Donnerstag, 29. September (952 182. Jahrgang Nr.229 SrübauSsave liebhaber, bis er wohl aus Karrieregründen zu den Ser Mchsaußeimimster nach Berlin zvMekhrt Abschied vom Freihandel. Der Austritt der Altliberalen und des Ar- beiterparteilers Lord Snowden aus dem Kabinett Macdonald ist das äußere Zeichen für die Neu- Deutschland wartet ab. KeincAeuderung der außenpolitischen Linie. Genf, 28. Sept. (END.) Reichsaußenminister Freiherr von Neurath hat heute abend um 6 Uhr mit dem Berliner Schnellzug in Begleitung von Gesandtschaftsrat Dr. Böller Genf verlassen, um nach Berlin zurückzukehren. Während der Abwesenheit des Reichsauhenml.nl- sters übernimmt Gesandter von Rosenberg die Führung der Delegation. Der Reichsaußenminister wird morgen zwischen 13 und 14 Uhr in Berlin zurück erwartet. Im Laufe des Nachmittags wird dann noch eine Kabinettssitzung stattfinden, die sich nach den Auskünften der Wilhelmstrahe mit laufenden Angelegenheiten beschäftigt. Irgendwelche Ueberraschun- gen sind dabei nicht zu erwarten. Jedenfalls ist die Begründung, dah die Abreise des Außenministers auf wichtige Kabinettsberatungen in Berlin zurückgehe, nicht in dem Sinne aufzufassen, als wenn von deutscher Seite irgendwie mit einer Abschwenkung von der bisherigen außenpolitischen Linie zu rechnen sei. DieseLinie ist vollkommen klar: In den ganzen bisherigen Verhandlungen, nament- lief) auch mit den Engländern, sind Kompromisse in der Abrüstungsfrage angedeutet worden, aber in der grundsätzlichen Frage der Gleichberechtigung ist ein befriedigendes Entgegenkommen nicht festzustellen. Solange das nicht der Fall ist, beteiligen wir uns nicht. Die Abreise des Freiherrn von Neurath stand schon fest, als bekannt wurde, daß Herriot morgen in Genf sprechen will. Der Reichsaußenminister hat sicher bedauert, daß er dabei nicht anwesend sein kann. An den Dispositionen läßt sich aber nichts mehr ändern. Natürlich muß man zunächst abwarten, was cherriot sagt, und deshalb läßt sich auch noch gar nicht übersehen, ob Herr von Neurath wieder nach Genf fährt, ob eine Antwort von deutscher Seite erfolgt, und wenn das der Fall sein sollte, in welcher Form und von wem sie gegeben werden würde. Diese ruhig abwartende Haltung ist ein selbstverständlicher Teil der Linie, die die deutsche Außenpolitik beherrscht. Oie Franzosen sind enttäuscht. Neurath kommt zur Minderheilendebatte zurück. Die Umbildung des britischen Kabinetts. Die freihändlerischen Liberalen und Lord Snowden verlassen die nationale Negierung aus Opposition gegen die Beschlüsse der Neichswirtschastskonferenz von Ottawa. taktische Gründe eine wenn auch nur untergeordnete Rolle, wie aus dem redaktionellen Kommentar des liberalen Abendblattes »Star klar hervorgeht. Darin heiht es: Die Liberalen verlassen das Schiff nicht, weil es finit ©te verlassen es, weil es einen falschen Kurs verfolgt. Sie haben ihre Syxnb am Steuer gehabt, waren aber machtlos, den Kurs zu beeinflussen. Sic wurden nur als Camouflage benutzt. Man brauchte sie, um die Anerkennung den Konservativen zu überlassen und den Tadel für einen Fehlschlag auf sie zu laden. Eine Erklärung Macdonalds „Eine Nation braucht eine überparteiliche Negierung." London, 28. Sept. (XU.) Am Mittwochabend gab Ministerpräsident Macdonald im Namen seiner zur Nationalen Arbeiterpartei gehörigen Mi- nisterkollegen Lord Sankey und Thomas und in seinem eigenen Namen folgende Erklärung heraus: Vor zwölf Monaten übernahmen wir eine schwere Aufgabe, und wir wußten, was das bedeutete. Jetzt wollen wir genau so alle Parteirücksicht- nähme und Parteiinteressen beiseite lassen — denn unsere Arbeit ist noch nicht beendet und kann auch nicht beendet sein — bis auf diese oder jene Weise eine Regelung der Reparationen und Schulden zustande- gekommen ist. Ferner ist die W e l t w i r t s ch a s ts- ko n f e r e n z zu berücksichtigen. Wir arbeiten wei- ter, bis die Arbeit erledigt ist. Wir erheben jetzt den Ruf an die Wähler, wie vor zwölf Monaten, nämlich: Daß eine Nation eine überparteiliche Regierung braucht, daß reine Partei- crwägungen unseren nationalen Anschluß in der Welt schwächen und ein schwerer Schlag für die Schritte sein würde, die jetzt im Interesse der Wiedererholung der Welt getan werden. einem Jahr wurde es für nötig gehalten, die Gefahren in den schwärzesten Farben zu schildern, um die Borbedingung für die nationale Regierung zu schaffen. Heute, wo sich die sogenannte nationale Regierung in das Fahrwasser des konservativen Protektionismus begeben hat, kommt es vor allem darauf an, dem Inland und dem Ausland gegenüber den Eindruck der Ruhe zu bewahren. Die auch in den Schreiben der demissionierenden Kabinettsmitglieder betonte Ansicht, dah die akute Krise überwunden ist, entspringt wohl der Absicht, Befürchtungen über schlimme Folgen und einen ungünstigen Eindruck im Ausland wenigstens im jetzigen Augenblick vorzubeugen. Als heute mittag das offizielle Bulletin den Rücktritt der drei Vorkämpfer des Freihandelsgedankens, Snowden, Samuel und Sinclair, verkündete, war es schon sicher, daß die nationale Regierung den Aderlaß überstehen würde. Die Gründe, die Snowden veranlaßt haben, dem Premierminister die 4Ojährige Weggenossenschaft zu kündigen, sind die gleichen wie die Motive der Samuel-Anhänger. Es war d i e einzige Möglichkeit Die sich angesichts der Ohnmacht gegenüber der überwältigenden protektionistisch-konservativen Mehrheit ergab. Abgesehen von der Lieberzeugungsfrage des Freihandels spielen jedoch gewiß auch Partei- Neue Kämpfe in der Mandschurei Japan droht mit der Besetzung Pekings und Tientsins. Schanghai, 28.Sept. (TU.) Wie die chinesisch- Press« meldet, haben sich in der Mandschurei nördlich von Mulden erneut blutige Kämpfe der chinesischen Freischärler mit den Japanern abgespielt. Don den Freischaren, die in Stärke von 9900 Mann anrückten, ist die Stadt P e k u , etwa 50 Mellen nördlich von Mulden, b e« setzt worden. Es entwickelte fid) eine heftige Schlacht, in der 100 Japaner getötet sein sollen. Die Tätigleit der Freischärler hat sich auch im Ge- biet von T s ch u n g t s u verstärkt. Weiterhin ist Station Tsitsikar von den Freischaren unter Feuer genommen worden. Ein japanischer Panzerzug mußte eingesetzt werden. Oestlich von Tsitsikar wurde die Eisenbahnlinie zerstört. In einer Unterredung mit Pressevertretern erklärte der japanische Kriegsminister A r a k i, Japan werde, wenn der chinesische General Tschangsueliang in d:e Mandschurei eindringe, nötigenfalls Peking und Tientsin besetzen. Nur so könne die aufrührerische Tätigkeit Tschangsueliangs gegenüber der neuen mandschurischen Regierung unterdrückt werden. Ein erneutes militärisches Sv Orientierung der englischen Wirt- schas ts Politik, die mit überkommenen Traditionen solgerichtig brechen muhte, um die vitalen Interessen des Inselreiches der veränderten Weltwirtschaftsstruktur anzupaffen. Als nachdem Bombardement mit den franzöfifchen goldenen Kugeln im Vorjahre das englische Pfund xer- schossen wurde, war es offensichtlich, dah eine Reorganisation nicht im überkommenen Sinne durch Beibehaltung der freihändlerischen Grundsätze und der alten Parteipolitik durchgeführt werden konnte. Das Konzentrationskabinett aller nationalen Kräfte war für England — sieht man von der Lloyd-George-Koalition nach den Kakhi-Wahlen 1918 ab — politisch ein geradezu revolutionärer Versuch, ebenbürtig der Loslösung des Pfundes: vom Goldstandard. Die Arbeiterparteiler haben diesem Versuch eine fast gesinnungstreue Opposition entgegengesetzt, die das Werk Macdonalds nicht störte. Kräftiger regten sich die alten Anfchauungen aber im Kabinett selbst. Die Konservativen hielten sich mahvoll zurück, die Liberalen, durch Lloyd Geor- Ses Demagogie zersplittert, machten entweder mit em neuen Kurs einen Verständigungsfrieden, oder sie versuchten innerhalb des Kabinetts, die Entwicklung rückwärts zu revidieren. So war auhen- und innenpolitisch das Kabinett Macdonald vielfach gehemmt. Es war hin und wieder entweder ein beförderter Rückschritt oder ein zurückgehaltener Fortschritt, und die Klärung muhte dann eintreten, wenn der neue Wirtschafts- kurs auch für das gesamte Imperium mahgebend wurde. Aus der Reichskonferenz in Ottawa wurde das einheitliche Wirtschaf t s r e i ch wenigstens umrissen. Was in den achtziger und neunziger Iahren des vorigen Jahrhundert der ältere Chamberlain mit seiner lärmenden imperialistischen Propaganda nicht erreichte, ist Macdonald zum wesentlichen gelungen. Gegen den Begriff eines einheitlichen Wirtschaftsimperiums wandten sich die jetzt ausgeschiedenen Kabinettsmitglieder nicht, aber ihrer politischen Herkunst nach muhten sie begründete Zweifel darin setzen, ob eine ausgesprochene Schutzzollpolitik und damit eine gewisse Abschließung vom freien Welthandel die einzige Möglichkeit war, Englands verlorene Vormachtstellung zurückzugewinnen. Seit vor hundert Jahren C o b d c n feinen Freihandelsruf ausstieb und unter dem Banner des Freihandels Englands Jndustriemarkt zeit» weilig — bis zum Aufkommen der festländischen und amerikanischen Rivalen — ein Monopol besaß ist schon aus der insularen Lage heraus die britische Wirtschastspolitik freihändlerisch orientiert gewesen. England bezog feine Lebensmittel von überall her, es bezahlte mit Industrie- Waren und da die landwirtschaftliche Erzeugung Englands gering ist, wäre es unsinnig gewesen, die Lebensmitteleinfuhr auch noch mit Zollen zu belegen. Das Glück der größtmöglichsten Zahl, auch ein englischer Begriff, beruhte also Generationen hindurch darauf, dah im Austausch gegen Lebensrnittel englische Industriewaren nicht durch Zollmahnahmen anderer Länder oder durch auf- kommende ausländische Industrien an ihrer Verbreitung gehindert würden. Als das mit der industriellen Erstarkung des Festlandes Europas in den letzten beiden Iohrzehnten des vorigen Jahrhunderts geschah, setzte die er st e o cp utz - zollbewegung ein, drang jedoch aus Den Konferenzen des Mutterlandes mit den Kolonien nicht durch. Erst die Weltwirtschaftskrise und die Verschiebung des Finanzzentrums von England nach Wallstreet bereiteten den Boden für eine wirtschaftliche Absperrungspolitik, die in Ottawa, wenn auch leicht verklausuliert, tatsächlich das einheitliche Wirtschaftsimperium zustande brachte. Es ist ein Irrtum, anzunehmen, diese Entwicklung fei von den englischen Linksparteien bekämpft worden. Die Arbeiterparteiler waren an und für sich weder Freihändler noch >Lchutzzöllner: sie haben niemals diese Frage als solche des politischen Glaubensbekenntnisses, als Dogma betrichtet, sondern nach reinen Nützlichkeitsgesichts- punkten gewertet. Die britische Arbeiterbewegung unterscheidet sich von der europäischen dadurch, daß sic sich wesentlich in den Formen des Gildcnsozialis- mus betätigte. Die geistige Führerschicht, die alten Fabians, zu denen auch Snowden gehört, waren allerdings mit liberalem Gedankengut geimpft, bildeten aber nur eine zahlenmäßig geringe Führerschicht, die sich übrigens auf drei politische Lager verteilte, auf die Unabhängigen, den radikalen Flügel also, auf den Stamm der Gewerkschaftler, die bis zu Burns Zeiten sogar jede Parteiform ablehnten, und aus die Linksliberalen. Das Freihandelsdogma war diesen Intellektuellen, im Gegensatz zur Masse, Glaubenssatz, aber es bleibt doch bezeichnend, daß R u n c i m a n im Macdonald-Kabinett auch jetzt noch verbleibt, obgleich er auch aus dieser Schule stammt. Sir Herbert Samuel schließlich der zu- rüdgetretene Innenminister, war ursprünglich Zoll- Genf, 28. Sept. (TU.) Die Abreise des deutschen Außenministers hat in hiesigen französischen Kreisen völlig überrascht, da man bisher eine der- artige Haltung der Reichsregierung nicht ge- wohnt war. Man hatte auf französischer Seite fest damit gerechnet, daß der Reichsaußenminister wegen der angetünbigten Rede Her - riots unverzüglich feine 21 b reife v er- schieben würde und damit seine Kompromiß- bereitschast bekundet hätte. Wie zu erwarten war, wird die Abreise von französischer Seite als eine absichtliche deutsche Geste dargestellt, die nur die Gegensätze zwischen der deutschen und französischen Auffassung unterstreichen sollte. In eng- fischen Kreisen beurteilt man dagegen die Abreise des Freiherrn v. Neurath durchaus ruhig und sachlich und weist darauf hm, daß der englische Außenminister b e r e i t s v o rein t- gen Tagen abgereift sei und sein« Rückkehr völlig ungewiß wäre. Auf französischer seit« be- stand zweifellos die allzu offensichtliche Absicht, Her- riot in Anwesenheit des deutschen Außenministers einen großen Triumph in der Völkerbunds- K . Versammlung zu ermöglichen, um damit für die gehen Japans in schanghai werde davon ab. weiteren Verhandlungen der Gleichberechtigungs- frage eine den französischen Wünschen entsprechende Atmosphäre zu schaffen. Es dürste zum erstenmal in der Geschichte der deutschen Teilnahme an Völkerbundsverhandlungen fein, daß eine Unterredung zwischen den gleichzeitig anwesenden führenden französischen und deutschen Staatsmännern nicht ftattgefunben hat. Die Initiative für die Weiterbehandlung der Gleichberechti- gungssrage bleibt weiter auf der Gegenseite, da an einer Weiterführung der Gleichberechtigungsverhandlungen in erster Linie die Mächte interessiert sind, die für die Abrüstungskon- ferenz und damit für den gesamten Völkerbund eine Gefahr aus einem Fernbleiben Deutschlands erblicken. Es ist jedoch nicht aus- geschlossen, daß Neurath, falls erforderlich, zu den Verhandlungen über die Minderheitenfrage am Schluß der Völkerbundsversammlung zuruck kehrt, da die Reichsregierung einen energischen Vorstoß in der Richtung einer grundlegenden Revision der bisherigen katastrophalen, di« Minderheiten sabotierenden Haltung des Völkerbundes unternehmen will. Henderson ist hoffnungsvoll. Genf, 28.Sept. (WTB.) Der Präsident dcr Abrüstungskonferenz Henderson hat heule abend vor seiner 2Tbreife nach London der Presse folgende Erklärung abgegeben: „Der Präsident der Konferenz für die Herabsetzung und Begrenzung der Rüstungen hat seine Besprech u n g e n bis zu seiner Abreise nach London heute abend fortgesetzt. Im Laufe des Tages hat er mit Frei Herrn von Neurath, Baron Aloisi, Herrn Tenesch, Herrn Zaleski, Herrn Hymans und Herrn Madariaga Unterrebungen gehabt. Herr Henderson hofft, daß genügende Fortschritte bis zu seiner Rückkehr nach Genf zu der nächsten Sitzung des Büros am 10. Oktober gemacht werden, um ihm zu erlauben, dem Büro bei seiner ersten Sitzung einen Bericht vorzulegen und die Prozedur zur Behandlung der Sicherheit und der Gleichberechtigung ins Auge zu fassen." Dogmatikern um Snowden überschwenkte. Für die zurückgetrctenen Minister ist Ersah da. Die Wirtschaftspolitik des Kabinetts Macdonald wird durch diesen Rücktritt noch britischer orientiert, als sic es bis jetzt schon war. England hat eine große Offensive zur Wiedergewinnung der Auslandmärkte begonnen. Es wartet auf die Kündigung des deutfch-sranzösischen Handelsvertrages, es hat in den letzten Jahren immer mehr Waren aus Europa (mit Ausnahme von Frankreich und Deutschland) bezogen und dafür Jndustriewaren abgesetzt, als aus den Vereinigten Staaten, mit denen der britische Handel rückläufig ist. Dieser Kurs hat zwar das Arbeitslosenheer nicht verringert, jedensalls aber den Teilerfolg erzielt, daß die Wirtschaftslage sich nicht ber- schlechterte. Lind schon das wird in dem einst so hochmütigen England als Erfolg des Kabinetts Macdonald verbucht Dafür ist bezeichnend, daß sogar die Konservativen parteioffiziös für das Verbleiben. Macdonalds im Amte eintraten. Die neuen Minister. 3toet Konservative und cm Liberaler. London, 28. Sept. (TU.) Amtlich wird mil- geteilt: „Der König von England hat den Rücktritt der drei Minister Lord Snowden, Sir Herbert Samuel und Sir Archibald Sinclair, angenommen und feine Zustimmung ju folgenden Minislerernennungen gegeben: Zum Innenminister wurde der bisherige Landwirtschastsminister Sir John ©ilmour ernannt, dessen Nachfolger der bisherige Unterffaats- fefretär im Schatzamt, Major Walter L l l i o t, wird. Zum Staatssekretär für Schottland wird Sir Geoffrey Lollins ernannt.“ von den neuen Ministern gehören ©ilmour und Elliot der fionferoatioen, Lollins der Liberalen Partei an. Die Gründe des Rücktritts der Liberalen. Die Hinneigung des Kabinetts zur protektionistischen Zollpolitik. London, 28. Sept. (TLl.) Am Mittwochabend wurde der Brief veröffentlicht, in dem die Samuel-Liberalen Minister ihren Rücktritt be- grünben. Die wichtigste Aufgabe, so heißt es u. a. in dem Schreiben, wäre die Befreiung der Welt von Zollmauern und anderen Handelsbeschränkungen gewesen. Statt dessen habe aber die englische Regierung neue Beschränkungen geschaffen, die zur Erhöhung der Arbeitslosigkeit beitrügen. Sodann werden die Einwendungen gegen die Ottawaer Abmachungen bargelegt, die zu einer Erhöhung der Lebe n s m i t te l p re i s e führen müßten. Schließlich versichern die Minister der Regierung, daß sie die Regierung in allen Fragen mit Ausnahme der Ottawaer Abmachungen unterstützen würden. , , _ Auch Snowden legt in einem sechs Selten langen Schreiben die Gründe seines Rücktritts dar. Er sei seinerzeit nur unter der Bedingung in die Regierung eingetreten, daß sie nur für nationale Zwecke arbeite. Stattdessen sei es jedoch immer klarer geworden, daß die protektionistische Seite der Regierung und des Llnterhauses entschlossen sei, eine volle Schutzzollpolitik durchzuführen und dabei Macdonald und ihn, Snowden, als Werkzeuge für die Durchführung dieser konservativen Politik auszunützen. Keines der künftigen Ergebnisse, die man vorausaesagt habe als man zu einer Schutzzollpolitik übergegangen sei, sei erzielt worden. Der Außenhandel Großbritanniens sei beträchtlich zurückgegangen, die Arbeitslosigkeit habe zugenommen und die Schutzzollpolitik habe im Auslande D e r g e l t u n g s m a h n a h- menundEinschrankungenzur Folge ge- habt. Oie Simon-Liberalen unterstützen weiter Macdonald. London, 29. Sept. (WTB. Funkspruch.) Bei einer Zusammenkunft der sog. Simon-Liberalen Par- lamenismilglieder wurde eine Entschließung angenommen worin der Ueberzeugung Ausdruck gegeben wird daß die Fortsetzung der nationalen Bemuhun- aen angesichts der ernsten Probleme, vor denen die Nation und die Welt stehen, unbedingt notwendig lei Der Außenminister Sir John Simon und der Handelsminister Waller Runciman werden zu ihrem Entschluß, den Premierminister weiterhin zu 1 unterstützen, beglückwünscht. Die Krisis überwunden. Lond on, 28.Sept. (CND. Eigene Meldung.) I Die Kabinettskrise ist vorüber. Sie ist — aufjet- t lich wenigstens — undramatisch verlaufen wie . die meisten ihrer Vorgängerinnen un6 zeigt wie» - der einmal, wie gut man sich in England auf . geschickte Inszenierung versteht. Vor Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bi« zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärt« 10 Reichspsennig; für No- tilameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennitz» Platzvorfchrift 20’ , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wllh. Lange. Deranttoorilich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Giessener Anzeiger von einzelnen Nummern MM General-Anzeiger für Gberhessen richten: Anzeiger Siehe». v ’ $r«itfLrtam‘maTn6ii686. Cm4 und Verlag: vrühl'Iche Univer?i. 'Leiter betonte 21raCi, Japan werde jeden -3 d r ! d; l o g des Aölkerbun - b e 9 glatt a b l e y n e n, d'^r die Unabhängig- Seither Mandschurei mißachte. WchariM am Geburtstag lxres Oserbesehlshabers. Pa ole: :)ieich:präf deut H;cneralf Idn'arscha^l von Hindenburg! Berlin, 28. Sept. (WTB.) Z u Ehrendes 8 5. Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg, sind für die Wehrmacht allgemein folgende Anordnungen getroffen worden: Samstag, den 1.10. 32, abends: Großer Zapfen ft reich in allen Standorten (einschließlich Truppenübungsplätzen), in denen fiä) Musikkorps befinden. Sonntag, den 2.10.32: 7 Uhr: Großes Wecken, Beflaggen sämtlicher militärischer Dienstgebäude und Anlagen der Wehrmacht von 7 Uhr bis eine Stunde nach Sonnenuntergang: Schiffe der Reichsmarine: Ausflaggen. M i l i t ä r g o t t e s d i e n st e in den Standorten. 12 Uhr beim Heer und bei der Reichsmarine: P a r a d e a u f st e l l u n g der Standorttruppen und der Marineteile am Lande, Musterung der Marine- teile an Bord. Ansprache der Standortsältesten und Schiffskommandanten bzw. Flottillen- und Halb- flottillenchefs. Vorbeimarsch der Standorttruppen. P l a h m u s i k in den Standorten. P a r o l e für Heer und Marine: „Reichspräsident, Generalfeldmarschall von Hindenburg!" Arbeitskonflikt in der Weißenfelser Schuhindustrie. Einstweilige Verfügung verbietet Unterstützung der Streikenden. Weißenfels. 28. Sept. (ERB.) Der in der vergangenen Woche ausgebrochene Arbeitskonflikt in der Weißenfelser Schuhindustrie hat jetzt zur Aussperrung der Arbeiter in allen Betrieben geführt. Die Gesamtbelegschaft der Weißenfelser Schuhfabriken beträgt etwa 2500 Mann. In fünf Betrieben sind in der vergangenen Woche 850 Mann wegen der auf Grund der Notverordnung erfolgten Herabsetzung der Löhne bei gleichzeitiger Vermehrung der Belegschaft in den Streik getreten. Auf Antrag des Reichsverbandes der deutschen Schuhindustrie. Zwcigverein Weißenfels, ist vom hiesigen Amtsgericht im Wege der ein st welligen Verfügung angeordnet worden, daß die am Streik beteiligten Gewerkschaften bzw. deren Funktionäre gehalten sind, die sofortige Wiederaufnahme der Arbeit von ihren Mitgliedern zu verlangen, jede tatsächliche oder finanzielle Unterstützung der Streikenden sowie die Weiterorganisierung des Streiks oder öffentliche Kundgebungen an die Einwohnerschaft zu unterlassen und mit allen Mitteln darauf hinzuwirken, daß in den Weißenfelser Schuhfabriken der tarifliche Zu st and wieder herbeigeführt wird. Für jede Zuwiderhandlung wird den Gewerkschaften eine Geldstrafe von 3000 Mark in jedem Einzelfall angedroht. Der Aufforderung der Arbeitgeber, die Arbeit heute wieder aufzunehmen, ist nirgends Folge geleistet worden. Demzufolge wurden in allen Fabriken die Aussperrungskündigungen mit einer Kündigungsfrist von 14 Tagen ausgesprochen. Gegen die einstweilige Verfügung haben die Gewerkschaften Einspruch erhoben. Darüber wird am Freitag vor dem hiesigen Arbeitsgericht verhandelt werden. Kleine politische Rachrichten. DieDurchführungsbestimmungenzur Steuergutschein - Verordnung erscheinen in der nächsten Nummer des Reichsgesetzblattes. Sie umfassen Bestimmungen über die Gutscheine für Steuerzahlungen wie für Mehrbeschäftigung, ferner über die Ausgestaltung der Steuergutscheine und ihre steuerliche Behandlung. Schließlich sind noch neun Beispiele angeführt. Reichskanzler v. Papen wird am 11. Oktober nach Bayern reisen, um der bayerischen Regierung einen Besuch abzustatten. Am 12. Oktober wird Reichskanzler v. Papen eine Rede vor dem Verband bayerischer Industrieller halten. t Der endgültige Termin für die Verfassungsstreitsache wegen der Einsetzung eines Reichs- k o m m i s s a r s i n P r e u ß e n ist auf den 10. Oktober festgesetzt worden. Im Befinden Winston Churchills, der neuerdings an Paratyphus erkrankt ist, ist eine Verschlimmerung eingetreten, so daß sein Befinden zu größter Besorgnis Anlaß gibt. Der amerikanische Marinesekretär hat angekündigt, daß die Regierung sofort an den Dau vondreineuenZerstörerngehen werde. Der Dau war seinerzeit aus Sparsamkeitsrücksichten aufgeschoben worden. Er wird angeblich jetzt in Angriff genommen, um die Arbeitslosigkeit zu vermindern. Der bolivianische Minister des Aeuhern hat ein vorbehaltloses Schiedsgerichtsverf a h- ren im G ran-Chaco-Strei t abgelehnt und gegen Paraguay den Vorwurf erhoben, daß es für die Annahme des Waffenstillstandes unannehmbare Dedingungen stelle. Aus aller Welt. Schlaganfall des Kölner Handelskammerpräsidenten Geheimrat Hagen. Der Präsident der Kölner Industrie- und Handelskammer, Geheimrat Hagen, hat dieser Tage nach seiner'Rückkehr von den Einweihungsfeierlichkeiten des Neubaues der Industrie- und Handelskammer und Börse in Köln in seiner Villa einen Schlaganfall erlitten. Oer Wirbelsturm über Portorico. Die besonders von dem Wirbelsturm betroffenen Gebiete sind Areeibo und Fajando. hauptsächlich das Gebiet zwischen Fajando und Carolina, wo alle Städte dem Erdboden gleichgemacht sind. Die Regierungsbureaus werden in den nächsten Tagen wieder geöffnet sein, als ob nichts geschehen wäre, gemäß dem Wunsch des Gouverneurs, der die Meinung geäußert hat, daß man sich nicht der Verzweiflung hingeben dürfe. Der Wirbelsturm, der Portorico verheert hat, hat jetzt San Pedro de Macoris int Süden der Insel Haiti heimgesucht. Alle Vorsichtsmaßregeln sind dort ergriffen worden. Schwere Zuchthausstrafen des Heuthener Sondergerichts. Das Beuthener Sondergericht verurteilte sechs Arbeiter, die am 5. August einen Polizeibeamten der sie wegen nächtlicher Ruhestörung verwarnt hatte, überfallen, entwaffnet und mit seinen eigenen Waffen schwer mißhandelt hatten, zu Zucht- Ha u s st r a f e n von 12, 11, 10 und 8 Jahren und zu Gefängnisstrafen von 3 bzw. 2 Jahren. Der Staatsanwalt hatte insgesamt 60 Jahre Zuchthaus beantragt. Das Brüsseler Elektrizitätswerk zerstört. Das Elektrizitätswerk in Drüssel ist durch einen Drand vollkommen z e r st ö r t worden. Die Stromversorgung der Stadt ist gänzlich stillgelegt. Die Zerstörung ist entgegen den ersten Mitteilungen nicht auf eine Explosion zurückzuführen, sondern auf einen Drand, der in den Leitungsanlagen des Hauptsaales entstand und sich mit so überraschender Schnelligkeit ausbreitete, daß die De- legschaft eben noch Zeit hatte, sich Hals über Kopf in Sicherheit zu bringen. Die gesamten Anlagen mit ihren großen Turbinen sind v o l l st ä n d i g vernichtet. Rur ein Rebenwerk mit einer Leistung von 36 000 PS konnte gerettet werden. Es bestätigt sich, daß damit die Kraftversorgung der gesamten Stadt zunächst still- gelegt worden ist. Ein Arbeiter hat schwere Brandwunden erlitten. Riesige Menschenmassen beobachteten die Katastrophe von den Ufern eines in der Rähe vorbeiziehenden Kanals aus. Die Zeitungen, mit Ausnahme des „Soir", sind nicht erschienen. Später setzte die Versorgung mit elektrischem Strom wieder ein, nachdem die Erzeugung in beschränktem Umfange wieder möglich geworden war. vierstündiger Kampf gegen einen Hornissenschwarm. Dieser Tage hatte die Altonaer Feuerwehr einen nicht alltäglichen schweren Kampf zu bestehen. Im Ienisch-Park hatte sich ein größerer Hornissenschwarm in einen hohlen Daum eingenistet. Rachdem mehrere Anwohner durch Stiche lebensgefährlich verletzt worden waren, wurde die Feuerwehr alarmiert, die das Rest erst nach vierstündigem Kampf vernichten konnte. Bekanntlich genügen drei bis vier Hor- nissenstiche, um einen Menschen zu töten. Ein Hund, der dem Daum zu nahe gekommen war, wurde durch einen Stich bereits völlig gelähmt. Eine Frau, die kurz darauf gestochen wurde, zeigte gleichfalls schwere Lähmungserscheinungen. Die Feuerwehr ging mit Feuerschuhanzügen und Rauchhelmen gegen das in vier Meter Höhe befindliche Rest vor. Auf einer hohen Stange wurde ein Dwistbausch befestigt, der mit Tenzol getränkt war. Als man mit der Brandfackel in die unmittelbare Rähe des Restes kam, stürzten die Hornissen in großen Schwärmen in die Flamme, um gleich darauf völlig verkohlt zur Erde zu fallen. Der von den Hornissen bewohnte Teil des Baumes wurde schließlich abgesägt. Erst nach vierstündiger Arbeit konnte die Feuerwehr abrücken. Riesendevisenschmuggel aufgedeckt. Die Zollfahndungsstelle Deuthen ist einem Riesenschmuggel von Devisen und Effekten auf die Spur gekommen, an dem zahlreich Personen im deutschen und ostoberschlesischen Grenzgebiet beteiligt sind. Rach den bisherigen Ermittlungen liegt die Zentrale der Schmugglerbande in einem Hotel in Kattowih, von wo aus der Schmuggel über die deutsche Grenze besonders nach Deuthen, Dreslau und Derlin geleitet wurde. Zollfahndungsbeamte hatten bereits in den letzten Tagen in oer Wohnung des Wechseistubeninhabers Max S a p e r eine Haussuchung vorgenommen. Dem Saper gelang es, über die Dächer zu flüchten und noch einen großen Teil des Geldes nach dem Auslande in Sicherheit zu bringen. Ietzt wurde wegen Verdunkelungsgefahr die Ehefrau des Saper in Haft genommen, ebenso eine Kontoristin. Prozeß gegen einen 17jährigen Raubmörder. Vor dem Jugendgericht in München begann dieser Tage die Verhandlung gegen den 17jährigen Eisendreherlehrling Fritz Schlecht von München, der in der Nacht zum 2. Juli d. I., wie seinerzeit gemeldet, den 63 Jahre alten verheirateten Kaufmann Heinrich B r ö r von Solingen im Englischen Garten erwürgt und beraubt hatte. Die Anklage lautet auf Raubmord. Die Verhandlungen finden unter dem Vorsitz des Amtsgerichtsrates Dr. K n a p p i ch statt, die Anklage vertritt erster Staats; an-jalt Dr. Messerer, die Verteidigung liegt in den Händen von Rechtsanwalt Dr. Hans Stock. In den frühen Morgenstunden des 2. Juli war im Englischen Garten ein älterer kräftiger Mann mit Wurgspuren am Halse und anderen Verletzungen tot aufgesunden worden. Dem Toten fehlten Geld, Uhr «unb Schmucksachen. Der Ermordete konnte auf Grund des Kassenzettels eines Münchener Kaufhauses als der Kaufmann Brör aus Solingen fest- aestellt werden. Er war erst am vorhergehenden Tage in München eingetroffen und in einem Hotel am Hauptbahnhof abgestiegen. In wenigen Stunden konnte das Verbrechen dank der Mithilfe der Presse aufgeklärt werden. Ein in der Nähe des Hauptbahnhofs wohnender Schneider erhielt am Vormittag des fraglichen Tags von dem ihm be- kannten-Eisendreherlehrling Schlecht einen bejchmutz- ten Anzug zum Reinigen, auf dem sich Blutspuren befanden. In der Tasche sand der Schneidermeister eine goldene Uhr mit dem Monogramm A. B. Er teilte seine Wahrnehmungen der Polizeit mit, worauf Schlecht verhaftet wurde. Schlecht behauptete, mit Drör in einen Streit geraten zu sein. Dabei habe er ihn niedergeschlagen und gewürgt. Als er sah, daß Brör bewußtlos am Boden lag, habe er ihm seine Sachen weggenommen und sei davongelaufen. Kunst unv Wissenschaft. Oer Maler und Graphiker Emil Orlik f Der bekannte Graphiker und Maler Professor Emil Orlik ist am Mittwoch in Derlin im Alter von 62 Iahren einem Herzleiden erlegen. Orlik wurde am 21. Iuli 1870 zu Prag geboren, studierte in München bei Lindenschrnidt und Raab, arbeitete dann selbständig in Prag und München Und wurde 1905 als Nachfolger Professor Eckmanns an das Berliner Kunstgewerbemuseum berufen. Orlik ist gleicherweise als Maler, Radierer und Lithograph bekannt geworden. Während eines Aufenthaltes in Iapan machte er sich mit der Technik der japanischen Holzschneidekunst vertraut. Don seinen Radierungen befinden sich Abdrucke in den Kupferstichkabinetten von Dresden, München und Derlin. Die bekanntesten seiner Gemälde sind „Herbstlied" und „Baugrund im Schnee". Außerdem hat er eine große Zahl von Lithographien, Entwürfest für Exlibris, Buch- illustrationen und Plakaten geschaffen, versuchte sich mit Pcmkok im Farbenholzschnitt und wußte in seinen Porträts eine Reihe von Charakterköpfen zu gestalten, so Max Klinger, Gustav Mahler, R. Strauß, Max Slevogt, d' Albert, Ansorge u. a. m. Zu erwähnen sind ferner die Mappenwerke „Düchse der Pandora". „95 Köpfe", „Ci über China", „Reue 95 Köpfe". — Auch in den Ausstellungen des Oberhessischen Kunstver- eins in Gießen waren gelegentlich charakteristische Arbeiten von Orlik zu sehen. Lin Notruf der deutschen Naturforscher und Aerzte. In der unter dem Vorsitz von Geheimrat Professor Dr. Aschoff- Freiburg in Wiesbaden abgehaltenen geschäftlichen Sitzung der 9 2. Versammlung deutscher Raturforscher und Aerzte wurde beschlossen, die nächste Versammlung 1934 in Hannover abzuhalten. An Stelle von Geheimrat Prof. Dr. Karl Duisberg, der das jahrelang von ihm verwaltete Amt des Schatzmeisters nicht mehr selbst übernehmen konnte, wurde Prof. Dr. Hörlein- Elberfeld gewählt. Ferner wurden als neue Mitglieder Professor Dr. Karl von Frisch-München und Professor Dr. Morawih-Leipzig in den Vorstand gewählt. Einstimmig wurde eine Entschließung angenommen, in der die Reichsregierung gebeten wird, die für die Rotgemeinschaft deutscher Wissenschaft erforderlichen Mittel nicht unter die Grenze sinken zu lassen, auf der die Fortführung der hoffnungsvoll begonnenen Arbeiten nicht mehr möglich wäre. Die Reichsregierung wird gebeten, nicht nur die im Verhältnis zum Gesamtetat des Reichs immerhin doch sehr bescheidenen Mittel für die gedachten Zwecke in der Höhe der letzten Iahre unverkürzt zu belassen, sondern darüber hinaus eine wenn auch in noch so bescheidenem Rahmen gehaltene Vermehrung vorzunehmen, die auch in Rotzeiten wie der jetzigen möglich sei und deren Ruhen ein Vielfaches der Aufwendungen darstellen werde. Dreißig Jahre „Süddeutsche Monatshefte". Die im Derale Knorr & Hirth G. m. b. H. in München erscheinenden „Süddeutschen Monatshefte" eröffnen mit dem Oktoberheft 1932 „Aus dem Zusammenbruch der Ration" ihren 3 0. Iahrgang. Die Zeitschrift, die ihre Leser über alle Gebiete des Wissens auf dem Laufenden hält, läßt sich in erster Linie das Schicksal des Deutschtums auf der ganzen Erde angelegen sein. Oie neuen Mitglieder des Gießener Gtadttheaters. Dom Stadttheaterbureau werden uns die folgenden Mitteilungen über die neuengagierten Mitglieder unseres Ensembles zur Versügung gestellt: So herzlich ein echtes Theaterpublikum — und die Gießener darf man wohl als solches bezeichnen — seine alten Bekannten wieder begrüßt, so ist man doch begreiflicherweise auf die neuen Gesichter besonders gespannt. Wir stellen daher unsere bisher neuverpflichteten Mitglieder alphabetisch vor. Im Schauspiel interessiert zuerst der jugendliche Held und Liebhaber: Rainer Eggemann, ein großer, schlanker, blonder Mensch, der typische Norddeutsche. Schon von Iugcnd auf hatte er den „Theaterfimmel". Don der staatlichen Schauspielschule Berlin unter Leitung Professor Iessners kam er ans Stadttheater Berlin: dann Deutsches Theater Hannover, von dort gastierende Zwischenlandung in Köln: jetzt: Gießen. Der große blonde Iunge mit seinem frischen Iungensgesicht und den strahlenden Augen ist unverbesserlicher Optimist: „Gibt's ja gar nicht, daß hier gezögert wird. Ich will die Theaterfreunde besuchen und recht schön bitten, die lassen uns nicht im Stich!" Der Operettentenor Alfred Sier ment, der vom Landestheater Karlsruhe zu uns kommt, ist vielen ja fein ganz Unbekannter mehr, meint nur: bei einem solch einzig schönen Theater wollen Sie nicht Abonnent werden? Ia, dann sind Sie auch nicht dabei, wenn ich in der Operette „Die Toni aus Wien" als erste große Fachrolle den Theodor Körner finge? Liebe, gnädige Frau, Sie lassen mich doch nicht vergeblich bitten? Einer, der sich bei uns die Sporen edler Schauspielkunst verdienen will, ist Kurt Peter Hamel von der Schauspielschule Frankfurt a. M., von wo ihn der Intendant im wahrsten Sinne des Wortes „loseisen" muhte. Er ist Mannheimer Kind und spielbesessen. Rach einem mehr- semestrigen Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft in Heidelberg und Frankfurt ver- schlug es ihn zur Bühne. Er steht am Anfang seiner Laufbahn und hofft — hofft — hofft! Mit seinem nettesten Lächeln bittet er: Vergeßt euer Abonnement nicht — mir zuliebe! Vom Landestheater Gotha kommt unsere Soubrette Liesel Deling. Ein schlankes, blondes Temperamentsteufelchen: sie bringt auch ihren entzückenden braunen Dackel mit, von dem sie sich nie trennt. Dor gar nicht langer Zeit, als Mädel- chen von vier Iahren, debütierte sie in Bad Kissingen und blieb dann auch, als Sproß einer alten und bekannten Theaterfamilie, der Tradition treu. Liesel Deling ist eine Tochter der Kammersängerin Deling-Schäfer, die in früheren Iahren verschiedentlich auch in Gießen zu Gast war. Ihre beiden Schwestern Margot und Gustel gehörten auch bereits dem Ensemble der Gießener Bühne an unter der Intendanz des verstorbenen Hofrats Steingoetter. Ebenfalls auf ihr erstes Auftreten in Gießen wartet bereits ungeduldig Sybille Eveline Flemming, unsere erste Sängerin. Sie kommt vom Stadttheater Landsberg a. d. Warthe. Diese große blonde Frau mit den schönen blauen Augen ist sicher unser wanderlustigstes Mitglied. Als Ausländsdeutsche verbrachte sie ihre Kinderjahre in Petersburg. Die Mutter, Thekla Lingen, war eine um die Iahrhundertwende viel gelesene Frauenlyrikerin. Stolz ist Sybille besonders auf einen ihrer Vorfahren, der mit zu den elf Schillschen Offizieren gehörte, die 1809 zu Wesel auf Defehl Rapoleons für ihre Liebe zum Vaterland erschossen wurden. Sybille Flemming trat erstmalig im Staatstheater Derlin auf und war nach ihrer Dü.ckkehr von einer Süd-Amerika-Toumee mit Mvissi Mitglied des Landestheaters Darmstadt, von dort führte ihr Weg über Landsberg her zu uns. Zu ihren schönsten Derufserfolgen gehört die Regine in Ibsens „Gespenstern" und die Lisa aus Tolstois „Lebendem Leichnam". Auch sie freut sich ungemein auf ihre erste große Gesangspartie und hofft als Toni in der Operette „Die Toni aus Wien" ihr Können zu beweisen. Ausgeschieden sind folgende Mitglieder: Maria Sachse und Hans P a e t s ch. jetzt am Stadttheater Heidelberg, Raimund S ch e l ch e r, jetzt am Reuen Theater in Frankfurt, und Albert Ians check, jetzt in (Bamberg. Myerhuber rast durch deuAeiher Don Horst Thielau. Mein Freund Meyerhuber hat gestern abend wieder einen ganz bösen Anfall gehabt. Da ist er wie ein Wilder von einer Welle auf die andere gesprungen. Gierig, unersättlich wie einer, der die Aetherbotschaften auf einmal an sich reihen will, drehte er die Trommeln vorwärts, dann rückwärts, dann wieder vorwärts. Der Lautsprecher jammerte wie unter Keulenschlägen. Und so entbot der malträtierte Lautsprecher uns. den malträtierten Zaungästen, das folgende vielseitige Abendprogramm: --aber diese Einschränkungen des Vererbungsgesetzes sind unzweifelhaft. Selbst die entschiedensten Forscher erkennen, daß-- --es am besten ist, wenn man nach einigen Minuten etwas mit Wasser angefeuchtete Pottasche barübergibt und die Wäsche durchreibt, wobei-- --zunächst einmal daran zu erinnern ist, daß diese Regierung auf dem politischen Schachbrett zweimal einen Tempogewinn zu verzeichnen hatte: zuerst, als sie unmittelbar nach der Wahl erklärte-- --die Menschheit pflege schon seit Jahrhunderten zu den Hülfenfrüchten instinktiv Speck und fettes Fleisch zu essen um so einen Ausgleich an diesem wichtigen Nährstoff herbeizuführen. Wer das aber nun doch nicht verträgt, der-- --hat keine Ahnung von dieser majestätischen Fahrt. Die Kraftbrühe wurde eben aufgetragen, als wir über den Thuner See dahinflogen. Deutlich sahen wir die Axenstraße, die Tellskapelle, und man-- --verrührt sodann sechzig Gramm Butter mit zwei bis drei Eigelb und gibt eine Prise Salz und Muskatnuß dazu. Unter dauerndem Rühren-- --tastete die Gräfin, obwohl ihr Antlitz völlig farblos war, nach den Zündhölzern, und ein paar Sekunden später strahlte über der Kerze, die von einem dunklen, altväterlich geschnitzten Leuchter getragen wurde-- — — die unabweisbare Zeitnotwendigkeit, die Aufmerksamkeit auf den Darm und die unverdaulichen Schlacken zu richten, wie ja einst schon der primitive Mensch-- — — an den Normalsatz der Gesellschaftssteuer nach Paragraph elf des Gesetzes gebunden war. Bei Fusionen wieder ergibt sich ein Satz von einem Prozent, wobei-- --sie noch immer an dem elektrischen Anlasser hantierte, ohne daß der Motor, der sonst auf den leisesten Wink gehorchte, angesprungen wäre. Aerger- lich richtete Selma-- --an den ehemaligen Reparationsagenten die Frage, was ihn veranlaßte, diese Mahnungen die sich im gleichen Maße gegen die amerikanische Hochschutzzollpolitik wie gegen die ebenso wirtschaftsfeindliche Goldthesaurierung der Franzosen richten, zu ignorieren und-- --den Plattfuß mindestens an drei Tagen in der Woche vorsichtig zu kneten, unter besonderer Berücksichtigung der Tatsache, daß-- --die Eisenindustrie bisher schon ihre Preiskalkulation nicht in die inländischen Verkaufspreise des Syndikats eingesetzt hat. Es ist deshalb zu verstehen, baß-- --er Angst bekam, er würde hinuntergleiten. Aber er hielt sich an den Zügeln, solange es ging; als jedoch seine Kraft zu erlahmen drohte, wimmerte er mit bebender, tränenerstickter Stimme: --„Vergessen Sie bitte nicht, Ihre Antenne zu erben! Wir wünschen Ihnen eine angenehme Nacht!" ... Oer Vater und der Säugling. Wir wissen von den Fischen, daß es Arten! gibt, bei denen der Fisch-Papa die Sorge um die Aufzucht der Drut übernimmt. Der Stichling zum Deispiel hält sorgsam vor dem Rest Wache, bis die kleinen Stichlinge aus dem Ei kriechen. Dann lehrt er seine Kinder schwimmen. In geordneten Zügen führt er sie im Wasser spazieren, wie der Schäfer seine Herde. Das Un- menschliche, wollte sagen Unfischliche, in seinem Charakter ist nur, daß er diejenigen seiner Spröß- Itnge, die im erwachenden Selbstbetätigungstrieb aus der Reihe schwimmen, kurzerhand auffrißt. Väter verlieren bei der Kinderpflege eben leicht die Geduld. Der Mensch, auch der Vater, aber ist gut. Wenn er böse handelt oder böse denkt, dann tut er es nur, weil er es nicht besser versteht. Die Väter find in der Säuglingspflege nicht genügend ausgebildet und stehen daher ratlos vor der Wiege des schreienden Säuglings und wissen nichts anderes zu tun, als wie ein Feldwebel zu fluchen. Hier muß Wandel geschaffen werden: durch Einrichtung von Mutterschulen für Väter und solche, die es werden wollen. Eine solche Schule besteht schon in Reigate in England, die regelmäßig Kurse für Männer in der Säuglingspflege veranstaltet. An dem ersten Kursus haben zehn Männer teilgenommen, wahrscheinlich aber nicht mit dem notwendigen Ernst, den die hohe Aufgabe erfordert, denn bei der Abschlußprüfung haben nur fünf das Examen bestanden. Den Prüflingen wurden u. a. folgende Fragen vorgelegt: Erstens, was machen Sie. wenn Sie mit dem weinenden Kind allein in der Wohnung; sind? Zweitens, was machen Sie, wenn das Kind Symptome einer Erkältung zeigt? Drittens, was machen Sie, wenn Ihre Frau nicht nach Haus kommt und das Kind Hunger hat? Ia, was machen Sie dann? Sie können doch nicht, wenn Sie mit dem Kind allein m der Wohnung sind und es Hunger hat, den Hut aufstülpen und Ihre Frau holen: Sie können auch nicht, wenn das Kind Symptome einer Erkältung zeigt, ihm die für Sie heilsame Medizin eines steifen Grogs verabreichen. Was machen Sie? Besuchen Sie schleunigst einen Däter-Kurlus in der Säuglingspflege! Aus der Provinzialhauptstadt in Buntes Allerlei der weiße macht. Di, 3m Rahmen deS Hessischen Grenadiertages Gießen sindet vom 30. September bis 2. Oktober eine militärische Ausstellung in der Ererzierhalle in derNeuenKaseme statt, deren Besichtigung sür Inhaber der allae- meinen Eintrittskarte kostenlos gestattet und be- W s-Li »schäft. SmilOriiit Sy?* ? ^rltn iin 6et»l=ib,n Jugend auf der Landstraße Schicksale aus unserer Zeit in Akten. Von Eonrad Bose. ** Pauschalsätze bei den Feldberei- nigungskosten. Durch Verordnung des Äffischen GcsamtministeriumS rom 27. September werden an Stelle der nach § 67 des Feldbrreinv- gungsgesetzc« vom 22. November 1923 für die im Feldbereiniqungsversahrcn auszusührenden Ar- ^riten der Dermessungsämter von den Feldberei- nigungSgesellschasten zu erstattenden baren Aus- lagen deS Staates Pauschbeträge je Hektar der Vereinigungsfläche cingesührt. Die Pauschsahe sind nach einer Tabelle gestaffelt, entsprechend der Art der Ausführung (ebenes, hügliges oder ge- birgiges Gelände), der durchschnittlichen Betriebs- große (6 Klassen) und der Zersplitterung bcS allen Tesihes. Besonders berücksichtigt werden die Vo- nitierung, die Sonderkulturen, die Ausscheidung von zukünftigem Daugelände und als allgemeine Kosten (Amtskosten. Tagfahrten. Kostenausschlag. Schreibhilfe) ein Sah von 10 Mark. Ausserdem sind roch besondere Ermäßigungen vorgesehen. Die gesamten Leistungen sind in Jahresraten abzutra- gcn und zwar zweimal 10 Prozent, zweimal 15 Prozent und zweimal 25 Prozent. •• S pende für Wohlfahrtszwecke. Wie uns vom Städtischen Wohlfahrtsamt mitgeteilt wird, hat das Modehaus Nowack den gesamten Erlös an Eintrittsgeld gelegentlich der beiden Modeschauen dem Städtischen Wohlfahrtsamt für soziale Hilfszwecke zur Verfügung gestellt. Der Erlös beläuft sich auf 206,25 Mark. •• Modenschauvchmucker. Nachdem Herr Steiner. Frankfurt, der zu den Modeschauen der Firma Schmücker am Dienstag konferierte, abberufen worden war, übernahm Herr Hub vom hieligen Stadttheater die Conference. H u b hatte sehr schnell zwilchen sich und dem Publi- tum den Kontakt hergestellt, so daß sich binnen Kurzem die angeregteste Stimmung cnttoidcltc. Mit einigen geschickt ei ngc ft reuten Anekdoten unterhielt er ausgezeichnet: für Verschiedene Gesangsvorträge fand er lebhaften Beifall. Die vorgeführten Kleider wußte er durch seine treffenden ergänzenden Bemerkungen ausgezeichnet zu charakterisieren. Er trug wesentlich dazu bei, die Stunden der Modenschau zu einem unter- Haltsamen Erlebnis zu machen. — Dem gestrigen Bericht über die Modenschau Schmucker ist nach- zutragen, daß die gezeigten Damenhute der Hut- abteiluna der veranstaltenden Firma entstammten. *• Silberne Hochzeit. Am heutigen Donnerstag begehen Oberpostsekretär F e n ch e l und Frau 'Bückingstraße 2 wohnhaft, das Fest der silbernen Hochzeit. Der Jubilar ist besonders als Dor- sitzender des Reichsbundes der Zivildienftberechtigten in weiteren Kreisen bekannt geworden. Amtsgericht Gießen. Die schon am folgenden Sitzungstage wieder aufaenommene Gerichtsverhandlung betreffend die Zertrümmerung eines Feuermel- ders in der Rodheimer Straße (vgl. den Bericht in Nr. 223) hatte insofern etn über- raschendes Ergebnis, als der Angeklagte, trotzdem seine Täterschaft bewiesen war, wegen man- Auf Neu-Guinea im Stillen Ozean finden sich, roh auf den Felsen gezeichnet und primitiv gemalt, Hunderte von rätselhaften Zeichnungen, die den Gelehrten bisher völlig unerklärlich sind. Der britische Anthropologe F. E. Williams hat diesen eingekerbten Felsmalereien eine mühsame und gefahrvolle Forschungsarbeit gewidmet. An neun verschiedenen Standorten hat er sie untersucht und muß nun auch, nach vielen Unterredungen mit den Ein- geborenen, zugeben, daß der ursprüngliche Sinn dieser Zeichen wohl für immer unbekannt bleiben wird. Die Papuas interessieren sich überhaupt nicht für die künstlerische Betätigung von Menschen, die den Dschungel vor wer weiß wieviel hundert Jahren bewohnt haben. Sie zeigen nur eine gelinde Neugierde für die Plätze, wo die Zeichnungen ge- funben wurden, vor denen sie aber weder Scheu noch Ehrfurcht bekunden. Gelegentlich oerheim ichen sie Fundstellen, die ihnen bekannt sind, aber lediglich deshalb, weil sie es nicht gerne fehen wenn der weiße foann sich in ihren Dörfern zuschaffen macht. Diese bemalten Fels-Graoierungen gleichen zum Teil den Buchstaben H, E, U, X und M, einige erinnern an die Zahlen 7 und 8, die meisten aber scheinen eher siimbollsche Zeichen oder einfach zeich- nerische Darstellungen zu sein. Unter diesen findet man Spiralen, konzentrische Kreise, Halbmonde und Ovale, die mit eingekragten ober gemalten Strichen gefüllt sinb, endlich Figuren, bie Eibechsen, Fische, Käfer, Bäume und Menschen darstellen mögen, letz- gclnbcn Beweise» f re i g e s p r o ch e n wurde, da der Richter auf Grund der Beweis- ausnahme mit der, wenn auch entfernten. Möglichkeit rechnen mußte, daß Dorsatz nicht vorlag. daß vielmehr der Täter, der in seiner Trunkenheit mit seinem Stock in der Lust herumfuchtelte, die Scheibe unabsichtlich eingeschlagen und auf den Knopf einen Druck ausgcübt hat. Zweifel an der Schuld eine« Angeklagten mü^en aber nach einem bekannten Rechtsarund'atz stets zu de icn Gunsten verwertet werden. Zeugen haben bestätigt, daß der Angeklagte stark betrunken war. daß er mit seinem Stock auf der Straße häufig Lufthieb« schlug, daß es dunkel gewesen und ihm Glauben zu schenken ist, wenn er von dem Tor- handensein eine» Feuermelders an dortiger Stelle überhaupt nichts gewußt haben will. Daraus, daß er nach geschehener Tat ausriß, konnte ein Dorsatz nicht gefolgert werden, da ihn allein schon daS Klirren der Scheive hierzu veranlaßt haben kann. Die Doraussetzungen einer fahrlässigen Handlung mögen vorgelegen haben, da» Strafgesetz kennt aber für sie bei Sachbeschädigungen kein« Strafe, doch sollte der Angeklagte straflos nicht auSgehen. Das Hessische Polizei» 3n den Akten der Iugendstellen. der Pflege- Heime für wanderndes Bolk finden sich unzählige Schicksale ausgezeichnet, die einen Begriff geben können von der ungeheuren Bielsalt der Ge- schehnisse, die sich heute auf den Landstraßen abrollen ... „ ,, Auf den Bahnhöfen greift man junge Menschen auf, verhungert und weinend, im Stadtpark, am Ende ihres Proviants und ihrer Weisheit, nut zerrissenen Schuhen, staubbedeckt Man forscht nach ihren Papieren, das ist Pflicht jede» Beamten. man verständigt die Eltern, ob e« sich vielleicht um einen Ausreißer handelt ... Ist aber alles in Ordnung, wie cs sein muß. so tut man sich um für die jungen Leute, man gibt ihnen zu essen und zu schlafen, man fragt bei allen möglichen Stellen nach, ob nicht vielleicht gerade ein Posten als Kupferschmied, als Heizer, als Schuster, als Näherin, als Fabrikarbeiter und -arbeiterin frei ist. Das ist nun leider selten von Erfolg gekrönt. Mit Ndresf^i von Jugendheimen und Pflegestellen außerhalb, die auf ihrem Wege liegen, entläßt man sie wieder. Für viele von ihnen ist das ihre erste Berührung mit den Behörden. Das war ja gar nicht so schlimm I In Zukunst werden sie alle weit weniger Scheu haben, sich bei einer Jugendherberge oder einem Pflegeamt zu melden. Indessen, ohne daß sie es wissen ruhen ihre Namen weiter in den Kartotheken. Kommen sie eines Tages wieder, so wird man sie als Bekannte begrüßen. Die alle, das Heer der wandernden arbeitslosen Jugend. ..Joseph und HanS. unzertrennliche Freunde, im Salzkammergut beheimatet, seit Jahren schon auf der Wanderschaft, ausgerüstet mit allen möglichen Papieren, gültig zur Bereisung von ganz Europa. Zustand der Kleider gut. Trotnant reichlich vorhanden. Benutzen teils die Eisenbahn. solange ihr Geld reicht, gehen bann weiter »u Fuß. bis sie vorübergehend Arbeit finden. Diel herumgekommen in den letzten Jahren. Am Bahnhof in B. aufgegriffen, Rückfrage bei den Eltern, bestätigende Antwort: Die Eltern haben nichts dagegen, daß ihre Buben aus der Walze renb der Kassenstunden von JO bis 13 11 br und von , 16 bis 17 Uhr täglich Anmeldungen von Abonne- i ment» für alle drei Tage und für alle Plah- gattungen entgegen. Oer Schießdienst im Reichsheer. DaS Programm des Hessischen Grenadiertages am 1. und 2. O k t o der in Gießen umfaßt u. a. «in Preisschießen des Bataillons und einen Schießwettbewerb für zivile Zuschauer. Man einer wird sich fragen: Warum liest und hört man immer wieder vom Gewehrschiehen beim Reichsheer? In einem kommenden Kriege wird dcr Infanterist ja keine entscheidende Rolle mehr spielen und wo er doch auftritt, durchkämpft er die Schlacht nur mit der Handgranate. In Wahrheit hat wohl di« Entwicklung des Weltkrieges den Maschinenwaffen eine gesteigerte Bedeutung zuerteilt, jedoch di« Wichtigkeit des Gewehres in keiner Weise berabgemin- bert, im Gegenteil seine unbedingte Notwendig» leit erneut bewiesen. Auch ein neuzeitliches Gefecht kann nur enlschie- den werden durch die lebendige Stoßkraft der Infanterie, durch die Schützen, die sich durch das vernichtende Abwehrfeuer des Gegners, durch das Trommelfeuer der Artillerie und die dichten Garben der feindlichen Maschinengewehre nach vorne arbeiten, jeder sich selbst überlassen und kämpfend mit dem Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit. , Halbe Menschen sind dieser Aufgabe nicht gewachsen. nur der hochwertige, moralisch gefestigte Einzelkämpfer kann diesen Anforderungen genügen. Gerade heute im Toben des Groß- kampfes gilt es mehr denn je in der Kriegs- gesch.chte der Menschheit: ..Im Felde, da ist der Mann noch was wert, Da wird das Herz ihm gewogen. Da tritt kein anderer für ihn ein, Auf sich selber steht er bann ganz allein! So kämpfen sich auch heute noch die Gewehrschützen, die Träger der Stoßkraft der Infanterie in treuer „Rottenkameradschgfr' durch "Rauch und Qualm der Schlacht nach vorn, sich gegenseitig durch das Feuer ihres Gewehres schützend und unterstützend und von rückwärts Überwacht durch das deckende Feuer der schweren Waffen. ES leuchtet ein, daß nur ein vorbildlich ausgebildeter und ausgerüsteter Soldat dieser schweren Ausgabe gewachsen sein kann. Oder möchtest du, der du diese Zeilen liest, mu leeren Händen durch das Toben eines Großkampftages von Trichter zu Trichter nach vorn springen, nicht nur der Artillerie und den Maschinengewehren des Gegners, sondern auch seinen schlechtesten Gewehrschützen hilflos ausgelieferti Tann ist auch er für dich ein unüberwiiwliches Hindernis, gleich als ob du einem schweren Maschinengewehr gegenüberlägest, und du wurdest die Bedeutung der verächtlich fortgeworfenen Waffe erkennen, da sie dir das Leben retten könnte. Unb was nutzt bich enblich dein Gewehr in diesem Augenblick, wenn du nicht verstehst, es wirkungsvoll zu gebrauchen? So ist es also doch nicht ganz so falsch, wie du glaubst, daß im Reichsheer auf den Schieß- dienst gerade mit Gewehr so großer Wert gelegt wird. Schon in den ersten Tagen erhält der Rekrut seine „Braut", das Gewehr, zur liebevollen Pflege überantwortet. Der Tag, an dem es zum ersten- mal hinausgeht zum Schießen, rechnet zu den großen Ereignissen seines militärischen Lebens. Die Schießübungen, vom Leichteren zum Schwereren fortschreitend, sollen ihn mit Vertrauen zu seiner Waffe erfüllen und seine Schiehsertig- keit schulen. Nach seinem liebertritt zum Feldtruppenteil tritt dann zu der Fortsetzung in der Schießausbildung mit dem Gewehr 98 bie intensive Ausbildung am Maschinengewehr. 3e nach seinen Leistungen im Schießen mit dem Gewehr 98 wirb der Schütze in bie verschiedenen Schiehklassen eingeteilt, in denen bie Anforderungen von der 2. zur 1. von da zur Besonderen und zur Scharfschützenklasse sich steigern. Schießabzeichen, die die besten Schützen erhalten (schmale Silberstreifen, die am linken Aermelaufschlag getragen werden). PreiSschießen unb Einzelprüfungsschiehen sollen die Lust und Liebe zum Echießdienst fördern und erhalten. ■ Ciughnfl- „ttoermmmlS" :a|am si S“ eie em £ A $0*®* ®olcn'6nflla-n&’ ÄÄ GIS DK «»'w Oer Musik-Oeteltiv. Den Komponisten, die, wenn ihnen nichts ein- fällt, bei jenen Kollegen naschen, denen etwas eingefallen ist, wird jetzt das Handwerk gelegt. In Amerika hat «in Deutsch-Amerikaner sich als Musik- Detektiv niedergelassen. Sein Beruf ist, alle neuen Schlager, die auskommen, darauf hin zu prüfen, ob sie nicht nur urheberrechtlich; sondern auch musikalisch eine „Original-Komposition" darstellen. Er tut das nicht im Auftrag dcr Erben von großen Musikern, sondern er ist von einem amerikanischen Sender engagiert, den Rundfunkhörern in regel- mäßiger Folge Musikanalysen vorzutragen. Er nimmt sich irgend eine Schlagermelodie oor unb beweist von Motiv zu Motiv, wenn fatale Aehn- lichkeiten mit Stellen aus den Werken der Klassiker vorhanden sind. Den Schlagerkomponisten, die kein reines Gewissen Haden, ist da? natürlich sehr unangenehm. Es kommt aber auch vor, daß noch lebende Komponisten von Kollegen bestohlen werden. In einem solchen Fall einigt man sich in Amerika durch Teilung des Verdienstes. Eine Firma halte einen Schlager herausgebracht, für den bereits Zwei Komponisten verantwortlich zeichneten. Der Musik-Detektiv wies nach, daß drei andere amerikanische Komponisten schon vorher die gleiche Idee gehabt hatten. Auf dem Umschlag des Notenblattes sind setzt fünf Personen als Komponisten verzeichnet. Geheimnisvolle Ielsenzeichnungen. sind, im Gegenteil — sic lassen sie grüben unb ihnen alle« Gute wünschen. Die Eltern sind angesehene HanbwerkSleute im Dalzkammer- 9U„karI unb Wilhelm, aus R. am Rhein, cin- getroffen zur freiwilligen Melbung. ba sie 0a8 Plakat ber Fürsorgestelle gelesen haben. Vie wollen nach Dresden, wo sie früher einmal gearbeitet haben. S'.e glauben, dort weiteres Auskommen zu finden, lleberwiesen in» Jugendheim, von dort an die Wohlfahrtsstelle, wo sie neue Schuhe und Kleider erhallen. Nach drei Tagen setzen sie ihre Wanderschaft fort/' Otto durchgebrannt von zu Haufk. wo unerfreuliche Derhältnifse herrschen. Er wollte ferner Mutter als Erwerbsloser kein Kostgeld abgeben« Seine Papiere sind nicht in Ordnung, weshalb et in Schutzhaft genommen wird. Nach einem halben Tag überwiesen in das Jugendheim beS Polizeipräsidiums Berlin, wo seine Angaben über- prüft werden sollen." ..Zwei jünge Mädchen au» Sachsen, wollen ihren Namen nicht angeben. Man hat sie zu Hause nicht« lernen lassen. Sie haben nur gelegenheits- weise gearbeitet, in ber Fabrik, im Restaurant, im Bureau. Sie suchen richtige Arbeit, sind deswegen auf die Wanderschaft gegangen. Abgerissen verhungert und weinend werden ne in einer Parkanlage von ber Polizeistreife gefunden. Sie Haden seit Tagen kein Bett gesehen- Man bringt sie in ein Jugendheim und verständigt die Eltern, die sie abholen unb ihnen Straflosigkeit zusichem." _, . . . - „Karl aus Altenburg, früher Schmied, sehr kräftig, ohne Schädigungen durch das Wanderleben. das er seit Jahren führt. Sem Ziel ist Bremen, wo er sich anheuern lassen will. Er hat einen Onkel in Amerika. Sein Daker hat ihm die Erlaubnis zum Heber,iebeln gegeben, fein Onkel erwartet ihn drüben, kann ihm aber nicht das Reisegeld schicken." So sehen, ohne Kommentar, die Akten aus. die sich in der Berliner Iugendwanber- zentrale befinden . -. strafgesetzbuch sieht in Artikel 219 für starke Trunkenheit — ein Ausfluß derselben nach 4er- gerni« erregendem Unfug auf der Straße — Bestrafung vor, unb das Gericht erkannte demgemäß auf eine Geldstrafe von 15 Mark. Eine Anzahl Arbeiter wurde in nahen Waldungen mit einschlägigen Arbeiten beschäftigt. Es waren sämtlich Wohlfahrlsempsänger, darunter der Angeklagte. Sie wurden von einem Forstwart au« der Ferne überwacht und beobachtet al« sie sich zusammenstellten und eifrig unterhielten. Sr ging aus sie zu und,wurde mit dem Kommando: ..Augen link«! " empfangen. Jetzt machte er ihnen Dorhalte und e« kam zu Aus- einanderlehungen. während deren der Angeklagte ihm zuries: ..Hast du denn überhaupt in deinem Leben >chon etwa« gearbeitet?" Hierin war fraglos eine Beleidigung deS Beamten, wahrend er -ich in Ausübung seine« Deruses befand, zu erblicken. Allzu milde durfte die Siras« nicht auSsallen. zumal die Arbeiter eine drohende Hal. tuna gegen ihn einnahmen und er 2xitiid)Icuen befurchten mußte. Der Angeklagte erhielt eine Geldstrafe von 25 Mark. sonders zu empfehlen ist. .. Die Ausstellung gibt einen Ueberblid über Die gesamte Ausrüstung mit Waffen und ®erat, über die ein Infanterie-Bataillon verfugt. Die Wirkungsweise der Waffen wird an Lehrgewehren unb durch dort befindliche Unteroffiziere erläutert. Eine Zusammenstellung über die zuständige Nachrichten-. Pionier- unb Sanitäts-Ausstattuyg vervollständigt das Bild. Die Ausstellung ist vom 30. September 14 Ahr ab ber Bevölkerung zugänglich. Oie Ladengeschäfte am nächsten Sonntag geöffnet. Das Polizeiamt teilt mit: Auf Grund des § 105b der Reichsgewerbeordnung in der Fassung der Ber- ordnung vom 5. Februar 1919 ist für alle Geschäfts- zweige des Handelsgewerbes in der Stadt G i eß e n der Gewerbebetrieb in offenen Der- taufs ft eilen die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern am Sonntag, 2. Oktober, in der Zeit von 12 bis 14.3 0 und von 16.30 bis 18 Uhr gestattet. Gießen, den 29.September 1932. Abonniert im Stadttheater! Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die IubiläumSspielzeit deS 25- jährigen Bestehen« deS Stadtthea- ter« Gießen nimmt in einigen Tagen ihren Anfang. Eröffnet wird die Spielzeit am Dienstag, 4. Oktober, mit einer Ausführung von Goethes Schauspiel .Egmont" unter der Spielleitung von Intendant Dr. Rolf P r a s ch. Die gesamte Musik, die Beethoven zu diesem Schauspiel eigen« tom- ponirrte. wird der Gießener Orchesterverein unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Dr. Stefan TemeSvary zu Gehör bringen. Mit dieser Eröffnungsvorstellung ber Spielzeit 1932,-33 wird auch gleichzeitig die Reihe der AbonnementS-Dor st ellungen eröffnet, unb zwar ist diese Ausführung die erste Darstellung im DienStag-Abonnement. Die Spielzeit sieht auch in diesem Jahre wieder drei Abonnements-Spieltage vor. Dienstag. Mittwoch, Freitag. Jedes Abonnement umfaßt je 32 Dorstellungen, bie sich aus 25 Schauspielvvr- stellungen. 6 Operettenausführungen unb einem Operngastspiel zusammensehen. Ein erneuter eingreifender Preisabbau gewährt ben Abonnenten eine durchschnittliche Ersparnis von 20 bis 25 Prozent gegenüber den Kassenpreisen. Außerdem genießen bie Abonnenten eine gan*e Reihe von Sondervergünstigungen. Zunächst Hetet die Gesamtzahlung deS Abonnements in acht bequem zahlbaren Raten eine außerordentliche wirtschaftliche Erleichterung Ferner erhält jeder Abonnent 10 Dorzugsgutscheine gratis, die an allen Abonnements-Dorstellungen gültig sind und aus allen Plätzen 10 Prozent Preisermäßigung gewähren. Bei allen Gastspielen außer Abonnement erhalten die Abonnenten Preisermäßigung und Dorbestellungsrecht. Eine Abonnementsneuerung ist in dieser Spielzeit erstmalig von der Intendanz eingeführt worden: wer eine ganze Loge von 4 bzw. 5 Plätzen abonniert, dem bleibt jeweils ein Rückplah unberechnet, so daß nur 3 bAto. 4 Dorderplätze in Anrechnung kommen. Außerdem gewährt die Intendanz allen, die neue Abonnenten dem Theater zuführen, eine Werbe» Prämie, die sich sogar bis zu einem Frei-Abo n- n e m e n t auswirken kann. Die Kasse nimmt wäh- Enllprechend den Schicßklassen im Schießen mit Gewetzr 98 gibt es dieselben Schiehklassen für das Schießen mit leichtem und schwerem Maschinen- acwehr. Preis, und Prüfungsschießen mit diesen Waffen finden ebenfalls statt und sollen als Anreiz zur Förderung der Leistungen dienen. Nach erfolgter Ausbildung im „Schulschießen", die die Kenntnis und Beherrschung ber 'IBaife überhaupt bezweckt, erfolgt die Ausbildung im „Gefechtsschießen", bei der wie beim Schulschießen vom Leichteren zum Schwereren fortschreitend, der Schütze zum Gebrauch seiner Waffe im Gelände unter möglichst kriegsmäßigen Bedingungen erzogen wird. Unter den heutigen Verhältnisien, in denen nur «in kleiner Teil der wehrhaften Jugend yim Dienst mit der Waffe im Heer herangezogen werden kann, ist natürlich die Wichtigkeit der Ausbildung in den Lchützenvereinen und Kleinkalibervereinen bedeutend gestiegen. In diesen Vereinen ist die Möglichkeit geboten, weitere Kreise in der Kenntnis der Waffen, ihrer Behandlung und im Schießen auszubilden, eine Ausbilbung, deren Wichtigkeit für den Ernstfall auf der Hand liegt. Bei dem für die Gäste des I. Bataillons 15. In- fanterie-Regiments angefetzten Preisschießen am 1. Oktober wird auf den Schießständen nicht mit Kleinkaliberbüchfen, sondern mit der Wehrmanns- büchse (umgearbeitetes Militärmodell) geschossen. Hessen ftaggt an Hindenburgs Geburtstag. Wie bekannt, hat Reichspräsident v. Hindenburg gebeten, aus Anlaß feines 85. Geburtstages am 2. Oktober von amtlichen Feiern abzusehen. Die hessische Regierung hat diesem Wunsche entsprochen und in Ucbereinftlmmung mit der Reichsregierung angeordnet, daß- sämtliche Diensigebäude des Landes und der Gemeinden am 2. Oktober in d en Reichsfarben zu flaggen haben. Auch in den Schulen wird in angemefsener Weise des Geburtstages des Reichspräsidenten gedacht. Eine militärische Ausstellung in der Neuen Kaserne. »46 Kunst. ^Adiner und Wahrend eines sich mit der neibelunft der- „befinden sich Uen von Dres. anntesten seiner --oaugrunö im ft Zahl von Mris, ^ch. suchte W Wb wuhte f on Klinger. Han st, b' Albert. An- ferner die Hab« a". .95 Köpse". dfe". - Auch in ssischen Aunstder- ch charakteristische 'kscher unb «erste. von Geheimrat iburg in MeS- hen Sitjung der scher Ufltur» be beschlossen, die Hannover ab;u- at Pros. Dr. Karl lNg von ihm der- I nicht mehr selbst s. Dr. Hörlein- den als neue Mit- n Frisch-Mün- iwih-Leipzig in mnig wurde eint iCT, in ber dir die für bie M- hast erforderlich« ! sinken zu hoffnungsvoll Ermöglich wäre Sic nicht nut bit im i Aeichs immerhin für die gedachten 3al)re unverkürzt inaui eine toenn ahmen gehaltene die aui) in Hvi- b \i\ und deren Zuwendungen bar- > Monatshefte'- lirth G.m.b.H. ln deutschen Mo- em Oktvberhcft 1932 - Nation" ihm 30. dem Laufenden M, xhicksal des Deutsch- tgelegcrjeln^* ^de^nüntttgl^ in, solange er gmg. in drohte, nummerte stimme. nicht, Ihre Mnne ien eine angenehme tere mit einem Kopfschmuck von Federn. Einige der Fundstellen dieser uralten Bildergalerien zeigen die eingehämmerten ober gemalten Figuren auf der Unterseite von überhangenden Felsen, also unter einem natürlichen Schutzdach, andre dagegen befinden sich unter freiem Himmel, allen Elementen ausgesetzt. Manche wollen unter den geschmückten Fel- sendachern die geschützten Stätten sehen, wo sich der Stamm zu versammeln pflegte, andre vermuten, daß hier die religiösen Zeremonien stattgefunden hatten. Für die eine wie für die andere Vermutung liegt jedoch nicht ber gcringfte Beweis vor. Die oer- blidjenen Farben weifen zumeist rot, weiß und gelb auf und verschiedene Zusammenstellungen dieser Farben. Hier und dort tritt die schwarze Farbe auf. Womit die Ureinwohner die Zeichnungen ausge» führt haben, ist nicht bekannt. Die meisten scheinen mit rohen Pinseln, einige mit den Finger- pißen ausgeführt. Die Kerbungen sind wohl mit charfen Steinen und starken Beinstücken in den Feien geritzt worden. An und für sich nicht tief, sind ie, allen Elementen ausgesetzt, noch undeutlicher geworden. Diese verwitterten und verblichenen Zeichen sind augenscheinlich das Werk eines Urvolkes der Insel. Da man die Zeichnungen an nicht weniger als neun Fundstellen entdeckt hat, nimmt man an, baß ber Urroalb von Neu-Guinea noch viele solcher primUioen und geheimnisvollen ftunftgalerien birgt. Goldgräber-Tod in der Wüste. Der rätselhafte Tod zweier Engländer, deren Leichen in der Wüste an einer Stelle, etwa 75 Kilometer von Kosseier am Roten Meer entfernt, im Sande aufgefunöen wurden, läßt vermuten, daß es sich hier um die Tragödie zweier Goldjäger handelt. Früher einmal war Attalah in den Bergen am Roten Meer eine reiche Goldmine, die aber vor einigen Jahren aufgegeben wurde, meU fie aus- gebeutet schien. Ein Engländer namens Duffill erwarb nun im Jahre 1929 von der Regierung eine Konzession, um nach Gold in dcr Nachbarschaft die. ser Mine zu graben. Er machte sich mit einem Gefährten namens Heß an die Arbeit, und es scheint daß bie beiben guten Erfolg hatten, denn Heß befand sich bei einem Besuch in Kairo vor einigen Monaten im Besitze größerer Mittel. Er war aber in io schlechtem Gesunbheitheitszustand, daß man fürchten mußte, er werde die Anstrengungen der Arbeit in der furchtbaren Hitze nicht lange aus« hallen. Dieses Gebiet am Roten Meer ist nämlich eine ber heißesten Stellen der Erde. Man nimmt an, daß Heß starb unb von feinen Gefährten oberflächlich im Sanbe bestattet wurde. Die beiden waren die einzigen weißen Menschen in dieser verlassenen Wüstengegend, und der Verlust des Freundes zu« Jammen mit der unendlichen Einsamkeit und dem erbarmungslosen Sonnenbrand mag den Geist des Zurückgebliebenen verwirrt haben. Da Duffill bet der Auffindung feiner Leiche einen Revolver fest mit derHand umklammert hielt, so nimmt man an, daß er sich selbst das Leben genommen hat... fi.J.'fporf Oie oberhessischen Reiter in Homberg. Große militärische Vorführung des Gießener Bataillons. =er. Homberg, 27. Sept. Die Leitung des Alsfelder Reit- und Fahrvereins hatte diesmal Homberg zum Turnierort gewählt. Die Stadt hatte festlichen Flaggenschmucl angelegt. Für Mann und Pferd waren die Quartiere auf das Beste vorbereitet. Bereits am Freitag traf der B e g l e i t - u g der 4. (M.-G.) Kompanie des I. Datl. Inf.-Regts. Rr. 15 aus Gießen in Homberg ein. Die Mannschaften wurden begeistert empfangen. Das eindrucksvolle Bild des Girrzugs der Gießener Reichswehr wird allen Zuschauern lange in Erinnerung bleiben. Am Samstagmorgen sah der Himmel bedenklich ans. Zum Patrouillenritt hellte sich das Wetter aber auf. Graf von Bredow (Al- tenburg) gab den Preisrichtern letzte Anweisungen. Rach dem Kleinkaliberschießen starteten die Mannschaften zum Patrouillenritt. Dieser gliederte sich in drei Abschnitte, und zwar in einen Patrouillenritt für ländliche Reiter, in einen Geländeritt für ländliche Reiter und einen Geländeritt für Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der Reichswehr. Es galt fünf Kilometer mit zwölf Hindernissen zu überwinden. Ein besonderes Schauspiel war das Durchreiten der Ohm bei der Herrnmühle. Der Patrouillenritt verlief gut. Rach etwa 20 Minuten kamen die Reiter in Düßfeld an. Die Hindernisse wurden flott genommen. Am Samstagabend fand dann im Saale des . Frankfurter Hofes" ein Vegrühungsabend statt. Graf von Bredow hielt die Begrüßungsansprache. Er dankte vor allem den Veranstaltern des Turniers, der Stadt Homberg für die gastfreundliche Aufnahme, den anwesenden Starkenburger Reitern und der Reichswehr für ihre Teilnahme. Bürgermeister Schweiler (Homberg) begrüßte die Reiter im Ramen der Stadt. Der 1. Vorsitzende des Provinzialverbandes Oberhessen, Rittmeister a. D. L eipo ld, gab seiner Freude über die Beteiligung der Starkenburger und der Reichswehr Ausdruck. Der° Chef der Gießener Maschinengewehrkompanie, Hauptmann H o f m a n n. dankte der Stadt Homberg für die gastfreundliche Aufnahme von Mann und Pferd. Zum Schluß sprach noch Landstallmeister a. D. S ch ö r k e. Er überreichte dem Führer der besten Patrouille, Herrn Simon (Zell), einen silbernen Decher. Am Sonntagmorgen wurden dann bei gutem Wetter die Vorprüfungen für dieReit- undDressurprüfungen vorgenommen. Gegen 14 Uhr begann der Parademarsch der ländlichen Reitervereine, der einen eindrucksvollen Verlauf nahm. Inzwischen hatte sich eine nach Tausenden zählende Zuschauermenge eingefunden. Feuerwehr und Sanitätskolonne standen für Helferdienste bereit. Die Reiterwettbewerbe vollzogen sich in mehreren Gruppen. Die 1. Gruppe zeigte Jagdspringen über sechs etwa 70 Zentimeter hohe Hindernisse. Die folgenden Schaunummern der Abteilungen Arnsheim und Gleen sanden stürmischen Beifall. Zn der Gruppe 2 (fortgeschrittene) waren acht etwa 90 Zentimeter hohe Hindernsise zu nehmen. 3n Gruppe 3 traten die Reichsweyrangehörigen, Gediente und Sieger zum Jagdspringen an. 3m weiteren Verlauf der Veranstaltung zeigte die Abteilung Zell eine interessante Schaunummer. 3n der vierten Gruppe, an der mir Reichswehrangehörige beteiligt waren, galt es, zehn Hindernisse von 1,10 Meter Höhe zu überwinden. Hans Freiherr von Schenck zu Schweinsberg * Kirtorf bot ein Reit- Tandem und leitete die beiden Pferde in allen Gangarten sehr geschickt. 3n der Gruppe 5 war «ine Dressurprüfung fürReichswehr- angehörige, Gediente und Sieger ausgeschrieben. Ein Viererzug, den die Landwirte von Eudorf zusammengestellt hatten, fand starken Beifall. Mit großer Spannung erwartete man die militärischen Vorführungen de» Begleitzuges der 4. 7NG.-ttomponie der Gießener Reichswehr. Feldmarschmäßig ausgerüstet erschien dieser Zug, bestehend aus dem Zugstab und drei vierspännigen Maschinengewehr-Fahrzeugen. Zunächst wurde dem Bataillons-Kommandeur, Oberstleutnant Klepke, Meldung erstattet. Auf den Befehl „Marsch" setzte sich dann der Zug zu den verschie- denen Gangarten, die exakt ausgeführt wurden, in Bewegung. Das Durchparieren klappte vorzüglich. Rach einem schneidigen Galopp fuhren auf den Pfiff des Führers die Fahrzüge nebeneinander auf, und auf Pfiff wurden die Maschinengewehre „freigemacht" und etwa 20 Meter hinter den Fahrzeugen in Stellung gebracht. Es folgte die Zielansprache des Führers, und auf das Kommando „ein Gurt Dauerfeuer" fingen auf einen Schlag trie drei Maschinengewehre zu knattern an. Dann schwiegen alle Gewehre, der Schühenwechsel wurde vollzogen, und aufs neue schossen die MG's. Rach dem „Gewehre an Ort!" — „ Fertig zum Aufsitzen!" — hieß es „Aufgesessen!" und mit einem Ruck saß alles auf seinem Platz. Auf Pfiff und Zeichen des Führers setzte sich der Zug wieder zu den verschiedenen Gangarten in Bewegung. Die Fahrzeuge hielten dann auf der langen Seite, die Gewehre wurden zum Fliegerschuß „freigemacht", eine Fliegerlafette aufgesetzt und gleichzeitig erschallte das Knattern der MG's. Ebenso schnell brachte man die Gewehre an Ort. Es folgten die verschiedenen Gangarten: zum Schluß marschierte wieder ter Zug nebeneinander vor dem Bataillons-Kommandeur auf, die Vorführung war beendet. 3m Trab und langgestrecktem Galopp verlieh der Zug unter anhaltendem, begeistertem Beifall den Turnierplatz. Voll befriedigt von dem Gebotenen verlieb man die Turnierstätte. Oie Siegerliste. Am Abend fand die Preisverteilung statt. Die nachbenannten Reiter wurden mit Preisen bedacht: Patrouillen-Geländeritt für ländliche Reiter: 1. Preis, Führer: G. Simon, Zell; H. Becker, Zell; K. Dölzing, Zell; H. Wald, Heimertshausen; 2. Preis, Führer: A. Röcker, W. Riklas, W. Lerch, W. Reichert, sämtlich Weitershain; 3. Preis, Führer: Graf H. v. Bredow, Altenburg; E. Knell, Heidelbach: E. Seim, Heidelbach; R. Weber, Alsfeld. Die Patrouillen mit den Führern: K. Röthe, Dohelrod; W. Krug, Geilshausen; O. Schönhals, Arnshain; H. Theiß, Düßfeld; H. Schudt, Londorf; erhielten die folgenden fünf Preise. Gelanderitt für ländliche Reiter: 1. F. Decker, Maulbach; 2. H. Schlörb, Schotten; 3. H. Reuter, Düßfeld; 4. K. Born, Homberg; 5. R. Spanier, Schotten; 6. A. Schäfer, Düßfeld; 7. P. Decker, Kirtorf. Geländeritt für Angehörige der Reichswehr: 1. Hauptmann Hoffmann, 2. Hauptmann v. Stockhausen, 3. Leutnant Dreit- haupt, 4. Obergefreiter älrmiher, 5. Unteroffizier Fischbach, 6. Obergefreiter Euler, 7. Oberleutnant Schäfer. Jagdspringen Klasses (Anfänger): 1. H. Wallach, Alsfeld; 2. E. Seim, Heidelbach; 3. E. Cloos, Arnshain; 4. W. Eckstein, Arnshain; 5. H. Decker, Zell. 3agdspringen KlasseA (Vorgeschrittene): 1. Graf H. v. Bredow, Altenburg; 2. E. Decher, Arnshain; 3. K. Rüger, Eudorf; 4. A. Schäfer, Eudorf; 5. 3. Bock, Schadenbach; 6. G. Simon, Zell. Jagdspringen, Klasse A, für Reichswehrangehörige, Gediente und Sieger: 1. Leutnant Dreithaupt, 2. Obergefr. Luckhardt, 3. Karl Röthe, Dohelrod, 4. Obergefr. Euler, 5. Obergefr. Treiber, 6. Hauptmann v. Stockhausen. Jagdspringen, Klasse L, für Reichswehrangehörige : 1. Hauptmann Hoffmann, 2. Oberleutnant Schäfer, 3. Hauptmann v. Stockhausen, 4. Obergefr. Adam. Dressurprüfung, Klasse A, für Reichswehrangehörige, Gediente, Reiter und Sieger: 1. H. Schudt, Londorf ; 2. Hauptm. v. Stockhausen; 3. Obergefr. Treiber; 4. Leutnant Breithaupt. Reiterprüfung, Klasse A (Anfänger): 1. A. Hussel, Solms-Laubach; desgl. P. Decker, Kirtorf; 3. E. Seim, Heidelbach; 4. O. Rühl, Laubach (Reit. Tröller-G.); 5. R. Stoll, Solms-Lau- bach; 6. H. Decker, Zell; 7. H. Wallach, Alsfeld. Reiterprüfung (Vorgeschrittene): 1. G. Simon, Zell; 2. 3. Bock, Schatenbach; 3. Graf v. Bredow, Altenburg; 4. E. Knell, Heidelbach; 5. H. Wald, Heimertshausen; 6. F. Becker, Maulbach; 7. Schudt, Rieder-Ohmen. Vielseitig keitsprüfung für Reichswehrangehörige (Gesamtbewertung der einzelnen Preisbewerbungen; Geländeritt, Dressurprüfung und Jagdspringen): 1. Leutnant Dreithaupt; 2. Hauptmann v. Stockhausen; 3. Obergefr. Euler; 4. Obergefr. Treiber; 5. Obergefr. Adam. Das Turnier stand unter der Leitung der Herren Graf von Bredow, Altenburg, und Dr. K. Buhl, Homberg. Rur der vorzüglichen Ausarbeitung ihrer Pläne und der vortrefflichen Organisation ist die glatte und reibungslose Abwicklung ter gesamten Veranstaltung zu danken. Handball im Gau Hessen (D. T.) Io. Pohlgöns I — Io. 1846 Gießen I 4:5 (0:3). Rach dem Verlust des ersten Verbandsspieles gegen Münchholzhausen auf eigenem Platze, standen die Aussichten für die 1846er in Pohlgöns nicht allzu günstig. Wenn die Mannschaft ihren pielstarken Gegner knapp aber sicher besiegen onnte, so ist das darauf zurückzuführen, daß ie von einem seltenen Kampfgeist beseelt war. Besonders der linke Flügel des Sturmes, Gruber, Freh und Horeyseck war hervorragend. Die Hintermannschaft, in der Reuroth und Schäfer ein vielversprechendes Debüt gaben, schlug sich tapfer, hatte allerdings auch in Kern einen Schlußmann, der sehr sicher die schärfsten Schüsse meisterte. Die Platztesiher legten zwar einen riesigen Eifer an den Tag, waren aber in Technik und Spielaufbau etwas unterlegen. In der ersten Halbzeit stellten die 1846er schon ihren Sieg sicher. Sie führten bei der Pause durch schöne Würfe von Frey und Gruber 3:0 und erhöhten kurz nach Anpfiff auf 4:0. Dann drängte Pohlgöns gewaltig und konnte kurz hintereinander drei Erfolge erzielen. Gießen erhöhte dann auf 5:3. Kurz vor Schluß erzielten die Platzherren ihr 4. Tor. R o l d, Wetzlar, war dem Spiel ein guter Leiter. DfB. Gießen. VfB. 1. 3ugb. — VfB. kurhesfen Marburg 1.3ugb. 3:4 (1:1). Die beiden 1. Jugendmannschaften der Ramens- vettem lieferten sich einen hochinteressanten Kampf. Marburg war technisch besser und auch körperlich stärker. Die Außenstürmer Marburgs waren ausgezeichnet in Form, ebenso der Torwart, der das Spiel gewinnen half. Die DfD'er spielten im Sturm sehr fahrig, es hätte sonst das Resultat anders gelautet. Die 1. Schüler gewannen ihr zweites Pflichtspiel ebenfalls. Wiesecks Schüler wurden 5:0 geschlagen. Die Kleinen sind gut eingespielt, so daß sie trotz ihrer zumeist körperlichen Unterlegenheit die Spiele beherrschen. Wirtschaft. Frankfurt und Köln erhalten Stundung. Wie ter Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat das preußische Staatsministerium das Gesetz tetr, die gemeinsamen Rechte der Besitzer von Schuldverschreibungen vom 4. Dezember 1899 auf die Schuldverschreibungen von Gemeinden und Gemeindeverbänden für anwendbar erklärt. Für die Gemeinden und Gemeindeverbände, insbesondere für die Städte Frankfurt a. M. und Köln, deren kurzfristige Schuldverschreibungen am 1. Oktober zur Einlösung fällig werten, ist nunmehr die Möglichkeit eröffnet, mit den Gläubigern der Schuldverschreibungen wegen einer etwaigen Stundung in Verhandlung zu treten. Das Staatsministerium hat zugleich, um diese Verhandlungen nicht durch das Fälligwerden der Schatzanweisungen zu stören, die zuständigen Regierungspräsidenten ermächtigt, anzuordnen, daß die Verpflichtungen zur Einlösung ter am 1. Oktober fällig wertenden Schahanweisungen der Städte Frankfurt a. M. und Köln bis zum 31.Dezember 1 9 3 2 gestundet werden. Die Regierungspräsidenten werten von dieser Ermächtigung Gebrauch machen und noch vor dem 1. Oktober die Stundung anordnen. • Gelsenkirchener Dergwerks-AG. Essen. In ter gestrigen Aufsichtsratssitzung ter Gelsenkirchener Dergwerks-AG., Essen, wurde die Bilanz für das Geschäftsjahr 1931/32 genehmigt. Es wurde beschlossen, neben der regelmäßigen Abschreibung auf Werksanlagen in ter gleichen Höhe des Vorjahres von rd. 5,7 Mill. Mk. aus dem diesjährigen Reingewinn eine Sonterabschreibung auf Beteiligungen in Höhe von 7,5 Mill. Mk. ter GV. vorzuschlagen, so daß zum Vortrag 6 206 132 (6 734 365) Mk. verbleiben (i. V. 6 Proz. Dividende aus 21,97 Mill. Mk. Reingewinn). Die Beteiligungen und Wertpapiere, die für die Gesellschaft keinen Dauertesih darstellen, werden alsdann mit einer den derzeitigen Verhältnissen entsprechenden Bewertung eingesetzt sein. * Adlerwerke form. HeinrichKleher AG., Frankfurt a.M. Wie die Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer AG-, Frankfurt am Main, mitteilen, ist der Absatz der beiden 1,5-Liter-Typen „Primus" und'„Trumps" weiterhin gut. Besonders auch das Ausland zeigt erhebliches Interesse für diese Wagen. Beide Typen sollen nun als Cabriolets, wie als Limousinen in neuartiger Karosserie - Ausführung auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Paris gezeigt werden. Dort wird ferner ein Adler- Favorit-Cabriolet ausgestellt sein, dessen Karosserie nach einem Entwurf von Prof. Gropius ausgeführt wurde. Frankfurter Abendbörse sehr still. Frankfurt a. M., 28. Sept. Die Geschäftsstille des Mittagsverkehrs blieb auch an der Äbendbörse in weitestgehendem Umfange bestehen, da Anregungen irgendwelcher Art fehlten. Die Berliner Schlußnotierungen blieben gut behauptet mit Ausnahme von Bemberg, die ihren Rückgang weiter um 1 v. 5). fortsetzten, aber 21 tu blieben unverändert. Im Verlaufe war es zwar sehr st i l l, doch nannte man etwas höhere Kurse, besonders für Betula, die etwa 0,5 v. ch. anzogen. Auch Bemberg waren leicht erhöht. Einiges Interesse bestand ferner für Buderus auf den Zusammenschluß mit dem Hessen-Nassauischen chüttenverein, die 1 v. ch. gewannen. Bon Kassa- werten waren Chemische Albert zu 34,75 v. ch. gesucht und gegen heute mittag fast 3 o. ch. höher. Deutsche Anleihen waren gut behauptet, Altbesitz lagen etwas höher. Schutzgebietsanleihe waren zu 5,35 v. ch. angeboten. Goldpfandbriefe gaben zum Teil leicht nach. Bon fremden Werten blieben Mexi- taner gesucht. Neubesitzanleihe 6,85, Altbesitzanleihe 55,65, Schutzgebietsanleihe 5,40, 5-v. ch.-innere-Mexi- taner 3,90 bis 4, Buderus 41 bis 41,50, Phönix 25,90. Atu 58,25, AEG. 33,75 bis 33,50, Betula 112,13 bis 112,50 bis 112,25, Bemberg 55,75 bis 56,25, JG.-Farben 100,40, Aschaffenburger Zellstoff 32, chapag 18, Norddeutscher Lloyd 18,40. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artitel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung.) Achtet auf Rowdys! In dankenswerter. Weise sind vor einigen Jahren etliche Ruhebänke entlang dem Waldrand im Bergwerkswald (hinter den Gailschen Tonwerken) aufgestellt worden. Bon vielen Spaziergängern wurde dies aufs wärmste begrüßt, denn man konnte doch hier unter schattigen Bäumen ausruhen und den schönen Blick nach der Stadt genießen. Mit Bedauern und Empörung zugleich muh man aber bereits seit einiger Zeit feststellen, daß die erste Dank, vom Gailschen Tonwerk aus gesehen, durch rohe Hände in einen Zustand versetzt worden ist. daß sie kaum noch benutzt werden konnte, obwohl die Bank äußerst stabil gebaut war. Eine Ungeheuerlichkeit ist es geradezu, wenn man sehen muh, dah man sich nicht gescheut hat, nun auch die Dank regelrecht umzustürzen, was übrigens schon einmal zu beobachten war. Dem Publikum, das gerne einige Stunde Ruhe und Erholung im Walte sucht, muh durch solche Vorkommnisse die Freude an seinen Spaziergängen natürlich genommen werden. Im Interesse der Erhaltung solcher Anlagen mochte ich an die Forsttehvrde und an alle Spaziergänger, denen daran gelegen ist, die Ditte richten, auf alle Personen zu achten, die solche der Allgemeinheit dienenden Anlagen mutwillig zerstören, um die Frevler der gerechten Strafe zuzuführen. R. Sch. Kirchliche Nachrichten. 3sraelitische Gemeinden. 3fraelitifd}e Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 1., und Sonntag, 2. Oktober: N e u j a h r s f e st. Samstag. Bor- abend 5.45 Uhr; Predigt; morgens 7.30; Pre- digt 9.15; nachmittags 4. — Sonntag. Vorabend 6.45; morgens 7.30; nachmittags 6.10; Festesausgang 6.45 Uhr. — NB. Während der Predigt ist der Eintritt nicht aestattei. 3sraelitifche Religionsgesellfchasl. Samstag, i. Oktober, und Sonntag, 2. Oktober: Neuahr s f e'st. 1. lag: Vorabend 5.35 Uhr; Predigt; morgens 6 Predigt; nachmittags 4. — 2. Tag: Vorabend 6.50; morgens 6; nachmittags 4; Festesausgang 6.50. — Wochengottesdienst morgens 5.30; abends 5.30 Uhr. Sprechstunden Der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H-, Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Äerlln $ranl[urt a. M. Derlln Schluß- kurö Schluß!. Abend- börse Schluß, furrf Schlußk. mittag. börse Schluß, furi Schlußk. Abend- börse Schluß« kurö Schlußk. Mittag« börse Datum 27.9. 28.9. 27.9. 28.9. Datum 27.9, 28.9. 27.9. 28-9- 6% Deutsche Rclchsanleibe D.192, 68 67,5 67 66,75 vamdurg-Amerlta Pan. . . . u Hamburg-Südam. Dampsschiss. 0 18 18 17,75 18 ti% ehcm.7%Dt.ReichSanl.v.lg29 79,75 80 79,75 80 6%% Doung-Anleihe von 1930 . 65 65 65 — Hansa Dampslchiss . . . C —■ — *— —— Deutsche Ani.-?U>lös.-Schuld mit 55,13 55,65 55,5 55,5 Norddeutscher Lloyd.....( 18,5 18,4 18,4 18,25 A.G. sür Verkehrswesen Akt. . 0 43 43 91 43,13 91,75 DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte . - 6,8 6,85 6,6 6,7 Berliner HandelSgeseUschast . 4 90,75 91,5 6% ehem 8%£>cfi. Bolkrstaat 1829 64,5 Commerz, und Privat-Bank . 0 Darmstädter und Nationalbank 0 53,5j 53,5 53,5 53,5 (tücüafjlb 102%)...... — ■* Oberhessen Provinz.Anleihe mit Deutsche Bank und AuSlos.-Rechlen ..... 58 58 —— DiSconto-Betellschast. . o 75,5 75,25 75,5 75,25 Deutsche Komm. Sammelabl. 51,25 49,75 49,75 49,4 Dresdner Bank...... 0 62 61.75 62 61,75 Reichsbank........11 127 127,5 127,25 127,5 6% ehem. 8% Franks. Hyp^Bank 75,5 Golvpse. 15 unkündbar 61S1935 76 Ä.E.G............0 33 33,5 33,13 33,25 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Bergmann.........0 — — Golbpsc 16 unkündbar 616 1936 — — — Elektr. LieserungSgesellschast. 5 71 71 — 70,5 6y*% ehem. 4’/,% Franks.Hyp^ Ban! «lau. Psandbriese . Licht und ftiaft...... k 87,75 88 87,25 87.5 80 80 79,4 Felten & Guilleaume .... 0 Besellschast für Elektrische 58 73,25 57,5 58 57,65 6/,% ehem. 4y,% Rheinische Hyv-Bank-Liau.-Goldpse. . 79 — • Unternehmungen .... 4 Rheinische Elektrizität . . . dB 74 73,25 74 6% ehem. 8% Pr. Lande-Pfand- 72 72,75 73 73,5 73 74 briefanftaii Psandbriese R. 19 72 72,5 SchuckettLCo....... 0 76,25 77 76,75 77,25 6% ehem. 7% Dr. Landeopfand. Siemens & Halöke..... 9 134,5 135,5 134,5 134,75 briesanstalt. Psandbriese R. 10 — — — . Lahmeyer L Co....... 10 114,5 115 114,25 115,5 4% Oesterretchtsche Solorenre . 9,75 10 10 Buderus..........4 38 41,5 75,5 39,5 40,5 4,20% Oesterreichischc SUberrentc 1,25 1,25 — — Deutsche Erdöl.......6 75 75,5 74,5 4% Ungarische Gotdrente .... 7,4 7,4 — 7,5 Gelsenkirchener.......8 39 39,25 38,9 39,65 4% Ungarische Siaalsrente v. 1910 wili-n Äh fei' Verantwortung fi ptrldjaften her ata . die bunt) ßrridjtun sütMg der en ist Unter Leitung de Stellvertreters \o' sowie Freunde de? | Aufgabe vereinen <5fr)enten auf imd selbstverantw ZU körperlicher u Das Werkjahr Irlcn durchgeführt 6 Wochen sollen die ! Ichule in Zugendh ähnlichen Gemein •w1"" । en: "'lh $1 31 ’n s Hm». Den. In den !8i 1 ßessoren, Iungakai l Linführuna in dm «äemeinschast oege Roraktischen Lebens k^!ademischen 8er schaben aller in W werden. D ™Nort und Le SN dienen. A-Terkjahrsstuk Sägern des JfrSfon Beq ^rhchchdenten .y werben, di ^bezahlte S 2 senden ■ 8" und zugleich Ä"9 ber Erni !?V- ^ncn 'N M J ?5 Primitiv »eil« “ Ä Ä Senk. 'Jy betritt ulk 00111 Unb ÖUsbo