Rr.uo SrühauSsave 182. Zahrgang Dienstag, 28. Juni 1932 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Dnirf v«d Verlag: vrühl'fch« Univer^rü1r-V»ch- mwö Stetiöniderei H. Lang« tu Stetzen. Schriftlettnng und Sefchästrstelle: Lchulltratze 7. für die lagtsnummer bis jum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, ausmärts 10 Neichspjennig; für R— klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Neichrpfennig, Platzvorschrift 20'. mehr. Cheftedaktear Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.THqrwt; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für ben Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugsprei,: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zenifprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehe», poftschtökonto: granffurl am Main 11686. Die deutsch-französische Aussprache im kritischen Stadium. Die deutschen Vorschläge verlangen restlose Tributstreichung, bieten jedoch Deutschlands Mitwirkung am wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas an. Oie amtliche Mitteilung. Lausanne, 27. Juni. (XU.) Die drille deutsch, französische Sitzung, die Montag kurz nach 17 Uhr im palace hotel hinter streng verschlossenen Türen begann, wurde kurz vor 20 Uhr abgeschlossen. lieber den Verlauf der Sitzung wurde folgende amtliche Mitteilung veröffentlicht: „Die deutschen und französischen Delegierten sind heule nachmiliag von neuem zusammen- gelrelen. Der deutsche Reichsfinanz, m i n i fl e r hat die Gründe auseinandergeseht. die nach seiner Ansicht für die Annullierung der Reparationen sprechen sowie die er st en Mahnahmen dargelegt, die er zum Wiederaufbau (Europas Vorschlag!. Der deutsche Reichskanzler hat diese Erklärung des Reichsfinanzministers vom allgemeinen Standpunkt aus erweitert und vervollständigt. Der französische Ministerpräsident herriot hat im Namen Frankreichs die Vorbehalte angemeldet, die er für notwendig erachtet. Die Verhandlungen werden Mittwoch vormittag weiter s o r t g e f e h t werden." lleber den Verlauf der Besprechung wird weiter bekannt, dah Reichskanzler von Popen nach den Ausführungen des Finanzministers erklärte, diese Konferenz habe die auherordenlliche Möglichkeit, die Irrtümer der Nachkriegszeit zu beseitigen und die Welt wieder gesünderen Verhältnissen zuzusühren. Das System der Tribute müsse unter allen Umständen fallen. Jede Fortsetzung dieses Systems bedeute den völligen Ruin der gesamten Weltwirtschaft und des ver- frauens, das die Grundlage des allgemeinen wieder- aufsliegs fei. Die deutsche Regierung würde keine Unterschrift leisten, von der sie schon heute überzeugt fei, dah sie nicht gehalten werden könne, weil sie eine völlige Unmöglichkeit sei. Die deutsche Regierung sei durchaus bereit, an einem konstruktiven Ausbauprogramm für (Europa mitzuarbeiten In den Ausführungen des Reichsfinanzministers feien dahingehende konkrete Vorschläge vorhanden. Das deutsch-französische Problem werde in Zukunft eine entscheidende Nolle spielen. In der auherordentlich ernsten Stunde, in der wir uns befänden, müsse die wieder- Herstellung des Vertrauens in der Welt gefordert werden. Diese historische Ausgabe falle den Siegermächten, nicht aber Deutschland zu. Die französischen Minister erklärten, dah sie auf die eingehenden Ausführungen der Vertreter Deutschlands gleichfalls ausführlich antworten wollten. Die Fortsetzung der Verhandlungen sei aus diesem Grunde auf Mittwoch verschoben worden, herriot hat bann nach deutschen Mitteilungen zum Schluh lediglich erklärt, dah er Vorbehalte zu dem deutschen Standpunkt mache. In der Mittwoch-Sitzung werden somit wichtige Ausführungen durch die Finanzminister gemacht werden. Aus der kurzen Formulierung der amtlichen Mitteilung ist zu schliehen. daß die französische Regierung zu der Erklärung des deutschen Finanzimmsters und des Reichskanzlers über die Unmöglichkeit weiterer deutscher Tributzahlungen noch n i ch t e n d- gültig Stellung genommen hat. Die heutige Sitzung ist hauptsächlich mit der Rede des Reichskanzlers und des Reichsfinanzministers ausgefuUt gewesen. Die lange Dauer der Sitzung erklärt sich teilweise aus der Tatsache daß der französische Finanzminister Germain Martin die französische Uebcrsetzung der Rede des deutschen Finanz- Ministers wörtlich nachschrieb und den Uebcrsetzer der deutschen Abordnung häufig wegen zu schnellen Verlesens der Rede unterbrach Die Verhandlungen gehen zunächst in privater ^orm und sodann in einer neuen deutsch-französischen Sitzung am Mittwoch weiter. Herriots Vorbehalte. Heute werden die Franzosen sprechen. Sn maßgebenden französischen Greifen wird über den Verlauf Der Besprechung crHact, der Reichskanzler habe an den guten Willen Frankreichs appelliert. Herauf habe Der französische Ministerpräsident die Er- Rötung abgegeben, daß Frankreich keineswegs Die Absicht habe. Deutschland in einen Zustand wirtschaftlicher Unterlegenheit zu halten. Franr- reich sei durchaus bereit, an Dem europäische Wiederaufbau mitzuarbeiten und habe Verstand, nis für die Rot Deutschlands und Europ^. doch hätten Die Ausführungen des Deutschen ö^nanS- Ministers zu keiner Annäherung zwischen Der Deutschen unb französischen Auffa |Un9.9 * führt. Aus diesem Grunde werde der französische Finanzminister ® e r m a i n - OR a r 11 n m Der Mitiwochsihung auf die deutschen Ausführungen erwidern. Weiter hat Herriot nach rranjoU- schen Mitteilungen erklärt, daß von deutscher Seite noch am Freitag von Kompensationen im Falle einer Tribut st reich u n g gesprochen worden sei, heute sei jedoch von deutscher Seite von Kompensationen nicht mehr die Rede gewesen. Sn Kreisen der Konferenz wird die Lage als ernst bezeichnet. Man stellt fest, dah die deutsche Regierung den sachlich bereits bekannten deut- schen Standpunkt in der Tributfrage heute mit großer Offenheit und Klarheit dargelegt habe und über den Standpunkt der beut* schen Regierung nunmehr keinerlei Zweifel bestehen könnten. Es wird hervorgehoben, daß die deutsche Regierung jedoch ihre grundsätzliche Be- reitwilligkeit erklärt habe, in breitem Maße an dem Wiederaufbau Europas mitzuwirken. Sn diesem Rahmen fei die Möglichkeit der wirtschaftlichen Verständigung mit Frankreich zu suchen. DaS in der heutigen Sitzung entwickelte Programm enthält damit neben dem negativen einen durchaus aufbauenden Teil der sofort zu den sachlichen Verhandlungen der Regierungen wegen der llebettoinbung der Weltwirtschaftskrisis und des Wiederaufbaues Europas alle Wege öffnen. Sedvch verstärkt sich der Eindruck, daß die französische Regierung a n ihrem unnachgiebigen Standpunkt fest hält und weitere Tributzahlun* gen verlangt. Ob ein Ausweg aus dieser Lage gefunden werden tarnt, ist noch in keiner Weise zu übersehen. Die vertraulichen Beratungen zwischen den Delegationschefs haben Montagabend gleich nach der Sitzung eingesetzt und werden vorn Präsidenten Der Konferenz, Mac- Donald, mit der deutschen und französischen Abordnung geführt. Sm Laufe des Dienstag- Dürfte sich klären, wie weit noch eine sachliche Derhandlungsgrundlage vorhanden ist. Oas Matin -Interview des Reichskanzlers. Berlin, 27. Juni. (ERD. Amtlich.) Angesichts der Tatsache, baß bie angeblichen Erklärungen des Reichskanzlers o. Papen gegenüber einem Vertreter des Matin trotz des Dementis Der Reichs- regierung noch immer in der in- und ausländischen Presse erörtert werben, wird von zuständiger Stelle nachdrücklichst erklärt, daß Reichskanzler o. Popen in keinem seiner Gespräche in Lausanne von einer Anerkennung des Rechts Frankreichs ober von Frankreichs Rechten auf Kompensationen gesprochen hat. Im übrigen ist auch die Darstelllung vollkommen abwegig, die der Motin nachträglich von der Unterredung gibt und in Der behauptet wird, die Erklärungen des Kanzlers seien noch schärfer formuliert gewesen, als sie bas Blatt veröffentlicht hat, und seien ausdrücklich als zur Deröffent- üu)ung bestimmt gemacht worben. Reichskanzler o. Papen hat die Unterredung mit dem Vertreter des Matin in Gegenwart des Legationsrats Thomson gehabt, und der Inhalt der Unterredung ist ausdrücklich als vertraulich b e ■ zeichnet worden. Lausanne, 27. Juni. Rach der Rückkehr der leitenden Staatsmänner aus Berlin und Paris trat die ßaufanner Kon- serenz in das entscheidende Stadium. Der deutsche Reichskanzler ist mit neuen Vollmachten ausgerüstet. Er kann nun seine Gedanken über die wirtschaftliche Zusammenarbeit Deutschlands und Frankreichs in der Form von genau umriffenen Plänen vortragen. Man kann sehr im Zweifel sein, ob solche Pläne heute noch eine wirkliche Erfolgsmöglichkeit in sich tragen. Aus der Wirkung, die die Llnterhaltungendes Kanzlers mit französischen Sournaliflen in Paris und in Berlin gehabt haben, wird Herr v. Papen inzwischen erkannt haben, daß er sich etwas ver- gallopiert hat. Wenn er den Franzosen das grundsätzliche Recht auf Reparationen noch einmal bestätigt haben sollte, so muh das natürlich stark auf den Preis wirken, der für einen Verzicht verlangt werden soU. Die Empörung, die die Snterviews des Kanzlers auch in den deutschen Kreisen ausgelöst haben, die ihm sonst politisch freundlich gegenüberstehen, zwingt ihn aber andererseits in Lausanne zu stärkerer Zurückhaltung. So könnte es schließlich sein, daß das Gegenteil von dem erreicht würde, was beabsichtigt war. Herr v. Papen scheint gehofft zu haben, daß er mit besonders freundlichen Worten die Atmosphäre entgiften könne. Er hat möglicherweise geglaubt, durch eine besonders charmante Art den Gegenspieler einwickeln zu können. Sm tatsächlichen Effekt dürfte er die Standpunkte audeinanbergerüdt haben. Drüben hat er die Hoffnungen anschwellen lassen, während er selbst nun nach seinen Unterhaltungen in Berlin in feinen Ausgleichsmöglichkeiten eher stärker beschränkt ist. Die Vorschläge, die der Kanzler nunmehr tn Lausanne unterbreitet, laufen auf eine Reugestal- tungberinternationalenWirtschafts- deziehungen hinaus. Sie zielen auf ein zwi- schenftaatliches Wirtschaftssystem mit gegenseitigen Beteiligungen und mit einer umfassenden Regelung ber Probuktions- unb Absatzoerhaltnisse. Auf diesem Wege sollen Die verschiedenen europäischen Wirt- lchaflsgebiete aus der Vereinzelung befreit werden. In diesem System enger zwischenstaatlicher Zusammenarbeit hofft er die Grundlage zu dem wirtschaftlichen Wiederaufbau (Europas nach BeseitigungdesReparations- und Schuldenwirrwarrs schaffen zu kön- nen. Es ist ohne weiteres ersichtlich, daß in einem solchen System dem einen oder anderen Partner besondere Vorteile zuaewiesen werden können. Man kann ihm in der Regelung der Produk- tions- und Absatzverhältnisse größere Anteile zu- billigen als das nach der Zahl der beschäftigten Menschen und' nach den Verhältnissen der Produk- tionsapparate und der bisherigen Ausfuhrziffern einem gerechten und billigen Ausgleich entsprechen würde. Durch eine solche höhere Beteiligung wird unter Umständen Frankreich Vorteile erlangen rönnen, die über den Wert einer Abschlagszahlung hinausgehen könnten. Die deutsche Delegation wird also auch bei diesen Vorschlägen große Vorsicht walten lassen müssen, wenn sie sich nicht den berechtigten Vorwürfen.aussetzen will, daß sie den französischen Reparationssorberungen auf Umwegen Rechnung getragen habe. Die Forderung nach dem Tributoerzicht kann nur so begründet bleiben, daß sich aus einer europäischen Zusammen- arbeit, die nicht mehr von dem Schmutz der Reparationen belastet ist, auch bei einem gerech - ten Ausgleich in der Produktions- und Absatzregulierung allen Beteiligten mit der Zeit wirtschaftliche Vorteile ergeben werden, denen gegenüber eine Abschlagszahlung aus den Reparationen zur Bedeutungslosigkeit herabsinken mürbe. Ob aber Frankreich schon für eine solche Argumentation reif ist, baran sind nach wie vor die e r n ft e • ft e n Zweifel berechtigt. Was können wir Frankreich bieien? Von unserem G.-Storrefponbenten. Was wird bie neue llotoerorbnuna enthalten ? Aufhebung des Uniform- und OemonstrationSverboiS, aber Ermächtigung an die örtlichen Polizeibehörden. Berlin. 27. Sunt. (TU.) Die neue Rot- verordnung Des ReichspräsiDenten wird voraus- sichtlich am Dienstagmittag veröffentlicht werDen. Die RotverorDnung wird Die Bestimmung enthalten. Daß Die Uniform- und Demon- st rationsverbote im ganzen Reich aufgehoben werben. Sn Der RotverorDnung werden jeDoch Die Wünsche Der Länder insofern berücksichtigt werben, als die Länderpolizeibehörden ermächtigt werden, örtlich und unter besonderen Bedingungen Ausnahmebestimmungen zu erlassen. Ferner wird eine Ausführungsverordnung zum § 4 der Notverordnung vom 14 Sum ergehen. Durch Die eine AnmelDe Pf licht für Demonstrationen eingeführt wird um zu verhindern, daß gleichzeitig an derselben Stelle Kundgebungen feindlicher Parteien erfolgen tonn<2ßie unsere Berliner Redaktion ergänzend mitteilt, hat die Reichsregierung sich den Kompromißoorsch.ag zu eigen gemacht, den Der preußische Innenminister S e o e r i n g in der Konferenz zwischen dem Reichsinnenminister und den Ländervertretern oorschlug. Das Uniformoerbot wird praktisch aufgehoben, alle Demonstrationen unterliegen jedoch künftighin der Anmeldung und der Genehmigung durch die zuständigen örtlichen Polizeibehörden. Die preußische Re. g i e r u n g, die von dem Ausgang des Uniform» ftreites vollauf befriedigt ist, wird von sich aus einstweilen auf jede Beschränkung der Demonstrationsfreiheit verzichten und den Landtagsbeschluß, das De- monftrationsDerbot aufzuheben, ausführen. Eine Durchführungsverordnung zur Notverordnung der Reichsregierung wird darauf Hinweisen, daß die Zulassung von Demonstrationen von den Regierungspräsidenten bzw. den Polizeibehörden sorgfältig nachgeprüft werden muß. Im allgemeinen wird den Regierungspräsidenten jedoch angeraten werden bie Demonstrationserlaubnis häufiger als bisher zu erteilen. Man nimmt im Reichsinnenministerium an, daß auch Bayern zu ähnlichen Ausführungsbestimmungen greifen wird Bayern wird wahrscheinlich von Fall zu Fall in allen Gebieten, in denen eine Störung der Ruhe und Ordnung nicht befürchtet wird, die Erlaubnis zum Tragen ber Uniform gemeinsam mit der (Erlaubnis zu Demonstrationen und Ausmärschen erteilen. Man erhofft sich durch diese Hompro- mißlösung eine Beruhigung nach allen Seiten hin, nicht zuletzt glaubt man, auf diese Weise den Konflikt zwischen dem Reich und den Landern bis nach den Wahlen vertagen zu können. Gausührerlagung der ÄSDAP. (Soebbcle zur Vorbereitung der Retchotagowahl. M ü n ch e n, 27. Juni. (TU.) Die Gauführertagung der NSDAP, begann am Montag in München mit einer den bevorstehenden Reichstagswahlkampfen gewidmeten Propagandabef prechung unter dem Vorsitz des Reichspropagandaleiters Dr. Goebbels. Der Reichswahlleiter der NSDAP, Minister a. D. Dr. Frick, gab zunächst die Anweisungen für die endgültige Festlegung der Wahlkreisoorschlage und für die Zusammenstellung der gesamten Reichstagswahlliste der NSDAP. Anschließend entwarf Dr. Goebbels ein Bild der politischen Lage. Der Sturz des Kabinetts Brüning sei der erste politische Stoß gegen bas bisherige System gewesen. Das Kabinett von Papen, bas an seine Stelle getreten sei, sei nicht von der NSDAP, berufen und nicht von ihr gebildet worden. Sie beurteile dieses Kabinett ausschließlichnachseinenTaten. Die Notverordnung der Regierung lehne die NSDAP, mit aller Entschiedenheit ab. Die Auflösung des Reichstags und die Aufhebung des SA.- Verbots seien keine Gnadengeschenke, an die NSDAP., sondern lediglich die Herstellung des normalen Zustandes. Die Maßnahmen des Reichsinnenministers seien vielfach z u spät gekommen. Niemals hätten der Separatismus einer gewissen Zentrumsclique und die Rotmord- Seuche ihr Haupt erheben können, wenn sofort unb durchgreifend gehandelt worden wäre. Der schleichende Rotmord-Bürgerkrieg sei ein Zustand, der für die NSDAP, auf bie Dauer unerträg- l sch fei unb zum Bolschewismus führe. Die NSDAP, habe fichüberallzurUeber- nähme der Macht bereiterklärt, aber sie lasse sich nicht durch faule Kompromisse Wasser in den Wein gießen. Es müsse jetzt alle Kraft der Bewegung auf den 31 Juli konzentriert werden, um im Reich einen Machtfaktor zu schaffen, der so stark fei, daß ohne die NSDAP, in Deutschland nicht mehr regiert werden könne. Durch die 14jährige Bankerottwirtschaft der bisher regierenden Parteien sei ein Zustand geschaffen worden, in dem esnurnocheine Alternative gebe: Entweder Barsche- wisrnus oder Hitler schafft Ordnung. Die Parole dieses Wahlkampfes laute: Gebt Hit - l e r bie Macht. In den weiteren Ausführungen Goebbels kam zum Ausdruck, daß alle Propaganda- Vorbereitungen der NSDAP, getroffen feien und daß der Propagandaapparat der Partei fix und fertig zum Einsatz stehe. In ber Aussprache wurden alle einschlägigen propagandistischen Fragen geklärt. Die Tagung schloß mit einem Treuebekenntnis zu Hitler der auf der am Dienstag ftattfinbenben Schlußsitzung sprechen wird. Oie NGOAP. in Bayern. Tie Liaalcschnldcnkomlnissarc ziehen ihre Nnterschrift zurück. München, 27. Juni. (ERB.) Der Abgeordnete Adosi Wagner, Dergbirektor in München (Rat.-Soz.) hat an den Präsidenten der Bayerischen Staatsschuldenverwaltung folgendes Schreiben gerichtet: „Hierdurch teile ich mit. dah ich die ergebene Ermächtigung zur Benutzung des Fosimiles meiner Llnterschrist für Zwecke der Bayerischen Staatsschuldenverwaltung zurückziehe. Ferner diene Ihnen aur Kenntnis, dah eine llnter- schristsleistung meinerseits bis auf weiteres nicht mehr zu erwarten ist. Diese meine Stellungnahme gilt für d i e ganze Dauer der Zeit, in der ich vom Präsidenten des Bayerischen Landtages und der Majorität des Bayerischen Landtag- verhindert werde, meine sonstigen Rechte und Pflichten als Abgeordneter auszuüben. Dazu erklärt der Abg. Wagner: .Bekanntlich müssen die Schuldverpflichtungen des Staates die Unterschrift der Landtagskommissare tragen, um rechtskräftig zu fein. Rach der Ausweisung der nationalsozialistischen Fraktion aus den, Landtag und der gewaltsamen Verhinderung der nationalsozialistischen Abgeordneten an der Ausübung ihrer Rechte und Pslichten als Abgeordnete müssen wir es ablehnen, noch weiterhin Unterschrift zu leisten, solange der verfassungswidrige Zustand anöauert. Die Folgen sind zunächst nicht abzusehen, denn schon in kürzester Frist ist wieder ein Betrag von 7.5 Mill. Mk. fällig, der seine Abdeckung in Form von Staatsschuldverpflichtungen nur dann finden kann, wenn die Unterschrift eines der Kommissare geleistet ist, die beide der RSDAP. angehören. Die einmal bestellten Kommissare sind für die Dauer des gegenwärtigen Landtages unabsetzbar. Beleidigungsprozeß Bosenbergs gegen fünf gegnerische Schriftleiter. München, 27. Juni. (ERD.) 3n dem Prozeß, den der Hauptschriftleiter des »Völk. Deob." Rosenberg gegen die verantwortlichen Schriftleiter vom 12-llhr-Blatt in Berlin, von der Leivziger Volkszeitung, von der Dolkswacht für Schlesien, von her Berliner Volkszeitung und von der Münchener Post angestrengt hatte, wurden vier Schriftleiter wegen übler Nachrede zu je drei Monaten Gefängnis verurteilt, der fünfte zu einer Geldstrafe von» 600 Mark. Sn der Begründung wird u. a. bemerkt, daß die Behauptungen in dem der Verhandlung zugrundeliegenden Artikel, Alfred Rosenberg sei während des Weltkrieges in französischen Dien- sten gewesen und habe gegen Deutschland Spionage getrieben, nicht erwiesen sind. Oie politischen Lleberwachungsaus- schüffe bei -en Rundfunkgesellschastcn. Berlin, 27. Suni. (LU.) Die nationalsozialistische Fraktion hat dem Preußischen Landtag einen Antrag eingebracht, bei der Reichsregierung dringend dahin vorstellig zu werden, daß die seit 1926 bestehenden politischenUeberwachungs- ausschüsse bei den Rundfunkgesellschaften sofort abberufen und durch Ausschüsse erseht werden, die nach dem heutigen politischen Kräfteverhältnis zusammengesetzt sind. -Zur Begründung wird erklärt, daß auch während der Regierungstätigkeit des jetzigen Deichskabinetts bisher nur zwei Nationalso- zialisten im Rundfunk hätten sprechen dürfen, was zum Teil auch auf die Besetzung der Ueberwachunasausschüsse zurückzuführen sei. So habe der Ueberwachungsausschuß der Berliner Funk stunde jetzt die Uebertra- gung eines sachlichen Fachvortrages des Obersten Hierl über Arbeitsdienstpflicht nicht zugelassen, ebenso nicht den Vortrag des Reichspropagandaleiters der NSDAP., Dr. Goebbels über das Thema „Der Nationalsozialismus als staatspolitische Notwendigkeit". Aus aller Well. Elternbeiralswahlen in Grvh-Verlin. Im Gesamtbezirk von Groß-Berlin fanden am Sonntag die Elternbeiratswahlen statt. Schon die ersten Ergebnisse zeigen die st arte Ueberlegen- heit der Chri st lich-unpolitischen Liste. Bisher logen von 385 evangelischen Volksschule n folgende Wahlergebnisse vor: Danach haben erhalten: Die Ehristlich-unpolitische Liste 2892 Sitze, die sozialdemokratische Liste Schulaufbau 729 Sitze, die Kommunistische Einheitsliste 446 Sitze. Andere Listen 104 Sitze. Es stehen noch die Ergebnisse von ungefähr 100 Volksschulen aus. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß an den 55 katholischen Schulen nur katholische und an den 53 weltlichen Sammelschulen nur weltliche Kandidaten gewählt worden sind. Von den 167 höheren Schulen liegen bis jetzt die Ergebnisse von 94 Schulen vor. Danach erhielten die christlich-unpolitischen 650 Sitze, die Sozialisten 84, die Kommunisten 10 Sitze, andere Listen 43 Sitze. Außerdem wurden für die sogenannte Gemeinschaftsliste, die christlich-nationalen Charakter trägt, 202 Kandidaten gewählt. Die Schlußworte der Angeklagten im Sklarek-Prozeß. WilliSklarek erklärte, er sei nur der Leiter der KVG. gewesen. Sein Bruder Max habe ihn lächelnd beiseite geschoben und erklärt, gute Leistungen seien nicht das wesentliche, die Hauptsache sei die P r o t e k t i o n. Er habe nichts Strafbares gemacht. Er sei geprellt und bestraft worden. — Schmidt versicherte seine Anschuld. Hoffmann erklärte, er habe seine Pflicht bis zum äußersten erfüllt. Aehnlich äußerte sich S o k o - lofsky. Gäbel sagte, daß er als Anhänger der kommunistischen Sdee Sch'emmerloka'e besucht habe darüber habe er sich die bittersten Vorwürfe gemacht. Er habe Fehler gemacht, aber kein Verbrechen begangen. D e g n e r bat kurz um seinen Freispruch. Bürgermeister Schneider erklärte, nur im Interesse der Stadt Berlin gehandelt zu haben. Kohl erklärte, keine Zuwendungen erhalten zu haben. Er habe nur zum Besten der Stadt gehandelt. Er bäte um ein gerechtes Urteil, das nur auf Freispruch lauten könne. ' Deutsche Fleischerfachmesse Dortmund. Wenn auch die Messeleitung bei Beginn der Messe davon überzeugt war, daß die Deutsche Fleischerfachmesse Dortmund 1932 eine qualitativ ganz hervorragende Fachschau werden würde, so konnte doch bei allem Optimismus ein derartig starkes Snteresse in den Fachkreisen nicht vorausgesehen werden, wie es die ersten Messetage gezeigt haben. Es hat sich allerdings sofort herausgestellt, daß die Fleische- reimaschinenendustrie sensationelleNeuig- keiten herausgebracht und zum ersten Male auf der Dortmunder Fachmesse ausgestellt hat. Diese Neuigkeit dürfte denn auch sehr stark dazu beigetragen haben, daß der Besuch aus dem gesamten Deutschen Reiche sowie auch aus dem Auslande ein so erheblicher geworden ist. Bereits am Sonntag sind einige tausend Autos und Autobusse zur Westfalenhalle angerollt. Die Messehallen waren xum Teil überfüllt. Dabei ist festzustellen, daß mindestens 50 v. H. der Messebesucher sich aus ern st haften Snteressenten zusammensehten Auch aus Holland ist der Zustrom außerordentlich groß gewesen. Die Dortmunder Hotels waren am Sonntag restlos besetzt, so daß bereits zahlreiche Privatquartiere in Anspruch genommen werden mußten. Abschied der deutschen Kriegsschiffe aus Danzig. Rach viertägigem Aufenthalt erfolgte die Heimfahrt des deutschen Linienschiffes „Schlesien" und der beiden Torpedoboote. Bereits am frühen Morgen setzte eine wahre Völkerwanderung zum Liegeplatz der Schisse ein. Klassenweise und unter Gesang zogen sämtliche Danziger Schulen unter Führung ihrer Lehrer hinaus. Dor der „Schlesien" hatte die Schupokapelle Aufstellung genommen. Punkt 10 Ahr wurden d ie Haltetaue ge- l 5 st. Unter den Klängen des Deutschlandliedes setzte sich das Linienschiff langsam in Bewegung, in Kiellinie gefolgt von den beiden Torpedobooten. Brausende Hurrarufe der unübersehbaren Zuschauermengen ertönten. Ein letzter Flaggengruß, und die deutschen Schiffe dampften wieder der Heimat entgegen. Rlesenbrand in Antwerpen. Sn der großen Markthalle St. Sacques, die mehreren Genossenschaften als Lagerhalle für die verschiedensten Güter dient, brach ein Brand aus, der rasch um sich griff und auch auf die benachbarten Gebäude, darunter ein Hospital für Greise und eine Kirche übersprang. Die Feuerwehr macht alle Anstrengungen, um ein weiteres Umsichgreifen des Brandes zu verhindern. Mehrere Feuerwehrleute sind bereits leicht verletzt worden. Die Feuersbrunst hat ungeheure Warenmengen vernichtet. Der Verlust geht in die Millionen. Schottische Nationalisten holen die englische Flagge herunter. Die englische Flagge wurde von dem als Militärkaserne dienenden Schlosse Stirling bei der schottischen Stadt Stirling durch Mitglieder der schottischen Nationalpartei heruntergerissen und durch das schottische Banner ersetzt. Am Schluß einer Veranstaltung zum Andenken an die Schlacht von Dannvckbarn im Fahre 1314, bei der die Schotten die Engländer schlugen und damit die Anabhängigkeit für Schottland gewannen, erhob plötzlich eine Frau das schottische Danner und forderte alle Teilnehmer auf, ihr zu folgen, um den Union Sack vom Schloß Stirlingherunterzuholen. Die Menge marschierte geschlossen durch die Tore des Sein Bruder. Don Georg Mühlen-Schulte. Am Mittwoch, zu einer ungewöhnlichen Zeit also, kommt Guntram auf die Idee, das Kontor der Strumpfwarenfabrik Guntram 8- Co., deren Chef er ist, zu ignorieren und den Tag in seinem Landhaus zu verbringen. Das Landhaus liegt einsam auf einer Anhöhe, ein ganzes Stück hinter dem Dorf. Als Guntram aus dem Buschwerk des verschlungenen Gartenwegs heraustritt, hört er ein verdächtiges Geräusch in der geschlossenen Veranda. Guntram zieht seinen Revolver und öffnet die Tür. An dem runden Rohrtisch sitzt ein Mann in einem roten Sweater und liest Zeitung. Vor ihm, von der Zeitung fast verdeckt, steht eine Flasche. Der Mann springt auf, als Guntram eintritt. Er hält die Hände hoch und sagt beschwörend: „Schießen Sie nicht, werter Herr! Ich bin ganz harmlos!" „So? Sie sind ganz harmlos?" „Ja." „Was machen Sie denn hier?" „Ich lese." „Aha, Sie lesen! Natürlich! Warum sollen Sie auch nicht lesen?!" „Ganz recht. Ich lese den Roman. Eben hat Ro- derich die leise erschauernde Margot auf die Schulte geküßt. Eine sehr kitzlige Sache, werter Herr. Wenn es Roderich bloß ehrlich mit dem Mädel meint!" , Na, hoffentlich doch. Mich interessieren übrigens auTrblicklich anders Dinge. Was ist das da für eine GWe?" , -J. D . " „Na, da!" ri) dc>! — Das ist eine Sektflasche." Sie mal an! Meine letzte Pommery, nicht r ch weiß c3 nicht, werter Herr. Ich nahm an Sie t ■ ! <'('.) mehr, sonst hätte ich die Pulle nicht an- i ■' l " Nwah/e! D.izu sind Sie ja viel zu gut er= rcob', werter Herr! Uebrigens, der Sorten i ; n;1. Der Sekt hat das ganze Mousseur : ' Wollen Sie mal losten?" c'.-t si rt es Sie, daß ich kein Glas habe, r.’i n.i Flaschenkind, werter Herr. Ich habe b i die Brust genommen, und das auch i'. meine Mutter Flaschenspülerin in einer < । b"i idt " . milfart! Aber nun wollen wir mal acn Dingen reden, wenn es Ihnen ist." „Bitte sehr, werter Herr!" „Also was suchen Sie hier?" „Ich suche Stellung, werter Herr."' „Stellung? Halten Sie das Haus für ein Arbeitsvermittlungsbureau?" „Nein, werter Herr. Ich bitte um Entschuldigung, daß ich hier eingedrungen bin. Ich ging draußen vorbei und sah den Korbsessel in der Ecke. Daraufhin habe ich mir Eingang verschafft." „Weil Sie den Korbsessel sahen?" „Ja. Sie müssen wissen, daß ich Verandamöbellackierer bin. An d»n Armlehnen des Sessels ist die ganze Farbe runter. Ich wollte Ihnen vorschlagen, den Sessel neu lackieren zu lassen." „Ach nee!" „Ja. Vielleicht nehmen wir ein etwas helleres Rot. Ist viel freundlicher." „Sv so! — Na, darüber können wir ja mal später sprechen. In zwei bis drei Jahren." „In zwei big drei Jahren?"» „Ja. Ich denke, soviel werden Sie kriegen." „Wie meinen Sie das, werter Herr?" „Ach, ich habe bloß mal gehört, für Verandamöbellackierer, die in Abwesenheit des Besitzers gewaltsam in ein Landhaus einbringen und sich für ihre dunklen Absichten mit gestohlenem Sekt stärken, gibt es soviel." „Ich verstehe Sie, werter Herr! Haben Sie Mitleid mit mir!" „Mitleid?" „Ja. Ich habe einen Bruder, werter Herr. Er ist taub." / „Sehr bedauerlich. Aber was geht mich Ihr Bru- der an?" „Werter Herr, wir sind alle Menschen. Mein Bruder ist in einer entsetzlichen ßaqe." „Wieso?" „Er ist taub." „Das haben Sie schon mal gesagt." „Er hört nichts, werter Herr." „Kann ich mir denken, — wenn er taub ist!" „Er ist hilflos in seiner Taubheit. Vollkommen hilflos. Wenn ich ihn im Stich lasse, geht er vor die Hunde." „Na, nun meinen Sie bloß nicht." „Mein Bruder! Mein a ... ha ... har ... mer Bru ... hu ... der!!!" „Fürchterlich, Ihre Rührung! ... Ich will Ihnen mal was sagen, — es ist ja bestimmt kein wahres Wort an dem, was Sie mir da von Ihrem Bruder erzählen ..." „A ... ha ... Halles wahr, we ... he ... herter Herr!" „Hören Sie bloß mit diesem grauenhaften Geheul auf! Und lassen Sie mich ausreden! Ich sage wahr- fcheinlich schwindeln Sie mir die Hucke voll, aber Wie sieht es in USA. aus? Gespannte parlamentarische Lage.-Wird Roosevelt demokratischer Präsidentschaftskandidat? W a s h i n g t o n, 26. Suni. (WTB.) Die Hoffnung auf den Schluß der Parlamentssesfion hat sich nicht verwirklicht. Die beiden Probleme, die in der letzten Woche dem Kongreß Aur Erledigung noch übriggeblieben sind, die Kürzung der Beamtengehälter und die Milderung der Arbeitslosigkeit, beschäftigen die Exekutive und Legislative immer noch, und die Kluft zwischen beiden erscheint jetzt tiefer denn je. Präsident Hoover lehnt die Auflegung weiterer Schahanweisungen für unproduktive Pläne ab, und der Senat kämpft mit dem Repräsentantenhaus um Sparmethoden, von denen die Beamten möglichst wenig betroffen würden. An sämtlichen Fronten herrschte das Wochenende über Waffenruhe in der Erwartung, daß diese Woche irgendein Kompromiß bringen wird. Die demokratischen Parlamentarier drängen auf Vertagung, um an dem am Montag beginnenden Parteikonvent teilnehmen zu können. Auch dort ist man im Augenblick auf dem toten Gleis angelangt, da sich sämtliche Gegner des Gouverneurs Roosevelt vereinigt haben, um seine Pläne zu durchkreuzen. Der Tradition entsprechend bedarf es zur Aufstellung des demokratischen Kandidaten einer Zweidrittelmehrheit aller Delegierten desParteikonvents. Roosevelt, der nur über eine knappe Mehrheit verfügt, verlangt daher die Aenderung dieses Brauchs, was aber Alfred Smith und die Vertreter der Tammanh Hall, der demokratischen Parteiorganisation Neuhorks, ablehnen. Heber die Entwicklung läßt sich im Augenblick daher nichts Voraussagen. Die Armee der Veteranen hat sich in Len letzten Tagen etwas vermindert, und die Bewegung hat durch die entschiedene Haltung des Senats beträchtlich an Stoßkraft verloren. Immerhin dürste der größte Teil der Veteranen noch längere Zeit hierbleiben und weiter ein schwieriges Problem für die Sicherheits- und Gesundheitspolizei bilden. Außenpolitisch wartet man die Äußerungen der übrigen Mächte auf den Abrüstungs- Vorschlag Hoovers ab und hofft dabei, daß sich die Gegenvorschläge inhaltlich im Rahmen der von diesem vorgeichlagenen Kürzung um ein Drittel aller Waffengattungen halten werden. — Die Lausanner Verhandlungen verfolgt man mit großer Sympathie und würde eine baldige Verständigung begrüßen. Angesichts des sachlichen und versöhnlichen Tones des Reichskanzlers v. Popen und des französischen Ministerpräsidenten Herriot ist man ziemlich optimistisch hinsichtlich, des Endresultates. Oer Parteikongreß der Demokraten. Newyork, 27. Juni. (TU.) In Chikago wurde der Parteikongreß der Demokraten mit üblichem Gebet eröffnet. Senator Barkley von Kentucky hielt eine zweistündige Eröffnung5keds; in der er u. a. die drei letzten republikanischen Verwaltungen, besonders die Hoover-Regierung, für die Wirtschaftslage der Vereinigten Staaten verantwortlich machte. Er befürwortete eine Zollre - form, eine Banke nreform, die Farmer- Hilfe und sprach sich für eine fünftägige Arbeitswoche aus. Der demokratische Plattformentwurf enthält außenpolitisch den Beitritt zum Haager Schiedsgericht, die Aufrechterhaltung der Monroedoktrin und die Schul den st reich u n g im Austausch gegen Rüstungs- einschränkungen. Als Präiioentschaftskandi- doten der Demokratischen Partei gelten Gouverneur Roosevelt, A l Smith, der Sprecher des Repräsentantenhauses, Garner, Newton D. Baker, Gouverneur Ritchie von Mary-Land, Senator Reed von Missouri. Als Favorit gilt Roosevelt. Als Vizekandidaten für-die Präsidentschaft werden genannt Senator Wheeler von Montana und Bankier Trailer von Chikago. Das Ergebnis ist jedoch völlig ungewiß. Schlosses an den Militärwachen vorbei, die so überrascht waren, daß sie nichts unter- nahmen. Zwei junge Leute kletterten auf das Dach, rissen die englische Flagge herunter und setzten die schottische an ihre Stelle. Nachdem die Menge das Schloß wieder verlassen hatte, wechselte einer der beiden Soldaten die Flagge wieder um. Schwerer Anfall , eines deutschen Delegationsmitgliedes in Genf. Der Hilfsarbeiter in der Rechtsabteilung des Auswärtigen Amtes, Dr. Fritz Norden, wurde von einem Motorradfahrer überfahren und in schwerverletztem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Sein Zustand ist sehr ernst. Dr. Norden gehört der deutschen Delegation auf der Abrüstungskonferenz an und ist seit Fahren ständiger Mitarbeiter der deutschen Delegationen auf den internationalen Konferenzen. Friedhossschändungen in Dessau. Zwei bis drei junge Burschen drangen in den letzten Tagen und Nächten in den Friedhof ein und zerstörten etwa 100 Denkmäler, unter ihnen 35 bis 40 Grabkreuze. Man vermutet die Täter, die man bisher noch nicht hat fassen könyen, in den Reihen des Gottlosenoerbandes. Schweres Autounglück in Böhmen. Zwischen Komotau und Brüx stürzte ein mit fünf Personen besetzter Kraftwagen in einer scharfen Kurve in den Straßengraben. Der Wagen wurde vollkommen zertrümmert, vier Insassen sind kurz nach dem Unfall ihren Verletzungen erlegen. Das Gold der „Eghpl" freigegeben. Der Admiralitätsmarschall ordnete die Freigabe der von der „Egypt" gehobenen Gold- und Silberladung an, die an Bord des italienischen Bergungsschiffes nach Plymouth gebracht worden war. Unter den Augen von vielen Tausenden von Zuschauern wurden dann die Gold -und Silberbarren aus geladen und mit einem Sonderzug nach London befördert. Hochschulnachrichten. Professor Fritz Schachermeher, Fena, hat einen Ruf an die Aniversität Fnnsbruck auf den Lehrstuhl für alte Geschichte als Nachfolger von Professor Lehmann-Faupt erhalten. Der Berliner Privatdozent Dr. Kurt Stern ist als Gastprofessor für Biologie an die Western Reserve Aniversity Cleve land (Ohio, USA.) berufen. Der Kieler Botaniker Professor Dr. Georg Tischler hat als Gastprofessor der Fohn-Hop- kins Aniversity in Baltimore eine Vortragsreise an zehn amerikanische Aniversitäten unternommen. Der Gelehrte ist auch von der japanischen botanischen Gesellschaft in Tokio zum Korrespondierenden Mitglied gewählt worden. Der Literarhistoriker der Aniversität München. Professor Dr. Hans Heinrich B o r ch e r d t, ist als Gastprofessor an die Columbia Aniversity von N e u h o r k berufen. Der Hamburger Röntgenologe Dr. Fedor H ä - ne sch ist von der Königlichen Gesellschaft für Medizin in London zum Korrespondierenden Ehrenmitglied ihrer radiologischen Abteilung ernannt worden. meinetwegen! Ich will mal Gnade vor Recht er- gehen lassen. Um Ihres Bruders willen werde ich Sie nicht der Polizei ausliefern. Machen Sie, daß Sie wegkommen!" „Danke sehr, werter Herr! Das ist eine edle Tat!" „Schon gut!" „Es ist eine edle Tat, daß Sie an mich die Aufforderung richten: Karl, mach, daß du wegkommst!" — „Karl habe ich nicht gesagt." „Gewissermaßen, meine ich. Gewissermaßen haben Sie zu mir gesagt: Karl, reiß aus!" — „Also ver- schwinden Sie schon!" — ret6 — aus!l haben Sie gesagt." „Warum brüllen Sie denn so? Ich bin doch nicht taub." „Ganz egal, werter Herr! Wenn die Rührung über mich kommt, dann muß ich schreien. Sie haben edelmutigerweise zu mir gesagt: Karl — Karell!!! — Türme!!!" Die überanstrengte Stimme des Sprechers schnappt mit einem Mißlaut jäh ab. Gleichzeitig kommt aus dem anstoßenden Speisezimmer ein klirrendes ©e- polier .. Guntram stößt mit dem Fuß die Tür auf. Er steht vor dem Büfett einen Mann knien, der ihm den Rucken zukehrt und seelenruhig Silberzeug in einen Sack packt. „Mein Bruder Karl!" stellt voll müder Resignation der Verandamöbellackierer vor. Sie sehen jetzt daß ich die reine Wahrheit gesagt habe: Das dumme Luder da ist stocktaub!" Ist Elvira schuldig? Diese Frage beschäftigt die Mitglieder der Lon- voner Gesellschaft nicht weniger als die Whitechapel- leute unb die Kriminalisten von Scotland Pard. Seit Jahren hat kein Kriminalfall in England solche Aufregung verursacht, wie diese Liebesgeschichte mit dem unglücklichen Ausgang. 7 1 ®.1 oiraJBarnet) ist die Tochter eines promi- nenten Londoner Börsianers. Ihre Schwester ist mit einem englischen Herzog verheiratet, der der eng- rll5 Gardeoffizier angehört. Elvira war schon und scharmant, und sie schien prädestiniert für eine reiche unb glückliche Heirat. Um so erstaun- ter war man in der Londoner Gesellschaft, als man erfufjr, daß das schöne Mädchen sich in einen Iazz- mufifer verliebt hatte und als es ihr gelang ten starren Widerspruch ihrer Eltern zu beugen' und den unbekannten Musiker zu heiraten. In den ersten Monaten war alles Gluck und Seligkeit; es dauerte nicht lauge, und schon nach sechs Monaten wurde die ung eiche Ehe geschieden. Elvira Barney kehrte üjs ny?l ,nr Haus ihrer Eltern zurück. Sie wurde Schauspielerin und trat — unter einem P eudonym — im Londoner Gaiety-Theater auf. Sie stand zwischen den Welten; sie gehörte nicht mehr ganz zu der Gesellschaft, ohne daß man sie deshalb eine Halbweltdame hätte nennen können. Ihr Haus jedenfalls galt bald als Sammelpunkt der Londoner Künstlerschaft und vor allem der Londoner Bohemiens. Es liegt einige Monate zurück, daß Elvira Barney den jungen Thomas Scott-Stephen kennenlernte, den Sohn eines reichen schottischen Bankbirektors, und baß beide sich sterblich ineinander verliebten. Monate hindurch bauerten diese innigen Beziehun- gen. In den letzten Wochen erst munkelte man, daß zwischen den beiden nicht mehr alles stimme, unb nicht nur die Dienstboten wußten von den Streitigkeiten, die an der Tagesordnung waren. Trotzdem war Scott-Stephen noch häufig Gast bei Elvira Barney. Vor einigen Tagen gab Elvira wieder eine ihrer beliebten Gesellschaften. Unter den Geladenen — es waren ungefähr fünfzehn Personen — befand sich natürlich auch Thomas Scott-Stephen. Man schlemmte und trank, und es wurde drei Uhr morgens, bis die Gesellschaft auseinanberging. Man wunderte sich natürlich nicht, daß Scott-Stephen allein zurückblieb; man war bas von früher her nicht anders gewöhnt. Wenige Minuten nach dem allgemeinen Abschied hörten die Portiersleute — sie hatten sich noch nicht zur Ruhe begeben — den Knall von zwei Schüssen. Noch ehe die erschrockenen Leute etwas unternehmen konnten, wurde die Tür der Portierswohnung aufgeriffen. Frau Barney stand im Türrahmen, schneeweiß im Gesicht. Sie zitterte am ganzen Kör- per, und sie bat, sofort einen Art zu holen, Mister Scott-Stephen habe sich erschossen. Der Arzt war nach wenigen Minuten zur Stelle; er konnte nur noch den Tob des jungen Mannes feststellen. Die sofort verständigte Polizei verhörte Elvira Barney und erfuhr, daß sie und ihr Freund einen kleinen Wortwechsel gehabt und daß Scott- Stephen trotz der Unwichtigkeit des Streites plötz- heb einen Revolver gezogen und sich in die Schläfe geschossen hatte. Beide Schüsse seien so schnell gefallen, daß sie sie nicht hatte verhindern können. Schon die sofort oorgenommene Untersuchung des Polizeiarztes führte zu der absoluten Verneinung eines Selbstmordes: die Schüsse waren nicht aus nächster Nähe abgegeben; die Einschußwunde zeigte keinerlei Verbrennungsmerkmale. Auch die Tatsache, daß sich der Schuß in der linken Schläfe befand' obwohl Scott-Stephen kein Linkshänder war, spricht gegen die von Elvira Barney oorgetragene Selbst- mordtheorie. Die junge Frau wurde sofort verhaftet Bisher ist es noch nicht gelungen, ihre Selbstsicher- beit im geringsten zu erschüttern. Sie läßt sich durch kein Kreuzverhör aus der überlegenen Ruhe unb Fassung bringen, und sie bleibt bei der dezidierten xö^feÄleCOtl‘StCP!,en |e,b|t ** 2lloys Ruppel, Direktor der Stadtbibliothek und des Gutenbergmuseums, erstattete sodann den Jahresbericht, aus dem hervorging, das) die Gutenberg-Gesellschaft auch in der gegenwärtigen schweren Rotzeit frische« Leben zeigt, und das), wenn alle Mitglieder ihr die Treue halten und ihr nach Möglichkeit neue Freunde zuführen, sich gesund in bessere Zeiten hinüberretten kann. 3m Anschluß an die Generalversammlung sand auf dem Gutenbergplah vor dem festlich geschmückten Denkmal Gutenbergs eine Huldigungsfeier unter Mitwirkung sämtlicher Mainzer Männer- gcsangvereine statt, bei der Direktor Dr. R u p - V e l Johann Gutenberg als den wahren Erfinder der Buchdruckerkunst und großen Sohn Deutsch« lands feierte. die Versammlung zunächst mit der DertrauenS- arztfrage und kam in einer Entschließung zur Ab- lehnung der ohne Mitwirkung der ärztlichen Spitzenverbände zustandegekommenen Richtlinien, die als unbrauchbar und undurchführbar bezeich« Warum sindWald undWiese grün? Dom Strahlenappetit Verpflanzen. — Gelbe und grüne Strahlen sind Totfeinde des Lebendigen. — Wieviel Licht verschlingt die Pflanze? Don Dr. p. Popofsly. Der Reichstag hat noch daS Gesetz über die Rechtsstellung der weiblichen Beamten verabschiedet, dessen erste Lesung schon am S. Dezember 1931 erfolgt ist. Hiernach sind verheiratete weibliche Reichsbeamte berechtigt, ihre Entlassung auS dem Beamtenverhältnis zu verlangen. Aber auch ohne diesen Antrag kann die vorgesetzte Dienstbehörde die Entlassung verfügen, wenn nach ihrem Ermessen daS Ausscheiden aus dienstlichen Gründen erforderlich ist und die wirtschaftliche Der- dungssummen na hierbei im Hinbl keit darauf Wert Beamtinnen ihre männer sich in befinden. Die auSscheidenden weiblichen Beamten — sowohl die planmäßigen Angestellten, wie die nichtplanmäßigen — haben Anspruch auf eine Abfindung, die nach der Zahl der Dienstjahre berechnet wird. Durch die Zahlung dieser Ab- sindung werden gleichzeitig alle BersorgungS- bezüge abgegolten. Bei der Berechnung der Abfindung sind auch die Dienstzeiten mit zu berücksichtigen, die nach Vollendung deS 17. Lebensjahres im Reichs-, Landes- oder Kommunaldienst zurückgelegt sind, auch wenn dies nur ein Ar- beits- oder Angestelltenverhältnis gewesen ist. Falls nach der Entlassung der Fall eintreten sollte, daß die gesicherte Versorgung in Wegfall gekommen ist, dann sollen die ausgeschiedenen weiblichen Beamten nach Möglichkeit wieder be- marschierten. " Freiwilliger Arbeitsdienst der Ortsgruppe Gießen des Deutschnationalen H a n d l u n g s g e h i l f e n - D e r - bandes. Man berichtet uns: Die Ortsgruppe Gießen deS DHV. führt für ihre stellenlosen Mitglieder einen freiwilligen Arbeitsdienst durch. Jüngere, stellenlose Kaufmannsgehilfen sind mit Planierungsarbeiten an der Peftalozzischule beschäftigt, während in einem anderen Dienst Arbeiten in der Gießener Universitätsbibliothek durch- gcführt werden. Dieser Dienst eignet sich besonders für solche Stellenlosen, die infolge ihres Alters oder ihrcS körperlichen Zustandes nicht mit schweren Erdarbeiten beschäftigt werden können. Die Durchführung geschieht in engem Einvernehmen mit dem Arbeitsamt Gießen, dem städtischen Hochbauamt und der Leitung der Universitäts- ßlbliothek. Es ist dieS der erste freiwillige Ar- beitsdienst im Arbeitsamtsbezirk Oberhessen, der nur mit Kausmannsgehilfen durchgesührt wird. Insgesamt werden 27 stellenlose Kaufmannsgehilfen beschäftigt. Die bisherigen Erfahrungen sind durchaus zufriedenstellend. _ ~ " Einbruch im Zigarr enge schäft. In der vergangenen Rächt wurde im Zigarrmhaus von Fahrenbach in der Frankfurter Straße ein Einbruch verübt. Die Diebe zerschlugen eine Fensterscheibe, stiegen in den Laden und entwendeten Tabakwaren. Die Höhe deS Schadens konnte bisher noch nicht genau festgestellt werden. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. •• Sonnenwendfeuer auf dem O ber- st e i n b e r g. Die Wartburggruppe Gießen hatte alle Gießener evangelischen Iugendgruppcn, die dem „Hcsscnbund" oder dem „Verband der weid- lichen Iugend" ongehören, auf Samstag abend zu einer Sonnenwende.er auf den Oberstcinberg. südlich von Watzenborn-Steinberg, eingeladen. Der Einladung hatten die Gießener Iugend- gruppen, ferner die Iugendvercimgungen von Klein-Linden. Leihgestern und Watzenborn-Steinberg Folge geleistet. Die Feier wurde durch Die Singegemeinschaft der Gießener Iugendgrrchpen unter Leitung von Pfarrassistent n e 11 eröffnet. Rach Entzündung des haushohen Holzstoßes, den di« Gießener B)artburgjugend zusammcngestettt hatte, klang das gemeinsam gesungene UeD ..Flamme emhor" hinaus -in die Sommernacht. In seiner Feuerrede sprach Pfarrer Decker über die Bedeutung der Sonnenwende bei den Germanen und ferner darüber, was dos Feuer uns Christen zu sagen hat. Pierct ©tau bach. Watzenborn-Steinberg, betonte das Ge meinsame der Iugend und gab ferner Freude über das Zufammenfinden der fugend Ausdruck. Das Feuerspringen wurde von Marra.ftstent Knell mit dem Feuersprung „Du Volk au«l Der Tiefe du aus der Rächt, vergiß nicht das Feuer, bleib auf der Wacht- eröffnet. Kämmlingen gro« herer Gruppen und gemeinsam gesungene Lieder klangen noch bis Mitternacht durch die stille Ratur bis mit dem Schlußlied „Kem schöner Land" der Abend beschlossen wurde. Amtsgericht Gießen. Der Transportarbeiter R. P- ^Her Dorschen- der und Geschäftsführer desInternationalen Bun des des Kriegs und der Arbeit hatte M £ Dcr' antworten, weil er für seinen Verein empfangene net wurden. _ Hierauf hielt Prof. Dr. D a v i d (Frankfurt M.) ein Referat über das Thema „llnfer Kamps um standeswürdige Verträge". Der Redner forderte für die Krankenhausärzte eine ihrer Tätigkeit entsprechende Entlohnung, ausreichende Altersversorgung und Sicherung der An- stellungsverhä.tnisse gegen willkürliche Entlassung ohne Grund. Für die Erfüllung dieser Forderun» gen müsse die gesamte Aerzteschaft geschlossen kämpfen, nicht aus egoistischen Gründen, sondern um den Ansprüchen zu genügen, die Kranke und Staat an den leitenden Arzt eines Krankenhauses stellen. Lieber das Eigentumsrecht der Krankengeschichten und Röntgenfilme referierte der Syndikus des Verbandes, DerwaltungSrechtsrat Becheret (Berlin), der erklärte daß allein dem Hersteller und nicht dem Krankenhaus alS solchem das zeitlose und unbedingte Eigentumsrecht an Krankengeschichten usw. zustehe Er forderte deshalb eine Revision der vom Hauptausschuh der ärztlichen Spihenorganisatio- nen herausgegebenen Grundsätze nach dieser Rich- rascher Folge wurden dann die geschäftlichen Angelegenheiten erledigt. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt und die Ergänzungswahl für ben Beirat nach den Vorschlägen des Vorstandes vorgenommen. Der Derbandsbeitrag wurde von 15 auf 11 Mark herabgesetzt und als Tagungsort für die nächste Generalversammlung Breslau bestimmt. _ , Bei einem anschließend im Kurhaus gegebenen Frühstück begrüßte Ministerialrat Sch rohe (Darmstadt) die Gäste im Auftrag der hessischen Regierung. Rach Besichtigungen der w.ssenschast- lichen Institute und der Vudeanlagen beschloß ein gemeinsamer Ausflug nach der Saalburg die Ta- gung. _______ Guienbergsest in Mainz. WSR. Mainz, 27. Iuni. Wie alljährlich, so feierte auch in diesem Iahre die Stadt Mainz am 25. und 26- Iuni das Gedenken ihres größten Sohnes Gutenberg. Sportliche und musikalische Veranstaltungen haben Die Seiet zu einem wahren Volksfest gemacht. Den Höhepunkt des Festes bildet stets die G e n e r a I- versammlung derGutenberg - Gesell- schast die gestern vormittag tm Akademiesaat des Kurfürstlichen Schlosses abgehalten wurde- Rach kurzen Begrühungsworten des ersten Vorsitzenden. Oberbürgermeister Dr. E h r h a r d, sprach Professor I. Victor Scholderer vom Britischen Museum in London über die italienischen Frühdrucke. Der bedeutende englische Gelehrte ging in feinem Rortrag den kultu- teilen Untergründen des italienischen Frühdrucks nach- Er stellte die Zahl der Veröffentlichungen soweit heute das Material dazu vorliegt. auf den drei Hauptgebieten des geistigen Lebens lener Zeit des Humanismus, der Theologie und Der Iurisprudenz, fest, um aus dem Ergebnis dann wiederum einen Rückschluß zu Stehen auf die Bedeutung. die jedem dieser Drei Gebiete für das geistige Leben des Quattrocento zukam. Der interessante Vortrag wurde mit lebhaftem Bei- I fall aufgenommen. Der zweite Vorsitzende, Dr. hezulegen. Ganz besonders wird ick auf die große ArbeitSlosig- gelegt, daß vor allem diejenigen Stellung aufgeben, deren Ehe- gesichertem DeamtenverhältniS Buntes Allerlei. Oie schüchterne Greta. Der große Reklamerummel um G r e t a G a r b o, der von ihrer Flucht aus Hollywood, von ihrer Rückkehr in die schwedische Heimat und von ihrer glücklichen Heirat erzählte, hat sich nun wieder in Wohl- gefallen aufgelöst. Die „göttliche Greta" bleibt in Hollywood; sie wird nur ihre alte Firma, bei der sie sich einen Weltruhm erobert hot, verlassen und für eine andere Filmgesellschaft filmen, die entsprechend mehr zahlt. Trog dieser einfachen Erklärung der mysteriösen Handlungen, die man der schönen Schwedin unterschob, bleibt ein Schleier des Geheimnisses um sie gebreitet, der ihre stärkste An- ziehungstraft bildet und sie besonders den Amen- tanern rätselvoll macht. So wird z. B. ein richtiger Aankee niemals begreifen können, warum sich Greta weigerte den Bizepräsidenten der Bereinigten Staaten Curtis, und seine Schwester Dolly Gann die ihr'Atelier besuchten, zu empfangen. Sie verließ auf die Kunde von dem Eintreffen der hohen Herr- schäften fluchtartig das Lokal. Und doch ist Die Lr- Harting einer solchen Handlungsweise, über die ganz Amerika „Kopf steht", für den sehr einfach, der Die Wesensart des nordischen Menschen kennt: Greta ist eben ein verschlossener, eigenbrodlerischer und ein- famer Mensch, und dazu kommt noch eine frauliche Schüchternheit. Das behauptet wenigstens der Re- fliheur mit dem sie ihre letzten beiden großen Filme Mota Hari" und „Wie du mich begehrst gedreht hat Dieser Mann, George Fitzmaunce, der die Garbo in langen Monaten gemeinsamer Arbeit genau kennen gelernt hat, verrat: -Sie ist so schüchtern, daß sie vor jedem Fremden daoonlmift, ja, selbst mit Bekannten nur ungern spricht. Wahrend sie arbeitet, darf niemand anwesend fein, der nicht unbedingt notwendig ist. Sie verehrt z. B. Marie Dreßler außerordentlich, aber, wenn diese Künstlerin herein- käme während wir gerade eine Szene aufnehmen, dann' würde sie sofort ihre Arbeit unterbrechen. Ost verlangt sie selbst von mir, dem Regisseur, daß ich hinter einem Schirm stehe, während sie spiell. eie ist unermüdlich tätig, jeden Morgen Punkt neun Uhr zur Stelle, in ihren Lederreithosen, ihrem Leder- jatett und ihrer Mütze. Sie arbeitet ununterbrochen und trinkt nur alle paar Stunden eine ~affe xafsee. Sie legt sich ihre Auffassung der Rolle zu Hau e genau zurecht und überrascht im Atelier durch die | Folgerichtigkeit ihrer Anschauungen. Aber gegen Ein- Aus der Provinzialhaupistadt. Gießen, den 28. Iuli 1932. Abfindung für weibliche Beamte. Schon seit langer Zeit sind Bestrebungen im Gange, den weiblichen Beamten da- Ausscheiden aus dem Dienst durch Gewährung von Absin- Gelder über 100 Mark für sich verwendet haben soll. Er gab die» zu, konnte aber doch der Unter- ichlagung. Deren er angcliagt war, nicht überführt und muhte freigesprochen werden. (Er behauptete, gegen den Berlin Gegenforderungen in mindesten» gleicher Höhe gehabt zu Haden, er Hobe deshalb die angeblich unterschlagenen Gelder lebig- so Ist. denn dann würden unsere Bäume. Sträucher unb Kräuter schwarze- Laub tragen. Rur Körper, die alle sichtbaren Lichtarten ouf- f äugen, erscheinen uns schwarz. Sie strahlen also keinerlei Licht zurück. Warum sind die Pflanzen grün? Bon allen Llchtsarben der Sonne führt Das Gelb und Grün die größte Energiemenge mit sich, besonders In Form von Wärme Diese strahlende Därme der Sonne kann irdische Gegenstände, schwarze Wege, dunkelbraune Ge'teinswände, auf sehr hohe Temperaturen erhitzen. Auch die -Natter können sich ihr nicht entziehen: nachweislich nehmen sie zwangsweise bis zu vier Fünftel von ihr auf. Bei Lufttemperaturen von 30 Grad sind bei manchen der direkten Sonnenbestrahlung ausgesetz- ten Pflanzen über 50 Grad in den Blättern gemessen worden. Bei dielen hohen Temperaturen sind längst alle Lebenstätigkeiten eingestellt. Sie liegen schon hart an der Grenze von Leben und Tod des lebendigen Stoffes der Blattzelien, deS Protoplasmas. daS bei wenig über 30 Grad gerinnt und stirbt. Darum also vergreift sich die Pflanze mit ihrem das Sonnenlicht au>saugenden Motor, den Shlorophyllkörperchen, nicht an dem gefährlichen Grün und Okib Es ist glühende« Eisen für sie: sie dankt dafür, strahlt eS zurück und leuchtet dadurch in dem unS erfreuenden €maragbgnm. Cbc daS Sonnenlicht die Erdoberfläche und die Pflanzen erreicht, muß eS die Lufthülle durchdringen. DaS geschieht nicht, ohne daß eS dabei Veränderungen in der Zusammensetzung erleidet. Morgen- und am frühen Vormittag, am späten Rachmittag und am Abend sind die vom Licht zu durchsetzenden Luftschichten am dicksten. Ie dicker die Schichten, desto mehr werden reichlich Strahlen aller Farben In der Lust festgehalten, nur die roten Strahlen kommen mit geringem Verlust b ndurch (Morgen- und Abendrot). ES ist e n Zeichen für den allem Lebendigem innetDobnciiteii großartigen Spürsinn, daß Die Pflanze sich gerade diese, den größten Teil deS Tages über verfügbare und ungefährliche Strahlcnart auS dem Lichttncer herauSfucht und mit ihr den chemischen Betrieb aufnimmt. Wie steht eS nun mit Der Anpassung an daS Blau? Auch hier brauchen wir die Antwort nicht schuldig zu bleibenI An durchschnittlich 345 Tagen deS Iabre« ist mehr oder weniger .bedeckter Himmel". Das Tageslicht ist an diesen Tagen .zerstrreute- Licht" und als solche- besonder- reich an blauen Strahlen. So toetben Der Pslanzc an vielen Tagen und saft den ganzen Tag über blaue Strahlen reichlich zur Verfügung stehen, dar« um erscheint es uns nur selbstverständlich, wenn ihr Chlorophyllapparat sich auch Der Aneignung dieses SonnelichtteileS angepaßt hat Wir können also antworten: Die Pflanzen find grün, weil sie von Sonnenlich die ihnen am meisten zusagenden und die meiste Zeit über vorhandenen blauen und roten Strahlen zum LebenSbetrieb aussaugen und nur Die schädlichen grünen und gelben Strahlen fast ungehindert zurückwerfen oder Durchlässen. wände ist sie Durchaus nicht unzugänglich, fonbrrn läßt sich auch einen anderen Standpunkt auseinandersetzen. Greta zieht die Bücher den Menschen vor. Sie liest sehr viel, besonders Ibsen. Strindberg, Knut Hamsun und andere skandinavische Dichter, und sie fühlt sich wohler in der Gesellschaft Dieser erlesenen Geister als bei einer HollywooDer Premiere oder Gesellschaft." Wurden zwei Kinder vertauscht? Vor Der ersten Zivilkammer de- Landgericht- GlaDbach - Rheydt findet ein neuer Termin in dem Prozeß über Die vertauschten KinDer statt. In Diesem Prozeß, Der schon länger als ein Iahr Dauert, handelt es sich darum, vor Gericht festzustellen, ob vor zwölf Iahren im Gladbackxrr Wöchnerinnenheim zwei Iungen kurz nach Der Geburt vertauscht worden sind. Beide Elternpaare sind zu dieser Ueberzeugung gekommen, während Die Leitung de- Heimes Die Möglichkeit einer solchen Vertauschung abstreitet. Kläaer ist einer Der Vater, der Werkmeister Beuth, Der Die Feststellung beantragt hat. Daß der in Der Familie Des Fabrikheizers Donk lebende Iunge Willi fein natürlicher Sohn ist. Als Beweis in Dem Prozeß Dienen vor allem zahlreiche Gutachten von Sach verständigen. Diese Gutachten kommen in Der übertoiegenDen Mehrzahl zu Dem Schluß, Daß tatsächlich eine Vertauschung erfolgt sein müsse. Körperbau, Wuchs und Gesichtsau-Druck Der beiden Knaben Deuteten Darauf schon einDringlich hin. Mit diesen Feststellungen haben sich Die Sachverständigen aber Durchaus nicht begnügt. Sie haben Die beiden Familien eingehend untersucht. Die beiden Elternpaare und die Iungen waren beispielsweise einen ganzen Tag zur sachärztlichen Untersuchung in den Universitätskliniken in Bonn vor Dem gerichtsärötlichen Ausschuß Der Rheinprovinz. Fingerabdrücke, 'Blutproben, Kiefer- u. Zahnuntersuchungen, alle nur Denkbaren Untersuchungsmethoden führten zu Dem gleichen Ergebnis, so Daß Der Ausschuß zusarnrnen- sassend feststellte, nach menschlichem Ermelsen müsse man eine Vertauschung Der bciDen ÄinDer annehmen. Bestätigt wird diele Ansicht auch noch dadurch, daß schon damals vor zwölf Iahren im Wöchnerinnenheim Die eine Der Mütter behauptet hat, man habe ihr ein falsches KinD gereicht. Aus einerZeitung aus demZahre1882. In einem StäDtchen am Taunus erbot sich ein junger Beamter. 200 Mk. Darauf au wetten, daß er mit seiner Braut 10 000 Küsse in acht Stunden wechseln werde. Die junge Dame er» rottete pslichtschuldigft, erklärte sich jedoch zur Mitwirkung an Dem Experimente bereit, das unter scharfer Kontrolle Der Anwesenden sofort in Angriff genommen wurde. Zu Ende Der ersten Stunde hatte das Pärchen 2000 Küsse getauscht, in Der zweiten Stunde sank Die Aktion auf 1000 und in Der Dritten auf 750 herab. Das efberi- mentierenDe Paar bot einen kläglichen Anblick: Der kuhlustige Bräutigam hatte einen schmerzhaften Lippenkrampf, Der Wochen hindurch fort- Dauerte, und Die tapfere Braut verfiel tn heftige ' Zuckungen. Die ein lebensgefährliches Rervenfieber zum Rachspiel hatten. Die Wette I ging verloren, und Die Hochzeit muhte um eit; Iahr aufgeschoben werben. lich zum Ausgleich bestimmt unb für sich verwendet. Es waren auch Gegenforderungen vorhanden, teilweise waren fie aber ungewiß, teilwei'e lagen sie Aciiluh soweit zurück, daß sie nicht lediglich zur Entlastung de» Angeklagten in dieser Sache wieder herbeigeholt worden sind. Der als Zeuge vernommene Kassierer de» Bund«» sprach sich zu seinen Gunsten au», namentlich dahin, er habe sich nach den damaligen Derhällnissen zu seinem -Lun berechtigt halten können, so daß dem Angeklagten immerhin das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit gefehlt haben mag. Der vorgesührte 23jährige Melker L. ist polnischer Staatsangehöriger unb schon viermal seit 1928 wegen Übertretung der Paßvorschriften vor- bestraft. Diesmal ist er wiederum in dem Reichsgebiet betroffen worden, nachdem er durch Dersü- forgung W weiblichen D-nmien nach b« Höhe I 8“"0.±.r..n3l'®!,e5u"9n J". /ÄS? deS FamilieneinlommcnS dauernd gesichert et- M$.nL Ä" k" cÄnzüb -d«.ch,ig" nd-n E°nr.ilHchi°«nL Der Ehemann in unkündbarer Deamtenstellung ist, AK/den be lann diese Schi-dSN.lie nicht ange^sen werden.. | «XÄ ÄÄÄ Er ist dann wochenlang zu Fuß durch Deutschland gewandert und hat sich durch Betteln ernährt. Als Grund für seinen wiederholten Bannbruch mit er in durchaus glaubhafter Weise an, er habe die Absicht, ein hiesige» Mädchen, mit dem er schon Jahre lang gehe, zu heiraten. Er erhielt wegen Zuwiderhandlung gegen die Paßvorschriften vom 6.4.23 und wegen Uebertretung des § 361 Z. 2, sowie wegen Bettelns eine Gefängnis st rase von 4 Wochen, bzw. wegen der Ucbertretungcn eine Haslstrase von je 2 Wochen. Trotz Der einschlägigen Vorstrafen ließ das Gericht noch Milde walten. Da aber der Angeklagte Ausländer und ohne festen Wohnsitz ist, wurde er sofort verhaftet, um seine Strafe alsbald abzusitzen. Eine müßige, oder wohl gar eine dumme Frage? O, nein, durchaus berechtigt! Die fo vieles andere wird Die grüne Farbe der Pflanzen als etwa- ganz Selbstverständliche- hingenommen und doch verbirgt sich dahinter ein Retzwerk rätselhafter und schwer entrinn barer Beziehungen Der Pflanze zur Umwelt. Zeigt sich gcraDe in Der grünen Farbe Der Laubblätter Der feine Anpassung-instinkt des CcbenDigcn an Die Leben-rnöglichkeiten, Die Die Außenwelt bietet Farben entstammen Der Himmel-Palette Der Sonne. Ohne sie keine Farben! Wenn nachts Das Lichtmeer Der Sonne erloschen ist, finD auch Die Farben verschwunden. Das kalte Mond- und Sternenlicht ist nicht imstande. Den Farbenzauber DeS Sonnenlichtes auch nur andeutungsweise bet- vorzubringen, Da ersteres fast ein halb Millionen- mal schwächer ist: Sternenlicht sogar mehr al- hunDert millionenmal. Sonnenlicht ist auS Den bekannten Regenbogenfarben Rot. Otanae, Gelb, Grün, InDigo. Blau unD Violett gemischt, D. h. auS langwelligen unD kurzwelligen Lichtstrahlen. Die Körper erscheinen in bestimmten Farben, weil sie, vermöge ihrer stofflichen Eigenschaften eine oder mehrere Der genannten Lichtsorten auS Dem .weißen" Sonnenlicht verschlucken und Den unterbauten, nicht zurückhaltbaren Rest toieDer au-strahlen. In Den Blättern, Den Blattzelien finDen sich in Form winzigster Körnchen von nur wenigen Tausendsteln Millimeter Durchmesser Die Blattgrün- lEhlorophtzll-) Körnchen. Milliarden und AbermilliarDcn von ihnen gehören zu einem einzigen Blatt. Diese Ehlorophyllkörner können also das zusammengesetzte Sonnenlicht vermöge ihrer stofflichen Eigenart nur mit AuSwahl verschlingen. Sie haben nur Appetit auf Violett, Blau unD Rot. Das Grün unD Orangegelb lassen sie übrig, strahlen eS zurück unD lassen eS durch ihre winzigen Körperchen hindurch. 6ine Wald- Wand ist also grün weil daS zurückgewvrfene Licht von ihr in unser Auge gelangt. Daß es sich um große Lichtmengen handelt, die im Blattgrün stecken bleiben, davon kann jeder Liebhaberphotograph ein Lied singen. Sein Lichtmesser wird im geschlossenen Buchenwald Die 60- sache Dslichtungszeit ausweisen im Vergleich zur Veli' ungSzeit im vollen Sonnenlicht etwa außerhalb des Waldes. Dieses vom Blattgrün verschluckte SonTtenlicht ist Die Wichttaste Kraftquelle Der Pflanze. Mit ihrer Hilfe vollzieht sie jenen älrprozeß DeS LebenDigen, jene VerwanDlung Der toten nicht organischen Kohlensäure Der Luft in organische und lebendige Stoffe. Ilm waS für Rle- senurnsähe mit Hilfe Der Sonnenenergie es Dabei geht, besagen folgenDe Schätzungswerte. DaS Gewicht Der vorn gesamten Pflanzenkleid Der Erde fest gehaltenen, mit Lichtkraft umgearbeiteten Koh- fäure soll 0,3 Billionen Tonnen betragen. Kem Wunder also, wenn Die Pflanzen einen mörDen- schen Kampf kämpfen um Licht unD Sonne. 3a. Dann wäre eS doch eigentlich unverständlich, warum sie nicht die gesamte zugestrahlte Sorrnen- cnergie aufbrauchen, warum sie Gelb und Grün ausstrahlen? Wir können sroh sein, daß Dem nicht schäftigt werden. Beachtenswert ist, daß die Deutsche Reichsbahngesellschaft und Die Reichsbank er- TagUNÜ bet Krankenküfsenärzte mächtigt finD, für ihre Beamten eine entsprechenDe ° Regelung zu treffen, nicht Dagegen Die Länder- <•» -OOO'ViaUvCini. Verwaltungen, obwohl gerade eine solche Rege- WSR. Bad - Rauheim, 27. Iuni. Auf lung bei Der Schulverwaltung am Platze gewesen Einladung DeS hessischen Staatsbades hielt hier wäre. In Preußen ist Deshalb bereits Der Ent- Samstag und Sonntag Der VerbanD Der Krankenwurf eines Gesetzes über Das freiwillige AuS- hau-ärzte seine Generalversammlung ab. Rach scheiDen verheirateter Beamtinnen und Lehre- cinct internen Vorstandssihung am Samstag herinnen. vorbereitet worden. gamten am Sonntagvormittag die eigentlichen Be- * ratungen, die im großen Hörsaal des Kerckhoff- •• Rückkehr unseres Bataillons. Instituts stattsanden und vom Verbandsvorsitzen- Gestern nachmittag kam unser Bataillon vom den Geheimrat Pros. Dr. Sultan (Derlm) gc- Truppenübungsplah Ohrdruf zurück. Die Mann- leitet tourtWL Anwesend waren außer etwa 70 schäften und das umfangreiche Material wurden Mitgliedern des VerbandeS die Dertteter der ux- an Der Frankfurter Güterrampe ausgeladen. Auf Hörden sowie Der meknztmschen Fakultäten Der dem Marsche der Kompanien durch die Stabt Aur Universitäten Dießen, Frankfurt a. M und Kaserne waren die Straßen von zahlreichen Zu- Heidelberg und der Aerztekammern von Hess schauern umsäumt. Die sich Den einDrucksvollen unD H^klen-Rassau. Auf GrunD von Atchtlmien, Einmarsch nicht entgehen lassen wollten. Erneut Die von denSpihen^amsattoEiDerKranrenkas. wurde DaDurch Das herzliche Verhältnis, da- sen^einerseits und den Krankenh^Sverwaltzungm zwischen Der Einwohnerschaft unserer StaDt unD ande^etts über dre ^nktionen^s Dertrauens der Reichswehr herrscht, unter Beweis gestellt, arztes Der Krankenkasse KrankenhauSbeha^. Diel beachtet würbe, daß eine Anzahl SA.-Leute lung aufaeftellt worden warm, in geschlossener Ma rschordnung inmitten des ' mxt ber AertrauenS- übrigen Publikums vor dem Bataillon einher- S.Upori Die Grgebniffe -es Vierverbände-Wetttampses. Die deutschen Leichtathleten in Wiesbaden. 2lm Sonntag wurde in Wiesbaden der Vierver- bändekampf (Brandenburg, Süddeutschland. Mittel- und Westdeutschland) ausgetragen. Der große Wettbewerb, an dem die bedeutendsten deutschen Leichtathleten teilnahmen, zeitigte folgende Ergebnisse (Brandenburg ist mit B, Süddeutschland mit S, Westdeutschland mit W, und Mitteldeutschland mit M bezeichnet): 1 0 0 M e t e r : I. Ionath-W, 10,6 Sek. 2. Müller D., 10,8 Set. 3. Geerling-S., 10,9 Sek. 4. Kre- Her-M., 11 Sek. — Ionaty lag ständig klar in Führung und gewann mit Rückenwind leicht in 10,6 Sek. Geerling war indisponiert und trat zum 200-Meter-Lauf nicht mehr an. 200 Meter: 1. Ionath-W., 22,3 Sek. 2. Bogt-B., 22,6 Sek. 3. Kurz°S., 22,6 Sek., Brustbreite zurück. 4. Kreher-M., 22,8 Sek. Rach zwei Fehlstarten, die beide durch Ionath verursacht wurden, gewann der Westdeutsche wieder ganz unangefochten. 4 0 0 Meter: 1. Düchner-M., 50,4 Sek. 2. Pöschke°D., 50,6 Sek. 3. Röller-W, 50,7 Sek. 4. Rehb°S., 51 Sek. — Der alte Kämpe Büchner lieferte hier ein überraschend gutes Rennen. Er lag stets in Front und ging fast verhalten durchs Ziel. Der süddeutsche Ersatzmann Rehb enttäuschte. 800 Meter: 1. Paul-S., 1:59,4 Min. 2. Danz-W., 1:59,6 Min. 3. Abraham-D., 2:01,4 Min. 4. Ctöckicht-M., 2:02,6 Min. Paul und Stöckicht führten lange Zeit gemeinsam, dann machte sich Paul frei, um unangefochten zu gewinnen. Der Endspurt von Danz kam zu spät, der Kasselaner konnte nur noch den zweiten Platz erreichen 150 0 Meter: 1. Hellpapp-V., 4:01,2 Min. 2. Schilgen-S., 4:01,2 Min., Drustbr. zur. 3. Gah- M., 4:08 Min. 4. Reu-W., 4:28 Min. Schilgen führte lange, wurde aber auf den letzten 100 Met. im harten Kampf von Hellpapp geschlagen. 5000Meter: 1. Schaumburg-W., 15:25 Min. 2. Kohn°B, 15:34,6 Min. 3. Däumer-M., 15:52,2 Min. 4. Werner-S., 16:22,8 Min. Das Rennen war recht uninteressant. Schaumburg lag ständig in Führung und gewann leicht. Kohn verwies Bäumer ebenso leicht auf den dritten Platz, während der Süddeutsche Bäumer mit dem Ausgang des Rennens nie etwas zu tun hatte. 110 Meter Hürden: 1. Welscher-S., 15,3 Sek. 2. Wienecke-W., 15.4 Sek. 3. Schulze-D., 15,6 Sek. 4. Duve-M., 16 Sek. Rach 4 Fehlstarts führte Schulze bis zu 80 Meter, dcmn kam aber Welschers großer Endspurt. Speerwerfen: 1. Weimann-M., 66,00 Meter. 2. Darth°S., 61,61 Met. 3. Eberle-B., 60,58 Met. 4. Hoffmeister-W., 56,39 Meter. Es herrschte Rückenwind. Diskuswerfen: 1. Seraidaris-M., 43,305 Meter. 2. Bogl-D., 42,36 Met. 3. Hoffmeister- W., 42,10 Met. 4. Lampert-S., 41,53 Met. Hoffmeister enttäuschte hier stark, er war sehr nervös und machte die Hälfte der Würfe ungültig. Kugel st oßen: 1. Rehmann-D., 14,76 Met. 2. Derg-S., 14,40 Met. 3. Seraidaris-M., 14,07 Meter. 4. Debus-W, 13,46 Met. Reymann und Berg machten den Kampf mit gleichmäßig guten Würfen unter sich aus. Weitsprung: 1. Diebach-M., 7,26 Meter. 2. Scheck-S., 7,11 Met. 3. Meier-D., 6,96 Meter. 4. Mölle-W., 6.94 Meter. Hochsprung: 1. Dr. Beetz-B., 1,83 Meter. 2. Böwing-M., 1,77 Met. 3. FÜster°S., 1,72 Met. 4. Stechenmesser-W.,. 1,72 Met. (Durch Stechen entschieden) Stabhochsprung: 1. Wegener-M., 4Met. 2. Dorn°W., 3,40 Met. 3. Reeg-S., 3,40 Met. (durch Stechen entschieden). 4. Schulz-D., 3,20 Meter. 4-mal-10-Meter: 1. Westdeutschland (Heidhoff, Hendir?, Molle, Zonath) 42,2 Set. 2. Mitteldeutschland (Diebach, Büchner, Dauer, Kreher) 42,6 Sek. 3. Süddeutschland (Kurz, Welscher, Mährlein, Geerling) 42,8 Sek. 4. Brandenburg (Müller, Pöschke, Kleßmann, Bogt) 43,5 Sek. Die sehr gut wechselnde, süddeutsche Staffel lag anfänglich in Führung, verlor aber durch den verletzten Welscher zuviel Boden. Dann lag Brandenburg in Front, aber der westdeutsche Schlußmann Zonath entschied mit seinem fabelhaften Lauf das Rennen. Olympische Staffel: 1. Brandenburg (Abraham, Pöschke, Imhoff, Bogt) 3:21 Min. 2. Süddeutschland (Abel, Münzinger, Geerling, Kurz) 3.-21,8 Min. 3. Westdeutschland (Lefebre, Danz, Ionath, Heidhoff) 3:27,6 Min. 4. Mittel- deutschland (Prinzler, Büchner, Diebach, Kreher) 3,28 Min. Ein sehr spannendes Rennen. Bran- denburg und Süddeutschland kämpften hartnäckig um die Führung. Westdeutschland verlor beim letzten Wechsel das Holz, behauptete aber doch noch den dritten Platz. Gesamtergebnis: 1. Brandenburg 41 P. 2. Mitteldeutschland 37 P. 3. Süd- und Westdeutschland je 36 Punkte. 11. Nationale Wettkämpfe der Spielvereinigung 1900. Die Spielvereinigung 1900 hat in diesen Tagen die Ausschreibung zu ihrem 11. Rationalen leichtathletischen Wettkämpfen herausgehen lassen. Die Veranstaltung, die bisher stets ein lebhaftes Interesse gefunden hat und bei der stets mit vorzüglichen sportlichen Leistungen aufgewartet wurde, findet am Sonntag, 24. Iuli, auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe statt. Man erwartet auch in diesem Iahre wieder einige Größen der Leichtathletik im Wettbewerb. Die Kämpfe werden in drei Klassen ausgetragen, und zwar treten die Teilnehmer der Leistungsklasse! zu 100-Meter-, 200-Meter-, 800-Meter- und zum 5000-Meter-Lauf an, sowie zu Hochsprung, Stabhochsprung, Kugelstoßen, Diskuswurf und zu einer 4xl00-Meter-Staffel. Für die Leistungsklasse H sind 200-Meter- und 1500-Meter-Lauf vorgesehen, sowie Kugelstoßen, Speerwerfen Weitsprung und eine 4xl500-Meter-Staffel. Die Leistungsklasse III bestreitet 100-Meter-, 400-Meter-, 3000-Meter-Lauf, Weitsprung und eine 4xl00-Meter-Staffel. Handball im Männerturnverein (D.T). MTV. I — TV. I Wetzlar-Niedergirmes 11:5 (2:2) Anläßlich seines 85. Stiftungsfestes und des 10jährigen Bestehens seiner Spielabteilung veranstaltete der Turnverein Wetzlar ein Jubiläums-Handballturnier. Als erstes Turnierspiel kam am vergangenen Freitagabend ein Treffen zwischen den ersten Mannschaften des Gießener Männer-Turnoereins und des Turnvereins Wetzlar-Niedergirmes zum Austrag. Die Wetzlar- Niedergirmeser führten in der ersten Halbzeit ein schönes Kombinationsspiel vor. Da es bei dem MTB.-Sturm anfangs an gegenseitigem Verständnis mangelte, mußten sich die Gießener damit zufrieden geben, die jeweils vom Gegner vorgelegten Tore wieder aufzuholen. Auch die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit zeigten das gleiche Bild, wo das Spiel 4:3 für Wetzlar-Niedergirmes stand. Durch Strafwurf glichen die Gießener kurz darauf aus und rissen sogar die Führung an sich. Von diesem Zeitpunkt an kam mehr Leben in die MTV -Mannschaft. Besonders der Sturm war wie umgewandelt. Die gegnerische Hintermannschaft wurde mehrmals umspielt und konnte nicht verhindern, daß die MTVer kurz hintereinander noch viermal unhaltbar den Ball ins gegnerische Tor brachten. Das ganze Spiel kam jetzt fast nur in der Wetzlaret Spielhälfte zur Abwicklung. Während die MTVer noch zwei weitere Tore erzielen konnten, war dem Gegner nur noch ein einziger Erfolg beschieden. Das nächste Spiel, das der MTV. Gießen in diesem Jubiläumsturnier auszutragen hat, führt die Gießener mit der 1. Mannschaft des TV. Münchholzhausen zusammen. Die 2. Aandballmannschaft des MTV. Gießen, die durch zwei Spieler der ersten Mannschaft verstärkt war, trug am vergangenen Sonntag in Heuchelheim gegen die 1. Mannschaft des dortigen Turnvereins ein Handball-Freundschaftsspiel aus. Wohl lagen die Gießener, die ein sehr flottes Tempo vorgelegt hatten, schon bei Halbzeit mit 7:3 in Führung, konnten es aber nicht verhindern, daß die Heuchelheimer Mannschaft einen Erfolg nach dem anderen aufholte, und das Treffen mit 11:7 verdient für sich entschied. Kaustball im Männer-Turnverein. Am vergangenen Sonntag kamen in Offenbach die FaustbaU-Gauverbandsspiele — die Vorentscheidungen für die Kreismeisterschaftsspiele in Trier — Zum Austrag. Als Gaumeisterin des Gaues Hessen nahm auch die 1. Turnerinnenmannschaft des Gießener Männerturnoereins daran teil, und konnte nach schönen Leistungen einen ehrenvollen zweiten Platz (mit nur „einem" verlorenen Spiel) einnehmen. Das erste Spiel führte die Mtv.-Mannschaft mit dem Gaumeister des Main-Taunus-Gaues, dem Turnverein Praunheim zusammen. Die Gießenerinnen fanden sich hierbei überraschend schnell zusammen und waren während der ganzen Spielzeit ihrem Gegner weit überlegen, so daß man beim Schlußpfiff die „Mannerturnerinnen" mit 61:30 Punkten als Sieger sah. Leider hatten sie das Pech, sofort, ohne eine Ruhepause, zum Spiel gegen die Mannschaft des 3®-’ Sportvereins Frankfurt a. M. antreten zu müssen. Die Anstrengungen des vorhergehenden Spieles machten sich bei den Gießenerinnen noch deutlich bemerkbar; der Mannschaft des JG.-Sportoerem ge- lang es, die etwas abgekämpfte Mannschaft des Mtv. mit 30:39 Punkten zu schlagen. Nach einer Pause trafen dann auch die Mtv.erin- nen auf die Mannschaft des Tv. 1860 Frankfurt, den Gaumeister des Gaues Frankfurt. Wenn auch die Frankfurterinnen in der ersten Halbzeit, vom Wind begünstigt waren, u. mit 4 Pkt. (13:17) im Vorteil waren, ließen sich die Gießener Vertreterinnen, nachdem sie die Führung übernommen hatten, den Sieg nicht mehr nehmen. Das Treffen endete mit 32:30 Punkten für Gießen. Die Mto.-Mannschast spielte mit Frl. L. Hofmann, P. Hofmann, P. Bürck, A. Bickelhaupt und Ehr, Schmidt. Die übrigen zum Austrag gelangenden Spiele um die Gauverbandsmeisterschaft in der Turnerinnenklasse zeigten folgende Ergebnisse: JG.-Svortverein Frankfurt — Tv. Praunheim 57:26; JG.-Sport- oerein Frankfurt — Tv. 1860 Frankfurt 30:24; Tv. Frankfurt 1860 — Tv. Praunheim 43:22. Das Faustballturnier in feiner Gesamtheit sah den JG.-Sportverein mit 6 Punkten als 1. Sieger, Mtv. Gießen folgte an zweiter Stelle mit 4 Punkten, Tv. 1860 Frankfurt an dritter mit 2 Punkten, wahrend Tv. Praunheim keinen Punkt zu erzielen vermochte. Gutes Meldeergebnis des Rhön-Segelflug-Wettbewerbes. Das Ergebnis der Meldungen zum diesjährigen Rhön-Segelslug-Wettbewerb hat alle Erwartun- gen bei weitem übertroffen. Mit 88 gemeldeten Segelflugzeugen liegt die Zahl der Bewerber um 30 v. H. höher als im Vorjahr, wobei noch zu berücksichtigen ist, daß bis nach Meldeschluß am 2. Iuli noch weitere Meldungen eingehen können. Seit dem Jahre 1929, als auch noch die Anfänger zum „Schulungswettbewerb" nach der Wasserkuppe kamen, war die Teilnahme nie so groß als in diesem Iahr. Diese Meldezahl ist nicht nur ein Beweis für die stürmische Entwicklung der deutschen Segelflugbewegung, sondern zugleich für den ungebrochenen Mut der Segelfliegerjugend, die durch keine wirtschaftliche Krise sich von der Verfolgung ihrer Ziele abbringen läßt. Auch Ausländer stehen in diesem Iahr auf der Meldeliste. Außer dem Wiener Kronfeld, der aber seit Iahren in Deutschland lebt und fliegt, haben ein Deutschböhme und ein Italiener, ferner der polnische Aeroklub mit zwei Segelflugzeugen gemeldet. Schmelings Manager suspendiert. M Schmeling mit seinem Manager Joe Jacobs, der wegen seiner Beleidigung der Newarker Box- Kommission als Manager wie als Sekundant auf unbestimmte Zeit suspendiert wurde. Jacobs hatte nach dem Weltmeisterschaftskampf behauptet, daß der Schiedsrichter und die Kommission Schmeling den Titel „geraubt" hätten. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) An die Herren Botaniker der Universität. Am Rande des Garten der Universitätsbibliothek in der Bismarckstraße stehen zwei hohe Pappeln, die bis vor zwei Jahren eine Zierde der ganzen Gegend waren. Im vergangenen Jahre zeigten sich die ersten dürren Aeste, und in diesem Sommer bieten die beiden Bäume ein trauriges Bild. Was ist da nun die Ursache? Ist dieses Sterben nicht aufzuhalten? Kann man nicht krankenden Bäumen durch starkes Wässern oder auch Düngen zur Gesundung helfen? Wirtschaft. Oer Getreide- und Zrühkartoffelanbau. Berlin, 27. Iuni. (WTD.) Die diesjährige Anbauflächenerhebung hat nach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes folgenden Umfang des Getreideanbaues ergeben: Winterroggen 4,38 Millionen Hektar, Sommerroggen 60 000 Hektar, Winterweizen 1,97 Mill. Hektar, Sommerweizen 304 000 Hektar, Spelz und Emer 113 000 Hektar, Wintergerste 247 000 Hektar, Sommergerste 1,32 Mill. Hektar und Hafer 3,28 Millionen Hektar. Gegenüber dem Iahre 1931 ist der Roggenanbau, der im Vorjahre zurückgegangen war, wieder um 1,9 Proz. gestiegen, während sich der Anbau von Weizen nach der starken Zunahme des Vorjahres weiterhin noch um 5,1 Prozent ausgedehnt hat. Auch bei Wintergerste ist eine weitere Vergrößerung des Anbaues eingetreten, und zwar um 8,9 Proz. Hingegen hat sich die Bestellung mit Sommergerste um 4,9 Proz. und von Hafer um 2,5 Prozent verringert. Der Anbau von Emer und Spelz ist weiterhin gering zurückgegangen. Seit der älmstellung des Getreideanbaues im Iahre 1930 hat die Bestellung mit Weizen insgesamt um 27 8 Proz. zu genommen, der Anbau von Roggen aber um 5,6 Proz. abgenommen. Bei Gerste ist seitdem eine Erweiterung des Anbaues um 3,4 Prozent, bei Hafer eine Abnahme um 4,7 Prozent eingetreten. Der Anbau von Frühkartoffeln stellt sich für 1932 auf rund 251 000 Hektar, das ist um annähernd 3,6 Proz. mehr als im Vorjahre. * * Mansfeld A G. für Bergbau und H ü 11 e n be t r i e b in E i s e b e n. In der GB. der Gesellschaft wurde mitgeteilt, daß in den letzten Tagen die schwier-gen Verhandlungen über die vom Reich schon seit längerer Zeit angekündigte Hilfsaktion für den deutschen Zinkerzbau zu einer Verständigung geführt habe i. Es sei damit zu rechnen, daß die Stillegung der der Mansfeld AG nahestehenden Stolberger Zinkgesellschaft vermieden werden könne. Zu der beantragten Einziehung von 1,66 Millionen Mark eigenen Aktion wurde ausgeführt, daß von dem sich ergebenden Buchgewinn von 1,21 Mill. Mark auf nom. 1 048 600 Mark für Optionszwecke behaltene eigene Aktien 834 161 Mark ab-- geschrieben werden. Der verbleibende Betrag von 375 040 Mark wird mit der Deckung der Betriebsverluste der Kupferbergbau- und Hüttsnbetr'ebe herangezogen. * Lokomotivfabrik Krauß & C o. — I. A. Maffei AG., München. Nach dem Bericht des Vorstandes vermochte sich das durch die Uebernahme des Fabrikationsgeschäftes der früheren I. A. Maffei AG. hervorgegangene Unternehmen den Auswirkungen der wirtschaftlichen Depression nicht zu entziehen. Das Geschäftsergebnis des vergangenen Jahres brachte einen Gewinn von 20 996 (89 474) Mark. Hierzu kommt der Vortrag aus dem vergangenen Jahre von 259 063 (174 589) Mark. Der Gesamtüberschuß ermäßigt sich jedoch durch Abschreibungen von 250 000 Mark auf 30 059 Mark, wovon 2000 Mark der gesetzlichen Reserve überwiesen und der Rest auf neue Rechnung oorgetra- gen werden soll. Srottffurfer Abendbörse ruhig. Frankfurt a. M., 27. Juni. Die Abendbörse bot wieder ein Bild vollkommener G e - schä f t sstill e. Es lagen keinerlei Anregungen vor, die geeignet gewesen wären, der Spekulation einen gewissen Antrieb zu geben. Unter dem Eindruck der schwächeren Newyorker Anfangsmeldun- gen nannte man im Dorbörsenverkeh'- gegenüber dem Berliner Mittagsschlußverkehr um etwa 0,5 o. H. niedrigere Kurse. Ohne ersichtlichen Grund war die Stimmung an der offiziellen Börse dann leicht gebessert. IG. Farben erholten sich um 0,25 o. H auf 87,25 v. H. Holzmann ’agen in Reaktion auf die Pormittagsschwäche 0,5 o. H. fester 2lm Rentenmarkt war die Lage nicht einheitlich. Deutsche Anleihen lagen unverändert, 6 (8) o. H. Rhein. Hypothekenbank Goldpsnndbriefe waren zum Mittagskurse etwas gesucht, dagegen lagen Frankfurter Pfandbriefe weiter im Angebot. Im Verlaufe hielt die Geschäftsunlust an, und die Kurse wiesen keine Veränderungen auf. Licht und Kraft hatten einiges Interesse zu verzeichnen und zogen um 1,5 v. H. an. Neubesitzan- leihe 3,55, Altbesitzanleihe 35,25, Reichsbank 122,5, Gelsenkirchen 32, Aschersleben 86,5, Salzdetfurth Einheit 153, Westeregeln 95,5, Phönix 16, Rhein Braunkohle 162,5, Rheinstahl 39, Aku 30, AEG. 20,5, Scheideanstalt 131,75, Licht und Kraft 66, IG. Farben 87,25, Gesfürel 50,75, Holzmann Einheit 31, Rütgerswerke 30,75, Hapag 10,25, Waldhof Einheit 24,5. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt belchlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 5 o. H, Lombardzinsfuß 6 v. H. • an u 21er Schluß. fur< Schluß!. Abend- börtc Schluß» turS Schiußt. Mittag» bSrle Datum 25.6 276 25.6 27.6 t>% Deuiiche:Keid)äanieU)e v. 1U2. 52.75 52,75 53 — 7% Deutsche Reichsanleihe v. 1929 58,25 58 58,5 58,4 5¥t% Doung-Anleihe von 1930 . DeuIsche Anl.-Ablös.-Schuld mll 60,75 60,25 60.9 60.13 Auslos.-Rechten 37.25 35,25 36.65 35 Desgl. ohne Ausloi.-Rechle 8% Hesi. Volksstaat von 1929 3.65 3,55 3.7 3,5 «rückzahlb. 102%) Cberbcüen Provinz-Anleihe mll — — 45 45 Auslol.«Rechten Deutsche komm. Sammelahl 36,5 36,5 — — Anleihe Serie 1 8% ,1ranll. Hyp.-Bank Gokdpse 32,5 33 33 32,25 15 unkündbar bis 1935 7% Franks Hyp.-Banl Goldpse — 63,5 — — unlünbbar vis 1936 Serie 16 4y2% Franks. Hvv.-Bank Clqu.- 64 — — — Psandbriese