Montag, 28. November 1952 182. Jahrgang nr. 280 Kvübaussabe GktzmerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Ztelndruckerel H. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schnlltraße 7. Annahme von Anzeigen für b|e Tagesnummer bis zum* Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts ]O Reichspsennig: für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteure Dr. Friedr. Wilh. Lange, verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undsürdenAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmcl sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat >m Bild • Die Scholle Monat,-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illufttierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Sranlfurt am Main 11686. AichtangriffSpakt zwischen Frankreich und Sowjet-Anßland. Ein Gegengewicht gegen den deutsch-russischen Rapallo-Vertrag. „Gefahr für Europa." Was in Deutschland^seit nun drei Jahren vor sich geht, ist dem Ausland u n o e r st ä n d l i ch. Die inneren Kämpfe, die politischen Umschichtungen, der ganze Gärungszustand sind ihm unheimlich. Es kann die Gründe, die treibenden Kräfte nicht sehen und fürchtet einen Ausgang, der die politische und wirtschaftliche Ordnung Europas unterminieren könnte. Jeder Ausländer, aus welchem Staat Euro- pas er auch kommen mag, äußert sich in diesem Sinne. Nichts erscheint ihm unmöglich, er ist auf alles gefaßt, auf Revolution, Bürgerkrieg, Diktatur, Monarchie, faschistisches oder kommunistisches Regiment. Und immer hört man aus allem heraus: dieser wilde Gärungszustand könnte eine „G e» fahr für Europa" werden. Es mag menschlich verständlich sein, daß man im Ausland dieser Gefahr begegnen möchte. In diesem Bestreben lassen sich Amei Methoden erkennen. Die eine ist, dieses so gefährlich erscheinende Volk fest in Fesseln zu halten. Die andere, die Fesseln zu lockern, ihm in ehr Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, und Zusammenarbeit und Verständigung mit ihm zu suchen. Die einen wollen die Isolierung und bewaffnete Bewachung Deutschlands — wie man einen Wahnsinnigen und Pestoerdäch- tigen bewacht — die anderen eine Hilfe und Gesundung, aber unter Vorsichtsmaßnahmen und Bedingungen, unter Bereityaltung der Waffen und Zwangsjacke. Bezeichnend ist die Haltung großer Finanzgruppen unter amerikanischer Führung. Sie halten die fremden Gelder, die in Deutschland investiert worden find, zum großen Teil für verloren. Sie wissen, daß Zinszahlung und Amortisation nur möglich sind, wenn der Jndustrieapparat Deutschlands mit Erfolg angekurbelt ist. Davor jedoch hat man Angst, und so ist man auf eine eigenartige Idee verfallen, der doppelten „deutschen Gefahr" zu begegnen. Auf die Idee, Deutschland zu reagrarifieren; und zugleich für die überschüssige Jnduftriebevölke- rung ein Ventil zu öffnen, eine Auswanderung in größtem Maßstabe. Man glaubt die Vorbedingungen für diesen Plan günstig in Deutschland angesichts der Siedlungspolitik, die von weiten Kreisen des deutschen Volkes begrüßt und erstrebt wird. Für ebenso stark wird die Lust zum Aus- wandern angesehen, das Ergebnis der Verzweiflung von Millionen Arbeitslosen. Diese Finanzleute denken daran, den Millionenstrom deutscher Arbeiter in u.e Staaten von Südamerika zu lenken. Amerika, England und Frankreich haben Milliarden in Südamerika i n v e ft i e r t, die als verloren gelten können. Mit Hilfe der ausgewanderten deutschen Arbeiterheere sollen sie gerettet werden. Die kolonisatorische Erschließung und Ausbeutung des südamerikanischen Kontinents sieht man als die große Aufgabe und Chance des nächsten Jahrhunderts an. Dieser kolonisatorische Feldzug soll, nach den Vätern dieser Idee, natürlich nicht in der Form geschehen, daß die Einzelsiedler angesetzt werden, man will eine neue Form versuchen, eine militärische Form sozusagen. Wie seinerzeit die amerikanischen Truppen nach Frankreich geschafft wurden, mit völliger Ausrüstung, mit Verpflegung, Wagenparks, mit montagefertigen Häusern usw., so sollen deutsche „Arbeiterdivisionen" in verschiedenen Staaten Südamerikas angesetzt werden. In der letzten Zeit hat man von diesem Projekt nichts mehr gehört, nur in einigen südamerikani- schen Blättern wurde heftig das Für und Wider erwogen. Wir führen diesen Plan an, um zu zeigen, welches Alpdrücken Deutschland nicht nur den europäischen Mächten, sondern auch Amerika verursacht. Derweil entwickelt Frankreich sein System der Sicherheit weiter, um Deutschland mit einem ganzen System von Einfesselungen zu umgeben. Daneben fordert es eine Kontrolle der deutschen Bewaffnung, wie sie im Genfer Protokoll von 1924 vorgeschlagen war. Vielleicht wird man Deutschland dabei theoretisch eine „Gleichberechti- aung" zuerkennen, obwohl man ernsthaft an den Erfolg eines solchen Täuschungsmanövers nicht glaubt. Alles das ist aber nichts anderes als ein Zeichen von Furcht und Ratlosigkeit: auch das Zeichen eines schlechten Gewissens. Denn man hat, auch in Frankreich, allmählich eingesehen, daß man ein so großes Volk wie das deutsche nicht ungestraft in der Weise mißhandeln und außerhalb des Rechts setzen kann, wie das durch den Versailler Vertrag geschehen ist. Man hat ihm mit diesem Diktat jede Möglichkeit zu einer gesunden Entwicklung genommen. Und wenn heute das deutsche Volk von Not und Verzweiflung getrieben und innerlich zerrissen ist, s-- liegt der größte Teil der Schuld bei den anderen. Auch die Kämpfe um den Neubau der Verfassung und des Staates gehen zum großen Teil auf das Schuldkonto der Gegner im Weltkrieg. Das muß einmal dem Ausland klar und deutlich gesagt werden. Man hat damals dem deutschen Volke suggeriert, der preußische Militarismus habe die Well bedroht und fei „schuld am Kriege": mit hat behauptet, die Alliierten führten den Krieg für die Zivilisation und für den Frieden. Man redete dem deutschen Volke ein, ein demokratisch regiertes Deutschland werde einen billigen und ehrenhaften Frieden erreichen können, auf der Grundlage der vierzehn Punkte Wilsons. Das deutsche Volk, erschöpft und ausgehungert durch den vierjährigen Krieg, ließ sich düpieren und wurde in schmählicher Weise betrogen; nicht nur bei Abschluß des Waffenstillstandes und des Friedensvertrages, auch später immer uni) immer wieder. Und damit war von vornherein das demokratische System in Deutschland belastet. Das mußte zu schärfsten inneren Kämpfen führen, die wiederum eine innere und äußere Schwäche zur Folge hatten. Das Ergebnis aber konnte nur eine revolutionäre Gärung sein, aus dem natürlichen Selbsterhaltungs- Paris, 26. Nov. (WTB.) Wie Havas bekannt- gibt, wird der heute vom Ministerrat gebilligte Text eines Nichtangriffspaktes mit Sowjet- rußland, desgleichen der Text eines Aus- gleichsvertrages, am kommenden Dienstag vom Ministerpräsidenten H e r r i o t und dem Sowjetbotschafter unterzeichnet werden. Auf Ersuchen der französischen Regierung soll bei den Pakten eine besondere Erklärung der Sowjets beigegeben werden, die den Interessen R u - m ä n i e n s Rechnung trägt, um soweit wie möglich den Verzicht der rumänischen Regierung auf Unterzeichnung eines Nichtangriffspaktes mit Sow- jetruhland auszugleichen. Der Nichtangriffspakt zwischen Frankreich und Sowjetrußland enthalt eine Präambel und sieben Artikel. In der Präambel wird erklärt, daß der französisch-russische Vertrag die Bestimmunaen des Dölkerbundspaktes wahrt und den Briand-Kettoggpakt bestätigt. Artikel 1 des Vertrages legt beiden Ländern die Verpflichtung auf, auf keinen Fall entweder einzeln, oder mit einer dritten Macht, oder mehreren Mächten zusammen zum Kriege zu greifen, oder irgendeinen Angriff zu unternehmen und die Unverletzbarkeit der unter ihre Souveränität gestellten Gebiete zu achten bezw. derjenigen Gebiete, deren auswärtige Vertretung sie durchführen oder deren Verwaltung sie kontrollieren. Auf diese weise werden nicht nur das französische Mutterland und feine Kolonien, sondern auch die unter französischem Protektorat oder Mandat stehenden Gebiete geschützt. Artikel 2 ergänzt Artikel 1 durch die Bestimmung, daß, wenn eine der kontrahierenden Parteien von einer dritten oder mehreren anderen Mächten angegriffen wird, jede der Parteien sich verpflichtet, weder direkt noch indirekt dem Angreifer Hilfe zu leisten. Andererseits wird ausdrücklich bestimmt, daß, wenn eine der Parteien einen Angriff gegen eine dritte Macht unternimmt, bte andere Partei sofort den Vertrag kündigen kann. Artikel 3 enthält Testimmungen, durch die Frankreichs Verpflichtungen als Völkerbundsmitglied restlos gewahrt werden. Artikel 4 sieht die Verpflichtung der kontrahierenden Parteien vor, an keiner internationalen Entente teilzunehmen, die praktisch daraus hinausliefe, den An- oder Verkauf von Waren oder die Bewilligung von Krediten an eine der Parteien zu verwehren, und keine Maßnahmen zu ergreifen, die geeignet wären, eine der Mächte von jeder ^Beteiligung an ihrem auswärtigen Handel auszuschließen. Diese Testimmung ist getroffen worden auf Grund des Dekrets der Sowjetunion vom 20. Oktober 1930, durch das verfügt wurde, daß kein Auftrag mehr nach Frankreich vergeben werden dürfe, und im Hinblick auf die von beiden Parteien bekundete Absicht, demnächst Verhandlungen ;um Abschluß eines Mrlfchafts- Vertrages aufzunehmen. Frankreich behält volle Handlungsfreiheit für feine innere Gesetzgebung im Rahmen der von ihm eingegangenen Verpflichtungen. Dagegen verpflichtet sich Rußland, Frankreich nicht von seinem Export und seinen Aufträgen auszuschließen. Artikel 5 betrifft den politischen Angriff durch Propaganda. Er ist, von geringen Abänderungen abgesehen, nach dem entsprechenden Artikel des zwischen Rußland und Polen in Riga abgeschlossenen Vertrages gehalten. Auf Grund dieses Artikels verpflichtet sich die Sowjetregie- rung, sich jeder Aktion zu enthalten, die irgendeine Agitation oder Propaganda Hervorrufen oder begünstigen könnte, wodurch die territoriale Integrität der anderen Par- trieb des Volkes heraus Das deutsche Volk steht heute mitten in dieser Gärung, deren Ziel nichts anderes ist als das Suchen nach einer gesunden und starken Lebens- und Staatsform. Auch das demokratische System hätte eine solche Entwicklung zeitigen können, wenn es nicht von vornherein belastet gewesen wäre mit dem Betrug durch die Gegner und folgend mit ihrer geradezu stupiden Einsichtslosigkeit. Es ist an der Zeit, daß sich Europa und die Welt über diese primitiven Dinge klar wird. Es hätte damit den Schlüssel zum Verständnis dafür, was sich jetzt in Deutschland, scheinbar chaotisch, entwickelt. Deutschland i st keine „Gefahr für Europa", wenn man ihm nicht alle Wege zu einer gesunden und ehrenvollen Entwicklung verrammelt wie bisher. Mittelstandsforderungen an die Reichsregierung. Verl in, 26. Rov. (ERB.) Der Zentralverband DeutfcherHaus - undGrund- besihervereine und der Reichsverband des DeutschenHandwerks haben in einer gemeinsamen Eingabe an die Reichsregierung darauf hingewiesen, daß sich die hinsichtlich der Wiederinstandsetzungsaltion des tei beeinträchtigt würde, oder auf dem Wege der Gewalt das politische oder soziale Regime eines oder aller Gebietsteile der anderen Macht, wie sie in Artikel 1 des Vertrages definiert sind, zu ändern. Jede direkt oder indirek» von den Sowjetbehörden in- oder außerhalb Rußlands gewährte Unterstützung von Bewohnern der französischen Kolonien, Protektorats- oder INandatsländer wird damit grundsätzlich verboten. Aus dem gleichen ®obantengang heraus versagt es sich die russische Regierung, auf ihrem Gebiete Organisation zu schützen, auszurüsten, zu subventio- nieten ober überhaupt zuzulassen, die sich die Gewalt der Regierung ober ber Vertretung eines ober aller Teile französischen Gebiets, französischer Kolonial-, Protektorats- ober Manbcttslänber an- masten. Diese Bestimmung hat dagegen nicht zur Folge, daß bie ehemaligen russischen Untertanen, so- weit sie in Frankreich wohnen, bas jetzt sämtlichen politischen Verbannten gewährten Schutzes beraubt werben. Die gegenseitige Verpflichtung, auf ihren Berlin, 26. Rov. (WTD.) 3n einem Erlaß an die Bezirkskommissare beschästigt sich der Reichskommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst mit der Durchführung des Arbeitsdienstes im Winter. Zunächst wird festgestellt, daß infolge der zahlenmäßigen Entwicklung des Freiwilligen Arbeitsdienstes die bisk^r zur Verfügung stehenden Mittel Anfang Dezember verbraucht sein werden. Auf Vorschlag des Reichsrommissars ist mit Zustimmung der Reichsregierung aus den Mitteln der Reichsanstalt ein weiterer Betrag zur Verfügung gestellt worden. Aus der Ratur der im Freiwilligen Arbeitsdienst geleisteten Außen- arbeiten folgt zwar, daß ein wesentlicher Teil der Maßnahmen in den Wintermonaten (Januar und Februar) zum Erliegen kommen muß. Immerhin wird es möglich sein, mit den zur Verfügung stehenden THittcln den Freiwilligen Arbeitsdienst auch in diesen Monaten auf ein Drittel des bisherigen Standes zu halten. 3n erster Linie sollen hierbei die geschlossenen Arbeitslager (Arbeitslager mit gemeinsamer Unterbringung) aufrechterhalten bleiben, denn es wird, wie der Reichskommissar weiter feststellt, erfahrungsgemäß bei den geschlossenen Arbeitslagern der Gemeinschaftsgedanke des Arbeitsdienstes besser verwirklicht, als bei den offenen Maßnahmen. Der Reichs - kommissar bezeichnet es als Ziel aus weite Sicht, nur ein Drittel aller Maßnahmen als sog. offene Maßnahmen zuzulassen. Für die Durchhaltung der geschlossenen Lager im Winter wird als Voraussetzung bezeichnet, daß Unterkunft und Bekleidung der Dienststellen den Bedürfnissen des Winters angepaht sind. Dies wird in manchen Fällen eine besondere Herrichtung der Unterkunftsräume und Ergänzung der Bekleidung der Dienstwilligen notwendig machen. Soweit erforderlich, kann bei geschlossenen Arbeitslagern zu diesem Zweck auch bei bisher niedrigerem Förderungssah auf den höchst- förderungssah von 2 R2N. je Tagwerk und Arbeitsdienstwilligen hinaufgegangen werden. Als weitere Voraussetzung für die Durchhaltung der geschlossenen Arbeitslager wird gefordert, daß die anerkannte Arbeit sich auch als Winter- Hausbesihes gehegten Erwartungen restlos erfüllt hätten. Die von ber Reichsregierung bereitgestellten 50 Millionen Mark Rcichszuschüsse seien bereits restlos aufgebraucht. Dies bedeute, daß innerhalb weniger Wochen für rund eine Viertelmilliarde Reichsmark Aufträge an das Handwerk gegeben werden konnten. Die Erfahrung von nur zwei Monaten habe gezeigt, daß beim deutschen Haus- besih ein nahezu unerschöpfliches Arbeitsgebier brach liegt, das bisher wegen der steuerlichen Hebetlaftung nicht erschlossen werben konnte. 3n der Eingabe wird beantragt, sofort einen weiteren Betrag von 200 Millionen Mark für bie Gewährung von Reichszuschüssen bei Instandsetzungen unter grundsätzlicher Beibehaltung der bisherigen Bedingungen bereit» zustellen. Falls es jedoch angesichts der schwierigen Finanzlage des Reichs nicht mögl.ch sein sollte, den ganzen Betrag von 200 Millionen in bar zur Verfügung zu stellen, soll die Zuschuhgewährung auch zum Teil unter E i n - beziehungderHauszinssteuerindas Steuergutscheinverfahren erfolgen. Grundsätzlich vertritt aber der Hausbesitz nach wie vor bie Auffassung, daß die Hauszinssteuer beschleunigt beseitigt werden muh. Sn der gemeinsamen Borstandssitzung des Gebieten keine Organisationen zu dulden, die den bewaffneten Kampf gegen die andere Partei sich zur Aufgabe setzte, betrifft nur Organisationen mit militärischer Ausbildung. Aber sie läßt jede in Frankreich geschaffene Vereinigung ehemaliger Militärpersonen bestehen, die lediglich gegenseitige Unterstützung, sowie ber Pflege ber Erinnerung unb Kn- merabschast bienen. Das Ausgleichsabkommen ist im großen unb ganzen im Rahmen bes beutsch-russifchen Ausgleichsabkommens gehalten. Oie Begleitmusik in der Pariser presse. Lchachzug gegen Deutschland. P a r i s , 27. Nov. (TU.) Die bevorstehende Unter- Zeichnung bes französisch-russischen Ni ch t- angriffsnertrages wirb in ber Pariser Presse, von wenigen Ausnahmen abgesehen, mit Genugtuung ausgenommen. Man betont zwar allgemein, baß bie Tragweite bes Planes in erster arbeit eignet. Jedoch wird als zulässig erklärt, falls Frost oder Regenwetter die Außenarbett unmöglich machen, in geschlossenen Arbeitslagern kürzere Zeiträume für bie Herstellung der Inneneinrichtung zu verwenden. Bei den offenen Lagern wird hingegen ihre Einstellung schon dann empfohlen, wenn eine Unterbrechung durch Frost oder Regenwetter eintreten muß. Der Erlaß beschäftigt sich weiter mit der Frage, in welcher Weise den im Winter ausschei- denden Arbeitsdienst willigen geholfen werden kann. Hingewiesen wird zunächst auf die von der Reichsanstalt im Winter vorgesehenen beruflichenBildungsmaßnah- m en, die durch Heraufsetzung der Altersgrenze auf 25 Jahre und durch die Ermöglichung von entsprechender Freizeitgestaltung dem Freiwilligen Arbeitsdienst in mancher Beziehung angeglichen und als Auffangvorrichtung für die ausgeschiebenen Arbeitsdienstwilligen eingesetzt werden sollen. Darüber hinaus wird es als erforderlich bezeichnet, den Willen der arbeitslosen Jugend, sich in g e - meinschaftlicher Selbsthilfe über den Winter hinweozuhelsen, nach Kräften zu unterstützen. Allerdings soll es sich hierbei nur darum hanteln, d e Selbsth.l e der Beteiligten zu stärken. Als Form einer derartigen Selbsthilfe werden genannt: gemeinsame Zusammenkunft von Arbeitsdienstwilligen, gemeinsame Veranstaltungen, gemeinsame Herrichtung von Mahlzeiten, gemeinsame Tagesgestaltung unter Benutzung von Heimen, Herrichtung und Ausstattung von zur Verfügung gestellten leeren Räumen mit den einfachsten Mitteln unter Benutzung von ebenfalls auü Verfügung gestelltem Material. Im wesentlichen soll hierbei ber Arbeitswille bes einzelnen in ähnlicher Form wie im Freiwilligen Arbeitsdienst für die Gemeinschaft nutzbar gemacht werben. Der Erlaß schließt mit einem Ausruf an dieDe- AirtSfommiffare, zu prü,en, ob und in welcher Weise ein gemeinsames Vorgehen aller an einer Hilfe für die arbeitslose Jugend interessierten Stellen unter Heranziehung ber Träger des Dienstes, der Organe ber Jugendpflege, der Winterhilfe usw. möglich erscheint und so den Arbeitsdienstwilligen mit Rat und Tat geholfen werden kann. Reichsverbands des Deutschen Handwerks und des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammer- tages wurde u. a. einstimmig der Beschluß gefaßt, an den Herrn Reichspräschenten ein Telegramm zu senden, das die Errichtung eines besonderen Reichsmini st eriums für den gewerblichen Mittelstand fordert. Schwarzarbeit soll insbesanbere wegen ber psychologischen Wirkungen ausdrücklich verboten werben. Cs soll in diesem Falle nicht nur eine Bestrafung des Arbeitnehmers erfolgen, sondern der Arbeitgeber soll selbstschuldnerisch für die den Arbeitnehmer treffende Strafe hasten. Keine Gehaltskürzung bei den Reichsangesteltten. Berlin, 26. Rov. (WTD.) Die Rachricht, daß neuerdings beabsichtigt fei, die Arbeitszeit und damit die Gehälter der Reichsangestellten weiter zu verkürzen, trifft nicht zu. Zutreffend ist lediglich, daß zur Zeit erneut geprüft wird, ob nicht durch allgemeine Verkürzung der Arbeitszeit der Reichsarbeiter eine weitere Entlastung des Arbeitsmarktes möglich ist. Dagegen sollen die Reichsangestellten nach den bisherigen Verhandlungen der beteiligten Reichsministerien nicht betroffen werden. Der Freiwillige Arbeitsdienst im Winter. Neue Bestimmungen des ReichskommiffarS. letrieben habe, Aus aller Welt als gegen Menschen. Sie haben eine schöne Aufgabe erfüllt, wenn sie die Zeitgenossen bereicherten. der ihren Namen umgibt, beschützt sie. Dann gibt es Bücher, die das Neue, das der ßefer verlangt. Menge die Aenderung des Vertrages. Die Polizei hatte umfangreiche Mahnahmen zum Schutz der Gesandtschaften dec Entente und Vachborstaaten getroffen. Kundgebungen unter freiem Himmel waren im ganzen Lande verboten, angeblich auf Grund vorheriger diplomatischer Warnungen. Dagegen fanden in allen bulgarischen Städten geschlossene Versammlungen statt, verbunden mit Geldsammlungen. Sn Entschließungen, die dem Völkerbund zugeleitet werden sollen, wird die Aenderung des Friedensver- Eine Erbschaft nach 80 Jahren verteilt. 3n Nickenich bei Andernach am Rhein erhielt die Gemeindeverwaltung ein Schreiben aus Amerika, worin sie gebeten wird, die Erben eines in den Vereinigten Staaten verstorbenen Deutschen zu ermitteln. Wie verlautet, handelt es sich bei dem Erblasser um einen vor 100 Jahren nach Amerika ausaewanderten Lehrer aus Nickenich, der bereits im Jahre 1853 starb. Erst jetzt, nach80Jahrcn wurde das T e st a m e n t geöffnet. Welche Summe den glücklichen Erbeü zufällt, war noch nicht zu erfahren. Kein Friedens-Nobelpreis für 1932. Der Nobel-Ausschuß des norwegischen Stör- tings in Oslo.hat endgültig beschlossen, den Nobel - Fr ie de n s pre i s für das Jahr 1932 nicht z u verteilen. Der vorgesehene Betrag soll vielmehr gemäß Artikel 5 der Statuten der Nobel-Stiftung für das Jahr 1933 aufgehoben werden. Einweihung eines Goethe-Denkmals in Neuyork. ges diplomatisches Unternehmen getrieben habe, habe es die polnisch-rumäms ech Allianz bereits stark erschüttert. 3. Die polnische Regierung erkennt dasGut- achken an, das der Haager Gerichtshof im Frühjahr d. 3. über die rechtliche Stellung der Polen in Danzig erstattet hat. Auf der Grundlage dieses Gutachtens werden Verhandlungen zwischen den beiden Regierungen zur Regelung von einzelnen Fragen ausgenommen. (Dieses Gutachten trägt dem Danziger Standpunkt vollständig Rechnung. Die Red.) 4. Die polnische Regierung verpflichtet sich zur Beteiligung an den kosten für den Schul- unterrichtderDanzigerLisenbahner- k i n d e r. 5. Die bisher von Danzig und Polen erlassenen Zeitungsoerbote werden beiderseits aus- gehoben. Das Verhandlungsergebnis wird am nächsten Montag vom Völkerbundsrat zum endgültigen Beschluß erhoben werden. — Es verlautet, daß die Einigung, die ziemlich überraschend erfolgte stark den Bemühungen des Völkerbundskommissars' R o - stlng zu verdanken sei. schen Botschafters ein Frühstück im Hotel Astor statt. Anschluß einer deutschen evangelischen Synode an den Deutschen Kirchenbund. Der in Berlin versammelte Deutsche Evon- gelische Kirchenausschuh genehmigte einmütig den Anschluß der evangelisch-lutherischen Synode von Santa Catarina, Parana und andern Staaten Brasiliens an den Deutschen Evangelischen Kirchenbund und würdigte die kirchengeschichtliche Bedeutung dieses Ereignisses Die Synode stellt mit etwa 40 000 Seelen und 34 Geistlichen lutherischen Bekenntnisses einen wich- tige Sammelpunkt für die kirchliche und kulturelle Aufgabe des evangelischen Deutschtums in Dra- filien dar. Die Synode von Rio Grande do Sul ist bereits seit dem 1. Stimmt 1929 dem Kirchenbund angeschlossen. Wiederaufnahmeverfahren im Fall Richter abgelehnt. Nach wochenlanger Prüfung des umfangreichen Aktenmaterials hat die Strafkammer des Landgerichts Bonn den Antrag eines Mainzer Rechtsanwalts auf Wiederaufnahme des Verfahrens gegen den im Sahre 1929 vom Schwurgericht wegen Mordes an der Krankenschwester Frau M e r t e n s in Bonn zum Tode verurteilten Arztes Dr. Richter in Bingen abgelehnt. Dc Richter, der sich zur Zeit in der Strafanstalt Rheinbach besindet und nach wie vor seine Unschuld beteuert, hatte, nach dem Gutachten der Sachverständigen in der Verhandlung des Schwurgerichts, der Frau Mertens auf unnatürliche Weise eine Strophantin-Injektion beigebracht, die den Tod herbeiführen mußte. Der Antrag des Mainzer Rechtsanwalts 1 Moskau, 28. Noo. (WTB. Funkspruch.) Das Präsidium der Sowjetunion ratifizierte den in Moskau am 25. Juli d. I. unterzeichneten polnisch -so wjetrussischen Nichtangriffspakt, sowie die Schlichtungskonvention, die am 23. November d. I. unterzeichnet wurde. Warschau, 27. Nov. (WTB.) Polen wird den Nichtangriffspakt mit Sowjetruh- land zu Beginn dieser Woche ratifizieren. Diesmal wird nicht das polnische Parlament, sondern der Staatspräsident der Ratifikation dieses zwischen staatlichen Abkommens zustimmen. Moskau triumphiert. Moskau, 27. Noo. (TU.) Die bevorstehende Unterzeichnung des russisch-französischen Nichton- griffsvertrages ohne vorherigen Vertrag s- abschluß mit Rumänien wird von den russi- schen amtlichen Stellen als einer der größten Erfolge der s o wjetrussi s ch en Diplomatie bezeichnet. Der Versuch der französisch e n Regierung, ein Kollektivabkommen sämtlicher Randstaaten und Rumänien unter französischer Führung zustande zu bringen, sei f e b l g e s ch l a g e n. Der französisch-russische Vertrag sei gege.n niemand gerichtet. Die deutsch-russischen Beziehungen würden dadurch in keiner Weise berührt. Oer polnisch-russische Pakt wird ratifiziert. Einigung zwischen Danzig nnd Polen. Verzicht auf die zwangsweise Einführung des Zloty im Danziger Gebiet. Sie, träges gefordert. Die Zeitungen erschienen aus Anlaß des Jahrestages von Neuillh mit Trauerrand. Das beabsichtigte Geläut aller ©loden, sowie Sirenengeheul mußten infolge polizeilichen Verbots unterbleiben. Nach Beendigung der Kundgebung in Sofia bildete sich trotz des Verbots ein großer LImzug Die Polizei griff scharf ein und zerstreute die Menge. Dabei gab es auf beiden Seiten Verwundete durch oteintoürfe und Säbelhiebe. kalter R. H a r r i d. Die Droncebüste ist eine Schöpfung des verchorbenen Weimarer Bildhauers Friedrich Fischer: der Sockel aus schwarzem Granit, der eine Widmungstafel trägt, .ist ein Werk des Bildhauers Victor Frisch. Das Standbild befindet sich in einem der belebtesten Viertel von Neuyork, in unmittelbarer Nähe der Public Library; seine Enthüllung ging mit großem Gepräge vor sich; ein 800 Köpfe starker Kinderchvr brachte deutsche Volkslieder zum Vortrag. Vor älebergabe des Standbildes an die Stadt Neuyork fand zu Ehren des deut- Wettkampf her Bücher. Don Ricarda Huch. Aus den Einführungsworten zu dem Katalog „Das Buch des Jahres 1932", heraus- gegeben von der Bereinigten Derlegergruppe. Ich las einmal, vor unvordenklichen Zeiten habe es nicht den bebilderten Sternenhimmel gegeben, der uns jetzt zu Häupten steht, sondern es hätten im Lichtergewimmel ungeheure Schlachten staltge- funden, aus denen endlich die Sieger hervorgegangen wären, die nun den Bogen ewiger Ordnung und unwidersprechlicher Schönheit über uns wölben. Ein solcher Kampf ums Dasein findet auch unter den Büchern statt. Tausende werden auf den Markt geworfen, nicht zu übersehen, nicht unterzubringen, so glaubt man; aber in dem Kriege, der sich sogleich zwischen ihnen anspinnt, werden viele in die Fmcht geschlagen, viele umgebracht, nur eine sehr vermin- derte Zahl bleibt auf der Walstatt zurück. Giadttheaier: Nachtkabarett. Den Abschluß des Subiläumstages bildete ein Nacht-Kabarett, unter der künstlerischen Oberleitung von Kühne, mit neuem Programm. Als Ouvertüre: „Egon und Emilie", Familien- drama von Morgenstern: Mitwirkende: Herr Hub und Frau Koch, er stumm, sie in großer Fahrt; Motto: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Herr Kühne sagte an und das schöne, stellenweise merkwürdig aktuelle Gedicht „Der Nöckergreis" von Wilhelm Busch auf. Die Jazzband (Kapellmeister M o e h l) begann mit einer Imitation der Weintraubs. Sibylle Flemming sang erst den Massary-Schlager „Jede Frau hat iraendeine Sehnsucht", später eine witzige Groteske aus „Jim und Jill". Herr Hamel brachte zwei Chansons: von der möblierten Moral und von der Familie; beide sehr nett. Anni und Ewald Bä ulke fanden, wie stets, lebhaften Anklang mit einem Kostüm-Step und der schon bekannten Tango-Variation. Eine charmante Führung durch das alte Wien, die Stadt der Lieder, der Dadhcndel, der Fiaker und des Heurigen, veranstaltete, mit hübschen Gesangseinlagen und Schrammel-Musik, Herr W r e d e. Kühne und Nieren auf berlinerisch in einem Edensteher-D.alog von Glasbrenner. Kapelle M o e h l, sehr lustig, auf oberbaherisch (Oktober- fest). Vor der Pause sprach Kühne als Obmann der Dühnengenossenschaft ein ernstes Wort für dm Veteranen der Schauspielkunst und bat um Spenden für die Wohlfahrtslotterie. Nach der Pause: Kapelle Moehl auf spanisch. Dann Hub mit zwei bewährten Vortragsnumnzern von Presber. Dann Edith Berger mit einem Song aus der ..Dreigroschenoper", exakt und schmissig vorgetragen, und einer von Victor Heermann eigenartig und eindrucksvoll vertonten sozialen Ballade: eine ausgezeichnete Nummer. Großen Beifall fand ferner das drollige Fagott-Solo ernes wilden Bären. Liesel Belin z brachte das Auftrittslied der Mi aus dem „Land des Lächelns" mit korrektem Spitzentanz und Spagat; musste sofort wiederholt werden. Nach einem Slow-Fox der Hauskavelle erzählte Herr K ü h n e noch eine amüsante kleine Geschichte über böse Träume. Zum Schluß: die Tenöre Hub, Fier- ment, W r e d e als die berühmten drei Musketiere: ein schneidiger Abgesang, äleberhaupt: gutes und reichhaltiges Programm. Dolles Haus. Stürmischer DeifasL hth. einem äußeren Umstande danken einer Landschaft als Schauplatz, einer Menschenklasie, die noch wenig geschildert wurde, irgendeinem Lebensgebiet, das nach nicht behandelt war: sie erringen einen erstaunlichen Erfolg und veralten schnell. Manche verschwinden und kommen wieder, werden wieder verdrängt und wagen den Anlauf von neuem, manche haben ein großes, schönes Licht, aber ein Haufen weitläufiger Gesellen verdunkelt sie, und erst wenn diese erloschen sind, sieht man sie glänzend schweben. Selten ist das, was durch die Hände aller Zeitgenossen geht, das Bleibende, wenn es auch immer Kenner gibt, denen das Gute nicht entgeht. Durch- blättert man alte Leihbibliothekskataloge, so begegnet man überwiegend Namen verschollenen Klanges, wc, die Mitlebenden als epochemachend begrüßten zerstob als Sternenspreu. Manches erscheint zu gut' um so bald vergessen zu sein, es blinkt auf wenn man im Dämmern der Bibliothek daran reibt, und erweist sich doch als tot, wenn man es ans Licht bringt^ Menschlicher Beistand hilft nicht viel. Was auch Reklame und Propaganda für den Tageserfolg bedeuten mögen, der Ausgang dec großen Bücher- Amerika soll naß werden. Washington, 25. Nov. (WTB.) Die Führer sowohl der Demokratischen wie der Republikanischen Partei des Repräsentantenhauses haben sich für eine baldige Abstim - mung über die Aufhebung des 18. Amendments (Prohibition) entschieden. Eine entsprechende Entschließung wird im Kongreß voraussichtlich am ersten Tage seiner bevorstehenden kurzen Sitzungsperiode eingebracht werden. ein großes Paket mit Büchern zur Ansicht schickte, die wir Kinder unter angemessener Vorsicht betrach- ten durften, um unsere Wunschzettel danach einzurichten. Die Abende, an denen mir, um einen großen £ifd) versammelt, unter der darüber hängenden Lampe in blefer Sendung schwelgten, eingefangen in den kräftigen Geruch, der von neuen Büchern ausgeht, sind mir als Stunden ungetrübten Glückes in der Erinnerung, größeren Glückes vielleicht, als das war, was sich mit dem Wachs- und Tannenduft des Weihnachtsbaumes und dem Besitz der gewünschten Bücher mischte. Aus der Tatsache, daß die meisten meiner Kinderbücher nicht mehr im Handel, durchaus nicht mehr zu haben sind, kann man schließen, wie grausam der Kampf ums Dasein unter den Büchern wütet. Es mag fein, daß unsere Kinderbücher zu sehr mit uns selbst verschmelzen, als daß man sie unparteiisch beurteilen könnte; mir scheint es jedenfalls, als habe auf diesem Gebiet der Wettkampf nicht immer zum Siege des Besten geführt. Wie reich, fein und vorzüglich die moderne Produktion auch ist, nichts kommt den Kinderbüchern meiner Zeit gleich, von denen so wenig erhalten ist. Wo ist die fabelhafte Reise im Meer, die mit den Versen begann: Ach das Bummeln, ach das Tum- meln — durch die See, wie war es süß — durch die Hallen von Korallen — durch das blaue Paradies? Wo die humorvolle Prinzessin Klatschrose von Theobald Kerner, dem Sohne des Justinus? Ein wundervoll groteskes Bilderbuch von P o c c i konnte ich vor mehreren Jahren als kostbare Seltenheit erwerben. Soviel ich weiß, kann man wenigstens das Tagebuch dreier Kinder zu den siegreichen Klassikern zählen. Wilhelm, Otto und Marie habe ich genau so treu im Gedächtnis bewahrt wie leibhaftige Spielgefährten. Die Ausgabe, die ich besaß, zierten Bilder von Theodor Hosemann-, ein neues Exemplar, das ich nach Jahren anschaffte, war durch geschmacklose Illustrationen entstellt. Auch „Der erste Christbaum" von Friedrich G e r st ä ck e r, ver mehrere Auflagen erlebt hat, wurde seiner hübschen Bilder beraubt und durch minderwertige verdorben. Mancherlei Bilder schweben mir vor aus verschwundenen Märchensammlungen: Rapunzel, die vom einsamen Turm ihren dicken Zopf herabläßt, an dem die Hexe hinaufklettert, der Erlkönig im Katzenfell auf dem Baume, orientalischer Zauber aus Tausendundeinenacht. Kann man annehmen, daß der Bücherkampf nach fünfzig Jahren entschieden ist? Sind Bücher, die nach zwanzig, dreißig, vierzig Jahren nicht wieder gedruckt werden, tot? Ich glaube, daß sie nur selten ins Leben zurückgerufen sind, und man braucht ja auch Büchern gegenüber nicht weichherziger zu sein Bulgarien gegen das Friedensdiktat. Sofia, 21. Nov. (Täl.) Arn heutigen Sonntag, dem 13. Jahrestag der Unterzeichnung des Vertrages von Neuillh. fand in Sofia eine große Protest Versammlung statt. Mitglieder nationaler Verbände und verschiedener Minderheitenorganisationen forderten in ihren Ansprachen an die nach Tausenden zählende Ein jedes Buch hat sein Schicksal, das je nach seiner Bedeutung alltäglich oder merkwürdig ist. Es gibt Bücher, denen es verliehen wurde, zugleich dem Augenblick und der Zukunft zu genügen; zu diesen begnadeten gehören „W e r t h e r s Leiden" und die „Räuber". Andere erobern sich sofort einen festen Platz, ohne daß sie dauernd gelesen werden, wie Klopstocks „M e j (i a s"; der Strahlenkranz, Wohl können Bücher, im Jünglingsalter gelesen, aufwühlen und umwälzen; aber ob sie sich so entscheidend einprägen wie Kinderbücher? Diese Räume unserer Innenwelt bemalen sie mit so starken Farben und Linien, daß sie alle später hinzukommenden Vorstellungen durchdringen und überformen. Es läßt sich nicht ermessen, wieviel Anteil an den Richtungen und Träumen unseres Lebens die Erlebnisse unserer Kinderbücher Haden. Sachte schleichen sie sich in das Gemüt des Kindes und werden ein Teil da- von. Auch liebt man die Bücher, 'die man als Erwachsener liest, bei aller Verehrung unserer großen Dichter und Denker nicht so zärtlich wie die Kinderbücher; mich wenigstens hat die Sehnsucht nach den unwiderbringlich verlorenen durch das ganze Leben begleitet wie nach einem versunkenen Schatze. Als ich Kind war, bestand in unserem Hause der Gebrauch, daß einige Wochen vor Weihnachten die Buchhandlung, wo meine Eltern zu kaufen pflegten, auf Wiederaufnahme des Verfahrens stützte sich ™ auf drei neue medizinische Gutachten. D.e Donner Strafkammer ist nun ebenso wie die Justizverwaltung, die sich bereits nach Rechtskraft des Urteils mit dem Gut- achten befaßt hat. der Ansicht, diese neuen Gutachten seien nicht ausreichend, ein Wiederaufnahmeverfahren zu begründen. Für die Der- urteiilung Dr. Richters seien die Sachverständigengutachten in der Schwurgerichtsverhandlung nicht allein praßgebend gewesen. Unfall in einem Göttinger Unioerflfätsinffituf. 3m physikalisch-chemischen Institut der Universi- tat Göttingen explodierte bei einem Experiment eine dickwandige Retorte aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache. EinAssistent und eine Assistentin geklarter Ursache. Ein Assistent und eine Assistentin schwere Verletzungen im Gesicht und an den Händen. Zwei Todesopfer eines Autounglücks. Auf der Altonaer Chaussee ereignete sich in der Nahe von Neumünster ein schweres Kraft- wagen unglück. Infolge eines Reifenschadens raste eine mit sechs Personen besetzte Chrysler- Limoufme mit solcher Wucht ■gegen einen -oaum, daß sie etwa zehn Meter fortgeschleudert wurde und sich ü b e r s ch du g. Von den sechs Jn- jajien waren zwei sofort tot, während drei mit 1 Verletzungen ins Krankenhaus geschaht werden mußten. Eine Person blieb unver- letzt. Es handelt sich um eine italienische Familie namens Canale Gennaro, die seit kurzem in Hamburg ansässig sein soll. Schwerer Sturm auf dem Kaspischen Meer. ^cm. Kaspischen Meer gerieten mehrere Schiffe in einen schweren Sturm und drohten zu kentern. Nur den Anstrengungen der Besatzungen der Schiffe „Leutnant Schmidt" und äFx « gelang es, die havarierten Schiffe „Engels". „Gorki" und „Prahm" vor bem Untergang zu retten. Aus Astrachan ist ein Schiff mit Lebensmitteln und Kleidungsstücken für die Schiffbrüchigen unterwegs. Das Wüten des Sturmes war übrigens so heftig, daß einige im&rig gelegene Ortschaften am Kaspischen Meer überschwemmt wurden. Die Rettungsarbeiten auf den Delbrück-Schächten. Die Lage auf den Delbrück-Schächten in Hindenburg hat sich inzwischen kaum geändert. Es wird angestrengt an der Umgehungsstrecke gearbeitet, durch die man an die Beine des halbbefreiten Füllers heranzukommen hofft. Dieser hat inzwischen etwas schlafen können. Auch der Zugang zu der Position des vierten Eingeschlossenen, der abseits von den drei anderen liegt, ist etwa drei Meter oor- aetragen worden. Der Füller Woithowski befindet sich immer noch in gefahrvoller Sage. Körperlich ist er noch bei Kräften. Er konnte einige seiner Lieblingsspeisen essen. ßirrL.DOrn?em guten Willen abhänge, den man n“KeneÜ5 bereit sei, unterstreicht aber nichtsdestoweniger, daß er zumindest ein Gegengewicht gegen den deutsch-russischen Rapollooertrag daffkelle und die Gefahr eines vereinten russisch-deutschen Angriffs ausschalle. Das „Journal" verzeichnet die besondere Be- öeutung des Vertrages in bezug auf die Neutralitätserklärung Rußlands für den Fall, daß Frank- reich von emer brüten Macht angegriffen werde. i'P £--u DJe ^richt von einem Entspannungs- auftakt für die kommenden Verhandlungen. Auch die „E r e SR oup elle" begrüßt den Vertrag als Beitrag für die Wiederherstellung des Gleichgewichts m Europa^ In der „R 6 p u b l i q u e" schreibt der bekannte Politiker der Radikalsozialistischen Partei, Odouard P f e i f f e r, daß die Leute, die gehofft hatten, Rußland in eine gegen Frankreich gerich- tete Koalition hineinzuziehen, sehr bitter enttäuscht ein wurden. Auch der „P o p u l a i r e" begrüßt den Vertrag. ''E.ch°.de Paris" schreibt, es sei unvorsichtig, sich für die Zukunft zu binden, obwohl seit einem Jahre der Fünfjahresplan auseinanderfalle und für den Augenblick Rußland wirtschaftlich nicht so gefährlich sei, wie man glaube. Die Moskauer Regierung habe im Abschluß eines Vertrages mit Frankreich stets die Versicherung gesucht, daß ihre Bemühung um eine wirtschaftliche Organisation nicht angegriffen oder behindert werde. Die französischen Unterhändler seien dagegen vor allem darauf hingewiesen, die Garantie zu erhalten, daß Rußland sich nicht einem Angreifer anschließe, mit anderen Worten, Frankreich habe der Zusantmenarbeit der roten Armee und der Reichswehr einen Stoß versehen wollen. Moskau erhalte in einer kritischen Stunde eine nicht Zu unterschätzende moralische Unterstützung. Dadurch, daß Frankreich Rußlands Nachbarn in ein derarti- Genf, 26. Noo. (WTB.) Unter Beteiligung des Völkerbundskommisfars in Danzig haben heute vormittag die Vertreter Danzigs und Polens die vom Völkerbundsrat in seiner gestrigen Entschließung gewünschten unmittelbaren Verhandlungen aufgenommen. Die Verhandlungen beziehen sich auf den englischen Vorschlag zur Lösung des Währungskonflikts, sowie auf eine Reihe weiterer Streitpunkte. Es handelt sich 1. um die Rechte der Polen in Danzig auf Grund des Artikels 33 der Pariser Konvention, wozu bekanntlich eine Entscheidung des Haager Gerichtshofs derliegt, der den Polen in Danzig die Stellung einer Minderheit auerfennt; 2, um die Verpflichtung der polnischen Eisenbahnen, sich an der Tragung der Schullasten für die Danziger Eisen- bahnerklinder zu beteiligen und 3, um die gegenseitige Aushebung der Zeitungsverbote. 2fn den Verhandlungen ist heute nachmittag eine Einigung erfolgt, die folgende Punkte umfaßt: 1. Ein Dreierausschuß des Völkerbundsrates wird die Frage der „Action directe“ prüfen und dem Völkerbundsrat auf seiner 3anuarfagung Bericht erstatten. 2. Die Zloty - Verordnung wird am 1. Dezember d. 3. n i ch t in Kraft gesetzt. Ln Ke unfci rÄ-s Iä;’** Hieraus erguik . Oberbürgermel UM««-«»-» «N ktuna immer mehr ov LTban! einer W Mgerschast nach EnM telien Fellner und - 2 Architekten Hans gebäude schön und zw' den tonnte und dann u ren Rahmen die künstle Jahr zu W zu erste cmvorgedeihen tonnten, ren wirtschaftlicher Not gut in Deutschland zu torische Hochstand unse durchgehalten werden I Anwesende, haben die 5ladl Gieße gerechten Anlaß, mit solcher Lnkwlckst Ich begrüße herzlich diese Gedenkfeier mit ders willkommen heihe Präsident Dr. Adelnr beiger und Landtag drei Herren, dir dir serer Stadt, wir sie und im Etadtthratrr t stets gefordert haben. Hochverehrte Anwe löumstggr hält man g Rückschau auf die Der so angebracht unb Verb t appen mir jur Der/ü längere Slusfügmngcn iteWrift perlreifen Dvlfgcmg Kühne zum und dir geradezu ein Stück Wcher und dm Meine Ausgabe ist, Acht des DankrS üülle des Dankes ist $ berGießener Dür >chaft ist es, die von i «robrs Interesse ent vp^erwlklige Tat beftä ruhrren Stad lammlungen und tat. tvelche die Stifte ^gestellt haben. E> SMivSrtioen Gtabtral Zellen Avt, unter b jjntai auch die Stadt d»ll!gung des trforhö e‘Sl^Sr Qm Kben e nN^herzlL ÄÄj -SG .Srei $,,N”rKeni"9! ^Skatern? darn 1° M 's j^en. $u?«5UnBS °ndrr- den«? Mein: die DMrn, m ft w Suteil bXftMüh Denn? ^te r Nch bi» V ‘ 'n «nein L^ns, Kalter Ä ^"glied der^Ä u" EntL?°«ras tzrrn qA un Hur W.x Hostat S-L? ML schlachten ist unabhängig von unseren Bemühungen. Wenn wir ins Leben eintreten, empfängt uns ein strahlender Bücherhimmel, der ein Ergebnis einstiger Kämpfe ist, als unser Schicksal. Wieviel Erquickung, Beglückung, Belehrung gießt er aus über das Kind, das von allen Lesern das hingegebenste ift. Das Kind hört, was man ihm oorlieft, wie Musik, die man nicht einmal oder zweimal, ,on- dern täglich, immer wieder in sich aufnimmt, von der keim Wort fehlen oder anders lauten darf, damit die traute Melodie unverfälscht bis ins Ohr fließt. Was für drollige, liebliche, herrliche Sterne zwinkern und blitzen aber auch auf die Kinder herab? Boran „Struwelpeter" und „Armer Reinhold"; ihre drastischen Bilder und Verse werden den empfänglichen -Symbole des Lebens und seiner bunten grausigen, immer willkommenen Wunder. Ich sehe „Dornröschen" und „Das Lumpengesindel", bie tleine Seejungfrau und den standhaften Zinn- soldaten, Siegfried und Genoveva, Joseph und seine Brüder, David und Jonathan. O unsterbliche Gestalten, wie vielen wäret ihr tröstende Gefährten rote vielen habt ihr das Wort geliehen für ihre Schmerzen und Seligkeiten! Rot wie der kriegerische j Mars funkeln „C e b e r ft r u m p f" unb „R o b i n - f 0 n"- Was ist ein Schulzimmer mit schwarzer Tafel unb tintenbetlerfftcn Bänken, was ift ein runber Gfjtifcf), au4 bem sich täglich bie Kaffeetanne und die Suppenschüssel breitmachenl Inseln gibt es die das Meer umrauscht, die von braunen Menschen und wilden Vögeln bewohnt werden, Urmälter gibt es in denen Affen und Papageien kreischen, die der Fuß des Weißen noch nie betreten hat. Da ist keine gepflasterte Straße, keine Vorschrift, kein Verlauf nach der Regel, da herrscht der Zufall und das Abenteuer. Ms Abschluß der in allen Teilen der Vereinigten Staaten zum 10 0. Todestage Goethes veranstalteten Gedächtnis'eiern wurde im Drhant- Park in Neuyork eine Goethebüste feierlich enthüllt. Das Standbild ist ein Geschenk der Goethe Society of America an die Stadt Neuyork, der es bei der Feier vom Präsidenten der Gesellschaft, Dr. Emanuel de Marnay-Baruch übergeben wurde. Namens der Stadt nahm Bür- germelfter Joseph McKee das Denkmal in besitz- Ansprachen hielten der deutsche Botschafter von Prittwitz und Gaffron, ferner der 3 Präsident des College of the City of New York I Dr. Frederik B. Robinson und Park-Komissar Aus der Provinzialhauptstadt 11 feWSdwdjtra. Schächten in jfinben- m geändert. Es wird Mgsstreike gearbeitet, des halbbefreiten Fül, Vieler hat inzwischen ,,der Zugang zu der hlossenen, der abseits etwa drei Meter vor- r Woithowski befindet er Lage. Körperlich ist ite einige seiner Lieb- Jahren verteilt. am Rhein erhielt die »reiben aus Amerita, Erben eines in den nen Deutschen zu er- eit es sich bei dem lahren nad) Hmerila lidenid), bei bereits nad) 80 Satiren, 'öffnet. mitoje Müllt, war nach währt. Das Stadttheater in Gießen spielt gegenwärtig nicht nur in seiner Heimatstadt, sondern auch in Bad-Nauheim, in vielen Abstecherorten und in Darmstadt. Ich freue mich, daß es möglich geworden ist, diese Spielmöglichkeiten und damit eine verbreiterte Existenzgrundlage für das Gießener Stadttheater zu schaffen. Ich freue mich insbesondere darüber, daß die Gießener im Sommer in Darmstadt spielen, und daß es ihnen gelungen ist, sich auch aus diesem anspruchsvollen Theaterboden eine so einmütig« Anerkennung zu verschasfen, einen Erfolg, der in kommen- den Jahren sich sicher noch verbreitern und be- festigen wird. Der hessische Staat hat diese Möglichkeit, dos Gießener Theater zu fördern, gerne wahrgenommen, zumal es schon seit Jahren trotz besten Willens nicht möglich war, eine Erhöhung der finanziellen Hilfe ein treten zu lassen. Was der hessische Staat in dieser Feierstunde dem Gießener Stadttheater aus vollem Herzen spenden kann und spenden muß, ist der Dank des ganzen Landes dafür daß die Stadt Gießen und ihr Theater dazu beigetragen haben, das kulturelle Ansehen des Landes zu mehren, und daß sie mit solcher Hingabe und Opferfreudigkeit der deutschen Kunst gedient haben. Glückaufauch für die Zukunft! (Lebhafter Beifall.) Ein Vierteljahrhunderi Gießener Stadttheater Oie Jubiläumsfeier zum 25 jährigen Bestehen unseres Bühnenhauses. «fr*if* K di-,, fr ;**’'*!. Wttut u ... '*!■ r !'^' bisher nodi Ätlrn,nt stzKr ■ 2*u*°unglü(fs rW blieb 2 8«* e feif kurzem in Mpiffcn Alen. Qorie^n mehre« und drohtm Tagungen der Ä>, M femihf« und A havarierten ÄftÄ ^r ftV? Daten 1° Mhibabüif.« am Aaipischen A^ zuteil werden möchte. . Wenn ich aus der großen Zahl von Privatpersonen nunmehr einen Namen nenne, so weih jeder Gießener, aur wen ich ziele: den Mann, der sich die Förderung unseres Etadttheaters geradezu zur Lebensaufgabe gemacht hat, der seit einem Menschenalter als Vorsitzender des Theatervereins, als Eeschästsführer des ehemaligen Theaterbauvereins und seit ihrem Bestehen als Mitglied der städtischen Theaterdeputation mit unermüdlicher Tatkraft und vollem Erfolge für die Entwicklung unseres Theaterlebens wirkt, Herrn Geh. Hofrat Professor Dr. Fromme. 2hm herzlich zu danken, ist mir eine besonders angenehme Pflicht. Meine hochgeehrten Damen und Herren? Em noch so schönes, noch so würdiges Theatergebäude kann seinen Zweck nicht recht erfüllen, wenn nicht wahrer künstlerischerGeist in fernen Dämmen waltet. Echter Künstlerge.st ist es — ia, ich darf es aussprechen — der seit 25 Jahren in diesem Theater lebendig ist. Daß dies der Fall ist, danken wir zwei männern, deren Name mit der Geschichte des Stadltheaters für alle Zeilen ehrenvoll verbunden bleiben wird: den einen, den hochverdienten Hofrat Stein- goetter. deckt die kühle Erde; der andere. ; werden. (®DB.) Die Fühl" en wie der Repa- des Seprälentanten- baldige Ab ft Iw Hebung des u iltion) entschieden, mg wird im Kongreß feiner bevorstehenden rächt werden. i eine ftyöne Aufgaben bereicherten. künstlerischen Ober neuem Programm. Mrs* «tw begann mit Sibylle Flern Ktz Lsis isbre^ (OllDfet' ^uhne . Dort rlslo"en^. ^nn 1Uf sp°"2ern v°v «Ämeonfl er schinisi'-S «alt 7.;”««» zictol 4 E e. flIen yestonten gt0^-n . Ä^'gptt'Ä s-i’s $*•£«» Unser Stadttheater hatte gestern seinen großen Tag. 3n Anwesenheit deS Hessischen Etaatsprasi- denten Dr. Adelung. des Finanzmimsters Kirnberger, des Landtagspräsldenten Dr. Werner und zahlreicher anderer Ehrengäste sand vor einer festlich gestimmten Gemeinde von Freunden und Gönnern der fßü&nenfunft m Gießen die Jubiläumsfeier des 25jähri- gen Bestehens unseres Theaters statt. Der Orchesterverein Gießen unter der fein- finnigen Leitung von Universitätsmusikdirektor Dr.Temesvarh eröffnete das Programm mit dem Vortrag einer Serenade (O-Dur, opus 239, I. Satz) von Mozart und gab der Feier damit ' einen wahrhaft festlichen Auftakt. Hierauf ergriff Oberbürgermeister Or. Keller das Wort zu folgender Ansprache: Hochansehnliche Versammlung! Oie Offenhaltung der Läden an den drei Sonntagen vor Weihnachten. Das Polizeiamt teilt mit: Auf Grund des § 105b, Absatz 2 der Reichsgewerbeordnung ist für alle Ge- werbezweige des Handelsgewerbes der Gewerbe- betrieb in offenen Verkaufsstellen, die Beschäftigung von Gehilfen Lehrlingen und Arbeitern am Sonn- tag, 4. Dezember 1932, am Sonntag, 11. Dezember 1932, und am Sonntag, 18. Dezember 1932, in der Zeit von 12 bis 18 Uhr gestattet. Die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern bet der Herstellung von Back- und Konditoreiwaren ist auch an diesen Tagen verboten. Mozart Abend der Gesangschule Frau Herta Meyer. Bei dem Mozart-Abend, den Frau Herta Meyer am Donnerstag veranstaltete, war eine Kunst- gemeinde versammelt, die in vorbildlicher Weise zeigte, wie Mozart-Musik auch im häuslichen Kreise gepflegt werden kann, welch köstliche Perlen gerade auch seine Opern für die Hausmusik enthalten. Es ist nicht gleichgültig, ob ein Musikabend ein buntes Potpourri bietet, ober ob das Programm — wie man es hier im Krippensaal erlebte — mit feinem Verständnis nach einheitlichem Leitgedanken orientiert und dementsprechend stilisiert ist: Mozart als Lyriker (Liederkomponist) und Mozart als Drama- titer) (Opernkomponist). In jener Hinsicht erlebte man den Reichtum und die volkstümliche Innigkeit seiner Melodien, in dieser Hinsicht wurde durch typische Musikbeispiele der Opernkomponist gefeiert, der eigentlich erst das Problem der Oper gelost hat, inbem er als erster musikalisch« Charaktere m der ^Als^erantwortlich für die Darbietungen zeichneten Herr Franz Baue r jun. für die Wtjumen ale Besetzung, Frau Elfriede Fischer für die Klamer- begleitung und Frau Paula r a n k e - Z o n d e r - van für künstlerische Einstudierung. Beginnen wir mit einer Im Programm nicht erwahnttn Dame d.e aber doch als Tonbildnerm für bie Veranstaltung von verantwortlicher Bedeutung ist, da sie ,a doch die grundlegende stimmbildnerische Tätigkeit geleistet hat: Frau Herta Meyer selbst. Gerade die muhe- volle, hingebungsvolle Kleinarbeit 'st es, welche bitter not tut, um das Stimmorgan zur Hergabe eines lockeren, biegsamen, tragfahigen, wohllautenden Gesangstones zu erziehen. Zufammenfaßend sprechen wir in dieser Hinsicht Frau Meyer bestes pädagogisches Können zu. — Zu einem guten San- «in wichtiger Gedenktag in der kulturellen Entwicklung unserer Stadt. Er gibt Anlaß, den Blick aus diesem Raum hinaus zu lenken auf die Gesamtheit des kulturellen Lebens unserer Stadt und dabei sich d e r Männer zu erinnern, die seit Jahrzehnten die kulturelle Entwicklung der Stabt Gießen eifrig gefördert haben. Ihrer sind viele. Aber unter diesen Vielen ragen drei hervor, bie sich besonbers oerbient gemacht haben, brei Mitbürger, denen bie Stadt Gießen feif mehr als vier Jahrzehnten eine zweite Heimat geworben ist, Mitbürger, bie mit ihren hervorragenben Kräften alle- zeit treu für unsere Stabt gewirkt haben unb bie, wie wir alle hoffen, noch viele Jahre ihre reiche Erfahrung bem Kulturleben unserer Stadt nutzbar machen werden. In dankbarer Anerkennung dieser Verdienste hat der Stadtrat auf meinen Antrag be- schlossen, diesen drei Mitbürgern eine Ehrung seitens ber Stabt zuteil werben zu lassen, und ich habe demgemäß auf Beschluß des Stadtrates vom 25. Ro- oember lv32 für Verdienste um die Stadt Gießen die Lhrenplakelte der Stadt Gießen verliehen den Herren: Geheimerat Professor Dr. B e h a g h e l, Geheimer Hofrat Professor Dr. Fromme, Geheimer Kirchenrat Professor Di;. Krüger. ~ Hochgeehrte Anwesende! Draußen über ber (Eingangspforte bes Stabttheaters stehen schlicht und wahr unb Mahnenb bie vier Worte: „Ein Denkmal' bürgerlichen Gemeinsinns". Gemeinsinn unb Opfer- Wille der Bürgerschaft haben von 25 Jahren dieses Theatergebäude erstehen lassen. Gemein sinn bares Erbteil unserer Bürgerschaft sein! (Lebhafter $ 5)arm trat, von lebhaftem Beifall begrüßt, Staatspräsident Or. Adelung zu folgender Ansprache vor den Vorhang: Meine sehr verehrten Damen und Herren, es bedeutet sür mich eine ganz besondere Freude, Ihnen im QCamen der hessischen Staatsregrerung und zugleich im Ramen der Derwaltungskommif- sion des Hessischen Landestheaters bie herz, liebsten Glückwünsche zu dem 25iah- rigen Bestehen des Gießener Stadt- tbeaterS aussprechen zu können. Ich beglückwünsche die Stadt Gießen zu ihrem ausgezeichneten Kunstinstitut, das vor nunmehr 25 Jahren durch einen vorbildlichen Opsersi nn der Bürgerschaft ins Leben gerufen wurde und das trotz des wechselnden Schicksals, das wahrend dieser Zeit über Stadt und Land hingegangen ist, in seinem schonen Hause ohne Unterbrechung der Kunst gedient hat. Ich beglückwünsche das Stadttheater, seinen tüchtigen und bewährten Leiter und alle seine Mitglieder, die es verstanden haben, in unermüdlicher und begeisterter Arbeit und mit bescheidenem Aufwand diesem Hause einen ausgezeichneten Auf zu ver- schassen. Ich kann nur hoffen unb wünschen, daß der schöne Optimismus, der zur (Brünbung unb Durchhaltung des Gießener Stabttheaters geführt hat, sich auch in ber Zukunft behaupten wirb, und bah der gute Geist, ber in biesem hause im Dienste der dramatischen Kunst herrscht, weiter walten möge. Die deutschen Theater haben mit schweren Sorgen zu kämpfen, und das Gießener Stadttheater und die Gießener Theaterverwaltung sind von diesen Sorgen nicht verschont geblieben. Das Olot- gespenst, das vielen deutschen Theatern verderblich zu werden droht, ist noch nicht gebannt. Aber eines kann man sagen: der schwere Kampf um den Bestand der deutschen Theater hat zu der Erkenntnis geführt, daß die Theater aus dem deutschen Geistesund Kunstleben nicht wegzudenken sind. Die Kämpfe um di« Theateretats haben alle Kräfte mobil gemacht, bie verfügbar waren. Die Träger der Theater, di« Stadt- unb Länderparlamente haben immer wieder Mittel bewilligt, das Publikum hat immer wieder fein« Treue bewahrt unb die Leitungen, Vorstände unb Schauspieler haben unter zum Teil sehr großen persönlichen Opfern bas Beste und bas Wirksamste für bas Theater getan, indem sie unermüdlich auf die Steigerung ber Leistung bedacht waren. Im Theater hat sich bie gemeinschaftbilbenbe Kraft eines ein- , heittichen unb entschlossenen Willens beispielhaft be- ger bzw. einer guten Sängerin gehört eher auch, baß sie nicht nur „einen schönen Ton haben , son- bem daß sie auch gewissen musikalischen Ansorbe- rungen genügen. Hier würbigen wir Frau Fr an k e° Zonbervans glückliche Tätigkeit in ber fünft lerischen Gestaltung ber Gesänge. In diesem Zusam- menhang gehört auch Frau Elfriede Fischer lo- benb erwähnt, bie ohne Zweifel einen sehr umfangreichen Anteil bei der musikalischen Vorbereitungs- unb Einstudierungsarbeit hatte unb bie Klavierbegleitung so roürbig bot. — Daß Herr Frz. Bauer sein vielseitiges musikalisches Können in ben Dienst ber Sache stellte, dürfte ihn als Musikpädagogen empsehlen. Hier schätzte man ihn wiederum als feinsinnigen Orchester- und Ensembleleiter ber mit sicheren Intentionen vokale und instrumentale Elemente eines Werkes zu einheitlichem Konzertieren zusammenzuhalten versteht. Die Mitwirkung seines wohldisziplinierten Stammet- vrchesters sei noch besonders erwähnt, da hierdurch eine Driginalroiebergabe der Werke mit Orchester ermöglicht wurde. Reben den musikalischen Führern konnten auch bie Schüler gut bestehen. In Frau W o e l k e schätzen wir eine Sängerin, deren warme Altstimme fünft- lerisch durchgebildet ist — Frau v. R e k o w s Inter- pretation unb Auftreten finb vornehm, der Ton ebel, die Auffasfungsgade verrat vorzügliche Einfühlung in den dramatifchen Charakter ber Partien. — Eine Schülerin, ber eine aussichtsreiche Zukunft bevvrstehen dürfte, ist Frl. Franke. (Mit bereits Stünftlerreife gesungenen Koloraturen!) — Herr Lust verfügt über lockere, mühelose Tongebung und trägt fein vor. — Herr Bambei s herrliche Baßstimme dürste bei etwas mehr beschwingter Tongebung noch mehr zur Geltung kommen (guter Vortrag im Schlußterzett!). - Frl. M a n g e l s - dorf hat gute Veranlagung für bas Soubretten« fach. Die Koloraturen werben nach gewissenhafter Schulung noch genauer laufen. — Frl. Haase: trotz Inbisposition natürlich naiver, liebevoller, gc« winnenber Vortrag. — Herr Wagner: guter lyrischer Einschlag. Weiterhin fleißiges Studium wirb bem noch etwas eingeengten Ton zu lockerem Ansatz und größerer Tragfähigkeit verhelfen. — Frl. Wohlfahrt: routiniertes Auftreten unb sichere Interpretation! — Frl. Zwang: gut ent- wickelter^onsinn unb beachtliche Musikalität, warme Tongebung, sympathisches Auftreten. Ablegung bes etwas zu reichlichen Iremolierens wirb bie Leistung noch wirkungsvoller gestalten. — Frl. Wöhrmann, bie recht innig fang, hat Aussicht zu guter Leistung. Sm. Koblenz unb Hanau ist bie Gießener Bühne bas einzige berartige kulturelle Bollwerk, bie einzige Stätte, auf bem bie geistigen Kämpfe unserer Zeit ausgefochtcn, bie großen geistigen Werte ber Vergangenheit aufs neue geboren werden können. Es war unb ist von jeher bie Aufgabe bes Theaters, nicht nur eine Stätte der Unterhaltung, sondern vielmehr der geistigen Konzentration, der anregenden Diskussion und einer sozialen Formung zu sein, in dem konkreten Geschehen der Gegenwart das Ewige auszusuchen und zu gestalten. unb durch bie Kraft biefes seines künstlerischen Gestaltens alle Schichten ber Bevölkerung au einer Schicksalsgemeinschaft zusammen zu schweißen und im innersten Erleben zu bereichern. Dies ist das Programm, dies bie kulturelle Aufgabe, bie Mission, bie schon in ben Uranfängen aller Theaterkultur in Gießen verankert war und bie zu erfüllen wir heute wie bamals berufen sind. Gestützt unb getragen von bem Vertrauen ber Stabt Gießen, ber bie Unterhaltung feines eigenen „Stabttheaters" nicht ein nobile officium, fonbern ein burch Trabition unb Dpferfreubigfeit ihrer Bür- ger ins Leben gerufenes unb anoertrautes Gut be- beutet als Pfleg- unb Pflanzstätte ber Kunst für bie Stabt unb bie hessische Lanbesuniversität, für ben Kreis unb die ganze oberhessische Provinz, dienen mir alle — bie Männer bie vor, wie bie Männer, bie hinter ben Scheinwerfern stehen! — ber uns überkommenen Aufgabe, stolz und verantwortungsbewußt mit bem Einsatz unseres ganzen Könnens. Dies ist uns — am heutigen Tage fei es hier in breitester Öffentlichkeit ausgesprochen und aufs neue gelobt — nicht Pflicht, fonbern freubiges Bekennen. ,, , Unsere Leistungen fallen Ihnen Zeugnis ablegen! (Lebhafter Beifall.) Einen eindrucksvollen Querschnitt durch die markantesten Ausführungen der vorigen und der diesjährigen Spielzeit bot die nun folgende Auswahl aus dem großen Repertoire des Stadttheaters. Man sah nacheinander: die erste Wirtshaus-Szene aus Rieber- galls „Datterich" (Regie und Titelrolle: Hub): die große Szene bei Hoprecht aus Zuckmahers „Hauptmann von Köpenick" (Regie: der Intendant: Voigt: Fassott: Hoprecht: Hauer): die Kirchenszene aus Bruckners „Elisabeth von England" (Regie: der Intendant: Philipp von Spanien: Heyser: Elisabeth: Maria Koch): die Strahenszene aus „(Sgmont" (Regie: der Intendant: Klärchen: Beatrice Doering) und, nach einem schwungvollen Orchestervorspiel, die Rütli-Szene aus »Teil" (Regie: Fassott: Stauffacher: Fassott: Melchthal: Eggern ann: Rösselmann: Geiger). Sämtliche Aufführungen fanden starken Beifall. Die triumphierenden Schlußtakte aus Beethoven« „Ggmont - Ouvertüre, vom Orchesterverein wirkungsvoll zu Gehör gebracht, bildeten den Ausklang der überaus würdigen Jubiläumsfeier. Theater-Ausstellung. Während der Pause hatte man Gelegenheit, die im Foyer und den Wandefgängen eingerichtete, interessante Theater-Ausstellung zu besichtigen, die sehr sehenswerte Einblicke in die künstlerische und technische Arbeitsleistung der Bühne gewahrt und den in der Festschrift niedergelegten Rechenschaftsbericht sinnfällig illustriert. Man findet hier vergilbte Programmzettel aus verschollenen Spielzeiten, Figurinen und Kostüm-Entwurse (Hube r), zahlreiche S^enenphotographien, außerordentlich instruktive, plastiscl)« Bühnenbild-Miniaturen (Löffler), Kostüme, Rüstungen, Uniformen aus dem Fundus, viele Lichtbilder einheimischer und auswärttger Darsteller ausge- arbcitete Regiebücher, Briefwechsel mit Autoren u a m. — alles in allem: ein farbiges und imponierendes Bild von der vielseitigen künstlerische Gemeinschaftsarbeit an unserem Stadttheater. hth. Intendant Dr. Prasch, steht lebens- und schaffensfreudig unter uns, gewillt und befähigt, den künstlerischen Hochstand unseres Theaters, den wir ihm danken, auch in schwerster Zeit zu bewahren. Hochverehrte Anwesende! Sie alle wißen, daß eine Stabt wie Gießen nur gebeihen kann, wenn ein mächtiger, breiter Strom kulturellen Lebens sie durchflutet, wenn Wissenschaft und Kunst in erfreulicher Mannigfaltigkeit in ihr grünen unb blühen unb Geist unb Gemüt emporheben über bie Not unserer zerrissenen Zeit. Der heutige Tag ist 25 Jahre sind vergangen, seitdem diese- Theatergebäude errichtet worden ist und einem mächtigen Aufschwung unseres Theaterlebens Raum gegeben hat. Wir sind versammelt, um diesem denkwürdigen Ereignis eine schlichte Er- innerungsstunde zu widmen. Und wir feiern mit Recht! Denn, wenn aus kleinen, we.t zurückliegenden Anfängen in langsamer, somit naturgemäßer Entwicklung unser Theaterwesen dank dem Verständnis und Interesse der Devol- kerung immer mehr Fortschritte erzielen konnte, wenn dank einer beispiellosen Opferw.lligkeit der Vüegerschaft nach Entwürsen der Wiener Architekten Fellner und Helmer und des Gießener Architekten Hans Meyer dieses Theatergebäude schön und zweckmäßig geschaffen werden konnte und dann in diesem würdigen äuße- ren Rahmen die künstlerischen Darbietungen von Jahr zu Jahr zu erfreulicher, anerkannter Höhe emporgedeihen konnten, wenn in den letzten Jahren wirtschaftlicher Rot, der so manches Kultur- qut in Deutschland zum Opfer fiel, der künstlerische Hochstand unseres Stadttheaters tapfer durchgehalten werden konnte, — dann, verehrte Anwesende, haben die Skadk Gießen und ihre Bürgerschaft gerechten Anlaß, mit Freude unb mit Stolz solcher Entwicklung zu gedenken. Ich begrüße herzlich alle, die gekommen sind, diese Gedenkfeier mit uns zu begehen. Besonders willkommen heiße ich die Herren Staatspräsident Dr. A d e l u n g , Finanzmimster Äirn- berger und Landtagsvräsident Dr. Werner, drei Herren, die die kulturellen Belange unserer Stadt, wie sie in der Landesuniversttat und im Stadttheater vornehmlich verkörpert sind, stets gefördert haben. Hochverehrte Anwesende! An einem 3udi- läumstage hält man gern besinnlich und Prüferw Rückschau auf die Vergangenheit. Doch ich muß, so angebracht und verlockend es wäre, wegen der k appen mir zur Verfügung stehenden Zeit mir längere Ausführungen versagen und auf die Festschrift verweisen die Herr Dramaturg Wolfgang Kühne zum heutigen Tag versaßt hat und die geradezu ein Stück hessischer unb Gießener Kulturgeschichte barstellt. Meine Ausgabe ist, mit kurzen Worten der Pflicht des Dankes zu genügen. Wahrlich, die Fülle des Dankes ist grohl Ich danke vor allem der Gießen erDürgerschast. Dne Bürgerschaft ist es, die von jeher unserem Theaterleben großes Interesse entgegengebracht und durch opferwillige Tat bekräftigt hat. Ich danke den früheren Stadtverordeten - Versammlungen und dem jetzigen Stadt- r a t welche die Mittel für den Theaterbetrieb bereieteta5.0lentetJ.i9i3 4% Äummit(d)e vereinh. Rente . $*% i. Anatolier ...... Amerikanische Noten . . Belgische Noten .... Dänische Noten .... Englische Noten .... Französische Roten . . . holländische Noten . . . Italienische Noten . . . Norwegische Noten. . . Deutsch-Oesterreich, I 100 Rumänische Roten . . . Schwedische Roten . . . Schweizer Noten. . . . Spanische Noten. ... Ungarische Noten . . . $ranr|ur1 a. JJl. Aerlin Schluß- kurs Schluß!. Abcnb- bSrfc Schluß. Iur4 Echlußk. Miiiag« bö-sc Volum 25-11. 26.11. 25-11. 26.11. 6% 5)furiche iNctdjgamcihe d.192. 74,75 74.5 74,75 75 b% eöcm.7%®t Weid) Sani.B.1929 89,5 89 89,13 89 Doung-Anleihe von 1930 . Seutfdie AnI..AblöI..Schuld mit 76 75,75 75,25 AuSIol.-Rechien...... 56,5 57,5 56,3 57,3 DeSgl. ohne AuSIvI.-Rechte . . 6% ehern 8% £>efl. Bollsslaal 1929 6,4 6,5 6,4 6,45 (rütttabib. 102%)...... 68,4 68,5 68 68 Cbcrhefien Provtn.;-Slnleihe ml: AnSlo!.,Rechten...... Deutlche Komm. Sammelabl. 55,75 55,75 — — Anleihe Eene 1....... 52,75 52,5 52,25 53,13 6% ehern. 8% Jrantf. Hyp^Banl ®elPDfc. 15 unkündbar bis 1935 «% ehern. 7% Frank,. Hnv.-Banl 79,75 79,9 _ - •Soloofe 16 unkündbar 618 1936 6%% ehern. iyt% ,^ranks.Hl>v.- Bank MIqu P,atidbrie,e . . . 79,75 — — — 83,4 83,5 — — 5/s% ehern. Goldschmidt.........o RütgerSwerke...... . o Metatigesellschaft.......o Philipp Holzmann......o Zementwerk Heidelberg. ... 4 Cemenkwert Karlstadt.....0 Wayß & Freytag......o Schultheis Patzenhoser ... o «flu kAItgememe Kunstseide! 0 Bemberg........ o Zellstoff Waldhof..... o Zellstoff Alchassenburg ... o Dessauer Gas ...... 7 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum ..... 0 Orenstein & Koppel...... Leonhard Die-........ Svenrka...... 0 Ehade ............ Frankfurter Maschinen . . . , 0 chrttzner..........0 Marnkrastwerke Höchsta.M.. .4! Süddeutscher Zucker ..... 8 24,75 16,75 104 110 167 94,9 140,5 28,5 39,4 34 54 47 4,65 - 56,13 62 Ä 18,5 42 156 29,25 56 136 25,65 16,75 104,5 110 166 95 140,25 28,5 39,9 34 ! 4,6 — 56,25 62 43,5 28 19 46 42,5 156,5 29,65 56 25,13 16,75 105 110,5 167 94,5 28,4 39,4 54,75 = 97 56,4 61,5 43,25 27.75 93,25 18,5 46 34,75 155,251 3o7s -1 ! 25,25 16,75 104,5 110 166,5 94,5 28,65 39,75 — 56 - 98,25 55.9 61 43 93,75 19 35,13 43,5 29,4 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 25-Rooember 26.November Amtliche Notierung rt'elh | IJrie1 Amtliche Geld Notierung 1 Srie Heisings or» . Wien. . . . Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . £«lo .... Kopenhagen. Stockholm London. . . Suenofl Aires Neuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Pari« . . . Schweiz . . Spanien . . Tanztg. . . Japan . . . Rio de Ian.. Iugostawten. Lissabon . . 5,964 51,95 12,465 3,057 169,28 69,68 70,73 73,13 13,56 0,883 4,21)9 58,29 21,53 16,465 80,92 34,38 81,85 0,869 0,294 5,634 12,76 5,976 52,05 12,485 3,063 169,62 69,82 70,87 73,27 13,60 0,887 4,217 58,41 21,57 16,505 81,08 34,44 82,01 0,871 0,296 5,646 12,78 5,934 51,95 12,465 3.057 169,38 69,53 70,58 73,18 13,55 0,878 4,209 53,29 21,52 16,47 80,92 34,38 81,85 0,879 0,294 5,634 12,76 5.946 52,05 12,485 3,063 169,72 69,67 70,72 73,32 13.59 0,882 4,217 58,41 21,56 16.51 81,09 34,44 82,01 0,88’ 0,296 5.646 12,78 Banknoten. h Sriag* tzsS-'lag«"/ 1.80 In?«18 • _.2s ili **ti Aliniintkll Tr** 6 M (M) idjnfe Tone angeschlai nun es denn in politischen ! ba6 auch ein Kabinett, an 1 SÄ im* * iwneral von oa)liajy‘ M Reichspräsidenten mi -chmen beabsichtigt- n Samstag noch mit dem Lc tzenBoltsporte. -sp : dann am Sonntagabend m jjammen war. Darüber laßt 6 in Erfahrung bringen, dc fttchlinaen der Schleier tie ‘'S gilt auch für gewiss m Schleicher zu den El i! spinnen versuchte, itr y Sreitscheid in Verbind: Pechung ist aber am Son immen, und ob sie am JJtc ngerlid) wohl noch von ein tznds mit seinen engeren P itrlid) ist diese Frage aber fn «zialdemokraten denken (inöein Rechtskabine (irlidje Regierung z Hnväris' hat seine Polem 2 erfter Linie gegen die A i!ll- v. Papen abgestimmt, i jnei Bezirksparteitag der S d. Papen stehen würde, keim der SPD. findet. Dar sachliche Dosis de Reichswehrministers dürfte ausschen: Genera! t>. Lchlei Ausnahme zu ergrünten, umgebilöetes ffabir Vinten tourte darüber f)inai /erierung butü) öieS :en ««Mn. Ter Turg,ri< läge ch nur möglich tomtn '^allsten oder die Sozialde St A-Uionalsoziall Mmehr in Frage, weil orumch angekündigt hat, dos schärfste bekam ober schon ergeben, Ü^Vjraten für« öS ln&" ®6en^° ioer der Mitarb mLL'LL wie erwarte äohmg aus der Dosis des -vlitisch^r^Ä ift| so Bit bi t nur ein heg Qt$ letzter Au ZUstlich^ T^wa in d rrrNsr ÄWE MA SZM ’Ä'Ä