Ur. 24 Erster Via« 182. Jahrgang Zreitag. 29. Januar 1932 GießenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Pelfdfedfonto: 8,-iN-ri am Main ns«. Prxf vnb Dtrfof: vrühl'sche Uiiversilülr-Vich. nnö Skhrtnitferei L tanqe m GiefrettJ $d?riftkthnig und Keschäftrstelle: StfilWrete 7. Annahme von Snjeiacn für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis fir 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8. aus märt» 10 Neichspsennig; für Ne» diomeanzeigen oon 70 mm Brette 35 Neichspsennig, Platzvorschnst 20* , mehr. Chefredaltteur Dr. Friede. Will). Lange. Berantwoetlich für Politik Dr. Fe. Wilh. Lange; für Feuilleton Dss.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Mar Filter, fämtlid) in Gießen. Erscheint täglich, auf)er Sonntags und Feiertags, veilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätlee Heimat im Bild • Die Scholle Uonats>Bejugspreis: Mit 4 Beilagen NM. I .95 Ohne Illustriert« , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Such bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Henifprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Cietzen. Schwere Kämpfe in Schanghai. Trotz Annahme des japanischen Ultimatums durch den Bürgermeister von Schanghai schreiten die Japaner zur Besetzung. Oie Chinefenstadt Schapei steht nach schwerem Fliegerbombardement in Hellen Flammen. Oie international« Konzession in Verteidigungszustand. Schanghai. 28. Ian. (Mger.lut Indopaciflque.) Der chinesische Bürgermeister oon Schanghai Hal den japanischen Forderungen nachgegeben. Troß der Annahme der Forderungen durch die Chinesen hat der Oberbefehlshaber der japanischen Marlnekräfte beschlossen, die an die ioler- nationale Konzession grenzende ch i - nesische Stadl Schapei zu besehen. Er verlangte weiter die Beteiligung aller Bet- l ei digungsan tagen, die die Chinesen vor einiger Zeit an dieser Stelle errichtet haben. 3 a - panische Marineinfanterie in Panzer- fraflroagen ist um 23.15 Uhr in d i e chlne- fische.Stadt Schapei eingedrungen. 3m Hongkau-Bezirk, der von japanischen Marinetrup- pen und Panzerkrastwagcn vollständig beseht ist. hört man Gewehr- und Maschinengewchrfeuer. Um 1 30 Uhr früh hatten die 3apaner den gröhlen leit von Schapei befehl. Die Ch.ncsen leisteten hartnäckigen widerstand und wichen nach der internationalen Konzession zurück. Ein japanischer Panzerwagen versuchte, durch die Konzession vorzudringen, muhte aber umkehren, da britische Freiwillige Ihm die Durchfahr! nicht geftatteten. Die männliche Bevölkerung Schanghais drängt sich, dem Ausruf deS GemeinderatS folgend, nach dem Rennplatz von Schanghai, der in aller Eile in ein Feldlager verwandelt wird- Die gesamte städtische Polizei, verstärkt durch Freiwillige, ist mobilisiert worden. Das DcrteidigungSlomitee der Riede r l a s s u n g hat ebenfalls einen Ausruf an alle Fre.will.gcn erlassen, die als Polizisten D i e n ft tun wollen, oder bei den Transport- und Sanität-arbeiten, der Beschaffung von Lebensmitteln oder sonstwie Mitarbeiten wollen. Die französischen Truppen in der französischen Aiederlassuna arbeiten mit den anderen Truppen der Aiederlassung zusammen. Die japanische Streitmacht hat den Schutz der nördlichen Bezirke von Schanghai übernommen. die britischen Truppen den Bezirk im Westen von Schanghai und die ame- r i k a n i s ch e n M a r i n e s o i d a t c n die Are me Ha>g und die Sutschau Gceek Fronts. Stacheldrahtverhaue werden errichtet, aber die Bertcidigungstore zwischen der Aiederlassung und dem chinesischen Gebiet bleiben vorläufig offen, um den Auvlandern und Japanern, die außerhalb der Siedlung wohn.n. sowie Tausenden ch nes.schen Flüchtl.r.gcn den Zugang zu gestatten Aach den letzten Schätzungen befinden sich 2 4 000 undisziplinierte chinesi- Truppen rund um die Aiederlassung und stellen e ne ernste Bedrohung dar. Auf dem chinesischen Gebiet haben bereits Plünderungen begonnen. Der japanische Befehlshaber ha! am 425 Uhr früh den Befehl erteilt, den Stadtteil Schapei mit Fliegerbomben zu belegen. Die Bevölkerung — Schapei zählt eine halbe Million Einwohner — hat sich in ihren Wohnungen verbarrikadiert. 3n den Straßen wird mit Maschinengewehren geschossen. 3n der Morgendämmerung wurde das Bombardement oon Schapei wieder ausgenommen und man hörte ohrenbetäubende Crplosionen. Die 3apaner besetzten um 6.15 Uhr früh die militärischen Hauptpunkte oon Schapei, doch wird angenommen, dah die Chinesen die Eisenbahn st ation mit hilse von Panzerzügen zurückerobert haben in dem Augenblick, als die Iapaner geschwächt waren, da ihren an anderen Stellen hart bedrängten Kameraden Verstärkungen zur Hilfe entsandt worden waren. Vie Bombenangriffe der japanischen Flugzeuge auf Schapei konnten gegen 7 Uhr MEZ. von dem Dache eines Wolkenkratzers im Fremdenoiertel aus deutlich beobachtet werden. Das Bombardement dauert bereits sechs Stunden. 3n Schapei selbst wütet ein ungeheurer Brand. Vie Flammen griffen schnell um sich. Von den Dächern der internationalen Nieder- laffung aus konnte deutlich beobachtet werden, wie in der fünf Kilometer entfernten Chinefenstadt e i n Haus nach dem anderen in Flammen auf ging, während die Lust von dem Knattern der Gewehr- und Maschinengewehrschüsse und dem dumpfen Krachen der fallenden Bomben und dem Summen der Flugzeugmotoren erfüllt war. Japan verstärkt seine Zlotte. Tokio. 29.3an. (WTB. Funkspruch ) (Acuter.) Ein Gcschwc.d:r. bestehend aus b r c i Ä r e u- -ern, zwei Flugzeugen und vier Zer- störern, hat den Befehl erhalten, zur Abfahrt nach Schanghai sich bereit zu halten. Ein Kreuzer und vier Zerstörer sind heute früh bereits von Sasebo nach Schanghai in See gegangen. An Bord der Schiffe befinden sich Landung«- kommandoS — Zwölf japanische Zerstörer haben heute früh die Mündung des DangNeS passiert. China will Widerstand leisten. A a n k i n g, 29. Jan. (WTB. Funllpruch. Reuter.) China will jetzt gegen daS japanische Dorgehen Widerstand leisten. Die Reserven der 19. Kantonesischen Armee, die gegenwärtig im Gebiete von Aanking ftehen, und die dritte Division der Aationalgarde sind mobil gemacht und verladen worden, um nach Schanghai abzugehen. 3n Schanghai sind chinesische Truppen in die West viertel der S t a d t, die an die internationale Konzession grenzen, eingedrungen. Zur Unterstützung der regulären ausländischen Truppen bei der Besatzung der Grenze der Konzession sind Freiwillige herangezvgen worden. Die Japaner treffen Dorbereitungen zum Angriff auf den Rorddahnhof von Schanghai Aach einer Meldung der .Tllfociated Preß" au- Schanghai soll es zwischen englischen und chinesischen Truppen zu Zusammenstößen gekommen fein. Ehinefifche Soldaten, die in die internationale Konzession eingedrungen waren, seien von den Engländern vertrieben worden. Starke Verstimmung in Amerika. Anfrage in Tokio. — Züt/lungnahme mit England. Washington, 28 Jan. (WTB.) Außenminister S t i m f o n bestätigte, daß er gestern b i e Regierung in Tokio befragt habe, welche Absichten sic bezüglich Schanghais verfolge. In amtlichen Kreisen wird nach wie vor betont, daß Amerika weder die Besetzung der internationalen Niederlassung durch japanische Truppen, noch die Blockade des Hafens oon Schanghai durch japanische Kriegsschiffe als gerechtfertigt ansehen würde- denn die in der Niederlassung befindlichen internationalen Polizeikräfte seien visher zur Aufrechterhaltung der Ruhe durchaus ausreichend und die Blockade fei eine Kriegs Maßnahme, die die Kriegserklärung Japans an China zur Bedingung haben würde. Selbst im Kriegsfälle sei es zweifelhaft, ob ein so durchaus internationaler Platz wie Schanghai blockiert werden könne: denn Schanghai fei grundverschieden oon den übrigen chinesischen Städten. Staatssekretär Simson nahm wegen eines Zusammengehens wegen Schanghai am Mittwoch Fühlung mit England und hatte eine längere Besprechung mit Sir Ronald Lindlay. Auch mit dem italienischen Botschafter hatte er eine Unterredung. Es fiel besonders auf, dah Stimfon keine Besprechung mit dem französischen Botschafter hatte. Obwohl die Behörden versuchen, die Bedeutung der Vorfälle abzuschwächen, werden doch Erwägungen über einen gemeinsamen Wirtschaftsdruck und eine Flottenkundgebung angestellt. Aach einer Rücksprache mit Präsident Hoover übersandte Stimfon die gesamten Akten über die japanische Frage demSenat. Diese Tatsache ist besonders bedeutungsvoll, da ein WirtschastSdruck nur vom Kongreß verlangt werden kann. ES herrscht die Ansicht vor, dah d i e 3 e i t des Notenwechsels vorüber ist. Die Berichte über daS japanische Dorgehen in Schanghai riefen im amerikanischen Senat tiefste Empörung hervor. Senator King (Utah) forderte die sofortige Dohkottverhängung gegen Iapan.De- fonderS erregt find die Vertreter der Pacific Staaten. YetonteZurückhaltunginLondon. Wen g Mcinun.s für eine Protestaktion gegen Japan. London, 29. 3an. (TU. Funkspruch.) Die am Dienstag in London eingetroffene amerikanische Rote wird von den zuständigen Stellen noch erwogen. Der diplomatische Korrespondent der ..Momingpost" erfährt von maßgebender Seite, daß englifcherseits kaum ein scharfes Dorgehen gegen Japan zu erwarten sei. Es werde betont, daß die Japaner in Schanghai nicht anders gehandelt hätten. als die englischen Truppen und bie Truppen anderer Mächte im Jahre 1927. Die Japaner hätten bisher keine Garnison in der internationalen Aiederlassung besessen, obwohl sie dasselbe Recht dazu hätten, wie die anderen Staaten. ..Daily Telegraph" meint, dah England das japanische Dorgehen nicht mit demselben Mißtrauen, wie Amerika betrachte und sich mit einer einfachen Bestätigung der japanischen friedlichen Absichten begnügen werde. .Times" äußerl, wenn auch sehr zurückhaltend, dah gemeinsame Richtlinien natürlich von größter Wichtigkeit feien. Immerhin könnten aber die britische und die amerikanische Auffassung übet die Lage in China starl! voneinander a b - weichen. Wenn man auch zugeben müsse, daß Japan ernstlich provoziert worden fei, so würde die japanische Regierung doch gut daran tun, den Eindruck zu verwischen, dah der japanische Generalstab die Anordnung der Staatsmänner nicht durchführt, sondern seiner, seit- ihnen sogar den KurS vorzuschreiben versuche. — .Daily Telegraph ist der AnNcht. dah das japanische Dorgehen in Schanghar nicht mit dem in der Mandschurei zu vergleichen sei und bedenkliche Folgen zeigen könne. Die in Washington herrschende Sorge werde von der englischen Regierung geteilt, jedoch dürfte letztere der Ansicht fein, daß im gegenwärtigen Augenblick der Gedanke an einen Druck auf Japan ab gelehnt werben müsse. — .Daily Expreß" erklärt daS energische Dorgehen Japan« für berechtigt, und.Daily Mail" betont, dah daS englische Dolk entschlossen sei, an keiner Aktion teilzu- nehmen, die sich gegen feinen alten Bundesgenossen Japan richte. DaS Arbeiterblatt .Daily Herald" und der liberale .AewS Chronicle" begnügen sich mit unwilligen Aeuherungen über ben .japanischen Militarismus". Vier amerikanische Zerstörer unterwegs nach Schanghai. ID a f I) I n g ( o n , 28. 3an. (Reuter. Funkspruch.) Bier amerikanische Zerstörer In Manila haben den Befehl erhalten, sofort nach Schanghai In See ; u gehen. Vie Weisung Ist veranlaßt durch das Ersuchen des Befehlshabers der amerita- nifchen Flußwachtschjffe auf dem flangtfee. Die Zerstörer können im Notfall Schanghai in 35 Stunden erreichen. Konteradmiral Taylor in Manila hat ffrengoerlraulidje 3nftruftionen erhalten. Berliner Blätter zu den Kämpfen in China. Derlin, 29. 3an. (ERD.) Die politischen Auswirkungen der Kämpfe in Schanghai werden bisher nur von wenigen Blättern besprochen Der .DorwärtS" schreibt: Japan hat ungehindert durch den Dölkerbund, durch Rußland oder Amerika, die ganze chinesische Mandschurei sich unterjocht. ES geht jetzt daran, der gröhten und wichtigsten Hafenstadt Chinas das gleiche Schicksal au bereiten. Diellcicht erleben wir in nicht zu ferner Zeit noch, daß große Teile Chinas das LvS Koreas imb der Mandschurei teilen. Kein Wunder, daß der Radikalismus der Derzweif- lung in China wächst. — Die .Germania" spricht von einem drohenden Weltereig- nis von katastrophalen Folgen. Wenn auch der Dölkerbund bei Sanktionsmahnahmen seiner Mitglieder sich gewöhnlich passiv verhalten habe, und auch andere Mächte in China wiederholt ein Okkupation-recht für sich in Anspruch genommen hätten, so sei I a p a n s2 a n k t i o n S» kontodurchdaS mandschurische Abenteuer schon reichlich überzogen. Die Maßnahmen in Schanghai gingen tatsächlich über daS hrnaus, waS sich fremde Mächte in den letzten Jahren auf chinesischem Boden noch geleistet hätten. Es bestehe die Gefahr, daß Japan bei einer Fortsetzung seiner Politik der starken Hand der Totengräber deS DölkerbundeS werde und dah die Weltabrüftungsaktion in Genf bereits an der Wurzel getrof- f e n werde, ehe noch der erste Schritt in dieser Beziehung getan lei. — Der .Lokalanzei- g e r" und .T a g“ glossieren in der Hauptsache die abwartende Haltung d eS Döl- kerbundSrateS. der anscheinend noch auf eine .friedliche Kriegserklärung" warte. Rücktritt des Generalsekretärs des Völkerbundes. Genf, 28. 3an. (WTB.) Dom Dölkerbunds- fetretariat wird offiziell bestätigt, daß der Generalsekretär Sir Eric Drummond ein Rück- trittsgesuch eingereicht habe. Mit Rücksicht auf die von der DölkerbundSversammlung verfolgte Reform des DölkerbundSfekreta- r i a t - und insbefondere in Anbetracht der Arbeiten für die Abrüstungskonferenz sei er bisher auf seinem Posten verblieben. Er wünsche nunmehr, von seinem Posten enthoben au werden, und zwar in der ersten Hälfte de« nächsten Jahre«. Da« Dölkerbundssekvetariat teilt mit, daß der Dölkerbundsrat einmütig Sir Eric Drummond gebeten habe, auf seinem Posten zu bleiben. Der Generalsekretär bat jedoch mitgeteilt. daß sein Beschluß endgültig sei. woraus der Rat beschlossen hat, allen Mitgliedsstaaten de« Völkerbundes daS Rücktrittsgesuch mitzuteilen. Wie Frankreichs Rüstung-' einschränkung aussicht. Vermehrung um 130000 Mann in den letzten zehn Fahren. Paris, 28.3an. (WTB.) 3n der .Repu- blique" beschäftigt sich der rabikalfozialistische Abgeordnete D a l a b i c r mit der französischen Ab- rüstungSthefe und mit der Behauptung, dah Frankreich bereit« seine Rüstungen beträchtlich vermindert habe. Welche wesentlichen Rüstungsherabsetzungen habe Frankreich denn eigentlich vorgenommen, fragt er. 3m Jahre 1922 habe Poincarö m einem Memorandum an den Dölkerbund den damaligen Effektivbedarf Frankreich« mit insgesamt 690 000 Mann angegeben. Mehr als 200 000 standen damals in den Kolonien, außerdem feien schät- zungSweife 160 000 Mann für zeitlich begrenzte Missionen deS französischen HeereS, als Beschützer der Derträge in Konstantinopel, im Rheinland, in Oberschlesien ufto notwendig newesen. 1931 dürste also ein Heer, daS dem v n 1922 en. prechen würde, nach dem Memorandum des vergangenen Jahre« die Stärke von 530 000 Mann nicht über ft eigen. Am 1. September 1931 habe Frankreich Dem Dölkerbund zur Kenntnis gebracht, dah dieGefamtstärke der franzöfifchen bewaffneten Macht unter dem normalen Regime der jetzt gültigen militärischen Gesetze 6 60 000 Offiziere und Soldaten einschließlich der Zivilgarde umfasse. DaS sei die .bedeutende Herabsetzung", die Frankreich der ganzen Welt angekündigt habe Verlängerung des französischen Anteils am Rediskonkredit der ^eichsbank. Berlin, 28. 3an. (CAB.) Der Derwal« tungarat der Dank von Frankreich hat an die Verlängerung des französischen Anteils am R e d i - k o n t k r e d i t der Reichsbank neben der DorauSIetzung der Erneuerung der Kreditanteile der anderen beteiligten Danken, deren Zustimmung bereits vorliegt, die Dedingung geknüpft, dah da« Reich sich in keinem Falle der G o l d a u S s u h r zur Scherstellung der Rückzahlung deS Kredit - widersetzen dürfe. Eine folchc Klausel ist, wie wir von maßgebender Seite erfahren, auch in den anderen Kreditverträgen enthalten, die die Dank für internationalen Zahlungsausgleich z. D. für die Dank von England vermittelt hat. SS handelt sich allo nur um eine ctwaS schärf.re Interpretierung deS Derträge«. Dcr ICO-Mi.livnen-Dollar-Red-ton krcdit der Reichsbank läuft über bie DIZ, mit der nunmehr die Einzelheiten des Ter trage« über die Verlängerung deS Kredit« vereinbart toerben. Für Hindenburgs Wiederwahl, teme Erklärung der Bayrischen Bolkvpartei. München, 28. Jan. (CAD.) In einem Artikel .Für Hinbenburg" nimmt die Dayerifche Dolksparteikorrespondenz xu dem jetzt von Bayern eingeleiteten überparteilichen Unternehmen Stellung. Der Gedanke, durch eine sogenannte überparteiliche Sammlung-- und Aufklärungsarbeit den Weg für einen aussichtsreichen Ruf an Hindenburg zu ebnen, fei ohne Zweifel richtig und feine Derwirklichung begrüßenswert. DaS Gelingen des -Unternehmen» fei in erster Linie davon abhängig, dah ein entsprechend starker Teil deS politisch organisierten Deutschlands dafür gewonnen wird. ES bedarf keiner langen Erklärungen, so heißt eS bann weiter, wie bie Dayerische DoIkSpartei zu einer Wieberwahl Hinbenburgs zum Reichspräsidenten steht. Als bie Dayerische DolkSpar- tei vor 7 Jahren durch ihren damals nicht ganz leichten Entschluß zugunsten Hindenburgs in entscheidender Weife in bie Relchspräfidentenwahl eingriff, hat sie bazu beigetragen, bie deutsche Innenpolitik um daS vielleicht wichtigste Aktivum der ganzen Aach - kriegszeit zu bereichern. Gerade in dielen Tagen mag da« beutfche Dolk erf ernten, Wader Faktor Hindenburg für bie deutsche Politik bedeutet Deuttchland kann in diesen schweren Schicksalsstunden nicht auf Hindenburg verzichten. Die Dayerifche Dolkspartei wird auf der Seite derer stehen, bie es Hindenburg ermöglichen wollen, ftch als der Kandidat einer überwältigenden DolkSmehrheit zur Reich-Präsidentenwahl zu stellen. Die Entpolitisierung der Schule. Sitte Äo fercnz der Kultusminister unter Vorsitz Grocners. Berlin. 28. Ian. (WTB. Amtlich) Mit der Frage l^r Entpolitisierung der Schule beschäftigte sich heute im Deichsministerium des Innern eine Konferenz der Kultusminister der Länder unter dem Dorsitz des Deichsministers Dr. G r o e n e r. Die Berichte der Minister gaben einen Einblick in die tatsächliche und rechtliche Lage in den einzelnen Ländern und zeigten die Mannahmen auf, die gegen die Politisierung der Schule bisher ergriffen wurden. 2luf Grund der eingehen, den Aussprache stellte Reichsminister Grocner als einmütige Auffassung fest, dah die P a r t e i p o - litik nicht in die Schule gehöre. Er werde es stets begrüßen, wenn die Länder entspre- chend den verschiedenen Derhältnissen scharfe Maß. nahmen ergreifen. Ob und inwieweit den von von mehreren Seiten ausgesprochenen Wünschen gemäß von Deichs wegen einheitliche G r u n d s ä tz e für die Entfernung der Parteipoli- tik aus der Schule aufzustellen seien und für die Ausführung ein einheitliches Verfahren vorgesehen werden solle, müsse geprüft werden. Die Länder hätten schon jetzt die Möglichkeit, die Teilnah nie von Schülern an politischen Versammlungen zu verbieten. Er empfehle, allgemeinen Gebrauch von dieser Möglichkeit zu machen. Aufs schärfste zu verurteilen sei die Verbreitung von Flugblättern und Zeitungen verhetzenden Inhalts unter den Schülern. Hier komme es vor allem darauf an, gegen die Verteiler und Urheber mit allem Dachdruck vorzugehen. Im übrigen wies der Minister darauf hin, daß die Entpolitisierung der Schule durch positive Maßnahmen gefördert werden müsse, z. B. durch staatsbürgerlichen Unterricht sowie durch gute Schülerzeitungen und Einwirkung auf die Elternkreise. Die Bedeutung einer unter- stühenden Mitarbeit des Elternhauses hob der Minister besonders hervor. Er erklärte sich auch bereit, den Anregungen verschiedener Minister entsprechend einen Appell an die Parteien zu richten, von der parteipolitischen Beeinflussung der Iugend Abstand zu nehmen. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden die Ausschreitungen der Gottlosenpropaganda erörtert. Es ergab sich die einmütige Auffassung, daß die bestehenden gesetzlichen Vorschriften, insbesondere die Bestimmungen der Rot- verordnung des Deichspräsidenten vom 28. März 1931 ausreichen, die Ausschreitungen der Gottlosenpropaganda zu bekämpfen. Sache der praktischen Handhabung sei es, den geltenden Vorschriften einen wirksamen Vollzug zu sichern. Oer Hessische Landtag tritt Mitte Februar zusammen. Darmstadt, 28.Ian. (WSR.) Der Ael- t e st e n r a t des Hessischen Landtags beriet heute nachmittag über die Geschäftslage. Er be- schloß, daß die Ausschüsse ihre Beratungen über die zahlreichen vorliegenden Anträge beschleunigt fortsehen sollen. Das Plena m des Landtags wird dann amDienstag. 16. Februar, zusammentreten. Wan rechnet damit, daß die Beratungen des Plenums, in denen über den kommunistischen und den deutschnationalen Antrag auf Landtagsauflösung entschieden werden soll, eine Woche dauern werden. Die Kommunisten und Rationalsozialisten haben dem Landtag eine Reihe neuer An- träge und Anfragen zugehen lassen. Die Anträge der K o m m u n i st e n befassen sich hauptsächlich mit Steuererleichterungen für die Landwirtschaft. Die Dationalsozialisten fragen, wie sich die Regierung zu den Vorgängen stellt, die sich anläßlich einer nationalsozialistischen Versammlung in Mainz am 21.Ianuar und anläßlich der VerhaftungvonDatronal- sozialisten am 17. Ianuar in Dar m - stadt und im vorderen Odenwald abgespielt haben, wobei die Polizei sich Llcbergriffe habe zuschulden kommen lassen. Außerdem wird die Regierung interpelliert, ob sie bereit sei, in eine Prüfung des Geschäftsgeb a- rensderElektrizitätswerke gegenüber ihren Stromabnehmern einzutreten, insbesondere soll beim Heberlandwerk Oberhessen festgestellt werden, wieviel Beamte beschäftigt und welche Gehälter ihnen ausgezahlt werden. In den nationalsozialistischen Anträgen wird gefordert, bei der Reichsbahn dahin zu wirken, daß auf den kleineren hessischen Stationen der ländlichen Bezirke Sonntagskarten für möglichst viele Bestimmungsorte ausgegeben werden: ferner, daß die Großhandelspreise der wichtigsten an der Börse notierten Lebensmittel, wie Mehl und Zucker, entsprechend dem Lohn- und Preisabbau gesenkt werden. Die Regierungskrisis in Oesterreich Buresch hat Schwierigkeiten. - Oie Heimwehren verlangen ein Kabinett Seipel. Wien, 28. Jan. (CNB.) Aus der näheren Umgebung des Bundeskanzler verlautet, daß Dr. Bu- resch damit rechnet, die neue Regierung als 9JI un = derheitskabinett zu bilden. Er dürfte an die Großdeutschen nach ihrer gestrigen entschiedenen Erklärung, ohne Dr. Schober nicht in die Regierung zu gehen, nicht noch einmal herantreten. Man glaubt, daß die Sozialdemokratische Partei bei ihrer wohlwollend zuwartenden Haltung bleiben wird, solange die neue Regierung keine Verschiebung nach rechts bringt. Die Beratungen zwischen dem Bundeskanzler, den Christlich.Sozialen und den Vertretern des Landbundes sind in später Abendstunde auf gewisse Schwierigkeiten gestoßen. Der Landbund soll eine durchgreifendere Deubesehung verschiedener Ministerien auch durch Christlich-Soziale wünschen und außerdem für seine Partei Einflußnahme im Landwirtschaftsmini st erium etwa durch einen Staatssekretär. Die letzte Forderung stößt bei den Christlich-Sozialen auf Widerstand. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, soll Bundeskanzler Buresch, falls der Landbund seine Vorschläge ablehnt, die Absicht haben, ein rein christlich-soziales Mini st er ium zu bil- den oder seine Mission dem Bundespräsidenten wieder zur Verfügung zu stellen, worauf mit einem Kabinett Seipel gerechnet werden könnte. Die Betrauung Dr. Dureschs mit der Bildung des neuen Kabinetts hat ohnehin in He i m - Wehrkreisen Unzufriedenheit hervor- gerufen. Heute erschien eine Abordnung unter Führung Dr. Steidels beim Landeshauptmann von Tirol, dem sie von dieser Erregung und dem Wunsche der Heimattreuen Bevölkerung, dah m i t der Kabinettsbildung Dr.Seipel betraut werde, Mitteilung machte. Sie ersuchten den Landeshauptmann, dies dem Bundespräsidenten Millas zur Kenntnis zu bringen und fügten hinzu, daß sie, falls ihrem Wunsche nicht stattgegeben werde, für die Erhaltung der Ruhe und Ordnung nicht einstehen könnten. Meinungen der presse. Wien, 28. Jan. (TU.) Die den Grohdeutschen nahestehenden „W iener Reue st en Rachrich- t e n" schreiben zur Regierungskrise u. a., der Sinn des Rücktritts fei das Verschwinden Dr. Schobers gewesen. Es handele sich nicht darum, ob Dr. Schober ein Ministeramt bekleide oder nicht, sondern um die Infamie und die Jämmerlichkeit, daß sich ein österreichischer Regierungschef den wirklichen oder vermeintlichen Wünschen der französischen Diplomatie wider st andslos füge, weil er hoffe, dafür einen Kredit zu erhalten, mit dem man wieder ein paar Wochen fortwursteln könne. Bundeskanzler Dr. Buresch müsse jetzt von rechtswegen mit seiner Christlich-Sozialen Partei allein bleiben. In Wirklichkeit sogar nur mit den Abgeordneten dieser Partei, denn die Wähler wünschten ebenso wie Neunzehntel und mehr der österreichischen Bevölkerung die Bereinigung ihrer Heimat mit dem Deutschen Reich. — Die sozialdemokratische „Arbeiterzeitung" sagt u. a.: „Die Schwarzaelben wittern Morgenluft. Sei jetzt nicht der richtige Augenblick, Oesterreich und Ungarn durch eine Zollunion zu vereinigen, damit so ein neues kleineres Oesterreich- Ungarn entstehe, bereit, im günstigen Augenblick Otto von Habsburg als Kaiser und König heimzuführen? Schober gilt den Seipeloten als ein Hindernis solcher und ähnlicher Pläne." — Die ,.Deutsch-Oe st erreichische Tageszeitung", die häufig die Stimmung im nationalsozialistischen Lager wieder- gibt, erklärt, Deutsch-Oesterreich habe von Seipel und seinem Klüngel Schwierigkeiten zu erwarten. Die Anmaßung einzelner als gänzlich unfähig erwiesener christlich-sozialer Parteipolitiker, die sich unter Umgehung des Volkes dem armen Oesterreich neuerlich aufdrängen wollten, müsse zu offener Revolution führen. Deuwahlen seien das einzige Ventil. Lin offener Srief Hitlers an den Reichskanzler. München, 28. Ian. (CDD.) Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht einen offenen Brief Adolf Hitlers an den Reichskanzler Dr.Brüning, in dem Hitler sich mit der Erwiderung deS Reichskanzlers auf die Denkschrift Hitlers über feine ablehnende Haltung in der Frage der Verlängerung der Reichsprasidentschaft des Generalfcldmarschalls v. Hindenburg beschäftigt. Hitler widerspricht der Darstellung des Kanz- lers, dah es sich nicht um ein Aufheben der die Wahl des Reichspräsidenten betreffenden Bestimmungen der Weimarer Verfassung gehandelt habe, baß vielmehr die Amtsdauer des jetzigen Reichspräsidenten im Wege der Gesetzgebung um eine gewisse Zeit verlängert werden sollte. Richtig sei demgegenüber, daß der Reichstag die Amtsdauer des Herrn Reichspräsidenten auf sieben Iahre, also auf die volle gesetzlich vorgezeichnete Amtsperiode verlängern sollte. Der Vorschlag des Reichskanzlers würde in der Form einer zeitlich begrenzten Suspension inhütlich wie tatsächlich eine Außerkraftsetzung und damit Aufhebung der die Wahl des Reichspräsidenten betreffenden Bestimmungen der Weimarer Verfassung bedeuten. Praktisch werde damit die allerwichtigste Bestimmung der Verfassung aufgehoben: denn nunmehr solle das Volk nicht mehr mit der Wahl seines Reichspräsidenten nach Ablauf von sieben Iahren betraut werden, indem man die Amtszeit auf dem Wege eines verfassungsändernden Gesetzes einfach um soundsoviel Iahre verlängere. Das Volk-recht der persönlichen und unmittelbaren Wahl des Reichsoberhauptes könne aber nicht durch irgendeine sogenannte qualifizierte Reichstagsmehrheit ersetzt werden, ohne daß tatsächlich dieses Volksrecht aufgehoben werde. Die Darstellung deS Reichskanzlers gefährde, Kölner Hänneschen-Theaier. Von Hedda Llndner-Leuschner, Köln. Das Alte Kölner Hänneschen-Theater gastiert am kommenden Sonntag auf Einladung des Goethe-Bundes in Gießen. Die Macht des Puppenspiels ist ungeheuer. Puppenspiel entzündet und entflammt, verzaubert und erlöst. Alt und jung erliegen seiner Kraft. Wie ein Sturzbach, der Bäume und Felsen mit sich fort- schwemmt, reißt das Puppenspiel die Gemüter in feinen Bann. Wie sollte ich's anders sagen, da ich Hunderttausende von Menschen, große und kleine, durch jenes kleine Guckloch in der Brustwand des Allen Kölner Hänneschen-Theaters sah, das sich der Puppenspieler schafft, um auch auf den Gesichtern der Menschen den Widerhall des Spiels zu sehen. Was ich da auf dem Antlitz der Menschen las, war mehr, als Dichter in Worten und Maler in Farben ausdrücken können. Es war die Seele der Menschheit. Müde und Elende wurden verklärt durch den Schimmer des Glücks. Alltagsschwere fiel ab von den Beladenen. Die Hände der frommen Schwestern schlugen über dem Kops zusammen und der Arbeiter lachte sich frei von feiner Last. Mütter mit ihren Kindern stiegen zusammen ein in das Schiff der Erlebnisse und die Väter ließen Bonk, Börse, Laden oder Feld, Acker und Fabrik, um wieder einmal staunen und glauben zu können. Das ist es: der Glaube ist so stark im Puvpenspiel, daß er lebendig werden läßt, was tot und hölzern ist. Die Phantasie arbeitet so lebhaft, daß Eigenschaften alles ergänzt, was nur leise angedeutet wird. Das Kind vom Puppenspiel fernhalten, heißt seine besten Kräfte nicht entwickeln; heißt die Kräfte schlummern lassen, die das Leden einst von dem erwachsenen Menschen fordern wird. Im Puppenspiel — beim Zuhören und Selbftspielen — entfalten sich Veranlagungen, die einen wertvollen Schatz bilden im Kampf ums Dasein: Gestaltungskraft, Heber- Windung, Ursprünglichkeit. So, wie viele unserer großen Dramen aus dem Puppenspiel gewachsen sind („Faust", „Genoveva"), so gebiert auch heute noch die einfache Art des Puppenspiels Lebenskraft und Urkunst. Es scheint, als ob das Nachkriegseuropa den tiefsten Sinn des Puppenspiels zu begreifen sich an- schickt. Ueberafl wacht eine Bewegung auf, das Puppenspiel in reiner und edler Art den Kindern und Erwachsenen zu schenken. Das von Dr. N i e s s e n in Köln geleitete, vom Institut für Theaterwissenschaft an der Universität Köln gegründete Alte Kölner Hänneschen-Theater hat in fünf Jahren fast zwei Millionen Menschen in ganz Deutschland und darüber hinaus erfaßt. Schmarren und Schnecken. Der „Deutsche Sprachverein" schreibt: Der Einsilber „nein" kann mit solcher Kraft und Schroffheit gesprochen werden, daß kein Widerspruch möglich ist. Trotzdem glauben viele nicht an die Wirksamkeit des kurzen Wortes: daher verdoppeln, ja verdreifachen sie es: Rein, dreimal nein! Häufiger aber gibt man der Verneinung durch andere Wörter und Formeln Nachdruck. Bis zum Ueberdruh hören wir in neuerer Zeit immer wieder das Silbe für Silbe betonte „Ausgeschlossen", das sogar in der Dichtung auftritt, z. B- in Wedekinds „Simson". Gemütlicher klingt die Frage: 3 wo? vollständiger: I, wo werd' ich denn? Daß darin das Fragewort wo mundartlich für wie steht, verkennt u. a. auch Spit- teler, „Lachende Wahrheiten": I wohin? fällt mir nicht ein! Oft wirft man einem bescheiden Bittenden den Ausruf zu: Was du denkst! oder versichert ihm. Ich denke nicht dran! Man erteilt ihm auch die wohlmeinende Mahnung: Laß dich nicht auslachen! Im Erzgebirge wie im badischen Unterland befiehlt man einem kurz: Geh! (gesprochen gä). Sehr unfreundlich ist das Anerbieten: Ich werde dir was husten (oder pusten), was backen, was braten (im Preußischen mit dem Zusatz: aber nich on de Pann). Zur höhnischen Abweisung einer Bitte dienen die Hauptwörter: Quarkspitzen! en Schmarrn! Käse! ernte alte Mütze! en alten Hut! Schnecken! („Schnecken mit Salat!" bei Rosegger; „Schnecken hat's geregnet!“ bei der Handel-Mazzetti). Wer scheinbar zurückhaltend entgegnet: Ich hätte bald was gesagt! unterdrückt einen recht derben Ausdruck. Der als höflich gerühmte Sachse dagegen bietet Ohrfeigen an: e paar 'nein (kannst du kriegen)! Zum mindesten führt er die Ablehnung, etwas zu tun, mit den Worten ein: dah ich nur (komme, bezahle usw.)! Seltsam ist die Antwort: Ia, beim Bücken! Sie erklärt sich als eine Lieber- tragung der ausweichenden oder spottenden Antwort auf Fragen wie: Wo (statt: bei welchem Fleischer) kaufst du diese gute Wurst? Auch auf die Fragen: Haben Sie gute Geschäfte gemacht? Gibst du etwas zum Besten? hört man die Antwort: 3a, beim Bücken, häufiger aber das abgekürzte: Hat sich was! Dgl. in Schillers „Tu- ranöot“: „Rat, Majestät? Hat sich da was zu raten." Sehr höhnisch klingt: Das gäb's! Das wäre noch schöner! Die abwehrenden Worte: Bewahre! Behüte! bedürfen der Ergänzung des Wortes Gott: 3, Gott bewahre! Schweizerisch behüt is behüt uns Gott, d. i. ganz und gar nicht; vgl. preußisch: Gott geb! (wat vor Possen sünd bat!) Auch eine Zustimmung kann spöttisch gemeint fein, so: Allemal (abends)! oder: 3ch danke! oder das gedehnt betonte, förmlich gesungene „(3) nu freilich": in Sachsen ist 3 ja (e cha) durchaus abweisend, auch bei Fragen wie: Hat er Geld? Gibt's Belohnung?, worauf auch geantwortet wird: Ra, von wegen! oder: Wenn du mal was hörst! Rettung aus der Lawine. Infolge der großen Entwicklung des Schneeschuhsports in den Alpen hat auch die Zahl der Verschüttungen durch Lawinenschnee stark angenommen. Ohne die Gefahren der Berge genügend zu kennen, ziehen viele Touristen auch im Winter jetzt auf gewagte Unternehmungen aus, und ebensolche große Unkenntnis zeigt sich, wenn das Unglück geschehen ist. Wie man aus einer Lawine gerettet werden kann, das ist dem Laien ganz unbekannt, und doch kommt es dabei meist nach der Heberraschung durch die Lawine auf die ersten Minuten, ja sogar auf die ersten Sekunden an. Dr. Rudolf Campell aus Pontresina in der Schweiz, der sich mit der Hilfeleistung bei Lawinen-Verschüttungen eingehend beschäftigt hat, gibt nun in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" eingehende Anweisungen. Bei Staublawinen, durch die in wenigen Augenblicken Rase, Mund und Lungen mit feinstem Schneestaub gefüllt werden, so daß eine Atmung für den Augenblick fast ausgeschlossen ist, wird der Erfahrene -Mund und Rase mit den Händen vor dem Eindringen von Schnee schützen. Gelingt ihm dies nicht, dann müssen die Kameraden, dis ihn au- seinem Schneegrabe herauSholen, möglichst rasch vom Schnee befreien, ihm Mund und Rase frei machen und sofort mit der künstlichen Atmung beginnen. Wird da- Opfer von der Lawine mit zu Tal gerissen, dann wird der verschüttete Körper unter dem Druck wie ein Schwamm ausgepreßt. Wenn durch bie'en Druck die Atmung versagt, bann ist er verloren. Deshalb soll derjenige, der von einer nassen Lawine erfaßt wird, alle Kraft aufwenden, um, solange die Lawine fließt, mit Schwimmbewegungen an die Oberfläche zu gelangen, und sobald der Strom wie es in dem offenen Brief weiter heißt, die bet* Seit geltende Verfassung überhaupt. Der Grundgedanke der Weimarer Verfassung sei gewesen, dem Reichstag den vom Volk gewählten Reichspräsidenteng g-nüberzuste len. Von diesen Grunoiäulen unseres Reichsaufbaues versuche der Kanzler die eine einzureißen. Es sei ganz klar, wenn eine Deichstagsmehrheit das Recht besitzen solle, die Amtsbauer deS Herrn Reichspräsibenten zu verlängern. dann müßte genau so gut eine andere Mchrhüt das Recht haben, sie abzukürzen.' Die unausbleibliche Folge einer derartigen parlamentarischen Amtszeitverlängerung würde eine in ihren Auswirkungen unabsehbare Herabminderung des Ansehens und Einflusses eines derartigen vom Parlament abhängig gewordenen Reichspräsidenten fein. Mit Bezug auf die politischen Gründe der Ablehnung heißt es bann weiter, der Reichskanzler habe die rein persönliche Auffassung, baß der parlamentarische Versuch einer Amtszeitverlängerung eine n a t i o n a l p o l i t i s ch notwendige Tat sei. Er, Hitler, habe die Heberzeugung, daß die nationalpolitisch wichtigste Handlung die Beseitigung des heutigen Systems sei. Zu der Feststellung des Reichskanzlers, daß die Ursache unserer Not der Versailler Vertrag sei, erklärt Hitler, daß es zu einem Versailler Vertrag nie g e k o m m~e n-^oüre, wenn die Parteien des Zentrums, der Sozialdemokratie und der Demokratie nicht bas Reich ausgehöhlt, zerstört und verraten hätten, wenn sie nicht die Revolution vorbereitet, durchge- führt ober zumindest akzeptiert und gedeckt hätten. Diese Parteien hätten durch die Unterzeichnung dieses Vertrages seine Erfüllung zumindest als möglich vorgetäufcht. — Wenn der Reichskanzler sage, daß auch eine andere Reichsregierung auf feinem Wege weiterfortschreiten müßte, so zeige die Geschichte, daß es doch ein Unterschied sei, ob in einer verzweifelten Lage ein Herzog von Braunschweig die Armee führe oder ein G n e i s e n a u. Am Schlüsse seines Briefes verweist Hitler darauf, daß das Reich den Verfolgungsfelbzug gegen den Nationalsozialismus fördere und sagt weiter: Wenn der Reichskanzler als sein gutes Recht den Glauben in Anspruch nehme, daß es kein anderer hätte besser machen können, als er, dann dürfte er auch den Nationalsozialisten das Recht nicht versagen, überzeugt zu sein, daß es keine Regierung hätte schlechter machen können, als die seine. Memel im Kampf um seine Autonomie. Der Gouverneur fordert den Rücktritt des Landcspräsidenten. Berlin, 28. Ian. (TU.) Der deutsche Presse- sturm gegen die von litauischer Seite geplante Vergewaltigung des Memelgebietes hat auf die litauischen Rationalisten offenbar doch etwas a b- kühlend gewirkt, weshalb man sich lebhaft bemüht, alle Gewaltpläne in Abrede zu stellen. Trotzdem ist die Gefahr noch keineswegs behoben. Der litauisch« Gouverneur R e r k h s. der zur Zeit in Kowno wellt, hat nunmehr als seine Mindestforderung den Rücktritt des Landesprüsidenten Böttcher verlangt, was praktisch einem Rücktritt der gesamten memel- ländischen Landesregierung gleichkommen würde. In Memel sieht man jedoch keinerlei Veranlassung, der Rücktrittsforderung des Gouverneurs zu entsprechen, nachdem der memellän- drsche Landtag der Landesregierung erst vor wenigen Tagen im Zusammenhang mit den litauischen Angriffen das Vertrauen ausgesprochen hat. Präsident Böttcher hat erklärt, daß er ebenso wie sein Direktorium auf keinen Fall zurücktreten werde. Er würde lediglich der Gewalt Weichen. In Kreisen des Landtags wird darauf hinge- wiesen, daß ein Rücktritt der Landesregierung den litausichen Plänen nur entgegenkommen würde, da dann der Gouverneur die Möglichkeit besitze, einen Litauer als Landespräsi- sich verlangsamt, soll er versuchen, Kopf und Brust einen freien Raum zu schaffen. Außer dem plötzlichen Tode in der Lawine gibt es auch ein allmähliches Absterben bei zunächst erhaltenem Bewußtsein. Solche Verschütteten müssen versuchen, sich aus der Umklammerung deS Schnees zu befreien oder doch wenigstens mit einem Arm oder einem freigewordenen Stock gegen die Oberfläche hinauf zustoßen. um sich mehr Luft, Licht und vielleicht Rettung zu verschaffen. Ein herausragendes Lebenszeichen kann für die suchenden Kameraden von großem Wert sein: das gleiche gilt von Rufen. Hm die Laute, die die Verschütteten von sich geben, besser hören zu können, hat Dr. Carnpell ein Lawinenhörrohr erfunden, eine 2,50 Meter lange, 200 Millimeter dicke Eisenröhre, an der oben ein Stethoskop angebracht ist. Mit diesem Apparat kann man auch leise Geräusche in der Tiefe der Lawine wahrnehmen und außerdem das Rohr dazu verwenden, um den Verschütteten Luft zuzuführen. Liegt der Verunglückte längere Zeit in der Lawine, so kommt zu der Gefahr der Erstickung, des Erdrücktwerdens und der Erschöpfung die deS Erfrierens. Die Körpertemperatur senkt sich immer mehr, mrd wenn sie etwa 20 Grad Celsius ist, erlischt das Leben. Beim Ausgraben der Verschütteten kann man schon aus der Farbe der Haut Rückschlüsse auf den Zustand ziehen. Diejenigen, die durch Erschöpfung oder Erfrierung bewußtlos find, haben eine Hautfarbe wie grauweißer Marmor. Bei dem sogen, blauen Scheintod ist die Blaufärbung ein Zeichen dafür, daß bei raschen und zweckmäßigen Wiederbelebungsversuchen noch nicht alle Hoffnung verloren ist. Dagegen bietet der „weiße Scheintod" mit weißgrauer Verfärbung nur noch geringe Aussichten auf Rettung. In den meisten Fällen genügt es nicht die künstliche Atinung einzuleiten, sondern es muß auch für künstliche Wärmezufuhr durch das Reiben mit wollenen Decken und das Einhüllen mit warmen trockenen Kleidern gesorgt werden. Unerfahrene Helfer versuchen, dem Bewußtlosen warmen Tee oder Kognak einzugießen. Das ist aber ganz falsch, denn, wer bewußtlos ist, kann nicht schlucken, und so gelangen die Flüssigkeiten nicht in den Magen, sondern in die Luftwege und richten dort großen Schaden an. Ist der Verschüttete wieder zum Leben erwacht, bann muß man abwarten, bis Atmung und Herz normal arbeiten: erst dann kann der Abtransport erfolgen; dabei ist besonders auf gute künstliche Wärmezufuhr ? : achten. Ää er bit 2^6- nn ein. nten >U M M in. abjufüLft? ““WtJ* N bfidtdJ "Ä mg, haft h Qn’let ,sife “>« hi, i," |L bl lo6" 'l«iUlt ir&L? ™m K°Ib,m„,,ij, 7e 5 ourge. " ^"ten, wenn bere-et, bunfo. Ift? Ä "erzeichnung bi,. ’S Sumjnbest ’ j" ®enn ber ?n‘ Qnbtre 'Nem ffieoe !'J°, W die ®(. 'C1i ob In einer 9. Dönern, *'!*,®n«iitnau. J® Wr baraul, ftu« .Hegen den {l7;81U Jtcd)l ben Glauben öderer hält, des. °nn bürste er auch V nicht versagen, e Regierung hätte >ls die seine. amps nomie. den Rülffriit denten, er deutsche Presse« ler Seite geplante biete- hat aus die ar doch etwa- ab« lan sich lebhast bt« : in Abrede zu ' « noch keine-tvegj erneur Rerkh-, hat nunmehr al- Xücktritt des ttcher verlangt, : gesamten mcmcl* chkvmmen würde. inerlel'Bet« :bromg M ®tni« em der mrmeiiün« iglenrng erst vor Mg mit den liiau« tauen autge» Hitcher hat erklärt, >rium aus feinen e. Er würde ledig« Dird daraus hinge« ?r Landesregierung t entgegenfommen neur die Möglich' t al- Lande-präsi« irsuchen, Kops >md |U «affen. M« 2atninc gibt es auch bei zunächst erbat« ZcrMteten müssen msiammerung M och wenigsten« eiaewvrdenen S iszustohen, um sich cht Rettung zu ver z Lebenszeichen kmw i von flto em S rt •'m*** At &*e Ses ■sttfs »L:Zr ff 3% S eine 5au' ^aUcn » Kn 6* alle U'tzcheintod - .«*4 gwW l nur ti3aücn 2ltwungjE.usuhr ollenen । SST denlen zu ernennen. Der wiederum, mit befurchtet werden muh, eine rein litauische Landesregierung bilden würde Dem Memel- ländischen Landtag bleibt dann zwar noch die Möglichkeit, dieser Landesregierung da» Mih- trauen auszusprechen, doch hat es der Dvuver- neur aut Grund de» Memelstatuts in der Hand, dann den Landtag im Einvernehmen mit der Landesregierung auszulösen, woraus die Autonomie praktisch hinfällig geworden wäre Die Forderung deS öouDemcur» läuft also auf einen Staatsstreich auf Nimwegen hinaus, gegen den man sich von memeUäirdischer Seite unter allen Umständen zur Wehr setzen mutz 0ie Betriebsrätewahl 1932. Berlin, 28. San. (XU. Amtlich.) Durch Verordnung der RetchSregierung vom 14. Dezember 1931 ist öle Amtsdauer berientaen Betrieb-Vertreter. deren Amt durch Ablaus der Wahlzelt im Kalenderjahr 19 32 enden würde, um ein Jahr verlängert worden, um die Kosten und wirtschaftlichen Störungen durch allgemeine Rcuwahlen in den nächsten Monaten zu vermeiden Aach Mitteilungen kommunistischer Zeitungen scheint cS. al» ob d t c rote Gewerkschastsopposition versuchen wolle, durch Aiederl^aung ber A e m t e r ihrer Anhänger in möglichst vielen Betrieben trotzdem Neuwahlen öu erzwingen Sin solcher Dersuch bat keine Aussicht auf Srsolg Abgesehen davon, datz e» zweifelhaft erscheint, ob Mahnahmen wirksam sind, die nur zu dem Zwecke erfolgen, eine mit Gesetzeskraft verordnete Regelung der Amtsdauer zu beteiligen. ift eS selbstverständlich, datz der Reichs- arbeiWminifter den für nötig gehaltenen Aufschub der BetriebSrätewahlen durch geeignete Wittel im Bedarfsfälle durch eine ergänzende Recht-Verordnung sicherstellen wird. Die Amtsniederlegung einzelner Belrieb-rat-mlt- glieder könnte nur zum 03 e r I u ft ihres Einflüsse» auf die Handhabung der DetriebSrechte und zum Wegfall ihre» Kündigungsschutzes führen Kleine politische Rachrichten Zu juristischen Mitgliedern de» hessischen StaatSgerichiShofeS wurden ernannt die OberlandeSgerichlSräte Dr. Maurer, Dr Schneider, Dr Schade und Landgerichts- Präsident Weissenbach Zu Stellvertretern wurden ernannt die OberlandeSgerichlSräte Dr. Werner. Dr. Meyer. Schmittspahn und Landgerichtsdirektor Kleinschmidt Am Donnerstag fehlte zu Beginn der Sitzung imKursür stendammprozetz Gras H e 11 - dort. Rechtsanwalt Dr. Sach» halte der Straf- fammer mitgeteilt, datz Gras Helldorf an einer wichtigen Fuhrcrbesprechung in München teilneh- men müsse und daher heule nicht zur 03erhandlung erscheinen könne. Die Antwort, datz Gras Hclldorf unbedingt zur Verhandlung erscheinen müsse, und datz er eventuell einen Vorführung»- oder Haftbefehl au erwarten habe, erreichte den Angeklag. ten nicht mehr, da er inzwischen zum Bahnhof gefahren war. Auf Antrag des SlaalSanwalt» befchlotz die Strafkammer, den Angeklagten Gras Helldorf verhaften zu lassen, da sein Ausbleiben in der Hauplverhandlung nicht genügend entschuldigt sei. 3m Zusammenhang mit den trotz polizeilichen Deiboteo durchgesührten Antikriegsdemo n« ft ra Honen der KPD am 1. August v 3-, in deren Verlauf der PoliAeihauplwachtmeisler 5 l e b l g durch einen Lungenschutz schwer verletzt worden ist, Hal die Slaatsanwaltschaft Anklage gegen insgesamt zehn Personen erhoben- Gegen sieben weitere Angeschuldigle wird der Vorwurs der Begünstigung, de» Aufruhrs und deS Vergehen» gegen daS Schuhwaffengesetz erhoben. Der russische Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten. Litwinow, der sich auf der Reise zu der Genfer Abrüstung-konserenz kurz in Berlin aushiell. hatte Unterredungen mit dem Reichskanzler Dr. Brüning und dem Staatssekretär deS Auswärtigen Amtes v. Bülow. Die Unterredungen boten Gelegenheit zu einem sreundschaflllchen Gedankenaustausch über die schwebenden politischen Fragen, insbesondere über die bevorstehende Abrüstung-- k o n s e r e n z sowie über die von der Regierung der UdSSR, mit verschiedenen Staaten geführten AichlangrissSpakl - Verhandlungen. Der Vorsitzende der Abrüstungskonferenz Henderson ist nach Gens abgereift. • Der Bericht des GeneralratS der D a n k von Frankreich, der in der heutigen Deneralver- sammlung verlesen wurde, betagt, datz der Ka - pitalzusluh nach Frankreich und die Rückkehr französischer Kapitalien auS dem Aus- land nach Frankreich feit dem Monat Mai beträchtlich gestiegen feien, fo datz der Gold bestand in Franc» um rund 1 5 M11 - liarben gestiegen, und die Gold- öedung, die gesetzlich 35 Prozent betrage, von 53.03 Prozent auf 60,57 Prozent gestiegen sei. Aus oder Welt Unterbundene fiommuniftenbemonfiration in Stuttgart Die Kommunisten hatten auf Donnerstag abend eine Massendemonstration auf der König- slratze angelegt Etwa 300 Mitglieder des Kampf« bundes gegen den Faschismus hatten sich aus verschiedenen Stadtteilen auf der tzauplocrkehrsslratze Stuttgarts eingefunden und sich unter die Pa f« lanten gemengt. Unterdessen belebte die politische Polizei überraschend die kommunisiilchc P arteizentrale und nahm sämtliche Führer, im ganzen etwa 25 Leute, die sich gerade ^u einer Konferenz zufammengefunden hatten, in o d) u n • haft, darunter die Abg Schneck und Buch- mann den Leiter Des kommunisliichen Partei- bureaus Fischer und den Arzt Dr 233 o i f Kurz darauf wurde der Führer des Kampfbundes gegen den Faschismus auf der Stratze von Beamten der politischen Polizei festgenommen Die Kommunisten, die damit ihrer Führer beraubt waren, wurden dann vom Bereitschaftsdienst der Polizei alsbald a e r fl r e u t. Dabei wurden weitere 14 Per« fönen feftgenommen. Seine Betluna mehr für die Vesatznns des unieraeoanflcoen enalifdien D-Bootes? 4-u» fleiutuchr cngu|O)t unierfecDOOt „M 2*. dessen Beiatzung wahrscheinlich als oerloren gelten mutz, war mit den modernsten Rettungsoorrichtungen ausgestattet. Jeder Mann der Besatzung besah einen sogenannten „Tauchrelter". ein Rettungsgcrät. das mit einem Sauerstoff Apparat versehen ist und den Cingeschlossenen von selbst an die Oberfläche des Wassers flieht Anscheinend ereignete sich die Katastrophe des englischen U-Boots so schnell, datz es den Eingeschlostenen nicht mehr möglich war, sich durch die Torpedoauestohrohre in Sicherheit au bringen Unsere Bilder zeigen einen U-Boot Matrosen mit der eauerftoffausrüftung, dem sogenannten „Tauchrctter" und eine Tauchglocke mit Hilfsmannschaflen. London, 28. 3an (WT2) Um die Wittags- ACit sind die letzten Hoffnungen geschwunden, die Mannschaft des gesunkenen U-CBDOtes noch retten flu können Die Admiralität teilte heute morgen mit, datz während der Aacht keine Fortschritte gemocht wurden. Der Le ter des MotorhilfSschonerS, Erown. habe der Admiralität berichtet, datz er Dienstag um 18.40 Uhr auf dem Wege nach Portland über dem Meere plötzlich ein Helle- Licht beobachtet habe, das drei Sekunden dauerte, sich ab- schwächte, wieder ausslammte und verschwand. Aus diese Erscheinung folgten zehn Minuten später zwei laute Explosionen, ähnlich Kanonenschüssen. Für beide Erscheinungen weih man keine Erklärung Aus öer Promn^tafbaupffloDt Dietzen, den 29.3anuar 1932. Handwerksburschen einst und jetzt. ES ift so selten geworden, da- Wandern der wirklichen Handwerker. Früher wuchs das Ansehen des Meisters, das Vertrauen der Kundschaft, wenn er in jungen 3ahren sich in der Well um. gesehen hatte .Der ist drautzen gewesen, weih, wie e« in den anderen Werkstätten zugchl. und eS sind Hackcspäne von ihm abgegangen, nicht nur Hobelspäne". 3a, da- bedeutete schon etwa». — Sellen, datz ein .reisender Handwerk-bursche", wic sie sich selbst nannten, wenn sie um einen Zehrpfennig baten, da- Reisen in Vern un« geläufigen Sinne de» Worte» kannte. Von Stadt au Stadl ging zu Futz der Weg, und sprachen sie beim Meister vor, so hatte jede 3nnung ihren bestimmten Grutz. Der Wandergeselle, der in die Werkstatt eintrat, brachte Kunde von den Gewohnheiten überall, war der Vermittler zwischen Dors und Stadt. Er er. zählte vom Handel und Wandel, vom Leben und Treiben der Sladlleule. er sang die Lieder, die in der Stadl neu gewesen waren, er erklärte den Dörflern die Art der neuen seidenen Westen und wie die Schleife zum Vatermörder gebunden wurde. Dafür trug er vom Dorfe die Kehle voll schwermütiger Landlieder, in den Deinen den Vauem- lanz im Ränzel vielleicht eine Dauerwurst, bestimmt aber eine Dusenschleise von seinem Mädel 3m HandwerkSbuch stand so manches Zeugnis, im Patz so mancher Slädlename. Und hochachtbar waren die Meister, die die Zeugnisse schrieben er war wählerisch in den Werkstätten gewesen und hatte wohl bei manchem angeklopft. Aber wo Hand und Kopf Gelegenheit halten, zu besonderer Geschicklichkeit zu gelangen, da lieh er die Zeit nicht ungenutzt vorüber st reichen, denn dawar die richtige Schmiede für einen, 6er künftig selbst Meister werden wollte Kam dann ein Tag, an dem das Herz schwer wurde, dann ging es heimwärts, um denen daheim dem Vater, der Muller - und am Ende noch jemandem - zu zeigen datz er ein ganzer Kerl geworden fei und ber Vater oder Schwiegervater getrost die Werk- stalt in seine Hand legen könne . . Hatte er dann einen Hausstand gegründet und beschältigle er selbst Gesellen und Lehrbuben, dann sahen diese zum Meister auf: der war durch die weite Welt gewandert, der kann etwa» und bei ihm sind wir in guten Händen. So wie der Meister möchte man auch einmal werden. Sitzt er aber am Feierabend mit Frau und Kind am Häuschen vor feiner Tür. dann erzählt er von den Wanderungen, von Dörfern und Städten, von Sitten und Bräuchen, und wenn er ganz guter Laune war. zeigt er den Kindern da» Felleisen tkleinen Rucksack), und der Aelleste nimmt es auf den Rücken. - Vorüber ift die Zeit der reifenden Handwerker. Die Meister von heule haben sich dem .modernen Prcduklionsprozeh" anpaffen muffen. Es wuchs da» Heer der Handwerker ohne besondere Ligen, art Und von den Tausenden und Abertausenden spricht kaum jemand noch den Wunsch au»: .34) möchte werden wie der Meister!" M. Or. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater Dietzen ..Wilhelm Tell". 20 bt» 22.15 Uhr. - Oberhels scher Kunstverein 15 bis 17 Uh-, Turmhaus am Vrandplay. Ausstellung von Oc g.nal-Handze.chnungen ltalienilcher Meister des 16. und 17 3ahrhundert» — Lichtspielhaus Bahnho'stratze -3ord". - ^storia-Licht- ipiele „Der Schirnmelreiter" und „Riff und Rafl als Revolverhelden". - Aus dem Stadttheater bur eau wird uns geschrieben Heute. 20 Uhr. al» 16. Vorstellung im Freitag-Abonnement zu gewöhnlichen Preisen Wiederholung der erfolgreichen 3nszenie- rung Peter Fallolts von Schiller- ..Wilhelm Tel?'. Die Rolle des Werner Stausfacher fDielt Intendant Dr. Rolf Prasch. Spielzeit: 20 bi» 22.15 Uhr. — Morgen, SamStag. 15 45 Uhr „Die Duppenfee" Ballett in einem Akt von Gaul und Hatzreiler, Musik von Bayer, tänzerische Gesamtleitung Ewald Bäulke, Spielleitung Karl Heyser, vorher „Die Wunderlampe". Weihnachts- mäichen von Werner Schmidt, Spielleitung Karl Volck. Die 3nlendanz hat sich de» grotzen Andrangs wegen entschlossen, diese SamstagS-Vor- stellung als DolkSvorstellung zu kleinen Preisen au geben Damit ist jedermann Gelegenheit geboten, der Freude teilhastig zu werden, die diese Vorstellung auSlöft. — Vom Doethebund wird un» zu dem Gastspiel deS Kölner HänneSchen-Thealer am kommenden Sonntag mitgeteilt, datz sowohl die beiden Rachmittagsvorstellungen um 15 Uhr und um 17 Uhr, al» auch die Abendvorstellung um 20 Uhr bei freiem Kartenverkauf stattfinden und jedem zugänglich sind- ES findet also keine geschlossene Vorstellung statt. 3nteressenten seien auf die gestrige Anzeige verwiesen. — Der Füns-Uhr-Tee der Gesangschule von Frau Dr. Meyer, der am kommenden Sonnlagnachmittag im Saale der Krippe (Eingang Maigasse) stattfindet, sei im Hinblick auf den guten Zweck (öer Ertrag kommt der Gietzener Winternothilfe zugute) erneut zu regem Besuche empfohlen. 3n dem Wohltätig» keitsbeitrag von 1 Wk sind Tee, Gebäck, Programm, Garderobe usw. einbegriffen. Man beachte die heutige Anzeige. — „Die Seeschlachten deS Weltkriege-". Der Vildstreifen, der am nächsten Sonntagvormiltag unter diesem Titel im Lichtspielhaus Bahnhofstraße zur Ausführung gelangt, dürste da- 3nleresse breiter Kreise unserer Bevölkerung finden. Der Film will ein Spiegelbild der Heldentaten der deutschen Marine sein, und gibt die bedeutendsten Seeschlachten des Weltkrieges rekonstruiert wieder, um so den Beschauern einen Eindruck von dem gigantischen Kamps der deutschen Kriegsmarine gegen den meist stark überlegenen Feind zu geben. Die erste Seeschlacht de» Weltkrieges, die Schlacht bei Coronel am 1 Rovember 1914, die die Deutschen siegreich sah, der Kamps der „Leipzig" gegen die vierfache Uebermachl (bei Öen Falk- lanöinteln) unö öer Untergang öieses Schiffe- il a. m. ist in packenöen Bildern öargcftellt. Breiter Raum ist der bedeutEidslen Seeschlacht deS Weltkriege», dem Ringen am Skagerrak, gegeben Richt weniger als 148 englische Schiffe standen 103 deutschen in offener Seeschlacht gegenüber. Rach den verschiedenen Filmen, die da- Landheer und die Debirgslruppen im Kampfe zeigten, dürfte der kommende Film ein n.chi weniger aufmerksames Publikum finden Die Vorstellung beginnt, wie stets, um 11.15 Uhr Räheres ist au» der gestrigen Anzeige ersichtlich ee Sladttheater-Abonnement. Die Einlösung de» fünften AbfchnitleS der Stadt- the ater-Abonnement- betr.ff 1 eine Bekanntmachung im heullgen Anzeigenteil. 3ntereffenten seien besonders darauf aufmerksam gemacht. " SamStags keine Schlachtungen t m Schlachthof Die Schlachthofdirektion gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, datz wegen äutz rst g.r ngcr 3nan'pruchnahme des Schlachthofes an den SamStagen keine Schlachtungen mehr ftattfinöen. •• D i e Flelschverbilligung für Hilfsbedürftige. Das Wohlfahrtsamt fordert durch eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil sämtlich« Fleischverkäufer in Gießen auf, die von ihnen für abgegebene» Frischfleisch in Zahlung genommenen Abschnitte 1 unö 2 öer ReichsbezugSfcheine. unö zwar für 11. bis 23. 3a- nuar. bis spätesten» 1. Februar mit zweifacher Rechnung einzureichen, da bei späterer Vorlage eine Vergütung nicht mehr erfolgen kann. Interessenten werden hierauf besonder» hingewiesen. " 3nländisches Holz bei staatlichen Bauten und Instandsetzungen Mit Rücksicht auf die verschärfte W rtschaftSkrife hat der hessische Flnanzrninifter angeorbnet, datz bei Staats bauten ausschliehlich inländisches (deutsche») Holz zu verwenden ift Auch bei alle* Bauwesen der Provinzen. .Kreise. Gemeinden, Kirchen und öffentlichen Stiftungen soll, soweit möglich, hieraus hingewirkt werden. Wenn in Ausnahmefallen die Verwendung au«.anöische* Holzes aus zwingenden Gründen nicht zu umgehen ift. so mutz dafür Genehmigung eingeholt werden. •• Organisatorische Aenderunae* i m Versorgung-Wesen. Vom 1. April ab wird die Bearbeitung der Ruhegeld-Angelegen- beiten öer ehemaligen Offiziere, Beamten und deren Hinterbliebenen der alten und neuen Wehrmacht, be» Reich-wasserschutze». der ehemaligen Kolonialverwaltung, sowie der ehemaligen elsatz- lothringischen Beamten stark zentralisiert und im allgemeinen in jedem Bereich eine» Haupn>erfor- aung-amt» nur ein Veriorgung-amt mit diesen Angelegenheiten befahl werden Für Öen Bereich ÖeS Hauptverlorgungsamtes Hessen, der die Bezirke der Versorgungsämter Darmstadt, Frankfurt 0.2!.. Dietzen. Kassel unö Mainz umsatzt. ift zur Erledigung der erwähnten Verforgung-onge- IcgcntKitcn da» Versorgungsamt Mainz bestimmt worden. Das Versorgung samt Mainz erfährt dadurch non dem genannten Zeitpunkt ab eine wesentliche Erweiterung seiner Ausgaben. " Äellerbranö. In Öen Kellerräumen der Zleischereiverkaufsstelle de» Konsumverein». Liebigstratze 88. brach In ber letzten Rächt Feuer aus. S-s war Heizmaterial in Brand geraten, da» zur Feuerung ÖeS in der Rähe stehenden Räucherapparate» dienen sollte. Da» Feuer, da» unter starker Rauchentwicklung brannte, wurde von der Feuerwehr, die kurz nach ber Alarmierung um 3.50 Uhr an ber Brandstelle erschien. energisch bekämpft. Den Flammen konnte nur unter dem Schutze von Rauchma-ken AU Selbe gegangen werden Kurz nach 5 Uhr ruckte die Fnierwehr wieder ab SriefTaflen öer Heöaftion. iKechtsgulachten sind ohne Derdinölichkeit ber Schrtftleitung.) M. u. 2H. 300. Der Vermieter kann, wenn die betr. Leitung erst nach dem Kriege gelegt wurde, eine entsprechende Erhöhung der Miete über die Sätze der Friedensmiete hinaus verlangen. Letztere können Sie auf dcm Wohnungsamt erfahren. Ob ber Anspruch des Vermieters in der geforderten Höhe begründet ist, kann ohne entsprechende Unterlagen nicht beurteilt werden. Auffallend Ift, datz der jetzt geforderte Zuschlag von dem bisherigen Mieter nicht gezahlt wurde. 8. B. In 71. 0. 1. Vach §7 der Hessischen Ersten Verordnung zur Durchsührung der Auswertung von Sparguthaben sind ausgewertete Guthaben bis zum 1. Januar 1933 für die Gläubiger unkündbar. Vom 1. Januar 1932 an konnte die Hälfte gekündigt wer- den. Die Zweite Verordnung vom 21. Dezember 1931 erklärt eine Kündigung ausyewerteter Guthaben nur dann für wirksam, wenn dieses vom Innenminister durch eine öffentliche Bekanntmachung ausgesprochen worden ist. Das ist bisher nicht ber Fall. Eine Beschwerde ist hiernach zwecklos. 2. Die Kaste mutz Ihnen den Grund mitteilen, weshalb sie bas Buch zurückbehält Ohne Kenntnis dieses Grundes ist vorerst eine Auskunft unmöglich, ob die Kaste im Recht stehl. Dient das Buch vielleicht als Psand für eine andere Schuld? Oit Wetterlage. o 10 Wer. -ss • ■ -- 735 #3 O Worten,ot O"r ter ®ne>B ordern ®woimio. ® oeflctll •*e®e^ * Sainet ä 6«eu»ein ■ ne Bel lyr.^wmduuit-Q-. xtw «eirhir* 0$, £ *awoe> 5ud$udveii UürmseBe» nordvest 0 fiE gemustert...........4.50, v«4U K'seidene Gedecke mit 6 Servietten, in schönen Pastell- C "JE färben, 130/160 cm.... 9.50, O-IU Kaffeedecken, moderne Karos Indanthren ß 7R 130/160 cm 2.25 80/80 cmU.IU Handarbeiten Decken auf gut.Haustuch, mod. 4 | Zeichnungen, 130/160 cm .. I» Mitteldecken, Kreuz- u. Spannstich-Zeichnungen. auf gut. ß Halblein.,Größe80/80od.60/60 "■ Ein Posten Kissenplatten, gezeichnet, in verscnied.Farb., ß auf schwerem Tuch.. 0.75, U. Wäschestoffe Bettwäsche Gardinen Kretonne, 80 cm breit, brauchbare Qualität für Leib- ß Qß Wäsche,.............0.50. U.ÜU Mako, 80 cm breit, aus la ägypt. ß EE Baumw., bes. feinfäd., 0./5, Ueüü Linon, 80 cm breit, dichte Qual, ß Eß für Rassen u. 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Heute morgen 5 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden meine liebe Schwester, unsere liebe Tante Am Dienstag abend verschied plötzlich nach kt zer Krankheit unsre liebe Frau und Mutter, Schwester und Schwiegertochter Die Beerdigung findet am Samstag, dem 30 Januar, nachmittags 2 Uhr vom Sterbehause, Giebener Straße 24, aus statt. sagen nur allen denjenigen, welche ihm die letzte Ehre erwiesen haben, auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Besonders für die zahlreichen Kranzspenden u. die sonstigen Ehrungen am Grabe. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Eleonore Keller, geb. Born. Gestern abend 9 Uhr verschied nach kurzem schweren Leiden meine liebe, gute Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Helene Göbel, geb. Hammel im 60. Lebensjahre. Haush. i.Giehen ob. auherh. Schr. Ang. u. 0530 a. b.GH.Az. tätig war, s. (Stetig. Zeugn. vorhanden. Die Beerdigung findet Sonntag, den 31. Januar, nachmittags 3.30 Uhr zu Utphe statt. Danksagung. Für die so überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unseres so früh Entschlafenen Reichsbahnsekretär Alfred Keller Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Ottilie Fuhr, geb. Beltzer und Kinder. In tiefer Trauer: Familie Heinrich Balth. Göbel Familie Ludwig Göbel Emil Luh und Frau Emma, geb. Göbel. Wieseck, den 29. Januar 1932. Die Beerdigung findet Samstag, den 30. Januar, nachmittags 3 Uhr, einem Engrosgesch. 1 J.Handelssch. des. Schriftl.Angeb.unt. 0537 a. b. GH. Anz. Helnr. van Baßhnlsen Bad-Nauheim Schnurstr. 12. »535 Otto Wilhelm Döll Pfarrer. Statt besonderer Anzeige. Mein lieber Mann, der liebevolle Vater seiner beiden Kinder, unser guter Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Lehrer Ludwig Fuhr wurde mir heute nacht in der medizinischen Klinik nach schwerem, mit größter Geduld getragenem Leiden im Alter von 30Jahren durch, den Tod entrissen. Frau Käte Döll geb. 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ZV a. - ii = E ■e _ Es L = Ä-O = 54 gK* 5 c c T*X ^=g SB V l|~ T-,~ ’Jt •sl •5 e "D . t = *- *= - «E 8 £ phs: -DK LZS .(0 «. 9 C _ » m ■ ♦ft S X s = 3 o s — a r-> rq t= <-> zO fM C' o. c o a> Z -L E i Z E E 19 2 § 19 S to c E? c »8 5 E -o w ■£. rr -= 2 ZD -E i 10 — c -C § ZD xa So, C. -5 § c = c A — s.;: J=- i er c 2: c S L - •i° u :£8 = • ZD c ■= -G" = -a — .19 = - c-e FM i*l « s c c . e a JE o = c e« <9^aÄ •— . v- E o" Ä=-e Ä . so Jg^SR .» cy *. = 5 £ =" Zx-L a x> s> ZJ -s u€€ = Ö-Pi KlKs !e ^E ° «E 2 € 3-e 9 s) = US Z E-e Lsr^A -Z4 2L L s ö - E ER Q k- äH neg s«:§5 2 -SB SL 2 192- = -E 4 ÄÄrl!) 2-e e = 5 JE 2 SA - e s - =? 2. = C i-E-^ K a ÜSEAfiEc L 2 4 3 R S£ 3? o C4 -eyS1 ^E_. Z-RUI8 <3 e 2 = -ZLIZK « g o' € i e?? V — c, Z^, — — 2® 8 «• 4? ® «* C JL-G- 1» C — "Z - CT7 - <95y^^=2EC: c _p . - — o 5 = s c$e= g. : X * ° 2 ZHZZ = C z5 LLZEVH '9^ s « c« 5 4= - rtHH 19 5 "5 BZ. E -7 z= €E d <0 E 2 E 35 2 19 2 E 4S 2 2 2 S 2 A 2 w c «£(5 2 -e lA =9 3 o ±c5S2 D O Fl o ® = ■€ ^ «S=. (9 protzen f)erzenspründen eines ES ohne Macbeths dämonische un> •fc dort ein Richord der Dritte. o-e a «.3 u- ;o ä ■ ,2J S! g ■ Eu ES ES §Z 8 • 3 2 o = r 3-s- — G ~T = *- C C. «ZD ■i? SL E-e o 7 - e 55 T E ■ o N — 2 ■e- = 8 ^2- 2 e G . TE-e “ä J2 C 3S§ »9 3 o l-(9®9 -g-A G? 56 o C C G A ^= 3 e€“u. #: 3 3 G o X =g xa- .G - =4S.C8 ZA.E£t|| O 3 g’Zct^ -S- E S ±..= .L 8Si _ 3 z — = -G -E c -5 - =es(94 SZ'eIZ. äL--e^ 7LS1- KZ.2L ~£ = ■■■ -e S(9?Äzz 2 u c^£ <3 — 0 ^=H -3 • : E CzC = 4-3 «5 8 ^; — y S =2^S l- “ jp■= -? G ‘■ßt G — i<) s> (D ? e««w — C s ■ ’X «2s LLZL->^-L 2 g ~-E- S1 Z. = 2 5 c:£c - a^Ua.E c9. c L eB2c§S “fZ’sH — -7 «2D — c — «= s 3~~ 5 — ■= o G -©■ •e^2cc s ■f-Erfag«; 77 r- S^ *,£ä 2 ^c* I L4 =? S? 3 OJÄ = a£ = z® = 2 , c s^sr « 2 Szd53 e^l°.E BZLLV 5 == 5 o =. o £? **~‘ö *e. S ■ ■c 2> d.' SS O 219.5 — .3 a 5Ä~,2 E .2-^7 E S JO E ■e*D zq-® — o Ä19 2 2 _ w E S ZD LH S^G 2 c-2 •o •: S = .E * = .es c4 = 8$ y 3 o E iz> V> o» o ts X 3 3 3 3 C © ■SJ a D 3 Z D

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I Z. 61 „a 3 g p s o 3 S-q y 3 -■ c or = er 2 re-3-re 2 re oCD ro re p Z ^0 @3 §. g 00 re 7Z3- *3 re P re rea = O 3 »a= rs er 5 3 o a 3 AZ — 3- - re re E = __ c3 2 2 « 2«E:cägfa" ä3~3o=g -s E 8 3 ss 8MKZ- »ZM^As. tog a g=- = re» t- re' P 'S" ZLZZ^." e a RS c-5 3 s?3 ac' 3-aA° re^ 5g & tSag3"-°3 3 ~- ~H©§ ^^°S6ia- a — re P — = ' ^5= p to = 2. O O 3 -reO» cr.a 3 - rs - -re 2 «O o RS.M®Sv= ga <5* 3 Z £D __ r-t- O — 'a‘e"Iaa*5 a o 33: 2.3;?6)3 8 - = P 3 P §y5 - ----rv — -■ ro O 5 = re -Z-a'^ZK *- P 8 2. ” or 3 CD ®e' tS3o32.rooCc '■ 5,"R o. I 2 O 3 £§5 re — S.- $2-1 KZ3^L§- o -3 s 2.3 8° SSC g a =|s^ o - 3 3 E8 Z N8-Z re 3 -re re — ^ä"?=S 3 2 _o,p LS S 5=5 6>Sit4 I-Sjya3 ="'§'CD a =‘ 2. 3* 8 _3CP re ©2 0.3 re e- CP" rs 55® O 3 E: =25 cp 3 3 3 8 A 53 8 -8 3 p 8 o re <8 51 8 2-3 y a 3 SZ.Z Z 5 oX- o a a 2 - 8 Sie 61» c3 3 a-IS 5a 5S ST «1 5 8 3 5 3.2 AZ Sa»«© ° 8 aa-e 9»d 8 3 LS es 5oa 8 = ^6 8 = 2,' @3 8 61I-9" 3 -- ya 2 öS; cp 3 =' 8 7 a g 3 es E = CP 2 o p A R A c o = © o Z.Z = L-. A*' 3 A R E = ,CD O er 2 = L3 Z 2.?W 2;D: a CD X 5" er = re er ©L = E". o • CD 2. _ o . . re. O 3 ^Z = = X ' E 3 3.:.e: I-S^CP 3 83^:2. •s^ao5° 3 L" .£•* 1 o © °toa3H « 2.-8* 3ff Ms 2-X£ —p 5= o " 3 »53 a ' S LSZ 3 a Rgs-g § 52 -CS1 re n 3 re S L2.GL3; 3^Z5Ztza- ZffsEZ- 3re3«n2.»n 3 — 2» 3 -, re 3 er re- =: er a cd o <5* » U® B' RX O u» s 3 a -< •- li. — t~§tgi=a~ — 3 er3 ~2 2 o =f„ Nr. 24 Zweites Blatt siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheßen) Freitag, 2». Zanuar 1952 Flandins Rechnung. DaS Rechenkunststück, das der französische 5U nanzminister Flandin in der Äammcr vorge- lührl hat. wonach die deutschen Zahlun. gen und Lei st ungen an Frankreich insgesamt nur 8,15 Milliarden Goldmark betrügen von denen er noch 6,4 Milliarden für Besatzung-, kosten abzieht, dieses Rechenkunst stück ist eine Unverschämtheit. Es hat im Grunde wenig Zweck sich rein rechnungsmäßig damit zu befassen es genügt, fcstzustellen. daß die französische Rcpara- tionSrechnung eineRcchnungmitdoppcl. tem Boden ist. Weit wichtiger ist die Fest, stellung der tatsächlichen Leistun- gen, die wir gemacht haben. Hier stehen die Dinge aber so, daß eS ungeheuer schwierig ist, die tatsächliche Verminderung des deutschen Bolks- vermögens, die auf daS Konto der sogen. Wieder, gutmachung entfällt, wirklich zuverlässig zu be. rechnen. Der Versuch dazu ist schon wiederholt gemacht worden. Dabei ist natürlich der Nachweis der auf Grund von Dawes, und Voung-Plan gc- -ahlten Beträge recht einfach. Sie stehen zahlen, mäßig zu Buch. Aber biS zur Festlegung der deut- sehen Reparationen in den oben genannten beiden Verträgen sind schon ungeheure Werte beschlagnahmt worden, aber nur «in kleiner Teil davon ist uns aus Repara» tionskonto gutgebracht worden. Rach deut- scher Berechnung (Brentano) beziffern sich die Vor. leistungen biS Ende 1922 auf 41.6 Milliarden Gold- mark. DaS amcrilanikb« Institut of Economics gibt he auf 25,8 Milliarden, die ReparationSkomrnis. sion auf 7,9 Milliarden an. Flandin spricht nur von 7,1 Milliarden, daS sind noch keine 20 Pro- -ent der deutschen Schätzung Die Unterschiede zwischen den einzelnen Berech- nungen beruhen auf der buchmäßigen Einschätzung der einzelnen Posten. Fast daS gesamte deutsche ^kivateigentum im Auslande ourde während und nach dem Kriege beschlagnahmt. Man hat es zum großen Teil verschleudert. Mil. lionenobjette sind für wenige Tausend Mark ver. steigert worden. Aber eS ist doch offensichtlich eine Unehrlichkeit, die interalliierte Mißwirtschaft zu Lasten deS Deutschen Reiches zu buchen. Es wäre sehr wünschenswert, wenn die deutsche Reichs, regicrung möglichst bald mit ihrem Material her. auskäme, und noch besser wäre es. wenn die De. rechnung der tatsächlichen deutschen Leistungen auch von einem internationalen Dremi- um geprüft werden könnte. Selbst wenn diese« zu einer dem deutschen Standpunkte nicht ganz gerecht werdenden Schätzung gelangte, so wird damit Flandin unter allen Umständen und end. gültig widerlegt werden. Das Gegenstück zur Unterschätzung der deutschen Leistungen bildet die Ueberschähung der franzofifchen Schäden. Es ist bekannt, daß sich die Franzosen einen großen Teil des durch die Kriegführung verursachten Schadens von den Engländern schon während des Krieges in bar haben erstatten lassen. Die gleichen Beträge figurieren in der französischen Entschädigungsforderung gegen uns. Die französische Reparationsrechnung ist ein Raubzug gießen S ils. Tat- lache ist, daß die durch den Krieg verursachten Zerstörungen nach Schätzung deS englischen Rationalökonomen Keynes höchstens auf zehn Milliarden zu berechnen sind. Frankreich hat dabei seine eigene Kalkulation noch einmal auf. gewertet. Flandin spricht jetzt von 250 Milliarden Franken, obwohl die tatsächlichen Schäden knapp 80 Milliarden Papierfranken auSmachten. Wie gesagt, ist es aber zwecklos, Die französischen Rechenkunststücke im einzelnen nachzuprüfen. Es ist aber zu beachten, daß die Kammerrede Flandins einen propagandistischen und politischen Inhalt besitzt. Riemand in der Welt glaubt, daß ein amtierender Finanzminister derartig lügen könne. ES gibt in der Welt und besonders in Frankreich selber immer noch unzählige harmlose Gemüter, die solche Zahlenangaben für unwiderleglich halten. Sogar in den Ministerien ausländischer Mächte sind sie zu finden. Flandin versucht hier den ungewöhnlich schäbigen Geschäftstrick, seine Forderungen zu vervielfachen, um s i ch he r u n t e r h a n - Zch hab dir verzieh»! Roman von (llotilde von (5fcgmann«(5fein. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle. 29 Fortsetzung Nachdruck verbaten. AIS Birgit an diesem Tage später als sonst das Förfterhaus verließ und sich rasch auf den Heimweg machte, wußte sie nicht, daß Graf Friedrich nahe bei der Försterei zwischen einigen Holzfällern stand und mit Erstaunen der eilig Davonschreitenden nachblickte. Graf Friedrich war gewöhnt, daß Birgit ihm am Abend die Ereignisse des Tages berichtete. Um so erstaunter war er, daß sie gerade dielen Besuch in der Försterei mit keinem Worte er« wähnte Und als er gam harmlos fragte: .Hast du mit dem alten Förster Orabert etwas zu besprechen gehabt? Ich hätte es dir gern ab« nehmen können, denn ich hatte im Duchenschlag zu tun", da flog ein Rot des Erschreckens über Birgits Gesicht. Sie senkte die Augen und murmelte etwas Unverständliches, worauf sie mit auffälliger Hast das Gespräch auf etwa« anderes zu lenken wußte. Ein heißer Schmerz schnitt durch die Seele des Grafen Friedrich. Sollte es möglich' fein, sollte Birgit etwas haben, was er nickt wissen durfte? Was konnte es sein, das Birgits kristallklares Wesen vor ihm verschloß? Er war zu stolz, ein Vertrauen zu fordern, das ihm augenscheinl'.ch versagt wurde. Die Gedanken quälten ihn, und ohne daß er sich dessen bewußt war, versank er plötzlich in schweigsame Nachdenklichkeit. Birgit fühlte das wohl. Ihre Freundschaft zu Friedrich war so auf restloses Vertrauen gesteht gewesen, daß schon der kleinste Hauch des Mißtrauens sie verändern mußte. Und sie nahm sich fest vor. daß sie ihren Schwager ins Vertrauen ziehen würde, sowie Hans Egon kräftig genug sein mochte, der Auseinandersetzung mit dem Bruder zu begegnen. Vorläufig mußte sie aber Vas einmal auf sich genommene Schweigen bei« behalten, denn der Arzt hatte jede Aufregung für den Kranken verboten. — Graf Friedrich ließ BirgitS Geheimnis keine Ruh«. Nach einer schlaflosen Nacht ritt er schon b«I n z u lassen. Macht man ihm ein seiner Ansicht nach zu geringes Angebot, bann wird er Ilch als in seiner Ehre gekränkt bezeichnen, denn man kann selbst unter den heutigen diplomatischen Verhältnissen den Minister «ine» anderen Lande» vicht behandeln, als wäre er ein Äuriofitätcn- händler Einem solchen kann man unbesorgt fünf ober zehn Prozent deS geforberten Preises bieten, und er wird sich immer noch glücklich schätzen, wenn er ihn erhält Bei weltpolitischen Verhandlungen ist diese Methode sehr viel schwieriger. Dennoch ist sie notwendig. Auf der einen Seite droht uns nämlich der Vorwurf deS betrügerischen Bankrottes, auf der anderen die Gefahr fortgesetzter Nachforderungen und weiterer Erpressungen auf politischem Gebiete. Und schließlich werden wir m diesen Berechnungen Flandins ein Dritte« erkennen: Frankreich w'll überhaupt nicht verhandeln, es bleibt halsstarrig und versucht, die augenblickliche internationale Lage au weiteren Erpressungen auszunutzen. Ob sich diese Rede an eine ganz bestimmte Adresse in London oder Reuyork richtet, wäre interessant zu erfahren. Selbst wenn das nicht der Fall fein sollte, so versucht Flandin, daS französische Volk mit neuen Illusionen zu locken, um bei Nichterfüllung dieser Träume die entsprechende nationale Empörung übet Nichtbefriedigung gerechter Forderungen erzielen zu können. Dos Ganze ist also nichts al« Taktik. Frankreich will Zeit gewinnen. «S wünscht, die immer noch notwendige internationale Konferenz zu verzögern: deren spätester Termin ist der Monat Juni. Inzwischen glaubt Frankreich, die englischen Widerstände zu besiegen. So dumm die französischen Rechnungen sind, so geschickt ist das diplomatische Spiel, das damit getrieben wird. Taten für Freitag, 29. Januar. 1499: Luthers Gattin Katharina v. Bora geboren. — 1860: der Dichter Ernst Moritz Arndt in Bonn gestorben. Wichtige Lohnsteuerbestimmungen. Vom Finanzamt Gießen wird unS geschrieben: Bei der Absührung der Lohnsteuer in bar ober durch Ueberweisung ist zu beachten: ») Arbeitgeber, di« im Äalcnber- labr 1931 die Lohnsteuer ihrer Arbeitnehmer in bar oder durch Ueberweisung abgeführt haben, müssen für jeden am 31. Dezember 1931 bei ihnen beschäftigt gewesenen Arbeitnehmer dem Finanzamt die Steuerkarte 1931 mit der vollzogenen Lohnfteuer-Delcheinigung auf der zweiten Seite derselben übersenden. Die Ueberfendung hat bis zum 15. Februar 1932 an da» Finanzamt zu erfolgen. in detten Bezirk die Steuer,arte 1932 aus- ge'chrieben worden ist. Die Steuerkarten dürfen allo diesen Olrbcitnebmcrn n.d)t auSgehändigt werden, b) Für die übrigen im Jahre 1931 bei ihnen beschäftigt gewesenen, aber vor dem 31 De- > zember 1931 auc geschiedenen Arbeitnehmer müssen die Arbeitgeber bis zum gleichen Zc.ipunkt den Finanzämtern, in deren Bezirk die Steuerkarte 1931 ausgeschrieben worden ist. Lohnftcuer-Ucber- tDcifungjblätter übersenden Die Ausschreibung und Uebersendung von Lehnsteuer-Ueberwei- sungSblättern hat bann zu unterbleiben, wenn der Arbeitgeber bereits beim Aus'cheiden des Arbeitnehmers eine vollständige Lohnsteuer-Bescheinigung auf der zweiten Seite der Steuerkarte 1931 auSge'chrieben hat. Vordrucke zu den Lohn- steuer-UeberweisungSblättern werden von den Finanzämtern unentgeltlich abgegeben. Bei Verwendung von Steuermar- ken: Arbeitnehmer, für die im Kalenderjahr 1931 S'euermarken verwendet worden sind, sind verpflichtet, die in ihrem Besitz befindlichen Steuerkarten 1931 mit den mit Marken beliebten Einlagebogen bi« zum 15. Februar 1932 bei dem Finanzamt abzuliefern, in dessen Bezirk sie am 10. Oktober 1931 gewohnt haben Nähere Aus- funft erteilen die Finanzämter gangen Deutschland. England, Ungarn, Griechenland. Italien. Schweiz. Polen. Monaco. T'checho- slowakei, Belgien. Irland. Japan, Dänemark, Holland, Jugoslawien. Indien. Aegvplen, Finnland, Oesterreich und Rumänien Al« weiterer Teilnehmer in der nordamertkanischen Zone ist zu USA. Kanada hinzugekommen GerätcmannschastSkampf Leihgestern, Da'.bgirmeS, Launöbach. Am kommenden Sonntag findet in LaunSbach ein Gerätekamps der Turnvereine .Frckch auf" Leihgestern. Waldgirmes und Launsbach statt. Die Mannschast de« Turnverein« .Frisch auf" Leihgestern ist eine der besten im Gau Wetterau. Waldgirmes darf man als die stärkste im Gau Lahn-Dünsbern nn<»»r**?n und Launsbach wird in der jetz gen Aufstellung auch e nen beachtlich n Gegner heuen u.tuu« auf eine Mannschaft al» Sieger zu tippen, wäre versohlt, denn es ist zur Genüge bekannt, daß durch einen einzigen Fehlgriff eine« Turner« die schönsten Siegeschancen verlorengehen können. Waldgirmes dürste al« die beständigste Mannschaft gelten. Aus den Ausgang de« Kampfes darf man gespannt fein. Aedeitee-Tuen' und C'porfbunö Zum ersten Spiel der Nachrunde um die Kreis- meisterschast ist Raunheim am Sonntag in Frankfurt-Bornheim zu Gast DaS Vorspiel sah Raun- b.'.m al» überlegenen Sieger. Im bevorstehenden Spiel wird Raunheim einen schweren Stand haben. da die Mannschaft auf ungewohntem Feld antreten muß und die Plahbefitzer alle« daran fetzen werden, um die in Raunheim erlittene Niederlage auszugleichen. Aus dem Trieb stehen fich am Sonntag Dießen I. und Wetzlar I. im Freundschaftsspiel gegenüber. Die Plahbesitzer sollten den Sieger stellen. Wieseck I. ist nach längerer Ruhepause am Sonntag zum Freundschaftsspiel in Lollar zu Gast. Beide Mannschaften lieferten sich immer spannende Kämpfe. Die Lollarer dürften alle« hergeben, um dem Gegner eine gleichwertige Partie zu liefern. Vorher: Lollar Igd. gegen Wieseck ll. Jugend. Heuck-elbcim empfangt Marburg mit zwei Mannschaften zu Freundschaftsspielen. Ob c« den Plahbesitzern gelingen wird, in beiden Spielen gegen die aufstrebenden Gäste Sieger zu bleiben, ist nicht vorauSzusagen. LaunSdach I. ist in Raunheim zu Gast. Die Gäste werden gegen die zweite Garnitur von Raunheim einen schweren Stand haben. Vorher: Raunheim Jugend gegen Heuchelheim Jugend. Rodheim weilt mit zwei Mannschaften in Grüningen und sollte in beiden Spielen den Sieger stellen. Hausen l. und Watzenborn I werden sich in Hausen einen Kamps liefern, den die Gäste für sich entscheiden sollten. Großen-Linden I. ist zum Freundschaftsspiel in Großen-Buseck zu Gast. Der AuSgang des Spie!S ist offen. Rieder-Obmen w ilt mit zwei Mannschaften in Grünberg. E« dürften spannende Spiele zu erwarten sein. WiefeckS Zweite spielt gegen Annerod auf dem. Platz des Gegners und wird wohl einen Sieg mit nach Hause bringen. Außerdem spielen: Frohn, hausen Igd. gegen Hausen Igd.: Lang-Gön« I. gegen Wieseck I. Igd. DezlrkSturntag deS 3. Bezirk«. Arn morgigen Samstagabend findet in Wieseck der ordentliche Dezirksturntag des 3. Bezirke« statt Rach Entgegennahme der Berichte über die Tätigkeit der einzelnen Sparten im abgelaufenen Geschäftsjahr werden sich die Delegierten mit den Ausgaben im Jahre 1932 zu beschäftigen haben. Rach Erledigung der eingegangenen Anträge wird die Tagung mit der Dor- standSwahl beschlossen. Am Ewnntagvormittag findet, ebenfalls in Wiefeck. der ordentliche Bezirkstag statt. Hier werden die Delegierten aller Bezirkr-vereine die Berichte über das verflossene Geschäftsjahr entgegennehmen und über die Ausgaben im Jahre 1932 beraten. Rach Festlegung der diesjährigen DezirkSveranstaltungen und der Beratung ein- gegangener Anträge wird die Tagung auch hier mit der Wahl des Bezirksvorstandes ihr Ende finden. Kind schlief friedlich. Turch Die offene Tür des Nebenzimmers tönte das leise Atmen des Kindermädchens. 6d)on wollte sich Birgit in ihr Schlafzimmer zurückziehen, da glaubte sie eine Tür schließen zu hören, aber in dem niederkrachenden Donnerscklag war dieser Laut ungewiß. Dennoch wandte sie sich noch einmal zurück und ging den Korridor leise hinunter, um in Friedrichs Arbeitszimmer nach den Fenstern zu sehen, denn von dorther schien der Laut gekommen zu sein. Sie öffnete die Tür — wieder ein krachender Schlag, der ihr Kommen übertönte. Da schrie sie auf. 3n dem Licht der Schreibtischlampe stand Graf (Tticbrid), die Pistole auf sich gerichtet, mit der Hand am Abzug. Mit einem Schreckenslaut stürzte sie auf ihn zu. umklammerte seinen Arm, daß sich die Wasse jäh entlud und der Schuh durch die Scheibe splitterte. Dann erst sah sie in fein schmerzzerrislenes Gesicht. und fast niederbrechend flüsterte sie: .Warum, Friedrich - warum?" Gr sah sie mit einem Blick verzweifelter Liebe an. .Warum? Um deinem Glück nicht im Wege zu fein. Du hast Hans Egon von neuem erwählt, und ich muß mich seinen älteren Rechten fügen.“ -2kun verstehe ich“, flüsterte fle, .was für ein furchtbarer Irrtum durch mein Schweigen entstand. Aber glaube mir, du Treuer, nur Rücksicht auf deine Ruhe ließ muh warten. bt8 ich dir die Zusammenhänge offenbaren konnte. Gott sei gedankt, der mich in dieser Minute zu dir geführt.“ Sie zitterte in Gedanken an das Entsetzliche, das sie in letzter Sekunde verhüten gekonnt, und ihre Zähne schlugen in Frost zusanunen. Ein plötzlicher Tränenstrom brach aus ihren Augen. .Weine nicht", sagte Friedrich erschüttert, .weine nicht, Birgit! S^tz dich zu mir und «- -ähle mir alle«! Es gibt nichts, was du mir nicht anvertrauen konntest.“ Leise grollend verzog sich draußen das Gewitter Der Aufruhr der Elemente legte sich. Noch einmal erhellte ein schwaches Wetterleuchten die dunlle Nacht, dann riefelte es sanft und lind über die erschütterte Erde. Beim Schein der Lampe faßen zwei Menschen, fühlten, ihre Liebe war groß und rein genug, um immer wieder die Kraft der Entsagung auszubringen. (Fortsetzung folgt.) G.JL-fport Oer Stand der Fußballspiele in Westdeutschland. Der Westdeul'che Spielverband mit feinem Riesenspielbetrieb dürfte in ernste Gefahr kvm- men, nicht rechtzeitig fertig zu werden. Bisher ist ncch in keiner Gruppe irgendeines Bezirkes ein Meister ermittelt. Die neugeschassenen Pokalspiele halten den Punktbetrieb erheblich auf. In diesem Wettbewerb ist erst eine Vor-Entschcidung gefallen, und zwar siegte in Westfalen die alte „Arminia" Bielefeld über Union Recklinghausen mit 2:0 und bestreitet nunmehr den Schlußkampf mit dem VfL. Osnabrück. — In der Vorschlußrunde de« Bergisch-Märkischen Bezirks spiel- len VfL. Denrath und Schwarz-Weiß Barmen 2:2, und da auch in der Verlängerung keine Entscheidung fiel, werden die Benrather als glückliche Sieger durch da« Los und Gegner für daS Endspiel mit FD. Weyer festgestellt. Tabellenführer in den einzelnen De- zirken sind zur Zell: Rhein (Gruppe I) Alemannia Aachen. (Gruppe II) Sülz 07. (Gruppe III) Odenkirchen 05 07: Niederrhein (Gruppe Ai VfB Ruhrort und Meidericher SB: (Gruppe B) FV. 08 Duisburg: Derg-Mark (I) Fortuna Düsseldorf. (II) VfL. Denrath. (Hl) Schwarz-Weiß Därmen: Rnhrb.zirk (Dor'.mund-Bochum) MBB. Linden, (Gelsenkirchen. Schalle 04. «Essen) Sportfreunde Essen und DB Alteneffen: Westfalen (Ost) Hammer Sp.-B, «West) Spvg. Herten: Hessen-Hannover (Nord) SE. 05 Göttingen. «Süd) Dorussia Fulda. Lüdwestdeutsche LiSsport-Misierschaften Die Durchführung der südwestdeutschen Eissport- Meisterschaften ist jetzt endgültig gesichert und zwar werden die Kämpfe. Eishockey und Eisschnelläufen, am Samstag und Sonntag in Frankfurt zum Austrag gebracht. In den Eishockehkämpfen treffen fid). SE. 1880 Fsm.. SE. Forsthausstraße und der Titelverteidiger Schwenningen. Tie Schncllauf- meisterschaften werden über 520, 1000 und 3000 Meter ausgetragen. Titelverteidiger ist hier R. Rau (Schwenningen). Frankfurt ehrt seine deutschen Meister. Rach alter Sitte lädt die 'Frankfurter Stadt- bertoaltung für den kommenden Sonntag wieder diejenigen Frankfurter, die in irgendeiner Sportart eine deutsche Meisterschaft errungen haben, in den historischen „Dürgersaal' ein. wo eine Ehrung der Meister stattfindet. Im ganzen sind 40 Meister und Meisterinnen geladen, von denen 17 eine Einzelmeisterschaft errungen haben, während die anderen an Mannschaftssiegen beteiligt waren. Wiesbaden erhält den Dier-Verbände-Kampf. Der Magistrat hat mit Zustimmung von der Tatsache Kenntnis genommen, daß am 26. Juni die Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik in Wiesbaden den leichtathletischen Dier-Verbände- Kempf zwischen den Auswahlmannschaften von Süddeutschland. Westdeutschland, MiUe'dcuisch- land und Brandenburg abhalten wird. Dieser Der- anftaltung kommt deshalb größere Bedeutung zu. weil sie eine der letzten Prüfungen für die Kandidaten sein wird, die Deutschland zu den Olympischen Spielen nach Los Angeles entsendet. 22 Nationen beim Davispokal. Kurz vor dem am 31 Januar ablauscnden Meldeschluß für den diesjährigen Davispokalwettbewerb hat fich die Zahl der Nennungen auf 22 erhöht. In der Europazone sind davon allein 20 Meldungen von folgenden Nationen eingc- am frühen Morgen aus dem Hause, direkt nach der Försterei. Auf einem Seitenwege hielt er an unö schlang die Zügel dos Pferdes um einen Baumstamm. Gedeckt durch die hohen Bäume mit ihren breiten Zweigen, ging er von der Aktivseite auf die Försterei zu, die friedlich in der Morgensonne träumte. Riemand war zu sehen. Der Förster mochte auf einem Kontrollgang fein, und feine Frau war. wie man an dem teilen Geklapper der Teller hörte, in der Küche beschäftigt. Nur in dem kleinen Gärtchen lag zwischen Sonnenblumen und hohem Rittersporn ein Mann, der zu schlafen schien. Leise trat Graf Friedrich näher an den niedrigen Zaun, um jäh wieder zurückzuweichen. Der Mann, der da sorgsam in Decken gehüllt in einem Licgestuhl ruhte, war Hans Egon, der verschollen geglaubte Bruder. Unhörbar ging Friedrich zurück, aber al« er aus der Blickweite des Hauses gekommen, wurde sein Schritt immer schneller und schneller, bis er bei seinem Pferde angelangt war. Er saß auf und jagte davon, als wären böse Geister der Vergangenheit hinter ihm her. Stunden um Stunden ritt er kreuz und quer durch die Rauensteinschen Fluren. Ein ungeheurer Schmerz trieb ihn umher. Warum verbarg Birgit ihren Mann, den Mann ihrer ersten Liebe, so sorgsam vor seinen Blicken? Es konnte nur einen Grund dafür geben: Sie liebte ihn noch: ihre Liebe war von neuem erwacht, als der Verschollene zurückgekehrt. Und sie fürchtete, ihn, Friedrich, mit diesem Bekenntnis tödlich zu treffen. Ja, dieser Streich, den das Schicksal auf ihn niedersausen ließ, er war in Wahrheit tödlich. Er konnte nicht leben ohne Birgit. War Hans Egon selbst gekommen oder — der starke Mann stöhnte auf in namenloser Qual — hatte Birgit ihn gerufen? Seine letzte Hoffnung war ver- nichtet. Aber fei e«. wie es fei, leichter war es zu denken, daß ‘Birgit den Verführungen des einst so heiß Geliebten von neuem erlegen war, als daß sie selbst den Anlaß zu seiner Rückkehr gegeben. Er, Friedrich, wußte jedenfalls, was er zu tun hatte, nachdem Birgits Liebe sich dem Bruder wieder zugcwandt. Den ganzen Tag war Graf Friedrich unterwegs. Dom Vorwerk aus hatte er telephonieren lassen, daß man nicht mit den Mahlzeiten auf ihn warten möge. eS wäre ganz unbestimmt, wann er zu Hause sein würde. Dirgit konnte ein unerklärliche- Gefühl der Unruhe nicht überwinden. Immer wieder hatte sie aus dem Eckfenster gesehen, ob der Braune mit seinem Herrn nicht durch das Schloßtor ge- sprengt kam, aber immer vergeblich. Sie hatte sich mit dem Kinde beschäftigt, hatte es zu Belt gebracht und einen letzten Gutenachtkuß auf die vom Spielen noch heißen Bäckchen gedrückt. Nun saß sie mit ihren Büchern in der Schreibtischecke und versuchte, den langen Abend auszufüllen. Durch das offene Fenster klang das Zirpen der Grillen herein, das Lachen der Mägde aus den Wirtlchaftsgebäuden scholl gedämpft herüber. Ein Nachtfalter taumelte an die helle Lampe, unter der fic la«, und ein erster Windstoß kündete das Gewitter an, das sich schon gegen Abend am Hor.zont leise grollend zusammengezogen hatte. Allein mit ihren Gedanken und ihren Nöten, überflog Dirgit noch einmal die letzten Wochen, die eine so unerwartete Erschütterung ihres sonst so gleichmäßig glücklichen Lebens durch das Auf- tauchen des verloren geglaubten Gatten gebracht, ©ie lieble ihn nicht mehr, nur Pflichttreue und Mitleid hielten sie. Sie wußte genau: daß e« unmöglich war. ihr Gefühl für Friedrich, in dem ihr ganze« Sein verankert war. zu lösen oder zu zerstören, um jenes anderen willen, für den sie nur ein heißes Mitleid empfinden konnte, und Dankbarkeit, als den Retter ihre« Kinde«. Daß Rosemarie auch Hans Egons Kind war. kam ihr ganz fern nur zum Bewußtsein, denn alle kleinen Sorgen und die großen Freuden um dies geliebte Wesen verbanden sich ja mit der Gestalt ihres Schwagers. Rosemarie war in ihren Augen Friedrichs Kind geworden, und Hans Egon war nur wie ein blasser Schemen am Horizont diese- jungen Kinderdaseins. 3n tiefen Schmer) versunken, hatte sie daS Wetterleuchten über den Wipfeln der Parkbäume kaum bemerkt. Mechanisch hatte sie da« Bonner- grollen an ihren Ohren vorübergleiten lassen: erst als ein Dlih herniederzuckte und jäh das Dunkel de« Schlohhofe« erhellte, wurde sie in die Wirklichkeit zurückgeführt. Hatte man wohl auch daran gedacht, alle Fenster im Hause zu schließen? Sie ging durch die Korridore, öffnete und schloß die Türen: alle« war in Ordnung. Im Kinder- zimmer brannte die verschleierte Lampe, und das Oberheffen. Lanotrcis (Wcften. ch Rödgen, 28. Jan. Am Dienstagnachmittag wurde die 5 e I ö - und a l o i q g u Oec Gemeinde, die 71 Hektar Wald und 340 Hektar Feld umfaßt, auf weitere sechs Jahre verpachtet. Der PachtpreiS beträgt 460 Mark, seither 700 Mark. Pächter wurden zwei Herren aus Gießen. ch Vollbringen, 27.Jan. Am Sonntag hielt der Grieger- und Schühenverein seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Wilhelm WaltherVII. begrüßte die Mitglieder und gedachte des ehrwürdigen Reichspräsidenten v. H.ndenburg. sowie der verstorbenen Kameraden, deren QIniXcntcn wie üblich geehrt wurde. Für seine 50jährige treue Mitgliedschaft erhielt der Polizcidiener i. R. Karl Schäfer!, die entsprechende Auszeichnung der „Hassia" durch den Vorsitzenden überreicht. Die Mitgliederzahl hat im vergangenan Vereinsjahre wieder eine Zunahme erfahren. Die Rechnung, die von dem Rechner Ludwig Dort!, vorgctragen wurde, ergab einen kleinen Heberschuß. Vom neuen Jahre ab ist dem Kriegerverein der bereits bestehende Schühenverein angegliedert worden. Der Verein führt nunmehr den Ql amen „Krieger- und Schützen- verein Daubringen". Die Wahl des Vorstandes brachte folgendes Ergebnis 1. Vorsitzender Wilhelm Walther VII., 2. Vorsitzender Heinrich Mohr, Schriftführer Joh. Reif, Rechner Ludwig Dort!., Beisitzer Ludwig Jung, Heinrich Kraushaar, Ludw. Mohr I., Hch. Dierau (letzterer als Vertreter des Schühenvereins), Vereinsdiener Karl Frey. — Dieser Tage fand hier die einzige Versteigerung des Drenn- und Ruhholzes statt. Vs wurden bezahlt für je zwei Raummeter: Kiefernrundscheit 10 bis 12, Kiefernknüppel 8 bis 9, Tannenknüppel 6 bis 8, Eichenknüppel 6 bis 7 und Erlenknüppel 6 bis 7 Mark, Dchichthausen kosteten durchschnittlich 5 bis 7 Mark, Kiefernreiser 2 bis 3, Vuchenreiser 8 bis 10 Mark je fünf Raummeter. Fichtenstangen 1. Kl. wurden das Stück mit 2, 2. Kl. bis zu 1,50, 3. Kl. mit 0,80 bis 1,00 Mark bezahlt. LI Großen-Linden, 27. Jan. Am Sonntag fand die Hauptversammlung des Eisen- bahnVereins Großen-Linden und Umgegend statt. Den Jahresbericht erstattete der 1. Vorsitzende, Reichsbahnsekretär SPehrer. Dem Bericht war u. a. zu entnehmen, daß in neun Fällen kranke oder erholungsbedürftige Mitglieder oder deren Angehörige durch die Bezirksfürsorge in Heilstätten und Kurorten Aufnahme fanden und daß von der Bezirksfürsorge hierfür rund 1280 Mark Zuschüsse geleistet wurden. Der Kassenbericht ergab ein günstiges Bild, dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Die sahungsgemäß ausscheidenden Dorstandsmitglieder, 1. Vorsitzender Spehrer, Rechner Keßler, Beisitzer Volk, Viehmann, Friedrich i^nd Grimmel, wurden wiedergewählt. Folgenden Mitgliedern, die auf eine 25jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken können, wurden Ehrenurkunden überreicht: Oberbahnhofsvorsteher Langsdorf, Stellwerksmeister Feller, Rangieraufs. her Zörb, Loh,Dop f. Weichenwärter Arnold. Hoßbach und Zugschaffner Georg Jung I. # Riede, -Bessingen, 27. Jan. Dieser Tage hielt der hiesige Garten, und Obftbau- verein Im Gasthaus Latz seine erste ordentliche Generalversammlung ab Rach Bekanntgabe des Ge- schäfts- und des Kassenberichtes wurde der seitherige Vorstand iEmil Zimmer 1. Vorsitzender, E. Pein II. Schriftführer und Karl Maul, Rechner und Kassierer) einstimmig auf drei Jahre wiedergc. wählt. Im Mittelpunkt der Versammlung stand ein Vortrag mit Lichtbildern, den Landwirtschaftsrat Dr. Lehr (Lich) über das Thema: „Wie erziele ich eine Ertragssteigerung in Obst- und Gemüsebau^ hielt. Der Redner ging auf die Bedeutung der Oua- litätsware, auf Bodenbearbeitung, Schädlingsbekämpfung, marktmäßige Herrichtung der Ernte und verschiedene andere einschlägige Fragen ein. Der Vortrag fand ausmertsame Zuhörer. o. Ober-Bessingen, 27. Jan. Der hiesige Ob st- und Gartenbauverein hielt am Samstag seine Generalversammlung ab. Rach der Rechnungsablage und der Entlastung des Vorstandes wurde über die für 1932 vorgesehene Arbeit im Verein lebhafte Aussprache geführt. Sodann kamen Obst- und Gartenbau-Erzeugnisse, Mittel zur Schädlingsbekämpfung, Fachliteratur usw. zur Verlosung. Der Verein will in diesem Jahre einen Versuch im Anbau von Marktsorten des Gartenbaues vornehmen. Kreis Büdingen i. Bobenhausen, 27. Jan. Rach einem Beschluß der Grundstückseigentümer soll das Feld- ber einigungsverfahren, das bereits vor Drei Jahren eingeleitet worden war, nunmehr e i n g c st e l l t werden. Da das Aufbringen der hohen Kosten fast unmöglich ist, sah man sich zu diesem Beschluß genötigt. Kreis Schotten. WSR. Gedern, 23. Jan. Der Vorstand des Landbundes in Gedern hat im Hinblick auf die gegenwärtigen Zeit e.-hä tnise beschlossen, bis auf we teres den Milchpreis auf 18 Pfennig ?r^.ßitcr und den Preis für die Butter auf 1 Mk. pro Pfund zu fenten. Giarkeuburg. Die Veruntreuungen beim Oberversicherungsamt Darmstadt WS2k. Darmstadt, 28. Jan. 2m Anschluß an die Verhaftung auch der Ehefrau des wegen Unterschlagung in Untersuchungshaft liöcn.'cn Verwaltun. s ekretärs Franz Schalles vom Oberversicherungsamt wird bekannt, daß nach den bisherigen Feststellungen die unter- f ch la gene Summe etwa 100 000 Mark beträgt. Obwohl das Ehepaar ein recht verschwenderisches Leben führte, ist kaum anzuneh- men, daß dieser hohe Betrag restlos verbraucht ist. Man nimmt deshalb an, daß ein Teil des Geldes in Sicherheit gebracht ist. Die Ermittlungen werden fortgesetzt. Preufeen. Kreis Biedenkopf. "WSR. Biedenkopf, 28. Jan. Von den im Zusammenhang mit den umfangreichen Ofendiebstählen auf der Ludwigshütte f e ft • genommenen neun Personen, die zur Zeit Im Gerichtsgefängnis in Marburg In Untersuchungshaft sitzen, sind nach dem Ergebnis der bisherigen Ermittlungen einige recht vielseitig auf dem Gebiete des Eigentumsvergehens Wirtschaft. Holzversteigerungs * Termine. Samstag, 30. Januar. Gemeinde Wißmar: Zusammenkunft bei Gastwirt Sfttenborf, 9.30 Uhr. Hessisches Forstamt 6d)iffenbera: Zusammenkunft hi der Gastwirt Gg. Sommer VI. zu Watzenborn- Steinberg. 9 Uhr. • Mainzer Aktien-Bierbrauerei, Mainz Die Generalversammlung genehmigte einstimmig die Regularien und beschloß die Verteilung einer Stammaktiendividende von 3 (13) Prozent. Auch die Einziehung von 300 000 Mk. im Besitz der Gesellschaft befindlicher eigener Aktien wurde nach kurzer Diskussion beschlossen. Frankfurt ruhig. Frankfurt a. M., 28. Jan. Tendenz: schwacher, Renten behauptet. Bereits am gestrigen Tage haben sich im Esfektenfrciverkehr von Bureau zu Bureau Anzeichen einer schwächeren Tendenz und eines ruhigen Geschäftes bemerkbar gemacht. Auch heute fetzte sich eine weitere Minderung des Kursniveaus durch, wobei man in der Hauptsache auf die Schwäche der internationalen Börsen verwies,' daneben machte sich auch eine gewisse Ermüdungserscheinung geltend. Die Spekulation nahm weitere Glattstellungen vor, denen keine Kauforders gegenüberftanben. Das nur in geringem Umfange herauskommende Material wurde glatt aufge- nonunen, doch bröckelten die Kurse Der Spezial- werte, so IG.-Farben, Reichsbank, Siemens und Schuckert bis zu 2,5 v. H. ab. Bei letzteren wartet man die seit gestern in Gang befindliche Auf- sichtsratssihung ab. An den übrigen Marktgebieten stellten sich etwa 1- bis l,5prozentige Verluste ein. Mehr gedrückt waren am Montanmarkt Mannesmann, die 2 v. H. verloren und auf dem ermäßigten Kursstand angeboten blieben. Die Umsahtätigkeit hielt sich allgemein in engsten Grenzen. Am Rentenmarkt beobachtete man verstärktes Interesse für Reichsschuldbuchforderungen und Reichsbahn-Vorzugsaktien, die auf ihrer gestrigen Basis gesucht waren. Auch Goldpfandbriefe blieben gefragt und behauptet. Don Liquidations- Pfandbriefen zogen Frankfurter Hhp.-Liqul. erneut um 0,5 v. H. an, während Rhein. Hyp.Liqui. offeriert blieben und 0,5 v. H. niedriger lagen. Einiges bestand auch für Städte-Altbefihanleihen. Der übrige Anlagemarkt lag gefchästslos. Auf eintreffende kleine Kauforders und aus festere Anfangsmeldungen pon den Auslandbor- fen zogen die Kurse am Aktienmarkt im Rachmittagsverkehr wieder leicht an. Heber das gestrige ermäßigte Riveau kamen sie aber nicht hinaus. Am Rentenmarkt machte sich besonders nach Reichsaltbesih Rachfrage bemerkbar, die etwa 0,5 bis 0,75 v. H. anzogen. Auch Kommunal- und Städteanleihe erfreuten sich etwas regeren 3nter- effes bei leicht gebesserten Kursen. Eine merkliche Geschäftsbelebung war jedoch am Aktien-, wie am festverzinslichen Markt nicht zu verzeichnen. Berlin fest. B e r l i n , 29. Jan. (WTB. Funkspruch.) Nachdem schon gestern abend unter Führung von Spezialwerten eine kräftige Erholung eingetreten war, die zu neuen Höchstkurfen geführt hatte, blieb die Stimmung im heutigen Freiverkehr, trotz des schwächeren Reuyork und der Unsicherheit an den übrigen Auslandsbörsen, f e st. Das Geschäft kam zwar in Gang, war im großen und ganzen aber nicht umfangreich, da die Märkte wiederum nur sehr geringes Angebot zur Verfügung hatten. 1t lebhaftem Jntere.se wurden die politischen Ereignisse in Schanghai aufgenommen, im Voroergrunde der Äskussionen in den Bankbureaus stand aber die Frage über die zukünftige Gestaltung der deutschen Mark, die durch ein Gerücht, das von einer neuen Rotverordnung der Finanz- und Währungsfragen wissen sollte, aufgeworfen worden war. Dieses Gerücht ist anscheinend entstanden einmal durch den Wagemannschen Reform- plan, der augenb.icklich von den zuständigen Regierungsstellen geprüft zu werden scheint, und zum anderen durch eine gestern ftattgefuntene vertrauliche Besprechung über die Form der beabsichtigten Dankensanierung. Jedenfalls war das Interesse für Aktien, und besonders für Spezialwerte, wieder vorhanden. Während Banken, Schiffahrts- und Montan- papse.e wieder vernachlässigt lagen, zogen Kali- und Elektrowerte um 1 bis 2 Prozent an. Besonders die Elektronebenwerte waren wieder lebhaft gefragt. Heber 2 Prozent hinaus waren dann nur Spezialwerte unter Führung von Re chsbank und Farben gebessert- Aku gewannen z. B. 3 Prozent, Chade etwa' 4 Mk. und Reichsbankanteile selbst etwa 4 Prozent. Auch am Pfandbriefmarkt war die Tendenz freundlich, ohne daß jedoch die Goldpfandbriefe wesentliche Kurs- Veränderungen erfuhren. Kommunalobligationen begegneten dagegen wieder stärkerem Interesse und waren erneut etwa 0,5 Prozent gebessert. Auch Re'.chsschuldbuch waren etwa 0,5 Prozent höher als gestern, ebenso wurden Deutsche Anleihen zu gebesserten Kursen umgeseht. Reichsbahnvorzugsakt.en und Farbenbonds gewannen etwa 1 Prozent, Arbedbonds waren dagegen vernachlässigt. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 28.3anuar 29. Januar Amtliche Notierung Bmillche Notierung 25rlci ®clD Arie Helsingsor» . Wien 6.354 6,366 6,374 6.386 49.95 50,05 49,95 50,05 Prag 12,465 12,485 12,465 12,485 öubapefi . . Sosia . . 56.94 57,06 56.94 57,06 3.057 3,06: 3,057 3,063 Holland 169,58 169,92 169,58 169,92 LSI» 78,82 79,87 78,91 78,92 79,08 Royenhagni. 80, i: 80,12 80,28 Stocldolm 81,12 81,2! 81,37 81,53 London 14.51 14.55 14.55 14,59 Buenos Äire« 1.043 1,041 1,043 1,047 Nennork 4,209 4,217 58,81 4,209 4,217 Brussel 58.69 58,71 58,83 Italien . . 21.08 21,12 21,08 16,57 21,12 Bark« . . 16,57 16.61 16,61 Schweiz 82,10 82,26 82,07 82,23 35,44 Spanien 35,36 35,4^ 35,36 Danzig 82,07 82.23 81.97 82,13 Japan Rir> ve ft an.. 1,528 0.254 1,532 1.499 1,503 0,256 0.257 0,259 Jugoslawien. Lissabon 7,463 7.477 7.463 7.477 13.24 13 26 13,29 13,31 Banknoten 23trlln, 28.Januar ffitio »rief itlmerilanische Noten 4,20 4,22 Belgische Nokcn ... 58,55 58,79 Dänische Nolen .... 79.94 80,26 Englische Noten..... 14.52 14,58 Iranzösische Nolen .... 16.53 16.59 Holianvilche Noien . . . 169,21 21.03 169,89 Italienische Noten . . . 21,11 Norwegische Noten 78,74 79,06 Deuksär-ceslerteich, • 100 Schilling Siunianische Noten . . 2,49 2,51 Schwedische Noten ... 81,19 81,51 Schweizer Noten..... 81,89 82,21 Spanische Noten . . . . 35,23 ^5,37 Ungarische Roten . . Reichsbankdiskont 7 o. f). Lombardzinsfutz 8 v h. Befestigung der Reichsmark. Berlin, 28. Jan. (WTB.) An den internationalen Devisenmärkten war die Befestigung der Reichsmark beachtenswert. In der Hauptsache ist diese Festigkeit auf die Erwartung zurückzuführen, daß die Bank von Frankreich den 25-Millionen-Dollar-Kredit der Reichsbank wiederum prolongiert. In Amsterdam konnte heute vormittag der Kurs auf 58,5250 anziehen, in Zürich auf 121 und in London auf 14,68, während er in Paris mit 598 gut behauptet blieb. Das englische Pfund blieb heute unverändert mit 3,4675 gegen den Dollar, 8.6125 gegen den Gulden, 24,8650 gegen Brüssel und 17,78 gegen Zürich, während es mit 88,15 gegen den französischen Frank fester lag. Der Dollar war heute früh etwas leichter, konnte sich aber im Laufe des Dormittags wieder erholen. Die anderen Devisen waren meist unverändert. Am Rachmittag konnte sich die Reichsmark weiter befestigen; sie zog in Amsterdam auf 58,7650, in Zürich auf 121,10, in London auf 14,6550 und in Reuyork auf 23,63 an. Das englische Pfund war gut behauptet, mit 3,47 gegen den Dollar, 8,62 gegen den Gulden. 88,18 gegen Paris und 17,7850 gegen Zürich. Der Dollar war weiter fester, er konnte in Amsterdam bis auf 248,50 anziehen, schwächte sich aber am Nachmittag leicht auf 248,4375 ab. Der französische Frank war wieder etwas leichter, die Rorodevisen blieben gut behauptet. tätig gewesen. Diese Leute werden sich neben ihrer Teilnahme an den Ofendiebstählen auch noch wegen Holzdieb stählen und Jagdfrevel zu verantworten haben. Hebrigens ist die Gerichtsbehörde jetzt auch dahinter gekommen, daß die Gefangenen den Dersuch gemacht haben, sich gegenseitig geheime Mitteilungen zuzustecken, um dadurch das Ergebnis der Unter- suchung zu beeinflussen. Dem Kassiberverkehr wurde durch strenge Maßnahmen sofort ein Ende bereitet. Kirche uni) Schule. DekanatStonferrn; bei evangelischen Geistlichen biö Lekanatö Gießen. Die erste Konferenz des neuen Jahres tagte am Dienstag unter dem ’2)oriiß von Dekan Gußmann - Kirchberg im Markussaal zu Gießen. Rach Schrlftlesung und Gebet von Pfarrer W a h l - Lang-Göns wurde eine Reihe dienstlicher Angclcgei.heilen besprochen. Pfar.er Wahl hielt dann einen Dortrag über „Der freiwillige Arbeitsdienst". Der Gedante ist im Fluß: Träger der Arbeit sind der Staat, Provinzen, bürgerliche und kirchliche Gemeinden: neben christlichen Organisationen auch die Wehrverbände. Auch bei gesetzlichem Schutz bestehen Bedenken: die Derbindung von Arbeitsdienst und Siedlung, wie bei der Umschulungsarbeit der Inneren Mission, bietet erfreuliche Aussichten. In der Aussprache wurde der freiwillige Arbeitsdienst begrüßt, aber auch vom Staat ein offizieller Ar- beitsdienst verlangt und Damaschkes Bodenreform unterstrichen. Landkreis Gictzen. X W l e s e ck, 28. Jan. 2m 2ahre 1931 wurden In unserer evangelischenPsarreib3 Kin- der getauft, gegen 55 im Dorjahr; dazu in n14 (7). Konfirmiert wurden 32 Kinder getraut wurden 40 Paare (29). beerdigt wurden 43 Gemeindeglieder, von denen 10 in Gießen verstärken. Am Äbend- mahl nahmen 728 (780) Kommunikanten teil. -Vu1nScn. 27. 2an. 2n Anwesenheit des Superintendenten von Oberhessen, Oberkirchenrat D. Wagner- Gießen, fand hier unter dem Donih von Dekan Engel im „Solmser Hof'" eine Dekanatskonferenz der ® e i ft - lichen unseres Dekanates statt. Die Konferenz wurde mit Schriftlesung, Schristbetrachtung und Gebet durch den Leiter eröffnet. Rach Begrüßung des Superintendenten Wagner, des neu ins Dekanat eingetretenen Pfarrers Hotz - Dillingen und der Erschienenen und nach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten hielt Pfarrer Bock-Hungen einen Dortrag über »Die Gottlosenbewegung und unsere Stellung zu ihr", der den vollen Beifall der Versammlung fand. Amtsgericht Giehen. Ein Fahrradmarder aus einem Nachbarorte erhielt wegen Diebstahls eine mehrmonatige G e fängnis strafe. Von dem Richter befragt, wie er zu dem Diebstahl komme, gab der Ange- klagte die zynische Antwort, er sei schon Jahre lang erwerbslos, da hätte er auch einmal etwas verdienen wollen Es war ihm bekannt, daß in einem hiesigen unverschlossenen Schuppen ein Fahrrad untergestellt zu werden pflegte; nachts holte er sich das Fahrrad und fuhr damit in ein Dorf, wo er es für 18 Mark verkaufte. Namentlich der billige Preis trug dem Käufer wegen Hehlerei eine Anklage ein. In ihr hieß es, er hätte aus den Umständen unbedingt den Schluß ziehen müssen, daß es sich um ein gestohlenes Rad handle. Noch der Beweisaufnahme war aber das Rad minderwertig, arg ver- braucht und verrostet. Nicht mit Unrecht erklärte er auch, derartige Notverkäufe seien heutzutage gang und gäbe. Dazu kommt, daß er sich über die Personalien des Verkäufers nach Möglichkeit verläfsigt hatte. Aus diesen Gründen wurde er auf Grund mangelnden Beweises freigesp rochen. Auf der Straße Gießen—Reiskirchen ereignete sich om 20 Oktober v. I. ein Zusammenstoß zwischen • n41 eines biefigen Metzgers und einem landwirtschaftlichen Einspänner. Die Beweisaufnahme, insbesondere die Feststellungen eines Zeugen Hinsicht.' lich der Stellung der beiden Fahrzeuge unmittelbar nach dem Zusammenstoß, ergab die Schuld des Auto- fuhren», der offenbar bei seiner Fahrt die rechte Fahrbahn so, wie es Vorschrift ist, nicht eingehalten cI-T ROVANI LLE Schöffengericht Gießen. * Gießen, 27. Jan. Ein jüngerer Schreiner- geselle war eines Sittlichkeitsverbrechens im Sinne des § 176 Z. 3 StGB beschuldigt. Er war im vollen Umfange geständig. Auf Antrag des Staatsanwalts wurden ihm mildernde Umstände bewilligt und gegen ihn die gesetzliche Mindeststrafe von 6 Monaten Gefängnis auäge- sprochen: außerdem wurde ihm ein Monat der Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet. Das Urteil wurde nachträglich anerkannt. Ein auswärtiger Maurermeister hatte sich wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Er hatte eine ältere Frau in der Dorfstraße mit seinem Auto an- und totgefahren. Ursprünglich gab er an, er habe die Frau schon aus größerer Entfernung gesehen, er habe auch Signal gegeben. Auf Grund dieser Angaben und nach Anhörung eines Sachverständigen, der ein fahrlässiges Handeln des Angeklagten bejahte, wurde die Anllage erhoben. Heute schränkte der Angeklagte die früheren Angaben ein und behauptete, er sei, als er die Frau gesehen, nur etwa 10 Meter entfernt gewesen. Das Gericht sprach den Angeklagten frei, eS bestünden immerhin Zweifoi an der Schuld des Angeklagten und es müsse deshalb zugunsten des- f eiten erkannt werden. Der Rechner eines oberhessischen Spar- und Vorschußvereins war der Untreue beschuldigt. Vergehen gegen § 146 des Genossenschaftsgesetzes. Er soll eine Reihe von 2ahren hindurch sich größere und kleinere Beträge der Genossenschaft angeeignet und zum Rachteil derselben verfügt haben, so daß ein Gesamtschaden von etwa 23 000 Mark entstand. Die umfangreiche Beweisaufnahme ließ an der Schuld des Angeklagten kei- ' nen Zweifel aufkommen. Der Staatsanwalt beantragte 9 Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte auf 8 Monate Gefängnis und auf eine Geldstrafe von 203 Mk.; mildernd wurde berücksichtigt, daß die Kontrolle durch den Dienst- und Aufsichtsrat der Kasse nur mangelhaft aus- geübt wurde. Kb1eSrafchend IchmenbefeIHgunfl Sk J Kl K°P,schmerzen jeglicher Art, Migräne. << Neuralgien und rheumatischen ßeschwer- V den durch das ärztlich bestens empfohlene =* * 1 Cltrovanille. UnschädllchfürHerzu.Magen. 0 Pulver- od. 12 Oblaten-Packung RM 1 10 und auf diese Weise den Unfall veranlaßt hat. Sachschaden war nicht entstanden. Er wurde zu einer namhaften Geldstrafe verurteilt. Eine öfters vorbestrafte Ehefrau sagte einem in Dienst befindlichen Polizeiwachtmeister auf dem Marktplatz in Anwesenheit vieler Menschen auf moralischem Gebiet üble Dinge nach, als er gerade da- für Sorge trug, daß der dort verhältnismäßig enge Bürgersteig nicht durch unvcranlaßtes Stehenbleiben von Passanten — darunter befand sich auch die An- geklagte — einen regelmäßigen, zur fraglichen Zeit lebhaftem Verkehr entzogen werde, zumal sich in letzter Zeit derartige, auch an hiesiger Stelle schon zur Sprache gefommene Verkehrsstörungen häuften. Schon ein Hinweis darauf, daß durch solche Verkehrsstörungen auf den Bürgersteigen Passanten leicht auf dte Fahrstraße gedrängt und die Zugänge zu den Häusern und Läden erschwert werden können, sich auch an vielen Stellen ter Stadt die Schienen- gleise der Straßenbahn ganz in der Nähe der Fußsteige befinden, sollten genügen, um das Hinsicht ch der Strafbarkeit derartiger Verfehlungen oft un- gläubige Publikum zu überzeugen, daß die Polizeibeamten, die ja erfahrungsgemäß nur krasse Fälle — und stets nach Warnungen — zur Anzeige bringen, zum Einschreiten zwecks Veranlassung eines Strafverfahrens berechtigt sind. Die.Angeklagte erhielt wegen Beamtenbeleidigung eineWocheGe- fängnis. ** Kunst und Wissenschaft. Sophus Michaelis f. 2n Kopenhagen ist der bekannte dänische Schriftsteller Sophus Michaelis im Alter von 66 Jahren gestorben. Michaelis wurde am 14. Mai 1865 in Odense geboren. Er studierte Kunstgeschichte und Literatur und war dann Rcd-kteur an rer.chiedencn Blättern. Als Schriftsteller ist er vor allem durch seine Romane „Aebelo", „1812" und „Helenen und Barbar" bekannt geworden- Auch als Dramatiker hat er Erfolge erzielt, insbesondere mit der in der ganzen Welt aufgeführten „Revolutionshochzelt". Weniger bekannt ist außerhalb Dänemarks, daß Michaelis auch als Lyriker einen hohen Rang beanspruchen darf und daß er neben 2akobsen und Bang zu den größten Sprachschopfern seines Landes gerechnet wird. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung j Film und Geschichte. Dem, was in Rr. 21 des Gießener Anzeigers über den Vorck-Film geschrieben wurde, kann man gewiß in vielem zustimmen; vor allem ist ja Werner Krauß als Borck eine ganz wundervoll gelungene Gestalt. Aber wenn es heißt: „Der Film könne der feststehenden Heberlieferung nicht Gewalt antun, und könne aus der Fabel nicht mehr machen, als da ist", so möchte ich dazu bemerken, daß Herr Hans Müller mit den geschichtlichen Tatsachen doch in einer Freiheit geschaltet hat, die mir über das zulässige Maß hinauszugehen scheint. Sein Gedanke, den General selber nach Berlin reiten und vor dem Könige einen Fußfall machen zu lassen, scheint mir doch der groteskeste Hnjinn zu sein, den man sich erdenken kann. Der wirkliche Verlauf, wie chn Droysen in seinem ausgezeichneten Buche so packend geschildert hat, war reich genug an spannenden, geradezu dramatischen Momenten, um zu seiner wirkungsvollen Darstellung solcher Sensationen gar nicht zu bedürfen. W. K. Letzte Nachrichten. Ehina appeUieri an ten Völkerbund. Genf, 29. Jan. (WTB. Fun'spruch.) Der Vertreter Chinas im DölkerbundSrat, Botschafter Dr. Pen, hat heute vormittag den Antrag gestellt, baß der DölkerbundSrat s i ch sofort auf Grund deS Artikels 15 mit dem chinesisch-japanischen Konflikt befassen soll. Zur Begründung des Antrages wird dem Vertreter des WTB. von 6cm Botschafter Yen erklärt, daß das bisherige Verfahren dcS DölkerbundsrateS auf Grund des Artsiels 11 zu keinem Erfolg geführt habe. 1000e ... ^1000° Spitzen und Stickereien von Meter Meter 5, 10 3> Meter wische und Kopfkissen Meter 50, Meier 25 nu moderne Muster Meier 25, Meter teils rein Leinen .. Modehaus Salomon Schulstraße 4 Stickerei, 6-'4 cm br., aus la Maoapo'am od. Betisi für elegante Bett- u. Leibwische, Mu 5, SHc>«erel-T'Iger, aus la Camorlc od. Batist. 10 10 15 Klöppel-Elnsltze und -Spitzen, bis 8 cm breit, für Tischdecken u. Bettgarnituren Meter Einsätze und Spitzen und Gardinen... .............. Lelnen-Vaienclenne-Klöppel für feine Leiöwische........... 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Betr.: Fleischverbilligung für Hilfsbedürftige. 741D Alle Fleischverkäufer in Gießen werden aufgefordert, die für Frischfleisch in Zahlung genommenen Abschnitte 1 und 2 (für 11. bis 23. Januar 1932) von Reichsbezugsscheinen bis spätestens 1. Februar 1932 mit zweifacher Rechnung beim Wohlfahrtsamt, Gartenstraße 2, einzureichen. Verspätet eingehende Rechnungen bzw. Bezugsschein-Abschnitte dürfen nicht mehr vergütet werden. Gießen, den 27. Januar 1932. Bürgermeisterei Gießen. (Wohlfahrtsamt.) Auskünfte tnRecklS-, Stras-.Kamii.-Auge- leaenhetten, Gesuche, Verträge. Beobachtungen. Ueberwachg. und Ermittlungen preiSw.. streng dtskr. u. an all. Orten ert. u. erledigt Detektiv- Burean-n. Auskunftei Inh.K.Gerz,Bad-Nau- heim. Kurstr. 17. tis Lagd-Verpachtung. Freitag, den 5. Februar 1932, nachmit- kags 2 llhr, soll in der Wirtschaft von Gg. Lotz II. die der Gemeinde Betzenrod zustehende Feld- und Waldjagd unter den bei der Verpachtung bekanntzugebenden Bedingungen in zwei Abteilungen auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. 749D Betzenrod, den 28. Januar 1932. Hess. Bürgermeisterei Betzenrod. Appel. In wacht und Pulvernampf H versinkt die größte I aller Seeschlachten! ■ — Die Jugend hat ZutrittI — Karten-Vorverkauf 0.75 bis 2.00 Mk. im Lichtspielhaus s,T:Betten UM Schl 3 fzim Kl nd er L eiten. Polst,3 ahlmatr., ChaiseL, an Jeden. Teilzahle- KataL fr. Ei rienmö beUabnx Suhl (Th.' Jagd-Verpachtung. Samstag, den 6. Februar 1932, nachmit- lags 2 Uhr, soll auf dem Rathaus die der Gemeinde Inheiden zustehende Jagd auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. Inheiden, den 28. Januar 1932. 747V Bürgermeisterei Inheiden. Reitz. c "des Weltkrieges Bei Coronel Amt.Nov.1914 ein deutscher Sieg! zerstörte Vize- —_ Admiral Grafv.Spee den Nimbus englischer Unbesiegbarkeit. 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