Donnerstag, 29. September 1932 182. Jahrgang llr. 229 Erstes Statt Herriots Hede vor dem Völkerbund Das studentische Werljahr Herriots Friedenstaube Das Echo der Papen-Antwort Ab- aus 5 1 5 8 Aufschub der deutschen Zahlungen an Amerika. Washington, 28. Sept (DTR.) Der deutsche Geschäftsträger, Botschaftsrat Leitner, setzte das Staatsdepartement heule davon in Kenntnis, daß die Beichsregierung beabsichtige, die Ende September fiUigen Ratenzahlungen für die amerikanischen Besahungskosten und die lvixericlaimsouszuschieben. Das amerikanische Schatzamt nahm hiervon Kenntnis und über» des Landeswahlleiters über die Wahl vom 19. Juni 1932. Der Auflösungsantraa wird im Gesetzgebungs» ausfchuß am kommenden Freitag beraten. Präsident heute erläutern werde, was e r unter Völkerbundspolitik verstehe. Herriot werde nachweisen, daß Frankreichs Friedenswille aufrichtig fei. Er werde einmal zeigen, was man vom Völkerbund I Konflikte geboten feien. erwarten könne, seine Schwieriakeiten nicht ver» heimlichen, aber auch nicht vor Feststellungen zurück- schrecken, die durch die Entwicklung der aktuellen herbeizuführen. Sie hofft zuversichtlich, daß dieser Versuch gelingt, damit der grenzenlosen materiellen und seelischen N ot der Massenarbeitslosigkeit gesteuert wird und die Notlage der Umernehmerschaft, insbesondere auch des gerade in der Zigarrenindustrie bedeutenden Mittel- und Kleingewerbes gelin- dert wird. Die Zigarrenindustrie wird nach Kräften an der Erreichung dieses Zieles m itarbeiten.” Oer Hessische Landtag einberufen. D a r in st a d t, 28. Sept. (WSN.) Der Landtagspräsident hat die Abgeordneten zur Plenarsitzung auf Dienstag, den 4. Oktober, 11 Uhr, einberufen. Auf der bisher bereits nahezu 100 Punkte umfassenden Tagesordnung steht der sozialdemokratische Antrag auf Neuwahlen mit den Reichstogswahlen an dritter Stelle hinter der neuen Geschäftsordnung und der Vorlage "wL /5,0Ö H'j? 16,” Ä 73-0° 80,33 34,28 Paris, 29. Sept. (WTV. Funkspruch.) Die reise des Reichsaußenministers von Neurath Genf hat offenbar in den Kreisen der französischen Delegation in Genf Ueberraschung bewirkt, zumal ja, wie man behauptet, Herriot der deutschen Delegation die Mitteilung ge- macht habe, daß er heute das Wort ergreifen werde, ohne die deutsch-französische Kontroverse in der Abrüstungsfrage zu streifen. Während der Berliner Vertreter der Agentur Havas behauptet, daß der Ministerrat, an dem der Reichsaußenminister teilnehmen müsse, eigens zu diesem Zweck erfunden worden sei, erklärt der Genfer Korrespondent des „Petit Parisien", der Reichsaußenminister habe Her- riot benachrichtigt, daß er in Berlin um die Erlaubnis, seine Abreise um 24 Stunden zu verzögern, n a ch g e s u ch t, aber die Antwort erhalten habe, daß dies nicht möglich sei, da er unbedingt an dem Ministerrat teilnehmen müsse. Zwischen beiden Delegationen habe sich also alles in höflichster Form abgespielt. Aber dennoch sei die Geste der Reichsregierung bezeichnend. Weigerung und Abreise zeigten aufs neue, daß Deutschland vorläufig seine Stellungnahme gegenüber der Abrüstungskonferenz in keiner Weise ändern wolle. Die Antwort, die Herriot auf die Erklärungen des Reichsaußenministers geben wird, dürste nach der Meinung des Genfer Bericht- erftatters des „Journals" indirekt erfolgen, und zwar in der Form, daß der französiche Minister- 6,254 51,85 12,465 3,051 10.11 73,1» 0 16 15 ölen. 11,52 0,900 4,2« 58,34 2*595 16,48 81'1 34,<2 81^2 1,$ 0,304 6-294 13,22 r Redaktion. ,1, II Ui:. S”'111 "77: 58,4 75,» 14-* 16.5J 169," 2bg 73,39 S'S ”“'‘"'8 l.Ulgb. >Ä«a Ein riesiges Eisenbahn-Ferngeschütz, das soeben bei den französischen Herbstmanövern in der Champagne mitwirkte. 'S ."»SÄ ;tbie »Us 'be« DZ strickten. meinba jbc, Sottesdienst in der stag, 1, und Sonntag, t. Samstag. Dor morgens 7.30; P"' - Sonntag. W )• nachmittags 61- . _ NB. Whrend der fi” Samstag,. "?Oktober: Neu- !;»5.35 w-. V"; ... nachmittags 4. fi, nachmittags 4, Scharfe pariser Ausfälle. Paris, 29.Sept. (TU.) Die Pariser Abendblätter befassen sich eingehend mit Papens Antwort an Herriot, die sie als einen recht kümmerlichen Rechtfertigungsversuch bezeichnen. Der „3n- transigeant" sagt, Deutschland sei selbst dafür verantwortlich, daß man alle deutsche Waffen als Angriffswaffen bezeichne. Es habe d i e Kriege v on 1870 unb 1914 vom Zaune gebrochen und Zriedensverträge vernichtet. Es habe eine adlige Militärkaste mit der Führung der Politik betraut, die noch zynischer fei als die, die den Angriff von 19 14 vorbereitet habe. — Der „Temps" stellt fest, daß Papen nicht die Weltöffentlichkeit werde irreführen können. Wenn der Regierungschef eines Landes, das dauernd seine Verpflichtungen nicht erfüllt, sage, man müsse der Reichsregierung für das Treimilliardenopfer an die internationale Zusammenarbeit dankbar sein, so müsse man befürchten, daß jede Verständigung mit Deutschland im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit von Tag zu Tag schwieriger zu verwirklichen sein werde. Oer Eindruck in Genf. Genf, 28. Sept.* (TU.) Die Erklärungen des Reichskanzlers zu der' Sonntagsrede Herriots haben hier großes Aufsehen erregt und werden lebhaft erörtert. Der französischen Abordnung ist der Wortlaut der Erklärung unverzüglich telephonisch übermittelt worden. Auf französischer Seite haben die Erklärungen des Reichskanzlers große Bestürzung ausgelöst. Man hat keineswegs erwartet, daß die deutsche Regierung u n - mittelbar auf die Anschuldigungen Herriots antworten würde. In französischen äreisen wird offen zugegeben, daß man eine derart sachlich ein- Das Deutsche Studentenwerk teilt mit: Seit Jahren rufen wir die staatlichen Stellen und ne Oesfentlichkeit auf, die Engigkeit des Lebens- ■diimes der jungen Generation als eine der ernstesten fragen der deutschen Zukunft zu betrachten und lnen- Aon ÄQfioi ! $ H höher, tupfet, Astbesiii » »aren Nt* lum 0,85 a'v.-.-mnewMm. b'.r M ?böniE bis 33.50, Betula Samberg 55,75 bis affenburger Zellsloii oyd 18,40. unter dieser Rubrik die Redaktion dein i Verantwortung.) >dys! sind vor einigen ntlang dem Salb- int« den Sailschrn :ben. Don vielen aufs tDärmfte bebtet unter schattigen schönen CBlid nach bedauern und Staab« bereits seit )ie «ste Dank. Dom in, durch rohe Häi§- vorden ist, dah sie konnte, obwohl l:t ar. Eine üngeh».'- m man sehen nuh, Hai, nun an$ dir was übrigens schon. Dem Publikum, daS und Erholung im old)c Cßodomn* ergangen natürlid) esse bet SthaÜMH a b\e WWtbe denen daran ge* au) alle Personen zemeinheii dienenden in, um die Frevler hren. Es ist zu hoffen, daß der Plan in dieser Form künes auf dem Gemeinschaftsleben begründeten Volksdienstes Wirklichkeit wird und daß durch ihn sie künftigen Studierenden eng und lebendig mit b tn Fragen und Nöten der Wirtschaft in Stadt und Lind und vor allem der handarbeitenden Volksschichten verbunden werden. Der Plan kann jedoch irir gelingen, wenn alle Stände und Schichten Deutschlands sich geschlossen für den Werkjahrsplan ersetzen, und wenn vor allem auch die Juxend mit voller Einsatzbereitschaft diesen Weg betritt und ausbaut. gab der presse eine entsprechende Erklärung zur Veröffentlichung. Auf bur vertraglich oorgefehenen dreimonatigen venachrichtigungssrisl wurde von ameri- konischer Seile nicht bestanden. . Die Zigarrenindustrie für das Wirischastsprogramm. Der Reichsoerband Deutscher Zigarrenhersteller ED dem auch die Gießener Zigarrenherstellung angeschlossen ist, Hot in der Sitzung seines Wirtschaftspolitischen Ausschusses in Eisenach zu dem Wiri- schastsprogramm der Reichsregierung in folgender Resolution einstimmig Stellung genommen: Die im Reichsoerband Deutscher Zigarrenhersteller ED. zusarnmengeschlossene Zigarrenindustrie begrüßt den von der Reichsregierung durch ihre Notverordnungen unternommenen Versuch, eine Belebung der deutschen Wirtschaft —T?« 52.M 12,485 3,063 169.47 73,32 75,53 74,7 14,56 0,901 4,217 58,*6 21-$ 16.52 81,27 34." 81.88 1,011 ts 13.24 Tagung deö Vereins für Sozialpolitik. Der Verein für Sozialpolitik, der in diesem Jahre auf ein 60jähriges Bestehen zurückblicken farm, hält in Dresden seine alle zwei 3 obre stattfindende Generalversammlung ab. Die Tagung wurde unter zahlreicher Beteiligung der Mitglieder aus dem ganzen Deich und in Gegenwart einer Reihe von Ehrengästen in den Räumen der Technischen Hochschule durch den stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins, Geheimrat Prof. Dr. So m b a r t. eröffnet. Heber „Deutschland und die Weltkrise" sprach Prof. S a i h o w (Zürich). Die gegenwärtige katastrophale Loge sei nicht durch die Industrialisierung allein herbeigeführt worden. Vielmehr müsse der Anteil der Rationalijierung an Herriot spricht. Genf, 29. Sept. (WTB. Funkspruch) In der Lölkerbundsversammlung hielt Herriot die angekündigte Rede, die von einem zahlreichen Publikum angehört wurde. Herriot betonte, daß er lediglich das Wort ergriffen habe, um zum Abschluß der Generaldebatte die alte Anhänglichkeit Frankreichs zum Völkerbunde erneut zu betonen. Zur Abrüstungsfrage erklärte er, er habe nicht die Absicht, Worte zu gebrauchen, die die Stimmung der Versammlung trüben könnten. Wir sind nicht hier, so erklärte er, um festzustellen, was uns trennt, sondern was uns vereint. Es ist im allgemeinen sicher richtig, seine Meinung ehrlich zu sagen, anstatt sie zu verheimlichen. Man macht aber die Schwierigkeiten noch schlim- mer, wenn man zu viel von ihnen p r i ch t. Die Schwierigkeiten sind so groß, daß wir mit größter Gewissenhaftigkeit darüber nachdenken müssen, denn, wenn wir Fehler machen, so gefährden wir aufs schwerste das Schicksal der Menschen, die auf uns bauen. Welcher Art auch die Komplikationen sein mögen, Frankreich hat den esten Willen, im Interesse der Abrüstungskonferenz und der allgemeinen Beruhigung mutig an diese Schwierigkeiten heranzu - gehen. Er könne nicht zugeben, fuhr Herriot fort, daß die bisherigen Arbeiten der Abrüstungskonferenz ohne reale Bedeutung gewesen wären. Es eien die ersten Ergebnisse der Konferenz. Wenn man frage, welches die Doktrin Frankreichs sei, so antworte er: der Völkerbunds- patt. Die Konferenz von Lausanne habe trotz aller Schwierigkeiten und gegensätzlichen Meinungen m i t einem Uebereintommen geendet. Man habe wahrscheinlich noch nicht genügend zeillichen Abstand von ihr gewonnen, um ihre volle Bedeutung zu begreifen. Man könne doch nicht behaupten, erklärte Herriot, daß Frankreich, das sich so herzlich dem Abkommen von Lausanne angeschlossen habe, ein Land sei, das sich den Notwendigkeiten der Ver- tändigung verschließe. Herriot würdigte dann das Ergebnis der Konferenz von Stresa, das ein ermutigendes Beispiel sei. Frankreich werde auch künftig mit seiner Mitarbeit nicht geizen. Der Völkerbund habe zwei Feinde: die Reaktion und die Demagogie. Auf beide könne man keine Rücksicht nehmen. Der Völkerbund habe zwei Aufgaben, nämlich die Verminderung, wenn nicht die Beseitigung der alten Geheimdiplomatie, die so viele Kriege hervoraerusen habe, und die Beendigung des klassischen Systems der Gruppierungen der großen Mächte nach Gesichtspunkten des Gleichgewichtes. Der Völkerbund habe noch nicht den Krieg beseitigen können, aber die Gewaltanwendung fei vermindert worden. Die Rede wurde von der Völkerbundsoersammlung mit Beifall aufgenommen. Was sagt man in Paris zur Abreise Neuraths? Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20'/. mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, fämtlid) in Gießen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die ODuftrurte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats Bezugspreis; Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Vhne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen Iren einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zemfvrechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Hießen «dronto: Main 11686. Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck un6 Verlag: vrSHI'sch« Univei^iülr-Vach. nn6 Steindruck»-« B. Lange in Sietzen. Sijriftieitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7. heutige und scharfe Antwort keineswegs erwartet habe. Die Erklärung wird als vollständige Ablehnung der französischen Auffassung aufgefaßt. Herriot hat am Mittwochfrüh, wie verlautet, größte Erregung über die Angriffe der deutschen Presse gezeigt. Insbesondere ühle er sich persönlich getroffen durch gewisse An- pielungen, daß seine Rede unter dem (Ein- l u ß eines reichhaltigen Festmahls gestanden habe. Dagegen wird dem Vertreter der Telegraphen- Union von englischer Seite erklärt, daß die Reichskanzler-Erklärung in leitenden englischen Kreisen einen durchaus günstigen Ein- druck hervorgerufen habe. Die Form der Er- tlärung sei durchaus höflich und der Inhalt sehr b e ft i m m t gewesen. Die Erklärung wird als wohl begründet und stichhaltig und als eine ungewöhnlich klare und zusammenfassende Entgegnung und Darlegung der deutschen Auffassung beurteilt. Auf englischer Seite wird durchaus begrüßt, daß der Reichskanzler nicht in dem gleichen Ton geantwortet hat, den Herriot anschlug. Konflikt Hernots mit der Paneuropa-Llnion. Berlin. 29. Sept. (TU.) Der französische Ministerpräsident Herriot hat nM> einer Meldung Berliner Blätter aus Wien o e n Ehren- Vorsitz der bevorstehenden Baseler Pan - curopa-Konferenz niedergelegt. Der Schritt sei durch den offenen Brief veranlaßt worden, in dem Graf Coudenhove- Kalergi Herriot zum Vorwurf machte, daß er in einer Rede auf die Gleichberechtigungsforde- rung Deutschlands „Rein, niemals!" geantwortet hat. Gegenüber einem Vertreter der „Reuen Freien Presse" habe Herriot erklärt, er habe die ihm von Graf Coudenhove vor- geworfene Reuherung nie getan. |,$en diese ungeheuer wachsende Gefahr endlich den Jtut rettender Taten zu finden. In diesem Kampfe fr ein Sieg erfochten. Der Reichskanzler« hat die jufidjerung gegeben, daß die Reichsregierung prak- jidje Schritte ergreifen wird zur Eingliederung der -..mchwachsenden Jahrgänge der jungen Generation aller Schichten. Als erste Maßnahme wird die E i n • Rührung eines studentischen Werk- ahres zwischen Reifeprüfung und Hochschule angekündigt. Das Deutsche Studentenwerk begrüßt diesen Schritt cufs lebhafteste. Er entspricht einer alten Forderung leg Deutschen Studentenwerks, die von ihm gerade n den letzten Monaten immer wieder der Deffent- lidjfeit und den verantwortlichen Stellen dringend raljegelegt wurde. Auch der vom Reichsministerium teä Innern zur Prüfung der Frage der Ueberfüllung 6er akademischen Berufe eingesetzte Ausschuß unter Mtung des Vorsitzenden des Hochschuloerdandes, Pi-ofessor Dr. Tillmann, hat diesen Plan der fieid)5regierung dringend empfohlen. Der Haupt- cschäftssührer des Deutschen Studentenwerks, Dr. ieinhold Schairer, hat ferner in seinem vor urzem erschienenen Buche „Die akademische Berufs- nol, Tatsachen und Auswege" diesen Plan ausführlich dargestellt und begründet. Auch der deutsche Stu- bertentag in Königsberg hat im Juli d. I. dem Ge- । Werten grundsätzlich zugestimmt. Zahlreiche Anfragen zeigen, daß über die vom Levtschen Studentenwerk dabei verfolgten Gedanken und Ziele noch Unklarheit besteht. Deshalb sei der Pion kurz uthriffen: Das Studentische Werkjahr soll (in in Gemeinschaftsgruppen durchgeführtes Werk les Sozialen Volksdienstes fein. Soweit mit irgend möglich sollen deshalb die Werkjahrs- |iubenten Seite an Seite mit den Altersgenossen anderer Stände, vor allem der hiiidarbeitenden Schichten, stehen. Die Führung und Verantwortung sollen die Hochschulen als Körperschaften der akademischen Selbstverwaltung tragen, bie durch Errichtung einer Werkjahrsstelle die Durch- 'chrung der entstehenden Ausgaben übernehmen. Hinter Leitung des Rektors und eines ständigen I-tklloertreters sollen Professoren und Studenten liDaile Freunde des akademischen Ledens sich für diese - Ausgabe vereinen. Ziel des Werkjahres ist es, dem |3ti Renten auf dem Wege praktischen Handelns unb selbstverantwortlicher Betätigung die Gelegenheit zu körperlicher und sittlicher Ertüchtigung zu geben. Das Werkjahr könnte etwa in vierAdschnit- le n durchgeführt werden. Während der ersten vier Wochen sollen die Werkjahrsstudenten von der Hoch- chule in Jugendherbergen, Volkshochschulheimen und glichen Gemeinschaftsstätten zusammengefaßt werben. In den Vormittagsstunden soll durch Pro- slfsoren Iungakademiker und Studenten eine kurze Einführung in das Hochschulleben und die Hochschulgemeinschaft gegeben werden. Von Männern des praktischen Lebens der verschiedenen, auch der nicht- g'odemischen Berufe sollen die Erfordernisse und 'Aufgaben aller in Frage kommenden Berufe klar- pHegt werden. Die Nachmittage sollen durch Ge- ii ndesport und Leibesübungen der körperlichen Er- lishtigung dienen. Im Anschluß daran sollen samt- hoc 'Werkjahrsstudenten für etwa drei Monate an Arbeitslagern des Freiwilligen Arbeitsdienstes teil- liffhmen Don Beginn der Erntezeit an sollen die ^rkjohrsstudenten bei Bauern und Siedlern unter- qchradjt werden, die nachweislich nicht in der Lage ii ö, eine bezahlte Hilfskraft einzustellen. Hier sollen i< als freiwillige Erntehelfer diesen um ihre Ext- 1. ihnen leuchten Katternb bauscht f B-mb unb im Lustdi r) zeigt den Orens ;jr siea unb (tyre, j '.iap ift bae Sii Wbr ist fo M nicht mehr be Ufi-nd die Drachr i) - Unglück m M fen. 1027 würbe Mr 1 Dollar fta ^äbie.W' Men Währung schon im Jahre 19 Sesechtssührung le brn Schützengräben en ausbewahrt zr elbentaten unsere freue und Pflichtei Deren Symbole fi fkbne()nte ooranlei I Wenn diese ehr, 1 Äffischen d k Oktober in < Aerganaenheit mied peten, so würden fi rjten aus ihrem : Mssn die Sprache fr*die Chronik ■f.» bem Leben bi V"nOen soll. Da ,1! l. Mtojoglid; iisi „ine bE La war ^lhin ta Achen und^ellM ffift diest^ Zriech [irVn a!a Sichel' i artigen Politik ift. *1 sgtmt'i . i^oher kommt es denn, daß trotzdem Demselos so brti beliebt ist? Ein Grund liegt sicher m seiner ®eihe e »itümlid)en Charakterveranlagung. Er ift c in -ubetlb '| och- Dr. es 5t dos glänzende Bild, und ein anderes tritt vor Wirtschaft nun zum drin flen Tradition zu pflegen die ehrenvolle Aufgabe nie er- egiment 5 Zeld erhielt das Regiment neue Fahnen, die es kürz 1814 die Franzosen nach Lyon hinein- , bis Mn E W m M W -urchW . f)unger, Entbehrungen und Krankheiten wur- 'üije ji die Fahnen des Regiments doch wohlbehalten :n tie Heimat zurückgebracht. i war eine blühende griechische Stadt mit einer ben und weithin tätigen Kaufmannschaft. Schließ- tft dieser Verlust aber noch mehr eine Sache der ■ als der Griechen, und die räumliche Konfoll» jng des Griechentums ift auf jeden Fall ein o i n n, von dem Denifelos viel auf sein per- !chcs politisches Konto buchen darf. Niemand kann . zu lassen, zerbrochen, die geringen Zeugreste ^genommen und das übrige in einen Keller ge- nben, daß cs ein $trk. jetzt aus ganz Slemoli' mndelslüchtige und zur hische Bevölkerungi w cn und ganzen Haven w Ingen wieher verlöten, i Kartell butyn, n schwarzen Meer, rr pel und bei Sarde-, ir war der Seranb mit der Türkei, ier !i später nicht wahthed» ä o n ft o n t i n die Setmittlunj ßnj ncn rcchtzeitigeii gritiei rahm. Aber Äonftantii in er den Frieden sch'^ machen. Wer mit der herrschenden Partei ist, der hat es gut, aber er macht auch den selbstverständlichen Anspruch, daß es ihm gut geht. Die anderen stehen draußen. Kommen schlechte Zeiten, so können sie geltend machen: Wären wir am Ruder, so ginge alles * 33, , ' b™ ieZchnenderaltenhessischenÄegimenter Was die ehrwürdigen Feldzeichen uns berichten. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. 2lm Sonntag hatte die 1. Mannschaft der Sp.-Dg. Leihgestern die gleiche des Sportverein- Ettingshausen im Derbandsspiel zum Gegner. Während die erste Halste sehr schnell und außerordentlich spannend verlies, ließ in der zweiten Hälfte das Tempo merklich nach. Leihgestern hatte großes Schußpech, sichere Gelegenheiten wurden verschossen. In der 15. Minute gelang dem Halblinken nach schöner Kombination der Führungstreffer. Die Gäste, nun etwas deprimiert, verstärkten sofort ihre Verteidigung. konnten aber trotzdem nicht verhindern, daß Leihgestern noch zwei weitere Tore erzielte. In der zweiten Hälfte schossen die Gäste das längst verdiente Ehrentor. Leihgestern war den Gästen in Technik und Ballbehandlung überlegen. Bei den Gästen überragte die Hintermannschaft. Die 2. Mannschaft weilte zum fälligen Derbandsspiel bei der zweiten Mannschaft in Garbenteich und konnte die Gastgeber trotz sehr mäßigem Spiel noch kurz vor Schluß mit 3:0 Toren schlagen. Handball im Lalm OünSberg-Gau. Dorlar I — wieseck I 8:1 (1:0). In der ersten Viertelstunde verteiltes Spiel. Im weiteren Verlauf wurde Dorlar besser und erzwang eine leichte Feldüberlegenheit, welche bis zur Pause in einem Tor zum Ausdruck kam. Nach dem Wechsel lag der Platzbesitzer fast dauernd im Angriff und erzielte weitere sieden Tore, denen die Gäste erst kurz vor Schluß das Ehrentor entgegensetzen konnten. Beuern I — Aldach I 3:5 (2:2). Auch dieser Kampf war äußerst hart. In der ersten Hälfte vermochte der Platzbesitzer durch zwei Erfolge in Führung zu gehen. Dis zur Pause erkämpfte sich der Gast den Ausgleich, um nach dem Wechsel durch leicht überlegenes Spiel einen verdienten Sieg sicherzustellen. wobei neben der festen gestrigen Neuyorker Börse einige Sonderbewegungen etwas Anregung gaben. So vor allem die Kurserholung für Kunstseide» aktien auf Grund einer Erklärung, daß eine Kapitalreduktion bei Bemberg bisher noch nicht erörtert worden sei und daß sich der Geschäftsgang in letzter Zeit gebessert habe, ferner das weitere Interesse für Betula im Hinblick auf die bevor- stehende Bilanzsitzung. Die Spekulation schritt zu kleinen Deckungen, so daß gegen die Abendbörfe meist Besserungen bis zu 1 Prozent eintraten. Stärker erholt waren Kunstseideaktien, von denen sowohl Bemberg, als auch Aku je 3 Prozent fester lagen. Am Elektromarkt gewannen Betula 1 und Licht und Kraft VA Prozent, während Siemens 1% Prozent einbüßten. AEG. und Gesfürel blieben gut gehalten, Montanaktien wiesen Besserungen bis zu 1 Prozent auf. Nur Betula lagen nach der gestrigen Befestigung etwas niedriger. Am Che- miemartt blieben IG. weiter oernachläfsigt und eröffneten nur behauptet, wogegen Deutsche (Erb- öl 1A Prozent anzogen. Leicht erhöht waren ferner Holzmann, Daimler und Zellstoffattien, während Schiffahrtswerte unverändert lagen. Am Rentenmartt blieb die Stimmung freundlich, da von feiten des Publitums noch Meine Anlagetäufe vorgenommen werden. Reichs- fchuldbuchforderungen lagen % Prozent hoher, Neubesitz blieben gut gehalten, dagegen gingen Alt- besitz um % Prozent zurück. Gold- und Liquidationspfandbriefe blieben gut behauptet. .Kommunalobligationen waren gesucht und meist fester. Im Verlaufe war die Haltung ausgesprochen schwach. Stärkeres Angebot in Kunstfeideaktien, sowie für Siemens lösten Verstimmung aus. Bemberg gingen um 6, Aku und 4 und Siemens um weitere 3 Prozent zurück. Auch an den übrigen Marktgebieten stellten sich Kursverluste von 1 bis 2 Pro.zent ein. lagesgelb stellte sich auf VA Proz. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. Sept. Auftrieb: HO Rinder, 808 Kälber, 314 Schafe, 589 Schweine. Es notierten: beste Mast- und Saugkälber 41 biS 43 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 37 bis 40, geringe Kälber 30 bis 36; Mastlämmer und jüngere Masthämmel. Weidemast. 23 bis 26. mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 19 bis 22. fleischiges Schafvieh 14 bis 18: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 42 bis 45, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 42 bis 46, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 40 bis 45, fleischige Schweine von etwa 120 biS 160 Pfund Lebendgewicht 36 bis 42 Mk. Marktverlauf: Kälber und Schafe mittelmäßig geräumt, Schweine ruhig, ausverkauft. Berlin freundlich, dann schwächer. Berlin, 29. Sept. (WTB. Funkspruch.) In- folge der anhaltenden G e s ch ä f t s ft i l l e ver- mochte sich die auch heute unverkennbar freund- liche Grund st immung an der Börse kurs- mäßig nur wenig auszuwirken. Das feste Neuyork von gestern, die weiter freundlichen Berichte aus der deutschen Industrie, die beruhigtere Auffassung von der außenpolitischen Lage, das Aufhören der Lom- bardoerkäufe und die Meldung über den Aufschub der deutschen Zahlungen an die USA. beeinflußten zwar die Stimmung in günstigem Sinne, hatten aber das Publikum nicht zu nennenswerten Anschaffungen veranlaßt. Lediglich für einige Spe- zialwerte lagen Orders der Depofitenkaffenkundschaft vor. Kunstseideaktien konnten sich um je VA Prozent erholen, außerdem waren Schlesische was, Berlin-Karlsruher, Schubert & Salzer, Feldmühle, Zellstoff Waldhos, Berger und Elektrische Licht und Kraft VA bis 3% Prozent gebessert. Auch Betula waren in Erwartung der morgigen Bilanzsitzung gefragt. Anderseits gaben Siemens bei einem ganz geringfügigen Zufallsangebot VA Prozent nach, ferner waren Chadeaktien, Contigummi und Ilse Gcnußscheine bis zu VA Prozent schwächer. Im Verlause ergaben sich bei weiter sehr kleinem Geschäft zunächst Besserungen bis zu 1 Prozent. Später wurde es — vom Markt der Kunstseideaktien ausgehend — wieder etwas schwächer. Neben Aku und Bemberg waren Betula, Siemens, Zellstoff Waldhof und Reichsbant bis zu 1 Prozent gedrückt. Recht widerstandsfähig lagen im Verlaufe auch Maschinenfabriken. Deutsche Anleihen hatten keine größeren Veränderungen aufzuweisen. Auch Ausländer lagen geschäftslos, vielfach eine Kleinigkeit niedriger. Arn Rentenmarkt war die Tendenz unein- heitlich. Landschaftliche Goldpfandbriese erlitten wieder empfindlichere Abschwächungen, während Hypothekenbankpfandbriefe bis zu 1 Prozent gewinnen konnten. Reichsschuldbuchforderungen zeigten gut behauptete Tendenz. Geld ist vor dem Quartalsultimo natürlich weiter versteift, doch blieben die Sätze gegen gestern unverändert, nämlich Tagesgeld an der unteren Grenze VA Prozent, vereinzelt 4%, Monatsgeld 5 bis 7 Prozent. Privatdiskonten waren weiter angeboten. Vor dem Ultimo wird das herauskom- menbe Material selbstverständlich hauptsächlich von der regulierenden Stelle aufgenommen. Frankfurt freundlich. Frankfurt a.M., 29. Sept. (WTB. Draht- Meldung.) Bei anhaltender Geschäftsstille eröffnete die heutige Börse in freundlicher Haltung, - entgegentreten. Griechenland ist jetzt gleichzeitig in einer schweren |i rt | d) a f t s • und F i n a n z k r i f e. Es kann he starke Lebensmitteleinfuhr nicht existieren, und feiten Gpielvereinigung 1900 Gießen. 1900 II — Lollar I 0:1 (0:0). Mit dem knappsten aller Ergebnisse errangen die Lollarer Gäste auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe nur einen glücklichen Sieg. Glücklich, weil der entscheidende Treffer erft gegen Spielschluß aus einem unbedingt vermeidbaren Elfmeter resultierte, sich sonst die Mannschaften in ihren Lei- ftungen aber die Waage hielten. Das schwächste Spiel lieferte 1900s Läuferreihe. Beim Gegner waren alle sehr eifrig. 1900 mußte viel Ersatz einstellen. Schon vor dem Seitenwechsel vergab der Gießener Mittelstürmer zwei ganz ausgezeichnete Chancen. Lollar hatte auch Torgelegenheiten, schei- terte aber an der Sicherheit der drei Gießener Schlußleute. 1900 III — Dutenhofen I 1:3 (0:2). Der schußunsichere Gießener Sturm brachte es zu Wege, daß diese Els 1900s auch ihr drittes Spiel verlor, obwohl der Gegner nicht besser war. Die Gießener begannen mit acht Mann und ergänzten sich später auf zehn. Das Fehlen des Elften machte sich jedoch im Berlauf des Spieles allzusehr bemerkbar. Chancen hatte 1900 trotzdem genügend. Gg. Arnold verschoß davon allein zwei in bester Schuß- fteUung vor dem Gästetor und auch seine Bebenleute vergaben vieles. 1900 IV — Lollar II 1:3 (1:3). Die Blauweißen lieferten seit Zusammenstellung dieser Mannschaft ihr bestes Spiel. Zudem brannten die Gießener darauf, die erlittene 7:0-Niederlag< einigermaßen wieder wettzumachen. Der neue Torwatt enttäuschte nach der angenehmen Seite. 1900 lieferte ein schönes Feldspiel, versagte aber in Tores« nähe. Elfmeterbälle (51), von denen jedoch keiner verwandelt wurde. Lollar siegte auf Grund der größeren Wettspielerfahrung. rniditN«, le«"«*' er?. eT u! Awksina einen Kanonenkugel die Spitze der Fahne ^ttssantev^ tÄivl >j 2. Batl. weg. Der Fahnenträger Kloos fiel LitÄ „ IfluW h-rch die Erschütterung über die Stange, die durch wilder 4n Anprall in drei Teile zerbrach. Trotz eisiger n.7,r uni v>:lr, Hunger, Entbehrungen und Krankheiten wur- DeuMi" U i>ic Fahnen des Regiments doch wohlbehalten A >' tie Heimat zurückgebracht. Ess' der Schlacht bei Leipzig 1813 wurde dieselbe Mn mcincn um sie nicht in die Hände der Preußen fal- men uiein In zu lassen, zerbrochen, die geringen Zeugreste nnek auf genommen und das übrige in einen Keller ge- M (bvTau 311° 3c-en. Dann trat Hesien den verbündeten Preußen, 61 liifen und Oesterreichern bei und kämpfte an ihrer mit iu 9 y . > :r’e 1814 und 1815 gegen den korsischen (Eroberer, ,rn MN 0« •' qe Teufels, die sind. Der „l züaen erträi Die aus Gießen Der. Regimenter DcM,Die Wtf aus am mot^ der Fahm Dahnho nommen mit den cl hos aus d tomie), Lie weg, Gor Etrahe danten in. die Fahne wird gebet« kompanje t Landeskomi hinter i sondern a n aufzuste die Devölb mentsfahnei nehmen tze n. Schlk M äußern, °lten Föhn der »usgesicl . ^Ltadtv WWeil ] naotertages t 's 2: Olt IJmutfen. * Bische ruJ9 besing Möer Aufsl Wonerung &£ Schmuck W fjj ftorben; ^"don'gest Gies .. * ® i e 6 ( 'S1" ( dl °°d Achten Sie au# / die frttn-wetfle Pak- 1 T knng mit »Haarglanx* y and der beliebten Schhmqbrille (offene Augen । während dec Waschens I) j jjÄ^on oormiNj labet freunblid)!*tin UÄkM Meister. «18 C llnb ein feit »äbrten ■Mw. SUNgz. 'Paket elpaket pülen I Pfennig. aachung! ■ Praxis des versterbt-1 MM [tober durch ein« - int wieder weiter^ ! kMMMl M ^ßen 6,v voiuwrstag, 29. September 1952 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefstn, Nr. 229 Zweiter Blatt Aber wenn Sie Ihr Haar sich selbst überlassen, dann hellen. Extra-Blond liegt zudem der unvergleichliche, verliert es allmählich seinen Glanz und dunkelt nach, weder durch Zitronensaft noch durch Essigbad er- Pflegen Sie IhrHaar deshalb mit Schwarzkopf Extra-Blond, setzbare „Haarglanz“ bei, der das Haar dauernd dem Schaumpon der Blondine, dann bleibt es blond, gesund erhält und blondes Haar doppelt ver- War es aber bereits nachgedunkelt, so läßt es sich mit schönt. Brünette und Dunkle wählen Schwarzkopf- Extra-Blond zu jeder gewünschten Nuance wieder auf- Extra, hell und dunkel mit „Haarglanz“ und SchaumbriHe. Aus der Proviuzialhauptstadt. Gießen, den 29. September 1932. Umzügler. In diesen logen kann man, auch wenn man nicht Rassenforscher ist, «ine neu«, eigenartige opezies Mensch entdecken: die Umzug le r. Sie treten im allgemeinen wenig in die Oefsent- lichkeit. Nur in der Zeit um den 1. Oktober und 1. April sind sie auffällig regsam. Sie sind nervös, sie reden viel, sie beschäftigen sich mit der Wohnung ihres lieben Nächsten, sie sind neugierig und wollen wissen, wieviel der andere Miete zahlt, ob er einen Balkon für vorteilhaft hält, ob er Zentralheizung oder Oefcn vorzieht, ob man ein eingebautes Sicher- heitsschloß ausbrechen oder gegen Bezahlung der Selbstkosten übernehmen soll, ob Ost. oder Westlage für das Schlafzimmer gesundheitsfördernd ist und was dieser Sorgen mehr sind. Ihr Vokabularium ist, wie man sieht, ziemlich reichhaltig, aber es wird mit einer Intensität gepflegt, die dem Nachbarn auf die Nerven fallen kann. Sitzt man beim Mittagessen im Restaurant, dann kann man vom Nebentisch her die Frage erörtert hören, ob eine Zweimetergardine etwa noch ausreicht, ein Zweieinhalbmeterfenster zu bedecken, und wenn man in Ruhe seinen Abendschoppen ge- niehen will, dann passiert es, daß man Zeuge einer Unterhaltung wird, die sich um die Frage dreht, wie man ein Küchenbüsett durch die zu große Flirrtüre bringt, ohne die Hauswand oder das Möbelstück zu beschädigen. Aber das sind noch die harmloseren Typen dieser Gattung. Schwieriger sind schon die, die auf der Straße mit sperrigem Gut über den Bürgersteig ziehen und den Passanten mit den Längsbrettern eines Kastenbrettes mit unnachahmlichem Geschick im Vorbeigehen die Hüte von den Köpfen schlagen. Man soll ihnen das nicht übel nehmen, besonders, solange die Köpfe noch festsitzen-, denn diese Art Leute ist im Grunde gutartig. Nur darf man sie nicht reizen, weil fie einen dann für einen Hausbesitzer halten, und auf die sind viele der Umzügler nicht gut zu sprechen. Aste Hausbesitzer sind nach Meinung jener Umzügler oft nahe Verwandte des Teufels, die mit ollen bösen Eigenschaften behaftet sind. Der „Neue" dagegen erstrahlt in allen Dor- zügen erträumten Glückes. Zu warnen ist lediglich vor Umzüglern, die geradeswegs unter, über ober gar neben uns Wohnung nehmen. Sie sind geradezu gemeingefährlich, und es gibt noch dazu kein Mittel, sich ihrer zu erwehren. Ihre Lust, Möbel zu verschieben, Nägel in die Wände zu schlagen, gegen die Decke zu poltern, ist unerschöpflich. Sie werden für alle Beteiligten zu einer Hausplage, die tagelang als gefährlicher Zündstoff in der Luft liegt. So wie der Dichter, leicht aktualisiert, sagt: Die neuen Mieter sind erwacht Sie Hopfen und poltern Tag und Nacht Das Lärmen will nicht enden ... E. E. Oie Einholung der alten hessischen Zahnen. Die aus Anlaß des Grenadier-Tages nach Gießen verbrachten Fahnen der alten hessischen Regimenter (115, 116, 118) — man beachte den Artikel ..Die Fahnen der alten hessischen Regimenter" aus der 3. Seite des 1. Blattes) — werden am morgigen Freitag um 17 ilfjr von der Fahnenkompanie unseres Bataillons a m Bohnhos feierlich in Empfang genommen. Die Fahnenkompanie marschiert dann mit den ehrwürdigen Feldzeichen vom Bahn» h o s aus durch die Bahnhofstraße (bis zur Ana- tomie), Liebigstrahe, Frankfurter Straße, Seltersweg, Sonnenstrahe, Reuen Baue, L i ch e r Straße bis zur Wohnung des Landeskommandanten in Hessen, Oberstleutnant KlePke, wohin die Fahnen verbracht werden. Die Bürgerschaft wird gebeten, während des Marsches der Fahnen- kompanic vom Bahnhof bis zur Wohnung des Landeskommandanten nichtneben, vor oder hinter der Kompanie herzumarschieren, sondern am Rand des Bürgersteigs sich aufzustellen. Weiter ergeht die Bitte an die Bevölkerung, die ehrwürdigen alten Regimentssahnen beim Vorbeimarsch durch Ab- nehmen der Kopfbedeckung zu grüßen. Schließlich ist noch der dringende Wunsch zu äußern, bei Gelegenheit der Einholung der alten Fahnen keinerlei andere Fahnen unter der ausgestellten Menschenmenge zu zeigen. Zahnen heraus! Die Stadtverwaltung fordert in unserem heutigen Anzeigenteil die Bürgerschaft auf, anläßlich des Grenadiertages die Häuser vom 3 0. September bis 2. D 11 o b e r elnschl. mit Flaggen zu schmücken. Bei den guten Beziehungen, die von feher zwischen unserer Garnison und der Bevölkerung bestanden hoben, wird man erwarten dürfen, da^ der Aufforderung der Stadtverwaltung zur Verschönerung des Festes unserer Garnison durch Flag- genfchmuck allseitig entsprochen wird. Talen für Donnerstag, 29. Levtember. 1758: der englische Admiral Nelson in Burnham- Thorpe geboren; — 1867: der Wirtschaftspolitiker und Staatsmann Walther Rathenau in Berlin geboren; — 1913: der Ingenieur Rudolf Diesel gestorben; — 1919: die Sängerin Adeline Patti in London gestorben. Gictzencr tÖoaieninavttprciK. • Gießen, 29. Sept. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter, das Pfund 1,30 Mark, Landbutter 1,30, Kochbutter 1,00, Matte 25 bis 30 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10 Ps.. Wirsing, das Pfund 6 bis 8, Weißkraut 5 bis 7, Rotkraut 8 bis 10, Gelbe Rüben 8 bis 10, Roterüben 8 bis 10 Spinat 15, Römischkohl 8, Unterkohlrabi 5 bis 6, tomaten 10 bis 15, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 35 bis 70, Schwarzwuzeln 35, Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln 3 bis 3)4 Pf., (Zentner 2,80 Mark), Frühapfel 15 bis 25, Falläpfel 5 bis 6, Birnen 10 bis 20, Dörrohst 30 bis 35, Pfirsiche 30 bis 40, Brombeeren 20 bis 25, Dreißelbeeren 30 bis 35. Zwetfchen 8 bis 10, Honig 40 bis 45, junge Hahne 70 bis 90, Suppenhühner 60 bis 80, Tauben das Stück 50 bis 60, Nüsse, das Pfund 35, Eier (ausländische), das Stück 9 bis 10, (inländische) 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 8 bis 10. Salatgurken 10 bis 20, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 12, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bund 10 Pf- UornoNzen. — Tageskalender für Donnerstag. Hausfrauen-Beratung, Kirchenplotz 2: 20 Uhr, Vortrag „Der Zucker und seine Bedeutung für Volks- wirtschaft und Ernährung." — Saal der Christlichen Versammlung: 20.15 Uhr, Evangelisationsversamm- lung; Thema: „Heilige Rätsel und ihre Lösung" bzw. „Das Volk der Juden und die christliche Gemeinde in ihren gegenseitigen Beziehungen und in ihren Zielen." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gitta entdeckt ihr Herz". •• Offenlegung der Wählerlisten. Der ReichSminister des Innern hat durch Verordnung bestimmt, daß zur Vorbereitung der Reichstagswahl die Stimmlisten und Stimmkarteien vom 16. bis 23. Oktober auszulegen find. Auf den großen Bahnhöfen und Llebergangsstationen, sowie den großen Leeschisfen wird, wie bei der letzten Reichstagswahl. Gelegenheit zur Stimmabgabe geboten werden. Die Landesregierungen sind durch Rundschreiben gebeten worden, ülle Maßnahmen zur Durchführung der Reichstagswahl in die Wege zu leiten und die Gemeinde- und Verwaltungsbehörden mit entsprechender Weisung zu versehen. ** Der Gießener Wochenmarkt wird vom 1. Oktober ab jeweils um 8 Uhr beginnen und um 14 Uhr geschlossen. ** Die Gießener Herb st messe nimmt am nächsten Sonntag, 2. Oktober, ihren Anfang und dauert bis einschließlich Sonntag, 9. Oktober, an. Auf dem Messeplatz (Oswaldsgarten) werden zahlreiche Messegeschäfte sich bemühen, den Besuchern in vielfältiger Weise zu dienen und eine abwechslungsreiche Unterhaltung zu bereiten. In unserem heutigen Anzeigenteil laden die Inhaber der Messegeschäfte zu zahlreichem Besuche ein. ** Die Schwesternschaft Gießen ini Iungdeutschen Orden hielt — wie man uns berichtet — einen sehr zahlreich besuchten Schwestern- abend ab. Im überfüllten, schon geschmückten Raum fand die feierliche Neuaufnahme von drei Ordensschwestern statt. Sodann referierte eine Schwester über die Schrift von Dr. Alfred Äuermann: .Ludwig XIV. ist tot! Es lebe Adolf Hitler!" Es schloß sich eine lebhafte Aussprache an. Erst in fpäter Stunde wurde der erhebende und arbeitsreiche Abend geschlossen. Lndustrie- und Handelskammer Gießen. Lieber die am Montag in Alsfeld stattge- habte Sitzung derIndustrie - und Han- delskarnmerGiehen für die Kreise Dießen, Alsfeld und Lauterbach wird uns folgendes berichtet: _ _ , Dor Eintritt in die Tagesordnung gedenkt der Vorsitzende, Herr Ludwig Rinn, des 70. Ge- burtstagcs des Herrn Kommerzienrats R a m - speck (Alsfeld), der trotz starker beruflicher Inanspruchnahme doch die Zeit gesunden habe, den reichen Schatz seiner kaufmännischen Erfahrungen in den Dienst von Industrie und Handel des Kammerbezirks zu stellen. Er dankt ihm für die wertvolle Mitarbeit, die er mehr als drei Jahrzehnte als Mitglied und stellvertretender Vorsitzender der Kammer geleistet hat, und gibt unter dem lebhaften Deisall der Versammlung der Hoffnung Ausdruck, daß die Kammer noch recht lange sich seines klugen Rates erfreuen dürfe. In bewegten Worten dankt Herr Kommerzienrat R a m s p e ck für die ihm gewordene Ehrung und verfichert, daß er auch in Zukunft, sofern ihm auch weiterhin das Vertrauen der Kaufmannschaft in die Kammer berufe, fich deren Aufgaben mit voller Hingabe widmen werde. Rach einem einleitenden Referat dcS Syndikus über das Wirtschaftsprogramm der Reichs- rcgierung bringt Herr Wirtschaftsprüfer Will interessante Ausführungen über die Handhabung der Steuergutscheine. Der Vorsitzende dankte beiden Herren sür ihre eingehenden und lehrreichen Referate und bemerkt im Anschluß daran u. a. folgendes: „Wir leben jetzt in einer äußerst kritischen Zeit. Das Programm der Reichsregierung hat uns in diesen Tagen neuen Mut gegeben. Wird hier doch zum ersten Male der feste Wille gezeigt, die seit einem Jahrzehnt auf wirtschaftlichem Gebiet begangenen Mißgriffe wieder gut zu machen. Ein Gebot der Rvt- wcndigkcit ist es. daß sich alle Wirtschaftskreise für dies Programm einsehen. Selbstverständlich kann auch diese Verordnung nicht vollkommen sein; aber sie zeigt im großen ganzen doch Wege, die aus unserem heutigen Elend heraus und zu einer Besserung führen können." In der nun folgenden lebhaften Aussprache gaben die Anwesenden einstimmig ihrer Befriedigung über die erfolgversprechenden Beschlüsse der Reichsregierung Ausdruck. Das aus dieser Rotverordnung sprechende offene und starke Bekenntnis der Regierung zur Privatwirtschaft erfüllt die Versammlung mit besonderer Genugtuung; denn dieses Bekenntnis gibt den Privatunternehmern endlich das Vertrauen zur Regierung wieder, ohne das ein ruhiges und sicheres Arbeiten nicht denkbar ist. Die Kammer erwartet deshalb von allen aufbauwilligen Kräften der deutschen Wirtschaft, daß sie ernstlich zu dem Gelingen dieses Regierungsprogramms beitragen, welches in erfreulichem Gegensatz zu allen bisherigen Rotverordnungen endlich die steuerliche Entlastung bringt. Bezüglich der lebhaft erörterten Frage der steuerlichen Behandlung von Steuer- gutscheinen stellt die Versammlung die Forderung. daß Vereinnahmung, Besitz und 'Verkauf der Steuergutscheine nicht zu einer neuen Steuerquelle gemacht werden dürfen. Die ferner aus der Versammlung gegebene Anregung, die Kammer möge sich dafür ei rischen. daß die Steuergutscheine dem Reich gegenüber als Sicherung für Zollgef ällc u. dgl. hinterlegt werden dürfen, wird von der Kammer weitergegeben werden. Dem Gedanken der Einführung zunächst frei» willigcrHandlungsgehilfenprüfun- g e n steht die Kammer durchaus sympathisch gegenüber. Sie erklärt ihre Bereitwilligkeit zur Mitarbeit bei der praktischen Durchführung des Gedankens. Cberfteffen. Evangelisches Gemeindejubiläum in Rödgen. z. Rodgen, 27. Sept. In schönster Harmonie und unter Teilnahme zahlreicher auswärtiger Gäste beging am Sonntag unsere ganze Gemeinde die 25-Iahrfeier unseres evangelischen Gemeindehauses und unserer Kleinkinderschule. Hm 9.30 Hhr sand ein außerordentlich gut besuchter Festgottesdienst statt. Rach einem kurzen Orgelvorspiel trug der Män- nergesangverein ..Konkordia" Beethovens »Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" vor. Majestätisch erhaben durchbrauste der Chor unser Kirchlein. Der Posaunenchor von Grohen-Duseck be- glcitetc nach einem gut vorgetragenen Zwischenspiel den Gcmeindegesang Landjugendpfarrer Lizentiat von der Au (Darmstadt) hielt die Festpredigt über das Tertwort: ..Will mir jemand nachsolgen. so verleugne et fich selbst, nehme sein Kreuz täglich auf sich und folge mir", und forderte die Gemeinde zu einer lebensfrohen, mutigen und gläubigen Rachfolge Christi auf. Superintendent Oberkirchenrat D. Waaner (Gießen) überbrachte die Grüße und Wünsche der Kir- chenbehörde und betonte dabei die engen 'Beziehungen. die er mit den Gründern der Klein- kinderfchulc gehabt, hatte. Hnb dann ging ein srohes Ausleuchten durch alle Kirchenbesucher: Unter den Klängen der Posaunen zogen die Kleinen ins Gotteshaus, die einen frei um sich schauend, die andern den Blick ängstlich zu Boden gesenkt, und sagten und fangen nun ihre Derschen und Liedchen. Um 13.30 Uhr marschierte ein langer Festzug unter den fröhlichen Klängen des Posaunenchors auf die Festwiese an der Gießener Straße. Das war ein reizendes, köstliches Treiben, das das kleine Dölkchen unter der Leitung der Schwestern dort entwickelte. 'Dem hätte da nicht das Herz gelacht bei den vielen Spielen und Reigen! Zuletzt kam der Bärensührer und sammelte in einem Hut milde Gaben, und ganz zum Schluß fuhr der Drezelwagen um. Eine kleine Bäckerin teilte Brezeln an die kleinen Spieler aus. Der Posau- nenchor und der Schülerchor wirkten mit. Um 19.30 Uhr war Balsers Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Rach einem gemeinsamen Lied und einem Dorspruch ergriff der Dorsteher des Diakonifsenhaufes, Ronnenweiher, Pfarrer Derrder, das Wort und verbreitete sich über Zweck und Ziel der Arbeit des Mutterhauses. Ein Festspiel „Sonntagssegen" wurde dann gegeben, wobei alle Beteiligten ihre Ausgabe gut erfüllten. Pfarrer Kalbhenn aus Kirchgöns sprach für die Gründer der Kleinkinderschule. Der Schülerchor und der Gesangverein „Harmonie", dieser durch zwei gut vorgetragene Chöre, die wohlverdienten Beifall fanden, wirkten mit. In einem Schlußwort dankte Pfarrer Bönning allen Helfern am Werk und ging nochmals auf die Gründung des Haufes ein. Mit dem Wunsch, daß das Merk weiterhin getragen werden könne, schloß der schön verlaufene Gemeindeabend ab. Am Samstag waren schon die Schwestern des Kreises Gießen und aus der weiteren Umgebung, die im Mutterhaus Ronnenweiher ausgebildet sind, hier eingetroffen und hatten unter Pfarrer Bender interne Besprechungen. Da sie sich am Feste beteiligten, fanden sie alle gastfreie Aufnahme in den einzelnen Familien. Schutz für die Salzflora bei Selters. rl. Selters, 28. Sept. Die hier noch vorhandene, recht ansehnliche S a l z s l v r a (Gewächse des Meeresstrandes) soll jetzt auf Grund des Neuen hessischen Raturschuhgesches unter Schutz gestellt werden. Doraussichtlich wird um die wohl gefaßte, aber nicht ausgenühte Boni- f atiuäquellc ein 200 bis 300 Quadratmeter großes Reservat geschaffen, das jeglicher Kulturmaßnahme, außer einem einmaligen Schnitt nach der Samenreife, entzogen wird. Besonders gilt es hier, auch die in Hessen sonst nicht mehr vorkommende, im Binnenlande schon so seltene Salzaster zu erhalten. Zur allgemeinen Schau soll in den Dadeanlagen ein Salzgärtlein angelegt werden. Rockefeller-preiö für einen Marburger Privatdozenten. WSN. Marburg, 28. Sept. Dem Privatdozenten Dr. S d) (i e p e r an der hiesigen Universität wurde auf Grund guter Arbeiten auf dem Gebiete der Zoologie ein er ft er Rockefell er-Preis verliehen, der mit dem Stipendium des dreijährigen Besuchs einer amerikanischen, der Pariser und der Kopenhagener Universität verbunden ist. Der Preisgekrönte erhalt ferner monatlich 200 Dollars, freies Studium und freie Reise für drei Jahre. Schwerer Einbruch in ein Goldwarengeschäst. Marburg. 28. Sept. (WSN.) In der letzten Nacht wurde hier in das I u w e l i e r g e s,ch ä f t Freund in der Wettergasse ein schwerer'Ein- bru ch sd ieß stahl verübt. Die Dieb« drangen nach Durchsägen eines Eisengitters am Hinterhaus in den Laden und raubten für mehrere 1000 Mark Goldwaren und Schmuck- gegenstände. Der Gesamtschaden ist noch nicht festgestellt. Man vermutet, daß es sich um gewerbs- mäßige Einbrecher handelt. Wettervoraussage. Der hohe Druck hat sich ganz nach dem Festland verlagert und Aufheiterung gebracht. Durch die Störungstätigkeit sowohl im Norden als auch besonders über Frankreich wird das Hoch von Warmluftmassen umspüll und langsam abgebaut. Da in Deutschland östliche Winde vorherrschen, wird zunächst das aufheiternde Wetter erhalten bleiben. Doch kommt durch die in der Höhe vordringende Warmluft dann Bewölkung auf, welche späterhin auch zu Niederschlägen führen dürfte. Die Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht werden sich dann mehr ausgleichen, und im ganzen tritt Milderung ein. Aussichten für Freitag: Nach kühler Nacht und Frühnebel vorerst noch Aufheiterung, später Aufzug von Bewölkung und wärmer. Lufttemperaturen am 28. September: mittags 15,6 Grad Celsius, abends 10,2 Grad; am 29. September: morgens 10 Grad. Maximum 16 Grad, Minimum 9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 em Tiefe am 28. September: abends 15,3 Grad; am 29. ceptember: morgens 12 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 1 4 Stunden. Vom 1. Oktober an erscheint ein neuer Roman im Gießener Anzeiger Das Glück fand den Weg von Gert Rothberg Der einsame Mann, der verschlossene Herr großer Industriewerke, der sich unbewußt nach Liebe sehnt. Und auf der anderen Seite das kleine, unscheinbare Mädel, das reinerundgefestigter als die anderen, das den Anfechtungen des Lebens widersteht, dem Treue und Reinheit über alles gehen........... Man bestellt den Gießener Anzeiger nebst seinen wertvollen Beilagen bei den Inhabern der 250 örtlichen Vertriebsslellen, bei den Trägerinnen oder in der Geschäftsstelle, Schulstr.7-9 Kostenlose Oktobergabe an alle Bezieher: Das Winterfahrplanheft fiÄ»; eooqN SxM' ftl.HH 1 r neuen WM ehe" SKr ■Kurse ,Lloyd «*■ 71/4 lM flfort- itionü*1 — Zrwtsurter Sin i Morgen M nm an /u.6Cf*nv^L-—M seh' Mi M aui Steins Hermann Wif a6.dem2^1 ToktoberjlS W ÄS® ...................................................................................................................... Für Herbst und Winter E .................................................................................................... = Ulster • Paletots Anzüge Neueste Formen Beste Qualitäten in größter Auswahl zu allerbilligsten Preisen iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiuiiiiiimiiimiiiiimiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiii E I Gebrüder Stamm | Gießen • Marktplatz-Schulstraße | 6814 A | ......"""""""""""""....... VWl Den SMslmn (Hellt) in Wen vom Sonntag, dem 2. bis einschl. Sonntag, dem 9. Okt. 1932. Zum Schau- und Verkaufsmarkt (Messe) auf Oswalds- garten sind u.a. folgende Geschäfte eingetroffen: Hippodrom, Steile-Wand-Fahrer, Kinderlaruffell, Lachtempel, Sporttruppe (Artist Vorführ.), Waffel- bällerei, Alpenhau-, sowie Verlaus-stände aller Art. Marktzeit: Werktags von 14—22 Uhr, Sonntags von 14—22‘/i Uhr. Für Verkaufsbuden gelten die Bestimmungen über die Geschäfszeit der offenen Ladengeschäfte: an den beiden Messesonntagen ist die Verkaufszeit von 14—19 Uhr festgesetzt, (esisc Lichtspielhaus Gießen Heute Donnerstag Premiere eines der bedeutendsten Spitzenfilme der diesjährigen Produktion! Gitta Alpar die beste Operettensängerin der Gegenwart und glänzend ausgestatteten deutschen Groß-Tonfilm „Gitta entdeckt ihr Herz“ Der unbeschreibliche Schmelz ihrer phänomenalen Stimme, der Scharm ihrer Erscheinung und ihr prickelndes Temperament vereinen sich zu einem entzückenden Eindruck. t824 c Gutes Beiprogramm und Ufa-Tonwoche! Aufgebot. Der Lmll Simon in Gießen. Credner- straße 19, hat beantragt, den verschollenen Johann Heinrich Karl Simon, geboren am 7. Juni 1845 zu Gießen, zuletzt wohnhaft in Gießen, für tot zu erklären. 67810 Der bezeichnete Verschollene wird aufgefordert. sich spätestens in dem auf den 18. Mai 1933, vormittags 10 Uhr. vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer Nr. 112, anberaumten Aufgebotstermine zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. An alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des Verschollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforderung, spätestens im Aufgebotstermine dem Gericht Anzeige zu machen. Gießen, den 22. September 1932. hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 68040 Am 8. September 1932 die Firma Faber, Schnepp & Weimer in Gießen. Gesellschafter sind: August Faber, Bauunternehmer, Lang-Göns; Karl Schnepp, Bauunternehmer Krofdorf, und Heinrich Weimer, Geschäftsführer, Gießen. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. September 1932 begonnen. Am 22. September 1932 bei der Firma fiarl Stückrath in Gießen: Das Geschäft nebst Firma ist auf den Kaufmann Friedrich Carl Stückrath in Gießen übergegangen. Die Uebernahme der seither im Betriebe des Geschäfts begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten ist ausgeschlossen worden. Am 24. September 1932 bei der Firma Gustav und Julius Rosenthal in Gießen: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 27. September 1932. __________hessisches Amtsgericht.___________ Bekanntmachung. Der Dochenmurkt beginnt von Samstag, den 1. Oktober 1932, an um 8 Uhr und endet um 14 Uhr. 6812C Gießen, den 29. September 1932. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Rosenberg. Heute frische Bücklinge Pfund 20 Pfennig Erwege Einheitspreis - G. m. b. H. Schulstraße 11. 682 7 A Blut- und Leberwurst Pfd. Pfd, Pfd. Pfd. Bierwurst in Blasen.. leicht geräuchert ... Streichleberwurst feine Hildesheimer.. Preßkopf oberhessischer Billige Wurstwaren Mettwurst weich in Ringen .... Pfd. Plockwurst 4 schnittfest, Holst, Pfd. I Nur noch bis Samstag, 1. Oktob. doppelte Sparmarken ausgenommen Marken - Artikel und Zucker 6829 a Jede* Stf-Angdfot EIN WEG ZUM SPAREN Umzugshalber Praxis bis 3. Oktober geschlossen Sprechstunde ab 4. Oktober Ludwigsplatz 11 oseoi Fr. Friedrich, Dentist. Große Auswahl See- u. Flußfische Thunfisch, Heilbutt, Limandes ff. Filets.......Pfd. von 45 Pf. an leb. Karpfen........Pfd. 100 Pf. leb. Schleien........Pfd. 125 Pf. Fischhaus „Cuxhaven" Marktstr. 23 esisA Tel. 2417 lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllliu Zwangsversteigerung 97/31 Am Donnerstag, dem 6. Oktober 1932, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 201, die nachstehenden, im Grundbuche von Gießen a) dem Fritz Hein in Gießen, b) der Anna Hein, geb. Friedel, dessen Ehefrau, daselbst, je zur Hälfte eingetragenen Grundstücke: 1. Flur 4. Rr. 263,8,/iooo - 351 qm Hof- reite, Dismarckstrahe 46, 2. Flur 4, Nr. 2631SÖ/10oo = 166 qm Grab- garten beide geschätzt 40 972 RM., 3. Flur 4, Rr. 400M/ioo = 363 qm Bauplatz, geschätzt 3630 RM., 4. Flur 4, Jlt. 400M/ioo = 428 qm Bau- platz, geschätzt 4280 RM., 5. Flur 4, Jlr. 40073/ioo = 324 qm Bauplatz, geschätzt 3240 RM. 6. Flur 4, Nr. 40091/ioo = 101 qm Bauplatz, geschätzt 1010 RM., versteigert. Die amtsaerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. 6310D Gießen, den 6. September 1932. I. A. des hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Zwangsversteigerung 56/32 Am Donnerstag, dem 13. Oktober 1932, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 107 das dem Sattler Ludwig Müller zu Gießen zugeschriebene Anwelen Neustadt 9 Flur 1, Nr. 949 = 143 qm Grabgarten, Flur 1, Nr. 950 = 444 qm hofrelte, geschätzt 18 775 RM., versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. 6618D Gießen, den 19. September 1932. I. A. des hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. 3m gefl. Auftrage verkaufe ich wegen fchnellfter Räumung ab Freitag, 30. September, von 10 Uhr, bis Montag, 3. Oktober in der Bahnhofstraße, Lcke wolken- gasse, bei der Firma Jost folgende Resk- vestände sowie 6826D Zigarren, Tabake und Pfeifen, Briefkassetten und Mappen Amateur-Alben, Romane und Iugendoücher, Füllfederhalter und Bleistifte, Schrank-, Krepp- und Brotpapier u. v. a. 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