Nr. 150 Lvühaussabe 182. Zahrgang Mittwoch, 29. Juni 1952 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monat,-Bezugspreir. Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, zerasprechanschlösse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger riehen. Postscheckkonto: Kronkfnrt am Main 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vntck rmd Verlag: vrühNche llRiver1«rül5.v«ch' hbö Sichtöruderei B. tauge 1« Gießen. Schriftlettimg hwö Seschäftrstelle: ZchuMraße 7. Annahme von Knzetaen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis inr l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig.' für Rs» Klarneanzeigen von 70 mm Breite 35 Reickspfennig, Platzvorschrift 20". mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Doluik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Geht Lausanne schon morgen zu Ende? Jfl noch eine Vermittlung möglich? Don unserem Q-Korrefpondenten. Lausanne, 28. Juni. Die Staatsmänner in Lausanne haben inzwischen die Erfahrung gemacht, daß man mit liebenswürdiger Redseligkeit nur Schaden stiften kann. Sie hüllen sich jetzt in eisiges Schweigen. Als Herr von Papen und der Minister von R e u r a t h am Dicnstagmittag das Hotel Deau- rivage nach der deutsch-französisch-englischen Ministerzusammenkunft verliehen, lehnten sie jede Auskunft beinahe schroff ab. Auch Herri o t machte ein entsetztes Gesicht, als er den Andrang der auskunsthungrigen Journalisten in der Halle des Hotels bemerkte. Zuerst tat er so, als ob er sich überhaupt nicht aus dem Konferenzsaal traue. Er sagte schließlich auch nichts von irgendwelcher sachlichen Bedeutung, aber er war auch nicht mehr so mahlos grob wie am Montagabend. Die übertriebene Empfindlichkeit und Rervosi- tät im französischen Hauptquartier, im Lausanne Palace, ist aber noch keineswegs gewichen. Man Wittert jetzt hinter allem und jedem eine deutsch« Bosheit und Hinterhältigkeit. Die besonders mißtrauischen Gemüter im Lausanne Palace werden es vielleicht auch als eine ungezogene Demonstration empfunden haben, als ausgerechnet um die Mittagsstunde dieses Tages das deutsche Zeppelin-Luftschiff in stolzen Kreisen den Konserenzort überflog. Wenn sie bösartig sein wollen, so können sie aus diesem Schauspiel ihre Argumente für die deutsche Leistungsfähigkeit und damit für den verlangten Desserungsschein auch noch ableiten. Man muß sich nur immer wieder fragen, warum die Franzosen auf einmal so besonders empört tun. Darüber ist doch von Anfang an kein Zweifel gelassen worden, daß ohne einen endgültigen und grundsätzlichen Verzicht auf alle Tributzahlungen eine besondere Beteiligung Deutschlands an den europäischen Wieder- oufbauplänen nicht in Frage kommen wird. Lind wenn die Franzosen es nun so hinstellen, als ob der deutsche Kanzler bereits in Aussicht gesellte Kompensationen wieder zurückgezogen habe, so ist das ganz gewiß nicht richtig. Der Reichssinanzminisler hat vielmehr am Montagabend ganz ausführlich die Möglichkeiten der wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenarbeit auscinandergeseht. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. In der deutschen Delegation konnte man nach dep verschiedenen Unterhaltungen in der zweiten Konferenzwoche mit der Möglichkeit rechnen, daß eine stärkere Beteiligung Deutschlands an dem „gemeinsamen Topf" (.fand commun") für den französischen Wiederaufbau a l s G e g e n- lcistung für den Lributverzicht gewürdigt werden könne. Run stellen sich aber die Franzosen auf den Standpunkt, daß dieser gemeinsame Topf zwar eine ganz nette Sache für Europa sei, daß aber Frankreich, weil es bei einer Streichung der Tribute in besonderem Maße verzichten müsse, Anspruch a uf eine Son- dcrkompensa tion erheben müsse. Das heißt also, daß Deutschland den Tributverzicht finanziell und wirtschaftspontisch zweimal bezahlen sollte. Am Dienstagvormittag und am Dienstagnachmittag haben nun unter der Leitung von Mac - d o n a l d zunächst im engeren und dann im weiteren Kreise die deutsch-französisch-englischen De^ Handlungen stattgefunden, in denen immer noch nach einem Ausgleich der Gegensätze gesucht wird. Die ruhigen Beurteiler der Lage sind der Auffassung, daß die Aufgabe für Macdonald zu schwer ist und daß man sich möglichst schnell an die Ausarbeitung der Schlußformel begeben sollte. Macdonald stellt dasErgebnis fest Eine Bier-Stunden-Titzung. Lausanne, 28. Juni. (111.) Die zweite Z u - sammenkunft zwischen Macdonald, herriot und p a p 6 n am Dienstagnachmittag im Beifein des Reichsaußenministers und der 3 t- nanzminifter Frankreichs und Englands, die vier Stunden dauerte, wurde kur; vor 20 Uhr abgeschlossen. Ls ist zunächst vereinbart worden, daß Mittwoch eine neue Sitzung der sechs einladenden Mächte der Konferenz, sowie d i - rekte Verhandlungen zwischen der deutschen und französischen Abordnung, und zwar zwischen dem Reichskanzler von papen und herriot sowie zwischen dem Finanz- miniffer Graf Schwerin-Krosigk und dem franzost- scheu Finanzminister Germain Martin stattfinden fallen. Ueber den Verlauf der Sitzung wird folgende Mitteilung gemacht: „Am heutigen Tage hat der Präsident der Konferenz gemeinsam mit den Führern anderer Delegationen und den Delegierten Frankreichs, Deutschlands und Großbritannien» die Ergebnisse der Besprechungen, die zwischen diesen Delegationen statlgefundeu haben, noch einmal dar- gelegt. Morgen nachmittag wird der Präsident den sechs einladenden Mächten über die Lage Bericht erstatten und s i e e i n l a d en .Vorkehrungen zu weiteren K o n f e r e n z a r b e i t en zu treffen. Die Besprechungen zwischen der deutschen und der französischen Delegation werden fortge- führt.- Die deutsch-französischen Verhandlungen abgesagt. Für morgen der Abschluß erwartet. Die ursprünglich für Mittwoch vormittag einberufene deutsch - französische Besprechung ist dann später — anscheinend auf Grund des völlig negativen Ergebnisse» der Besprechungen am Dienstag — abgesagt worden. Jn der Sitzung der einladenden sechs Mächte am Mittwoch wird der Präsident der konseren;, Macdonald, lediglich einen allgemeinen Bericht über den gegenroärti- gen Stand der konseren; erstatten. Rach Mitteilungen von fran;ösischer Seite, die allerdings mit Vorsicht ausgenommen werden müssen, ist in den Dienstag-Besprechungen die Aussichtslosigkeit weiterer Verhandlungen festgestellt worden. Man wäre übereingekommen, einen Ausschuß au» den Vertretern der sechs einladenden Mächte ein;usehen, um auf diese weise d i e Konseren; in P e r m a - men; ;u erklären. Tatsächlich würde jedoch bereits die Konseren; in den allernächsten Tagen ; u m schluh kommen, voraussichtlich bereits am Donnerstag. Aus englischer Seite verlange man, daß formal ein weiterbestehen der Konseren; erklärt werde, um eine neue Moratoriumserklärung der Großmächte für die deutschen Iribut;ahlungen ;u vermeiden. Man behauptet in Kreisen der fran;ösischen Delegation, der Reichskanzler habe erklärt, er könne nach dem ihm erteilten Mandat keine andere Haltung al» seine bisherige einnehmen. von der deutschen Delegation werden keinerlei Erklärungen über den gegenwärtigen Stand der Konseren; abgegeben. Jedoch wird festgestellt, daß eine Ueberbrücfung der Gegensätze oder auch nur eine Annäherung zwischen der deutschen und französischen Aussassung in keiner weise erfolgt fei. Der Präsident der Konferenz könne in der morgigen Sechsmächte- Befprechung lediglich da» Fafzit dieser Verhandlungen ziehen. So herrschte am Dienstagabend jedenfalls eine ungewöhnlich ernste und gespannte Stimmung. Fest steht, daß die Dreimächte-Besprechung am Dienstag zu folgenden Feststellungen geführt hat: Auf der einen Seite steht die französische Forderung auf eine Restzahlung Deutschland», auf der anderen Seite die eindeutige deutsche Forderung auf völlige Streichung der Tribute. Jedoch haben auch die Wirtschaftsfragen in diesen Aussprachen einen großen Raum eingenommen, von französischer Seite sind weder Vorschläge gemacht, noch ist ein fester Plan vorgelegt worden. Gerüchte, nach denen der Reichskanzler und der Reichsfinanzminister am Donnerstag nach Berlin zurückkehren, werden auf deutscher Seite nicht bestätigt. herriot beabsichtigt, am Donnerstag nach * Paris zurückzukehren, um an einer Kabinettsfihung | teilzunehmen. Gänzliches elorten der AbriWnMnsmnz Gibson verhandelt mit Macdonald. — Was wird aus Lausanne, 28. Juni. (TU.) Der amerikanische Botschafter Gibson, der Führer der Genfer Ab- rüftungsaborbnung der Bereinigten Staaten, traf Dienstag nachmittag unerwartet im Hotel „Beau Rivage", dem Hauptquartier der englischen Regierung, ein und hatte dort eine längere Unterredung mit Macdonald, in der, wie verlautet, die weitere Behandtttng des neuen amerikanischen Abrüstungsplanes und die Stellungnahme der englischen Regierung zu den amerikanischen Vorschlägen erörtert worden ist. Die amerikanische Regierung verlangt eine b al- bi g e durchgreifende Erörterung der amerikanischen Vorschläge, während in den leitenden Streifen der Abrüstungskonferenz die Absicht besteht, die Konferenz am 15. Juli auf mehrere Monate zu unterbrechen, ohne daß eine Durchberatung der amerikanischen Vorschläge stattfindet Da die Arbeiten der Abrüstungskonferenz dem Hoover-Dorschlag? gegenwärtig fast vollständig ruhen, zeigt sich jetzt In Kreisen der Neutralen und der übrigen an der Lausanner Konferenz nicht beteiligten Mächte eine wachsende Mißstimmung über die fortgesetzte, jetzt schon fünf Monate andauernde Verschleppung der Abrüstungsentscheidungen. Man berät daher gegenwärtig, in englisch-amerikanischen Kreisen, in welcher Weise nach dem Abschluß der Lausanner Konferenz eine Wiederaufnahme der Abrüstungskonferenz bewerkstelligt rocren kann. Das Präsidium der Abrüstungskonferenz soll nach den bisherigen Plänen in der nächsten Woche zu- fammentreten. Anschließend soll dann der Haupt- a u s s ch u ß über feine Arbeiten beraten, die bis Mitte Juli durchgeführt werden sollen. Die Gegen- fätze in der Abrüftungssrage konnten jedoch bisher noch nicht überwunden werden, so daß auch auf dieser großen internationalen Konferenz vorläufig kein Ausweg aus der Lage gesehen wird. Hitlers Parole für den Wahlkampf. Schluß der Münchener (Sauleitertagung der NSDAP. München, 23. Juni. (TU.) 3m Mittelpunkt b«r Schlußsitzung der Gauleitertagung der RSDAP., die sich am Dienstag unter dem Dorfitz des Reichsorganisationsleiters Gregor Strasser mit organisatorischen Fragen de- faßte, standen die Ausführungen Hitlers zur politischen Lage. Gregor Strasser legte die Grundzüge der bereits veröffentlichten organi- satorischen Reugliederung innerhalb der RSDAP. eingehend dar unter Hervorhebung ihrer Rot- Wendigkeit und Zweckmäßigkeit. Er führte im einzelnen aus. warum diese Neuorganisation eine viel stärkere Verantwortlichkeit. Derlebendigung und Leistungsfähigkeit mit sich bringe. -Aach der Aussprache über die organisatorischen Fragen sprach Hitler über die innenpoli- tische Lage und die daraus für die RSDAP. zu ziehenden Folgerungen. Insbesondere ging er dabei auf die im Vordergrund der innerpolitischen Entwicklung stehende Auseinandersetzung desReichs miteinigenßänterregic- tun gen. vor allem mit Bayern, ein. Der nationalsozialistischen Bewegung sei es durch die Auflehnung gewisser geschäftsführender Landerregierungen gegen das Reich und durch die offene Kriegserklärung einfluhreicher Mitglieder der Bayerischen Dolkspartei an das Reich die große und verantwortungsvolle Aufgabe zugewachsen, Wahrerin der Reichseinheit zu sein. Die RSDAP. nehme den Kampf auch für die unzertrennbare Einheit des Deutschen Reiches mit Sie werde die Einheit, das höchste Gut deS deutschen Dolkes, mit aller Energie und nut allen ihr xu Gebote stehenden Mitteln verteidigen. Jnsäsonder werde die RSDAP^in Bayern der Eckpfeiler sein, an dem sich die Feinde des Reiches die Köpfe einstohen würden. Wer sich an dem Reich vergreife, gegen den werde Die RSDAP. unerbittlich sein. Die treibenden Kräfte dieser ..ruchlosen" Bestrebungen seien nii nut dem bayerischen Volk 511 t> er ® c dj f c In, ebensowenig wie man die rheinischen Separa- tisten seinerzeit habe mit Preußen verwechseln können. Es handele sich hier um gewisse, der Bayerischen Dolkspartei ange- hörende Cliquen, die ihre Stunde gekommen glaubten, und die sich erdreisteten, der Welt einzureden, daß sie Bayern repräsentierten. Für diese Zentrumspolitiker sei auch jedes deutsche Fürstenhaus nur ein Mittel zum Zweck. Wenn diese Feinde der Reichseinheit südlich der Donau so weiter mobilisieren wie bisher, dann werde die nationalsozialistische Freiheitsbewegung beginnen, nördlich der Donau die Geister ebenso mobil zu machen. Dann würden die Herrschaften vielleicht sehen, wo der Main richtig laufe. Vielleicht fti dann endlich die Möglichkeit gegeben, vor dem weltpolitischen Gericht die Hintergründe des Jahres 1 923 aufzudecken und die Wahrheit darüber zu ergründen, warum sich die RSDAP. 1923 in Bayern zu ihrem Dorgehen entschlossen habe. Damals seien die inneren Beweggründe dieselben gewesen, die heute die RSDAP. zur Wahrung der Reichseinheit auf den Plan riefen. Ihre Parole sei: Für des Deutschen Reiches Kraft und Stärke und für des Deutschen Dolkes Einheit. In diesem Zeichen gehe die nationalsozialistische Bewegung mit ihrer ganzen Energie in den großen Wahlkampf hinein, an dessen Ende auch das Ende aller "Verderber des Volkes und des Reiches stehen würde. Oie RSDAP. fordert Regierungsbildung in Bayern München. 28. Juni. (CNL. Funkspruch.) Die nationalsozialistische Landtagsfraktion hat ein P r 0 - testschreiben an d e n Präsidenten des Bayrischen Landtages gerichtet. In diesem Briefe wird zu der Stellungnahme des Landtages gegenüber der Erklärung der gefchäftsführenden Staatsregierung betreffend die Aufhebung des Uniform- und A u f z u g s 0 e r d 01 e s betont, daß eine Willenskundgebung des Baprvchen Land- tages nicht vorliege. Denn die nahezu stärkste Fraktion des Hauses durch sitzungspolizeiliche Maßnahmen verhindert werde, an einer Willenskundgebung teil zu nehmen, so könne eine solche überhaupt nicht zustande kommen. Die Erklärung schließt mit der Forderung, unverzüglich eine Neubildung der bayrischen Staatsregierung entsprechend den Forderungen der bayrischen Derfastungsurkunde vorzunehmen. Hessen und das Oemonstraiionsverbot. LcufchncrS Antwort an den Rcichdinncn- Minister. Darmstadt. 28. Juni. (WSR.l Das Regierungsblatt teilt mit: Der Reich-innenrnuuster hatte bei der Besprechung der Innenminister der Länder am 22. Juni die Bitte ausgesprochen, daß daS Verbot von Versammlungen unter freiem Himmel und von Auszügen überall aufgehoben wird und um Stellungnah in e er- s uch t. Der hessische Innenminister hat nunmehr darauf offiziell geantwortet, daß er ff Auffassung nicht anschließen kann. Es heißt in seinem Schreiben, daß diele- Derbot zur Aufrechterhaltung von Ruhe, Sicherheit und Ordnung dringend notwendig ist und unter gar keinen Umständen entbehrt werden könne, wie eine Reihe von ernsten Vorkommnissen der letzten Zeit gezeigt hat. Die hessische Regierung vermag nicht anzuerkennen, daß mit der geplanten und im Entwurf mitgeteilten Verordnung über Versammlungen und Auszüge die bestehenden sehr ernsten Schwierigkeiten beseitigt werden können und sieht sich daher nicht in der Lage, die Verantwortung für eine Aushebung des erwähnten Verbotes zu übernehmen. Desgleichen hat die hessische Regierung in diesem Schreiben noch einmal ihren Standpunkt zu der Aushebung des Unisor in Verbotes präzisiert. Sie hält e- für ihre Pflicht, die zuständigen Reichsinstanzen mit allem Äachdruck darauf hinzuweisen, daß die erfolgte Aushebung des allgemeinen Uniformverbotes im Hinblick auf die Rotwendigkeit zur Aufrechterhaltung von Ruhe, Sicherheit und Ordnung bei der heiß schon Regierung schwerste Bedenken, ousgelöst hat. In Hessen besteht ein Uniform verbot nun nicht mehr. Die Verantwortung hierfür lehnt die hessische Regierung ebenfalls in vollem Umfange ab. Versailles-Kundgebung des Arbeitsausschusses Deutscher Verbände. Tic Pol zei schreitet gegen demonstrierende Studenten ein. Berlin, 28. Juni. (ERB.) Der Arbeitsausschuß Deutscher Verbände veranstaltete zum 13. Jahrestage der Unterzeichnung de- Versailler Diktates im Plenarsaal Re ichstages eine Kundgebung. Unter den Gästen bemerkte man u. a. Reichsminister Freiherrn v. G a y l und Staatssekretär Dr. Z w e i g c r t. Der geschäftsführende Vizepräsident des Arveits- ausschusses Deutscher Verbände, Dr. Han- Draeger. betonte kn seiner Ansprache, es könne heute und in Zukunst keine deutsche Außenpolitik geben, deren Ziel nicht die Beseitigung des Versailler Diktates sei. Der politische Kamps gegen die Kriegsschuldlüge müsse auf der allgemeinen Grundlage der Gesamt- r e v i s i 0 n ousgetragen werden. Die französische These von der Heiligkeit der Verträge sei fein Argument gegen die Revision. Deutschland wolle c tt einer europäischen Gemeinschaftsarbeit mit- tu.Jen, aber es werde sich ganz gewiß nicht an einer europäischen Front gegen Amerika beteiligen. Berlin, 28. Juni. (TU.) Im Anschluß an eine Versailles-Kundgebung der Deutschen Studentenschaft im Lustgarten kam es Unter den Linden zwischen den abziehenden Teilnehmern und der Polizei zu Zusammenstößen. Da die Straße Unter den Linden im Bannkreisgebiet liegt, versuchte die Polizei hier, jede Kundgebung zu unterbinden. Die nach vielen Hunderten zählende Menge, die sich unter dem Ruse „Deutschland erwacheI" immer wieder zusammenballte und zum Tell auch durch unglückliche Polizeimanöver zusammengedrängt wurde, wurde rücksichtslos mit demGummi knüppel auseinandergetrieben. Die Polizei nahm eine Anzahl deutschnationale und nationalsozialistische Studenten fest. Rachdem die auf mehrere Hundertschaften verstärkte Polizei, die von der Lustgartenlundgebung kommende Menschenmasse durch große. quer über die ganze Straßenseite reichende Postenketten von den Linden abgelenkt hatte, bildeten si ch i n den Querstraßen immer von neuem kleinere Aufläufe. Die mit Karabinern bewaffneten Polizeibeamten räumten mehrfach den Bahnhof Friedrichstraße. in dessen Gebäude sich viele Studenten geflüchtet hatten. Die Polizeibeamten nahmen rücksichtslos jeden fest, der nicht sofort ihren Anordnungen Folge leistete. Notverordnung und Kriegsbeschädigte. Berlin, 28.Juni. (CNB.) Amtlich. Man wendet sich dagegen, daß in der Wahlpropagonda in Presse und Oeffentlichteit immer wieder von den schweren Benachteiligungen der Schwer- kriegsbeschädigten durch die Finanz- Notverordnung der Regierung Papen die Rede ist. Es ist eine tatsächliche Unwahrheit, von Kürzungen der Schwerkriegsbeschädigten zu sprechen, do deren Bezüge durch die Notverordnung überhaupt nicht betroffen worden sind. Die Notverordnung hat lediglich die Kinderzulagen für Kinder über 15 Jahre b ei denLeichtbeschä. digten gekürzt und für die Kinder der Schwerkriegsbeschädigten bestimmt, daß diese Zulagen nur dann fortfallen, wenn die betreffenden Kinder b e - reits im Berufe stehen. Solange sie aber bis zum 21. Jahre noch in der Ausbildung stehen oder körperlich gebrechlich sind erhalten sie ebenso wie die Kriegerwaisen die Zulage unverändert weiter. Deutschlands wahre Schuldenlast Eine Antwort an Herriot. Berlin, 28. Juni. (BDZ.) Der Reichsrat erledigte in seiner Plenarsitzung am Dienstag den Reichshaushaltsplan für 1932. Generalberichterstatter Ministerialdirektor Dr. Brecht flocht namens des Reichsrates eine Antwort an den französischen Ministerpräsidenten Herriot mit folgenden Worten ein: Im Ausland begegnet man oft der Dorstellung, die auch in Lausanne beredten Ausdruck gefunden hat, daß unsere inneren Schulden, weil sie erheblich geringer seien als die Englands und Frankreichs, uns eine Vorzugs stellung im internationalen Wettbewerb einräumen könnten. Das ist leider ein Irrtum. Untere inneren Kriegs- und Vorkriegsschulden waren ebenso hoch oder höher als die Englands und Frankreichs. Weit mehr als 100 Milliarden Mk. solcher Schulden sind durch die Inflation und minimale Aufwertung niedergeschlagen worden. Glaubt denn irgend jemand in der Welt, daß ein Staat oder Volk durch einen solchen Vorgang den lieben Gott um die Kriegskosten betrügen könnte? Dadurch ist zwar das Reich als Schuldner entlastet, aber in genau demselben Maße die Dev ö lke ru n g f in an- ziell verarmt. Ein beträchtlicher Teil der Zinsenlast kehrt außerdem in Form g e ft e t g er* terWohlfahrtslasten wieder. In Deutschland ist man daher vielfach der umgekehrten Ansicht, daß es besser wäre, wenn wir unsere inneren Schulden weniger rücksichtslos gestrichen hätten. Das geschah ja aber gar nicht aus freiem Willen, sondern aus Zahlungsunfähigkeit, da wir nicht in der Lage waren, wie in England mehr als 40 Prozent, oder wie in Frankreich mehr als ein Viertel unserer Steuereinnahmen den inneren Glaub i- gern zuzuführen. Tatsächlich hat Deutschland seinen äußeren Gläubigern 6 b l s 8 - m a l s v v i e l g e z a h l t wie seinen inneren Gläubigern. Kabinett papen und Ostsiedlung. B e r I i n, 28. Juni. (ERD. Amtlich.) In einem Teile der Presse wird behauptet, daß das ländliche Siedlungswesen von der gegenwärtigen Reichsregierung nicht mit dem erforder- lichen Interesse behandelt werde. Demgegenüber wird von amtlicher Seite erinnert, daß außer einem Betrage von 50 Millionen, der imlaufenden Etat fürSiedlu ngs- wesen eingesetzt ist, die Rotverordnung 25 Millionen für Oedlandkultur bereitstellt, und daß weiter 30 Millionen im Rahmen des Entschuldungsverfahrens für Siedlungs- zwecke dienen sollen. Im übrigen hat auch der Reichsernährungsminister F r e i h e r r von Braun in seiner Rede im Deutschen Landwirtschaftsrat die Ansiedlung deutscher Dauern im Osten für dringlich bezeichnet. Dir Mrilsbegnindung im Sklarek-Prozeß. In der Urteilsbegründung führte Landgerichtsdirektor Kestner u. a. aus: In wenigen Wochen sind drei Jahre seit der Aufdeckung des Prozeßstoffes vergangen. Rund acht Monate und 124 Verhandlungstage wurden gebraucht. Mit den Sklareks allein wäre die Verhandlung in weitaus kürzerer Zeit beendet worden. Aber es waren unendlich viele Vorgänge nachzuprüfen. Gerade bei diesen Delikten kam es entscheidend darauf an, die Menschen kennenzulernen. Das trifft besonders auf die Beschuldigten der St ad t- b a n k zu. Dem Urteil kommt keine andere Bedeutung zu als jedem anderen Urteil auch. Folgerungen, die aus dem Prozeß noch zu ziehen sind, waren nicht Sache des Gerichtes. Der Vorsitzende ging dann auf den Tatbestand ein. Die Sklareks hätten keinen Anspruch auf Kredit gehabt. Sie wollten sich bereichern. Sie gaben wertlose Wechsel in Höhe von 18 Millionen und wertlose Schecks in Höhe von 180 Millionen. Sie täuschten einen nicht vorhandenen Umsatz vor, der für die Höhe der Kredite maßgebend war. Sie haben falsche Bücher durch ihre Angestellten Lehmann und Tuch anlegen lassen und gaben bei Revisionen falsche Erklärungen ab. Die Direktoren der Stadtbank sind getäuscht worden. Es kann keine Rede davon fein, daß sie mit den Sklareks gemeinsame Sache gemacht haben, sonst hätten die Sklareks keine falschen Angaben ihnen gegenüber zu machen brauchen. Die Angaben der Sklareks, daß sie nichts beiseite geschasst haben, können nicht widerlegt werden. Ls ist fesizustellen, daß die Sklareks Zuwendungen an die Beamten gemacht haben. Für sie handelte es sich darum, daß Wohlwollen der Beamten zu erringen. Die Sklareks haben nach einem b estimmten gemeinsam ausgearbeitelen Plan gehandelt. Auch Leo und Willi Sklarek haben geduldet, daß Geschäftsgeld er zu Bestechungs- zweckenverwendet wurden. Die Sklareks waren entschlossen, den Beamten fortlaufend Dorteile zu gewähren, um sie für ihren willen zu gewinnen. Die Angeklagten Schmitt und Hoffmann find als gleich-verantwortlich angesehen worden. Die Pflichtwidrigkeit der beiden Direktoren umfaßt einmal die Bewilligung des Kredites und zweitens die Ueberwachung des Kredites. Der Vorwurf kann ihnen nicht erspart werden, daß sie schnell und ohne viel zu fragen Kredite gegeben haben. Die Organisation der Stadtbank hat gänzlich versagt. Schmitt ordnete die Honorierung von Schecks in der üblichen Art an, nachdem am Vormittag der Skandal aufgedeckt war. Er war sich bewußt, daß er das Vermögen der Dank gefährdete. Die Angeklagten verstanden nichts von Geschäften, wußten nichts, was in ihren eigenen Danken vorging und haben sich auf Geschäfte eingelassen, die sie nicht übersehen konnten. Die Hauptverhandlung hat nicht ergeben, daß sie Darzuwendungen erhalten haben. Renngewinne erhalten zu haben, geben sie zu. Allen verurteilten Beamten muh der Vorwurf gemacht werden, daß sie nicht stark genug waren, den Versuchungen zu widerstehen. Alle Angeklagten sind noch nicht vorbestraft. Bei den Beamten ist das eine Selbstverständlichkeit, bei den Sklareks vielleicht nur ein Zufall. Ls waren schwerste Strafen notwendig. Den politischen Beamten war zugute zu halten, dah sie keine Anleitung von der Stadt erhielten und dah ihre Vorgesetzten keine Vorbilder waren. Das Bestreben, mit der Stadt Berlin ins Geschäft zu kommen, durfte die Brüder Sklarek nicht alle Schranken vergessen lassen. Raffiniert sind sie vorgegangen. Jahrelang haben sie ihr verbrecherisches Treiben fortgesetzt, Beamte mit dem Geld bestochen, das sie sich auf unredliche Weise erwarben, und alle Genüsse des Lebens haben sie sich verschafft. Mildernde Umstände mußten ihnen versagt werden, weil sie nicht vorhanden waren. Die Strafe ist unter dem Höchstmaß geblieben, weil sie unbestraft sind und ihre Vergehen ihnen immer leicht gemacht wurden. Bei Kohl war zu bewerten, daß er den Grundstein für den Sklarekschen Aufstieg gelegt hat. Bei Gäbel und Degner sind die Vergehen angesichts ihrer Weltanschauung besonders verwerflich. Der Besuch von Luxuslokalen zu Studienzwecken erschien durchaus unglaubhaft. Schneider hätte dem Sklarek-Shstem am ehesten Widerstand entgegen- setzen können: aber gerade er gehörte zu den anspruchvollsten. Das Wollen des Stahlhelms für Staat und Volk. Der erste Bundesführer Seldte im Rundfunk. Am Dienstag sprach im Programm der „Berliner Funkstunde" der Gründer und erste Dundes- führer des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, Franz Seldte, über den Stahlhelm und sein Wollen für Staat und Volk. Wenn in Deutschland die im Stahlhelm zusammengefahte Generation der Frontsoldaten und danach ihre Jugendbewegung, der Jungstahlhelm, eine ganz be- sondere Ausprägung gewannen, so ist dieses auf die schwerwiegenden Ereignisse nach dem Frie- densschluh von Versailles und nach dem Umsturz vom 9. Rovember 1918 zurückzuführen, die dem ganzen deutschen Leben ein neues Gepräge gaben- Der Typ des deutschen Frontsoldaten ist etwas ganz besonderes und eigenartiges geworden. Der Begriff der Pflicht trug und führte ihn. Jeder von uns lernte sein eigenes Schicksal vor dem großen Geschehen zurückstellcn und es unterordnen. Die drei Punkte unserer Gründung hießen: Sammlung der alten Frontsoldaten, Erhaltung unserer Kameradschaft, Eintreten für Ruhe und Ordnung. Und als dieses mit unserer Hilfe geschehen war, als die inneren Machtmittel des Staates wieder einigermaßen in Polizei und Truppe erstarkten, da wandelten wir den letzten Sah „Eintreten für Ruhe und Ordnung" um in denjenigen „D. a s Vaterland über den Parteien!" Wer die Freiheit für sein Vaterland erkämpfen will, muh selbst frei sein. Darum mußte der Bund frei sein von allen anderen Einflüssen und Mächten. Darum mußte er nur eigene Führer, nur eigene Gelder, nur eigene Menschen haben. Das wurde in jahrlanger kameradschaftlicher Arbeit erreicht. Der Bund steht gestützt auf seine 23 Landesverbände, geführt von den beiden Dvndesführern, auf den festgesetzten, aber freiwilligen Beiträgen aller Kameraden. Er steht weiter auf dem Fundament seiner sozialen Betätigung. Freiwillig und bewußt ist dieses neue Führersystem geschaffen worden, um endlich einmal anzufangen, aus dem Volke die begabten Menschen zu Führern herauszuholen und heranzubilden. Das entspricht dem Wahlspruch unseres Bundes: Rur auf den Opfern und auf den Waffen beruht der Sieg! Kameradschaft und Disziplin sind die Säulen unseres Bundes. Kameradschaft war das Gründungsmotiv und Kameradschaft im alten feldgrauen Rock ist das Element, das unseren Bund trägt. Es gelang uns, den Kameradschaftsbegriff auch auf die Friedenszeit und auf die deutsche wehrwillige nationale Jugend zu übertragen. Es gelang uns unter dem Symbol des Stahlhelm und des feldgrauen Rockes die Klassengegensätze zu Einberufung des netten Hessischen Landtags zum 7. Juli. WSN. Darmstadt, 28. Juni. Wie nunmehr feststeht, tritt das Plenum des neugcwählten Hessischen Landtags am Donnerstag, dem 7. Juli, vormittags zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Der vorläufige Aeltestenrat des Landtags tritt am Montag zusammen, um noch einige geschäftliche Angelegenheiten zu erledigen. Aus aller Welt. Schwere Unruhen bei einer Zwangsversteigerung. Zu einem regelrechten Bauernaufruhr kam es in der Gemeinde Göbrichen bei Pforzheim in Baden, als bei einem Landwirt eine Zwangsversteigerung vorgenommen werden sollte. Da die auf mehrere hundert Menschen angewachsene Menge gegen den Gerichtsvollzieher eine drohende Haltung einnahm, wurde das Pforzheimer Heberfallkommando herbeigerufen, das den Landwirt, dessen Sohn und einige Demonstranten verhaftete. Auf das Gerücht hin, daß die Verhafteten nach Pforzheim gebracht werden sollten, rotteten sich gegen Abend große Menschenmengen vor dem Rathaus zusammen und machten Miene, das Gebäude zu stürmen. Ein Dereitschaftswagen der Pforzheimer Polizei wurde mit Steinen und Holz stücken beworfen. Es kam zu einem Sturm auf das Rathausgebäude, wobei die Fensterscheiben und Dachziegel zertrümmert wurden. Die Polizei war überbrücken und hinwegzulöschen. Mit um so größerer Freude hören wir, wenn der neue Reichskanzler eine neue einheitliche Willensbildung der Ration fordert, wenn der Reichswehrminister diejenigen geistigen und physischen Kräfte des Volkes gestärkt zu sehen wünscht, die die unentbehrliche Grundlage der Landesverteidigung bilden, wenn der neue Reichsinnenminister die machtvolle nationale Bewegung der Gegenwart als eine staats- und volkserhaltende Kraft zu werten und zu nutzen ankündet. Rur auf dem Wege des Zusammenfassens der arbeite- und wehrwilligen nationalen Kräfte und nur auf dem Wege der Volksgemeinschaft kann es in Deutschland vorwärts gehen. Wir kämpfen für Deutschlands Freiheit und wir ringen um unser Recht im Rate der anderen Rationen. Wir wollen nicht angreifen, wir wollen nur sichern, was uns gehört, Hnd wir müssen wieder haben, was man uns freventlich genommen hat. Wir wollen keinen neuen Krieg, gerade weil wir Frontsoldaten ihn in seinem Grauen bis zum Letzten kennen. Doch ruft man uns zur Verteidigung 'des'-Vaterlandes, dann steht der Stahlhelm selbstverständlich jederzeit bereit. Wir lehnen die Kriegsschuldlüge und die unmoralischen Kriegstributlasten als freie Männer ab. Wir bekämpfen die Arbeitslosigkeit und fordern die Arbeitsdienstpflicht als den ersten Grad der Abhilfe. Wir fordern Rohrungsfreiheit und Stählung der Geister und der Körper durch den Wehrsport. In dem Staat sehen wir nicht ein Wohlfahrtsinstitut, wie er jahrzehntelang als falsches Ideal in den Köpfen spukte, sondern das überpersönliche Gemeinschaftsgut der Ration, in der jeder Deutsche vollverantwortlich mitzuarbeiten und aufzubauen hat. Aus diesen Begriffen heraus konnte der Stahlhelm sich niemals einer Partei verschreiben. Er arbeitet aber gern mit allen nationalen Parteien und Gruppen zusammen, die das gleiche Ziel haben. Franz Seldte feiert heute seinen 50. Geburtstag. Aus diesem Anlaß veröffentlicht die „Kreuzzeitung" eine Reihe von Glückwunschartikeln führender Stahlhelmführer. Reichspräsident von Hindenburg hat in einem Telegramm an Seldte ebenfalls seinen Glückwunsch ausgesprochen, H. a. bringt das Blatt Aeußerungen des Generalfeldmarschalls von Mackensen, Düsterbergs und der Landesführer des Stahlhelms. gegen die Menge machtlos und mußte wieder zurückgezogen werden- Ein starkes Schuhpolizeiaufgebot wurde am Ortseingang, der von den Dorfbewohnern verbarrikadiert worden war, m i t einem Hagel von Steinen und Brettern empfangen. Plötzlich fielen auch Schüsse. Die Beamten machten gleichfalls von der Schußwaffe Gebrauch, toobei ein Landwirt und vier weitere Personen, darunter eine ältere Frau, verwundet wurden. Auch mehrere Polizeibeamte wurden durch Steinwürfe verletzt. Schließlich konnte die Polizei die Straße räumen, worauf die Beamten die Verhafteten mitnahmen und in rascher Fahrt das Dorf verließen. Am Dienstagvormittag traf dann die Pforzheimer Staatsanwaltschaft mit zwei Bereitschaften Schutzpolizei und Gendarmerie im Ort ein. Die mit Karabinern ausgerüsteten Beamten besetzten sämtliche Straßen und Ortsausgänge und nahmen eine eingehende Durchsuchung nach Waffen vor. Lin Todesopfer der spinalen Kinderlähmung. Die spinale Kinderlähmung inGroß-Otters* leben bei Magdeburg hat bereits ein Todesopfer gefordert. Eines der erkrankten Kinder ist im Altstädtischen Krankenhaus in Magdeburg gestorben. Sonst hat die gefährliche Krankheit in Ottersleben nicht weiter um sich gegrif- f e n. Das Städtische Gesundheitsamt erklärt, daß eine Gefahr für Magdeburg nicht vorliege. Man habe überhaupt in Ottersleben umfangreiche Dor- kehrungsmaßregeln getroffen. O diese Patienten! Don Peter Purzelbaum. Tante Ida. Tante Ida wurde von Tag zu Tag schwerhöriger. „Geh doch endlich mal zum Arzt!" brüllten wir ihr mit vereinten Kräften ins Ohr. Tante Ida nickte und ging auch. Zu einem berühmten Spezialisten. Dort setzte sie sich ins Wartezimmer und fing an zu stricken. Vach einiger Zeit kam die Frau Doktor und sagte zu Tante Ida, ihr Mann hätte heute keine Sprechstunde. Tante Ida nickte freundlich und strickte weiter. Auch bann noch, als die Frau Doktor nach zehn Minuten stockheiser war. Doll Verzweiflung ergriff diese einen Dogen Papier und schrieb daraus: „Heute keine Sprechstunde!" Tante Ida nahm den Zettel, besah ihn und reichte ihn freundlich lächelnd zurück: „Ach liebe Frau, lesen Sie mir doch daS vor — ich habe meine Brille vergessen." Geiz. An den Ufern der Wjätka wohnte das Volk der Wotjäken, ein Stamm der ebenso interessanten wie buntscheckigen Hralvölker. Die Wotjäken gehören zu jenen Menschen, deren Haupteigenschaft die bekannte Wurzel alles Hebels ist — der Geiz. Kalten Blutes würde sich ein Wotjäke vor Geiz selber auffressen, wenn das nur ginge. Ein solcher Kerl erschien eines Tages beim Arzt der nächsten Stadt. „Väterchen", sagte er, „ich habe erfahren, daß du Augen machen kannst. Hier ist meine blinde Frau — wie gut könnte sie arbeiten, wenn sie Augen hätte. Kannst du ihr welche machen? ' Der Arzt untersuchte die Blinde und fand, daß eine leichte Operation genügte, das Hebel zu beseitigen. So erklärte er, daß er die Frau wieder sehend machen wollte. „Schön. Was kostet denn bei dir das Augen- machen?" fragte der Wotjäke. „Kannst, du mir zehn Rubel geben?“ erwiderte der Arzt. „Rein, Väterchen, das ist zu viel — nimm sechs Rubel." «Gut — ich will mich auch mit sechs Rubel begnügen.“ „Hnb machst du für die sechs Rubel beide Augen?" „Gewiß — alle beide." „Gut, gut", erklärte der Wotjäke, „hier hast du drei Rubel, Väterchen, mach ihr nur ein Auge, sie hat an einem Auge genug.“ Beim Ohrenarzt. -Serr Siebenbein ist zu einem Facharzt gegangen. Der hat ihn gründlich untersucht und sagt dann: „Ich würde Ihnen raten, den Winter in Meran zuzubringen." „Sn Gera?" Herr Siebenbein wundert sich. „Was soll ich denn da?" „Ich sage ja auch nicht Gera, sondern Meran!" schreit der Arzt. „Riviera — nein, das ist mir zu teuer.“ „Dann fahren Sie nach Venedig!" brüllt der Arzt aus Leibeskräften. Diesmal hat es Siebenbein verstanden. „Soso, Venedig — ist es dort billiger?" „Jawoll! Da werden die Tauben auf Staatskosten verpflegt." • Wenn ein Arm gebrochen ist. Hrselchen hatte den Arm gebrochen. Als der Arzt den Bruch schient, ist sie tapfer sehr tapfer. „Wird er ganz abbrechen?" fragt sie ibn. »Wie bei der Lieselotte?" Lieselotte ist ihre große Puppe. „O nein", beruhigt der Arzt das Bedenken „Dann verbinde ihn aber recht sorgfältig Onkel Doktor", bittet Hrselchen, „damit das SäaA mehl nicht herauSläuft." Der Kurzsichtige. Zum Augenarzt kommt ein junger Mann und nagt über Kurzsichtigkeit. „‘Bitte“ sagte der Arzt, ergreift einen Band Schiller, schlägt ihn auf und hält ihn dem Pa- henten unter die Rase. „Können Sie das lesen?" „Jawohl", antwortet der Patient und beginnt: „Festgemauert in der Erden .. ." Hm die Sehfähigkeit zu prüfen, schreitet der Arzt mit dem Buch in der Hand rückwärts, und obgleich er sich immer weiter entfernt, liest der junge Mann und hört gar nicht damit auf. „Hnd da behaupten Sie, Sie wären kurzsich- ting", meint der Arzt. „Erlauben Sie mal", sagt der gekränkte Patient, „als gebildeter Mann kann ich doch die Glocke auswendig." Freuden des Alters. Der alte Tappert — der Bauer von Hinter- gmoin — der kommt eines Tages zur Sprechstunde angehumpelt. „Ach, Herr Doktor .. „Ra, was fehlt Ihnen denn, mein Freund?" „3 hob halt so vüil Schmerzen ..." „Ra wo denn?" „Im Rucken und auf der Seiten und im Bauch so a Zwick'n." »Vor oder nach den Mahlzeiten?" „Rach 'm Essen, Herr Doktor." „Leiden Sie an Blähungen?" „Raaa ... da leid i net — da g’frei i nti jo bruber. Eine Oiamanien-Ausstellung im Werte von Millionen Mark. . mär$cnl)after Traum von Glanz und Reich- nrmrJ^rr Wirklichkeit geworden in der einzigartigen Ausstellung von Diamanten, die in diesen Tagen in der Londoner Oxford-Street zu sehen ist. Hinter Bitrinen aus Stahl und unzerbrechlichem Glas das auch dem stärksten Schlag zu widerstehen vermag, schimmern und gleißen die wunderbaren Steine die der Veranstalter dieser Ausstellung, H. Gordon Sel- fridge, zusammengebracht hat, einen seit zwanzig Sohren gehegten Plan damit verwirklichend Er hofft, dadurch der Öffentlichkeit ins Bewußtsein zu rufen, daß der Diamant nichts von seinem Wert gegen frühere Zeiten eingebüßt hat, wie manche glauben wollen. Diese Schätze gegen unbefugten Zu- flriff 3u sichern, sind überall „Lichtkontrollen" ein- v°n unsichtbaren Lichtstrahlen, die im Augenblick, da der Versuch gemacht wird, eine Scheibe zu zerbrechen, unterbrochen werden, wodurch automatisch eine Alarm-Vorrichtung ausgelöst wird. Die Ausstellung ist so angeordnet, daß das Interesse des Besuchers immer mehr angestachelt wird. Da erblickt er zunächst Haufen von aufgestapclten Steinen, nicht unähnlich weißen und gelben Zucker- kristallen, die aber in den einfallenden Lichtstrahlen phantastisch leuchten und funkeln. Hier liegen 2341 Diamanten auf einem, dort 1172 auf einem andern Haufen. Sie sind umgeben von Einzelsteinen, die die verschiedensten Steinschnitte vorführen. In einem andern Raum werden besonders wertvolle Stücke gezeigt. Da kann man den berühmten „Rassok" sehen, der auf 550 000 Mark geschätzt wird und einen Teil der Beute bildete, die dem letzten unabhängigen Herrscher von Rassak, Bajerow, abgenommen wurde. Er stammte aus dem Tempel von Schiwa und gelangte später durch Kauf in den Besitz des Marquis von Westminster, der ihn bei Staatsfeierlichkeiten auf dem Heft seines Schwertes trug. Daneben schimmerte der auf 600 000 Mark geschätzte „Porter Rhodes", der 1880 in den Kimberley-Minen gefunden wurde. Unter den übrigen Schätzen findet sich auch ein ganz einzigartiger rosa Diamant, der „Romyn", ein makelloser blauweißer Stein von 63f Karat und ein hexagonaler Diamant, der früher im Besitz des Schahs von Persien war. Die längst versunkene Jntriguenwelt des Hofes Ludwig XVI. aber steigt beim Anblick des berühmten Halsbandes der Maria Antoinette auf, dessen Schimmern und Gleißen uns die Flammenzeichen der kommenden Revolution versinnbildlicht. Welch hohe Werte hier auf kleinem Raum zusammengetragen sind, davon gibt die nüchterne aber sehr deutlich sprechende Versicherungssumme dieser Schätze eine Vorstellung, die 15 Millionen Mark beträgt. Man muß sich zu helfen wissen. Aus einem Filmatelier in dem ein Tonfilm gedreht wird, erzählt „Reclams Universum" folgende Geschichte: „Der Hilfsregisseur ruft die Statisten zusammen: „Meins Herren, heute nachmittag drehen wir die Szene in Sibirien. Ziehen Sie bitte alle Pelze an!" Nachmittags kommen alle Statisten mit Pelzen. Nur einer nicht.S chreit ihn der Hilfsregisseur an: „Haben Sie denn nicht gehört, was ich heute morgen gesagt habe?: „Doch, Herr Regisseur, aber ich habe keinen Pelz, und da habe ich wollene Unter« wasche angezogen." «<ä Sx-S-Ä der V" sich, 29 April 21m «■ ttL. MM btt WxKui türk' Sosor ie H' 18. U ff®®* ff 2 m trotzdem er sich do Mander Hi. werde. Die W ®a Mischen Os"^.^ bienten, aboenef. W General oder Stabjof Serben wollte die Gele «arischen Rachbar etw- hmen.Sr*kar aanen den Krieg. 2lu sein Heer, das an ta stellt ivar, mit einem A verlegen. Aber der $ In einer mehrtägigen bis 19. Rvvembers tov dend geschlagen: eine sie am 27. bei Pirot a Herr Riedesel hatte du tant des Fürsten mitger ' von Slitvniha im 6djli an der Seite seines dessen Seite zog er am jubelnde Hauptstadt ei Freilich dankte ein 2 dem Fürsten seine Derk zusriedene überfielen \\ Rächt und brachten ihi Aiedesel Nr damal Deutschland nach Rulg Severin erreichte ihn d fort reiste er noch Du helfen .zu können. Du des Königs Karol koni Reni gelandet und auf begriffen Nr, m Lemk jur Gewißheit, daß Schandtat der aufständ Unter dem Jubel des 2 bet nach Bulgarien zu' des unversöhnlichen Za, gierung niederzulegen u zukehren Auch j d>e Hofhaltung aufgelö tud- M ernannte ihn zum Obechosmeifter der Mwtataiw fc, Emeg ausbrach u gJM. Ein Plan f erner ruheren ffl A.cr Hermann, und de teufte ^Mnpfüngt birtli” ",n Nre Die n ll“) m ®irb, haß w JNtn n S?iebt I °"dens 6«n un 'S* ;«Ä !"cht nur ?insleht. t {^eiligen' An (SefojMiger dtzi'xQ »in tz-DZ . 55er«! Lble W MS® Großfeuer in Aaunheim. aber auch ihm geb Bräutigam zu des Geschichten aus alter Wett. Wie man die Kanone von Sevilla stahl. ‘Bräutigam. Seine tatkräftigen Sprößlinge hatten ihn, wie sich später her aus stellte, so geschickt in seiner Wohnung eingeschlossen, daß er beim besten Willen nicht hinaus konnte. Der Geistliche bemüht« sich, in di« Wohnung Hinei nzulommen, aber auch ihm gelang «S nicht, den gefangenen (Bräutigam zu befreien. Durch die Tür wurde ihm zudem erklärt, dah der ‘Bräutigam ..verreist sei. Die unglückliche "Braut fiel in Ohnmacht, alS die Trauung abgesagt werden muhte. Der verzweifelte (Bräutigam gab seiner "Braut daS schrist- liche (versprechen, dah er sie heiraten werde. C4 wurde ein neuer Termin angesetzt. Aber — auch diese- Mal erschien der Bräutigam nicht. Wieder hatten ihn di« Söhne eingesperrt. Die Braut will nun den „verhinderten" Bräutigam verklagen. Der Bräutigam selbst fühlt sich durch die Bor- gänge so blamiert, dah er die Absicht haben soll. auSzuwantern. Diese« ist ein« wahre Aigatsche Geschichte au- dem Frühjahr 1932. nen 50. TeburiS- veröffentlicht dir ©lüdtDunld). Wer. Aeichz, urg Hai in einem M seinen Vlück« ’tingt das Blatt dmarschallS von Landesführrr des KInderlähmvng. Troß-Otterr. it bereits ein Io» ies 6er erfronlkn lkenhaus in Mägde- jährliche Kranihcit um sich g.egrif' itsarnt erklärt, dog ich, vorliege. Man umfangreiche Dor- Äönlgin der Rächt, deren Blühen gestern infolge de- unbeständigen Wetter« aufgehalten worden ist, wird voraussichtlich heute (Mittwoch) abend ab 20 llßr blühen. •• Blitzschlag in d i e Polizei-Funkanlage. Bei dem Gewitter am gestrigen DienStagnachmittag schlug der Blitz in die Antennenanlage de- Polizeisunkes vor dem Polizeiamt ein. Durch die Straft de« Blitzstrahls wurde da« starke Drahtseil, mit dem die Antennenanlage befestigt ist, »errissen, so dah die oberen Antennendrähte mit Den beiden Antennentangen herabstürzten. Eine Antennenstange mit dem Draht blieb an dem unteren quergespannten Draht hängen, während die andere Antennen- ftange auf dem Dach de- KreiSamtsgebäudes liegen blieb. Zum Glück tarnen bei dem (Vorfall Menschen nicht au Schaden. Die Anlage wurde sofort wieder instand gesetzt, so dah der Betrieb de« Polizeifunk« keine Unterbrechung erleidet. ee Die Boot«hau«strahe heute abend teilweise gesperrt. Da« Polizeiamt teilt mit: Die BootShauSstrahe von der Giehener Rudergcsellschaft bis zur Rüb- samenschen Wiese (Bcrcin Rudersport) wird am lid mußte wieder ckes Schutzpolizei- ng, der von den worden war. in i t en und "Brei*, h sielen auch ;en gleichfalls von bei ein Landwirt runter eine ältere Auch mehrere ikintoürfe verletzt, e Straße räumen, jaftcten mit« ;t das Dors der« g iraj dann die tschasi mit zwei 6 Gendarmerie im ausgerüsteten Athen und Orleans- icnie Durchsuchung gegen Versailles. WDR. F r a n k f u r t a. M.. 28. 2uni. Die all- jährlich, veranstalteten heute die recht-stehenden studentischen (Verbindungen der frankfurter Um- versität vor dem Bismarckdenkmal erne Prote st- kundgebung gegen das Bersatller Diktat. Als der Zug vor der Universität Wtf- stellung nahm, gab es einen Zwischenfall. Am Ente des Zuges hatten sich Rati/> nalsoz t a- liftcn in Uni form aufgestellt, was die zahlreich aufgebotene Polizei veranlaßte, sie vorn Zug abzudrängen und zu zerstreuen. Der Zug bewegte sich dann unter Borantritt emer Stahl- belrnkapelle zum BiSmarcktenkmal, wo mehrere Ansprachen gehalten wurden. Zu werteren Zwischenfällen ist es nicht gekommen. zu stehlen. ... _ Eine andere Frage ist. was fie mit der Kanone angestellt haben? Metall ist nicht sehr teuer heutzutage, wenigstens das Altmetall nicht. Al« Anttauität wird niemand wagen, sich diese« Stuck zu erwerben. WaS wollten also die Männer mit dieser Kanon«? DaS ist das zweit« Rattel von Sevilla, das man jetzt in den ®af6« unb m ben Restaurants, in den Klub« und in den Deichasten bespricht. _ . - Wann stahl man je em« Kanone m oe« Villa? Ter verhinderte Bräutigam. (k) Riga. Ein reicher Hausbesitzer in Riga, Witwer und ziemlich altes Semester, spürte da« Verlangen, wieder zu heiraten. Eine Braut war bald gefun* Ben. Als all«« zur Hochzeit bereit war und Die Düste sich schon versammelt hatten, fehtte Der ,(fen wisse«' zu leisten. " Sonntagsrückfahrkarten zurSa- n i tä t « l o l o n ne n t a g u n g in Koblenz: Born 1. bis 4. Sidi findet in Koblenz die 9. Tagung deS Reich«verbände« Deutscher Sanitäts- kolonnen und verwandter Männervereinigungen Ein Derk der Großindustrie? Eine Siedlung neuer Einfamilienhäuser! So sieht es wenigstens aus. Denn diese Fabrik — vier Millionen Film-Meter sind ihre Jahresleistung — hat die Grundsätze zeitgemäßer Betriebsfuhrung glatt auf den Kops gestellt. 'Anderwärts wird in d>e Ar- beitsräume Licht gebracht. Hier meidet man es, und aus 24 Stunden wird ein „Nachtbetrieb. Ander- wätts wird ein Hau» in die Höhe gebaut — hier in die Weite und Breite. Zahllose Baulichkeiten greifen aneinander: Erdgeschosse nur mit glatt rasiertem Dach Grund dajur: der Wunsch bei Feuerausbruch unmittelbar in» Freie zu gelangen. Keine Arbeit ist seuergefähtticher al» diese hier. Filmftreisen brennen nicht — sie explodieren! Also müssen die Dächer so leicht fein, dah sie einer Explosion sofort nachgeben: in die Luft sollen pe fliegen, dem Feuer nicht als Nahrung dienend, sondern ihm Platz machend. Aehnlich sind auch Vorder- und Rückwände so konstruiert, dah sie bei einer Explosion nach auhen zujammenknicken, den Weg freigeben für bedrohte Menschenleben. Nur die Seitenwande bestehen au» stärksten Brandmauern, bieten zuverlässigen Widerstand. Das Ganze ist derart nichts andere» als ein Nebeneinander selbständiger Kassetten: Europas größtes Werk für Kopie und Entwicklung von Filmen! 450 Menschen — die Hälfte sind Frauen und fcen fc. . sKK . unb te- usfe SriZ neulich SJj ^^Ndiich jeöet; N und die ua. stete QUänivr Weil unbfor. ben ersten «lch JjtbCT durch »en m dir nicht ein •wntelang „iz "st, sondern das rtKA ln mtzuaidri. ,Men "Begriffen 7 einer " aber gern mit kuppen zusain- l Zn Europas größierOunkelkammer Moderne Katakomben. — Ein Blick in eine Tonsilmwerkstatt. ien werden, wodurch ■ung ausgelost wird, aet, daß das Inter- r -Mache« von au,gestapelten und gelben Zucker- ln. -'er liegen M EiAine!^«e Kn unabhnng'g-n Sommenmur^ VA« ä Staatsfe.erl'chst'st" SK-Ky I von 63» it9 früh« '^ ^nkene '• Ä »«M 0'8,2-er M°r>a alsban &en un> ern^Lolution Pung.öie 29. April 1879 wurde Prinz 2HejanBer von Ber bulgarischen Rationalversammlung zum Fürsten des eben au- türkischer Knechtschast befreiten Lande« gewählt. Sofort stand fest, dah auch sein Freund Riedesel ihn dahin begleiten sollte. Rach einer Rundreise bei den europäischen Höfen landete Fürst Alexander in Barna. Die Aufgabe, daS junge Fürstentum zu begründen, war schwer. Dem naf) jugendlichen Freiherrn Riedesel, den der Fürst zu seinem Hofmarschall ernannt«, fiel die Ausgabe zu. die Hofhaltung einzurichten. Be- sondere Berdienst« erwarb er sich um di« Erbauung deS Palai- in Sofia und de« Sommer- fchlosse« Sandrowo, jetzt Euxinograd bei Barna am Schwarzen Meere. Sn Barna war es, wo Fürst Alexander die Rachricht erhielt, dah am 18. September 1885 die Bereinigung von Ost- rumcüen mit Bulgarien verkündet worden war. Der Berliner Kongreh hatte bekanntlich ausOst- mmelien ein türkisches Gouvernement unter einem christlichen Statthalter gemacht. Fürst Alexander nahm die Wahl Aum Fürsten von .Südbulgarien" an, trotzdem er sich darüber Var war, dah Zar Alexander 111. damit nicht einverstanden sein werde. Die Folge war, dah der Zar sämtliche russischen Ossiziere, die in der bulgarischen Armee dienten, abberies. Das bulgarische Heer zahlte NUN nur noch ganz junge Offiziere, keinen einzigen General oder Stabsoffizier. König Milan von Serben wollte die Gelegenheit ergreifen, dem bulgarischen Rachbar etwa« von seinem Besitz abzu- nehmen. Er erflärte am 14. (November 1885 Bulgarien den Krieg. Run muhte Fürst Alexander sein Heer. daS an der türkischen Grenze ausgestellt war. mit einem Ruck an die serbische Grenz« verlegen. Aber der Plan der Serben mißlang. In einer mehrtägigen Schlacht bei Sliwniha (17. bis 19. (November) wurden die Serben enttchei- dend geschlagen: eine zweite Riederlage erlitten sie am 27. bei Pivot auf serbischem Gebiet. Freiherr Riedesel hatte die Kämpfe als Flügeladjutant de« Fürsten mitgemacht: ein Bild der Schlacht von Sliwniha im Schloß zu Darmstadt zeigt ihn an der Seite seines sürstlichen Freundes. An dessen Seite zog er auch am 26. Dezember in die jubelnde Hauptstadt ein. Freilich dankte ein Teil des siegreichen HeeveS Bem Fürsten feine (Verdienste schlecht. Einige Unzufriedene überfielen ihn am 21. August 1886 bei Rächt und brachten ihn außer Landes. Freiherr Ricdesel war damals auf der Rückreise aus Deutschland nach Bulgarien begriffen. Sn Turn Severin erreichte ihn die Schreckensnachricht. Sofort reifte er nach Bukarest, um seinem Fürsten helfen zu können. Durch gnädige Unterstützung des Königs Karol konnte er den Fürsten, der in Reni gelandet und auf der Reise nach der Heimat begriffen war, in Lemberg erreichen. Dort wurde zur Gewißheit, dah das bulgarische Bolk die Schandtat der aufständischen Offizier« mißbilligte. Unter dem Subei des (Volkes kehrte Fürst Alexander nach Bulgarien zurück. Aber ein Telegramm des unversöhnlichen Zaren veranlaßte ihn, die Regierung nieberAulcgen und nach Deutschland zurück- zukehren. Auch Frhr. Riedesel kehrte, nachdem er die Hofhaltung aufgelöst hatte, in die Heimat zurück. 1897 ernannte ihn Grohberzog Ernst Ludwig »um Oberhofmeister der Großherzogin, später zum stellvertretenden Zeremonienmeister. Al« der Weltkrieg ausbrach zog der 62jährige alS Delegierter deS Roten Kreuzes mit der 5. Armee nach Frankreich. Gin Plan, dah er als Sohamiiter- ritter auf dem Balkan noch einmal auf den Schauplatz feiner früheren Tätigkeit zurückkehren sollte, zerschlug sich. Zwei seiner Söhne, der älteste, Fre'' Herr Hermann, und der jüngste, Freiherr Adol blieben auf dem Feld der Ehre der erst« in Frankreich, der andere in Rußland. Möge Gott Dem treuen deutschen Manne noch einen freundlichen Lebensabend bescheren. Oie Bekämpfung der Zahrraddiebstähle ...Und bann brach in Europa der Tonfilm aus. Fast über Nacht mußten sämtliche Ersinbungcn revidiert werden. Die Wandlung glückte. Plötzlich war die Tonfilmkopie genau so mechanisiert, mie vorher die Kopie des stummen Films. Unb wenn man sagt, hier hätte die Filmtechnik einen ihrer größten Triumphe gefeiert, nimmt man wahrlich den Mund nicht zu voll. Sollen Bild und Ton genau synchron gehalten werden, müssen |ämtlid:c Kopien in der Länge jeder einzelnen Szene bis auf den Millimeter übereinstiinmen. Abermals tat sich ein Prüfraum auf: belegt mit den Sachverständigen aller Sprachen. Gesondert prüfen sie die Zusammensetzung der Tonstreifen, die fremdsprachige Texte enthalten. Denn das Fehlen weniger Silben, die beim Schneiden und Kleben „unter den Tisch gefallen" sind, kann einen Film im Ausland lächerlich machen. Und ein großer Aufwand schmählich mar4 vertan ... Wir aber fteben wie in einer Landschaft: wo Hunderte van Dachen talwärts eilen, um sich zum breiten Fluß zu vereinen. Zum Strom, der wiederum im Meer der fertigen Waren mündet: so spie- gelblank, so Helldunkel glitzernd sind nun die Ban- der, die den Film bedeuten. Prüfen, Polieren, Kleben, — bas sind nur noch die letzten Wehre, die Schleusen zur Hafenstadt, dann öffnet sich die weite Welt: wo die Filmkritiker sitzen, die Verleiher, die Dergnügungssteuer unb das Publikum. Die Arbeiter dürfen ans Licht. Durch viele Türen, hinter denen es allmählich Heller wird, damit bas nacht gewohnte Auge keinen Schaden nimmt. Gelbe Brillen gewähren doppelte Slwerbeit. Den üata- komben entsteigen, geblendet von Tag, die unbekannten Sol baten des Films. Georg Biesenthal. stch der Regisseur die von ihm ausgenommenen Bild- streifen vorführen, wählt bas am besten Gelungen» au» und stellt so den endgültigen Film zusammen. Er hat damit eine der wichtigsten Regie Arbeiten vollzogen. Denn die 3u|ammenftelhing ist die ent» scheidende, nach ihrer Doriage werden fetzt sämtliche Kopien hergestellt. Wieder sind Räder in» Rollen gekommen Aber sie greifen nur zögernd ein. Denn die Feststellung, welche Lichtstärke nun die beste Kopie ergibt, erfolgt für den gesamten Filmstreifen durchaus nicht ein- hettlich. Manche Stellen sind hell und durchlässig, andere wieder dunkel und für das Licht schwer passierbar. So prüft denn «in geschulte» Auge Bild für B.ld — und da doch alles weitere automatisiert sein soll, wird auf einem mitlaufenben Papierstreifen die Belichtung »stärke durch längere ober kürzere Löcher eingestanzt. Untz.-imlich sicher dirigiert nun diese» Lichtbesehlsband die Kopie. Ruckartig, wie im Nähmafchinentempo eilt Bildchen sur Bildchen vorbei — und ihr „Begleitbrief veranlaßt die beste Belichtung. Und doch — so erstaunlich e» klingen mag: In diesem letzten Stadium ber Kopie ist es noch möglich, Aenderungen vorzunehmen und Zusätzliches m den Film hineinzubringen Ruheloser Erfindergeist hat es z. B. erreicht, mitten au» einer gefilmten Szene heraus einzelne Personen in den Vorder- gründ be» Film» zu holen — |a ganze Umgruppierungen vorzunehmen! Doch wünscht dte Betttebs- leitung gerade in diesem Punkt äußerste» Stillschweigen. Geht e» doch hier um Erfolge, um deren Geheimnis die Filmindustrie der ganzen Welt seit Jahren vevgevuch ringt. Wie alljährlich, so hat auch jetzt wieder bei Eintritt der warmen Jahreszeit die Zahl der Fahrraddiebstähle zugenommen. Tausende von Fahrrädern werden allwöchentlich in den Großstädten gestohlen. Die Bestohlenen sind durchweg Erwerbslose bzw. solche Personen, die in niedrigerem Verdienst stehen und für die der Besitz von Fahrrädern eine erhebliche Ersparnis von Unkosten bedeutet. Die polizei hat wiederholt im Interesse von ^ahrrad- besitzern daraus hingewiesen, daß den Fahrraddieben ihr übles Handwerk wesentlich dadurch erleichterr wirb, daß immer wieder Räder ohne Aufsicht aus Plätzen, an Straßen und in Hausfluren ausgestellt werden. Für viele bedeutet diese Art der Aufstellu g von Fahrrädern eine schwere Versuchung Zur Begehung von Fahrrabdiebstählen. Radbestger so t im eigenen Interesse niemals — auch niajt jur kurz Zeit — ihre Räder ohne Aufsicht an den bezetch - ten Stellen stehen lassen. Fahrraddtebe Pfle9en fa'1 i—mer zu versuchen, die Räder f8for* 0 f 6 l an dritte Personen zu verkaufen. Die Kriminalpolizei warnt dringend davor, Rader in Ps 3 nehmen oder anzukaufen, deren Herkunft mcht zweifelsfrei feststeht. Zuwiderhandelnde fetzen sich nicht nur zivilrechtlicher Regreßpflicht Seg-nuber den jeweiligen rechtmäßigen (Eigentümern L. laufen Gefahr, wegen Hehlerei °der Begunsttgung strafrechtlich zur Derantwottung gezogen zu. wer den. Die Arbeit der Krirninalpottz« zur, Erm'"lung von Fahrraddieben unb zur Feststellung ber be Menen Fahrradbesitzer würde wesentltchette.ch- tert, wenn der jeweilige Radbesitzer sich b C 9 rabmarte und die Nummer seines Rades notterte. Lei den Derwahrungsstellen der Polizei befinden sich oft beschlagnahmte Fahrräder, deren rechtmäßige Eigentümer sich nur deshalb noch uAt feststellen ließen, weil bestohlene Personen bei Anzergeerstot Aus der provinzialbauptstadt. Gieß«n, Ben 29. Süll 1932. Exzellenz Dolprecht Riedesel 80Jahre alt. Am 30. Juni kann Se. Exzellenz Erbmarschall Äolprecht Riedesel Freiherr zu Eisen- Vach auf achtzig Lebensjahre zurückblicken. Ein riichdewegtes Leben, bas sich auch einmal auf bem Gebiet der großen Politik betätigt hat. Exzellenz Riedesel wurde am 30. Juni 1852 zu larmftabt geboren. Nachdem er die Gymnasien zu rersfelb unb Darmstadt besucht hatte, trat er beim beginn be# beutsch-französischen Kriege» beim Hessi- sHen Cheoauxleger-Reaiment ein unb Mieb auch nach bem Friebensschluß Solbat: er würbe Leutnant im 2. ®r. faelf. Ceibbragoner-fRegiment Nr. 24. Dort lernte er später ben fünf Jahre jüngeren Prinzen Zleranber von Dattenberg kennen, mit bem ihn balb ein Band der Freundschaft verbanb. Als der Prinz nach seiner Teilnahme am russisch-türkischen Vrieg zum Regiment ber Garbe du Corps nach Potsdam oerjetzl wurde, zog et ben Freund nach tung weder Marke noch Nummer tßrer Räder angeben konnten. ee Politische "Betätigung von Schülern i st unstatthaft. Der hessisch« BTtnifter für Kultus und Bildung-Wesen hat in einer an bi« Direktionen der höheren Schulen, der Leiter der Fachschulen, Stadt- und Krei-schulärnter gerichteten Berortnrung darauf hingewiefen, daß Schülern und Schülerinnen aller Art und jeden Alter« der Besuch politischer BerfammIungen und die Zugehörigkeit zu politischen Patteien verboten ist. Der Minister macht den Leitern unb Lehrpersonen aller Schulen zur Pflicht, herüber zu wachen, baß butch ben lcibenlchaftlich toogen- ben polittschen Kamps und seine Auswirkungen ber Frieden unb bie ruhige Arbeit ber Schule während ber Wahlzeit nicht gestört wirb. (Hof' fentließ wirb diese- Berbot auch auf die Kinde rsprechchör« angewandt, bie man bei ber letzten Landtag-Wahl namentlich von kommunisti- cher Seite auf die Straße führte. D. Red.) ee B om Botanischen Garten. Die heutigen Mittwoch, 29. Sunt, in ber Zeit von 19.30 bis 22.30 ilßr für jeden Bcrkehr gesperrt Den Anweisungen ber Polizeibeamten ist Folge Große Strafkammer Gießen. • ®i«fj«n, 28. SunL Ein vorn Schöffengericht wegen Diebstahls, Betrugs unb Unterschlagung zuzweiMonatenDefängniS verurteillcr Schornsteinfegergeselle verfolgte Berufung. Die Berhanblung ergab Zweifel an feiner Zurechnungsfähigkeit. Einern ärztlichen Gutachten. Da« bie Berantwortlichkeit bes Angeklagten be,ahte. stanben anbere. allerbing« au« einer früheren Zeit stammende Gutachten gegenüber Die Dte Zurechnungsfähigkeit verneinten. Da sich die Frage nicht einwandfrei klären ließ, tarn Bas Gericht zur Freis prechung. Das erst« Urteil wurde auf gehoben. Frei gesprochen, wie in erster Snstanz, wurde ein Landwirt, dem zur Last gelegt war, in einem Strafverfahren gegen ihn einen Zeugen zum Meineid verleitet zu haben. Er Beitritt die Tat und der Zeug« gab — im ®cgemaß zu seiner ursprünglichen Aussage — on der Angeklagte habe nicht auf ihn eingetoirlt. Da bet 3cuge ben Eindruck eine« äußerst unbegabten Menschen machte und bie Möglichkeit besteht, daß er sich mit seiner ersten Angabe bie für bie Aufbeckung eines Diebstahl- ausgesetzte Belohnung sichern wollt«, wurde das freisprechende Urteil bes Schöffengerichts bestätigt. Zurückgewiesen wurde die Berufung eine« Angeklagten ber bei einer politischen Schlägerei einem Gegner mit dem Schlagring eine blutende Wunde am Kops bei gebracht hatte. Die Haiwt- verhandlung ergab auch heute baß er, ohne angegriffen gewesen zu sein, in der vom Am.s- aericht Bilbel seftgestellten Weise geschlagen hatte. Die vom Amtsgericht verhängte Strafe von zwei Monaten Gefängnis erschien angemessen.___ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bl» 1230 llhr, 16 bi» 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Mädchen: Weberinnen, Prüferinnen — arbeiten hier in Drei Schichten. Hier wird ein Tagesbedarf bis zu 150 000 Metern Film mühelos gedeckt. Und schnell gedeckt! Wo es sich darum handelt, den Film- ber'cht eines wichtigen aktuellen Ereignisses unmittelbar der Wochenschau einzufügen, müssen Taufende von Kopien in wenigen Minuten fertig fein! In Handumdrehen stehen einem Theaterpark mit seinen Hunderten von Kino», sämttiche benötigten Kopien vorführungsbereit zur Versiigimg Im Keller dieses Werks sieht man noch die Requisiten von einst: Rahmen, mit Negativstreifen irn Zickzack zu bespannen, — Windtrommeln, ähnlich dem modernen Rhönrad, bie schnell sich drehten und durch den so erzeugten Wind die aufgespannten Filme trock- neten... Vorbei und verklungen! Fünfzehn Maschinen ergreifen den Film: führen ihn über Rollen durch die hohen, schmalen Bäder: er durchläuft fie in Serpentinen, deren Länge für jeden einzelnen Streifen besonders bestimmt wird. Der Inhalt der ---------- — ----------- - - , Bäder steht unter ständiger Kontrolle be» Lado- vom Roten Kreuz statt. An di« Teilnehmer Der ratoriums: bas mixt die Bade-Themikalien, regelt Tagung werden auf den Bahnhöfen Gießen, ^urd? .Fernsteuerung' Abfluß unb Zufluß. Ohne Wetzlar, Braunfels, "Weilburg usw. Sonntag-- Aufenthalt wandert das Band durch di« Bäder, rücksahrkarten na* Koblenz ausgegeben, die aus- Iafl unb Nacht: bis es schließlich — vom vielen nahmsweise am Samstag, 2. Juli, schon von Baben schmutzig geworden, sauber gewaschen unb 0 Uhr ab Gültigkeit haben. Di« Karten gelten .wischen weich gepolsterten Walzen abgerieben — zur Rückfahrt biS zum 4. Susi (Montag) 9 Uhr. xnx Fahrstuhl zu Tage gefördert wirb. zu welchem Zeitpunkt die Rückfahrt angetreten ^Iber auch jetzt geht es längst nicht^mehr den sein muß. Reisende, die die Karten am Sams- Weg der photographischen Platte weiter. Sein Trock- tag, 2. Susi, bereits vor 12 Uhr zur Heimfahrt ncn an ber Luft würde viel zu lange dauern. Ein benutzen wollen, müssen sich durch Diensttracht, I kurzer Aufenthall in hocherwärmten Trocken» Armbinde, Dienstmütze oder Au-wei- der Sani- schenken — unb ein langwieriger Prozeß ist ba- tätskolonnen, deren Mitglied sie sind, alS Teil- jm Nu ersetzt. Doch was gibt es da an Tor- nehmer der Tagung ausweisen. I gen! Das winzigste Staub kör neben, zusammen mit * Besuch ber französischen Schlacht- ^cr heißen Lust in ben Trockenfchrank hineingebla- selber. Der Volksbunb Deutsche Äriegsgraber- (cn> _ e9 wäre auf ber Leinwand stark vergro- sürsorge Ortsgruppe Frankfurt a. M, veranstaltet sichtbar als ein schmachvoll „bunfler Punkt ', am 25. Juli vier- bzw. sechstägige Fahrten nach den Deshalb muß auch die Heißluft gewaschen werden. Schlachtfeldern in Frankreich. An dieser Fahrt kann ety€ man sie losläßt zu trockenen Taten. jedermann unter günstigen Bedingungen teilneßmen, Der Öefamtarbeit erste Etappe ist damit beendet: weil die Möglichkeit besteht, bis Frankfurt aus 2In- beT Film ist entwickelt! Noch einmal laßt laß des Deutschen Sängerfestes die um 40 -v. H. verbilligte Fahrkarte zu benützen. Bedingung ist allerdings, daß sich der betreffenbe Reisenbe bei einem bem Deutschen Sängertunb angeschlossenen Vereine für biese Fahrt bis Frankfurt anmelbet. Näheres ist bei ber Ortsgruppe Frankfurt a. M. bes Volksbunbes Deutscher ftriegsgraberfürforge zu er- WSR. Wetzlar, 28. Sunl. Heute gegen 9 Uhr entstand in einem Anwesen im benachbarten Raunheim (Kreis Biedenkopf) ein Brand, der so rasch fahren I um sich griff, daß in kurzer Zeit drei Scheu - -------- ncn in hellen Flammen standen. Die Weil der hessische Staat nicht zahlt. U ÄÄ’tä Trlebbera vor der Einstellung der Zahlungen für die Brandes zu verhindern, eingerrssen werden. J Wohlfahrtspflege. Ein anderes Wohnhaus wurde so stark beschädrgt^ WSR Friedberg. 28. Sunt Die hiesige daß es wohl nicht »urethm sein wtrd^Der Brand LK I ä samten Zahlungen für dre Wohl- sahrtspflcg« so lange ernzust eilen, bi- der Staat seinen Zahlungsverpflichtungender Stadt und dem Kreis gegenüber nachgekommen set Die Stadtverwaltung er- i (Ic) Madrid, llärt in diesem Zusamm^rhange, dag der hessische ^Nark Twain hat einmal eine niedliche Ge- Staat seit etwa neun Monaten an Die Otaot ^schrieben von einem Spitzbuben, der mit» Friedberg die von Berlin eingegangenen Reichs- bem Polizeibureau den Ofen Überweisungssteuern nicht abgclicTcrr nm 6inc sehr nette Geschichte von einem untern über die gesamt« eumme 3toedwibng ver ^üblich frechen Dieb. Sie fällt einem ein, fügt habe. Trotz w^d^holtn Bor^lungen tes ^nn man txmimmt. daß in Sevilla eine ur- Bürgermeisters habe ter Staat üxter Die rua aIk Äanon€ Don vier Männern toeggetragen ständigen Reichssteuem, noch die von selbst -n Cagc waren, 1200 Pfund zu zu leistenden Betrage von nrsgriamt etwa 50 transportieren. Also kräftig« Männer müssen es biS 60 000 Mk. vusge^M Der Kreis ^rledterg schon ^gewesen sein. Die'e Kanone stand, oder schulte ter Stadt 24 000 M: d^fen Betrag könne (&'a nur der Lauf vorhanden er gleichfalls nicht an die Stadt Sahfen, weil ter o dem Hftpano-amerikanischen Snstitut Staat dem Kreis ^9°nuter einen Za^ungS^r- vor m y p an 2ll- pflichtungen auch nicht Nachkomme^ Der^aat fiQuf 16 Iuhrhuntert fabriziert habe auf die dringenden (Vorstellungen des Bur Die vier Männer kamen mit einem germeisters vom 13. Suni b. S. überhaupt woroen Äanone keine Antwort gegeben. ^ben sie auf, verstauten sie auf dem Wagen, Sic ButzbacherSüraermclsterwahl vertagt • Butzbach, 29. Ium. (Eigener Bericht Des baDDrL 6 c wurden nicht mehr gesehen. Gieß. Anz.) Die auf gestern abend anberaumte Lärmvoll unb gar nicht so geteimnisvoll wi« Wahl eines neuen Bürgermeister» mfln fa« sonst so bei Spitzbuben vorstellt, durch ben Stabtrat mürbe um etwa eine fic gearbeitet. Keiner hatte geahitt. daß ffiodie Der tagt, ba bis gestern bie Genehmigung 6p;6bubcn am hellichten Tage kommen konnten, ber Aussichtsbehörbe über bie Festsetzung Der Be- um Arnone, di« älteste Kanone von Sevilla, folbung bes neuen Bürgermeisters noch nicht hier eingetroffen war. Studentische Protestkundgebung Wirtschaft. pfandbnefkrise. Während in den Vereinigten Staaten die Kurse der deutschen Bonds eine Aufwärtsbewegung erfahren haben, verfallen die deutschen Rentenmärkte von Woche zu Woche mehr. Dabei sind es nicht Tatsachen, sondern vage Gerüchte und Befürchtungen, die immer wieder zu Angstoerkäufen von Rentenwerten Anlaß geben. Das Angebot ist nicht einmal sehr groß. Aber da ihm keinerlei Nachfrage gegenübersteht, so drückt es die Kurse immer tiefer herunter. Welche Erwägungen sind es, die insbesondere viele Pfandbriefbesitzer eine Entwertung ihrer Ersparnisse befürchten lassen? Es ist an sich durchaus begreiflich, daß der Gläubiger unruhig wird, wenn er beobachten muß, daß seine Schuldner an Zahlungsfähiakeit fortgesetzt einbüßen. Die Sicherheit für die im Umlauf befindlichen Pfandbriefe bilden teils ländliche, teils städtische Grundstücke. Die verzweifelte Lage eines Teiles der deutschen Landwirtschaft ist bekannt. Sicherungsoerfahren und Zwangsvollstreckungsschutz entziehen einen Teil des notleidenden ostdeutschen Grundbesitzes dem Zugriff der Gläubiger. Die Folge davon ist, daß die Kreditinstitute zunächst weder Kapital, noch Zinsen erhalten. Aber auch soweit diese zu Zwangsversteigerungen schreiten können, drohen ihnen Verluste, wenn die Erlöse geringer sind, als die Beleihung. Bei guten Hypothekenbanken ist diese Gefahr allerdings gering, da sie bei ihren Beleihungen sehr vorsichtig gewesen sind. Aus einer Veröffentlichung der Deutschen Centralbodenkredit AG. geht denn auch hervor, daß bei Zwangsversteigerungen bisher auch die niedrigen Erlöse fast stets die ersten Hypotheken reichlich deckten. Bei den städtischen Hausgrundstücken ist es die Furcht vor den Folgen der zunehmenden Mietausfälle, die die Pfandbriefbesitzer beunruhigt. Zweifellos machen es die leerstehenden Großwohnungen, Geschäftsgrundstücke, Läden usw. heute schon nicht wenigen Hausbesitzern unmöglich, ihren Zinsverpflichtungen pünkt- fid) nachzukommen. Bei den Häusern mit Kleinwohnungen wird die Aufhebung der Hauszinssteuer erstattung voraussichtlich ebenfalls zu größeren Mietausfällen führen. Aber demgegenüber muß erst darauf hingewiesen werden, daß die ersten Hypotheken auf städtischen Hausgrundstücken, die als Sicherung für die Pfandbriefemissionen dienen, sehr niedrig : sind und daher auch bei Zwangsversteigerungen nur in seltenen Ausnahmefällen nicht erlöst worden sind. Die Zinsrückstände sind allerdings auch bei den städtischen Hypotheken recht erheblich und in schnellem Ansteigen begriffen. Aber bei der Deutschen Centralbodenkredit betrugen sie immerhin im Mai nur 11,6 Prozent des Iahreszinsensolls. Bei den Kommunaldarlehen machten sie sogar nur 5,5 Prozent aus, während bei den ländlichen Grundstücken allerdings schon mehr als ein Drittel der Zinsen nicht einging. Bei aller Würdigung der Gefahren, die in gegenwärtiger Zeit jedem Kredit drohen, sollten sich die Besitzer von Renten doch vor einer Verschleuderung ihrer Werte hüten. In den heutigen Pfandbriefkursen sind sicherlich schon mancherlei Möglichkeiten — Verluste durch Zinsenausfälle und bei Zwangsversteigerungen, Abwertung von Zinsen und Kapital der Pfandbriefe — im voraus escomptiert. Kapiialzusammenlegung bei Jbri)bcuffd)er Lloyd. Bremen, 28. Juni. (WTB.) In der GD. des Norddeutschen Lloyd, Bremen, führte Präsident Heineken aus, daß der beispiellose wirtschaftliche Niedergang des Jahres 1931 für nahezu sämtliche Reedereien der Welt einschneidende Verluste zur Folge hatte. Die Gesellschaft sei von dieser Krise um so härter betroffen worden, als sie am Anfang des Jahres 1931 gerade ein umfangreiches Bauprogramm mit starker finanzieller Beanspruchung hinter sich hatte, die zu konsolidieren und auf einen normalen Umfang herabzusetzen nun die Aufgabe sein mußte. Durch Rückgang des Umsatzes, ständig weichende Frachtraten und erhebliche Reduktion der Passagearten seien Kassenschwierigkeiten entstanden, die verschärft worden wären durch die ausländischen Kreditkündigungen, die Pfundentwertung und den Nichteingang erwarteter amerikanischer Freigabezahlungen. Die Gesellschaft mußte deshalb U e b e r - brück ungskredite in Anspruch nehmen, die von reichsnahen Stellen gewährt worden seien. Im ersten Halbjahr 1932 konnten wegen fortschreitender Verschlechterung der Wirtschaftslage diese Kredite nicht nur nicht zurückgezahlt werden, sondern darüber hinaus mußten zur Betriebsführung noch weitere Mittel in Anspruch genommen werden. Ein Reorganisationsplan enthalte eine Prolongierung der Kredite. Als Zeichen für die trübe Lage der Schiffahrt könne gelten, daß zur Zeit 4 8 Schiffe der Gesellschaft mit 2 3 7 9 6 4 B r. - R e g. - T o. auflägen. Schließlich enthält der Reorganisationsplan noch ein Abwrackprogramm, das die Verschrottung älterer Tonnage vorsieht. . ri. Die Anträge der Verwaltung wurden einstimmig genehmigt, insbesondere die Herabsetzung des Grundkapitals durch Einziehung von 11,50 Mill RM. eigener StA. und Zusammenlegung des verbleibenden StA.-Kapitals im Verhältnis von 3:1, sowie die Umwandlung von 3,34 Mill. RM. Vorzugsaktien in neue StA. im Verhältnis 1:1. Danach beträgt das Grundkapital der Gesellschaft nunmehr 54,50 Mill. RM. (52,84 Mill. RM. StA. und 1,66 Mill. RM. DA.) • • Mehlpreisermätzigung für die H e r b st l i e f e r u n g. Die Süddeutsche Mühlen- Dereinigung hat den Weizenmehlpreis für Spezial 0 (mit Auslandweizen) zur Lieferung per 16. September bis einschließlich Oktober um 0,30 Mark von 34,70 auf 34,40 Mk. ermäßigt. Der Weizenmehlpreis für Spezial 0 (mit Auslandweizen) für Lieferung Suni-Suli-August ist mit 39,50 Mk. unverändert. • Deutsche Länderbank AG., Berlin. Die Generalversammlung der Deutschen Länderbank AG., Berlin, der Hausbank des S®.-Sar- ben-Konzems, erledigte die Regularien und setzte die Dividende auf 4 (6) Prozent fest, äleber das neue Geschäftsjahr ist nach Angabe des Vorstandes nichts Besonderes mitzuteilen. Die Geschäftsentwicklung entspricht der rückläufigen allgemeinen Wirtschaftslage. * Portland « Zement - Werke Dycker- Hoff - Wicking AG., Mainz. In der Sitzung des AR. wurde der Jahresabschluß für 1931 vorgelegt. Es handelte sich dabei um das erste Geschäftsjahr der durch GD.-Beschluß vom 12. 10. 31 mit Wirkung vom 1. 1. 31 zusammengeschlossenen Unternehmungen der Portland-Zement-Fabrik Dyckerhoff & Söhne, Amöneburg-Wiesbaden, und der Wickina- schen Portland-Zement, und Wasserkalkwerke AG., Gpielvereinigung 1900 Gießen. Sommerspiele der Jugend. Die vorn Gau auf dem Platz der Spielvereini- gung 1900 angesehten volkstümlichen Wettkämpfe der Ilugendabteilungen waren leider nur schwach besucht. Sn der A-Klasse war nur die Sp.-Bg. 1900 Gießen und der DfR. Butzbach vertreten, die 8-Klasse fehlte ganz, während in der C-Klasse (Schüler) fünf Mannschaften (1900 I, 1900 II, SB. Wetzlar, DfR. Butzbach und FB. Gr.-Buseck) antraten. Die Kämpfe wurden als Mannschaftskämpfe (je 12 Mann) durchgeführt und nach der Gesamtleistung der Mannschaft gewertet. Sn der A- Klasse siegte 1900 mit 6:9 Punkten gegen Butzbach. Die C-Klasse ergab folgende Wertung: 1. SB. Wetzlar 6 Punkte, 2. 1900 I 7 Punkte, 3. DfR. Butzbach 12 P., 4. Großen-Buseck 12 P., 5. 1900 II 16 Punkte. Die Ergebnisse der einzelnen Kämpfe. A - K l a s s e : 1. Dahnstafsel (12 mal 212 Met.) 1900 - 5:58,2, Butzbach = 6:37,6 Min. 2. Kugelstoßen (10 Pfd.) 1900 = 96,30 Met.; Butzbach = 75,54 Met. 3. Weitsprung: 1900 = 53,26 Met.; Butzbach — 44,81 Met. 4. Tauziehen: 1900 — 2 Siege; Butzbach — 1 Sieg. 5. Grenzball: Sieger Butzbach, da 1900 nicht antrat. C-Älaffe: 1. Weitsprung: 19001 — 41,48 — Wetzlar = 40,70 — Gr.-Buseck = 38,34 — Butzbach = 37,47 - 1900 11 = 34,84 Meter. 2. Dall- weitwurf: Wetzlar — 631,50 — Gr.-Buseck — 565,60 — 19001 = 563,20; Butzbach = 561,80 Meter - 1900 II = 495, 20 Met. 3. 50-Met.-Hop- ferlauf: Wetzlar = 1 Punkt, 19001 — 2 P., Butzbach = 3 1900 II = 4 P., Gr.-Buseck = 5 Punkte. 4. Kreisringen: 1900 I — 1 Punkt, Gr.- Buseck — 2 P., Butzbach — 1 P., Wetzlar — 2 P., 1900 II =2 Punkte. Jugendtreffen des Gaues Hessen OT. An 500 Sungen und Mädel, darunter 120 vom Tv. 1846 Gießen, wurden am Sonntag bei dem Sugenb treffen des Hessengaues zu Marburg gezählt. Gaujugendwart Erich Wagner (Kirchhain) und seinen durch Wiederwahl auf weitere Stvei Sahre bestätigten Mitarbeitern August Rumpf (Weifenbach) und Luise Schwarz (Friedberg) gelang es, ethische und körperliche Wertungen mit neuer Erlebniskraft zu füllen und zugleich ihre Ausgestaltung in Führer besprechun- gen zu kritischer Aussprache zu stellen. Am Vorabend gaben im Hause der Akademischen TurnMunster i. W. Da der Zusammenschluß erst vom Jahresende 1931 an praktisch durchgeführt werden konnte, war es nicht möglich, für das ablaufende Geschäftsjahr noch irgend einen der Vorteile nutzbar zu machen, die durch den Zusammenschluß gegeben sind. Dieser Umstand und die Notwendigkeit von Sonderabschreibungen auf Beteiligungen, Debitoren und Vorräte führten zu einem Derlustabschluß von 3 976 535,75 Mark. In diesem sind an regulären Abschreibungen auf Werksanlagen 1720 000 Mark enthalten. Der auf den 4. 8. 32 einberufenen GD. soll vorgeschlagen werden, diesen Verlust auf neue Rechnung vorzutragen. Frankfurter Abendbörse behauptet. Frankfurt a. M., 28. Sunt Mangels Anregungen blieb die Abendbörse fast umsatzlos. SG.-Farben wurden gegenüber dem Berliner Schluß % v. H. höher bewertet, dagegen lagen Scheideanstalt gegen den hiesigen Schluß % v. H. niedriger. Sm großen und ganzen war die Tendenz als behauptet zu bezeichnen. Am Markt der festverzinslichen Werte bestand für Altbesitzanleihe Sntereffe, die sich infolgedessen befestigen konnte. Frankfurter Pfandbriefe sind weiter angeboten, da vom Mittagsverkehr noch Restbestände unterzubringen sind. Don ausländischen Werten zogen Mexikaner 0,25 v. H. an. Zertifizierte Dollarbonds neigten leicht zur Schwäche, dagegen zeigte sich für Dollarbonds mit Handelsberechtigung einige Rachfrage. Reichsschuldbuchforderungen gehalten, teilweise aber eine Kleinigkeit schwächer. Von Sndustrieobligationen waren Reichsbahn-Vorzüge mehrfachen Schwankungen unterworfen und der Kurs gab um 0,5 v. H. nach. Altbesitzanleihe 36, Reubesihanleihe 3,45,3, Mexikaner innere abgest. 3, Reichsbank 121, Gelsenkirchen 32, Aschersleben 86, Mannesmann Einheit 36, Mansfeld 13, Rhein. Braunkohle 162, Aku 30, AEG. 20, Demberg 29, Scheideanstalt 130%, SG.-Farben 86, Gesfürel 50, Lahmayer 73,5, Rütgerswerke 30,5, Siemens Einheit 112, Waldhof 24,75. Südd. Zucker 100, Reichsbahn- Vorzüge 68% bis 68,75 bis 68,5, Hapag 10, Rordd. Lloyd 10%. Verbindung (ATB.) führende Sugendwarte mit ihren verschiedenen Gruppen Einblick in ihre Arbeitsweise von der phantasiebetonten Bewegungsgeschichte aus über den Mannschaftskampf beim Hindernisturnen bis zu stilgebundenem Turnen an Geräten und De wegungs aus gaben an Geräteverbindungen. Mit einer großen Sonnenwendfeier und einer packenden Feuerrede des Gaufachwartes schloß der Abend ab. Am So'^tagfrüh klang der mit Musik und Chören ausgestattete Sugenb* gottesdienst in der Elisabethenkirche auö in den Choralgesang: „Gesunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein’ unverletzte Seel' und rein Gewissen bleib'." Sn der Llniversitätsturnhalle folgten Spiel und Volkslieder, am Studentendenkmal bei der Weidenh-äuser Drücke wurde der Toten des Weltkrieges in öffentlicher Feier gedacht, und als Schluß des Vormittags folgte in der Schwimmhalle des Städtischen Luisabades eine fröhliche Stunde mit Wettschwimmen, Lehrbetrieb und einem spannenden Wasserballspiel, das Marburg gegen Wetzlar mit 3:2 für sich entschied. Ein kräftiges Mahl aus dem Feldkessel auf der Höhe des Schloßberges stärkte zu neuen Wettkämpfen und Spielen mancherlei Art, denen sich Sondervorführungen einzelner Abteilungen anreihten. Ein Antrag an Die Gauleitung will die feitf>erigen volkstümlichen und Geräte-Wettkämpfe der Sagend bis zu 14 Sahren aus den Gaubezirksverbänden herausnehmen und im Sinne der sich ausbauenden Fachgliederung des Gaues dem Gaujugendwart unmittelbar mitunterstellen. Mit Dank an die Marburger Turnerschaft und Würdigung der erfolgreichen Arbeit 'der Sugendführer. an ihrer Spitze insbesondere des Gaufachwartes Erich Wagner, schloß Gauoberturnwart Wilh. Will (Gießen) die auch von der Marburger Einwohnerschaft mit lebhafter Anteilnahme begleitete Veranstaltung so zeitig, daß der Eindruck von Stadt und Landschaft durch Führungen noch erweitert und vertieft werden konnte. tim die leichtathletischen tiniversitäts- meisterschasten. Am heutigen Mittwochnachmittag finden im Rahmen des Universitätsstiftungsfestes die Dorkämpfe und der Drei- und Fünfkampf auf dem Universitätssportplah statt. Die Beteiligung der Korporationen sowie der Freistudenten ist in diesem Sahr besonders groß, treten doch insgesamt 110 Mehrkämpfer und etwa 120 Studenten zu den Einzelwettbewerben an. Am Freitag, 1. Suli, kommen die Endkämpfe und die Staffeln um die älniversitätsmeister. schäft zum Austrag. Dem Meldeergebnis nach sind spannende Kämpfe zu erwarten. Srgend- welche Doraussagen zu machen, wäre gewagt, da nur wenig über die Leistungen der jungen Semester bekannt ist. Die Siegerverkündigung wird am Abend in der Dolkshalle von Seiner Magnifizenz, dem Rektor Professor Dr. D a n s e l o w vorgenommen. Gießen — Marburg — Gießen. 50-fiilometer-Bereinsrennen de» Radfahrervereins 1885. Am Sonntag veranstaltete der Gießener Radfahrerverein von 1885 sein 50-Kilometer°Dereins° rennen mit Start und Ziel Restaurant „Karlsruhe" (Marburger Straße). Das Rennen führte 'die Fahrer über Lollar nach Marburg und zurück nach Gießen und endete mit einem klaren Sieg von Gg. Spatz in der Zeit von einer Stunde 37 Minuten. Als Zweiter lief H. R e u e r ein, gefolgt von R. Wi11mann und E. M u h l. der wegen Reifenschaden etwas zurückgeworfen worden war. Hochflut der Weltrekordleistungen. Sn Warschau verbesserte der polnische Olympiakandidat Heliasz Daranyis Weltrekord im beidhändigen Kugelstoßen auf 28,86 Meter und in Sowa (USA) benötigte George Saling für die 110- Meter-Hürdenstrecke nur 14,3 Sekunden. Eine gute Leistung vollbrachte im Zehnkampf der Amerikaner Sarnes Bausch, der 8103,25 Punkte erreichte und damit sich seinen Landsleuten Charles und Coffman klar überlegen zeigte. 'Beim ersten Frauenkampf Mitteldeutschland gegen Brandenburg in Reurössen bei Merseburg, den Brandenburg mit 59,5:40,5 Punkten überlegen gewann, stellte Brandenburg mit der Mannschaft Wittmann, Lähnemann, Feldmann und (Sende in der 4x200-Meter-Staffel mit 1:45,8 einen Weltrekord auf, den bisher die französische LLn° derstaffel mit 1:47,6 hielt. * Matti Iärvinnen. der bekannte Speerwerfer Finnlands, wartete in Abo bei den finnischen Olympia-Ausscheidungen mit einer ganz großartigen Leistung auf. Mit einem Wurf von 74,02 Meter schuf er einen neuen Weltrekord im Speerwerfen. Seinen eigenen Rekord aus dem Jahre 1930 mit 72,38 Meter hat er also um fast zwei Meter Überboten. Kurze Gportnotizen. Die deutschen Marinemeisterschaf- t e n wurden in Kiel nach dreitägiger Dauer zu Ende geführt. Die Mannschaften des Flotten- kommandos hatten schöne Erfolge zu verzeichnen und sicherten sich die Meistertitel im Hand- und Fußball jedesmcll vor den Vertretern der Ostsee- Station. • Einen Riesenerfolg hatte der Turn- verband Berlin am Sonntag mit seinem Turnfest zu verzeichnen. Richt weniger als 20 000 Zuschauer wohnten der großen Mafsenveranstal- tung bei, die nicht nur sportliche Wettkämpfe, sondern auch zahlreiche Schaunummern bot. Die Veranstalter hatten es nur auf Massenwirkung abgesehen. Es wirkten nicht weniger als 10 000 Turner und Turnerinnen mit. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion berrt Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Abraumhalde des Gießener Braunstein- Bergwerks. Die an der östlichen Seite des Gießener Braunstein-Bergwerks aufgeschüttete lange Abraumhalde war für die Bewohner des Südviertels seither ein Anziehungspunkt auf ihren Spaziergängen. Einerseits konnte man von ihr aus das Bergbaugebiet mit seinem abwechslungsreichen Auf und Rieder der Kalkformation gut überblicken, anderseits hatte man einen reizenden Blick auf die Gegend Hohensolms—Wetzlar mit Gleiberg, Düns- berg und Stoppelberg. Seit kurzer Zeit sind die Zugänge zur Halde mit Pfählen und dicken Drähten gesperrt. Auf einem Schild wird dem erstaunten Besucher das Betreten verboten mit der Begründung: „Siedelungsgelände". Die Berg- werksderwaltung hat sicherlich das Recht, das Betreten der Halde zu verbieten. Es ist aber nicht zu verstehen, warum die Grenze des Siedlungsbereichs nicht an die Ostseite der Halde gelegt und letztere wie seither freigelassen wurde. Die maßgebenden Stellen würden des Dankes vieler Spaziergänger sicher fein, wenn sie das Betreten der Halde wieder ermöglichten. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H, Lombardzinsfuß 6 v. H. .vran, u. ..... | öcr. üranflun 0.211. Berlin Schluß« kurS Schluß!. Abend« bSrie Schluß« kurs Schluß,. Miltag« bSrie Schlußkurs Echlußl. Abend« bßrf- Schlußkurs Schluß!. Miiioq- Datum 27.6 28 6 27.6 28.6 Datum 27.6 28 6. 27 6. 28.6 6% Deuuche iMcicneanicilje v. 192. 7% Deutsche Reichsanleihe v. 1929 52,75 58 — 58,4 — Hamburg-Amerika Pate. . . . l Hamburg-Südam. Dampsschiss. 0 10.25 10 10,13 10 35,5 5"/.% Doung-Anleihe von 1930 . 60,25 —- 60.13 — Hansa Dampsschiss . ... 0 _ Deutsche Anl.°Ablös.«Schuld mit Auslos.-Rechlen....... 35,25 36 35 35,9 Norddeutscher Lloyd.....6 A.G. für Verkehrswesen Akt. . . 11,25 26,25 10,9 N 27 10.9 27,25 DeSgl. ohne Aus!os.-Rechte . 3,55 3,45 3,5 3.55 Berliner HandelögeseUschast . 8 87 87,5 87,5 8% Hess. Volksslaal von 1929 trückzahlb. 102%)...... — —. 45 — Commerz, und Privai-Bank . 7 Darmstädter und Nationalbank 8 16 18,5 18.25 16 18,5 — Oberhessen Provinz-Anleihe ml! Auolos.-Rcchten...... 36,5 — — Deutsche Bank und Dirconto-Gescllschaft... 6 30 30 30 Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1...... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 33 — 32,25 — Dresdner Bank...... 6 Reichsbank........12 18,5 122,5 18,25 121 18,5 122,25 121,5 15 unkündbar 616 1935 . . 63,5 — — — A.E.G............7 20 20 21 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. unkündbar bis 1936 Serie 16 . — — — — Bergmann.........9 Elektr. LieferungSgeseNschaft. 10 18 iy2% Franks. Hyp^Bank ClqiL- Psandbricse. . . • _ . - 76,4 — — — Licht und Kraft......10 Felten & Guilleaume.... 6% 66 35 — 64.5 35,75 64,75 35.25 4y,% Rheinische Hyp^Bank«Ltqu. Goldpse....., .; 75 — — — Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 9 50,75 50 51,25 50.25 8% Pr. LandeSPsandbnesan statt, Psandbricse R. 19 • ■ - 64 — Rheinische Elektrizität .... 9 Schurkerl & (£o...... . 11 63 56 63,5 55,75 61 55.75 7% Pr. L andeSp sandbriesanstatt, Pfandbriese R. 10 — — — — Siemens L Halske ..... 14 Lahmeyer L Co.. ..... 12 113,5 74,5 112 73,5 N3 73,25 112,25 4% Oesterretchtsche Goldrenre . . —> — — — Buderus..........4 23,5 — _ 4,20% Oesterrcichlsche Sitberrente 1,12 — 1,05 — Deutsche Erdbl.......6 60 — 59,25 58.5 4% Ungarische Goldrente .... 4,5 4,75 — 4,7 Gelsenkirchen«.......8 32 32 31,13 31 4% Ungarische SiaatSrente V. 1910 5,5 —— — — Harpener..........o 47 47 4/,% deSgl. von 1913 .... — — •* —— Voesch Eisen.........6 — — 24 23,25 6% abgest. Goldmexikaner von 99 5 — 4,25 — Ilse Bergbau.......10 Klöcknerwerke........6 — — 4% Türkische Zollanleche von 1911 2,5 —— 2,55 2,75 — — 21,25 20,5 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihc Serie ............ 2,3 — 2,6, 3 Köln-Neuessen.......6% jManneSmann-RShrea .... 6 — 36 36,7 35,5 4% desgl. Serie II....... 2,3 — 2,65 2,75 Mansselder Bergbau.....ö 12,5 13 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 —— — — — Oberschtes. KokSwerke . . . . 8 29,13 29 4N%Rumän.vereinh.Rentcv.l913 7 —— 7,13 —- Phönix Bergbau......4% Rheinische Braunkohlen... 10 16 16 16,25 4% Rumänische vereinh. Rente . 3,13 3,18 3 3,13 162.5 162 163 ty«% 1. SlnatoHcr...... 15,5 —— 15,6 15,5 Rhein stahl ........ .6 39 39,13 38,65 Fron.ui, 0. Di. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Schluß- hir4 Schlußk. Abend« bSrfe Schluß« lur4 Schlußk. Mittag« bSrfe 27. Juni 28.Juni Amtliche Notierung Geld | 23rlr Datum 27.6. 28.6. 27.6. 28 6. Geld Ariel Rwbeck Montan......7,2 Vereinigte Stahlwerke .... 4 Otavi Minen......16'/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 16 I. G. Farben-Industrte. . . 12 Verein, chem. Industrie Frank« futl a. M.......... 14 86.5 95,5 153 87,25 131,75 16,25 30,75 24,5 31 37 3 30 24,5 16 11,25 26,75 50 m 6Ü 100 86 95 86 130,65 16,25 30,5 24,13 30 30 29 24,75 100 14,13 87 25 96.5 152,5 87 15,5 30,5 30,5 3,25 47 30,25 28,5 25,13 78,75 10,9 26,5 21,13 51,65 171 15?5 13,9 86,75 94,25 153.5 85,9 30,25 30 46,5 30 27,5 25 14 79 10,75 21 50,5 175 Pcuingior» Wien. . . . Prag . . . Budapest . . Sofia . . . Holland . Oslo. . . . Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . Schwei, . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. Jugoslawien. Lissabon . . 51,95 12.465 3,057 170,23 74,88 82,82 78,12 15,20 0,948 4,209 58,56 21,43 16,545 81,95 34,67 82,32 1,179 0,325 6,693 13,84 2 52,05 12.485 3,063 170,57 75,02 82,98 78,28 15,24 0,952 4,217 58,68 21,47 16,585 82,11 34,73 82,48 1,181 0,327 6,707 13,86 Zanknoten. 6,ö3d 51.95 12,465 3,057 170.28 74,83 82.72 77.97 15,185 0.948 4,209 58,56 21,43 16,545 82,02 34,67 82,32 1,149 0,325 6,693 13,84 6.907 62,05 12.485 3,063 170.62 74.97 82,88 78.15 15,225 0,952 4,217 58,68 21,47 16,585 82,18 34,73 ' 82,48 1,151 0,327 6,707 13,86 Scheideanstalt....... 10 Ioldschmidt. ........0 Rütgerswerke ........ 6 Metallgescllschast.......6 Philipp Holzmann......8 Zementwerk Heidelberg. ... 7 lementwerk Karlstadt.....7 Wayß & Freytag......o Schultheis Patzenhoser ... 15 Aku «Allgemeine Kunstseide) 0 Bemberg......... o Zellstoss Waldhos.....12 Zellkloss Aschaffenburg ... e Dessauer GaS . 9 Daimler Motoren......0 Berlin, 28.Juni Geld Brief Amerikanische Belgische Not Dänische Note Englische Not Französische 9 Holländische tz Italienische 9i Norwegische 9 Deutsck)-Oestc Rumänische N Schwedische 9 Schweizer No Spanische No Ungarische No Noten....... en ........ . 4,20 58,40 82,53 15,145 16,505 169,91 21,54 74,75 2,49 77,75 81,84 34,53 4,22 58,64 82,87 15,205 16,565 170.59 21.62 75,05 2,51 78,11 82,16 34.67 Deutsche Linoleum.....5 Orenstein Ä koppel...... Leonhard Tietz..... . e SvenSka........... n......... oten........ otcn........ Thade............ frankfurter Maschinen . • . . o Gritzner........... Mainkrastwerkc Höchst a. M,. . e Süddeutscher Zucker .... 10 loten........ cretch, 4 100 Schllling oten........ oten........ ten......... en......... len ........