter Heimat m Dild Die Scholle monais Pcingsoreii: Mit 4 Beilagen NM 1 95 Ohne üUuftrierte . 1 80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei 3] id) ter feinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Henif^rechanfchlüffe unterSamntelnnmmer2251. Anfchrist für Drohtnach» nchten Anzeiger Giehen. postfcheckkonlo: Kranksvri am Main 11686. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Fn’rf vnb verloa: vrühl'sche Untotrfitdts-Bn*« und Stetnöniderei R. tanie in Giehei. Sdfriftlettieg und OeschLftrstelle: StyiMtraM 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnemm« bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Ne- klameaineigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorjchrist 20 , mehr. Thefredaltteur Dr. Jnebr. Wilk. Lange. Derontwonlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Fist«, fämtlich in Gießen. Chinas Hilfsruf an den Völkerbund. Oie Untersuchung des Konflikts mit Japan soll ausgedehnt und beschleunigt werden. Genf, 29. Dan. (IDID.) Der Vertreter Chinas Im völkerbundsral, Botschafter Dr. gen hat den Antrag gestellt, daß der völkerbundsral sich sofort auf Grund des Art. 15 mit dem chincftfch- sapanischen Konflikt befallen soll. Chinas Vertreter erklärte, der Streit sei seht auf dem Punkte angelangt, roo er einen sofortigen Bruch zwischen China und Dapan herbeiführen könnte. China beantrage in Ergänzung des Verfahrens noch Art. 11 die Anwendung der Art. 10 und 15 des Paktes. Der grundsätzliche Unterschied zwischen dem Art. 11, der bisher angewendet wurde, und dem Art. 15, den China jetzt angerufen Hal, bestehl darin, daß Art. 15 im Gegensatz zu Art. 11 ein bindendes und Im einzelnen fe ff gelegtes Verfahren für die Regelung von Streitigkeiten enthält. Ci» anderer ebenfo bedeutender Unterschied ist der, das, vefchlüsse des Rates, folange er auf Grund des Art. 11 mit der Angelegenheit befahl wird, ein? flimmig.b. tj. mit 3 u ff immun qöerfl reiten öen Parteien, erfolgen mü'ien, während nach Art. 15 INehrheitsbefchlüffe zuläffig find. Die Frage, ob der Rat den Parteien durch einen Mehrheitsbeschluß einstweilige Verfügungen auferlegen kann, scheint im Völkerbündesekrelariat umstritten. 3m Völkerbundsrat gab der chinesische Vertreter Ven seiner Enttäuschung ia:üb?r OIu.» druck, dah alle bisherigen Bemühungen deS Völkerbundes wirkungslos geblieben feien. Er erinnerte an die Guruntiepflicht der Völker- bundSmitgliedstaafen und hob hervor, dah eS 2lu'g?be des RateS fei, durch angemessene und wirksame Maßnahmen diese Pflicht zur Durchführung zu bringen. Der japanische Vertreter Sato erhob formale Bedenken gegen den chinesischen Antrag. Zuerst m-is r Klarbeit geschaffen werden, cj es mößi-.j |. zieichzeitig Artikel 11 und Artikel 15 anjuaKnben, w,e es China wünsche. Der Bat müsse prüfen, ob Artikel 15 überhaupt in dem vorliegenden Fall angewendet werden könne. HS könne keine Rede davon sein, dah Japan einen Bruch mit China beabsichtige. CS habe bisher nur besondere Schutzmahnahmen ergriffen. Aber selbst, wenn man an- nehmen wolle, dah die Voraussetzungen für die Anwendung deS Artikels 15 gegeben feien, bliebe nach wie vor die Verpflichtung bestehen, vor der Anwendung dieses letzten Mittels alle anderen MethodenderVer st ändigung uus- zuschöpsen. China habe sich aber fortgesetzt geweigert, die von Japan wiederholt ungebetenen direkten Verhandlungen auf» zunehmen. Sato verwahrte sich gegen den Vorwurf, dah Japan den Artikel 10 verletzt habe, der die DundeSmitglieder verpflichte, die territoriale Unversehrtheit und die politische Unabhängigkeit aller Bundes» Mitglieder zu achten. Die Vorgänge in Schanghai könne man zum Beweis der Verletzung dieses Artikels nicht anfuhren. Der Vorsitzende des Völkerbundsrats, Paul- Do ncour, vertrat den Standpunkt, dah die formalen Einwände des japanischen Vertreters nicht stichhaltig feien. Auch eine gleichzeitige Anwendung verschiedener Artikel des Paktes sei angängig. Die beiden Parteien seien verpflichtet, eine eingehende neue Darstellung einzureichen. Die Untersuchung müsse sich insbesondere czuch auf die jü.ngsten Vorgänge in Schanghai erstrecken. Die vom völkerbundsral auf Grund des Art. 11 schon getroffenen Mahnahmen bleiben in Kraft; das gilt vor allem für die vom völkerbundsral ein- gefehte internationale Unterfuchungs- lommiffion. der bekanntlich auf deutscher Seile der ehemalige Gouverneur Schnee angchörl. Jn- folgc der neuen Situation hat sich der Rat entschlossen, die Kommission aufzujordern, sich unverzüglich an den Schauplatz des Konstikles zu begeben, um dort ihre Feststellungen zu fressen. Sie wird die kürzeste Reiseroute nehmen und über Sibirien reisen. Cs ist ferner beabsichtigt, durch die in Schanghai beginn' len diplomatischen Vertreter unverzüglich Feststellungen Über die Vorgänge in Schanghai fressen zu lasten. An Wie Schapei bombardiert wurde. Tic Lstifnscnstadt ein ^hunincnmccr. Schanghai, 29. Ian. (WTD.) Die Besetzung von Schapei hatte kurz vor Mitternacht planmäßig begonnen. Die japanischen Seesoldaten hatten sich mit sieben groben Panzerautos und 20 Lastautos bei dem Hongkew-Park versammelt. A.s sich die ersten vier Lastautos mit Marineinfanterie nach dem chinesischen Gebiet in Bewegung setzten, brachen die versammelten japanischen Zivilisten in stürmische Zurufe aus. toäjrcnD japanische Presscphotographen zahlreiche Blitzlichtausnahinen machten. Aus die Lastautos folgte eine Rad» sahrerabteilung. dann eine Abteilung Seesoldaten zu Fuß, dann die Panzerwagen und schliehlich weitere Lastautos mit Marineinfanterie und bewaffneten Matrosen. Das japanische Bombardement hat ohne Unterbrechung 14 Stunden gedauert. Eine japanische Bombe ist auch auf ein ameri'anisches methodistisches Heim gefallen, wo beträchtlicher Schaden ungerichtet wurde. Soweit mun von der internationalen Niederlassung aus beobachten konnte, müssen die ch i n e f i s ch e n Verluste infolge des Bombardements ganz auherordenklich groß fein, da die 200 000 Seelen zählende Bevölkerung von Schapei, die sich zum größten Teil in ihre Häuser ein - geschlossen hatte, vollkommen hilflos war. Viele Frauen und Siinöcr sollen umgekommen Jein. Tausende von Chinesen suchten in panischem Schrecken in d i e internationale Niederlassung zu slüchfen, fanden aber dort keinen Einlaß, da die Tore sämtlich abgeschlossen und streng bewacht waren. Japanische Flugzeuge überflogen in regelmäßigen Abstunden von 20 Minuten Schapei und würfen Bomben ub, deren Spreng- faulen bis zu 30 Meter Höhe uufftiegen. Die chinesische Luftabwehr mar oolllvmmen ungenügend, da die Chinesen nur über Gewehre und leichte Maschinengewehre versügtcn. Auch die F u n k st a t i o n C h e n s o , die im Besitz der chinesischen Regierung ist, wurde bombardiert. Im Verlaufe der Kämpfe um Schapei waren a n sechs verschieden en Stellen große Brände ausgebrochen. Diese haben derart um sich gegriffen, daß sie nunmehr ein riesiges einziges Flammenmeer bilden. Die Flammen schlagen 20 bis 30 Meter in die Lust, und der Lärm, den das Feuer verursacht, ist aus große Entfernung zu hören. Schanghai wird durch diese grausige Illu mination tageshcll erleuchtet. Keine Minute vergeht, in der nicht das nervenoufpeitschende G e - dieser Untersuchung sollen außer den In der internationalen Untersuchungskomm ssion vertretenen Machten, Amerika, England, Frankreich, Dfalien und Deutschland noch die Vertreter Spaniens und Norwegens beteiligt werden. Bei der Haltung, die Amerika insbesondere in der letzten Zeit gegenüber dem vorgehen der Dapaner eingenommen hat, glaubt man zu der Annahme berechtigt zu fein, daß d i e vereinigten Staaten d i e Bemühungen des Rates aktiv unterstützen werden. Cs steht jedenfalls fest, daß der Rot, der eigentlich heule feine Tagung abfchliehen wollte, in Permanenz tagen wird. knatter der Mafchinengewehre zu hören märe. Um 5.30 Uhr früh hatte Schapei das Aus- fchen eines hefigen, brennenden Scheiterhaufens. Es bat den Anschein, als ob das Feuer sich langsam der internationalen Niederlassung nähert. Abwehr der Chinesen. (4cncrol)hci( und Boykott. 10 000 Freiwillige bewachen die Internationale Riedcriasfung Die besten Truppen Tschianlaischeks sollen aus Rauling ein- getroffen fein und, wie gutunterrichtete Beobachter mitteilen, Stellungen bezogen haben. Die Derstärlung des Gewehrfeuers in Schapei feit 4 Uhr früh (Ortszeit) (oll auf ihren Einsatz zu- rückzuführcn fein. Die chinesische Handelskammer hat zu einem allgemeinen Generalstreik auf- gefordert. Die Parole ist befolgt worden. Sämtliche chinesischen Banken haben ihre Schulter gefchlofsen, der gesamte Geschäftsverkehr ist eingestellt. Die streikenden Läden haben Plakate folgenden Inhalts ausgehängt: ..Leistet den Japanern Widerstand bis zum Tode." 0er Schuh der internationalen Konzession VorstcllUWgcn Amerikas und Englands in Tokio. London, 29. Dan. (IDIB.) Die britische Regierung Huf gestern die jupunische Regierung davon unterrichtet, dah sie hasse, Dapan werde innerhalb der internationalen Konzessionszone in Schanghai keinerlei Maßnahmen ergreifen, ohne vorher mit den interessierten Regierungen in Verbindung getreten zu fein. Die britische Regierung Huf die Regierung der vereinigten Stuaten ersucht, einen ähnlichen Schrift bei der japunischen Regierung zu unternehmen. Amerika schließt sich dem englischen Schritt an. Russisch-japanischer Konflikt um die Ostchinabahn. Moskau (über Kowno), 29. Jan. (TU. Funk- spruch.) Der japanische Botschafter Ehirota hatte mit dem Stellvertreter des Außenkornrnis- sars. K a r a ch a n . eine Unterredung über die Lage in der Mandschurei. Der japanische Botschafter übermittelte eine Erklärung der japanischen Regierung, in der es heißt: Im Zusammenhang mit den Unruhen in Ehurbin, wo Tausend von japanischen Staatsangehörigen wohnen, habe sich die japanische (Regierung gezwungen gesehen. Truppen nach Ehurbin zu entsenden, uusfchließlich zu dem Zweck, die ja- punischen Interessen zu schützen. Die japanische Regierung müsse für die Beförderung der jupani» toben Truppen nuch Ehurbin die chinesische Ostbuhn in Anspruch nehmen. Sie erkläre sich bereit, sämtliche Kosten für den Transport z u zuhlen. Kuruchun erwiderte: Die Eowjetregierung Hube bereits Auchricht erhalten, daß die japanischen Truppen, ohne sich mit der Verwaltung der chinesischen Ostbahn in Verbindung gesetzt zu haben, auf dem Bahnhof Kuunschencsy mehrere 3 ü gc beschlagnahmt und nach Cburbin in Bewegung gesetzt hätten. Erst später habe der Derwaltungsrat ein Telegramm des japanischen Oberkommandos erhalten, in dem die ileberfübrung der japanischen Truppen nach Charbin gewünscht wurde. Die Sowjetregierung fei der Ansicht, daß solche Fälle geeignet seien, gespannte politische Situationen herbeizuführen. Was die Ueber- führung der japanischen Truppen nach Ehurbin anbelangc, so mache die Regierung der Sowjetunion die kaiserlich-japanische Regierung daraus aufmerksam, dah die chinesische Ostbahn russisch- chinesisches Eigentum sei und daß es daher notwendig fei, für den Truppentransport nicht nur d ie Erlaubnis Rußlands, sondern auch Chinas zu erhalten, da diese Eisenbahn über chinesisches Gebiet laufe. Falls die chinesischen Behörden, die in der Verwaltung der chinesischen Ostbahn vertreten seien, sich bereit erklärten, die Erlaubnis zu erteilen. Würden von russischer Seite keine weiteren vchwirrigkeiteu gewacht werden, MONGOLEI Mukderi 'Schanghai V** c hanqhöi Nord- '( . <ß8SfA\ a f t sollte ebenfalls dazu dienen, Frankreich» unstillbare» SicherheitsbedürfniS zu beschwichtigen. Aber alles dies war den Sranxofcn nur ein in ihren Augen gänzlich unzureichender Ersah für das sog .G e n- f er Protoko 11" vom 2. Oktober 1924, da» zum erstenmal da» Prinzip der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit für alle Streitfälle, juristischer und politischer Art aufstellte und jede Macht, die sich einem Schiedsspruch des Internationalen Gerichtshofes nicht fügt, mit SanktionSmaßnahmen wirtschaftlicher, finanzieller und militärischer Art durch die übrigen Signatarmächte des Protokolls bedroht. Dieses auf der fünften Völkerbund-Versammlung im wesentlichen von dem verschlagenen Bene sch und dem listenreichen Griechen Politi » uuSgeheckte Protokoll, das nichts andere» geworden wäre und nach dem Willen leinet Väter auch nichts andere» sein sollte, al» eine neuerliche feierliche Bestätigung des durch die Friedensdiktate von Pari» geschaffenen territorialen Zustande» und eine Verewigung de» gegenwärtigen ungleichen Rüstung»- - stunde», funb damals zwar die Zustimmung de» französischen Ministerpräsidenten H e r r i o t und des britischen Premiers Macdonald, aber nach dem Sturz des ersten Arbeiterkubinett» lehnte die folgende konservative englische Regierung die Unterzeichnunu de» Protokolls ab und Herr Herriot trauert heute noch diesen fortge- schwommenen Fellen nuch. Die nächste Huuptetappe im Kumps um die Abrüstung war. wenn wir in diesem engen Zusammenhang von den verschiedenen Flottenkonferenzen einmal absehen, der Zusammentritt der vom Völkerbundsral berufenen ,.v or bereitenden AbrüftungSkommisfion" am 18. Mui 1926 in Genf. Sie bat in einer Reihe von Abschnitten mit Unterbrechungen von oft mehr ul« Jahresfrist fast fünf Jahre hindurch getagt und erst am 9. Dezember 1930 ihre Arbeit beendet, die der großen internationalen Abrüstungskonferenz den Weg bahnen follt^ 3n Ientern «isge-erchneteet Werk „Das ist die Abrüstung" führt der deutsche Mllitärsachverständige Oberst von Oertzen aus einem Bericht des amerikanischen Botschafters Hougthon an den damaligen Präsidenten Coolidge eine Stelle an, die zeigt, was damals schon einsichtige Staatsmänner von der Arbeit dieser vorbereitenden Abrüstungskommission erwartet haben. Hougthon schreibt in seinem Bericht: „Die vorbereitende Abrüstungskommission wird in Genf zusammentreten, wenn sie überhaupt jemals zusammentreten wird, über die eine Verständigung w e d e r e r w ü n s ch t noch vorgesehen ist und die mit dem entschlossenen Ziel formuliert sein werden, den Mißerfolg des Unternehmens zu sichern". Die Genfer Atmosphäre dieser fünf Jahre konnte allerdings kaum treffender charakterisiert werden In ihr konnte ein so zartes, sorgfältig im Wachstum zurückgchaltcncs Pflänzchen wie der Abrüstungsgedanke unmöglich gedeihen und das um so weniger, als man mit dem famosen Sozialisten Paul-Boncour als Hauptwortführer Frankreichs in Genf den Bock zum Gärtner gemacht hatte. Die Tagungen der vorbereitenden Abrüstungskommifsion erhielten ihre besondere Sensation durch das Auftreten der Russen, die mit brutaler Rücksichtslosigkeit den Dunstschleier von Genf zerrissen und mit ihren scharf zugespihten Anträgen aus radikale Abrüstung es Frankreich und seinen Trabanten oft schwer genug machten, das Gesicht zu wahren. Trotz dieser Unterstützung durch die Sowjetunion, zu der später auch Italien einschwenkte, war die Stellung Deutschlands in diesem Gremium fast hoffnungslos, besonders als auch der Vertreter Englands, Lord Robert Ceci l, der schon in Versailles den französischen Rüstungsaspirationen Widerpart geleistet und im September 1927 dem konservativen Premier ge- schrieben hotte, daß er diese Genf er Komödie nicht mehr mitzumachen gedenke und in der Aufrüttelung der öffentlichen Meinung die Hoffnung der Zukunft sehe, als nun dieser selbe Lord Cecil auf Anweisung Macdonalds den Franzosen zur Seite treten muh, die schon die goldenen Kugeln bereithalten, um das Britische Reich ihrer Politik rücksichtloser Sabotage der Rüstungsbeschränkung dienstbar zu machen. Als Ergebnis jahrelanger Beratungen kam denn am 9- Dezember 1930 ein Konventionsentwurf zustande, der für die zum 2- Februar 1932 einberufene Abrüstungskonferenz die Grundlage ihrer Arbeiten bilden soll- Die deutsch? Regierung hat diesen Entwurf entschieden abge- lehn weil er das in Versailles geschaffene System der Rüstungsungleichheit aufrecht erhält und in so wichtigen Fragen wie z. B- derjenigen der ausgebildeten Reserven und des Heeresmaterials Vorschläge macht, die praktisch geradezu auf eine Erhöhung des gegenwärtigen Rüstungsniveaus hinausläuft. Der deutsche Delegierte Graf Bernstorff erklärte scharf: „Der jetzige Konventionsentwurf hat mit Abrüstung, soweit eS sich um Landstreitkräfte handelt, nichts mehr gemeinsam als die Lieberschrift. Linser Standpunkt ist, dah Deutschland einen Abrüstungsvertrag nur dann anerkennen kann, wenn er eine gerechte und der Sicherheit aller Staaten Rechnung tragende Lösung bringt. Deutschland wird die Abrüstungskonvention danach beurteilen, ob sie als Gegenleistung für die deutsche Abrüstung den Grundsatz paritätischer Sicherheit verwirklicht. Der vorliegende Entwurf tut dies nicht!" Rein, im Gegenteil, er täuscht eine Rüstungsminderung nur vor. läht aber allen aufgerüstcten Staaten die Möglichkeit weiterer Rüstungsverstärkungen, während er für die durch das Versailler Diktat entwaffneten Staaten noch einmal ausdrücklich die Verpflichtung festlegt, die besonderen Entwaffnungsbestimmungen der Friedensdiktate bedingungslos innezuhalten. Kein Wort von all den schweren Beschränkungen, denen Deutschland sein kleines Hunderttausendmann-Heer unterwerfen muhte, keine Beschränkung des Heeresmaterials. keine Begrenzung der ausgebildeten Reserven, kein Verbot der Mobilmachungsvorbereitungen und einzelner für den Angriff besonders verwendbarer Waffen wie Tanks, Bombenflugzeuge, Gas. Statt dessen die zynische Feststellung Briands, Frankreich habe schon abgerüstet, da es seine Heeresstärke von dem Vorkriegsstand von 810 000 Mann auf 556 000 Mann gesenkt habe. Der Führer der französischen Radikalsozialisten hat uns die Antwort darauf abgenommen. Daladier stellt fest, dah das französische Heer die Stärke von 530 000 Mann nicht Übersteigen dürfe, nachdem eine Reihe von militärischen Sonderaufgaben ihre Erledigung gefunden habe, Frankreich unterhalte aber ein Heer von 660 000 Mann als Rormalstärke. so sehe in Wahrheit die Verminderung der französischen Rüstung aus. Die Aussichten für die zu Beginn der kommenden Woche in Genf zusammentretende Ab - rüstungsko^nferenz sind also nach diesen wenig verheißungsvollen Präliminarien verzweifelt schlecht. Sie werden auch dadurch nicht rosiger, dah die Konferenz in eine Zeit stärkster politischer Spannungen fällt und es infolgedessen mehr als wahrscheinlich ist, dah sie den Boden für heftige machtpolitische Auseinandersetzungen abgeben wird, in denen Deutschlands Ringen um gleiche Sicherheit nur e i n Problem, wenn auch vielleicht das wichtigste für die weltpolitische Entwicklung darstellen wird. Hängt doch von ihnen z. B- in weitgehendem Mähe die polnische Frage, die Zukunft der Rachfolgestaaten im süd- osteuropäischen Raum ab, ganz zu schweigen von dem deutsch-französischen Verhältnis Aber daneben treten andere Probleme um Mittelmeer und Pazifik: die Konkurrenz zwischen Italien und Frankreich, zwischen Amerika und Japan, der Kampf der Großmächte um China, die russische Sphinx, alles ungelöste Fragen, für deren Weiterentwicklung es schlechthin von entscheidender Bedeutung wird, welche Verteilung der Machtmittel die Abrüstungskonferenz vornehmen wird, wenn sie. was allerdings äuherst fraglich erscheint, überhaupt dazu kommen sollte, statt schon vorher an dem überreichlich angehäuften Kon- fliktsstofs und den kaum auf eine Ebene zu bringenden Weinungsgegensähen zu zerschellen. Frankreich hat schon rührig vorgearbeitet, dah die Genfer Atmosphäre schon gleich zu Beginn auf die richtige Spannung kommt- Rach bewährtem Rezept wurde in Paris zur rechten Ze.t wieder einmal die zwar gänzlich abgedroschene aber in pikanter Aufmachung von der öffentlichen Meinung immer noch gern geglaubte Fabel von deutschen Geheimrüstungen ausgegraben. Diese kindischen Versuche eines schlechten Gewissens, durch solche Mätzchen die Abrüstungskonferenz schon bei Beginn zu torpedieren. konnten mit schlagenden Argumenten abgewehrt werden. Aber das ist nur das Vor- postengeplänkel. Frankreich weih, dah es hier um die Grundlagen feiner Hegemonie in Europa geht und es wird sie mit der verschlagenen Zähigkeit verteidigen, mit der es bisher die grade Linie von Versailles bis heute unverrückt und starr innegehalten hat. Und das um so mehr, als die weltpolitische Kon- ftellation eine Isolierung Frankreichs nicht zu den Unmöglichkeiten macht Zwar Polen, die Tschechoslowakei mit ihrer riesigen Rüstungs. industrie, Rumänien und S u d s I a w i e n werden in steter Angst um ihr widerrechtlich erworbenes Besitztum dem Bundesgenossen und Geldgeber die Treue halten Anders ist es mit Italien, dessen Finanzen unter dem Druck des Wettrüstens zu versiegen drohen und das bei seinem gespannten Verhältnis zu Frankreich und seinem Adrianachbarn Südslawien alles Interesse an einem praktischen Erfolg der Konferenz hat Es wird deshalb, wie ja auch schon sein im vergangenen Herbst im Völkerbund gestellter Antrag eines Rüstungsfeierjahrs zeigte, in Genf vermutlich noch enger als bisher an die Seite Deutschlands rücken Ebenso die Russen, die mit dem Abschluß der Richtanglisfpakte mit Polen und den baltischen Randstaaten sich ein beweiskräftiges Argument für ihren Friedenswillen in die Hand gespielt haben Welchen Kurs England diesmal einschlagen wird, ist noch nicht abzusehen. Die öffentliche Meinung aller politischen Richtungen hat in Meetings, Aufzüaen und Kundgebungen für das Vorantreiben des Abrüstungsgedankens unter dem harten Steuerdruck begreifliches Interesse gezeigt, aber ob das Kabinett Macdonald und sein Außenminister Sir John Simon stark genug sein werden, trotz der Intrigen der frankophilen Bureau- kratie des Foreign Office gegen den französischen Stachel zu locken, das steht auf einem ganz anderen Blatt. Ein stark antreibendes Moment für die Ab- I riistungskonferenz liegt zweifellos in der Anwesen- > heit der Amerikaner, die wie sie immer wieder ihren europäischen Schuldnern gegenüber betont haben, in der Rüstungsbeschränkung neben der Sicherung des Weltfriedens auch das wesentlichste Mittel sehen, über eine Minderung der Rüstungsausgaben eine Erleichterung des Steuerdrucks und eine Beseitigung bei Wirtschaftskrisis zu erreichen. Im übrigen wird ja eben den in Genf versammel- ten Delegierten an einem praktischen Beispiel demonstriert, daß wir trotz Völkerbund, Kelloggpakt, Schiedsgerichtsbarkeit kaum einen Schritt dem Welt- frieden nähergekommen find Japan, das ungeachtet aller Völkerbundspalaver in Paris und Genf, die Mandschurei fest in Händen hält, hat nun auch fern vom mandschurischen Kriegsschauplatz die Zwei- Millionenstadt Schanghai, den Mittelpunkt des fremden Handels in China, besetzt und bas Chinesen- viertel mit Fliegerbomben in Brand geworfen, ohne daß der gerade in Genf versammelte Völkerbundsrat trotz angestrengten Nachdenkens bisher ein Mittel ersonnen hätte, seinem Mitglied China zu seinem Recht zu verhelfen. Wenn Japan nicht den durch materielle Machtmittel nachdrücklich unterstützten Vorstellungen weicht — England scheint zu einer Beteiligung an einer solchen Intervention im Vor- kriegsstil keine Lust zu spüren — scheint ein frisch- fröhlicher Krieg zwischen den beiden großen Völkern des Ostens unvermeidlich. Kaum ein gutes Omen für die Abrüstungskonferenz, aber gewiß ein Beweis mehr, daß die in Versailles geschaffene politische Unordnung nur einen schmalen Pfad zwischen Krieg und Frieden läßt und es nur eines Funkens bedarf, um an ihm einen neuen Weltenbrand zu entzünden, wenn nicht gleiches Recht für alle Nationen die Voraussetzung für einen wahren Völkerbund schafft. Wird die Abrüstungskonferenz die Zeichen der Zeil sehen? Die ausländischen Konzessionsgediete sind gegen die Chinesenstadt mit Stacheldrahten abaezaunt und sowohl für die Japaner wie für die Chinesen gesperrt. 8* ■kuU! 8 M d r» Die Berichte über die Kämpfe in Schanghai füllen den Hauptteil der Londoner Morgenzeitun- aen. Der Ernst der Lage wird allgemein anerkannt, jedoch lassen die Schlußfolgerungen eine einheitliche Linie vermissen. Don ausschließlicher Parteinahme für China, wie zum Beispiel im liberalen „Rews Chronicle" bis zu völliger Rechtfertigung der Japaner sind alle Meinungen vertreten. „Rews Chronicle" schreibt, e- dürste ohne Parallele in der Geschichte sein, daß eine Stadt so ohne Kriegserklärung und ohne ersichtlichen Grund angegriffen wird. Die öffentliche Meinung der zivilisierten Welt kann nut einer Ansicht sein. — „Morning Post" setzt sich ebenso eindeutig für die japanische Sache ein und kritisiert lediglich die Art des Vorgehens der japanischen Truppen. England wird sich niemals in die Gefahr eine- Krieges einer derartigen Sache wegen hineinziehen lassen. — „Times" drückt erneut Zweifel an der Fähigkeit der Regierung in Tokio aus, ihre Truppenführer im Zaume zu halten, und meint, man könne mit Zuversicht erklären, daß die englischen Vorstellungen in Tokio wahrscheinlich schärfer ausgefallen wären, wenn die jüngsten Ereignisse schon bekannt gewesen wären. Gemeinsame internationale Aktion durchgreifender Art werde notwendig sein, wenn in Schanghai die O.dnung wieder h?rgestellt werden solle. — Auch der „Daily Herald" empfiehlt das enge Zusammengehen der englischen mit der amerikanischen Regierung. Vorzeitige Einderufung des Reichstags. Der Termin für die Wahl des Reichspräsidenten muß vor dem 23. Februar festgesetzt werden. Berlin. 29. Ian. (VDZ.) Die Festsetzung des Termins für die Reichspräsidentenwayl wird durch den Reichstag selbst erfolgen und nicht durch seinen ständigen Ausschuß. Rach der Verfassung hat nämlich der ständige Ausschuß das Recht zur Wahrung der Rechte der Volksvertretung nur in den Zeiten, w o der Reichstag nicht versammelt ist. d. h. nach Auslösung des Reichstages bis zum Wiederzusammentritt des neugewäylten Parlaments oder nach Schluß einer Session. Der Reichstag hat diesmal aber seine Session nicht geschlossen, sondern er gilt als versammelt, da er sich auf einen bestimmten Tag vertagt hat, nämlich auf den 23. Februar. Dieser 23. Februar ist allerdings zu spät für die Festsetzung des Präsidentenwahltermins Die daher notwendige vorzeitige Einberufung des Parlaments wird sofort erfolgen. sobald die Bemühungen um die Aufstellung der Kandidatur Hindenburgs abgeschlossen sind. Reichstagspräsident Löbe wird dann den Reichstag nur zum Zwecke der Bestimmung des Wahltermins voraussichtlich ohne nochmalige Befragung des Aeltestenrates sofort einberufen, da ja aus der Mitteilung derjenigen Parteien, die die Kandidatur Hindenburgs unterstützen, hervorgehen dürste, daß nunmehr eine Mehrheit des Reichstages seine vorzeitige Einberufung wünscht. Der unter der Leitung des Berliner Oberbürgermeisters Dr. Sa hm stehende Ausschuß zur Vorbereitung der Kandidatur Hindenburgs glaubt, am Montag mit seinem Aufruf an das Volk vor die Oeffentlich. keit treten zu können. Theoretisch würde also eine Einberufung des Reichstages schon für Beginn der übernächsten Woche möglich sein. Da sich jedoch der Reichskanzler zu d.eser Zeit in Genf aufhalten wird, so wird voraussichtlich ein etwas späterer Termin für den Zusammentritt des Parlaments gewählt werden müssen. Oer Kurs der Volkspartei. Tingeldey für Wiederwahl Hindenburgs und für Mitverantwortung der Nat onalfo^attsten. Kassel. 30. Jan. (WSR.) In einer Kundgebung der Deutschen Volkspartei erklärte der Reiche tagsabgeordnete Dingeldey u. a., das deutliche Volk werde in den kommenden Wochen und Monaten unter dem Drucke des von Frankreich erzwungenen Entscheidungskampfes stehen. Diesen Kampf könne Deutschland nur bestehen, wenn seine Führung von einer breiten nationalen Front getragen würde, in der auch die Rationalsozialisten mit herangezogen würden. Er erhebe dagegen die Forderung, daß die breite nationale Front unverzüglich gebildet werde. Für den Reichskanzler sei noch einmal die historische Gelegenheit gekommen, von sich aus freiwillig dieser Entwicklung einen Weg freizugeben. Im Schicksalskampf des deutschen Volkes wäre es überaus gefährlich wollte man die gewaltigen nationalen Kräfte in der RSDAP. immer noch in der überhitzten Atmospäre ihrer leidenschaftlichen Opposition belassen. Töricht wäre es auch, wollte man bezweifeln, daß Hitler die Gefahren in seiner eigenen Partei nicht kenne, und gerade deshalb fest entschlossen sei, die beschworene Legalität nicht zu verletzen. Zur Reichspräsidentenwahl führte Dingeldey aus, daß er die Aktion Brünings. die Präsidentschaft des Feldmarschalls v. Hindenburg nicht durch eine einmütige Volkswahl. sondern auf parlamentarischem Wege zu verlängern, für unangebracht gehalten habe, aber die Tatsache bedauere» dah Hitler und Hugenberg ihre Absage an Brüning nicht durch ein ebenso klares und rückhaltloses Bekenntnis zu Hindenburg ergänzt hätten. Die große und ehrwürdige Gestalt des Reichspräsidenten sei das höchste politische Gut des deutschen Volkes. Cs wäre idjlimm, dieses Gottesgeschenk durch einen leidenschaftlichen Parteikampf in seinem Wert herabzumindern. Die Deut che Volkspartei werde sich mit allem Rachdruck für d i e einmütige Wiederwahl Hindenburgs einsetzen, wie sie sich in ihrer unbedingten Opposition gegen die jetzige Reichsregierung durch keine parteipolitischen Rücksichten beeinflussen lassen werde. Oie Stellung der Oeutschnationalen. Berlin, 29. Jan. (TU.) Die „Deutschnatlonalen Mitteilungen" veröffentlichen einen Artikel des Leiters der Deutschnationalen Pressestelle, Brosius, über die Präsidentenwahl, in dem festgestellt wird: „In einem können die Herrschaften des heutigen Systems absolut sicher fein. Die Deutschnationalen werben nichts tun, was auch nur im geringsten so aussehen könnte, wie eine Zustimmung zu der heutigen Politik ober eine Dulbung des Kurses Brüning Brann— Es wird lediglich von den Entscheidungen ber nationalen Opposition abhängen, wie bie Entwicklung weitergehen wirb Einheitsparolen haben nur bann Sinn, wenn hinter ber Politik ber Regierung bas Vertrauen einer geschlossenen Mehrheit des Volkes steht Hinter ber Politik ber Regierung Brüning stehen aber nur bie Parlamentarier ber immer mehr zusammenschrumpfenben Mittelparteien. Die Mehrheit bes Volkes steht in Opposition zu biefer Politik. Die Voraussetzung für eine Einheitsfront heißt Rücktritt einer Regierung, beren Politik wieberlegt ist und ber bie Dertrauensb asis fehlt. • Der Dorftanb bes Deutschen Reichs krie« gerbunbes Kyffhäuser erklärt, er stelle mit allem Nachbruck fest, baß seitens bes Kyffhäujer- bunbe» keinerlei Binbungen in irgendeiner Form getroffen finb, bie auf bie Reichs- Präsidentenwahl Bezug haben. * Don ber Reichsgeschäftsstelle der Bereinigte« vaterländischen Verbände Deutschlands wird mitgeteilt: Die Vereinigten vaterländischen Verbände Deutschlands stehen den in Bildung begriffenen Ausschüssen zur Wiederwahl des jetzigen Herrn Reichspräsidenten völlig fern. ASDAP. und Präsidentenwahl. Tcharfe Absage an den Sabm-Aueschutz. München, 29. Ian. (TL1.) Die nationalsozialistische Parteikorrespondenz veröffentlicht unter der Lieberschrift „Strohmänner des Zentrums" einen Artikel Rosenbergs, der sich in äußerst scharfer Form dagegen wendet, daß Männer, die im politischen Leven Deutschlands gar nichts bedeuten, sich nun zusammengetan hätten, um eine sog. Dolkswahl Hindenburgs zustandezubringen. Die nationalsozialistische Volksbewegung werde sich nicht bluffen lassen. Die Präsidentenwahl sei eine der wichtigsten politischenLebensfragen und es sei deshalb absurd, gerade sie angeblich durch ein „unpolitisches" Gremium entscheiden zu wollen, hinter dem sich doch nur der schwarze und der roteMarxismus verborgen hielte. Die RSDAP. lasse sich nicht vor vollendete Tatsachen stellen. Die Rationalsozialisten ständen nicht in einer Front mit den Dittmanns und Crispiens. Sie hätten nicht zwölf Jahre gegen die volksverderbende „schwarz-rote Herrschaft" gekämpft, um die gleiche „Poung-Koalition" im Sattel zu erhalten. Die Rationalsozialisten hätten das Vertrauen, dah auch der Reichspräsident v.Hindenburg sich nicht gegen das erwachende Deutschland „mißbrauchen" lasse Der Ratonalsozialismus werde sich die Entscheidung nicht aus den Händen winden lassen und den ganzen Spuk dieser abgetakelten politischen Zeitgenossen vertreiben. Er werde sich nicht scheuen, zu gegebener Zeit offen vor allem Volk seine Entschlüsse bekanntzugeben und werde nicht „hinter dem Rücken unpolitischer Herren Parteigeschäfte eines bankerotten Systems besorgen". In einer Berliner Sportpalastkundgebung der Aationalsozialisten erklärte der Reichstagsabgeordnete Hinke l, die Bildung sog. überparteilicher Ausschüsse für die Reichspräsidentenwahl mit Dr. Eckener oder Oberbürgermeister Dr. Sabm an der Spitze sei eine Fehlspekulation der liberal-monarchistischen Parteien. Hinkel fuhr dann wörtlich fort „Wen die ASDAP. al« Kandidat nominieren wird ..." in diesem Augenblick unterbrachen die anwesenden SA.-Leute den Redner mit dem Rus „Hitle rl" der von der Versammlung minutenlang wiederholt wurde — „das steht noch aus, wird sich aber in nächster Zukunft ergeben." Das nationalsozialistische Wirtschafts- Programm. Lüneburg, 29. Ian. (CAB.) Gottfried Feder, der Wirtschaftstheoretiker der RSDAP., hielt einen Vortrag überdennationalsozialistischen Zukunftsstaat. Er beschäftigte sich mit den Strukturveränderungen der deutschen D o l k s w i r t s ch a s t, die im Zukunftsstaat in die Wege geleitet werden mühten. Zu diesem Zwecke müsse der Import ausländischer Waren gedrosselt werden, Guter, die im Inlande erzeugt werden könnten, dürften überhaupt nicht eingeführt werden. 3m Dritten Reich werde das deutsche Voll eben nur Schwarzbrot essen. Rohstoffe, die unbedingt eingeführt werden mühten, würden mit Tauschgütern befahlt werden. Das Dritte Reich werde mit Hilfe der Wasserstoffgasversorgung eine i n - d u st r i e l l e Rachblüte ins Leben rufen Dadurch würde für eine Million Arbeitsloser Arbeit geschaffen. Eine weitere Million Arbeitsloser soll vom Arbeitsdienst übernommen werden: durch Erlaß der Hauszins st euer zum Zwecke der Ausführung von Reparaturen würden Hunderttcmsende ihr Brot finden. Zur Sozialisierung erklärte Feder, dah die Rationalsozialisten jede Verstaatlichung des Produktionsapparates ablehnten, jedoch das Verkehrswesen sowie das G e l d- und Kreditwesen zu verstaatlichen bestrebt seien. Lim Frankreich auf seinen „Goldbergen" verhungern zu lassen, würde das Dritte Reich aufdieGolowährungverzichten» Nationalsozialistischer Amnestieantrag für politische Straftaten in Hessen. Ein Antrag auf Strafunterbrechung im Gesehgebungsausschuß des Landtags angenommen. Darmstadt, 29. Ian ;WHP.) Im ®efc|- gebung-au-schuß de« Hessischen Landtage« wurde ein Nationalsozialistischer Antrag angenommen der die Regierung ersucht. ..anzuordnen. daß bi« zur Beschlußfassung de« Landtage« über di« vorliegenden Amneftieanträge I. vtrasen, die unter den weitgehendsten Amncstieantrag fallen würden, nicht vollstreckt werden. 2. 2 nklagenin Strafsachen, d.ren Gcg nstand unter den weitgehcniten Amnestieantrag fallen würden, nicht erhoben werden bzw. Haupt - verhandlungen nicht stattfinden." Dieser Antrag wurde mit 7 gegen 5 Stimmen ange nommen. Die Sozialdemokraten erklärten. daß ihnen die Formulierung de« Antrages eine Zustimmung unmöglich mache. Die eigentlichen Amneftieanträge der Rationalsozialisten und Kommunisten werden in der kommenden Woche oom Eeseygebung«au«schuh in Arbeit genommen. Vorher hatte der GesehgebungSauSfchuh in seiner Eigenschaft al« UntersuchungSauS- ^l)u h mit 7 gegen 5 Stimmen einen Antrag der Rationalsozialisten angenommen, der erklärt .Der Ausschuß beschließt, feinen Auftrag unerledigt in die Hände de« Pl«. "u m * zurückzulegen, da die Regierung durch De r w c i a e r u n g der Augsagegenehm »gung für die al« Zeugen benannten ■Beamten und durch die Derwcigerung der Dor- aIe DeweiSmittel genannten Akten die beabsichliate Dewei«erhebung und damit dre Erfüllung der Aufgabe de« Ausschuss«« unmöglich gemacht hat. Das neue österreichische Kabinett. Wien. 29.Ian. (WTB.) Bundeskanzler Dr. Du re f ch hat da« Kabinett in folgender Zu- fammensehung gebildet: Bundeskanzler und Außenminister: Dr. Bure sch, Vizekanzler und Innenminister: Ingenieur Win kler lLandbund). Finanzminifter: Dr. Weidenhoffer. Han- delSrninifter: Hetnl, Iustizminister: Dr. Schuschnigg. HeereSwesen: D a u g o i n, älnterricht: Dr. T z e r m a k, Soziale Verwaltung: Dr. Resch. Land- und Forstwirtschaft: Dr. Dollfuß. Sämtliche Minister mit Ausnahme Dr. Winkler« gehören der Christlich-Sozialen Partei an. neu gegenüber dem vorigen Kabinett Duresch ist da« Iustizminister Schu - s ch n i a g , Rechtsanwalt au« Innsbruck. Außerdem ist ein Mitglied d e« Landbun- de« al« Minister ohne Portefeuille in Aussicht genommen, über dessen Derufung aber erst nächste Woche entschieden werden soll. Diesem würde auS dem Ressort de« Innenmini» steriumS daS SicherheitSwesen (»olizei und Gendarmerie) übertragen werden. Kleine politische Rachrichten. Rachrichten, al« ob die ReichSregierung mit einer Umgestaltung der gesetzlichen Grundlagen der Währung befaßt sei. dag sogar beabsichtigt sei. eine künstliche Ausweitung derKre- ditmdglichkeiten durch Notverordnung in die Wege zu leiten, find völlig auS der Luft gegriffen. Die ReichSregierung steht mit der Rcich«bank nach wie vor geschlossen auf dem Standpunkt, daß nicht« geschehen darf, wa« einer inslatorischen Maßnahme auch nur ähnlich sieht. 8« wird keinerlei Veränderung de« ReichSbankgesetzeS erwogen. Gras H c l l d o r f, gegen den wegen Richt- erscheinen« im Kurfürilendammprozeß. in dem er einer der Hauptangeklagten ist, Hastbcsehl erlassen wurde, und der dann in Würzburg verhaftet und nach Derlin transportiert wurde, ist auS der Haft entlassen worden. Die Strafkammer hob auf Antrag de« Verteidigers Rechtsanwalt Dr. Sack den Haftbefehl wieder auf. In Derlin begann der Prozeß gegen di« Direktoren de« Schul theiß-Pahen- bofer-Konzern« Kahenellenbogen, Penzlin, Sobernheim, Kulmap und Funke vor der Großen Strafkammer. Die Anklage lautet auf Bllanz- verschleierung, ferner gegen Kahenellenbogen und Penzlin auf Prospektbetrug und schließlich gegen Kahenellenbogen allein auf handelsrechtliche Untreue. An Dord de« Dampfers „Europa" sind 482 Darren Gold mit zwei anderen au« Amerika eingefrorenen Dampfern ebenfalls größere Goldmengen in Cherbourg angekommen, und zwar beträgt der Wert der drei Ladungen insgesamt etwa ein« Milliarde Franken. Durch Rotenwechsel zwischen der deutschen Dot- fchaft in Madrid und dem spanischen Ministerium dcS Aeuhern ist der Sichtvermerkszwang zwischen Deutschland und Spanien mit Wirkung vom 1. Februar wieder a u f g c - hoben worden. Der Ches de« französischen Generalstabes, General Wehgand, ist auS dem aktiven Dienst auSgeschieben. weil er da« 65. Le- b^rSiahr erreicht hat. Er bleibt jedoch mit jeweils einjähriger Verlängerung bi« 1935 aus seinem Posten al« Generalstabschef Aus aller Well. Schlußverleidigerplädoyer» in Lübeck. Rechtsanwalt Dr. (Turnte, der im Tuberkulose» Prozeß al» letzter der Derteidiger für den An, geklagten Professor Klotz plädierte, wandte sich vor allem gegen die Behauptung, Professor Kloy habe al» staatlicher Kinderarzt an der Einführung de« Ealmette-Dersahren» in Lübeck m i t g e w i r k t. Die Angelegenheit der Tuberkulose sei von der Tuberkulosefursorgestelle behandelt worden Professor Klotz habe damitnicht»zutun gehabt. In feinen weiteren Ausführungen behandelte der Derteidiger di« Frage der Fehldiagno- s e n und wieS besonders auf daS Gutachten von Professor Much bin, der betont habe, man könne nicht einmal einen ärztlichen, geschweige denn einen strafrechtlichen Dorwurs au« den Fehldiagnosen herleiten Am Schluß seine« Plädoyer- wie« Dr. Cuwie darauf hin, dah Professor Kloch am 26. April do- Unheil erkannte und weitere- Unglück verhütete. Ein Kind in einer Berliner Wohnung von einem Leoparden gelötet. CEin entsetzlicher llnglückssall, dem ein zwei- jährige» Mädchen zum Opfer fiel, ereignete sich in der Wohnung des Kunstmalers von Othegraven in Wilmersdorf. Othegraoen hielt dort einen völlig gezähmten, ausgewachsenen Leo- parbtn, den er angeblich für FiImVorstellungen abrichten wollte. Al» die in dem gleichen Hause wohnende Frau de, Tankslellenbesitzers Charys mit ihrem zweijährigen Töchterchen da» Zimmer betrat, riß sich derLeopard plötz- lichvonder Kettclos und stürzte sich auf das Kind. Die Mutter wurde zur Seite geschleudert. Bevor noch der Besitzer des Tieres zu Hilfe eilen konnte, hatte die Bestie dem Kinde derartige Biß - und Kratzwunden beigebracht, daß es tune Zeit spater feinen Derletzungen erlag. Bergrutsche in Tiorbnormegen. DaS ungewöhnlich milde Wetter und der anhaltende Regen haben große Dergrutsche verursacht. Die Landstraßen fuben unter Wasser, die Eisenbahnlinien lind an den Dergrutschstellen versperrt. Der Verkehr wird durch Umsteigen der Reifenden und Umlaben der Güter ausrechterhalten. Man hofft, daß der Racht- schncllzug Oslo—Drontheim zur gewöhnlichen Zeit verkehren wird. Die Flüsse steigen, und die Hauser vieler Ortschaften sind gefährdet. An einer Stelle ist ein Dammbruch erfolgt. Mehrere kleine Kraftwerke haben den Betrieb einstellen müssen. Drei Fischer ertrunken. Aus dem Stausee bei Roßnow in Pommern hat sich nachts ein schwere» Bootsunglück ereignet, dem drei FischerzumOpferfielen. Die Fischer waren mit einem Boot zum Fischfang auvgefah. ren, sind aber von dieser Fahrt nicht zurückge- kehrt. Man sand da» Boot kieloben treibend auf. Die Leichen der Verunglückten sind auf dem Grund des Sees bei dem klaren Wasser gesichtet worden. Eisenbahnräuber rauben 95 000 Franken. Bei der Ausfahrt eines Personenzuge» sprangen auf dem Bahnhof Kamphausen (Saargebiet) zwei vermummte Gestalten in den Bahnpostwagen, hielten den Beamten mit einem Revolver in Schach und raubten einen Postsack mit 95 000 Franken Inhalt. Kurz vor der Einfahrt des Zuges in den Bahnhof Neuhaus ,prangen die Räuber ab und entkamen. Seuerwe&ror&eif im Streife Gießen. In dem Jahresbericht 193 1 des KreiSfeuerwehrinspektor« wird u. a. mitgeteilt, daß In 45 Gemeinden Besichtigungen der Feuerlölcheinrichtungen, verbunden mit Ucbungen stattgefunden Haden Rach dem Befund ist da« Feuerlöichwclen in allgemeinen mit .gut“ biS J e 0 r gut“ zu bewerten. 3n Birklar wurde da« Spritzenhaus mit elektrischem Licht versehen und eine fahrbare mechanische RcttungSleiter von 10 Meter Steig- döhe angeschafft. Etting-Hausen hat ein neue« Leiter ha uS errichtet und eine Schiedeleiter angeschafft. Klein-Linden hat eine Wasserleitung im Anschluß In die der Stadl Gießen und E b e r st a d t eine zweit« Wasserleitung mit ^rcilau» gebaut Gründera hat lerne Feuer- löschemrichtung durch Anschaffung einer Klein- Motorspritze verbessert. Der Tran-portwagen für dieKreiS- motorspritze wurde mit neuem Ehasii» und mit einem 70-PSZHlotor versehen. Es kann nun mit dem kompletten Fahrzeug eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 36 bi« 40 Kilometer pro Stunde erreicht werden An Bränden wurden im Jahre 1931 folgende verzeichnet 2m 18. Januar Brand einer Scheune und Holzschuppen« in Inheiden: 9. Februar Zünrnerbrand in Lich; 22. Jebruat Zimmerbrand in Hungen: 5. März Brand einer Scheune und einer Hall« auf Hosgut Ober »St einberg; 22 März Zimmerbrand in Lich; 7. April Brand eine« Strohbaufen« In der Gemarkung Allertshausen; 20. April Brand eine« Personenauto« in der Gemarkung Heuchelheim; 7. Juli Zimmer- brand in Bettenhausen, 26. Juli Brand eine« Schaf stalle« und Schuppen« auf Hof gut Appenborn; 1. jluguft Fuhbodenbrand in einer Schlos- fcrtDerf.ätte zu Dillingen; 7. und 8. August Brand pon drei Scheunen, Stallungen und Holzschuppen in Röthge« 17. August Ladenbrand in Großen- Linden; 29. August Brand auf einem Heuboden in Grünberg; 25. Oktober Brand in einer Schrei- nerwerkstätte in BerSrod; 27. Oktober Äamin- unb Balkenbrand in Hungen; 30. Oktober Zimmerbrand in WeiterShain: 9. November Brand eine« Holzschuppen- in RüddingShausen; 22. Rovember Kamin- und Balkenbrand in Hungen; 26 Dezember Brand zweier Scheunen und eine« Wohn- hauSanbaue« in Lich. Dei vier Bränden wurde nachbarliche Hilse in Anspruch genommen. Die KreiSmotor- spritze wurde zu den Bränden am 5. Mai nach dem GutShof Ober-Steinberg, am 7. August nach Röthge« und am 26. Dezember nach Lich angc- fordert Dei dem Brand in Ober-Steinberg konnte sie wegen Wassermangel« nicht eingesetzt werden. Dei dem Brand in Röthge« war sie 4>, Stunden ununterbrochen in Betrieb. Srouengruppe der OVP. in Gießen. Vach längerer Pause hatten sich am Montag die Frauen der DDP zu der gewohnten Rach- mittagSverfammlung im „Hindenburg" eingefun- ben. Fcl. Maria Birnbaum berichtete zuerst über di« Eröffnung de« Hessischen Landtage«, der si« beigewohnt, und seine bisherige Tätigkeit. Alsdann wandte sie sich der Reichspolitik zu und besprach dl« brennendsten TageSfragen. Die Rednerin bedauerte aufs tiefste die mangelnde Einigkeit bei der Wiederwahl Hindenburg«, di« un« auch in den Augen de« AuS- lande« sehr schade. Sie ging bann über zur Reparation-konferenz, die durch den Willen Frankreich« verschoben worden fei. Nachdem wir bereit« 19 Milliarden an Frankreich gezahlt, während nach einer Erklärung in der französischen Kammer die Schäden sich nur auf 13,5 Milliarden belaufen, habe Frankreich keinerlei Recht mehr auf Reparationen im eigentlichen Sinn. Rach den verschiedenen amtlichen Verlautbarungen, nach dem, toa« vor allem der Reichskanzler letzthin mit voller Entschiedenheit ausgesprochen, sei an der Ablehnung weiterer Tributlasten von selten Deutschland« nicht zu zweifeln Fräulein Birnbaum sprach sodann länger über die Abrüstungskonferenz, die am 2 Februar in Gens eröffnet werde Sie definierte den Begriff „Ab- rüftung“ und wie- nach, daß Deutschland den rechtlichen und moralischen Anspruch auf die Abrüstung der anderen Staaten habe, sonst erlösche auch seine Verpflichtung. Die Rednerin bewie« an Hand von Aussprüchen führender Staatsmänner de« Auslandes, daß eine einseitig« Abrüstung Deutschlands nicht länger bestehen könne. Die Zahlen der HeereSstärke und die Machtmittel der Feindstaaten verglich sie mit denen Deutschland« und zeichnete ein erschütternde« Bild unserer Macht- und Wehrlosigkeit. Der Entwurf der Dorbereitenden Abrüstung-- kommission de- Döllerbunde«, der bei einer An- nähme di« Derewigung der Rechtlosigkeit Deutschland« bedeuten würde, muß auf« schärfste zurück- aewiesen werden. Hinter dem Rein der deutschen Delegation muß der geschlossene Abwehr- Wille de« ganzen deutschen Dolke« stehen. Zum Schluß wie- Frl Birnbaum noch auf die umlaufenden Listen für die AbrüstungSkonferenz hin Bevor man in die Aussprache eintrat. dankte Frau RolofI Zrl. Mana Birnbau st in warmen Worten für ihre unermüdliche Tätigkeit al« hessische Landtagsabgeordnete In der anschließenden Aussprache konnte die Rednerin noch manche Frage au« der Dersammlung beantworten. Rundsunkproqramm. Coentag, 31. Januar. 7: Von Bremen: Hafenkonzert au« dem Bremer Freihafen. 8 15: Kaiholifche Morgenfeier 10: Einfuhrung-vcr.rag in Wagner« . Siegfried“, 2 Akt, von Han» RoSbaud und Karl Siueber. 10.45: Die VolksmusiNorfchuna in Ungarn". Vortrag mit Beispielen von ‘Bda BartöL 11.30: Don Leipzig: RcichSiendung: Kantate von Johann Sebastian Bach 12 15 Bon Bre«lau: MittaaS- krnzert der Schlesischen Philharmonie 1410: Stunbc de« Lande« 15 Stunde der Jugend. 16: RachmittagSkonzeri de« RundsunkorchesterO. 18: Kadidja Wedekind: ..Mein Baler Frank Wedekind". 18 25 Die Dämmerstunde. 19.30: Sine Viertelstunde Lyrik Otto zur Linde 19 45 Klavier-Konzert. BSla Dartök 2? 30: Ludwig Hardt erzählt Anekdoten und Späße. 21.15: Siegsri^ von Richard Wagner. 2. Auszug. » Montag, 1. Februar. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.03« Konzert. 13 05: Don Köln: Konzert 15.20: ..Erfahrungen au« der Arbeit an erwerb«losen Mädchen". Borlrag von Frau von Schubert. 17.05: Lieder. 18.40: ..DaS britische Weltreich", 'Bortrog von Prof. Dr Georg Küntzel. 19.05 Englischer Sprachunterricht 19.35 .WirtschastSkrisc und Kommunalpolitik'. Vortrag von Stadtkäinmerer Bruno Aich. Berlin. 20.20: Großer Saal de« SaalbaueS. Frankfurt a M. DolkSiümliche« Kon- zert de« Frankfurter Orchester-DereinS 22.30 bis 23.10: Don 'Berlin: Zeilbericht ..Französisch« Kammerdebatt« um die Reparationen". Letzte Rachrichten. China erflärf Japan den Krieg. ß o n b e n, 30. Ian. sWID.) Wie Reuter au« Schanghai meldet, hat China Japan den Krieg erklärt, rschlangkeischek hat bei den Konsulardertretern der auSwärtlgeN Mächte in Schanghai Protest dagegen erhoben, daß da« internationale Äon- zessionSgebiet rechtswidrig von bei Japanern als Stützpunkt für mlll« tärische Operationen auf chinesischem Gebiet benutzt werden dürfe. Tschiangkeischek erklärte, diel könne zur Folae haben, daß er genötigt sein werde, den japanischen Teil de« KonzessionSgebiete« mit Granaten zu belegen. Jede Verantwortung fit die Folgen müsse er ablehnen. Wettervoraussage. Don Westen her ist weiter mild« Luft über Deutschland eingcdrungen und hat im nördlichen Teil de« Reiche« hie Temperaturen übet Rull gehalten, dabei außerdem vielfach leichten Sprühregen gebracht. Auch bei un« und im Süden ist ber Frost weiter Aurüdgcgangen. Inzwischen ist der hohe Druck über den britischen Inseln wieder so weit angestiegen, daß sich dort ein Kern mit Barometerständen von 780 Millimeter entwickelt hat Durch die Rückseite der über Finnland lagernden Störung dringt unter gleichzeitigem Barometeranstieg kühlere, maritime Luft südwärts vor. Sie wird unser Wetter zunächst beeinflussen, und da wir seither Im Bereich einer Kaltlustschicht und von StrahlungSsrost lagen, mildernd auf die Temperaturen einwirken Der- einzelt leichte Schauer Und dabei nicht ausgeschlossen. Jedoch besteht mit dem späteren östlichen AuSbreiten de« hohen Drucke« wieder Rei- guna zu nächtlichem Aufklaren und Uebergang zu 6trablung«fröften. Aussichten für Sonntag: Wechselnd wolkig mit kurzer Aufheiterung, zunächst milder und Temperaturen nacht« nur um Rull. Vereinzelt leichte Schauer, westliche bi« nordwestliche Winde. Aussichten für Montag: Bei Auf- klaren wieder leichter Rachtsrost, lokale Frühnebel. oder Dunstbildung, sonst bewölkt mit Aufheiterung und vorwiegend trocken. Amtliche Diniersporlnachrlchien. Vogelsberg, Hoherodskops: Nebel, minus 6 Grad, kein Schnee und keine Sportmöglich Schwarzwald, Feldderg: Klar, minus 1 Grad, 25 cm Schnee, verharscht, Sportmöflsichteit für Ski und Rodel gut.____ |W M Größte Ausstellung I Reparaturen.komplctte Anlagen Flockenwirbel, Ostwindsausen. — „Qualm“ und „Duft“ beim Wintersport. Zähneklappernd saust mit Grausen „Duft“ zum nahen Abgrund fort. Hier ist „Qualm“ einmal der Helle, Denn er zeigte wen’ger Mut, Blieb an einer sanften Stelle. Seine Ramses schmeckt ihm gut! RAMSES M0,1<*cigarette Unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Ludwig Werner,LoiomoMhrer i.8. ist am 26. Januar für immer von uns gegangen. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 30. Januar 1932. Die Beisetzung fand auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt. 791 D im 53. Lebensjahre. Gießen, den 30. Januar 1932. 7931 802 D Unerwartet und jäh hat der Tod unseren lieben Kollegen Herrn Hermann Wörner Das Kollegium der Schillerschule. Gießen, den 30. Januar 1932. 831D 1879-1929. Anna Baumann | Mietgesucde"| In tiefer Trauer: Theodor Baumann Gießen (Heuenweg 7), 30. Januar 1932. F. G. F G. F. F. Bahnhofstr. 44. Die Trauerfeier findet statt: Montag, den 1. Februar, 534 2/4 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs. 0601 Von Beileidsbesuchen bitte ich absehen zu wollen. Fr. Wenzel. A. Münch. a kollegen 799 Dl Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Lieber Straße 91), den 30. Januar 1932. ligung bittet derVorstand. 792 D r Heute nacht entschlief sanft nach langem, schweren Leiden unser treusorgenderVater, Schwiegervater und Großvater Am 28 Januar verschied nach kurzem schweren Leiden meine liebe, herzensgute, treusorgende Schwester Die G. B. Frankonia I. A.: R. W. Dersch XXX Die Beerdigung findet Dienstag, den 2. Februar 1932, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt. Heute morgen verschied plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, mein herzensguter Vater, unser Bruder, Schwager und Onkel Herrn Georg Ritzel geziemend in Kenntnis.-Dem leider so früh Dahingeschiedenen wird die Altersvereinigung ein ehrendes Gedenken bewahren.— Die Trauerfeier findet Montag, denl.Februar,2Nhr nachmittags in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt.—Um zahlreiche Betei- Gießen, Bellersheim, Hamburg, Saarbrücken, den 29. Januar 1932. Wetzsteinstraße 16. Existenzaufbau ohne Kapital. Routinierte Verk. können durch d.Vertrieb uns.konkurrenzl.SvezialartikeLdiebei Behörden, Gaststätten, der Industrie, bei der ges.Geschäftsw.u.Privaten abzugeb.sind. Wöchentlich >M. 150.— bis 250.— verdienen. Wirbiet.höchste Provisionen, Svesenzuschuh u. später evtl, feste Anstell. Eilangebote an Dr. Paul Lehmann & Co., B. m.b.H., Frankfurt a.M.,SchäIergasße 10. Sonntag, 31. Januar, nachmittags 8 Uhr Jahreshaupt- verfammlung (im Hess. Hof) Erscheinen aller Kameraden dringend erforderlich. 801D Der Vorstand. verm. Zu erfr. Wartweg 50. Die Leichenfeier findet Montag nachmittag 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt aus unserer Mitte genommen. + Still und treu, mit warmem Herzen, mit feinem Sinn und Geschick hat der Verstorbene an unserer Schule gewirkt zum erstenmal im frischen, frohen Eifer der lugend von 1898 bis 1903 und dann mit dem gleichen Eifer und Idealismus seit Ostern 1928. Und nun ist er uns schon so ba d entrissen worden und wir beklagen schmerzlich seinen allzufrühen Tod. + Mit seiner schönen Berufsauffassung aber und seinem offenen Sinn und seinem geraden, ehrliche Wort und seinem schlichten, freundlichen Wesen wird er uns ii mer wieder als Freund und Vorbild vor der Seele stehen und uns verbunden bleiben. Ehre seinem Andenken. 2 leere Zimmer m. Kochgelegenheit zu verm. Schr.Ang. u. 0593 an denG. 21. In tiefer Trauer: Lina Wörner, geb. Franz Otti Wörner. Am 28. Januar entschlief nach langem, schwerem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Bruder und Großvater Job. Phil. Frischholz im 59. Lebensjahre. Familie Karl Frischholz Familie Ludwig Haagen Familie Käthe Bohn August Frischholz. Gießen, Neuyork, den 29. Januar 1932. Die Beerdigung findet Montag, den 1 Februar, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen triedhof statt. _______________________0591 Markenölfirma sucht Vertreter geg. hohe Provision zum Verkauf von Auto- und Industrieölen. Schrift!. Angebote unter E. ü. 9076 (817V) an die Geschäftsstelle des Gieh.Anzeigers 2-3 MM möbliert oder leer zu vermieten. 810D Kaiserallee 33. D. H. V. Samstag, 80. Januar, 20.30 Uhr, Heim .FilmvortraJT über: Konserven. Zucker, das braune Wunder usw. 808D Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, die Kameraden von dem Ableben unseres lieben Kameraden Herrn Georg Izel in Kenntnis zu setzen. Die Kommandos: Am 29. Januar starb unser Alterskamerad Herr Friedrich Wörner Lehrer Sanitätsrat Dr. Friedrich Schickert aktiv S. S. 87 Herr Hermann Wörner Lehrer Gr. 4-Zimra.-WohDDng m.Badu.Zubeh.,in freier, sonnig. Lage v. ölt. Ehepaar ges. Schr.Ang. m. Preis u. 0560 a. d. G.A. Die Beerdigung findet Montag, 1. Februar, nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Zusammenkunft l3', Uhr am Portal des Friedhofs. __803 D Gießener Ireiw.Feüerwehr Vkontag, 1. Febr., abends 8 Uhr **0 Honataversammlnng bei Kamerad Müller. Bahnhofstr. Vollz. Ersch.erforderl.Mit- teilungen.Uniform: Dienstaitz.—Mütze. Das Kommando. Mäuler oder VerkäuIerinnsD gleich welch.Berufs, zum Vertriebe ein. leicht verkäuflichen Hausbaltartikels ge- sucht,hob.Verdienst. Schr. Ang. u. 832D an den Gieh.Anzeig. »Unterfertigter betrauert tief das am 28. Januar zu Bechtheim (Rheinhessen) er- • folgte Ableben ihres lieben A. H. 3-4-Zimmep-Woliniing in Grohen-Linden, Nähe Bahnhof, sof. zu verm. Auskunft Großen-Linden Georg Ritzel im 57. Lebensjahre. Guter Verdienst d. Verkauf v. Kaffee an Selbstverbrauch. Curt Henau, KaMeevers. Hamburg 21. 7MV Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 2. Februar, nachmittags 2 Uhr auf deut Neuen Friedhof statt. _______________________________ 826 Redegewandte, un-1 verdross.,solide,ehrl. • Leute zumvrovisionsweis. Venr.einigerHaus- Halt-Artikel gesucht. Äetätigungsf.Gieh. u.Umgeg.,evtl. auch f. einz. Ortschaften. Ang. nebst Angabe seith. Tätigt, erb. u. 0474 a. d. GH. An;. Schilder-Reisende (auch Preisschilder) a.jed.Ort ges. Hohe Proo.,spät. fe>t.Gehalt. Muff. frei. Filters & Schäler, Barmen 34, Schiloenabr. eine gute Existenz gvnnden Sie sich, wenn Sie die Vertretung unserer seriösen u. leistungsfähigen Bausparkasse (A. G.) für den hiesigen Bezirk übernehmen. Bedingung für erfolgreiche Mitarbeit: Bester Ruf, energisches Arbeiten und Ausdauer. 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S-^7 Mittn>°Äubr,ru>n WÄ"* r°Kis>L, D Nr. 25 Zweiter Blatt Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesienj Samstag, 30. lanuar (952 Musiolini. persönliche Eindrücke von einem Besuch in Rom Don Herbert von Hindenburg,Gesandten z.D. Dom, Ende Januar. Solange zeitgenössische Leidenschaften sprechen, kann menschliche Größe schwer in ch.em richtigen Mähe erkannt werden. Dieses beobachtet man jetzt wieder am Fall Mussolini. Für seine Getreuen ist der Duce ein Gott, für einige Journalisten ist er „der tolle Hund von Europa", mit welcher Bezeichnung bie Engländer auch einst Rapoleon I. beehrt haben, und em amerikanischer Senator oerstieg sich einst, d. h. vor dem Besuch Gcanbi- in Amerika, zu der Behauptung, daß Mussolini beseitigt werden müsse, damit endlich Friede werde aus Erden! Manche Deutsche wie- derum halten sich über den RituS deS Faschismus aus. Sie glauben, daß ein Mann, der Mert auf schwarze Hemden, Alalageschrei und römische Grußform lege, nicht ernst genommen werden könne. DaS ist alleS abwegig. Mussolini ist kein Gott und nicht toll, er ist ein Mensch von überragender Bedeutung, neben der der faschistische RituS oder etwaige, von dem Duce sicherlich nicht gebilligte und jetzt kaum mehr vorkommende Exzesse faschistischer Rollkommandos nur eine untergeordnete Rolle spielen. Mr müssen begreifen lernen, dah Italien in Mussolini einen Staatsmann von ganz grobem Format besitzt. In PsitznerS Oper Palestrina um* «eben die Geister unsterblicher Musiker den Komponisten und ich kann mir wohl vorstellen, dah Dante, Rienzi, Savonarola. Macchiavclli. Eaesar Borgia, Leonardo da Binci, Julius II.. Rapoleon I-, Garibaldi, von Mussolini „mächtig angcAogen“ werden, wenn er zu später Stunde im Palazzo Benezia für Italien arbeitet. Denn dieser Mann arbeitet immer. Tag und Rächt, in Wort und Schrift, mit so gewaltiger und erstaunlicher Klarheit, Genauigkeit und Schnelligkeit, dah seine Gehilfen chm oft nur mit gröhter Anstrengung felgen können. Aus strenge Prüfung folgen sofort Entscheidung und Ausführung. Gröhe Staatsmänner sind nie bequem, sie können e« auch nicht allen recht machen, denn sie halten, ohne sich beirren zu lassen, die Linie, die ihnen ihr GeniuS vorzeichnet. Rur selten sind sie populär, ja der Mut zur Unpopularität ist oft eine ihrer hervorragendsten Eigenschaften. Den Hai auch Muffolini. aber trotzdem ist er eine volkstümliche Figur. DaS Dolk weih, dah er i h m gehört, denn er ist auS der liefe der revolutionären Romagna, nach dem Sril in der Schweiz, zur Führerstellung emporgestiegen. Sr war Sozialist und erst, nachdem er die Hohlheit der sozialistischen Theorie erkannt hatte, ist er der Autokrat hinter dem Thron geworden, aber er hat daS Elend nicht vergessen, auS dem er sich emporgearbeitet hat. Darum ist Mussolini der Tater der Dauern, Arbeiter. Soldaten und Seeleute und in mo her Hiniicht viel lästiger für die besitzenden Klagen, als eS der alte Liberalismus oder sogar der Sozialismus waren. Er schützt daS Eigentum, weil er seine Rotwendigkeit erkennt, aber er zieht der Habgier scharfe Grenzen. Ungeheures hat die strenge Leitung dieses neuen Rapoleon schon in Italien geleistet. Straffste Zentralisierung ermöglicht es ihm. überall fördernd in das Arbeitsgetriebe deS Lande- einzugreifen und die auch in Italien starke Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Mussolini hat ohne Unterschied von Klasse oder Rasse den „Stato Corporativo", den Körperschaft-st aai geschaffen. um die Wirkung der kapitalistischen Weltkrise, die er längst voraussah. durch möglichst breite und streng disziplinierte Berleilung zu mildern. Bergwerke. Fabrilen. Häfen, Werften, landwirtschaftliche Betriebe. Eisenbahnen spüren den Antrieb, der von diesem Mann und feinen Beauftragten auSgeht. „Non sostare!“ ruft Mussolini, „sostare c retrocedere!“, was man etwa mit „R a st' ich. so rost' ichk" über setzen kann. Italien soll selbständig, toll, soweit möglich, von dem seine Währung schädigenden Tribut befreit werden, den es für Brotfrucht und Kohlen an da» Ausland zu zahlen hat. Daher Ausnutzung der bedeutenden Wasserkräfte und der brachliegenden Ländereien, besonder- in Mittel- und Süditalien Der romantische Zauber der Ruinen und Einöden soll blühendem Wohlstände weichen. Gegen die Malaria wird erfolgreich gekämpft wie auch gegen die gefährlichen, den Fortschritt hemmenden Geheimbünde, die fcamorra in Reapel und die Mafia in Sizilien. Ueberall soll geordnete Freiheit herrschen- Aber Mussolini will höher hinaus. Italien soll sich nicht nur selbst ernähren und Produkte, w.e Wein, Orangen, Hühner. Kunstseide und Schwefel ausführen, eS soll auch in steigendem Mähe Qualitätswaren exportieren und den Wettbewerb mit der Schiffahrt der anderen Länder aufnehmen. Riesenschiffe, wie sie ItalienS We.sten früher nicht hervorc rächten, werden gebaut und die SchiffSgesellschaften wurden zu einem starken Bunde zusammengefaht. Durch die Krise ist da- Tempo langsamer geworden, aber Wille und umsichtige Organisation erlahmen nicht und halten sich stet- bereit, um bei Besserung der internationalen Lage sofort wieder eingreifen zu können. Das alle- criolgt unter dem Zeichen einer woh.gerüsteten, aber eminent friedlichen Politik Denn aus der inneren Erstarkung ergibt sich die auswärtige Position Italien-. Diese soll stolz und wachsam lein, wie es der Vormacht im Mittelländischen Meer geziemt. 3m allgemeinen kann man lagen, dah Mussolini Italien alS saturiert anlieht und gewisse Gelüste, wie zum Beispiel die auf Malta und Korsika gerichteten, zurückweist. Bolle Klarheit über die Ziele der italienischen Auhenpolitik werden erst die Derhandlungen über die allgemeine Abrüstung ergeben, die nach der Entwaffnung Deutschland- ausschlaggebende Bedeutung für den Frieden Europa- Haben werden. Auch Mussolini ist für Abrüstung und billigt nicht die Ausschlachtung deS potcntiel de guerrc zu nationalegoistifchen Zwecken Und wie er sofort, bedingungslos, die Zustimmung Italiens zum Hoovermoratorium auS- fprach. so genehmigte er auch jetzt die eindrucksvollen Aeuherungen der italienischen Presse zugunsten der vollständigen Streichung der politischen Schulden. Da- sollte da- vom Joch der Reparationen und anderer Tribute nicbergcbrüdte Deutschland nicht vergelten. Schluß mit den Reparationen! Don profefjor Gustav (kastel, Stockholm. Es muh anerkannt toerben, bah diesmal für die Lösung deS Reparationsproblems, die ja eigentlich in Lausanne erfolgen sollte, eine wichtige vorbereitende Arbeit durch die Untersuchung der Zahlung-sähigkeit Deu.jchlandS von selten der Baseler Expertenkommission geleistet worden Ist. Wie gründlich diese Untersuchung auch war, so berührte sie aber nur die eine Seite deS vorliegenden Problem-, nämlich Deutschland- innere ZahlungSkraft. Die andere, unö unter gegenwärtigen Verhältnissen ungleich wichtigere Seite, die bisher von jeder eingehenden Prüfung ausgeschlossen war. ist die Frage der Willigkeit und der Fähigkeit der Gläubigerländer. Zahlungen entgegenzunehmen. In einem wirklichen Programm für die Lösung der ReparattonS- und Kriegsschuldenfrage muh klipp und klar dargelegt werden, wie eigentlich die Zahlungen vollzogen werden sollen und wie die Weltwirtschaft aussehen soll, in der überhaupt für solche Zahlungen Raum ist. Schon von Anfang an haben vernünftige Wirtschaftler vor den gefährlichen Wirkungen gewarnt, die einseitige politische Zahlungen in diesem Umsang für die ganze Weltwirtschatt haben muhten. Die machkhabenden Politiker haben aber diese Warnungen als theoretische Berechnungen ohne praktische Bedeutung zur Seite geschoben. Sie haben geglaubt, das Problem auf eigene Faust regeln zu können und sie haben sich vorgestellt, dah Machtsprüche die tiefgehenden wirtschaftlichen Mä.rgel ihrer Konstruktionen ausgleichen könnten. Der Doungplan suchte die Schwierigkeiten deS Zahlungstransfers dadurch zu beheben, daß er die Lösung dieser Schwierigkeiten einer .Bank für internationalen Zahlungsausgleich" überlieh. Hätte cs sich hier um formale oder banktechnische Schwierigkeiten gehandelt, so wäre eine solche Losung wahrscheinlich möglich gewesen. Den wirklichen TranSfcrfchwicrigkciten aber, die alle bisherigen .Regelungen" der Reparationsfrage unberücksich- tigt gelassen haben, muh aber eine rein technische Einrichtung wie die internationale Dank vollständig machtlos gegenüberstehen. Diese Schwierigkeiten sind in der letzten Zeit so überwältigend in Erscheinung getreten und haben der Wellwirtschaft einen so ernsten Schaden zugefügt, dah diese für den Augenblick beinahe lahmgeschlagen ist. Frankreich tut alles, um zu verhindern, dah dieser Zusammenhang dem Dewuhtsein der Allgemeinheit klar wird. Rach dieser egoistischen Anschauung darf die wirtschastliche Katastrophe, die wir jetzt durchmachen, unter keinen Umständen in irgendeinen Zusammenhang mit den Reparation-- und Kriegsschuldenzahlungen gebracht werden und muh deshalb geschildert werden als eine rein wirtschaftliche Krise von demselben Charakter wie alle früheren, wenn auch vielleicht von ungewöhnlicher Stärke. Man hat sich auf daS äuherste angestrengt, um alle denkbaren Faktoren herauS- zuslndcn, die eine störende Einwirkung auf den Gang der Weltwirtschaft haben konnten, und man hat diese also „gefunbenen“ Faktoren, die sich oft gegenseitig gröblich widersprechen, zu einem seltsamen Dogma zusammengeschweißt. Mit den Mitteln solcher Demebclung hat man geglaubt, verhindern zu können, dah die Welt die wirkliche Ursache der gegenwärtigen Katastrophe erkennt. WaS geschehen ist. ist elnsach, dah die Empfangsländer sichgewelgert haben. Zahlungen in der normalen Form von Waren und Diensten entgegenzunehmen, und statt dessen ganz abnormeAnsprüche an die Uebergaoe von Zahlungsmitteln gestellt haben, die nur al« eine letzte Reserve für den Ausgleich von kleineren Restbeträgen der internationalen Zahlungsbilanz berechnet sind. DaS G o l d wäh - r u n g s s y st e m ist damit einem Druck ausgesetzt worden, unter dem es zusammengebrochen ist, genau wie ein Lasttier unter der Bürde einer unverhältnismähig grohen Last. Der Gegensatz zwischen der Forderung auf Zahlungen und dem Widerwillen gegen die Inempfangnahme von Zahlungen in normaler Form konnte während der ersten Jahre des DawesplanS notdürftig durch umfassende Darlehen an Deutschland überbrückt werden Deutschland- Kredit war aber praktisch sehr bald verbraucht. Don dieser Zeit an wurde die Hauptlast der Reparationszahlungen auf da« Gold gelegt. Zu dieser Zeit — Witte 1928 — Übernahm auch Frankreich das Goldwährungssystem. Dis dahin hatte diese« System in ziemlich befriedigender Weise fungiert, und eine gewisse Stabilität in der Kaufkraft des Goldes konnte ausrechterhalten werden. Frankreich hatte den Ueberschuh seiner Zahlungsbilanz in der Form von schwebenden Auslandguthaben gesammelt. Rach Mitte 1928 begann Frankreich diese Guthaben in Gold einzuziehen und verlangte Noah und die Tiere. Legende von Ernst Liffauer. Als Noah in dem gewaltigen Schiffhaufe, das der Ewige ihm zu bauen anbefohlen Halle, auf den Wassern der Sintflut schwamm, führte er mit sich geborgen Tiere von jeder Art paarwcis Löwen und Rehe, Adler und Meisen: Königsschlangen und Hirschkäfer: nur Fische nicht, denn sie hatten Wassers genug, da es beständig zusloß von oben und von unten, und sie vermehrten sich damals reichlicher. Der Kasten war in riesigen Ausmaßen aufgetürmt, etliche Stockwerke über und etliche unter dem Wasser, und die einzelnen wiederum abgeteilt in Baracken und kleine Kojen, auch einzelne Käfige, je nachdem manche mit hölzernen Balken verriegelt, manche mit eisernen Stäben vergittert, und es hatte viel Mühe gebraucht, sie zu zimmern und zu richten. Ein großer Geruch stank durch die Arche, denn die Dünste und Schweiße von so vielen Geschöpfen mischten sich untereinander, und alle die Tiere, wirrstimmig in ungeheurem Geschrei, kreischten und krähten, grollten und grunzten, muhten und murrten durcheinander.-Da hatten Noah und seine Sohne samt ihren Weibern viel Arbeit, das schwimmende Haus zu säubern, und nur ganz selten und stets nur mit einem schmalen Spalt konnten sie lüften, wegen des Regens, und die Tiere mußten gefüttert werden, ein jedes zu feiner Zeit, „aber", prach Noah gefaßt, „wir wollen alles geduldig ertragen, denn wir führen das Leben in unserem Schiffe und klein ist die Mühsal, groß die Würdigung". Die Tiere nun hielten sich soweit ganz brav und friedlich, denn als sie alle im Kasten waren, versammelte Noah sie um sich, Wölfe und Marder, Sperber und Reiher, Kreuzspinnen und Sandwespen, sprach zu ihnen und gebot den Frieden des Ewigen, den Frieden der Arche, den Not- und ölutjneöen, und alle standen still mit gesenkten Köpfen und ruhten mit hangenden Flügeln. Und wohl rumpelte bisweilen eins an die Außenwände und 'Binnen- halten, denn die Zeit ward ihnen lang und die Kraft überschlüssig, und manches war auszubessem, obendrein zu der übrigen Mühsal, aber sie hielten den Frieden und taten einander kein Leides. Unter den Tieren war eines, der sogenannte Hornlöwe: dieser gehörte zu einer Gattung, die neben den Tatzen und dem Gebiß der übrigen Löwen einen langen spitzigen Auswuchs an ber Stirn trug, eine Art Stoßzahn, wie er aus dem Maul des Elefanten vorragt, nur daß er hier eben aus dem Schädel wuchs. Dieser danach Hom- oder auch Stier- löroe geheißen, war das gewaltigste unter allen Tieren der Borzeit. Die Straft rollte und rumorte ihm in Brust und Lenden, juckte ihn im Eingeweide, unO er spürte sie wie ein kitzelndes Ueberftrömen oben am Ende des Stirnhorns, und dieses Tier konnte sein ungestümes Ungestüm nicht einhalten. Immer häufiger und häufiger, zuletzt unablässig, schlug es aushokend mit den Tatzen, stieß es an- laufend mit dem Horn gegen die Holzbalken und Eisenstäbe, und dieser Ton stand kurz, drohend, in kleinem Abstande wiederholt, über dem vielfarbigen Geschrei der andern. Allgemein verlosch die Buntheit des Geschreis, nacheinander schwiegen die Adler, die Bären, die übrigen Löwen, und selbst die Fliegen hörten auf zu summen, und nun vernahm man nichts als jenen einsilbigen, knappen Donnerschrei, den der Stierlöwe aus seinem gedrängten Halse hochzumurren pflegte, wenn er auf Beute ausfuhr. Und in der Tat, es gelang ihm: die Querbalken splitterten, die Stäbe wichen ein wenig zu Seite, der Stierlöwe stürzte heraus und sein langes Horn stieß durch Gitter hindurch, einem lieblichen Tier in den schlan- ken Leib. Es war jene Art der Gazellen, die von den Menschen der Noahzeit die Geschmeidegazelle genannt wurde, denn ihr Fell gleißte in vielerlei warben, silbrig und seeblau, rötlich, wie Weinlaub zu Beginn des Herbstes und gelblich wie Kanarienvögel: man sagte, sie allein unter allen Tieren habe die Farben des Paradieses in Reinheit bewahrt, indessen die anderen in den Kämpfen und Nöten des irdischen Alltags ihren Glanz verschlissen und ver- stumpft hatten. Wahrend aber noch der Stierlöwe wütig mit dem Horn im Geweide der Geschmeide- gazelle wühlle, lief Noah mit seinem Speer herzu und stach ihn nieder. Noch eine lange Weile schwiegen alle Tiere, dann erst löste sich ihr Geschrei, aber nun in ungeheurer Wildheit, denn der Stierlöwe hatte getötet, und Noah hatte getötet, und der Friede des Ewigen war gebrochen, der Not- und Flutsriede: sie brüllten ge- wattig, in dem bunten Wust des Geschreis wuch'en die roten und schwarzbraunen Schreie und Murrer und andere, sanftere, schmolzen kleiner, weil sie aus den Schwächeren tarnen, die sich ängsteten. Da begannen alle Raubtiere und Raubvogel an den Stäben und Balken, Gittern und Wänden zu reihen und zu rütteln. Hacken der Adler, Stoßen der Elefanten, Reihen her Panther erscholl, und leibst die Hirsche liefen unvernünftig mü den Geweihen an. das Gehege zu durchbrechen, das sie doch schirmte. Da roaffnete Noah sich und seine Söhne und Töchter mit Speeren und Beilen und ging durch die Arche, in der Rechten ein Schwert, in der Linken einen Speer, an den hatte er ein blutiges Stück von dem hellbraunen Fell des Stierlörocn gebunden und hielt ihn hoch empor; so schritt er durch die Arche, von Stockwerk zu Stockwerk, zwischen den Stoben und Kojen und Käsigen, und dazu sprach er und schwur er: „3d), der Mensch Noah, bin von dem Ewigen eingesetzt, das Leben zu retten aus der Wassernot, die über die Erde gekommen ist, und der Friede des Ewigen, der Not- und Flutsriede, ist eingesetzt. Aber ich schwöre, welches Tier ihn bricht, es auszutilgen mit Beil und Speer, darum habe ich meine Kinder gemaffnet, und mit ihm auszurotten seine ganze Art für alle Zeit, denn auf seinen Augen und Samen steht die Art eines jeden. Und eher soll das ganze Geschlecht der Tiere in Gericht und Strafe untergeben, als daß nochmals Mord geschieht aus Gier und Gewalt im Hause, welches gebaut ist, den Samen des Lebens zu retten. So wandelte Noah gelassen, gewaltig schreitend und schwörend, zwischen den Tieren, hoch flatterte her Fetzen aus dem Fell des gefällten Stierlöwen, da erzitterten die Tiger, da erzitterten die Geier, die Ottern erzitterten, der Lärm verstummte, und es ward ganz still in der Arche. In dieser Nacht schlief Noah zum ersten Male ungeweckt bis an den Morgen. Da aber schien es ihm, daß der Regen nachgelassen hatte, und er ent- sandte in dieser Frühe die Taube zum erstenmal. Allerlei Pfennige. Wir werden in allernächster Zeil eine neue Pfennigmünze haben: zu dem alten, guten 1- und 2-Pfennigstück wird sich als dritter im Dunde das 4-Pfennigstück gesellen. Damit wird wohl das Ansehen und der Wert des Pfennigs wieder gehoben werden, der in der heutigen Zeit ganz zu Unrecht gering geschätzt wird. Ehedem galt der Pfennig viel, so viel, dah man seinem Hamen sogar Summen beilegte, die sicherlich viel mehr ausmachten als einen Pfennig nach unserem De griff. Wir denken gewiß nicht mehr an den Pfennig selbst, wenn wir von einem „Rotpfennig" reden, und der „Ehrenpfennig'. der noch heute hier und da eingesammelt oder einer angesehenen Persönlichkeit verehrt wird, besteht sicher aus auch den jährlichen Saldo feiner politischen Zahlungen in Gold. Die einseitige Goldanhäufung. die von dicker Zeit an ftattsindet. nimmt nicht nur alle-neue Gold in Anlpruch, sondern bewirkt auch eine direkte Derminderung der monetären Goldvorräte der übrigen Welt. Die Bedeutung dieser Derminderung bart nicht nur nach ihrer prozentualen Große gemessen werden. Da die Gesetzgebung eine Winimalrescrve a'.s Deckung für die ^Verbindlichkeiten der Zentralbanken fordert, wird diese Reserve imm obillficrt, da- heißt, jeder Der- wendung entzogen, und eine Derminderung des Goldvorrat- fällt mit vermehrtem Druck auf die freie Goldreserve. Die Folge ist eine Z u | a m • menpressung der Zahlungsmittel- Versorgung der betressrnden Länder und ein starker Druck aus die Warenpreise. Alles Gerede von einer Wirtschaftskrise als Folge eines zufälligen Zusammentreffens einer Unmenge ficincrcr Störungen erscheint im Lichte dieser Analyse als vollständiger Unsinn. Wenn ein starker großer Kerl seinen Finger schädigt, ko bricht er deshalb nicht Aufammcn. Denn man ihn aber eines Drittels feiner Dlutmenge beraubt, so entsteht Gefahr für fein Leben. Jeder verständige Arzt würde augenbildlich sehen, daß ein außerordentlicher Blutverlust vorliegt, und er würde keinen Augenblick mit der Betrachtung der kleineren Schrammen und Unpäßlichkeiten verlieren, denen der Mann sonst au-gesetzt sein mag. So ist eS jetzt mit der Weltwirtschaft. ES müssen wirklich sehr schlechte Aerzte fein, die nicht sehen können, waS dem Kranken zur Zeit fehlt. Staat-männische Führung muß verstehen, dah die bisherige Behandlung der Reparationen und Kriegsschulden zu einem unerträglichen Blutverlust für die Weltwirtschaft ae ührt hat. Sie muh daraus den Schluß ziehen, daß eS nicht nur unmöglich ist, jetzt den alten Weg wcilerzugchcn, sondern dah es auch ebenso unmöglich ist. jemals in der Zukunft ähnliche Wege au beschreiten. Frankreich sucht um jeden Preis die These aufrcchtzuerhalten, dah es sich jetzt nur um eine zufällige Krise handelt. Wenn dem so wäre, so gäbe cs allerdings keine Deranlaksung, jetzt andere Maßnahmen zu ergreifen als einen Zahlungsaufschub. Die These ist aber von Grund auf falsch. Jede Wiederaufnahme von ReparattonS- und Krieg-schul- denzahlungen, solange nicht bewiesen wird, dah diese Zahlungen in Form von Waren und Diensten entgegengenommen werden, muh zu einer Wiederholung deS jetzt Geschehenen führen Darüber hinaus muh das Ergebnis das nächstemal noch schlimmer werden Jetzt ist die übrige Welt schon derart vom Gold entblößt, daß eS in Zukunft noch unmöglicher wird, ihren Goldvorrat für die Boll- zichung der Zahlungen in Anspruch zu nehmen Ferner kann jetzt keine Rede mehr davon sein, daß die Zahlungsbilanz durch Darlehen an Deutschland ausgeglichen wird, da Deutschland auf den internationalen Märkten keinen Kredit besitzt. Dazu kommt, daß außenstehende Cänber jetzt die Gefahr vollständig durchschauen der sie auSgeseht werden, wenn sie alS Zwischenglieder für bie Zahlungen bienen müssen Sie werden s i ch in der Folge weigern, dies zu tun und sie haben schon durch erhöhte Zölle und andere protektionistische Maßnahmen ihren bestimmten Witten gezeigt, einen solchen groben Mißbrauch ihrer Märkte und ihrer Kaufkraft zu verhindern. Wenn bie nunmehr verschobene Konferenz in Lausanne überhaupt noch zusammentritt, so muh ihr Leitgedanke sein daß bie Länder vollstänbig unb für immer ihre For berunge n streichen müssen wenn sie, wie vorauSzusehen nicht gewillt sind, ihre Grenzen für eine freie Wareneinfuhr in einem Umfang zu offnen, der ben direkten Ausgleich der Zahlungsbilanz ermöglichen kann. einer Prägemünze, die den Wert eines Pfennia- um das Dielfache überschreitet. Aber noch mehr „Pfennige" dieser Art kannte man in früheren Zeiten. Sine Denkmünze nannte man „Schau- bfennig“ zum Zeichen, daß sie nicht Derlehrs- geltung haben sollte, unb wenn man sich einen „Z.hrpsennig" mit auf ben Weg genommen hätte im wörtlichen Sinne, fo würden wohl auch die billigen Gastwirte der vergangenen Zeit nicht viel dafür verabreicht haben. Man dachte sich also schon vor alten Zeiten unter dem Begriff Pfennig" mehr alS feinen wirklichen Wert Der Pfennig hatte es aber auch tatsächlich schwer, einen bestimmten Hkrtbegriff an fein Dasein zu schließen. Rach dem Münzedikt vom Jahre 1559 gingen „300 tyrolische Pfennige auf einen Reichsgulden": diese Pfennige wurden auch „Etsch- Bierer" genannt. Dagegen hielt zu gleicher Zeit der Kaiser- und Reichsgulden nur 288 lübeckische Pfennige, 252 fränkische, 240 österreichische, 210 rheinische, bayerische und schwäbische. 180 Kon- stanzer, 168 Würzburger, württembergische unb badische. 120 schweizerische Rapvenpfennige Früher kannte man auch noch ben logenannien „Pfundpfennig", in der Schweiz galt dieser so viel wie der Taler, sonst aber war im allgemeinen der alte „Pfundpfennig" 30 und der neue „Pfundpfennig" 45 gewöhnliche Pfennige wert. Um die Mitte des 18. Jahrhundert- teilte man die Pfennige meist in leichte und schwere Pfennige ein. Bon den leichten gingen 12 auf einen „guten Groschen", von den schweren aber ergab die gleiche Zahl einen „Kaifergrofchen". Auch im Auslande war der Pfennig bekannt. Der polnische Pfennig galt in Deutschland nut etwa den sechsten Teil von einem „guten Pfennig", während man 12 dänische Pfennige im Wert einem sächsischen oder Meißner „Dreyer" gleichstellte. Ood)fd)ulnad)rid)fen. Auf die durch ben Weggang bes Prof Dr. W Schirmer an der Universität Tübingen freiwerdende Professur für englische Sprache unb Literatur ist Professor Dr Rudolf Hittmair von der Technischen Hochschule in Dresden berufen worden. Dr. Hittmair, Schüler von Brandl, ßuid unb R Fischer, folgte 1927 einem Rufe als Ordinarius nach Dresden. Handels- und Gewerbebank e.G.m b.H., Gießen. 3n der letzten Aufsichtsratssihung der Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. H.. Gießen, gab die Verwaltung einen Heber- blick über die vorläufigen Abschluß- ziffern des vergangenen Jahres, die trotz der schweren Wirtschaftskrise befriedigend sind. Die Leitung erklärte, daß sich die Genossenschaft während und nach der Bankenkrise gut behauptet habe. Eine ausreichende Zahlungsbereitschaft habe sie in die Lage versetzt, allen Anforderungen gerecht zu werden, ohne von den einschränkenden Bestimmungen der ^Notverordnungen wesentlich Gebrauch machen zu müssen. Das Vertrauen der E i n l e g e r sei der Bank weitgehend erhalten geblieben, so daß der Einlagenbestand und damit auch die Bilanzsumme im Gegensatz zu vielen Geldinstituten nur eine geringfügige Verringerung erfahren habe. Die Verwaltung betonte, dah das hohe Eigenkapital der Dank, das ein'chliehlich der Reserven fast 45 Prozent der fremden Gelder betrage, eine ganz außerordentliche Sicherheit für alle Einlagen bedeute. Verpflichtungen bei anderen Danken, abgesehen von den normalen Giroverbindlichkeiten aus weiterdiskontierten Wechseln, bestünden nicht, die Bank habe sich auch in der Krisenzeit ihre Unabhängigkeit bewahrt. 3m Kreditgeschäft habe sie auch im vergangenen 3ahr das Kleinkreditgefchäft gepflegt. Großkredite, die gerade in der heutigen Zeit besondere Ri- fiten mit sich bringen, seien nicht vorhanden. Für Ausfälle, die durch die gegenwärtige Unterbewertung von Sicherheiten entstehen konnten, seien ausreichende Rückstellungen vorhanden. Die Umsatzziffern des vergangenen Jahres weisen mit 110 Millionen Mark nur einen Rückgang von 10 Prozent auf. Die Gewinnziffer bleibt hauptsächlich infolge von Abschreibungen auf den Cffektenbestand hinter dem Ergebnis des Vorjahres zurück, gestattet aber trotzdem die Verteilung einer wenn auch kleineren Dividende. Obwohl sehr viele Geldinstitute für das vergangene Jahr mit Rücksicht auf die Unsicherheit der allgemeinen Lage voraussichtlich ohne Dividende bleiben werden und auch der Deutsche Genossenschaftsverband seinen Mitgliedern empfohlen hat, die Ueberschüsse in die Reserve zu stellen, glaubt die Verwaltung doch, eine Dividendenverteilung verantworten zu können. Ueber die genaue Höhe der Dividende, die wahrscheinlich mit 4 — 5 Prozent vorgeschlagen werden wird, ist ein Beschluß noch nicht gefaßt worden. Wie die Verwaltung ausführte, liege die Ausschüttung einer hohen Dividende in diesem Krisenjahr weit weniger im Interesse der Mitglieder, als die Erhöhung der Sicherheit und Schlagfertigkeit. Cs dürfe auch nicht vergessen werden, daß die Dividendenermähigung um so weniger ins Gewicht falle, als die Mitglieder ihre Geschäftsanteile als vollwertig betrachten könnten, während Bankaktien und selbst Goldpfandbriefe heute erheblich unter ihrem Rennwert liegen und nur mit größeren Verlusten verkauft werden könnten. Zum Schluß betonte der Vorstand, daß die Bank auch für die Zukunft gerüstet sei und der weiteren Entwicklung mit Ruhe entgegensetze. Aos der provinzialbauptstovt Gießen, den 30. Januar 1932. Oie Kunst des Spazierengehens. Alte Kupferstiche zeigen uns oft, wie man früher spazieren ging. Langsam und bedächtig, Schritt für Schritt, wandelten da Damen und Herren die Allee entlang. Ab und zu blieben sie wohl stehen, um sich einiges zu sagen, dann ging es wieder gemütlich weiter. Diese romantischen Spaziergänge sind nicht mehr. Das ist schade. Gerade in unserem Zeitalter der Technik mühten wir wieder nach etwas Romantik Verlangen haben. Ein Spaziergang ist kein Wettlauf. Man darf ihn nicht abtun wollen, wie etwa eine Lektion, oder eine Arbeit. Es gibt aber heute Leute, die sagen sich, zu ihrer Lebensführung gehöre ein einstündiger Spaziergang, und diese eine Stunde wird dann »aufgearbeitet". Gewiß ist der tägliche Spaziergang so nötig wie das Brot, besonders für Menschen, die bei ihrer Arbeit im Zimmer sitzen müssen. Aber man sollte beim Spcuierengehen doch ausspannen, der Kopf und auch der Körper sollen ausruhen können. Die Augen sollen etwas anderes sehen, als die Alltagsarbeit. Die Gedanken müssen abgelenkt werden. Dann erfüllt ein Spaziergang erst seinen Zweck. Wenn aber erst der Arzt befiehlt, jeden Tag eine gewisse Zeit in die freie Luft zu gehen, dann ist es mit dem Genuß schon vorbei. Man nimmt dann den Spaziergang etwa so ein, wie eine Arznei. Dem muß man vorbeugen. Em Spaziergang sollte die freieste Betätigung eines freien Menschen sein. Man kann da keine Vorschriften machen, man kann da nichts organisieren. Wollte man das tun, dann gäbe es bestenfalls Regeln für einen Wanderverein. Aber Mandern bedeutet etwas ganz anderes, als Spazierengehen. Spazierengehen ist Sache des einzelnen, vielleicht auch von zweien, aber nicht von großen Gesellschaften. Da fehlt das Beschauliche, das Ablenkende. Aber wir erholen uns nicht nur, unser Geist ruht auch draußen nicht. Reue, manchmal ganz fremde Einfälle und Gedanken fliegen uns zu. Hnser Geist arbeitet, während wir, ohne körperlich behindert zu sein, langsam dahinschreiten. Was ist schon all auf so einem Spaziergang entstanden! Welche Menge von Gedichten, philosophischen Systemen usw. verdanken ihr Dasein einem Spaziergang. Wenn die Arbeit nicht recht gedeihen will, wenn man irgendwie geistig gehemmt wird, wenn man verzweifeln möchte, dann muß es heißen: Schluß! Aufhören! und hinaus in die Ratur! Wie oft und wie schnell sieht man dann bei der Heimkehr die Fehler in der Arbeit, weil das entspannte Gehirn draußen im Freien neue Kraft und Klarheit geschöpft hat. Diele unserer größten Geister sind große Spaziergänger gewesen, vor allem Goethe. Ein rechter Spaziergänger fragt nicht nach dem Wetter. sei es denn, dah es in Strömen regnet. Aber im allgemeinen sieht sich das Wetter vom Zimmer aus viel schlimmer an, als es ist. Darum keine Luftangst! Wie schön ist es z. D., wenn der Sturm heult und er durch die Kleider fährt. Im Winter gäbe es nichts zu sehen, meinen viele. Das ist ein großer Irrtum. Es gibt im Winter herrliche Tage, auch wenn der Himmel grau und die Welt voller Rebel ist. Wir empfinden in diesen Tagen schon den kommenden Frühling. Jeder Sonnenstrahl hilft weiter, nimmt der Landschaft die Schärfe des Winters. Fast jeden Tag gibt es etwas Reues zu sehen. Wenn sich im Frühling die Ratur aufrichtet, wenn die Däche eifriger als sonst rauschen, wenn die Knospen schwellen und schließlich auf» brechen... All das kann man vom Fenster aus nicht so schon und nicht so nahe erleben, wie auf einem Spaziergang. Deshalb: Hinaus in die frische Lust, wenn das Metter es nur einigermaßen zuläßt, und Leid und Sorge zuhause gelassen! Erneute Lebensfreude und starkes Kraftgefühl sind der Gewinn eines rechten Spazierganges. Bv. Gießener Wochenmarktpreise. G i eßen, 30. Jam Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten das Pfund: Kochbutter von 90 Pf. an; Butter 100 bis 110; Matte 25 bis 30; Käse (10 Stück) 50 bis 120; Wirsing 8 bis 12; Weißkraut 7 bis 8; Rotkraut 10 bis 12; gelbe Rüben 10 bis 12; rote Rüben 10 bis 12; Spinat 15 bis 20; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 8 bis 10; Rosenkohl 15 bis 20; Feldsalat 80 bis 100; To- maten 60 bis 70; Zwiebeln 12 bis 15; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 25 bis 35; Kartoffeln 4; Aepfel 8 bis 10; Dirnen 8 bis 10; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 80 bis 90; Suppenhühner 80 bis 90; Rüsse 35 bis 40; das Stück: Tauben 50 bis 60; Eier 9 bis 10; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 20 bis 25; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 40 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3 bis 3,50; Weißkraut 4 bis 5; Wirsing 7 bis 8; Rotkraut 7 bis 8 Mark. (Der Butterpreis wurde am Donnerstag irrtümlich mit 1,20 Mark angegeben, betrug jedoch wie heute nur 1,10 Mark.) Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „York". — Astoria-Licht- spiele Seltersweg: „Der Schimmelreiter" und „Riff und Raff als Revolverhelden". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater, „Wilhelm Tell", 15.45 bis 18 Uhr. — Ober- hessischer Kunstverein, 11 bis 13 Uhr, Turmhaus am Brandplatz, Ausstellung. — Goethe-Bund, Neue Aula der Universität, 15, 17 und 20 Uhr, Gastspiel des Kölner Hänneschen-Theaters. — Gesangschule von Frau Dr. Meyer, im Saale der Krippe, 5-Uhr- Tee. — Schule für höheres Klavierspiel von Minna Körner, 15.15 Uhr, im Saale der Schule, Westan- läge 48, Konzert. — Verein für Sterbeunterstützung, 15 Uhr, „Zum Postkeller", Generalversammlung. — Eisenbahn-Verein, 14.30 Uhr, Restaurant Kobel, Generalversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 11.15 Uhr, „Die Seeschlachten des Weltkrieges"; ab 14 Uhr: ,Hork". — Aftoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Schimmelreiter" und „Riff und Raff als Revolverhelden". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute 15.45 Uhr als Volks» Vorstellung zu kleinen Preisen Wiederholung der beiden Weihnachtsinszenierungen des Balletts „Die Puppenfee" von Gaul und Haßreiter und das Weihnachtsmärchen „Die Wunderlampe" von Werner Schmidt. Mitwirkende: das gesamte Ensemble des Stadttheaters, ein großes Orchester und viele Kinder. — Morgen. Sonntag. 31. Januar. 15.45 Hhr, letzte Wiä>erholung von Schillers „Wilhelm Teil" in der Inszenierung Peter Fassotts. Die Vorstellung findet als Schülervorstellung zu kleinen Preisen statt. Um 19 Hhr Wiederholung des Kriminalstückes „Kopf in der Schlinge". Abenteuer von John Bradley. Zwei Stunden Spannung; das Stück diskutiert ein aktueUes Thema, den Indizienbeweis. SpieUei- tung Wolfgang Kühne. Fremdenvorstellung, außer Abonnement. Beginn 19 Uhr, Ende 21 Uhr. — Dom Konzertverein wird un5 geschrieben: Als Solist für das nächste Konzert ist Günther Ramin verpflichtet worden, der Kon- zertvrganist der Thomaskirche in Leipzig und überragende Musiker. Es war eigentlich ein Cembaloabend geplant, nachdem Günther Ramin sich gerade als Cembalospieler in den letzten Jahren einen besonders großen Ramen erworben hat. Indessen bestand in vielen Kreisen der lebhafte Wunsch, ihn noch einmal in feinem unvergleichlichen Spiel an der Orgel zu Hörem So ist auch dieses Jahr wieder ein Orgelkonzert vorgesehen worden, das am Donnerstag. 4. Februar, 20 Ähr in der Stadtkirche stattfinden wird. Das Programm beginnt mit der Toccata und Fuge in F-Dur von Joh. Seb. Dach. Es folgen Georg Böhm mit einer Choralpartita und Diederich Buxtehude mit einer Passacaglia. Rach einer Toccata von Pachelbel erscheint nochmals Bach mit einem Praeludium und einer Fuge (FI-Mvll). Den Beschluß bildet das Konzert Rr. 4 für Orgel und Orchester von Händel. Hier wirkt unter der Stabführung von Dr.TemeSvary das Der- ftärfte Collegium musicum der Universität mit. Hm möglichst vielen es zu ermöglichen, einem so besonderen Konzert beizuwohnen, sind die Eintrittspreise so weit als irgend möglich herabgesetzt worden. Rätzeres in den Anzeigen und bei Ernst Challier. Reuenweg 10. — Der Goethe-Bund' bittet unS, an dieser Stelle nochmals auf das Gastspiel des Kölner Hänneschen-TheaterS am morgigen Sonntag hinzuweisen. Ich hab dir verzieh»! Roman von Llotilde von Etegmann«Stein. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle. 30 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Wenige Tage später, nachdem der alte Sani- tätsrat Siewert seine Zustimmung gegeben, fuhren Birgit und Friedrich zusammen durch den tau- funkelnden Wald zu der kleinen Försterei, in der Hans Egon seiner Genesung entgegensah. Birgit war es, die die Hände der beiden DrÄöer in» einanderlegte, um dann leise hinauszugehen. Lange blieben die beiden Männer in einem Gespräch zusammen, dessen Inhalt niemand erfuhr. Aber es muhte wohl die letzte Bitterkeit, die letzten Schlacken aus der verworrenen Zeit Hans Egons hinweggeräumt haben, denn als Friedrich nach Stunden allein zurückkehrte nach Schloß Tannenaue, sagte er bewegt zu Birgit: „Run haben wir Brüder uns ausgesöhnt — und auch das ist dein Werk, Birgit." ^Ind Birgit, deren sanftem Herzen nichts unerträglicher war als Feindschaft und Mißverstehen, hatte Tränen in ihren schönen Augen. Ins Schloß hinüberzuziehen, lehnte Hans Egon immer noch freundlich, aber bestimmt ab. „3Ijr müßt mich verstehm", sagte er auf Birgits wiederholte Bitten, „ich muß mit mir allein sein. lln& ehe ich nicht wieder vor mir selbst bestehen kann, ist mir Wohler in der Verborgenheit hier, wo böse Zungen nicht über die Rückkehr des verlorenen Sohnes klatschen können." Birgit ahnte nicht, daß diese Begründung Hans Egons nur eine Ausrede war. Der Grund zu seiner Ablehnung lag tiefer, viel tiefer. Hans Egon hatte mit dem geschärften Blick, den Leid und Kummer einem Menschen verleihen, wohl gesehen, wie es um Birgits und Friedrichs Herzen stand. Er fühlte sehr Wohl in Birgits liebe» P-tr001’ ökeichmahigem Wesen die Veränderung, fühlte, daß er sich ihre Frauenliebe verscherzt und daß es nur schwesterliches Mitleid, heroisch ge» kagene Pflichterfüllung war, was sie an seiner Seite ausharren ließ. Aber wenn er in Augenblicken, in denen Birgit und Friedrich sich unbeobachtet glaubten, die gramvollen Blicke sah, die von einem zum andern gingen, ahnte er klar die neue Tragödie, die sich hier zwischen diesen beiden geliebten, tapferen Menschen abspielte. Diese Erkenntnis nagte an ihm wie ein schleichendes Fieber und lieh ihn nicht zur Ruhe gelangen. Wohin er auch kam. immer und Überallhin brachte er Kummer. Hnglück und Zerstörung! Wenn noch ein Funken von Ehre in ihm lebte, mußte er den Weg frei machen für ein neues Leben Birgits. Aber wie? Rie, das wußte er nun. würde Birgit freiwillig von ihm gehen, nie würde sie ihn freiwillig ziehen lassen. Tag und Rächt quälte ihn Kummer und Zweifel, Tag und Rächt schmiedete er neue Pläne, verwarf sie und kam zu keinem Resultat. Rachts lag er wach da, und das geschwächte, gepeinigte Herz schlug schwer und mühsam unter der Last der Selbstvorwürfe. Selbst der Besuch der kleinen Rosemarie, die mit zärtlicher Liebe an ihm hing und ihm schon von weitem die Aermchen entgegenstreckte, vermochte ihn nicht zu befreien. Mit schmerzlicher Inbrunst drückte er das kleine Wesen an fein Herz und hatte doch immer dabei das verstärkte Gefühl des Unrechts, der Schuld. Der alte Sanitätsrat Siewert war mit den Fortschritten feines Patienten recht unzufrieden. „Ich weiß nicht", sagte er eine- Tages zu Friedrich, nachdem er von einem Krankenbesuche in der Försterei für einen Augenblick im Arbeitszimmer des Grafen Friedrich vorsprach, „ich weiß nicht, es will mit Hans Egon nicht vorangehen. Zuerst war die Besserung ganz auffallend, aber nun macht mir sein Herz rechte Sorgen. Es ist sehr schwach, trotzdem ich mit allerlei Mitteln nachhelfe. Solange keine Aufregung kommt, mag es gehen, aber einer besonderen Anstrengung ist es meiner Ansicht nach nicht mehr gewachsen. Es sieht mir aus, als ob Hans Egon sich innerlich gleichsam verzehrt. Also Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe, lieber Graf, sonst kann ich für nichts einstehen." ®raf Friedrich teilte Birgit schonend diese Warnung des alten Hausarztes mit. Und beide umgaben Hans Egon mit noch mehr Liebe, noch mehr Behutsamkeit und Fürsorge. Auch die Rach- richt, daß das Verfahren gegen Bankier Ericsen wieder ausgenommen, brachten sie dem Genesenden nur schonend bei. 2TE><'t da die angestellten Ermittlungen günstig verliefen, war es eher eine Entlastung für Hans Egon als eine Erregung. Die verschiedenen Guthaben die Ericsen bei mehreren Banken hatte, wurden in rascher Folge beschlagnahmt. Die Firma Lund erhielt infolge des günstigen Standes des Prozesses Kreditangebote, die sie zuerst zur Abdeckung der Verpflichtung an den Konsul Sibelius verwandte. So konnte auch das Haus Sibelius sich langsam wieder aufrichten. Und der Konsul verzieh endlich seinem Schwiegersöhne. der durch sein Eingreifen diese glückliche Wendung nach allen Schicksalsschlägen her- beigeführt hatte. Bankier Ericsen entzog sich dem irdischen Richter kurz vor seiner Verhaftung in Buenos Aires durch Selbstmord. Wenige Tage nach feinem schrecklichen Ende fand man die Tänzerin Dolores del Fvnza in ihrem Schlafzimmer erdrosselt auf. Der Verdacht richtete sich gegen ihren Diener Paolo, der aber unauffindbar blieb. Graf Friedrich hatte diese Rachrichten in der Zeitung gelesen, verbarg sie aber sorgfältig vor Harrs Egon. Mußte er doch fürchten, daß die Kunde von dem tragischen Tode der Tänzerin ihn treffen- und alte Schmerzen in ihm auf» rühren würde. Aber feine Vorsicht kam zu spät. Seitdem Hans Egon von der Wiederaufnahme des Prozesses gegen Ericsen und Genossen erfahren, hatte er sich heimlich aus der Stadt ein Zeitungsabonnement bestellt und verfolgte mit leidenschaftlicher Erregung alle Rachrichten über den Fortgang der Hntersuchungen. Hnd eines Abends fiel ihm auf diese Weise auch die Rachricht von dem furchtbaren Ende der Tänzerin Dolores in die Hände. Wieder und immer wieder lasen seine Augen die Zeilen, und ein Stöhnen rang sich aus seiner Brust. Das also war das Ende! Das war das Ende einer Frau, um derentwillen er Leben. Ehre, Glück und Heimat dahingegebenI Hm eines solchen Wesens willen hatte er all dies unendliche Leid über Birgit, ihren Vater, über Friedrich gebracht. Hnd nun sollten sich zwei Menschen wie Birgit und Friedrich wieder und wieder opfern, nur um ihm ein Glück wiederzugeben, das er schamlos von sich gestoßen. Das war zuviel! Rie würde er wieder einen Augenblick des Friedens finden können, schuldbeladen wie er es in doppelter Hinsicht war. Gleich mußte er mit Birgit sprechen, sie durfte nicht aus Mitleid mit ihm gegen sich selbst toüten. Er mußte fort; irgendwo würde sich ein Plätzchen finden, wo er unerkannt leben konnte. Mit klopfendem Herzen stand er auf von seinem Lager, ergriff mit zitternden Händen, wie im Fieber, feinen Hut und stürmte hinaus. Er achtete nicht darauf, daß ein kalter Sommerregen her» niederging und ihn bald bis auf die Haut durchnäßte. Er achtete nicht darauf, daß der Wind der durch den Wald brauste, feucht und kalt in seine geschwächten Lungen hineinfuhr. Er eilte dahin, schneller und schneller, getrieben nut von dem — Die Seeschlachten des Weltkrieges, eine Grohsilm-Vorführung, wie sie in dieser Zusammenfassung noch nicht geboten wurde, findet morgen, Sonntagvormittag 11.15 ilfrr, im Lichtspielhaus Bahnhofstraße statt. In diesem Film erlebt man die drei großen Seeschlachten des Weltkrieges: den deutschen Seesieg bei Coronel; das Heldengrab an den Falklandinseln, wo Graf Spee mit 200 Getreuen mit wehender Flagge in die Fluten sank; am Skagerrak entbrennt die größte und bedeutungsvollste aller Seeschlachten, hier wurden der englischen Flotte so empfindliche Verluste beigebracht, daß sie die deutsche See freigeben muhte. Der Besuch dieser Vorführung kann bestens empfohlen werden. Besonders sei darauf hingewiesen, daß die Jugend Zutritt hat. Man beachte die Anzeigen. — Kaplan Fahsel, der bekannte katholische Geistliche und Redner, hält am Samstag, 13. Februar, 20 Hhr, im Katholischen Vereinshaus einen Vortrag über das Thema „Konnersreuth und das Wesen christlicher Mystik". (Räheres heutige Anzeige.) — Im Technischen Verein und der Ortsgruppe Gießen des Reichsoerbandes Deutscher Baumei st er wird Stadtbaurat G r a ■ Dort am Montag, 1. Februar, 20.15 Uhr, im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34, über ,T)ie älteste Stadtanlage und der Stadtbauplan von Gießen" (2. Teil seines Vortrages) sprechen. (Siehe heutige Anzeige.) "*** •• Die Museen und der Heidenturm fin&_ am Sonntag zwischen 11 und 13 Hhr bei gewöhnlichen Preisen geöffnet. ** Gine Neunzigjährige. Frau Do- mänenrat Auguste R i ck geb. Wallenfels, wohnhaft im Schwesternhaus Liebigstrahe, kann heute bei guter geistiger und körperlicher Frische ihren 90. Geburtstag begehen. " Der Speisezettel in der Kinderküche unserer Garnison. Die von den Soldaten unseres Bataillons mit Mittagessen versorgten hilfsbedürftigen Kinder werden in der nächsten Woche folgenden Speisezettel zu bewältigen haben: Montag Erbsensuppe mit Fleischwurst; Dienstag Reisbrei mit Kirschen; Mittwoch Rindfleisch und deutsche Gemüsesuppe; Donnerstag Rindfleisch und Schweinefleisch mit Kartoffeln und Schnittbohnen; Freitag Rindfleisch mit Rudel- suppe; Samstag Bratwurst mit Kartoffelgemüse^ Oberbeff en. Landkreis Gietzen. )( Grohen-Linden, 30. Jan. Am morgigen Sonntag wird Frau Witwe Elisabethg Weber, geb. Pirr, 86 Jahre alt. K ^oriüfou^ fSniZann M. DZ fes *Äw SK: > ft’ ’^-n. (E* c S'iltntut» “n6 lä Uh iS Jflt. $tou . ul ^rtvstelgmült. en. eben. W. 3qil Am mot« Witwe Wabcha hre alt. Um ben hiesige de DeschSfii. dnbtDertrctung auf s Suler brM. eg chauslierrn ldlvirte haben sich n Steine lofttn- iahren. Die Steine ihn Heinrich Ain- irt. Io dah dir 9c- zu tragen hat. Die ige. - In da hie- holzdersteigc- oon ©rüningen und ür Duchenscheithoi, Her 16 M, Sichen- igel 16 big 20 TRI., ügel 10 biS 12 M. 2 M. ir2 Kaum- n wurden IchO hier 1 M. je Raum- !»crg. IN Sonntag. 31.3a- idwig Müller die nd Kaninchen- l-, Dogel- und Äa* 8 statt. Es gelang- Ibung. Ss steht vor- tu. Die Xuiftellung Anregung zu neuer biet zu geben, dar- ’aien interessieren. au sprechen, flutju- ,chen tonnte. chnellen Schritt hem- ter Herzgrube ^ daß er beim Gehen uft stemmen mM. einer Stirn, vahrend •ber erzMM siebenen her. bet Hunmei. ch in einem. rfen -■»-« F iK-n leuchten 2oden ®orgengrauen^ i belinmingiW ^ Sa»? orten mm «J.u brich Pojf.’Ljt von tnk*5tnUt bet WÄ-en v&gx gute wünschen, baS eine ,n ^3»*nS* tz-LL^ den Tw" 9JLrfpott Gpielvek-einigui.g 1900 Gießen. 19C0 (Liga) - OBf-X. Butzbach (Liga). Die Liga ber Spielvereinigung 1900 hat am Sonntag einen ihrer gefährlichsten Gegner vor ber Jtlinftc. Die 1. Mannschaft bcs Tut. Butzbach ift auf bem Platz an der Liebigshöhc au Galt Die beiden Mannschaften lieferten sich schon im Dorspiel einen außerordentlich spannenden Stampf Die Spielvereinigung gervann seinerzeit mit bem knappen Ergebnis von 5:4. Da- Spiel war ein harte- Ringen. Die Butzbacher sind indessen nicht schlechter geworden Die Gäste de- morgigen Sonntag- schlugen die Bottenhorner mit 4:1, d.e Mannschaft aus Detzlar-Ricdergirmc- wurde mit 4:3 geschlagen gegen Breidenbach endete das Lpiel unentschieden 22 Der stärkste Mann- schaststeil der Butzbacher ist der schuhfreudige Sturm. Die Mannschaft in ihrer Gesamtheit ift zäh und auherordentl'.ch schnell. Der Tormann zuverlässig. Die 61t ist technisch durchaus aus der Höhe und stellt einen in jeder Hinsicht ebenbürtigen Gegner dar. Die Spielveretnigung 1900 tritt zu diesem Spiel wieder in verstärkter Ausstellung an. denn Heilmann ist wieder im Sturm Man sollte erwarten dürfen, dah die Zusammenarbeit in der vordersten Linie dadurch wieder besser klappt. Schmidt wird voraussichtlich auch wieder im Tor stehen und seiner Mannschaft den gegen die Butzbacher sehr notwendigen moralischen Rückhalt bilden Der Ausgang des Stampfe- ist offen. Die 1900er werden mit einer geschloffenen Leistung auswarten müllen, wenn sie den Sieg erringen oder auch nur ein Unentschieden halten wollen Denn sich die Cif nicht von einer besseren Seite zeigt, al- am vergangenen Sonntag gegen Diesenbach, dann liegt die Riederlage näher al- der Sieg. Dor dem Spiel der Liga tressen die Ligareserve und die 1. Mannschaft von Lollar auseinander. Die Gegner sind al- fchr spielstark bekannt und bürten nicht unterschätzt werden Man erwartet eine spannende Begegnung, in ber man ben Gästen ein kleine- PluS zuschreiben möchte, zudem sich die Ligareserve der Blauweihen in ber letzten Zeit nicht als sehr bestänbig erwiesen hat. Die Lehr- mannschast trägt am Bormittag ein Enttchei- bung-spief um bie Gruppenrneistertchaft auS. Der Gegner ist die 1. Mannschaft bes BsR. Lich. Die 1900er müssen diese Begegnung ernst nehmen und den nötigen Siscr nicht vermissen lassen. Ein Unentschieden genügt bereits zur Meisterschaft. Die 4. Mannschaft ist spielfrei. Die 5. Mannschaft trägt das schon mehrmals angefehte Rück- spiel gegen die 1.611 des DIB SXrofborf auS. Obwohl Krofdorf feit ber hoch verlorenen Begegnung manchen Fortschritt gemacht haben durfte, sollte der Sieg den Diehenern doch nicht zu nehmen sein. VsB.-Gießen. Die Liga in Alsseld. Die Liga deS BsB. erfüllt am morgigen conn- taq eine Rückspiclverpslichlung und fährt nach AIS- feld. DieMannschaft deS Sportverein- Alsfeld hat ben Diehener Fuhballspielern bisher noch wenig Lorbeeren zu ernten gegeben. Die BfBer wie auch die 1900er wurden bisher von der Mannschaft aus Alsfelb immer zu spannenden Stampfen herauS- geforbert. Die Ergebnisse waren meist knapp, lauteten auf Sieg der Al-fclder oder auf Unentschieden. Zuletzt gastierten die Gegner des morgigen Sonntags zu Dcihnacht in Giehen unb trotzten den Grün-Wcihcn auf dem Daldfportplatz ein Unentschieden von 1:1 ab. obwohl die BbBer aus Grund ihrer ganzen Lpielanlage und ihrer reiferen Technik im Feld!Piel stets etwas überlegen waren. Die Alsfelder verfügen über eine Mann- schuft, die an Wendigkeit nichts zu wünschen übrig läßt, . in sich sehr stabil ist und einen schuhfreu. di gen Sturm besitzt, der sich auch gegen eine zähe Verteidigung durchzusetzen vermag. Die BfBer werden es unter diesen Umständen nicht leicht haben. Die Leistungen deS Bortonntag» gegen Hessen 09 lassen zwar die Meinung aufkommen, dah sich die Mannschaft wieder zu einer besseren Zusammenarbeit gefunden hat und nicht aus- sichtslos in den Stampf geht Der AuSgang des Stampfe- ift aber offen, denn bte Alsfelder find auf eigenem Platze bestimmt nicht weniger gc- sährtich, denn auf fremdem Gelände. Die BfBer treten in folgender Aufstellung an Balser. Hen- rtchs, Leutheuler: Lehrmund. Streb I-, Schmidt: Fehling. Feuster, Bärenfänger. Dlodareck. Haupt. Die Ligareserve ist spielfrei Die dritte Mannschaft hat auf eigenem Platze in der zweiten Mannhaft des FE. .Teutonia" Watzenbom^tein- berg einen gefährlichen Gegner vor ber Klinge, ber nur unter bem Einsatz aller Kräfte zu überwinden lern wird. Die Mannschaft ber Alten Her- ren tritt gegen bie Fußballmannschaft deS Ru- berkludS .Hassia" auf dem Walbsportplatz an. Die Ruberer haben den Alten Herren fchon zu früherer Zeit manches schöne Spiel geliefert. Der AuSgang des Kampfe- ift nicht voraus zusagen. Handball im VfB. Die rührige Handlallmannschast deS DfB. hat sich für den kommenden Sonntag wieder einen fehr spielstarken Gegner verpflichtet. Die Hand- baUmannschast ber DHB -Ortsgruppe Giehen tritt gegen bie Drünweihen am Lonntagvormit- tag auf dem Daldfportplatz an und wirb ben Plahbesihem sicherlich ein gleichwertiger Gegner fein. Die DHB.er haben in ber letzten Zeit ver- schiebenen Gegnern auS ber Turnerschaft gegen» übergeftanben und achtbare Ergebnisse erzielt. Die gefährlichste Waffe ber Gastmannschaft ist ber Sturm, ber ber gegnerischen Verteidigung zu schassen machen weih Da die nötigen Derglcich»- möglichkeiten fehlen, ist der AuSgang des Spieles kaum vorherzusagen. $(£. „Teuionia^Wahenborn-Gteinberg Am morgigen Sonntag fährt die 1. Mannschaft nach Astlar um mit der Ligamannschaft des dortigen Sportvereins im Gesellschaftsspiel ihre Kräfte zu messen. Die Teutonen treten voraussichtlich in stärkster Ausstellung an. Es sollte ihnen deshalb gelingen, gegen die spielstarken Ahlarec wenigstens ein ehrenvolles Resultat zu erzielen. Ein knapper Sieg liegt im Bereiche der Möglichkeit. Handball im Gau Hessen (O.T.) Zu einem Freundschastsspiel empfängt die Jugend des Tv. Grohen-Linden die Jugend des Giehener Männerturnvereins. Die Gäste errangen überlegen die Dezirksmeister- schaft. Wenn auch die Einheimischen keine SiegeS- ausfichten haben, so sollten sie trotzdem bemüht sein, die Tordisserenz nicht zu hoch auSfallen zu lassen. Handball im Lahn-OünSberg-Gau Am kommenden Sonntag stehen sich im ersten Ausstiegspiel die beiden Meister des 2. und 3. Bezirkes. Lollar I. und Albach I. auf bem Platz in Albach gegenüber. Der AuSgang deS Kampfe- ist nicht vorherAufagen. Es durfte ein hartnäckiger, spannender Kampf Auftanbc kommen. Dem Aus- gang deS Kampfes sieht man mit grohem 3nter- effe entgegen. Arbeiter-Tum- und Gportbund. Handball. 3n Wieseck stehen sich Wieseck unb Krofdorf im Freundschaftsspiel gegenüber Hier wird man den Gästen ein Plus zusprechen bürten, ba die Plahbesiher in wesentlich oeränberter Aufstellung antreten werben Wirtschaft. Zranlsurt fest. Frankfurt a.M, 29 Ian Tendenz fest Obwohl von den Auslandbörtenplähen meist schwächere Kursmeldungen Vorlagen, waren im bie- 'tgen telephonischen Freiverkehr bereits gestern abend aus undurchsichtigen Gründen Ansätze zu einer Auswärtsbewegung ber Kurse zu beobachten. Bei äuherft kleinem Geschäftsgang fetzte sich die nach oben gerichtete Kursbewegung deute fort. Sowohl für Aktien, als auch für festverzinsliche Werte zeigte sich etwas regeres Stauf- interefse. da» von ber Spekulation, aber auch vorn Publikum ausging. Am Aktienmarkt standen natürlich bie in letzter Zeit bevorzugten Werte wieber im Dordergrund. I.-G.-Faroen. Siemens. Geffürel u. a. gewannen etwa 2—3 Prozent. Lebhafter gehandelt wurden Reichsbank- ontetle, bie 4 Prozent höher lagen unb fomit den Pariftand merklich überschreiten konnten. Private Bankaktien begegneten dagegen kaum irgendwelchem Interesse, der übrige Aktienmarkt verzeichnete KurSavancen von 1 — 2 Prozent Am Renten markt konnten die bereite gestern nachmittag favorisierten Kommunalobligationen erneut etwa 1 —2 Prozent anziehen. wobei man von Taufchoperationen gegen Liauidation-psandbriese sprach: daneben soll sich auch Materialmangel bemerkbar gemacht haben. Bon anderen Rentenwerten waren Reichsschuldbücher (späte Fälligkeiten). Altbesitzanleihe. aber auch Goldpsandbriefe etwa 1 Prozent erhöht. Liquidation-Pfandbriefe aus dem erwähnten Grunde fehr vernachläsfigt. dagegen Industrie- Obligationen gefragt unb höher Am Geldmarkt machte sich in Anbetracht ber Rähe bes Ultimo» verstärkte Rachfrage bemerkbar: ber Sah würbe um 0.5 auf 6,5 Prozent erhöht. Berlin sehr ruhig. Berlin, 30. Ian. (WTB. Funkspruch.) Die etwas überraschende 9prozentige Dividendenerklärung ber Siemens-Berwaltung hatte in ben gestrigen Abenbstunden eine fefte Stimmung zur Folge, die sich jedoch auf den heutigen Wochen- schluh bisher nicht ganz übertragen konnte. Zu den wieder schwächeren Auslandbörsen kam einmal baS energische Dementi ber ReichSregierung in ber Währungsfrage, zum anderen hatte das erreichte KurS- nibeau aber wohl auch hier unb da Anreiz zu Gewinnmitnahmen gegeben. Das Geschäft war selbst für einen SamStag sehr ruhig, bei ben Rebenwerten wurden bie Kurse meist nur verändert gesprochen. Rachdem diese Kurstaren sich etwa auf gestriger Abendbasis bewegten, bröckelten sie im Lause des BormittagS bei ben führen- ben Werten um etwa 1 bis 0,5 Proz. ab. ES fehlte an neuen Anregungen, vorhandene Momente, wie bie Regierungsbildung in Oesterreich, die Borgänge im Fernen Osten, der Schultheis- Prvzeh usw. waren nur von allgemeinem Interesse und konnten auf bie Tendenz nicht einwirken. Biel beachtet wurde bie im Verhältnis zu den anderen Elektronebenwerten auffallende Schwäche ber Schuckertaktien, die schon gestern merkwürdiges Angebot aufgewiesen hatten. Man führt bieS auf eine Verwechselung mit ben Siemens-Schuckert zurück, die bekanntlich gestern einen Verlustabschluh bekanntgegeben hatten. Heber die Dividende der Gchuckert ist dagegen bisher noch nichts Positives bekannt. Höher als gestern gingen Schiffahrtsaktien um, wobei die Gewinne etwa 1 Proz., also fast 5 Prvz. des auSrnachenden Betrages erreichten, ferner blieben Ehadeaktten gefragt, und Schultheih gewannen etwa 1.5 Prozent. Ebenso waren Kaltwerte fest veranlagt, während Stunftfeibctocrte biS zu 12 Droz, verloren. Am Dankenmarkt konnten Reichsbankanteile ihren HöchstkurS nicht behaupten, die übrigen Banken zeigten dagegen wiber- stand-fähige Haltung. Rlontanpaplere waren vernachlässigt. Bei den festverzinslichen Werten bestand todtcr Tauschneigung von Pfandbriefen gegen Kommunalobllgationen, wobei erstere etwa 0.5 Proz. einbüstten. Die Differenz zwilchen diesen beiden Kategorien, die vor einer Woche noch bis zu 30 Proz. betragen hatte, ift in der Zwischenzeit auf 20 Prvz. zurückgegangen. Induftrte- ovligativnen lagen vernachlässigt, von deutschen Anleihen zog die Altbesitzanleihe um 1 Prozent an. Auf gestriger Basis zeigte sich Interesse für Qkbebbonbe. wahrend Farbenbonds unb Reichs- bahnvorzugSaktien etwa 1 Proz. gegen gestern verloren Devisenmarkt Berlin — Aranksurl a. 211. 29.Janar 30.3*»« Sflimnn emNi»c dkl» X-ncnraji OriP ynd CTirn . . . t.37< b 386 6.376 t 314 49 95 50 G5 49 95 50 05 . I2.4ti 12 485 12.465 17.485 54 94 57.06 56 94 57 06 :: 3.057 3 0(3 3.057 3 063 169,58 169.92 169.48 1(9.82 CK» 78,92 79.08 71.7? 78 88 80.12 80.21 80.12 tu 28 81.17 11.53 81.27 81,43 L'onbse. . . SureN litt» 14.55 14 51 14.52 14 56 1,043 1.047 1.043 1 047 «mrert . 4.209 4.217 4 2U9 4 .'17 et*Md. . . 58.71 58,13 58.71 58.83 ^tadta . . . 21.08 21.12 21.05 21.09 l'art* . . . 16.57 16.61 16.56 16 60 ELir-rtz . . 12.07 87.23 82.11 62 27 Crarlra . . 35 3b 35.44 34.% 35 04 Dan»Ig. . . 81.97 82.13 81 97 82 13 . . . Kw bt 3a.. 1 499 0.257 1.503 0.259 1.4*9 0,257 1.471 0.259 Ä*": 7.463 7.477 7 463 7.477 13.29 13,31 13.24 13 26 Lpiclplan der Aranksurter Theater. Opernhaus. Sonntag. 31. Januar, 15 bi« 18 Uhr: Im weihen Rösti. 20 dis 23 Uhr Im weihen Röhl. Montag. 1. Februar. 20 bis nach 22 Uhr: Don BaSquale Dienstag. 2. Februar. 20 bi« 22.45 116r: Eavaleria tufticana. Hieraus Der Bajazzo. Mittwoch. 3. Februar, 20 bis gegen 22.45 Dhr: Macbeth. Donnerstag. 4 Februar. 19 30 bis nach 22.30 Uhr: Die Macht de-Schicksals. Freitag. 5. Februar. 20 bi- 23 llhr: Im weihen Röhl. SamStag. 6. Februar. 18 30 bi# Tegen 23.30 116t: Siegsried. Sonntag, 7. Februar. 5 bi- 18 Uhr 3m weihen Röhl. 20 bi# 23 Uhr Im weihen Röhl. Schauspielhaus. Sonntag, 31. Januar, 18.30 bl« 23 Uhr: Wallenstein Montag. 1. Februar. 19 bis nach 23 Uhr: Wallenstein. DienS- tay, 2. Februar, 19 bis nach 23 Uhr Wallenstein. Mittwoch. 3. Februar. 19 bis nach 23 Uhr Wallenstein. Donnerstag, 4. Februar. 20 bis 23 Uhr: Jim und Jill. Freitag. 5. Februar. 19 bi« nach 23 Uhr: Wallenstein. Samstag. 6. Februar, 19 bi- nach 23 Uhr: Wallenstein. Sonntag, 7. Februar, 11 Uhr. Werbevortrag der Opernhilse: Der Shilturtoert des Theater- in harter Zeit. 15 bi« nach 18 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick. 20 biS 23 Uhr: Jim und 3tll aanflavin-’:^'© Der neue Hauptkatalog des Samenhaufe, Heinrich Hahn. Giehen. ift eingegangen unb steht Inter- dienten kostenlos zur Verfügung. Wer unter Berücksichtigung der bekannten, zuverlässigen Bedie- nung bie Prüfung ber Preise nornimmt, wirb über- zeugt fein, dah dieselben wirklich vorteilhaft sind. 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Studentenkarten RM. 1.— nur im Von erkauf bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen Studentenhaus.89110 Darüber spricht am Dienstag, dem 2. Februar, abends 8 Uhr im Gemeindesaal Kirchs trabe 9 der Leiter der „Arbeitsgemeinschaft zur Ausbreitung des Evangeliums unter Gefangenen und Einsamen“ Herr Max Rupprecht aus Spangenberg Jedermann ist herzlich ein geladen. Eintrit frei, sm iiiiiiiiiininiHiniiiiHHiiiinniiHnHiiHHHHiiHHnbHiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii'ii Samstag, 6. Fahrvar litt, abeiia 1.11 Uhr, la almtUckai Hamen in „Cafe Leib“, der große and beliebte der Spielvereinigung 1900 e. V. Zwei TanxkapeUen Zwei Tanzkapellen Karteavorverkaal Ldw. Beide, Bahiholatr. 12, Sporthans WD Schwan, Mlnihnrg II, Aigast Wallenlels, Marktpl. 17 IIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH GOETIHE»)BIU1^O Sonntag, den 31.Januar, nachmittags 3 und 5 Uhr, abends 8 I hr, Neue Aula. Hitsglel des weltberühmten Kölner Hänneschen-Theaters Uiemand venlame das Illaer Bänneaehei la Bleien UM begr-sen i sisd ▼olkittaliche Elatrittsprelae I Bucheoscbeilholz 2nn, sreiHauS.kann zu Mk. 28.— gegen Kasse sofort u. kodier geliefert werden.Lchr. Angebote erbitte u. 0539o.d.Gieft.Anz. | Für die vielen dHrungen unb Austverk- i | samkeikev, bie uns anläßlich unserer | | Silberhochzeit zuteil wurden,sagen | t wir herzlichen Dank | JohannesJn'ednch undJrau Gießen, ben 30. Januar 1932 | ............- - : Brandgoffe 8 Heute abend 5 Uhr: • Moment • Geöffnet dis 4 Uhr Gs ladet freundlichfl ein 0571 Guttav wernbreuuev. Erfinder — VorwhrtR»t neben de 10000 Mk. Belohnung Näheres kostenlos durch <02 v P. Erdmann A Co., Berlin HW 11. OberneKisebeGesellselia!tl.Natur-Q.f]eiUä]D(le NatonrisseBschafU. o. medizioisebe Abteilong Samstag, den 13.Februar 20 Uhr, Kath. Vereinshaus Kaplan Fahsel spricht über Konnersreuth und das Wesen der Christ Ichen Mystik. Karten Mk. 150. L—, 0.70 in der Musikalienhandlung Chalüer. Neuenweg 10. 763V Haoptversanimlan^ ae Uttwach, dem 1 Febmar 1932. 81 h. e.L im großen Hörsaal des Physiologischen Institutee, Friedrichstraße 24 L Vortrag: Herr Freiesaar Dr. Stiitslai: Neue Wege der Röntgenröhrerrtechnik. 2. Geschäftseitzung. 775D Der Vorstand. Zu haben in allen einschlägigen Geschäften. Bezugsquellen weist nach: Muekator-Verkaulakontor, Frankfurt a. Gutleutetrabe 8 12. >759 v Techoischer Verein Gießen gegr. 1897 Reieii8?erban(l Deutscher Baumeister, Ortsgr. Gießen VORTRAG (2.Teil) von Herrn Stadtbaurat Gravert: Die älteste Stadtaolage und Der Slataplan von Dießen mit Lichtbildern Montag, den 1. Februar, abends 8*h Uhr pünktlich, im Kunst- wissenschaftlichen Institut. Ludwigstraße 34. — Gäste sind auch dieses Mal willkommen. 797D Tage für Sie weil wir wissen daß Sie sparen müssen! 0.95 yiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii^ 3 Stück 0.50 kräft. 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Als Ausgleich habe die Derwaltung die Erhöhung der Bürgersteuer von 300 auf 400 Prozent und Erhöhung der Real- steuern vorgeschlagen Diesem Vorschlag habe der Finanzausschuß nicht zustimmen können er habe es daher als richtig angesehen den vorstehenden Antrag anzunehmen Mit diesem Beschluß solle festgelegt werden dah man nicht auf der einen Seite eine Last wegnehme und sie auf der anderen Seite nur auf besondere Schultern lege. Den Gewerbetreibenden könne man in ihrer jetzigen Rotlage nicht noch mehr aufbürben. Eine andere Anregung, bei den Verwaltungen der Werke zu sparen, sei ebenem ins Auge zu fassen vielleicht sei auch em Zeitpunkt zu erwägen, zu dem beide Werke unter einem Dezernenten zusammen- gefaßt werden könnten Es müsse auch zum Ausdruck gebracht werden daß es gut fei. Die Filial- steuer anders aufzuziehen Vielleicht liehe sich dadurch noch mancherlei erreichen waS zur Senkung der Tarife beitragen könnte Die Filialsteuer habe heule in unserer Stadl mxb nicht die Bedeutung, die sie haben müsse, sie sei unzulänglich und begünstige, daß bei den niedrigen Steuersätzen auswärtige Unternehmer billiger arbeiten könnten als der ortsansässige Gewerbetreibende. 3n nächster Zeit werde ein Antrag an den Landtag gehen, der diesem Unrecht ein Ende bereiten und bessere Einnahmemöglichkeiten für die Gemeinden schaffen wolle. RamenS der Arbeitsgemeinschaft der Mitte habe er folgende Erklärung abzugeben: „Die Fraktion der Arbeitsgemeinschaft der Mitte kann dem in der Sitzung de» Finanzausschusses vom 27. Zanuar 1932 gefaßten Beschluß der Ermäßigung der Tarifsätze nach Antrag der Stadt- Verwaltung in ihrer Gesarnlheit nur dann beitreten, wenn die Verwaltung sich bereit erklärt, bei der Beratung des Voranschlags Mitteilung darüber zu machen, wie und zu welchem Zeitpunkt eine weitere Senkung der Tarife ermöglicht werden kann." Seine Fraktion werde eifrig Mitarbeiten bei der Suche nach Möglichkeiten, die eine weitere Senkung der Tarife, besonders bei Elektrizität und Gas, die noch zu hoch feien, gestatteten. Er hoffe, daß die Stadtverwaltung entgegenkomme, zumal in Darmstadt die Elektrizität auf 38 Pf. je Kilowattstunde, das Gas auf 17 Pf. je Kubikmeter gesenkt war- den sei. (Sfabfrotemifgl. Mann (Soz.) erklärt, seine Fraktion habe sich im Finanzausschuß für den zehnprozentigen Abbau entschlossen, soweit Elektrizität und Gas in Betracht gekommen seien, Aumal sie schon immer vor einer zu starken Erhöhung der Tarife gewarnt habe. Den Vorschlag, die Burgersteuer von 300 auf 400 Prozent zu erhöhen, habe seine Fraktion nicht annchmen können, ebenso sei sie gegenwärtig nicht für eine Erhöhung der Realsteuern zu Haden, die nur die Preissen- tungsbejtribungcn unterbinden würde. Die Stadt- Verwaltung habe auch darauf hingewiesen, daß in beträchtlichem Umfange Reichssteuerüberweisungen ausfallen, bei der Einkommensteuer etwa 50 Prozent der Ansätze: also auch hier ein großes Loch. Der Redner bemängelte bann noch eine ungenügende Auswirkung der Zinsneuordnung, hier fei einschl. der Provision bei kurzfristigen Krediten noch alles etwa beim alten geblieben. Er unterstrich den Hinweis der Verwaltung, daß der nächste Voranschlag nicht wieder mit 300 000 Mark, sondern mit 500 000 Mark Fehlbetrag abschließen werde. Aus dieser ganzen Sachlage, insbesondere auch zur Vermeidung der Bürgersteuer, und Realsteuererhohung, habe sich die sozialdemokratische Fraktion in realpolitischer Würdigung der Lage entschlossen, dem vorstehenden Antrag zuzustimmen. Zum Schluß polemisierte der Redner noch gegen die Arbeitsgemeinschaft der Mitte, deren Erklärung er als „eitel Schall und Rauch" bezeichnete. Stadiratömitgl.N'colaussWirtsch.Vg.) hebt hervor, daß die Stadtverwaltung mit ihrem Vorgehen nur einer Verpflichtung aus der Vierten Notverordnung entspreche. Gegen den Ausfall von 93 000 Mark durch einen .zehnprozentigen Abbau habe er sofort Bedenken geltend gemacht, obwohl er selbst mit für diesen Abbauantrag gestimmt habe. Es sei klar, daß eine weitere Erhöhung der Real- steuern (Grund- und Gewerbesteuer) und eine weitere Heraufsetzung der Bürgersteuer heute unmöglich sei. Angesichts dieser Sachlage sei auch er gezwungen gewesen, im Finanzausschuß dem Antrag der etabiocrroaltung zuzustimmen. Es müsse aber nach Möglichkeiten zum weiteren Abbau ber Lasten gesucht werden, wobei jedoch ein einseitiger Abbau zu vermeiden sei. Seine Fraktion fordere in erster Linie Abbau des Wassergeldes und Abbau der Ein Baugesuch der Rentiers H. üfiinn zu einem Um- und Erweiterungsbau der ehemaligen Stadt- post, Schulstraße 11, fordert Befreiung von den 15 und 16 der Lolalpolizeioerordnung. Der Bau- Ausschuß empfiehlt, dem Gesuch unter folgenden Bedingungen stattzugeben: 1. Der Hofraum ist im Erdgeschoß hinter dem Anbau in ber gleichen Breite wie hinter dem vorhandenen Bau durchzuführen. Dieser überbaute Hofraum darf gegen den vorhandenen Hof hin nicht durch ein Tor, Gitter usw. abgeschlossen werden. Desgleichen ist das Abstellen von Fahrzeugen leglicher Art und anderen Gegenständen wie Kisten, Kasten, Fäsier usw. unzulässig. 2. 3m Erdgeschoß des Anbaues ist ein gerader Zu- gang mit 1,35 m Mindestbreite und 2,50 m Äindefllichterhöhe anzulegen. 3. Jegliche weitere Bebauung des vorhandenen Hoiraumes ist fernerhin unzulässig. 4. Der projektierte Anbau darf nur in zweigeschoi siger Bauweise (Erdge'choh 4 m, 1. Oberge'choß 3 ml. H.) mit Flachdachausführung ausgeführt werden. Der Bau-Ausschuß empfiehlt, die Rückseite des gefamlen Winnschen Gebäudes mit einem Hellen Anstrich zu versehen. StadtratSmiigl. Honi (Arbeitsgemeinschaft der Mitte) fragt an, ob ein Einspruch des Grundstücksnachbarn, BuchdruckereibefiNer Lange, gegen dieses Bauvorhaben behoben fei, evtl, durch eine Vereinbarung zwischen den beiden Grundbesitzern. Bürgermeister Or. Hamm antwortet, die Verhandlungen poifchen den beiden Eigentümern seien schon weit gediehen gewe'en. Herr Lunge habe sich zur Zahlung einer ansehnlichen Summe bereiter Härt, wenn Herr Dian den Anbau Grund- und Gewerbesteuer. Vor allem müßten die Steuern abgebaut werden, die im Dezember 1930 durch den ctadlslommiiiar aukrlegt worden seien und die der Oberbürgermeister auf Grund der Rot Verordnung gegen leinen Willen habe anordnen müßen. Seine Fraktion erhebe keine unerfüllbaren Forderungen: sie fordere vorsichtigen Abbau, ber tragbar sei und nicht wieder etcuererbbbungen zur Folge habe. Für neue Steuererhebungen werde seine Fraktion nie und nimmer zu haben sein, ausgenommen die Filialsteuer, bei der bisher die Regierung gehemmt habe, die aber nach bester Möglichkeit ausgefchvpst werden müsse. Stadtratsmitgl. Horn (Arbeitsgemeinschaft der Mitte) weist die Rngrisse des sozialdemokratischen Spre- chers Mann zurück und 1. baß die hoben Steuern und die hohen Tarife von den Geschäftsleuten als untragbar empfunden werden. 3n anderen Städten seien wesentliche Senkungen Dorgenommen worden E» sei auch hier, wie in anderen Städten, ein Lichtstreik in Erwägung gezogen worden, um dies zu verhüten, habe man sich zu dem vorliegenden Antrag entschlossen. Beim GeschästSmann sei nicht gefragt worden, ob er mit den Preisen he runtergeben könne ober wolle, er mußte einsach. Der ursprüngliche Antrag der Arbeitsgemeinschaft sei nur zurückgezogen worden, weil man die Steuereryöhung als ganz unmöglich angesehen habe. Die Arbeitsgemeinschaft sehe ihre Erklärung nicht als .Lufthieb" an, sondern sie werde immer auf ihre Erfüllung drängen: er hoffe dabei auf die Unterstützung der Sozialdemokratie, auch bei der Filialsteuer. (Die Linke winkt ab.) ' Gtadtratsmitgl. Loeber (Arbeitsgemeinschaft der Mitte) sagt, im Interesse deS Handwerks hätte er gern gesehen, wenn wenigstens der Elektrizität-Preis weiter gesenkt worden wäre. Dem Döckergewerbe gegenüber sei geltend gemacht worden, einerlei wie die Bruttospanne zwischen Mehl- und Brot- preis fei. der letztere müsse um 10 Prozent gesenkt werden. Jetzt sehe man aber, wie .gerecht" gehandelt werde, denn trotz eine- Mehlpreisausschlages um 2 biS 3 Mark mußte der Brotpreis gesenkt werden. Daraufhin habe der Zentralver- and .Germania" der deutschen Bäckerinnungen der Reichsregierung erllärt. wenn der MehlprelS nicht abschlage, müsse der DrotpreiS wieder erhöht werden. Auf 103 Kilo Weizen liege heute ein Zoll von 25 Mark, auf 100 Kilo Roggen ein Zoll von 20 Mark. Der ReichSer: äh u gSminister wolfr aber mit den Zöllen nicht heruntergehen. Jetzt sehe man mit Erstaunen, daß auch die Tarife nicht entsprechend gesenkt würden. Die Folge werde sein, daß die Unzufriedenheit unter den Gewerbetreibenden immer größer werde. Gegenüber der Krittk des StadtratSrnitgl. Mann (Soz) bemerkt der Redner, wenn die Sozialdemokratie in den letzten Jahren im Reiche und in den Ländern nicht so großzügig mit den Ausgaben gewesen wäre, wären wir nicht lo weit gekommen wie heute. Die Filialsteuer sei eine gerechte, sogar die gerechteste Steuer. (Zuruf Mann: Meine Meinung nicht.) Die SPD. bekämpfe doch sonst da- Großkapital, hier ober bei der Filialsteuer unterstütze sie da- Großkapital durch steuerliche Begünstigung auswärtiger Geschäfte. Oie Abstimmung. Der kommunistische Antrag wird an den Finanz- ausschuß überwiesen. Dem vorstehenden Antrag der Stadtverwaltung und des Finanzausschusfes wird gegen die beiden Kommunisten z u g e ft i m m t. Schanllonzessionsgesuche. Befürwortet werden die Gesuche von Heinrich Dechert, Liebigshohe, und Paul Wenz, Licher Straße 29. Abgelehnt wird ein Gesuch von Adolf Geßner, Frankfurt a. M. (fur das Haus Wart- weg 19, frühere Schöne Aussicht). An den Sozialpolitischen Ausschuß zurückgcwiesen wird ein Gesuch von Samuel K a g, Neustadt 14. nur zweigeschossig ausführen und eine starke Brandmauer errichten lasse, ferner Herr Wmn sich bereit- finde, eine Grunddienstbarkeit auf fein Grundstück eintragen zu lassen. Diese Verhandlungen feien bis jetzt noch ergebnislos geblieben, da Herr Winn sich nicht einverstanden erklärt und Herr Lange infolgedessen seinen Einspruch nicht zurückgezogen habe. Herr Longe habe außderm darauf aufmerksam gemacht, daß der Bauausschuß bi» jetzt nur das Winn- sche Anwesen besichtigt, aber die Verhältnisse nicht von dem Grundstück des Herrn Longe aus beurteilt habe. Hätte der Bauous'chuß vom Langeschen Grundstück aus die Sachlage einmal geprüft, so würde er sich davon überzeugt haben, daß durch den geplanten Anbau auf dem Winnschen Grundstück den Zlrbeitsräumen in dem Langeschen Betrieb bas Licht roegaenommen werde. Es fei zu empfehlen, die Verhältnisse doch noch von dem lichkgefährdeten Grundstück des Herrn Longe aus zu prüfen. Wenn dem stattgegeben werde, könne ja der Antrag an den Bauauslchuß zurückgegeben werden mit der Er mächtigung, noch der erneuten Besichtigung von sich aus endgültig zu entscheiden. Stadttatömitgl. &orn (Arbeitsgemeinschaft der Mitte) erklärt, diese Angelegenheit sei noch nicht zur Genüge klargestellt. Zu der ganzen Sache habe er folgendes zu Tagen: Der Stadtrat solle hier Dispens von den Bauvorschriften der Paragraphen 15 und 16 erteilen, damit der Bau so auSgeführt werden könne, daß er für Geschäftszwecke geeignet fei. Bei der Besichtigung des Winnschen Grundstücks habe er lRedner) Herrn Architekt R i c v l a u S gefragt, für welche Zwecke das HauS I umgebaut werden solle. Herr R i c o l o u S habe darauf erklärt, darüber mülle er Stillschweigen bewahren, aber in einigen Togen werde ersichtlich lein, daß ein Gießener Geschäftsmann jich Ermäßigung Mischer Tarife und Gebühren. ilin- und Eriveiierungsbau der früheren Siadipoff. daran beteilige. Zwei Tage später habe er (Redner) näheren Aufschluß erhalten aus den Kreisen, die heute beim Stadtrat und bei der Stadtverwaltung dringend bäten, diesem Bauvorhaben nicht stattzugeben. Diese Bitte komme vom Gießener Einzelhandel, insbesondere vom Lebensmittelhandel, die beide die Befürchtung hegen, daß mit dem für diesen Umbau vorgesehenen Einheitspreisgeschäft eine neue auswärtige Konkurrenz hierherkomme, die den Einzelhandel in seiner Existenz bedrohe, ja manches Geschäft in seinen Grundlagen erschüttere. Wenn man sich die allgemeine Geschäftslage betrachte und dabei die geschwächte Kapitalkraft vieler Gewerbetreibenden vor Augen halte, dann müsse man doch lagen, das; es durchaus berechtigt fei, wenn diese Kreise jetzt Schutz vor der Konkurrenz von auswärts erbitten, und wenn sie erklärten, ihre Existenz als Gießener Bürger müsse geschützt werden, wenn sie weiter als Steuerzahler in Betracht kommen sollten. Mit den Konzerngeschäften und Filialbetrieben sei es überall das gleiche. Von Großkapitalisten aufgezogen, überschwemmten diese Geschäfte die Städte; auch das Ausland sei stark daran beteiligt und sehe, wie der Vertreter des ausländischen Wolworth- Konzerns offen zugegeben habe, Deutschland als Ausbeutungsobjekt an. Die Volkspsyche sei leider verkehrt eingestellt und lasse sich durch die Verkaufs- Kinkerlitzchen dieser Geschäfte verblüffen. Es sei zu bedauern, daß die Allgemeinheit bisher auf diese Verhältnisse nicht genügend aufmerksam geworden ei. 2)ie Regierungen Württembergs und Thüringens )ätten im Reichsrat den Antrag gestellt, eine zwei- ährige Sperre für derartige Geschäfte allgemein ür das Reich einzuführen, da sonst der ortsansässige 'Geschäftsmann erdrückt werde. Wenn in Gießen noch weitere auswärtige Geschäfte Niederlassungen einrichten würden, werde die Stadt von diesen nur die geringe Filialsteuer haben, der ortsansässige Geschäftsmann aber, der die schweren Steuerlasten zu tragen habe, werde vernichtet. Die Gewerbefreiheit dürfe sich nicht so auswirken, daß der ortsansässige Geschäftsmann durch die Geschäfte von auswärts erdrückt werde. Ein solches Baugesuch wie das vorliegende, das baAU bestimmt fei, auswärtige Konkurrenz herbeizufuhren, und die einheimischen Ge- chäfte zu beeinträchtigen, könne vom Stadtrat nicht gefördert und genehmigt werden. Zum Schutze der chwer bedrängten heimischen Geschäftswelt müsse der Stadtrat hier ein „H a l t!" und „Nein!" erklären. Er hoffe, daß der Stadtrat der Geschäftswelt entgegenkomme und keinen Dispens erteile. Stadtratsmitgl. Mann (Soz.) lagt, man dürfe sich bei dieser Entscheidung nicht danach richten, ob der Geschäftswelt das neue Un- ternehmen angenehm fei oder nicht, sondern man habe nur danach zu entscheiden, ob nach der bau- polizeilichen Seite hin das Gesuch zu befürworten fei oder nicht. So fei auch in vielen anderen Fällen verfahren worden. Bürgermeister Or. Hamm betont, er sei immer dafür gewesen, die baupolizeilichen Bestimmungen scharf durchzuführen. Er schildert dann den bisherigen Verlauf der Dinge und erklärt, nachdem das jetzige Projekt die Genehmigung des Dauausschusses und der Verwaltung gefunden habe, werde die Verwaltung dafür stimmen. Verhandlungen der Herren W i n n und Lange liehen eine Umänderung des Projekts möglich erscheinen, bis jetzt liege eine solche Vereinbarung und Aenderung bei ihm aber nicht vor. Falls nach Genehmigung dieses Projekts die beiden Herren sich einigten und dabei eine Aenderung herauskomme, müsse die ganze Sache wieder von vorne angefangen werden. Damit das Plenum des Stadtrats deswegen nicht zu einer besonderen Sitzung zusammentreten müsse, bitte er, den Bauausschuh zur endgültigen Entscheidung zu ermächtigen. Stadtratsmitgl. Horn (Arbeitsgemeinschaft der Mitte) hebt hervor, er könne sich mit der Erledigung durch den Bauausschuh nur unter der Bedingung einverstanden erklären, daß nicht durch Mehrheitsbildung, sondern nur durch Einstimmigkeit entschieden werde. Stadtratsmitgl Prof. Brüning (Mrtsch. Bg.) spricht sich gegen das Projekt aus, das er nicht begünstigt sehen möchte, weil die ortsansässigen und kleinen Geschäftsleute geschützt werden müßten. Stadtratsmitgl. Ad. Schmidt (Mrtsch. Vg.) sagt, es bestünden keine gesetzlichen Vorschriften, einem Eigentümer zu verbieten, was er mit seinem G.undstück machen wolle. Seine Fraktion sei an und für sich durchaus gegen Warenhäuser und Filialbetriebe, aber hier habe man nur über die baupolizeiliche Seite der Angelegenheit zu entscheiden. Stadtratsmitgl. Kurz (Mrtsch. Vg.) unterstützt den St.indpunkt des Vorredners vollkommen und sagt, hier bleibe nichts anderes übrig, als dem Gesuch zuzustimmen. Bürgermeister Or. Hamm macht noch einmal darauf aufmerksam, daß es sich hier nicht um die Genehmigung eines Baugesuchs, sondern um eine Dispens-Erteilung handele, bei der auch die wirtschaftlichen Gesichtspunkte beider Parteien mit ausschlaggebend seien. Stadtratsmitgl. Schneider (Arbeitsgemeinschaft der Mitte) unterstreicht diese Erklärung und sagt, hier wolle jemand von gewissen Bestimmungen befreit fein. Bei der Entscheidung darüber seien nicht nur baupolizeiliche Gründe, sondern auch alle anderen, insbesondere auch die wirtschaftlichen Gründe als maßgeblich mit in Betracht zu ziehen, wie Herr Horn es mit Recht getan habe. Wenn man eine solche Riederlassung verhindern könne, indem man die Befreiung nicht erteile, so solle man das tun. Die früheren Entscheidungen in ähnlichen Fällen seien ja erzwungen gewesen, weil die Bauten schon bestanden hätten, als über die Befreiung zu bestimmen gewesen sei. Stadtratsmitgl. Loeber (Arbeitsgemeinschaft der Mitte) erklärt, er werde aus wirtschaftlichen Gründen gegen das Projekt stimmen. Es sollte die erste Pflicht von Staat und Kommunen fein, dafür zu sorgen, daß den Gewerbetreibenden die nötige Lebens- und Erwerbsmöglichkeit gegeben werde. Da das ortsansässige Gewerbe überall unter den Warenhäusern schwer zu leiden habe, solle man jetzt, wo die Gelegenheit zur Verhinderung einer solchen Riederlassung bestehe, den bedrohten Mitbürgern nicht nur schöne Worte sagen, sondern die entsprechenden Taten zeigen. Der Stadtrat solle durch seine Ablehnung kundtun, daß er von dieser Geschäftsgründung nichts wissen wolle, weil dadurch die ortsansässige Geschäftswelt geschädigt und zum Teil vernichtet werde, dann aber auch die Stadtkasse durch empfindliche Steueraussälle leide. Oer Ausklang der Debatte. Stadtratsmitglied Leopold Mayer (Arbgem. d.Mitte) betont, es müßten alle Bedenken gewürdigt werden und deshalb sei er für Zurückverweisung der Vorlage an den Ausschuß. Stadtratsmitgl. Horn (Arbgem. d. Mitte) empfiehlt Ortsbesichtigung vom Langeschen Grundstück aus und teilt an Hand einer Aufstellung mit, daß durch die Gründung dieses Konzerngefchästes jede Branche in Mitleidenschaft gezogen werde, da der Konzern eben alles führe. 2m Interesse der einheimischen Geschäftswelt müsse dieser Schaden verhütet werden. Stadtratsmitgl. G o e r z (Arbgem. d. Mitte) spricht sich auch aus städtebaulichen Gründen gegen dieses Projekt aus. Stadtratsmitgl. Mann (Soz.) meint, diese Bedenken ließen sich beheben. Damit war die Aussprache beendet. Die Abstimmung ergab die Zurückverweisung des Gesuches an den Bauausschuß. mit der Maßgabe, daß der Bauausschuh nur durch Einstimmigkeit endgültig über die Vorlage entscheiden kann. * Am Schlüsse der öffentlichen Sitzung wurden noch einige kommunistische Anträge über Wohlfahrtsfürsorge-Angelegenheiten verlesen, die an den Finanzausschuß verwiesen wurden. Ein Einspruch der Buchhändler und der Zeitschriftenvertriebe gegen einen weiteren Kiosk in der Reuen Däue kann von der Stadt nicht behandelt werden, da hierbei kein städtischer, sondern privater Grundbesitz in Betracht kommt. Wiederwahl des Bürgermeisters Or. Seih. Der Stadtrat wählte in der gestrigen nichtöffentlichen Sitzung Herrn Bürgermeister Dr. Seid, dessen 12jährige Dienstzeit demnächst abläuft, auf eine weitere Amtsdauer von 12 Jahren wieder. Don den abgegebenen 37 Stimmen entfielen 32 auf Herrn Dr. Seid, eine auf Herrn August Kästner; 4 Stimmzettel waren unbeschrieben. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 31. Januar. Sexagesimae. Sladlkirche. Kirchenvisitation durch Dekan Guß- mann. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker; 11.15: Kinder- kirche für Matthäus- und Markusgemeinde, Psarrer Becker; 17: Pfarrer Mahr. — Iohanneskirche. 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasaemelnde, Pfarrer Bechtolsheimer; 17: Pfar» rer Ausfeld; 20: Bibelbefprechung im Johannes- faal, Pfarrer Ausfeld. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfarrer Lenz. — Elifalbelh-Klein- kinderfchule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde, Pfarrer Lic Waas. — 3m Saale der neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfarrer Ausfeld. — Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — wieseck. 10. — Kirchberg. 10; 13.30: Mainzlar. — Allen-Vuseck. 10; 14: (Pfarrer Werner aus Erzhausen) Kollekte. — Hausen - Garbenleich. 10: Hausen; 13: Garbenteich. — waßenborn-Slein- berg. 13.45: Hauptgottesdienst. — Grüningen. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche. — Lich. 10: Direktor Pfarrer Röhricht; 14: Kindergottesdienst; 20: Eröffnunasgottesdienst anläßlich der Arbciterschu- lungswoche, Direktor Pfarrer Röhricht; Posaunenchor. Katholische Gemeinden. Samstag, den 30. Januar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 31. Januar. Sexagesima. . Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht — Grün- berg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt-mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 830: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt^mit Predigt. Montag, den 1. Februar. Lanbach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 3. Februar. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Donnerstag, den 4. Februar. Gießen. 17.30 Uhr: Beichte. Freitag, den 5. Februar. Gießen. 7 Uhr: Segensamt. — Lich. 7.15: Segensamt. Sonntagsdienst d.Aerzten.Apotheken am 31.1123 Dr. S. Klein. Dr. Schäffer. Engelavotheke. __________Bahnant: Dr. Buchinger. 8D Erkältungen beruhen meist auf Ansteckung. Durch rauhe Luft werden die Schleimhäute des Rachens angegriffen und dadurch aufnahmefähig für Krankheitskeime. 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Mehr als 25/, Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer 201, gesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 18. Februar 1932 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht Gießen. Folgende Rückstände eiofchtteßlich 8. Februar 1932 gemahnt: 4. Ziel Kanal-, Sttaßenreinigungs. und Müllabfuhraebühren 1931. 1. Rate Burgcrsieuer 1931; Schulgeld für die Hess. Studienanstalt ür Dezember 1931; Die seither stattgesundencn Brennholzoersteigerungen wurden genehmigt. Die Abfuhrscheine sind zu den dekanntgcgebe» nen Terminen in Empfang zu nehmen. Gießen, den 28. Januar 1932. Bürgermeisterei Gießen. 2-D-. vr. Rosenberg. Bekanntmachung bete. Preissenkung der stützt. Tarife usw. 1. Mit Wirkung von der Ende b. M. besinnenden neuen Zühlerablesung werden Dienstag, den 2. Februar 1932 Rindvieh. (Nutzvieh.) Markt; Mittwoch, den 3. Februar 1932, Schweine- marft. M-IdIo Gelegenöheitskaus, fabrikneu. 0597 Selterswe« 84 XL 6. Die Ka»algebühre» werden mit Wirkung vom 1. April 1932 ab derart ermäßigt, daß unter Beibehaltung von 1 RPs. für [eben Quadratmeter gründ» buchmäßigen Flächeninhalts der onge» schlosiencn Liegenschaften der Anteil aus je 1000 RM. deS BrandversicherungS» wertes der daraus befindlichen Gebäude von 1,20 RM. aus 1 RM. jährlich herals- gesetzt wird. 7. Mit Wirkung vom 1. April 1932 werden herabgesetzt: die Kühlzellenmieie je qm n. Jahr: a) für Metzger von 60 RM. auf 50 RM., b) für andere Meter von 70 RM. aus 60 RM., c) für auswärtige Metzger von 80 RM. aus 70 RM.; die Pökelzetteamieteproq-n ».Jahr: a) für hiesige Metzger von 30 RM. auf 25 RM., b) für andere Mieter und auswärtige Metzger von 40 RM. auf 35 RM. Gießen, den 30. Januar 1032. Bürgermeisterei Gießen: Dr. Keller. 1265 Wellen Buchereisig 2. u. 3. Kl., 425 „ Eiche- u. Ahornreisig 2. 3. Kl., 12,6 rm Buche u. Eich stocke, Bekanntmachung. Am Mittwoch, dem 3.» sowie dem 19. Februar 1932 werden in der Zeit von 15 bis Iß Uhr in der Turnhalle der Pestnlozzischule, Rordanlage 18, öffentliche Impftermine abgeholten, in welchen alle in 1930 und früher geborenen Kinder, für die bis jetzt der Nachweis der erfolgreichen Schutzpockenimpsung noch nicht erbracht wurde, dem Jmpsarzt vorgestellt werden können. Die Nachschau findet Mittwoch, den 10. und 17. Februar 1932, um 16 Uhr statt. Die Kinder müssen mit reingcwasche- Iteni Körper und reinen Kleidern zur Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Cache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemcin- chuldner zu verabfolgen oder zu leisten, wlch die Verpflichtung auferlegt, von dem g vom 1. Februar 1932 ab 15 RPf. je Zentner gesenkt. I Fast neuer 1 ku verlauten. 0586 Bergstraße 21 XI, 'feifier Kmdenrign biU. |. vertäu* "*• 91 nie uw eg 17 L<^ Zirka 25 Zentner WHen und BütineoiWra auf BelicUung ob» tugeben. 0500 l|. Bninhlit Noraros 0sorea»UO» | Kiulqesuche | Kauf i | DieGemeindeReiö» kirchen benöt. eine« Vogelsberger Zuchtbullen Angeb. mit Preis, Gewicht und Alter lind au b 1 mciftcrei zu richte^ (»in 2000 Dellen Buchereisig 2. u. 3. Kl., 42 rm Buchestocke. Zusammenkunft: Sicher Straße. — Schneise. J. Pfeffer ■ Marktplatz Nr. 6 rund u. gesp), Hainbuche 4, Erle 3, Fichie 5, Knüppel: Buche 150, Hainbuche 3, Eiche 20, Erle 5, Fichte 4, Stücke: Buche 80. Blau unterstrichene Nummern werden ulchk versteigert. 755D Auskunft erteilt Förster Grünnig, Freienseen. Dlenslag, den 2. Februar, vormittag» 10K Uhr. im „SchüNenhos" zu Laubach aus den Distrikten Luilcnwäldchcn Uc, 12a, Gaulskopf 17», Steinbach 3, 5c, 7, Altes Gericht 1», (Etnfürfte la, 2, 5b, 7a, Konfirmanden- Kleider und Kleiderstoffe in sehr großer Auswahl zu zeitgemäß allerbilligsten Preisen Ter Preis für richtßrom um 2 RPf. je Kilowattstunde, der Preis für elellr. Kleinkraft um 1 RPs. je Kilowattstunde in t^n Prersstaffeln 27—18 RPf. einschließ, lich und um */• RPs. in den Preis- stasseln 17—12 RPs., der Preis für Leucht» und Heizgas um 1 RPf. je Kubikmeter. 2. Ter Fahrpreis der rtraße»bah» wird mit Wirkung vom 1. Februar 1932 ad für Fahricheinhestchen (je 5 Scheine) von bisher 80 RPf. auf 65 RPf. herabgesetzt. Geselltes in nutet Lane m kaufen nef. 91nbcre Angaben mit wen« tabilnat)berechnuna erbittet unter O5ß8 nn den Gieß. An». Brrniittler zwecklos» Fr.eta-llDilorniii jeb.Ointto.m. «Rübe» »ürl Helme,Mützen, Kovvel, Patronen» laschen) Bnionette, Degen u. Gewehr» b. v KonstruktionsL 18/0 werd, gesucht. Siadllbeaer 6leftes_ [Verschiedenes] Montag, den 1. Februar, vormittags 10J» Uhr, im Gasthaus ,Lur Traube" zu Laubach aus den Distrikten Buchwald 13, 14, 16, 18^ 19 und Scngcs 6: Eichen-Stammholz 2. Kl. 60 fm, Lang- Grubenholz 50 fm (aus Holzernte 1930, Holzversteigerungen. I. Donnerstag, den 4. Februar 1932, vormittag» 9/i Uhr, in der hörlescheu Wirtschaft zu Merlau au» den Forst- orten Haag 1, Kammerwald 5, 7, 10, Lehnheimer Linncs 2, Linne» 3, 5, 10, 11,12,13, Burgwald 2,3,5, Buchenlopf, Buchsibccr a, Bcunewald 2a, Esels- köpf 2a, der Försterei Merlau: 81 Fichten Veräslanaen 3. AL (in Beune- wald 2a, teilweise mit Rasen zu Leiterbäumen geeignet), vrennholz: nn Scheller: 139 Buche, 5 Hainbuche, 42 Eiche (hierunter in Kammerwald 5a 10 rm, 1,80 m lang, zu Gartenpsosten geeignet, u. 6 rm, 1,25 m lang, gesp., 2 Birke, 53 Kiefer, 25 Fichte. Anüppel: 58 Buche, 8 Hainbuche, 121 E che (hier- unter in Kammerwald 5a = 11 rm, 1,80 Meter lang, für Einzäunungen geeignet), 25 Kiefer, 39 Fichte. Reifer 1. AL: 15 Buche, 59 Eiche. Reifer 3. AL: 140 Buche, 38 Eiche. 768D II. Freitag, den 5. Februar 1932, vormittag» 9 llhr, in der Schottscheu Wirtschaft zu Bernefclb aus den Horstorten Pferdsbacherholz 1, 4, 5, 8, 9, 12, Pfingstweide 1, 2, 4, 5, 6, 7, der För- fterei vcruaseid: Lrcnnhol, nn: Scheier: 488 Buche, 89 Eiche (60 gesp), 60 Kiefer, 27 Fichte, 28 Weymouthskiefer; Knüppel: 100 Buche, 22 Hainbuche, 87 E che, 10 Aspe, 21 Kiefer, 36 Fichte, 13 Weymouthskiefer; Reifer 1. AL: 5 Fichte, 55 Weymouthskiefer, 5 Douglas; Reifer 2. AL: 101 Buche, 19 E.che, 18 Aspe; Reifer 3. AL: 233 Buche, 22 Hainbuche, 55 Eiche. Stöcke: 42 Buche, 11 Eiche, 9 Kiefer, 15 Fichte. Das Holz mit rot unterstrichenen Stummem kommt nicht zum Ausgebot. vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da nachträgliche Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Nähere Auskunft unter I. durch Herrn Förster Edelmann xu Merlau, unter II. Herrn Förster Anifj zu Bernsseld und die unterzeichnete Stelle. Grünberg, den 28. Januar 1932. Hess. Forstamt Nieder-Ohmen. Su ßne r. rm Scheiter: 1. Kl. Buche 320, Eiche 9, 2. Kl. Luche 30, Fichte 37, Knüppel: 1. KL Buche 71, 2. KL Buche, Hainbuche, Elsbeeren u. Birke 47, Eiche 17, Fichte 14, Reiserknüppcl: Buche 2, Reiferholz: Buche 7, Stöcke: Buche 34. Blau unterstrichene Nummern werden nicht oerfteigert Auskunft erteilt Förster Reu», Laub ach. Laubach, den 27. Januar 1932. Hessische Bürgermeisterei. Högy. Fischerei-Verpachtung. Samrtaa. den 8. Februar 1932, nachmittag» 2H llhr, findet die Verpachtung der Fischerei, teil II, der Wetter in der Gemarkung Irais-Münzenberg aus sech» Jahre im Rathaus statt. 641D Trais-Münzenberg tft Station der Butz. Fasanenhähne nbumeben. (fbrrbarb Helmes. Cbrr-^ürncrn bet Lick-Land. Im lllviertel, »H. 4x5«3immer, Etagenhaus mit Bad, Balkon und ®arten, äufierft preiöw., unt. flünü. Bcd. zu oerf. G. Rah Ltidwigstrane 45 Hübsches Haas nahe Universität, 3 Wolm., je 5 flimmer, utr‘.Vif L'.'.UIH) »verk.Schr.Angeb. u.0S80n.tz.Gß.Än,. 3x4 Zimmsrhaus mit Garten, nabe Kliniken, für Nlark 16500.— au verk. Schr. Ang. u. 0556 an oenGleß.Anzeig. Bekanntmachung. Vie Anmeldung der mit Beginn de» neuen Schuljahre» (11. April 1932) schulpflichtig werdenden Kinder hat zu erfolgen: 1. für alle Knaben: Dienstag, den 2. Februar 1932, 9 bi» 11 Uhr, in Oer Vestalozzischule, Nordanlage Nr. 8, 2. für alle Mädchen: Mittwoch, den 3. Februar 1932, 9 bi» 11 Uhr, in der Schillerschule, Schillerstraße Nr. 8. Sei der Anmeldung ist her Impfschein und bei auswärts geborenen Kindern auch der Geburtsschein vorzulegen. 692C Die Schulpflicht besteht für alle Kinder, die bi» zum l.Mai 1932 da» 6. Lebensahr vollendet haben. Es können jedoch zu derselben Zeit auch olche Kinder angemeldet werden, die bis zum 30. September 1932 das 6. Lebens- ahr vollenden, und die geistig und leib- lich al» schulreif erkannt werden. Liu weiterer Termin für die Schulaus- nähme findet nicht statt. Gießen, den 25. Januar 1932. Stadtfchulamt. I. B.: Fischer. 35 Fichtedeibstangen L, 2. u. 3 KL, 11 St. Fichtelanghoiz N, la u. 1b = 2,49 fm. Zusammenkunft: Straße nach Daubrin- gen in der Nähe de» Eteinbruch». B. Mittwoch, den 3. Februar 1932, 9% Uhr beginnend, au» der AbL 77 de» Stadtwalde» (Försterei Hochwan): 214 rm Buchelcheiter 1 u. 2. KL, 103 „ Eichescheiter 1 u. 2. KL, 48 „ BucheknüppeL 64 „ Eicheknüppel, 3000 Wellen Buchereisig 2. u. 3. Al., 34 rm Buchestocke, 3 „ Eichenutzscheiter (Gartenpsosten). Zusammeukuust: Licher Straße — Achte Schneise. C. Freitag, den 5. Februar 1932, 9% llhr beginnend, aus der AbL 80 des Slabtroalbe» (Försterei Hochwart): 210 rm Buchefcheiter 1. U. 2. KL, 21 „ Eichescheiter 1. u. 2. KL, 37 „ Bucheknüppel, 7 „ Eicheknüppel, z. T. zu Wagnerholz u. GaNenpsost eignet), rm «cheiter: Buche 500, Elche 10 (2 m lang, Gartenpsosten), 8 (1,25 m lg, Verkäufe Ein lagblJcbr guter deutscher Kanbaar-ROde ttBrnunttgerl 6J. n. in nute ^niicrbunbc vreiswert nbiuocb. ferner zur Biutgus- frifttunp sind nofb drein.-olzversteigerunzen der Stadt Gießen. Au» den Waldungen der Stadt Gießen sollen versteigert werden: 745C A. Montag, den 1. Februar 1932, 9% llhr beginnend, aus den Abt. 1b, 5a u. 5b u. 9a de» Hangeistein (Försterei Wieseck): 100 rm Buchescheiter 1 u. 2. Kl., 13 „ Eiche- u. Ahornscheiter 1. u. 2. Kl., 51 „ Bucheknüppel, 23,4 „ Eiche-, Ahorn- u. Fichteknüppel, Die letzten Autz- und Srennholzvertteigerungen im Licher Stodiwald. In den Distrikten Eichwaid, Plattenwald und Maurerkafporckopf werden nach vorheriger Zusammenkunft am Doldeingang bcbraud)te Drehbank billigst zti verkaufen. Srao.LelterowegN) (üabeu) 0592 Göbelnrod, den 26 Januar 1932. Hesi. Bürgermeisterei. Weber. Fagd-Berpachiung. Die Waldjagd der Stadt Grünberg LH., 428,9 Hektar groß, soll am Freitag, dem 5. Februar 1932, nachmittag» 4 llhr, im Rathaus öffentlich meistbietend auf die Dauer von 6 Jahren, ab 1. Februar 1932, verpachtet werden. 767D Da» Revier ist landschaftlich sehr schön gelegen und ist in einer halben Stunde von Gießen und in einer Viertelstunde vorn Dcchnhos Grünberg zu erreichen. Grünberg, den 28. Januar 1932. Hessische Bürgermeisterei. Dr. Mildner. Impfung gebracht werden. Kinder au» Häusern, in denen übertragbare Ter Plan über die Herstellung einer oberirdischen Telegraphenlinie an der Hardt-Allee in Gießen liegt bei dem Telegraphenamt in Gießen auf die Dauer von 4 Wochen aus. Darmstadt, Januar 1932. 821D Telegraphenbauamt. Brennholzversteigerung Mittwoch, den 3. Februar, vormittag» 10 Uhr ansangend, werden im Gasthaus zum „Deutschen Haus", dahier, folgende Mengen Holz öffentlich verkauft: Distrikt 17a, 45a, 47 und 50a. 32 rm Eichen-Scheit, 130 „ Eichen-Knüppel, 664D 268 „ Buchen-Scheit (Rollen), 715 „ Buchen-Knüopel, 12 765 Stück Buchen-Wellen. Drandoberndorf, den 25. Januar 1932. Der Bürgermeister. Stahl. Fagd-Derpachtung. Mittwoch, den 10. Februar d. I., vormittags II Uhr, wird im „Deutschen Haus" zu Alsfeld der Staatsjagdbezirk Rr. III „die Steinfürst" öffentlich aus 12 Jahre Nekanrttmaibuus. Holzversteigerungen im Cchutzsorst „Busecker Tal" Mittwoch, dem 3. Februar 1932, 10 Uhr vorm., auS dem Forstort Hohe Wald bei Reiskirchen an Crt und Stelle: Stämme, fm: Eiche, Kl. 1 = 0,49; Fichte, Kl. la = 0,44, KI. 1 b = 0,52, Kl. 2 a = 1,03; Terbstangeu: Fichte, S Stück 2. SIL, 17 Stück 3. Ml. rm, Knüppel: Buche 24, Eiche 4, Fichte 4; Reisig: Buche 68, Fichte 4. Auskunft erteilt Forst- wart Damm, Reiskirchen. 812D Mittwoch, den 3. Februar 1932, 11.30 Uhr vorm., aus benr Forstort Ober-Seilbach an Crt und Stelle: Liämme, fm: Fichte Kl. 2b ---- 0,85, Kl. 3a ---> l,27;Terbstangeu:Eiche,3üStück 2. Kl.; Nutzscheiter: Eiche 27 rm. rm, Lcheiter: Kiefer 2; Knüppel: Eiche 126, Kiefer und Fichte 3; Reisig: Eime 145. Auskunft erteilt Förster Wagner, Großen- Buseck. Freitag, bee 5. Februar 1932, 10 Uhr vorm., in der Gastwirtschaft „Zur Germania" in Beuern au» den Forstorten Buchwald, Etruthwald und Münchwald: Ltämme, fm: Eiche, Al. 1 --- 1,66, Kl. 2 - 6,94, Kl. 3 - 2,67; Fichten, Al. la = 1,25, Kl. 1 b = 4,43, Kl. 2a 0,44, Kl. 2b = 1,06; Terbstauge«: Eiche (Deichseln) 10 Stück, Fichte, 11 Stück 1. SIL, 4 Stück 2. Kl.; Rutzluiippel: Eiche 7 rm (Gartenpfosten); rrn, Lcheiter: Buche 162, Hainbuche 10, Eiche (rund) 37, Eiche (gespalten) 26; Knüppel. Buche 143, Hainbuche 10, Eiche 113, Kiefer 9, sichte 12; Reisig: Buche 326, Eiche 87; Ltöcke: Buche 6. Auskunft erteilen die Förster Wagner, Oiroßen-Buieck, und Kell, Beuern. Tie mit 00 geschlagenen Nummern werden nicht versteigert. Vorherige Besichttgung wird empfohlen, da fpätere Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Londorf, den 29. Januar 1932. Hessische- Forstamt Rabenau. Ho'.zversteigerungen der Gemeinde Laubach. Dohnungsmiete au» stüdtifchen Häufern ür Dezember 1931. Rach Ablauf dieser Frist erfolgt Einzug der rückständigen Beträge auf Kosten der Schuldner. 784C Gießen, den 30. Januar 1932. ____________S labff affe Gießen. __________ Bekanntmachung. Der nächste viehmarfl in Gießen findet Jotat: Boalol U PL, Doao 75 PL Zu haben in Apotheken. Dr^uonon und wo Plakate sichtbar. 0008V Wertpapierdrucke Aktien. Schuldverschreibungen Wertpapiere hei Brflhl. schalet rase T 50 RM. zu leihen nef. Rückgabe laut Bereinba» runn. 2c6r. Ann. u. «'5.->9a.d.Gieh.'.'lnz, äMoit nef., auf Hyootbek, evtl, nute Sicherh^ ein. Hnus. SdjriftL Angebote unt. 0556 andenl^iest.Anzeig, Tucke als Beamt« 6000 Mk. von reell. Telbstgeb. ßCfl. 3facke Sickery. u.vrima Bürgschaft. Sckriftl.Anneb.urck. 0574 a. d. GH. Ans, Junger strebsamer O'cfd)dft9mann sucht für fein schuldenfrei übernomm.Wohnh. mit Nebengebäude 2-3000 Mt. auf 1. Hvvothek »u leiben. Lckr.Äng.u. 0497a.d.<)1iest.Ans, Malerluckt i.b.Um» gcgend von Gieße« Deöionö, Miki oder BiumlilM i.landlch.bervorraa. 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