Ur. 149 Erstes Blatt 182. Jahrgang Dienstag, 28. Juni 1932 (fcr| d)emt tägltd), außer Sonntags und feiertags. Beilagen: Die Illustrierl, Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» Monats vezugrpretr: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. ^ernsprechanschlüfie unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: fitanlfvrt om moin 11686. Gichemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VnrS und Verlag: vrühl'fchc Univer^iütr-Vuch' und Zteindruckerei R. Lange tu Gießen. Schriftleitung und Geschäftrstelle: Schnlttraße 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummet bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm YShe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärt» 10 Neichspfennig; für No- Klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Neichspfennig, Vlayvorfedrift 20*1. mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Polttik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.IHyrtot; für den übrigen letl Ernst Blurnfchein und für den Anzeigenteil Max FiUer, sämtlich in Bietzen. Kein Ausweg aus der Sackgasse? Wenig Aussichten für eine Verständigung. — Kamps um die Schlußformel. Don unserem G-Rorrefponbenten. Lausanne, 28. Juni. Die neue Woche Hal zwar die langersehnte sommerliche Aufheiterung über dem Genfer Tee und das Ende einer grauen '.Regenperiobe gebracht, aber die politischen Meteorologen wagen diesmal nicht, einen parallelen Ablauf der politischen Entwicklung mit den Wettererscheinungen zu prophezeien. Die beiden Staatsmänner, auf die in diesem Stadium der Konferenz alles gestellt ist, die Herren o. P a p € n und f) e r r i o t, sind erwartungsgemäß aus ihren Hauptstädten mit gesteiftem Rük- ken wieder eingetroffen. Die Ausfährun- gen, die der deutsche Finanzminister am Montag den letzthin vorgetragenen französischen Argumenten entgegengestellt hat, arbeiten d i e endgültige und unerschütterliche Ablehnung irgendwelcher weiteren deutschen Zahlungen auf Reparationskonto nochmals mit aller Schärfe heraus, und wenn nun Herr Herriot nicht die Kraft und den Mut in sich fühlt, die Kriegstribute völlig beiseite zu schieben, so werden auch die neuen Unterhaltungen über eine wirtschaftliche Berständi - g u n g der europäischen Staaten in das Kapitel der politischen Romantik einzureihen sein. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, so wird der zweite und entscheidende Abschnitt der Lausanner Konferenz, die Gegenüberstellung der beiden Hauptgeg- ncr, ohne das gering ft e Ergebnis enden. Die po,.uve Bereitschaft, in engster Zusammenarbeit mit Frankreich an die Durchführung eines konstruktiven Aufbauplanes für Europa zu gehen, bleibt ja an d i e Voraussetzung der Reparationsstreichung geknüpft. Herr Macdonald, der nach seinen leiden- schasllichen Bemühungen im Eröffnungsstadium der Konferenz in den letzten Tagen viel Zeit hatte, sich dem geliebten Golf zu widmen, mußte nun wieder in den Vordergrund treten. Wenn eine Lö- fung jetzt nicht mehr zu erreichen ist, wird er wieder eine führende Rolle in dem Kampf um d i e Schlußformel übernehmen, hinter der das Fiasko verschleiert werden muß. Selbst dieser Kampf ist nicht besonders aussichtsreich. Es sieht alles danach aus, als ob Deutschland in die Lage kommen könnte, feine Unterschrift auch unter einer Der« tagenden Schlußformel zu verweigern. Wenn sich in einer solchen Enttchließung Frankreich auf seine Rechte aus b e m tzoungplan fest- legen ober wenn es einen Ausschuß zur Untersuchung b e r beutschen Leistungs - Fähigkeit forbern sollte, so müssen sich unsere Gegenspieler roieber mit einer einseitigen Erklärung wie am Beginn ber Konferenz begnügen. Das gleiche würde für den Teil ber Entschließung zu gelten haben, ber sich mit ben eure- päiichen Aufbauplänen unb mit bem Programm einer späteren Wirtschaftskonferenz beschäftigen soll. In biefem Zusamenhang spielt immer noch ber Plan eine Rolle, Deutschlanb bei ben Zahlungen für einen allgemeinen Aufbaufonds in be- fonberem Maße zu belasten, die Abzapfungen aus ber beutschen Wirtschaft also unter einem anberen Namen als demjenigen der Reparationen oorzu- nehmen. Das könnte schließlich darauf hinauslaufen, daß Deutschland die Rüstungen der su dost- europäischen Trabanten Frankreichs zum Teil aus s-e i n e r Tasche d e st r e > t e k. Bleibt schließlich der dritte Teil ber geplanten Schlußformel, in ben Frankreich gerne eine neue Binbung Deutschland hineingearbeitet sehen möchte, die dem Sinne nach ein Ost-Lo- c a r n o bedeuten würden. Das kommt natürlich auch dann nicht in Frage, wenn die Formulierung im Sinne eines politischen „Gottesfriedens gehalten wäre. Wir können die Grundlagen einer Außenpolitik, die feit mehr als zehn Jahren von allen politischen Parteien Deutschlands unters.-»t wurde, nicht leichtsinnig angreifen lassen. Man mag Hinschauen wo man will — man vermag feinen Ausweg aus der Sackgasse zu erblicken. Macdonald vermittelt wieder. £ a u f a n n e, 28. Juni. (1DIB. Funkspruch.) Aus ben gestrigen Abenbbesprechungen des Reichskan;- lers unb herriots mit Macdonald hat sich ein versuch ergeben, die Delegationen im Beisein ber englischen zu gemeinsamen Besprechungen zu- fammenzuführen. Zur Zeit sind im Hotel der eng- tischen Delegation ber Reichskanzler mit dem Reichs- finanjminifter, h e r r i o t und der französische Ji- nanzminister im Gespräch mit Macdonald zu- fammengetreten, um bas «Ergebnis der gestrigen französisch-deutschen Aussprache in einer B c | p r e - chung zwischen drei Parteien weiterp- sühren. Auch für den Nachmittag sind derart geBe- sprechungen vorgesehen, an denen die Wirtschafts- Minister teitnehmen sollen. „Ein schlechter Tag." Die französische Presse auf Moll gestimmt. Paris, 28.3uni. (END. Funkspruch.) Havas meldet, die dritte Zusammenkunft der ttanzoll- schen und der deutschen Delegation habe mcM die Ergebnisse gebracht, die die Begegnungen vom Freitag voriger Woche erwarten liehen. Die offizielle deutsche These enthalte .^r Frankreich die Annullierung seines Reparationsanspruch^s und eine direkte Aufforderung, den größten i-cii der Kosten für den europäischen Wiederaufbau zu tragen. Allen denen, mit denen Reichskanzler v. Popen in Lausanne gesprochen habe, habe cs geschienen, daß er die Lösung des Reparationsproblems im Rahmen des wirtschaftlichen Wiederaufbaus Europas habe suchen wollen. Zu diesem Zweck habe er nicht verheimlicht, daß er an eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Frankreich denke, nicht nur zwischen ben 3nbuftrien beiber Länber, fonbern vermittels eines formellen Abkommens von Staat zu Staat. Keine einzige biefer 3betn läßt sich in ben ge trigen Darlegungen ber beutschen Delegation wieder inben. Unter biefen Umftänben habe Herriot nur eine Ueberraschung über bas beut ch e Versagen zum Ausbruck bringen können unb sich vorbehalten, am Mittwochoormit- tag barzutun, welche schwere Berantroortung Deutschlanb übernehmen mürbe, wenn es auf feiner egoiftifdjen Intransigenz beharren sollte. Die Sonberberid)terftatter ber französischen Presse bestätigen im großen unb ganzen bie Ausführungen ber Haoasagentur. Matin schreibt: alles in allem muß man von einem schlechten Tag, einem einbeutigen Still ft anb aller Hoffnungen sprechen, bi&man auf eine Annäherung zwischen Deutschlanb unb Frankreich habe setzen können. Herriot sei gezwungen gewesen, festzustellen, bah bies Ergebnis ber gestrigen Sitzung ein neues Abrücken ber Politik beiber Länber ooneinanber sei. Das Wort zeige, baß er, wenn er bie Minbestforderungen Frankreichs nicht burchsetzen könne, bie Verhandlnngenab- brechen werbe. Auch bie Deutschen schienen zum Abbruch entschlossen, wenn bie französische Re- gicrung auf ber Forderung nach bem Nettosalbo bestehe. „Petit Parisien" vertritt bie Ansicht, baß bie Einstellung ber beutschen Delegation burch ben Aufenthalt be s Reichskanzlers in Berlin wesentlich beeinflußt worben fei. Die Situation fei wenig ermutigenb. Das Blatt wirft England vor, bie deutsche These nicht unwesentlich begünstigt zu haben. England istweiter guten Muts. London. 28. Juni. (WTB. Funkspruch.) Mehrere Blätter heben hervor, daß die jetzige Lage nicht allzu tragisch genommen zu werden brauche. Deutschlands Bereitschaft, einen wesentlich Beitrag beim Wiederaufbau Europas zu leisten, bessere die Aussicht aus schliehlichc Beseitigung des Hindernisses der Reparationen. — „TimeS" berichtet: Einige Tage der Spannung waren in dieser Woche unvermeidlich. Es gilt seit langem als selbstverständlich, dah jede internationale Konferenz ihre „KrisiS" haben muh. Aber die erste leichte Entfremdung nach beinahe 14tägiger Beratung ist wohl kein ausreichender Grund für ein Versinken in dem düsteren Pessimismus, der jetzt in der Umgebung gewisser Delegationen wahrnehmbar ist. Wenn auch die gestrigen Dcrhand- hingen anscheinend nicht viel Fortschritt gebracht haben, so ist doch jetzt Deutschlands Bereitwilligkeit zu konstruktiven Beiträgen zwar in allgemeinen Wendungen doch formest zum Ausdruck gebracht worden, mit dem einzigen Borbehalt, daß diese Beiträge nicht den Merkzettel „politischer Tribut'^ tragen dürsen. Einer der wichtigsten Punkte der gestrigen deutschen Erklärung ist das Angebot einer Beteiligung an der Wieder- aufbausammelkasse. Heim für eine Wiederherstellung der Monarchie der Wittelsbacher. Ein Interview des bayrischen Bauernführers in einem Londoner Blatt. London, 27. Juni. (TU.) In einer Unterredung mit einem Berichterstatter des „Daily Expreß" hat der Bauernführer der Bayerischen Dolkspartei, Dr. Heim, u. a. ausgeführt: Jederzeit könne jetzt der Tag kommen, an dem Kronprinz Rupprecht zum König von Bayern ausgerufen werde. Dies sei nicht nur die Meinung der großen Mehrheit des bayerischen Volkes, sondern er habe Alten Grund, zu glauben, daß sie auch von der gegenwärtigen bayerischen Regierung geteilt werde. 75 v. H. der bayerischen Bevölkerung tour- den sofort die Wiederaufrichtung der alten bayerischen Monarchie unterstützen. „5>ie Weimarer Verfassung ist tot. Wir warten nur noch auf die Stunde ihres Begräbnisses." Die Wiedereinführung der Monarchie bedeute allerdings nicht die Trennung Bayerns vom Reich. Alles, was Bayern verlange, sei ein treues Glied des Reiches zu bleiben. Bayern müsse aber das Recht zu einer von den anderen deutschen Staaten unabhängigen Verfassung haben. Wir wollen einen König als Herrscher, anstatt eines republikanischen Präsidenten, weil wir glauben, dah ein Monarch, der durch die Bande des Blutes mit seinem Lande verbunden ist, der beste Herrscher sür einen Staat in diesen schweren Zeiten ist. Die Frage des Berichterstatters, ob die Herbeiführung einer absoluten Monarchie mit diktatorischen Vollmachten gewünscht werde, wurde von Heim verneint. Die bayerischen Könige seien immer demokratische Könige gewesen, die von ihrem Volke geliebt worden feien. Die Monarchie werde von einem Zweikammer-Parlament unter st ützt werden. Dies sei alles bereits ausgearbeitet worden. Das Oberhaupt werde aus vom Könige ernannten Mitgliedern zusammengesetzt sein, und zwar aus einflußreichen Industriellen, Uni- versitäts- und Kirchenvertretern, sowie gewählten Vertretern verschiedener öffentlicher Körperschaften, Handelsverbände, Gewerkschaften usw. Das Unterhaus werde nach denselben Richtlinien wie der jetzige Bayerische Landtag gewählt werden mit der Ausnahme, daß das Wahlrecht eingeschränkt werde. . Heim erklärte ferner, er glaube, daß die Stunde kommen werde, wo der K o n f l i k t z w i s ch e n Bayern und dem Reich zum offenen Ausbruch komme. Bayern werde sich dann nach einem König umschauen, der es in dem Kampf um die Wahrung der bayerischen Gesetze gegen die allgemeine deutsche Einordnung, die die Reichsregierung Bayern aufzwingen wolle, fuhren werde. Wir wünschen keinen Kampf. Aber wenn uns em Kampf ausgezwungen wird, barm sind wir betret t dazu." Eine Erklärung Heims. Olürnberg, 27. Iuni. (TU. Funkspruch.) Das Rürnbcrger Achtuhrblatt" veröfsentlicht dazu eine Stellungnahme Dr. H e i m s, in der es u. a. heißt. Geheimrat Heim habe das Interview nut unter der Bedingung gegeben, dah ihm die Wiedergabe der Unterredung vorher z u unterbreiten sei. Dies habe nicht stattgefunden. Die monarchistischen Bestrebungen Bayerns hätten nichts mit Separatismus zu tun, da Bayern sonst in volle Hörigkeit des Auslandes komme. Die Wiederherstellung der Monarchie habe die Wiederherstellung der Dis- marckschen Reichsverfassung zur Dor- aussehung unter Anpassung an die veränderten Zeitverhältnisse Die Zuständigkeit der Länder müsse erweitert werden. Dr. Heim habe auch nie eine Donaumonarchie vertreten. Bei dem Interview habe er von der bayerischen Regierung kein Wort gesprochen. Das sei eine Zutat des Berichterstatters des .Daily Expreß" gewesen. Die Bemerkung in dem Interview, es sei bereits alles a u ß gearbeitet worden, bezog sich in ganz klarem Zusammenhang auf das Iahr 19 17, wo Dr. Heim diese Vorschläge (Ergänzung der Kammer der Reichsräte durch Ständevertreter) ausgearbeitet hatte. Auf die Frage, ob er glaube, daß die Monarchie in Bayern einmal kommen werde, habe Dr. Heim dem Berichterstatter geantwortet. Ich bin kein Prophet, aber ich glaube, daß sie bestimmt kommen wird. Auch im Reich Bismarcks hat en wir Monarchien und Republiken. Der Zentralismus sündige gegen den Bestand des Reiches. Man könne geschichtlich Gewordenes nicht mit einem Schwamm auslöschen. Oer Wahlaufruf der Sozialdemokraten. Berlin. 28. Iuni. (ERB.) Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei veröffentlicht den Wahlaufruf der SPD . in dem es heiht: Wir kämpfen für die Aushebung der Rotverordnung, wir kämpfen für die Erhaltung und S chrrung des Rechts auf Arbeitslosenvers.cherung. wir kämpfen für Arbeitsbeschaffung aus öffentlichen Mitteln, für gesetzliche Verkürzung der Arbeitszeit auf 40 Stunden, für rasche Durchführung der Siedlungen. ohne dem lebensunfähigen Grohgrund- besitz neue Geschenke zu machen unb damit den Siedler zu belasten. Wir kämpfen für gerechte Verteilung der Lasten nach der Leistungsfähigkeit. Anstatt die Lebenshaltung breitester DolkS- schichten durch den Sozialabbau auf der ganzen Linie unter das Existenzminimum herabzudrücken, müssen die hohen Vermögen durch eine hohe Vermögens- und Erbschaftssteuer erfaßt werden. Wir kämpfen aber auch für eine Außenpolitik der friedlichen Verständigung auf dem Boden des gleichen Rechts für alle. In voller Heberein- stimmung mit den Gewerkschaften fordern wir Umbau der Wirtschaft. Die Staatsmacht muh planmäßig in den Dienst der Umwandlung der kapitalistischen Profitwirtschaft in eine sozialistische Dedarfswirtschast gestellt werden Rur so kann das Elend abgewehrt und dem Volk die Hoffnung auf eine neue Lebensaufgabe gegeben werden Versailles. Drei moralische Forderungen. Don Or. h. c. Alfred von Wegerer. Am 28. Iuni jährt sich zum 13. Male der Tag. an dem bie beutschc Regierung in Versailles den Vertrag unterzeichnete, der den militürischen Kamps des Weltkrieges beendete, ohne Deutschlanb ben Frieden zu bringen, den das deutsche Volk auf Grund der Willonschen Versprechungen erwarten konnte. Am 28. Iuni 1919 um 3 Uhr nachmittags sand in der Dpiegel- galcrie des Versailler Schlosses die Unterzeichnung des erzwungenen Vertrages statt. Degen den Vertrag sind drei moralische Forderungen aufzustellen: Das Urteil von der deutschen QI l - leinschu 1 d am Kriege, wie eS im Friedensvertrag unb in ber Rote vorn 16. Iuni 1919, — die Lloyb George wohl mit Recht als einen Teil des Vertrages genannt hat — zum Ausdruck gekommen ist, muß heute nach den Zeugnissen erster Historiker unb Rech tsge lehr ter des 3n» unb Auslandes alß widerlegt bezeichne t werden. Bereits im Iuniheft vorigen Iahres konnte ich in den „Berliner Monatsheften" bas Zeugnis von fast 50 auSlänbischen ersten Sachverständigen veröffentlichen, bie sich Har gegen bie Versailler Kriegsschulbthese ausgesprochen haben. Inzwischen sind heute beachtenswerte Stimmen hervorragender Persönlichkeiten des Auslandes bekannt geworden. Auch religiöse Gemeinschaften haben ihrer sittlichen Entrüstung über baß Versailler Urteil Ausdruck gegeben Die Empörung richtet sich aber nicht nur gegen das Urteil, Deutschland habe den Krieg vorsätzlich geplant und absichtlich vom Zaune gebrochen, um die Weltherrschaft an sich zu reißen, sondern sie wendet sich auch dagegen, daß verwerfliche Mittel angewandt worden find, um das falsche Urteil in der Schuldfrage zustande zu bringen. Während der Friedensverhandlungen in Pari- Hat crne Kommission von 15 Delegierten über die Schuld Deutschlands am Kriege ein Urteil abgegeben, das auf einem Material beruhte, baß zum größten Teil unvollständig, lückenhaft. tendenziös und zum Teil sogar gefälscht war. QIn den Fälschungen der Dokumente ist besonders der Quai d'Orsay beteiligt, ber in seinem Gelbbuch, bas ben diplomatischen Schriftwechsel der Iulikrisis enthält, gefälschte Dokumente verösfentlicht hat mit dem klar erkennbaren Ziel, bie Verantwortung für bie russische Mobilmachung Deutschlanb unb Oesterreich zur Last zu legen. In Wirklichkeit waren die Beweggründe des zaristischen Rußlands, den vorbereiteten unb für ben Fall eines Vorgehens Oesterreichs gegen Serbien wegen des Attentats von Sarajewo von Poincar«? gebilligten Krieg zu führen. Selbst die noch mögliche friedliche Beilegung des Konflikts zwischen Oesterreich unb Serbien wurde durch Rußland in der großen Konferenz am 25. Iuli unter Vorsitz beß Zaren in letzter Stunde vereitelt. □Beiteten Anlaß zur Empörung gegen den * Versailler Vertrag gibt der Rechtsbruch, der im Artikel 231 des Vertrags liegt. Deutschland war am 5. Rovernber 1918 vor Abschluß der WasfenstillstandSverhandlungen in ber Rote des amerikanischen Staatssekretärs Lansing zugesagt worden, baß eß nur bie „besetzten Gebiete" toieber herzu st eilen hätte. , worunter zu verstehen war. baß Deutschlanb für die durch feinen Angriff der Zivilbevölkerung der Alliierten und ihrem Eigentum zugefügten Schäden Ersatz leisten sollte. Auf Grund dieser □lote hatte Deutschlanb in bem guten Glauben, einen erträglichen Frieden zu erhalten, ben Waf- fenftiUitanb abgeschlossen unb ben größten Teil seiner Waffen außgeüefert. Im Laufe ber Friede nsverhanblungen wurden trotz Einspruchs einiger gerecht denkender Amerikaner die klaren Verpflichtungen der Lansingnote verlassen und bie ReparationSforde- rungen des Versailler Friebensvertrages nach anberen Gesichtspunkten festgesetzt. Statt ber vereinbarten Wiederherstellung der „besetzten Gebiete" wurde von Deutschlanb verlangt. alle Verluste unb Schöben wiedergutzumachen. die durch ben „Angriff Deutschlands" der Zivilbevölkerung ber alliierten unb assoziierten Regierungen unb ihkem Eigentum zugefügt worden waren. In ber Anlage I des Artikels 232 beß Vertrages wurde bie Scha- densersahpflicht im einzelnen genau feftgelegt. So enthielt beispielsweise Ziffer 5 dieser Anlage für Deutschland die mit der Lansingnote keinesfalls in Einklang zu bringende Verpflichtung, auch alle „Pensionen unb gleichartige Vergütungen" zu übernehmen. Dadurch stiegen die Rcparationsverpflichtungen ins Unermeßliche. Im Laufe der RachkriegS-Der- handlungen wurden die Schäden selbst überhaupt nicht mehr berücksichtigt, sondern lediglich die Leistungsfähigkeit Deutschlands. Zahlungen aufzubringen. in Rechnung gestellt. Hiermit erschöpfen sich aber nicht bie Ungerechtigkeiten des Versailler Vertrages. Die uns -u- gefagte Abrüstung ber anberen europäischen Staaten, die ein erster Schritt für den Frieden ber Well sein könnte, ist bis heute nur ein Versprechen geblieben. Auch sonst ist am Versailler FriebensverLrag gewiß noch mancherlei auSzufetzen. aber diese drei Punkte: Kriegsschuldlüge, Rechtsbruch in der Reparativnsfrage unb die biß jetzt verweigerte Abrüstung sind Tatsachen, die sich keineswegs mit dem verlorenen Krieg rechtfertigen lassen. Hieraus ergeben sich von selbst nachstehende Forderungen: die unwahre Behauptung, Deutschland sei der alleinige Urheber des Krieges muh aufgegeben werden: das bei der Festsetzung der Reparationen im Vertrag verletzte Recht muh wiederhergestellt und das Versprechen, die Abrüstung durchzuführen, muh e i n g e l ö st werden. Die Empörung des deutschen Volkes über den Vertrag von Versailles ist gerecht, ehrlich und notwendig. Denn nur aus der Empörung heraus kann der Wille geboren werden, die Ungerechtigkeiten des Vertrages zu beseitigen und in Europa den Frieden aufzurichten, den die Völker brauchen, um die Massen vor der gänzlichen Verelendung zu schützen. * Zur Wiederkehr des schwarzen Tages von Versailles hat dec Deutsche Fichte-Bund einen Internationalen Aufruf in Flugblattform herausgebracht. Dieses Flugblatt ist in der Reihe der 45 deutschen und über 100 fremdsprachigen Flugblätter des Fichte-Bundes eine neue Waffe gegen Versailles. Es enthüllt die Vorgeschichte der 14 Punkte Wilsons und stellt den in feierlicher Form gegebenen Versprechungen den ungeheuren am deutschen Volke begangenen Betrug gegenüber. Das Flugblatt wird gleich den übrigen Flugblättern vom Deutschen Fichte-Bund, Hamburg 36, Colonnaden 47, unentgeltlich an die Leser unseres Blattes abgegeben. Wer Freunde oder Bekannte im Auslande hat, verlange es i n deutscher, englischer oder spanischer Sprache. Auf diese Weise kann jeder mithelfen, die deutsche Revisionspropaganda vorwärts zu treiben und die Welt über das an Deutschland begangene Unrecht aufzuklären. Versailles muh fetten! ,U: ie wir -en Stahlhelm schufen. Franz Seldte, der Gründer und erste Bundesführer des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, wird am 29. Suni 50 Jahre- In dem folgenden Auszug aus seinem Kriegserlebnisbuch schildert Seldte die Geburtsstunde des Stahlhelm. Sich selbst zeichnet Seldte in der Person des Oberleutnant Helmuth Stahl, der nach Verlust des linken Armes im Propagandadienst der Heeresleitung tätig ist und in Berlin von der Revolution überrascht wird. Am 12. Rovember fuhren die Brüder Stahl von Berlin in ihre Heimat. Das Grau des Rovembertages pahte zu Helmuth Stahls Stimmung. Ihm war zumute, als ob ihm ein lieber Freund gestorben wäre, dessen Franz Seldte, Verlust er bei aller dumpfen Trauer noch gar nicht fassen konnte. Auch der jüngere Stahl starrte vor sich hin. Helmuth blickte sorgend auf den Bruder. Ja, da sah einer von denen, die nie aufgehört hatten, zu kämpfen, Und draußen, da waren noch Millionen, die noch hätten kämpfen können für einen anständigen Frieden. Jetzt war eine ganze Welt zufammengebrochen. Aber sie, die Frontsoldaten, fühlten sich unbesiegt. Rur die Heimat, ausgehöhlt und ausgehungert, war in die Knie gesunken, Und die politische Führung hatte versagt, kampflos hatte sie dem Sturm der Revolution ihren Platz geräumt. O, diese Schande. Helmuth Stahl trat an das Fenster und starrte in die düstere abendliche Landschaft. Heinrich sollte nicht sehen, dah er mit aller Kraft das Heulen wegdrückte. Haben wir vier Jahre da drauhen für das geblutet und gekämpft? Soll Unfinn werden, was uns tiefster Sinn war? Soll der Tod der zwei Millionen fürs Vaterland ein Rarren- tum gewesen fein, statt Aussaat — beste, edelste, höchste Aussaat eines Volkes? Rein, nie, niemals. Helmuth Stahl warf sich wieder in feine Ecke. Zögernd begann er: „Diese Revolution, nein, die hat nicht die Kraft, uns den Frieden zu bringen. Diese Revolution ist nicht ein glühendes letztes Aufbegehren, kein Ruf ,Auf, Kinder des Vaterlandes!‘, ist nicht ein glühendes Hochreihen der Massen zur letzten Kraft, zum letzten Einsatz für Freiheit und Frieden des Vaterlandes. Es ist ein scheußlicher Zusammenbruch, schmählich und vielleicht sogar vom Feinde bezahlt. O, ich kenne die feindliche Propaganda. O. ich ahne bitter, sie werden es nie schaffen. llnö dann geht es durch Tiefen und Röte und Sorgen, die schlimmer sind als die Kriegsnöte, die sie glaubten nicht mehr einen Tag länger ertragen zu können. Jahre, Jahrzehnte werden sie ihnen auf den Sklavennacken legen, und wir werden mit tragen müssen, und dann, Heinrich, nach all dem Dreck und dem Waten durch das tiefste Elend, nach Erschöpfung der letzten Mittel, dann kommt die Sache doch an uns, an die verratene Front, und wie draußen, so werden wir es zum Schluh hier drinnen machen müssen." Etwas Reues rang nach Leben, wurde geboren. Kraft und Mark der alten Führung ist versiegt und verdorrt. Helmuth Stahl grübelte. Kann das verloren gehen? Kann das wirklich verloren gehen? Das, was wir vier Jahre lang da draußen getan haben? Rein. Stahl sprach halblaut vor sich hin- Rein, er kann nicht verlorengehen, der Geist des Frontsoldatentums. - „Sie haben ja die Sache hier ohne uns gemacht. Die Frontsoldaten sind ja gar nicht gefragt worden. Sie sind ja noch draußen. Daß wir beide hier sind, wir und die paar Urlauber und die Verwundeten — das spricht ja gar nicht mit. — Aber, wenn unsere Kameraden, die Männer der Front zurückkommen, dann wird die Front sprechen, jetzt ober später. Wir sind hier. Wir sehen und wissen, was die da draußen noch gar nicht sehen und auch nicht wissen können. Das gibt uns die Pflicht, uns vorzubereiten — es vorzubereiten." 2n ihm wurde es ganz ruhig. Es ging ihm wie so oft im Gefecht. Wenn sie angetreten waren, dann war mit einemmale alle Unruhe weg, dann hatte ihn eine heitere, gelassene Ruhe erfüllt. Jetzt fühlte er: ein neuer Schicksalsbefehl ist erfolgt. Ein neues Ziel ist erkannt. Ich bin neu angetreten. „Heinrich, ja, das ist ja auch wirklich die Rettung. Richt das Gesochs, das rote, kann führen, Freifischer. Von Edmund Scharein. Noch immer balgt sich dis Sonne mit den Nebeln, die da über dem Graben brauen und im schilfverwachsenen Wiesengrunde spuken. Auch über dem Wasser bis zur Mitte des Sees ist die Lust noch diesig. Das gefällt dem Adler nicht, dem Fischadler, der vor einigen Minuten erst vom Horst abstrich dem Ufer zu und nun auf sturmzerzauster Fichte hockt und mißmutig die Schwingen hängen läßt. Was soll er auch bei der unsichtigen Luft über den Fluten des Sees, bei diesen wallenden Nebelschleiern, die die flinken Fische wie mit einer Tarnkappe umgeben? Nebel — das ist kein Jagdwetter für den Fischadler, Sonne braucht er, der Freifischer, oder doch wenigstens klare Luft, um Beute machen zu können. Und er braucht jetzt viel; denn im versteckten Horst gieren drei allzeit hungrige Junge nach Atzung. Längst ruft der Bussard über den dunklen Wipfeln, die nach Norden hin gegen den blauen Himmel bollwerken und der Habicht streicht bereits mit feiner Beute aus der versteckten Schilfbucht dem nahen Holz zu. Das Glas geht ans Auge: schlaff hängt etwas herab aus den Fängen des Freibeuters. Vielleicht ist's eine Jungente, die er aus dem Schof holte. Warum sollte er auch drüben auf der Feldmark revieren, ws bislang nur zwei Hühnergelege waren und jetzt zwei Elternpaare die junge Brut sorgsam hüten, wo nur wenige Junghasen ihr Dasein fristen. Warum — da doch hier alles in schier unbegrenzter gülle zu haben ist! In jedem Rohrwald, in jeder chilfbucht tausendfältiges Leben! Hier führt die Stockente ihre Jungen, hier lärmen die Bläßhühner und Rohrsänger, hier ist der Haubentaucher zu Hause und die zierliche Krickente; hier hat im seichten Uferwasser die Knäkente Wohnung genommen. Hier lacht das Leben vom ersten Sonnenstrahl bis in die blaue Dämmrung hinein, hier in dieser Unberührtheit des waldumrauschten masurischen Sees. Und eine Meile davon ist's genau, so, und wieder eine Meile ebenso weiter: Gewässer reiht sich an Gemäßer. Aber haschen wird es ihn doch mal, den Hühnerhabicht, den Schrecken dieses Wasserparadieses. Seit gestern weiß ich seinen Horst. Im Früh, jahr suchte ich ihn vergeblich; aber jetzt hat mir das Geschmeiß der Jungen die hochgelegene Raubburg verraten. Und wenn es heute nicht glückte, so lag das weder an dem Bock, der mich schon einige Tage beschäftigt, noch an dem Nebel, der heute aus diesen Gründen nicht weichen will, sondern lediglich an dem Fischadler, an dem verwegenen Freifischer, dessen Kraft und Gewandtheit mich immer wieder in seinen Bann zieht. Und dabei kenne ich weit schönere Raubvögel als diesen. Langsam, jede überflüssige Bewegung vermeidend, wende ich ihm den Blick zu. Noch immer hockt er unbeweglich auf dem zackigen Ast. Sein schräg nach vorn gerichtetes Auge tastet den See ab, von dem letzter Dunst eilends entflieht. Die Sonne hat über den Nebel gesiegt. Ihre feurigen Strahlen zerreißen eben letzte Schleier. Im Sonnengold glitzert die weite Fläche. Hier und da schnellt ein munterer Fisch empor über silberner Flut. Da breitete der Adler die Schwingen — ein Abstößen — er steigt empor mit schwerem Flügelschlag. Unter ihm zittert an leicht schwankendem Ast das dunkle Gelock der Fichtennadeln. Und wieder tragen ihn seine Schwingen dorthin, wo sie ihn gestern trugen und vorgestern. Immer dieselbe Bahn ist's, die er zieht: erst führt sie über den Rohrwald, dann über die flache Stelle, wo die Binsen weit in den See vorstoßen. Aber ob er auch tief zieht, das muntere Wassergeflügel ficht es nicht an. Die Bläßhühner lärmen weiter, der Rohrsänger schwatzt wie zuvor, und die Stockente mit ihren Jungen auf der Schneise sucht nicht mal die nahe Schilfdickung auf. Und dabei braucht nur ein leichter Schatten vom Hühnerhabicht oder Rohrweih über das Schilf zu huschen, um alle Stimmen weit in der Runde zum Schweigen zu bringen um den munteren Gang alles Lebens zu hemmen. Aber den großen Vogel da — den fürchten sie nicht, wissen sie doch, daß seine Jagdzüge anderm Getier gelten. Der Fischadler hat das offene Wasser erreicht. Ein wenig höher ist er gestiegen, und fein Flug ist nicht mehr so langsam wie vorhin, als er über das Röhricht zog. Eine Wendung macht er, dann gleitet er über der im Sonnenlicht glitzernden Wasserfläche eine Strecke lang ohne Flügelschlag dahin, rüttelt über eine Stelle ... tut ein paar wuchtige Schwirl- genschläge, die ihn rasch fördern, gleitet in sanftem Bogen zurück. Wieder ein kurzes Rütteln über unbewegter Tiefe ... Plötzlich stürzt er herab, ist unten auf dem Wasser- spiegel, versinkt in der Flut ... Kreise zeigen die Stelle, wo er eben war und nicht mehr ist. Dort ein wenig abseits taucht der Vogel empor. Schwer schlägt er mit den Schwingen und arbeitet sich mühsam hoch. Unter ihm schimmert silbern im Sonnenlicht ein Fisch. Ohne sonderliche Eile zieht der Adler seine Bahn im Wellenflug: ein Fallen und Steigen, ein fünftes Gleiten und kräftiges Ru- dern. Und wieder ist s derselbe Luftwechsel, den er sonst nimmt nach glücklich beendetem Jagdzug. Rechts von mir schwebt er in Wipfelhöhe vorbei, läßt sich herab, blockt auf einem Pfahl am Seerande auf. Scharf späht er aus über seinem Opfer, einem ansehnlichen Hecht, der schlaff über der Rundung nein, die Besten und die Starken haben zu führen, und das sind die grauen Männer der Front. Richt die Etappe und die Drückeberger und die Reklamierten — nein, nicht die haben zu führen, sondern wir, wir Frontsoldaten- ilnö gibt's keine Könige mehr, gibfs keine Führer mehr, die uns den Befehl geben — Heinrich, dann geben wir uns selbst den Befehl." Beide sprangen auf und sahen sich stumm an und gaben sich die Hand. Rach einer Weile sagte der Aeltere: „Wir haben recht, das ist das Richtige. Wir müssen handeln. Ich sehe jetzt unseren Weg. Ich will mir das alles in der Rächt heute noch einmal durch den Kopf gehen lassen und aufsetzen. Morgen früh will sowieso mein alter Feldwebel Veder mich aus dem Lazarett besuchen. Von dir sind ja wohl auch Bekannte oder Kameraden im Heimatlazarett oder auf Urlaub. Bestell die alle morgen früh um 10 zu uns. Ich bin mir dann im Reinen, und ich will euch dann meine Idee vortragen. Wir müssen zusammen- stehen. Wir müssen eine Vereinigung von Front- kämpfern schaffen, einen Bund der alten Frontsoldaten. Wir sind erst ein Paar, aber wenn sie von draußen zurückkommen, dann werden sich viele uns anschließen. Und diesen Bund, den müssen wir dann über das ganze Land ziehen und stark machen. Wir werden verdammt viel dazulernen müssen. Aus Soldaten und Untertanen müssen neue Menschen in Deutschland erwachsen. Wir müssen Männer an die Spitze kriegen, die sich auf uns Frontsoldaten stützen können, die uns rufen, wenn dieses verfluchte Revolutionsgeschmeiß dereinst zusammenbrechen wird." Don Sankt Marien schlug die Turmuhr 10 Uhr vormittags. Durch den grauen Rovemberhimmel kämpfte sich die blasse Sonne hindurch. Helmuth Stahl ging langsam an das Fenster. Der Ausschnitt der gegenüberliegenden Dächer ließ ein gutes Stück Himmel frei, und in diesem aufhellenden Himmel standen scharf und nah die beiden Doppeltürme des Magdeburger Domes. Hell und klar zeichneten die großen, goldenen Zeiger der Turmuhr die Stunde. Auf den beiden Turmspitzen spielten die goldenen Wetterfahnen im Winde, drehten so gleichmäßig ab und schwenkten ein, als wenn sie eine wohl einexerzierte Infanterierotte wären, und die zackigen Fahnen- spihen grüßten wie zwei funkelnde Hoffnungssterne den ernst Hinaufschauenden. Stahl war mit sich in der Rächt ins Reine gekommen. In seiner Brieftasche knisterten die Papiere mit den Entwürfen und Aufzeichnungen für Heinrich und Deder. Er war entschlofsen, feinen Weg zu gehen. Durch die Fensterscheiben wurde von der Gasse das anschwellende Summen und Brisen erregter Stimmen vom Markt hinaufgetrage.? Unten genossen sie neue Freiheit. Stahl sah auf die große Uhr und die beiden Morgensterne. 10 Uhr. Im Vorzimmer hörte er die Tür gehen und Schritte und dann die Flüsterstimme seines Bruders und Veders klingende Antwort. Die beiden Soldaten tarnen pünktlich. Stahl sah noch einmal zu den beiden Sternen hinaus. Er hob die Faust zum Durchschlagen, wie früher so oft beim Feuerbefehl in seiner M.G.K. Und durch die Zähne sprach er zu sich selbst: „Ihr wollt mir mein Vaterland nehmen. Ihr wollt mir meinen Krieg versauen. Ich we.de euch Dr chenzähne säen." Seldte spricht heute im :)i und funk. Aus Anlaß der 13. Wiederkehr der Unterzeichnung des Versailler Friedensdiktates wird der Gründer und Erste Bundesführer des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, Franz Seldte, am heutigen Dienstag, in der Zeit von 19 bis 19.30 Uhr, im Rundfunk sprechen über das Thema: „Das Wollen des Stahlhelms für Staat und Vol k". Wie das Stahlhelm-Bundesamt mitteilt, wird der Vortrag von sämtlichen deutschen Sendern übernommen. des schlammüberzogenen Holzes herabhängt. Späht und späht dorthin, wo einsame Wälder in der Ferne verblauen und denn wieder abseits, wo aus dem Dunkel der Föhren das silberne Band dec Seen leuchtet. Ueberall, soweit der Wald rauscht und das Rohr flüstert, ist sein Jagdgebiet. Siam - dieietzteHochburg derEiikeite. Mit der Revolution in Siam wird das letzte Bollwerk gestürzt, das der Absolutismus noch in bet Welt hatte. Nirgends sonst bestand noch eine so völlige Herrschaft des Hofes wie im Lande des „weißen Elefanten". Zwar haben auch hier die westlichen Einflüsse in den letzten Jahren immer mehr Fortschritte gemacht, und sie sind es wohl auch, die die alte Tyrannei des Zeremoniells und der Etikette schließlich untergraben haben. Erst vor kurzem zeigte sich die Macht des Hofes in ihrem ganzen Glanze, als die 150jährige Regie- rungszeit des Herrscherhauses aus dem Stamm der Chakri mit großem Gepränge gefeiert wurde. 3n ©iam herrschten bisher Zustände, die sich nur entfernt mit den Regierungsformen des europäi- schen Absolutismus im 17. Jahrhundert vergleichen lassen. Die Hierarchie der Hofgesellschaft bewahrte alle Regeln und Würden. So gab es eine ganje Äafte con Prinzen, die sämtliche Stellen an sich gerissen hatten und das Land aussaugten. Die Prinzen ber verschobenen Klassen hatten auf ganz bestimmte Titel Anspruch, aber diese Titel schließlich auch für solche verwendet, die sich ihrer eigentlich nicht bedienen dursten, und so wurden immer neue Würden geschaffen. Als „vom Himmel zum Herrscher berufener Prinz" durften öunachst nur die „Königskinder erster Klasse" be- hDn einem König und einer c$ten Königstöchter abstammten. Dann aber tour- ÖkC anderen Prinzen so genannt, und be«halb nahmen die bevorzugten Prinzen neue an- Kronprinz z. D. wird mit SA"?rtrWcw&*t, unter denen der erste „einer tr läite '*Mnb too^Igeboten bt; Als »Komgskinder zweiter Klasse" r9cn- Sprvßlinge eines Königs, die SÄT? ftUes Herrschers erzeugt sind. Die vbreftC^ uus Kindern von Königs- sohnen, die diesen von Frauen der Adelsklassen Ehrend zu der vierten Priuzen- - 09’ ”IU!tflen Hofleuten", die gerechnet werden die von einem König und einer illeai- JÜ11" abstammen. Diese vierte Klasse wttd im allgemeinen nicht mehr zu den Hofstellen zu- ändern kann sich nur auf dem Wege 9UC *Ven erlauchten Kreis der „vom Smuggelto01 Betufcn€n Prinzen" ein- Das Urteil im Gttarekprozeß. Len und Willi Sklarek zu je 4Jahren Zucht- haus verurteilt. —Beide Angeklagte sofort verhaftet. Berlin, 28. Juni. (OB. Funkspruch.) 3m Sklarek-Prozeß wurde heute das Urteil gefällt. Es wurden verurteilt: Leo und Willi Stieret wegen Betruges in Tateinheit mit schwerer Urtundenfälschung und aktiver Bestechung zu je vier 3 ahren Zuchthaus und fünf 3ahren Ehrverlust. 6 Monate der Untersuchungshaft werden angerechnet. Die beiden Verurteilten wurden sofort in haft genommen. Der Angeklagte Lehmann wurde zu 1 3 a h r 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Weiter wurden verurteilt (sämtlich wegen schwerer passiver Bestechung): Tuch zu 6 Monaten Gefängnis, Schmitt zu 4 Monaten Gefängnis, Hoffmann zu 4 Monaten Gefängnis, 6 o h l zu 1 3ahr 3 Monaten, Sokolowski (auch wegen Untreue) zu 1 3ahr 3 Monaten Gefängnis, Gäbel zu 1 3ahr 6 Monaten Gefängnis, Degener zu.6 Monaten Gefängnis, Schneider zu 4 Monaten Gefängnis, L u d i n g zu 1 3ahr 3 Monaten^Gefängnis. Die Unfähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter wird ausgesprochen bei kohl, Sokolowski, Gäbel, Degener und Schneider. Oie polnische Hetze geht weiter. Serien ° Kundgebungen gegen Deutschland und Danzig. Warschau, 27. Juni. (ERB.) 2n Polen fanden eine Reihe von organisierten Kundgebungen gegen Deutschland und Danzig flott. Der hier tagende polnische Invalidenkongreß glaubte, eine herausfordernde Haltung Danzigs gegen Polen feststellen zu können und richtete gegen diese nur in der polnischen Einbildung bestehende Gefahr einen geharnischten Protest. In Krakau sand eine Kundgebung statt, die Einspruch erhob gegen sog. deutsche Bemühungen um eine Grenzregulierung. Eine in Sosnowice im Kohlengebiet von Dombrowa abgehaltene Delegiertenversammlung des Regierungsblocks verflieg sich schließlich zu der Behauptung, daß die „erpresserische Revisionskampagne" Deutschlands einen neuen Krieg Hervorrufen könne. Aehnliche auch gegen Danzig gerichtete Entschließungen wurden auf Versammlungen in Bialhstok und Thorn gefaßt. In Warschau selbst fand anläßlich des Zehnjahrestages der Angliederung Ostoberschlesiens an Polen eine vom Regierungsblock veranstaltete Kundgebung statt. Vor dem Auseinandergehen fangen die Versammelten die Rationalhymne, das „Lied von der ersten Brigade" und das berüchtigte deutschfeindliche Rota-Lied. Oie Agrarkollektivwirtschast in der LlOGGR. Moskau, 27. Juni. (WTB.) Anläßlich der zehnjährigen Wiederkehr des Gründungstages der Staatsgewalt der UDSSR. hat die Regierung eine Verordnung veröffentlicht, in der einer freien Entwicklung der land- wirtschaftlichen Kollektivwirtschaft neue Konzessionen gemacht werden. Der erste Schritt auf diesem Gebiete, so heißt es, sei die Freigabe des gesetzmäßigen Handels der Kollektiven auf den städtischen Märkten gewesen. Jetzt erfolge der zweite Schritt, der der Bevormundung ber Kollektiven durch rechtsunkunbige Ortsgerichtsbarkeiten ein Enbe bereiten und a.le Eingriffe in die Verwaltung beseitigen wolle.. Weiterhin wird daran erinnert, daß namentlich jeder Zwang des einzelnen Bauern Die eigentlichen Beherrscher Siams waren bisher die Mitglieder der ersten Prinzenklasse, die sog. „Chaofas". Sie genossen eine große Anzahl von Vorrechten, trieben einen königlichen Aufwand, der die Staatskasse in unerhörter Weise belastete, und sahen in Olemtem und Würden, dis wenig Arbeit, aber viele Vorteile einbrachten. Zahllos war die Liste ihrer Privilegien. So dursten sie allein fließendes Wasser aus der Tasse trinken, die bei den Krönungsfeierlichkeiten der Könige verwendet wurde: sie allein erhielten bei den Iahresfesten die Opferspenden aus den Händen ber Drahmanen. Ihre Abzeichen waren Tassen und Teekannen aus emailliertem Golb, die wurden. Die anderen Prinzen durften nur solche ihnen bei den festlichen Aufzügen vorangetragen Tassen und Teekannen als ihre Wappen verwenden, die nicht aus Gold bestanden. Auch die zweite Prinzenklasse gehörte der Deamtenhierarchie an und bekam vortreffliche Aemter sowie große Bezüge aus der Staatskasse. Die dritte Klasse, die Mon-Chao, hatten das Vorrecht, innerhalb der Mauern des Königspalastes die Tonsur zu tragen und die Roben der Bonzen in Gegenwart des Königs im ersten Tempel von Bangkok anzulegen. Sie hatten Anspruch auf eine gedeckte Sänfte. Wenn ein solcher Prinz starb, so beteiligte sich die Krone an den Kosten der Verbrennung und lieferte den weißen Sarg, in dem die Leiche auf den Scheiterhaufen gelegt wurde. Die Größe der Scheiterhaufen, die in der Form einer Pagode errichtet werden, war je nach dem Rang des Prinzen verschieden, und bei hohen Würdenträgern verschlang die Errichtung eines solchen riesigen Scheiterberges ungeheure Summen. Während die Rachkommen der Prinzen der ersten Klasse sofort Anspruch auf Aemter und Gehälter besaßen, mußten die Söhne ber nieberen Klassen erst als Pagen den Hofbienst beginnen unb sich, wenn sie es zu keiner Hofstellung brachten, mit kleinen Pensionen begnügen. Die siamesische Etikette, mit der früher nur noch die am chinesischen Hof verglichen werden konnte, war eine unendlich schwierige Wissenschaft, die nur die Zeremonienmeister ganz beherrschten. Am Hose gab es Brahmanen und Astrologen sowie zahllose andere Hofstellen. Die seltsamste Blüte dieser Zeremonialwissenschaft stellt der Kult des weißen Elefanten dar. So war mit seiner Salbung eine umfangreiche Festlichkeit verbunden, bei der u. a. das Verschlucken eines roten Zuckerrohrs, auf dem fein voller plame unb Titel eingezeichnet ist, verbunden war. Wenn dieser ganze phantastische Auswanb veralteter Bräuche jetzt verschwindet, so wird das Volk aufatmen, und der letzte ileberreft einer Kultur wird verlöschen, die einstmals an den Höfen eine ungeheure Rolle gespielt hat. Entscheidung Deutschland verhandelt mit der Schweiz. Basel. 27. Juni. (2M.) Die deutsch-schweizerischen Wirtschaft-Verhandlungen haben erhebliche Schwierigkeiten ergeben: Die Schweiz will da- für die Einfuhr von deutschen Kohlen zuge- standene Kontingent aus die drei Monat« de- Sommerreiseverkehrs befristen. Rls Gegenleistung für die erlaubte Kohleneinfuhr lockert Deutschland die Devisenbeschränkungen so. daß der nach der Schweiz reisende Deutsche statt der ursprünglichen 200 Mark den einmaligen Betrag von etwa 700Mark mitnehmen darf. Deutschland muh aber au- wirtschaftlichen Gründen darauf bestehen, dah die Kohlcneinfuhr nicht nur während der schwachen Sommermonate, sondern mindesten- bi- Jahresende gesichert wird. Da da- Abkommen über die Erleichterung des Reiseverkehrs hiervon abhängt, und die Sommersaison vor der Tur steht, droht die Schweiz, die garue Kohleneinfuhr zu sperren. Ferner sind eine Reihe neue» Einfuhrbeschränkungen in Aussicht genommen, deren Inkrafttreten von einer Verständigung mit Deutschland abhängen soll. ©er Abschluß des Eucharistischen Kongresses D u b l i n, 27. Juni. (XU.) Der 31. Internationale Eucharistische Kongreß wurde am Sonntagmittag mit einem großen Pontifikalamt, das der päpstliche Legat Kardinal Lauri unter freiem Himmel im Phonixpark zelebrierte, geschlossen. Ein Thor ooi. 2000 Personen und der berühmte Sänger John Maccorrnick wirkten mit. Annähernd eine Million Katholiken nahmen an dem Gottesdienst teil, dem eine feierliche Prozession durch die Straßen Dublins oorausgegangen war. Das Ende der Prozession kam erst im Phönixpark an als das Pontifikalamt beinahe beendet war. Eigens für den feierlichen Schlußgottesdienst war weithin sichtbar auf Terrassen ein Altar, geschmückt mit den päpstlichen Farben, errichtet worden. Zu beiden Seiten des Altars hatten die Würdenträger der Kirche und des Staates ihre Plätze. Man sah an 200 Erzbischöfe und Aebte, den Gouver- ncur von Irland und die irischen Minister, unter Führung d c B a l e r a s. Als gegen 13 Uhr Kardinal Lauri von 8 Kordinälen gefolgt, die Stufen des Altars zum Allerheiligsten cmporschritt, zogen die Spalier bildenden irischen Offiziere ihre Degen. Das Pontifikalamt wurde mit Lautsprechern in allen Straßen Dublins verbreitet und auf mehrere aus- ländische Sender übertragen. Zum Sanktur und zur Wandlung wurde die St. Patricks- Glocke, die aus dem irischen Museum herbeigebracht worden war, geläutet. Am Schluß des Gottesdienstes >wurde durch Fanfarenstöße die Bot- schäft des Pap st es angekündigt, die auf telephonischem Wege von Rom nach Dublin und dann aus Lautsprecher übertragen wurde. Eine ernste Störung entstand, als trotz gegenteiliger Rc- gierungsanweisungen mehrere Flugzeuge lehr tief über der Versammlung flogen und durch den Motorenlärm die päpstliche Botschaft übertönten. Mit dem päpstlichen Segen, den Ordinal ßaun erteilte, fand der Kongreß feinen Abschluß. Ist Ulster (Rordirland) kam es am Sonntag in Verbindung mit katholikenfeindlichen Kundgebungen verschiedentlich zu schweren U e b erfüll e n auf Teilnehmer am Eucharistischen Kongreß, die mit Sonderzügen zu der großen Schlußfeier nach Dublin abreiften. In Ballymena hatte sich bereits vor Mitternacht am Samstagabend eine Menge von mehreren hundert Anhängern derOrange -Partei eingefunden, die Parteilieder fangen. Als die etwa 300 Teilnehmer des Eucharistischen Kongresses erschienen, wurden sie mit Flaschen und Steinen beworfen. Mehrere Personen wurden schwer mißhandelt. Einige Frauen wurden zu Boden gestoßen. Die Unruhen nahmen auf dem Bahnsteig ihren Fortgang, als der Zug abfuhr. Die Menge zerschmetterte die Fenster der Eisenbahnwagen mit großen Steinen, wodurch weitere Personen verletzt wurden. In Rordirland wurden deshalb am Montag alle Bahnhöfe, durch die die vom Eucharistischen Kongreß zurückkehrenden Pilgerzüge fuhrerr, von bewaffneten Polizisten b e w a ch t, um die Kongreßteilnehmer vor den e n Gliedern, vor der weiteren Alnterboblung und Zerstörung z u schützen. Rur wenn dieses Fundament sest und tragfäbig erhalten wird, kann man die Existenz des kommunalen Gemeinwesen- trotz mancherlei Bedrängnis der Zeit als gesichert ansehen. AuS dieser Sachlage muß der Stadtrat die gegebenen Schlußfolgerungen klar und entschlossen ziehen. Schon diese kurze Alebersicht von einigen aktuellen Fragen zum (Siebener Etat zeigt, daß die morgige Etatberatung trotz der eigentlich nur formalen Bedeutung des Voranschlages ein st a rkeS sachliches Schwergewicht haben wird. Möchten die Beschlüsse des Stadtrates den Erwartungen gerecht werden, die in weiten Kreisen der Bürgerschaft vorhanden sind und deren baldmöglichste Erfüllung von vielen Mitbürgern erhofft wird. Wirtschaft. Frankfurt schwächer. Frankfurt, 28. Juni (WTB. Drahtmeldung.) Die Effektenbörse wurde heute allgemein von schwächerer Stimmung beherrscht, wofür in erster Linie wenig optimistischere Nachrichten aus Lausanne maßgebend waren. Auch die immer noch bestehenden Unklarheiten über die innerpolitische Gestaltung trägt dazu bei, daß sich die Spofefation weiter größte Zurückhaltung auferlegt, fo das Geschäft auf ein Minimum beschränkt blieb. Gegen gestern abend ergaben sich Kursrückgänge bis zu 1 v. H., wobei auch die Schwäche des gestrigen Neuyorker Essektenoerkehrs nicht ohne Einfluß geblieben ist. IG. setzten 0,75 v. f). niedriger ein, Stahlverein wurden 0,5 v. f). schwächer gehandelt, Salzdetfurth, Scheideanstalt, Goldschmidt und Metallgesellschaft verloren je 0,25 o. $). Zellstoff Waldhof waren knapp behauptet. Don Derkehrswerten unterlagen Allgemeine Lokal und Kraft bei einem Abschlag von 1,5 v. S). stärkerem Abgabedruck. Am Umsatzgebiet der Bankaktien büßten Reichsbankanteile 0,5 v. f). ein, wogegen Braubank gesucht waren und ihren Kursstand um 1,13 v. H. erhöhen konnten. Am Markt der festverzinslichen Werte war ebenfalls eher Schwächeneigung vorherrschend. Don deutschen Anleihen konnten sich Alt- besitz auf gestriger Basis etwas behaupten, Neube- sitz waren unverändert. Am Pfandbriefmarkt ist in Goldpfandbriefen, speziell in Frankfurter Emis- fionen, erneut größeres Angebot vorhanden. Auch Liquidationspfandbriefe waren angeboten mit Ausnahme von Rhein. Hyp. Liqu. Pfandbriefen, die im Hinblick auf den bevorstehenden Rückzahlungstermin etwas Interesse beanspruchten. Don Industrieobligationen konnten sich Stahloereinbonds um % Prozent bessern, Reichsbahnoorzüge waren gehalten. Don ausländischen Werten waren Zprozentigc Schweden Exekutionsstücke besser beachtet und erzielten eine Kurserhöhung um 2 bis 3 Prozent. Im Verlaufe blieb die Umsatztätigkeit weiter eng begrenzt. IG. gaben vorübergehend noch etwas nach um sich aber sehr schnell wieder leicht zu erholen.'Nachdem sich am Geldmarkt gestern eine leichte Erholung bemerkbar gemacht hatte, war die Tendenz heute wieder leichter. Tagesgeld wurde auf 4 Prozent ermäßigt. Berlin schwach und sehr ruhig. Berlin, 28. Juni. (WTB. Funkspruch.) Wie gestern, eröffnete auch die heutige Börse in schwächerer Haltung. Heute vormittag war die Ten- denz ziemlich schwach: man sprach die Kurse durchschnittlich niedriger und vor allem meist Brief. Wenn auch die ersten Notierungen bann nicht mehr so schwach wie die Dormittags- und vorbörslichen Taxen waren, so lagen sie doch überwiegend '/■> bis X Prozent unter den gestrigen. Vereinzelt ergaben sich in Spezialpapieren, wie Contigummi, Ehode, Leopoldgrube, Oberkoks in Erwartung der morgigen Bilanzsitzung. Dessauer Gas, Eisenbahnverkehrsmittel, Kursbesserungen bis 1 Prozent, Contigummi konnten sich sogar um 2% Prozent und Chade um 3X Mark befestigen. Dagegen verloren Ilse Genüsse 2'A Prozent, ebenfalls HEW., auch Schlesische 6-Gas büßten 2% Prozent, Elektrisch Licht XYi Prozent ein. Es lagen zu den ersten Kursen Der- kaufsorders des Publikums, zum Teil auch des Auslandes vor, und es sollen auch wiederum Verkäufe vor der endgültigen Liquidation der alten Engagements vorgenommen worden fein. Die Nachrichten aus Lausanne lauteten wenig optimist 1 sch, und die Situation scheint dort gestern eine ziemliche Zuspitzung ersahren zu haben, die auch darin zum Ausdruck kommt, daß die Verhandlungen erst morgen wieder weiter geführt werden fallen. Die Innenpolitik hat gleichfalls noch keine endgültige Klärung erfahren. Der schwache Schluß der gestrigen Neu- porter Börse mit Rückgängen bis zu 5 Dollar verstimmte natürlich gleichfalls. Erwähnenswert waren Hamburg-Süd, die mit Plus-Plus-Zeichen erschienen. Der Kurs konnte sich, nachdem er in den letzten Tagen ziemlich schwach gelegen hatte, wieder um yA Prozent erholen. Im Verlaufe wurde das Geschäft sehr ruhig, doch konnten sich die Kurse zum Teil um Bruchteile eines Prozentes befestigen. Später gingen diese Gewinne aber wieder verloren, und es ergaben sich darüber hinaus Verluste von K bis % Prozent gegen den Anfang. Chade büßten von ihrem anfänglichen Gewinn 1 Mark ein. Der Geldmarkt zeigte angesichts des bevorstehenden Ultimos eine steifere Veranlagung. Tagesgeld zog an der unteren Grenze auf 5/ Prozent an, während Monatsgeld mit 6 bis 8 Prozent nominell unverändert blieb. HoberodSkopffest. n Schotten, 27. 3uni. 3n althergebrachter Weise findet am nächsten Sontag, 3. 3uli, das Hoherodskopfsest statt, mit dem der Haupt- ausslug des Vogelsberger Höhenklubs (VHC.) nach seinen Klubhäusern verbunden ist. Alm auch in dieser Zeit eine große Beteiligung an dem Feste zu ermöglichen, hat der Vorstand des VHC. beschlossen in diesem 3ahre fein 6 in tritt sgeldzu erheben. Die Alnkosten sollen allein aus dem Tanzgelde bestritten werden. Tagung der hessischen Gchulgeographen. Darmstadt. 27. 3uni. Der Verband des- lifcher Schulgeographen, dem ördkundelehrer aller Schuigatiungen angeboren, hielt gestern im Bio- logiefaal des Realgymnasiums. an der Stelle, wo der Verband vor zehn Jahren gegründet wurde, fein« Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, der bekannte Schulgeograph Dr Knie- riem. Dad-Rauheim, konnte als Gäste u. a. Vertreter des hessischen Kultusministeriums und des hessischen Ph.lologenvereinS willkommen heißen. Ramens des Kultusministeriums überbrachte Ministerialrat Dr. Kammer herzliche Grüße und verband damit den Wunsch auf ersolgrciche Arbeit. Für den he'sischen Philologenverein sprach Studienrat Hauff, und als Hausherr grüßte Oberstudiendireklor Förster vom Rca'.gvmna- sium. Der Hauptverband der deutschen Schulgeographen hatte schriftlich der Tagung anregenden Verlauf gewünscht. Studienrat Dr. .Kni« riem ging in seinem Jahresbericht aus die Gründung des Verbandes und die in zehn Jahren geleistete Arbeit näher ein und zollte dabe> besondere Anerkennung dem Gründer und Organisator des Verbandes. Stu- dicnrat He rbert. Worms. Ein anschauliches Bild gab der Redner von der derzeitigen Lage der Geographie und kam dabei besonders zu sprechen auf die Krise der Erdkunde, wie sie im Kampf um die wissenschaftlichen Lehrmeinungen von Speth mann und Banse zum Ausdruck kommt. Pros. Herbert, DormS, berichtete über da- Ergebnis einer Almfrage betr. Stoffverteilung in den Oberklaffen der höheren Schulen und über die erdkundliche Alnicr- richtSverteilung an den höheren Schulen durch die Direktionen. 3m Anschluß daran sand eine Entschließung einstimmige Annahme, die zum Ausdruck bringt, daß die Leiter mancher boberer ßebranftaltcn zu wenig Fachlehrer zur Erteilung des geographischen Alntcrrichts heranziehen, weiter wird u. a. gefordert, daß in den Alnterklassen der höheren Schulen möglichst Amtsgenossen mit Lehrbefähigung den Erdkunde-Unterricht erteilen, daß ein Lehrerwechsel in der Geographie in allen Klassen möglichst unterbleibt und dah die künftigen Philologiestudierenden möglichst auch Geographie als Studienfach wählen. Stadtschulrat Dr. Rein, Mainz, der über Stoff und Alnterrichtsverteilung in derGrund- schule und auf der Oberstufe der Volks- f d) u I e referierte, zollte dem Dieterichschen Lehrplan-Entwurf für die Volksschulen volle Anerkennung, der brauchbar und gut sei und den Anschluß an den Lehrplan der höheren Schulen in glücklicher Weife gesunden habe. Handels-Studienrat B a r tch e l, Bad-Rauheim berichtete über den gegenwärtigen Stand der Geographie an den kausmänni s ch en Berufsschulen und bemängelte den noch zu hohen Preis geographischer Wandkarten, der bei den stark gekürzten SchuletatS Aeuanschasfungrn säst unmöglich mache. 3n der Aussprach« kam -um Ausdruck, daß auch in den gewerblichen Ksassen der Berufsschule wirtschaftsgeographischen Betrachtungen ein Platz im Lehrplan eingeräumt werden müsse. Die geschäftlichen Verhandlungen der Tagung fanden rasch« Erledigung. Prof. Herbert- Worms erntete für seine gewissenhafte Kassenführung den Dank der Versammlung. Beschlossen wurde die Deitragsbesreiung für die nicht angestellten Mitglieder, ferner die Verwendung des Kassenüberschusses zu Beihilfen an Mitglieder bei Lehrwanderungen, die möglichst wieder in den drei Provinzen unternommen werden sollen. Einmütig erfolgte die Vorstandswahl. Ver- bandsvorsiyender bleibt Studienrat Dr._ Knie- riem» Bad-Rauheim: außer ihm gehören dem geschäftsführenden Vorstand noch Pros. Herbert- Worms und Lehrer O ß w a l d - Bad- Rauheim an. 3m erweiterten Vorstand sind sämtliche Schularten vertreten: er seht sich wie folgt zusammen: Handels-Studienrat Barthel- Bad-Rauheim (Berufsschule). Studienrat Dr. Robert P f«i s s e r - Offenbach a. M. (Studienanstalt). Stadtschulrat Dr. R c i n - Mainz (Volksschule). Studienrat S t« l l w a g e n - Darmstadt (Realgymnasium). Studienrat Vetter-Darmstadt (Aufkaufchule), vtudienrat Weiß-Worms (Oberrealschule). Pros. Wentzel- Darmstadt (Gymnasium,. Kreisschulrat i. R. Dieterich- Darmstadt. der lein Vorstandsamt niedergelegt Hot, wurde herzlichst gedankt für seine Mitarbeit. Kurszettel der Berliner und Fronkst Die Dinier Öen papieren angeführten Ziffern geben Die h°i>e Der zuletzt OelHloffenen Diaidende an. - ider Börse. Ikeichsbankdiskont 5 o H, Lc mbardzinsfuß 6 o. H. T\,nU,ninnrf 1 Rorlin Trnnfhlrl a 717 ui ui u. DI. | tfet. irani ur u. | Hern .rtunhut ü Di. 1 ^5trli S^chiub«, t-uhr- j ea>luB-1 rinrana- lum 1 R'-r« 1 kur« ' riut« 27. Juni 28.Jom ed-luü- -ur# 1 1«Uhr» 1 Schluß»: lüntana» q-jf< s ur< i flurs (TdiluB'l I-Uhr* Mir4 G Hf ' (rdMufc*; änfa g- Nur« Amtliche Jiohercng Umtuche Aollrrung Dalum 27.6 28 6. 27.6- 28 6 Dalum 276 28.6 276. 28.6. Votum 27.6 28 6 27.6 78 6 pellinglors . Sten . . Prag . . . «ukapev . . Sofia . . . Holland . . Cito ... . Kopenhagen. Stockholm London . . Bueno« Birei Reurork . . Brüllet. . . 3 tc'.ten . . . San« . . . c tßtoetj . . Spanien . . ianua . . . ?aoan . . üiio de Ian.. Iugollamten - Lmadd» - . 7.043 7.057 51.95 52.05 12.465 12.485 3.057 3,063 170,23 170.57 74 . 88 7 5.02 82.82 32.98 78.12 78.28 15.20 15.24 0.948 0.952 4.209 4.217 58.56 58.68 21.43 21.47 16.545 16.585 81.95 82.11 34.67 34.73 82.32 82 48 1,179 1.181 0.32= 0,327 6.693 6,707 <3,84 13.8k Banknoten 6.893 6.907 51.95 52.05 12.465 12.485 3.057 3,063 170.28 170 62 74 83 /4.97 82,72 82.83 77.37 78-15 15.185 15,225 0.948 0.952 4.209 4.217 58.56 58.68 21,43 21,47 16.545 16.585 82,02 82.18 34,67 34.73 82.32 82.48 1.149 1.151 0.325 0,327 6.693 6.707 13,84 13,88 6% Zeunche SieichMnicitie d. 192. 7% Deutsche ReichZanleibe v. 1929 6H% Doung-Anleihe von 1930 Deutsche Anl -Ablöi.-Schuld mii 'luelvi.-Rechten Desai, ohne AuSlol.-Rechte 8% Heft. Lolksstaai von 1929 (tücUalilb. 102%)...... Cbcrbcilen Provinz-Anleibe mit Auelos.-Rechten T -.Ische Komm. Lammelabl. ■2lnlribe Serif 1 .... 8% -xTimfl. Hnv-Bank Goldvse is mdünbbat bU 1935 7°„ ,'vranlf. Htw.-Bank Koldvlc unkündbar biS 1936 Serie 16 ."rranfl. Hnv-Bank Liau. Psandbric'e. . _ e-% Rheinische Hov-Bank-Ltau. Äolbvie. , - • 8% Br. Landeevlandbriesanllait. Psanbbriese R. 19 - • 7% Br. Landespsandbriesanitaii. Pkandbrirke R. 1» 4% Oesterreich»chf Äoldrenie 4,20% Oeslerrcichische Silberrente 4°o Ungarische Goldrenie - 4% Ungarische Slaatsrcnte v. 1910 4Z,% desgl. von 1913 6% abgest. Goldmerikaner von 99 4% Türkische gollanlcibe von 1911 4% Türkische Bagdabbabn-Anleibe Serie I 4% desgl. Serie li 6% Rumän. vereint». Rente v. 190., 4%%Rumän.vereinb.Rentev.l91? 4% Rumänische vcreinh. Rente 2%% 1. Anatolier 52.75 58 60.25 35.25 3.55 36,5 33 63,5 76,4 75 64 1,12 4,5 5,5 5 2,5 2,3 2,3 7 3,13 15,5 III 1 1 1 1 1 1 1 । । 1 । । 1 । । । । । H H 58.4 60.13 35 3,5 15 32,25 1.05 4.25 2.55 2,6. 2.65 7,13 3 15,6 EL 11 's£ £ 111111 । । । i i i i i i in pamvurg rimenta Bäte. Hamburg-Südam. Tampsichiss - 0 Hansa Tampfidiill - - ® Norddeutscher Llovv -6 9L(S. kür «crtchtiroelen Akt Berliner Handelegeiellschast 8 Sommer»- und Priva'.-Bank . 7 EarmftäSttt und Sationaldank 8 Deutsche Bank und Di-conto-Gesellichast... 6 TretPnct Bank ..... 6 Reichibank .... 12 fl.a.a. ’ Bergmann...... 9 Elekrr. LielerungrgeleMchasl. 10 Licht und Rtaft .10 gelten & «uilleaume . 6Vi «elelllchasi für Elektrische Unternebmungeo ... 9 Rdeinische Elektrizität .... 9 Lchucken &Co .....U Siemens & t-altte.....14 Labmever L Eo....... 12 Buderus . .....< Deutsche Erbü!.......t Selsenktnbener . ......k Harvener ..... • 0 hoeich Eisen. ...... • < fllle Bergbau ......V Klücknerrverke..... • • ® ftöln-Seueiien.....- - 6n öanneSmann-SSfrTen «anSselder Bergbau.....0 Cberidilel. ftoUtecdf ... . 8 Phönir Bergbau • • • Rheinische Braunkohlen... 10 «heinüahl ■ .....6 10.25 11.25 26,25 87 16 18.5 30 18,5 122,5 20 66 '5 50,75 63 56 13,5 74,5 23,5 60 32 47 12,5 16 62 5 39 8 - | | | | | | | | 1 | | 1 1 | III II 1 1 1 1 ö- 81 1 | | | 1 1 1 1 10.13 19 11 27 87.5 16 18,5 30 18.5 122,25 21 18 64.5 35.75 51.25 63.5 55.75 113 73.25 59.25 31.13 47 24 21.25 36.7 29,13 163 39,13 1013 10.9 121,75 20,75 65 35.25 50.25 61 55.75 112 25 59 31.65 47 23.75 20.25 35.9 29.75 39 •Kicbed -ölrntan......1.- Bereinigte Ltablwerke .... 4 Liam Minen......16', »aHtcerie «schrr-leben ... 1° Baltroerfe Ve-ieregeln ... 10 Kaliwerke LaUdetkurtb V I. S. ffarden-Invuskrre 12 Verein, chem. Industrie Frank, sun a.M........... Scheide an Kalt.......1® Goldschmidt.........0 Rütgerdwerie.......» Metaklgeiellschafk.......9 PHUwv Hoi;mann......8 lemrntmerf Oarlltabt.....7 Wavb & Fr-vtaa - • • • 0 Schuirhett Pa»endoser ... 15 Lku (Lllgememe LunBeide) c Bemberg. ■ • • ® ReUftfll Salbbof....." 2'chossenburg ... 6 tefiauei fla« » Tai ml er Mor«en......» Teutsch« Lmoieum.....5 Lier6.5 48 100 L8 2 - L S Illi 1 1 1 1 1 1 1 1 SIM Illi 8 bi 1^1 " S 1 1 1 % 14.13 87 25 96.5 152.5 87 z 15,5 30,5 3.25 47 30.25 28.5 25.13 78.75 10.9 26.5 21,13 51.65 171 15,5 14.13 86,75 152.5 66.25 - 30.25 30 46,75 30 25 79.13 21 51.25 174,75 - 25erim. 77 Juni «Selb Aries ämeritanbtte Solei....... velarlche Roten ....... Taiulche Solen ....... rngltschr Säten........ .-sianiostsche Roten ....... HollLndllckk Solei ...... I-alleni'ch« Seien ...... tz-rn>egiiche Roten...... . Teutsch-Lekterreick. 4 100 SchiUing Rumünrsche Solen........ Schwedische Säten........ Schoeucr Säten......... Lpanische Solen......... Ungarische Säten ........ 4.20 58.40 82,63 15.16 >6.505 169.86 21.54 74,70 2,49 77,94 81,77 34,53 4,22 38,84 82,97 15,22 16,565 170.54 21,62 75.00 2,51 78,26 82.09 34,67 M' w. kW • V X . vj enwagen, 3 Hemden, 3 Unterhosen, 1 Grammophon, 2 Sessel, 1 Rind, 2 Kühe, 1 Pferd, 1 Grasmähmaschine, 1 Gasherd, 1 Zeiß-Bücherschrank, 1 Kartothek, 1 Mappe Denkmäler, 1 Pürsch- büchse, 1 Schrotrepetierflinte, 1 Drogen- schrank, 1 Warenschrank, 1 Ausziehtisch, 1 Kamera, 1 Registrierkasse, 2 Schäfte- steppmaschinen, 1 Motorrad, 1 Oelmeß- apparat, 2 kl. Eisschränke, 2 Ladentheken, 1 Kaffeebehälter, 1 Spiegel, 2 Wärmeflaschen, 22 Gummipuppen und Tiere 4 Taschenlaternen, 2 Kinderspiele, 2 Schachteln Bleisoldaten, Pfeifen und Mutze, 200 Mistbeetfenster, 1 Sofa. Lunker, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wiesecker Weg 16, Telephon 3383. ftnotilouiHaft tausendfach bewährt bei: Arterienverkalkung, Nheuma- tismus, hohem Blutdruck, Herz- beschwerd., Asthma, Hämorrhoiden, Leber- und Gallenleiden u. allen Stonmech- selstörungen. Flasche Mk. 3 — lreicht5Wvchen) Bersuchsflasche Mk.l.-(1 Woche ausreichend) In Apotheken u. Drogerien z. haben, sonst direkt. wohl Gießen mit Ersatz antreten mußte, lieferte es den Gastgebern ein schönes Spiel. Dem Gastgeber, der mächtig aus sich herausging, gelang es jedoch bis Schluß das Resultat auf 4:2 zu stellen, an dem Gießen trotz aller Anstrengungen nichts ändern konnte. Kinzenbach! — wieseck II 1:5. Aus Anlaß eines Sportwerbetages standen sich die beiden Mannschaften in Fellingshausen zum Freundschaftsspiel gegenüber. Wieseck trat nach längerer Zeit zum ersten Male wieder in seiner früheren Aufstellung an und lieferte den Kinzen- bachern ein ausgezeichnetes Spiel. Wohl dauerte es Die Slaatsmnn^ As« kamt Vie 9 mflp, r-ch Stil Er sagte Mählich sachliche" WeuMg so maßlos grob Bit a> Die übertriebene & tat im französischen r Palace, ist aber noch wittert jetzt hmter alb Dosheit und Hinterhai trauischen Gemüter in es vielleicht auch als stiation empfunden Y ine Mittagsstunde die Zeppelin-Lufts' Kvnserenzort überflog wollen, so können sie Argumente für die dei damit für den vertan noch ableiten. Man muß sich nur i' die Franzosen auf ei tun. Darüber ist doch i gelaßen worden, daß tigcn und grün auf alle Tributzahlun gung Deutschlands an ausbauplänen nicht Und wenn die Fraw als ob der deutsche ! gestellte Kompensatic habe, so ist das ganz Äeichsfinanzministcr i abend gain ausführ! wirtschaftlichen und fi ouseinandergesetzt. Hit aus. 3n der deutsche "och dep verschiedene zweiten Konserenzwoch nen, daß eine stärkere an dem ^gemeinsames für den französischen 1 "istung für den Würdigt werden kö ™ »ranzosen aus ix öcmeinfame Topf zn>ai lutofw fei, daß ab? Mer Streichung der T verzichten müsse 2 n s d-rkompensatioi ™«g 5a6m nun unt f°««U Junktim SÄKiiebi'M 8=l*Si- S'Ä“ JUflttionaHei ei"e’8ier.i Ca«|Qnne.28.3ui '•■•••tun ,, «*'n J, "ld |en, T- ifl etle- wurde rekte n ffla^le bca||d)entflanÖ11 ""«S un । fi1”' w Ichen ]jn ' ^chweri Heric anöeret j?Cte ^nkrejch. ^ebniii» V ^^lar jeleg,. Cd)S eintabe?x nad)m erilallen en » richtung, krankheitshalber sehr günstig ab- sowr zugeben. Lllonatliche Miete NM. 100.—, jegl. ersorderl. RM. 4000.—. Offerten unter ligst In Lollar fand am vergangenen Sonntag das Bezirks-Kindertreffen unter sehr zahlreicher Beteiligung statt. Zirka 600 Kinder gaben sich auf dem dortigen Sportplätze ein Stelldichein. Bei gemeinsamen Spielen, Volkstänzen usw. verfloß der Vormittag schnell. Gemeinsam wurde dann im Schatten des Waldes das in Feldkesseln hergerichteten Mittagessen verzehrt. Nach der Mittagspause wurden gemeinsame Freiübungen gezeigt. Die übrigen Nachmittagsstunden waren mit Spielen und Volkstänzen ausgefüllt. Außerdem trugen 14 Schu- lermannschaften Fußballspiele aus und zeigten mitunter recht ansprechende Leistungen. Die Spiele zeitigten folgende Ergebnisse: Naunheim — Lollar 2:2; Gießen — Großen-Linden 0:0; “ - “ ' ' " ~