Ur. 202 Krühausgabe 182. Jahrgang Montag, 29. August 1952 Erschein» täglich,nutzer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte (Biebener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monat» Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Üernsprechanschfiisse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: firanffurt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnick und Verlag: vrühl'sche llniverliläts-Vuch' und Zteindruckeret R. Lange in Sieben. Zchrrftleitung und Geschäftsstelle: 5chulltrabe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Ro- hlameanjeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrist 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biehen Das Ausbaupwgramm des Kabinetts papen. Die mit großer Spannung erwartete JUbe des Reichskanzlers. Münster i. W, 28. Aug. (WTD.) Reichs» kanzler v. P a p e n hielt heute auf der Tagung der westdeutschen Bauernvereine eine Rede, die über alle deutschen Sender verbreitet wurde. Er sagte u. a.: Die Aufgaben der Regierung, die ich zu leiten die Ehre habe, beschränken sich nicht auf wirtschaftliche oder politische Cinzelarbeit. Dir wollen den Grund legen für einen Neubau des deutschen Staates. Deshalb lassen Sie mich, bevor ich auf die einzelnen Aufgaben der Gegenwart eingehe, einige Morte über die Grundsätze einer neuen Staatsführung sagen. Sie, die westfälischen Tauern, und ich, wir sind keine Revolutionäre, noch sind wir reaktionär. Mir fühlen uns innerlich gebunden an Scholle und Heimat. Wir wissen, das; der Mensch die letzten Dinge der Melt nicht der eigenen intellektuellen Entscheidung unterwerfen kann und darf. Wir erkennen vielmehr an, daß wir dienende Glieder in einer von Gott gegebenen Ordnung sind. Das nenne ich konservative Gesinnung. Eine solche Gesinnung beruht im Glauben an Gott. Die pflege christlicher Erziehung in Familie und Schule mutz deshalb am Anfang jeder Staatspolitik stehen. Denn aus ihr entwickelt sich das Derantwortungs- bewutztsein des einzelnen gegenüber der Gesamtheit. Der konservative Mensch unterwirft sich gläubig den bleibenden Ordnungen des natürlichen Seins, wie sie in Familie, Tolk und Staat gegeben sind. Konservative Gesinnung fordert eine Staatsgewalt, die auf Autorität begründet ist. Sie muh stark und unabhän- g i g sein, damit von ihr Gerechtigkeit ausgehen tann und alle Ordnungen der Gesellschaft, der Selbstverwaltung und der Wirtschaft an ihr einen festen Halt finden. Sie darf kein Spielball sein für die Kräfte der Gesellschaft, für Parteien und Interessengruppen. Diese Grundsätze christlicher konservativer Gesinnung, die zugleich die Grundsätze unseres Staatswesens sind, müssen klar her- ausgestellt werden, weil sie heute aufs schärfste gefährdet werden. Rechtsstaat und Volksgemeinschaft Den Urteilen in Ohlau und Beu then ist von rechts und links ein Sturm gegen die gleichmäh igcHandhabung des Rechts gefolgt. Beide Seiten verlangen, den politischen Gcgner außerhalb der Volksgemeinschaft und aui crhalb des Rechts zu stellen. 3m politischen Kampf sollen Totschlag und Rache erlaubt, der Gcgner vogelfrei sein. Obejktivität gilt als Schimsr. Solcher Verwilderung der politisch n Moral e n tg e g e n zu t re t e n. ist die Pflicht der Staatsgewalt. Ich kenne kein Recht, das nur das Kampfmittel einer Klasse ober einer Partei ist. Das ist eine marxistische Aussa'ung, die ich ablehne, auch trenn sie von Nationalsozialisten ausgesprochen wird, denn sie schlägt jeder deutschen und christlichen Rcchioauffassung ins Gesicht. 3d) bekenne mich zu dem Glauben an ewige Rechtsnormen, aus denen auch der altpreußische Grundsatz geformt i't: Jedem das Seine. Es ist die Tradition Preuhens von seinen groben Wenigen her, daß nur der zur Führung der Ration zugclasscn werden kann, der sich frei- wi'lig in ihre Gesetze einordnet. Die Zügellosigkeit, die aus dem Aufruf des Führers der nationalsozialistischen Bewegung spricht, paht sdzlecht zu den Ansprüc^n auf die Staatssührung. 3d) gestehe ihm nicht das Recht zu, die M i n d e r h e i t. in Deutschland, die seinen Fahnen folgt, allein als die deutsche Ration anzusehcn und alle übrigen Bol'sg-nossen als Freiwild zu behandeln. Wenn ich heute gegen Hitler für den Rech ts- staat für die Volksgemeinschaft und für eine autoritäreStaatsführung eintrete, so verfolge i ch, und nicht er, das Ziel, das Millionen seiner Anhänger im Kampf gegen die Parteiherrschaft, gegen Willkür und ilngered)tig- leit jahrelang mit heihem Herzen herbeigcsehnt haben. Diese Regierung hat vom ersten Tage an das Ziel verfolgt, der groben vaterländischen Freiheitsbewegung, deren historisches Verdienst um Deutschland jedermann anerkennen muh. den Weg zur positiven. Mitarbeit am Reubau des Reiches freizumachen. Ich kann nicht glauben, datz diese deutsche Freiheitsbewegung sich auf die Dauer in bewutzt schroffen Gegensatz zu den Zielen einer Regierung stellen wird, deren Gedanken nur und ausschließlich auf Deutschlands Zukunft gerichtet sind. 3ch greife der Entscheidung über das Schicksal der fünf zum Tode Verurteilten nicht vor. Die preußische Staatsregierung wird sie, unbeirrt von politischen Anwürfen, nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit treffen. Aber ich sage zugleich: Die Anerkennung des gleichen Rechts, das für alle deutschen Staatsbürger gilt, werde ich nötigenfalls erzwingen. Ich bin fest entschlossen, die schwelende Glut des Bürgerkriegs auszutreten und den zunehmenden politischen Tlnruhen und politischen Gewalttaten zu begegnen, die heute noch ein so grobes Hindernis für die positive Arbeit sind, in der die eigentliche Aufgabe der Regierung besteht. Gegen Autarkie, Schutz der Währung. Damit komme ich zu den praktischen T a - gessragen, weiche die ungeheuere Rot unterem Vaterland stellt, die Rot, die auch der deutsche Bauernstand so hart empfindet. Se.dst- verständlich wird die Regierung der Landwirtschaft, die der Born ist. aus dem die Ration immer erneut sich moralisch und wirtschaftlich verjüngen mutz, mit allen Kräften helfen. Die Landwirtschaft läßt sich Nicht allein von der Zollseite her beleben. 3Hre Fragen sind nicht zu lösen nur und aus- schlietzlich von der Seite der Einnahmen oder Ausgaben. 3hr Schicksal ist vielmehr mit ocm der gesamten deutschen Wirtschaft untrennbar verbunden, und nur von einer Belebung unserer gesamten Wirtschaft kann eine dauernde und wirkungsvolle Belebung der Landwirtschaft kommen. Als Eesamtkörper hebt sich Die deutsche Wirtschaft von der Weltwirtschaft ab. Die Reichsregierung hat es schon off ausgesprochen. datz die verständnisvolle Förderung des Binnenmarktes die erste Voraussetzung für die Gesundung der Wirtschaft bedeutet. Sie lehnt den Gedanken einer grundsätzlichen Autarkie deshalb ab, weil Deutschland nicht auf seine weltwirtschaftlichen Beziehungen verzichten kann, und weil es jede Arbeitsgelegenheit ausnuhen muh. die ihm der Auslandsmarkt auch heute noch bietet Aber die Grundlagen der Ernährung müssen im Binnenland sichergestellt werden. 3ch kann versichern, daß sich die Reichs- regierung grundsätzlich zu der Rotwendigkeit einer weiteren maßvollen Regelung der Einfuhr bekennt und datz fie dahingehende Beschlüsse gefaßt hat. Es ist selbstverstanolich datz wir jedes Mittel ergreifen müssen, das uns dazu verhilft, diese ungeheure Rot zu uberwindem Diese Rot die bei uns aus der Schrumpfung der Wirtschaft, aus der bisher unaufhaltbar fortschreitenden Deflation, aus dem Abfinken der Preise hervorgegangen ist, findet ihren furchtbaren Ausdruck in der A r b e i t s l o s i g k e it. Wenn diese Deflation nicht beendet werden kann, so sind weitere Verluste des privaten Llntemeh- mertums und der öffentlichen Wirtschaft, d. h. der gesamten Produktion, nicht aufzuhalten. Wir müssen deshalb den Versuch machen, und ihn sofort machen, das Steuer grundsätzlich herumzuwcrfen. Wcnn wir jetzt den Grund zu einem Wiederaufbau unserer Wirtschaft legen wollen, so müssen wir es nach folgenden Grund- sätzen tun: Unsere Währung darf nicht gefährdet werden, wir wollen audj keine Abwertung der deutschen Mark, wir wollen keine ausgeklügelten Experimente machen, die wie der Herr Reichsbankpräsident es kürzlich sagte, Deutschland durch ein- Elendsstrecke führen würden, der weitere Millionen zum Opfer fallen. Keine Eingriffe in die privaiwirischast. Die Stärkung der persönlichen Energien und die Entwicklung der persönlichen Leistungsfähigkeit, die Steigerung des Gefühls der eigenen Verantwortung, das sind die geistigen Mittel mit denen die Privatwirtschaft auch in Zukunft imstande sein wird und imstande sein muh die menschlichen Bedürfnisse besser und vielleicht billiger als jedes andere Wirt- sch aftssy stein, das uns empfohlen wird, zu befriedigen. Aus dieser Ueberzeugung heraus lehnk die Reichsregierung infolgedessen alle (Eingriffe in die Sphäre der Privatwirtschaft ab. Der privaten 3nitiative gilt es wieder Vertrauen zur Zukunft einzuslötzen, schien bisher doch jeder Versuch, der Wirtschaft Hilfe zu bringen, unnütz, weil jede wirtschaftliche Leistung doch nur in das Danaidenfaß der Reparationen geschöpft wurde. Aber heute ist dieser Druck endlich von uns genommen. Lleberall im Ausland, namentlich in Amerika, wie schon der Präsident Hoover kürzlich ausgeführt hat, hat das Ergebnis von Lausanne Hoffnung und neues Leben hervorgerufen. Es wäre wahrlich an der Zeit, datz auch wir uns daran erinnerten, daß feit der Konferenz von Lausanne wieder die Früchte unserer Arbeit uns selber zufallen. Die Reichsregierung wird darüber wachen, daß die persönliche Verantwortung der freien wirtschaft nicht durch Vermischung mit staatlichen Wirtschaftsformen verwischt wird. Wo der Staat in den letzten 3ähren Anteile an bisher privaten Betrieben übernommen hat, wird er dafür sorgen, datz klare Verhältnisse geschaffen werden und daß der Allgemeinheit hier nicht nur die Lasten, sondern auch die Früchte der Arbeit zufallen. Für diese Unternehmungen wird daher eine bes andere staatliche Beaufsichtigung zur Wahrung der staatlichen 3nteressen eingesetzt. 3ch habe bereits angekündigt, daß die Gehälter in diesen Betrieben auf das Matz dessen herabgesetzt werden, was einem staatlichen Unternehmen entspricht. Mehr als 2Äiri>en für Wittschastsbelebmia. Run zu dem Plan selbst, der den Maßnahmen zugrunde liegt, welchen die Regierung dem Herrn Reichspräsidenten in dieser Woche Vorschlägen wird. Deutschlands zentrales Problem ist die Arbeitslosigkeit. Die intensive Bearbeitung dieser Frage im Lause der letzten 3ahre hat gezeigt, daß Rotstandsarbeiten und unmittelbare Arbeitsbeschafkung aus Steuermitteln sie bisher nicht beseitigen konnten. Die Reichsregierung läßt selbstverständlich die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung nicht aus den Augen. Solche Rotstandsmaßnahmen sind schon im Gange, z. B. auf dem Gebiete, des Straßenbaues, der Wasserwirtschaft, der landwirtschaftlichen Meliorationen und der Hausreparaturen. Insgesamt sind für diesen Zweck bisher 135 Millionen Mk. bereitgestellt. Die Reichs- rcgicrung hat beschlossen, auch andere Arbeitsgebiete mit Rotstandsarbeiten zu versorgen. Sie handelt dabei in vollkommenem Einvernehmen mit der Reichsbank. Der Freiwillige Arbeitsdienst, dem bald etwa 200 000 Jugendliche angehören, wächst von selbst. Außerdem sind Rotstandsmahnahmen auf dem Gebiet der landwirtschaftlichen Siedlung, der vorstädtischen Kleinsiedlung, des Wohnungsbaues und der Hausreparaturen in Aussicht genommen. Hier ist besonders daran gedacht, den DauvonEigen» Heimen durch Mobilisierung der in der freien Wirtschaft noch vorhandenen Kreditmöglichkeiten zu fördern. Dennod) sind wir uns vollkommen klar darüber, daß es niemals gelingen wird, auf diesem Wege allein das wünschenswerte Ausmaß der Arbeitslosenverminderung zu erreichen. Die Regierung ist daher entschlossen, im großen Rahmen den Versuch zu machen, durch eine Belebung der Privatwirtschaft zur Neueinstellung von Arbeitskräften und zur Verminderung der Zahl der Arbeitslosen zu gelangen. Wir gehen bei unseren Heberlcgungen davon aus, daß e.ne Reihe von wichtigen Aiizeichen darauf hindeuten, daß das längste Stück des Weges, der uns zum Boden der Krise führt, von dem aus der Wiederaufstieg beginnen tann, nunmehr zurückgelegt ist. 3n einem solchen Zeitpunkt ist es infolgedessen berechtigt, weitertragende Ma tznahrnen zu ergreifen, als es in einem früheren Zeitpunkt der SÜrifc möglich gewesen wäre. 3n dem gegenwärtigen, sehr fortgeschrittenen und voraussichtlich nicht allzuweit vom Ende entfernten Stadium der Krise kann man erwarten, daß jeder Einfluß zur Belebung der Wirtschaft mit einiger Wahrscheinlichkeit dazu beitragen wird, die natürl che Fortsetzung in einem tatsächlichen Aufschwung der Wirtschaft zu finden. Deutschlands gesamter Produktionsapparat muß zunächst einmal instandgeseht werden, um an dieser Belebung teilzunehmen. Heute ist der Zustand vieler unserer Produktionsstatten so schlecht, daß völliger Zerfall droht. Es hat sich ein ungeheuerer Bedarf an C r - haltungs - und Rotstandsarbeiten aufgestaut, der in die Milliarden geht. Es muß der erste Schritt sein, daß die gesamte Wirtschaft die Mittel erhält, um dieses Versäumnis nachzuholen. Das ist dann gleichzeitig der erste Schritt Dec neuen Belebung. Dadurch wird eine Reu- e i n ft e 11 u n g von Arbeitern in größerem Umfang möglich, und es werden gerade die mittleren und kleineren Betriebe, deren ureigenste Domäne die Ausführung derartiger Arbeiten darstellt, als erste von der Belebung Rulen ziehen. Von diesem Punkt aus soll der Vetsuch gemacht werden, den Wirtschaftsprozeß in größerem Umfang zu beleben. Der Einsatz, der für diesen Zweck zu machen ist. muß genügend groß gewählt werden, damit die beabsichtigte Wirkung eintritt. Dieser Einsatz wird sich auf eine Summe von mehr als zwei Milliarden Reichsmark belaufen, und zwar über diejenigen Summen hinaus, die für Rotstandsarbeiten und Arbeitsbeschaffung ausgeworfen find. Die Finanzierung: kerne Zwangsanleihe, sondern Steuer-Anrechnungescheine. Die Verhandlungen über die Durchführung dieses Programms im einzelnen und seine F i - nanzieruna sind schon weit fortgeschritten. Insbesondere hat auch d;e Reichsbank ihre Mitwirkung zugesugt, wobei es sich, von der Seite der Geldbeschaffung gesehen, nicht um eine Belastung etwa der Rotenbank mit großen Beträgen, sondern im wesentlichen um die Heranziehung der in derWirtschaft ohnehin vorhandenen, zur Zeit nicht für die Arbeit ausgenutzten Liquidität auf den hierfür schon jetzt gegebenen Wegen handelt. Den Gedanken, diesen Betrag etwa über eine Zwangsanleihe zu finanzieren, haben wir abgelehnt. Statt dessen beabsichtigen wir, folgenden Weg zu beschreiten: Cs sollen für Teile besonders produktionshemmender Steuern, wie der Umsatzsteuer, der Real- fteuern, der Gewerbesteuer — übrigens ohne jede Beeinträchtigung der Etats der Länder und Gemeinden — und der Beför- derunassteuer, die in der Zeit vom 1. Oktober 1932 bis 1. Oktober 1933 fällig und gezahlt werden, Sleueranrechnungsscheine gegeben werden, auf die in den Rechnungsjahren 1934 bis 1938 alle Reichssteuern, einschließlich der Zölle und Verbrauchssteuern, mit Ausnahme der Einkommensteuer, gezahlt werden können. Es wird sich hier um einen Betrag oon etwa 1590 Millionen handeln. Diese Scheine werden mit einem Agio versehen werden, dadurch also den Charakter eines Darlehens des einzelnen Pflichtigen an Das Reich erhalten. Diese Ausstattung der Scheine wird es ermöglichen, sie sofort als Kreditmittel zu benutzen. Sie werden daher eine Unterlage für die Hereinnahme und für die Durchführung neuer oder bisher zurückgestellter Aufträge für den, wie ich es nannte, aufgestauten Crhaltungsbedarf sein und dadurch die Möglichkeit schassen, neue Arbeitskräfte in den Arbeitsprozeß einzufügen. Darüber hinaus will die Reichsregierung einen Betrag von weiteren 700 Millionen Reichsmark in Steueranrcchnungsscheinen für solche Unternehmen zur Verfügung stellen, die nachweifen, daß sie mehr Arbeitskräfte als bisher beschäftigen. Für jeden Reueingestellten soll aufs Jahr gerechnet ein Betrag von 400 Mark in Scheinen gegeben werden. Wird dieser Betrag voll aus- g-nutzt, so werden 13/« Millionen Qlrbeiter mehr eingestellt werden können. Wird dies gelingen, so würde das einen ganz großen vorwärtstreibenden Erfolg bedeuten. Lockerungen im Tarifwesen. Diese Maßnahmen werden aber nur bann die Wirtschaft sofort in Gang bringen, wenn das Problem auch von der Seite der Arbeit an- gepackt wird. Es wird deshalb den Arbeitgebern gleichzeitig ein Anreiz zur Streckung der Arbeit durch Verteilung auf möglichst viele Arbeiter gegeben. Dieser Anreiz wird nur auf dem Gebiet der Entlohnung liegen können. Man wird den Arbeitgeber ermächtigen, wenn er mehr Arbeitskräfte einstellt, den Tariflohn in einem gewissen, genau umgrenzten Umfang, der nicht unter dem Existenzminimum liegen darf, zu unterschreiten, und zwar werden die I Tariflöhne innerhalb dieser Grenzen in einem um so gröberen Prozentsatz ermäßigt, je größer die Vermehrung der Velegschast oder der Arbeiterschaft ist. Der Lohn wird aber nicht rm gleichen Ausmaß ermäßigt werden dürfen, wie die Belegschaft an- steigt, damit die in dem Betrieb gezahlte G efa m t- lohnsumme nicht nur erhalten bleibt, sondern sich sogar noch erhöht. Ich bin mir bewußt, daß diese Maßnahme einem Teil, und zwar dem jetzt beschäftigten Teil der deutschen Arbeiterschaft Opfer auferlegt, aber die Opfer gehen zugunsten der heute Arbeitslosen. Und wenn auch der Einzelne eine kleine Einbuße erleidet, so wird die Gesamtlohnsumme erhöht, die allgemeine Kaufkraft also gesteigert. Auf diese Weise werden wir eine weitere erhebliche Zahl Erwerbsloser der Arbeit wieder zuführen können. Die Reichsregierung beabsichtigt, das Tarif- recht und das Schlichtungswesen in seinem wesentlichen Inhalt aufrechtzuerhalten. Was sie aber immer wieder betonen muh. ist die Erwartung, daß die Beteiligten ihre Verhältnisse mehr als bisher im Wege freiwilliger Selbstbestimmung ohne staatliche Mitwirkung und ohne Bevormundung ordnen. Es ist "in erster Linie ihre Aufgabe, die Tarifverträge so auszugestalten, daß die Nachteile. die mit einem zu weitgehenden Tarifschematismus notwendig verbunden sein müssen, verschwinden. Der wertvolle Kern des Tarifgedankens, den ich in der Sicherung der Existenzgrundlage des Arbeitnehmers. in der Verhinderung unlauterer Lohnkonkurrenz und vor allem in der arbeitsgemeinschaftlichen Zusammenarbeit der beiderseitigen Verbände sehe, muh erhalten bleiben. Unsere Tarifverträge sind vielfach immer noch zu starr und nehmen auf die besonderen Verhältnisse der einzelnen Gebiete. Betriebe und Arbeitnehmergruppen nicht gebührend Rücksicht. Besonders am Herzen liegt mir die Erhaltung der Produktions statten. Es sollte in der heutigen Zeit nicht Vorkommen, daß Betriebe, die bei vernünftiger Berücksichtigung ihrer besonderen Notlage aufrechterhalten werden könnten, infolge der Starrheit tariflicher Bindungen zum Erliegen kommen. Die Reichsregierung hat den Beteiligten schon wiederholt nahegelegt, für derartige Sonderverhältnisse Aus- nahmemöglichkeiten im Tarifvertrag selbst vorzusehen. Leider ist dies nicht überall in dem erforderlichen Umfang geschehen. Ich halte es daher für notwendig, für diese Fälle nunmehr im Verordnungsweg Abhilfe zu schaffen. Ueberflaiwit - Große Seroalliwreform. Alle diese Maßnahmen dienen zunächst nur einer Liebergangszeit. Sie werden deshalb auf zwölf Monate befristet. Sie sollen es der Wirtschaft ermöglichen, sich aus ihrer bisherigen Erstarrung zu lösen und den eigenen wirtschaftlichen Gesetzen zu folgen. Ich erwarte, daß der gewaltige Anstoß, den unsere gesamte Volks- wirtschaft durch eine Entlastung und damit Befruchtung um etwa zwei Milliarden Reichsmark und eine zusätzliche Beschäftigung von einer bis zwei Millionen Arbeitsloser erfährt, auch die Lage der Landwirtschaft direkt und indirekt außerordentlich bessern wird. Die Hebung der Kaufkraft der Allgemeinheit wird den Landwirt eher dazu befähigen. Erzeugnisse zu angemessenen Preisen auch wirklich besser absehen zu können, als dies heute der Fall ist, insbesondere E £«n Erzeugnissen der bäuerlichen Deredelungs- . Es würde zu weit führen, mich heute über eine Reihe wichtiger Eingetragen, wie vor allem dLs Zinsproblem zu äußern. Daß wir diese Frage auf dem privatwirtschaftlichen Wege mit allen Kräften vorwärts treiben, ist ebenso selbst- verständlich wie daß wir «ine D i s k o n t s e n - k u n g für die allgemeine Wirtschaft binnen kurzem durchführen werden. (Dravo!) Ferner aber sollen die 12 Monate, in denen lene Nothilfe abläuft, dem organischen il m - und Neubau unser es Staats- und Wirtschaftswesens dienen, der die eigentliche Aufgabe unserer Zeit ist. Erst wenn wir der Not der Stunde etwas mehr entrückt sind wie heute, werden wir ein Sozial- und Finanz programmauf lange Sicht auf- bauen können. Für «ine politische Programmrede wird im Reichstag Gelegenheit sein. Dort werde ich über die Gebiete der inneren und äußeren Politik reden, die ich heute nicht be- rühren kann. Ich möchte nur auf eines ein gehen auf ' die Anpassung unseres gesamken Staats- und Verwallungsapparals an die Armuk der Tlafion. (Lebhafter Beifall.) Ich darf hierbei darauf hin- weifen, in welcher Weise bereits in Preußen unter ber tatkräftigen Leitung des Reichskommiffars Dr. Bracht die Probleme der Derwaltungsrefonn angepaßt worden sind. Pläne sind durchgeführt worden die zum Teil seit mehr als 20 Jahren erwogen rooroen sind, und schließlich noch jahrelang in den Schreibtischen geschlummert haben, oder im Land- tag stecken geblieben sind. 58 Landkreise sind ein- gespart worden, Kreise, die seit altersher bestanden, Anekdoten um Gerhart Hauptmann. Äon Gerhard Krank. Gerhart Hauptmann wurde mit dem diesjährigen Goethe-Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet. Gerhart Hauptmann kauft in Neapel ein Geburtstagsgeschenk. Mit dem Antiquitätenhändler feilscht er nach Landessitte um den Preis. Endlich sagt der Händler mit seinem verehrungsvollsten Augenaufschlag: „W eil Sie es sind, Signore, werde ich dreihundert statt vierhundert Lire rechnen'" Hauptmann nickt strahlend: Ja. ja, denkt er der Ruhm ist doch eine schöne Sache! Und Stolz'läßt seine Brust schwellen. „Bitte schön. Signore, darf ich Ihnen das Paket- chen zuschlcken? Ins Palace-Hotel? Gewiß .. und Ihr werter Name, Signore?" * Bei Tische sprach man von der Ehe. Jemand wandte sich an Hauptmann: „Ich meine, der Mann der feine Frau schlecht behandelt, verdient, daß ihm das Haupt über dem Kopfe angezündet wird!" Hauptmann, der diesen cholerischen Mann gut kannte, lächelte: „Nun, ich denke, Sie werden Ihr Haus anständig versichert haben?!" » Der Maler H. M. Pechstein bot Hauptmann ein Hiddensee-Bild zum halben Katalogpreise an. Schmunzelnd erwiderte Hauptmann: „Schön, das Bild nehme ich. Was kostet der Katalog?" * Ein junger Dichter beklagte sich bei Gerhart Hauptmann, daß die großen Dichter nicht mehr Auge und Ohr hätten für die jungen Dramatiker, daß sie sich nicht dazu verstehen könnten, ihnen zu helfen auf ihrem schwierigen Wege. Hauptmann widersprach. Der Dramatiker wehrte ab: „Ich werde es Ihnen beweisen! Ich schicke Ihnen morgen ein neues Stück und ich wettss mit Ihnen um fünfzig Mark, daß Sie es nicht einmal ganz lesen werden ...!" Hauptmann bekam das Stück, ein elendes Machwerk. Tags darauf schickte Hauptmann per Postanweisung fünfzig Mark an den jungen Autor. Auf der Rückseite stand: „Gewonnen!" * r-j?rQUptmann hörte einem Streite zwischen einem Schlagerkomponisten und einem Operettendirektor zu. Der Komponist verlangte einen höheren Gewinnanteil. Hauptmann mischte sich darein: „Einen regel- als die Postkutsche das schnellste Beförderungsmittel war, die aber im Zeitalter von Telephon, Eisenbahn und Auto eine überflüssige Verwaltungsbelastung darstellen. Diesen ersten Maßnahmen wird eine große organisatorische Verwaltungsreform folgen. Lebhafter Beifall, Bravo!) Eine verwallungs- reform an Haupt und Gliedern, die, wie ich hoffe, vom preußischen Staatsminifterium in wenigen lagen verabschiedet werden wird. (Bravo!) Diese Reform ist eine unentbehrliche und entscheidende Voraussetzung für eine Reichs- r e f ö r m. Sie wird die Doppelarbeit von Ober- Präsidenten und Regierungspräsidenten beseitigen und jedem von ihnen seine getrennte und selbständige Zuständigkeit geben. Die Sonderoerwaltung auf kulturellem, wirtschaftlichem und technischem Gebiet werden einheitlich dem Regierungspräsidenten bzw. den Landräten angegliedert werden. Die- .sen Maßnahmen soll eine Verkleinerung und Vereinfachung in der Zentralinstanz, eine Finanzresorm und eine Re- form der Selbstverwaltung folgen. (Bravo!) Die Beseitigung des Dualis- mus z w i s ch e n Reich und Preußen und die dadurch möglich gewordene Reform an Haupt und Gliedern beweisen, daß die Regierung — mehr als jede andere in den letzten 14 Jahren — gewillt »st zu handeln. (Bravo! Lebhafter Beifall.) Eingliederung der Jugend. Mjt tiefer Sorge verfolgt die Reichsregierung eine der verhängnisvollsten Wirkungen der Einengung des deutschen Lebensraums. Millionen der nachwachsenden Iahrgänge, junge Menschen voll Tatendrang sind nach der Ausbildung vom Berufsleben und damit von einer äußeren und inneren Existenzgrundlage ausgeschlossen. Mit ihnen leiden Millionen von Vätern und Müttern. Die Reichsregierung nimmt diese Sorge auf. praktische Schritte zur Eingliederung dieser wichtigen Kräfte der jungen Generation aller Schichten werden getan werden, mögen die Opfer auch noch so schwer sein. (Bravo!) Ganz besonders ernst ist die Lage des akademischen Nachwuchses. Hier plant oie Reichsregierung zunächst Zwischenschaltung eines praktischen Iahres zwischen h o h e r e r Schule und Hochschule anzuregen und durchzufuhren und gleichzeitig den Hochschulen die unabweisbare Pflicht nahezulegen, nach die- rechten Gewinnanteil fordern Sie? Das finde ich nicht gerechtfertigt!" rüstet^so benn "'ch*'" frage der Komponist ent« Hauptmann wiegte das Haupt: „Sie haben höchstens Anspruch auf Finderlohn!" Gerhart Hauptmann war irgendwo auf dem Lande und pflegte jeden Morgen an den nahen Fluß zu gehen, um zu baden. Er hatte herausgesunden, daß er seinen Weg bedeutend abkürzen könne, wenn er £urd) ein Grundstück ginge, dessen Gartentür nie verschlossen war. Als er eines Morgens diese Tür gerade aufgeclinkt hatte, bemerkte ihn der Besitzer des Gartens und rief ihn an: „Hallo. Sie da, das ist der falsche Weg!" Der Dichter drehte sich um: „Wissen Sie denn, wohin ich will?" „Nein!" „Wie können Sie dann wissen, ob ich auf dem richtigen Wege bin oder nicht?" Hauptmann verlangte nichts als Ruhe, wenn er 3ur 6^0(111^ reifte. Vor feinem Sommerhause in Hiddensee hing oft ein Schild: „23 or mittags nicht zu Hause — nachmittags nicht z u sprechen!" * Ein alter Freund des Dichters hatte bei einer Fest- spielauffuhrung eines Hauptmann-Werkes die Regie übernommen. Nach der Generalprobe fragte der tjreunb: „Nun sage mir, wie hat dir meine Regie gefallen? Du mußt wissen, ich habe das nur zu meinem Vergnügen getan!" Gerhart Hauptmann lächelte: „Das haben wir alle gemerkt, mein Lieber!" Geheimnisse der Trommelsprache Wie die Wilden im ««sch „telegraphieren". Die unheimliche Schnelligkeit, mit der sich Nachrichten durch den afrikanischen Busch verbreiten, wo es weder Telegraphie noch Rundfunk gibt! hat seit jeher das Erstaunen der in diese Regionen verschlagenen Weißen erregt. Von einem solchen überraschenden Fall berichtet der englische Reiseschriftsteller Williams I. Makin in einer Londoner Zeitschrift. Als er einst die Nachricht von dem nahenden Tode eines Häuptlings in Deschuana-Land seinem etwa 80 Kilometer entfernt weilenden Nachfolger überbringen wollte und im schnellsten Tempo etwa 60 Kilometer in seinem Kraftwagen zurückgelegt hatte, trat ihm ein Eingeborener in den Weg, der ihm mit aller fern Iahr auf jede nur denkbare Weise die Zahl der Studenten dem Bedarf der Berufe anzugleichen. Die praktischen Kenntnisse dieses Werkjahres werden von gleichem Nut- zen sein für diejenigen, die nach ihrer Entscheidung sich praktischen Berufen widmen, wie für diejenigen, die studieren. Iedenfalls geht es nicht länger an, daß jährlich mehr als 10 000 der Hochschulabsolventen für immer der Hoffnung beraubt sind, einen Beruf zu finden. Gegen parteiherrschafi. Diesem Neubau auf allen Gebieten wird die Arbeit der nächsten Monate gewidmet fein. Sie kann nur geleistet werden durch eine autoritäre unabhängige Regierung, die sich ihrer Verpflichtung gegen Gott und die Nation im Tiefsten bewußt ist. (Dravo! Lebhafter Beifall.) Aus dieser Lieberzeugung heraus halte ich es für meine Pflicht, Störungen dieses Merks durch die Einflüsse der Parteien abzuwehren. (Dravo!) Große Aufgaben im Dienste der Nation rönnen nur von dem gelöst werden, der sich dem ganzen Volk und nicht nur einer Partei oder Klasse dienstbar glaubt. Der Grundsatz derReichs- verfassung: „Die Staatsgewalt geht vom Volke aus" kann nicht bedeuten, daß diese Staatsgewalt dem taktischen Spiel der Parteien im Parlament ausgeliefert werden soll. (Lebhafter Deifall.) Lind wenn heute von einer Koalition zwischen Zentrum und NSDAP, gesprochen wird, an die ich nicht glauben kann, weil sie dem ganzen antiparlamentarischen De- kenntnis der Nationalsozialisten widerspricht, so wäre der geheime Grundgedanke solcher Koalition doch nur der, daß die eine Partei die andere zu vernichten wünscht. (Sehr richtig!) Ich frage, ob die Not des deutschen Volkes in dieser Stunde wirklich noch ein solches Kulissenspiel erträgt? (Nein!) Auf der anderen Seite denken wir nicht an eine Abweichung von den Grundgesetzen der Verfassung oder gar an einen Wechsel der Staatsform. Die Verfassung selbst hat in der Institution des Reichspräsidenten dem Spiel der Parteien gegenüber den ruhenden Pol geschaffen, an dem die einheitliche und unabhängige Führung der Staatsgeschäfte verankert ist. Von dieser zugleich autoritären und demokratisch e n G e w a l t, die sich uns in der Person unseres Reichspräsidenten von Hindenburg darstcllt, hat die Reichsregierung die Rechtfertigung und den Auftrag ihres Wirkens. (Bravo!) Nun rufe ich Sie alle, meine anwesenden Freunde, ich rufe das ganze deutsche Volk auf, hinter uns zu treten und uns bei der Durchführung dieser Pläne zu helfen die der Rettung Deutschlands dienen sollen. (Dauernder Beifall.) Möge das deutsche Volk nicht in innerpolitischem Hader und in verblendeter Selb st Zerfleischung diesen Ruf überhören. Unser Glaube an die Zukunft der Nation ist so unerschütterlich, wie der jener Millionen, die einst auf den Schlachtfeldern für sie geblutet haben. Und deshalb rufe ich heute dem Lande zu: „Denft nur an Deutschland!" (Lauter, anhaltender Beifall.) KPN. im Reichstag gegen NGOAp. Berlin, 28. Aug. (VDZ.) Die kommunistische Abgeordnete Frau Klara Zetkin weilt seit einigen Tagen in Berlin, um sich auf die Lleber- nahme des Alterspräsidiums des Reichstages vorzubereiten. Einige Vertreter der kommunistischen Reichstagsfraltion hatten am Samstag eine Llnterrebung mit Frau Zetkin. Lieber diese Llnterredung wird von der kommunistischen Reichstagsfraktion eine Mitteilung aus- gegeben, wonach Frau Zetkin erklärte, fraft sie trotz nationalsozialistischer Drohungen jede polizeiliche Schutzmaßnahme schärf st ens ablehnen werde. In Liebereinstimmung mit der kommunistischen Reichstagsfraktion hat das Zentralkomitee der KPD. einen Beschluß gefaßt, der sich für die Ausschaltung der Nationalsozialisten bei der Wahl des Reichstagspräsidiums einseht. Die Kommunisten werden im ersten Wahlgang für ihren eigenen Kandidaten stimmen. Sollte in diesem Wahlgang der nationalsozialistische Kandidat nicht gewählt werden, so wollen die Kommunisten im zweiten Wahlgang ihre Stimmen für den sozialdemokratischen Kandidaten abgeben, um die Wahl eines Nationalsozialisten zum Reichstagspräsidenten zu verhindern. Zweihunderiausend Weber streiken in England. Anschluß von 2500ÜVSpinnern? London, 27. Aug. (TLl.) Am Samstagvormittag legten 200 000 Weber und Weberinnen in Lancashire die Arbeit nieder. 800 Baumwollwebereien wurden geschlossen, Hunderttausende von Webstühlen stehen still. Das volle Ausmaß des Streikes wird sich Würde eines Verkehrsschuhmannes Halt gebot und ihm mitteilte, daß der Häuptling, den er vorhin verlassen habe, bereits zu seinen Ahnen heimgegangen sei. Makin wollte ihm nicht glauben, da bei seiner Abfahrt der Arzt noch eine längere Lebensdauer in Aussicht gestellt hatte und er auch nicht verstand, wie die Todesnachricht, selbst wenn sie wahr wäre, sich so schnell über 60 Kilometer ohne Telegraph hätte verbreiten können. Er setzte seinen Weg fort, aber 8 Kilometer weiter kam ihm der in Aussicht genommene Nachfolger des Häuptlings bereits entgegen, bereit, fetn Erbe anzutreten. Makin wandte den Wagen und kehrte in den Kraal zurück, wo er tatsächlich erfuhr, daß der Tod bereits eingetreten war. Eine Vergleichung der Zeit ergab, daß dieses Ereignis zehn Minuten später bereits den 60 Kilometer entfernt weilenden Schwarzen bekannt war. Dies ist nur ein Beispiel für die Schnelligkeit und Genauigkeit, mit der die Buschtele- graphie, die ihr Netz über das ganze Land ausgebreitet hat, arbeitet. Die Schläge einer Trommel in der Nacht und die scharfen Ohren der Schwarzen sind keinen Störungen unterworfen. Diele Weiße haben sich schon bemüht, das Geheimnis dieser Telegraphie zu enthüllen, aber es ist zweifellos eines der am besten gehüteten. Der Code der Trommeln ist wie ein jeder Telegraphencode abgekürzt. Einige Schläge auf ein hohles Instrument, und ein Dorf, das hundert Meilen entfernt liegt, empfängt kaum 30 Minuten später eine ausführlich« Botschaft. Oft klingen diese Trommelrufe durch die afrikanische Nacht. Zunächst ein dumpfes „Dum... Dum... Dum", das Rufzeichen. Dann folgen unaufhörliche weitere Schläge, bis aus der Ferne eine Antwort zurücktönt. Das Klopfen vollzieht sich mit einer Schnelligkeit, hinter der das Ticken eines Morfe-Apparates zurücksteht. Die Erfahrung hat die Eingeborenen gelehrt, daß der von einer Anhöhe ausgehende Schall weiter getragen wird, als wenn er von der Gbene ertönt. Darum wählen sie die Sendestelle stets auf einem Baum oder einem Hügel. Wäh- renö des Tages werden auch Nachrichten durch vloße Rufe von einem Hügel zum andern weiter- gegeben, und es ist erstaunlich, wie weit die •.* und die Stille jener Gegenden den Schall trägt. In der Totenstille der Nacht aber rann eine Trommelbotschaft viele Kilometer weit vernommen werden. Genau so wie heute jedes Schiff und jede drahtlose Station ihr eigenes Rufzeichen hat, so kommt ein besonderes Zeichen auch jedem Häuptling in Afrika zu. Die Knöchel der . erst bei Beginn der neuen Arbeitswoche zeigen. I Daß mit einer baldigen Beilegung des Streikes nicht zu rechnen ist, ergibt sich aus der Aeuße- rung des Weberführers Naismith: „Die Wahrscheinlichkeit einer Einigung zwischen Fabrikanten und Webern innerhaw der nächsten Zeit ist nicht einmal 1:1 000 000.“ Der Streik, der voraussichtlich weitgehende Entlassungen in den angeschlossenen Industrien nach sich ziehen wird, bedeutet für die Baumwollindustrie in Lancashire einen wöchentlichen Verlust von 1,5 Millionen Pfund an Aufträgen und Löhnen. Ein führender Industrieller erklärte, daß der Streik in einem Augenblick eintrete, in dem ihn die englische Baumwollindustrie am wenigsten ertragen könne. Es sei wahrscheinlich, daß sich Lancashire auf Iahre hinaus nicht erholen werde. Auch der Spinnerverband, dem 250 000 Textilarbeiter angefchlossen sind, beschloß am Samstag, innerhalb der nächsten zehn Tage eine Streikabstimmung zu veranstalten. Raubüberfall in München. Ein frecher Raubüberfall wurde dieser Tage in der Gollierstraße in München verübt, wo die Baugenossenschaft Ruppertusheim ihr 'Bureau hat. Die Genossenschaft hatte ein Rundschreiben versandt, daß 10 v. H. der Einlagen von den Mitgliedern erhoben werden könnten. Als das erste Mitglied zur Abholung des Geldes erschien, traf gleichzeitig vor dem Hause ein Auto ein, dem vier junge Burschen entstiegen, hinter dem Mitglied in das Bureau stürzten und über 300 0 Mark raubten, worauf sie mit dem Auto flüchteten. Wie der Polizeibericht noch mitteilt, wurde auf den Kassierer ein Schuh abgegeben, der aber fehlging. Ein Straßenhänd- ler, der sich den Räubern in den Weg stellte, wurde durch einen Schuh lebensgefährlich verletzt. Das von den Tätern benutzte Auto war in München gestohlen worden. Der ganze Vorgang spielte sich in wenigen Minuten ab. Von den Räubern hat man bisher keine Spur. Verantwortlich für Politik: I. D.: Ernst Blumschein. Wilden entlocken einer Trommel so viele verschiedene Tonnüancen, daß nur ein Mensch mit Wolfsohren sie unterscheiden kann. Aber alle diese Zeichen sind im Busch so wohlbekannt, daß ein Häuptling, der seine Standesgenossen zu einer Versammlung berufen will, seinem „Telegraphisten" auherhalb der Hütte nur die Namen der Ginzuladenden nennen muh, und schon tönen die Rufzeichen über das Land. Außerdem gibt es aber auch Code-Botschaften, die nur von besonders geschulten Trommlern gesandt werden können, die den größten Teil ihres Lebens mit der Liebermittlung von Nachrichten^ bei öffentlichen Angelegenheiten verbringen und die verschiedensten Code beherrschen. Es gibt unendlich viele Arten der Trommeln, die den afrikanischen Busch durchtönen. Da sind solche, die die Eingeborenen zum Tanze rufen und die mit elementarer Wildheit geschlagen werden. Dann gibt cs königliche Trommeln und schließlich jene furchtbaren, todkündenden Trommeln, die mit ihrem dumpfen „Bum ... Bum ... Bum ..." die Stämme zum Krieg aufrufen und deren Klang das Herz des weißen Mannes erstarren läßt. In Kamerun und im Kongo bedienen sich die Eingeborenen höl- zerner Trommeln, indem sie den Stamm eines dicken Baumes aushöhlen. Andere haben die Gestalt von Kobolden und Riesen mit Kops und Füßen an den beiden Enden, während der Rumpf als eigentlicher Schallerreger dient. Daneben gibt es aber auch so kleine Trommeln, daß ein Mann sie bequem unter dem Arm tragen kann: mit einem solchen Instrument wandert er durch die Steppe und spricht zu Hörern, die weit entfernt ihm lauschen. Vor einigen Jahren erhielt ein Forscher, der eine Expedition nach Westafrika leitete, einen plötzlichen Scroeis dafür, wie weit die Macht der schwarzen Telegraphie reicht. Sooft er sich einem Dorfe näherte, wurde er stets von einem seltsamen feier« litten Empfangskomitee begrüßt, das schon genau wußte, wie er hieß, was er in diesem Teil des Busches suchte, aus wieoielen Weißen und wievielen einheimischen Trägern seine Schar bestand, wo er herkam und wohin er dann weiterziehen wollte. Aber ganz besonders bei der Verfolgung von Verbrechern keiftet die Trommeltelegraphie unschätzbare Dienste. Wie schnell auch ein Eingeborener laufen kann, der Schall der Trommeln, der Kunde von seiner Tat gibt, überholt ihn doch. Der flüchtige Pferde- oder Rinderdieb, der Mann, der mit dem Blut eines-heimlichen Mordes befleckt ist, der Diamanten. oder Golddieb, der sich und seine Beute in der Einsamkeit des Busches zu verbergen hofft — fi oried für Ql610 Ä64 nch "'SW zwischen Ja. Mften XXi000- Der Ltreil. e^e Entlassungen in r>en nach sich ziehen vauinwollinduslrie in chen Verlust von 1,5 ittagen und Löhnen, er «Märte, dah der eintrete, in dem ihn lustrie am wenigsten ahrscheinlich, dah sich s nicht erholen werde. ianb, dem 250 000 gossen sind, beschloß r nächsten zehn Tage i g zu veranstalten. , Sl«> "Isfotr, "d"" j 6p«infe" k ■ K fe * 'nb bem V 'n berän0,rati- 'denbu °V^e- Rechtf?r.^^'' "°ns. jO'ng ■•W.S fr «*ä !«."h*M auf den EchlaA unb deshalb rufe ich eW)tatib!* i München. tfall wurde bieler in München verübt, uppettusheim ihr Dürft hatte ein Aund- ber Einlagen von »erben tonnten. M holung des Geldes Dt km 5Me e\n Durfchen enWgen, Dureau Itiiuten und den, woraus sie mit 5er Pvlizeibericht noch Kassierer ein öchuh ng. Sin Strahenhänd« : in den Weg stellte, ebensgefäbrl'ch Lätern benutzte Auto en worden. Der ganze Eigen Minuten ab. in bisher keine Spur. 3. 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Juli hat ein unerwartetes und unentrinnbares Naturereignis, wie es in unseren Breiten sonst völlig unbekannt ist, die stolze „Niobe" unserer Reichsmarine in die Tiefe gerissen. Mit ihr 69 deutsche Seeleute, die das Meer und ihr Baterland, über alles liebten. Am 23. August stand das deutsche Doll in tiefer Trauer mit den Hinterbliebenen und mit seiner Marine vereint an Särgen, die kostbarstes Gut bargen. Es darf aber bei dieser Trauer nicht alles enden. Das Wollen der 69 heischt Dollendung. Wie sie drängt weiter deutsche Jugend zum Meer und zur Wehr. Die Reichsmarine muh die Arbeit an ihr so fortsuhren können, wie der jähe Schicksalsschlag sie unterbrach. Ein neues Schisf soll erstehen. Das deutsche Dolk selbst will es für sich und seine Marine erschassen — in einem Opfer, wie die Männer und Jungen der „Niobe" es verdienen, die ihr Leben im Dienst für Deutschland gaben: in einem Opfer, das der Welt zeigen soll, wie das deutsche Dolk seine Toten zu ehren Weitz und wie es auch in seiner heutigen Zerrissenheit fest zufammensteht. wo fein Herz gerührt wird: ein Opfer, das beweisen soll, wie hoch und wertvoll das deutsche Dolk die Arbeit seiner Marine einschätzt, die geholfen hat, den deutschen Namen in allen Häfen der Erde wieder zu Ehren zu bringen; ein Opfer schlietzlich, in dem der WilA des deutschen Dolles erkennbar sein mag, im Verlangen nach Wehrfreiheit seinem groben Führer zu folgen. Aus allen Teilen des deutschen Dolkes kommt täglich neue Anregung zu solcher Dolksspen've — mit besonderer Stärke von den deutschen Frauen, die schon einmal der Marine aus freiwilligen Sammlungen ein Schisf schenkten, den Schoner „Frauenlob". Das Schisf selbst ist 1860 im Taifun vor Japan gesunken — die moralische Wirkung dieser vaterländischen Tat aber hat alle Zeiten bis heute überdauert. Der Flottenbund deutscher Frauen und der Deutsche Flotten-Berein empfinden es als ihre Pflicht, all diese aus heißem Herzen kommenden Ge- banken und Wünsche zu einer kraftvollen Handlung zusammenzufassen und das deutsche Dolk zu einer „Dolksspcnde Niobe" aufzuruscn. Eine große Anzahl deutscher Frauen und Männer aus allen Can- bestellen und aus allen Berufen unterstützen diesen Aufruf. Auch die kleinste Gabe beweist die Zustim- mung zu diesen Gedanken und ist herzlich willkommen. _ , Spende werden über Postscheckkonto „Dolksspende Niobe", Berlin Nr. 126000, Ncichsbankgirokonto, von sämtlichen Banken, Reichsbanknebenstellen Spar- kassen, Postanstalten und sonstigen durch Aushang gekennzeichneten Stellen entgegengenommen." Oas Wandern als Erholung. Die Gegenwart zwingt den Menschen in ein hartes Joch. Die rechte Arbeit verlangt von jedem Einsatz der ganzen Kraft. Durchaus natürlich entsteht da bald der Drang, einmal von dem harten Mutz sich zu befreien und Entspannung zu suchen, um neue Kräfte zu gewinnen. Ilm sich die Freude zu verschaffen, die der Ernst des Lebens als Ausgleichspol verlangt, ist nichts besser geeignet als das Wandern. Die Natur lann da die unversiegbare Quelle sein, die jedem, der sie verstehen lernt, aus ihrer Fülle gern gibt. Freilich will auch das Wandern gelernt sein. Beim Wandern dürfen uns das Miauen des Bussards die Wildsährte im Weg, das Rauschen der Däume der Kobel der Sichkahe im Daum, die blühenden Anemonen auf dem Waldboden nicht entgehen. Diese scheinbaren Kleinigkeiten sind es erst, die das Wandern uns zu einem Genuß werden lassen. Glücklich und leidvergessen wird man, hat man es vermocht, in den Haushalt der Natur einzudringen, älnvergetzlich werden uns die Stunden im Wald, wenn es gelang, zwei oder drei Kuckucke in einen jSaum zu locken, unter dem man steht, und die scheuen, wütenden Gesellen zu Gesicht bekommt. Und herrlich ' ist es. wenn man mit dem MausepfM ben Fuchs heranlockt. wenn man das Sloten des Pirols, den Lockruf des Kleibers, des Eisvogels erkennt, und man sich am Abend an eine Waldstelle begibt mit der Gewißheit, gleich der Nachtigall lauschen zu können. Cs mutz eben gelernt sein, die Augen offen zu halten und sich über die "Blume am Wegrand zu freuen, ohne sie zu brechen. Diese Einstellung gibt uns eine stille Zufriedenheit und offene Sinne bis in unser Alltagsleben hinein- iln« entgeht dann nicht der Wanderfalke auf dem Kirchturm und der Kampf der Mauersegler mit den Spatzen um das Loch am Dachfirst. Wir erkennen sogar, datz es auch einmal ganz amüsant ist, dein abwechslungsreichen Geschilpe und Gezeter der Sperlinge unser Gehör zu schenken und uns nicht darüber zu ärgern, sondern zu freuen. Die gesunde "Bewegung in der Natur aber gibt uns neue Kräfte. Wir werden uns gestählt und die Energie wachsen fühlen, wenn wir gewandert haben mit offenen Sinnen und ... offenem Herzen! Provinzialausschuß-Sihung. Am Samstag fand im Regierungsgebäude zu Gießen unter dem Vorsitz von Provinzialdirektor G r a e f eine öffentliche Sitzung des Provinzial- ausschusses der Provinz Oberhessen statt, in der verhandelt wurden: ... _ nr ,, I die Beschwerde des Wolkereibesitzers August Dörr in Freienseen 9^ den Bescheid der Bürgermeisterei Gießen vom 17. 3uni 1932 wegen Berfagung der Erlaubnis zum Betrieb emes Unternehmend zur Abgabe oon BMcb. 2. Das Gesuch des Heinrich Derg in Wisselsheim um Erlaubnis jum 'Betrieb einer Schankwirtschaft: hier: Klage des GaMi^Vereins der Wetterau gegen den Bescheid des Kre.s- amts Friedberg vom 8. Juni 1932. , 3. Die Klage des Kultunnspektors Christoph Bernet in Friedberg gegen die Stadt Friedberg wegen Heranziehung zu den Kosten der Herstellung der Dieffenbachstrahe. Der Provinzialausschuh erkannte für Recht zu 1: die Beschwerde als unbegründet kostenpflichtig zurückzuwcisen und den Wert deS Streitgegenstandes auf 200 Mark festzusetzen: zu 2: die Klage als unbegründet kostenpflichtig abzuweisen und den Wert deS Streitgegenstandes auf 1000 Mark festzusetzen: zu 3: die Sache zu vertagen. •* D i e Herb st Manöver der Reichswehr. In den Tagen vom 13. bis 16. September werden von den in Hessen und Thüringen stationierten Reichswehrregimentern die Herbstmanöoer ab- gehalten. Die Hebungen finden zwischen Nordhau- ien, Langensalza, Gotha, Arnstadt, Ohrdruf und Ilmenau statt. Beteiligt sind das Infanterieregi- ment 15 aus Gießen, Eisenach, Weimar und Kassel, das Infanterieregiment 14 aus Meiningen, Tübingen und Konstanz, das Reiterregiment 16 aus Erfurt, Langensalza und Hofgeismar, das Artillerieregiment 5 aus Fulda und Fritzlar, sowie die Kraft- fat)rtrupen aus Kassel. Die Manöver werden in der Form der Beigabe-Hebungen der Dorkriegszeit durchgeführt. ** Ernennung. Der Direktor der Hniversi- tätsbibliothek Gießen, Prof. Dr. Ebel, ist aus der Prüfungskommission für den mittleren Biblia- theksdicnst ausgeschieden. Der Hessische Minister für Kultus und Bildungswesen hat an seiner Stelle zum Nachfolger in der Prüfungskommission Prof. Dr. Hugo Hepding, Oberbibliothekar an der Hnioersitätsbibliothek in Gießen, ernannt. * Herabsetzung der Rechtsanwaltsgebühren. Durch Notverordnung vom 20. August sind in Hessen die Gebühren der Rechtsanwälte für die Tätigkeit im Verfahren der Zwangsversteigerung und der Zwangsoerwaltung von Grundstücken unter Berücksichtigung der derzeitigen Höhe dieser Gebühren in den anderen Ländern, insbeson- bere in Preußen, Bayern, Württemberg und Sach- seit wesentlich herabgesetzt worben. er Aufmerksamkeit angehört. Nach der Tischpause zeichnete die Dor- sitzende des Verbandes zwei weitere Jubilarinnen für ihre 40jährige Tätigkeit mit dem Derdienstzeichen des Verbandes aus und — stattete sodann den Jahresbericht, aus dem ersichtlich war, daß das Jahr 1931 die Eristenz- basis der Hebammen durch Not und Geburten- rüdgamg weeiterhin geschmälert habe. Leider werde in der Gegenwart immer wieder die Meinung laut, datz der Hebammenberuf eine reben- berufliche Tätigkeit sein könne. Dem müsse aus der Verantwortlichkeit heraus, die dem Beruf eigne, immer wieder entgegengetreten werden. In ihren weiteren Ausführungen sprach die Rednerin über das Verhältnis der Hebammen zu ihrer beruflichen Position, zu den Krankenkassen, zur älnfall-Versicherung, zur Ausbildung ufto. Der Verband habe sich auch im vergangenen Jahre in eifriger Arbeit für di« Interessen der Hebammen eingesetzt und sich um die Verbesserung der Verhältnisse der Hebammen eifrig bemüht. Der Verband umfatzte Ende des Jahres 1931 insgesamt 850 Mitglieder. Zum Schlich dankt« die Rednerin für die Mitarbeit aus den Kreisen der Mitglieder. „ m , Im Anschluß an den Jahresbericht sprach Pros. Dr. Walther. Gießen, aus seiner reichen Erfahrung über die „Ql otwendigkeitundDe- deu tung der Wiederholungskurse für die Hebammen". Im weiteren Verlause der Tagung referierte die Vorsitzende des Verbandes, Frau Kern. Rumpenheim, über die wirtschaftlichen Verhältnisse der Hebammen. Sie forderte in längeren Ausführungen eine Reform bzw. einen Ausbau des Hebammengesehes und betonte dabei insbesondere die Verpflichtung des Staates zur Sicherung der Lebenshaltung der Hebammen, nachdem der Staat die Hebamme als im Sinne der Oesfentlichkcit für notwendig und wertvoll erachte, Anbeschwert von den Sorgen des Alltags müsse die Hebamme voll verantwortlich arbeiten können. Prof. Dr. Werner, bet Präsident des Hessischen Landtages, der als Gast der Tagung beiwohnte betonte, daß er den Forderungen der Hebammen geneigt sei und bemüht sein werde, deren Forderungen durchsetzen zu helfen er Wünschte datz sich die Landtagsfraktivnen allen Ernstes mit den Angelegenheiten der Hebammen befassen möchten. . ,, ft-rau Schöppler erstattete den Kassenbericht für den von der Versammlung Ent- lastung erteilt wurde. Die V o r st a n d swahl fand mit der Wiederwahl des bisherigen Vor- standes schnelle Erledigung. Nachdem noch zwei Anträge die die Säuglingspflege und die Schwan- aerschaftsbcratung betrafen, behandelt worden waren, wurde als nächster Tagungsort Darmstadt gewählt. Moiorradunfall niitiödlichem Ausgang WSR Mainz. 27. Aug. Gestern abend fuhr der 34jährige Zimmermeister Philipp Wilhelm Kirchner aus Ginshcim mit leinemQIl o to r- rad in der Nähe der Zementfabr. Mainz-Wer- fenau gegen einen auf der Straße stehenden un- beleuchteten Dauernwagen Dem Mo- torrabfabrer wurde bei dem Anprall £r Scha- delgespalten. Das Samtatsauto brachte den 18. Verbandstagung der hessischen Hebammen. Am Samstag fanden sich di« Hebammen aus den drei hessischen Provinzen sehr zahlreich zu ihrer 18. Verbandstagung in Gießen (Restaurant Liebigshöh«) ein. Die Kreisvor- sitzende, Fräulein Schäfer, begrüßte die zahlreichen Mitglieder und die Ehrengäste und übergab, nachdem drei Mitglieder für 40jährige Tätigkeit das "Verdienstzeichen des Verbandes, die goldene Drosch«, erhalten hatten, die Leitung der Tagung an die Vorsitzende des Hessischen Hebammenverbandes, Frau Rosa Kern-Rumpen- fcim. Prof. Dr. Schumacher sprach sodann über di« „Aufgaben der Hebammen auf dem Gebiete der Krebsforschun g". Einen zweiten Vortrag hielt Prof. Dr. Schwartz Dem Pathologischen Institut der Universität Frankfurt über das Thema „Schädigungen der Neugeborenen bet der G « bur t“. Die beiden Vorträge wurden mit gespannter Verunglückten in das Städtische Krankenhaus, wo jedoch nur der inzwischen eingetretene Tod fest- gestellt werden konnte. Aus aller Welt. Neuer Zwischenfall in Rennes. In Rennes wurden dieser Tage die zertrümmerten Teile des durch einen Bombenanschlag zerstörten französisch-bretonischen Denkmals gesammelt, um in das Städtische Museum gebracht zu werden. Der Bürgermeister von Rennes wohnte persönlich dem Transport bei. (Ein stärkerer Polizeiordnungsdienst war zur Stelle. Als das Lastauto mit den Denkmalstrümmern davon- fuhr, ertönte aus einem gegenüberliegenden Cafs das Jagdhorn-Halali, das von mehreren im (Taft weilenden bretonischen Auwnomistcn beklatscht wurde. Der Musiker ist verhaftet worden. Degen versuchten verrat» militärischer Geheimnisse verurteilt. Die Justizpreskeftelle teilt mit: DaS Äammer- grricht "Berlin verurteilte den polnischen Staatsangehörigen Bruno Knibba wegen versuchte n Verrats militärischer Geheimnisse zugunsten Polen« zu vier Jahren Zuchthaus. zehn Jahren Ehrverlust und Zulässigkeit der Polizeiaufsicht. Knibba hatte versucht, geheim xu haltende Nachrichten über die Grenzver- hältnisse zu sammeln, um sie an die polnische Nachrichtenstelle weiterzuleiten. MerkwürdigeLaunen desllnweiiers Schlechte Späße, die die Jlofur sich leistete. Don Paul Joachim. Die Hnwetter, die im Lauf der letzten Wochen über Deutschland hinwegzogen, Menschenleben und Häuser vernichteten, Brände entfachten, Ernten zerstörten, sind wohl noch in frischer Erinnerung. Sogar das in unseren Breitengraden seltene Phänomen einer Windhose war im Hamburgischen zu beobachten. Seine unheilbringende Tätigkeit vcr- nichtete zahllose Gebäude und machte aus ganzen Dörfern einen wüsten Trümmerhaufen, aus dem jedermann nun seinen früheren Besitz heraussuchen mußte. Ein Glück nur, daß nicht jeder Blitz die Bestim- mung in sich trägt, einzuschlagen und zu vernichten. Fast will es uns an Hand einer Reihe von Tat- fachen aus der Wettergeschichte früherer Jahrzehnte scheinen, als sei es dem Wettergott gelegentlich ein besonderes Vergnügen, mit verängstigten Menschen ein wenig Katze und Maus zu spielen. Es liegen eine ganze Reihe Beobachtungen vor, daß Blitzschlag und Wirbelwind, wenn sie in besonderer Stärke auftraten, nicht Ernst machten, sondern sich einen kapitalen Spaß leisteten, meistens allerdings auf Kosten unserer Nerven und unseres Besitzes. So ist zum Beispiel vor Jahrzehnten einem Schä- fer, den ein Gewitter auf offenem Felde überraschte, durch einen jähen Blitzschlag das Tasche n- tu d) aus der Hand gerissen worden, in das er sich gerade, wie Palmström bei Morgenstern, schneuzen wollte, — ohne ihm allerdings außerdem auch nur das Mindeste zu tun. Eine französische Chronik berichtet ferner von einem Blitz, der einem Mann ein gefülltes Glas Wein, das er an die Lippen führen wollte, aus der Hand schlug und dieses Glas, ohne einen Tropfen daraus zu vergießen, in zwanzig Meter Entfernung auf den Hof des Hauses stellte, in dem er sich befand. Ein Mädchen in Amerika mußte eine ähnliche Erfahrung machen, als sie im Augenblick, in dem sie einen Faden mit einer Schere abschneiden wollte, vom Strahl getroffen wurde, der ihr die Schere entführte und fest in die Erde eines Blumentopfes auf dem Fensterbrett einpflanzte. In allen drei Fällen sind die „betroffenen" Personen mit dem bloßen Schreck davongekommen. Im Jahre 1911 wütete über einem südsranzösi- schen Städtchen ein furchtbares Gewitter. Eine Fa- milie, die in einem Zimmer zu ebener Erde gerade bei Tisch saß, wurde maßlos erschreckt, als plötzlich durch das offene Senfter eine Feuergarbe ins Zimmer schoß, ohne anzuttopfen, — als diese Feuergarbe eine Lampe umwarf, rings um den Tisch züngelte, die angezündete Hängelampe an der Decke auslöschte und zwischen zwei Personen hin- durchfuhr — aus dem Fenster hinaus, durch das sie gekommen war. Die Augenzeugen dieses Natur- wunders berichten allerdings, daß an diesem Abend das Essen nicht mehr berührt worden sein soll. Daß der Blitz auch jene Leute nicht schont, die sich aus Angst vor ihm in die Federn verkriechen, beweist ein Vorfall, der in Amerika im Jahre 1909 spielte und ebenso glimpflich ablief wie die bisher geschilderten Begebenheiten. Dem alten Glauben zufolge, daß ein liegender Mensch dem Blitz weniger Anziehungsvunkte böte als jemand, der selbst in einem geschlo jenen Raum auf und ab geht, hatten sich drei tap ere Männer die Decke fest über di"ß Ohren gezogen. Plötzlich schlug der Blitz in dieses Haus, züngelte zum Belt hin, verbrannte die Decke vollkommen und rasierte einem ber Männer das Haupthaar. Wenn dieser Mann seitdem nicht gestorben ist, dann lebt er heute noch — kahlgeschoren und auf feinem Haupte leise angebrannt. Ein Gastwirt aus Kroatien weiß den Fall zu berichten, daß der Blitz in seine Milchkammer ein- schlug, eine Reihe von Milchtöpfen von einem Wandbrett unversehrt auf das andere transportierte, dann den Fußboden durchschlug und in den Keller wanderte, wo er ein Bierfaß, das bis an den Rand gefüllt war, in zwei völlig gleiche Hälften spaltete. Vollends die Chronik des Wirbelsturmes, der Mittelamerika im Jahre 1925 ereilte, ist voll von solchen verhältnismäßig harmlos verlaufenen Zwischenfällen. Ein Mann, der auf der Schwelle seines Hauses das Ungeroltter mit einem Feldstecher ver- folgte, wurde in die Lüfte entführt und landete auf einem hohen Telephonmast, in den sich sein Kragen verfangen hatte, — und von wo aus er natürlich eine wesentlich bessere Aussicht hatte. An dem gleichen Tage wurde ein neun Monate alte* Kind nackt in einem Sumpf gefunden, viele Kilometer von jeder menschlichen Behausung entfernt — und es ist bis auf den heutigen Tag nicht gelungen, jemals seine Herkunft festzustellen. Ein Sommerhaus flog, von der Windhose erfaßt, wie ein Vogel durch die Lüfte — auf dem Boden blieb bloß das Bett stehen, in dem der Besitzer und seine Frau schliefen. Eine Visitenkarte, die auf dem Bücherschrank eines Mannes lag, wurde diesem Mann wenige Tage nach dem Sturm aus einer 210 Meilen entfernten Ortschaft mit der Bemerkung zugeschickt, man habe sie dort vor der Tür des Gefängnisses liegend gefunden. Wenige Zentimeter davon entfernt hatte ein Scheck über 800 Dollar gelegen. Er fand sich nach der Katastrophe unversehrt auf feinem alten Platze vor. Die Fassade einer Villa wurde abgerissen, als ihr Besitzer gerade verreist war. Bei seiner Heimkehr fand der gute Mann in seinem Musikzimmer, in dem ein Flügel stand, diesen Flügel mit abgerissener Decke vor und auf den bloßen Satten lag ein totes Pferd ... Buntes Allerlei. Oie Zagd nach dem Golde. Obgleich zwanzig Länd«r dem englischen Beispiel gefolgt sind und di« Goldwährung verlassen haben, wird di« Jagd nach d«m Golde in letzter Zeit mit verstärktem Eifer fortgesetzt. Di« Goldproduzenten scheinen nicht zu befürchten, daß die Welt sich ein für allemal irgend einer anderen Währung zuwenden wird zu Ungunsten des sonnenglänzenden Metalls, das so vielen Menschenkindern das wichtigste Ding der "Welt ist. Ein neuer „Boom" ist in Rhodesia ausgebrochen, buchstäbliche Wettrennen um die Stellen. Farmer verlassen ihre Felder, Gewerbetreibende die Stadt, um Goldsucher zu werden. Der Andrang um die Goldfeld-Parzellen steigt von "Monat zu Monat. Der eigentliche Ansturm setzte im vorigen Jahr ein, als 21 376 neue Parzellen aus- gegeben wurden gegenüber 7397 im vorhergehenden Jahre. Wenn auch keine besonders großen Funde zu verzeichnen waren, so ist die Ausbeute doch stark gestiegen. Auch Oesterreich will an der Goldjagd teilnehmen. Hier sollen Goldgruben wiedereröffnet werden, die im Mittelalter ausgebeutet worden sind, z. D. bei Naßfeld in den Hohen Tauern: seit dem Mittelalter legen sie still. Kurz vor dem Kriege hatte man sich an die Wiedereröffnung gemacht. Durch den Krieg war dann wiederum alles liegen geblieben. In Amerika wird im Gebiet von Alleghany in Kalifornien unter einem Lavabett ein Goldlager im "Werte von 56 Millionen Dollars angenommen. Mr. Henry G. Ferguson vorn Geologischen Institut der "Bereinigten Staaten stellt ein Steigen der Goldproduction im Lande fest, bei verminderten Produktionskosten, was wiederum die Einführung neuester Maschinen und Methoden begünstigt. Er nimmt an, dah die Goldförderung bis zum Jahre 1950 in den Vereinigten Staaten und ihren Besitzungen auf rund 100 Millionen älnzen steigen kann, was einem Geldwerte von rund 7 Milliarden Mark entsprechen würde. In Australien erklärte der Vizepräsident der Bergwerlskammer, Mr. Bail, daß heute mehr Gold produziert wird als jemals. Hunderte von „Fossikers" (Ausbeuter von bereits verlassenen Goldgruben in Australien) haben sich wieder dem Gewerbe zugewandt und nehmen heute selbst solche Gruben wieder in Angriff, die bereits der fleißige und anspruchslose Chrnese im Stich gelassen hatte. Der kleinste Goldfund genügt ja bei dem heutigen Goldpreis, um das Leben zu fristen. Andere brechen neuen Grund auf. Die Goldproduktion würde noch rascher zu- nehmen. wenn es nicht an dem nötigen Kapital mangeln würde, um größere, außer Betrieb ge- fetjtc Goldfelder wieder in Angriff zu nehmen. Wie (Srefa Garbo zum Film kam. Die Geschichte, wie Greta Garbo ein Film- ftar wurde, erzählte dieser Tage der bekannte Regisseur G. W. Pabst, der gegenwärtig in London den „Don Quixote" in englischer und französischer Sprache, mit Schaljapin in der Titelrolle, herstellt. „3m Herbst 1924 war ich mit den Vorbereitungen zu der „Freudlosen Gasse" beschäftigt und auf der Suche nach einer Schauspielerin von hervorragender Persönlichkeit. Ich glaubte, sie gesunden zu haben in der Darstellerin einer Nebenrolle in dem vor einem Jahre erschienenen Schwedenfilm „Gösta Beding". Ich sandte einen Stellvertreter nach Stockholm, der den Bericht brachte, das junge Mädchen, Greta Garbo, habe seither nicht mehr gefilmt und sei nicht auszu finden. Nun hörte ich, sie sei in Berlin, wir suchten sie dort überall, aber vergeblich. Dann sollte sie in Konstantinopel fein. Ich wollte es nicht glauben, traf aber zum großen Glück in Berlin Mauritz Stiller, der den „Gösta-Ber- ling"-Film geschaffen hat. Auch er hatte die faszi- nierenbe Persönlichkeit der Garbo erkannt, konnte aber nach dem „Gösta Beding" keine Arbeit mehr in Schweden bekommen. So unternahm er denn, nachdem sich 18 Monate lang kein Mensch um Greta GarSo gekümmert hatte, die Herstellung eines Films in Konstantinopel. Die Hauptdarsteller sollten Greta Garbo und Einar Hansen fein. Aber die Sache ging schief, der Film konnte nicht zu Ende gespielt werden und die Darsteller waren also in Konstantinopel gestrandet. Nun sah ich Greta Garbo und verpflichtete sie für „Die freudlose Gasse". Sie hatte einen ungeheuren Eindruck auf mich gemacht. Als meine Frau mich an dem Abend fragte, ob ich die Richtige gefunden hätte, antwortete ich: „Eine solche Frau gibt es nur einmal in hundert Jahren." Während ich „Die freudlose Gasse" drehte, wurde Stiller nach Hollywood eingeladen. Er wollte nicht ohne seine Schauspieler hinfahren. Greta Garbo und Einar Hansen hätten mit ihm fahren können. Aber Greta Garbo wollte nicht. Sie wollte in Deutschland bleiben, und bat mich, ihr einen Vertrag zu besorgen. Es gelang mir jedoch nicht. Niemand wollte es riskieren. Stiller zeigte unterdessen ihr Werk den Amerikanern, sie sagten „allright" und Greta Garbo war für den europäischen Film verloren. „Glauben Sie nur nicht an die Geschichten von Greta Garbos überschüssigem Temperament. Es gibt keine Schauspielerin in der Welt, mit der leichter umzugehen wäre. Hat man ihr eine Szene auseinandergesetzt, so kann sie jederzeit die genaue Empfindungs- Nuance wiedergeben, die ber Direktor im Auge hat. Unb der Direktor", setzte Pabst nicht ohne ein boshaftes Aufleuchten feines Blicks hinzu, „weiß ja stets, was er will." S.J.-fpor/ Alle Europa-liundflieger in Berlin. Zwirko führt im Gesamlklassement vor poß und Wolf hirth. Nachdem bereits am Freitag drei deutsche Flieger, Seidemann. Marienfeld und von M ässe n b a ch , die dritte Etappe des Streckenflugs von Paris nach Berlin über Hamburg—Kopenhagen— Göteburg und zurück über insgesamt 2402 Kilometer an einem Tage zurückgelcgt hatten, machten sich die übrigen Bewerber Samstag früh auf den Weg nach der Reichshauptstadt. Als erster Flieger traf am Samstag der Deutsche Junck auf Heinkel um 7.14 Uhr ein. In kurzen Abständen folgten die übrigen Teilnehmer des Wettbewerbs, so daß alle 25 noch im Rennen befindlichen Flieger eingetroffen sind. Der Kampf um die Führung im Gesamt- k l a s s e m e n t machte die in Frage kommenden Teilnehmer etwas nervös. So zögerten Zwirko und P o ß lange mit dem Start von Hamburg nach Berlin, um möglichst gutes Wetter abzuwarten. Alle halbe Stunde holte sich Poß bei der Wetterwarte Informationen ein, aber immer wieder wurde ihm der erhoffte Westwind noch nicht angekündigt. Auch als der Pole sich bereits zum Weiterflug entschloß, wartete der Deutsche weiter ... und er hatte damit richtig gehandelt, denn in der zweiten Nachmittagsstunde klärte sich das Wetter ganz auf. Poß ging nun- in Gemeinschaft mit Cuno hoch und entschwand schnell den Blicken der Zuschauer. Poß erzielte denn auch mit 65 Minuten die schnellste Zeit auf der 242 Kilometer langen Strecke von Hamburg nach Berlin, konnte aber trotzdem den führenden Polen nicht erreichen. Zwirko vor Poß. Das Punktergebnis aus den technischen Prüfungen und dem Streckenflug, das für die Startfolge der Geschwindigkeitsprüfung am Sonntag maßgebend ist, wurde jetzt veröffentlicht. Danach hat der Pole Zwirko einen Vorsprung von fünf Punkten vor den Deutschen Poß und Hirt, denen nun die Aufgabe zufällt, die Polen in der Geschwindigkeit auf der 300 Kilometer langen Dreiecksstrecke zu überbieten. Das vorläufige Gesamtklassement zeigt folgendes Bild: 1. Zwirko (Polen) 416 Punkte; 2. Poß (Deutschland) 411; 3. Wolf Hirth (Deutschland) 410; 4. Fretz (Schweiz) 408; 5. Morzik (Deutschland) 404; 6. Stein (Deutschland) 401; 7. Seidemann (Deutschland) 392; 8. Osterkamp (Deutschland) 392; 9. v. Massenbach (Deutschland) 363; 10. Marienfeld (Deutschland) 325; 11. Giedgiwd (Polen) 300 Punkte. polen Sieger des Internationalen Europarundflugs 1932. Polen ist endgültiger Sieger des Internationalen Europa-Rundflugs 1932. Zwirkos Leistung im Schlußrennen am Sonntag wurde mit fünf Punkten gewertet, so daß er mit 461 Punkten vor Poß und Morzik lag, die beide 458 Punkte erhalten haben. Der Wanderpreis im Internationalen Europa-Rundflug 1932 ist mit diesem Ergebnis an den Aeroklub von Polen gefallen. An vierter Stelle liegt der Schweizer Fretz, der es auf 452 Punkte brachte. Dann folgt der Deutsche Cuno mit 447 Punkten. Gießener Zußballergebniffe. Der Samstag und der Sonntag brachten einige recht beachtenswerte Ergebnisse. Die Liga des VfB. siegte am Samstag gegen die 1. Mannschaft von Sinn mit 5:2 Toren. Das Spiel gegen Burg am Sonntag endete ebenfalls mit einem Sieg der VfBer. 4:2 lautete das Ergebnis. Die 2. Mannschaft konnte gegen die 1. von Flensungen mit 4:0 siegreich bleiben. 3. Mannschaft gegen Sportfreunde Wetzlar 0:1. Die Alten Herren verloren gegen Sinn Alte Herren mit 1:3 Toren und gegen Burg mit 1:2 Toren. Die Liga der Spielvereinigung 19 0 0 weilte am Samstag in Siegen und brachte von dort einen Sieg von 4:0 Toren mit nach Hause. Der Sonntag sah die Mannschaft in Fulda. 5:3 für Fulda war das Ergebnis. Die 1. Äugend hatte die A -lIugcnd der Spielvereinigung Fürth zu Gast und verlor nach einem interessanten Spiel verhältnismäßig knapp mit 3:1 Toren. 3n Wetzlar gewannen die Äugendlichen der Spielvereinigung Fürth am Samstag mit nicht weniger denn 10: 0 Toren. Herbstliche Regatta. Die Regatta, die der hiesige Verein Rudersport 1913 für den Lahnregatta-Verband ausrichtete, stand schon sehr im Zeichen des Herbstes. Der Vormittag brachte einen ausgiebigen Regen, der die Vorrennen etwas zu beeinträchtigen versuchte, am Rachmittag wehte ein kalter Wind über das Wasser und ließ die Zuschauer leicht frösteln. Glücklicherweise aber hatte der Regen gerade zur rechten Zeit aufgehört, so daß sich doch noch eine stattliche Anzahl Zuschauer, darunter verschiedene prominente Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unserer Stadt eingefunden hatten. Es wurde, das kann man wohl mit Recht sagen, guter Sport geboten. Die Regatta brachte spannende Kämpfe, nachdem schon in den Dorrenncn einige scharfe Rennen bestritten worden waren. Leider gab es einige Abmeldungen in letzter Stunde, so daß noch der Staatspräsi- denten-Vierer und der Ermunterungs-Vierer sowie auch der Erste Lahn-Vierer nicht ausgefahren wurden. Den Löwenanteil der Siege sicherte^ sich die Vereine „Saar" Saarbrücken und Limburger Ruderklub 1907 mit je vier Siegen. Die Gießener Rudergesellschaft war nur mit einem Voot vertreten, und zwar mit dem Anfänger-Vierer. Die Damen hatten ihre Mel- du >g zurückgezogen. Der Anfänger-Vierer mußte sich mit einem zweiten Platz begnügen, so daß die Gießener Audergesellschast diesmal leer ausging. Der Gießener Ruderklub Hassia hielt sich mit seinen Mannschaften sehr gut. Der Verein Rudersport errang im ersten Rennen des Tages, dem Herbst-Vie ■ einen schönen Sieg. Die Organisation der intta ließ im wesentlichen nichts zu wünschen übrig. Oie Ergebnisse: Herbst-Vierer: 1. Verein Rudersport 5:55; 2. RG. Dortmund 6:09; RG. „Saar" Saarbrücken 6:14. Tei 1000 Meter lag Rudersport eine Länge Dor und hielt diesen Vorsprung während des restlichen Rennens. Verhältnismäßig frisch ging die Mannschaft durch das Ziel. Saarbrücken lag mit drei Längen überraschend weit zurück. Vierer. Kurz st reckenrennen (500 Meter): 1. RG. „Saar" Saarbrücken 2:34.2; 2. Limburger RK. 2:36; 3. Limburger RG. 2:42,2. Ein außerordentlich scharfes Rennen zwischen dem ersten und zweiten Doot. Saar tag bald vor und ließ sich nicht schlagen. Mit einer halben Länge vor dem Limburger RK. ging die Mannschaft durch das Ziel. Äungmann-Achter: 1. Saar Saarbrücken 5:28,2; 2. Verein Rudersport 5:33. Saarbrücken lag bei 1000 Meter mit einer halben Länge vor. Der Achter des Vereins Rudersport ließ aber nicht nach und verlor im weiteren Verlauf des Rennens nur noch wenig Raum. Mit knapper Länge gingen die Saarbrückener nach einem scharfen Endkampf durch das Ziel. Für die Mannschaft des Vereins Rudersport ist das Ergebnis durchaus ehrenvoll zu nennen. Äungmann - Einer: 1. Limburger RK. (Kurt Martin) 5:35,2; 2. Mainzer RV. (Äosef Schollmeher) 6:46. Der Limburger lag weit voraus. Der Dortmunder Wiemann gab bei 1000 Meter auf. Damen - Vierer: 1. Offenbacher Ruder- Verein 3:33,2; 2. Frei weg Frankfurt 3:34,4. Die Offenbacherinnen lagen anfänglich etwas zurück, holten aber bei 800 Meter auf und siegten mit einer halben Länge Vorsprung nach hartem Schlußkampf. Zweiter Vierer: 1. Wetzlarer Rudrrclub 5:54,8; 2. Limburger RG. 6:01; 3. Gießener RE. Hassia 6:02,4. Bei 1000 Meter lagen die Wetzlarer eine Länge vor; Hassia und Limburg folgten Dord an Dord. Metzlar vergrößerte den Vorsprung; der Vierer der Hassia, der sich sehr gut hielt, wurde von Limburg nur knapp auf den dritten Platz verwiesen. Alt-Herren-Vierer: 1. Frankfurter „Germania" 6:51; 2. Verein Rudersport 7:00. Die Frankfurter lagen schon bei 1000 Meter vor und behaupteten sich auch überlegen siegreich. Der Staatspräsidenten-Vierer fiel aus. Ma:nz-Kastet hatte abgemeldet. Herb st- Achter (Geo'.g-Appel-Gedächtnis- preis): 1. Mainzer RV. 5:25,8; 2. Dortmunder VG. 5:35,6; Rudersport Gießen aufgegeben. Mainzer Ruderverein lag auf halber Strecke eine halbe Länge vor Dortmunder RG. und Verein Rudersport Gießen. Rudersport gab dann auf. Dortmund fiel sehr zurück. Mainz ging mit grostem Vorsprung in ausgezeichnetem Stil durch das Ziel. Anfänger-Vierer: 1. „Saar" Saarbrücken 6:06,2; 2. Gießener RG. 6:07,4. Ein scharfes Rennen. Heftiger Cndkampf erst entschied daS Rennen zugunsten der Saarbrückener. Einer der schönsten Kämpfe des Tages! Äunior-Dierer: 1. Limburger RK. 5:55 4; 2. Wetzlarer RK. 6:03,4; 3. Saar Saarbrücken aufgegeben. Limburger RK. lag bei 1000 Meter eine Länge vor Saarbrücken und li/2 Längen vor dem Wetzlarer RK. Limburg vergrößerte den Vorsprung und siegte auch durch kraftvolles Rudern. Die Saarbrückener gaben zur allgemeinen lleberrafchung auf. Lahn-Achter: 1. Limburger RK. 5:10,4; 2. Ruderklub Hassia Gießen 6:26. Die Limburger lagen erwartungsgemäß schon auf halber Strecke mit l1/-, im Ziel mit 3 Längen vor. Die Limburger ruderten mit dem Einsatz aller Kraft. Die Mannschaft der Hassia war im Stil besser. Herb st - Vierer - Kürzst reckencen- nen: 1. Saar Saarbrücken 1:55,6; 2. Rudersport Gießen 2:00. Die Saarbrückener, die ziemlich erschöpft durch das Ziel gingen, waren trotz allem Eifer der Gießener nicht zu schlagen. Äungmann-Vierer: 1. Limburger RK. 6:01; Saar Saarbrücken und Dortmund gaben auf. Saar Saarbrücken und Limburg lagen bei 1000 Meter noch gleich. Dortmund fiel zurück, Saar Saarbrücken gab bei 1500 Meter auf. Die Limburger gingen allein durch das Ziel. Ermunterungs-Vierer: Der Verein Rudersport Gießen erhielt den Preis zugesprochen. Saar Saarbrücken hatte das Rennen kurz vor dem Start abgemeldet. Ein erfreuliches Facit. Die Regatta lieh erkennen, daß die beiden Vereine Ruderklub Hassia Gießen und Verein Rudersport 1913 im verganenen Sommers einige hoffnungsvolle Mannschaften herangebildet haben. Wenn es gelingt, die Ruderer beisammenzuhalten, dann sollten auch Ruderklub Hassia und Rudersport im nächsten Äahre ein ernsteres Wort mitzureden haben. Die Gießener waren mit lobenswertem Eifer bei der Sache. Sie ruderten außerdem keinen schlechten Stil. Der Limburger Ruderklub, der sich, wie bereits erwähnt, bei dieser Regatta vier Siege sichern konnte, fiel hinsichtlich des Stils weniger angenehm auf. Giädie-Achier-Dorlauf fällt aus! Der Ruderklub Wetzlar hat seine Meldung für den Städte-Achter, der am kommenden Sonntag, 4. September, ausgefahren wird, zurückgezogen. Dadurch wird der für den Lormittag angesetzte Vorlauf überflüssig, und die drei Gießener Mannschaften (GRG., Rudersport und Hassia) bleiben unter sich im Rennen. Es dürfte sich ein spannender Kampf ergeben, der viele Freunde des Rudersports in seinen Bann ziehen sollte. Kurze Gporinoiizen. Die Steher-Weltmeisterschaften nahmen in Rom mit den Borläufen ihren Anfang. Den ersten Lauf gewann der Titelverteidiger Sa wall- Deutschland leicht vor Linart-Belgien, Lacquehay- Frankreich, Ruegg - Schweiz, Schleebaum - Holland und Gay-Italien. Im zweiten Lauf siegte Pail- la r d - Frankreich vor Möller- Deutschland, Thollembeck-Belgien, Grant-Enaband, Suter-Schweiz, Degraeoe-Holland und Piano-Italien. Am Endlauf nehmen Sawall, Möller, Linart, Paillard und als schnellster Dritter der Borläufe noch Lacquehay- Frankreich teil. * F rl. Gelius-München gewann beim internationalen Sportfest in Wien den Fünfkampf mit 234 Punkten ganz überlegen. * Einen neuen deutschen Rekord stellte Gerda S t e g e m a n n - Magdeburg im 1500-Meter- Crawlschwimmen der Damen mit 25:11,2 Minuten auf. Der NS U.-Fahrer Bullus war beim Riesengebirgsrennen, das von 50 000 Zuschauern besucht war, wieder der schnellste Fahrer. Seine Zeit übertrumpfte sogar die in den Wagenklassen erzielten Zeiten. * Im Handball - Länderkampf gegen Oesterreich siegte in Weißenfels vor 15 000 Zuschauern die deutsche Mannschaft mit 15:11 (10:3) Treffern. * Hans v. Stuck vollbrachte beim Stilfser-Joch- Rennen mit seinem Mercedes-Sportwagen eine Glanzleistung. Er erzielte die beste Zeit des Tages und übertrumpfte damit die Alfa-Romeo-Renn-- wagenfahrer Caracciola und Nuvolari. 12. Gaufrauenturnen. Trotz schlechter Witterung erfolgreiche Durchführung. Das 12. Gaufrauenturnen des Gaues Hessen, das gestern in Vad-Rauheim stattfand, wurde trotz des anhaltenden Regens, der besonders die Wettkämpfe am Vormittag beeinträchtigte, programmmäßig durchgeführt. Än den gemischten Mehrkämpfen mußten nur die volkstümlichen Hebungen gestrichen werden; sie wurden dadurch zu reinen Gerätekämpfen. Aus den Wettkämpfen gingen in den einzelnen Stufen als erste Siegerinnen hervor. Siebenkampf (Turnerinnen-Oberstufe): Ria Philipp, Tv. 1846 Gießen, mit 133 Punkten; Siebenkampf (Turnerinnen-Hnterstufe): Luise Weiß, Tv. Großerr-Linden, mit 118 Punkten; Siebenkampf (Äugendturnerinnen - Oberstufe): Minna Port, Tv. Alsfeld, mit 126 Punkten; Sechskampf (Äugendturnerinnen - Unterstufe): Erika Wiegand, Tv. 1846 Gießen, mit 109 P.; Volkstümlicher Dierkampf: Marta Ar a bni, Tv. Wetzlar mit 79 Punkten. Punktkämpfe in der Gruppe Main. Drei vereine an der Spitze. Das hervorstechendste Ergebnis dieses Sonntags in der Gruppe Main ist die Punktgleichheit der drei Ersten in der Tabelle: Eintracht, FSV. und Kickers Offenbach. Mit je 7 Gewinn- und einem Verlustpunkt haben sie die ersten vier Spiele überstanden, in denen sie allerdings sich untereinander noch nicht gegenübertraten. Eine Klärung in der Tabellenführung wird also erst an den nächsten Spieltagen eintreten. Der Meister Eintracht hatte die Nieder- rader Union zu Gast und siegte nach beiderseitig gutem Siel mit 3:0 (2:0). Einen bedeutsamen Erfolg errang der FSV. Zum ersten Male brachte er das Kunststück fertig, Germania Bieber in einem Verbandsspiel auf Biederer Gelände zu besiegen. Mit 3:2 mußten sich die Germanen nach erbittertem Kampfe geschlagen bekennen. Den ersten Punktoerlust erlitten die Offenbacher Kickers in Hanau. 93 vermochte durch ein 1:1 einen Punkt zu retten. Rotweiß siegte über den Neuling Sportfreunde 3:2, Isenburg gegen Friedrich recht mager mit 1:0. Wirtschaft. * Vorübergehende Stillegung des Eisen - und Stahlwerks Hösch. Das Eisen- und Stahlwerk Hösch, Köln-Neuessen, gibt bekannt, daß es wegen Auftragsmangels gezwungen sei, den gesamten Betrieb vorübergehend stillzulegen. Die Stillegung erstreckt sich auf den Zeitpunkt vom 27.8. bis ,3um 5.9. einschließlich. Bisher waren nur immer einzelne Betriebe gezwungen, bis zu 14 Tagen auszusetzen. * Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 24. August berechnete Großhandelsziffer ist mit 94,8 gegenüber der Vorwoche um 0,2 v. H. zurückgegangen. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 89,4 (minus 0,4 o. H.), Kolonialwaren 83,2 (minus 0,2 o. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,8 (plus 0,2 v. H.), und industrielle Fertigwaren 115,5 (minus 0,2 v. H.). Der Index für Produktionsmittel beträgt 117,4 (minus 0,3 v. H.), der für Konsumgüter 114,0 (minus 0,1 o. H.). * Zollerhöhungen für verschiedene Agrarerzeugnisse. Noch vor Abschluß der Beratungen über das eigentliche Wirtschaftsprogramm hat die Reichsregierung, wie WTB.-Han» delsdienst erfährt, bereits eine Reihe von Zollerhöhungen bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen vorgenommen. Die Zollerhöhungen betreffen Gurken, Fruchtsäfte, lebende und geschlachtete Gänse, Eigelb und Eiweiß, sowie pflanzlichen Talg, außerdem wird ein Verwendungszwang für Jnlandswein bei der Herstellung von Wermutwein und Wein- essig eingeführt. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 27. Aug. Der Absatz war anfangs der Woche etwas reger, weil jeder noch zu billigeren Preisen eindeckte, später wurde es aber merklich stiller. Es notierten in Pfennigen per Stück ab loco Frankfurt a. M.: Bulgaren 6% bis 7V«, Jugoslawen 6/4 bis 7, Russen 6 bis 6)4, Holländer 754 bis 954, Dänen 754 bis 954, Flandern 754 bis 8. Bayern 754 bis 8, deutsche Frischeier je nach Größe 7% bis 954, in- und ausländische Mittel- u. Schmutzeier 5£ bis 6, Rumänen 61 bis 7. Frankfurt r Vuttcrnrarkt. F r a n k f u r t a. M., 27. Aug. Die Lage am Dut- termarkt hat sich noch nicht wesentlich gebessert. Deutsche Butter konnte sich wegen des knappen Angebots etwas befestigen, wärend holländische Ware zur Schwäche neigte. Der Absatz hielt sich in engen Grenzen. Die Verkaufspreise des Großhandels lauten (in 1-Zentner-Tonnen): holländische Butter 125 bis 127, deutsche Butter erste Qualitäten 122 bis 125 Mark. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 0.5), Lombardzknsfuß 6 v.H. Frankfurt a. 2)1. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schluß- rurs Schluß!. Mittag- härte Datum 26.8. 27.8. 26.8. 27.8. 6% $rutid>e iHctdisanlethe v.192. 59,5 61 61 60,75 g% ehem.7%Dt.Reichsanl.v.l92S 6%% Bvung-Anleihe von 1930 . 68,5 68 68,25 67,5 61,13 61 61 62 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mti Ausioj.-Rechlen....... 50,13 50,75 49,9 50,75 Desgl. ohne Auslos.-Rechle . . 6% ehern Volksstaat 1929 5,35 5,7 5,3 5,7 irückzahlb. 102%)...... Cberhejfen Provinz-Anleihe mti AuSlos.-Rechlen...... 54,5 54,5 54,5 56 47 47,5 — <— Deutsche Komm. Sarnmelabl. Anleihe Serie 1....... 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank 48 47,25 48,25 47,5 Goldvte. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank 69 68,25 — — Goldvie 16 unkündbar bis 1936 b'/r% ehern. 4»/,% Franks.Hyp^ Bank Ligu Psanvbriese . . . 68,75 67,75 — •— 77,5 77 — — 6’/2% ehern. 4/,% Rheinische Hnv-Bank-Liou-Goldpse. . . 78,25 78 — — 6% ehern. 8% Pr. Landespsand. briefanftaii Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespsand- 67,5 67,5 — 67 briesanslalt. Pfandbriefe R. 10 68 68 — — 4% Oesterreichiiche Goldrente . . 4,20% Oesterrelchifche Silberrentc 10,25 10,25 1,2 9,75 1,25 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6,2 6,2 6,15 6,3 6,15 6,2 6,3 6,5 4'/r% deSgl. von 1913 . _ 9,4 6,5 5% äbgest. Goldmexilaner von 99 6,25 6,25 5,6 4% Türkische Bollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleil^ 3,25 3,25 3,35 3,35 Serie 1........... 3,3 3,3 3,45 3,4 4% deSgl. Serie 11....... 3,3 3,3 3,45 3,45 5% Ruman. Vereins,. Rente 6.1903 5,1 4^,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 9,25 9,75 9,4 9,4 4% Rumänische verelnh. Rente . 4,5 4,5 4,25 4'3 2V/o 1 Wnatollet...... 17,25 17,2 Frankfurt a.M. Äerlin Schlußkurs Schluß«. Abend- börse Schlußkurs Schluß!. Miitag- börle öatuni 6-8. 27.8. 26.8. 27.8. Vamvurg-Amerua Pate. . . u Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampsjchlss . . . < Norddeutscher Lloyd.....< A.G. für Verkehrswesen Akt. . 0 Berliner Hanbewgesellschast . 4 Commerz, und Privat-Bank . 0 Darmstädter und Nationalbank 0 Deutsche Bank und Disronto-Gesellschasl... 0 Dresdner Bank...... 0 Reichsbanl........1; A.E.G............0 Bergmann.........0 Elektr. Lieserungsgesellschaft. 5 Licht und Krast...... e Fellen & Guilleaume.... 0 Gesellschasi für Elektrische Unternehmungen .... 4 Rheinische Elektrizität . . . bV Schlickert« Co....... 0 Siemens & Halske..... 9 Lahmeyer & Co,......10 Buderus....... 4 Deutsche Erdöl.......5 Gelsenkirchener .......8 Harpener..........0 Hoesch Eisen.........6 Ilse Bergbau.......10 Ilse Bergbau Genüsse..... Itlödnetroerle........6 Mannesmann-Slühren .... 6 ManSselder Bergbau.....0 Oberfchles. Kokswerke .... 8 Phönix Bergbau......4'/2 Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl...... . . 6 14,25 14,25 39 89 53,5 18,5 75 18,5 128,75 34,25 79,65 45 66 67 134,5 91 32,5 74,75 33 65 26 45,5 17,5 180 54 14,5 15,65 40,25 90 53,5 18,5 75 18,5 130 35,13 68 80,5 45,5 67,5 67 71,5 135,25 92,5 33,5 75,5 34,75 67,5 93,25 26,5 47 18,5 185 56 14,25 30 22,75 14,65 39,5 89 53,6 75 61,75 128, 75 33,9 67,5 79,65 45 66,4 66,5 71 135 91,5 32,75 73,9 33,13 65 31 126,25 91,5 25 45,25 15,5 36,25 17,65 180,5 54,5 15 30 23 15,13 40,25 89,75 53,5 75 18,5 129,5 34,65 69 81 46,5 67,4 68 71,75 136,75 93,65 33,9 74,75 35,25 68,5 31,5 127,5 93,25 27 47 16,75 36,9 18,75 182,25 56,25 • Frank,urt a. 271. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börf- Schluß- lurs Schluß!. Mittagbörse Datum 26.8. "7.8. C6-3. 27.8. Riebect Montan...... 1;. — — — — Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 15,5 17 15,9 16,9 Olavi Minen....... 0 15,25 15,5 14,75 15,25 Kaliwerke Aschersleben . . . 6 97 100 98,5 101 Kaliwerke Westeregeln . . . 6 101,25 104 102,5 104,75 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 9 174 174 174,25 174,4 I. G. Farben-Jnvustrie . . . 7 89,75 90,75 89,5 90,5 Scheideanstalt....... 10 136 137,5 —— — Goldschmidt........ . 0 25,5 25,5 25 26,5 RütgerSwerke....... . 0 36,25 37,5 36,4 37,75 Melallgesellschast...... . 0 31,5 33 32 32,4 Philipp Holzmann ..... Zementwerk Heidelberg. , . 46 47,5 46,25 48 . 4 43 44,75 — Cementwerl Karlstadt. . . . . 0 —— 38,75 — Wayß & Freytag..... — 4,25 — Schultheis Patzenhoser . . . Aku (Allgemeine Kunstseide) 0 0 46,5 47,9 56 47 55,13 47,9 Bemberg......... 0 42,5 43,5 43 44,4 Zellstoff Waldhos..... 0 31,5 34,5 32.5 35 Zellstoff Aschaffenburg . . . 0 22 24 22 23 Dessauer Gas....... . 7 — — 87,5 88,25 Daimler Motoren..... . 0 16,75 17 17,25 17,4 Deutsche Linoleum .... . 0 38,25 41,5 38 40,75 Orenstein & Koppel .... . 0 — — 29,25 30,5 Leonhard Tietz...... . 6 41 41 42 42,5 Svenska......... . 0 Chade.......... 12 167,5 167 167,5 167,5 Frankfurter Maschinen . . . _ Grihner......... Mainkrastwerke Höchst a. M.. . 4 — 18,5 54,5 — 18 Süddeutscher Zucker . . . . 110 111 110,5 — Devi enmarft Berlin — Frankfurt a. M. 26-August 27.August Amtliche Geld Notierung Ariel Amtliche Notierung Geld Äriei Heisings or« . 6,264 6,276 6,264 6,276 Wien. . . . 51,95 52,05 51,95 52,05 Prag . . . Budapest. . 12,465 12,485 12,465 12,485 — — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,73 170,07 169,73 170,07 Oslo.... Kopenhagen. 73,03 73,17 73,03 73,17 77,52 77,68 77,52 77,68 Stockholm . 74,73 74,87 74,73 74,87 London. . . Buenos Mret 14,565 14.605 14,57 14,61 0,893 0,897 0,893 0,897 Neuyork . . 4,299 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . 58,41 58,53 58,41 58,53 Italien. . . 21,60 21,64 21,59 21,63 Paris . . . 16,50 16,54 16,50 16,54 Schweiz . . 81,78 81,94 81,72 81,88 Spanien . . 33,82 33,88 33,82 33,88 Danzig. . . 81,97 82,13 81,97 82,13 Japan . . . 0,949 0,951 0,949 0,951 Rio de Ian.. 0,324 0,326 0,324 0,326 Jugoslawien. Lissabon . . 6,693 13,29 6,707 13,31 6,693 13,29 6,707 13,31 Bantnoten. Berlin, 27.August (Selb Aries Amerikanische Noten....... 4,20 4,22 Belgische Noten......... 58,25 58,49 Dänische Noten......... 77,34 77,66 Englische Noten......... 14,53 14,59 Französische Noten........ 16,46 169,36 16,52 170,04 Hollä'ndijche Noten........ Italienische Noten....... 21,55 21,63 Norwegische Noten........ 72,85 73,15 Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten........ 2,49 2,51 Schwedische Noten........ Schweizer Noten......... 74,55 81,54 74,85 81,86 Spanische Noten......... 33,68 33,82 Ungarische Note«........ S°"E. M5I-8 6i<6< U-E«" ; - Auch b el. en 91umm “"Srer 8nfd^itSarr t>W qn ütt ft er, 28. M Empfang «W‘Sf der W aus der W und erklärte U.a- Ich bin der Ansicht schasst, und 'ch Irt die Reichsregierunc sie dem Reichspras' Teil der öün|i Ich hoffe, daß die g l Wünsche und di Zieles zu einer sachlichem Bod parteipolitischen Mai rückt werden. Ich v Pattei, die die sychf geschrieben hat, ein s bar praktischen Arbk von allen politischen regierung ist eine a sie ist gegenüber Fo völlig frei und unal sie, das Arbeitsprogi abseits von allen (! können. Damit ist di wirklichung des geft Auf die Frage, ob Wirtschaft, und Arbeitnehmer, in it dieses Programms t führen werden, erwi Die Reichsregieron gebet und ikbeittu JJrogrami Die Befruchtung her Keichsregierung herbes sonders im Interesse t schlage, die die Reich- sentlich das Hiel, 1 bv der in den Arbeilspr Die Frage, ob es soziales Verhalten auch den noch in 1 beitnehmern 2, bet Reichskanzler m Unsozial ist heule keilen verminderk. das Dort: „Sozi Im übrigen bleibt trage und damit ihi umfange aufrechter das Tarifrecht k ^ohnausbeutung unk kur der lvirtfchaftljch V * AH toic vor I-dcrung d„ f X”Ub”f,'5« S kleine, M Trennung nick Knippen Arbeitge °"der näh 2roei?A?°urf,- ^de erster , Das der 'M ersten SM eine Reni-? WO ^Ugun-,