Mittwoch, 28. September 1952 nr. 228 SvühattSsave 182. Jahrgang Oes Reichskanzlers Antwort an Herriot und ®ie|en, tober 1932 Recht und gleiche Sicherheit iber 1932 Reichspräsidenten die mit seiner Ehre und >om» wir hatten Ist es richtig, dah Sie beim Belten Dro> Dekret schon dalag, Eindruck, daß der )es Kreises. iQt oerjügt: ober am Montag, nchsprälidenten in e Feiern fällt der 'n, jo ist die Feier s abzuholten. IMMnett «IS Zeuge jmilulersuchunssaussKuK Oie strittige Neichstagssihung.-Wann hat derlsteichskanzler sich ,u Wort gemeldet? nicht die Absicht auf;ulöse> x-M enLiier,Mstt.' Well«. es Kreises. nt auf der „Deut- unb Lehrer Paul irittene. Es wird ,gen teilzunehmen. eichskanzler die Frage richtete, onntagsrede des Herrn 27. Sept. (WTB.) Reichskanzler den Chefredakteur des WTB., es Kreises. al verfügt: errn Reichspräsides Büros des o.llberg in Berlin tlch, Staatsmann 'erlin hat Geneh- 8estell-LifIen auf n Zweck und die v. P a p e n empftni der an den Herrn französischen Mini st erpräs identen eine Förderung der Abrüstungsdiskussion erblicke. Der Reichskanzler erwiderte: Leider muß ich dies verneinen. Ich sehe darin nur eine neue Erschwerung jeder Verständigung und eine Betätigung der völlig ne- treten des Saales mit der roten Mappe herausfordernd, wie gesagt worden ist, nach den Herren von der Deulschnationalen Volkspartei und dann auch zur Tribüne gewinkt haben? Reichskanzler: Ich erfläte, daß das eine absolut falsche Feststellung ist. gegenwirken. Mit Erstaunen habe ich die Angaben über die angeblich so erhebliche französische Heeresverminderung gelesen. Frankreich hat gewiß einige Jahre nach dem Kriege seine Feldarmee demobilisiert. Was sonst in dieser Hinsicht geschah, ist weit weniger eine Abrüstung, als eine LI m r ü st u n g, die das Schwergewicht der französischen Heeresmacht in die Reserven und in das Material verlegt. Zeugt es etwa von Abrüstung, daß die französischen Militärausgaben in sechs Jahren um 1 00 o. h. ge fliegen find? Line Anführung der französifchen Präsenzstärke ist irreführend, weil der wahre wert dieser gewaltigen Armee in ihren mobilif ier- mcr sich keine Vorstellung von den Leiden der deut- fchen Bevölkerung unter dem Regime einer seind- lichen Besatzung machen kann. Mit vorwürsen solcher Art fördert man nicht die Reugestaltung der politischen Verhältnisse. Ls gehört dazu der Wille, sich zu verständigen, der Wille, dieRechteanve- rer zu achten, und in jedem Falle ganz besonders der Wille, zu einer talsäch- lichenundweitgehendenAbrüflung zu gelangen. Deutschland ist nach wie vor z u Reichstagspräsident Göring: Herr Reichskanzler Sie haben mir in der Unterredung keinen Zwei- fei gelassen, daß Sie eine A b st i m m u n g über ein Mißtrauensvotum nicht zulassen, sondern vorher den Reichstag auflösen würden. (Der Reichskanzler nickt mit dem Kopfe.) Ich habe erst, als ich allein zu meinem Platze ging, und als das jefagt: Ich habe den bestimmten :eichskan,^er den Reichstag Ihnen allerdings keinen Zweifel darüber gelassen, daß die Regierung entschlossen war, falls über die Aufhebung der Notverordnungen oder über einen Mihtrauensantrag abgestimmt würde, den Reichstag aufzulösen. Aber wir waren übereingekommen, daß zunächst einmal d ie Re - gierungserklärung vor sich gehen solle, und dann die Debatte. Ich habe also nicht im entfernteren daran denken können, daß es der Regierung unmöglich gemacht worden würde, ihre Erklärung zu verlesen. — Nun hat der Reichstags- Präsident gesagt, er habe sich in einer Zwangslage befunden, nachdem der formelle Antrag Torgier angenommen gewesen fei. Mir ist aber nachträglich bekannt geworden, daß Prälat Leicht nach Verabredung mit anderen Parteien entschlossen gewesen sei, den Antrag einzubringen, die alte Tagesordnung wiederherzustellen. Ich beziehe mich auch auf die Mitteilungen, die der Reichstagspräsident der Presse hat zugehen lassen. Dort hat er eindeutig erklärt, daß er entschlaf- fen gewesen sei, oie Regierung nicht zu Worte kommen zu lassen und daß er die Abstimmung habe vornehmen lassen, um die Regierung zu Fall zu bringen, bevor sie in der Lage gewesen wäre, ihre Erklärung abzugeben. *JIb0. Ersing (Z.) schildert kurz die Vorgänge in der Sitzungspause. Auf Grund eine? Vereinbarung zwischen Zentrum, Bayerischer Volkspartei und Nationalsozialisten wollte Abg. Leicht den Antrag stellen, dieAbstimmung erst am Schluß der Debatte herbeizuführen. Da sei kurz vor Beginn der Sitzung nicht der Reichstagspräsident, sondern der Abg. Dr. Frick (Nats.) gekommen und habe gesagt, die Nationalsozialisten hätten ganz positive, bestimmte Nachrichten bekommen, daß es überhaupt nicht zur Abstimmung komme, sondern der Reichstag sofort ausgelöst würde. Die Nationalsozialisten mürben sich deshalb an dem Antrag Leicht n i ch t m e h r beteiligen. Unter diesen Umständen habe es keinen Zweck mehr gehabt, den Antrag noch zu stellen. Der Reichskanzler betont nochmals, die Tatsache, daß er ohne das A u f l ö s u n g s d e k r e t zunächst in den Reichstag gekommen sei, beweise den guten Glauben daran, daß der Reichstag die Regierung zum Wort kommen lassen würde. Es entspinnt sich dann zwischen dem Reichstags- Präsidenten und dem Reichskanzler nochmals eine lange Auseinandersetzung über die Frage, in welchem Zeitpunkt der Kanzler denArmzurWort. meldung erhob. Der Kanzler erklärt, daß er das noch vor den Worten: „Wir ftimmen ab!“ getan habe. Ich war allerdings der Auffassung, so betont der Reichskanzler, daß, wenn Sie denWillen ge h a b t h ä t te n , die Regierung zu Wort kommen zu lassen. Sie hätten anders verf ah re n müssen. Rach allgemeiner Auffassung war durchaus die Möglichkeit Berlin. 27. Sept. (VDZ.) Die Dienstags- s sihung des Lleöerwachungsausschusses des Reichstages in seiner Gestalt als Llntersuchungsaus- schuh fand unter starkem Andrang der Oeffentlich- keit statt. Vorsitzender L ö b e teilt mit, daß als Zeugen der Reichskanzler, der Reichsinnenminister, der Reichsaußenminister, der Staatssekretär der Reichskanzlei und eine Reihe von Zuschauern und Beobachtern geladen sind. Reichsauhenminister Freiherr von Reurath hat sich entschuldigt, da er zur Zeit nicht in Deutschland weilt. Zeuge Reichskanzler v. Popen: In dem ersten Teil der Sihung, als der Reichstagspräsident den Antrag auf Aen- derung der Tagesordnung zur Abstimmung stellte, hat er nach meiner Auffassung nicht f e st g e st e I l t. daß durch das Unter* bleiben des Einspruches dieser Antrag auf Aen- derung der Tagesordnung angenommen sei. Denn als Herr Frick sich meldete und den Antrag stellte, die Sihung eine halbe Stunde auszusehen, hat der Reichstagspräsident festgestellt. dah der Antrag Frick als der weitestgehende zuerst zur Abstimmung komme. Die Sihung wurde auf eine halbe Stunde vertagt. Daraus geht hervor. daß der Reichstagspräsident in diesem Augenblick selber die Auffassung haben mußte, daß über den Antrag Tvrgler noch nicht entschieden fei. Als daher nach Ablauf der halben Stunde die Sitzung wieder eröffnet wurde, nahm ich ohne weiteres an. daß der Reichslagspräfident zunächst sormell über den Antrag Torgier noch einmal ab st Immen lassen würde. Das ist nicht erfolgt. Rach meiner Erinnerung Hal der Reichstagspräsident, nachdem die Sitzung wieder eröffnet war, und ich auf meinem Stuhl Platz genommen hatte, nur gesagt: „Da sich Widerspruch nicht erhoben Hal, kommen wir jetzt zur Abstimmung Über den Antrag T o r g l e r.“ Ich war mfr einen Augenblick darüber im unklaren, ob es sich um den formellen Antrag Torgier handeln würde, den A n- trag zur Tagesordnung oder um den materiellen Antrag. Ich habe aber, da ich mit den parlamentarischen Gebräuchen nicht ganz unbekannt bin, aus der Redewendung: „Da sich Widerspruch nicht erhoben hat" ersehen, dah es sich bereits um den materiellen Antrag handelte. Daraushin habe ich mich sofort erhoben und habe um das Wort gebeten. Der Reichstagspräsident machte eine abwehrende Geste und sagte nach meiner Erinnerung: „Zu spät! wir find in der Abstimmung.“ Daraufhin habe ich mich n o ch e i n m a l gemeldet. Zunächst ist in der Zwischenzeit Staatssekretär Planck, der vorn neben dem Rednerpult saß, zum Reichstagspräsidenten hingetreten, um ihn d a r - auf aufmerksam , u machen, dah ich mich zum Wort gemeldet hatte. Als das k e i n e n Erfolg hatte, habe ich mich ein zweites Mal zum Worte gemeldet, worauf der Herr Reichslagspräfident gesagt hat: „wir sind in der Abstimmung?“ Darauf bin ich auf feinen Platz zugef chritten und habe das Auflösungsdekret auf feinen Tisch gelegt, weil ich keine Möglichkeit hatte, zu Worte zu kommen, um selbst das Auflösungsdekret zur Kenntnis de» Reichstags zu bringen. Dorsitzender Löbc: Haben Sie sich nur auS- ereins, Berlin, zur joitsipenbejniobe rbung in der o61 in M Sammlung Pau! von Wden- n der Hindenburg- feiner Sicherheit vereinbar ist. wir verlangen für uns keinerlei Sonderrechte, sondern lediglich die gleiche Behandlung wie alle anderen Staaten, wir verlangen keine Erhöhung unseres Rüstungsniveaus,' sondern Abrüstung der andern nach den gleichen Methoden, die für uns gellen sollen. Riemais kann die Befriedung Europas verwirklicht werden, wenn der Versuch gemacht wird, einzelne Staaten zu Ländern minderen Rechts zu degradieren. drücklich zum Wort gemeldet oder nachher auch durch Auf stehen und Handaufheben? Reichskanzler von P a p e n: Ich bin rucht nur aufgestanden, sondern habe auch gesagt: „Ich bitte ums Wort." Aber ich nehme an, dah das in der LInruhe des Hauses am Stenographentisch nicht verstanden worden ist. Abg. Pfleger (BDP.) fragt den Rerchs- kanzler, ob er während der Pause den Versuch gemacht habe, seine Wortmeldung einzureichen. Reichskanzler von Papen: Rein! Aus dem einfachen Grunde, weil ich annahm, dah der Antrag Torgler abgelehnt wurde. Der Reichs- tagspräsident hatte mir zwei Tage vor der Sitzung gesagt, er würde dafür sorgen, dah die Regierungserklärung vom Hause entgegengenommen würde. Ich hatte keinen Zweifel, dah alles programmäßig verlaufen würde und war selbst völlig überrascht. Abg. Dr. Högner (Soz.): Bestand dre Ab- sicht, die Auflösung schon vor der Aussprache über die Regierungserklärung vorzunehmen, oder bestand die Absicht, den Reichstag nach der Aussprache aufzulösen? t . Reichskanzler: Don vornherein bestand überhaupt nicht die Absicht der Auflösung. Das ergibt sich ja schon aus der Ver- einbarung mit dem Reichstagspräsidenten. Außerdem hatten wir die Hoffnung, dah trotz verschärfen Gegensätze doch noch ein modus vivendi zwischen Reichstag und Regierung zustandekorn- men würde. Dr. Högner: Die Auflösungsurkunde haben Sie sich erst während der Sitzungsunterbrechung verschafft? Reichskanzler: Jawohl! Dr. Högner: Es bestand also die Absicht, den Reichstag auf jeden Fall bei Wiederbeginn der Sitzung aufzulösen? Reichskanzler: Rein, ich habe an, men, dah der Reichstagspräsident dem El Regierung die Möglichkeit geben würde, wenigstens die Regierungserklärung zu verlesen. I n keinem Parlament der Welt passiert das, dah eine Opposition nicht einmal die Regierung zu Worte kommen Iaht. düng und das kameradschaftliche Zusammenleben bezweckt. Was sollen derartige unnötige Verdächtigungen und was sollen die wiederholten Drohungen mit angeblichen Enthüllungen. Dies alles kann nur der Verständigung ent« Abg Dr. högner (So;.): Herr Reichskanzler, ist Ihnen die Aeußerung der „Germania“ bekannt, wonach der Reichstagspräsident Göring während der Unterbrechung der Sihung plötzlich mit der Behauptung zum Zentrum gekommen sei, dah der Reichstag jetzt auf jeden Fall sofort a u f g e l ö ft würde Reichskanzler: Tiefe Auffassung des Reichs- tagspräfidenten war völlig unbegründet. Scharfe Zurückweisung der schweren Verleumdungen.-Oeuffchland fordert nichts als gleiches Oie Rede von Grammat kein Weg zur Verständigung. auflöf en will. Reichskanzler v. Popen: In unsrem Gespräch habe ich Sie wiederholt gebeten, doch noch einem Wege zu suchen, der uns eine 21 r t von Zusammenarbeit ermöglichte. Ich habe kommunistischen Antrag erhoben werde, ilnb dann wäre der Antrag Leicht gekommen, und die Dinge hätten ihren normalen Laus genommen. Präsident Göring erwidert, er habe die Ausgabe, die Volksvertretung gegenüber der Regierung zu behaupten. Der Reichstag sei nicht der Exponent der Regierung, sondern im Gegenteil dazu da, Tlebergrifse der Regierung abzuwehren. Reichskanzler: Die Verlesung einer Regierungserklärung ist kein Liebergriff. Abg. Dr. Pfleger (DVP): Es ist behauptet worden, Sie, Herr Reichskanzler, hätten das A u f l ö s u n g s d e k r e t mit demText nach unten, auf den Präsidententisch gelegt. Reichskanzler: Tribünenbesucher haben mir mitgeteilt, sie hätten sogar die Unterschrift des Reichspräsidenten, die ja bekanntlich sehr grob ist. lesen können. (Abg- Torgler (K ): Das waren Hellseher! — Gröhe Heiterkeit.) Reichstagspräsident Göring: Das Dekret ist vom Herrn Reichskanzler vielleicht in der Meinung, er lege es nach oben, tatsächlich aber mit der Schrift nach unten hingelegt worden. In der Presse hat sogar gestanden, man habe das Dekret liegen sehen, der Reichsadler habe ordentlich darauf geleuchtet. Ich glaube, Herr Reichskanzler, Sie wissen selbst, was für ein Schriftstück das war. Vorn Reichsadler war gar keine Rede. Damit ist die Vernehmung des Reichskanzlers beendet- Zeuge Reichsinnenminister Freiherr v. Gayl: Meine persönlichen Wahrnehmungen gingen dahin, dah in dem Augenblick, wo seitens des Reichstagspräsidenten die Worte fielen: „Wir kommen nun zur Abstimmung", der Reichskanzler sich erhob und sich zum Wort meldete. Als daraufhin der Präsident sich nach links drehte und vonder Wortmeldung anscheinend keine Rotiz nahm, sah ich, dah der Staatssekretär Planck sich eryob und in der Richtung zum Präsidententtsch etwas sagte. Dann meldete sich der Reichskanzler sofort noch einmal zum Wort und sagte dabei, soweit ich es von meinem Platze hören konnte, dem Sinne nach: „Ich bitte ums Wor t.“ Als dem Reichskanzler daraufhin das Wort nicht erteilt wurde, entfernte er sich zwei Schritte von seinem Platz und nahm das Blatt aus der Mappe. Aus meine Frage: .Wollen Sie sich nochmals zum Wort melden?“ sagte er: „Sie sehen, däh ich das Wort nicht bekomme." Dann legte er das Blatt dem I Präsidenten hin. Abrüstung, sondern um die Einlösung des 2lbrüstungsoerfprechcns der anderen Mächte. Don deutscher Ausrüstung ist keine Rede, sondern von deutscher Gleichberechtigung und der gleichen Behandlung Deutschlands auf der Abrüstungskonferenz. Die Frage, die weder in der französischen, noch in der englischen Meinungs. äußerung bisher beantwortet worden ist, lautet: Welche An wcndung finden die Beschlüsse der Abrüstungskonferenz auf Deutschland? wir verlangen selbstredend, daß die Abrüstungs- fonoentlon, auf die die Mell schon so lange hat warten müssen, auf uns ebenso anwendbar fei, wie auf alle anderen Staaten. Unsere praktischen Forderungen, die sehr zu Unrecht als Ausrüstung verdächtigt werden, besagen nid),s anderes, als daß wir — selbstverständlich im Nahmen der Konvention — dieselbe Freiheit der Anpassung unserer Rüstungen an unsere sozialen und nationalen Bedürfnisse verlangen, die jedem anderen Staate zusteht. In Versailles vertrat man die These, daß ge» teil’« Waffen, die uns damals verboten wurden, Angriffswaffen feien. Heute will man sie zu Dcrt'idigungswaffen erklären, uns aber nach wie vor versagen, sie zu führen, uns a’ ? theoretisch die Gleichberechtigung benagen vrb pralt.ich das Recht auf Verteidigung ein schränken. Das Recht auf Ver- t ’öigung ab?r hat uns niemand absprechen Ibn-. n i und wollen — auch Herr Herriot nicht. Daß wir dieses Grundrecht jedes Volkes o-'düben tonnen, darin gipfeln die Forderungen, die nicht nur der für die Landesverteidigung verantwortliche Minister, sondern die gesamte Reichs- teq erung einmütig erhoben hak. , Wir haben niemals verlangt, uns in demselben Umfange zu bewaffnen, wie dies Frankreich und andere Staaten tun. Wir erstreben den Rust ungsausgleich durch Senkung des allgemeinen Rüstungsniveaus. Immer wieder haben wir erklärt, daß uns jede Rüstungsbeschrän- fung recht ist, wenn sie nur auf alle ausgedehnt wird, und daß uns in ferner Hinficht die Abrüstungskonvention zu weit gehen kann. Die Rede von Gramat beweist aber von neuem, daß man gewillt ist, mit zweierlei Maß zu messen. Trotz ihres geringen Umsanges soll die Reichswehr als Angrifssbeer gelten, alle Massen sollen in unserer Hand als Angriffswaffen bewertet werden, während angeblich die gewaltige Wehrmacht anderer Länder ledig- t i ch der Verteidigung dient, wir sollen uns mit juristischen Sicherheitskonstruktionen begnügen, während andere Staaten daneben den größten Teil ihrer ungeheuren militärischen Rüstungen beibehalten wollen. Wenn der französische Ministerpräsident beklagt, dah man Kinder die Kunst des Tötens lehre, übersieht er völlig daß g c- rade in Frankreich die militärische Jugend- Vorbereitung seit Jahren in großem S t i l e betrieben wird und dah der Gesetzentwurf über die „preparation militaire de la jeunesse einen wesentlichen Bestandteil der französischen Heeres- reform darstellt. Davon abgesehen wird nach wie vor jeder junge Franzose, der körperlich dazu tauglich ist, im Waffenhandwerk ausgebildet. Demgegenüber ist festzustellen, dah die sportliche Ertüchtigung der deutschen Jugend gemäß der Verordnung vom 13. September keinerlei militärischen Charakter trägt und lediglich die sportliche Fortbil- «’M iü feiÄw »eil-gen: D>. ültaftrlctt. ▲ ▲ ▲ A A ▲ AA A A ▲▲ ^preÄTmm (Siebener tfamilienblätter M JW JW ■ LS AW WT für Anzeigen von 27 mm Heimat im Bild-Die Scholle W MM I l> MZ | V I I | V I MW ■ H M ¥ R M R RV R Brette örtlich 8, auswärts monatvBejngsprets: R R R R W RR R R R Rf R Reichspfennig: Re- Mit 4 Beilagen RM.l.Sö IV R R R MM R R M R Z ■ R R MM R M R M^ R klameanzeigenvonMmn, Z-L General-Anzeiger für Oberhesien MM richten: Anzeiger Stetzel v ' Anzeigenteil Max Filter, SminÄtnXiiess. druck e*6 Verlag: vrW'ich« Um°eix«tt;.v°ch. nn» Sltinörndtrti H. fang« in Sietzen. Lchristleitnng uns Se,chäft5«ele: SchnMratze r. !Smwch m baren Reserven liegt, und jeder vergleich ist irreführend, der nicht berücksichtigt, daß Deutschland keinerlei mobilisierbaren Reserven besitzt und lediglich auf seine Präsenzstärke angewiesen ist. Jeder militärijch Geschulte weiß, daß die Stärke einer Armee in ihrem technischen Kriegsmaterial begründet ist. Keine Ausstellung der französifchen Heeresstärke kann als zutreffend angesehen werden, die die vielen tausend schwerer Geschütze, Tanks, Flugzeuge usw. verschweigt. Frankreichs Ministerpräsident beklagt sich zu Unrecht über Deutschlands Undank. Dank für die Schuldenstreichung wäre am Platze gewesen, wenn diese vor einem Jahre erfolgt und der großzügige Moratoriurnsoorschlag des Präsidenten Hoover zur vollen Auswirkung gegenüber der Welt- krise gelangt wäre. In Lausanne haben unsere Gläubiger lediglich das Fazit aus einer unhaltbaren Situation gezogen. Auch Deutschland hat niemand für das Opfer der drei Milliarden gedankt, das es der Verständigung, der internationalen Zusammenarbeit und dem europäischen Wiederaufbau gebracht hat. Dank für die Rheinlandräumung kann nur verlangen, Freies Unternehmertum und Mrischastsprogranim ireichswirtschastsminister und Reichsbankpräsident fordern die Wirtschaft zur Ausnutzung der ihr gegebenen Chance auf. Köln, 27. Sept. (WTB.) 3n einer Rede, die der Reichswirtschaftsminister Dr. Warmbold bei der Einweihung des Reubaues der Indystrie- und Handelskammer hielt, erklärte er u. a.: 3n Zeiten wie der gegenwärtigen Krise glaubt jeter Stand, der am meisten notleidende zu sein, lebet glaubt, der Hilfe des Staates am meisten zu bedürfen. Der Staat soll aber stets das Ganze sehen. Daraus ergibt sich, das; er nicht alle Cinzelwünsche sich zu eigen machen, noch weniger, sie erfüllen kann. Der Staat ist verpachtet, jede Maßnahme nicht nur auf ihre Wirkung auf den einzelnen, sondern auf ihre Wirkung auf die Gesamtheit zu prüfen. Es sei unmöglich, betonte der Minister, in einem so /dicht bevölkerten Lande ohne hinreichende eigene Rohstoffquellen allen Menschen Arbeit und Brot zu geben und alle Staatsbürger zu ernähren, wenn man sich ausschließlich auf Die Hilfsquellen des eigenen Landes einzustellen versuchen würde. Daher müsse die Arbeits- gelegenheitdurch Lei st ungen fürdas Ausland vermehrt werden. So unmöglich eine Politik mit dem Ziele eines Rückzuges aus den weltwirtschaftlichen Verflechtungen wäre, so wenig könne in Frage kommen, unsere eigenen Hilfsquellen unaus- genutzt zu lassen. Unser Ziel müsse sein, die höchste Ausnutzung des Bodens und die Sicherung der in ihm investierten Kapitalien mit der Erhaltung der industriellen Arbeitsstätten und mit der pflege von handel und Verkehr zu verbinden. Dieses Ziel kann aber nach der Struktur unserer Wirtschaft nur erreicht werden, wenn wir auch den Güteraustausch mit dem Auslande pfleglich behandeln. Die Entwickelung der Welt in den letzten Jahren, fuhr Dr. Warmbold fort, ist gekennzeichnet durch die zunehmende Absperrung der aufeinander angewiesenen Länder im Warenverkehr und durch die Kreditkrise, welche zu der Zwangsbewirtschaftung des Kapital- und Zahlungsverkehrs in wichtigen Ländern geführt hat. Unfer deutsches Interesse liegt eindeutig darin, alle Schwierigkeiten zu mildern und z u d e n früheren Zu ständen zurückzukehren. Ie schneller das gelingt, um so schneller wird sich die Welt aus ihrer unhaltbaren Lage befreien. Die ersten Keime dieser Erkenntnis zeigen sich heute. Wir wollen hoffen, daß sie auf ter kommenden Weltwirtschaftskonferenz vertieft und zur praktischen Auswirkung gebracht werden. Unsere eigene Lage erlaubte es uns jedlxh nicht, bis zu diesem Zeitpunkt zu warten. Die deutsche Regierung muhte daher den Versuch machen, durch eine Reihe von Maßnahmen demgegen- wärtigen Äotzu stände zu begegnen, um seine Ueberwindung zu erleichtern. Das Gelingen des wirlschaflsprogramms hängt von der Mitwirkung der ganzen deutschen Wirtschaft ab, und die Reichsregierung hofft hierbei darauf, daß ganz besonders die zahlen- mähig st arte Schicht der mittleren und kleineren Betriebe, die für das Gelingen des planes von besonderer Bedeutung sind, ihre Mitwirkung nicht versagt. Ich möchte daher an das gesamte deutsche Unternehmertum den Appell richten, die ihm gebotenen Möglichkeiten weite st gehend auszunuhen. Reichsbankpräsident Or. Luther. sagte u. a.: Ich bin überzeugt, test es eine Währungsgefahr in Deutschland nicht nur nicht geben darf, sondern auch nicht geben wird. So schwer die Zeiten auch sind, die wir zu durchkämpfen haben, die Währung wird ganz sicher aufrechterhalten bleiben. Der Reichsbank wird vorgeworfen, dah sie über Währungsrncksichten die Wirtschaft vergesse. Erzählungen solcher Art sind eine grobe Unwahrheit. Die Reichsbank war immer Treiber der Diskontsenkung bei allen dafür in Betracht kommenden Stellen. Rur eines hat die Reichsbank nicht getan: Sie hat das deutsche Dankgeseh nicht verletzen wollen. Ich möchte an die Wirtschaft den Aufruf richten, sich aus inner st er Ueberzeugung in das Regierungsprvgramm einzufügen. Für mich ist der Kern des Programms, dast es zum ersten Male möglich geworden ist, einen neuen Antrieb in die Privatwirtschaft zu bringen. Das Programm war vor einigen Monaden noch nicht möglich. Der Appell must Wirkungen in solchem Ausmaß Her- Vorbringen, dast die ganze Menschheit sieht: Es geht doch auf dem alten bewährten Weg der Wirtschaftsführung, auf dem Weg der Einsetzung der freien Kräfte des einzelnen wieder aufwärts zum Segen Deutschlands. Reichstagspräs. Göring: Haben Sie beobachtet, dah in dem Augenblick, wo ich das Wort „Abstimmung“ gesprochen habe, der Reichsaußen- minister den Reichskanzler angestoßen hat? Minister v. Gayl: Das habe ich nicht bemerkt. Ich wollte aufstehen, bin aber an einem Schlüssel hängengeblieben. Zeuge Staatssekretär der Reichskanzlei Or. Planck gibt dieselbe Darstellung wie der Reichsinnen- minister. Auf Fragen des Reichstagspräsidenten Göring erklärt der Zeuge: Ich habe die bestimmte Ansicht, daß Sie sich er st nach links wendeten, als der Reichskanzler sich zum Wort gemeldet hatte. Den Umstand, daß die Schallplatte die Wortmeldung des Reichskanzlers nicht aufgenommen hat, erklärt der Zeuge damit, daß der Reichskanzler mit dem Rücken zum Plenum gestanden habe. Der Zeuge bestätigt, daß der Reichskanzler ausdrücklich die Worte gebraucht habe: ,Ich bitte ums W o r t". Ich glaube, mich zu erinnern, daß der Reichsaußenminister den Reichskanzler irgendwie gedrängt hat. Ich glaube, daß das aber zu einem späteren Zeitpunkt war, vor der zweiten Wortmel. düng oder im Zusammenhang mit der Uebergabe der Urkunde. Oie Beschlüsse des Ausschusses Rack Vernehmung einiger Journalisten und Tri- bünenoesucher wurde die Beweisaufnahme geschlossen. Nach einer Pause trat der Ausschuß in die Beweiswürdigung ein. Aussprache und Beschlußfassung fanden in nichtöffentlicher Sitzung statt. Als Ergebnis der Beweisaufnahme wurde mit den Stimmen der Nationalsozialisten, des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei gegen die Stimmen der Deutschnationalen zunächst ein nationalsozialistischer Antrag angenommen, wonach der Ausschuß fest- stellt: „Reichskanzler o. Popen hat sich e r st zum Wort gemeldet, nachdem die Abstim- mung vom Reichstagspräsidenten bereits eröffnet war. Das Verhalten des Präsi- denten entsprach sowohl der Reichsoerfassung wie der Geschäftsordnung des Reichstages. Der Reichskanzler hätte die Möglichkeit gehabt, sich rechtzeitig zum Wort zu melden. Aus den Aus- führungen des Reichskanzlers als Zeuge in Verbindung mit einer im Ausschuß abgegebenen Er- fiärung des Führers der deutschnationalen Fraktion ergibt sich für den Ausschuß die Feststellung, daß die Reichsregierung unter allen Umständen entschlossen war, den Reichstag noch vor der Abstimmung über die Aufhebung von Notverordnungen und über Mißtrauensanträge zur Auflösung zu bringen." Für einen kommunistischen Antrag, wonach der Ausschuß beschließen sollte, daß die Reichstagsbeschlüsse über die Annahme der kommunistischen Anträge auf Aufhebung der Notver- ordnung sowie auf Entziehung des Vertrauens rechtswirksam sei, stimmten nur die Antragsteller. Gegen den Antrag sprachen sich Deutschnationale, Zentrum, Bayerische Volkspartei und Sozialdemokraten aus, während sich die Nationalsozialisten der Stimme enthielten. Dr. Frank II (Rats.) gab dazu die Er- kiärung ab, daß der Ausschuß bereits früher durch Beschlußfassung festgestellt habe, daß die Abstim- mungen in der Vollsitzung des Reichstages über die kommunistischen Anträge rechtswirlsam seien, und es nach seiner Auffassung deshalb keinen Zweck habe, früher gefaßte Beschlüsse zu wiederholen. * Der Reichstagspräsident Göring hatte im Ausschuß zur Wahrung der Rechte der Volksvertretung von einer subventionierten Regierungs- p res s e gesprochen. Der Staatssekretär in der Reichskanzlei hat wegen dieser Aeußerungen unter dem 15. September den Reichstagspräsidenten Gö- -‘g um öffentliche Bekanntgabe von Beweisen hierfür gebeten. Eine Antwort auf dieses Schreiben ist bis heute noch nicht ein- gegangen. — . ----[---rrr t u ii_.un mi...................... Zola. Vor dreißig Jahren, am 28. September, ist Em>l Zola, der Enkel Venedigs und der Sohn der Provence, le ner eingeborenen Sehnsucht nach Wärme zum Opfer gefallen. Von seinem Land- gute Medan nach Paris zurückgekehrt, ließ er sich vor der sonst üblichen Zeit den Ofen feines Schlafzimmers Heizen, der nicht im besten Zu- stunde war. So sah er die Aurora, die Morgenröte. nicht mehr, während gerade sein Roman „V£ritc“ in der „ Aurore“ erschien. Die Wahrheit aber, die „Verit6", für die er in seiner tapferen Streitschrift „J’accuse“ eingetreten war, überlebte die Morgenröte und führte zum vollen Licht des Tages, als Vorspiel der Re- vis.on deS Dreyfusprozesses. In weiten Kreisen außerhalb Frankreichs ist deshalb Zola mehr durch diese Gerichtsverhandlungen bekannt geworden — die natürlich eine fabelhafte Beleuchtung erfuhren —, als durch seine zahlreichen Schriften und Romane. 3a, wirklich zahlreich! 3ch nenne nur: „Travail“, „Feconditd“, „Nana“. „Assommoir“. „Germinal“, „Le ventre de Paris“, „Lourdes“, „La däbäcle“, „Madeleine Fdrat“. Literarisch hat das Eintreten Zolas für Drey- fuß gewissermaßen ein Vorbild in dem von Voltaire für Calas, den Protestanten, der widerrechtlich als Mörder verurteilt worden war. Beiden Schriftstellern waren wohl auch weitere Züge gemeinsam, so die Reigung, oft ohne reifes eigenes Urteil Ergebnisse der Arbeit von engeren wissenschaftlichen Kreisen in die breite Menge zu tragen. Richt immer zum Vorteil der Menschheit! Und wie Voltaire in echt französischer, geistreichelnder und frivoler Art und Weise besonders die Kirche in zu allgemeinen Formen bespöttelt hatte, so schuf Zola auf Grund der physiologischen Studien Tlaude Bcrnards und der materialistischen Philosophie Taines einen „Naturalismus“, auf den er wohl allzu stolz war. Die Menschen erschienen seinem Verstände nicht als beseelte denkende Einzelgeschöpfe, sondern als physiologische Typen, die wie Tierarten — nach der damals herrschenden Auffassung — mehr nur von Trieben und Instinkten geleitet werden sollten. Dos schließt freilich nicht aus, daß er in seinem dichterischen Empfinden auch psychologisch sehr fein zu Gegrünten verstand. Ein leichter geistiger Hochmut lieh ihn die Gestalten seiner Romane besonder« da suchen wo eben nach seiner Auffassung die Psychologie mehr hm ter den physiologischen, triebhaften Regungen zurücktreten sollte — in den untersten Kleine politische Nachrichten. Durch eine Verordnung des Reichsministers tes Innern wird bestimmt werten, dah am 1., 2. und 3. Oktober Versammlungen unter freiem Himmel und Auszüge zugelassen sind, wenn sie zu Ehren des 8 5. Geburtstages des Reichspräsidenten veranstaltet werten. In Bayern lind am 2.Oktober zu Ehren des 85. Geburtstages des Reichspräsidenten von Hindenburg die Staatsgebäude und die Gebäude der Universitäten und der staatlich verwalteten Anstalten und Stiftungen in den Landesfarben zu beflaggen. Die Gemeinden, Bezirke und Kreise werden ersucht, ihre Dienstgebäude gleichfalls zu beflaggen. * 3m Lohn- und Arbeitszeit st reik des Ruhrbergbaues führten die im Reichsarbeitsministerium ftattgefuntenen Rachverhandlungen zu einer Einigung der Tarifparteien. Die Verbände erkannten die in den Schiedssprüchen vom 24. September vorgeschlagene Lohn- und Arbeitszeitregelung an und erhoben sie zum Tarifvertrag. Schichten des Volkes. So-in den Pariser Hallen, im „ventre de Paris“, so die Schnapspest in „Assommoir", die Dirnen in ..Nana“, dem wohl am meisten gelesenen Buche. 3m übrigen können wir ja gewiß nicht verkennen, daß gerade tes französische Volk am ehesten den großen Romanschreiber zu seiner geistigen Einstellung führen mußte. Und dennoch: Dieser ursprüngliche 3taliener war em hochstehender Mensch, ein Wahrheitssucher, einer der Männer, von denen wir gerate heute Frankreich eine größere Zahl wünschen mochten ... Dr. H. Kraemer. Schwarzwälder Kirsch. Von Heinz Gtegutveit. Oh, daß man ewig lernen muß! Bismarck hat's gesagt, und es war wohl das Gültigste, was er die Geschichte vom Schwarz- wälder Kirsch, die hier preisgegeben werden soll, hat mit Bismarck nichts zu tun, wohl aber mit einem schwäbischen Landstreicher, ter neulich den Schwarzwald von der Hornisgrinde bis zum Feldberg und vom Neckar bis zur Kinzig behelligte. Don diesem Landstreicher, ter sich kurz und bün- dfg Pepeli nannte, kann man also lernen. Lernen nicht m dem Sinne, dah sein als einträglich erwiesener Geschäftstrick nun für jedermann ein Re- sept wirtschaftlicher Belebung werden könnte. Mit- nlchten! Der Stromer Pepeli, ein unersättlicher Säufer, lehrt uns nur, daß der klarste Schnaps nicht immer klarer Schnaps ist, und wen. dieses Spiel der Worte beunruhigt, ter vernehme den Hergang ter Eulenspiegelei: als Pepeli in zerlumptem Zustand das Wirtshaus am Kandel betrat, gab's sofort ein Kichern und Rumoren an öen Tischen der Gäste. Was wollte dieses zottige Scheusal im Revier ter Ausflügler und frommen Wanderer? Pepeli aber grüßte artig nach allen Seiten, lächelte hausbacken, behielt den Hut in der Hand und steuerte geradenwegs auf den Schanktisch zu, ohne zu betteln oder sonstwie die erstaunten Zeitgenossen zu belästigen. Nein, Pepeli zog nur eine leere Flasche aus dem Rock, stellte sie dem Wirt hin und bat ganz sachlich um einen Liter echten Schwarzwälder Kirsch. Iawohl, um einen Liter wasserklaren, echten Schwarzwälder Kirsch! Der Wirt wagte zunächst nicht, das an sich ganz Tauber aussehente Gebilde der Flasche zu berühren Darum fragte er, vielleicht in der HoffZur Frage der Anklageerhebung vor den Sonde rg er ich t en hat der preußische Iustizminister die Staatsanwaltschaften darauf hingewiesen, mehr als bisher darauf zu achten, bie Zuständigkeit der Sondergerichte nicht bei Fällen von minderer Bedeutung, sondern nur in wirklich notwendigen Fällen zu begründen. Namentlich bei solchen politischen Straftaten. die vor dem 10. August d. 3. begangen seien, werde eine Aburteilung durch die Sondergerichte nur noch bei besonderen Umständen am Platze sein. * Der sä ch si sch e Ministerpräsident Schi eck ist vom Reichskanzler zu einer Be- sprechung empfangen worden, die, ähnlich wie die Dorangegangenen Besuche süddeutscher Ländervertreter, die finanziellen Schmierigkeiten der Länder zum Gegenstand gehabt haben dürfte. In der Unterredung ist eine Einigung über die Mittel zur Ueberbrückung dieser Schwierigkeiten erreicht worden. * Die nationalsozialistische Fraktion im Braun- schweigischen Landtag hat den Antrag ein- gebracht, den Braunschweigischen Landtag aufzu- lösen. Die Neuwahlen sollen zusammen mit den Reichstagswahlen am 6. November erfolgen. Der nung, ten Stromer schnell los zu werten, seelenruhig dies: „Ein Liter Kirsch? Hast auch so viel Geld, Pepeli — ?“ Der Landstreicher schob die Brust etwas entrüstet nach vorne, setzte den Hut auf, rollte die Augen: „3d)? Geld? Freili hab' i Geld!“ - Und der Gastwirt vom Kandel lieh den klaren Schwarzwälder Kirsch frisch aus dem Fäßchen in die Flasche rieseln, bis diese voll war. Pepeli dankte, preßte den Korken auf ten Hals, steckte die gefüllte Pulle ein und faltete überlegen grinsend einen Zwanzigmarkscheinen auseinander, offenbar in der Erwartung, von dem Gastwirt noch gemünztes Silber herauszubekommen. — Diese Hoffnung wurde indessen getäuscht. Schmählich sogar. Denn der Wirt betrachtete sich den Zwanzigmarkschein genauer, warf ihn dann dem schreckhaft zuckenden Stromer wieder hin: „Geh, Pepeli, gib den Kirsch wieder raus: dös is ja ein Geldschein vbn 1910, ein ganz filziger und alter: wo hast den her?“ Dem Landstreicher blieb ter Unterkiefer stehen, die Augen kämpften rechtschaffen mit Tränen. Pepeli gestand, diesen Schein im Wald gefunden zu haben. Und faßte es nicht, daß er die frisch mit Schwarzwälder Kirsch gefüllte Pulle wieder aus dem Rock ziehen sollte. Aber nichts konnte helfen, Pepelis Kopf sank so verdrießlich auf die Vrust, als hätte man ihm die goldenen Aepfel uer Hesperiten aus den Zähnen geholt. Stumm und keiner Worte mächtig sah der Stromer zu, wie der Gastwirt die Flasche entkorkte, das klare Kirschwasser wieder ins Fäßchen gluckern ließ und dann, die leere Pulle zurückreichend, mit dem Smgcr streng zur Tür wies: „Marsch, naus! Laß di nimmer hier blicken!“ ^ein, ter Stromer Pepeli ließ sich nimmer im Gasthaus am Kandel blicken. Der Stromer Pe- peli saß vielmehr eine halbe Stunde später ganz r ^gendwo unter den Tannen und wog schmunzelnd zwei Flaschen in den Händen: eine leere unö eine gefüllte! Die gefüllte setzte er an ten JKunö und genoß ihren brennenden Inhalt in schweren, genießerischen Schlucken. Und beschloß, am nächsten Tag das gleiche Kunststück bei einem anderen Wirt zu versuchen. Dazu bedurfte es keiner langwierigen Vorbereitungen. Er brauchte Die eine Flasche nur wieder mit klarem Quell- wasser zu füllen, alles andere würde dann seinen Gang gehen, auf den alten Zwanzigmark- fi^lrkun& auf die zweite leere Pulle konnte er Il.$ verlassen! — Unterdessen wunderten sich Vie Gaste im Wirtshaus am Kantel, daß der Schwarzwälder Kirsch so wässerig schmeckte, obzwar er doch frisch aus dem Fäßchen quoll. — Braunschweigische Landtag ist zum Samstag einberufen worden. Der einzige Punkt der Tagesordnung ist: Antrag auf Auflösung des Landtags. Die preußische Staatsregierung hat beschlossen, daß der Kreis Schmalkalden seine Selbständigkeit behält. Weitere Ausnahmen von Der Landkreisoerordnung find nicht beschlossen worden bis auf kleine Grenzberichtigungen, die nur rein örtliche Bedeutung haben. Kunst und Wissenschaft. 92. Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte. Im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung ter naturwissenschaftlichen Hauptgruope der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte in Mainz stand ein Vortrag von Professor Dr. Kurt Wegener (Berlin) über die deutsche Grän- lanDexpedition Alfred Wegeners. Nach kurzen Einführungsworten von Staatsminister Dr. Schmidt-Ott, dem Präsidenten ter Notgemein- fchaft der Deutschen Wissenschaft, führte Professor Wegener, der nach dem Tod seines Bruders die Leitung der Expedition übernahm, etwa folgendes aus: Zur Erfüllung ter Aufgaben der grönländischen Expedition Wegeners wurden an 34 Stellen die Eisdicke mit Hilfe einer Methode, die dem aus ter Schiffahrt bekannten Echolot entspricht, gemessen. Diese Messungen ergaben als größte zuverlässig fest- gestellte Eisdicke 2000 Meter. Weiter wurde versucht, Höhenmessungen mit Hilfe von Entfernungen und Winkeln durchzuführen. Erst eine langwierige Verarbeitung der Ergebnisse dieser von Dr. Weilen und cand. phil. Iülg durchgeführten Versuche kann zeigen, ob sie erfolgreich waren. Außerdem wurden Schweremessungen auf dem Inlandeise vorgenommen. Dem meteorologischen Studium Grönlands dienten drei Stationen, die unter Leitung der Herren Dr. Kopp, Dr. Georgi und Dr. Holzapfel standen. Durch zahlreiche Drachenaufstiege wurden barometrische Höhenmessungen vorgenommen. Die glazioloaischen Arbeiten der Expedition wurden besonders schwer durch ten Tod des Expedit! onsl eit ers beeinflußt. Geh. Rat Dr. Arthur von Weinberg (Frankfurt a. M.) sprach dann über „Die Bedeutung der Farbstoffe für die Organismen". Es ist ein grundlegendes Problem der Biologie, zu ermitteln, wie es die Natur mit Hilfe der Kohlenstoffoerbindungen bewerkstelligt, sich die in der Umwelt zur Verfügung stehende Energie für das,Leben der Organismen dienstbar zu maegen. Aus afler Welt. DerheerendesErdbebeninGriechenland Ein schweres Erdbeben hat in Challi- diki 12 0 Tote gefordert. Die Zahl der Verwundeten wird auf 5 0 0 geschäht. Besonders betroffen wurden die Dörfer Ierissos, Stratoniki und Rea Roda. Die Bewohner wurden von panischem Schrecken ergriffen. Sanitätskolonnen und Hilfsmannschaften sind nach dem zerstörten Gebiet abgegangen. Fünf Dörfer sind vollständig zerstört worden, während viele andere schwer gelitten haben. Die hohe Zahl der Toten erflärt sich daraus, dah das Erdbeben gegen 22 Uhr einsetzte, als sich die meisten Dorfbewohner bereits zur Ruhe begeben hatten. Ein Augenzeuge gibt ein Bild tes schrecklichen Vorganges: Plötzlich fühlte ich, wie sich die Erde bewegte. Mit Donnergetöse ftünten die Häuser ein und begruben ihre Einwohner unter sich. Todesschreie hallten durch die sonst so still da- liegenten Dörfer. Die nicht unter den Trümmern begrabenen Bewohner flüchtetenhalbnackt und übernachteten unter freiem Himmel. Die Panik wurde noch dadurch vergrößert, daß viele weitere Erdstöße folgten. Im Dorf Panagia verlor ein Einwohner vor Schreck den Verstand. Der Gouverneur von Macedonien ist an Bord tes Torpedobootes „Pergamos“, das in ein Ho- spitalschiff umgewandelt ist, nach dem Erdbebengebiet abgefahren. Zur behelfsmäßigen Unterbringung ter Obdachlosen wurden sechshundert Zelte zur Verfügung gestellt. — Zentrum tes Bebens ist ein alter Unterfeefrater, der 300 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. O, daß man ewig lernen muh. O, dah ter klarste Schnaps nicht immer klarer Schnaps sein kann! Wolga-Zilm und Kosaken-Chor. Im Lichtspielhaus gibt terUral-Kosaken- Chor ein zweitägiges Gastspiel. Wir haben den Chor, wenn wir nicht irren, schon früher hier fingen hören und freuen uns der Wiederbegeg- nung. Seine Vorzüge sind eine schöne orchestrale Geschlossenheit des Klangkörpers, aus dem sich die einzelstimmlichen Individualitäten vom glodentönig summenden, profunden Baß bis zum Hellen Tenor sympathisch und wirkungsvoll abheben: ferner die Disziplin und ter unakademische Schwung tes Vortrages unter der straffen Leitung tes Dirigenten Andrej S ch o 1 u ch, ter seine Leute vortrefflich in der Hand hat. Wir hörten gestern ein russisches Potpourri mit dem berühmten Wolga-Lied, ferner ein lustiges Hochzeltsliedchen, die breit ausladende melodische Fülle des „Stenka Rasin" und zwei wilde Ko- sakenlieter, mit denen ter Chor für den starken und wohlverdienten Beifall dankte. Die Gesangsvorträge bildeten eine stimmungsvolle Introduktion zu dem Universal-Tonfilm „Wo die Wolga fließt“, ter, nach Tolstojs Roman „Auferstehung“ gedreht, das Liebesschicksal zweier jungen Menschen schildert und eine typisch ru,sische Lösung findet in ter Gegenüberstellung von Schuld und Sühne. Die Regie führt Edwin Carewe: aus einem Ensemble hier unbekannter amerikanischer Darsteller hebt sich Lupe Velez m a 1 n un$. überzeugend heraus, die aus der Rolle ter Katjuscha eine liebliche und rührende Madchengestalt macht. Ihr Partner ist Iohn Doles als Fürst Dimitri Nechludoff. — Hochschulnachrichten. Professor Dr. Hans von Wartenburg in Danzig, der vor kurzem einen Ruf auf den r? r Lehrstuhl für anorganische Chemie 3" von Professor Zsigmondy erhielt, hat die Berufung angenommen und ist zum Ordinarius an der Universität Göttingen ernannt worden. Burd) die Berufung des Greifswalder Pri- vatdozenten für germanische Philologie Dr. Lutz Mackensen wird der mit Unterstützung der Deut- jd)en Akademie in München gestiftete Lehrstuhl für Germanistik an der Herderhochschule in Riga zum erstenmal besetzt. Die Deutsche Akademie hatte schon vor zwei Jahren einen Leb stuhl für neuere deutsch» Geschichte an dem gleichen Institut gestiftet, Aus der Provinzialhauptstadt itiihir, Von Napoleon bis Hindenburg Dr. Arthur Von was für eine Tlu1 tn Buntes Allerlei Laufbahn eines Abenteurers. ober nichts, von dem man hätte sagen können, dies und jenes wäre irgendwie nicht diskutabel. Die Schuhe stellte das SchuhhauS Do11ina. und und die Hüte eine bekannte Gießener Firma. Für die diesjährige Herbftmodenschau hatte man aus ein kabarettistische- Programm verzichtet. Musik begleitete die Vorführungen. AIS Be- sonderheit ist lediglich noch zu vermerken, dah auch Herrengarderobe vorgeführt wurde. Dom inSriecheliland en hat in CM. )ie Zahl der Der. Gpaziergang durch eines der letzten Wachsfigurenkabinette. Äon Peter Paris St & «h. k5 ikjeb*khi «ss-j- enschsst. eschäht Besonders Ierissos, Stratoniü OiZ ll (Ofl! :nM< >hner wurden von l öonitätilolonntn lad) dem zerstvtten Dörfer sind >rden. während viele Die hohe Zahl der daß das Erdbeben f) die misten Dors« ieseben hotten. Sin Ib bei f&edlifw toie fii bie Srbc inten die Msec >vyner mitt \\5). (M jv M da« ittt den Trümmern letenhalbnaitt eiern Himmel Die ch vergrößert daß 3m Dors Panagia chreck den Berstand. edonien ist an Bord d8", das in ein Ho- ^ach dem Erdbeben. «lfsmähigen Unter, vurden sechshundert t - Zentrum des jrfeefrater. der 300 chnaps sein kann! osaleli-Äo r. viel Dir haben den i schon früher h'« ta Diederbegeg- Ln-EK ^ers, aus dem sich ividualiiäten t>on LnDahbisrm ,b der unakFem!!-- «ia "Aiä r# ÄSft t, das vv ldert u^.L^Hung er bt E aus W Her^'°?rührendt • Partner ’ Jechludoff- der Stimmungsmacher. Auch dafür, daß die Kehlen nicht zu trocken werden, wird gesorgt. Ein Fäßchen Bier oder ein guter Schuß Rum in den Tee gehören einfach dazu. Die Herbstnächte sind ja auch schon kühl, so daß ein Einheizen gerne willkommen ist. Auch die Feldküchen tragen ihr Teil für das körperliche Wohl bei. (Sine nahrhafte Suppe wird ausgegeben. Durch den Krieg ist die Feldküche jedem Soldaten ein beliebter guter Kamerad geworden, und wenn sie oft tagelang ausblieb, empfand man erst, wie wichtig auch die Gulaschkanone für die Kriegsführung ist. Erst seit kurzer Zeit gibt es diese praktische Einrichtung. Im Russisch-Japanischen Kriege fanden die Feldküchen zum erstenmal Verwendung. Vorher muhte sich der Soldat noch Kochlöcher graben und in seinem Kochgeschirr selbst mühsam sein Essen bereiten. Plötzlich flammen vor der Waldkulisse im Hintergründe Fackeln auf. 3n ihrem Schein bt tzen Stahlhelme. Trommeln und aufgepflanzte Seitengewehre. Unter den Klängen des Zapsen- streichmarsches rückt der Große Zapfen- st reich an. Schneidige Kommando- ertönen. Dann tl.ngen die ichönen allen Militärmärsche aus. Mit dein dumpfen Wirbel des Lockens wird der cigentl che Zapfenstreich eingeleitet. „Helm ab zum Gebet!" Die feldgraue Mauer steht bewegungslos, ringsum sind die Köpfe entblößt: „Ich bete an die Macht der Liebe". Dann erklingt unter präsentiertem Gewehr das Deutschland! ed. Es soll jedem Soldaten sagen, daß er mit Leib und Seele dem Vaterland dient, soll in einer Zeit, da unser Vaterland durch Parteikämpfe zerrissen ist, ein Bekenntnis fein zur inneren Einheit. M^deschau Schmücker im (5of6 Amend. Gestern nachmittag und abend fanden im (Eaft 2lmcnd die Herbstmodcnschauen der Firma Schmücker kalt. Der Raum war bis auf den letzten Platz be- f t. Wohl die meisten Damen kamen mit hochge- p.'.nnten Hoffnungen und viele sicherlich auch mit manchem geheimem Wunsch, den der Veranstalter als natürliche Voraussetzung nicht entbehren will. Die Modenschau von Schmücker war auch diesmal wieder eine JReoue des guten Geschmacks, der Neuheiten, der freundlichen Schönheit im Kleide und die Angelegenheit des — so darf man wohl sagen — ästhetischen Genusses. Der aufmerksame Beobachter und die aufmerksame Besucherin (welche Frau wäre es bei einer Modenschau nicht?) müssen gewahr werden, daß in den Schöpfungen der Mode immer eine Fülle wertvoller handwerklicher Arbeit und auch ein großes Maß geistiger Arbeit steckt, der man die gerechte Würdigung nicht versagen darf. Nur so können diese Modeschöpsungen für sich werben, wenn sie nicht auf das Wort des mehr oder weniger geschickten Conferenciers angewiesen sein wollen. z . Die Herbstmode des Jahres 1932 ist (die «chau bewies das) nicht an eine bestimmte Form und nicht an eine bestimmte Farbe gebunden, sondern von freier Verwendung der Farbe und von ebenso großer Freiheit in der Verarbeitung ber Stoffe bestimmt. Man fand neue Formen und daneben wieder Erscheinungen, die bekannt anmuteten, in ihrer Behandlung aber doch zu außerordentlich reizvollen Varianten führten. Gemeinsam ist allen Kleidern, die man bei dieser Modenschau zu sehen be- kam, die beabsichtigte Wahrung des femininen Charakters, der im langen Kleide (Gesellfchafts- oder im großen Abendkleide) feinen feinsten Ausdruck findet. Auch das Strahenkleid ist zu dreiviertellang und fraulich gehalten. , Neben den unberührt von modischen Einflüssen verwandten Farben Rot, Weiß, Schwarz, Hellgrün, Hellblau usw., tauchen Corinth, Kardinalrot, Bischosslila, Tintenblau und das zarte Elefantengrau auf. Als neue Stoffart kennzeichnet man Crfcpe amazone, Cröpe Hammerschlag, Flamengo u. o. a. Leide, Wolle, Wolle mit Leide für das Kleid, Velour Diagonal für Mäntel behaupten sich unan- durch ist zweifellos der Erstickungstod eingetreten, wenn auch die Täter behaupten, den Ürb nicht gewollt zu haben. Das Papiergeld in Höhe von 700 bis 900 Mark, das Anna Kreutzer im Besitz hatte, ist noch nicht gefunden worden. Man nimmt an, daß Hansmann das Geld irgendwo versteckt hat. Die Ermittlungen nach dieser Richtung gehen weiter. Schwerer Derkehrsunfall bei Wetzlar. Lin Kind gelötet. — Drei Personen verletzt. Nische Schlager! Und nicht sofort wird mir klar, daß diese unnapoleonischen Klänge unmöglich aus dem Spinett kommen können, sondern höchstwahrscheinlich aus der Halle des Hotels, das sich im gleichen Haufe wie das Museum befindet. Wie schön muß es sein, dort zu wohnen, unter der Voraussetzung, daß es nachts nicht spukt ... bei dieser Nachbarschaft. „Eingang zu den Katakombe n." Ja, da sitzen sie in ihren düsteren Höhlen, die armen Christen. Sie sind alle, wie das bei solchen Luftver- hältnissen nicht zu verwundern ist, ein bißchen wachsbleich, und ob sie lebenswahr dargestellt sind, kann ich leider nicht beurteilen, weil ich sie nicht gekannt habe. Hier wird gepredigt und da geheiratet und in der letzten Ecke des Korridors ist das schreckliche Panorama mit den Römern und den Löwen, vor dem ich so gesunken stand, daß ich meine Umgebung ganz vergeßen hatte. Direkt neben den Christen - Gießen, den 28. September 1932. Biwak. Friedensbiwak! Welcher Soldat der alten Armee wird da nicht an seine Dienstzeit, an feine Manöver- erlebniffe in Friedenszeiten erinnert? Damals war das Biwak der Abschluß der großen Herbstmanover und gleichzeitig für viele das Ende der aktiven Dienstzeit. Jedem ausjcheidenden Soldaten sollte es eine bleibende Erinnerung fein! Der Weltkrieg in feiner rauhen Wirklichkeit machte aller Romantik ein Ende. Heute ist ein solches Biwak mit feinen Lagerfeuern schon wegen feindlicher Fliegergefahr zur Unmöglichkeit geworden. Dennoch wird die Ueberlieferung des alten Heeres auch hierin beim Reichsheer weiter gepflegt. Biwak und Großer Zapfenstreich werden, wie früher, auch heute noch als besonderer Festtag im Soldatenleben betrachtet. Der Jugend, der es heute durch das Versailler Dik- tat nicht vergönnt ist, Soldat zu sein, soll der Hes- fische Grenadiertag dm 1. und 2.Oktober in Gießen eine Vorstellung geben vom heutigen Sol- batenleben und den alten Soldaten ein Gedenken sein an längst vergangene Zeiten. Wie sieht nun so ein Biwak aus? Die Kompanien rücken auf den Biwakplatz. Ein reges Leben beginnt. Ucberall wachsen die Zelte aus dem Boden. Lagerstroh wird herangefahren, um es den Grenadieren einigermaßen bequem zu machen. Dann beginnt die Arbeit für das Lagerfeuer. Jede Kompanie sieht ihren Stolz darin, den größten Biwaks- bäum zu errichten. Seine Krone wird mit Stroh umwickelt, und mit Spannung erwartet jeder den Augenblick, da die Krone Feuer fängt und den Biwaksplatz weithin erleuchtet. Nun beginnt, auch wenn der Tag noch so an- strengend war, ein lustiges Soldatenleben. Mehrstimmiger Gesang des Kompaniechors wechselt mit alten Soldatenliedern und humoristischen Vorträgen sein Herz völlig eroberte, hatte sehr kostspielige Liebhabereien, wie die Nachforschungen der Polizei bewiesen. Sie wohnte in einer prachtvollen Villa, die auf das Herrlichste ausgestattet war, und die Rechnungen, die bei ihr gesunden wurden, zeigten, daß' sich die Kosten für ihre Autos hn letzten Jahre auf über 50 000 Mark beliefen, daß sie 1100 Mark für Kaviar und gegen 6000 Mark für Champagner aus- gegeben hatte. Alles das mußte der gute Bouchä bezahlen, der sich bei ihr als Bankier eingeführt hatte. „Sidonie ist an allem schuld!"' so schloß Bauchs sein Geständnis. „Da ich sie zu verlieren fürchtete, wenn ich nicht all ihre Launen befriedigte, brauchte ich immer mehr Geld../ kenhaus Aufnahme. Der Unfall ist auf das rasch- Tempo zurückzuführen. Aus die Bohnenstange gespießt. WSR. Wetzlar, 27. Sept. In dem Kreisort Derghausen stürzte ein älterer Mann beim Ob st pflücken vom Daum. Dabei fiel er unglücklicherweise auf eine auf recht stehende Bohnenstange. Die Stange drang dem Bedauernswerten tief in dcnLeio und brach ab. Lebensgefährlich verletzt muhte der Mann in das Krankenhaus gebracht werden. Festgenommene Schmuggler. WSV. Worms, 27. Sept. Am Sonntagfrüh wurden durch Beamte der Zollfahndungsstellen Worms und Frankfurt dreiSchmuggler au« Völklingen (Saar) fe st genommen, die große Mengen unverzolltes Zigarettenpapier in einem Kraftwagen mit sich führten. Der Kraftwagen und die zoNpflichtigen Waren wurden beschlagnahmt. zuerst Zweifel und dann, als Witte seine Ausweise und Pässe, sein Konterfei in einer gold- strotzenden Uniform zeigte, ungeheures Aufsehen. Seine Majestät geruhten zum Rachtmahl eine Erbsensuppe einzunehmen. Das Mahl wurde gewürzt mit interessanten Erzählungen über die Regierungstätigkeit in Albanien. Dann war es Zeit zum Schlafengehen. Der König wählte sein Bett inmitten der Asylisten und schlief den Schlaf eines gerechten Herrschers. Inzwischen war aber schon die Polizei informiert und als der Morgen graute, wurde der „König" von Polizisten geweckt und zur Wache gebracht. Der Dessauer Staatsanwalt hatte ihm nämlich wegen kleiner Betrügereien einen Steckbrief nachgesandt. Witte bestritt in den letzten Jahren seinen Lebensunterhalt durch den Verkauf von Postkarten, die ihn als König von Albanien darstellen und die er dadurch wertvoll zu machen suchte, dah er sie mit der eigenhändigen Unterschrift versah. „Sidonie ist an allem schuld!" ins andere. Da steht P o l a N e g r i in diabolisch-majestätlscher Haltung, und neben ihr ist ein Individuum, das, den Kleidern nach zu schließen, den besseren Ständen angehören muß, zu Boden gesunken. Aber es ist nur eine Filmszene, wie dem findigen Beschauer gleich darauf klar wird. Denn vor ihr steht ein Herr, der unbedingt Regisseur fein muß: er ist in Hemdsärmeln und halt ein Heft in der Hand ... Um die Ecke von Pola Negri herum aber ist bereits Napoleon. Und zwar in der Prunk- und Prachtfzene: Napoleon mit feinem Gefolge in Mal- maifon ... Alle lauschen sichtlich der Musik, die eine Künstlergruppe vollführt, aber, oh Anachronismus, ""ulit! Das ist ia der neueste amerika- Und nicht sofort wird mir klar, daß Schmitz war sofort tot. Ein weiteres Kind, die Frau des Fahrers, und der Fahrer selbst erlitten schwere Verletzungen; sie fanden im Kran- gefochten. Einige Kleider gefielen ganz besonders. Verschiedene schwarze Gesellschaftstt>iletten, mit roter Rose geschmückt, fanden berechtigten Beifall; Schwarz mit Weih verarbeitet kehrte in geschick« testen Varianten immer wieder, Schwarz mit Rosa, mit Hellblau, mit Grün, waren oft zu sehr ' feiner Wirkung verbunden. Jugendliche Tanzkleider in hellen Farben gefielen allgemein. Einen vorzüglichen Eindruck machte ein ganz schlichtes schwarzes Kleid mit einem metallperlcn- besetzten Brusteinsatz. An anderen Kleidern wieder fielen abzuknöpfende Aermel und ebensolche Umgänge auf, die das Aussehen sofort bedeutend wandelten und einen völlig anderen Eindruck von ein und demselben Kleide gewinnen liehen. Vom Morgenrock bis zum groben Abendkleid brachte die Modenschau für jeden Geschmack etwas, dabei zum Lachen. Er zog wieder durch die Welt und zehrte von seinem Ruhm als .König von Albanien". Dieser Tage erschien in einem 'Berliner Männerheirn ein elegant angezvgener älterer Herr, der dort übernachten wollte, um das .Milieu" kennenzulernen. Er setzte sich mit den Asylisten an einen Tisch und erzählte ihnen, dah er einmal König von Albanien gewesen sei. Da nicht jeden Tag ein König im Asyl Übernachtet, erregte da- Verfolgungen ist logifdjerroeifc das „Heben Jesu". Aber dazwischen hat man offenbar renoviert. Ich sehe zu meinem Erstaunen einen Herrn in modernem Anzug in einer neuzeitlichen Gefängniszelle, und obwohl der Herr ohne Kragen ist, kann man doch gleich sehen, daß es einmal ein vornehmer Herr gewesen fein muß. Und richtig, da informiert auch schon eine kleine Papptafel den Beschauer, dah es sich um den Bankier O u ft r i c handelt, der keines- wegs der älteren Geschichte angehört, sondern viel- mehr einem großen Finanzfkandal neuesten Datums. Unverdientermaßen sitzt in der Kabine nebenan, schwarz wie ein Mohr und von erschreckend realistischer Magerkeit, der indische Führer Gandhi. Seltsame Logik dieser Gestaltenwelt: Gandhi und der Bankier Oustric zwischen den Christenverfolgungen und den Schreckensszenen der französischen Re- volution! Es ist völlig ausgeschlossen, sich da zurecht- zufinden, und ich habe es auch schon lange auf- gegeben. Charlotte Corday, Heldin der französischen Revolution, ermordet M a r a t im Bad; Ludwig XVI. im Gefängnis ... (er ist erbarmungslos genau o fett und kurzbeinig bargeftellt, wie er angeblich gewesen (ein soll). Und um die Ecke herum grinft mich plötzlich Maurice Chevalier an: ach, sieh da, ich bin wieder in dem großen Reprasentations- (aal angelangt, in dem in bunter Reihe Chaplin und der König von Rumänien, Mussolini und die Pawlowa, der Papst und der Clown G r o ck. stehen. Schon will ich mir den Ausgang suchen, da fahre ich plötzlich entgeistert zurück ... das ist doch .. das ist doch, also wenn mich nicht alles täuscht, soll dieser würdige Herr mit Schnurrbart und Gehrock doch unser Reichspräsident sein! Armer Hindenburg, was haben sie aus ihm gemacht! Er sieht aus, als hätte er Magenschmerzen. Ich muß mich vor staunen auf das Plüschbänkchen setzen, wodurch ich eine ältere Dame sichtlich aus ihrer lächelnd-ehr- fürchtigen Versunkenheit reiße, mit der sie den Pra- sidenten Doumergue in der Nachbarloge betrachtet. Aber mir fehlt noch etwas. Ich kann mich unmog- lich von biefem schönen und aufregenden Ort trennen, ohne den berüchtigten Frauen mörderLandru mit seinem schönen schwarzen Bart wiedergesehen zu haben ... Und nachdem ich vorsichtig sondiert habe, entschließe ich mich, einen der alten Museumsdiener zu fragen. — Aber auf meine Frage, wo denn Herr Landru hingekommen sei, antwortet mir der brave Mann: „Der i ft a b g e s ch a f f t" ... Nicht einmal im Museum ist man feines Plätzchens Unsterblichkeit sicher! Sifouno fe.’ !foll K- 2 w fltonlänbi. er non Dr. ächtet Versucht Ä MS Dor, en nur mit einem falschen Pantherfell und einem ** Keine Deamten-Vorstellungen fa^n Rosenkranz bekleidet, und die Annahme, daß im Stadttheater. Die Intendanz des Stadt- rie ln diesem Aufzug über die Pariser Boulevards theaters macht nochmals daraus aufmerksam, daß bj5 ,ns Museum gegangen ist, hat wenig Wahrfchein- laut Beschluß der Theaterdeputation in der kom- jür sich. Aber all die stillen Beschauer ..! wenden Spielzeit keine Dearntenvorstellungen wte I Wenn der da nicht eben geniest hätte, dann würde überhaupt keine geschlossenen Dereinsvorstellun« I j^n |i^er an (einem vermeintlichen Wachsohr gen, veranstaltet werden. gezupft haben ... Wirkliches und Unwirkliches ver- •• In den Ruhestand versetzt. Der Ma- schmilzt, und alles ist Illusion. chinenrneister Rudolf L a n g e, der seit etwa 31 Iah- Irrgarten der Ereignisse. Ich torkle von einem ren beim Städtischen Elektrizitätswerk tätig war und ich bei den Beamten und Arbeitern des Werkes allgemeiner Beliebtheit erfreut, wird wegen Erreichung der Altersgrenze mit Wirkung vorn 1. Oktober ab in den Ruhestand versetzt. *• Der Bienenzüchterverein Gießen und Umgegend hielt am Sonntag nach längerer Unterbrechung eine Versammlung ab, zu >er sich über 60 Mitglieder eingefunden hatten. Rach der Begrüßung durch den Vorsitzenden G. Bodenbcnder (Gießen) wurden zuerst die geschäftlichen Angelegenheiten erledigt. Der Obmann berichtete über Verhandlungen mit dem Gießener Obst- und Gartenbauverein in bezug auf die Teilnahme der Imker an der Herbst- | blumenschau dieses Vereins und bedauerte, daß ein Zusammenarbeiten nicht möglich war. Er gab dann ein Schreiben des Verkehrsvereins Gießen bekannt, wonach mit Rücksicht auf die allgemeinen Wirtschaftsverhältnisse von der Veranstaltung einer Werbewoche in diesem Herbst abgesehen werden solle. Der Plan des Oberhessischen Die- nenzüchtervereins, in Gemeinschaft mit dem 6Ortenburger Provinzialverband, dem Rheinhessischen Imkerbund, dem Kurhessischen, Rassauischen und Mitteldeutschen Imkerverein eine stillgelegte Zuckerfabrik für den eigenen Bedarf wieder in Betrieb zu setzen, löste eine längere Ausspache aus an der sich u. a. die Herren Schäfer (Gießen), B e p P l e r (Wieseck) und Schindler (Großen-Duseck) beteiligten. Für und Wider-wurden genau erwogen. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Auf Anfrage gab der Vorsitzende Aufklärung über die Verhältnisse bei der Honigverwertungsgenossenschaft Südwestdeutscher Imker in Frankfurt a. M. Den Höhepunkt der Tagung bildete ein Vortrag von Eisenbahndirektor a. 'S). Hille (Oberursel) über das Thema: .Die Bienenzucht in idealer Auffassung". Ausgehend von dem Gocthewort: .Willst du die großen Wunder leben, bleib vor dem Dienenvolke stehen , , . . . . pries er die ideellen Werte, die die Imkerei dem In Berlin wurde wegen kleiner Schwindeleien Bienenzüchter gibt, zeigte an einem geschicht- ein Mann verhaftet, den man den König der lichen Längsschnitt, wie die menschliche Kultur mit Abenteurer normen konnte^ wenn er nicht der Entwickelung der Bienenzucht gleichen Schritt schon einmal fünf Tage einen wirklichen Königs- gehalten habe u. a. m. Reicher Beifall lohnte titel gehabt hatte, nämlich den eines Königs §ie Ausführungen. Rachdem noch beschlossen von Albanien. Es handelt sich um den worden war im Gießener Anzeiger" eine Werbe- heute 60 Jahre alten aus Düsseldorf gebürtigen Woche zu veranstalten und eine Entschließung an Artisten Otto Witte, Mfcn Lebenslauf von Phan- Äorfi6=nkn M Scutf<4«n SmtZrbunt^. in taftWt »°nt«u«lichl°it ist. Se n Tater »ar der Deklarationszwang für Bienenhonig gefor- ein kleiner Schausteller, ber imt seiner Familie bert wurde schloß der Vorsitzende die anregend auf Jahrmärkten auftrat. Schon tn frühester 3u- verlaufene CMammlung. «end mußte Witte in der Arena Mitwirken. | Sein artistischer Beruf führte ihn durch die , ii t • ganze Welt. Zufällig befand er sich auf dem Schwere Bluttat eines Doloaren. Man, als dort in den Jahren 1911 und 1912 WSR. Hofheim (Kreis Bensheim), 27. Sept, der Streit UM den albanischen Königsthron auf Gestern gegen 18.30 Uhr spielte sich hier eine der Tagesordnung stand. Der türkische Prinz Liebestragödie ab. der zwei j u n g e Halin Eddin war zum König von Albanien aus- Menschenleben zum Opfer fielen. Ein ersehen. Witte erfuhr aus den Zeitungen, wann von hier gebürtiger Reichswehrsoldat der neue Komg m Tirana cintreffen sollte, hatte mit einem 17jährigen Mädchen von Wahrscheinlich hatte Witte ben Hauptmann von Lr ein Verhältnis. (Eine Stunde, bevor der Köpenick m Erinnerung, ato er auf die 3tee junge Mann nach Ablauf seines Urlaubs wieder kam. den Albanern einen Streich zu spiele^ Er zu seinem Truppenteil in Gießen zurücttehren besorgte sich eine Phantasieuniform und schickte soll e begab er sich zu dem Mädchen, das bei Telegramme an die Behörden von Tirana worin einen Großeltern wohnte. AuS bisher unbe- er mittciltc. Dah ber Äomg Su einer Mimmten anntcr Ursache schoß er dem Mädchen in Zeit in Tirana cintreffen würbe. Die albanischen der Waschküche eine Kugel in den Kopf. Behörden trafen in aller Eile Empfangsvorbe- bie den sofortigen Tod herbeiführte. Der reitungen, empfingen ihn mit großem Pomp und Mörder brachte sich darauf selbst einen erwiesen ihm alle Ehren, die einem König zu- : Kopfs ch u ß bei; er erlag später im Wormser stchen. Mit einem spateren Zug traf ter wirkliche Krankenhaus seiner schweren Verletzung. Kömg von Albanien em und war höchst erstaunt „ daß niemand ihn am Bahnhof begrüßte unb bie Geständnis der Offenbacher Mörder. Beamten sehr erstaunt waren über ten Mann, of c „ A n «w 97 Sr-vt Die der sich als König von Albanien ausgab, wo Osseubach a. M 27 Sevt. Di Albanien dvch bereits einen König hatte. Der wegen Ermordung der dostassistentm Anna tourte dem Witte-König vor- Är«u6cr Uten S>an4mann unb dieser -ntschieb. bah bei anbete Distler haben "achtem ^ bisher ha^ $öni” ein Betrüger und zu verhaften sei. Rach nackig S^ugnctt hatten mn Geständnis ad (-nf u2agen toar Traum aus. Witte ver- £ann M ® iftte r bie «7Ju? erntet einem I Ichwond aus Albanien unb bie Welt hatte Stall Vorwand zum Oeffnen ter Tür veranlaßt. Darauf packte sie Distler und machte sic durch einen Schlag ins Gesicht kampfunfähig, nachdem sie sich kräftig gewehrt hatte. Dann trat ter vor ter Tür stehende Hansmann in Tätigkeit und band die Frau mit einer mitgebrachten Schnur an Armen und Füßen zusammen, nachdem man ibr mit einem Frottierhandtuch einen so starken Knebel in den Wund gesteckt hatte, daß er später nur sehr schwer zu entfernen gewesen ist. Hier- S.Jl.-’fport Vereitismeisterschasten Gießener Leichtathleten. Bei der Spielvereinigung 1900. Die Epielvereinigung 1900 brachte am vergangenen Sonntagvormittag auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe ihre leichtathletischen Der- einsmeisterschaften zum Austrag. Man sah verschiedene spannende Kämpfe. Allerdings fehlten verschiedene bewährte Kräfte (Müller, Gerhardt, Jung, Weil). Das tat der Veranstaltung aber keinen wesentlichen Abbruch. Die Spielvereinigung konnte Zeugnis davon ablegen, daß viel Dreitcn- arbeit geleistet wird. Den bisherigen Aktiven waren, das erwies sich im Derlauf der Wettbewerbe, in den Jugendlichen Konkurrenten erwachsen, mit denen zu rechnen war und auch für die Zukunft zu rechnen sein wird. Es gab auch einige Lleberraschungen. Im Fünfkampf wurde Gugel hinter Felsing und Hopfen- müller auf den 3. Platz verwiesen. Im 800° Meterlauf zeigte sichPeters in ausgezeichneter Form und lieh Depperling hinter sich: Depperling konnte sich dagegen im Dreikampf als Erster qualifizieren. Schaaf hatte im 3000-Meterlauf keinen ernsthaften Konkurrenten. Bei den Damen war Frl. H u b l i tz überlegen. Die Laufwettbewerbe wurden etwas beeinträchtigt durch den Gegenwind und durch die schwere Laufbahn. Nachstehend die Ergebnisse: Aktive. 5 0 Meter: 1. Felsing 6,2 Sek.: Hopfenmüller 6,4 Sek.: 3. Gugel 6,7 Sek. — 100 Meter: Kl. 1: 1. Felsing 11,4 Sek.: 2. Hopfenmüller 12 Sek.: 3. Bepperling 12,1 Sek.: Kl. 2: 1. Depperling 12,1 Sek.: 2. Pfeffer 12,7 Sek.: 3. Schaaf 13,1 Sek.: Kl. 3: 1. Deh 12,1 Sek.: 2. Daumstieger 12,4 Sek.: 3. Koch I 13 Sek. — 4 0 0 Meter: Kl. 2: 1. Baumstieger 56,4 Sek.: 2. Peters 56,8 Sek.: 3. Koch II 57.2 Sek. — 800 Meter: Kl. 2: 1. Peters 2:07,3 Min.: 2. Depperling 2:10 Min.: 3. Reitz 2:12 Min.: Kl. 3. 1. Daumstieger 2:10,4 Min.: 2. Mootz: 3. Gla- gow. — 3 00 0 Meter: Kl. 1: 1. Schaaf 9:44,7' Min.: 2. Koch I 10:01,5 Min.: Kl. 3: 1. Berg- Höfer I 10:09,5 Min.: 2. Bäcker: 3. Kunert. Hochsprung: Kl. 2: 1. Pfeffer 1,60 Meter; 2. Hopfenmüller 1,50 Meter. — Weitsprung: Kl. 1: 1. Felsing 5,96 Meter: 2. Hopfenmüller 5,73 Meter: 3. Gugel 5,20 Meter: Kl. 3: 1. Bepperling 5,59 Meter: 2. Betz 5,06 Meter: 3. Koch I 4,96 Meter. Kugelstoßen: Kl. 2: 1. Gugel 12,41 Meter; 2. Schott 10,92; 3. v. Bültzingslöwen 10,84 Meter; Kl. 3: 1. v. Bültzingslöwen 10,92 Meter; 2. Koch II 9,63 Meter; 3. Koch I 9,40 Meter. — Diskuswerfen: 1. Gugel 35,82 Meter; 2. Hopfenmüller 28,15 Meter: 3. Felsing 27,83 Meter. — Speerwerfen: 1. Hopfenmüller 44,75 Meter; 2. Felsing 42,40 Meter; 3. Gugel 40,47 Meter. Fünfkampf: (Kl. 1 (50 Meter, 100 Meter, Weitsprung, Diskus, Speer): 1. Felsing 3.170,02 Punkte; 2. Hopfenmüller 3.034,04 P.; 3. Gugel 2,946,22 P. — Dreikampf: Kl. 3 (100 Meter, Weitsprung, Kugel): 1. Bepperling 1.535 P.; 2. Deh 1.361 P.; 3. Koch I 1187 P. Jugend. 100 Meter: Jgd. B: 1. Dolk 13,2 Sek.; 2. Schemel (Jgd. A) 13,6 Sek.; 3. Schmitz 14,2 Sek. — Weitsprung: Jgd. B: 1. Dolk 4,60 Meter; 2. Donarius 4,15 Meter: 3. Schmitz 4,01 Meter. — Kugel st osten: Jgd. B: 1. Bo- narius 8,34 Meter; 2. Schemel (Jgd. A) 9,55 Meter; 3. Petsch 8,21 Meter: 4. Dolk 7,75 Meter. — Speerwerfen: Jgd. A: 1. Berg- Höfer 1 40,60 Meter; 2. Luckhardt 34,90 Meter; 3. Wittich 34,10 Meter. Jgd. E: 50 Meter: 1. Gost 6,9 Sek.; 2. Eisenhuth 7,6 Sek.; 3. Dick 7,6 Sek. — Weitsprung a. d. Std.: 1. Goß 2,15 Meter; 2. Haibach 1,91 Meter; 3. Eisenhuth 1,87 Meter. — Ballweitwurf: 1. Goß 67,10 Meter; 2. Eisenhuth 55,70 Meter; 3. Dick 42,60 Meter. Frauen. 50 Meter: 1. G. Hublih 7,4 Sek.; 2. D. Dickel 7,5 Sek.; 3. M. Emmel 8 Sek. — 100 Meter: 1. G. Hublih 13,9 Sek. (vom Mal); 2. D. Dickel 14,2 Sek. (1 Meter Dorgabe); 3. M. Emmel 14,3 Sek. (3 Meter Dorgabe). 800Me- te r : 1. L. Etzelmüller 3:01,1 Min.; 2. M. Emmel 3:09,7 Min.; 3. M. Heilmann 3:17,9 Min. Weitsprung: 1. G. Hublih 4,41 Meter; 2. D. Dickel; 3. M. Heilmann. Kugelstoßen: 1. D. Dickel 7,52 Meter; 2. G. Hublih; 3. L. Etzel- müller. Diskus: 1. D. Dickel 24,13 Meter; 2. G. Hublitz 23 Meter; 3. M. Heilmann. Mädchen A. 75 Meter: 1. G. Guth 11 Sek.; 2. R. Wehling 11,1 Sek.; 3. M. Lösch 11,2 Sek. Hochsprung: 1. G. Guth 1,24 Meter; 2. R. Wehling 1,17 Meter. Ku geIstoßen: 1. M. Lösch 6,67 Meter; 2. G. Guth 6,36 Meter; 3. D. Wehling 6,11 Meter. Mädchen B. 50 Meter: 1. L. Diehl 7,5 Sek.; 2. E. Diehl 8,6 Sek.; 3. H. Tiegel 8,8 Sek. Weitsprung: 1. L. Diehl 3,80 Meter; 2. H. Diegel 2,90 Meter; 3. E. Diehl 2,67 Meter. Dallweitwurf: 1. L. Diehl 31 Meter; 2. H. Diegel 21.60 Meter; 3. E. Diehl 18,75 Meter. Lind beim OSC. Am Sonntag trug der OSC. seine ersten leichtathletischen Clubmeisterschaften aus. Bei guter Deteiligung seiner Mitglieder konnten die Ergebnisse infolge der ungünstigen Dahnverhältnisse und der schlechten Witterung nicht ganz befriedigen . In diesem Zusammenhang darf aber gesagt werden, daß der OSC. seine erste Wettkampf- Saison sehr erfolgreich hinter sich gebracht hat. Er beschickte 11 Veranstaltungen und errang 19 erste, 23 zweite und 25 dritte Siege. Als großer Erfolg ist es zu bezeichnen, daß bereits drei seiner Mitglieder sich mit ihren Leistungen in die westdeutsche Destenliste eintragen konnten. Dach stehend die Ergebnisse der Clubmeisterschaften: Aktive, Kl. I., 100 Meter. 1. W. Siegmund, 2. D. Fischer, 3. H. Simon. 2 0 0 Meter: 1. R. Fischer, 2. Götz, 3. Siegmund. 400 Meter: 1. D. Fischer, 2. Siegmund, 3. K. Fiftler. Weitsprung: 1. O. Luh 5,50 Met., 2. Siegmund, 3. Fistler. Diskuswerfen: 1. W. Mohl 35,30 Meter, 2. O. Luh 33,50 Meter, 3. Siegmund. Kugelst osten: 1. W. Mohl 13,02 Meter, 2. O. Luh 11,84 Meter, 3. R. Fischer. Steinst oft en: 1. W. Mohl 8,46 Meter. 2. O. Luh 7,47 Meter. 3. Siegmund. Aktive (Anfänger), 10 0 Meter: 1. Hopfner, 13 Sek.; 2. Götz, 13,6; 3. Fiftler. 4 00 Meter: 1. H. Simon, 59 Sek.; 2. Götz, 0,50 Mieter zurück; 3. Höpfner. 8 00 Meter: 1. Heuh, 2.22 Minuten. Weitsprung : 1. Höpfner, 4,90 Meter; 2. Fiftler, 4,85; 3. Götz 4,64 Meter. Damen, 50 Meter. 1. Elfriede Fischer, 8 Sek.; 2. Frau E. Fischer, 8,2; 3. Elfriede Volk 8,3 Sek. Weitsprung: 1. E. Fischer, 2. E. Volk, 3. Frau E. Fischer. Hochsprung: 1. E. Fischer, 1,15 Meter; 2. E. Volk 1,05 Meter. Kugelstoben : 1. E. Fischer, 2. Frau E. Fischer, 3. E. Volk. plaa besiegt Tilden und Mßlein. Der bei den Tennisweltmeisterschaften der Professionals so überraschend erfolgreiche Franzose Plaa schlug „Big Bill" Tilden und Nüßlein. Diskuswerfen: 1. E. Fischer, 2. Frau E. Fischer, 3. E. Vok. Jugend, Klasse A, 100 Meter: 1. Schäfer, 2. Dadon, 3. Goldschmidt. 200 Meter: 1. Schäfer. 2. Goldschmidt, 3. Radon. 800 Meter: 1. Goldschmidt, 2.29,5 Min.; 2. Radon; 3. Daumann. Weitsprung: 1. Schäfer, 5,02 Meter; 2. Radon 4,92; 3. Goldschmidt, 4,53 Meter. Kugelstoben: 1. Schäfer, 11,90 Meter; 2. Radon, 11,03; 3. Goldschmidt 9,74 Meter. Diskuswer - fen: 1. Schäfer, 29,52 Meter; 2. Radon, 28,20; 3. Goldschmidt 24,53 Meter. Jugend, Klasse B, 100 Meter: 1. Heinz Fischer, 13,54 Sek.; 2. Weber, 14 Sek.; 3. Laudon, 14 Sekunden. 2 0 0 Meter: 1. Weber, 29 Sek.; 2. Daumann; 3. Laudon. 800Meter:l. Weber, 2.35,9 Min.; 2. Rinn; 3. Laudon. Kugel st oben: 1. W. Laudon, 11,79 Meter; 2. Rinn, 7,80; 3. Weber, 7,49 Meter. Weitsprung: 1. Rinn, 4,37 Meter; 2. Weber, 4,03; 3. Laudon, 4 Meter. Handball im Gau Hessen (O. T.) Mlv. Gießen I — To. Niedergirmes 1 4:9 (3:3). Ein spannendes Spiel zeigte am Sonntag die 1. Mannschaften des Gießener Männerturnoereins und des Turnvereins Niedergirmes. Die Nieder- girmeser spielten mit aller Energie um die Punkte, beide Mannschaften zeigten gutes technisches Können. Die Mtoer traten allerdings nur mit zehn Mann an. Das Spiel war in der ersten Halbzeit gut verteilt. Bald nach Beginn gingen die Mtoer in einem schönen Angriff vor, der Sturm durchbrach die gegnerische Verteidigung, und das erste Tor war sicher. Durch eine schöne Kombination wurde auch der zweite Treffer für den Männerturnoerein erzielt. Ungeschickte Abwehr der Mtver brachte einen Strafwurf für Niedergirmes, den sie sicher placieren konnten. Beide Mannschaften kamen dann noch je zu einem Tor. In der ersten Halbzeit hatten sich die Mtver zuviel verausgabt. Das Spiel der zweiten Halbzeit wurde reichlich zerfahren geführt, das Zuspiel ließ zu wünschen übrig,-die Hintermannschaft des Mto. ließ nach, der Sturm hatte keine Durchschlagskraft mehr, da fast die ganze Mannschaft von Niedergirmes Verteidigung spielte. Durch einige gute Durchbrüche, auch durch Strafwürfe konnten sich die Niedergirmeser noch sechs Tore sichern, während die Gießener nur noch einen Treffer erzielten. So endete das Spiel mit einem 4:9-Siege des Tv. Niedergirmes. Mtv. Gießen steht jetzt mit Tv. Wetzlar punktgleich. Mv. Gießen II — To. Allendorf 1 4:3 (1:3). Die große Ueberraschung des Tages war der Sieg der 2. Mannschaft über die 1. Mannschaft des Tv. Allendorf, die als spielstarke Mannschaft bekannt ist. Die Männerturner hatten einen guten Tag. In der ersten Halbzeit zeigten die Allendorfer noch das bessere Spiel, aber in der zweiten Halbzeit kamen die Gießener in große Fahrt. Mit 4:3 wurden sie verdient Sieger. Mtv. Gießen 1. Jugend gegen Tv. Münchholzhausen 1. Jugend 4:2 (2:1). Nicht besonders ansprechend waren die Leistungen der Jugend. Trotz der schlechten Platzverhältnisse hätte das Resultat besser sein können. Die Männerturner waren körperlich und technisch überlegen, aber es fehlte an dem nötigen Eifer, den die Münchholzhäuser in besonderem Maße zeigten. Die Mtv.- Iugend hat bis jetzt noch keine Verlustpunkte zu verzeichnen. ' Sprechstunden der Redaktion« 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uh: Samstag nackimittag geschloffen Wirtschaft. ' Frankfurt und seine Schatzanweisung s - G l ä u b i ge r. Die Magistratspressestelle in Frankfurt a. M. teilt mit, daß die Stadt, wenn die preuhische Staatsregierung auf Grund der Ermächtigung durch die „Verordnung des Reichspräsidenten über die gemeinsamen Rechte der Besitzer von Schuldverschreibungen" vom 24. September 1932 die notwendigen Bestimmungen trifft, die es der Stadt ermöglichen, mit den Inhabern der Schatzscheine in unmittelbare Verhandlungen einzutreten, unverzüglich den Inhabern der Schahscheine ihre Vorschläge für die zukünftige Regelung der Angelegenheit unterbreiten wird. Bekanntlich sind die Landesregierungen gleichzeitig ermächtigt worden, die Fälligkeit der Schatzscheine bis 31. Dezember 1932 hinauszuschieben, da das neue Verfahren eine gewisse Zeit erfordert. Die am 1. Oktober d. I. fälligen Zinsen der Schahanweisungen werden selbstverständlich bezahlt werden. ' Großkraftwerk Mannheim AG., Mannheim. Die Generalversammlung der Großkraftwerk Mannheim AG., Mannheim, genehmigte einstimmig die Bilanz per 31. März 1932 und beschloß antragsgemäß, eine Dividende von 5 (6) Prozent auf die 5100 000 Mk. in Umlauf befindlichen Stammaktien, wiederum 10 Prozent auf 150 000 Mk. Vorzugsaktien Lit. A und 15 Prozent auf die Vorzugsaktien Lit. B auszuschütten. Die Erträgnisse sind von 2 140 000 auf 2 110 000 Mk. zurückgegangen, anderseits die Zinsaufwendungen von 715 721 auf 603 911 Mk., während der Erneuerungsfonds mit 1 190 830 (1 038 000) Mk. bedacht wurde. Es verbleibt einschließlich Vortrag von 5318 (2075) Mk. ein Reingewinn von 328 350 (388 719) Mk. Der Stromverkauf ist nach dem Bericht um 12,6 Prozent von 181 000 auf 158 000 Kilowattstunden zurückgegangen. Die steuerliche Belastung, dis im letzten Jahre 0:20 Mk. pro Kilowattstunde betrug, ist auf 0,28 Mk. gestiegen. Der Absahrück- gang hat sich im gleichen Verhältnis wie im Vorjahre fortgesetzt. frankfurter Abendbörse geschästslos. Frankfurt a. M., 27. Sept. An der Abendbörse herrschte zwar weiterhin große Ge- s ch ä s t s st i l l e , doch schien die Stimmung etwas freundlicher, obwohl von den Auslandsbörsen meist niedrigere Kurse vorlagen. Rcrch- dem bereits im Mittagsverkehr auf kleine Rück- deckungen der Kulisse Besserungen zu verzeichnen waren, machte sich auch abends eher Rückkaufsneigung geltend. Gegen den Berliner Schluß waren die Mehrzahl der Kurse gut behauptet. Don Kunstseideaktien waren Bem- berg erneut um 1 Prozent erholt, J.-G.-Farben zogen 0,39 Prozent an. Der Verlauf war farblos und auch der Schluß brachte bei anhaltender Geschäftslosigkeit keine Veränderungen. J.-G.-Far- ben pendelten zwischen 100,25 bis 100,50 Prozent und schlossen nachbörslich mit 100,39 Prozent. Von Kunstseideaktien waren Aku noch um Bruchteile eines Prozentes freundlicher. Der Rentenmarkt lag gleichfalls sehr st i l l und ohne Besonderheiten. Schuhgebietsanleihe gingen in kleinen Posten etwas unter dem hohen Mittagskurs um. Don Industrie-Obligationen zogen Komm.-Elektro.-Hagen um weitere 1 Prozent an. Reubesitz 6,80, Altbesih 55,13, Schuhgebietsanleihe 5,30, 7,5proz. Komm.-Clektro Hagen 84, Reichsbank 127, Mannesmann 55,65. Rheinstahl 68,25, Aku 60,65—61, Demberg 64, J.-G -Farben 100,39—100,25, Schuckert 76,25, Ha- pag 18. Interessengemeinschaft Buderus mit Heff.-Aaff. Hüttenverein. Zwischen dem Vorstande der Aktiengesellschaft Buderussche Eisenwerke, Wetzlar, und der Verwaltung des Hessen-Nassauischen H ü t t e n o e r e i n s, G. m. b. H., S t e i n b r ü ck e n, schweben Verhandlungen, ihren Gesellschaftsorganen den Abschluß eines langjährigen Jnteres- sengemeinschaftsvertrages vorzuschlagen unter gleichzeitigem Umtausch von mindestens 76v.H. des Gesellschaftskapitals des Hüttenvereins in Bu- derus-Aktien. Die für den Umtausch benötigten Bu- derus-Aktien werden dem Bestand an Vorrats-Aktien entnommen. Die Erzeugungsstätten beider Gesellschaften — Eisensteinbergbav, Hochofenbetriebe Eisengießereien im Lahn- und Dillgebiet — liefern in weitem Umfange d i e gleichen Erzeugnisse, so daß durch den Zusammenschluß im Be- und Vertrieb erhebliche Vorteile erwartet werden. Die Gesellschafteroersammlung des Hüttenvereins, der die entsprechenden Abmachungen zur Genehmi. gung unterbreitet werden, ist für den 11. Oktober und die Aufsichtsratssitzung der Buderusschen Eisenwerke für den 25. Oktober vorgesehen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M Berlin Frankfurt a. 2)1. Berlin DeoifenmarkI Berlin - - Frankfurt a. M. Schluß» Schluß!. Abend» Schluß» Schluß!. Mittag» börsc Schluß« Schluß!. Abend» bürfi Schluß» kurö Schluß!. Mittagbörse Schluß» Schluß!. Abend» Schluß» lurö Schluß!. Mittag» 26. September 27. September kurs börsr furd kurs börsc borfc' Amtliche Notierung Amtliche Notiemng Oatum 26.9. 27-9. 26.9- 27.9. Datum 26-9, 27.9. 26.9. 27.9. 26.9. 27.9. 26.9. 27.9. zinei oeio Briet ÄeHhtafoti 6,274 6,286 52,05 6,264 51,95 6,276 52,05 6% ®nmche Reichsanleihe d.192. 63 68 68 67 ^amburg-Amertta Pare. t 17,65 18 17,75 17.75 Riebeck Montan...... 1,- — — — — Wien.“ . . . 51,95 6% ehcm. 7%3)L ReichSanl.v.l92S 79,5 79,75 79,5 79,75 Hamburg-Südam. Dampsschis, 0 — — — — Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 18,4 18,25 18,75 18,65 Prag . . . Budapest . . 12,465 12,485 12,465 12,485 5yt% Young-Anleihe von 1930 Deutsche Anl.-Ablöl.-Schuld mit 64.25 65 «4,25 65 Hansa Dampfschiff 1 — — 34,5 — Otavi Minen....... 0 18,5 18 18 17,5 — — 55,75 55,13 55,8 55,5 Norddeutscher Lloyd ... < 18,65 18,5 18,65 18,4 Kaliwerke Afchersleben . . . 6 109 108 109,25 108 Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Auslo, .»Rechten ... A.G. für Verkehrswesen Alt. 0 43 43 43,25 43,13 91,75 Kaliwerke Westeregeln . . . 6 114 113.5 116 114 Holland 169,18 169,52 169,13 169,47 Desai, obne Auslos^Rechte . 6% ehern 8%$efi. Bolkssiaai 1929 6,65 6,8 6,65 6,6 Berliner Handessgesellschast . 4 91 90,75 92 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 9 173 170 173 171,9 Oslo.... 73,28 73,42 73,23 73,37 Uonunen» und Privat-Bank . Darmstädter und Nationalban! 0 54,25 53,5 54,25 53,5 Kopenhagen. 75,52 75,68 75,42 75,58 (rückzahlb. 102%)...... — — — — 0 — — — — 100,9 100 Stockholm 74,68 74,82 74,65 74,79 Oberheilcn Pcovinz-Anleihe mit Deutsche Bank und I. G. Farben-Industrie . . . 7 100,4 100,25 London. . . 14,553 14,595 14,535 14,575 Auslos.-Rechten 58 58 — — Disconto-Gefellschast. 0 75,5 75.5 75,5 75,5 Scheideanstalt....... 10 135,75 135,25 — — Buenos Aire 0,904 0,908 0,904 0,908 Deutsche Komm. Sammelabl. 51,5 51,25 50,5 49,75 Dresdner Banl...... 0 62,25 62 62,25 62 Goldschmidt........ . 0 30 29 29,9 29,25 Neuyork . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Anleihe Serie 1...... Reichsbant ..... 1: 127 127 127,5 127,25 Rütgerswerke....... . 0 43,5 43 43,75 42,9 Brüsfel. . . Italien. . . 58,34 58,46 58,33 58,45 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Banl 75,5 75,5 33,75 33,5 33,13 'Metallgesellschaft...... . 0 36,5 36 — 21,60 21,64 21,595 21,635 Kolonie. 15 unkündbar bis 1935 — A.E.G . ... . 0 33 Paris . . 16,485 16,525 16,48 16,52 6% ehem. 7% Franks. Hnv.-Banl Bergmann . ....... . 0 — —— — 58,5 Schweiz . 81,13 81,29 81,09 81,25 Goldvi- 16 unkündbar bis 1936 — — — — Elektr. LieferungSgesellschaft. 6 71 71 — — Philipp Holz mann..... Zementwerk Heidelberg. . . . c 56,75 58,5 57,25 Spanien . 34,42 34,48 ■ 34,42 34,48 6'/:% ehem. V/i% Franks.HyP^ Banl Viau Psanbbriese 79,9 Licht und Kraft . . . 6 88,5 87,75 89,13 87,25 . 4 54 — — — Danztg. . . 81,82 81,98 81,82 81,98 80 — Felten & Guilleaume.... 0 59,5 58 58,9 58 Cementwerk Karlstadt. . . . . C — 49,5 — Japan . . . 1,009 1,011 1,009 1,011 6y2% ehem. 4/i% Rheinische 79,45 79 Gesellfchasl für Elektrische 73,25 74,25 73,25 Wayk & Freytag .... . 0 5,25 5,5 — — Rio de Jan.. 0,308 0,310 0,308 0,310 Hnv Bon!°Liqu »Goldpie. . — — Unternehmungen .... Rheinische Elektrizität . . . 4 74 Juaoflawien Lissabon . 6,294 6,306 6.294 6,306 6% ehem 8% Pr. Landespfand» SB 73 73 74 73 13,27 13.29 13,23 13,25 brielattfiai Pfandbriefe R. 19 71,65 72 71,5 72 Schuckert L Co....... 0 76,5 76,25 77,25 76,75 Schultheis Payenhoser . . . 0 — — 55 — 6% ehem. 7% Pr. Landespfand» Siemens & Halske..... 9 135,5 134,5 135,25 134,5 Aku < Allgemeine Kunstseide) 0 60,5 61 61,4 60,5 briesanstalt Pfandbriefe R. io — — — — LahmeyerLCo....... 10 113,5 U4,5 112,5 114,25 Bemberg........ Zellstoss Waldhos..... 0 68 64 67,5 .63 0 45,75 45,5 45,25 45,25 Berlin, 27.September Geld Bries " 4% Oesterretchische Goldrenie . 10 9,75 10,2 Buoerm-......... . 4 40,5 38 40,d 39,5 Zellstoff Afchassenburg . . . 0 31 30,25 31,75 92,75 31 Amerikanische Noten . . . 4,20 4,22 4,20% Oeflerreickische SUberrentc 1,25 7,5 1,25 — — Deutsche Erdöl...... . 5 76,5 75 75,75 39,75 75,5 Defjauer Gas....... . 7 — — 91,9 Belgische Noten..... 58,17 58,41 4% Ungarische Goldrentc .... 7,4 7,65 — Gelsenkirchener...... . 8 39,5 39 38,9 Dainller Motoren..... . C 21 20,75 21 20,5 Dänische Noten..... 75,05 75,35 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6,75 7 7,05 6,9 Harpener......... . 0 75,75 75 76,5 75,5 Deutfche Linoleum . . . . 0 49,5 47,75 49 47,25 Englische Noten..... 14,495 14,555 4>/.% dcsgl. von 1913 . . . . —— — — Hoefch Eisen........ . b — — 38,25 37,25 Orenstein & Koppel . . (1 — — 37,75 36,4 Französische Noten .... 16,44 16,50 6% abgeil. Goldmerikaner von 99 6,75 6,75 — 7,25 Ilie Bergbau....... 10 —■ — — — Leonhard Lieh .... . 6 47,5 48 48 — Holländische Noten .... 168,76 169,44 4% Türkische Zollanleihe von 1911 3,8 3,75 — Ilse Bergbau Genüsse . . . — 96 95,75 96 Svenska....... 0 — — — — Italienische Noten .... 21,54 21,62 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Klücknermerte....... . 6 34,5 35 35,5 35 184,5 — 181,5 — Norwegische Noten .... 73,05 73,35 Serie I . . . 4 3,9 — Mannesmann-Röhren . . . . 6 55,75 55,65 55,75 55,5 23,5 Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling 4% desgl. Serie II..... 4 3,9 — — Mansselder Bergbau .... . 0 24 23,5 24 Rumänische Noten .... 2,46 2,48 5%Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,13 6,05 6,25 Oberschles. Kokswerke . . . . « — 39 37,75 Frankfurter Maschinen . . . . 0 — — Schwedische Noten.... Schweizer Noten..... 74,47 74,77 4V,%Rumän.veretnh.Rentev.l9U 11,25 11,6 11,25 Phönix Bergbau...... 4/i 25,65 25,25 25,5 25,4 Gritzner...... . 0 26 25,4 26,5 80,91 81,23 4% Rumänische vereinh. Rente 5,5 5,5 5,45 5,4 Rheinische Braunkohlen. . . 10 174 173 — — Mainkraftwerke Höchst a. M.. . 4 53 Spanische Noten..... 34,28 34,42 2Ü% . Anatolier...... 19 19 19,2 19 Rheinstahl........ . 6 68,5 68,25 68,25 68,25 Süddeutscher Zucker . . . . . 8 125 125 — Ungarische Noten .... SS**-* J 4 Beilage" * M"0in$(T «b IW 0er P® mir)t "ach tem- 3n /einem Lande L bestraf M em«r U«'" gemeldet rst, ste strafe. Wahrend LusMK der O sich die Neichswc Papptanks gerac ropas. Das find Und da wogi denk ßerriot Aufrüstung der französilchen Staatsmann für fen, es erzöge Töten. Die Situ reich, der größte der größten Was! 72 Milliarden ( gestungslinie, v« als auch als Au Friedensstärke r schwarzen Soldat Pionen ausgebil Flugzeugen, 2(X Schlachtschiffen i reich entbindet cs stelle eine 5 weiß jeder, dec Frankreich mit ziele verfolgt. Die Nede ist logenheit, daß e lid) scheint. Un Frankreich ein die Zatjadjen an farriot oririt uns M verwildern Mich dazu üder ErtüchtiMg der ans die Tchluß Kunst des Töte tiefsten Abfcheu B e w a s f n u n Aeußerften dun Greis, daß Frc Jugend gerade; r e n geworden der Theorie an Berteidigung bi er uns jeöe M I'1' ia auch zum Tr spricht vor keichs und von ! rustung. Dazu n veral von Schle immer wieder er verbot und je f°we,t sie allg »«Wn für m 5