Mittwoch, 28. September 1952 182. Jahrgang Vr. 228 Erster Blatt Oer pariser Mephisto Ministerpräsident Herriot (Mitte) beim Festmahl in Grammat nach seiner Derleumdunasrede gegen Deutschland. — Links: der Bürgermeister von Grammat. — Rechts. Senator Malvy. erus Darum wäre es auch falsch, die Sonntagsrede Zum Befehlsempfang bei Hernot. Redaktion. " Mk Som,log nachweisen, wie berechtigt unsere Abrüstungsforderung und das Erlangen nach deutscher Sicherheit ist. wenn nicht eine geschickte Auslandspropaganda hinzukommt, die sich nicht aus Abwehr beschränkt, sondern zum Gegenstoß übergeht. Das ist eine der grundlegenden Erkenntnisse, die. uns die Rüstungspolitik der anderen erneut aufzwingt. Oer erste Teil des Landwirischastsprogramms unterzeichnet. Oie Kontingentierung tritt nach Abschluß der Verhandlungen mit dem Ausland in Krast. gering. Bezeichnend für die lustlose Stimmung, die allgemein herrscht, ist die nahezu vollständige Unterdrückung der politischen Aussprache, die in früheren Jahren der Der- sammlung ihr Gepräge gegeben hatte. Die einzige Frage, über die man spricht, ist die Lage der Abrüstungskonferenz, und es herrscht ein Annahme von Anzetae» für die Tagesnummer di» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ro- stlameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Ma; Filler, sämtlich in Gießen. che Delaftung, bit Ailowattslunde be- Der Absahrüct« Verhältnis wie im le geschästslos. ept. An der Abend- Hin große Schic Stimmung et- 'on den Auslands- le vorlagen. Aach- hr auf kleine Milderungen ju der- auch abends eher md. Gegen den Der- rzahl der Kurse gut ittien waren Dem- rholt, I.-G.-Farben Berlauf war farblos bei anhaltender Gerungen. I.-G.-Far- > bis 100,50 Pwzent mit 100,39 Prozent. Aku noch um Bruch- llicher. ig gleichfalls sehr en. Schuhgebietsan- n etwas unter den m 3ntniftric'0bli> D.-fiagen um frei' i.80, QllW toy KvnM.-Glllln Illannesmann 55,(5, 5-61, Demberg 61, | tzchuckert 7625, 27.6»"”^ Berlin, 27. Sept. (TU.) Der Reichspräsident hat am Dienstagabend die in der Rede des Reichscrnährungsministers Freiherrn von Braun am Montag in München angekündigte Notverordnungen über die Zinsfenkung für landwirtschaftliche Hypothekenzinsen und über das Vergleichsverfahren für die Landwirtschaft und den verstärkten Vollslreckungsschuh unterzeichnet. Damit ist der erste Teil des Agrarprogramms der Regierung in die Tal umgeseht. Die 6ontingen - t i e r u n g wird aus dem Wege einer Verordnung erfolgen, die voraussichtlich er st in zehn bis 14 Tagen erlassen werden wird, nachdem die Verhandlungen des Ministerialrats Waller mit den ausländischen Regierungen abgeschlossen sind. Die beiden Notverordnungen über die Zins- senkung und den vollslreckungsschuh iberden am Mittwoch veröffentlicht werden. * 3n Ergänzung der Ausführungen des Reichs- ernährungsministers über die Zinssenkungsaktion für die Landwirtschaft wird amtlich darauf hin- gewiesen daß die Maßnahmen der Reichsregie- rung der Notlage der Landwirtschaft in der Hauptsache auf drei verschiedenen Wegen abzuhelfen versuchen. Erstens durch eine Erleichterung der Zinslast der Landwirtschaft, zweitens durch die Förderung von Vergleich e n zwischen landwirtschaftlichen Schuldnern und Tw 52,05 12.«5 3,00 Ä 75,58 14,52 o 4,217 58-2 21,635 16,52 81,25 31-2 II,y 1,011 0,310 13,25 garantien sich bewegen. Wenn man hört, das; auch Venesch und Politis daran beteiligt sein sollen, so liegt die Vermutung nahe, daß die Wiederbelebung des Genfer P r o t o k o l l s von 1924 bei den Erwägungen eine Rolle spielen dürfte. Herriot will reden. Bleibt der Neichsautzcnininistcr in Genf? (9 e n f, 28. Sept. (WTB. Funkspruch.) Herriot hat heute vormittag dem Präsidenten der 'Bölter- bundsversammlung mitgeteilt, daß crindcrBun- desoersammlung am Donnerstag eine Rede halten werde. Diese Entscheidung hat des- halb allgemein überrascht, weil gestern noch von französischer Seite betont wurde, daß Herriot nicht die Absicht habe, in der Versammlung zu sprc- chen. Der Entschluß Herriots, d o ch zu sprechen, ist in einer Sitzung der französischen Delegation heute vormittag gefaßt worden. Es wird ober betont, daß Herriot sich darauf beschränken werde, ganz allgemein über dieTätigkeit des V ö l - kerbundes zu reden. Man sagt, daß Herriot den deutschen Außenmini st er von seiner Absicht verständigt habe. Unter diesen Umstanden wird jetzt die Frage erörtert, ob der Reichs- außenminister seine Abreise, die für heute abend festgesetzt war, noch verschieben wird. Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen. 58,17 05 16,U 1%6 21'5s 73,05 2^46 k4.z 80,91 34,28 58,41 75,35 73,35 i'a k «1,5 Die Abrüstungsgespräche stocken. Englische Vermittlungsversuche zwischen Herriot und Reurath bislang ohne Erfolg Herriots leicht zu nehmen. Hinter ihm, seinem englischen Sekundanten und hinter den politischen Trabanten Frankreichs steht geschlossen zum mindesten die Kriegsindustrie dieser Länder: eine Macht also, der es noch fast stets gelungen ist. sich die Presse und die öffentliche Meinung mit wenigen Ausnahmen dienstbar zu machen. Diese Tatsache ist auch ür die brüske Ablehnung unserer Abrüstungsnote durch England sicherlich entscheidend gewesen. Herriot versucht, die Rolle eines Erzengels zu spielen der sich mit flammendem Schwert vor das Paradies des Weltfriedens stellt, in das die Deutschen, seiner Behauptung nach, verwüstend einbrechen wollen. Man darf der hohen Intelligenz Hernals ohne weiteres zutrauen, daß sie stch bewußt ist, den «inn der deutschen Abrüstungspolitik verdreht, entstellt und ins Gegenteil verkehrt zu haben. War es doch auch ein Franzose, der asten erklärte, daß die Völker Staatsmänner haben, die sich zu solcher Propaganda für berechtigt halten, solange sie Kanonen und Maschinengewehre hoben, mit welchen sie ihre Macht verteidigen und sichern wollen. Es genügt deshalb nicht, wenn wir uns darauf beschran- ken. uns in Deutschland gegenseitig Immer wieder xenz. gs-S TiöT 51,95 12,465 3,057 169,13 73- 75,« 74,65 14,535 0,90» ,209 58.33 Ä 61-09 34,42 81.« 1,009 0,308 6.29 13,23 Genf 27. Oe*: (WTB.) Herriot empfing beute abend die Vertreter der Kleinen En- tente Polens und Belgiens zu einer gemeinsamen Aussprache. Sie erstreckte stch auf die Arbeit der Völkerbundsversammlung, die Lage auf der Abrüstungskonferenz und insbesondere die deutsche Gleichberechtigungs- forderung- Die seit Herriots Rede viel er- örterten Pläne über neue Friedenssiche- rungsmahnahmen, von denen man sich offenbar eine Reubclebung der Abrustungskonfe- renz verspricht, über die aber nichts bekannt ist. sollen gleichfalls erörtert worden sein. Herrwt batte außerdem noch eine besondere Desprechung mit dem tschechoslowakischen Außenminister Vene s ch, dem Berichterstatter der Abrüstungskonfc- eWbieU ' lie oud) die ®iefct9nlrn,eiet ^Ä'r,nu' srw ""1 <1 (1:3). Säte« ,^'t lamen bi L3 ^rden genb 3Wnb 4:2 (2,1) ?ntCn£Nlungen allgemeines Rätselraten darüber, ob und wie die Konferenz wieder ingang gebracht werden kann. Die konsequente Haltung, die der deutsche Delegierte Freiherr v. Neurath seit dem Beginn seiner Anwesenheit in Genf eingenommen hat, macht überall starken Eindruck. Die Engländer setzen ihre Bemühungen um die Rückkehr Deutschlands zur Abrüstungskonferenz fort, lieber die gestrige Unterredung zwischen Sir John Simon und Herriot wird bekannt, daß der englische Außenminister Herriot von der Notwendigkeit zu überzeugen versuchte, sich mit Neurat hin Verbindung zu setzen. Das Journal de Ge- ntzve will wissen, daß dies dem britischen Außenminister nicht völlig gelungen sei. Herriot versagte sich nicht einer Zusammenkunft mit dem deutschen Außenminister, aber er wolle nicht d i e Initiative dazu ergreifen. Inzwischen zerbricht man stch tn Genf über Vie angeblichen skandinavischen Pläne, auf die Herriot in seiner Rede vom Sonntag angespielt hat. den Kops. Man will wissen, daß der dänische Außenminister Munch, der allerdings noch nicht hier eingetroffen ist, ein Projekt ausgearbeitet habe und dieses Projekt auch bereits einer Gruppe von acht kleineren Staaten, unter denen die Skandinavier die Führung haben, vorgelegt hätten. Riemand weih, worum es sich bei diesem Plan und Gedanken genau handelt. Man kann nur vermuten, daß es sich um Gedankengänge handelt, die in der Richtung der Schaf- fung großer allgemeiner Sicherhei ts- en beider [bafi, Mofenbetritbt b Dillgebiet - liefern bie gleichen Er' ben Zusammenschluß licheLorteileer« Mies Wenvere^ nagen M Genehm.' jüi• den U.0kM . Buderusschen 8ilen* eschen. _ ihren Gläubigern und drittens durch eine Aus - gestaltung des bestehenden Voll- streckungsschuhes. Der Weg einer individuellen Herabsetzung der Zinslast durch spezielle Vereinbarungen zwischen Gläubigern und Schuldnern hätte, wie die Erfahrungen bei der Durchführung der Osthilfe gezeigt haben, zu einem langandauernden Schwebezustand geführt, der auch für die Gläubigerkreise noch schwerer erträglich gewesen wäre als eine alsbald wirksam werdende feste Regelung. Ausgenommen von den Zinserleichterungen sind — entsprechend der Brüningschen Rotverordnung — diejenigen landwirtschaftlichen Hypotheken, die a l s D e ck u n g f ü r d i e i m A u s- lande begebenen Schuldver s ch re i - bu rtgcn dienen, sowie die Aufwertungshypotheken, die nicht Tilgungshypotheken ftnb. Die Reichsregierung wird namentlich den Grundkrcditan st alten, bei denen die Deckung durch landwirtschaftliche Hypotheken über 10 v.H. hinausgeht, die Beträge vorlegen, für die das Reich dabei selbst durch den Anspruch auf die später eingehenden Zinsbezüge gesichert ist. Die nötigen Beträge werden in den Haushaltsvoranschlägen von 1935 bis 1937 eingestellt werden. Da die landwirtschaftlichen Hypotheken insgesamt 3,2 Milliarden betragen, bedeutet der Zinsverlust von 2 v. H. pro Iahr 64 Millionen. Bei der Zinserleichterung besteht das Bestreben, in die Rechte der Gläubiger sicht Material steht einer solchen deutschen Propaganda reichlich zur Verfügung, das unwiderlegbar die steigende Rüstung unserer Gegner gegenüber der absoluten militärischen Ohnmacht Deutschlands beweist. Ist es draußen in der Welt nicht genügend bekannt, so ist das mit ein Teil unserer Schuld. Die diplv^ malische und vor allem die propagandlstlsche Technik der deutschen Außenpolitik muß verbessert werden. Was Propaganda vermag, sollten uns doch die Jahre 1914 bi-.-1918 zur Genüge gelehrt haben. Dabei ist es ein- Märchen, daß der Deutsche nichts von Propaganda verstünde. Er wendet sie nur falsch an wenn er sie in den Wahlkämpfen zur N.eder- rin'gung seines innerpolitischen Gegners gebraucht. W Eichener Anzeiger von einzelnen Nummern !==£ General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger «le&en. v sJÄmXhsss. Drntf un6 Betlag: vrShl'Iche Uni--r7i«^v«ch, trnO Stetaöruderet H. Lange tu «letzen. SchtMIeitung an» Geschäftsstelle: Schulstratz« 7. Deutschland ist das Land mit dem ausgedehntesten Eisenbahnnetz der ganzen Welt. Deutschland wird ton unzähligen Flugpostlinien überzogen, einige von ihnen ermöglichen es belgischen, französischen und Tb»« V?u«Ä" ft I Gens,-7. Sept. (IU.) h°, den hen- nirgends so frei und ungehindert wie in Deutsch- tigen vormittag In feinem Hotel verbracht und Land. Jede mililärische Uebung größeren Stils empfing lediglich den Besuch Henderson», mürbe nach wenigen Stunden schon bekannt sein. beftefjt der Eindruck, daß Henderson energisch In keinem Lande ist der Landesverrat seither so auf eine möglichst sofortige praktische 3n- gering bestraft worden wie bei uns. «chon auf Den n n n - x 11 n n «. m p der (Bteidibereditl- L^^^^tnLfNÄ^n^L -u°-°sr°ge drängt. strafe. Während die französischen Manöver unter festgesahrenen tage der Abrustungsoerhandlungen Ausschluß der Oessentlichkeit stattfanden, vollzogen zu finden. Die Bemühungen Hendersons sind,edoch sich die Reichswehrmanöver mit ihren verwendeten bisher ohne Erfolg geblieben. Papptanks geradezu auf dem Präsentierteller Eu- (Eine Zusammenkunft zwischen Neu- ropas. Das sind nur ein paar Kleinigkeiten. catb und Henderson fand in den frühen Und da wagt es der französische Mimsterprasi- Mbcnbitunt)€n statt. Bon deutscher Seite wird dar- jent herriot, Deutschland der gehe r men lediglich mitgeteilt, daß s i ch k e i n e A e n d e- »,r frraU4öi!Ae/tRcg?e™nrm^le^er Würde U rungöerCage -rgeben habe. h-nd-r,°n hat den Staatsmann für vereinbar, Deutschland oorzuwer- deutschen Außenminister über seine bisherigen Be- fen, cs erzöge (eine Jugend zum planmäßigen fprechungen — insbesondere mit dem französischen löten. Die Situation ist geradezu grotesk: Frank- Ministerpräsidenten — unterrichtet. Jrgend- reich, der größte Militärstaat der Weit, das Land TOC^ $ dritte in der Richtung einer Zusam- »rr größten Wassensabriken der Erde, gesichert durch menkunft zwischen Reurath und her- n Milliarden Goldsranken und eine gigantische tjo( ed-n1f.L°"Ln°ML^ deustchen «ntzenmmlfler gemach, ha. geh. herna^ schwarzen Soldaten, Frankreich mit etwa sechs Mil- daß gegenwart g weder auf englischer no ch "l-ionen ausgebildeten Reservetruppen, mit 5000 auf französischer Seite em für Deutschland Flugzeugen, 2000 Panzerwagen, mit U-Booten, jn irgendeiner Richtung annehmbarer Plan vorliegt. Lchtachtschisfen und schwerer Artillerie, dieses Frank- (,eftet)t der Eindruck, daß die diplomatischen Be- reich entblööet sich nicht, Deutschland anzuklagen, fprechungen nunmehr endgültig ins Stocken es stelle eine Bedrohung des Friedens dar flCtalen sind. weiß jeder, der etwas von Politik Ersteht, daß Unterredung zwischen Simon und Frankreich nut solchen Behauptungen ferne Neben- Lertio| am Montag hat, wie von französischer ^Die° Re!Z ist von einer so phantastischen Ver- Seite bestätigt wird einen tein »nfotmato- loqenheit, daß eine Verständigung kaum mehr mog- rischen Eharakter getragen. Simon hat tedig- lch scheint. Unbegreiflich nur, daß auch nur tn Vtd) über feine Unterredung mit Neurath berichtet. Frankreich ein Mensch darauf hereinfällt, wo doch soll ferner darauf hingewiefen haben, daß bei die Tatsachen an sich eine so deutliche Sprache reden. öcr bevorstehenden Umbildung des englischen fiabi- Herxiot wirst uns vor, daß wir unsereIugend - auch eine Reubesehung des 5o- nicht verwildern lassen wollen, daß die Negierung , Office möglich fei. 3n englischen ftrei- LV^gLÄn^L 1-n wird e» |ür möglich g*lkn. boft «n.mebet oue die Schlußfolgerung, daß wir „Kindern die Baldwin oder Lord Londonderry an Stelle Kunst des Tötens" beibringen wollen, worüber er Simons das Außenministerium übernehmen wird, tiefsten Abscheu bekundet. Daß aber Frankreich die „ Xa. äXamCa» DewaffnungdesganzenDolkesbis zum £UmOHQlCll Ott V6F ©CtlfCF Aeußerften durchgeführt hat, vom Säugling bis zum Greis, daß Frankreichs militärische Ausbildung der X>Oir€rPOlf€• Jugend geradezu varbildlichfüralleande- ,en geworden ist, davon schweigt er. Er erkennt in Genf, 27.«Sept. (TU.) Die Vollversammlung ier Theorie an, daß unser Wunsch nach nationaler des Völkerbundes trat zu ihrer Hauptaussprache Verteidigung berechtigt sei, in der Praxis aber will zusammen, die in den vergangenen Jahren 8 bis «r uns jede Waffe zur Verteidigung nehmen, weil 10 Tage zu Dauern pflegte und in Der Der Vertre- ■ic ja auch zum Angreifen zu benutzen ist. ter von meist 30 bis 40 Staaten — drunter samt- Er spricht von Der angeblichen Abrüstung orank- fjche Großmächte — große programmatische Reden »eichs und von dem Wunsch Deutschlands nach Auf- hielten. In diesem Jahre jedoch ist Der Verwüstung. Dazu muß auch Der viel angefeinDete Ge- lauf Der Völkerbundsoersammlung in Den ersten neral von Schleicher herhalten, obwohl geraDe Der beiden Tagen in höchstem Maße uninter- immer wieder erklärt hat, mir würden jedes Was- es s a n t gewesen. Die Anteilnahme des Publikums lenverbot und jede Abrüstungsmaßnahme begrüßen, und Der Presse an Den Sitzungen war bis_ietzN e h r -soweit sie allgemein durchgeführt wird. Wir -oerlangen für uns nur dieselben Möglichkeiten Der Verteidigung, wie sie alle anderen Staaten haben | und wie sie für uns wegen unserer Lage mitten in Europa doppelt notwendig sind. Wir verlangen bas, und haben nach dem Versailler Vertrag auch ein'Recht darauf. _ . Im „Faust" sagt Mephisto aus Dem Souffleurloch auftauchend: „Von hier äus hoff' ich allgemeine Gunst, Einbläsereien sind des Teufels Redekunst. Bon ihren Souffleurkästen aus hat die franzosiiche Propaganda in den letzten Monaten Die Weltmei- nung vergiftet. Darin war sie von jeher Meister und wurde nur im Kriege zeitweise von der bnh- Idjen Propagandaabteilung in Crewe Rouse unter Lord Nordhcliffe übertroffen. Beide, die englische Die die französische Propaganda, wußten, daß die Wahrheit auf der Strecke bleiben mußte, wenn das politische Ziel ihrer Propaganda erreicht werden sollte. So fiel bei Ausbruch des Krieges 1914 als erstes Opfer die Wahrheit, ehe noch eine Truppe marschiert und ein Flugzeug aufgestiegen war. Die erste Kriegslüge war die Lüge von der deutschen Kriegsschuld. Sie hat sich als die verhängnisvollste von allen erwiesen. Wir leiden noch darunter. Sie ist heute noch nicht aus Den amtlichen Akten unD Den Köpfen Der Menschen verschwunDen. len- weiter einzugreifen, als es durch die gegenwärtigen Zahlungsschwierigkeiten der Landwirte geboten ist. Die Erleichterungen im landwirtschaftlichen Vergleichsverfahren — Vermittln n g s v e r f a h r e n — sollen auf die Weise geschaffen werden, daß eine vom Schuldner benannte Vermittlungsperson, die der V e- stätigung durch das zuständige Gericht bedarf, auf einen Vergleich hinarbeiten soll. Hauptzweck ist es, innerhalb der vorgesehenen drei Monate den Schuldner vom Zugriff der Gläubiger zu verschonen. Nationalsozialistische Kritik. München, 27.Sept. (TU.) Zum Agrorpro- gramm der Reichsregierung wird im „Völkischen Beobachter" u. a. ausgeführt, die Reichsregierung habe sich unter demDruck desÄngriffs der nationalsozialistischen Bewegung gezwungen gesehen, so zu tun, alsob sie sich wirklich mit der Rotlage des Bauerntums beschäftigen wollte. Die Münchener Rede des Herrn von Braun und die darin angekündigten agrarpolitischen Teilmaßnahmen seien nur dadurch überhaupt möglich, daß die NSDAP. durch ihre Forderungen für die Landwirtschaft Herrn v. Braun den Rücken decke. Es sei nur dem Kampf der NSDAP. für die Erhaltung des deutschen Bauerntums zu verdanken, daß Herr von Braun überhaupt von Herrn von Papen gehört worden sei. Man müsse mit Verblüffung feststellen, das) nicht einmal Die einfach st enGrundsähe zur Errettung der Landwirtschaft Beachtung fänden. Das Programm für Hindenburgs 8S. Geburtstag. Berlin, 27. Sept. (TU.) Zur Feier von Hin» denburgs 85. Geburtstag werden in sämtlichen Garnisonen am Samstagabend militä- rische Feiern veranstaltet werden, deren Ab» schluß jeweils der Zapfenstreich sein wird. Am Sonntag findet dann überall Gottesdienst statt und anschließend werden die Kommandeure Ansprachen an die Garnisonen halten und auf die Bedeutung des Tages Hinweisen. In Berlin wird der Reichspräsident am Sonntabvormitlag dem Gottesdienst in der Garnisonkirche beiwohnen und nachmittags werden ihm von. einer Fahnenkompanie die F a h- nen seiner drei Regimenter, des 3. Garderegiments zu Fuß, des Zns.-Regt. 91 und des Inf.- Rgt. 147, in seine Wohnung gebracht werden, wo sie bis zum Montag verbleiben. Im übrigen wird der Reichspräsident seinen Geburtstag im eng- st e n Kreise verbringen. Staatssekretär Dr. Meißner wird ihm vormittags die Glückwünsche seiner engeren Umgebung übermitteln, anschließend überbringt Reichskanzler von Papen die Glückwünsche der Reichsregierung und nachmittags mit dem Einmarsch der Fahnenkompanie werden Reichs- wehrminister von Schleicher sowie der Chef der Heeresleitung und der Chef der Marineleitung die Glückwünsche der Wehrmacht überbringen. Sir Eric Orummond tritt zurück. ' Genf, 27. Sept. lERB.) 3n einer Geheim- sihung des Döllerbundsrates wurde beschlossen. Das Rücktrittsgesuch des Generalsekretärs Des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, nunmehr anzunehmen. Drummond bleibt vorläufig noch bis zum 30. 3uni nächsten Jahres in feinem Amte. Die Frage seiner Rachfolgeschaft wird im Rovember behandelt werden. Diese Frage steht in engem Zusammenhang mit derR e - Organisierung des Völkerbundssekretariats, mit der si-ch ein Ausschuß der Dölkerbundsversammlung während der jetzigen Tagung befassen wird. Es ist in Aussicht genommen, daß die außerordentliche Dölkerbundsver- sammlung, die im Rovember den chinesisch-japanischen Konflikt behandeln wirh, auch den Rachfolger für Sir Eric Drummond wählen soll. Kabinettskrise in England. London, 28. Sept. (WTB. Funkspruch.) Das Kabinett hat in seiner heutigen Sitzung, die bis gegen 1 Ahr dauerte, über die Frage beraten, ob eine Entscheidung des Parlaments über die Reichskonferenz von Ottawa vertagt werden könne. Das wurde als unmöglich betrachtet, woraufhin Snowden (Justizminister), Samuel (Innenminister) und Sinclair (Staatssekretär für Schottland) ihren Rücktritt erklärten. Aus aller Welt. Furchtbarer Orkan über poriorico. Ein überaus heftiger Orkan wütete dieser Tage über San Juan (Portorico) und richtete schweren Schaden an. Allem Anschein nach ist diese Sturmkatastrophe noch bedeutend folgenschwerer als der letzte große Orkan vor vier Jahren. Das Unglück hat mehr als 2 0 0 Tote und über 1000 Verletzte gefordert, Hunderte von Menschen sind obdachlos. Die ganze Ernte dürfte vernichtet sein. Unzählige Gebäude sind durch den Tornado zerstört worden. Die Verbindungen mit dem Inneren der Insel sind unterbrochen. Die Hauptstadt bietet den Anblick vollkommener Zerstörung. Die Stadt ist ohne Wasser, Licht und Fernsprechbetrieb. Die Dächer der Lagerhäuser sind fortgetragen, die Warenlager durch die Wolkenbrüche tark beschädigt. Die Instrumente des meteorologi- chen Büros sind durch den starken Sturm weg- lefegt worden, das Büro selbst ist vollkommen über« chwemmt. Das amerikanische Rote Kreuz bringt Kleider und Medikamente durch ein Kriegsschiff. Ebenso nehmen die Armee und die Marine der Vereinigten Staaten an der Hilfeleistung teil. Gefangene unterstützen die Bürgeraarde bei den Aufräumungsarbeiten. Der Sachschaden dürfte sich aus viele Millionen Dollar belaufen. Große Befürchtungen hat man wegen der Oran- aenernte, deren Ertrag vor dem Orkan mit sieben Millionen Pesos eingestellt war. Auch die Kaffee-Ernte ist sehr geschädigt. Es wird befürchtet, daß die Dörfer im Innern des Landes völlig zerstört sind. Der Wirbelsturm ist nach Westen in Richtung San Domingo weitergezogen. 200 Jahre Staatliches hauplgestüt Trakehnen. Das Staatliche Hauptgestüt Trakehnen beging dieser Tage die Feier seines 200jährigen Bestehens. Staatssekretär Dr. Musse hl vom preußischen Landwirtschaftsministerium hielt eine Ansprache, in der er nach einem geschichtlichen Ueberblick über die Entwicklung des Gestütes der Hoffnung Ausdruck gab, daß Trakehnen auch in Oie Parteien im Wahlkampf. Oie Hindenburg-Gpende dient der Linderung von Rot und Elend unter de« Nationalsozialistische Wahlkundgebung in München München, 27.Sept. (TU.) In einer Kundgebung der Nationalsozialisten itii Zirkus Krone erklärte Gauleiter und Landtagsabgeordneter Adolf Wagner u. a.: Wenn die Länder dem Dolkswillen entsprechende Regierungen hätten, könnten sie unter Einschaltung des Reichsrates sehr wohl in der deutschen Anarchie der Gegenwart eine gewaltige Aufgabe lösen. Der Reichsregierung müsse aber das Necht, das Reich neu aufzubauen, abgesprochen werden. Der Redner kritisierte dann den durch die Notverordnung der Papen-Negierung ermöglichten Lohnabbau und kündigte unter stürmischem Beifall der Versammlung an, daß die Partei jeden Arbeitgeber mit Schimpf und Schande ausschließen werde, der auf Grund der Notverordnung seinen Arbeitern den Lohn kürze. Jeder Parteigenosse habe die Pflicht, einen wegen der Notverordnungsbestimmungen ausbrechenden Streik bis auf das Letzte zu unterstützen. Die Gewerkschaften hätten die gesamte deutsche Arbeiterschaft zum (General ft reit aufrufen sollen. Aber die Führung der schaffenden Stände sei heute kraftlos. — Anschließend sprach Landtagsabgeordneter Streicher, der sich vor allem mit dem Verhältnis zwischen Reichsregierung und Reichstag beschäftigte. Durch die jetzige Regierung regiere in Wahrheit die Deutschnationale Partei. Wenn Hitler es für richtig finde, sich mit dem Zentrum auseinanderzusetzen, dann gehe das niemanden etwas an. Störung einer Breslauer Kundgebung der Deutschnationalen. Breslau, 28. Sept. (TU.) 3m Konzerthaus- faal sprachen auf Einladung der Deutschnationalen Volkspartei Vizepräsident des Reichstages, Gräf, und Prof. Freiherr v. Frehtagh- Loringhoven. Da Storungsversuche vermutet wurden, fand am Saaleingang eine scharfe Kontrolle durch Schutzpolizei statt und ein großes Aufgebots von Polizei war im Saale und auf den Tribünen verteilt. Trotzdem kam es bereits bei den ersten Worten Gräfs zu stürmischen nationalsozialistischen Kundgebungen, so daß der Redner aufhören mußte. Als daraufhin die Rationalsozialisten das Horst-Wessel-Lied an* stimmten, intonierte die deutschnationale Kapelle das Deutschland-Lied. Der Erösfnungsbeginn zog sich immer mehr hinaus, da die Polizei die Ruhestörer einzeln aus der Menge herauszuholen versuchte und dabei von stürmischen Protesten der Rationalsozialisten begleitet wurde. Erst mit Zukunft eine starke Stütze der deutschen Pferdezucht bleiben werde. Am Schluß der Feier wurde ein Standbild des Trakehner Hengstes „Tempelhüter" enthüllt. vorläufige Rangliste des Gordon-Vennell-Fluges.— Amerika gewinnt den Wanderpreis. Nach einem in Basel eingegangenen Telegramm aus Warschau ist der amerikanische Ballon „U. S. Navy" bei Wasynle bei Wilna gelandet. Die Bemannung befindet sich wohl. Der Ballon soll leicht beschädigt sein. Es ist anzunehmen, daß die „U. S. Navy" eine etwas weitere Strecke als „Good Pear VIII", der andere amerikansiche Ballon, zu- rückgelegt hat und sich als Erster placieren dürfte. Damit ginge der Gordon°Bennett°Wanderpreis endgültig in amerikanischen Besitz über. Die Austragung des nächsten Gordon-Bennett-Wettfliegens würde also wieder in Amerika erfolgen, sofern Amerika nicht zugunsten einer europäischen Stadt verzichtet. Der Sieger erhält den Gordon-Bennett- Wanderpreis im Werte von 12 500 Schweizer Fran- fen, dazu 5000 Franken in bar, gestiftet vom Schweizerischen Bundesrat, ferner einen Ehrenpreis im Werte von 10 500 Franken und schließlich die Hälfte der Nenngelder. — Die vorläufige R a n g l i st e des Fluges stellt sich nach den Kilometerzahlen wie folgt: 1. „11. S. N a o y" (Amerika) 1536 Kilometer: 2. „Good Pear VIII" (Amerika) 1383 Kilometer; 3. „Petite Mousse" (Frankreich) 1233 Kilometer. Die deutschen Ballons „Stadt Essen", „Barmen" und „Deutschland" liegen an 7., 12. und 15. Stelle. Geständnis eines vierfachen Giflmörders. Der im September unter dringendem Verdacht des vierfachen Giftmordes verhaftete Schuhmacher Just in Hoyerswerda hat nach stundenlangem Leugnen unter dem Druck des Beweis- Materials g e ft a n b e n, seinen 61jährigen Schwiegervater, seinen Schwager, dessen Ehefrau und deren 6jähriges Söhnchen durch Arsenik umgebracht zu haben. Der Giftmörder ist außerordentlich raffiniert zu Werke gegangen. Er hat das Arsenik seinen Opfern zunächst in kleinen Dosen im Kaffee verabreicht. Die Folge war, daß, wie seinerzeit gemeldet wurde, die ganze Familie erkrankte, so daß man glaubte, es herrsche Grippe oder Typhus in der Familie. Er hat auch seine Frau und Tochter von dem vergifteten Kaffee trinken lassen, hat auch sogar selbst davon getrunken, um nicht dadurch verdächtig zu werden, daß gerade er und seine Familie von allen Krankheitssympto- men verschont blieben. Dann hat er seinen Opfern Arsenik in täglich stärker werdender Dosis unter dem Vorwande, daß es ein Pulver gegen Kopfschmerzen sei, gegeben. Da Just seine eigene Frau in feinej Weise in das Verbrechen eingeweiht hatte und seine Opfer alle tot waren, gestalteten sich die Ermittlungen außerordentlich schwierig. Im Verlaufe der Ermittlungen haben sich auch Verdachtsmomente ergeben, daß Just auch beim Tode seiner zwei- ten Ehefrau — er war dreimal verheiratet — seine Hand im Spiele gehabt habe. Das Gift stammt aus einem Einbruch in eine Glashütte. Aus der Fremdenlegion entronnen. An Bord des englischen Tankdampfers „British Commodore", der dieser Tage im Hafen von Amsterdam angekommen ist, befanden sich zwei junge Leute, die aus der französischen Fremdenlegion entflohen sind. Es sind der 19jährige deutsche Staatsangehörige Walter A l t m e y e r aus Heidelberg und der 34jährige estnische Staatsangehörige Alfred Tramm aus Dorpat. Altmeher hatte im Oktober 1931 in Straßburg in der Fremdenlegion Dienst genommen und war nach Soussa in Tunis gebracht worden. Hier machte er die Bekanntschaft von Tramm. Dieser war früher russischer Staatsangehöriger und als solcher von den Dolsche- wistey yach den Solowezkij-JnselL im Weißen halbstündiger Verspätung konnte Vizepräsident Gräf seine Rede beginnen. Er erklärte, die NSDAP., die den Kampf gegen den Parlamentarismus auf ihre Fahne geschrieben habe, versuche jetzt, ihn wieder zu beleben. Es bestehe die Gefahr, daß der Rationalsozialismus sich über die schwarz-braune Front hinaus i n eine rot-braune Front begebe. Der zweite Redner, Abg. v. Freytagh-Loringhoven, führte aus, daß die Regierung Papen die erste sei, die zu Taten geschritten sei, die sich vor allem auch für Deutschlands Gleich, bered) tigung und Wehrfreiheit eingesetzt habe. Wenn eine Regierung ernstlich und bitter um Deutschlands Freiheit kämpfe, dann dürfe fein Deutscher abseits stehen, geschweige denn diese Regierung auf demselben Felde angreifen. Rad) Schluß der Versammlung kam es vor dem Haus zu Tumultszenen. Stahlhelmer, die in Gruppen von der Versammlung kamen, wurden angegriffen und mißhandelt und mußten sich zum Teil in den Häusern in Sicherheit bringen. Dabei wurde ein Stahlhelmmann blutig geschlagen. Nachdem noch weitere Personen angegriffen worden waren, fiel die Menge über einen weiteren Stahlhelmmann her, schlug ihn nieder und trat ihn mit Füßen. Insgesamt nahm die Polizei 29 Verhaftungen vor. Sieben Personen wurden teils leicht, teils schwerer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Oingelvey zur politischen Lage. H a l le a. S., 27. Sept. (TU.) Vor einer Vertrauensmänner tagung führte der Führer der DVP., Dingeldey, u. a. aus: Richt die Herausstellung konservativer Weltanschauung, sondern die Tatbereitschaft und Verantwortungsfreudigkeit der Papenregierung habe dem Volke neuen Zukunftsglauben gegeben. Das Kennzeichen des Papenprogramms sei die Abkehr vom Staatssozialismus. Dingeldey beklagte es, daß sich die Gewerkschaften ausschließlich auf den Standpunkt der Opposition begeben hätten, obwohl die Auflockerung der Tarif- Politik gerade ein Gedanke Stegerwalds sei. Ein Bestreben, die Gewerkschaften aus dem sozialpolitischen Leben auszuschliehen, hätten Weitblickende Unternehmer niemals gutgeheißen. Liquidierung eines überspitzten Parlamentarismus bedeute noch nicht Diktatur des Staatsoberhauptes. Zwar könne auch die völlige Außerkraftsetzung des Parlamentarismus vorübergehend im wahren Sinne des Eides des Reichspräsidenten liegen; es werde aber die Zeit kommen, in der das Volk sich gegen eine Uebermacht der Bürokratie wenden müsse. Für diese Zeit müsse die DVP. ihre Selbständigkeit erhalten. Meer verbannt worden. Don hier flüchtete et über Finnland nach Frankreich und ließ sich ebenfalls für die Fremdenlegion anwerben. Als beide das Leben in der Legion nicht mehr zu ertragen vermochten, flüchteten sie in einem Boot und trieben mehrere Tage auf dem Mittelmeer umher, bis sie von dem englischen Dampfer aufgenommen wurden. Da beide keine Papiere besitzen, sind sie vorläufig von der Amsterdamer Fremderrpolizei in Gewahrsam genommen worden. Sie dürften in den nächsten Tagen in die Heimat entlassen werden. Aus der Provmzialhauptftavt. Gießen, den 28. September 1932. Tomaten und Krebskrankheit. Von Or. med. W. Schweisheimer. Es ist die Behauptung ausgestellt und verbreitet worden: Genuß von Tomaten verursacht Krebskrankheit. In dankenswerter Weise hat sich jetzt das Deutsche Zentralkomitee zur Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheit mit dieser Frage beschäftigt und sie durch seinen Ausschuß klären lassen. Cs zeigte sich dabei, daß neue wissenschaftliche Bemühungen der letzten Zeit nichts zutage förderten, was die oben erwähnte Behauptung stützen würde. Vielfältige Erfahrungen (so der starke Soma teurer brauch in Spanien, die segensreichen Wirkungen des Tomatensaftes in der Säuglingspflege) sprechen ebenfalls gegen solche Deziehun- kriegsbeschäbiglen und krlegerhinlerbliebene«. Z« dieser Spende beizulragen ist die Pflicht aller Deutschen im Hinblick auf den bevorstehende« 85. Geburtstag des Feldmarschalls. Jeder gebe nach seinen Kräften und säume nicht, seine Gabe sofort abzuführen. Die Annahmestellen der Spende befinden sich bei allen durch Aushang gekennzeichneten Danken, bei allen Sparkassen, de« Postämtern und dem Postscheckkonto Hindenburg- Spende Rr. 73800 Berlin. Helft Hindenburg Helsen! gen. Der Ausschuß tarn nach eingehender Besprechung zu der Ueberzeugung: Es liegt fein Grund dafür vor, den Tomatengenuh für Krebsentstehung verantwortlich zu machen. Es ist daher nicht'berechtigt, vor der Verwendung dieser wohlschmeckenden und nahrhaften Frucht zu warnen. Daß überhaupt ein Zusammenhang zwischen Tomatengenuß und Krebskrankheit behauptet wurde, farm nicht wundernehmen. Die Ursache der Krebskrankheit ist nach wie vor unbekannt. So werden von allen Seiten, wissenschaftlichen und unwissenschaftlichen, Theorien ausgestellt, die in Wirklichkeit der exakten Begründung ermangeln. Wahllos wird ein Nahrungsmittel nach dem andern als Ursache beschuldigt, oder die Art der Nahrungsmittelzubereitung, oder die Gefäße, in denen die Nahrung gekocht wird, oder die Zusammensetzung der Lust, oder angebliche Erdstrahlen, oder wer weiß was sonst für ein Hokuspokus. Tatsächlich hat die Krebskrankheit, wie statistisch immer deutlicher wird, gar keine echte Zu nähme erfahren. Verschiedene Gründe, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll, lassen sie nur öfter in Erscheinung treten. Der wichtigste Punkt ist dabei der, daß die Mensd)en heute durchschnittlich ein erheblich höheres Alter erreichen und daß infolgedessen Alterskrankheiten — zu denen der Krebs gehört — häufiger werden müssen. Die Fragen der Ernährung finden feit einem Jahrzehnt erhöhte Aufmerksamkeit. Mit d:m zunehmenden Genuß von Gemüse und Früchten, gekocht und roh, ist eine grundsätzliche Aenderung der Ernährung angebahnt worden, und zwar in einem Sinne, der als gesund zu bezeichnen ist. Es bedeutet eine Hemmung und Erschwerung, wenn gegen einzelne Nahrungsmittel, wie jetzt die Tomate, Vorwürfe und Beschuldigungen erhoben werden, die in den Tatsachen nicht begründet sind. Die Tomate, die ursprünglich aus Peru stammt und im 16. Jahrhundert von Spaniern und Portugiesen nach Europa gebracht wurde, ist in den südlichen europäischen Ländern außerordentlich verbreitet. Sie bildet in Italien zu den viel gegessenen Teigwaren, in Spanien und Südfrankreich zu den beliebten Bohnen eine zuträgliche und infolge ihres Gehaltes an Vitaminen und Mineralstoffen wertvolle Ergänzung der Nahrung. In Deutschland ist sie erst feit einigen Jahrzehnten bekannt, hat sich aber namentlich in den letzten Jahren zum wirklichen Volksnahrungsmittel eingebürgert. Sie wird auch in Deutschland immer mehr angepflanzt. 3n der Dolkskost, in der feinen Küche und in der Krankenlüche spielt die Tomate eine immer größere Rolle. Sie hat sich bei Gicht als vorteilhaft erwiesen, im Gegensatz zu einem früheren Vorurteil, das sie von der Kost Gichtkranker ausge- fchlofsen wissen wollte. Hindhede betrachtet die Tomate ebenso wie Gurken und Melonen als geeignet bei harnsauren Nierensteinen, da sie dem Harn harnsäurelösende Eigenschaften verleihe. Bei Zuckerkrankheit, bei der die Kost erheblichen Einschränkungen unterliegt, ist sie unbeschränkt erlaubt von Roorden hat neuerdings die — gleichfalls früher angezweifelte — Unschädlichkeit der Tomaten bei chronischen Nierenleiden betont wie er sie, beziehungsweise ihren frischen Saft, auch bei Magengeschwüren verordnet. Abmagerungskuren, Rohkostkuren und so weiter lassen sich mit Tomaten und ihren vielfachen Anwendungsmöglichkeiten in rohem, gekochtem, gedämpftem Zustand leichter durchführen. Deshalb ist es erfreulich und zu betonen, daß das Hirngespinst von einem möglichen Zusammenhang zwischen Tomate und Krebskrankheit durch die Milt:ilungen des Deutschen Krcbskomitces eindeutig beseitigt worden ist. Es gibt nicht wenige Stimmen, die die Tomate als gleichwertiges Er- nährungsgefchenk der neuen Welt betrachten, wie Sachsenhausen gegen den Minstwohnnngsbau. Die Bürgeroereinigung Sachsenhau. s e n - G i e ß e n veranstaltete gestern abend im Hotel Schütz eine Besprechung von Anwohnern und Grundstücksbesitzern des Stadtteils jenseits der Lahn, die sich in abschließender Beratung mit dem von der Stadt beiderseits der Krofdorfer Straße errichteten Bau von Klein st Wohnungen be» |d)äftigte. Wie schon in den bisherigen Eingaben und mündlichen Erklärungen der Vertreter des Stadtteils Sachsenhausen klar zum Ausdruck gebracht wurde, so zeigte sich auch in der gestrigen Be- sprechung einstimmig der entschieden ablehnende Standpunkt der Bürger des westlichen Stadtteils gegen das klelnstwohnungsprojekt der Stadtverwaltung. Die Bürger jenseits der Lahn wünschen und begrüßen jede Förderung ihres Stadtteils, aber sie können eine fürsorgliche Behandlung ihrer Wohngegend nicht in diesem Kleinstwohnungsbauprojekt erblicken, von dem sie die s ch ä d l i ch st e n Rückwirkungen für den Hausbesitz und die Grundeigentümer befürchten. Die Bemühungen der Bürgervereinigung Sachsenhausen, die Inangriffnahme die,es städtischen Bauvorhabens überhaupt zu ver- hindern, sind leider erfolglos geblieben, da das Mi- nifterium der Stadtverwaltung Dispens von den n Bauvorschriften gewährte. Jedoch hat das Ministerium für seine bedingte Zustimmung den ausdrücklichen Vorbehalt gemacht, daß der jetzt errichtete Baublock durch Anpflanzung von Bäumen nach den Straßenfronten hin verdeckt werden muß. In dieser Auflage der Aufsichtsbe- horde erblickt man eine vollkommene Bestätigung ber Ansicht in Sachsenhausen, daß das Kleinst- wohnungsbauprojekt dem Stadtteil nicht zum Nutzen gereichen wird. Ma« hätte es jenseits der Lahn begrüßt, wenn die Stadt dort Häuser in der übliche« Bauform an Stelle des jetzigen barackenähnlichen Bauwerks hätte errichten lasten. Daß die Stadtverwaltung und der Stadtrat allen eindringlichen Vorstellungen der Bürgeroereinigung Sachsenhausen sich versagt haben, wurde in der gestrigen Sitzung übereinstimmend bedauert und verurteilt. Trotz dieser Stellungnahme entschloß man sich nach längerer Aussprache aber doch, die beim Prooinzialausschuß anhängig gemachte Klage im Verwaltungsstreitoerfahren gegen das Kleinstwohnungsbauprojekt zurückzunehmen, da ja an dem Bestehen des jetzt geschaffenen Blocks mit 14 Wohnungen nichts mehr zu ändern ist. Jedoch soll die Zurücknahme der Klage unter völliger Wahrung der Interessen der Stadtteilsbewohner nach jeder Richtung hin erfolgen. Ferner erwartet man mit Bestimmtheit, daß die Stadtoer- waltung und der Stadtrat von der Errichtung der weiteren sechs Baublocks mit insgesamt 86 Wohnungen für den Bereich von Lachsenhaufen Abstand nehmen. Die Vorsitzeirden der Stadtratsfraktionen sind über die unverändert ablehnende Stellungnahme Sachsenhausens unterrichtet. Die Bürgeroereinigung erwartet, wie nachdrücklich betont wurde, daß die Stadtratsfraktionen nunmehr, nachdem auch in ihren Kreisen allerlei Bedenken entstanden sind, einer ro eit eren Beeinträchtigung des Stadtteils Sachsenhausen durch die Fortführung des Kleinst- wohnungsbauprojekts nicht zu st im men wer- den. Es wurde schließlich, nach gründlicher Prüfung des pur und Wider, eine Kommission non fünf Mitgliedern gewählt, die sich mit der Stadtverwaltung und dem Stadtrat ins Benehmen setzen soll, um die berechtigten Interessen des Stadtteils Sachsenhausen wirksam ^urGeltung zu bringen. Man ließ im Verlaufe der Besprechung keinen Zweifel darüber aufkommen, daß man zur entschiedensten Abwehr weiterer Lgugbsiästen & der bisherigen Art entschlösse« P, spende Hu,., >i, iIi,,|I2’'« "'pS-- "®ta & Bnüi 'S helfen! 1H6* kenähnlicheo Bau- in laflen- . -Mat -Ho ir Bür^Ä -»« S1?Ä imf£. Aü>ömfln hä bt‘ be,m «(lagt i® grma^ % 2m dar M&i ftSesi fT»’9** -bs"" “L M, taratHo«"X“ga# tont ^tni»« triff 0, e£- t«»S ggSfiÄt tgÄSa &£*** £?t®» werdo, ^,und untoifkn, 2lc m Wirklich, '‘jjgeln. DahllU iJ?* al« ÄfÄ&tt l<9 immer deutlich« lnahme erfahren, e hier nicht näher en sie mir öfter tn gste Punkt ist dabei ^rchlchmttlich ein er. n und daß infolge, u denen der Krebs Isen. 3 linden seit einem nkeit. Mit fan zu, e und Früchten, ge. »lähliche Aenderung cröen, und zwar in >u bezeichnen ist, 6| Erschwerung, wenn ch wie jeht die To. ildigungen erhoben nicht begründet sind. ) aus Peru stammt pmiern und PoNu. mrde, ist in den süb. luhervrdentsich ver. zu den diel gegessk- md Lüdfrankcich p trägliche und insolze unb Mineralftosikn hrung. In Deutsch- lahrzehnten bekamt, i letzten Jahren zm •Ieingebürgert kie r mefr angepflaty. neu ftüic und tn imate eine itmrwx. Tchi o.V& wrtäV tnemsrüchnrn'Dvr' AiHttranker auöcc- Hede betrachtet die ib Melonen als gt* steinen, da sie dem chasten verleihe. Da lost erheblichen Sin« sie unbeschränkt er- t neuerdings bie te - Unschädlichkeit Nierenleiden betont, en frischen Säst, auch mt Wmagrnings- xiter lassen sich mit n Antvendungsmog- n, gedämpftem > md zu betonen. M fsrebskrankheit durch nÄrfMf0-ÄS s glschverNS» M betrachten. W im Gießener Anzeiger Das Glück fand den Weg von Gert Rothberg Wetzlar wegen Meineids die Thekla Ä. von Gießen Kostenlose Oktobergabe an alle Bezieher: Das Winterfahrplanhett dem unternommen worden waren. Kronfeld wird lagen trockenes Die neuen Herbstmodelle sind eingetroffen und Lack Boxcalf in jeder Lederart, dunkelbraun, schwarz zu niedrigen Größte Auswahl orthopädischer Gesundheitsschuhe. _ 2. 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Aussichten für Freitag: Weiterhin Frühnebel, TemperaturgcgeniäBe zwischen Tag und Nacht sich verschärfend, tagsüber meist heiter und verwies man auf die Meldungen über eine neue Stagnation am Eilenexportmarkt und warnte vor übertriebenen Hoffnungen, besonders hinsichtlich des Tempos der Wiederbelebung. Die Kursvcränderun» gen betrugen anfangs zumeist nur Bruchteile eine» Prozentes und nur feiten bis zu 1 v. 5). Als besonders fest sind BMW., Schubert & Salzer, Feldmühle, Zellstoff Waldhof, Ilse Genußscheine, Salzdetfurth. Chemisch Heiden, Contigummi, Siemens und Bekula zu erwähnen, die bis zu 3 v. f). gewannen, was jedoch in der Hauptsache auf die Enge der Märkte zurückzuführen mar. Unter den bis zu 1 d. f). betragenden Abschwächungen fielen besonders Sembcrg auf, die im Gegensatz zu Aku ihren Rückgang fortfefcten. Im Verlaufe blieb die Grundstimmung freundlich, und es vermochten sich vielfach Besierungen bis zu 1 v. S). durchzusetzen. Hier und da konnte sich sogar etwas lebhafteres Geschäft entwickeln. Harpe- ner gewannen nach unveränderter Eröffnung 1,50 v. H. Stolberger Zink gelangten verspätet 2 v. H. niedriger als am 26. d. M. zur Notiz. Deutsche Anleihen lagen durchweg f e st e r , die Besse- rungen betrugen bis zu 0,38 o. H., das Geschäft an diesem Markt war etwas lebhafter. Reichsschuld- buchsorderung.'n lagen gut behauptet. Am Rente n m a r k t war die Tendenz freundlicher. Don den variabel gehandelten Industrieobligationen fielen Bereinigte Stahl durch einen scharfen Rückgang um insgesamt 1,50 o. H. auf. Don Ausländern waren Mexikaner und Anatolier im Verlaufe befestigt. Am Geldmarkt hat die Versteifung vor dem Quartalsultimo natürlich weitere Fortschritte gemacht. Tagesgeld war mit 4,75 o. H. an der unteren Grenze, teilweise noch 4,65 v. H. und ganz vereinzelt noch 4,50 gesucht. Prioatdiskonten kamen natürlich weiter heraus, doch war das Angebot nicht zu erheblich. Schuhhaus Meyer Sonntag, den G.A.-Gpori. Sportverein 1920 Heuchelheim. Heuchelheim I — GrohenLufeck I 1:1 (1:0). Die Gastgeber traten zu diesem Spiel in stärkster Aufstellung an und die Els konnte die Gäste biß 4 Minuten vor Schluß mit 1:0 Loren im Hintertreffen halten. Erst in den lehren Minuten gelana es den Sroßen-Buseckern, das verdiente AuSgleichstor durch einen Handelfmeter zu erzielen. Die Heuchelheimer Mannschaft spielte in ausgezeichneter Form und dürfte sich, wenn weiter solche Leistungen gezeigt werden, auch gegen spielstarkste Gegner gut behaupten. Arbeiter-Tuni» unö (5porfbunb. Giesten I — Erbstadt I 5:1. Erbstadt trat in veränderter Aufstellung an und lieferte dem Platzbesiger ein völlig gleichwertiges Spiel. Erst nach geraumer Zeit gelang es den Gießenern, in Führung zu gehen. Bei diesem 1:0 blieb es bis Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel waren die Gäste tonangebend, sie erzielten bald den Ausgleich und man glaubte schon an deren Sieg. Da machte sich Gießen frei und stellte das Resultat auf 2:1. Nün ließ Erbstadt merklich nach und Gießen stellte noch einen eindrucksvollen Sieg sicher. Altenstadt I — wieseck I 3:2. In Altenstadt lieferten sich beide Mannschaften auf einer Wiese ein flottes, aber auch hartes Spiel. Rufe Folge leisten und während der Wintermonate seine Untersuchungen anstellen. Er wird sich dabei auf sein altes Rekordfluggeräi, die „Wien" stützen, aber außerdem auch noch ein im Bau befindliches Flugzeug mitnehmen, das eine Verbesserung der „Wien" darstellt. Wirtschaft. Berlin freundlich. • Gießen. 27. Sept. Unter dem Dorsch des Landgerichtsdirektors Eramer wurde heute gegen die Klara M. von Wetzlar toei /w> rind Abtreibung, gegen k wegen Meineids und gegen den Heiiu A. von (Sieben wegen Anstiftung zum Meineid verhan- Sranffurf unsicher. Frankfurt o. M °8. Sept. (WTB. Drahtmeldung.) Die heutige B eröffnete infolge der un- sicheren außen- und mnerpolitischen Situation in abwartender Haltung. Die Stimmung war aber nicht unfreundlich, obwohl das Publikum weiterhin fehlte. Unter dem Einfluß des stetigen Verlaufs der gestrigen Neuyorker Börse und auf Grund günstiger Nachrichten aus der Industrie (weitere Arbeitereinstellungen) zeigte die Kulisse eher Rückkaufneigung. Bei kleinen Umsätzen war das Kursnioeau zunächst uneinheitlich, wobei die Abweichungen nach beiden Seiten nur Bruchteile eines Prozents ausmachten. Fester eröffneten besonders Zellstoff Waldhof mit plus 2 v. H, ferner Buderus mit plus 1,75 v. H. und Reichsbank mit plus 1 v. H. IG. blieben zu 100,40 v. H. behauptet. Leichte Er- Holungen hatten noch Elektroaktien, Mannesmann, Aku und Aschaffenburger Zellstoff. Dagegen lagen am Kunstseidemarkt Kemberg anfangs im Angebot und 2,25 v. H. schwächer. Schiffahrtswerte blieben nur knapp gehalten, ebenso Contigummi und Rheinstahl. Nach den ersten Kursen herrschte Geschäfts- losigkeit, und die Kurse bröckelten ab. Im Verlaufe zogen die Kurse auf allen Marktgebieten bis zu 1 v. H an. Das Geschäft blieb jedoch sehr klein, nur Zellstoff Waldhof waren etwas leb- Hafter. Später wurde die Stimmung unsicher, wobei ein neuer Rückgang der Semberg, die etwa 1 Mark einbüßten, etwas verstimmte. An den übrigen Marktgebieten'blieben die Kurse ziemlich unverändert. Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen setzten nur knapp gehalten ein. Schutzgebiets- anleihe waren unter Schwankungen später etwa um 25 Pf. fester. Gold- und ßiguibationspfanbbncfe zogen auf kleine Käufe bes Publikums 0,5 bis 1 o. H. an. Auch Stabtanleihen unb Inbuftrieobligationen lagen etwas freunblicher. Der Auslanbrentenmarkt lag vernachlässigt. Am Gelbmarkt war Tagesgelb zu 3,25 v. H. unoeränbert. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. TI., 28. Sept. (WTB. Drahtmel- düng.) An der Getreidebörse herrschte seitens der Mühlen starke Zurückhaltung, da das Mehl- geschäft wieder merklich kleiner geworden ist, nach- dem in den letzten Tagen eine leichte Belebung zu verzeichnen war. Weizen war aus erster Hand stärker angeboten und fand nur, auf ermäßigter Basis Unterkunft. Roggen wurde auf dem letzten Preisstand von der halbstaatlichen Stelle ausgenommen. Hafer lag sehr still und unverändert, ebenso war die Situation für Gerste etwas ruhiger. Der Futtermittelmarkt liegt nach wie vor still. Gegen 14 Uhr nannte man folgende Preise: Weizen 217,50 Mark, Roggen 169, Sommergerste für Btauzroecke 180 bis 190, Hafer (inländischer) 142,50 bis 147,50, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austauschweizen) 32,25 bis 33,20, Weizenmehl (niedrrheinisches, mit Austausch- weizen) 32,25 bis 32,95, Roggenmehl 25,25 bis 26,25, Weizenkleie 8,10, Roggenkleie 8,10 Mark. Leit. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Fischer: Verteidiger waren die Rechtsanwälte Engelmann (Wetzlar), E n g i s ch II. und Dr. A a r o n. Die Vernehmungen der Angeklagten, die sehr umfangreiche Beweisaufnahme und die Plai- doyers fanden unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Rach deren Wiederherstellung wurde Urteil dahin verkündet, daß die Angeklagten M. und K. sreigesprochen seien und daß der Angeklagte A. wegen Unternehmens der Verleitung ium Meineid (§ 159 EtrGD.) zu l IahrZucht- haus abzüglich 3 Monate und 3 Wochen Un- tersuchungshaft und 5 Jahren Ehrverlust verur- teilt werde. Das Schwurgericht war der Auffassung. daß der Angeklagten M. eine 2tbtrct- Pang in keiner Weise nachgewiesen sei und daß euch nicht einwandfrei festgestellt werden könne, laß sie unter Eid die Unwahrheit gejagt habe. Die Angeklagte K habe zwar einen Meineid geleistet, sie habe sich aber in einem krankhaften Zustand der Geistestätigkeit im Sinne des § 51 RGB. möglicherweise befunden: dagegen stehe fest, daß der Angeklagte A. es versucht habe, fte durch Zureden und Drohungen zu einer unwahren Auslage vor Gericht zu veranlassen, so daß er info- weit wie geschehen bestraft werden müsse. Wettervoraussage. trocken. . . ,. _ Lufttemperaturen am 27. September: mittags 14,2 Grad Celsius, abends 11,6 Grad: am 28. September: morgens 11,4 Grab. Maximum 15 Grab. Minimum 10,5 Grab. — Grbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. September: abends 14,9 Grad: am 28. Septem- ber: morgens 13,3 Grad Celsius. — Niederschlage 3 mm. _________ Wieseck II — Marburg I 9:2. Obwohl die Gäste mit nur neun Mann erschienen, leisteten sie doch heftigen Widerstand. Die Niederlage war aber nicht zu vermeiden. Watzenborn I — Dieseck III 1:5. Dieseck III mar in Watzenborn zu Gast. In einem flotten Spiele waren die Gäste stets überlegen und konnten als verdiente Sieger das Feld verlaßen. Handball. Gießen I — Holzheim 1 11:4. In der ersten Spielhälfte sah man einen ausgeglichenen Kampf. Erst nach Seitenwechsel wurde Gießen merklich bester und erzielte Tor auf Tor. Rronfelb segelt in Indien. Nachdem eingehende Unterhandlungen mit den englischen Flugverbänden vorausgegangen waren, hat die englische Regierung den bekannten Segelflieger Robert Äronf clb mit einer Segelflug- expedition durch Indien betraut, um dort Untersuchungen darüber anzustellen, inwieweit die aus der Ebene aufsteigenden Wärmeenergien für den Segelflug praktisch ausgenützt werden können. Der Entschluß der englischen Reaieruna geht auf eine Anregung zurück, die ber wissenschaftliche Leiter bes Forschungsinstituts ber Rbon-Rostitten-Geselljchaft auf der Wasserkuppe, Professor G e o r g i i, bereits vor einigen Jahren gemacht hat, also zu einer Zeit, wo Flüge im thermischen Aufwind bei uns noch nicht Berlin, 28. Sept. (WTB. Funkspruch.) Börse steht noch immer im Zeichen der nah . vollkommenen G e s chä s t s st i 11 e , so daß die Kursoeränderungen keinen zuverlässigen Ausdruck ber Stimmung darstellen. Das Publikum zeigt sich noch immer sehr wenig interessiert, so baß bie vor bem Ultimo stets stärker wirkenben technischen Momente einen größeren Einfluß auf die Kursgestaltung haben konnten. Die Spekulation hatte sich gegen Schluß kleine Käufe oorgenommen, bie sie heute, als bie wenigen fiunbenorbers aus Kauf- unb Derkaufsaufträgen gemischt waren, eher glattzustellen geneigt war. Außerdem kamen auf einigen Marktgebieten noch geringfügige ßombarblöfungen, für die heute die letzte Möglichkeit zum Ultimo September gegeben ist, vor. Nichtsdestoweniger war die Grunbstimmung als ziemlich freundlich anzusprechen. Einerseits regten innerdeutsche Meldungen über bie fortschreitend Wirtschaftsbelebung — in ber ersten Oktober Hälfte sollen 10 bis 12 Hochöfen roieber angeblafen werben — leicht an, anber- seits zeigte man sich auch über die Erholung in Wallstreet befriedigt. Weiterhin wirkte die Tarifeinigung im Ruhrbergbau beruhigend. Allerdings die Kartoffel. Ein so gesunder, wertvoller und tatet billiger Bestandteil der Dolksernährung sollte nicht ohne zwingenden Grund Einschränkungen erfahren. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: Ober- hessischer Kunstoerein. Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung: Lebendiges Foto. — Caf6 Amend, 16 unb 23.30 Uhr, Modenschau ber Firma Schmucker. — Saal ber Christlichen Versammlung, 20.15 Uhr, Eoangelisationsversammlung, Thema: Das Kreuz Christi im Kampf der Gegen- wart oder Heimat für Heimatlose. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wo bie Wolga fließt". • " Bom Schiedsgericht für g « meind - liebe Beamte der Provtnz Oberhes- e n Durch Beifügung des Imtenmintsters wurde Regierungsrat Grein beim Krewamt Gießen iUm Vorsitzenden und Regierungsrat Dr. Äru- jer beim Kreis amt Gießen zum stellvertretenden Vorsitzenden des Schiedsgerichts für gemeindliche Beamte ter Provinz Oberwellen ernannt. "Personalien. Ernannt tourte der Kreisarzt Medizinalrat Dr. Rudolf Schlapp in Bensheim unter Belassung seiner Amtsbezcich- Tiung ..Medizinalrat" zum Oberarzt bei der ßan- tes-Heil- und Pflegeanstalt Heppenheim mit Wirkung vom 1. Oktober an. — Der Dermes- ungsrat bei dem Dermessungsamt Alsfeld, Werter P l o ch zu Alsfeld, ist mit Wirkung vom 1. Rovember ab in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden. •* Neue Po st Wertzeichen. Am 1. Oktober werden die Freimarken mit dem Brustbild des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg turch neue Marken ersetzt, auf denen sich ein nach einer Plakette des Professors Karl Goetz in München gestochenes Kopfbildnis des Herrn Reikhsprä- sibenten befindet. Die noch vorhandenen bisherigen Marken werden daneben aufgebraucht. Ferner wird am 1. Oktober eine Wohlfahrtskarte zu 6 Rpf. ausgegeben, die auf dem linken Teile ber Vorderseite ein Bildnis des Herrn Reichspräsidenten oon Hindenburg trägt unb im Markenstempel bas Tannenberg-Denkmal zeigt. Die Karte kostet 10 Rpf : der Zuschlag oon 4 Rpf. fließt ber Deutschen Not- Hilfe zu. Schwurgericht Gießen. Der einsetzenbe Regen beeinflußte die Kampshandlung sehr ungünftig und der Unparteiische war bem Spiel nicht gewachlen. Nach einer Diertelstunbe kam Altenstabt zum Führungstor. Aber Wieseck stellte balb ben Ausgleich her. Mit dem Halbzeitpftsf übernahm Altenstadt abermals die Führung. Kurz nach Seitenwechsel erzielt der Halbrechte der Gäste m gutem Alleingang ein schönes Tor. Der scharf ge- schossene Ball ging durch bas befette Netz unb ber Unparteiische entschied Ausball. Nun würbe bas Spiel wesentlich schärfer. Wieseck, technisch überlegen, stellte roieber ben Ausgleich her. An ber nun über- reichlichen Abwehr ber Platzbesitzern scheitern alle Angriffe. Kurz vor Schluß gab ber Derteibiger von Wieseck bei einem Durchbruch ben Ball an ben Torhüter zurück. Bei bem schlüpfrigen Boden entglitt dem Hüter ber nasse Ball unb ber nachsetzenbe Mit- telftürmer konnte zum Siegestor einfenben. So kam Altenstabt unoerbient zu Punkten. Ttiebcr-Jlorffabt I — Heuchelheim I 4:2. Die Platzbesitzer waren fast im ganzen Spiele leicht überlegen. Balb nach Spielbeginn gelang es ihnen, bie Führung zu übernehmen. Heuchelheim gab wohl alles her, konnte jeboch nicht an der sehr guten Abwehr ber Platzbesitzer vorbei. Halbzeit 2:0 für Nieber-Florstabt. Auch nach Seitenwechsel blieb Florstadt weiter im Vorteil unb konnte noch zwei- mal erfolgreich sein. Erst gegen Schluß des Spieles gelang es Heuchelheim zwei Tore aufzuholen. Lollar I — Gießen II 4:1. In Lollar lieferten sich beide Gegner als Spitzenführer ber 2. Gruppe ber 1. Dezirksklaste ein überaus hartes Spiel. Lollar war stets etwas im Vorteil unb stellte ben Sieger.__ Außer Betrieb gestellte Autos können billigst unte (-gestellt werden o555< Groß-Garage Am Aulweg Nichtraucher in 3 Tagen durch Nitok-MunöwMser Zu haben in d. Drog. Winterh oft,Kreuzplatz 10, W. Kilbinger Nachfolger, Seitenweg TO^ertTD I Lichtspielhaus Gießen Wegen anderweitiger Disposition iar noch heute: Wo die Wolga fließt E| n. dem bekannt Roman „Aalerstehung“. Auf der Bühnet | Persönliches Gastspiel des weltbekannten Mf ge&en doppelten ‘Raßcdt von Donnerstag, 29. Sept, bis Montag, 3. Old. auf alle Waren (wenige Artikel ausgenommen)! im 75. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Staufenberg, Köln, Odephausen und Treis, den 28. September 1932. Die Beerdigung findet Freitag, 30. September, nachm. um 3 Uhr statt 6805 D 677 < D Hausfrauen - Beratung 20 bzw.SLN« Rabatt 6787V Kirchenplatz 2 Danksagung. Statt Karten. Emma Godosar, geb. Burk, und Tochter. Wollmühle b. Nordeck. den 26. September 1932. khlokal 6770 D 6780 V 6776 D Wir verkaufen ab morgen früh: 6803 A ca.200 Baskenmützen gesucht. 05557 Pfö. 50 empfiehlt 6673 A beträgt für nur Salomon Schulstr. 4 6772V ME GESCHÄFT ' Das Geschäft wird im Sinne des Verstorbenen weitergeführt und wir bitten, das ihm geschenkte Vertrauen auf uns zu übertragen. aus Flausch, Wolle, Kunstseide oderChenille, in modernen Farben und Formen, deren Wert bis zu Mk. 2.00 in Gießen zu mieten gesucht, Seltersweg, Markt oder Schuistr. Für pünktliche Mietzahlnng wird Garantie geleistet. 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September 1952 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) llr. 228 Zweites Blatt Das jRed?t im täglichen Leben arglistige Täuschung kannte. übte der Gast und Kischereikarie. zum einheitlich errichteten Testament nur der Tag bet Ort angegeben sind, die für den Beginn Niederschrift zutreffen. Die Schwierigkeiten, die zum Prozeh führen, treten erst ein, wenn der Käufer festzustellen glaubt, dah die gekaufte Sache nicht völlig einwandfrei oder nicht so ausgefallen ist, wie er cS eigentlich erwartet hatte. Für Fehler der Kauf- fache, die ihren Wert oder ihre Tauglichkeit zu dem gewöhnlichen oder vertragsmäßig vorausgesetzten Gebrauch aufheben oder mindern, hastet ber Verkäufer. Er haftet weiter auch für etwa zugesicherte Eigenschaften. Beides allerdings nur insoweit, als der Mangel dem Käufer bei Ab- schluh des Kaufes nicht bekannt oder infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt geblieben war. Hat der Käufer beispielsweise die gekaufte Sache eingehend besichtigt, so dah der Verkäufer mit Recht annehmen konnte, dah etwaige Fehler von ihm gesehen waren, so kann der Käufer sich nicht auf diese Mängel berufen. 3m übrigen kann die Haftung für etwaige Mängel vertraglich ausgeschlossen werden. Soll das in einem schriftlich niedergelegten Kaufvertrag, wie er ja häufig Über gröhere Objekte trotz der Formfreiheit des Kaufgeschäfts getätigt wird, ausgenommen werben so empfiehlt es sich für den Käufer vor Abschluß des Vertrages die zu kaufende coache vorher besonders eingehend zu besichtigen. Hat der Verkäufer Mängel ber Sache zu vertreten so hat ber Käufer einen Anspruch entweder aus Rückgängigmachung des Kaufvertrages ober auf verhältnismäßige Herabsetzung bes Kaufpreises. Handelt es sich bei ber Kauf fache um eine solche, die ohne weiteres durch eine gleiche ersetzt werden kann (sog. Gattungssache), fo hat ber Käufer auch bas Recht den Umtausch ber Sache zu verlangen. Wohlgemerkt- Diese Rechte auf Rückgabe oder Preisminderung, ebenso tote das Recht auf Umtausch hat der Käufer aber -nur dann, wenn ber Kaufsache Mängel an- Sportverein und Verkehrspslicht. Oie Haftung für das Lleberfliegen von Fußbällen bei einem Spiel durch Unbefugte. der Aufzeichnung erreicht hat. Aus diesen Fällen und den in allgemeiner Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen, die Formvorschrift nicht zu übertreiben und die Ungültigkeit von Testamenten wegen Formverstoßes nach Möglichkeit zu vermeiden, wird der Grundsatz abgeleitet, daß eine sonst im Rechtsleben nicht übliche Reinlichkeit der Datierung nicht verlangt werden kann, und dah es deshalb unschädlich ist. wenn bei einem. wenn auch mit^ Unterbrechung. aber doch ~ und I Schmiergelder als Ansechlungs- grund von Verträgen. Gin Hauseigentümer hatte sein Haus verlaust ,unb dabei dem die Verhandlung für den Vertragsgegner führenden Angestellten Schmiergelder gezahlt Als der Käufer das erfuhr, wollte er den Kauf rückgängig machen und berief sich auf die Bestimmung des Bürgerlichen Gesetzbuches, daß derjenige, ber burch arglistige Täuschung zur Abgabe einer Willenserklärung be» timmt worden sei. die Erklärung anfechten könne. Das Reichsgericht hat kürzlich eine Entscheidung gefällt, die wegen ihrer weitgehenden Folgen allgemeine Beachtung verdient, auch für Gerneinde- sportplähe. Dem Urteil lag folgender Tatbestand zugrunde- Beim Spielen von Richtmitgliedern auf >em einem Sportverein gehörigen Sportplatz war durch lleberfliegen eines Fußballes eine dritte Person verletzt worden, welche den Sportverein auf Schadenersatz verklagte. Als Revisionsinstanz entschied das Reichsgericht dahin: Wer einen die Umgebung durch die Möglichkeit des lleberfliegen^ von Bällen gefährdenden Fußballplatz hält, haftet auch, wenn bei einer Benutzung durch Unbefugte ein Ball überfliegt und Schaden verursacht. Zur Begründung dieses ehr weitgehenden Urteils führt das Reichsgericht aus. es sei festgestellt gewesen, daß beim Fußballspiel auf dem betreffenden Platze des Vereins in einer großen Anzahl von Fällen Bälle abgeirrt und dadurch mehrfach Fensterscheiben der Rachbarhäuser zertrümmert worden seien, und zwar auch nach einer vorgenommenen Verbesserung und Erhöhung der Einzäunung des Sportplatzes. Dies sei dem Verein bekannt gewesen. Aus diesen Tatsachen billigt das Reichsgericht die Folgerung, der Vorstand des beklagten Vereins habe damit rechnen müssen, daß auch künftig Bälle abirren und dabei Sach- und Personen- chaden verursachen würden. Es sei daher seine Pflicht gewesen, entweder durch Abänderung ber Einzäunung ein Heber।liegen der Bälle unmöglich zu machen, oder für Verlegung des Sportplatzes nach einem ungefährlichen Orte Sorge zu tragen. Dadurch, dah er beides unterlassen habe, Der Kaufvertrag ist mit der Einigung von Verkäufer und Käufer über Kaufgegenstand und Preis abgeschlossen. Der Abschluß des Kaufes ist dabei grundsätzlich formfrei, b. h. es brauchen nicht irgendwelche Förmlichkeiten erfüllt zu werben. Auch der Einkauf eines außerordentlich teuren Objektes ist beispielsweise mündlich abgeschlossen gültig, bedarf nicht etwa der Schrift» form. Rur drei Arten des Kaufes: der Grundstückskauf. der Erbschaftskauf und ber Verkauf eines ganzen Vermögens bedürfen ber gerichtlichen ober notariellen Beurkundung. 3st der Kaufvertrag abgeschlossen worben, so hat ber Verkäufer bie Verpflichtung, bie Sache bem Käufer im vertragsmäßigen Zustanbe zu übergeben unb ihm das Eigentum an ber Sache zu verschaffen. Der Käufer hat bie Verpflichtung, Den vereinbarten Kaufpreis zu zahlen unb weiterhin bie Sache abzunehmen. Das Eigentum an ber Kauffache geht normalerweise in bem Augenblick von dem Verkäufer auf den Käufer über, in dem die verkaufte Sache dem Käufer übergeben wird. Soweit wäre bie Rechtslage verhältnismäßig einfach. Inhaber der Fischereikarte Hilst, b. h ihn bet der Ausübung der von ihm vorzunehmenden Handlungen nach seinen Anweisungen unterstützt. Handlungen, die er selbst nicht vornehmen kann, oder die ihm den Fang erleichtern, nach seinen Anordnungen an seiner Stelle vornimmt. Die Tätigkeit des Hilfspersonals ergänzt die Tätigkeit des Fifchenden, hat aber keinen eigenen selbständigen Charakter' er wird von dem Fischenden beschält.gt. zu seiner Unterstützung herangezogen. Ein eingeladener Gast, ber fischt, unterstützt nicht bie Tätigkeit bes Berechtigten, sondern er übt als Gleichberechtigter bie gleiche Tätigkeit 'aus. wie ber Berechtigte selbst. Ob er überhaupt etwas fängt, ist babei gleichgültig. Seine Tätigkeit hat bas gleiche Ziel, wie biejentge bes Berechtigten, sie ist ein selbständiges Fischen, und er ist daher verpflichtet, eine Fifchereikarte zu besitzen, andernfalls macht er sich strafbar. Ob er mit eigenem Gerät fischt, ist nicht ent- scheidend. Dr. D. Kraft- unb Radfahrer auf der Landstraße. Der Kraftfahrer hat grundsätzlich die Pflicht, jede nach den Umständen des Falles gebotene Sorgfalt zu beobachten. Es wird damit von ihm eine besondere Umsicht und Geistesgegenwart verlangt. Die Umsicht hat der Führer von vornherein zu betätigen, nicht erst im Augenblick der Gefahr; seine Aufgabe ist es namentlich, allen denkbaren Gefahren nach Möglichkeit oorzubeugen. Dazu gehört auch die rechtzeitige Abgabe von Warnungssignalen. Das gilt auch in den Fällen, in denen der Kraftfahrer glaubt, daß feine Fahrbahn frei ist und sich die ihm etwa entgegenkommenden Wegebenutzer vorschriftsmäßig auf der linken Straßenseite halten. Nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts (Jur. Wochenschau 11/32) muß ein vorsichtiger Kraftwagen- sichrer auch mit Unbesonnenheiten anderer Wegebenutzer und mit zufälligen Ereignissen rechnen, die die vor ihm befindlichen Wegebenutzer von ihrem bisherigen Wege ab und in seine Fahrbahn führen konnten. Das hat das Reichsgericht insbesondere in einer Entscheidung betont, bei der es sich darum handelte, daß einem Kraftwagen mehrere hinter- einanberfabrenbe Radfahrer entgeaenkamen. Das Reichsgericht führt aus, daß in den Fällen, in denen mehrere Radfahrer hintereinanderfahren, die Mög- (ichkeit naheliegt, daß der erste dem folgenden den Ausblick nach vorn mehr oder minder verdeckt, oder daß die nachfolgenden darauf vertrauen, der Voran- fahrende werde auf die Sicherheit der Fahrtlinie achten. Daher darf der Kraftfahrer nicht ohne weiteres voraussetzen, jeder einzelne Radfahrer werde ihn schon aus weiter Entfernung bemerken, so daß er sich ohne Gefahr nähern könne. Vielmehr gebietet in solchen Fällen die Verkehrssicherheit, dah der Kraftfahrer alle ihm entgegenkommenden Wege- benutzet frühzeitig durch Warnungssignale auf sich aufmerksam macht. Oie Sorgfaltspflichi bes Hausbesitzers. Ein Hausbesitzer hatte einem als tüchtig bekannten Zimmermeister einen Reparaturaustrag gegeben. Infolge Unachtsamkeit bei der Ausführung war eine unbeteiligte Person zu Schaden gekommen. Die gegen den Hauswirt angestrengte Schadenersatzklage wurde vom Reichsgericht (Jur. Wochenschr. 18/32) abgewiesen, trotzdem der Hauswirt nichts zur lieber wachuna bei ber Durchführung der Arbeiten getan hatte. Das Reichsgericht begründete die Abweisung der Klage gegen den Hauswirt damit, daß derjenige, ber einen anerkannt tüchtigen Zimmermeister mit einer Arbeit beauftragt, im allgemeinen schon da- durch die im 'Verkehr erforderliche Sorgfalt an- wendet. Es bedeute eine Uederspannung der zu stellenden Anforderungen, wenn bei einer solchen Arbeit verlangt werbe, daß der Besitzer eines Grundstücks bie von einem tüchtigen Zimmermeister, also einem sachkundigen Bauhandwerker ausgesührte Arbeit durch einen weiteren Sachverständigen nachprüfen lasse. Zn einem anderen Falle hatte ein Hauswirt, ber auswärts wohnte, bie Sorge für die bauliche Unterhaltung seines Hauses einem zuverlässigen, in Bau- fachen erfahrenen Verwalter übertragen. Auch hier ist eine gegen den Hauswirt anhängig gemachte Schadenersatzklage abgewiesen worben. Das Reichsgericht führte aus, daß ein nichtfachkundiger Haus- befitzer im allgemeinen der ihm obliegenden Sorg- faltspflicht genügt, wenn er die Sorge für die bauliche Unterhaltung des Gebäudes einem zuverlässigen und in Bausachen erfahrenen Verwalter überträgt und ihn allgemein beaufsichtigt, zumal dann, wenn er ortsabwesend ist. Als besondere Begründung für den ablehnenden Standpunkt führt das Reichsgericht weiter aus, daß von dem Verwalter in dem in Frage stehenden Fall mehrfach umfangreiche Jnstandsetzun- gen veranlaßt worden sind. Daraus konnte der Haus- wirt ersehen, daß der Verwalter keineswegs untätig für die Sorge seines Gebäudes gewesen war, und er hatte keinen Anlaß, daran zu zweifeln, daß die dem Verwalter übertragenen Aufgaben bei ihm in den besten Händen lagen. Es war deshalb auch nicht angängig, dem Hauswirt etwa eine Verletzung einer allgemeinen Sorgfaltspflicht über seine Kontrolltätig- keit hinaus vorzuwerfen. der von dem Fischereiberechtigten zum Fischen eingeladen ist. eine Fischereikartc haben muß? Mit dieser Frage befaßt sich ein Urteil des Oberlandesgerichts Darmstadt Str. S. vom 15- März 1932 (Hess. Rechtsprechung 32. Iahrg. Rr. 7 8 6.150. 151). Das erkennende Gericht hat dahin entschieden, daß der betreffende Gast, selbst wenn er nicht für sich selbst, sondern für den Berechtigten fischt, nicht als Hilfspersonal im Sinne des Art 39 des Fischereigesetzes anzusehen ist und daher im Besitze einer Fischereikarte sein muß. andernfalls er sich strafbar macht. , Fischen ist die Gesamtheit derjenigen Handlungen, die erforderlich sind, um die Fische in den Besitz des Fischenden zu bringen. In wessen Eigentum die Deute übergeht, ist für den Begriff des Fischens gleichgültig Jeder, der selbständig diese zur Erlangung der Fische notwendigen Handlungen vornimmt, fischt, und er bedarf, falls er nicht etwa selbst der Berechtigte ist. einer Fischereikarte. Hilfspersonal ist aber nur diejenige Person, die dem Berechtigten, oder dem Hierzu sagt das Reichsgericht, daß die Annahme. daß für die Vertragspartei, welche einem Angestellten der Gegenpartei Schmiergelder gezahlt hat. eine Ossenbarungspslicht hinsichtlich nefer Tatsache dem Vertragsgegner gegenüber bestehe sich zum mindesten der Regel nach nicht rechtfertigen lasse. Eine Anfechtbarkeit auf Grund eigener arglistiger Täuschung des Schmiergeldgebers (§ 123 Abs. 1 BGB ) und eine Schadenersatzpflicht auf Grund Verschuldens beim Der» tragsschluß scheiden daher aus. Trotzdem bleibt ein Recht der Anfechtbarkeit bestehen, und zwar ift die Anfechtbarkeit aus der weiteren Be- ftimmung des BGB. herzuleiten, nach der für den Fall, daß ein Dritter die Täuschung verübt hat. eine Erklärung, die dem Dertragsgegner gegenüber abgegeben war, dann anfechtbar ist, wenn dieser die Täuschung kannte oder kennen mußte. Danach ist das Verhalten des Dritten, hier des Beauftragten des Käufers, und des Erklärungsempfängers, in diesem Falle des Der- käusers. auseinanderzuhalten. Während dem Beauftragten eine arglistige Täuschung des Klägers selbst zur Last fallen muß, genügt bei dem Verkäufer. daß er die durch den Beauftragten ver- habe er widerrechtlich und schuldhaft gegen eine ihm obliegende Verkehrspslicht verstoßen und da- durch die Verletzung der Klägerin verursacht. Das Gericht vertritt,die Auffassung, der Verein habe damit rechnen müssen, daß auch Unbefugte auf dem Sportplatz spielen würden, und er habe daher auch in dieser Beziehung den Mangel wirksamer Gegenvorkehrungen zu verantworten, wobei es keinen Unterschied mache, ob die Benutzung des Platzes berechtigt ober unbefugt war. Es war eine Pflicht des Vereins, diese Unfallgefahr von der bedrohten Rachbarschaft abzuwehren. Der Einwand, daß es den Verein nichts angehe, falls dritte Personen, die nicht Dereinsmitglieder sind, ohne Erlaubnis, vielleicht sogar gegen den Willen des Vorstandes, auf dem Platze spielen und hierbei Schnden anrichten, wurde aus diesen Gründen vom Reichsgericht zurückgewiesen. Rach Ansicht des Reichsgerichts würde der beklagte Verein dann nicht haften, wenn eine dritte Person auf dem Sportplätze irgendeine gefährliche Handlung vorgenommen hätte, zu welcher der Sportplatz nach feiner Einrichtung und seinem Zwecke nicht bestimmt ist. Die Entscheidung des Reichsgerichts (Dgl. Juristische Wochenschrift 61. Iahrg. S. 2527) erscheint bedenklich und kann zu weittragenden Folgen führen. Cs geht zu weit, bem Verein bie Pflicht aufzuerlegen, baß er bas' Betreten des Platzes burch Unbefugte unter allen Umftänben verhindern soll, eine Forderung, bie auch praktisch undurchführbar ist. Rach Art- 35 bes Abänderungsgesehes Fischereigeseh in ber Fassung vom 29 April 1911 bebarf derjenige. ber an Orten, an benen er zu fischen nicht berechtigt ist, ober ber über bie Grenzen seiner Berechtigung hinaus fischen will, einer Fischereikarte. Rach Art. 39 bes genannten Gesetzes kbarf das in Gegenwart des Inhabers der Fischereikarte beschäftigte Hilfspersonal keiner Fischereikarke. Cs fragt sich nun. ob ein Gast. Eine Ausnahme gilt nur in den Fällen, in denen ber Käufer ausdrücklich ausgemacht hat, daß er die Sache erst einmal auf Probe haben will. Unter einem Kauf auf Probe versteht man einen Kauf mit bem Vorbehalt, baß bie Sache nachträglich burch ben Käufer gebilligt wirb. Die Billigung des Kausgegenstanbes steht babei im Belieben bos Käufers, unb zwar muh sie entweder in einer vereinbarten, ober einer sonst angemessenen Frist erklärt werden. Erklärt in solchem Falle der Käufer, daß er die Kaussache billigt, dann wird ber Kaufabschluß bamit rechtsgültig. Billigt er bie Sache nicht, so hat er bas Recht, bem Verkäufer bie Sache wieder zurück- zugeben, ohne weiter verpflichtet zu fein. Von bem Kauf auf Probe ist aber ber Kau nach Probe, ober Kauf zur Probe streng zu unterscheiden. Wer eine Sache zur Probe kauft, hat den Kaufvertrag endgültig abgeschlossen; nur mit dem Anheimstellen, daß er, wenn die Sache gefällt, voraussichtlich weitere Kaufgeschäfte ab» schließen wird. Kauft jemand nach Probe, so heißt es. daß bie Kaufsache bie Eigenschaften ber Probe haben muß. Sinb diese Eigenschaften nicht vor» Händen, so hat ber Käufer das Recht, Rückgängigmachung des Vertrages ober Herabsetzung bes Kaufpreises zu verlangen, darüber hinaus kann er Anspruch auf Schadensersatz stellen, wenn durch die mangelhafte Lieferung ihm ein Schaden entstanden ist. Wie schon gesagt, hat der Verkäufer für Mängel ber von ihm verkauften Sache zu haften. Damit aber biefc Haftung nicht übermäßig lange bauert unb klare Rechtsverhältnisse geschaffen werben, sinb die Haftungsverpflichtungen des Verkäufers unb die damit begründeten Ansprüche des Käu- fers gesetzlich einer besonders luraen Verjährung unterworfen. Bei beweglichen Sachen beträgt diese Verjährungsfrist sechs Monate von ber Ablieferung ber Sache durch den Verkäufer. Bei ©ninb* stücken beträgt die Verjährungsfrist ein 3ahr. Dieser kurzen Verjährung unterliegen sowohl der Anspruch auf Rückgabe ber gekauften Sache unb auf evtl. Herabsetzung des Kaufpreises, wie auch ber eben genannte Anspruch auf Schadensersatz. Die kurze Verjährung gilt dagegen nicht, wenn der Verkäufer eine fehlerhafte Sache verkamt unb babei den Mangel ber Sache arglistig Der- schwiegen hat. Ebenso wenig gilt die kurze Ver- jährung. wenn etwa an Stelle ber tatsächlich gekauften Sache eine anbere Sache geliefert worden ift. Hier beträgt bie Verjährungsfrist breihig Jahre. Das privaiieftameni. Don Dr. jur. Walter Kries. Das sog. orbentliche Privattestament ist die von dem Erblasser eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung seines letzten Willens unter Angabe von Ort unb Tag. Da dieses Testa- ment am einfachsten zu errichten ist, insbesondere feine weitere Mitwirkung von Gericht ober Ro- tar erforbert. anberfeits auch am leichtesten ge- änbert werden kann, ist es gleichzeitig bie beliebteste Testamentsform. f Die schon eingangs gesagt, ist eigenhänbige Unterschrift des Erblassers Formersordemis bes pri- vatschristlichen Testaments, unb zwar eigenhändige Ramensunterschrift. Rach der Rechtsprechung unserer Gerichte (RG. i. Jur. Wochenschr. 20 32) ist babei nicht ausnahmslos die Unterzeichnung mit bem vollen Vor- unb Zunamen zu erforbern, es genügt vielmehr, insbesonbere bei Testamenten m (Briefform, unter gewissen Voraussetzungen bie Unterzeichnung mit bem Vornamen. Dabei ist ater grunbsählich an bem Ersorbernis der R a - mensunterschriftin bem Sinne festzuhalten, baß Unterzeichnungen, bie überhaupt keinen Teil bes Ramens enthalten, nicht mehr als Unterschrift im Sinne ber für bie Errichtung bes Privattestaments vorgeschriebenen Form gelten. Schriftstücke, unter benen sich ber Schreiber lebiglich als „euer Tater“ ober als „Eure treue Mutter' bezeichnet, sind keine gültigen Testamente. Diese Ansicht, die vom Reichsgericht vertreten wird, sindet im übrigen unabhängig davon auch in einer Reihe anderer gerichtlicher Entscheidungen Zustimmung. So hat das Kammergericht zum Ausdruck gebracht, daß das privatschristliche De- ftament Unterzeichnung durch Ramensunterschrsit verlangt, aber nicht die Unterzeichnung mit dem Familiennamen. Es kann daher die Unterzeichnung mit einem anderen als dem Familiennamen nicht für ausgefchlossen erachtet werden. 3nsbe- sondere muß man bie Unterzeichnung von Mitteilungen. bie sich an bem Schreiber nahestehende Personen richten, mit dem bloßen Vornamen mindestens dann als zulässig und ausreichend anseh^ wenn sich aus dem durch die Unterschrift gedeckten T^te die Persönlichkeit des Schreibers für jeben Dritten mit Sicherheit ergibt. 3m übrigen erkennt das Kammergericht nicht nur bie Unteraei$nung des Testaments in solchen (fallen mit bem Tor- n-mcn als ausreichend an. sondern es steht auf dem Standpunkt, daß auch eine Verstümmelung des Ramens unter Umständen dann als ausreichend angesehen werden kann, wenn trotz der üorge- nommenen Verstümmelung noch für leben ber weiß, wie ber Erblasser heißt, erkennbar ist. baß das Geschriebene eine Verstümmelung bes dem Erblasser zustehenben Ramens ist. Aehnliche Streitfragen wie sie hier bezüglich ber Unterschrift entstehen, gibt es häufig bezüglich der im pri^tschii t ichen Testament notwendigen Orts- angar-c. Ist das Testament an einem Orte begon- nen urb in einer Riederschrift beendet worden so ist die Rechtslage klar. Der Ort der Testamentser- richtung muß angegeben sein. Dabei ist die Zugabe bcS Ortes und Tages in dem Testament im Unterschied von der eigentlichen testamentarischen Der- füqung nicht Willenserklärung, sondern Zeugnis unb zwar ein Zeugnis, helfen Erteilung zugleich mit ber Ermächtigung, einen gesetzlichen Formal- att zu vollziehen, ausnahmsweise dem Seftator übertragen ist. So wenig den sonst hierzu berufe- non öffentlichen Organen ^steht den von ihnen vor genommenen Akt mit einer willkürlichen Orts oder Tagesangabe zu versehen, so wenig steht es auch im Belieben bes Crnchters eines Privattestaments. Wie nun aber, wenn das Testament nicht in einem Zuge geschrieben worden ist, sondern an emem Ort begannäi an einem andern Ort die Nieder- schritt bann vollenbet würbe? Hier ist darauf ab» zustellen, ob bie in zwei Teilen durchgefuhrtc R,^ derschrist als ein einheitlicher Errichtungsakt bes Testaments anzusprcchen ist. die.Unterbrechung bei ber Errichtung also beispielsweise nur dadurch bedingt war. daß eben aus besonderen Gründen beispielsweise durch Transport m ein Krankenhaus. notwendige Abreise oder ahntt^ das Te ftament nicht an einem Orte zu ^nde g^uhrt werden konnte, ober ob der ersteTeil des Testaments lediglich als Entwurf gedacht war und erst die restliche Riederschrist den eigentlichen Willen des Testators zum Ausdruck bringen sollte. 3n diesen Fällen wurde das Testament nichtig fein wen es Die Angabe des Ortei nicht enthalt, in dem es zum Abschluß gebracht und damit erst rm Rechts- sinne errichtet worden ist. 3m anderen Saltc I g zwar eine ungenaue Datierung ^^.nw^ vor. sie würde aber nicht eine zur Richtigkeit führende Unrichtigkeit barstellen. So wäre beispielsweise auch ein Testament als ordnungsgemäß datiert anzusprechen. das vor Mitternacht begonnen und ohne neue Datierung erst nach Mitternacht beendet wurde. Weiterhin wäre das Testament gültig, das ein Reisender im Zuge wahrend oer Fahrt auffetzt und in dem Testament nur den Ort angibt, ben er bei Beginn ber Aufzeichnung durchfährt. nicht aber den Ort, den et bei Beendigung I haften, die der Verkäufer zu vertreten hat. Will der Käufer die Sache zurückgeben oder Umtauschen, weil er sich inzwischen überlegt hat. daß ihm bie Sache nicht recht gefällt ober bah vielleicht der gekaufte Teppich doch nicht recht zum Zimmer paßt, die Form ber gekauften Möbel nicht bie richtige mehr erscheint, so bestehen biefc Rechte nicht. 3st ber Kauf einmal abgeschlossen, so ist daran nichts mehr zu ändern. Der Kaufvertrag und seine Rechtsfolgen Von Dr. jur. Bernhard Wichert. Vornan von Hertha Frit-e älrheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau 33 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Klaus Behrens sah und stützte den Kopf. Bor dem Fenster wirbelten wieder die Flocken. Er hatte den Silberschrein ausgepackt. Aus seiner blauen Tiefe nahm er erst sorgfältig die kleinen Päckchen, die alles enthielten, was er einst seiner einstigen Braut geschenkt hatte. Jede kleine Kostbarkeit hatte ihre eigene Geschichte, wie der silberne Dhruva, der auf dem Deckel sah und mit seinen schmalen Aeuglein aus schwarzen Diamanten so unglaublich naiv in die Welt schaute. „Was sind tausend Jahr«?", fragte Dhruva mit dem Gesicht eines indischen Kindes. „Eine kurze Spanne Zeit. Aber die Liehe ist ewig, sie kommt vom Ewigen. Und wenn ihr treu gewesen seid mit eurer Seele, dann findet ihr euch wieder in einem anderen Leben, wo eure Liebe vielleicht schöner und glücklicher ist wie heute." Kleiner Dhruva, es ist gut, dah du mir erzählst, dah tausend Jahr« eine kurze Spanne Zeit sind. Was sind dann meine zehn oder zwanzig oder dreihig Jahre, die ich noch leben werde. Dann streichelte Klaus das Armband mit den grünen, flachen Bascisteinen, mit goldenen Filigranspinnen wie von einem R«h überspannen. „Sie schützen vor Gefahr", hatte er damals Renate erzählt, und da hatte sie verlangt, dah er es auf seinen ll-Boot-Fahrten trüge. Er hatte es getan, bis die Kameraden es einmal merkten und ihn auslachten und neckten als den Unbesiegbaren, Unüberwindlichen. Lächelnd dachte er an die schöne Zeit. Die Briefe, die er geschrieben, sie waren geordnet nach dem Datum. Gerührt sah er die Sorgfalt. Liebe kleine Renate, das ist ja ein Tagebuch, in dem ich mein Leben finde aus der großen Zeit. Weiter habe ich nichts von damals. Mein Logbuch ging mit mir unter. Dies bleibt für später. Uni) hier, Briefe von ihr. Briefe, die mich nicht erreichten. Ein schmerzliches Lächeln spielte um seinen schmalen Mund. Er nahm den ersten: „Mein lieber Klaus! Sie sagen, Dein Schiff sei untergegangen, Dein tapferes Boot. Mit achtzehn jungen, deutschen Helden. Ich kann es nicht glauben, Klaus. Ich fühle, dah Du noch lebst, und darum schreibe ich an Dich und will glauben, dah der Tag kommt, da ich diesen Brief absenden kann .. Klaus Behrens rieb sich die Augen, die Schrift verschwamm.--Es war ihm, als ob Frauenkleider durch das Zimmer rauschten, — ein kühler Hauch ging über seine Stirn. „Wenn Du die Briefe liest, dann werde ich bei Dir sein." „Renate!" Er hatte es laut gesagt und erschrak vor seiner eigenen Stimme. Dann packte er alles sorgfältig wieder ein. Rur den ersten Brief be- chielt er in der Hand, schob den Gott wieder in die fein« Schiene, die Feder schnippte, es gab einen klingenden Ton. „Heute ist's genug, aber wenn ich einmal wieder ganz allein bin, wenn das Feuer int Kamin knistert, dann hole ich die Truhe mit vergangenem Glück und freue mich, dah tausend Jahre eine kurze Spanne Zeit sind." Es klopfte. Heinrich Andresen stand, die Tür in der Hand, und wuhte nicht, ob er schon eintreten sollte. „Störe ich noch?", fragte er liebenswürdig bescheiden. „O nein, bitte, ich weih nun. Lind das andere sind schöne Träume, sind Renates Leben, seitdem ich sie verloren habe, sind vielleicht bittere Anklagen an den Mann, der sie glauben lieh, dah ich tot sei, ein ganzes Frauenschicksal! Ich habe genug erlebt in dieser Stunde und will nicht alles auf einmal erleben. Es ist zuviel, und es will einzeln genommen sein. Aber ich weih, womit ich Ihnen helfen kann und Ihrem braven Mädchen, kommen Sie heute abend zu mir." „Wenn ich nicht störe. Ihre Frau Gemahlin -?" „Geht jedenfalls in Tanzpalais mit ihren Bekannten. Uni) ich will nicht mit, ich habe Trauer." „Ich komme gern", sagte Heinrich Andresen. „Wir können dann einen Plan machen, was zu tun ist", meinte Klaus Behrens. „Denn Sie verstehen, dah ich diese Briefe nicht in di« Hände fremder Menschen geben mag. Ich habe auch kein Interesse daran, mich in dieser Weise an Ihrem Stiefbruder zu rächen, denn Renate will nicht einmal, dah Sie davon erfahren. Aber Ihnen durfte ich es nicht verschweigen, ein wäre ein schlechter Dienst gewesen, den ich Ihnen damit getan hätte. Schweige ich ganz über Ihres Bruders Schuld, so ständen die beiden Frauen in einem sonderbaren Licht, älnd es würde niemals in Renates Sinn sein, wenn ich etwas unterließe, was Ihre Freundin retten kann. Ich möchte dieses Mädchen kennenlernen, weil Renate sie so lieb hatte, Herr Doktor." „Das sollen Sie gewih. Sobald es möglich ist", versprach Andresen. Der Seeoffizier packte sorgfältig den Kasten ein und verschnürte das Paket. „Ich muh jetzt nach Hause. Das heißt, ich muh in die komfortable Wohnung, die meiner Frau gehört. Zu Haus« fühl« ich mich nur an Bord, wenn ich das Meer brausen höre da oben auf meinem Posten. Auf Wiedersehen heute abend, Herr Doktor. In meinem eigenen kleinen Zimmer ist es ganz behaglich. Ich muh mir nur erst die ganze Sache durch den Kopf gehen lassen, der Weg ist ja gegeben, es handelt sich nur noch darum, in welcher Weise wir die Mitteilung dem Gericht zu machen haben." Sie reichten sich die Hände und trennten sich. Dr. Andresen benutzt« bi« Zwischenzeit, um sich telephonisch mit seinem Professor in Verbindung zu setzen. Die Rachrichten über Eva-Mari« waren einigermahen befriedigend. Sie habe guten Schlaf gehabt und wirklich Milch zu trinken verlangt, jedenfalls noch unter jenem hypnotischen Zwang. Dr. Andresen freute sich und kündigt« s«ine Rückkunft für den nächsten Abend an. 25. Klaus Behrens kam in sein Zimmer, ohne irgend von jemand gesehen zu werden. Er schloh ein Fach seines Schreibtisches auf und verwahrt« seinen Schatz. Das silberne Schlüsselchen barg er in seiner Brieftasche. Dann zog er sich sein Hausjackett an und ging hinüber in das Ehzimmer. Es war schon 3 ^lhr. Tischzeit. Es fiel ihm ein, daß er in Disharmonie mit seiner Gattin auseinandergegangen war. Sollten sie sich wirklich trennen? Es schien ihm auf einmal so zwecklos. Er war ja doch sehr bald wieder an Bord. Rach einer anderen Frau verlangt« ihm nicht. Di« Seine war ja schon drüben. Unö die Jahre waren doch «in« kurz« Spann« Zeit. Wi« das Wort des kleinen Dhruva doch still und vernünftig machen konnte. Ruhig ging «r hinüber in das Wohnzimmer. Seine Frau stand vor dem hohen Mahagonispiegel, der zum Stil des antiken Zimmers gehörte, und probierte «in neues Kleid an. Es war hellrot und von obey bis unten mit kostbarer Flitterstickerei bedeckt. „Wie gefällt dir das Kleid?", fragte sie, als ob der Streit am Morgen gar nicht gewesen wäre. „Thesi Meyer findet es begeisternd." „Du weiht doch, wie mir solche Sachen gefallen", sagte er ruhig und ohne jede Erregung. „Das heiht also, ich soll es nicht anzkehen." Spitz kam jedes Wort aus dem kleinen Mund. „Das tust du ja doch", meint« «r gelassen. „ES ist eben wieder sehr tief ausgeschnitten, besonders im Rücken, älnd das Geflitter ist mir zu bühnen- mäßig." „Ich habe aber nichts Modernes für heute abend", schmollte sie. „Ich muh es anziehen." „Du willst also wirklich ins Tanzpalais?", fragte er. „Wozu frag« ich noch, ich weih es ja." „Ich habe dich heute morgen so darum gebeten." Sie weinte nun wirklich, wie ein Kind, das seinen Willen nicht bekommt. „Geh doch", sagte der Mann müde. „Wenn Kellmanns und Meyers mit dir sind, ist es mir recht. Ich sagte dir ja, dah jemand gestorben ist, der mir nahestand, und dah mir deshalb nicht zum Tanzen zumute ist. älnd derartige Lokale besucht man wohl nur als Junggeselle gern, und zwar als sehr junger." „Du willst also wirklich nicht mit?", machte sie erstaunt. Der Gedanke, in diesem Fall auch zu verzichten, kam ihr gar nicht in den Sinn. »Ich bekomme Besuch von einem befreundeten Herrn." Die junge Frau begriff gar nicht, dah ihr Mann so gleichgültig war. „Ach, der interessante Mann, mit dem wir dich heut« 'trafen? Er sieht sehr gut aus. Thesi Meyer fand ihn auch begeisternd. Es wär« doch viel netter, du brächtest ihn mit. Was ist das für ein Fremdling? Ein Kamerad von dir?" Eie sah in den Spiegel und betupfte mit dem Stift ihr« Lipp«n. „R«in, er ist das, was man heute in dieser verrückten Zeit wohl am meisten braucht. Er ist Irrenarzt." „Bring ihn doch mit. Thesi würde sich auch riesig freuen", wiederholte seine Frau. Klaus Behrens lächelte überlegen. „Lah dir sagen, dah weder du in dem Flitterkleid, noch Frau Thesi mit ihrem grünseidenen Kleid den geringsten Eindruck auf ihn machen würden." „Ra, wir wollen es doch einmal darauf ankommen lassen", meinte sie schnippisch. „Meinetwegen. Ihr könnt ihn ja fragen. Hm acht Hhr ist er hier." „Das tu ich auch ganz gewih". trotzte ft«. „Hnd wenn er will, dann weigerst du dich ganz bestimmt nicht, mitzugehen und verdirbst ihm und uns den Späh nicht." l Fortsetzung folgt.) Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L Bernard Zbbi Umzug! Gardinen jeder Art in größter Auswahl Umandern alter Gardinen und Aufhängen derselben durch eigene Fachleute Fadigemaßes Aufarbeiten, Modernisieren und Neubezug von Polstermöbeln und Matratzen im Handwerkfachgeschäft Gebr« Seelbach Sudanlage 20 Donnerstag eintreffend __ Fleischsalat feiner ^Pfd. 19, Pfd. 75 Von Mittwoch 28. September bis Samstag 1. Oktober erhallen Sie bei S & F Doppelte Sparmarken ausgenommen Markenartikel und Zucker NEU-EINFÜHRUNG WEIN IN LITERFLASCHEN 70 80 Glas Pfälzer Weißwein reintöniger Tischwein......Literflasche Pfaffenschwabenheimer Hölle, gefällig ansprechend Liferflasche Oppenheimer vollmundiger Rheinwein . » , . 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Da wird es nun höchste Zeit, daß wir uns wieder einmal verständigen und in alter Freundschaft die Hand reichen, um vereint dazu beizutragen, daß wir im Winter eine warme, mollige Behausung haben. Das waren so die Gedanken, die Onkel Mollig mit seinem treuen Kameraden, nämlich dem tüchtigen Häuser-Ofen, austauschte. Und---heimlich dachte er mit einer gewissen Schadenfreude an die seiner Mitmenschen, die sich von ihrer alten Brennkiste nicht trennen mochten und in den kommenden kalten Tagen mit gefrorenen Nasen vor ihrem alten Ofen stehen. Da hatte er’s doch besser! Denn auf seinen Ofen konnte er sich verlassen. Es war ja auch ein Häuser-Ofen. Ueberiegen Sie sich doch auch einmal die Sache. Wenn Sie schon einen neuen Ofen kaufen wollen, dann kaufen Sie ihn bei Häuser, denn Sie wissen ja, Häuser hat alle neuen Modelle (siehe Bild) in neuen Farben. Fassen Sie Ihren Entschluß erst dann, wenn Sie mein Lager ohne jede Verpflichtung besichtigt haben werden. 6783 A J. B. HAUSER, GIESSEN AM OSWALDSGARTEN