Nr 306 (Erlies Blatt 182. Zahrgang Donnerstag, 2°). Dezember 1952 (Erlctjeini täglid), autz« Sonnt aas und feiertags Beilagen: Die Illustriert« ffiießener Familienblätter Heimat m Bild Die Schall« Monats-vezugrpreis: Mit 4 Beilagen 'RH. 1.95 Ohne Illustrierte . 1 80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen van einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsvrechanfchlüfie unter Sammelnummer 2251. Anschrift lür Drahtnach« richten Anzeiger Stehen, poftfchecttonto: jsranlfi'rt am Main 11686. GietzenerAnjeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Drrd vnd verlao: vrühl'sche Univerfitäl§-Vuch- und Stdnöruderei R. Lan^e in Gießet. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchul^ra^e 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen van 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen van 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvarschrist 20", mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und^ür^enAn« zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich m (Biegen. Wie sehen uns die Andern? Eine weltpolitische Rundschau unserer Ausländskorrespondenten zur Jahreswende 1932/33 3m Oouauraum. Don unserem L. 8.-Derichterstatter. Wien. Ende Dezember 1932. Die Mittellage Deutschlands, eingekeilt im Westen und im Osten zwischen unversöhnlichen Gegnern, weist die deutsche Politik zwangsläufig nach dem einzigen ihr heute noch offengebliebenrn Ausfalltor im europäischen Südosten hin. Dabei gilt es gleichzeitig für Deutschland, zum mindesten auf wirtschaftspolitischem Gebiete die Aufgaben weiterzuführen und zu erfüllen, die einst die österreichisch-ungarische Doppelmonarchie hatte. Lange Jahre hinl^rrch hat die mit den Diktatverträgen von St. Germain und Trianon ausgestreute Hast- Saat eine Erfüllung dieser wichtigen und — wie man besonders in den letzten Jahren gesehen hat — für den Donauraum lebenswichtigen Aufgaben Deutschlands verhindert. Trotzdem kann festgestellt werden, dast besonders in jüngster Zeit in der Einstellung der Donaustaaten zu Deutschland und zu den naturgegebenen deutschen Aufgaben in diesem Raume einegewisseWand- lung eingetreten ist. In Bukarest und ebenso in Belgrad, ganz zu schweigen von Budapest, wo das französische Zwischenspiel der Regierung Ka- rolhi nunmehr endgültig erledigt ist, wird immer stärker und immer häufiger die äleberzeugung laut, dast eine enge Zusammenarbeit der Donau st aaten mit dem wiedererstarkenden Deutschen Reich die einzige Möglichkeit ist, um den wirtschaftlichen Verfall im Donauraum aufzuhalten. Die im zu Ende gegangenen Jahre mit besonderer Intensität geführten Verhandlungen über eine wirtschaftliche Reuordnung in diesem Raum haben immer wieder gezeigt, dast j ed e r L ö s u n g s v er s uch ohne Mitwirkung Deutschlands Stückwerk bleiben muh und die Donaustaaten, die vor altem anderen eine Sicherung ihres Agrarexportes anstreben müssen, niemals befriedigen kann. Mit dem Wachsen der Erkenntnis machte sich aber immer, stärker die Uebcrzeugung geltend, daß Frankreich aus politischen Gründen/um seine Hegemonie im Donauraum fester zu verankern, die Wirtschaftlichen Interessen seiner bisherigen Vasallenstaaten großzügig ü b e r s a h. Diese Erkenntnis mußte zwangsläufig zu einer Entfremdung jener Donaustaaten gegenüber Frankreich führen und mußte ihnen eine Zusammenarbeit mit Deutschland immer mehr als den letzten Ausweg aus der Not der Gegenwart erscheinen lassen. Der im letzten Jahre abgeschlossene rumänisch- deutsche Handelsvertrag, bg* in Paris als eine unfreundliche Handlung gegen Frankreich angesehen wurde, zeigt, in welcher Mchtung die Entwicklung gehen muß, wenn bei einer Neuordnung im öonauraum wirklich in erster Linie und vor allem die Interessen der Donaustaaten s e l b st wahrgenommen werden sollen. Freilich bleibt für Deutschland eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine solche friedliche Zusammenarbeit mit den einzelnen Faktoren im Donauraum vor allem eine absolute Loyalität jener Staaten gegenüber den deutschen Minderheiten in ihren Grenzen. Trägt man in Prag und Budapest, in Belgrad und Bukarest dieser selbstverständlichen deutschen Forderung Rechnung, dann steht zu hoffen und zu erwarten, daß das neue Jahr eine den Interessen aller beteiligten Staaten und Völker entsprechende Entwicklung bringt, nämlich eine engere und intensivere Zusammenarbeit der Donaustaaten in ihrer Ge- temtheit mit Deutschland. Im nahen Orient. Von unterem ^-Berichterstatter. Istanbul, Dezember 1932. Dast Deutschland im Orient überall beliebt ist, wird niemand bestreiten, der je in diesen Landern gewesen ist. Das Volk, das ja überall noch seine natürliche Frische und Liebenswürdigkeit behalten hat, erinnert sich dessen, daß wir im Weltkriege an der Seite der muselmanischen'Völkergekämpft haben und hat uns diese Waffenbrüderschaft nicht vergessen. Der Politiker weist, daß allein Deutschland von allen europäischen Völkern keine Machtziele im Orient verfolgt, und der Wirtschaftler nimmt gerne die Hilfe der deutschen Techniker und Wirtschaftssachverständigen in Anspruch, weil deutsche Gründlichkeit und deutsche Ehrlichkeit überall gleich begehrt werden. Selbst dort, wo die Machtverhältnisse die Politik in enge Bahnen pressen und die Wirtschaft nach ganz bestimmten Ländern orientieren, geniesten wir daher Sympathien und allgemeine Achtung. Das gilt vor allem für die Türkei, die man ja noch immer als die Vormacht der orientalischen Völker ansprechen kann. Rur ein Ausschnitt aus der Intelligenz, der durch seine Ausbildung i n Frankreich auch eine franzosenfreundliche Einstellung in sich ausgenommen hat, ist nicht gerade deutschfreundlich, während die Mehrheit des Volkes, ja auch die Regierung ausgesprochene Sympathien für Deutschland hegen. Das drückt sich dann aus, daß der Handel mit Deutschland eine bevorzugte Stellung einnimmt, dast die Reuerrichtung von Fabriken mit Vorliebe Deutschen übertragen wird, und dost z. D. die neue Hauprstadt des Landes von einem deutschen Architekten gebaut wird. Die Politischen Beziehungen sind denn auch ebenso erfreulich, wie das in einer ganzen Reihe von Verträgen zum Ausdruck kommt. In Syrien regen sich trotz der französischen Oberherrschaft die Sympathien für Deutschland auch wieder stärker, nachdem dies lange Zeit durch die französische Diktatur unmöglich war; galt doch jeder Deutschenfreund entweder als Kommunist oder aufruhrverdächtig. Aber der Zug der Zeit, der überall dazu zwingt, daß auch den sog. Kolonial- völkern — eine Bezeichnung, die der Syrer verabscheut — das Recht auf Selbstverwaltung wiedergegeben wird, läßt hier einen allmählichen Wandel eintreten. Wenn Syrien, dem neuen Verfassungsentwurf entsprechend, nächstes Jahr ähnlich wie das Irak selbständig wird, durfte sich das weiter auf den deutschen Handel günstig auswirken. Im Irak, bei dem wir jetzt eine Gesandtschaft unterhalten, die mit einem unserer fähigsten Diplomaten besetzt ist, haben wir von jeher rege Sympthien genossen, und zwar bemerkenswerterweise sogar mit dem Einverständnis der Engländer, die bisher die Schutzherren dieses Landes waren. Eine Beteiligung an der Ausbeutung des Mussolöls und die Leitung der archäologischen Ausgrabungen im Lande lassen hoffen, daß hier sich unsere Stellung in Zukunft noch bedeutend bessern wird. Das gleiche kann man für Palästina Voraussagen, das in diesen schlechten Zeiten sogar eine regelrechte Konjunktur erlebt hat. Die Krise, die anderswo Vermögen vernichtet hat, hat nämlich dazu geführt, daß dieses Land plötzlich einen Zustrom von Kapital gehabt hat, der gewiß in normalen Zeiten lange hätte auf sich warten lassen. Das ist vor allem dem tüchtigen deutschen Element unter den Siedlern zugute gekommen. In Persien haben wir unser« Stellung gut behaupten können. Noch immer sind zahlreiche Deutsche in maßgebenden Stellen beschäftigt. Die Wirtschaftskrise hat allerdings das Land schwer hcimgesucht, so daß der Handel wohl noch beträchtliche Zeit hindurch darunter leiden wird Interessant ist endlich, daß wir auch mit den Wahabiten m gute Beziehungen gekommen sind; wir haben in Djedda seit einem Jahr einen Konsul, der es mit Geschick und Takt verstanden hat, uns auch mit diesem Land« in gute Beziehungen zu bringen. Es ist also zu hoffen, daß nach der Behebung der Wirtschaftskrise wir auch hier, wir überall, wieder gut vorankommen werden. Unter Sichel und Hammer. Von unserem n.-Derichterstatter. k Moskau, Ende Dezember 1932. Eine Tatsache aus dem Alltag des heutigen russischen Dorfes mag die innere Haltung der ganzen Sowjetunion zu Deutschland charakterisieren: Eine Sprachlehrerin äuf dem Lande kann sich nicht mehr retten vor Anforderungen der russischen Dauern- jugend an ihren Deutschunterricht. Bis auf viele Monate hinaus ist sie von früh bis spät mit deutschen älnterrichtsstunden be.chäftigt. älnd das auf dem Lande! Die Kenntnis des Deutschen gilt im Sowjetstaat alsbesteSchulbildung und Erziehung schlechthin. Die meisten fremdsprachigen Bücher sind deutsche. Deutsch ist an den Schulen — und es gibt nur staatliche — eines der beiden Zwangsfächer. Französisch, früher so sehr gesucht, ist heute beinahe verpönt. Eher schon lernt der Russe heute englisch. Aber die einen lernen Deutsch und Englisch zur Bereicherung ihres Wissens, die anderen, um — wie in einem neuen Sowjetroman ein Jungkommunist phantasiert — den Deutschen und Engländern, wenn bei ihnen einmal die Weltrevolution gekommen ist, von den Erfolgen des Bolschewismus in Rußland berichten zu können. Daneben freilich gilt Deutschland im Sowjetstaat schlechthin als das volle n d e t e M u st e r technischen Wissens und Könnens, besonders in der Feinmechanik, ein Arbeitsgebiet, das dem Durchschnittsrussen ebenso viel ehrliche Bewunderung und Begeisterung einflöstt, wie es ihm selber nicht liegt Lind in der Politik? Run, viel weiß die Bevölkerung nicht vom Ausland. Die deutsche Innenpolitik freilich kennt sie ausführlich — in kommunistischer Darstellung, versteht sich —. Der Kreml freilich weiß besser Bescheid, und ohne Deutschland wäre seine ganze Diplomatie aufgeschmissen, „toir lieben Deutschland, nur mußte es auch zur Sowjetunion gehören", sagte kürzlich ein Sowjetpolitiker im kleinen Kreise scherzend, aber doch nicht ohne Ernst. Es ist wie mit den Franzosen gerade jetzt: Mit der Regierung verhandelt man über einen Richtangriffsvertrag, zugleich aber ernennt eine staatliche Sowjetmühle einen bekannten französischen Kommunisten zum „Ehrenmüller", ähnlich wie Thälmann Ehren-Rotarmist wurde, während die Kremldiplomatie mit Deutschland Europapolitik macht... Trotzdem: vor Deutschland haben Regierungen und Bevölkerung gleicherweite .alle Hochachtung". Cs ist so klein — und doch größer als viele andere Staaten und Völker. So etwas erfüllt den Russen mit ehrlicher Zuneigung. Lind wenn er irgendwo und bei irgendwem etwas lernen möchte, dann natürlich bei den Deutschen. „Das sind Mo- lodzy!", sagt man, was soviel heißt: Das sind doch noch Kerle! Knegssaiisaren im Reich des Weißen Adlers. Don unserem ^.-Berichterstatter. Warschau, Ende Dezember 1932. Auch an dieser Jahreswende muß ungeachtet der Tatsache, daß in das alte Palais Brühl am Sächsischen Platz in Warschau ein neuer Außenminister eingezogen ist, die Feststellung gemacht werden: In der polnischen Politik Deutschland gegenüber ist keine Aenderung erfolgt. Za- teski hat am Vortage seines Rücktritts diese Politik kurz so gekennzeichnet: „Polen steht unerschütterlich auf dem Standpunkt der Friedensverträge und verlangt deren restlose Erfüllung. Die Festigung des Friedens und die Erhaltung der gegenwärtigen Grenzen sind die Hauptforderungen unserer Außenpolitik. Hinter ihnen steht das ganze polnische Volk ohne Ausnahme. Ihnen kann keine Regierung, kein Außenminister untreu werden, oder er verrät die helligsten Interessen des Volkes." Für Polen gibt es keine Revisionsfrage. Die von Deutschland aufgeworfene Frage einer Grenzrevision, namentlich der deutsch-polnischen Grenze, ist für Polen „unter keinen Um- ständen, in keinerlei Hinsicht und zu keiner Zeit" Lis.ulab LCbg ei h gerade in maßgebe dsten Kr i= sen die Lleberzeugu.cg begeht, Deutschland werbe weiterhin „das Zerstörungswerk an Versailles fortsetzen" und die allgemeine Wirtschaftskrise dürfte die Auflockerung uej Versailler Vertrages eher begünstigen, so wird dennoch nichts versäumt, der Oeffentlichkeit durch allerlei Kanäle in folgerichtiger, oftmals sogar hemmungslos anmutener Weise einzuträufeln, daß die Rach- kriegsverträge, insonderheit der Vertrag von Versailles, Ewigkeitsgehalt besitzen, unantastbar und unabänderlich sind. Das ist ein unumstößliches Axiom, auf em die Unabhängigkeit es polnischen Staates aufgebaut ist... Um Deutschland am Aufbau einer militärischen Machtposition zu hindern, erblickt Polen in dem Versailler Grundsatz der Ungleichheit eine Garantie seiner Sicherheit: Je länger die Ungleichheit, desto dauerhafter er augenblickliche Zustand. Darum besteht die wichtigste Aufgabe der polnischen Außenpolitik in der Abwehr der deutschen Revisionsbestrebungen, ganz gleich w welcher Gestall sie zum Ausdruck kommen. In dieser Zielrichtung liegt beispielsweise der Nichtan ° ariffsoertrag mit Sowjetrußland, der hier mit besonderer Genugtuung als Stärkung eigener Position gegen Deutsch'and gebucht wird. Eine kriegerische Auseinandersetzung mit Deutschland gilt in Polen als unvermeidlich. In dieser H.nsicht gibt es zwei Trostthesen. Die eine: Je schneller diese militärische Ausein- airdersetzung kommt, desto günstiger er Ausgang. Die zweite: Je später der Krieg mit Deutschland, d e st o schwächer die Lebendigkeit des deutschen Gedankens an die verlorenen Gebiete. Indessen herrscht heut« die von einem innigen Wunsch getragene Meinung, daß infolge des innerpolitischen Chaos das Reich geschwächt und die „deutsche Gefahr" geringer ist. Nicht zuletzt wird auch in weiterer Folge die Loslösung von dem wirtschaftlichen Einfluß Deutschlands angestrebt. Der neue Zolltarif bietet der Regierung eine ausgezeichnete Handhabe, dieses „Befreiungswerk" wirkungsvoll fortzusetzen. Oie Spannung an der Adria. Wieder ein venezianischer Löwe in Dalmatien ze. stört. Rom, 29. Dez. (SU.) Das halbamtliche „Gior- nate d' Italia" veröffentlicht eine weitere briefliche Meldung aus S p a I a t o, der zufolge am 21. Dezember im Dorfe Sini in der Rähe von Spalato wiederum ein venezianischer Löwe zerstört toure. Ein Soldat in Uniform soll im Angesicht er Wache den Markuslöwen, er an der Mauer eines jetzt als Kaserne bienen» en Gebäudes angebracht toar, mit einem Hammer beschädigt haben. Tags daraus habe der Gemeinderat den Löwen unter dem Vorwand der sicheren Aufbewahrung in ein Magazin entfernen lassen. Der eimit beauftragte Gemeindebeamte habe dabei solchen Eifer gezeigt, daß er die schwere Steinplatte fallen ließ, wobei sie in Trümmer ging. Deutschliationale Forderungen zur Erhaltung des Mittelstandes. D e r I i n, 28. Dez. (Sil.) Die Mitteilungeen der Deutschnationalen Dollspartei fahren mit der Veröffentlichung er auf der letzten Vorstands- sihung er DRVP. angenommenen Richtlinien für die Behebung er deutschen Rot fort und bringen die folgenden deutschnationalen Forderungen zur Erhaltung des Mittel" st a n d e s. Der durch das sozialistische System verursachte Wirtschaftszersall hat auch die gesündeste und notwendigste Wirtschaftsschicht, die der selbständigen kleineren und mittleren Betriebe der Landwirtschaft, der Industrie, es Handels und des Handwerks, sowie die freien Berufe ergriffen. Mit der Vernichtung der mittel- ständischen Wirtschaft zerstört dieser Prozeß die Fundamente des gesamten Wirtschaftsbaues. Die ilrsachen der Rotlage sind'die Vernichtung des Betrieb s- kapitals und der Reserven durch die Inflation, die Zerstörung der Rentabilität, die Abwertung der Reolvermögen und die dadurch wachsende Verschuldung und Zinslast als Folgen der finanziellen ileberbc- lastung der Betriebe und der Deflations- Politik. Wichtigste Forderungen s nd dcller: Wiederherstellung einer ausreichenden Rente durch Abbau der Belastungen und ge- sune Preisgestaltung, ferner nationale Kapitalbildung, Regelung der Schu'.dverhältnisse und des Schuldend ienstes und Wiederherstellung der Werte des Realvermögens. Rentabilität und Kapitalbildung sind gleichzeitig Voraussetzungen für eine bleibende Senkung des Zinsfußes und für eine befriedigende Lösung der Lohnfrage, sowie für die Sicherung der sozialen Fürsorge. In einer dem Reichskanzler am 24. Oktober 1932 überreichten Denkschrift über Maßnahmen zum Schutze des gewerblichen Mittelstandes von Industrie, Handwerk. Handel, Gewerbe undHaus- besih hat die Deutschnationale Vollspartei eingehende Vorschläge für ein umfassendes Hilfswerk an die Reichsregierung gelangen lassen. Darunter sind zu nennen: La- stensenkung bedingt eine Steuerreform, die die Besteuerung nach dem Ertrage und nicht aus dem Vermögen zum Grundsatz erhebt. Die Deutschnationalen schlagen die sofortige Senkung der Hauszins st euer aus die Hälfte, die Einbeziehung der restlichen Hälfte mit 30 v. H. in das System der Steuergutscheine und eine Verkürzung der Frist bis zur völligen Abschaffung der Hauszinssteuer vor zwecks Belebung des Baumarktes. Der Umbau der Filialsteuer und die Erleichterung der Umsatzsteuer sollen die wirtschaftlich geschwächten Betriebe vor Zusammenbruch bewahren. Ferner ist der gewerbliche Mittelstand vor der unlauteren Konkurrenz der werbenden Betriebe der öffentlichen Hand und der öffentlichenRegiearbeitzu schützen. Eine alte deutschnationale Forderung ist die Beseitigung der ©teuerptibilegien derartiger Betriebe. Die Konsumvereinsbewegung ist aufzuhalten, Handelspolitischer Schutz gegen Unterbietungen und Schleuder- konkurrenz des Auslandes zu gewähren. Die Ausfuhr ist durch steuerliche Maßnahmen zu fördern, die Einfuhr zu erschweren. Vor altem ist aber dafür Sorge zu tragen, daß die Kredit- n o t der mittleren und kleinen Betriebe alter Wirtschaftszweige behoben und ihr Betriebsmittelbedarf zu mäßigen Zinssätzen befriedigt wird. Hierher gehört auch die Schaffung eines Entschuldungsplanes lür mittel ständische Betriebe aller Zo.ige mit Vollstreckungsschuh und Konsolidierung kurzfristiger Schulden unter tragbaren Bedingungen. Endlich wiederholen wir die Forderung nach einer ausreichenden Vertretung für den gewerblichen Mittelstand in der Reichsregierung. Oer Mord an dem SA -Truppsührer Deutsch. Dresden, 28. Dez. (TU.) Am Dienstag hatten Canbtagsabgeorbnete verschiedener Parteien in ber Angelegenheit bes ermordeten SA.-Mannes Hentsch beim Justizminister Dr. Mansfeld und beim Innenminister Richter vorgesprochen. Beide Minister sicherten den Abgeordneten streng st e und beschleunigte Durchführung ber Untersuchung zu. Einzelheiten über das Verfahren und die bisher gemachten Ermittlungen konnten aber die Minister angesichts der Gefährdung der Untersuchung nicht geben. Unter dem Verdacht des Mordes an dem SA -Truppführer Hentsch stehen der SA.-Sturmführer Schenk, der Hentsch am 4. November spät abends an einen bestimmten Platz bestellt hatte, sowie der 22 Jahre alte SA.-Mann und Telegraphenbauhandtoerker Fränkel aus Dresden und der 22 Jahre alte berufslose SA.-Mann W o i c i k aus Dresden. Alle gehörten dem Nachrichtensturm ber Dresbener SA. an unb verschwanden nach ber Tat ins Auslanb. Dazu wirb von ber sächsischen Staatsregierung folgenbe Erklärung veröffentlicht: Nachdem nunmehr die Leiche bes ermorbeten Nationalsozialisten Hentsch geifunben worden ist, wird ber Oeftentlichkeit zur Vermeibung von irrigen Auffassungen mitgeteilt: Die- Staatsanwaltschaft hat unmittelbar, nachdem ihr die Akten, die bis dahlli das Kriminalamt in Verwahrung hatte, am 18. November zugegangen waren, mit Nachdruck die Ermittlungen betrieben, auch Haftbefehl gegen die vermutlichen Täter erwirkt und sich gel vei ? L tret Do n a nur (Sri Bei in m i [an soll d e r ii Vi toe A v e un m< Lö tot sä' bc R la r t V s be sch li QI N 3- m N to ch fr n sc. h l i e t s I < C- 1 1 Steckbriefe erlassen Sie hat In Erfahrung gebracht, daß die Beschuldigten bald nach der Tat ins Ausland geflüchtet roarcn und weih feit längerer Zeit, wo sich diese jetzt auf-halten. lieber die Ausführung der Tat und die weiteren Zusammenhänge werden eingehende Erörterungen angestellt. Seit der Auffindung der Leiche ist außer dem beschuldigten Bormann noch ein Bruder der Braut des Beschuldigten Schenk, der 21 Jahre alte Maschinenschlosser Eugen Beyer aus Cosmannsdorf, festgenommen worben Die Sektion der Leiche erfolgte am Mittwoch im Amtsgericht Dippoldiswalde durch Geheimrat Prof Koppel- Leipzig Don der Untergruppe Dresden der NSDAP. wird zu der Ermordung des 621.- Mannes Hentsch mitgeteilt: Die Untergruppe Dresden stellt fest, daß von ihrer Seite aus alles geschehen ist, um den Fall aufzuklären. Die Ergebnisse aller Ermittlungen, die unabhängig von den polizeilichen Maßnahmen seitens der 621.- Führung angestellt toorden sind, find unverzüglich den zuständigen Polizeidienststellen zur Verfügung gestellt toorden. Nur aus Nüctsicht aus die Familie des Truppführers Hentsch ist davon abgesehen toorden, die Nachforschungsergebnisse in die Presse zu bringen. Außerdem liegt der Fall auch heute noch völlig im Dunkeln, so daß es nicht möglich ist, mehr als Vermutungen zu äußern. Der „F r e i he i t s k a m p f" . das nationalsozialistische Organ für den Freistaat Sachsen, schreibt zu dem Fall: „OBir haben dazu nur zu erklären, daß auch uns sehr viel daran liegt, den Fall baldigst aufgeklärt zu wissen, damit ein Verbrechen, an dem nach dem Befund wohl nicht mehr gezweifelt werden kann, schnellstens seine ordentliche Erledigung findet und den Gegnern der Grund genommen wird, gegen unsere Bewegung eine neue Hetze zu betreiben, durch die der immer offener zutage tretende marxistische Zusammenbruch hinausgeschoben werden soll." Frankreich und die österreichischeAnleihe "Paris. 28. Dez. (Havas.) Der Auswärtige Ausschuß des französischen 6enats gab feine Zustimmung zu der Negierungsvorlage ü die Gewährung der neuen österr < chi - schon Anleihe, jedoch unter gewissen politischen und diplomat scheu Vo r behalt en. 3n der Tiskussion war von sämtlichen Rednern darauf hingewiesen worden, wie notwendig es für Frankreich sei, über die Politik Teutsch- lands und Italiens in der Anschluß - f rage genau unterrichtet tu sein. Auch wurde betont, daß man Oesterreich neue finanzielle Garantien nur bewilligen könne, wenn man dafür entscheidende politische Garantien von Oesterreich eintausche. Ministerpräs Lent Paul-Doncour erklärte, dos politische Interesse an der geplanten Anleihe bestehe ja gerade in der neuerlichen Bestätigung des Protokolls von 1 922 durch Oesterreich Serrioi und die Radikalen Pa r i s, 29. Dez. (WTB. Funkspruch.) Wie „Ma- tin" mitteilt, macht Herriot 17 radikalen Abgeordneten i h r Verhalten in der Schulden- frage zum Vorwurf und erklärt, daß er nicht mehr an den Beratungen der Kammerfraktion teilnehmen werde, solange nicht eine eingehende Untersuchung durchgeführt worden fei. Der Vorstand der Radikalen Partei soll sich gestern abend grundsätzlich für diese Untersuchung ausgesprochen haben, Herriot wirft unter anderem dem Abg. D e r g e r y vor, beim englischen Botschafter Auskunft eingeholt zu Haden, während die Aussprache in der Kammer bereits im Gange war. Seinen Kollegen habe Bergery einen irreführenden Bericht erstattet Aus aller Well 13 Todesopfer einer Schlagwetterexplosion im Fünfkirchener Lteinkohlenqelriel. Budapest, 29. Dez. (WIB. funkspruch.) 3m fünfkirchener Steinkohlengebiet (Ungarn) hat sich gestern in einer Grube bei Ragymanyok eine k a - tastrophale Schlagwetterexplosion ereignet. 13 Bergleute wurden getötet, ein Bergmann lebensgefährlich verletzt Theaterzwischenfall in Berlin 3m Deutschen Theater in Berlin kam es bei der Aufführung des Schauspiels „Gott Kaiser u nd Bauer" von 3 H a y zu einem Zwischensoll. Eine Reihe von.Zuschauern gab seinem Mißfallen über das Stück durch lautes Pfeifen Ausdruck. Auf Veranlassung der Direktion wurden zehn Personen durch das herbeigerufene Ueb/rfallfommanbo aus dem Theater entfernt; weitere Zuschauer wurden verwarnt. Die Vorstellung konnte dann fortgeführt werden. Die „Germania" richtet mit Entschiedenheit die Forderung an alle maßgebenden Stellen, dafür Sorge zu tragen, daß dieses Stück umgehend vom Spielplan verschwindet im Interesse aller aufbau- und ordnungswilligen Kräfte im Staat und im 3ntereffe des religiösen Friedens Die verschollenen australischen flieger gerettet. Die beiden seit mehreren Tagen vermißten australischen Flieger, die beim Aufsuchen einer Goldmine im Gebiet der Lioeser-Gebirgskette spurlos verschwanden, sind, wie aus Melbourne gemeldet wird, nad) abenteuerlichen Strapazen in Cook eingetrofsen eie mußten in einem völlig verlassenen Gebiet eine Notlandung vornehmen, wobei sich das Flugzeug überschlug und beschädigt wurde. Erst nach mehreren Tagen, diente fast ohne Nahrungsmittel verbrachten, gelang es ihnen, die Maschine mit Baumzwelgen soweit wieder herzu« itellen. daß sie nach Cook fliegen konnten Von Salzmassen verschüttet. — lot geborgen. 3m Werk Oppau bei Ludwigshafen wurde der 52 3ohre alte verheiratete Arbeiter Gg Schmidt aus Böhl durch Salzmassen verschüttet. Obwohl sich seine Kollegen im Verein mit der sofort alarmierten Fabrikfeuerwehr unverzüglich daran machten, den Verschütteten auszugraben, konnte der Verunglückte doch nicht mehr lebend geborgen werden Jugendlicher Falschmünzer in Kassel verhaftet. Die Kriminalpolizei verhaftete in Kassel zwei junge Leute im Alter von 19 Jahren, die in ihrer Wohnung eine Falschmünzertoerk- st ä t t e betrieben hatten. Sie haben eingestanden daß sie in der letzten Zeit insgesamt etwa 4000 Stück falsche 50-Pfennig-Stücke hergestellt haben die sie zum größten Teil in Süd- deutfchland absetzen konnten. Wechsel in der Leitung der Berliner Staats-Kunstschulen. Der Architekt Prosessor Hans P o e l z i g ist vom preußischen 3nnenminifterium auf Vorschlag der Akademie der Künste mit der Leitung der Berliner Kunstschulen kommissarisch beauftraat morbm Professor Bruno Paul, der namhafte Architekt und Kunstgewerbler, ist von der Leitung der Vereinigten Berliner Staatsschulen für angewandte Kunst, der er 25 3ahre Vorstand, zu-'ickgetreten Mazevomerschiacht in Sofia Feuergesecht mazedonischer Parteigänger vor dem Budapest, 28. Dez. (CRB.) Wie der „Bester Lloyd" meldet, kam es heute vormittag vor dem königsschtoh in Sofia zu einem schweren Feuergefecht zwischen den beiden verfeindeten Flügeln der mazedonischen Organisationen. Gegen 10 Uhr, als der Präsident der Sobranje zum König gerufen wurde, um mit ihm über die Lösung der Regierungskrise zu beraten, stießen zwei starke Gruppen der Mazedonier vor dem Schloß aufeinander. Ueber die Zusammenstöße wird folgende authentische Darstellung gegeben, aus der hervorgeht, daß es sich hierbei um einen neuen Anschlag des mazedonischen Bruderkampfes handelt und mit dem Rücktritt des bulgarischen Gesamtkabinetts nicht im Zusammenhang steht Danach wurde am Mittwoch gegen Mittag aus den Schriftleiter Simeon E s t i m o f f, des Hauptorgans der mazedonischen (Emigration „Makedonia", ein Anschlag verübt, der in eine förmliche Strahenschlacht ausartete Als (Eslimofs den Platz vor dem königlichen Schloß beschritt, in dem gerade der König mit dem Präsidenten der Kammer die durch den Rücktritt der Regierung geschaffene Lage besprach, eröffneten zwei Männer in Jägerkleidung aus den Hauptschriftleiter ein Schnellfeuer aus Pistolen und Jagdgewehren und verletzten ihn schwer. Die Leibwache (Eftimoffs, die ihn stets zu begleiten pflegte, erwiderte das Feuer. 3n diesem Kreuzfeuer wurden vier zufällig vorübergehende Personen schwer verletzt. von den Attentätern flüchtete einer in den nahen Stadtpark und setzte dort das Feuer gegen seine । bulgarischen KönigSschloß. Verfolger fort. (Er konnte aber fest genommen werden (Ein weiterer Attentäter lief über den um die Mittagszeit stark belebten Boulevard „Zar- besreier" und schoß wild um sich. (Ein zufä lig des Weges kommender Offizier brachte ihn schließlich zu Fall, wobei der Altentäler einen Revolver und zwei Handgranaten verlor. Bei dem versuch, die Flucht sortzusehen, wurde er von einem Schutzpolizisten durch zwei Schüsse niedergestreckt und konnte in schwer verletztem Zustand verhaftet werden Bei der Schießerei erhielt ein Polizeibeamter einen Kopfschuß, durch den er sofort getötet wurde. Ferner wurde im benachbarten Kriegsministerium ein am Fenster st ehender Beam- t c r durch eine verirrte Kugel ins Herz getroffen, so daß insgesamt zwei Todesopfer und sechs Schwerverletzte das (Ergebnis dieses neuesten Anschlages des mazedonischen Bruderkampfes ist. Die eine Gruppe bestand aus Anhängern Mihaj- l o w s, die andere aus protogerowisten. Am der Polizei nicht auszufallen, hatten sich die Anhänger der Protogerow-Gruppe als Jäger verkleidet, die Jagdhunde {nit sich führten. Das Kabinett Muchanoff zurückgettelen Sofia, 28. Dez. (WTB.) Ministerpräsident Muchanoff hat heute die Demission seines Kabinetts eingereicht Der König hat die De- Mission angenommen und das scheidende Kabinett mit der Führung der Geschäfte beauftragt. Noch im Laufe des Vormittags hat der König de» Präsidenten der Sobranje, Malinofs, zu sich gebeten, um mit ihm die Frage der Bildung eines Kabinetts durchzusprechen Aus der Provmzialyauplstadt. Winterhilfe und Volksgemeinschaft. Prof. Dr. Rauecker. Winterhilfe ist zu einer gebieterischen nationalen Pflicht geworden. In allen Teilen unseres Vaterlandes haben daher die Organisationen der privaten Wohlfahrtspflege zu tätiger Mitarbeit aufg:rufen; überall toer en Kräfte mobilisiert, Hilssqueilen erschlossen, um zur Linderung der Not breiter Volksschichten angeseht zu toerden. Auch j)ie Reichsregierung hat ihre Mitarbeit an diesem sozialen Werk nicht versagt Sie hat, wie bekannt, mit größter Beschleunigung gehandelt und bereits vor Weihnachten zusätzliche Mittel für die Winterhilfe bereitgestellt. Drei Monate hindurch, von Januar bis März, werden damit alle Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosen- und Krisenunterstühung und in der öffentlichen Fürsorge, ferner bedürftige Empfänger von Zusahrente nach dem Reichsversorgungsgesetz. insbesondere also Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene, verbilligte Lebensrnit- tel und Brennstoffe erhalten. 35 Millionen werden hierfür von der Reichskasse aufgebracht.^ Von dieser Aktion, die über den Umfang der vorjährigen Reichshilfe hinausgeht, werden rund sieben Millionen Menschen erfaßt. Darüber hinaus sind im Rahmen des Notwerks der deutschen Jugend, wie es im We hnachtsaufruf des Reichspräsidenten und der Reichsrcgierung angekündigt wurde, für die gemeinsame Verpflegung jugendlicher Arbeitsloser weitere 4 Millionen vorgesehen Die Reichsregierung Hai f.cy nut dieser Hilfsmaßnahme den Reihen der unermüdlichen Helfer angeschlossen, die aus Mitteln der privaten Wohlsahrtspslege seit Jahren den Aermsten der Armen Winter sür Winter zur Seite stehen. Sie hat damit zur Ausdruck gebracht, daß für sie nicht nur die Grundsätze der Staaksraison, sondern ebenso sehr die Prinzipien des sozialen Ethos und tatbereiter Menschenliebe maßgebend sind, wenn es gilt, bedrängte Volksgenossen vor bitterster Rot und Verelendung zu bewahren. Kein Zweifel, die Regierung ist mit dieser Tat dem Volk erheblich nähergerückt. Durch ihr beschleunigtes, von sozialem Verantworkungs- bewußtsein getragenes Handeln hat sie die gequälten Herzen von Hunderttausenden erwärmt. Das Wort von derGemeinschastzwischen Regierung und Volk, zwischen Führung und sreiwilliger Mitarbeit, ist in der Wohlfahrtspflege kein leerer Wahn, keine hohle Phrase mehr. Soziales Handeln, wie es in diesen und ähnlichen Maßnahmen zum Ausdruck kommt, entspricht der Grundeinstellung der Reichsregierung. In seiner Rundfunkrede vom 15. Dezember hat Ixt Reichskanzler das unzweideutig zum Ausdruck gebracht mit den Worten, «... es ist etwas Diel verlangt, in dieser schweren Krisen zeit freudige Mitarbeit zu verlangen, und doch weih ich. daß beim deutschen Voll auch dies möglich ist, wenn bei allen notwendigen Anordnungen der soziale Gesichtspunkt berücks chtigt wird". Namentlich aus dem Wege der Gegen- seitigkeitshilse, wie die Winterhilfe sie darstellt, kann dazu beigetragen werden, Mißtrauen und Zweifel zu beseitigen und den Gedanken der Gemeinschaft zwischen Regierenden und Regierten zu fördern. Ist es vermessen, zu hoffen, daß der Volksdienst der Winterhilfe, in der die Regierung gleichsam nur den „primus inter pares", den ersten unter sonst gleichwerten und gleichberechtigten Hilfsbereiten darstellt, der Ausgangspunkt sein könnte für eine neue Aera des Vertrauens? Und nicht zu vergessen: Hinter der Winter- hilse steht der Reichspräsident, der erst unlängst wieder in einer Unterredung mit den Führern der Christlichen Gewerkschaften seine Volksverbundenheit erneut zum Ausdruck gebracht hat. Seine Aufzeichnung, die er der Deutschen Liga für freie Wohlfahrtspflege hat zugehen lassen, ist kein Lippenbekenntnis: „Die Not muß alles Trennende überwinden. Wer dem Ruf der Winterhilfe „Wir wollen helfen" folgt, der schafft neue Hoffnung und neuen ©laubcn an Volk und Vaterland." Bei diesem Merk also, an dem Reichspräsident, Regierung und öffentliche Körperschaften sowohl, wie private Organisationen und Einrichtungen gleichermaßen schaffen, darf keiner zurück st eh en. Cs ist nationale Pflicht keiner darf an der Abwehr- front gegen Not und Elend fehlen! (Sicf,.ner Wochen Marktpreise. ® jeßen, 29. Dez. Cs kosteten auf dem heu- tigen Mochenmarkt Süßrahmbutter 120, Land- butter HO- 120 Pf. das Pfund, Kochbutter von 80 Pf. an, Matte 25-30 Pf. das Psd., Käse 5—10, (Sier, aust. 12-14, inländische 13—14 Ps das Stück, Wirsing, gelb 8—10, grün 12, Weiß- traut 6—8, Rotkraut 8-10, Gelbe Rüben 8—10, Rote Rüben 8- 10, Spinat 20, Unter-Kohlrabi 6-8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25, Feldsalat 100. Zwiebeln 10, Meerrettich 35—50, Schwarzwurzeln 25—30, Kartoffeln 3, Aepsel 18—30, Dörrobst 35 40, Honig 40- 45, Nüsse 35—40. Gänse 70 80, Enten 80—90 Ps. das Psd., Tauben 40 bis 60. Blumenkohl 40 60. Endivien 10- 15. Lauch 5-10, Rettich 10-15, Sellerie 10—30 Pf. das Stück. Kartoffeln 2.50 Mt. per Zentner Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Damen-Altersoereinigung 1883—1933, 20 Uhr, im Kühlen Grund", Besprechung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. „Wie sag' ich's meinem Mann". — Astorta-Lichtspiele, Seltersweg, „Rothaut". •• Neujahrsspende durch Wohl- fahrtsbriesmarken. Die Deutsche Not- Hilfe schreibt. Zu Beginn des neuen Jahres helfe jeder mit ein paar Pfennigen den vielen Notleidenden dieses Winters, indem er seine Neujahrskarten und -briefe mit Wohlfahrtsbriefmarken frankiert. Die Marlen zu 4, 6, 12, 25 und 40 Pf. mit kleinem Wohlfahrtsaufschlag find nach dem In- und Auslande gültig wie gewöhnliche Briefmarken. ** Der neue Leiter der Heilanstalt bei Heppenheim. Der Medizinalrat Dr. Wilhelm Sch m e e I wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1933 an mit der Amtsbezeichnung „Obermedizinal- rat' zum Direktor der Landes-Heil- und Pflegeanstalt bei Heppenheim ernannt. ** Abbruch in der oberen Bahnhofstraße. Gegenwärtig find Abbruchsarbeiten an dem Schuppen in der oberen Bahnhofstraße neben dem früheren „Felsenkeller", auf dem Grundstück von Wetterhahn, an dem Wege von der Bahnhofstraße zur Unterführung der Wieseck, im Gange. Der Schuppen war in der ersten Hälfte der Kriegszeit errichtet worden und diente damals zur Abfertigung der Paketpost für die in Gießen internierten Kriegsgefangenen. Nach dem Kriege wurde der Schuppen von Herrn Kaufmann Leopold Mayer zur Lagerung von Materialien gemietet. Einer Aufforderung des Stadtbauamts entsprechend, wird das Bauwerk beseitigt, um dem Straßenbild an jener Stelle ein besseres Aussehen zu verschaffen. Die Abbruchsarbeiten dürften voraussichtlich noch in dieser Woche beendet werden. Eine Bebauung des Grundstückes ist zur Zeit noch nicht vorgesehen. ** Leichenländung aus der Lahn. Gestern vormittag wurde aus der Lahn in der Nähe der Bootshäuser eine männliche Leiche geländet. Ter Tote hat offenbar schon lange Zeit im Wasser gelegen, denn seine Persönlichkeit war bei der Ländung unkenntlich. Bemühungen zur Identifizierung sind zur Zeit im Gange. Oberbeffen. Paratyphus Epidemie erloschen. * Schotten, 28. Dez. Das Kreisamt Schotten bringt im Einvernehmen mit dem Kreisgefundheils- amt zur öffentlichen Kenntnis, daß die Paratyphus-Epidemie in den Gemeinden S i • chenhaufen und K a u 1 st o ß dank der getroffenen Maßnahmen und der verständnisvollen Mitarbeit der Bevölkerung als erloschen zu betrachten ist Gemeiner Baumfrevel im Kurpark Salzhausen. * Bad Salzhausen, 28. Dez. Kurz vor Weihnachten haben bis jetzt noch unbekannte Täter auf dem Raben st ein im hiesigen Äur«' park einem großen Teil der schönen Blaufichten die Kronen durch Ab- sägenae stöhlen. Vermutlich haben die gemeinen Baumfrevler die Spitzen der Bäume als Christbäume irgendwo auf den Markt gebracht. Die Kronen wurden in etwa 80 Zentimeter Höhe, von der Spitze an, abgeschnitten. Durch den Umfang des Frevels wurde das herrliche Parkstück am Raben stein empfindlich geschädigt. Landkreis Gietzen. x Wieseck, 28. Dez. Die Weihnachtsfeier des Frauenvereins wurde t>on Gedichten und musikalischen Darbietungen aus der Reihe der Kinder und Enkel der Mitglieder verschönt. Sie brachte außer der Ansprache des Orts- geistlichen eine Lichtbilderreihe „Die Frau im Dienste der Inneren Mission", cand. phil. Kling gab dazu die Erläuterungen. Eine Schattenbilderreihe zeigte noch „des Kirchenjahres Segensgang durch den Alltag des Lebens". Viel Freude bereitete eine Verlosung. 4 R^skirchen, 28. Dez. Der Gesangverein „Einigreit" hielt am zweiten Feiertag sein Wintervergnügen ab, das einen sehr harmonischen Verlaus nahm. Der erste Vorsitzende hielt eine Ansprache, und der im vergangenen Jahre neu- gegründete Gemischte Chor brachte unter Leitung seines Dirigenten Ehr. Möbus zwei Lieder zum Vortrag. Im weiteren Verlauf des Abends wurden ÄtDei Theaterstücke aufgeführt, die viel Beifall fanden. Gesangliche Darbietungen des Gemischten und Männerchores beschlossen den Abend. ch. Burkhardsfelden, 27. Dez. Gestern veranstaltete der Turnverein „Gut Heil" einen Theaterabend. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden Fr. Stumps wurden zwei Theaterstücke aufgeführt. Die Darsteller ernteten großen Beifall. Anschließend sand eine Weihnachts- Verlosung statt. Der Rest des Abends war dem Tanz gewidmet. 5 Lollar, 28. Dez. Der Turn- und Gesangverein (Dirigent: Ehrenchormeister (Eberle) veranstaltete im Saal der Gastwirtschaft „Zum Schwanen" feine Weihnachtsfeier. Mit einer Ansprache eröffnete der Vorsitzende Philipp Harb u sch den Abend. Ein altes Weihnachtslied für fünfstimmigen gemischten Chor, sowie ein „Hirtenlied in der Weihnacht" für vierstimmigen Frauenchor fanden den Beifall der sehr zahlreichen Zuhörer. Ein von Kmdern des Vereins gespieltes, von den Sängern Walter Müll e r und Hartmut (Eberle eingeübtes Weihnachtsmärchen und ein Theaterstück, eingeübt von Malermeister Ludwig Hettche, der auch die schönen Kulissen gemalt hatte, gefielen außerordentlich. Eine aus den Mitgliedern Schön, Ziegler, (Eberle zusammen- gestellte Kapelle trug Deihnachtsmusik vor. Eine Verlosung und eine Bescherung für die Kinder der Mitglieder beschlossen die Feier. I Oden Hausen (Lahn), 28. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag hielt der hiesige Gesangverein „ß t e b e r f r a n 3" in der Gastwirtschaft von Karber einen Familienabend ab. Der Vorsitzende Gottfried Fritz entbot den Willkommensgruß und gab in einer Ansprache einen kurzen Rückblick auf das letzte Vereinsjahr. Er hob hervor, daß der Verein gute Fortschritte zu verzeichnen habe, und gab der Hoffnung "usdruck, daß es trotz der Not Dir Zeit auch weiter vorwärts gehen möge. Bei Gesang, Humor und Verlosung verlebte man einige schone Stunden. v. Londorf, 28. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag hielt der Radfahrer-Verein Rabenau in der gut besetzten Volkshalle sein diesjähriges Wintervergnügen. Nach der Begrüßungsansprache des ersten Fahrlehrers, der aus die Bedeutung des Radsports für die Ertüchtigung der Jugend hinwies, kam ein Schauspiel zur Aufführung. Die Mitwirkenden verstanden es, ihre Rollen gut zu geben. Der Beifall war daher auch sehr stark. Anschließend legten die drei Riegen des Vereins Zeugnis ihres rad- ) j sportlichen Könnens ab. Den Höhepunkt bildete das Kunstfahren zweier Mitglieder, die auf einem Fahrrad Vorbildliches leisteten. Tanz und sonstige Abwechslung bildete den Abschluß des Abends. t Saasen. 28. Dez. Der Arbeitergejangoerem „6 ä n g er kränz" hielt unter der Leitung seines Dirigenten K. Volk (Großen-Duseck) im Saale von K. Schmitt II., Wwe. sein Wintervergnügen ab. Der Chor brachte zunächst einige Lieder zu Gehör. 3m Mittelpunkt des Abends stand die Aufführung eines vieraktiaen Theaterstückes, dem die Zuschauer mit groher Aufmerksamkeit folgten. Fräulein H. Kellner (Oicfren) sang einige Lieder und dann Im weiteren Verlaufe des Abends zusammen mit Herrn E. T a n k (Gießen), der seinerseits mit einem Baritonsolo aufwartete, zwei Duette. Der Chor des Vereins brachte ebenfalls noch einige Lieder zu Gehör. Die Darbietungen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. 4- ©rünberg, 28. Dez. Dom Landesverband hessischer freiwilliger Feuerwehren wurde dem zweiten Kommandanten der hiesigen 5 r e i billigen Feuerwehr. Fabrikant Carl Schmidt, das Hessische Ehrenkreuz verliehen. Herr Schmidt kann auf eine 35jährige aktive Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr zurückblicken, das Amt des zweiten Kommandanten hat er seit 25 Jahren inne. — Am zweiten Weihnachtsfeiertage hielt der hiesige Turnverein (2)1.) in seiner Turnhalle sein Winterfest ab, das recht zahlreich besucht war. In bunter Folge wechselten Steigen der Schülerinnen, Stabübungen und Körperschule der Turner. Keulenübungen und Tanzreigen der Turnerinnen miteinander ab, denen als Schluß ein Reckturnen der aktiven Turner folgte. Alle Darbietungen zeigten gutes Können und gute Schulung der Ausführenden und legten Zeugnis ab von der planmäßigen und erfolgreichen Arbeit, die im Turnverein geleistet wird. Auch ein gut zur Darstellung gebrachtes Theaterstück trug wesentlich zur Verschönerung des Abend» bei. O Holzyeirn, 28. Dez. Am 2. Weihnachts- tag hielt die „S o n n t a g s s ch u le" im vollbesetzten Dereinshaus der „Evangelischen Gemeinschaft" ihre Weihnachtsfeier ab. Der Gemischte Chor stellte sich unter Leitung von W. Engel in den Dienst der guten Sache. Der Ortsgeistliche Schmidt hielt eine Ansprache an die Kleinen und deren Eltern. Den Höhepunkt bildete die Vescherung der Dorschulpilichtigen und der Schulkinder. Die Kinder sagten Gedichte auf. — Der Jungdeutsche Orden, Bruderschaft Holzheim veranstaltete am Dienstagabend im ges mückten großen Rathiussaal eine W e i h n a ch t s f e i e r, die gut besucht war. Musikstücke, Gedichte und Gesänge, vorgetragen von Jugendlichen, umrahmten die Ansprache von cand. theol. Seipp (Gießen), des Leiters des Hessischen Heimatwerks für Oberhessen. Aach der Kaffeepause fand eine Verlosung statt. Die harmonisch verlaufene Feier schloß mit dem Deutschlandlied. Großmeister Z e i ß dankte allen, die sich um das Gelingen des Abends verdient gemacht hatten. ch G r ü n i n g e n, 27. Dez. Gestern abend hatte der Gesangverein „Eintracht" seine Mitglieder und Freunde zu einer Weihnachtsfeier eingeladen. Der geräumige Saal der Gastwirtschaft Dender vermochte kaum die zahlreich Erschienenen zu fa'sen. Aach einem Degrüßungslied eröffnete der erste Vorsitzende Adam Buß die Feier mit einer Ansprache. Anschließend folgten zwei Theaterstücke, die gut einstudiert waren und mit großem Geschick aufgeführt' wurden. Die Pausen wurden durch gut vorgetragene Chöre des Vereins und durch vorzügliche Musikvorträge einer Kapelle aus Watzenborn-Steinberg aus- g'füllt. Sämtliche Darb e!ungen ernteten verdientermaßen großen Veifall. Eine Verlosung bildete den Abschluß der schön verlaufenen Veranstaltung. • ® rüningen, 28. Dez. Der Turn-Ver- ein „Gut-Heil" - ©rüningen hielt am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Sing- und Turnhalle seine diesjährige Winterveranstaltung. Ein Prolog, von einer Turnerin gesprochen, leitete das Programm ein. Der 1. Vorsitzende Is - heim wies in seiner Begrüßungsansprache u. a. auf den Zweck und die Ziele der Deutschen Tur- nerschast hin und hob besonders die Ertüchtigung unserer Jugend hervor. Eltern und Verwandte konnten dann ihre Jüngsten, Schülerinnen und Schüler, bei den verschiedensten Aufführungen bewundern. Aach einem beifällig autgenommenen Theaterstück turnten die einzelnen Aiegen unter Leitung ihrer Turnwarte am Pferd, Barren und den Ringen. Sogar eine Turnerin lieh es sich nicht nehmen, mit den aktiven Turnern einige mutige Schwungübungen an den Ringen zu zeigen. Di« Turnerinnen zeigten mehrere Gruppen-, Stab- und Keulenübungen. Der Adam I s - heimsche Gesangverein half die Weihnachtsfeier durch den Vortrag einiger Chöre verschönern. Zwischen den turnerischen Vorführungen sorgte die Musikkapelle durch mehrere Konzertstücke für gute Unterhaltung. T Lich, 28. Dez. Unter außerordentlich starker Beteiligung seiner Mitg ieder und Sangesfreunde beging der Mannergesangverein „Cacilia" am zweiten Feiertagabend in der „Turnhalle" seine diesjährige Abendunterhaltung. Der Verein brachte unter der Stabführung von Chor- melfter Lehrer Ilge Butzbach in guter Weise Kompositionen von Kämpf, Othegraven, Reumann und C. M v. Weber zum Dortrag, die mit großem Beifall ausgenommen wurden. Eine luftige Volks- Operette ..Der Jäger aus der Pfalz" mit Musik von Richardy wurde von den öarftetlern vortrefflich gegeben und erntete, wie auch die übrigen Darbietungen, reichen Beifall. Die gut oorgetrage- nen Konzertstücke der Kapelle Einbrodt (Gießen) verdienen ebenfalls lobend erwähnt zu werden. Tanz beschloß die Feier. Kreis Lauterbach. WSR. Lauterbach, 28. Dez. Heute kurz nach 8 Uhr wurde in der Röhe des Bahnhofes Wallenrod im Gleise der Strecke Gießen—Fulda ein 22jähriges Mädchen aus Wallenrod tot aufgefunden. Das Mädchen hatte sich von einem Zuge überfahren lassen preutzen. Kreis Wetzlar. 0 Krofdorf, 28. Dez. In hohem Alter ver- starb hier der Landwirt Philipp Pfeiffer, Veteran von 1866 und 1870/71 und langjähriger Ortsgerichtsmann. Der Verstorbene und feine kürzlich verstorbene Schwester. Frau Pfeiffer aus Wehlar-Aiedergirmes, waren als ältestes Zwillingspaar Deutschlands bekannt. Roch im Juli dieses Jahres konnte das Paar seinen 68. Geburtstag vollenden. Aun hat der Tod die beiden Hochbetagten innerhalb einiger Wochen abberufen. Lin uralter bayerischer Dreikönigsbrauch. Das Sternsingen in Bischosswiesen bei Berchtesgaden. Zwischen Neujahr und dem Heiligen Dreikönigstag (6. Januar) gehen in den bayerischen Gebirgsgegenden Schulkinder als die drei Könige verkleidet von Haus zu Haus und fingen fromme Lieder Dieser Brauch, der tief ins Mittelalter zurückreicht, wird „Sternfingen" genannt SJi.-tfpori Spielvereinigung 1926 Leidgestern. Leihgestern I — Sondermannsch. „Eintracht" Ffm. 2:7 (1:3). Die Gäste zeigten ausgezeichneten Fußball. Die Elf spielte sehr einheitlich und mit ausgefeilter Technik Die Ballbehandlung war mustergültig. Sämtliche Tore fielen aus kurzer Entfernung. Die Gäste zeigten ein wirkliches Propagandaspiel. Die Frankfurter lagen sofort im Angriff. Leihgesterns Hintermannschaft bekam viel Arbeit. Immerhin dauerte es zehn JHt.inten bis das erste Tor fiel. Der Mittelanstoß wurde sofort wieder abgefangen und nach flacher Kombination fiel das zweite Tor. Jetzt tauten die Leihgesterner auf, sie strengten sich sichtlich an, die ruhig spielende Hintermannschaft der Gäste vereitelte aber jeden Erfolg. Im Anschluß an einen Strafstoß konnte der Mittelstürmer. nach unglücklicher Abwehr des Torhüters das erste Tor für Leihgestern erzielen. Fünf Minuten später hatten die Gäste am 3:1 erhöht In der zweiten Halbzeit bri.lierten die Gäste mit ihrem Flachpaß, die Spieler standen immer geschickt frei, in regelmäßigen Abständen fielen weitere vier Tore. Leihgestern gab den Kampf noch nicht verloren, hielt vielmehr das Spiel offen, und konnte sogar auf 6:2 verkürzen. Bei diesem Ergebnis blieb es aber nicht lange und die Gäste stellten mit einem weiteren Tor die alte Differenz wieder her Schiedsrichter Michel (Gießen) leitete gut -ü. s. x.etiü). Lich I — Sondermannsch. „Eintracht" Asm. 2:8. Dor etwa 300 Zuschauern kam am zweiten Feiertag unter der sicheren Leitung von Schiedsrichter Kunze das mit Spannung erwartete Treffen der 1 Elf gegen die Sondermannschaft zum Austrag. -Trotz der sehr schlüpfrigen Platzverhältnisse erfüllten die Gaste alle Erwartungen Es bedeutete ein Vergnügen, zu beobachten, mit welch exakten Kombinationszügen der Gästesturm immer wieder vor das Tor der Rafenfpieler kam, um dann aus nur jeder denkbaren Lage zum Torschuß anzusetzen Als die Gäste kurz nach Halbzeit etwas zurückhaltender spielten, tarnen die Rasenspieler durch schon angelegte Angriffe zu ihren Gegentreffern. Am ersten Feiertag trat eine kombinierte Mann- schäft gegen Ettingshausen I an. Auch dieses Spiel wurde unter der guten Führung von Schiedsrichter Böcher in fairer Weife ausgetragen. Die körperlich schwächeren Ralenspieler fanden sich mit dem glatten Boden viel besser ab als die Gäste und schufen dadurch vor dem Gästetor heikle Situationen, die auch sechsmal zu Torerfolgen führten.' Öonöbali im Laßn Oünsderg Gau Tv. Allendors (§aum ister 1932. Aachdem die Mannschaft des Turnveveins Allendors (Lda.) im letzten Abschnitt der Aach- runde durch ihre konstante Form die Spitze der Tabelle übernommen hatte, ist es ihr gelungen, durch einen 3:1-Sieg in Lollar wiederum die Meisterschaft im Handball zu erringen. Lollar - Allendors 1:3 (1:2) Das Spiel sah dte glücklichere Mannschaft als Sieger. Die ersten Minuten sah man die beiden Mannschasten reichlich nervös. Schließlich übernahm Lollar durch einen scharfen Schuß die Führung. Die Gästemannschaft erreichte bald den Ausgleich und übernahm ihrerseits die Führung. Die beiden Erfolge für die Gäste hätte der Tormann von Lollar halten müssen. Aach dem Wechsel spielten die Gastgeber nur mit 10 Mann, trotzdem hielt sich die Mannschaft sehr gut und das Tor der Gäste kam öfter in Gefahr. Erst kurz vor Schluß stellte Allendors mit dem dritten Tor den Sieg sicher Lollar II — Allendors II 0:0. Die Platzbesiher hatten bei diesem Spiel nur 10 Spieler zur Stelle, hielten sich aber trotzdem recht gut. Daß der eine Punkt za Haus« blieb, hatten die Lolkarer ihrem ToHnann zu verdanken. Waldgirmes 1 — Garbenhelm 1:4 (1:2). Die Playdesitzer sau e.. s.a) soiort gut zusammen und gingen bereits in der 5. Minute durch ein schönes Tor in Führung. Die Mannschaft blieb weiter überlegen und brachte das Tor der Gäste mehrfach in Gefahr. Die Elf von Waldgirmes kam aber dann doch besser auf und erzwang zunächst offenes Spiel, dem im weiteren Verlauf starke Feldüberlegenheit folgte. Garbenheim erzielte den Ausgleich und ging zur Pause noch in Führung. Aach dem Wechsel gestaltete sich das Spiel wieder verteilter, brachte den Gästen zwei Tore, die Platzbesiher gingen leer aus. Kurze (Hportnotizen. Ei nen schönen Erfolg erzielte der Berliner Schlittschuklub am zweiten Weihnachtsfeiertage im Eishockeykampf gegen die Kanadier, indem er ihnen ein Unentschieden von 1:1 (0:1, 0.0, 1:0) abrang. DerSchavvlabdesMball-Länderkainpfes Das Stadion Littoriale in Bologna, das schönste italienische Stadion, wo am Neujahrstas die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen die Fußball-Els Italiens antrüt - Schön-Buschenhagen gewannen am zweiten Weihnachtsseiertag in Frankfurt das Dreistun- den-Mannschaftsrennen vor Göbel-Pijnenburg. A» achter Stelle endeten mit drei verlorenen Runden Rausch-Hürtgen. Einen zweiten Sieg errangen die Saarbrücker Sportfreunde auf ihrer Frankreichreise, indem sie den FC. Mülhausen 4:3 besiegten. e Um den Spengler-Pokal begannen am Dienstag in Daoos die Spiele. In den beiden Spielen des Tages siegte EHC. Davos 5:0 über Cambridge, LTC. Prag über den Akademischen SC. Zürich mit 4:0. 21 u f dem Rießersee kam am Dienstag ein Eishockeykampf zwischen dem FC. Garmisch und Preußen Berlin zum Austrag, den die Berliner mit 1:0 für sich entscheiden konnten. • Seine Zahlungen e l n g e ft e 111 hat der SC. Rotweiß Frankfurt der sich seit dem vergange- nen Jahre in schwerer Verschuldung befindet. Der WAC. Wien ficate am Mittwoch in seinem dritten westdeutschen Gastspiel in Bonn gegen ein. Stadtelf 8:2. Die Wiener spielen am 1. Januar in Mannheim und am 6. Januar in Stuttgart. ♦ Kanada gegen Kanada lautete die Parole der am Dienstag im Berliner Sportpalast ausgewogenen Eishockeykampfes. Die „Edmonton-Superiors" standen der Mannschaft der in Paris lebenden Kanadier gegenüber und siegten 3:0, nachdem sie in Paris verloren hatten. Abgesagt wurde das für Mittwoch vorgesehene zweite Gastspiel von Austria Wien in Wiesbaden, da die Wiener zu hohe finanzielle Forderungen stellten. Der auf bem Wege von Garmisch-Partenkirchen zum Eibse« idyllisch gelegene Bober- see friert — obwohl er mitten In einem bet schönsten deutschen Wintersportgebiet« liegt — nie zu, sondern behält jahraus, jahrein 8 Grab CelsiuS Wärme gleichmäßig bei. * Die längste Aaturrodelbahn Deutschlands zu besitzen, rühmt sich das urwüchsige Marquartstein in den Bayrischen Alpen. Die Bahn führt vom Hochgern in einer Länge von rund 8,5 Kilometer zu Tal. Ein internationaler Llnterstühungs- betrüger festgenommen. WSN Frankfurt a. M., 27. Dez. Kürzlich wurde der frühere ungarische Msenbahner Attcka K e l e n e n in Düsseldorf wegen Unter- stützungsbetruges fe ft genommen. Ke- lenen, der unter den verschiedensten Namen auftrat, hat sich in den letzten Jahren in fast allen europäischen Staaten aufgehalten und nach seinen eigenen Angaben nur vom Unterstützungsbetrug gelebt. In Deutschland war er angeblich in Frankfurt a. M., München, Nürnberg, Würzburg, Erfurt, Leipzig, Dresden, Hannover, Köln, Bremen, Hamburg, Kiel, Mainz, Karlsruhe und zuletzt in Düsseldorf Er suchte mit Vorliebe die freigewerkschaftlichen Eisenbahnerorganisationen auf, bei denen er erklärte, früherer Eisenbahner und ungarischer Flüchtling zu sein. Zur Bekräftigung seiner Angaben zeigte er von ihm gefälschte Entlassungsscheine von Polizeibehörden bzw. Gefängnissen verschiedener europäischer Staaten Bei seiner Festnahme wurde bei ihm auch ein deutscher Reisepaß auf den Namen Karl Wilh Mohler aus Detmold vorgefunden. Personen, die in der hiesigen Gegend von Kelenen betrogen worden sind, werden aufgefordert, sich beim Betrugskommissariat des Polizeipräsidiums Frankfurt a M. zu melden. Unterschlagungen eines Bürgermeisters WSN Helferskirchen (Unterwesterwaldkr.), 28. Dez. Der Bürgermeister von Helferskirchen hat sich Unregelmäßigkeiten bei her Auszahlung der Förderungsbeträge für den freiWilli a e n Arbeitsdienst zuschulden kommen lassen, indem er für eine Reihe von Tagen, an denen er nicht arbeiten ließ, die Forderungsbeträge mit dem Arbeitsamt Ni oder lohn stein verrechnete und auch Beträge für Festtage, die bestimmungs gemäß auszuzahlen sind und über die er gleichfalls quittiert hatte, nicht zur Auszahlung brachte. Der Vorsitzende des Arbeitsamtes Niederlahnstein, der die Verfehlungen persönlich feststellte, hat durch die zuständige Stelle Anzeige bei der Staatsanwalt schäft veranlaßt. Auf feine Anzeige hin hat der Landrat des Unterwesterwaldkreises den ungetreuen Bürgermeister veranlaßt, sofort seinen Bürger- meiftetpoften niederzulegen. Gestern an Ort und Stelle oorgenommene Untersuchungen durch den Vorsitzenden des Arbeitsamtes und /den zuständigen Landjägermeister bestätigten die 2kr» dachtsgründe. Wettervoraussage. Obwohl sich der hohe Druck nach und nach abbaut, behält er immer noch vorwiegenden Einfluß auf die Gestaltung unserer Wetterlage. Durch die Vorherrschaft südlicher Winde wird die ozeanische Störungstätigkeit mehr nach Aorden zu abgedrängt, so daß bei uns Aiederschläge vorerst kaum zustande kommen. Voraussage für Freitag: Aeblig und bewölkt mit Auf klaren, Temperaturen nachts unter Aull, noch meist trocken. Voraussage für SamStag: Weiterhin bewölkt und ausklarend, leichter Aachtsrost und meist trocken. Lufttemperaturen am 28. Dezember: mittags 1,3 Grad Celsius abends 0,3 Grad: am 29. Dezember: morgens — 0,3 Grad. Maximum 2,2 Grad, Minimum — 0,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 28. Dezember: abends —0,2 Grad; am 29. Dezember: morgens —0,2 Grad Celsius Rird)(id>e Jlodirtdjfen. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst tn der Synagoge (Südanlage). Samstag, 31. Dezember 1932. Vorabend 4.30 Uhr. Morgens 9 Uhr. Abends 4.45 und 9.25 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 31. Dezember. Freitag abend 4.10 Uhr. Samstag vormittag 8.30; nachmittags 4.45; Sabbatnusgang 5.25 Uhr — Wochengottesdienst morgens 7.10 Uhr, U fr1? 2 Joes denn nicht alle ihm h I Ueberraschungen für Damen! < S** S&F-WEIN vom FASS Literfl. Pfaffenschwabenheimer Edenkobener 7t Flasche Tafel-Rotwein Literfl. 75 sener Vollendung. SMzC Ferner: Das reichhaltige Bel-ProgrammI Jamaic.-Rum-Verschn. 1.60 1.85 m.Schw. 932DD S&F-Kaffee .Pfund 85, 75, 70, 63, 55, 50 SOUDMMF Filialen In allen Stadtteilen 9166 A S&F-Weinbrand S&F-Edelbrand /, Pfund 16 A Pfund 19 sich fl«b ver 1.60 2.20 Bi toe 21 ve un me ßä tot fai le RI lai T C 2). be sch di ais n S' m 21 to ch d< n sc Oppenheimer Kehrweg »/,fi. i.io S&F - ROTWEIN: '/.Dose ’/.Dose 65 1.00 „Sonderbar nicht, nur besorgt. Tu siehst gut aus. Ich fürchte, der Ball wird dir a L tret Da n a nun Erö Bei in m u lan fold d e r ü inzwischen hatte Titus alle Papiere in seiner Aktentasche geborgen und deren Schlüssel in gute Verwahrung genommen. Wieder wollt' er Joe an sich ziehen. „Och muß jetzt gehen, Titus, sonst kommt dieser Magdalene war nach langem, tiefem Schlaf erwacht. Doktor und findet mich hier, und das möchte ich unter allen Umständen vermeiden." Sie drückte einen heißen Kuß auf die Lippen des Mannes und war gleich darauf wie eine Katze hinausgehuscht. 60 Dose 50 tl . Mungos Mädchen sucht Stellung als Hausmädchen. Schriftl. Ang. unt. 07561 a. b. G, A. | Verkäufe | 2 fette Schweine ZU verkaufen, otmg Karl ÄlthniiN Großen-Puseck Ieilitrnße 24. Äluiv- ©PleoenQeitMöUfü ll/26?8-CbevroIet Lnnousine in tadelloser Verfassung svottbillig zu verkaufen. 730ß A Opel. Gieße» iranksurt Str 52 । v'luhuuuuji oun vnegen Dem Pferde- ! Händler Leopold Löb in Gießen .jugc ■ schriebene Anwesen Nordanlage 1 Jlur 1, Nr. 1236l3/ioo = 446 qm hofreite ücschätzl 35 000 Reichsmark, versteigert Die amtsgerichtliche Verfügung ist 'an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, 3ur Cmfidjt ousgchängt. 8860V Gießen, den 12. Dezember 1932. 3 21. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorftehcr. nun Verkauf von 3ant0ut(.Mattof- fein,Haf., Gerste iino.) zurtVrttbj.' Lief., die bei der Landrvirtsch. gut emgef.s.,g. hohe Vrov.gcs.Zusclir. U.E. lOmiThttr. Landbnnd, Erfurt, Senblitz 17.0237V wünscht „Linse“ allen Photo - Amateuren und solchen, die es werden wollen! Kommen Sie gut hinüber in ein besseres Jahr-das sei mein aufrichtiger Wunsch. Und wenn die Stimmung bei der Sil- vesterfeler ihren Höhepunkt erreicht hat - schnell eine BlltzHcht-Aufnahme! Das Material, wie immer, von Vereine | 030.13., 20 ü.: Jahresschi. Silvester Ist ein feiner Tag Da g I bt's Karpfen, Sie werden sich wundern, wie gut er dleamal schmeckt.. Er wurde nlmllch Im Fischkocher zubereitet. ' Machen Sie es auch. Silvester- Karpfen Im Fischkocher. Ein solches Gerat ist gar nicht so teuer bei J.B.Häuser Am Oswaldsgarten Gießen, Hu! 2145/2148 CAFE AMEND 1111IIIII11111111111111111II111111111111111111111111111111 Silvester-Feier mit Tanz Spei , ' 4/16 PS, offen, 2Sitz. sehr gut erhalt., w verkauf. Volkmar, , Weil bürg, Bahnhofstr. 13, Tel. 439. ItoirolBiler (Lichtslrvnisparer) bei k. 5 Tagegeld eiligst gesucht, ozosv Vatcnt-ttnion 10 Frmlkfurt/M.*Süd. Svarkasseind.Nahe Gießens sucht zum alsbaldigen Eintritt I Midi. 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Dunkler Anzug erbetenI -- 9233 n Sttvefiev - Kavpfen Seefische, Marinaden o-leisch« und Heringssalat &, &. Kleknhenn Bahnhofstraße 61 o765K Telefon :tsw; Stadttheater Gießen. D1“o Freitag, 30. Tez.» 20—22 Uhr: 12. Freitag-Abonn. Gewöhnliche Preise l Zum leütcnnml!) Der Dieb Schauspiel in 3 Akt. von H. Bernstein. 1 ru W we nu be EI lio fei W 3» VA 6 I ein P- s; of Un nß 201 Vc Des beit' W Die iur el ver übe her der eine teile B die so r land noch oero tau kam Zwei ftütji möd)i Beju Reich Rahi die Zeit die ( und auch Grn>i nicht sog. . meil, anqefn Wv W 9«in Wn Ichre eine ann< Em Bel bür’ Fon Unt wisj Der,; den! doch D nur ftäni dem vor: unb uni> viel j Aölke S&F-SPIRITUOSEN. . F| Weinbrand-Verschn... 1.35 Familien-Drucksachen Verlobungsan/eloen bei Brühl, Schulstraße S?uXZ"',,n Lichtspielhaus ■ Gießen Heute letzter Tag: Renate Müller - Georg Alexander in dem entzückenden Ton -Lustspiel: Wie sag’ ich’s meinem Mann? Ab morgen Freitag: Das große Ereignis! Hans Albers in: Zwangsversteigerung 17*2 2lm Donnerstag, dem 19. Januar 1933, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichts- aebäude zu Gießen, Zimmer 112, das im Grundbuche von Gießen dem Pferde- MMWMWlk .■Roman von Margarete Antelmann. Copyright by Martin Zeuchkwanger, Halle (Saale) bitte, hier die Schlüssel und gehe hinüber in die Stahlkammer. In meinem Fach findest du eine eiserne Schatulle, zu der der kleine Sicherheits- schlüssel gehört. In der Schatulle sind Danknoten. 2iunm fünfhundert Mark heraus und bringe sie mir. Ich werde Wohl bis dahin schon schlafen Das macht aber nichts: das Geld ist bei dir in guter Verwahrung." 2Bcnn Joe Rowokowska keine so brillante Schauspielerin gewesen wäre, hätte sogar die müde Magdalene den Triumph sehen können der sie innerlich erfüllte. Jetzt, kurz vor Toresschluß schien sie endlich am Ziel ihrer Wünsche zu sein. Joe hantierte noch einige Zeit leise in der „Ich werde lieber auf dich warten, Madelon." „Du bist reizend, Joe. Ich werde mich sehr beeilen." Als Magdalene verschwunden war. ballten sich Joes Hände vor Wut. Was war das? Sie hatte doch drei Tabletten aufgelöst anstatt der einen, die der Schiffsarzt vorgeschr'.eben hatte, und auch noch etwas von ihrem weißen Pulver dazugetan. War das nicht mehr so stark, um bis zum nächsten Morgen auszureichen? Mit einem Erwachen Magdalenes hatte sie nicht gerechnet. Wenn jetzt nur alles gut ging! Ra, sie mußte auf ihren guten Stern vertrauen. Frisch, leicht gerötet von dem belebenden Dade, trat Magdalene jetzt ins Zimmer, warf den Bademantel ab und streifte die elegante seidene Wäsche über. Joe half ihr dabei und fragte dann: „Willst du nicht etwas Rot auflegen, Madelon? Du bist ein bißchen blaß." „Reinl Ich denke, durch den Tanz wird mir schon warm werden. Ich nehme heute nur ein wenig Rouge, das wird genügen. Ich will mich heute recht schön machen zu dem Ball." „Ich habe dir schon alles zurechtgelegt, Madelon. Ich hoffe, daß du zufrieden bist. Ich denke, du ziehst das weiße Chiffonkleid an, das steht dir besonders gut, und dazu die Onyx-Kette, das wird vorzüglich aussehen — meinst du nicht auch?" „Mit dem Kleid bin ich einverstanden, Joe. Aber ich möchte n'.cht die Onyx-Kette umhängen, sondern heute lieber die Platinkette mit dem großen Stein Bisher konnte ich dieses Schmuckstück an Bord nicht '/( Gin £ Hrch °om t W pgn Wen/ Äei *Un6 < Settel ein Mt i bemüh nen Ul «chönl de». . Sie ,r9eitb ober । e'nsehc "och $ r" auf dieser Seife fannft öu N)ill eine Summe stiften, ja wirklich mit mir zufrieden sein. b.^be aber nicht^mchr^genug Geld bei mir. Rimm. | Aber wir sind erst in Sicherheit, wenn wir morgen früh an Land sind. Ich hoffe zwar, daß meine liebe Freundin heute nicht mehr aufwacht. Ich habe das Schlafpulver auf meine Weise zurechtgemacht: aber selbst wenn sie aufwachen sollte — vor morgen früh kann sie nicht mehr an ipre Schatulle gehen, und dann sind wir schon über alle Berge oder wenigstens so verborgen, daß sie uns und ihr Vermögen nicht mehr finden wird." mit il ohno Wagenpflege. 07540 1 Groß-Garage! am Aulweg. [ Mietgesuche | :;-Iiuun.-Wohnung üer bnlb zu mieten gesucht. Schriftliche Angebote llnt.07647 a. b. Oliehencr Anz. 3immer für Büro oder 2 kleine Zimmer iLentr.b.Stnbtgcs. idir. An geb. unt. 07565 n. b. (9. 51. | Stellenangebote| , , ----- -- nicht gut bekommen, llnb dann bist du nicht auf dem Posten, wenn wir an Land gehen. Ob es nicht besser wäre, du nähmst noch eins von den Schlaf- pulvern und legtest dich wieder hin?" „Aber dein, Joe, das kommt gar nicht in Frage. Tu brauchst dich nicht zu sorgen. Ich fühle mich sehr wohl und werde noch frischer fein, wenn ich erst ein Bad genommen habe. Wenn du einstweilen vorausgehen willst, laß dich nicht stören. Ich werte bald nachkommen." Liter . Liter 70 80 80 65 65 7, Fl. 2.50 3.00 4.00 3.00 3.40 1.05 1.60 9227 1 Königsbacher Bender..Litern. 90 Dürkheimer Feuerberg ...>/,fi. 90 Oberingelheimer ....y,Flasche 1.10 S&F - SUDWEIN: Muskat Italien. Südwein, */, Flasche 1.00 Tarragona, rot........'/.Flasche 1.20 Malaga alter, dunkel....1/.Flasche 1.25 Die Weinpreise verstehen sich für die Flasche o.Glas - SEKi und OBSTSEKTsehr preiswert 0 s b: lenden utigen >se) vgew «£ mml Den; aber «■ Sie sah nlsveiches .chts als W unö rösten? MM. Die- formen, bei vechslm-w Kn Misere n W flehen von neuem ***»« n anderen n Er er- -tShvs in drS dv rs. bkngmbe ander stspiel: NN? reine] .flefl- ■30» n lllit- a-AbE K°'Ä vtcnma'' AcrnisL^ ?Ä>? ?'lette be. “.Nenö, ZL Huste: bie 'M den Kn Del. Mene sah Mehal oHlentcg ^s. öie bei, ' 'n ihrer ichter zur dichte ihr als sonst. l9 an öcr °ute beide b bot sich äugen QinDallc*1 eMoSNM arMW'NN. Mtz miN 3 Löwen- {fjämr »Itersweg^- litz au, FW*»', WM Ur. 306 Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 29. Dezember (952 Der freiwillige Arbeitsdienst und die Gemeinden Generaloberst Karl von Einem kann am 1. Januar seinen 80. Geburtstag begehen. Von Einem, der 1900 der militärische Organisator der China- Expedition war und von 1903 bis 1909 das preußische Kriegsministerium leitete, führte 1914 das 7. Armeekorps siegreich durch Belgien und wurde dann Oberbefehlshaber der 3. Armee, mit der er sich in der Winterschlacht in der Champagne gegen sechsfache Uebermacht hielt. Auch 1917/18 vermochte er mit den ihm unterstellten Korps alle französischen Durchbruchsoersuche abzuweisen. Chinas Große Mauer. 3n letzter Zeit war viel von Plänen die Rede, daß Chinas Große Mauer, dieses ehrwürdige historische Bauwerk von 2450 Kilometer Länge, in eine moderne Automobilstraße umgewandelt werden sollte. Runmehr aber hat sich ihr Schicksal ent- schieden: das malerische Wahrzeichen des gewaltigen Reiches der Mitte wird auch ferner unangetastet in seiner heutigen Gestalt erhalten bleiben. 2>ie Eack.verständigen des chinesischen Eisenbahro- Ministeriums, die sich mit dieser Frage beschäftigt haben, sinh zu der Ansicht gelangt, daß die Umwandlung der Großen Mauer in eine moderne Verkehrsstraße infolge ihrer lleberquerung gewaltiger Gebirgsketten allzu schwierige Arbeiten und daher zu hohe Kosten erfordern würde. Diese würden sich in keiner Weise lohnen, da das Gebiet das den Ruhen von dieser Erschließung ziehen würde, sehr arm und zum größten Teil Wüstenland ist. Mit einem wirtschaftlichen Aufschwung ist daher nicht zu rechnen. Außerdem ist — immer nach der Meinung der Sachverständigen — eine solche Umgestaltung der Mauer unvereinbar mit der nationalen Verteidigung und Sicherheit. Es scheint also, daß die Sachverständigen auch heute noch die Große Mauer für ein militärisches Bollwerk halten, genau so wie ihre Erbauer es taten, die sie den von Rorden eindringenden Eroberern als Schutzwall entgegengesetzt haben. B schließenden Tür geduldig Posten gefaßt hat und die rotblonde Angela wohlgefällig und amüsiert betrachtet. Er lächelt ein bißchen, als sie ihre-Zei- chenkunste jäh unterbricht und sich mit konzentrierter Aufmerksamkeit wieder dem Apparat zuwendet: „Jawohl", sie hat schon einmal in einem kaufmännischen Betriebe gearbeitet und ist auch mit Propaganda-Angelegenheiten vertraut. Sie ist 22 Aah/e —. das scheint glücklicherweise nicht zu viel zu fein für den in Frage stehenden Posten — wohnt in Berlin und ist vollkommen unabhängig. Gewiß auch eine Reisetätigkeit könne sie aufnehmen, sogar sofort, wenn es sein muß, und erste Referenzen stunden zur Verfügung. !?6t der Herr Doktor und bittet um ihre Adresse, „oie bekommen Bescheid." Ms Angela abhängt, ein bißchen erhitzt und erregt und die kleine Filzkappe viel weiter auf dem achten Ohr sitzt als vorher, ist sie mit dem Verlaus öer Unterredung sehr zufrieden. Spätestens übermorgen kann der Bescheid da sein — sie pudert rasch noch einmal über, denn nun muß sie sich ja wohl bei dem draußen wartenden Herrn für das ungebührlich lange Gespräch entschuldigen. Aber als sie hinausttttt, ist von dem Herrn mit den Klugen grauen Augen keine Spur mehr. benft sie, und eine kleine Enttäuschung mijdjt sich ln das aufsteig ende Glücksgefühl, endlich wieder eine Beschäftigung gefunden zu haben. Langsam macht sie sich auf den Heimweg, und erst unterwegs fallt ihr ein, daß sie zwar von ihrer Perlon alles Wissenswerte erzählt hat, der Herr Doktor es aber vermieden hat, irgend etwas Informierendes zu sagen. Ja, wenn sie es recht überlegt, weiß sie noch nicht einmal den Namen der Firma f5lan hat sich dort nur mit der Rufnummer ge- m„e“>e1 — g^ichweige denn etwas anderes. Und am nächsten Morgen, bei nüchternem Tageslicht erscheint ^es ihr beinahe sicher, daß es sich um irgendeinen schwindel handelt, und sie ist sehr überrascht, als gleich die erste Post chr den Brief eines Herrn Sr. «chrader bringt: Zur Ergänzung Ihrer telephonischen Bewerbung bitte ich Sie, mich liebenswürdigerweise im Laufe des Tages aufsuchen zu Beginnen wir mit hem Einkommen, das ja die Grundlage der gesamten Lebensführung bildet, so muffen wir feftftelLen, daß bei uns in Deutsch- lanb die aus der Unterstützung fließenden Bezüge nach den Kürzungen durch die verschiedenen Notverordnungen heute so gering sind, daß davon kaum das nackte Leben gefristet werden kann. So beträgt die einer Familie (Ehepaar mit zwei Kindern) in einer Großstadt gewährte Unterstützung im rohen Durchschnitt 17 bis 18 Mark wöchentlich. Dazu kommen freilich noch andere kleine Bezüge, so z. B. durch die Verbilligungsaktionen des Reiches und der Gemeinden, die den Erwerbslosen Nahrungsmittel zu ermäßigten Preisen geben, durch die private Wohltätigkeit (Winterhilfe), in letzter Zeit auch durch die „Selbsthilfe der Erwerbslosen", die Gemeinschaftsküchen errichtet haben, die billiges und doch nahrhaftes Esten liefert. Weiter darf aber aud) die U ehern ahme von kleineren Arbeiten durch Erwerbslose, wodurch ein kleiner Verdienst ersteht, nicht verschwiegen werden. Denn, daß durch diese sog. „Schwarzarbett" eine sehr große — wohl die weit überwiegende — Zahl der dem Arbeiterstande angehörenden Erwerbslosen gelegentlich Nebeneinnahmen hat, ist zweifellos. Aber alle Liefe Zuschüsse fließen doch zu sehr unstet und sind auch nur recht gering. Sie dürften — im Durchschnitt genom= men — 1,50 bis 2 Mark wöchentlich kaum überschreiten, so daß man als Gesamteinnahme einer Familie etwa 19 bis 20 Mark wöchentlich annehmen kann. Und davon ist alles zu bestreiten: Ernährung, Wohnung, Heizung und Beleuchtung, Bekleidung, sowie auch alle die anderen kleinen Bedürfnisse: denn selbst bei bescheidenstem Einkommen kann und will der Mensch auf Lektüre und geistige Unterhaltung ebenso wenig verzichten wie auf qe- wisse Genußnrttel. Und er soll auch nicht daraus verzichten, soweit nur irgend die Mittel cs erlauben denn das gibt ihm in seiner sonst so trostlosen Lage doch einige Lichtblicke. Daß unter diesen Umständen die Ernährung ganz kümmerlich fein kann, ist wohl selbstverständlich, und geht auch aus den Untersuchungen in dem oben genannten Werk des Völkerbundes hervor: Starker Mangel an den hocheiweißhaltigen uaö vitaminreichen Nahrungsmitteln, wenig Fleisch und geringe Fettzufuhr, dagegen verhältnismäßig mol Kohlehydrate , so charakterisiert der Bericht des Völkerbundes die Ernährung der Arbeitslosen Das heißt also: Fleisch, Milch, Butter, Eier, Käse. Obst kommen nur selten und dann in u n z u ° reichender Menge auf den Tisch des Erwerbslosen, als Fett wird Margarine und billiges Schmäh; genommen, auch der Verbrauch an Gemüse ist sehr gering; der Hunger wird gest llt durch Aufnahme voluminöser kvhlehydrathatt.ger Nahrungs- mittel, vor allem Kartoffeln und grobes Brot. So Zeigen z. B. die Küchenzettel der untersuchten arbeitslosen Familien als Mittagsspeise fast nur Kartoffeln, Brot, billige Maggisuppen, ab und zu Bohnengemüse und Grießkloße, kaum einmal in der Woche Fleisch, dagegen dreimal in der Woche Kaffee, dazu Brot mit Maigarine oder Marmelade; niemals Butter, höchstens ein Ei. Also eine Unterernährung, die man schon fast als „verschleierte Hungersnot" bezeichnen muß. Die tiefe Tragik dieses Zustandes liegt aber darin, daß eine solche Unterernährung nicht nur den Körper schädigt und damit die physischen Kräfte herabsetzt, sondern zugleich auch g e i st i g und seelisch zermürbt, also die notwendige psychische Widerstandsfähigkeit mindert. Und diese furchtbar deprimierende seelische Wirkung der Arbeitslosigkeit ist gerade bei den wertvollsten Elementen am größten. Sie leiden am meisten unter der fortgesetzten vergeblichen Suche nach Arbeit. Denn schon vom frühen Morgen an versucht der strebsame Arbeitslose durch die Zeitungen eine Stelle zu finden. Er jagt von einem Bureau zu dem anderen, und eine Enttäuschung reiht sich an die andere. Daß eine solche vergebliche Stellungssuche mit ebenso großen körperlichen wie seelischen Anstrengungen verbunden ist, ist wohl klar. Und deshalb hat die Ernährungsfrage bei den Arbeitslosen eine so große Bedeutung. Denn mit gesättigtem Magen und gekräftigtem Körper läßt sich alles, auch das Schwerste, viel leichter ertragen, während bei hungrigem Magen und entkräftetem Körper das seelische Gleichgewicht viel leichter gestört ist, und als Folge davon Mutlasig- te.t, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung den Arbeitslosen ergreift. Aber wehe, wenn es fowett kommt, wenn das Streben und fortgesetzte Suchen nach Stellung und Arbeit aufhört und eine stumpfe Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben Platz gemacht hat. Dann ist dieser Mensch auch für die spatere Zukunft verloren. Das aber ist cs, was verhütet werden muß, und alle unsere Kräfte müssen wir daransetzen, durch „(Sie bekommen Bescheid." (Sine kleine Geschichte von Vera Graener. Angela Brückner hat den Führerschein 3b, perfekte englische und französische Sprachkenntnisse, fchrerbt 180 Silben in der Minute, versteht etwas vom bibliophilen Antiquariat, beherrscht, von der Tätigkeit in einem Ambulatorium her, die Abrech- nuna mit den Krankenkassen und ist imstande, einen Topfenstrudel auf Wiener Art zuzubereiten. Außerdem ist sie herrlich goldblond, schmal in öen Hüsten und 22 Jahre alt. Sie hat Bewerbungschreiben mit und ohne Bild an die Personalabtei- *ung einer großen Maschinenfabrik und an das Sekretariat »eines Jndustriekonzerns gerichtet, hot bei einem älteren Herrn Vorgesprächen, der gebildete ^ame zur Führuna seines frauenlosen Haushaltes sucht, hat sich um die Stellung einer Reisesekretärin bemüht, und ist aus der Menge der Bewerberin- einer Empfangsdame für einen Schonheitsfalon in die engere Wahl gezogen wor° sie rechnet mit einiger Sicherheit darauf, daß irgendeine dieser Hoffnungen sich realisieren wird, aber nach Wochen vergeblichen Wartens muß sie einsehen, daß weder die Union Handelsbetriebe, Greene auf ihre angebotenen Dienste zu- ruckkommen werden. Und selbst der alleinstehende Herr dessen offensichtliches Wohlaesatten sie erregt hat läßt Nichte ff sich Horen Angela beschließt, sich nun d°ch aus das Inserat zu melden, das sie schon ein paar Mal in der Zeitung gefunden hat, und das lohnenden Verdienst bei leichter Tätigkeit verheißt Zu^melden täglich von 9—5 unter Hansa 1004 eie überlegt, welcher Art die Tätigkeit sein mag at9J*e sch au, den Weg zum nächsten Fernsprecher mad>Lm Denn ihr kleines möbliertes Zimmer das ^Un\Alfc ’S! ¥ Mk- schon eine Couch' und oru^utf m btegi, bietet nicht auch noch dis -lt, elncs eiaenen Telephons. „Wahrscheinlich handelt es sich um irgendeinen ^rooiftonsverkauf" denkt Angela und Zegt leise Zweifel an ihrer Fähigkeit, f’- Damenluxuswäsche und Staubsauger auf Abzahlung die geeignete als Träger des Dienstes treten häufig die Gemeinden auf. Die städtischen Jugendämter sind bemüht, die Jugendlichen auf überparteilicher Grundlage im Sinne einer wahrhaftigen Volksgemeinschaft zusarn- menzufassen. Man muß feststellen, daß sich dies ganz ausgezeichnet bewährt hat. Die Erfolge regen zu weiterem Vorgehen in dieser Werse an. Wenn in den jetzigen Wintermonaten der Arbeitsdienst infolge der Witterungseinflüsse zwangsläufig eingeschränkt werden muß, so muh man diese Zeit zur Vorbereitung oon neuen Aufgaben verwenden. Auf Anregung des Deutschen Stadtetages haben sich in den Ländern und in den preußischen Provinzen städtische Vertreter zur Verfügung gestellt, die im Winter gemeinsam mit den Bezirkskommissaren des Arbeitsdienstes eine Art General st abs plan für das kommende Jahr aufstellen: sie ermitteln zusammen mit den einzelnen Gemeindeverwaltungen, welche Arbeiten vorhanden sind, die für den freiwilligen Arbeitsdienst in Frage kommen können, und ermöglichen auf diese Weise die Inangriffnahme größerer Vorhaben im kommenden Frühjahr. Der dringende Wunsch der stadte geht hierbei dahin, die Zahl der xi u g e n b l i d) c n , die im freiwilligen Arbeitsdienst beschäftigt werden, wesentlich zu erhöhen Immer noch melden sich weit mehr Jugendliche, als zugelassen werden können. Das Reich Eß Mittel zur Beschäftigung von mindestens 400 000 Dienstwilligen bereitfteUen. Hierbei sollte aber auch das offene Lager gefördert werden, da es den Jugendlichen ermöglicht, abends zu ihren Familien zurückzukehren. Man öarf bei den großen Vorzügen des geschlossenen Lagers nicht vergessen, daß in vielen Fällen auch das offene Lager seine große Bedeutung hat. Daneben wirb der Ar- beitsdienst für Mädchen auszubauen fein; die kürzlich hierfür herausgegebenen eineiigen- den Vorschriften werden wahrfcheinlich gelockert werden müssen. matenteUe und moralische Hilfe den Arbeitslosen ihre Hoffnung auf bessere Zukunst und damit ihre körperliche wie geistige Spannkraft zu erhalten. Denn einmal wird diese Wirtschaftskrise, und s« sie auch noch so- schwer, Überwunden, und dann brauchen wir klare Köpfe, kräftige Hände, ganze Menschen, um uns wieder emporzuarbeiten. Und wir haben keinen Uebersluß an Menschen in unserem Daterlande. Die große Zahl der Arbeits- losen ist nur eine „scheinbare Ucbervölkerung", bedingt durch die schweren und grausamen Folgen des Krieges und des ungerechten Diktats von Ver- falles. Es wird die Zeit kommen — vielleicht sehr bald — wo wir alles Menschenmaterial ansetzen müssen, um uns vor der drohenden wirtschaftlichen und damit auch pollttschen Ueberflügelung durch untere Nachbarvölker zu schützen. Deshalb sind auch die gesundheitlichen Schädigungen der Arbeitslosen so sehr ernst zu nehmen. Freilich treten diese in her amtlichen Mortalitätsstatistik (Sterbefälle) noch nicht zutage, aber doch nur deshalb, weil die Arbeitslosig- kett glücklicherweise noch nicht so lange gedauert hat, daß ihre gesundheitsschädigenden Wirkungen in größerer Zahl Sterbefälle zur Folge gehabt hätten. Dagegen zo.gen bie Berichte von Gesundheitsbehörden, Krankenanstalten und Aerzten, in welcher Weise die Arbeitslosigkeit den Gesundheitszustand der von ihr Betroffenen in Mitleidenschaft gezogen hat. So wirb uns aus vielen Städten ein A n - [teigen insbesondere ber Tuberkulose und der Rachitis, dieser beiden schweren Volks- krankheiten gemeldet. Der Gesundhettsbericht der Stadt Stuttgart vom Juli 1932 führt z. B. an, daß die Zahl der Kinder, die wegen beginnenber Tuberkulose der „Reichsanstalt zur Bekämpfung der Säuglings- und Kle'mkindersterblichkeit" zugeführt wurden, von 1929 auf 1931 sich verdoppelt hat. Die Krankenanstalt am Kreuzberg in Berlin meldet eine fortgesetzte Gewichtsabnahme der auf- genommenen Patienten. Gelsenkirchen meldet eine Zunahme von Tuberkulose und Rachitis unter den Kindern und Schülern. Dies nur ein kleiner Ausschnitt. So müssen wir zusammenfassend sagen, daß die Bekämpfuna der Arbeitslosigkeit die erste u n d größte Aufgabe ist, die wir alle Haden, nicht nur die Behörden: eine vaterländische Pflicht, der sich keiner entziehen darf. Wir haben die kommunalen Spitzen-Or- gantfationen gebeten, zu bem Problem des freiwilligen Arbettsdienstes in dem Sinne Stellung zu nehmen, wem die oolkserziehe- risch und volkswirtschaftlich gleich bedeutungsvolle Erfüllung der Aufgaben Hilfe bringe. Das Ergebnis dieser Rundfrage veröffentlichen mir nachstehend: D. Red. Or. Memelsdorff vom Deutschen Gtadteiag: Die Städte haben es von jeher als eine ihrer vornehmsten Aufgaben betrachtet, sich der jugendlichen Arbeitslosen anzunehmen. Ganz bewußt haben sie es seit Kriegsende unternommen, beson- | pere Einrichtungen und Veranstaltungen zu schof- । ten, um die Jugendlichen körperlich und geistig zu | schulen: Jugendheime, Juaenddüchcreien, Fortbildungskurse, Umschulungsteyrgänge dienten diesen Zielen. Manche Städte haben auf ihren Sportplätzen regelmäßig die jugendlichen Arbeitslosen gesammelt, daneben wurden besondere Fürsorgearbeiten für Jugendliche eingerichtet. Meistens waren die Jugendämter Tröger dieser Veranstaltungen Die Gemeinden hoben es sehr begrüßt, als in Fortentwicklung ihrer Arbeiten im Sommer o I. der freiwillige Arbeitsdienst geschaffen wurde. Sie haben sich mit größter Bereitwilligkeit in den Dienst der Sache gestellt. Wenn heute' bei den meisten Vorhaben des freiwilligen Arbeitsdienstes die Gemeinden Träger der Arbeiten sind, so zeigt dies deutlich, wie sehr sich die Gemeinden des freiwilligen Arbettsdienstes annehmen und weiterhin, daß der Arbeitsdienst ohne die Kommunen gar nicht durchführbar märe. Aber auch 11,1 ■ 11 1 ««BT—lB—lllBiln.m > ■■■■! a— Kundschaft zu finden. Aber natürlich muß man alles versuchen — sie betritt also beherzt die Telephonzelle, in der es nach Kunstleder und kalter Asche riecht, und deren Tür nicht recht schließen »Fasse Dich kurz!" leuchtet ein Plakat, doch die Leitung Hansa 1004 erweist sich zweimal als besetzt, und Angela ist fast versucht, das Ganze aufzugeben. Sie ist nicht abergläubisch, bewahre, aber das ist doch wirklich kein gutes Omen und der Herr, toi nat$ ^kommen ist, hat schon ein paar -Ulal fragend hineingesehen. Sie will ihn gerne üoriajien — in der einzig noch vorhandenen 'Zelle nebenan hat sich nämlich ein Dauergespräch ent- mideü, dessen Ende gar nicht abzusehen ist, und in öem es sich um komplizierte Verkäufe von Radio- Apparaten handelt — doch der Herr behauptet, Zett zu haben und bittet, sich durch ihn keineswegs stören zu lassen. Ein freundlicher Blick aus klugen, grauen Augen trifft Angela, die es darauf- bin noch einmal mit Hansa 1004 versucht i scheint s'5 Glück zu haben, denn eine sympathisck)e Männerstimme meldet sich, die ihr mitteitt, daß Bewerbungen auf das Inserat immer noch angenommen werden, und man sie sofort mit der betreffenden Abteilung verbinden wird An- ichelnendeln größerer Betrieb" denkt Angela''unö ift plötzlich sehr zuversichtlich. Es dauert einige Zeit, bis die andere Abteilung ar r° La9! und ZU wissen wünscht, in welcher Angelegenheit sie Herrn Doktor sprechen wolle. . Angela ist überzeugt, daß es sich hier keinesfalls um den Vertrieb von Damenluxuswäsche handeln kann und wartet gespannt auf die Verbindung jmt dem hohen Herrn, der im Augenblick noch auf einem anderen Apparat spricht und sie bitten läßt, sich noch einen Moment gedulden zu wollen. Sie malt Wunderblumen auf das vor ihr liegende Telephonbuch und gibt sich freundlichen Illusionen hin. Vielleicht ist es wirklich eine angenehme Tätigkeit — irgend etwas mit Reklame oder Verlag, sie entwirft m Gedanken bereits Werbebriefe und zeichnet Plakate für Bücherfreunde ... Der Herr Doktor am anderen Ende der Leitung meldet sich immer noch nicht, während der Herr draußen vor der Telephonzelle mit der schlecht Wieleben unsereArbeitslosen? Von Or. von Tyszka, Professor an der Uni erfifäf Hamburg. Der Verfasser, ein bekannter Statistiker, hat selbst an den vom Völkerbund über das Problem angestellten Untersuchungen teil- genommen. D. Schr.ftttg. Ueber die Lebenshaltung und Ernäh- r u n g ro e i f e der unglücklichen Opfer der Wirt- schaftsknise. der Erwerbslosen, war bislang recht wenig bekannt. Und chre Zahl ist wahrlich groß genug, daß es sich verlohnte, Näheres über ihre Lebensweise zu ei fahren. Beziffert doch die amtliche Statistik ihre Zahl gegenwärtig auf fast 5,4 MU- lionen, wozu noch die sog. „unsichtbare Arbeitslosigkeit" tritt, d. h. diejenigen Erwerbslosen, die nicht bei den Arbeitsämtern gemeldet sind, und deren Zahl das Institut für Konjunkturforschung auf fast VA Millionen schätzt. So hätten wir in Deutschland 6 bis 7 Millionen Erwerbsfähige und einschließlich ihrer Angehörigen 14 bis 15 Millionen Personen, die in unserer Wirtschaft keine Unterkunft finden, sondern von Unter st ützungen, öffentlichen wie privaten, leben müssen. Und auch in den übrigen Industriestaaten ist die Zahl der Arbeitslosen erschreckend groß: das internationale Arbeitsamt in Genf schätzt ihre Zahl auf 20 bis 25 Millionen und einschließlich den Angehörigen sogar auf 50 bis 60 Millionen. Da war es nun ein dankenswertes Unterfangen 'öes Völkerbundes durch eine Untersuchung über die Lebenshaltung, Ernährungslage und den Gesundheitszustand der Arbeitslosen einen Beitrag zur Klärung dieser wichtigen Fragen geliefert zu haben. D>e Ergebnisse der Untersuchung sind in der vor kurzem erschienenen Schrift: „La crise economique et la sante publique" (Genf, September 1932) veröffentlicht. In eingehender Weise habe ich dar- über in medizinischen Fachzeitschriften, insbesondere der Münchener Medizinischen Wochenschrift" und der „Medizmischen Well" berichtet. Hier möchte ich einer breiteren Oeffentlichkeit das Wichtigste mite teilen. So geht der freiwillige Arbeitsdienst mit bedeut- fernen Aufgaben und großen Erwartungen in das neue Jahr. ©er 'Hetdteffdötefcunö: Der Reichsstädtebund hat als Spitzenorganisation von 1600 Klein- und Mittelstädten die Einrichtung des freiwilligen Arbeitsdienstes lebhaft begrüßt. Welches Interesse gerade die Gemeinden dieser Einrichtung entgegenbringen, beweist die Tatsache, daß etwa die Hälfte der durch den freiwilligen Arbeitsdienst zur Durchführung kommenden Arbeiten von den Gemeinden und Gemeinde- verbänden getragen werden. Vom ethischen Standpunkt aus verdient die Beschäftigung Jugendlicher durch den freiwilligen Arbeitsdienst besondere Anerkennung. In staatsbürgerlichem Interesse ist die Befriedigung des Dranges zur Tätigkeit von besonderer Bedeutung. Vom arbeitsmarktpolitischen Standpunkt aus ist der freiwillige Arbeitsdienst geeignet, Arbeiten in Angriff zu nehmen, die vielleicht nicht als unbedingt notwendig anzusehen, aber volkswirtschaftlich förderungsbedürftig sind. Gerade in den kleineren und mittleren G c - meinden liegen zahlreiche Möglichkei- t e n der Betätigung im freiwilligen Arbeitsdienst vor, ohne daß die Gefahr besteht, den eigentlichen Arbeitsrnarkt zum Schaden der auf Arbeit harrenden Arbeitslosen einzuengen. Als besonders fördc- rungsbebürftige Arbeiten kommen Bodenverbesserungen, Aufforstungen uny Urbarmachung von Oedland in Betracht. Die deutschen kleinen und mittleren Städte werden, wie bisher, so auch in Zukunft dem freiwilligen Arbeitsdienst ihre Unterstützung leihen. präsideni von (Stempel vom Deutschen £ünbfret0 m (Ei B in m la fo d r ihnen auch die jungen ungelernten Arbeitsdienst- willigen sich erfolgreich betätigen können Bei den Straßenarbeiten kommen in der Regel Um- und Ausbauten, nicht jedoch Neubauten in Betracht. Sür letztere benötigt man fast ausschließlich gelernte Arbeitskräfte; auch soll der freie Arbeitsmarkt durch den FAD. nicht beeinträchtigt werden. Bedeutung hat der freiwillige Arbeitsdienst ferner für die oorstädtische Kleinsiedlung und für das große Gebiet der landwirtschaftlichen Siedlung. l)ier soll er in der Hauptsache dazu dienen, das Gelände für die gesamten Besiedlungsarbeiten einschließlich der Herstellung von Wegen, Abwässer- leitungen usw., so weit herzurichten, daß die Bau- orbeiten selbst unmittelbar folgen können. Wenn es gelingt, die Arbeitsdienstwilligen ohne zu große Einschränkungen über die Frostperiode hin weg - zubringen, so werden diese Maßnahmen im Rahmen der Weiterbildung des freiwilligen Arbeitsdienstes auch im neuen Jahre ihren besonderen Wert behalten. Dr. bereit vom Deutschen Landgemeindetag: Bon Anfang an habe ich den Bestrebungen auf Durchführung eines freiwilligen Arbeitsdienstes das größte Interesse entgegengebracht und ihn auch nach Kräften gefördert. Dabei war ich mir allerdings in Uebereinstimmung mit dem Landgemeindetag darüber klar, daß für den Arbeitsdienst weniger wirtschaftliche, als vielmehr erzieherische und v o l k s p o l i t i s ch e Gesichtspunkte im Vordergrund zu stehen hätten. Der freiwillige Arbeitsdienst kann seiner ursprünglichen inneren Zielsetzung nach nicht unmittelbar als ein Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit betrachtet werden, weniger auch unserer Jugend, die heute vielfach zur Untätigkeit und Hoffnungslosigkeit verurteilt ist, wieder Beschäftigung und die Möglichkeit zur Gemeinschaftsarbeit im Dienste des Bolksganzen geben soll. Die ideelle Seite beim freiwilligen Arbeitsdienst muß im kommenden Jahre schon deshalb stärker herausgearbeitet werden, weil sonst der Arbeitsdienst Gefahr läuft, auf das Gebiet der Notstandsarbeiten zu kommen und weil sich dadurch die Schwierigkeiten mehren- müßten, die sich jetzt schon vielfach beim Zusammenarbeiten der Gemeinden mit dem freiwilligen Arbeitsdienst zwangs- läufig ergeben haben. Jeder Bürgermeister und vor allem unsere ländlichen Gemeindevorsteher müssen selbstverständlich das Interesse haben, in erster Linie den ortseingesessenen Erwerbslosen zu helfen. Wenn der Arbeitsdienst sich Arbeitsobjekte heraus- sucht, die auch auf dem Wege über Notstandsarbeiten verrichtet werden können, so werden unsere Gemeindevertretungen eher geneigt sein, mit einheimischen Kräften Notstandsarbeiten zu verrichten, als mit auswärtigen jugendlichen Erwerbslosen die Arbeit durchführen zu lassen. Ich sehe es als eine besonders dringliche Aufgabe des neuen Jahres an, das Arbeitsgebiet des freiwilligen Arbeitsdienstes schärfer zu umgrenzen und aus den sich aus der Praxis ergebenden Schwierigkeiten die Folgerungen zu ziehen. Die Gemeinden werden dann zur freudigen UnterftüQung des Arbeitsdienstes bereit sein, wenn er sich aus gemeinnützigem Arbeitsgebiete betätigt und nur solche Arbeiten verrichtet, die im Interesse des Bolksganzen gemacht werden müssen, die aber mit den herkömmlichen Mitteln und Kräften zur Zeit nicht bewältigt werden können. Neues für den Büchertisch. — Richard H. Grützmacher: Diesseits uni) Jenseits in der Geistesgeschichte der Menschheit. 291 S. Halb loder 2,90 Mark. Bolksverband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Berlin. — (500.) — Das Ziel des Buckes, das als zweiter Band der vierten wifsen- schastlichen Jahresreihe des Verbandes erscheint, ist nicht die vollständige Darbietung des gesamten Materials, sondern die Auswahl typischer Einstellungen ju_ Diesseits und Jenseits. Diese werden am ein- drücklichsten, wenn sie, wie hier, aus dem Leben und Denken einzelner großer Gestalten erwachsen — von Zarathustra bis Nietzsche, von Plato bis Stefan George, von Homer bis Dostojewsky — oder in charakteristischen, in sich geschlossenen Richtungen erscheinen. Die am Schluß zusammengestellte Literatur wird dem Leser das Eindringen in die umfangreiche Materie erleichtern. — Edgar Salin, Wirtschaft und Staat, Drei Schriften zur deutschen Weltlage, Verlag von Reimar Hobbmg, Berlin 1932. Geh. 4,20 Mk, geb. (Gzlw.) 5,40 Mk. - (565) — Jener Teil unseres Volkes, der noch immer nicht daran glaubt, daß einzig in der Verwirklichung des Programms feiner Partei die Lösung der schwierigen Fragen der politisch-wirtschaftlichen Verwirrung unserer Tage liegt, jener Kaufmann, Beamte, Ingenieur, der trotz» täglich steigender Not nicht müde wurde, sich durch eigenes Denken und eigenes Lernen ein Urteil über die politischen Möglichkeiten zu erarbeiten, sieht sich auf zwei Quollen der Unterrichtung angewiesen: Er sucht in den überreichlichen Büchern, Schri' und Abhandlungen des politischen Lebens unL ,etft bei jeder Nachprüfung, daß die überzeug. , .ste und lauteste politische Meinung nicht das Fehlen eingehender Sachkenntnis zu ersetzen vermag; oder er zwingt sich zum Lesen „wissenschaftlicher", nationalökonomischer, staatswirtschaftlicher und statistischer Werke und muß stets von neuem erkennen, daß kein noch so erklügeltes „System" den ungeheuer erweiterten Raum politisch-wirtschaftlicher Vorgänge mehr zu umfassen vermag, daß die Theorie im schlimmsten Sinne des Wortes wirklichkeitsfremd geworden ist und ihm auf die einfache Frage nach der notwendigen Handlung keine Weisung zu geben hat. Dies ist in erster ßmie der Zwiespalt, den das soeben erschienene gedrängte Bändchen des bekannten Staatswissenschastters, Professor Dr. Edgar Solin, überbrückt. Es vereinigt drei Schriften, deren erste die „Wandlungen der Weltwirtschaft in der Nachkriegszeit" einer genauen Prüfung unterzieht, Zeichen und Ursachen des Verfalls der Weltwirtschaft aufzeigt und auf Grund der größten Sachkenntnis mit vorsichtigen aber sicheren Strichen die ersten Züge einer neu zu entwickelnden Form der weltwirtschaftlichen Beziehungen zeichnet. Die zweite Schrift handelt von den brennenden Fragen „Am Wendepunkt der deutschen Wirtschaftspolitik". Einzig geleitet von der Anschauung der tatsächlichen Verhältnisse und dem gesunden' Menschenverstand ist hier neben anderem festgestollt, wie weit der vielbesprochene und noch öfters mißbrauchte Gedanke einer „Autarkie" Sinn und Möglichkeit hat, werden die bisher erreichten und bestenfalls zu erreichenden Ergebnisse der landwirtschaftlichen Siedlung eindeutig bestimmt, und ist frei von jedem parteilichen oder wissenschaftlichen Vorurteil her- ausgeschäit, wo die Anwendung von Schutzzoll und Kontingentierungsmaßnahmen sinnvoll vst und wann sie zum Unsinn werden muß. Auch in die- em Abschnitt ist klar die Richtung gewiesen, in der ich eine künftige kräftige und erfolgreiche Wirt- i chaftspoliti? unseres Vaterlandes zu halten hat. Nachdem so das heute unentbehrliche Handwerkszeug zur Beurteilung der deutschen Weltlage dem Leser gegeben ist, erhebt sich die dritte der Schriften über die Fragen des Tages und der großen Not hinaus, um in großartiger Schlichtheit Jßon den Wandlungen des Staatswesens und der Wirtschaftsordnung" zu sprechen. Mit der Behandlung der grundsätzlichen Frage nach dem Verhältnis der Wirtschaft zum Staat und mit der Entscheidung für die unbedingte Vorherrschaft des Staates über >ede Wirtschaftsform wird hier der geistige Grund gelegt, auf dem allein eine unbeirrbare Haltung im Strudel des überstürzenden Geschehens aufbauen kann, und wird der Leser aus dem Knäuel der Tagesmeinungen hinübergeleitet zu ruhiger Besinnung und männlicher Betrachtung. Nicht ein neues Heilsyftem, noch neue bequeme Wunderlösung verspricht dieses Buch. Durch klares Anschauen der Dinge, durch Bezeichnungen der tatsächlichen Vorgänge nach ihrem staatlichen Rang und Wert, durch unbedingte sachliche Beherrschung der kleinen und großen Zusammenhänge zeigt es alle bestimmbaren Möglichkeiten zu 'weiterem entschlossenem Handeln, und gibt zugleich im Hinblick auf gegenwärtige' und kommende Geschehnisse den geistigen Unterbau einer ernsten und zuversichtlichen Haltung. H. Z. — Alma M. Karlins Buch „Einsame Weltreise. Erlebnisse und Abenteuer einer Frau im Reich der Inkas und im Fernen Osten", liegt jetzt im 11. bis 30. Tausend vor. Als ungekürzte Volksausgabe (304 Seiten, 2,85 Mk.) ist das Duch im Wilhelm-Köhler-Derlag, Minden i. W, neu erschienen, und zwar, im Gegensatz zur Erstauflage, reich illustriert. — (528) — 2m Zwischendeck unter Schwarzen, Braunen und Mischlingen, unter tausend körperlichen und seelischen Röten fuhr die Verfasserin allein durch die Meere der Welt. Durch ihre Armut gezwungen, mußte sie ihren Lebensunterhalt erkämpfen; ohne Maske sah sie die Welt. 2hr war es möglich, das alltägliche Leben der fremden Völker, Sitten und Gebräuche, Glauben und Aberglauben der Menschen aus nächster Rähe kennenzulernen, und das gibt ihrem Buche die Farbigkeit und Lebens- nähe dessen, was sie mit schriftstellerischem Können und warmem Herzen schildert. — „Das Lexikon derHausfrau" (Verlag Ullstein, Berlin. Ganzleinen 3Mk. — 404.) enthebt alle Frauen ihrer täglichen Sorgen und Röte. Was immer die Frau als Mutter, Gattin und Hausfrau zu fragen hat, hier findet sie die richtige Antwort und findet sie sofort. 3n 4500 Stcchworten, von denen fast jedes mehrere verwandte Gebiete zugleich behandelt, gibt das Buch mindestens 30 000 Ratschläge, Auskünfte über Haushaltsfragen, Crziehungsfragen,Rechtsfragen, Fragen der Gesundheitspflege. Fragen der Geselligkeit, Fragen der Mode usw. Wo man das Buch aufschlägt, überall bringt es Rutzen, oft maq)'t es Ersparnisse möglich. Es ist für die §au$frau ein Helfer und Ratgeber, ein unermüdlicher Lehrer bei allen Schwierigkeiten, die im häuslichen Leben auftauchen. Irrtümer der Medizin. Neue Gedanken über das Blut- und Nieren-Problem von Kurt Bergei. Kartoniert 3 Mark. Deutsches Verlags- haus Bong & Co., Berlin W57. — (545.) — Wirtschaft. Berlin schwankend. Berlin, 29. Dez. (WDB. Funkspruch.) Die Tendenz des Vormittags und vorbörslichen Verkehrs war sowohl für Aktien, als auch für festverzinsliche Werte als überwiegend fest zu bezeichnen. Man nannte die Kurse bis zu 1 o. H„ teilweise noch darüber höher. Der offizielle Börsenbeginn brachte dann aber eine gewisse Enttäuschung. Die bei den Danken vorliegenden Kauforders, die teilweise sogar beträchtlicheren Umfanges sein sollten, betrafen in der Hauptsache die Rentenmärkte, und man konnte sogar eher das Bestreben feftftellen, Aktienpositionen in Renten zu tauschen. Infolgedessen zeigten die ersten Notierungen keine einheitliche Tendenz; neben Besserungen bis zu 1,50 v. H. konnte man auch Rückgänge im gleichen Umfange feftftellen, von denen besonders der Montanmarkt betroffen wurde. Es lagen nur wenig Momente vor, die von Einfluß auf die Tendenz waren. So regten die Kurs- fteigerungen an der gestrigen Neuyorker Börse, besonders die der Deutschen Bonds an, ferner befriedigte die Zunahme der Spareinlagen. Siemens, über deren voraussichtliche Dividende in der Presse heute Erörterungen erschienen sind, die von 6 v. H. sprachen, lagen 1,75 v. H. schwächer. Wie schon erwähnt, konzentrierte sich das Hauptinteresse auf die festverzinslichen Werte unter Führung von Alt-, Neubesitzanleihe und Reichsschuldbuchforderungen, die bis 1 v. H. höher lagen. Das Geschäft war hier, wie auch in anderen Werten des Rentenmarktes lebhaft, und die Börse schloß sich den Käufen des Publikums gleichfalls mit Neuanschaffungen an. 3m Verlaufe ließ das Geschäft allgemein nach, doch zeigte sich für einige Spezialwerte etwas Interesse, und so konnten sich RWE. um 1,65 und Rheinische Braunkohle um 2 v. H. bessern. Altbesitzanleihe zogen auf 61,25 v. H. an. Arn Geldmarkt war die Situation kurz vor dem Ultimo natürlich weiter steifer. Tagesgeld zog an der unteren Gr -je auf 4,75 bzw. 4,65 v. H. an. Privatdiskonten lagen weiter im Angebot. Reichswechsel und Neichsschätze waren so gut wie umsatzlos. Frankfurt uneinheitlich. Frankfurt a. M., 29. Dez. Auf Grund fester Kurse für deutsche Werte cm der geftrr.gen Neu- Yorker Börse erhielt sich das schon gestern zu beobachtende Interesse für Renten-märkte, an denen sich besonders die Kulisse auf Hoffnungen, daß das Publikum am Jahresultimv mit verstärkten Anlage- taufen kommen werde, stärker beteiligte. Im Mittelpunkt standen wieder Reichswerte, wie 2Ut« und Neubesitzanleiche, späte Reichsschuldbuchforberungen und Reichsbankvorzugsaktien, die boi lebhaftem Um- sätzen von Vk bis % Prozent anzogen. Der Aktienmarkt war vernachlässigt uni) die Kurse nachgebend, zumal von der Kundschaft kaum Aufträge gegeben wurden. Ader doch erhielten sich auch hier die freundliche Grundstimmung und eine relative Widerstandskraft, wobei der günstige Verlauf der Textil-Sonderverkaufstage in Frankfurt und an anderen Plätzen des Reiches stimulierte. Die Kursbildung am Aktienmarkt war uneinheitlich, es überwogen aber kleine Rückgänge von % bis VA Prozent. Lediglich einige Spezialwerte, Reichsbank, Holzmann, Lahmeyer und Conti-Gummi erzielten Erhöhungen von 1 bis 1% Prozent. Durchweg schwächer setzten Montanwerte ein, ferner IG.- Farben, Siemens, AEG. und Aschaffenburger Zellstoff. Schiffahrtswerte blieben knapp gelten, wogegen Nebenwerte wie Leonhard Dietz, Gebrüder Junghans und Goldschmidt um Bruchteile von Prozenten freundlicher lagen. Laurahütte konnten ihren außerordentlich hohen Kursstand von 30A Pro- 3ent gut behaupten. Im Verlaufe kamen noch Gesfürel und Deutsche Linoleum von A büs 1% Prozent niedriger zur Notiz. Anderseits war Schside- anftalt 1 Prozent fester. In der zweiten Börsenstunde bröckelte die Mehrzahl der Aktienkurse weiter um i bis i Prozent ab, mit Ausnahme von IG.-Farben und einigen anderen Spezialwerten, die behauptet waren. Der Rentenmarkt stand auch später im Vordergrund des Interesses. Rsichsaltbesitz zogen bei lebhaftem Geschäft um 1 Prozent auf 61A Prozent an. Neubesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen lagen unverändert. Am fe st verzinslichen Markt waren Goldpfandbriefe überwiegend etwas angeboten und leicht nachgebend. Li- qui'dationspfandbviefe und Kommunalobligativnen waren behauptet. Sehr fest und meist mit zwei Pluszeichen tendierten Stadtanleihen und verschiedene Länderanlschen. Auslandrenten lagen ohne Interesse. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. Dez. Auftrieb: 48 Stück Rinder, 836 Kälber, 153 Schafe, 541 Schweine. — Es wurden bezahlt: Köder: beste Mast- und Saugkälber 33 bis 35; mittlere Mast- und Saugkälber 28 bis 32; geringe Kälber 20 bis 27. Schafe: Mast- lämmcr 23 bis 25; mittlere Mastlämmer 20 bis 22; fleischiges Schafvieh 16 bis 19. Schweine: voll- fleischige Schweine von zirka 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 34 bis 38; oollfleifchige Schweine von zirka 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 33 bis 36. — Marktoerlauf: Kälber und Schafe schleppend, geräumt; Schweine schleppend, Ucberftanb. Leupin Creme und Seife vorzügliches Hautpflegemittel, seit Jahren glänzend bewährt bei Mit,Jutta Ausschlag, Krätze, Hä- mo-rhoufen, Beinschäd , Wundsein usw. | Q20 V Löwen Drog. W.KIIbinger Nacht., Seilersweg 78a; Drog. Wlnterhoft, Kreuzplatz 10: Kreuz Drogerie A. Noll, Bahnhofstr. 63; Med.-Drogerle H. Elges Seltersweg 68a. Q2^8D Nachruf. In der Nacht vom 26. auf 27. Dezember verschied plötzlich unser langjähriges Vorstandsmitglied Otto Täubert. Wir verlieren in dem so früh Dabingeschiedenen einen groben sozial denkenden Mitarbeiter, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. (riehen, den 29. Dezember 1932. DerVorsland ierlllfiem. Orlskrankenkasse GleBen-Sladl. Die Beamten und Angestellten der Kasse. Alice-Frauenverein vom Roten Kreuz Änme'dungen für die Auszeichnung von Haus Angestellten die 20 fahre in einem Hause gedient haben, werden entgegengenommen bis Ende Januar 1933 Ludwigsplatz 10IL Pianos vretsw zu verkauf. Pianohaus Förster eeasD Bahnhofstr. 71 Gegründet 1876. Besondere Gelegenheiten In Schreibmaschinen bei Niederhausen Seltersweg 17,1. Stock v. Kleiderhaus KdhleraastD Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres 1b. Alterskameraden Herrn Otto Täubert in Kenntnis zu setzen. «rrM ile un erdigung findet Freitag. n^nTY;'Dezem ber- nachmittags £ /»Uhr, auf dem Neuen Fried- nof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vontand. ■ ■ ■■ ■ * ” ■eBrUhrsche Druckerei Detektiv K. Gerz, Bad-Manheim, Kor- strafle 17 erleb wollt* oertronlicbe Privat- 'i. Geickäftsanaeie- aenbeiten.roic Auskünfte, Beobacktun- aen, Ermittlungen. 'Befdiaffnnn o Be- iur'--mat in Straf- u. Zmilvro; (trenn öLt Tvreckft. üh, 12‘/, u. 9—ß N'r. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH DameMltersvereiuigung 1877/78. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht,unsereMitglieder von dem Ableben uns. 1b. Alterskollegin Frau LuiseWagner in Kenntnis zu setzen. Dor Vorstand. Die Trauerfeier ist Freitag, den 30. Dez., nachm. 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof, wozu wir um zahlr. Beteiligung bitten. ezaiD Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben unvergeblich en Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. A. Schmitt und Kinder. Gießen, den 29. Dezember 1932. 07'58 Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Behm, geb Guntrum nebst allen Angehörigen. Gießen, Frankfurt a. M.. Weimar (Thür.), Rockenberg, Gau - Odemheim, Berlin, Detroit und Knaksee, den 28. Dezember 1932. Die Beerdigung'findet Samstag, 31. Dezember, vormittags 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 076B3 Es ist bestimmt in Gottes Rat. daß man vom liebsten, was man hat, muß scheiden. Mittwoch nacht 2% Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden mein lieber, guter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater. Bruder, Schwager und Onkel Herr Theodor Behm Oberpostschaffner i R. im Alter von 62 Jahren. Gießen, den 29. Dezember 1932. 07565 AllersvereiDlW 1872 1922 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Mutter sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Irma.Theisen. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 92300 Am 25. November 1932 bei der Firma Joseph Stern Söhne in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 9. Dezember 1932 bei der Firma L Kann in Gießen: Mit Wirkung vom 1. September 1932 sind Berthold Kann und Isaak Kann Witwe, Lina geborene Weil, beide zu Gießen, aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden und diese erloschen. Alleininhaber ist Ludwig Kann in Gießen. Am 17. Dezember 1932 bei der Firma Ludwig Bratfisch, Tuchgroßhandlung in Gießen: Die Kaufleute Emil August Stern von Gießen und Wilhelm Stühler von Mainz sind mit Wirkung vom 7. November 1932 aus der Kommanditgesellschaft ausgeschieden, letztere ist somit erloschen. Am 19. Dezember 1932 a) bei der Firma Peter Volk Ww. in Gießen: Geschäft nebst Firma ist auf Hans Köhres Ehefrau, Margarete geb. Volk in Gießen übergegangen; b) bei der Firma Carl Äeir in Gießen: Geschäft nebst Firma ist auf Carl Ludwig Keil Witwe, Käthe geborene Vogt in Gießen übergegangen. Die Prokura der Käthe Keil geb. Vogt ist erloschen. Am 22. Dezember 1932 bei der Firma Sally Wetterhahn in Gießen: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 23. Dezember 1932. __Hessisches Amtsgericht.________x Zwangsversteigerung^ Am Donnerstag, dem 5. Januar 1933, vormittags 9 Ahr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 107, das im Grundbuche von Gießen dem Frlh Tela- ler in Gießen zugeschriebene Anwesen An den Bahnhöfen 20 8428D Flur VI, Nr. 45 - 297 qm hosreite, geschätzt 18 155 RM., Flur VI, Nr. 46‘/io - 226 qm Grabgor- len, geschätzt 678 RM., zusammen 18 833 RM., zum Zwecke der Erbauseinandersetzung versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 28. November 1932. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsoorsteher. BtW ®i eßt’ Htiina HW W \ guftefl! N pon el iiM Änsch' ridjlei ft De anzch den; abftn nutzte’ Äee die F r tisch aufrd begünl halten, der 2 MK pcrtKt Her i lodet Selsv so, dah rechter! fcstgele IRöglü Vosi jutü jedoch dah di schodei zehn: der b der £ ilusm deren digung In Aus: geregel rungt über b; 10 v.tz Zu i Zusatz, Frage dels daß a Jahr sh sie schuh - wurde, sichts glei starrei toani dabei Eesam solchen >n den ouäniQi MeA verders hng Wb c 1« $ vertu besvu inC beza! Di Um auf l geiwi deuts Di. weck einer dein 1 land nein schu Ausjc anza! fuhr 'n er ?,n vie Sc Ntc nach ■ LZ Mui Trieb Lonr Arh ben bzw. , 3Ä Mth weis ®mfi für den