Nr. 175 Erstes via« 182. Jahrgang Donnerstag, 28. Juli 1952 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monat$:Be$ugspret$: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. HernfprechanschlSffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Kranffuri am Main 11686. Annahme von Anzeigen T - MD für die Tagesuummer bis Siebener Anzeiger fVJr M M Chefredakteur: f Dr. Friedr. Wilh. Lange. General-Anzeiger für Oberhessen • ZWZ v • Blumschein und für den Vrvck »«d Verlag: vrihl'lche Unwergigts-8>ich. und Stehtöruderei H. £ang« in Sietzen. Sdjriftleitung und Sefchästrftelle: Schulftratze 7. Verschärfung -es Reichstags-Wahlkampfs. Wahlreden im Rundfunk. Wirtfchaftspartci und Deutsche Bolkspartci Berlin, 27. Juli. (CNB.) Der Führer der Reichspartei des Deutschen Mittelstandes, D r e w i st, sprach heute abend im Rundfunk über die Arle seiner Partei. Seine Partei lehne jeden Sozialismus a b , da er der bürgerlich-mittel- ständischen Weltanschauung widerspreche. Damit seien aber in keiner Weise soziale Gedanken abge- lehnt. Der Kampf der Wirtschaftspariei gegen Warenhäuser und Konsumvereine werde deshalb geführt, weil durch solche Großunternehmungen Tausende von kleinen Existenzen vernichtet wurden. Das Ergebnis der Konferenz von Lausanne müsse als n i ch t genügend betrachtet werden. Der größte Fehler der inneren Politik Deutschlands nach dem Kriege sei es ge- mejen, daß den jelbständigen Existenzen zu viele Hindernisse zum Vorwärtskommen in den Ißeg. gelegt seien. Der in Weimar geschaffene Ar- t'kel 164 der Reichsoerfasfung, der einstweilen nur auf dem Papiere stehe, müsse wirkliches Recht werden. Das fei das Hauptverlangen der Wirtschaftspartei. Desgleichen sprach im Rundfunk der Führer der Deutschen Volkspartei, Reichstagsabgeordneter D i n ge l d e y. Er betonte, daß die extremen Parteien nicht regierungsfähig feien. Wenn der frühere Reichskanzler Brüning sich in seinen jetzigen Wahlreden darüber beklage, daß die kommende Wahl die Gefahr einer Vernichtung des Bürgertum s in sich berge, dann müsse er an die eigene Brust schlagen und sich fragen, ob er nicht s e l d st durch seine Unentschlossenheit einer der Totengräber des bürgerlichen Gedankens in Deutschland geworden sei. Nur wenn es gelinge, in der kommenden politischen Entwickelung inmitten kämpfender Massen wieder den ruhigen deutschen Bürger zur Geltung zu bringen, könne das Reich vor der fortschreitenden Zerstörung geschützt werden, an deren Ende das bolschewistische Chaos drohe. Dingeldey betonte, daß die Volkspartei auch nach der Wahl ihren politischen Weg in voller Selbständigkeit und ohne jeden fremden Einfluß nach eigener Entschließung gehen werde. Die Volkspartei bleibe national, liberal und sozial. Große Hitler-Kundgebung im Berliner Stadion. Berlin, 27. Juli. (TU.) Der Wahlkampf der Berliner Nationalsozialisten erreichte am Mittwochabend mit einer Riesenkundgebung im Stadion und auf der Rennbahn Grünewald mit Hitler als Hauptredner seinen Höhepunkt. Insgesamt haben nach Schätzungen von nationalsozialistischer Seite außer den SA.-Leuten weit über 100 000 Personen an der Veranstaltung teilgenommen. Nach turnerischen Vorführungen der SA. und Staffelflügen der Fliegerstaffel der Gruppe Berlin-Brandenburg der SA. marschierten etwa 15 000 SA.-Leute mit Standarten und Fahnen in das Stadion ein. Hs sprach zunächst der Berliner Gauführer Dr. Goebbels, der die Entwicklung der vergangenen 14 Jahre kritisch beleuchtete. Nach dem Einzug von 3000 SA.-Turnern mit Fackeln und musikalischen Darbietungen von 621.- Kapellen, erreichte Hitler von Brandenburg, wo er noch gesprochen hatte, mit seiner Begleitung im Automobil das Stadion. Er fuhr zunächst unter unaufhörlichem Jubel der Massen an den Tribünen des Stadions und der Rennbahn vorbei und nahm dann das Wort: Hitler erklärte u. a.: Sie alle, so betonte Hitler, haben die Empfindung, am Vorabend einer großen historischen Entscheidung zu stehen. Nicht über sechs Wochen deutscher Geschichte wird am 31. Juli gerichtet werden, sondern über 15 Jahre und sogar' noch über die davor liegende Zeit. Ein System, das im Besitz einer Macht war wie keine vorher, steht heute vor dem Richter st Uhl der Nation. Die Träger dieses Systems erkennen selbst am besten die Sünden, die auf ihnen lasten. Heute rufen sie nach Freiheit und sozialer Wohlfahrt, nach gleichem Recht für alle und sie haben sich doch dreizehn Jahre lang daran versündigt. Sie alle sind Zeugen gewesen, wie dieses System das Wort „Freiheit" aufgefaßt hat. Niemals find in Deutschland Menschen mehr geknebelt worden wegen ihrer Gesinnung als wir in den vergangenen Jah- 13 Millionen Deutsche sind vogelfrei gewesen, nicht würdig, die kleinsten Beamtenstellen zu bekleiden und nur würdig, Steuern zu zahlen, zu opfern und mit zu leiden. 13 Jahre hat uns die Welt nach der Qualität dieser Verderber Deutsch- lands die die Nation in Parteien zerrissen, beurteilt, sind wir in den Augen der anderen Staaten eine würdelose Nation gewesen, mit der man umspringen konnte, wie man wollte. Ich bekenne vor Ihnen und der ganzen Nation als eines unserer Ziele, daß die 30 Parteien aus Deutschland herausgefegt werden. Wir wollen nicht fein ein einig Volk von Brüdern, sondern wir m ü s - fen es fein und haben es deshalb zu lernen. Wir lernen es aber nicht, indem wir die Klaffenintereffen und Konfessionen aufzeigen, sondern indem wir über Stand und Beruf und Glaubensbekenntnis hinweg am Ende die Nation wieder zur Geltung bringen. Wir haben unser Werk nicht als krasseste Theoretiker begonnen. Es lebt und es kann nicht mehr zerstört werden. Es wird zu einem Werk der 30. der 50 Millionen aufsteigen. Der dazu führende noch vor uns liegende Kampf wird leichter fein, als der von Terror und Verfolgung gezeichnete Weg der hinter uns liegt. Ein Volk ist im Aufbruch und wir find vom Schicksal gesegnet, diesen Aufbruch einleiten zu dürfen. Der 31. Juli muß in Deutschland das Regiment der Demokratie, des Marxismus und feiner Helfersknechte beseitigen und wieder aufrichten ein Regiment von Disziplin, nationalem Gewissen, Ehre und Kraft. Ein offener Brief Brauns an den Reichskanzler. Berlin, 27. Juli. (TU.) Der seines Amtes enthobene preußische Ministerpräsident Braun übergibt der Qeffentlichkeit einen ausführlichen, von heftigen Anklagen durchsetzten Brief an den Reichskanzler von Papen, in dem er noch einmal in aller Ausführlichkeit den bekannten auch von dem Staatsgerichtshof zum Ausdruck gekomnie- enen Standpunkt der früheren preußischen Staatsregierung auseinanderfetzt. Braun begründet die Tatsache seines offenen Briefes damit, daß er auf fein letztes Schreiben an den Kanzler ohne Antwort geblieben fei, woraus er entnehme, daß der Kanzler ihm nicht habe Gelegenheit geben wollen, ihm in Rundfunk zu erwidern. Er, Braun, wünsche nur, daß die unter der Leitung des Kanzlers stehende Regierung ebenso unabhängig von der Nationalsozialistischen Partei wäre, wie die „verfassungsmäßige preußische Regierung" von der KPD. Das Verlangen, grundsätzlich und von vornherein die Anhänger der KPD. anders als die der Nationalsozialistischen Partei zu behandeln, widerspreche der Reichsoerfassung. Die von rechtsradikaler Seite verübien Mordtaten an Erzberger und Rathenau, die gerne- morde und die ungezählten anderen politischen Bluttaten seien in der Erinnerung des deutschen Volkes noch zu frisch. Die unaufhörlichen Drohungen mit „ÄöpferoUen" und anderen Todesarten für politische Gegner hätten mindestens in demselben Maße wie verabscheuungswerte kommunistische Roheitsakte und Bluttaten das politische Leben Gesamtdeutschlands vergiftet. Auch jetzt würden täglich und nächtlich nationalsozialistische Ueberfäüe auf Leben und Eigen-» tum Andersdenkender zum Teil mit bewaffneter Hand verübt. Nur die vorbildliche Disziplin und Besonnenheit der republikanischen Parteien habe bei den von schweren Eingriffen in die staatsbürgerliche Freiheit begleiteten verfassungswidrigen Vorgehen in Preußen vor Blutvergießen und Bürgerkrieg bewahrt. Brüning antwortet Schacht. Berlin, 27. Juli. (TU.) Reichskanzler a. D. Dr. Brüni n g hat den an ihn gerichteten Brief des früheren Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht mit einer Erklärung beantworte, wonach die ihm inFreiburg in den Mund gelegten Aeußerungen gegen Dr. Schacht nicht gefallen, sondern in der Presse falsch wiedergegeben worden seien. Damit entfielen auch die Schlußfolgerungen des Schacht'schen Briefes. Auf das Telegramm Dr. Hugenbergs wird Dr. Brüning gleichfalls entweder in einer besonderen Erklärung ober in seiner Berliner Sportpalastrede am Freitag antworten. Auf einer Zentrumsversammlung in Meppen erklärte Dr. Brüning u. a.. das Zentrum stehe heute in einem Kampfe, wie ihn Windhorst geführt habe. Das Zentrum sei wieder einmal in die Bresche gesprungen und habe alles an Verhetzung und Verleumdung auf sich genommen um der Erhaltung des Vaterlandes willen. Die Regierung sei jetzt auf das zurückgekommen, was schon fertig war und vor sechs Wochen hätte durchgeführt werden können. Das deutsche Volk sei erwacht und zwar in der Erkenntnis, daß der Radikalismuß kein Heil bringe und nur eine Politik der Mäßigung zum Ziele führe. Die Wirtschastöpartei in Hoffen. Wie die Reichspartei des deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei) mitteilt, hat sie in jedem Wahlkreis eigene Liften, die die Nr. 7 der amtlichen Wahlliste tragen, aufgestellt. An der Spitze des Hessischen Wahloorschlags steht Rechtsanwalt A. Ludwig, Ober-Ingelheim. Der Wahloorschlag ist verbunden mit der Reichslifte des Wahloorschlags Nr. 9 der Bayerischen Volkspartei. Hierdurch ist die Gewähr dafür geboten, daß keine Stimme verloren geht und daß alle abgegebenen Stimmen lediglich der Wirtschaftspartei zugute kommen. Die Wirtschaftspartei wird auch im neuen Reichstag ihre selbständige Politik verfolgen. Präsident fierrl fordert Aufhebung der preußischen Notverordnung. Berlin, 28.3uü. (DDZ.) Der preußische Landtagspräsident K e r r l hat an den Reichskanzler v. Papen zwei neue Briefe gerichtet, von denen sich einer mit der preußischen Notverordnung, der andere mit der Stellung der früheren preußischen Minister beschäftigt. In dem ersten Brief weist der Präsident darauf hin, daß die geschäftsführende preußische Regierung, deren Vertreter sich nicht genug tun könnten mit Angriffen gegen die Reichsregierung wegen der von dieser zwar erlassenen, aber bereits vom Kabinett Brüning ausgearbeiteten Rotverordnung, inPreußenein e R otverordnung erlassen habe, die in _ ihren Kürzungen der Beamtengehälter weit über die Reichsnotverordnung hinausgehe, eine Schlacht st euer einführe und gerade die Aermsten stark schädigenden Bestimmungen über die Hauszinsfteuer enthalte. Der Landtag habe diese Rotverordnung aufgehoben, die geschäftsführende Regierung sei diesem Beschluß jedoch nicht gefolgt. „Nach Beendigung des Reichskommissariats", so heißt es in dem Schrei- ben weiter „wird die Verantwortung für die Staatsführung in Preußen nach dem Willen des Volkes der stärksten Partei, nämlich d e r N a t i o» nalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, zufallen müssen. Ihr muß es überlassen bleiben, neue Wege einzuschlagen, die zu dem Ziele führen müssen, daß endlich mit der Behinderung der wirtschaftlichen Betätigung des Volkes Schluß gemacht und jedem Arbeitswilligen sein Recht auf Arbeit z u g e s i ch e r t wird. Rach meiner genauen Kenntnis der nationalsozialistischen Ziele und der Pläne zu ihrer Verwirklichung darf ich versichern, daß die NSDAP, nicht nur bereit ist, diese neuen Wege einzuschlagen, sondern auch bereit sein wird, die Verantwortung für eine vielleicht augenblickliche Verschlechterung der Kassenlage zu übernehmen, die durch die Aufhebung der Paris, 27. Iuli. (CNB.) Reichsinnenminister Freiherr v. Gayl hat dem Sonderberichterstatter des„Paris Soir", Iules Sauerwein mehrere Fragen beantwortet. Auf die Frage: Ist die Reichsregierung geneigt, eine Anzahl von Nationalsozialisten aufzunehmen und hält sie es in diesem Falle für möglich, sich mit einer revolutionären Partei über ein gemeinsames Programm zu verständigen?, antwortete der Reichs- innenminister: Die Nationalsozialisten betrachte ich nicht als eine revolutionäre Par- t e i. Sie stehen der Verfassung nicht feindlich gegenüber, ihre Führer haben im Gegenteil erklärt, daß sie sie respektieren. Die einzige verfassungsfeindliche und revolutionäre Partei in Deutschland ist die KPD. Der Frage nach einem gemeinsamen Programm messe ich keine Bedeutung bei, es genügt, ein großes gemeinsames Ziel zu haben, Lieber die Mittel kann man sich immer verständigen. Wesentlich ist, daß ein Ka- Seemannslos. Das ganze deutsche Volk nimmt erschüttert Anteil an dem schweren Unglück, bas unsere Marine betroffen bat. Wenn sich an ben Masten die Fahnen auf Halbmast senken, ist keiner, der nicht den Verlust des Schisses, den 2Jerluft der 69 jungen Menschenleben betrauert, die in der Blüte ihrer Jugend das Seemannslos ereilt hat. Mit jedem jungen Mann, ben die Wellen heruntergeriffen haben, ist eine Hoffnung dahin, und um jeden der 69 Toten bricht ein Mutterherz. Es waren die Besten unserer Jugend, auserwählt, um Führer 'm der Marine zu werden. An ihnen hing Deutschlands Hoffnung, daß sie einst berufen fein würden, die durch die Bestimmungen des Dersarl- ler Friedensvertrags zerstörte deutsche Flotte wieder aufzubauen, daß sie berufen sein würden, der deutschen Seemacht in der Welt neue Geltung Zu verschaffen. Die frischen, prächtigen Jungens an Bord der „Niobe" gaben Deutschland das Vertrauen, daß es niemals gelingen wird, Deutschland dauernd am Becken zu halten, weder zu Lande noch zu Wasser. Da es gelungen war, in den jungen Kadetten der „Niobe" die stolze Tradition der deutschen Marine wach zu hallen, wird der Verlust umso tragischer. Gewiß, die Reihen werden sich schließen, neue werden an die Stelle der Gefallenen treten, das Werk wird über alle Schicksalsschläge triumphieren. Seemannslos ist hart, aber Verzweiflung ist nicht Seemanns Art. Der nie endende Kampf mit den Elementen läßt ihm keine Zeit zu langer Trauer. Drei Salven über die See, ein Augenblick des Gedenkens, und der Kampf geht weiter: Seefahrt ist not!-- Die „Niobe" wurde von der Reichsmarine im April 1923 übernommen. Die normale Besatzung des Schiffes war 34 Mann einschließlich der Offiziere. Dazu kamen die Kadetten. Die Offiziersanwärter erhielten nach der ersten infanteristischen Ausbildung in Stralsund an Bord der „Niobe" die erste seemännische Ausbildung. Der Kursus auf der „Niobe" dauerte mehrere Monate. Auf kleinen Kreuzfahrten in der Oft- und Nordsee wurden die jungen Leute an das Seeleben gewöhnt. Erst von der „Niobe" aus kamen die Kadetten auf einen der Schulkreuzer, die „Emden", „Königsberg", und „Karlsruhe". Die „Niobe" hatte sich durchaus bewährt. lieber die Nord- und Ostfeegewässer gingen die Fahrten des Segelschulfchiffes selten hinaus. Das Schiff hatte 650 Tonnen Wasserverdrängung, eine Länge von 42 Metern, eine Breite von 9,2 Metern und einen Tiefgang von 5 Metern. Der 26. Juli wird in der Geschichte unserer wieder aufftrebenben Flotte einer der schwärzesten Tage bleiben, der aber die Kraft und den Willen, sich für den Ernstfall auf die Verteidigung der Heimat von der Seeseite her oorzubereiten, nicht unterbinden kann. Wir hoffen, daß in nicht allzu meiter Ferne eine zweite „Niobe" durch die deutNotverordnung herbeigcführt würde." Mit Rücksicht darauf, daß jedes Einschlagen neuer Wege nur dann wirksam sein könne, wenn diese Wege mit einem vertrauenden Volke beschritten würden, bittet der Landtagspräsident den Reichskanzler in seiner Eigenschaft als preußischer Ministerpräsident. dem Kabinett die Aufhebung der Notverordnung vorzuschlagen und ihre Aushebung durchzuführen, um mit dieser Maßnahme d i e Bahn für.die neue Staatsführung frei zu machen. In dem zweiten Schreiben wendet sich der Landtagspräsident gegen das Vorgehen der bisherigen preußischen Minister. Die abgesetzten preußischen Minister hätten keinerlei Recht, sich anzumaßen, im Namen Preußens zu sprechen und zu klagen. Bestände wirklich ein Verfassungskonflikt zwischen Preußen und dem Reich, so stünde es ihm, dem Landtagspräsidenten, eher zu, die Interessen Preußens zu vertreten als den abgesehten Ministern. Es unterliege aber nicht dem geringsten Zweifel, daß die vom Reichspräsidenten erlassenen Maßnahmen nicht nur verfassungsmäßig möglich, sondern zur Beseitigung eines N o t st a n d e s für das Land Preußen unbedingt notwendig gewesen seien. binett aus Persönlichkeiten besteht, die durch den gleichen nationalen Willen geeint und von der gleichen Auffassung in den großen Fragen erfüllt sind. Auf die Frage Sauerweins, wie die Reichsregierung zulassen könne, daß mehrere Tausend junger Leute in Hitlerschen Abteilungen Manöverübungen abhalten und in einer Art Alarmzustand lebten, erklärte der Reichsinnenminister: Diese Manöver der Iugend sind rein sportliche Hebungen, die wir dulden und die wir sogar fördern. Wir sind der Ansicht, daß sie die Ausdauer und den Geist der Disziplin entwickeln und nichts mit mili- tärischen Hebungen zu tun haben. Mit derartig trainierten jungen Leuten kann man wahrlich keine Armee improvisieren. Irgendeine revolutionäre Bewegung, von welcher Seite sie auch kommen möge, werden wir nicht dulden. Notwendigenfalls fühlen wir uns stark genug, sie zu unterdrücken. scheu Küstengewässer segeln und wiederum deuffche Kadetten in seemännische Erfahrungen einweihen und zu tüchtigen Soldaten machen wird. Die Taucherarbeit an ber„Aiobe" Ter Eingang noch versperrt. — Noch keine Opfer geborgen. 6 i e 1, 27. Juli. (WTB.) Die an der Unglücksstelle der „Niobe" tätigen Taucher des THarine- arsenals Kiel, haben die genaue Lage der „Niobe" f e st g e st e l l t. Das Schiff liegt auf der Seite wie es gesunken ist. Die Taucher konnten jedoch nochnicht in bas Innere des Schis- f e s gelangen, da die Takelage den Zugang behindert. Ls muß zunächst ein Weg gebahnt werden, doch kann erst mit den Arbeiten morgen früh begonnen werden, da der heute herrschende Seegang die Bergungsarbeiten außerordentlich erschwert. Leichen wurden bis jetzt nicht gefunden. Morgen soll ein weiterer Torpedo- Taucher eingesetzt werden. Bei der auf Veranlassung des deutschen Konsuls in Nakskov vorgenommenen Abfuche der $ ü b- kÜste von Laaland waren gefunden: Wrack- st ü ck e verschiedener Art, die offenbar von dem verlorenen deutschen Schulschiff herruhren, namentlich Unterrichtsgegenstände der Schüler, darunter eine Menge Bleistifte mit Namenszeichen, ein Schreibzeug aus Holz, weiter zwei Paar Schuhe, eine Oelfanne, Konservendosen, Stuhlbeine und verschiedenes anderes. Das meiste ist mit dem Zeichen der deutschen Reichsmarine versehen. Die Absuchung der Küste wird fortgesetzt. Reichstrauer um die Toten der Aiobe. Berlin, 28. Juli. (WTB. gunffprud).) Anläßlich des Untergangs des Segelfchulfchiffs „Niobe" der Reichsmarine fetzen am Donnerstag und Freitag b i e Reichsbehörden in» ganzen Reichsgebiet d i e Flaggen auf Halbmast. Die Landesregierungen sind ersucht, sich dem Vorgehen der Reichsregierung anzui'chließen. Graf Otto von Erbach-Fürstenau bei einem Flugzeugabsturz in England tödlich verunglückt. Bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Farnham (Gurret)) verunglückte der 23jäh- rtge Graf Otto Adolf von Erbach.Fürstenau tödlich. Das Flugzeug befand sich unterwegs vom Flugplatz Heston nach Southamp- ton. Gerade als es sich über den Parkanlage, von Farnham in der Grafschaft Surret) befand, erfolgte eine Ejplo.sio.n» die das glugyufl Das Kabinett papen und der Nationalsozialismus. Unterredung des Reichsinnenministers mit Sauerwein. Oie Tragödie im Kehmarn-Beli. vollständig zertrümmerte. Auster dem Prinzen wurde der junge Flugzeugführer Bruce-Bossorn, der Sohn eines konservativen Abgeordneten und dessen Mutter getötet. Graf Erbach-Fürstenau weilte als Gast Bossows in England. Nie vorstä-iische Kleinsiedlung Berlin, 27. Juli. (WTB.) Nachdem nunmehr der erste und zweite Bauabschnitt der vorstädtischen Kleinsiedlung und die Bereitstellung von Kleingärten für Erwerbslose organisiert ist, und das Prüsungs- verfahren für die Zukunft den Landesbehörden über- traaen werden konnte, gehen die Geschäfte mit dem 1. August auf den R e i ch s a r o e i t s m i n i st e r über. In seinem Bericht stellt Reichskoinmissar Dr. Saasten als Ergebnis seiner Tätigkeit u. er. fest. Mit den 73 Millionen Reichsmark des erlten und zweiten Abschnittes werden zusammen rund 2 7 0 0 0 vorstädtische Kleinsiedlungen und 800 00 Kleingärten gefördert. Legt man je Siedler bzw. Stlcingartcn eine Familienzahl von fünf Köpfen zugrunde, was die in den Richtlinien vorgeschriebene Bevorzugung der Kinderreichen rechtfertigt, so kommt die diesjährige Aktion rund 107 000 mal 5 gteid) 335 000 Menschen zugute, lieber den Erfolg läßt sich naturgemäß zur Zeit ein cmd- gllltiges Urteil noch nicht abgeben. Arbeitsbeschaffung durch landwirtschaftliche Bodenverbefferungen. Berlin, 27. Juli. (WTB.) Bon den zur Arbeitsbeschaffung bereitgestellten 135 Millionen Mk. sollen 60 Millionen zum Straßenbau und 50 Millionen beim Ausbau von Wasser- st rast en und 25 Millionen Mark für landwirtschaftliche Meliorationen Der. Wendung finden. Der Reichsernährungsminister hat die 25 Millionen Mark kürzlich den Landesregierungen zur Vergebung an Wasser- genossenschaften, Dodenverbesserungsgenossen- schasten und einzelne Landwirte zur ‘Verfügung gestellt: Meliorationsdarlehen im Betrage von rund 2,5 Millionen Mark sind durch die deutsche Bodenkultur bereits in den letzten Tagen vergeben worden. Die Möglichkeit, Arbeitslose zu beschäftigen, ist bei den landwirtschaftlichen Bodenverbesserungen besonders groß, da durchschnittlich 70 Prozent der aufgewandten Mittel auf Löhne und nur 30 Proz. auf Baumaterialien entfallen, und die auszuführenden Arbeiten fast durchweg von ungelernten Arbeitern mit der Hand ausgeführt werden können. Eisenbahnunglück am Bahnhof Gesundbrunnen bei Berlin. Zusammenstoß zwischen Personenzug und Rangiermaschine. - Zwei Tote-, zahlreiche Verletzte. Schwere Erwerbslosenausschreitungen in Ruhla. Weimar, 27. Juli. (TA.) Rach einer Mitteilung des Thüringischen Innenministeriums kam es am Mittwoch in Ruhla bet Eisenach zu schweren Erwerbslosen - Ausschreitungen. Erwerbslose veranstalteten einen verbotenen Umzug, dem die städtische Polizei pflichtgemäß entgegentrat. Dabei sind drei Poltzeibeamte zu Boden geschlagen worden. Bon ihnen ist einer durch acht Messerstiche in den Rücken und ein zweiter durch Messerstiche in Arm und Rücken schwer verletzt worden. Die Polizeibeamten haben dann notgedrungen von der Schußwaffe Gebrauch gemacht. Dabei ist ein Ar- beiter namens Eberlein durch Kopfschuß schwer verletzt worden und später im Eisenacher Krankenhaus gestorben. Eberlein war an der Dernon- ftration offenbar nicht beteiligt, aber auf feinem Wege in den Bereich des Zusammenstohes gekommen. Die Ruhe und Ordnung in Ruhla ist nach Eintreffen eines Kommandos der Schutzpolizei aus Gotha wiederhergestellt worden. Finanzausschuß des Hessischen Landtags. ©arm ft ab t, 27. Juli. (WHP.) Iw Fina nz. a u s s ch u h des Hessischen Landtags wurde ein nationalsozialistischer Antrag, wonach die F o r st- besoldungsbeiträge der Gemeinden und der Privatwaldbesitzer sofort wesentlich zu senken sind, mit der Maßgabe, daß die Beiträge nicht höher sein dürfen als der Ertrag des Waldes im letzten Jahre, mit 7:5 Stimmen angenommen. Ein kommunistischer Zusatzantrag, wonach die Forstbesoldungsbeiträge de« Gemeinden völlig gestrichen, die der Pri- vatwaldbesitzer, sofern der Waldbesitz ein Grund, vermögen unter 20 000 Mark und ein Jahreseinkommen bis zu 3000 Mark hat, ebenfalls erlassen werden sollen, wurde abgelehnt. Don der Regierung wurde zugesagt, daß sie den leistungsschwa. chen Gemeinden entgegenkommen wolle daß ober die gewünschte Senkung der Beiträge' mit Rücksicht auf die Staatskasse n i ch t m ö g l i ch sei. Mit den 6 Stimmen der Rationalsozialisten ge. gen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten bei Stimmenthaltung des Zentrums wurde der nationalsozialistische Antrag angenom. men, woanch die Sondergebäudesteuer auf Antrag bis zur Hälfte erlassen werden kann, wenn in dieser Höhe nachweisbare Aufwendungen für Instandsetzung und Verbesserungen an der Sonderge- baudesteuer unterliegenden Gebäuden gemacht worden find. Die Bestätigung des Rotgesehes "ber dieJnkraftsehungdesStaatsvor- anschlags für 1932 wurde mit den Stimmen Der Rationalsoziailsten und Kommunisten gegen rtJ- &m uub Sozialdemokraten abgelehnt. Einstimmig genehmigt wurde die von der Regierung nachgesuchte Ermächtigung zur Au,- nahme eines Darlehens von 500000 Mark bei derReichsversicherungs- a n st a l t zur Errichtung von Wohnungsbauten für versicherungspflichtige Angestellte. Ebenso wurde einStaatszuschußfürdenSisen- erzbergbau in Oberhessen bewilligt, da 'vnst c^r von der Reichsregierung bereitgestellte Zuschuß hinfällig wird, wenn sich das Land nicht beteiligt. Nie Katastrophe. Berlin, 27. 3ulL (DTB) Der Personen- zug 2 0 8, Stralsund — Berlin, der um 17.19 Uhr in Berlin eintreffen soll, stieß bet der Einfahrt in den Bahnhof Gesundbrunnen mit einer Lokomotivezusammen. Die Lokomotive und mehrere wagen entgleisten und stürzten u m. Soweit bisher festgestellt werden konnte, sind bei dem Unglück zwei ToteundbOvcrlehte geborgen. Unter den verletzten befinden sich mehrere Schwerverletzte. Line der beiden weiblichen Reichen konnte bisher noch nicht identifiziert werden. Bei der zweiten Toten handelt es sich um die Ehefrau L i n k h o r st aus Berlin. Ihr Mann ist schwer verletzt. Ner Hergang des Unglücks. An der Dahnstraßenbrücke fuhr die Rangier- lokornotive eines Vorzuges gegen den gerade in Der Einfahrt befindlichen fahrplanmäßigen Stral- sunder Personenzug, der sehrgutbesetzt war. Infolge des wuchtigen Zusammenpralls wurden vier Waggons des Personenzuges aus den Gleisen gehoben und zum Teil ineinander geschoben, um dann umzufallen. Die Un» glücksstelle bot unmittelbar darauf ein D i l d der Verwüstung. Aus den Personenwagen ertön* ten die verzweifelten Hilferufe der bestürzten Passagiere, die sich ausdenWoggonsnicht befreien konnten. Die sofort alarmierten Feuerwehren, große Bereitschaften der Schutzpolizei und Sanilätsmannschaften wurden sofort an Die Anfallstelle geführt. Man ist dabei, mit Schweißapparaten die noch in den Waggons ein- geschlossenen Passagiere zu befreien. Gegen Mitternacht befanden sichnoch 1 3 Der- letzte in den Krankenhäusern, die anderen konnten inzwischen nach Anlegung von Verbänden entlassen werden. Die Auf räum ungs- arbeiten sind sckweit fortgeschritten, daß ein Gleis von den Trümmern ganz befreit daliegt. Die Gleisanlage wird jedoch erneuert werden müssen, da der Unterbau durch das Unglück stark gelitten hat. Oie amtliche Narstellung. Das Haltesignal von der Lokomotive überfahren. Berlin, 28. Juli. (WTB. Funkspruch.) Die Pressestelle der Reichsbahndirektion Berlin teilt zu dem Eisenbahnunglück auf dem Bahnhof Gesundbrunnen mit: Die Lokomotive, die gestern nachmittag den schweren Unfall des Personenzugs 208 verursachte, h a t das Haltesignal überfahren, was ihr Heizer bei seiner Vernehmung zugegeben Hal. Das Personal dieser Lokomotive war nach einer Ruhe von 10% Stunden erst seil 4% Stunden im Dienst, als das Unglück geschah. Ls bestand aus den Reservelokomotivführern krupke und Reiner, von denen ürupke den Dienst des Lokomotivführers, Reiner den des Heizers ausführle. ürupke, der in der Charite wegen Nervenschock ausgenommen ist, hat noch nicht vernommen werden können. Er ist 50 Jahre alt, hat schon 1917 die Lokomotivführerprüfung bestanden und gilt bei seinen Vorgesetzten als ein zuverlässiger und ordentlicher Beamter. 3n den Krankenhäusern befinden sich noch 1 3 verletzte, jedoch sind die Verletzungen erfreulicherweise nicht lebensgefährlich. Llmbau -er Reichswehr. Oie Forderung in Schleichers Rundfunkrede. Aus -er Provinzialhaupista-i. Don unserer Berliner Redaktion. Berlin, den 27. Juli 1932. Die Rundfunkrede des Generals v. Schleicher hat, wie zu erwarten war, in der ganzen CSklt einen geradezu sensationellen Widerhall gesunden. Während man in London sich ruhig und sach. lich äußert und in Som Schleichers Offenheit begrüßt, markiert die gesamte französische Presse höchste moralische Entrüstung besonders über jene Stelle der Schleicherschen Rede, in der der Minister den Umbau der deutschen Wehrmacht ankündigt, für den Fall, daß Deutschlands rechtlich begründete Forderung entweder nach der Abrüstung der anderen oder nach der Rüstungsgleichheit unerfüllt bleiben sollte. Es bleibt zu beachten, daß General von Schleicher ausdrücklich von einem Umbau, nicht von einem Ausbau der Reichswehr sprach. Die Verhandlungen mit England und Italien vor dem Scheitern der Genfer Abrüstungskonferenz hatten sich bisher in der Richtung erstreckt, daß Deutsch, land das Recht aus die Schaffung und Einführung zusätzlicher und uns durch das Versailler Diktat seither verbotenerWaffen forderte. Roch vor einigen Monaten wäre Deutschland bereit gewesen, sich mit der Erlaubnis zum D a u v o n K a mpf - slugzeugen, die keinen offensiven Charakter besitzen und in ihrem Wirkungskreise beschränkt sind, und der Einführung von modernen Kampfwagen zu begnügen. Heute, nach den Ankündigungen Schleichers und besonders nach dem katastrophalen Fiasko der Genfer Abrüstungskonferenz gehen Deutschlands Forderungen weiter. Wenn auch beim Aufbau und der Organisation der Reichswehr das höchst Mögliche geleistet worden ist, jo darf doch nicht verkannt werden, daß auf die Dauer eine zwölfjährige Dienstzeit für den deutschen Soldaten sich als s ch w e r e Bela st u n g herausstellt. Während England feine ebenfalls langfristig verpflichteten Soldaten in den Dominions und Kolonien beschäftigen kann, ist die praktische und theoretische Ausbildung des deutschen Reichswehrsoldaten nach einigen Jahren abgeschlossen. Da jährlich nur ein bestimmter Prozentsatz ausscheidet, sind die Beförderungsaussichten im Offizier- und Unteroffizierkorps nur gering. Außerdem genügen hunderttausend Mann nicht entfernt, um Deutschlands Grenzen zu verteidigen.. Denn auch die Bewaffnung dieser Hunderttausend hat in keiner Weise Schritt gehalten mit der Ausrüstung der anderen europäischen Armeen. Ein Umbau der deutschen Reichswehr könnte also nach zwei Rich- tungen hin erfolgen, einmal durch eine Vermehrung der Reichswehr selbst und durch eine r-1 Vt01 d" Ersatzes, oder aber durch die Scho ff u n g einer Volksmiliz, die eine militärische Durchbildung für alle Zwecke des Ad- wehrkampfes erfährt. Eine amtliche Stellungnahme zu diesen Plänen und Möglichkeiten liegt noch nicht vor. In der Ucber- zeugung, daß um der Aufrechterhaltung des euro- päischen Friedens willen die Stärke der jetzigen deutschen Wehrmacht erweitert oder umgebaut werden muß, aber sind fick ausnahmsweise einmal alle deutschen Parteien einig. RuhigeAufnahmein England. London, 28. Juli. (WTB. Funkspruch.) Ti- mes schreibt: Der starke, schweigsame Mann der deutschen Regierung, General von Schleicher, Hot mit einer Offenherzigkeit gesprochen, für die die Welt ihm dankbar sein sollte. Er hat gesagt, was Deutschland empfindet: denn es ist kaum Zweifel- haft, daß er der Stimmung und den Hoffnungen der großen Mehrheit seiner Landsleute treffend Ausdruck gab. Seine Rede zeugte von hem politischen Verantwortungsbewußtsein eines Mannes, dessen Stellung in der eigenen Regierung unangreifbar ist, und der während einer Reihe von Jahren eine führende Gestalt in Deutschland bleiben dürfte. Seine Ansichten verdienen deshalb zwei- fellos die ernstesten Erwägungen der fremden Regierungen trotz der ungewöhnlichen Methode if rer Bekanntgabe. Der deutsche Wunsch nach Gleichberechtigung bilde das allerdringendste Problem der Abrüstung und sei eine der ernstesten Ursachen der Ungewißheit in Europa. Wenn nicht in einer angemessenen kurzen Zeitspanne ein Plan vereinbarter Rüstungseinschränkung auf der Grundlage der Gleichberechtigung aller Länder erreicht werde, dann könne als sicher betrachtet werden, daß Deutschland sich selbst als frei von den Verpflichtungen der A b - ruftungsMaufeln des Versailler Vertrages betrachte. Nachdem es der Abrüstungskonferenz nicht gelungen fei, mit der Frage der Rechtsgleichheit fertig zu werden, werde es jetzt die dringende Pflicht der am nächsten interessierten Regierungen sein, sie auf diplomatischem Wege in Angriff zu nehmen. Amerika zu Konzessionen bereit, wenn Europa abrüstet. Paris, 28. 3uli. (DTB. Funkspruch.) „Neuyork fjeralb“ und „Ehikago Tribüne“ berichten übereinstimmend, daß der amerikanische Botschafter Edge In einer Zuständigen Unterredung mit dem Ministerpräsidenten H e r r i o l darauf hingewiesen habe, daß de r Schlüssel für eine Zusammenarbeit Amerikas mit Europa in der Abrüstung liege, wenn nach dieser Richtung ein entscheidender Schritt getan und evtl, gleichzeitig eine Neuregelung der Wirtschaftsbeziehungen angebahnt werde, würden die vereinigten Staaten z u Konzessionen bereit sein. Gießen, den 28. Juli 1932. Kleines Recht und großes Llnrecht. Man hat gesagt, der Mensch habe dann seine Selbstbildung vollendet, wenn er erkannt hätte, in welchem Verhältnis seine Ginzelpersönlichkeit zum Umberfum stände. Aber diese geistige Haltung beda.f einer notwendigen Ergänzung. Die Rotwendigkeit des Weltalls und seiner Gesetze vermögen wir ebenso wenig zu begreifen, wie wir Gott ganz erkennen können. Hier schweigt das Wissen an bestimmten Markscheiden, andere Geisteskräfte melden sich und führen uns über die Grkenntnisgrenzen hinaus. Die Bildung und Ausbildung der geistigen Kräfte hat immer das eigentliche Ziel der Menschheit bedeutet. Diesem geistigen Menschen vor allem war das klassisch-romantische Ideal des Deutschtums der Goethe- und Rach-Goethe- Zeit gewidmet. Es war die Epoche, Da Deutschland das Land der Dichter und Denker war, aber die einseitige Ausbildung der Persönlichkeit führte zu den Enttäuschungen der Hochgebildeten, wenn das wirkliche Leben mit seiner Härte sie anfaßte. Das Leben, konnte Schiller sagen, male „mit lieblichem Betrüge Elysium an die Kerkerwand" und der hochfliegende Geist konnte nur zu oft in der engen Wirklichkeit seine Flügel nicht gebrauchen. Man empfand deshalb die Alrt- gerechtigkeit uhD Häßlichkeit des wirklichen Lebens doppelt schmerzlich und flüchtete aus der Welt, in das Reich des Idealen und Schönen. Heinrich v. K l e i st hat dann im „Michael Kohlhaas" den Kampf des Rechtsanspruches des einzelnen gegen das Unrecht der Gesamtwelt dargestellt, aber er hat keine volle Lösung gefunden. Der einzelne zerbricht in diesem Kampf ums Recht, und diese Tragik hat schließlich zu erbitterten Anklagen gegen Staat und Gesellschaft geführt, die nur dann berechtigt sind, wenn sie aus einem mitfühlenden Herzen gestaltet werden. Aber auch hier muh man fein unterscheiden. In einem Brief an Amalie Schoppe aus Wien vom 1. April 1848 schreibt der Grübler Friedrich Hebbel: „Der Mensch verwandelt ein kleines Recht dadurch, daß er es zu eifrig verfolgt, sehr oft in ein großes Anrecht. Das ist Der Fluch des Geschlechts, dem auch verfallen zu sehn kein Einzelner schamrot zu werden braucht. Die ganze Welt-Geschichte predigt uns diese Wahrheit, und ist nur darum eine Tragödie, deren Lösung nicht in unseren Gesichtskreis fällt." Hebbel weiß, daß der Gegensatz sich nicht beheben läßt, er will zwar nicht auf den Kampf gegen das große Anrecht verzichten, aber er fügt den Begriff „Rotwendigkeit" ein, ähnlich wie ein anderer Dichter, der Brite Shelley, „Rotwendig- keit des Weltalls Mutter" nannte. And aus dieser Selbstbegrenzung des staatsbürgerlichen Einzelwesens kommt Hebbel zu der Lösung: „In dem Begriff dieser Rotwendigkeit, die freilich von der blinden, nicht in Vernunft aufgelösten, der sich Jeder beugt, weil er muh, sehr verschieden ist, wohne ich seitdem wie in einer Burg." And mit dieser heldenhafien Lebensauffassung ist ein Fortschritt gegenüber Ideal und Welt, an deren Gegensätzlichkeit sich die Schillerzeit zerrieb, erreicht und für uns eine festerer Standpunkt gegeben. -rt. (tzictzener Wochenmarktpreise. Gießen, 28. Juli. Es kosteten auf dem heutigen Wocheninarkte: Süßrahmbutter 130, Landbutter 130, Matte 25 bis 30, Käse das Stück 5 bis 10, Wirsing 8. Weißkraut 8, Rotkraut 12, gelbe Rüben, Bund 8 bis 10, rote Rüben, Bund 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, Römifchkohl 8, Bahnen, grün 12 bis 15, Bohnen, gelb 12 bis 15, Erbsen 15 bis 18, Tomaten 20 bis 30, Zwiebeln 12, Pilze 25, Kartoffeln 4, Ztr. 350, Blumen- kahl 30 bis 60, Salat 5 bis 10 Salatgurken 15 bis 30, Einmachgurken 2 bis 4, Ooerkohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 12, Radieschen, Bund 8 bis 10 Aepfel, ausländische 50 bis 55, Birnen 25 bis 50, Dörrobst 30 bis 35, Heidelbeeren 28 bis 35, Stachelbeeren 15 bis 20, Johannisbeeren 15 bis 18, Pfirsiche 40 bis 60, Himbeeren 20 bis 25 Honig 40 bis 45, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 80, Tauben, Stück 50 bis 60, Eier, Stück 8 Pf. VornoNzcn. — Tageskalender für Donnerst ag : Dolksrecht-Portei, 20.30 Ahr, Hotel „Hindenburg", Erweiterte Mitglieder-Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Dorunter- uchung". — Tonfilm „Voruntersuchung". 3m Lichtspielhaus Bahnhofstraße kommt von heute ab der Film „Voruntersuchung" zur Vorführung. Der Film wird sicherlich auch hier starkem Interesse begegnen, da das gleichnamige Stück im Gießener Stadttheater mit beachtlichem Erfolg aufgeführt wurde. Träger der Hauptrollen sind Albert Das - fer m ann, Gustav Fröhlich, Hans Brause- wetter und Charlotte Anders. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. — Die Volksrechtpartei, derSparer- bund und der Rentnerbund veranstalten heute 20.30 Uhr eine erweiterte Mitgliederveriamm- lung im Hotel „Hindenburg", in der Herr H. L o - renz über die Themen „Ist die Währung in Gefahr?" und „Warum Listenoerbindung mit dem Christlich-sozialen Volksdienst bei der Reichstags- wähl?" sprechen wird. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. "Unioerfitiits-Professor Dr. Krüger-Gieß en ist, wie uns aus Jena berichtet wird, als Dozent der Ferienkurse an der Thüringi- schen Landesuniversität gewonnen worden. Die Kurse finden vom 1. bis 13. August unter dem Protektorate des Unioersitätsrektors Professor Dr. E s a u statt. Professor Krüger wird über „den Ka- tholizismus der Gegenwart, sein Werden, sein Leben, seine Theologie und seine Politik" Vorlesungen halten. Das Programm gliedert sich in 7 Abteilungen: 1. Philosophie, Religionswissenschaft, Psychologie und Pädagogik: 2. Naturwissenschaften und Geographie: 3. Hauswirfichaftswissenschaft: 4. Literatur und Kunst: 5. Körperkultur: 6. Fremde Sprachen: 7. Deutsch für Ausländer. Für die verschiedenen Vorlesungen und Hebungen haben sich hervorragende Universitätsprofessoren und namhafte Fachgelehrte als Dozenten zur Verfügung gestellt. Vorbildungs- nachweise werden von den Hörern nicht verlangt. Die Kurse sind jedermann zugänglich. Alles Nähere ist durch das Sekretariat der Jenaer Ferienkurse Jena (Thüringen), Carl-Zeiß-Plaß 15 (Volkshaus), zu erfahren. ** Wegemarkierungseinrichtung zur Wahlpropaganda mißbraucht. Wie uns aus Kreisen des Gießener VHC. mitgeteilt wird, ist die weiße Grundierung der im Entstehen begriffenen Wegemarkierung von Gießen nach der Theodorsruh auf der Strecke vom Stellwerk bei den Gailfchen Tonwerken bis zur Schutzhütte in gröblichster Weife zu Wahlvropagandazwecken der SPD. mißbraucht worden. Als man gestern abend an der Markierung weiter arbeiten wollte, mußte man feftfteUen, daß die weiße Grundfläche auf der oben bezeichneten Strecke Stück für Stück mit den roten Werbeetiketten der SPD. mit drei Pfeilen beklebt war. Da diese Etiketten mittels der Gummierung fest angebracht waren, bleibt keine andere Möglichkeit als das Abkratzen der Zettel und völlige Neuherstellung der weißen Grundflächen. Dadurch entsteht nicht nur unnötige Arbeit und vermehrter Kostenaufwand, sondern auch eine weitere Verzögerung in der Fertigstellung der Wegemarkierung. Leider konnten die Schmierfinken, die ihre Finger nicht von einer gemeinnützigen Einrichtung zum Besten der ganzen Bevölkerung lassen fonnt-n, bisher noch nicht ermittelt werden. Man muß es entschieden verurteilen und bedauern, daß noch nichl einmal derartig gemeinnützige Einrichtungen vor dem Fanatismus rabiater Parteileute sicher find. ** Hugenberg spricht heute im Rundfunk. Wie im heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben wird, spricht heute abend der Führer der Deutschnationalen. Dr. Hugenberg, im Rundfunk. " RODAP. und Kriegsopfer. Die Kreisleitung Gießen der RSDAP. bittet uns um die Veröffentlichung folgender Zuschrift: „Anter der Aeberschrift „Protest der Kriegsopfer. Gegen den Rentenabbau" brachte der „Gießener Anzeiger" am Dienstag, 26. Juli, einen Versammlungsbericht von einer Kundgebung des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten. Zu diesem Artikel möchten wir wie folgt Stellung nehmen: Der Titel ist dazu angetan, viele Kriegsbeschädigte insoweit irrezuführen, als sie glauben könnten, daß es sich um eine Kundgebung von Kriegsbeschädigten aller Parteischichten handeln könnte. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten vertritt lediglich die Kriegsopfer links eingestellter Kreise, während der größte Teil der Kriegsbeschädigten wohl in den Reihen unserer Bewegung Seite an Seite mit Adolf Hitler steht. Die Rede des Vorsitzenden des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, vielleicht etwas beeinflußt durch die Anwesenheit des Oberregierungsrats Ritzel, enthielt derartig unerhörte Angriffe gegen unsere Bewegung, daß es schier einer Protestkundgebung des Kampfbundes gegen den Faschismus glich. Wir Rationalsozialisten können mit Stolz feststellen, daß der größte Teil aller Kriegsbeschädigten Anhänger unserer Bewegung geworden ist, 1. weil sie 14 Jahre lang demokratische Arbeitsmethoden studiert haben und nicht mehr Demokraten sein wollen, 2. weil sie wissen, daß nur Adolf Hitler sie und unser Vaterland aus Rot und Elend erretten kann, und 3. daß dann auch endlich bad wahr werden soll, was 14 Jahre lang nur Phrase war: Der Dank des Vaterlandes fei euch gewiß!" vereinzelt geringe Haben Sie sich schon den Kopfzerbrochen^ RM. 5000” Preise winken 1 Lassen Sie »ich im Fachgeschäft kostenlos den interessanten Schwarzkopf-Prospekt „Kopf zerbrochen! geben und senden Sie Ihre Lösung schleunigst ein I Sie lernen dabei auch die Wirkung von „Haarglanz kennen,, die VervoU-Z ■ kommnung moderner Haarpflege! c. p I und macht doch das Haar glänzend durch Neutralisation. W W ü- itet L>' Die ent Dr. k. en, )a(> en: inb ?ie: inb 7. lor« nbe rte is- litt rie s), er. tet er* ent en: jd* >en ion ein ten >ll* Dt* Stick » a Die Ziele der DeiiWnalwnalen VvlkspaM 4388.V Eintritt frei! Gäste willkommen! Bock- und Ziegenmarkt il- Helm Schottler in Gießen, Wilhelmstraße 6. Einreichungstag: Montag, den 1. Au- I Masse nicht vorhanden ist. | Gießen, den 24. Juni 1932. fkühl'sche Druckerei, Dießen, Cchulstr. 7, Anruf 2251 Hessisches Amtsgericht. Sie Deutschnationale Volkspartei, Ortsgruppe Gießen, hielt gestern abend im Cafö Leib eine Wahlkundgebung ab. Als erster Redner sprach Landwirt Dr. Lahr, HilberShausen. mit den wirtschaft. Uchen Derhältmssen Deutschlands vor dem Kriege sprach von dem intensiven Leben in den deutschen Wlrtschaftszentren, am Beispiel der Stadt Ham- vurg von dem lebendigen Rhythmus der Arbeit deren Fruchte weit hinausgingen in alle Welt' .zuletzt aber von der Bedeutung der Arbeit hia für die geistige Verfassung s? s?^0ers, des Bauern und des Arbeiters rL ^Ä^erte die Eindrücke seiner Reifen nach dem Rorden. nach dem Süden, nach Osten und Westen unseres Vaterlandes und stellte dem ge^nuber die Eindrücke, die er auf seinen Reisen o Kriege empfing. Er beklagte die tiefe Zerrissenheit in den einzelnen Volks- schichten, die hoffnungslose Trostlosigkeit der Ar- beitslosen, die Unzufriedenheit und die Rot, die allenthalben herrscht in den Industriegebieten, wie auch auf den Dörfern, in der Großstadt, 'u.Zerlm. wie in der Mittelstadt, im Land- stadtchen. in Hungen am Montag, dem 1. August. (Fs ist hier beste Gelegenheit für Gemeinden zum Erwerb bester Zuchtböcke für die kommende Deckperiode. Auch bietet sich hier die Möglichkeit zum Ankauf bester weid- l'cher Tiere. ' 5519D Beginn des Marktes vormittoos 9 Uhr. । | Volksrechi-Partei Sparerbund - Rentnerbund Heute Donnerstag, abds. 8'/, Uhr, im Bestaurant „Hindenburg“ Erweiterte Mitgliederversammlung Redner: EL Lorenz. Thema: „Ist die Währung in Ge- fahr ?“ „W arum Listen Verbindung mit dem Christi, soz. Volks dienst bei der Reichstagswahl ?“ 04451 Unterlagen und Angebotsoordrucke zum Selbstkostenpreis bei Herrn Architekt W Wählen Siel! beim Einkauf eines Radio-Apparates Telefunken, Siemens, Mende Seibt oder ein anderes Markengerät • Lautsprecher, Annoden- batterien, Röhren Kaufen Sie aber nur im Fachgeschäft Radio-Schwan Seltersweg 64 (EtagengescMft) Teilzahlung gestattetI 04459 Betr.: Konkursverfahren über das Vermögen des Händlers Salomon Berlin. Großen-Buseck. Arbeitsvergebung. Auf dem Wege öffentlicher Ausschreibung sollen für das Bauvorhaben des Eisenbahner - Heimstätten - Vereins e. G. m. b. H. in Gießen auf dem Grundstück am Wartweg - Freiligrathstraße nach, stehende Arbeiten vergeben werden: Erd-, Beton- und Rohrverlegungsarbeiten ür die Entwässerung des gesamten Grund- tücks vom Wartweg nach der Schubert- traße sowie für den Aushub der Baugrube für die beiden neu zu errichtenden Wohnhäuser. 5518D guft 1932, 14 Uhr, an den Vorstand des Eisenbahner-Heimstätten-Vereins e. G. m. b. H. in Gießen, Klinikstraße 12, wo auch Sie finden Erholung ohne weite Reise im Staatlichen Kurhaus Solbad Bad Salzhausen (Oberhessen) «752 D Fließendes k u. w. Wasser • Telefon Nidda 99 Pension von RM. 5.50 an — Schöner neuer Saal für Gesellschaften! — Letsche Stiche beute eintr. in strammer Eispackung: Prima Schellfische, Kabel)au, Seelachs, Bratschellfische, Fischfilets. AeueS Ganevkvarrt neue Salzgurke« neueGewürzgurken,neueKartoffeln frische Tomaten Richard Grünewald Bahnhofstr. 27 Fernspr. 3631 -- ---------------044:5 Beschluß! Das Verfahren wird eingestellt, da eine den Kosten des Verfahrens entsprechende "...... 5523D Ln te.ahf4ne,bcn obcr QUf sonstige Weise nach ^ Bekundungen nationalsozialistischer Führer er? SFteL-Ä lonber" daß ein Bürgerkrieg sich auch werd- -ich den Dörfern bemerkbar machen ?abei die Rolle der SA. und Bauer6 im h ^X ? Bürgerkriegszeiten der Bauer, im besonderen der der SA. angehörende lemen Hof und wegen der Gefahren ^Bürgerkriegs zur Bereitschaft an die Feuerspritze aekfürfüfPrf? D^Ie,5 roc,ter darauf, daß nach allen geschichtlichen Erfahrungen das Streichholz in Bür- imhF *S3CltC'] aud) e,nc Rolle zu spielen pflege, fiiernn* s°r aUcn derartigen Experimenten. Aaraus macht die nationalsozialistische Parteipro- paganda aus durchsichtigen Gründen eine niedrige nur m" d>e nach meinen Beobachtungen S.fa nh^C?°nen durchgeführt wird, die unter dem ne x n,tat s^hen, strafrechtlich also nicht faßbar sind. Gießen, 28. Juli 1932. Ritzel Ober- regierungsrat, Mitglied des Reichstags." ' nn**r «?\Or9cn teilweise Sperrung der mi/ W^mstr a ße. Das Polizeiamt Gießen teilt nnnff0rCnn$ec.rIe9un9r. DOn Fernsprcchkabeln wird Don Ludwigstraße bis Frankfurter Straße am 29. Juli für den Verkehr mit Fahrzeugen ldeiI,d) gesperrt. Die ausgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten Die Aera des „Systems" habe begonnen. (Das Wort bedeute für die DRVP. nicht nur ein Schlagwort!) Richt mehr der Staatsmann, son- lenkte Deutschlands ferneres Geschick. An Haß und Reid, an niedrigste In- stmkte sei in der Folge appelliert worden. Die Sozialdemokratie habe für alle ihre Taten als moralische Rechtfertigung Deutschlands Kriegsschuld ausgerichtet, auf die allein von den ehe- mallgen Femdbundstaaten das Friedensdiktat von Versailles aufgebaut werden konnte. Auf den Kongressen der Sozialdemokratie sei (insbesondere von E i s n e r) Deutschlands Schuld am Kriege immer wieder betont worden. R a t h e n a u aber habe gar das Wort ausgesprochen: „Wenn der Deuische Kaiser als Sieger durch das Branden- r?” einziehen könne, dann habe die Weltgeschichte ihren Sinn verloren." .. der Gegenwart stehe man vor dem Ende dieses Systems, dos mit allen Mitteln diesen ungeheuerlichen Niedergang herbeigeführt habe. Der Bauer, das Burgertum und der Arbeiter seien die der parlamentarischen Demokratie geworden. Die DNVP. werde sich aber nicht in negativer Kri- lll erschöpfen. Man werde ein neues deuffches Herz zeigen und die schwarz-weiß-rote Flagge emporheben, unter der sich das Volk in Freiheit oersam- mein müsse. Freiheit in ihren vielseitigen Formen ei die Voraussetzung. Das deutsche Volk müsse frei fein oon Versailles, frei im Osten und frei an den totromen. Die Linksparteien forderten immer wieder Verständigung, während der Nachbar im Westen öen letzten Mann und darüber hinaus Tausende von Negern seiner Kolonien militarisiere, um sie im gegebenen Augenblick gegen Deutschland zu Hetzen. Das letzte Ziel Frankreichs sei die Niederwerfung und die Einkreisung Deutschlands — Politik im £n^apoIcons- Frankreichs und auch Polens Machtstellung in der Gegenwart stütze sich auf den Versailler Vertrag. Italien allein sei ein ©egen- Ipielcr Frankreichs auf dem Kontinent. Mit Italien müsse -- über Südtirol hinweg — eine Verständi- jung möglich sein im Interesse gemeinsamer großer G>ele, entgegen dem Geiste der französischen Politik. England habe man leider immer wieder vor den Kopf gestoßen. Es gelte endlich, Fäden die gelöst wurden, wieder neu zu knüpfen. Weitere Forderung sei die endgültige Beteiligung der Bonzokratie. Nicht dürfe die jetzige Bonzokratie durch eine nationale Bonzokratie ersetzt werden Man fordere neutral geübte Rechtsprechung ©eitere Forderung sei eine klare, gesunde Finanzpolitik. Es gebe auch hier Wege. Der deutschnationale Finanzminister in Württemberg habe es selbst in dieser Zeit fertig gebracht, Württemberg schuldenfrei zu halten. Ein Mittel, die deuffche Wirtschaft auf den ©eg zur Gesundung zu führen, sei in der Binnen- marf zu sehen. Die ausländische Einfuhr müsse gedrosselt, der deuffche Bauer geschützt, der deutsche Binnenmarkt wieder gestärkt werden. Die Handels- Politik sei in anderer Weise zu betreiben. Im Laufe der letzten 10 Jahre sei jener Unternehmer verschwunden, der für seine Kinder arbeitete. An seine öteüc trat der Funktionär, die juristische Person, der • intereffelote, unverantwortliche, nur auf den Vorteil . beoacfjte Kapitalist. Die Verpersönlichung der Wirtschaft sei die Forderung des Tages. Die Deuffch- nat onale Volksvartei habe sich zum Ziele gesetzt, 1 weiter zu tamdten o-a-n (trnffonnarronin#,« I . i einiges Deutschland, für ein unter der Flagge Ichwarz-weiß-rot vereinigtes Volk, und wenn es sein 1 B *n ?bter Konsequenz, für t.n kaiserliches Deutschland. (Lebhafter Beifall.) etubienrat Kauer, Wetzlar, führte in seiner Rede u. a. aus: Der 31. 3uli sei -Sag des deutschen Schicksals. Wenn es nicht mög- Iiq toerte, eine absolute nationale Front auszu- richten, dann werde das Wort Clcmenceaus a wu° ^MUionen Deuffche sind zu viel!" Das „System habe schon vor dem Kriege nach klar festgelegten Grundsätzen gearbeitet. Eine geistig langst angebahnte Entwicklung habe 1918 und in der Folgezeit ihren Ausdruck gesunden. Mit Dis- marcks Entlassung im Jahre 1890 sei ein System au ©nbe gegangen, das die wirtschaftlichen, die kulturellen und die Politischen Belange des freut- . Qu8 einer tiefempfunfrenen Doden- stanfrigkeit heraus wahrte. Don diesem Zeitpunkte an sei es abgelöst worden durch jene Wurzellosen mit dem mobilen Kapital, deren Heimat überall fein konnte. Eine Herrschaft von 300 Menschen begann, die nicht Könige waren, sondern untereinander gut bekannte internationale Geldgröhen, öie nichts mit einem bodenständigen Dauern ge- I mein hatten, sondern gewohnt waren, von der Arbeit anderer zu leben. Jene Menschen aber schufen I Nch Hllfstruppen aus dem Lager des Liberalismus und des Sozialismus, und beide geistige Strömungen, die an sich gegensätzlicher Ratur waren, traten auf gegen den Konservatismus und damit gegen das Preußentum. 3m entscheidenden Augenblick sei der Bankier Warburg von Hamburg eingesetzt worden, und in der Folge wurde der amerikanische Dollar zum verhängnisvollen Maßstab der deutschen Wirtschaft. Bewußt vorbereitete Aktionen habe man in Deutschland mit geschlossenen Augen an sich vorüber- gefren lassen. Außenpolitisch bahnte sich diese Entwicklung, so führte der Dortragende u. a. weiter aus, mit der Abberufung Bismarcks an. Mit der Kündigung des Rückversicherungsvertrages mit Rußland sei der unheilvolle Weg in der Außenpolitik beschritten worden. Wäre Bismarcks Außenpolitik noch im 3ahre 1914 lebendig gewesen, dann hätten es weder England noch Kank- reich gewagt, gegen Deutschland aufzutreten. ftinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit dem Verhältnis der DRVP. zur RSDAP. in bezug auf die geistige Haltung. Die Deutschnationale Dolkspartei unterscheide sich insbesondere in ihren Gedanken über die zukünf- tige Staatsform von der Rationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Die einzig mögliche Staatsform für Deutschland sei — so lehre die Geschichte — allein die erbliche Monarchie. Außerdem sei deutsche Kultur seit 1500 Jahren mit dem Christentum auf das engste verbunden. Das Chri- stentum müsse die Grundlage für die Erziehung der Kinder bilden. Riömals dürfe das deutsche Dolk antimilitärischen Ideen nachgehen, wenn ringsum die Welt in Waffen starre und die deutsche Jugend mit allen Fasern zur Wehrhaftiq- keit frränge Die Geschichte gestatte zu denken daß der Deuffche, entsprechend dem Wesen der Ger- snanen. nur dem Herzog folgen wolle und nicht dem Worte einer Verfassung allein. Mit allen Kräften gelte es einzutreten für die Flagge Schwarz-Weiß-Rot, für Hilgenberg im Bewußtsein der Verantwortung für Kind und Kindes- ! hnö. Jedermann müsse wählen, und zwar so daß sein« Stimme einen Baustein darstelle für das Deutschland, von dem es einst wieder heißen müsse: „O, Deutschland hoch in Ehren!" (Oebhaf- ter Beifall.) I < Wettervoraussage. Das Itef über den britischen Inseln mit dem Kern über Schottland hat feine Lage kaum verändert. Wahrend bereits kühlere Luft wechselhaftes Wetter mit Schauern und auch zwischenzeitlich Aufheiterung verursacht, ist jetzt von Irland bis nach der Nord- Westküste Frankreichs eine neue Störungsbildung mit Niederschlägen zu erkennen. Sie wird bei ihrem Weiterzug auch unserem Gebiet zunächst vorübergehend Eintrübung und Regen bringen. Zwischen- durch erfolgt leicht wolkiges Wetter mit Aufheiterung. Der Uebergang zu beständigerem Wetter wird immer noch etwas verschoben und die raschere Erwärmung zurückgehalten. Aussichten für Freitag: Weiterhin wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, vorübergehend Ein- ^ubung mit Regen, Temperaturen wenig verändert. Aussichten für Samstag: Aufheiternd, aber auch wolkig, etwas wärmer, keine oder nur ■5?an hd>. so führte er u. a. weiter aus nicht wundern, wenn, angesichts dieser Derhält- mffe die Anzahl der Selbstmorde täglich steige. Cngentlich und allein dadurch müßte schon das -weltgewffsen wachgerufen werden. Das Welt- gewffsen erwache aber leider immer nur dann wenn sich die Hilfeleistung mit dem Geschäft decke. Und diese Tatsache rufe viele zum Kampf und Widerstand auf, dränge die Massen zum Radikalismus. Viele hätten sich in Deutschland auf die Seite der RSDAP. geschlagen, bei deren rinte fuhrern sich — leider sei es so — bereits eine Art Größenwahn eingestellt habe. Dadurch weide die in Harzburg gewollte Zusammenarbeit zwischen dec Dcutschnat.onalen Volkspartei und oer RSDAP. immer wieder gestört. Der politische Kampf in seinen verschiedenen Erscheinungsformen sei immer radikaler geworden. Cs heiße immer: es muß anders werden! Damit sei aber noch nichts getan. Zunächst müsse man wissen, to.e man es anders machen könne, und wiederum müsse man wissen, wie es gekommen sei. Die Decsgngenheit müsse Lehrmeisterin sein. Diel Schuld an den Verhältnissen der Gegenwart liege vor dem Kriege, und zwar hauptsächlich mit dem Beginn der demokratisch-liberalistisch- marxistischen Beeinflussung der deutschen Politik. Da habe man begonnen, der Wehrkraft und dem Wehrwislen entgegenzuwirken, bis der aus- brechende Krieg die Ernüchterung brachte und Deutschland einer waffenstarrendcn Welt von Feinden gegenüberstand. Die Deutschen mußten sich davon überzeugen lassen, daß die Geschichte mit eisernem Griffel geschrieben wird. Richt zuletzt habe die Fruchtbarkeit des deutschen Blutes und der damit beginnende Kampf um die Existenz den Krieg heraufbeschworen. Man mußte, um die Menschen zu ernähren, eine Industrie aufbauen in der der deutschen Arbeiterschaft ein Speer geschmiedet wurde, der ihr selbst in den Rücken fuhr. Im Weltkrieg sei die Front zerbrochen worden durch ein schleichendes Gift, das aus der Heimat gekommen sei. Der Soldat habe 1918 teme Entehrung über sich ergehen lassen müssen. Die Frisur gelingt besser und die ^X^elle hält noch einmal so gut. „Haarglanz“ ist ärztlich empfohlen und kann durch Zitronensaft- und Essigspülungen nicht ersetzt werdenI „Haarglanz“ liegt jedem Beutel Schwarzkopf - Schaumpon bei. Weiße Dickung 20 Pfennig, grüne Extra-Packung und Spezialsorte Extra - Blond* mit Schaumbrille 27 Pfennig. SCHWARZKOPF-HAARPFLEGE vollkommen durch «Haarglanz_____ bern erhaben, und zweitens war das Wetter umae. Ichlagen; statt gelinde war cs stürmisch geworden, und wenn die Storche etwas Reiser oder Dorne, auf ihren erhöhten Platz getragen hatten, so jagte ihnen der starke Westwind es wieder herunter Alle Muhe, welche sich das Storchenpaar in diesem Jahre gab war umsonst. Die Eier, welche Frau Storch geegt, sind mit dem angefangenen Nest herunlerae- faUen unb 36^0^". Die Störche standen traurig balö hier, bald da auf einem Scheuerdach, auch un- erem -Dach erwiesen sie die Ehre ihres Besuchs, und besonders oft standen sie auf der Scheuer oon Hein- nch Ruhl I. (Bierbrauer). Im Herbst zogen sie, ohne etwas ausgerichtet zu haben, wieder nach ^üden. >jm nächsten Jahr kamen sie wieder, es war aber etwa» später und zwar kamen sie fast zu gleicher' Zeit. Nun hatte genannter Rühl, der ein Liebhaber Don schönem Vieh, Tauben, Hunden usw. war, gar zu gern das Storchnest auf seiner Scheuer gehabt und ließ sich oon einem Dachdocker zwei Bündel Dornen, durch Bandeisen verbunden, auf seinem odjeuerbad) anbringen, so daß ein Bündel hüben. Das andere drüben lag, und hätten so die Störche leicht einen Anfang gehabt. Rühl hatte aber die Rech- l nung ohne die Störche gemacht. Diese flogen wohl herbei, besahen sich die Dornen, statt aber auf den I Anfang weiter zu bauen, zogen sie einen Dorn nach dem andern mit ihrem Schnabel heraus und trugen ihn auf ihren auf der Kirche ausgesuchten -platz. In diesem Jahre waren sie glücklicher als im Dongen, es war nicht so stürmisch. Und bann ge- IHah noch etwas, war es Zufall ober Absicht? Der eine Storch, wahrscheinlich Frau Storch, blieb auf bem Nest, wahrenb ber anbere bas Material zum Bauen herbeitrug. Weiter glaube ich, baß bie Nähe des Eierlegens die Störchin veranlaßte, auf dem Jteft zu bleiben. In diesem ersten Jahre hatten sie 5 Eier, welche alle ausgebrütet wurden. Einer der jungen Storche fiel aus dem Nest und kam um Ob er. wie vielfach behauptet wird, von den Alten aus Futtermangel heruntergeworfen wurde, kann man nidjt sagen. In den langen Jahren bis jetzt sind el- ten vier 3unae davongekommen, meist drei. Durch das jährliche Aufbauen kam das Nest allmählich zu einer Hohe, wo es nicht mehr dem stürmischen Westwind widerstehen konnte, auch hatte es sich bedenk- hd) geneiat, und eines Morgens lag es auf dem Pflaster. Kirchendiener Schäker hat es weggefahren. (Es waren 2 Wagen voll verfaultes Holz, Stroh alte Lumpen Wäschestücke, auch eine Weste und Windeln. Als im darauffölgenden Frühling bie Störche wieber- Famen, mag ihnen bie Zerstörung wohl befrembenb geroefen fein. Der Bau wurde aber biesmal leichter, mbem noch einige Reiser unb etwas Schmutz auf bem Platz zurückgeblieben waren unb so bas neue Nest gleich wieber Halt bekam." Vanotrciö Gießen. 'Watzenborn-Steinberg, 28. Juli. Ein schwerer älnglücksfall mit tödlichem 21««8 anfl ereignete sich heute früh kurz vor 8 m der Lehmgrube der hiesigen Dampfzie- Zeter Kruse. Dort war der 40 Jahre alte Arbeiter o von hier mit frem Abhub von Lehm beschäftigt, als plötzlich ein Erdrutsch eintrat, durch den der bedauernswerte Mann verschütte t wurde. Bevor man dem Verunglückten helfen konnte, hatte er bereits den Tod E rsticken erlitten. Um den auf so tragische Weise aus dem Leben abberufenen Mann trauern seine Frau und vier unmündige Kinder. Rektor Kling schloß mit Dankesworten an die Redner und an die Teilnehmer die Kundgebung. Oberheffen. Das Storchneff auf der Geitenauer Kirche. Don Pfarrer S. Siebeck, Echzell. Im Jahrgang 1930, Nr. 41 ber „Heimat im Bilb" hat Professor Keller (Friebberg) über bie erneuerte Kirche zu Gettenau in ber Wetterau berichtet. Auf bem beigegebenen Bild sieht hinter bem Dachreiter ein Storchnest hervor, lieber dessen Entstehung liegen genaue Nachrichten in chronikartigen Auszeichnungen von Ernst Philipp Stoll vor. »Es war im Jahr 1868 auf Petritag (22. Februar), als ich bie Kinber vor unserem Hause fingen hörte: „Storch, Storch, Steine, flieg über Haine" usw. Ach ging ans Tor unb sah, baß ein Storch sich aufs Kirchenbuch niebergelaffen. Es war gelinbes Wetter, unb zwei Tage später kam ber zweite Storch an. Nun fingen sie zu bauen an, es stellten sich aber diesem Bauen Hinbernisse entgegen. Erstens finb bie ** „Streichhölzer im politischen Kamp f." Im Anschluß an unseren Bericht über die gestrige öffentliche Wähleroersammlung der NSDAP, bittet uns Herr Oberregierungsrat Ritzel (Gießen) um den Abdruck ber nachstehenden Erklärung: ,Zn einer Versammlung ber Nationalsozialistischen Partei, bie am Mittwoch, 27. Juli, in Gießen unter bem Vorsitz des Tierarztes Dr. Harth (Allenborf a. b. Lba.) ftattgefunben hat, hat der Tierarzt Dr. Harth nach einem Bericht des „Gießener Anzeigers" erklärt: „3n Gießen gebe es einen Haupthetzer, ber auch von Streichhölzern im politischen Kampfe spreche. Er solle einmal auf dem ßanbe bie Stimmung der Bauern hören. Bei den ersten Brennereien könne es passieren, daß er bann verbrannt werde." Diese Bemerkung gibt mir ZU folgender Erklärung Veranlassung: Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei unb einzelne ihrer Führer entstellen geflissentlich in Wort unb Schrift eine von mir gelegentlich einer politischen Rede in Großen-Linden getaneAeußerung, in der ich darauf hinwies, baß im Falle eines nalionalsozia- l'st'schen Putsches unb im Falle bes daraus entstehenden offenen Bürgerkriegs ber, Bürgerkrieg sich nicht nur auf bie Stäbte beschränke, wo bie nationalsozia- Iiftifdjen Drohungen wahraemacht werben sollen die dann bestehen, daß man- den Führern ber republi- konischen Parteien in der „Nacht ber langen Messer" Kreis Büdingen. WSR. Hirzenhain, 27. Juli. Gin auf der Fahrt nach Bensheim befindlicher leerer Last- wagenzug fuhr gestern auf der asphaltierten Straße unterhalb von Hirzenhain eine Böschung hinunter und blieb glücklicherweise in den Bäumen etwa 10 Meter unter der Straß en oberslä ch e hängen. Wie durch ein Wunder blieben Fahrer und Mitfahrer unverletzt, da die Wagen nicht umfielen. Groß-Garage am Aulweg Boxen und Einstellplätze für Tage und Monate bei billigster Berechnung! _________Telephon 4240_____04450 Gelegenheitskaufl Lanz - Dreschgarnitur, 60 Zoll mit Selbstbinder-Presse/ sofort abzugeben zu günstigen Bedingungen, evtl, mietweise mit Vorkaufsrecht. 5529 v Hess.Handwerker-Zcntralgenoffenschaft gemeinnützige Aktiengesellschaft Darmstadt, Luisenstraße 6, Fernruf 2462. die Eröffnung der Angebote im Beisein -----1 etwa erschienener Bewerber ftattfinfret. Beginn des Marktes vormittags 9 Uhr.' Zuschlagsfrist: 4 Wochen. Kreisziegenzuchtverein Gießen: F e n ch e l. lEisenbahner-Heimstätten-Verein G.m.b.H. 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Kein Geringerer als der in ganz Deutschland berühmte Strafprozeß-Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Max Alsberg, Berlin der Anwalt, dem die schwierigsten und größten Verteidigungen in die Hände gelegt werden, hat einmalig in diesem Werk festlegen und schildern wollen, was es heißt, unter schwerer Anklage zu stebenl Gab dieser brennende Gegenwartsstoff schon dem Bühnenwerk mitreißende, tief ergreifende Wirkungen, so verleiht ihm der Film mit seinen viel weiter- Sehenden optischen und akustischen Möglichkeiten en Atem heißpulsender Wirklichkeit. Das ist nicht mehr ein Schauspiel, das ist Leben. Ein Meisterwerk, das niemand versäumen sollte! Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende Mutter. Tochter. Schwiegertochter. Schwester und Tante Frau Minna Geiß geb. Eisenhut nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 33 Jahren heute früh 5.45 Uhr in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen; Heinrich Geiß, Schrankenwärter, und Kinder. und wohlgemut schreitet Onkel Mollig seiner Behausung zu. Seit er den neuen Roeder-Kombinationsherd in seiner Küche aufstellen ließ, freute er sich immer wieder auf die Stunde des Mittagessens. Denn er weiß, wenn er kommt ist das Essen fertig. Er braucht nicht erst lange zu warten und die Gerichte schmecken ihm immer besser. Er ist ja ohnedies ein Schlemmer und weiß einen guten Happen wohl zu schätzen. Lassen auch Sie sich einmal einen praktischen Herd bei der Firma Hauser vorführen, es gibt nichts besseres. Und wenn er erst in Ihrer Küche steht und Sie jeden Tag neue Freude daran haben, so werden Sie es nicht bereuen, ihn bei der Firma Häuser gekauft zu haben. Kommen Sie einmal unverbindlich in unsere Ausstellungsräume. Wir erwarten Sie und werden Sie gern beraten *8^1 A Betten- , LkJSchinfelni.,KindorbeUen. schaftsMÜNN gesucht. ®K*a?^L fr Tchr. Ang. u. 55270 lüflemeiSbelfasäui-bj I a. den Gieß.Änzeig. 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Mühlgasse 30, zusammen geschätzt 27 540 RM. B. Grundbuch für Gießen, Pand XXXXIX, Blatt 2417. Ord.-Nr. 2, Flur 28, Nr. 286 = 1250 qm Hofreite, Rodheimer Straße 42, geschätzt 47 500 RM.; Ord.-Nr. 4, Flur 28, Nr. 287 = 1481 tun Grasgarten daselbst, geschätzt 2962 RM.; Ord.-Nr. 5, Flur 28, Nr. 288 = 9460 qm Wiese daselbst, geschätzt 19 590 RM.; C. Grundouch für Gießen, Band XVI, Blatt 757. Ord.-Nr. 1, Flur 1, Nr. 981 = 105 qm Einfahrt in der Neustadt, geschätzt 215 RM. Zu C: der der Jakob Happel Witwe zustehende Anteil zu %« und der dem Hans Wilhelm Emil Happel zustehende Anteil zu 3/s«. Die amtsgerichtlichc Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 27. Juni 1932. 3.21. der Hess. Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerichtsoorsteher. | Kaufgesuche | Gebrauchte saubere Flaschen zu kaufen gesucht. Alicenstraße 22 (Hinterhaus) 04447 [Verschiedenes! 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V.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangebe, verboten!) Neuyork, Juli 1932. Die beiden großen amerikanischen Parteikon- v e n t e sind vorüber, und "als ihr Ergebnis stehen sich Hoover-Curtis auf der republikanischen und Roosevelt-Garner auf der demokratischen Seite zum Entscheidungskampf im November gegenüber. Ebenso grundsätzlich wie sich die beiden Parteien politisch unterscheiden, ebenso grundverschieden sind ihre Parteitagungen verlaufen: die republikanische stimmte in aller Ruhe und in Ermangelung eines hoch unpopuläreren Kandidaten bereits im ersten Abstimmungsgang für Hoover, wogege-n 14 Tage später Roosevelt auf der d e - m o k r a t i s ch e n erst am fünften Tage und beim vierten Wahlgang die erforderliche Zweidrittelmehrheit von 770 Stimmen erzielen konnte. Die vierte und letzte Abstimmung entbehrte nicht einer gewissen Tragik. Bier Tage lang hatten die Rooseoeltgegner ihre Gegenkandidaten bis zum äußersten verteidigt; der Osten mit der mächtigen Neuyorker Parteiorgani- sation „Tammany Hall“ hielt bis zum Schluß zäh zu „Al" Smith (Roosevelts Vorgänger als Gouverneur des Staates Neuyork); Texas, Kalifornien und der übrige Westen stimmten für den Sprecher des Repräsentantenhauses, Garner; Maryland für feinen Gouverneur Ritchie; Alabama für seinen Gouverneur „Alsalfa Bill" M u r r a y und einige weitere Stimmen entfielen auf solche Outsider wie Newton D. Baker (Kriegsminister im Wilsonkabi- nett), den Chikagoer Bankier T r a y l o r usw. Als Roosevelt auch im dritten Abstimmungsgang nicht mehr als 660 Stimmen erzielen konnte und schon Gerüchte laut wurden, daß man sich auf einen der zahlreichen Outsider würde einigen müssen, um zu irgendeinem Ergebnis zu kommen, ließ der Konvent- vorsitzende (und Rooseveltanhänger) Senator Walsh den Konvent Tag und Nackt tagen, um die Opposiition zu zermürben. Dieses Mittel, das bekanntlich von der amerikanischen Polizei bei Verhören von Schwerverbrechern erfolgreich angewandt wird und unter dem Namen „Dritter Grad" bekannt ist, verfehlte auch auf die hartgesottensten Lokal- politiker seine Wirkung nicht. Wenn einem Menschen nach viertägiger, ununterbrochener Redeschlacht, nach viertägigem, ununterbrochenem Schreien, Toben, Johlen, blöden Reden, Musik, erstickender Junihitze, Heißen-Würstchen-Essen, durchgeschwitzten Kleidern und Lautsprechergekreisch nach dem vierten Tage auch noch eine Nachtsitzung zugemutet wird, dann ist es ihm gegen Ende dieser Nacht vollkommen gleichgültig, wer Präsident der Bereinigten Staaten oder von Liberia wird. Er stimmt aus physischer Verzweiflung mit der Majorität, um der Tortur einer neuen Nachtsitzung zu entgehen. Die Rechnung der Roosevelt-Manager stimmte auch diesmal: Als die Morgensonne am Michigansee erstrahlte, blickte sie im flaggengeschmückten Stadion in Chikago auf ein halb schlafendes, halb verzweifeltes, jedenfalls völlig erschöpftes Menschenknäuel von 1150 demokratischen Delegierten, auf deren Nerven die monotonen Dauerreocn wie Peitschenhiebe knallten, und die nichts weiter wollten als Schluß! Schluß mit dieser physischen Tortur um jeden Preis! Im Laufe des Tages boten die Roosevelt-Manager Garner die Vizepräsidentschaft an, und als am Abend dieses fünften Tages der vierte Abstimmungsgang angesetzt wurde, gesellten sich unter dem nichtendenwollenden Beifall und Oppositionsgeschrei der Masse die Flaggen von Texas und Kalifornien zu denen der übrigen Rooseveltstaaten, die schon auf dem Podium Aufstellung genommen hatten, nachdem Garner die ihm verpflichteten Stimmen von Texas und Kalifornien für Roosevelt freigegeben hatte. Roosevelt siegte mit 945 Stimmen über „Al" Smith, dem seine 190 Anhänger durch alle vier Abstimmungen hindurch treublieben. Nur einige Splitterstimmen entfielen noch auf Baker, Ritchie, White und Cox. Es heißt, daß der bekannte Zeitungsmann William R. H e a r st seinem Protegs Garner nach der dritten Abstimmung dringend zu verstehen gab, ins Roose- oeltlager überzuschwenken, da andernfalls ein Kompromißkandidat in Gestalt Newton D. Bakers (und damit der „allmächtige" Power-Trust, den beide aufs schärfste bekämpfen) große Erfolgsaussichten hatte. Die demokratische Entscheidung war auf Roosevelt gefallen. Aber im gleichen Augenblick, als sie fiel, tauchte das neue große Problem der entscheidenden Präsidentenwahl im November auf. Roosevelt gegen Hoover! Wenn diese Frage bereits morgen entschieden werden könnte, so hätte Roosevelt zweifellos die besseren Aussichten. Aber Hoover als geschickter politischer Jongleur (seine Gegner werfen ihm vor, nichts weiter als ein Jongleur zu sein) wird die Zeit bis November nicht ungenutzt verstreichen lassen, sondern versuchen, den Demokraten in verschiedenen ihrer Programmpunkte denWindaus den Segeln zu nehmen wozu ihm die Kon- greßoerhandlungen über die Prohibitionsfrage und die Erwerbslosengesetzgebung (Wagner-Garner-Vor- lage) hinreichend Gelegenheit bieten werden. Mehr noch als bei einer früheren Wahl wird es im November auf einen Kampf der Trusts gegen die sich auflehnende Masse ankommen. Präsident Hoover hat sich durch eine widerspruchsvolle und nie offene Politik die Sympathien nicht nur beider Kongreßhäuser, sondern vor allem der Wählerschaft verscherzt die in ihm nicht mehr den „großen, produktiven Ingenieur" sieht, den sie sich in der letzten Wahl als Führer durch die bevorstehenden schlechten Zeiten erkor, sondern ein^n geschickten Finanz- r e g i f f e u r, der durch eine bis zur Vollendung gesteigerte schwerkapitalistische Politik sich und seine Freunde von der internationalen Hochfinanz und Schwerindustrie für die Verluste schadlos hielt, die diese infolge einer (milde ausgedrückt) falschen Jnnen- und Außenpolik erlitten, und für die letzten Endes der amerikanische Steuerzahler zu büßen hat. Als Aktivum steht dem allerdings die rückhaltlose Unterstützung durch besagte Kreise gegenüber, dae aber allein auch nicht ausschlaggebend zu fein braucht; hat Wallstreet doch seinerzeit 3:1 gegen die Nominierung Wilsons, und jetzt sogar 5:1 gegen die Nominierung Roosevelts gewettet. — Wenn man zu diesem zweifelhaften Faktor Hoovers unpopuläre „t rocken e" Haltung in der im Brennpunkt des Interesses stehenden Prohibitionsfrage sowie seine Schwierigkeiten mit einflußreichen Parteigenossen (Borah, Norris usw.) hinzurechnet, von denen weitere ins Lager der „Insurgenten" übergegangen sind, so ergibt sich für Hoovers Aussichten ein Bild, Das nur durch ganz radikale Kursänderung an Farbe gewinnen kann. Demgegenüber hat Roosevelt nicht nur die Punkte zu seinen Gunsten, die gegen Hoover sprechen, sondern darüber hinaus eine Reihe von Hilfsquellen, die zusammengenommen wohl einen Ausschlag geben könnten. Die Tatsache, daß die Demokratische Partei sich seit dreizehn Jahren in der Opposition befindet und natürlich aus der Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen Depression weitgehend Kapital schlägt, die Enttäuschung der Kriegsveteranen, deren „Bonus-Armee" zwecks vorzeitiger Einlösung ihrer Pensionsansprüche vergeblich an die republikanischen Tore Washingtons pocht, der Mangel an einer direkten Erwerbslostznunterstützung und Farmerhilfe — alles das sind Programmpunkte, die im Gegensatz zur Hoooerscyen „Sanierung von oben- her" den einzelnen, d. h. den „kleinen Mann" betreffen, auf dessen Stimme es bei der Wahl ankommt. Roosevelt hat die obenerwähnte Feindschaft der Hochfinanz und der Schwer- industrie schon auf dem Parteikonvent in fühlbarer Weise zu spüren bekommen. Der „allmächtige Power-Trust" (Elektrizität, Gas, Wasserwerke usw.) ist bis an den Rand der offenen Bestechung der einzelnen Delegierten gegangen, um eine Nominierung Roosevelts zu verhindern, der am Schluß seiner Rede, in welcher er die Nominierung annahm, in nicht mißzuverstehender Weise den Fehdehandschuh SJl.-'fpont 10 Mann vertreten die Universität in Freiburg. Die Gießener HniDetfität wird bei den Studentenkampfspielen mit 9 Mann vertreten sein. Entsandt werden für den 5°Kan^»f 6 Teilnehmer (und zwar Linden st ruth, Fay, Schäfer, die Brüder Frey und Ploch); für die 100Meter Einzel wurde W. Muller gemeldet. Die Olympische Staffel wird von Stepp, Müller, E l d r a ch e r und Ploch bestritten. Zum Rückenschwimmen geht Schaum an den Start. Um dieBezirkömeisterschast derSchühen Gießener Schuhen im Wettbewerb um die Deutsche Meisterschaft. Dieser Tage wurde zwischen den Gaumeistern des Bezirks Hessen-Nassau der Kamps um die Bezirksmeisterschaft ausgetragen. Als Bewerber standen sich 5 Vereine gegenüber: Schützenverein Betzdorf; Schützenoerein Gießen, Schützenverein Homburg v. d. H.; Schützenoerein Marburg und Schützenverein Weilmünster, die Sieger in den Dorausgegangenen Gaumeisterkämpfen geblieben waren. Die Kreisschützengesellschaft Wetzlar hatte ihre Stände zur Verfügung gestellt und die Durchführung des Schießens übernommen. Es klappte alles vorzüglich. Nach hartem Kampf ging der Schütze nver- ein Gießen als Sieger hervor und errang damit die Bezirksmeisterschaft, die vorletzte Stufe vor dem Kampf um die endgültige Deutsche Meisterschaft. Die Mannschaft erzielte in folgender Zusammenstellung: H. A p p e l (300 Meter) 706; H. Sauer (175 Meter) 725; W. Georg (Pistole) 856; G. Schilling (Wehrmann) 826; W. Hainbach (Kleinkaliber) 568 Ringe; zusammen 3699 Ringe. Der Schützenoerein Marburg folgte im kleinen Abstand mit 3677 Ringen; Betzdorf mit 3489 und Weilmünster mit 3472 Ringen. Homburg war zurückgetreten. Die Austragung der Verbandsmeisterschaft findet im Verband Mitteldeutschland statt, dem dann die endgültige Entscheidung zwischen den Siegern aus Nord-, Süd-, West-, Ost- und Mitteldeutschland folgt. 2800Wetturner fahren nach Trier! Das Turnfest des Richt nur, um Heerschau zu halten über die Reihen der Turner im Mittelrheinkreis, nicht nur, um Lieberschau zu gewinnen über die Leistungen und um die Turner zusammenzuführen in froher und ernster, in lebhaft-lustiger und dann in würdiger Gemeinschaft, findet das Kreisturnfest des Mittelrheinkreises in Trier statt, sondern es gilt in der Hauptsache, den Turnern des Saarlandes wissen zu lassen, daß sich die gesamte Deutsche Turnerschaft dem Saarlande verbunden fühlt, fo wie es sich immer dem Baterlande zugehörig fühlte in all den Röten, die das Land bedrängte. So wird das Turnfest nicht nur eine turnerische Veranstaltung gehobener Bedeutung fein, sondern zugleich eine große vaterländische Kundgebung, die die Verbindung von Turner-Volkheimat beweisen soll. Soviel sich bis jetzt übersehen läßt, wird das Turnfest in Trier anderen Kreisturnfesten nicht nachstehen. Die Turner werden wieder große Opfer an Zeit und Geld bringen, um dafür einige Stunden der Erhebung und Begeisterung einzutauschen. Sie werden aus allen Teilen des Mittelrheinkreises in zum Teil langen Eisenbahnfahrten nach Trier kommen, es werden sich Teilnehmer aus dem ganzen Reich einfinden und so dem Feste die Bedeutung geben, die es verlangen darf und erhalten muh. Die Turner werden wieder in den Wettkampf um den Eichenkranz treten, sich an den Kundgebungen beteiligen, das Land kennenlernen und die Menschen, die schon so viele Opfer bringen mußten für ihr Deutschtum. Lind damit eine Dankesschuld abtragen, die abgetragen werden mußte ... Darum das Turnfest in Trier! Mittelrheinkreises. Das umfangreiche Programm des Kreisturnfestes hat inzwischen nach langen und mühevollen Borbereitungen seine endgültige Form gewonnen. Das Turnfest des Mittelrheinkreises nimmt am Freitag, 5. August, mit Sitzungen einzelner Ausschüsse und dem Degrüßungsabend in der Trierer Stadthalle seinen Anfang. Der Samstag (6. August) bringt den Beginn der Wettkämpfe, die morgens mit dem Fechten, den Faustballspielen, Tennis sowie den volkstümlichen Einzel- und Mannschaftswettbewerben einsehen. Am Rachmittag folgen die Mehrkämpfe und das Schwimmen. Rach einer Begrüßung der Pressevertreter bringt dann der Abend zunächst die Einholung des Kreisbanners am Hauptbahnhof und die Llebergabe des Danners durch den Kreisvorstand an die Verwaltung der Feststadt Trier auf dem Palastplatz. Der offi- zielte Fe st abend in der Stadthalle beschließt die Veranstaltungen des Turnfestes am Samstag, das seinen Höhepunkt am Sonntag findet. Nach dem Gottesdienst in den Pfarrkirchen der Stadt und der Basilika nehmen die Wettkämpfe ihren Fortgang, die gegen Mittag unterbrochen werden, um die letzten Vorbereitungen zum Festzug zu treffen. Kurz nach Mittag werden dann die Zehntausend in festlichen Reihen durch die Stadt marschieren, Zeugnis ablegend für den großen Gedanken der Deutschen Turnerschaft, die zum erstenmal einen solchen Aufmarsch in der Westmark durchführt. Am Sonntagnachmittag fallen schon die Entscheidungen in den einzelnen Konkurrenzen, u. a. Handball, Fußball, Staffelläufe, Stromschwimmen usw. Dos oerW Mel. Original Otoman von Anny von panhuys. Copyright by Verlag A. Bechfhoid, Braunschweig. 19 rtorth. Nachdruck verboten I Johann Gerhard begann zu fluchen. Wild und unbändig. „So ein Frauenzimmer, so ein hergelaufenes Richts, dem man aus dem Dreck geholfen. Denn wenn sie wo anders hingekonnt hätte, wäre sie wohl kaum in den Zirkus Gerhard geflüchtet. Lind sowas wollte ich heiraten, sowas! Mit dem alten Kerl, mit der Ruine, ist sie durchgebrannt! Lind ich Esel zahle ihr noch ihre Gage bis zum heutigen Tage, ich Esel trage ihr noch den einen Koffer an die Bahn und merke nichts. Die Koffer hätten mich ja stutzig machen müssen." Jetta zuckte die Achseln: „Man sagt, Liebe macht blind, Vater." „Stimmt!“ schrie er sie an, „und dumm macht sie auch, sogar vollkommen verblödet!" Er begriff mit einem Male, warum ihn Lil auf morgen vertröstet hatte, er begriff, daß ihr böser Traum und ihr Aberglauben nur Ausreden gewesen, und warum sie sich heute noch nicht von ihm küssen lassen wollte. Jetzt sah er klar. „Die raffinierte Person!" schimpfte er. „Eigentlich müßte man die Polizei hinterher jagen!" Jetta schüttelte den Kopf. „Das hat doch gar keinen Zweck, Vater, Lil kommt doch nicht wieder. Wenn wir ganz ehrlich gegen uns sein wollen, sie paßte nicht zu uns, laß sie laufen. Ich habe ihr allerlei abgeguckt, und wenn du willst, trete ich an ihrer Stelle heute als Clown auf. Wenn's mir nicht so gelingt wie ihr, ist's ja auch kein großes Llnglück. Leidlich wird es schon gehen, und für unseren Zirkus genügt das." Johann Gerhard erwiderte ärgerlich: „Mach, was du willst, aber der Teufel soll das Weibsbild holen, das mich so genarrt hat und den Alten dazu, der mit ihr durchgebrannt ist." Die beiden, denen seine Flüche galten, waren schon in Berlin und dort in einem einfachen, billigen Hotel abgestiegen. Als sich Lil zum erstenmal nach einem halben Satire wieder allein in einem geräumigen 3im- Itter befand, ein großes Bett mit schneeweißer, glatter WäZ „le^; r seiner Mattatze hatte, war es ihr. all,.. r _• das halbe Jahr beim Zirkus Gerhard, oC..-'trt)r heute kurz schien, nur geträumt. Klarer und bewußter als in all der Zeit,. dachte sie plötzlich an Werner und ihre Tränen, die müde geworden zu fließen in dem stumpfen Einerlei der vergangenen Monate, waren mit einem Male wieder da und alles war zugleich wieder da, war stark und gewaltig, die Sehnsucht nach Werner und die Liebe zu ihm, die nicht sterben wollte. 14. Kapitel. Fix und Rix! Melchior Stampferi hatte mit seinem alten Jugendfreund, dem Zirkus-- und Variete-Agenten Ernst Säumer allein eine lange Unterredung und dann wurde Lll aus dem Wartezimmer gerufen und beteiligte sich an der Unterredung. Am Abend führten Lil und Stampfers in Kostümen, vollständig auftrittsfertig zurechtgemacht, in Sau» mers Wohnung ihre Rümmer vor und der bekannte, als scharfer Beurteiler gefürchtete Agent lachte, daß sein Körper vor Vergnügen hin und her schwankte. Seine Macht im Reich des Zirkus und des Varietes war fast unbegrenzt. Schon zwei Tage später konnte das seltsame Paar, das sich zu gemeinsamer Arbeit zusammengefunden, einen Vertrag unterzeichnen, der sie an ein erstklassiges Variete Berlins verpflichtete. Säumer verschaffte ihnen auch einen Vorschuß auf das gediegene Honorar, das sie erhalten sollten, und davon ließen sie sich allerschnellstens neue Kostüme anfertigen. Lil war froh, nicht mehr anziehen zu brauchen. was sie in Frankfurt in der Wohltätigkeits» vorst?llung getragen und monatelang im Zirkus Gerhard. Sie war wie benommen von der jähen Veränderung in ihrem Leben. Zunächst blieb man in dem kleinen billigen Hotel wohnen, erst sollte der Erfolg des ersten Auftretens in der Hauptstadt abgewartet werden. Und es wurde ein Erfolg, ein überraschender, ein ganz großer Erfolg. Sie Rümmer hieß jetzt „Fix und Rix"! Stampferi hatte sie so .getauft. Er hatte gesagt: „Sie, Lil, sind der Fix und ich. der Rix. Sas Publikum wird das rasch merken. Ich habe keinen Größenwahn, ich sehe ein, daß ich eigentlich nix leiste neben Ihnen. Aber ich weiß auch, die Rümmer wirkt mehr, als wenn Sie allein arbeiten." Er machte auch nur Anspruch auf den vierten Teil der Gage, drei Viertel davon sollten Lil gehören. Er tat es nicht anders. „Sas ist übergenug für mich", er Härte er, „das bedeutet Reichtum für mich." -Nach ein paar Tagen bezog Lil ein hübsches Zimmer in der Rähe des Varietes und Stampferi im selben Hause ein anderes. Er galt jetzt als Onkel Lils und beide duzten sich. Ernst Säumer hatte dazu geraten. Aber auch in Berlin erfuhr die große Menge nicht, daß hinter dem lebhaften kleinen Clown, der es meisterhaft verstand, sie zum Lachen zu bringen, eine junge, blonde Same steckte. Man hielt den Clown „Fix", der plötzlich wie ein leuchtender Meteor am Varietehimmel aufgefliegen, für einen jungen Burschen, zu dem die Krähstimme, die Lil in ihrer Rümmer an» nahm, vollkommen paßte. Ihre Stimme war von Ratur ziemlich tief, war eine Altstimme. Wenn sie nun künstlich höher sprach, wirkte sie durchaus glaubwürdig für einen jungen Mann. Mur die Kollegen wußten, wer sich hinter dem Ramcn „Fix" verbarg und sie bewunderten ehrlich, daß so ein zierliches Mädchen es verstand, einen riesengroßen Saal von Menschen in einen wahren Lachtaumel zu versetzen. In Berlin blieben Fix und Rix zwei Monate, dann kam Wien an die Reche. Ernst Säumer verschaffte den beiden Verttag auf Vertrag und so zogen sie durch die Welt. Alle Verträge unterschrieb Lil, nur die eine Weisung hatte Säumer, ein Vertrag nach Frankfurt a. M. war nicht erwünscht, er würde nicht unterschrieben werden. Säumer dachte sich seinen Teil. Also in Frankfurt war der Grund zu suchen, der das feine, entzückende Geschöpf veranlaßte, so zurückgezogen zu leben, sich weder um Kollegen noch Publikum zu kümmern. Er stand jetzt mit Melchior Stampferl in Briefwechsel und der schrieb ihm aus jedem Engagement. Sas letztemal schrieb er: „Lil lebt wie eine Rönne, es ist fast unheimlich. daß so ein schönes Mädel nicht ein einziges Mal Lust verspürt, ein bißchen was mitzumachen. Sie verbesserte sich als Clown immer mehr, und alle Sirettoren staunen, daß der tolle Fix im Privatleben eine wunderhübsche junge Same ist. die jedem kleinen Pensivnsmädel von früher als Vorbild dienen könne! Aber mir ist's recht so. Ich wachse immer fester in meine Onkelrolle hinein und manchmal glaube ich selbst an die Verwandtschaft." Er glaubte wirklich bald daran und er hatte auch allen Grund dazu, denn Lil behandelte ihn wie einen lieben Verwandten. Er selbst war so rücksichtsvoll und zuvorkommend wie ein alter Onkel, der in seine hübsche Richte onkelhaft verliebt ist und sich bemüht, ihr alles im Leben so angenehm und bequem wie möglich zu machen. In einer seltsam weichen Stimmungsstunde ver- traute ihm Lil die Geschichte ihrer Vergangenheit an. Sie sprach zu chm von Werner und seiner Mutter und wie chr verletzter Stolz sie aus dem kleinen Haus in der Lindenstraße fortgetrieben in den armseligen Zirkus Gerhard. „Su hättest dem Baron Softor die Augen öffnen müssen über seine hinterhältige Mutter, Lil", ereiferte sich Melchior Stampfers. „Sie Frau wollte dich nicht zur Schwiegertochter, weil du arm geworden und da fingerte sie die Chose ganz geschickt so, daß ihr auseinanderkommen mußtet. Ich hätte ihm an deiner Stelle klargemacht, nach was für einem System feine Mutter arbeitete und ihn vor die Frage gestellt: Entweder sie oder ich! Wenn du mich lieb hast, wirst du schon richtig wählen!" Lil sah ihn ernst an. „Du bist ja ein so grundanständig denkender Mensch, Onkel, daß es dir bestimmt nicht eingefallen wäre, so zu handeln. Werner liebt seine Mutter und sie liebt ihn auch, liebt ihn aufrichtig, das muß man ihr lassen und deshalb durste ich sie doch nicht vor ihm verkleinern. Wenn er vielleicht sogar im Anfang darüber toeggetom- men wäre, hätte er doch allzubald darunter gelitten, und ich wäre für ihn' die gewesen, die schuldig war an dem Zwiespalt zwischen ihr und ihm. Auf solchem schwankenden Boden mochte ich mein Glück nicht aufbauen.“ Sie seufzte. „Und Werners Liebe war wirklich klein, sonst hätte er anders mit mir gesprochen, als es darauf ankam. Aber er redete wie ein Lehrer zu einem aufsässigen Schüler." Melchior Stampferl erinnerte äußerlich nicht mehr im geringsten an den alten Clown vom Zirkus Gerhard. Er hatte sich in einen eleganten alten Herrn verwandelt. Er trug stets einen grauen oder schwarzen Anzug, tadellose Schlipse mit matter PerlnadÄ und seidene Sttürnpse, die er gern zeigte beim Hinsehen, wenn er die Bügelfalte im Beinkleid hochzog. Seine langen, schmalen Füße steckten in Lackschuhen und ein großer echter Ring zierte seine Rechte. Ohne Handschuh ging er überhaupt nicht aus. Ja, Melchior Stampferl, der arme, landfahrende Clown, dec sein ganzes Leben hindurch die Männer in eleganten Airzügen mit matter Perle im Schlips und Lackschuhen an den Füßen glühend beneidet hatte, und sich längst mit der traurigen Gewißheit abgefunden hatte, daß für den armen Stampfers solche Anzüge, Schlipse, Perlnadeln und Schuhe nicht auf der Welt waren, der durfte noch, als er sich schon ganz dicht an der Schwelle zu den Siebzigern befand, einsehen, daß das heiß Begehrte auch für einen Melchior Stampfers da war. Er war vollkommen glücklich. keine Mühsal seines armen Lebens drückt- mehr, er war zufrieden und feine Dankbarkeit für Lil Körner war unbegrenzt. (Fortsetzung folgt) Gleichzeitig wird auf den großen wiesen des Stadions das herrliche Bild der Massenfreiübungen der Turner und Turnerinnen geboten, das sicher viele Zuschauer anziehen und begeistern wird. Der Abend bringt schließlich die große Saarkund- oebunfl, und in nächtlicher Stunde werden die Moselberge rund um Trier im Feuerschein aufleuch' ten, und der Gesang der Turner wird durch das Tal hallen. Nack dem Abschluß der turnerischen Wettbewerbe am Montag geht am Nachm'ttag die Siegerehrung vor sich, die offiziell das Ende des ftreis- turnfestes bedeutet Turner und Turnerinnen ober werden auch noch an diesem Tage in Trier weilen, um auch den letzten Ausklang des Festes mitzuer- lcben, der bei Spiel und Tanz'auf dem Festplatz und in der Stadthalle all? Teilnehmer bis zum guten Ende in volkstümlich-narmonischer Geselligkeit vereinigen wird. An all diesen Veranstaltungen aber wird auch die Trierer Bürgerschaft freudigen Anteil nehmen, wird sich, willig einspannen lassen in den großen Rahmen eines solch vaterländischen Volksfestes in ihrer Heimatstadt, auf daß es sich abrunde zu einem wirklichen Erlebnis für alle, Gäste und freundliche Gastgeber. 3000 Wettkämpfer, 400 Kampfrichter und viele Schlachtenbummler wird die Feststadt in den Tagen des Turnfestes beherbergen. Aber noch steht eine Anzahl von Meldungen aus. Es werden noch die Meldungen der Dereinsriegen, der Spielmannschaften im Faustball. Handball und Fußball erwartet. Nach- melbungen die berücksichtigt werden müssen, laufen noch ständig ein, weil viele Turner sich noch nicht endgültig bis zum Meldeschluß entscheiden, konnten, ob sie dabei sein können oder nicht. So wird eben Nachsicht geübt. Neben den 2589 Meldungen, die rechtzeitig vorlagen und inzwischen bereits den einzelnen Wettkämpfen zugeteilt sind, liegen noch 200 weitere Meldungen vor, die noch eingegliedert werden müssen. 225 Nolksturner werden an der Sondervorführung des I Kreises (Kugelghmnastik) teilnehmen. 400 Kampfrichter werden ihres Amtes zu walten haben. 3n den Wettkämpfen werden sich die Besten messen und in friedlicher Auseinandersetzung und doch mit zusammengefahter Kraft um den Kranz des Siegers ringen. Die Meldungen im einzelnen verteilen sich in folgender Ordnung: In der I. Altersklasse der Turner treten zum Zwölfkampf der Oberstufe 136, zum Zwölfkampf der Unterstufe 738 Turner an. Zum Zehnkampf sind 78 Teilnehmer, zum Fünfkampf 339 gemeldet. In der 1 I. Altersklasse sind 20 für den Zwölfkampf, 29 für den Fünfkampf gemeldet. In der i 1 1. Altersklasse treffen sich im Neunkampf 78. im Fünfkampf 37 Turner. In der I V. Altersklasse beteiligen sich 107 Wettkämpfer am Neunkampf. 127 Jugendliche bestreiten einen Zehnkampf. Tie Frauen find im Siebenkampf der Oberstufe mit 84. in der Unterstufe mit 281 Teilnehmerinnen vertreten. Für den Bierkampf haben 60, für den Sechskampf 12 Turnerinnen gemeldet. ilm die Kreismeisterschaften in den volkstümlichen Hebungen bewerben sich 164, im Schwimmen 120, im Fechten 76 und im Tennis 103 Wetttzimpfer. Hierzu kommen noch die bereits erwähnten nachgemeldeten Turner, deren Zahl sich allerdings noch wesentlich erhöhen dürfte. An sonstigen Festteilnehmern, die sich an den Wettkämpfen selbst nicht beteiligten, liegen bereits über 1000 feste Meldungen vor, die für alle vier Festtage Geltung haben. ♦ Die Neichsbahndirektion Trier hat sich bereit erklärt, für die vier Tage des Kreisturnfestes für den Umkreis von 35 Kilometern um Trier Rückfahrkarten auszugeben, die an allen diesen Lagen zur Hin- und Rückfahrt benützt werden können. Tie Sonderzüge von Gießen, Mainz und Frankfurt verkehren bestimmt. Der vierte geplante Sonderzug von der Nahe kommt wahrscheinlich auch zustande. Aus dem Saargebiet laufen allein drei Sonderzüge nach Trier. -10,2 Sekunden im4ü0-Meterlauf? Seit acht Jahren steht der Weltrekord über 100 Meter des Amerikaners Charlie Paddock auf 10,4 Sekunden, und bisher sind zwar eine ganze Menge Leichtathleten besser gelaufen, das heißt schneller, aber die Kommissionen konnten sich bisher niemals entschließen' einen neuen Welt» Heimuih Körnig, der oftmalige deutsche Sprinter- meister startet über 100 Meter und außerdem als Schlußmann über 4X100 Meter. | rekord anzuerkennen. Weshalb? Mit der Geschwindigkeit von 10,4 Sekunden war man so ungefähr an der Grenze menschlicher Schnelligkeit angelangt, und es steht wohl fest, daß man einfach nicht mehr schneller laufen kann. Wobei das Wort laufen besonders zu betonen ist. wenn es trotzdem gelingt, noch schneller die 100 Dieter zu durcheilen, so nur deshalb, weil die Leichtathleten immer besser zu starten lernen, und gerade beim Start, ja nur beim Start liegen diese Bruchteile von Sekunden, die man noch rascher sein kann als der andere. Paddock lief in seiner besten Zeit so schnell wie heute die Besten der Welt, ja man darf wohl sagen, daß Richard Rau vor dem Kriege, als er mühelos und ohne bedrängt zu werden, ein Dutzend Mal in der Saison 10,4 Sekunden lief, genau so schnell war. Rur startete man damals noch ungeschickter, die Uhren wurden von zitternden menschlichen Händen gestoppt, statt daß man sich elektrisch arbeitender Apparate bediente. Dadurch der Berlust von einer Zehntelsekunde! Und die ist so ungeheuer wichtig. Als vor vier Jahren der große Ansturm gegen Paddocks Zeit kam, als Körnig- Deutschland, der Reger Tolan, der spätere Olympiasieger Williams-Kanada der Reihe nach 10,3 Sekunden gebrauchten, entschloß man sich, Rekorde über die kurzen Strecken nur noch zu registrieren, wenn mindestens 2/io Sekunden Unterschied bestehe. Seit dieser Zeit wartet die ganze Welt auf 10,2 Sekunden, weil 10,3 nicht als Weltrekord anerkannt wird, weil aber doch eines Tages irgendeiner kommen muß, der 10,2 läuft. Und es ist ganz klar, daß ein Sprinter, der sich darauf versteift, zuerst als Weitspringer anzufangen, der einen Startsprung von mehreren Metern vollführt, beim Start so viel gewinnen wird, daß er auch 10 Sekunden oder noch weniger schafft. Denn man muß sich überlegen, daß bei der ganzen 100-Meterstrecke der Start die weitaus meiste Zeit in Anspruch nimmt. Wenn der Läufer in Fahrt ist — also vom dreißigsten Meter an etwa —, dann durcheilt er 11 bis 12 Meter pro Sekunde, während er den ersten Meter nach dem Start so langsam läuft, daß gerade hier und nur noch hier Verbesserungen möglich sind. Ein Mann, der 20 Zentimeter weiter springt, wenn er startet, als die anderen, hat dadurch bereits einen Borsprung nicht von 20 Zentimetern, sondern im Ziel vielleicht von einem ganzen Meter, und ein einziger Meter von 100 ist bereits eine Zehntelsekunde. Bei den Olympischen Spielen wird man wieder einmal auf den Mann warten, der 10,2 Sekunden läuft, aber voraussichtlich vergebens, denn Der Neger Ralph Metealf ist einer der aussichtsreichsten Teilnehmer über die 100 Meter in Los Angeles. bei den Olympischen Spielen werden in allen Kategorien Rekorde ausgestellt, niemals aber über die 100-Meterstrecke, denn hier ist jeder einzelne Schritt eine Angelegenheit der Nerven, und dieser Probe sind die Beine nicht ganz gewachsen. Der Rekord über die kurze Strecke wird vielleicht bei den Ausscheidungskämpsen erreicht, vielleicht auch nie, denn wissen kann man es ja nicht, ob wir mit 10,3 (die mehrfach einwandfrei gelaufen sind) das Höchstmaß menschlicher Leistung erreicht haben oder nicht! Ludwig Hattingen. Arbeitslosengelder unterschlagen. WSR. Darmstadt, 27. Juli. Der aus Mannheim stammende Dr. phil. Wilhelm Graf, der als Abteilungsleiter beim Arbeitsamt Offenbach beschäftigt war, ist vom Bezirks» schöffengericht Offenbach wegen qualifizierter Amtsunterschlagung in sieben Fällen, einfacher und schwerer Urkundenfälschung und Detrugsver- suchs zu zwei Jahren Zuchthaus, 350Mk. Geldstrafe und drei Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Er hatte in amtlicher Eigenschaft Gelder, die an Arbeitslose ausgezahlt werden sollten, unterschlagen. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein. Graf ist bereits früher zweimal wegen Betrugs und Diebstahls mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, die Strafverfahren wurden aber wegen Unzurechnungsfähigkeit eingestellt. Au chdiesmal hoffte er, daß ihm der § 51 zugebilligt werden würde. Er erreichte aber nur, daß die Große Strafkammer die Strafe auf e i n Jahr sechs Monate Zuchthaus ermäßigte, ihm die bürgerlichen Ehrenrechte nicht aberkannte und ihm sechs Monate Untersuchungshaft anrechnete. Schwerer Motorradunfall. £ Sinn, 28. Juli. Gestern gegen 18 Uhr ereignete sich am Dorfausgang hinter dem Werk der Firma Haas ein schwerer Motorradun- fa((. Ein Motorradfahrer aus Dillenburg, der aus der Richtung Wetzlar kam, wollte den Lastwagen der Firma Müller (Sinn) überholen. Der Lastwagen bog links in die Straße ein. Der Motorradfahrer hatte anscheinend das Fahrtrichtungszeichen zu spät bemerkt. Er fuhr st a r k g e g e n d e n L a ft w a g e n und erlitt schwere Verletzungen am Kopf, während das Motorrad stark beschädigt wurde. Passanten und Sanitäter aus dem Ort bemühten sich um den Verletzten. Er kam ins Krankenhaus. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orb ach. Partie Nr. 236. Abgelehntes Damengambit. In den Wiener Vereinswettkämpfen, April 1932, gespielt. Weih: I. Lokvenc. Schwarz: E. Grünseld. 1. c2 —c4, e7-eb. 2. Sbl -c3, 87 — 65. 3. 62—64, Sg8-f6 4. Lei — g5, Sb8 —67. 5. e2—e3, c7-cb. 6. c4x65, ebx65 7. Lfl-63, Lf8-e7. 8. D61-c2, 0-0. 9. Sgl-e2, Tf8-e8. 10.0-0-0. (Weih will nun energisch den schwarzen KFlügel angreifen), 10 . . , 867 - f8. 11 h2 —h i, Sfb-h5 (II ..., Se4 erwies sich in der Partie Flohr—Dr. Ahtalos Beides 1931 als nicht gut, denn es folgte: 12 Lxe7, Dxe7 13. Lxe4, dxe4. 14. g4h f5. 15. gxf, Lxf5 1b Sg3 mit Gewinn des Be4) 12. Lg5 xe7, Te8xe7. 13. g2-g4', Sh5-fb. 14 Se2-g3, Lc8-eb (Schwarz sollte hier bester einen Gegenangriff mit a5 nebst b5 ufto. einleiten). 15. f2 — f4, Stb — e8. 10.14 — f5, Leb—67. 17. e3 —e4, 65xe4. 18. Sc3xe4, 068-35 19. Kcl — bl, I38-68 20. g4 — g5!, L67-c8. 21. 15-fb, Te7- c7. 22. 16xg7, Kg8x'g7. 23 Se4-fb, Lc8-e6. 24 Sfbxe8+, Td8xe8.25 b2-b3, Le6-d5.2b.Thl- fl, Te8-eb. 27 Ld3-c4, Ld5xc4. 28. b3xc4, Ds5x g5. 29. Tfl-gl, Kg7-h8. 30. Sg3-15, Dg5-fb 31. Fdl-fl, Sf8-gb. (Es drohte 32. Sg7). 32. Dc2- H21, Dtb-dS. 33. Dh2 - b2, 17 - fb. 34. Tgl-g4, 8g6-e5? (Gin Fehler, der eine Figur kostet.) 35 Db2- e2(Natürlich nicht 35 6xe5, wegen D63+ ufto.) 35 . Tc7 — 67. 36 64xe5, T67 -62. 37. De2-e3! (Arn besten), D68-a5. 38. 32-33, c6-c5. 39. Kbl- cl, leb - b6 (Falls nun 40. Dxd2 so 40. , Tbl+). 40. Tg4 —g8-H, (Erzwingt ein vierzügiges Matt.) 40. ..., Kh8xg8. 41 De3-g3+- Aufgegeben. Problem Nr. 325. Don M. Havel, Prag. Weih 6 Steine: Kg3; Dfl; Tb4; L63; 865: Bc4. Schwarz 6 Steine: Kd4; Lh7; Bc6, e5, g4, g5. Weiß zieht und seht in drei Zügen matt. Problem Nr. 326. Don H. Luxen, Hellerup. Weih 8 Steine: Kc6; Dgl; Lei; Sf8, h6; Bd6, f3, h4. Schwarz 6 Steine: Ke5; Sdl, g7; Bb6, f4, g3. Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt. * Lösung des Problems Nr. 321. Don I. Manskopf, Herborn. 1. Sd3 - e5. (Drohung 2. 817 matt.) S bei. +• 2. Se5-c0H-, bei. 3 D matt. 1. ..., Ta7. 2. Db8+, Se8 (g8). 3. DxS matt. 1. Db5 (b7)? scheitert an 1.....Sg4+. Lösung des Problems Nr. 322. Don H- van Beek. 1. Ddl—dB! usw. Lösung des Problems Nr. 323. Don E. Skowronek. 1. Sd5-f6l (Mit der Drohung 2. De4 und Deb-f- usw.j 1 ..b5xc4 2. Ta4-35-j-, Ke5-d4. 3. Ta5- a5 matt. 1.....e7xf6. 2. Dc4-c5+, Ke5-e4. 3. d2-d3 matt. Eine hübsche Kleinigkeit. Lösung des Problems Nr. 324. Don K. A. K. Larsen. 1. Td8—c8! usw- Aus der Schachwelt. Im internationalen Turnier zu Bad Sliac siegte Flohr und Bidmar je -s- 9V2 vor Pirc + 8V2 3.. Canal, Maroczy und Spielmann je + 8 4. bis 6., Treybal -s- 7 7.; es folgen: Bogoljubow + 6V2, Pokorny + 5'/2. Opocensky und Walter je + 5, Rohgcek + 4, May -V 3Vz und Engel + 3. Im Meisterturnier des Bades Swinemünde siegte überlegen Stoltz (Schweden) + 7Vs 1 , vor Rödl 4- 6 2-, Mieses -j- 5Vs 3., K. Richter + 5 4-, Rellstab 4- 4Vz 5.; es folgen: Moritz und Sämisch je 4~ 4, List und Schlage je 4" 3Vs. Brinckmann 4- IVs- Oie Narrenkappe. Splitter und Sdarren vom RedaktionSttsch. Der große TTlommfen. Mommsen, der berühmte Historiker und Philologe, war sehr zerstreut. Eines Tages, in der Trambahn, legte er seine Brille, entgegen seiner Gewohnheit, auf seine rechte Seite, holte ein Manuskript aus der Tasche, um es zu lesen und suchte die Drille auf seiner linken Seite vergebens. Ein Kind, das zu seiner Rechten saß, reichte ihm schließlich schüchtern die Drille. „Oh! Dielen Dank, liebes Kind!" sagte Mommsen sehr zufrieden, „wie heißt du denn?" „Ann a M om msen, P a p a." (Lust.DL) Der Hund. Zump sitzt auf der Bank. Neben ihm liegt ein dreckiger Köter. Es naht ein Mann mit Schere. „Schöner Hund!" sagt der Mann mit der Schere. „Ja! nicht wahr?" erwiderte freundlich Zump. „Er wäre aber noch viel schöner, wenn ihm mal die Haare geschnitten würden." „Oh — so?" „3a. Darf ich dem Hund die Haare schneiden?" „Meinetwegen." Der Mann zückt die Scheere und schert dem Hunde das Fell. Nachdem er fertig ist, räuspert er sich: „Geschoren ist er nun. Gewaschen müßte er auch mal werden." „Meinen Sie?" „Ganz bestimmt. Sehen Sie nur, wie furchtbar dreckig er ist. Darf ich ihn waschen?" ,>Wenn's Ihnen Spaß machte Der Mann nimmt den Hund unter den Arm und geht an den vorüberfließenden Bach, zieht ein Paket Schmierseife aus der Tasche und wäscht den winselnden Hund. Dann bringt er ihn zu Zump zurück. „Na, sieht er nun nicht noch mal so hübsch aus?" „O doch." „Den können Sie jetzt auf jede Hundeausstellung schicken." „Na, na!" _ ' . „Aber ganz bestimmt. Ein herrliches Tier. Drei Mark macht es." „Was?" „Na, das Scheren und Waschen." „Das Scheren und das Waschen? Was für ein Scheren und was für ein Waschen?" „Das Scheren und Waschen Ihres Hundes!" „Meines Hundes? Aber, lieber Freund, das ist doch gar nicht mein Hund .1" Wirtschaft. Reichsschuldbuchforderungen waren besonders in mittleren Fälligkeiten angeboten und bis 0,5 v. H. schwächer. Am Geldmarkt machte sich der bevorstehende Ultimo jetzt schon stärker bemerkbar. Tagesgeld war nur noch zu 5,5 0. H. an der unteren Grenze erhältlich und auch für erste Adressen nicht mehr darunter. * Keine R e i ch s g a r a n t i e für Ho es ch - Köln-Neuessen. Bon der Derwaltung der Hoesch-Köln-Neuessen AG. für Bergbau- und Hütfenbetrieb wird dem WTD.-Handelsdienst mitgeteilt: 3n verschiedenen Zeitungen ist eine Nachricht erschienen, die sich mit einem unserer Gesellschaft angeblich eingeräumten Kredit unter Reichsgarantie beschäftigt. Es werden Summen von 30 oder 37 Millionen Mk. genannt, und es wird angeführt, daß dieser Kredit bis zu 13,5 Millionen Mk. in 2lnspruch genommen sei. Es ist unwahr, daß wir jemals um einen solchen Kredit nachgesucht hätten, noch die Notwendigkeit bei uns Vorgelegen habe; dies zu tun. Don Derlustergeb- niffen, welche die Inanspruchnahme eines derartigen Kredits notwendig machen würden, kann nicht die Rede sein. Die ganze Angelegenheit entbehrt jeglicher Grundlage. Berlin uneinheitlich. B e r l i n , 28. Juli. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Vormittagsverkehr war die Stimmung unter dem Eihdruck der kräftigen Erholung und Befestigung an der gestrigen Neuyorker Börse ziemlich freundlich, und auch an der Voroörfe rechnete man noch mit einem zumindest gut behaupteten offiziellen Verkehr. Wesentliche Momente lagen nicht vor. Die Anfangsnotierungen sollten aber bann enttäuschen, dasie uneinheitlich, überwiegend etwas-schwächer lagen. Die -Pressemeldungen über neue Devisenschiebungen, die Nachrichten über Zwangsverkäufe von Farbenaktien, eine Angelegenheit, die übrigens schon einige Zeit zurückliegt, die weitere konjunkturelle Verschlechterung im westdeutschen Revier und die Erwartung eines hohen Ver- lustes bei der Polypon AG. wurden lebhaft besprochen. Das Publikum war heute kaum im Markte, vereinzelt wollte man Abgaben geringen Umfanges bemerken, die mit der unmittelbar bevorstehenden Reichstag'swahl Zusammenhängen dürften. Hiexjn ist wohl auch der Grund für die st a r k e Z u r u ck h a l - tung der Spekulation zu suchen, die dazu führte, daß kleine, mehr oder minder zufällige Orders entscheidenden Einfluß auf die Kursgestaltung nehmen konnten. Durch feste Haltung fielen Deutsche Eisenhandel Berger und Braubank auf. Auch Otavi- Shares, Thüringer Gas und Reichsbank eröffneten eher etwas freundlicher. Ucber den täglichen Rahmen .von 1 v. H. hinaus gedrückt waren Buderus, Sa.'z- detfuth, Elektrizitätswerk Schlesien, Feldmühle und Bemberg, die bis zu etwa 2,5 v. H. nachgaben. Im Verlaufe wurde es bei stagnierendem Geschäft allgemein f e ft e r. Die Verluste be- turgen bis zu 0,75 v. H. Chadeaktien gingen zeck- roeilig bis zu 3 Mark unter den gestrigen Schlußkurs zurück. Deutsche Erdöl fielen durch feste Haltung auf und zogen mehr als 1 0. H. über den Stand von gestern an. AEG. hatten unregelmäßige Tendenz auszuweisen. Bekula lagen ziemlich freundlich. Deutsche Anleihen zogen etwas an. Ausländer lagen nur wenig verändert, Anatolier waren fest. Die Rente n m ä r k t e lagen ziemlich ft i I I, eine ausgesprochene Tendenz ließ sich noch nicht erkennen. Sranffurt unsicher. Frankfurt, 28. Juli. (WTB. Drahtmeldung.) Auf Grund des festen Schlusses der Neuyorker Börse herrschte noch an der Vorbörse eine freundlichere Stimmung, wenngleich die Zurückhaltung unverändert bestehen blieb. Zu Beginn des amtlichen Verkehrs trat noch ein Umschwung in der Tendenz ein, da in IG. angeblich Zwangsverkäuse des Berliner Platzes ausgeführt wurden, so daß die Haltung weiter unsicher und überwiegend schwächer wurde. In Anbetracht der bevorstehen- ■ben Wahl herrschte starke Zurückhaltung. Die Spekulation war weiterhin geneigt, sich von ihren an den Vortagen eingegangenen Engagements zu ent« (asten. Gegen die Abendbörse überwogen daher Kursrückgänge von 0,5 bis 1 0. H. Die Umsätze hieb ten sich in engsten Grenzen. Schwächer eröffneten IG., die Mehrzahl der Elektroaktien sowie Mon- tan papiere, besonders Buderus mit minus 1,13 v. H.» ferner Reichsbank, Zement Heidelberg und Metall- gesellschaft, bei denen Rückgänge bis zu 1 v. H. eintraten. Schiffahrtswerte tendierten uneinheitlich. Hapag gewannen 0,25 0. H., wogegen Norddeutscher Lloyd 0,5 v. H. verloren. Die übrigen Märkte stagnierten vollkommen. Deutsche Anleihen eröffneten 0,25 v. H. höher, Neubesitz gingen später allerdings leicht zurück. Reichsschuldbuchforderungen lagen bei merklich geringen Umsätzen knapp behauptet. Der Pfandbriefmarkt neigte weiter zur Schwäche, wobei die Kursrückgänge bis zu 1 0. H. betrugen. Lebhafter lagen im Verlaufe Reichsaltbesitzanleihe, die ca. 0,75 0. H. anzogen. In der zweiten Börsenstunde schrumpfte die Umsatztätigkeit auf ein Minimum zusammen. Die Kurse lagen gegen den Anfang unverändert, nad)bem nach den ersten Kurfen verschiedentlich kleine Erholungen von etwa 0,5 0. H. ein getreten waren. Tagesgeld war zu 4 v. H. unverändert flüssig. Frankfurter Schlachtvichmarkt. F r a n k f u r t a. M., 28. Juli. Austrieb: 88 Rinder, 1063 Kälber, 152 Schafe, 992 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 37 bis 39 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 31 bis 36; geringe Kälber 25 bis 30; Schafe: Mastlärnrner und jüngere Masthärnrnel (Weidemast) 26 bis 30, mittlere Mastlärnrner, ältere Masthärnrnel und gut genährte Schafe 20 bis 25, fleischiges Schafvieh 13 bis 19; Schweine: vvllfleifchige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 46 bis 48, von etwa 200 bis 240 Pfund 44 bis 48, von etwa 160 bis-200 Pfund 42 bis 47, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 38 bis 45 Mark. — Markt- verlauf: Kälber und Schafe mittelmäßig, ausverkauft; Schweine mittelmäßig, ausverkauft.