Ht.49 Erster Matt 182. Jahrgang Samstag, 2u8ti>ruar 1952 Erschelnt täglich,außer Sonntage und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Wietzener ^amilieudlättek Heimat >m Bild • Die Scholle Blonats Bejegipteii: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Kenisvrechanschltifie unter Sammelnummer 2251 Anschrift |ür Drahtnachrichten Anzeiger Gießen, potlschecklonlo: Cronltrrt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen trrkuional|opaliftcn würden abwarten, ob der Kanzler nicht demnächst vielleicht auch von sog. Sudetcndeutschcn und sog. Memeldeutjchen sprechen werde. Auch der augenblickliche Reichspräsident sei ja in einer Stadt geboren, die heute zu Polen gehöre. Der Zusammenbruch Deutschlands sei auch ein Zusammenbruch der Balten gewesen. Diese Balten hätten jahrhundertelang um ihr Deutschtum gekämpft. Abg. Bausch (Ehr.-Soz.) fuhrt aus, feine Freunde seien immer die schärfsten Gegner deS Systems gewesen, daS den Ein - sluh der Parteien dem Wohl des Volkes voran st eilen will. Gerade weil die Ebristlich-Sozialen das Vaterland über die Partei stellen, wendeten sie sich gegen daS System Hitler—Goebbels, das die unbedingte nationalsozialistische Parteiherrschaft auf richten wolle. Der Redner erkennt die Bemühungen der Regierung Aur Belebung der Wirtschaft an, äußert aber Bedenken gegen manche Einzelheiten der Rotverordnung. Der notleidenden Landwirtschaft lönne nicht mit den Riethoden der Landbund- Agitation allein geholfen werden. Der Bauen leide am meisten unter den hohen Zinsen. Das Problem der Entschuldung der Land- wirtschast müsse gründlicher angepackt werden al- bisher. Als der Redner sich gegen die außenpolitischen Angrisssreden der Rechtsopposition wendet und betont, Bismarck habe seine Außenpolitik nie mit Rücksicht auf die Blassen der Straße gemacht, kommen von der Rechten fortwährend höhnische Zuruse. Sie, so sährt der Rednev»fort, betrachten den Voungplan-Anterzeichner Schacht als außenpolitische Autorität. Sie können es nicht vertragen, daß Dr. Brüning außenpolitische Erfolge erzielt. Rlit positivem Ehristentum hat der Rationalsozialismus nichts zu tun. Abg. Dr. Weber-Potsdam (StP.) erklärt, er wolle ieine Behauptung beweisen, daß die Nationalsozialisten auf dem Wege des politischen Mordes vorangegangen feien. Die ersten großen politische, Morde in Deutschland, die Morde gegen Erzberger und Rathenau, feien von rechtsradikaler Seite begangen und von den Nationalsozialisten verherrlicht worden. Am l.Iuli 1931 schrieb der „Angriff: Man soll das rote Mordpackzcug mit Handgranaten und Maschinengewehren von den Straßen vertreiben. Am 22. Oktober 1929 führte der nationalsozialistische Führer Dr. Telschow in einer Verlamm hing in Neuhaus aus: Wir werden den Kampf mit allen Mitteln fuhren. Wenn es gegen den jüdischen Janhagel acht, schreiten wir auch über Gräber. Dr. Goebbels hat am 16. Januar 19.31 im Kriegcroer- cinshaus in Berlin gesagt: Die Spannung und Empörung in unseren Reihen ist bis zur Siedehitze gestiegen. Vielleicht findet sich darunter einmal einer, der seine persönliche Ehre identifiziert mit der Ehre der Partei und sie in der Weise, wie es ihm seine Ehre gestattet, wiederherftcllt. Ich fordere nicht dazu auf, aber was der einzelne tut, können wir nicht kontrollieren. In der Dienstvorschrift der national- sozialistischen Sturmabteilungen wird von „blutiger Wahtschlacht und vom Auseinandcrjagen von Marxistenfraufen mit blutigen Schädeln" gesprochen. Abg. Schulze - Stapen (Dnl.) bedauert, daß die Ernährungsfrageinder Aussprache nicht genügend Beachtung gesunden habe. Die landwirtschaftlichen Unternehmer bedürfen der Staatshilfe. Die reichsten Boden Deutschlands sind produktionsunfähig geworden. Tatfraft und Unternehmungslust sind gelahmt. Eine falsch eingc ft eilte Handelspolitik mit dem System der allgemeinen Meistbegünstigung hat 5leichzeitig mit einer unerträglichen «teuer- und jinsbelaftung die Landwirtschaft ruiniert. Die llaßnahmen zur Entschuldung der Landwirtschaft sind eine vollkommene Nachahmung des abgelebten Hugenberg-Planes und kommen ein Jahr zu fpai. Das Brüning-Kabinett hat trog Schiele und Schlange die deutsche Landwirtschaft an den Abgrund geführt. Die vordringlichste Aufgabe der kommenden Regierung muß (ein, de n 0 ft c n zu besiedeln. Vorbedingung für jede Siedlung ist die Herstellung der Rentabilität der Landwirtschaft. In der B i n n e n w i r t s ch a f t, im Binnenmarkt liegt die Hoffnung der Zukunft. Das Kabinett Brüning muß abtreten. Abg. (1 r i f pi e n (Soz.) wendet sich gegen natio- nalfozialiftifche Angriffe und erklärt, kein anftän» diger Mensch könne seine so oft zitierte Aeußcrung dahin auslegen, daß er dem Arbeiter bie Liebe Zum Vaterlonde abspreche. Er stehe auf dem Standpunkt des ermordeten Iaurös, daß jede Nation ein Schatzhaus der Kultur sei, daß aber alle Völker sich au einem großen Menschheitsreich zu- sammenschlietzen müßten. Abg. Dr. Föhr (Z.) zitiert die Aeußerungen HitlerS zu ausländischen Pressevertretern, daß die Rationalsozialisten keineswegs die Wiederherstellung der alten deutschen Grenzen oder die Rückgabe aller Kolonien verlangten. Hitler habe auch die deutschen Südtiroler Italien preisgegeben und sich für ein Südlocarno ausgesprochen. 3n einer Zuschrift an daS faschistische Hauptorgan Italiens habe Gregor Strasser im Auftrage Adolf HitlerS alS offizielle Parteimeinung der deutschen Rationalsozialiften mitgeteilt, daß die sogenannte .Südtirolfrage nicht einmal einen DiSkuffionspunkt mit einem faschistischen Italien bilden würde". (Hört, frört I) Die Rationalso^ialisten hatten erst in einer Proklamation erhärt: Wir verzichten auf keinen Sudetendeutschen und auf keinen Deutschen Südtirols. Das Treuebekenntnis au den deutschen Südtirolern ist dann auf Befehl der RSDAP- Parteileitung gestrichen worden. So spricht die Hitler-Partei zum Auslande, während sie frier die Parteien verdächtigt, die ihre ganze Straft für Deutschland einsetzen. Die ganze Zentrums- Partei stefre in unverbrüchlicher Treue zum Kanzler, zu seiner Politik und zum Reichspräsidenten. Abg. Lucke (W.-p.) wendet sich gegen die Behauptung, der Kanzler hätte die Stimmen derWirtschastSpar- t e i am 16. Oktober 1931 nur bekommen, als er in letzter entscheidender Stunde einen Scheck über 500 000 Mark für die Deutsche Mittelstandsbank ausgehändigt hätte. Aus d e Bitte der Wirt- schastsparlei habe der Kanzler schriftlich bestätigt, daß diese Behauptung in al I cn Seilen frei erfunden fei. Wenn weiter insbesondere der deutschnationale Abgeordnete Schmidt en_ Ministern Groener und Dietrich, sogar 55 und 86. Aber das Bild sieht für die Reich^regierung noch sehr viel günstiger aus, wenn man von der Oppositionsseite die 79 Stimmen der K o m m u * nisten und die fünf der Sozialistischen Arbeiterpartei abzieht, die für eine praktische Regierungsbildung ja von vornherein nicht in Frage kämen. Bei solcher Betrachtung stehen ixn 289 Stimmen, die das Kabinett Brüning auf sich vereinigt, nur 185 oppositionelle gegenüber, die theoretsich für; eine Regierungsneubildung in Frage kämen. ßir wollen gerne zugeben, daß nach den langen Parlamentsferien besonders temperamentvolle Abgeordnete das Be» Weitere Abstimmmgen im Reichstag. der reinen Demagogen nunmehr zu beschimpfen be* gönnen, was sie vor kurzem ihrem Publikum noch als höchst löblich priesen. Es gehöre keine Propheten- gäbe dazu, schon heute vorauszusagen, daß die Nationalsozialisten bereits nach den Erfahrungen Leser st en Wahlganges sehr bereit sein würden, sich um manches klüger dieser Front wieder einzufügen. Es wird sich zeigen, daß zwischen Parlamentswahlen und einer Reichspräsidentenwahl ein sehr wesentlicher Unterschied ist. Dio Zahl der Menschen, die Adolf Hitler als einen verdienstvollen Propheten des Nationalsozialismus betrachten, ist zweifellos sehr groß. Die Zahl derer jedoch, die in ihm den deutschen Messias erblicken, dürfte kleiner sein als die Zahl seiner organisierten Anhänger. Nur die letzteren aber werden eine bedingungslose Hitlerkandidatur für Deutschland roün- schen. Die anderen aber werden mit uns der Ansicht fein, daß die Wahl des Reichspräsidenten keine Ge- legenheit ist, Stimmungen abzureagieren, sondern eine sehr sorgfältigePrüfungderPer- sönl ich leit erfordert, die 7 Jahre lang das Schicksal des Reiches entscheidend bestimmen soll. Oer deutsche Osten in Gefahr! Eilt Aufruf der Deutschen Studentenschaft. Wie uns von der Gießener Studentenschaft mit« geteilt wird, hat sich der Vorstand der Deutschen Studentenschaft mit folgendem Aufruf zu den Vorgängen in Memel und Danzig an die Oeffentlichkeit gewandt: Deutsche Studenten! Versailles schuf Deutschlands blutende Grenzen in Ost und West! Versailles nahm Deutschlands Wehr! Deutschland ist der Habgier seiner Feinde preisgegeben! Nachdem die litauische Regierung beteuert hat, daß sie das Memelland nicht antasten würde, erfolgte trotzdem der Gewaltstreich, um das deutsche Direktorium zu beseitigen. Alle Proteste sind ungehört verhallt. Deutschland ist machtlos. Deutsche Studenten, haltet die Augen offen! Zu gleicher Zeit, da Litauen versucht, unsere deutschen Brüder im Memelland ihres Rechtes zu berauben, tritt in Danzig mit unerhörten Reden Polen auf. Bei einer Tagung der polnischen Stu- dentenvereinigung an der Technischen Hochschule zu Danzig, Bratnia Pomoc, forderte im Beisein zahlreicher Vertreter der polnischen Diplomatie, der Ministerien, des Militärs und der Verwaltung der Legatlonsrat Lalicki in Vertretung des amtlichen Vertreters Polens in Danzig „aktive -Beteiligung der polnischen Studenten im Sinne einer Poleuül Ein nationalsozialistischer Antrag über die Aufhebung der Versammlungs- und Rededeschränkun- gen während der Wahlzeit wird unter heftigen Protesten der Antragsteller abgelebt. Abg. Strasser (Rats.) gibt darauf eine Erklärung ab, wonach seine Partei an weiteren Abstimmungen fein Interesse habe. Die nationalsozialistische Fraktion verläßt geschlossen den Saal. Die Deutschnationalen bleiben im Saal. Gegen die Stimmen ber; Deutschnationalen, der Kommunisten und des Landvolks wird ein christlich-sozialer Antrag angenommen, der die Reichsregierung ersucht, eine ungestörte den inneren Frieden nicht gefährdende Durchführung des Wahlkampfes sicherzustellen und g e g e n Verso mmlungs st örer die Machtmittel des Staates rücksichtslos einzusetzen. Groeners Reichswehrerlaß. Für den kommunistischen Entschließungsantrag auf Aufhebung des letzten Erlasses des Reichswehrmini st ers, der den Nationalsozialisten den Zugang zur Reichswehr öffnet, stimmen mit den Kommunisten die Sozialdemokraten und die Staatspartei, während der größte Teil des Zentrums unter Führung des Parteiführers Kaas Stimmenthaltung übt. Der Antrag wird mit 226 gegen 173 Stimmen bei 38 Stimmenthaltungen angenommen. Bei der Abstimmung über ein'e kommunistische Entschließung auf Rückgängigmachung des erhöhten Butterzolles bleibt das Ergebnis zunächst zweifelhaft, weil die Sozialdemokraten mit den Kommunisten stimmen. Aus den Mittelparteien wird den Deutschnationalen zugerufen: „Eure Razi-Bundesgenossen gefährden durch ihre Flucht die Landwirtschaft!" Im Hammelsprung wird die kommunistische Entschließung mit 204 gegen 187 Stimmen angenommen. Präsident L ö b e erhält am Schluß der Sitzung g c g e n 2 2 -U h r die Ermächtigung, im Benehmen mit dem Aeltestenrat und der Reichsregierung den Termin der nächsten Reichstags- I sihung festzusetzen. kämpf ausgehen wird. Nachdem es sich, wie zu erwarten war, wiederum herausgestellt hat, daß der Reichskanzler in diesem Reichstag über eine kleine, aber durch nichts zu erschütternde Mehrheit verfügt, sollten sich die Führer der Opposition, die ja die Grenzen ihrer Erfolgsmöglichkeiten in einem gegen Hindenburg zu führenden Wahlkampf genau kennen müssen, heute schon überlegen, was nach diesem Wahlkampf geschehen soll und ob es nicht jetzt noch an der Zeit ift, die Hand zur Verständi- gung zu bieten. Hindenburg bleibt sich seiner Linie treu, wenn er auch jetzt den Kampf gegen das System des Parteiabsolutismus führt und erklärt: „Ich bin Treuhänder des ganzen deutschen Volkes, nicht der Beauftragte einer Partei oder Parteiengruppe und will nur meinem Gewissen und dem Daterlande verpflichtet sein." Wenn es so hingestellt wird, als ob der Feldmarschall der Kandidat einer „schwarzroten Koalition' sei, so wird das am wirkungsvollsten entkräftet durch den Aufruf des alten konservativen Parteiführers Graf Westarp an seine Gesinnungsfreunde und durch die Tatsache, daß neben ihnen Wirtschaftspartei, Deutsche Dolkspartei, Christlich-Soziale und Landvolk die Parole für Hindenburg ausgaben. Gelehrte wie Erich Marcks und Sermg, Damaschke und Sombart, Generäle wie Let- tow-Vordeck und Seeckt, Industrielle wie Krupp und Dulsberg, Landwirte wie Fhr. v. Richthofen und Gerecke sind wohl unverdächtig, einer „schwarzroten Koalition" zur Macht zu verhelfen. Aber sie alle sehen die in der verzweifelten Lage des deutschen Volkes doppelt zwingende Notwendigkeit, dem Staat die überparteiliche Spitze zu erhalten, die Autorität des einzigen Mannes, der niemandem zu Leide und niemandem zur Freude am Ende eines an Ruhm und Stolz, Trauer und Bitterkeit unendlich reichen Lebens nur noch eines kennt: „Ich dien!" Es war ein schönes Zeugnis treuer Verbum denheit, wenn der Reichskanzler am Donnerstag seine Rede unter dem stürmischen Beifall der Mehrheit des Reichstags mit den Worten schloß: Wenn ich immer wieder Hoffnungen schöpfen konnte in diesem Kampfe, dann, weil ich einem Manne dienen konnte wie dem Reichspräsidenten von Hindenburg!" Für oder wider ihn, ob Bundesgenosse oder Gegner, die Kandidatur Hindenburgs verpflichtet jeden, der in die Arena tritt, zu ritterlichem Kampf. , Dessen sollten sich alle, die es angeht, in jedem Augenblick dieser kommenden Wochen bewußt sein. dürfnis haben mußten, sich den lange aufgespeicherten Groll vom Herzen zu reden, wir wollen auch cinräumen, daß diese Februarsitzung des Reichstags schon der Auftakt des Wahlkampfes war, den die Opposition nun einmal in erster Linie gegen die Regierung zu führen gedenkt. Aber alles das kann unmöglich eine Entschuldigung fein für den nicht mehr zu unterbietenden Tiefstand dieser „politischen Aussprache". Auch der Hinweis, daß die in der französischen Kammer beinahe schon üblichen Prü- gelszenen zwischen politischen Gegnern im Reichstag trotz der überhitzten Atmosphäre immerhin noch vermieden werden konnten, ist kein Trost, wenn man hören mußte, wie einzelne Redner im Stile der - Volksversammlungen einfach niedergebrüllt wurden und es selbst dem Reichskanzler nur unter größter Anstrengung gelang, sich Gehör zu verschaffen. Wir begrüßen es daher, daß cs durch llebertragung der Kanzlerrede auf den Rundfunk auch einmal breitesten Volkskreisen ermöglicht wurde, sich ein eindrucksvolles Bild von der Tätig- feit der Erwählten des Volkes zu machen. Die Reichstagsdebatte bot an Unerfreulichem soviel und an Positivem so wenig, daß es sich kaum verlohnt, nach den ausführlichen Sitzungsberichten noch einmal darauf zurückzukommen. Wir hätten gewünscht, daß sich alle Abgeordneten ohne Unterschied der Parteien der Verpflichtung zu Disziplin und Sachlichkeit bewußt gewesen wären, die ihnen als Repräsentanten des deutschen Volkes allein schon die Anwesenheit von fast hundert ausländischen Pressevertretern aufcrlegte. Statt dessen bot der Reichstag ein bis zur Karikatur verzerrtes Spiegelbild der ungeheuren innerpolitischen Spannungen. Aber auch dieses entwürdigende und beschämende Schauspiel kann zum Guten dienen, wenn es den verantwortlichen und ihrer Verantwortung bewußten Führern die Augen darüber öffnet, daß dieser Weg gegenseitiger Verhetzung in den Bürgerkrieg führen muß, wenn nicht mit den maßlosen Beschimpfungen politisch Andersdenkender — wovon es stets nur noch ein kleiner Schritt zu den blutigen Ausschreitungen ist, die heute an der Tagesordnung sind — endlich und gründlich Schluß gemacht wird. Dazu ist in dem jetzt beginnenden Wahlkampf, in dessen Mittelpunkt die große Gestalt Hindenburgs steht, die beste Gelegenheit, vielleicht auch die letzte. Wir wollen uns die beherzigenswerten Worte des Grafen W e ft a r p zu eigen machen, der in der Reichs- lagsdebatte sich mit folgendem Appell an das Haus wandte: „Ich möchte Sie herzlichst bitten, tun Sie nichts, um aus unserem Volk und unserer I u a e n d noch herauszureißen den letzten Rest von Ehrfurcht vor der Größe einer geschichtlichen Persönlichkeit!" Bon dieser Ehrfurcht legte auch die große Rede des Reichskanzlers D r. Brüning mit großem sittlichem Ernst und starkem innerem Feuer eindringlich Zeugnis ab. Seine Rede ging im ersten Teil auf die Kritik des deutschnationalen Abg. von Zreytagh-Loringhoven an der Außenpolitik des Kanzlers Punkt für Punkt ein. Don Bedeutung war, daß der Kanzler erneut jede P re st i g e p o l i t i k mit Rücksicht auf innerpolitische Agitationsbedürfnisse strikt ableynte, aber sich auch wiederum ebenso entschieden zu dem Standpunkt bekannte, daß irgend- welche Reparationszahlungen für Deutschland nicht mehr in Frage kommen können. Interessierte Aufmerksamkeit fand auch die Feststellung des Kanzlers, daß sich der nationalsozialistische Sachverständige Berlin, 26. Febr. (TU.) Der Stahlhelm erläßt eine Kundgebung, in der cs u. a. heißt: Kameraden! Die Entscheidung ist gefallen. Die Parole des Stahlhelm ist gegeben. Sie lautet: P a • rolc Düft erber g! Der Stahlhelm greift ein. Treu und ehrlich arbeiten und fechten wir Frontsoldaten im Stahlhelm seit 13 Jahren nach Düster- bergs Wort: Für Deutschlands innere und äußere Befreiung. Nicht immer glücklich und bei unserem bisherigen Verzicht auf Parteibildung, nicht immer von sichtbaren Erfolgen begleitet, aber erfüllt, getragen und getrieben von dem immer stärker werdenden Bewußtsein: Wir haben doch recht! Wir wollen nichts für uns — aber alles für Deutschland. Unser Wunsch, die ganze nationale Rechte und nationale Opposition geschlossen und geeint in die Schlacht führen zu können, ist leider nicht in Erfüllung gegangen. Aber die zähesten und besten Elemente deutschen nationalen Denkens und Wollens im Stahlhelm und in der DNVP. als Kern zusammengeschlossen, die haben sich hinter die Führung des Stahlhelms gestellt und die Aufforderung des ersten Bundes- führers des Stahlhelms und des Vorsitzenden der DNVP., Geheimrat Hugenderg, als gemeinsamen Kandidaten für den ersten Wahlgang der kommenden Reichspräsidentenwahl unseren zweiten Bundesführer Kamerad Düsterberg zu nehmen, angenommen. Damit heißt die Parole Düsterberg! Kameraden! Der Stahlhelm hat einen seiner Besten und seine beste Klinge gestellt. Jede Stimme im Stahlhelm, jede Stimme unserer Freunde ge- hort ihm, dem alten und immer jungen Fechter und Vorkämpfer für Deutschlands innere und äußere Freiheit. Wir wünschten — und wir haben wochenlang selbstlos daran gearbeitet — diesen Äamt.f anders zu gestalten. Cs ist uns nicht vergönnt gewesen, unter Hindenburg, vor Das Mttauensvotuni gegen Lobe als unzulässig abgetehnf. Zur Abstimmung wird dann der nationalsozialistische Mißtrauensantrag gegen den Reichstagspräsidenten Lobe sowie der deutschnationale Antrag gestellt, wonach der Präsident des Reichstags ersucht wird, sein Amt niederzulegen. Die Frage, ob die Anträge gegen den Reichstagspräsidenten zuwässig sind, wird hierauf in namentlicher Abstimmung mit 321 gegen 226 Stimmen bei einer Enthaltung verneint. Zur Abstimmung kommt dann ein kommunistischer Antrag, der besagt: 1. Alle TributKahlungen auf Grund des Versailler Friedensvertrags, insbesondere diejenigen, welche nicht unter das Hoover-Moratorium fallen, werden sofort eingestellt. 2. Alle privatenSchuldverpflichtun- gen an das kapitalistische Ausland werden annulliert, die weitere Zinszahlung für solche Verpflichtungen wird verboten und im LlebertretungsfaN als Kapitalverschiebung bestraft. Abg. Dr. F r i ck (Rats.) beantragt getrennte Abstimmung über die beiden Absätze. Das wird jedoch mit den Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt. Abg. Dr. F r i ck erklärt, bei getrennter Abstimmung würden seine Freunde für den ersten Absatz und gegen den zweiten gestimmt haben. Durch die gemeinsame Abstimmung über den ganzen Antrag sei die Zustimmung der Rationalsozialisten unmöglich geworden. (Gelächter bei den Kommunisten und Rufe: „€>o sehen die Feinde des Weltkapitalismus aus!") Erklärungen in gleichem Sinne geben Abg. Döbrich für das Landvolk und Abg. H e r g t für die Deutschnationalen ab. Der Antrag wird dann mit 368 gegen 75 Stimmen der Kommunisten bei 108 Stimmenthaltungen der Nationalsozialisten abgelehnt. Die Kommunisten rufen im Sprechchor den Nationalsozialisten zu: „Das Kreuz der Ehrenlegion ist euch sicher!" Proklamierung Du st erb ergS zum Präsidentschaftskandidaten. Die Begründung „getrennt marschieren, vereint schlagen", mit der diese Dop» pelkandidatur der Rechtsopposition den Wählern gegenüber schmackhaft gemacht werden soll, verfängt nicht recht gegenüber der rücksichtslos schar- fen Kritik, mit der Herr Düsterberg von der nationalsozialistischen Presse schon heute bedacht wird Die Gauleitung Ostpreußens der RSDLlP. erklärt in ihrem offiziellen Wahlaufruf auch bereits, die Harzburger Front sei zerbrochen, und Herr Dr. Goebbels verrät, daß die Kandidatur Hitlers hereits vor Wochen beschlossen sei. bisher aber geheimgehalten wurde. So ziehen die Rationalsozialisten mit dem Schlachtruf Teils „Der Starke ist am mächtigsten allein" in den Wahlkampf. indem sie alles auf eine Karte setzen in der vielleicht richtigen Erkenntnis, daß jetzt sie die Entscheidung suchen müssen, wenn ihre Bewegung in Zukunft nicht stark an Werbekraft einbüßen soll. Deutschnationale und Stahlhelm geben sich natürlich darüber keiner Illusion hin, daß der Raum zwischen Hitler und Hindenburg zu klein ist. um ihrer Sonderkandidatur einen Erfolg zu erlauben. Hugenberg rechnet also offenbar damit, daß der erste Wahlgang noch keine Entscheidung bringen wird und daß dann die auf seinen Kandidaten entfallenen Stimmen un zweiten Wahlgang das Zünglein an der Waage bilden können. Bedauerlich bleibt bei dieser Kandidatur, daß sich gerade der Stahlhelm in die vorderste Front hat manövrieren lassen und nun I>em OJolt das wenig beglückende Schauspiel bietet, daß der zweite Vorsitzende des Stahlhelms gegen sein Ehrenmitglied tanbibiert. Schon die Erinnerung an die Kameradschaftlichkeit, mit der Hindenburg seinerzeit unter vollem Einsatz feiner eigenen Person vor seinem Rheinlandbesuch die Aufhebung des Stahlhelmverbots beim preußischen Ministerpräsidenten Braun durchsetzte, hätte den Äahlhelm veranlassen sollen, sich in diesem Kampf äußerste Zurückhaltung aufzuerlegen, nachdem er schon aus Gründen, für die man nach der ganzen politischen Entwicklung des Stahlhelms Verständnis haben kann, geglaubt hatte, sich von Hindenburg trennen zu müssen. Daß die Peinlichkeit dieser Situation natürlich auch von einem Manne wie Düster berg in hohem Maße empfunden wird, klingt in feinem Wahlaufruf durch, der von diesem inneren Konflikt im Herzen des alten Soldaten Zeugnis ablegt. Hindenburg hat allerdings damals, als er in kameradschaftlicher Treue die Aufhebung des Stahlhelmverbots erzwang, mcht den feinen Unterschied zwischen politischem und militärischem Handeln gemacht, auf den sich jetzt der Stahlhelmvorsihende Düsterberg zurückzieht, wenn er gegen den Marschall-Präsidenten in die Arena tritt. Aber wir wollen aus seinem Ausruf auch gern das Versprechen anerkennend herausheben, daß er den Kampf um die Reichs- Präsidentschaft ritterlich führen wiU und wir wollen hoffen, daß dieser gute alte Soldatengeist, der aus dem Aufruf Düsterbergs spricht, über- a l l Schule machen wird, sonst wird dieser Wahlkampf einen Scherbenhaufen zurücklassen, der dem deutschen Volk teuer zu stehen kommen muß. Daß ein ritterlicher Kampf, wie ihn für die Abrüstungsfrage, Ritter v o n E p p, ut einem Interview eines amerikanischen Korrespondenten offen zu dem von Dr. Brüning in Genf vertretenen Standpunkt bekannt hatte. Warm wurde der Kanzler erst, als er auf die innerpolt» tische Situation zu sprechen kam und mit äußerster Schärfe den Versuch zurucktmes, fern System mit dem System des 9. November zu identifizieren. Uni) zum Beweis dessen führte er an, daß er am 9. November einer Truppenabteilung angehort hatte, die zur Niederwerfung der Revolution gebildet worden war. Wer Brünings politischen Lebensweg kennt, der ihn stets in engste persönliche und freundschaftliche Verbindung zu Männern der konservativen Rechten geführt hat, dem sagt dieses Bekenntnis des Kanzlers nichts Neues. Aber die Leute mit kurzem Gedächtnis, die heute nichts mehr von dem Manne wissen, der innerhalb seiner Par» tei den Gegenpol zu Joseph Wirth bildete und die Brücke zur Rechten schlug, dessen Kabinett das erste Veto des Reichspräsidenten gegen die absolute Parteiherrschaft war, der zu seinen engsten Mitarbeitern grundkonservative Leute wie Schiele und Schlange- Schöningen gewann, diese wird vielleicht die Erinnerung an Brünings Einstellung zum 9. November zum Nachdenken anregen. Wenn man Herrn Dr. Brüning schon ein System zum Vorwurf machen will, so ist es das System der allmächtigen Bürokratie, das den Parteiabsolutismus abgelöst hat, sich aber nur deshalb so fest stabilisieren konnte, weil der Reichstag sich selbst ausgeschaltet hatte und die Opposition durch ihren Auszug aus dem Parlament auf ihre bedeutungsvolle Rolle im politischen Kräftespiel freiwillig verzichtet hatte, weil sie glaubte, außerhalb des Parlaments eher zur alleinigen Macht kommen zu können. Es ist einer der tragischen und vielleicht verhängnisvollen Augenblicke in der deutschen Nachkriegsgeschichte gewesen, als aus Gründen, die seitdem immer wieder erörtert worden sind, der Versuch nicht gelang, mit der Rechten auf eine Linie zu kommen. Vielleicht ist es auch heute noch nicht zu spät dazu, wenn auch das scharfe Aufeinanderplatzen der erhitzten Gemüter im Reichstag wenig Hoffnung läßt. Der Bruderkampf, der jetzt zwischen einst eng» verbundenen Gliedern einer großen Rechten, die auch heute noch trotz allem eine starke gemeinsame Jdeenbasis haben, entfesselt wird, ist eine Ver- irrung, die schwere Gefahren für Staat und Nation , im Gefolge haben kann, wie auch immer der Wahl- I idesltifiung. lungzum Shm^ürger Koburg. ar. MB.) Die Ti.d"' 'rungsrots Adolf -'Urr Ser braunschwcigWn W' aunlchweigifchcn stattgcfunden. Yültt hat °- ne DienstsefchaNe r wird in der braun d^ - icht ständig Dienst tun. hm im Auftrag de» braun* * 6«rd) Ne M««* mbe:au(ti«!e i" " s-esfis sSfäSfff L MbU M- unfl genommen. Osten in SeU- -jS?!*1«**- 6» KkKZr ? b«n die DIq, ..Q,n0es Lt.t,ahun, L5 tvitb u . 9 r o n t WM kden mit unjH »ün. ' m iuteaaiet,n l ®t> *• ^Olfsbartei Kimmung ru einer kurzen L.ut,.lU6“nbpo! «<”.* 1:7.»," ÄpS fie eine «udte, * nod) ’e- p_ie Fraktion belchios, t m.f,r(u,n8'n abzu. .Muß zu lassen, r.i enden ®ttgli,b(rn feine Weiterungen, da t und entschuldigt gilt E» ■ Scholz, Dr. Schn«,. rgebnis. '. lEND.) Der Au-gang I (der mit der Ablehnung le endete) konnte in pur- feine Leberraschung auS- g an hatte man auch in t diesem Ergebnis gerech« betrug bei dem Wih- das ©tfamtlabi» bei den am schärfsten be- des Kabinetts, den Mi- Dietrich, sogar bä und )t für die Aeichsregierung ' : aus, wenn man von der Stimmen der Kommu- der Sozialistischen ibziehl, die für eine Prak- g ja von vornherein nicht olcher Jetrachtung stehen die das Kabinett lügt, nut 165 vydv- t, die ihevreisich für Neubildung in Frage SZiLr ischE N antastcn ° ^„che md 'A'jch um un- SelU^>N/'Protests MM frrung Danzigs und einer «orrefhir des Versailler Vertrages-. Ändere Vertreter der Behörden forderten »ein polnisches Danzig und ein freies polnisches Meer**. Desgleichen wurde der offene Wunsch geäußert, daß „auf dem Danziger Rathaus bald die polnische Flagge wehen möge-. Die Deutsche Etu- dentenschast erhebt gegen diese Anmaßungen vor aller Welt ihre Stimme. Sie fordert Deutschlands Gleichberechtigung auf der Genfer Konferenz und damit den Schutz seiner Grenzen. Deutsche Studenten, holtet dem deutschen Osten die Treue! Verwendet keinen Blick von den Vorgängen im Memclland, Ostpreußen und Danzig, haltet die Augen offen! Der deutsche Osten ist in größter Gefahr. Japan bleibt harthörig. Kein Eindruck der amerikanischen Vorstellungen. Tokio, 26. oebr. (TU.) Die Erklärung des amerikanischen Staatssekretär» zum Fernostkonflikt hat »n Japan starke Beachtung gefunden, von seilen de» japanischen Außenministeriums wird erklärt, daß die Auslassunaen Stim'ons über bie bedroh, ten Jriedensburgschaslen „nur wenig bedeuteten", solange sie nicht die bewaffnete Jnterven- t i o n im fernen Osten bedeuten. Japan Hobe weder den Reunmachteoertrag verlegt, noch werde es sich einer Revision widersetzen. Die Meinungsverschie- denheiten hinsichtlich des Vertrages seien durch die «uslegungsweise der Vereinig- ten Staaten entstanden. Japan sei der Ansicht, daß die Mächte, al» sie sich seinerzeit verpslichteten, China» Hoheilsrechte und Unverletzlichkeit zu achten, hiermit lediglich zum Ausdruck bringen wollten, daß sie diese Faktoren in dem Augenblick berück- ichtigen würden, wo sie tatsächlich oorhan- >en sein würden. Aber im vergangenen Jahrzehnt ei der Wirrwarr in China nur noch größer geworden. Der Sprecher der japa- nischen Regierung bezeichnete alsdann die „amerikanischen und britischen Vorschläge hinsichtlich einer Wirts ch o st » blockade gegenüber Japan als ein gefährliches Spiel blutdürstiger fi l b e r a 11 ft e n“. Dos fapanische Robinett beschloß, einen neuen JJreöit von 22 Millionen Yen für die D p e r a t i o n e n i n 6 cha ngdai bereü^ufieUen. Wenn der Geheime Rot diesen Kredit billigt dann wird sich die Gesamtheit der Kredite für die Aus- gaben für die Unternehmungen in der Mandschurei und bei Schanghai bis jetzt auf 98 Mil- honen Yen belaufen. Man nimmt an, daß bis zur Zurückziehung der japanischen Truppen m o n a t • l'ch 10 Millionen Yen für die Opera- tionen in China au«gegeben werden müssen. Die notwendigen Summen werden durch Ausgabe oon Schatzanweisungen der Regierung aufgebracht werden, die u. a. oon der Lank von Japan übernommen werden. Amerika erwägt Räumung des Fremdenviertets. Washington, 26. Sebr. (WTB) 3m Staatsdepartement zieht man nunmehr die Räumung des Fremdenviertel« in Schanghai ernstlich in Erwägung. Durch Ent- sendung gewaltiger japanischer Truppenmallen ist eine Situation entstanden, in der man e« für besser hält, die Zivilbevölkerung au« Schanghai abzutransportieren, anstatt sie weiterhin einer Lebensgefahr auSzusetzcn. Außerdem mochte man jeden Zwischenfall vermeiden, der zu weiterer Zuspitzung deS gespannten Verhältnisse» zwischen Amerika und Japan führen könnte. Man ^ibe alle« vorbereitet, so daß die amerikanischen Behörden in Schanghai den Abzug der amerikanischen Zivilbevölkerung ohne weitere Anweisungen von Washington jeberjeit sofort veranlassen können. Man habe Votschaster ForbeS angewiesen, die japanische Regierung erneut aufzufordern, daß sie keine Truppen n der Viederlassung lande und daß sie ihre Kriegsschiffe in größerer ttnfcrnung von der Niederlassung ankern lasse. Offizielle Boh- kottmaßnahmen Amerikas gegen Japan werden nach wie vor abaelehnt, obwohl sich die Zahl der privaten Organisationen, die zu einem Doykott japanischer Waren auffordern, täglich mehrt. Schlußsitzung des Hessischen Landtags. Die Amnestie. Darmstadt. 26. Febr. (WHP.) Präsident Werner stellt die Anträge der Rationalfozia- listen, Kommunisten und Sozialdemokcaien auf Amnestie für politische Straftaten zur Dera hing. 3n der AeaierungSantwort dazu heißt e«: .Den gestellten Anträgen verwog da« (Mamt- minifterium in keiner Form Kuzustimmen. Die politischen Gegensäve haben sich in einer Weise verschärft, daß die Regierung mehr denn je die Verpflichtung hat, alle staatlichen Machtmittel für die Aufrechterhaltung der Staatssicherheit einzusetzen, und dazu gehört vor allem auch die unbedingte Aufrechterhaltung der Strafjustiz. DaS RechtSbcwu tfcin weiter DolkS.rZse und de Autorität der Strafrechtspflege und damit auch die Autorität deS Staate- würden erschüttert, wenn in der gegenwärtigen Rotzeit in größerem Umfange Straftaten de- gemeinen Recht- strafrechtlich ungeahndet blieben würden. DaS müßte die Achtung vor dem Gesetze untergraben und die össentliche Sicherheit und Ordnung aus- schwerste gefährden. Da- Gesamtministerium muß sich habet mit Entschiedenheit zur Zeit gegen jede- Amnestiegesetz auSsprechen. Wo gärten in her Anwendung der Strafgesetze tm Einzelfalle hervortreten, besteht die Möglichkeit, sie durch Sinzclgnadenerweife zu mildern. Abg. Best (91.): Unsere Amnestie richtet sich gegen eine ganze Anzahl von bestehenden strosge- fetzlichen Bestimmungen in den Rotverordnungen, die wir als unberechtigt, ungerecht und schikanös ansehen müssen. Eine große Anzahl oon Staats« bürgern ist mit diesen Strafbestimmungen in Äon« stikt geraten, ohne daß man chnen einen solchen Vorwurf daraus machen kann, sie müßten nun auch in den gegen sie erkannten Strafen hängen bleiben. Abg. Schreiber (Stp.) lehnt olle vorliegenden Anträge ab. Angesichts der planmäßigen Angriffe von rechts und links ist die ganze Strenge des Gesetzes notwendig, um den Staat und feine Bürger ju schützen. Abg. (Breb (Chr.-Soz.) betont, eine Partei, die sich wie die RSDAP. al» positiv christlich bezeichne, dürfe feine solchen Anträge stellen, die doch die Heiligkeit des Lebens verletzten, verbrechen aus politischen Gründen sollten eigentlich noch härter bestraft werden. (Lärm bei den Kommunisten.) Das habe selbst der nationalsozialistische Gauführer Lenz in einer Versammlung in Darmstadt erklärt. Staatspräsident Adelung erklärt, ich habe niemals den Mangel an Ehrlichkeit im politischen Leben mehr empfunden, als gegenwärtig. Cs ist von den verschiedenen Parteien wiederholt von der Regierung schärferes Vorgehen gefordert worden, und jetzt sollen wir eine Amnestie erlassen?! Ist das politisch ehrlich. Der Staat würde sich selbst aufgeben, wenn er so handeln wollte, wie cs die Anträge verlangen. Abg. Dr. R i e p a t h (DBP.) erklärt, die Volkspartei stehe gegen diese Regierung in Opposition, aber bei der Ablehnung der geforberten allge- meinen Amnestie trete sie hinter den Justizminister, der die Autorität des Staate» und des Staatsbürgers schützen müsse. Abg. G faser (Lo.) betont, das Landvolk habe gegen die hessische Justiz keine Beschwerden zu er- heben. Die bisherigen Begnadigungen seien schon zu weit gegangen. Das Landvolk unterstütze keine Machenschaften, die auf den Bürgerkrieg ab- zielten, bei denen die Bauern in erster Linie die Leidtragenden sind. In der Abstimmung wird der kommunistische Antrag gegen die Antragsteller abgelehnt, der nationalsozialistische Gesetzentwurf wird gegen So- zialdemolraten, Zentrum, Volkspartei, Christlich- soziale und Landvolk mit einfacher Mehrheit in erster und zweiter Lesung mit der Beschränkung angenommen, daß die gemeinen Der- brech en ausgenommen werden. Abgeordneter S ch r e i b e r (Stp.) hält eine Z w e i d r i t t e l - Mehrheit verfassungsmäßig für notwendig. Der sozialdemokratische Amnestieantrag, wird ad gelehnt, der nationalsozialistische Antrag auf Rück- gängtgmachung von verhängten Strafen bei Beamten wegen Zugehörigkeit zu bestimmten politischen Parteien wird ebenfalls an- genommen. Weitere Anträge. Der nationalsozialistische Antrag »Dermö- genSverteilung" (Enteignung der Dank- und Vörsenfürsten) wird bei Stimmenthaltung deS Zentrum- und der Abg. Galm (Komm. Opp.), 0blhof (SAP.) und Schreiber (St.-P.) mit den Stimmen der Rationalsozialisten. Sozialdemkra- ten und deS Ab-. Dr. Ricpoth (DVP.) gegen bie 10 Kommunisten angenommen. Abg. Vöhm (Dnl.) ist nicht im Saal. Punkt 4 des nationalsozialistischen Antrages, .Verstaatlichung des Bankwesen s". wird mit den 38 Stimmen der Rationalsozialisten, Sozialdemokraten, Sozialistischen Arbeiter-Partei und Kommunistischen Opposition angenommen. Annahme findet auch ein nationalsozialistischer Antrag, die Regierung solle Zwangsvollstreck u n y e na u s st a a t l i ch e n F o r d e r u n- 6en in die bäuerliche und gewerbliche Dermö- genSsubstonz nicht durchführen und ferner bei der Reichsregierung um baldige wirksame Bestimmungen zum Schutze der landwirtschaftlichen und gewerblichen Dermrgensfubstanz gegen jede Zwang-vollstreckung vorstellig werden. Ein tumultuarisches Ende. Abg. e i n ft a b t (Z.) erklärt: Der Abg. Dr. Best ('Jl.j hat in einer persönlichen Bemerkung erklärt, daß cs die Sozialodemokratische Partei sei, die für den Fall der (Ergreifung der politischen Macht durch den Nationalsozialismus in Deutsch- land einen Separatismus der Sozialdemokratie und des Zentrums oorbereiie und androhe. Ich verwahre mich aufs entschiedenste dagegen, da durch solche Bemerkungen die Zentrumspartei verdächtigt wird und in den Geruch des Separatismus kommt. Ich erkläre auf das allerbestimmteste, daß die Behauptung des i)errn Dr. Best, das Zentrum bereite einen Separatismus vor für den Fall der Macht ergreifuna Hitler» einfach Irrig ist. und, wenn sie bewußt aufrechterhalten wird, eine verdacht,. SU na und hatUoje Verleumdung barfttlh. Ada Maurer (foz.) erklärt, der Abg Dr. Best hat den sozialdemokratischen Reichstagsabge- ortmettn Dr. Högner-München und weite Äreife brr Sozialbrrnokratilchrn Partei al- separattsten- freundlich verdächtigt. Dr. Best glaubt sich auf einen Artikel Dr Högncr» .Gelährbung der Reichsernheit durch die Hitler-Bewegung" stützen zu fönnen. Wir stellen fest, daß sich au- dem Aufsatz ganz klar ergibt, daß Dr Högner gegen Treibereien von Separattsten im Rheinland und in Bayern Stellung nimmt. Das ist also gerade das Gegenteil dessen, wa- Dr. Best behauptet hat. Die Sozialdernokrattsche Partei hat in der Vergangenheit nicht» mit dem Separatismus zu tun gehabt und wird sich in Zukunst gegen bic separatistischen Bestrebungen mit allen Mitteln wenden. Abg. Dr. De st (RSDAP » erklärt, daß Inhalt und Tendenz de- Aufsätze- des Sozialdemokraten Högner dahin geht, baß er separatistische Bestrebungen in bestimmten politischen Kreisen für ben Fall, bah ber Rationalsoziali-mul siegt, unterstellt unb äußert. AlS der Redner dann erklärt, angesichts ber außenpolitischen Gefahren werbe hier Frankreich ein neues Stichwort zum Eingreifen gegeben, entsteht auf der Linken lebhafter Tumult, ber seinen Höhepunkt erreicht, al- Dr. Best betont, Deutschland könne nicht burch bie 'Parteien des Hochverrat- vom Rovember 1918 gerettet werden, sondern nur durch Adols Hitler, den kommenden Reich-Präsidenten. Die Rattonalsozialisten verlassen den Saal. — Abg. Heinftadt (Z.) ruft: Dr Best soll Rede und Antwort stehen, wenn er nicht zu feig ist! Abg. Zinn kann (Soz.) erklärt.dah Dr. Best, der unter dem Verdacht des Hochverrates steht, eS mit Billigung de- Landtag-Präsidenten wagen konnte, eine große Anzahl von Mitgliedern bleie« Haufe» al» Hochverräter zu kennzeichnen. Wir Gängen dieses Verhalten Dr. Best» ausdrücklich niedriger und bezeichnen den Au-zug ber Rationalsozialisten al» eine feige Handlung. Präsident Werner ruft den Redner zur Ordnung. ES entsteht neuer Tumult. Die Abgeordneten ber Linken unb Mitte rufen: .Unerhört! Der Razi-Präsibent!" — Abg. Hein- stabt meldet sich zum Wort. Präsident Dr. Werner erklärt: Die Sitzung ist geschlossen. ES kommt zu lebhaften Auseinandersetzungen der ZentrumSabgeordnet.m mit dem Präsidenten. der seinen Platz verläßt. Der Hessische Landtag hat sich damit „auf unbestimmte Zett" vertagt. Wettervoraussage. Während in den gestrigen Abendstunden über ber Ostsee unb Rorbostdeutschlanb eine slache Störung lag, hat sich ber Lustdruck wieder auf- gefüllt. Kräftiger Barometeranstieg folgte nach, Der über Estland unb ßettlanb einen Kern von nahezu 780 Millimeter Luftdruck entwickelt hat. Dementsprechend haben sich die Winde gedreht, erneute Kaltlust fließt aus dem Hoch aus und strömt nach Deutschland zu. 3n Schlesien und Ostpreußen ist bereits die Bewölkung wieder zu- rüdgegangen, das Thermometer sank dort aus minus 10 Grad und erreichte in Königsberg sogar minus 16 Grad. Mit dem weiteren Vordringen der Kaltluft fetzt auch bei unS zunächst Bewölkungsrückgang und Rachtfrost ein. Sehr wahrscheinlich wird aber zu Beginn der nächsten Woche eine abermalige Störung im Rorden wieder den Uebergang zu milderem Wetter cin- lelten. Aussichten f ü r Sonntag: Dieder Zunahme des Nachtfrostes und tagsüber kälter, nur leicht wolkig, sonst meist heiter, trocken. Aussichten für Montag: Nach anfänglichem Nachtfrost wieder Neigung zu milderem Wetter. Lufttemperaturen am 26/ Februar: mittag» 1,0 Grad Celsius, abends 1,2 Grad: am 27. Februar: morgens 0,5 Grad. Maximum 2,6 Grad, Minimum 0,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Februar: abends 0,0 Grad; am 27. Februar: morgens —1,4 Grad Celsius — Niederschläge 0,1 mm. — Sonnenscheinbauer 8 Stunden. Amtliche Minlersporlnachrichlen. Vogelsberg, HoherobSkopf: Schnee- fall, — 6 Grad, 15 Zentimeter, bavon 6 Zentimeter Reuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkcit gut. Rhön, Wasserkuppe: Rebel, — lOGrad, 10 Zentimeter Schnee, verweht, Sporttnöglichkeit gut. Schwarzwald. Feldberg: Leichter Schneefall, minus 10 Grad. 38 Zentimeter Pul- verschnce, davon 3 bis 5 Zentimeter Reuschnee, Sportmöglichkeit sehr gut. 2llpen, Garmisch - Partenkirchen: Leichter Schneefall, minus 7 Grad, Pulverschnee, Sporttnöglichkeit sehr gut. Srieftoflen der Heöaftion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) H. $. Es gibt kein Gesetz, da» Sie verpflichtet, den alten Zaun erneuern zu lassen. Ebensowenig kann Ihr Rachbar gezwungen werden, sich an ben Kosten der Ausbetterung bes Zaune» zu beteiligen. G» steht also bei Ihnen, wa- Sie mit bcm Zaun wachen wollen. G. in Gambech. Steuerpskicht besteht ohne Rück- sicht auf vorhandenen Grundbesitz Sic müssen hiernach Grunderwerbssteuer bezahlen. V- Da In Ihrem von mehr al» £00 Lteuerps.icht. Falle ein OMamtetafomntt Mk. vorhanden ist. bestes m Effolderbach. 1. Wenn bu Tochter tm Haushalt eine volle Arbeitskraft ersetzt, besteht StcucrpfUcht 2- Unter den geschilberten Verhältnissen ist Ihr Sohn nicht bärgersteuerpsllchttg. 3. Die Frage, rb Sie einen Schabenserfatzanspruch gegen Ihren Vertragsgegner haben, hängt zunächst von der Vorfrage ab. ob dieser Ihnen dafür förmlich aaranliert hat. daß die Kuh bi» zu einem bestimmten Termin kalben werbe, baß allo die Trächtigkeit unb ba» rechtzeitige Kalben der Kuh eine zugesicherte Eigenschast Tieres waren. Diese müßten Sie beweisen. Besteht die Möglichkeit der Beweisführung fo wenden Sie sich unverzüglich an einen Rechts- an»alt ober an bie Geschäftsstelle Ihre» Amtsgerichts Hanbelt e» sich aber in Ihrem Falle nur um eine beiläufige, bie Kuh anprrtfende ^rnerkung seitens Ihres Vertragsgegner», so besteht trenifl Aussicht, daß Ihnen letzterer entkommt. Ä. Wir nennen Ihnen folgenbe Romane ber Schneider-Forstel .Han» Helbing» fpätes ®Ukr. — ..Unter ber Geißel bei Leben»" - ..Märtyrer der Liebe". — ..Die Liebe be» Geiger» Rabanyi". „Xom Leben gehetzt'. — ^D>e anbere Gene- ration“. - ..Hüttenpack". - .Lache. Basazzo". — „Der Flüchtling". — ..Die Söhne der Julia Lindholm". - ..Das Erbe be» Herrn von An- sietten". — .Die internationale Dreizehn". — „Wenn bie Heimat ruft". Ioh». D. in Sch. In Ihrem Falle kommt 5 214 Der Reichsverf.cherung»ordnung in Detracht. In biefem Paragraphen wird bestimmt ..Scheibe« Versicherte wegen Erwerbslosigkeit auS. bie tn ofinm?°langcdünflcncn 12 Monaten mindesten« 26 '2504)^1 oder unmittelbar vorher mindesten« 6 -Lochen versichert waren, so verbleibt ihnen der Anspruch auf bie Regelleistungen ber Kasse tDcnn ber Versicherungsfall während ber Erwerbslosigkeit und binnen drei Wochen nach dem Ausscheiden eintritt." Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bl» 1230 Uor. 16 bl» 17 Uhr Sam»!aa »ochmttiag geschloßen Jür unverlangt elngesandle Manuskripte ohne aeigcsügle» Rückporto wird keine Gewähr übernommen. r * »i« Geschäft» ft eile zu richten. Kirchliche Tlochrichten. Evangelische Gernelubea. Sonntaa, den 28. Februar. Oku». Sladttirche. ti.5u Uhr. Pfarrer Becker: 11: Kinder- nm« für die Markusgemeindc. Psarrcr Becker: 18: &»rnUf,W<^r‘ 77 3°bannrsflrd)c. 9.3": Pfarrer Bechtalsheimer: 11: Kinderkirche für die Luka». ?.CfhClSö-k?fdrrKru^ed,‘0l9,>ci,ncr: 1H: Pfarrer Hu». x ?b'chte und heiliges Abendmahl für die Luka», uiiö 2vhannesaem1203 n. d. G. ?l Übergangs^! Dentistin möchte Frl., 18 Jahre, a. g. Hause erlernen. Schr.Ang.u.01180a.d.G.A. Alte Stadtvost, Schulstrafte 11. die teuer Aussehen,aber fabelhaft billig sind Preisangabe unter 1562D a. d. W. A. Samstag abend 8.30 Ubr ,Aauarinm".i6g«v Unterfertigter C. C. betrauert tief das am 20. d. M. zu Ludwigshafen am Rhein erfolgte Ableben seines Heben A. H. Mädchen 5. Eben. m. 1 Kind, . Haus u. Garten, ab 1. 3. geg. 30^ gesucht. Schrift!. Ang. unt. 01223 a. d. G. A. Donnerstag IS'/fUhr verschied nach kurzem, geduldig ertragenem Leiden unsre gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante tiimmef-WohnW mit Bad gesucht evtl, int Tausch geg. Altwvhnung. Schristl. Ang. unt. 01170 n. d. G. A. Gebrauchter HERD kl. 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Zebruar 1952 Oeuischland-Irankreich, die Grundfrage der europäischen Zukunst. Don * * * M. QBerkn wir einen kurzen QMtd auf die Politik England- und Italiens, um zu brauchbaren Endschlüsjen mi tommen. ES ist nicht der geringfte Grund dafür vorhanden, anzunehmen. daß England feine traditionelle Politik den europäischen Ländern gegenüber aufgegeben habe. Ich habe schon in meinen an dieser Stelle im Jahre 1930 verösfentlichten Aussätzen daraus h.ngewiesen, daß die Schaffung einer polit schen R or d-Süd- achse sEngland- Deutschlands-Italien) im Falle eine« Krieges mit Frankreich und seinen Trabanten Deutschland der glatten Verwüstung auS- sehen würde. Ich halte eS - nach wie vor — für unsagbar gefährlich, mit einer solchen Konstellation auch nur von Feme zu liebäugeln — ich holte eS aber für noch viel gefährlicher, zu glauben, bafj auf England oder Italien ein absoluter Verlad sein könnte. Beide Länder sind in ökonomisch schwieriger Lage. Beide sind zu größter Relativität in ihrer Außenpolitik gezwungen. Rur ein Kind kann glauben, England könne sich den LuxuS einer offnen antifranzösischen Politik mit KriegSperspektive leisten. Und nur ein ■Jlarr nimmt an, England habe ein ecnsthas - teS Inckc resse an einer Wiedererstarkung Deutschlands, welche dieselbe wirtschaftliche Konkurrenz wiederherstellte, die eS sich eben erst durch den Krieg vom Halse geschasst hat. England hat lediglich fein Interesse an einem ruinierten Deutschland. In dieser negativen Formulierung ist die gesamte englische Politik gekennzeichnet. Aus mehr zu hossen. wäre Wahnsinn: doppelt Wahnsinn angesichts der prekären Lage Englands, dessen Wirtschaft weniger wie je eine starke Konkurrenz ertrüge. Wir wollen abwarten, wie Englands Haltung aus der im Juni zusammentretenden Konferenz von Lausanne fein wird, auf welcher Formel eS sich mit Frankreich in der Frage der Reparationen einigt — ganz zu schweigen von seiner Haltung auf der Abrüstungskonferenz von Gens. England wird sich — bei seiner heutigen Lage — nirgends sestlegen: um so weniger. alS eS ja gar nicht weist, welche Heber- raschungen ihm noch der Feme Osten bereiten und zu welchen Schritten es daS japanische Vorgehen zwingen wird. Also: toenn England einmal in einer Frage unser Freund ist: so beweist daS gar nichts! Rur Phantasterei kann darin mehr sehen wollen alS das eben gerade Seiende. Alnd Italien? Genau das gleiche, mutatis mutandis. Gympath sieren mit der Hlllerbewegung ist feine Grundlage, auf der praktische Auhen- politik getrieben werden kann. Unb kein gebildeter Italiener, der ein wenig Kenntnis von den deutschen Verhältnissen und der deutschen Psyche hat. wird glauben, dast der deutsche Mensch jemals eine rein italienische nationale Lebensform — das ist der Faschismus — für sich selbst übernehmen würde. Dazu sind alle Voraussetzungen viel zu verschieden — und viel zu verschieden auch ist d»e deutsche Ausgabe innerhalb des europäischen KrästespieleS. vor allem auch des geistigen. Auch die italienifdx? Politik laviert — must lavieren. DaS ist ihr gute« Recht, liniere Pflicht aber ist es, das Kind bei seinem (Hamen zu nennen und keine Hossnungen zu nähren, die nicht erfüllt werden können. Die italien-sche' Freundschast ist uns lieb und angenehm: in der Politik aber gilt die Frage, waS sie uns wert ist im Vergleich zu anderen Werten. Run: sie will den österreichischen Anschlust nicht, und sie rührt sich in der Korridorsrage nicht, geschweige denn in der Frage der Kolonien. Sie ist in der Repa- rationssrage auf unserer Leite, ihrem Interesse entsprechend, und sie sordert, ohne jede Aussicht Gießener Konzertverein. Zoh Leb. MUtstäuc-Pas io 1. Unter den Solisten in Bachs Matthäus- Passion fällt dem Evangelisten eine ausschlag- gebende Rolle zu, da er mit seiner Partie die jeweilige Situation festlegen must, aus der die betrachtende Musik erwächst. Die Partie stellt ungc mein hohe Anforderungen an die Gestaltungskraft, um die ständig wechselnden, in sich fortschreitenden Ereignisse treffend zu charakterisieren. Mar Meili (München) ist für diese Ausgabe ganz besonders prädestiniert. Neben der bewunderungswürdigen Leichtigkeit in der Beherrschung des Stimmtcch- Nischen, selbst in den schwierigsten Höhenlagen, Der- mag er mit starker suggestiver Straft die einzelnen Situationen schlaglichtartig zu erhellen. Er hält sich ebenso frei von extrem betonter Dramatik wie von der f)croorfebrung naturalistischer Momente. Seine vornehme, durchgeistigte Art des Situationserlebens basiert auf einen, besonders stark pulsierenden lyri- schen Einschlag und fesselt durch den Adel der musikalisch.geistigen Erfassung. Dem gesanglichen Stil des Eoangelistenparts vermochte er eine gänzlich andere innere Einstellung in der Arie gegenüber- treten zu lasten: aber auch hier war fein Ton schön, überaus nachgiebig und stets organgemäst. Erich Meyer-Stephan wußte in der Erfassung der Jesus-Partie dem oft begangenen Fehler des Verfallens in Pathos zu entgehen. Für ihn war die innere Hingegebenheit und religiöses Erleben die Grundlage für die Durchgestaltung. Trotz der schönen stimmlichen Leistung würde es doch ratsam erscheinen, der Durchbildung der Hohe noch ganz besondere Aufmerksamkeit zu zuwenden. Ruth Arndt bewies auch diesmal wieder die oft an ihr gerühmten Vorzüge Ihren strömenden voluminösen Alt stellte sie mit feindifferenzierender Modulationssähigkeit in den Dienst ihres grosten Gestaltungsvermögens. Die Durchführung der Arie „Erbarme dich" liest ebenso gesangliches Können bewundern, wie die Arioso-Sätze die innere Verbundenheit mit der jeweiligen Situation erkennen ließen. In Margarete von W i n t e r s e l d t lernten wir eine Sopranistin mit einem sehr sympathisch gefärbten Organ kennen, bie die ihr Anfallenden Aufgaben in hoch musikalischer Art mit mystisch ergebener Versunkenheit erfüllt. Leider erfchicn ihre Stimme im Xkbcrgang zur Höhe nicht frei und besonders behindert bei längeren Bindungen in der ilcbcrgangdlagc. Aniversitätsmusikdirektor Dr. Stefan Tem e s- pari) hatte sich einen grosten homogenen (Shor- auf Erfolg, Abrüstung, was uns theoretisch nur passen kann. — So sieht es um unsere beiden .Bundesgenossen" und ihre Politik au« Aber es sieht noch anders aus. Denn es soll niemand glauben, dast Frankreich die Hände in den Lchoh legt und die Dinge emsach ihren Laus nehmen Iaht. Ganz im Gegenteil Die französische Werbearbeit um England sowohl wie Italien ist in den Kulissen ganz beträchtlich. Wahllos sind die politischen Stimmen, welche angesichts des völlig unsicheren Deutschland - eine rasche und eneraische Wiede rherstellung der alten Entente fordern alt beste Garantie für die Erhaltung deS europäischen Frieden«. Auch in diesem Salle ist es billig, die Achseln zu zucken und zu sagen, dast eine solche Konstellation niemals wiederkehrt. Sie kann rascher wiederkehren, als eS sich die Schulweisheit deutscher Ideologen bäumen läßt — und sie wird sogar bestimmt wiederkehren, wenn die deutsche Austenpolitik irgendwelcher Regierung — heiße der Kanzler nun Brüning oder sonstwie — eine methodisch unkluge oder falsche Politik triebe. Die Bunde-igenosfenschast England« oder Italiens ist also eine sehr fragwürdige Angelegenheit. Sie kann als a b s 0 1 u te r Wert In ber deutschen Kalkulation keinerlei Rolle spielen Deutschland ist, mag es auch heute viele Sympathien in der Welt haben, im Grunde allein. DaS ist vielleicht eher ein Vorteil als ein Rachteil, sofern e« die Sympathien, die eS besitzt, richtig auszunuhen und spielen zu lassen versteht. 3e deutlicher eS sein großes Ziel der Befreiung, der wirtschaftlichen Sanierung und der politischen Rehabilitation im Auge behält, je unprogrammatischer eS zu Werke geht: desto besser wird eS Doranfommen. Aber je lauter es seine Stimme am unrechten Ort erhebt, um so lauter auch werden die Gegenstimmen sich bemerkbar machen. Welches ist nun daS Ergebnis dieser Darstellung? 1. Die deutsch-sranzäsische .Verständigung" ist im Augenblick auf dem Rullpunkt angekommen. 2. Die deutsch-sranzös.schen Beziehungen müssen wieder auf einen Punkt gebracht werden, von dem aus eine neue Annäherung möglich ist. Das Wort .Verständigung" ist aus dem Spiel zu lassen, da es dauernd zu Mißverständnissen Anlaß gibt Es handelt sich nur darum, einen erträglichen „m o d u s v i v e n d i“ zu finden. 3. Ohne unbedingt zuverlässige und auch realpolitisch wirksame Bundesgenossenschaslen ist jede brüskierende Politik Frankreich gegenüber zu unterlassen. Der deutsche Revisionsgcdanle und Revisionsstandpunkt ist unverändert aufrechtzuerhalten, die Methoden seiner Verfechtung aber Haven wirklich politische und nicht demonstrative zu sein. 4. Dem französischen Sicherheitsbedürfnis ist das deutsche Verlangen nach Sicherung entgegenzustellen. Man soll so wenig wie möglich von .Ausrüstung" an und für sich reden, indem man sich auf die Gleichberechtigung beruft: sondern von der unerläßlichen Rotwendigkeit praktischer Sicherungsmöglichkeit: Deutschland ist tatsächlich nicht gesichert. 5. Man soll die Sragen der territorialen Revision des Versailler Vertrages nicht mit denen der Reparationsstreichung gleichzeitig aus den Tisch werfen. Diese sind zunächst wichtiger al- jene. Außerdem ist zu sagen, daß Deutschland kein Interesse hat an einer allgemeinen territorialen Revision. Es hat mit dem neuen Rumänien und dem neue n Jugoslawien gute klangkörper gebildet, der den ihm gestellten Aufgaben in jeder Hinsicht voll gerecht zu werden vermochte. Ungemein stimmungsstark wirkte sich der Schlußchor aus: in großzügiger Weise, erfüllt vom starken Impuls der Erregung, baute er den Eingangschor auf. Hier wie auch in der Choralphantasie am Schluß des ersten Teiles hätten noch reichlichere Schattierungen die Wirkung bedeutend gehoben. Bei den Chorälen legte er mehr Gewicht auf daS Ausschwingen der Grund- ftimmung alS auf die Sinzeiinterpretation des Textes. Der Choral .Wenn ich einmal soll scheiden" wurde zu einem Akt religiösen Erschauerns. Der Knabenchor ging bei der durchaus präzisen Durchführung des Cantus firmus im Eingangs- chor und in der Teilnahme an dem Choralgesang in der stimmlichen Stärke weit über die Grenzen hinaus, die im Interesse des schönen Klanges und mit Rücksicht auf die jugendliche Stimmkraft geboten find. Das Orchester gab sowohl als Ganzes als auch in den teilweise ausgezeichneten Sollstenle.stungen Iden Solo-Diolinpart hatte Wilhelm Schöttler übernommen) mit seinem Eingehen auf den Willen deS Dirigenten dem Gesanglichen sichere Grundlage und klangliche Verklärung. Mimi Dock (Klaviers zeigte dem Evangelisten gegenüber sehr seines musikalisches Anpassungsvermögen. wie auch Joh. R e b e l i n g an der Orgel die klanglichen Akzente verstärkte und die einzelnen Grundstimmungen in der Auswirkung trefflich unterstützte. In Anbetracht des großen und vielseitigen Klangkörpers, der pünktlich zur gegebenen Anfangszeit zur Stelle sein muß, erscheint die Forderung nicht unberechtigt, daß auch die Hörer dementsprechende Pünktlichkeit beachten. Dr. H. Historisches vom Papier. In unserem ..papierenen" Zeitalter hat man auch die Geschichte dieser Erfindung, die das Gesicht der Kultur so vollkommen veränderte, gründlich ausgehellt. Wir kennen heute sogar den "Kamen des Erfinders, wie Professor Löfsler in einem die Geschichte des Papiers behandelnden Aussatz des Buchhändler-Börsenblattes hervvr- hebt. Es war der chinesische Ackerbauminister Tsai Loung ober Tsai-Lun. der dafür im Jahre 105 n. Chr. die höchste Auszeichnung erhielt. In den Annalen der späteren Han-Ä)nastie toirb darüber berichtet „Bon altersher nahm man für Schriftstücke vielfach BambuStafeln. die man zusammenband Die Verwendung von SeidenHandelsbeziehunyen, kraft derer c« die franko- hM)c Südvstpolitik wirksam balancieren kann. t Wan soll der deutschen Jugend klarmachen, daß in Frankreich eine neue Jugend heranwächst, welche begriffen hat. daß der Hebe Gott nicht Franzose ist. Wan toll der deutschen Jugend sagen, daß es erst ihre Ausgabe sein wird, das deutsch-sranzösische Verhältnis auf einen ganz neuen Generalnenner zu bringen. Man soll ihr sagen, daß Geschichte nach vorwärts und nicht nach rückwärts gemacht wird — und daß also, wer berufen i st. w i e die deutsche und französische Jugend, Geschichte großen Stils nach vorwärts zu machen, e« endlich lernen muh. der Bergan- genenGeschichte und ihrenverbrauch- ten Ariomen den Rücken zu lehren! Sort mit Dergleichen, die hinken, fort mit Berufungen auf Werte, die keine Geltung mehr haben. Die Losung heißt Morgen und Uebermor- g e n : aber^ nicht mehr Gestern und Vorgestern? 7. Den Franzosen gegenüber: klare, einfache Haltung. Schluß mit Ra^e- und Revarchegeschrei. aber bestimmteste Ablehnu ng vonDer- sai11eS. vor allem Ablehnung de« Geiste« der DersailleS geschaffen bat. Ablehnung heißt nicht unfluge Zerreißung oder Kündigung, welche dem Selbstmord gleichkämen. Schluß mit dem ganzen Literatengewäfch der geistigen Kollektiv- Verständigung: So etwa- gibt c« nicht und hat eS noch nie gegeben. Die Grenzen so weit offen wie nur möglich: den Au-tausch so intensiv wie möglich. Aber unerbittcrt Schluß mit offiziellen Ausfprachen und Debatten, bet denen nicht- her- auskommt. Die Sprachen lernen und gut lernen' Damit Jugend mit Jugend von Person zu Person sprechen kann. 8. Immer da- Entscheidende wissen: Deutschland und Frankreich sind nicht anal eich da re. sondern komplementäre, sich ergänzende Werkel Ader keine internationalen Verwaschenheiten sondern nationale Klarheiten. Der Deutsche sei deutsch — und der Franzpfe französisch aber beide mögen wissen, daß sie da« Salz von Europa sind — und daß nur ihre friedlicheKoordination Europa retten kann. (Sin Blick nach Ostasien genügt, um darzutun, welcher Brand sich da entzünden kann. Weiß einer, w i e weit westwärts seine Flammen schlagen können?) 9 Sich immer darüber klar sein, daß nur die eine« Tage« sich schließende europäische Einheit noch eine Garantie für die nationalen Einheiten bieten kann, welche Europa bilden. Die Wclt- gefchichte ist schon längst heimlich in kontinentale Dimensionen hineingewachsen. Wer die« übersieht, kann keine in die Zukunst greifende Politik treiben; kann auch feinem Lande kein wirklicher Leiter sein. Die europäischste Begabung auf unserem Kontinent hat der Deutsche. Sei er sich doch dieser unerhörten Stärke bewußt! Rutze er fie: für bic beut,4e Ration? Aus der pwvinziashauptstadt. Gießen, den 27. Februar 1932. Vorfrühling. Das sind merkwürdige Tage, die uns Heuer im Februar beschert werden. Die Sonne wirkt schon mit ihrer Straft, daß sich überall das junge sprossende Leben regen will. Aber bei ganz klarem Sternhimmel bringt uns die Nacht noch solche Kälte, daß wieder alles stille steht. Bei Tage haben wir den Frühling in Händen, nachts aber herrscht der strenge Winter. Auf der Eisbahn tummelt sich groß und Nein im warmen Sonnenschein. Man legt die Oberkleider ab. Die kleinen Kinder lassen sich von niemand irre machen in ihrem Spiel. Sie kennen nur den Tag, die kalten Stunden der Nacht zählen für sie nicht. Schon lange haben sie ihren Ball hervorgeholt, lallen den Kreisel tanzen, schießen mit ihren Murmeln und gehen stolz auf ihren neuen Stelzen. Auf den Landstraßen sausen Autos vorüber. Staub wirbelt auf. Blauer Himmel leuchtet über der schlafenden Erde. Schon wagen alte Männlein und Weiblein in weißem Haar ihren ersten Ausgang. Wunderbar weht es vom Walde her. Es duftet nach frischem Grün, nach schwellenden Knos- pen. Unter dem welken Laub will sich neues Leben gestalten. In den Gärten läuten die Schneeglöckchen den Frühling ein. Die Stare sind da. Als erste Sänger versuchen sic ihr kleines Liedchen, es will aber noch nicht recht gelingen. Die Amseln schweigen noch. Aber nicht mehr lange. Wenn erst die Lerchen zurückgekehrt sinh und ihre hellen Triller ertönen lassen, dann werden bald alle Sänger mit einftimmen. Jetzt aber sind es noch scheue, zagende Tage. Irgendwo fühlen wir im Herzen, daß nun bald eine neue Zeit beginnt. Das Schwellen und Wachsen in der Natur draußen regt an. Der Winter zeigte sich heuer noch nicht recht von der rauhen Seite. Mild und regnerisch verflossen die Tage. Nun hat er sich doch noch im Februar auf fein Recht besonnen. Aber wir glauben nicht mehr an seine Stärke. Die Sonnenstrahlen sind schon zu mächtig. UeberaU regt es sich in Wald und Flur, wenn auch dem oberflächlichen Zuschauer kaum bemerkbar. Neues Leden will an das Tageslicht. Die Wintersaat leuchtet schon frisch in den sonst so kah- len Feldern. Nicht lange roirb's dauern und die ersten Gänseblümchen werden am Wegrand er- scheinen. stücken dafür nannte man Papierbereitung. Aber die Seidenstücke waren au teuer und die Bambus- tafeln zu schwer. So faßte Tfai-Lun den Plan, aus Baumrinde, Hans, Lumpen und Fischnetzen Papier zu bereiten. Im Jahre 105 berichtete er darüber dem Kaiser, und dieser lobte seine Fähigkeiten. Seitdem wurde das Papier allgemein gebraucht, und im ganzen Reiche nannte man es ..Papier des Tsai-Lun". Das älteste erhaltene Papier, das von Sven Hedin in der chinesischen Ruinenstadt Lou-Lan ausgefunden wurde, stammt aus der Zeit von 180 bis 200 n. Chr. Die Kenntnis der Papierbereitung kam von China aus durch Kriegsgefangene nach Westen ins arabische Gebiet. Die erste Papierfabrik des Islam wurde im Jahre 751 in Samarkand errichtet. Harun al Raschid schus 794 95 eine staatliche Papierfabrik in Bagdad. In Kairo packte man schon im Anfang des 11. Jahrhunderts alle Waren in Papier, und bald war es auch in Persien und Indien eingebürgert. Das chinesische Papier wurde aus versilzten Pflanzenfasern hergestellt. Die ostturkestanischen Papiere des 4. und 5. Jahrhunderts sind ein Gemenge von rohen Bastsasern aus der Rinde verschiedener Pslanzen. Das Hadem-Papier ist eine chinesische Erfindung, die von den Arabern verbessert wurde. Die Rohstoffe wurden, ursprünglich wohl in Mörsern, zerkleinert; aus den Fasern und dem barübergegoffenem Wasser entstand ein dicker Drei, aus dem das Papier mit einem Draht- rahmen geschöpft wurde. 3m 12- Jahrhundert gelangt da- Papier durch die Araber nach Spanien und Frankreich, um 1270 nach Italien. Süddeutschland bezog die Ware lange auS Italien. Horb- und Westdeutschland aus Burgund und Frankreich. Die älteste deutsche Papiermühle ist mit voller Sicherheit erst in Nürnberg 1389 nachzuweisen. Die .Papiermühlen" wurden mit Wasserrädern betrieben, die ein Stampswerk in Bewegung setzten, das den Hadem- Stoss zermalmte Diele Stampfmaschinen wurden durch den Holländer" ersetzt, der 1670 in Holland erfunden, 1718 nach Deutschland eingeführt wurde. Auch das ^Schöpsen" wurde durch eine maschinelle Einrichtung übernommen, nämlich die endlose Siebmaschine, die der Franzole Louis Robert 1799 schuf. Die Verwendung von Holzschliff statt Lumpen wurde schon ums Jahr 1760 von dem Regensburger Pastor Schäffer vorgeschlagen, der durch die Beobachtung von Wefpen- ncftern dazu angeregt war, aber verhöhnt wurde, und so mußte die Erfindung 1840 zum zweiten Male von Friedrich G. Keller gemacht werden. So wird bat menschliche Herz ogn einer neuen Hoffnung, einer neuen Zuversicht erfüllt. Salb ist ber Winter vorbei, bessere Tage kommen. Im Februar werben bie Tage wieder klar, drängt sich bie erste Bläue vor, kommen bie halben Amseln bang, schwillt um bas bunkle Friedhosstor tiefer, weißer Schneeglockengefang. Im Februar werben bie scheusten Träume wahr, Weibenrutcn lohen ins Land, Äinber wandern seltsam betört, Haseln wehen vom Wiesenranb, unb mein Herz ist selig verstört ... G. B. L. Bäte. Feierliche Eidesleistung. Diese Woche brachte in ben hessischen Gerichtssälen eine bemerkens- unb begrüßenswerte Neue- runy. D,eStrafprozeßorbnung enthält über bieCE ibeste i ft u n g nur bie Vorschrift^ baß ber Eib — nach vorhergehenber Belehrung über seine Heiligkeit unb Wichtigkeit — burch Nachsprechen ber Eidesformel unter Erheben der rechten Hand geleistet wird. Es hatte sich bie Sitte eingebürgert, baß ber Gerichtsvorsitzende, unb nur biefer, sich babei von feinem Sitz erhob; alle übrigen Anwesenben bereiten Platz. Diese geringe Feierlichkeit hatte zur tfolge, bah bie Eibesabnahme im Saal wenig beachtet unb burch bie besonbers in großen Sitzungen nie ganz zu oerineibenbc Unruhe unb Unaufmerksamkeit beeinträchtigt würbe. Dieser Uebelftanb wirb burch einen, wie wir hören, von bem hessischen Iustizminister ausgehenden Erlaß an bie Gerichte beseitigt. Schon vor längerer Zeit war von bem Ministerium verfügt worben, baß ber Borsitzenbe sich bei ber Eidesleistung mit dem Amtsbarett zu bedecken habe; f nunmehr ist vorgeschrieben, daß alle Gerichts- Personen, Richter und Urkundsbeamte in den Zioilsitzungen, und an den Strafgerichten die Laienbeisitzer und der Staatsanwalt sich erheben unb ber Eidesleistung stehenb beiwohnen. ’ W'e sich von selbst versteht, gilt bics auch für bas 1 Publikum. Auf biefe Weise erhält ber Eid, das * feierliche Versprechen, die reine Wahrheit zu sagen, I nichts zu verschweigen unb nichts hinzuzusetzen, i bellen Bruch mit Zuchthaus bebroht ist, auch äußer- 1 sich die ihm gebührenbe Wichtigkeit. Diese in anderen beutschen Bunbesstaaten be- Hochschulnachrichten. Professor vr. jur. Hermann Heller Q\.^5 ^mversität Berlin bat einen Ruf a's ProfeUor für össentliches Recht an die Universität Frankfurt a. erhallen. Professor Dr. Robert Pohl in Göttin- nn n 2tuf _auf den Lehrstuhl der Physik S/w?eLalnXe?ltat Heidelberg als Roch- gelchnt.^ ®^imcn *at« Prof. Lenard ab- ntifec^b!rladuS b-r Archäologie an der llmoer. BiPihJOn.,?sbcr0 - Dr. Richard Schweitzer, v7nlbet 15'nen Antrag zum 31 Marz 1932 aus ^ub'schcn Staatsdienst ou^. Er folgt einem -Kufe nach Leipzig. Eskimo-Entführung. Sine romantische EntführungSgeschichte wird au« dem höchsten Rorden Kanadas gemeldet. Ein junger Eskimo liebte die Tochter eines Häuptlings der mit seinem kleinen Stamm an der Küste von. Hudson-Bay in der SiSwüste lebt Der gestrenge Papa wollte aber dem jungen Menschen, der noch kernen Einfluß und kein Vermögen besaß, sein Kind nicht fürs Leben anvertrauen. Rur heim- llch konnten sich die Liebenden treffen und ihre vlanc für die Zukunft schmieden. Sie warteten, WS sie emeS TageS sicher sein konnten, daß der Schnee ihre Spuren nicht verraten würde. Dann Liebhaber ganz heimlich seinen Hunde- Wllttten an brachte ihn bei Rächt nach einem versteck, unbeobachtet von den übrigen, die Braut Wubfte auS dem väterlichen Schneehaus, eilte Hf ^obredeten Stelle, und sort ging eS so Iqjnell, als die mächtig ausgreifenden Hunde lau- SÄ" ,,d> die Liebenden auf eine Fahrt die 800 Kilometer well nach dem kanadischen Hafen Churchill an der Hud- Ä LDlIle ?ber das Glück war diesmal den Liebenden nicht hold. Sie gerieten in Schneesturm, der Stunden um biteU’£üi.n2rh Un? ^6° an der Küste tobte, und lUten furchtbar durch Kälte und Er- Eich nach einer Reise von 14 Tagen gelangten sie glücklich nach Churchill l!™^ Lebensmittel vollständig aulge- bä^ihHin^h^c LanZ)Cn lie einen Eskimo- Häuptling, der sie nach dem Brauche ihres Volkes hnn« TfH?flabx, der Fluch des allen Häupt- Rückkehr zu ihrem Stamme un- ÄÄ.’Mri,€n "c in -5t Dutch. reits geltende Vorschrift wird sicherlich auch in Hes- sen in weiten Kreisen der Bevölkerung begrüßt werden. Ausstellung des Zröbelsemmars. Auch in diesem Iahre tritt das Fröbelseminar wieder mit einer Ausstellung von Arbeiten der Schülerinnen des Kindergärtnerinnenseminars und der Kinderpflegerinnenschule, sowie des Dorseminars an die Oeffentlichkeit. Die Schau offenbart das Wollen des Instituts und die Initiative der Schule zur vollendeten Ausbildung der Schülerinnen für ihren künftigen Beruf. Im Erdgeschoß des Fröbel-Hauses in der Gartenstrahe ieht der Besucher eine interessante hauswirt- chaftliche Ausstellung. Die Schü'erinnen des Dor- eminars, um deren Arbeiten es sich hier handelt, hatten die Aufgabe, mit wenigen Mitteln zu kochen, zu backen, zu braten und vollständige Mittagstische, Abendbrot, Frühstücke für Kinder oder Erwachsene. Kaffeetafeln usw. herzustellen und geschmackvoll amurichten. Es ist erstaunlich, zu sehen, was mit verhältnismäßig geringen Geldmitteln geschaffen wurde. Im ersten Stockwerk findet man eine Fülle von Arbeiten aus dem Handfertigkeitsunterricht. Die Schülerinnen wurden dabei zu eigener schöpferischer Gestaltung angehalten, schufen aus wertlosem Material unter Zuhilfenahme der Farbe prächtiges Spielzeug, das meist nicht nur schön, sondern auch originell zu nennen ist. Der Unterricht in dieser Art Aroeit dient in erster Linie dem Zweck, den künftigen Kindergärtnerinnen und Kinderpflegerinnen Anregungen für ihren späteren Beruf zu geben. Die Ausgabe erscheint angesichts der Ausstellung völlig erfüllt. Von besonderer Bedeutung ist im Rahmen der Ausstellung die Schau der Handarbeiten. Es ist bewundernswert, was auch h er mit wenigen Mitteln, zum großen Teil aus Stoffresten, mit meist viel Geschmack an praktischer Kinderkleidung jeglicher Art hergestellt wurde. Die Arbeiten sind in allen möglichen Techniken angefertigt und zeigen die Vielseitigkeit des Schaffens in diesem Unterricht des Instituts. Die Ausstellung in ihrer Gesamtheit stellt ein glückliches Ergebnis der Arbeit des Fröbelfeminars dar, und es lohnt, dieser interessanten Schau einen Besuch abzustatten. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. GDA. Iugendbund, 20.30 Mr, Caf6 Ebel, Elternabend. — Geflügel- und Vogelzuchtverein, 20 Ähr, Hotel Hopfeld, Iahres-Hauptversammlung. — Vereinigung ehem. Hessischer Grenadiere. 20.30 Mr. Hess. Hof. Monats-Versammlung. — Frö- bel°Seminar, 15 bis 17 Ähr, Gartenstraße 30. Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Schön ist die Manöverzeit". — Astoria-Licht- spiele, Seltersweg: »Hilfe! Äeberfall" und »Der Herr vom Finanzamt". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater. „Die fünf Frankfurter". 19 bis 21.30 Mr. — Oberhess. Kunstverein, Turmhaus am Brandplah. 11.30 Ähr, Vortrag zur Ausstellung der Maler der Gegenwart: 11 bis 13 Ähr, Frühjahrs-Kunst-Ausstellung. — Eiserne Front. Bezirk Gießen, 14.30 Ähr. Kundgebung in der .Volkshalle". — ASDAP.. 20.30 Ähr, Caf6 Leib, öffentliche Versammlung. — Obst- und Gartenbauverein, 15.15 Ähr. bei Faulstich. Hauptversammlung. — Schwimmabteilung des Turnvereins 1846, 15 Ähr, Städt. Volksbad, Schau- fchwimmen. — Fröbel-Seminar, 11 bis 13, 15 bis 17 Ähr, Gartenstraße 30, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 11.15 Ähr, »Locarno und Maggiatal", „Bremen" und „Zürich und . Zürichsee": ab 15 Ähr: „Schön ist die Manöverzeit". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Hilfe! Äeberfall" und »Der Herr vom Finanzamt". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Sonntag, einmalige Ausführung des beliebten und bekannten Lustspiels von Carl Rößler: „Die fünf Frank» < furter". Im Mittelpunkt des Ganzen steht die Gestalt der Frau Gudula: Frau Auguste Prasch- . Grevenberg, Ehrenmitglied des Meininger Lan- \ destheaters, wird ihr Gestaltung verleihen. Sie verabschiedet sich mit dieser Rolle vom Stadt- theatcr Gießen. Trotz des Gastspiels bleibt die >, Preisermäßigung der Sonniags-Fremdenvorstel» hingen auch für diese Aufführung bestehen. Be- , ginn: 19 Ähr, Ende gegen 21.30 Ähr. — Diens- .tag, 1. März, zum letztenmal „Erna Sarafin". Beginn: 20 Ähr, Ende: 22.30 Ähr. — Kundgebung der Eisernen Front, -Lezirk Gießen. Im heutigen Anzeigenteil wird zu einem Aufmarsch und einer Massenkundgebung der Eisernen Front, Bezirk Gießen, am morgigen Sonntagnachmittag in der Volksballe eingeladen. Vier Redner werden zu der Versammlung sprechen. Näheres ist in der Anzeige ersichtlich. — Eine öffentliche Versammlung der NSDAP, findet morgen, Sonntag abend, im Cafs Leib statt. Zwei Redner werden sprechen. (Siehe Anzeige.) — Der Dampfer „Bremen" im Film. In einer Kulturfilmvorstellung am morgigen Sonntag um 11.15 Ähr wird im Lichtspielhaus Bahnhofstraße der Großfilm von Bau, Taufe, Stapellauf, von der Iungfernfahrt usw. des Dampfers „Bremen" gezeigt. Vorher hat man Gelegenheit, einen Bildstreifen zu sehen, der in das landschaftlich reizvolle Maggiatal und nach Locarno führt. Ein dritter Film zeigt Zürich, ^üridjet See und die nähere und weitere Ämgebung. Man beachte die heutige Anzeige. — Der Obst» und Gartenbauverein Gießen hält morgen, Sonntag, 15.30 Ähr im Saale von Faulstich, Bahnhofstraße, seine Hauptversammlung ab. Unter anderem wird Garteninspektor Rehnelt einen Vortrag über „Gemusekrankheiten, deren Verhütung und Bekämpfung" halten. Räheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich. * on der Landesuniversität. Die Pressestelle der Äniversität Gießen teilt mit' Dem Bürgermeister Dr.-Ing. Ernst Hamm wurde die venia legendi bei der Philosophischen Sakultat, 1. Abteilung, für das Fach der Geschichte des Städtebaues erteilt. •• Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Ähr Bet gewöhnlichen Preisen geöffnet. " Oberhessischer Kunstverein. Man schreibt uns: Die gestrige Anzeige hat bereits darauf aufmerksam gemacht, daß morgen 11.30 Ahr tm Turmhaus am Brandplah Herr Dr. Fritz D r o o p, Mannheim, einen kurzen Einführungsvortrag für die Ausstellung „Maler der Gegenwart" halten wird. Für die heutige Kunst bedarf es sicherlich einer eingehenden Interpretation Run-funkprogramm. Sonntag, 28. Februar. 7.00: Don Bremen: Hafenkonzert. 8.15: Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche Frankfurt am Main. 9.15: Saarbrücken: Stunde des Chorgesangs. 10.15: Kassel: Laien- musik unter Leitung von Ernst Schoen, Hans Rosbaud und Helma Authenriet-Schleußner. 11.00: Darstellungsaufgaben zeitgenössischer Musik: 1. „Die Oper". Von Ernst Krenek. 12.00: Cafö Rumpelmaher: Mittagskonzert. 14.10: Stunde des Landes. 15.00: Stunde der Iugend. 16.00: Aus Glotterbad: Rachmittagskonzert des Freiburger Konzertorchesters. 18.00: „Am alten romantischen Äser". Eine Novelle. »Blick auf meinen Lebensweg". Autobiographische Skizze von Alfred Dock. 18.25: Die Dämmerstunde. 18.55: „Goethe in Luxemburg", Vortrag von Professor Ricolaus Hain, Luxemburg. 19.30: Die Sanfte. Von Dostojewski. 20.00: Änterhaltungs-Konzert des Rundfunk-Orchesters. 22.35 bis 24.00: Tanzmusik. Montag, 29. Februar. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 13.05: Don Köln: Mittagskonzert. 15.20: »Die Frau als Tierschützerin", Vortrag von Iulie Schlosser, Mannheim. 17.00: Konzert des Rundfunk-Oresters. 18.40: „Der Kampf um die Mandschurei", Vortrag von Walther Stöhner, Dresden. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.35: „Musikalische Grundbegriffe. Ihr Wesen und ihre Bedeutung", Vortrag von Hans Rosbaud. 20.05: Änterhaltungs- Konzert des Rundfunk-Orchesters. 21.00: Als die Firma verkrachte. Hörspiel von Rathan Ash. 22.35 bis 23.10: Don Berlin: Zeitbericht. „Siegt der Autarkiegedanke im britischen Weltreich?" Dienstag, l.TNarz. 7.20: Frühkonzert. 12.05: Von Berlin: Konzert. 13.05: Von Köln: Mittagskonzert. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Rachmittag. 17.00: Rachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.40: „Der politische Publizist", Vortrag von Dr. Kurt Hiller, Berlin. 19.05: »Die staatsrechtliche Stellung des Reichspräsidenten", Vortrag von Dr. Helmut Kißling. 19.45: Kassel: Das Karlshospital. Hör» bericht von Paul Laven. 20.05: Großer Saal des Saalbaues, Frankfurt a. M.: Volkstümliches Konzert des Frankfurter Orchester-Vereins. 22.35: „Das Goethejahr im Südwestfunk" — Grundsätzliches und Vorschau von Dr. Franz Wallner. 22.45: Liederstunde Wilhelm Müller. 23.05 bis 24.00: Tanzmusik. Mittwoch, 2. März. 7.20: Frühkonzert. 10.20 bis 10.50: „Wie ein Buch entsteht", Gespräch von 2Ä>lfgang Weyrauch mit dem Verlagsbuchhändler Adolf Reumann. 12.05: Konzert. 13.05: Don Köln: Mittagskonzert. 15.15 bis 16.00: Stunde der Iugend. 16.30: Von Königsberg: Reichswehrkon- zert des Wehrkreis-Kommandos i. 17.45: Alte und neue Tanzmusik auf Schallplatten. 18.40: „Das Ringen in Indien", Vortrag von Iacob Altmaier, Frankfurt am Main. 19.05: Von Freiburg: »Kartelle, Konzerne, Trusts" 1, Vortrag von Prof. Dr. Dr. h. c. Robert Liefmann. 19.35: „Wirtschaftskrise und Lohnpolitik", Gespräch zwischen Professor v. Deckerath, Bonn, und Prof. Emil Lederer, Berlin. 20.15: Aus der galanten Zeit. Änterhaltungskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 21.00: Don der Frau und die Liebe. Eine Hörfolge aus drei Iahrtausenden von Willy Haas und Artur Rosen. 22.45 bis 23.15: Mannheim: Konzert für Bratsche und Klavier. Donnerstag, 3. März. 7.20: Frühkonzert. 9.00 bis 9.40: „Aus dem Leben in Staat und Wirtschaft", „Aus dem staatlichen Hauptgestüt Trakehnen (Ostpr.)", Hörbericht. 12.05: Konzert. 13.05: Don Köln: Mittagskonzert. 15.30: Stunde der Iugend. 16.30: Wiesbaden: Konzert des Städtischen Kurorchesters. 18.40: »Goethe-Bücher der Goethe-Zeit." Eine Äebersicht von Carmen Kahn-Wallerstein. 19.05: »Deutsche Sozialpolitik und internationales Arbeitsamt", Dortrag von Direktor Donau, Berlin. 19.45: Karlsruhe: Änterhaltungskonzert. 20.30: Dom Goethe-Bund Stuttgart: Goethe und Schubert. 21.30: Freiburg: Zaide. Ein orientalisches Singspiel in zwei Akten. Don W. A. Mozart. 23.10 bis 24.00: Tanzmusik. Freitag, 4. März. 7.20: Frühkonzert. 12.05: Don Berlin: Konzert. 13.00: Don Köln: Mittagskonzert. 15.20: „Reue Wege in der Iunglehrerfortbildung in Preußen", Vortrag von Regierungs- und Schulrat Kley, Trier. 17.00: Änterhaltungskonzert eines Orchesters erwerbsloser Derufsmusiker. 18.40: „Epochen der katholischen Kirchenmusik", Vortrag von Direktor Fritz Ohrmann. 19.05: „Vergiftungen durch Verwechslung (Änachtsamkeit oder Gleichgültigkeit). 19.45: Anekdoten. Gelesen von Emil Heß. 20.00: Festsaal der Liederhalle: Symphonie-Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22.00: Äebertragung aus Reuyork: Kurt G. Sell: Worüber man in Amerika spricht. 22.40 bis 24.00: Tanzmusik. Samstag, 5. Marz. 7.20: Frühkonzert. 10.20 bis 10.50: Szenen auS der .Zauberflöte", von W. A. Mozart. 12.05: Don Berlin: Konzert. 13.05: Von Köln: Mittagskonzert. 15.15: Stunde der Iugend. 16.20: Karlsruhe: Heiteres Männerquartett. 17.05: Rachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.40: Dr. Heinrich Buß spricht mit einem arbeitslosen jungen Kaufmann. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.35: Eine Goethe-Rovelle von Walter Kordt. 19.45: Eine Viertelstunde Lyrik: Franz Werfel. Gesprochen von Wilma Möncke- berg-Kollmar. 20.00: Don München-Gladbach: Lustiger Abend. 22.30 bis 24.00: Tanzmusik. um deutlich werden zu lassen, wodurch Künstler wie Rohlfs, Schmidt-Rottluff u. a. zu ihrer Rangstellung gekommen sind. Gerade die Erläuterungen an Hand einer großen Zahl bedeutender Arbeiten werden eine eingehende Würdigung der einzelnen Leistungen sehr unterstützen. Der Besuch der Ausstellung zur Zeit des Vortrages sei deshalb ganz besonders empfohlen. Mitglieder des Kunstvereins haben freien Eintritt, Richtmitglieder zahlen 50 Pf. Es sei ferner darauf aufmerksam gemacht, daß das große Oel- bild im Treppenhaus des Turmhauses, eine Arbeit des Malers Spitzer mit dem Titel „Mosellandschaft", einen Gewinn des Vereins aus seiner Mitgliedschaft zum Pfälzischen Kunstverein in Speyer darstellt. ** Städtische Drennholzver steigern ng. Aus den Waldungen der Stadt Gießen, Försterei Gießen, wurden bei der gestrigen Drenn- holzversteigerung im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Cichenscheiter 1. KI. 6,40, Eichenscheiter 2. Kl. 5,00, Kiefernscheiter 1. KI. 7,60, Fichtenscheiter 1. KI. 6,00, Eichenknüppel 4,20, Kiefernknüppel 6,20, Fichtenknüppel 4,40, Eichenknüppelreisig 2,20, Eichenstöcke 4,00, Kiefernstöcke 5,20 Mk. per Raummeter, Fichtenderbstangen 1. Kl. 1,30, Fichtenderbstangen 2. Kl. 1,00 Mk. per Stück. " Der nächste Rindvieh - (Rutzvieh-) Markt findet am Dienstag, 1.März, statt. Der für den 2. März vorgesehene Schweinemarkt wird nicht gehalten. Räheres ist aus der heutigen Bekanntmachung ersichtlich. ** Ausstellung in der Mädchenberufsschule. Die Mädchenberufsschule kann in diesem Iahre auf ihr zehnjähriges Bestehen zu- rückblicken. Die Schule füllt eine Lücke in der Mädchenbildung aus. Die Schülerinnen erhalten reiche Anleitung für ihr späteres Leben, werden insbesondere in den nach Berufen gegliederten Klassen in ihrer erwerbsberuflichen Ausbildung gefördert und außerdem auf ihren ureigensten Beruf, den der Hausfrau und Mutter, vorbereitet. Gleichzeitig ist die Schule bestrebt, die künftigen Hausfrauen auch zu Staatsbürgerinnen zu erziehen. Der Unterricht gliedert sich sonach in vielerlei Fächer. Reben der praktischen Arbeit wird auch die theoretische Vervollständigung öer_ Bildung nicht vernachlässigt. Einen Äeberblick über das vielseitige Wirken der Berufsschule soll die in diesen Tagen geöffnete Ausstellung von Arbeiten der Schülerinnen der Mädchenberufsschule (Kirchstr. 16) geben. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Gießener Wochenmarktpreise. • Gießen, 27. Febr. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 130 Pf. Landbutter 110, Kochbutter 90, Matte 25bis30' Wirsing 10 bis 20 (pro Zentner 10 bis 15 Mk.)' Weißkraut 10 bis 12 (pro Zentner 6 bis 6,50 Mk.) Rotkraut 10 bis 15 (pro Zentner 8 bis 10 Mk.) Kartoffeln 4 (pro Zentner 3 bis 3,50 Mk) gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12’ Spinat 25 bis 30, Änterkohlrabi 6 bis 8 Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30 Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 60 bis 70’ Zwiebeln 18 bis 20, Meerrettich 30 bis 60' Schwarzwurzeln 25 bis 30, Dörrobst 25 bis 30 ?lepfel L bis 15, Dirnen 10 bis 12, Rüsse 35 bis 40 junge Hähne 90 bis 100, Suppenhühner 80 bis 90 Pfennig pro Pfund: Tauben 60 bis 80, Eier 9 Blumenkohl 30 bis 70, Salat 25 bis 30 Endivien 15 bis 30, Oberkohlrabi 8 bis 10 Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 40 Käse 5 bis 10 Pfennig pro Stück. Oberheffen. Nur 19 Bewerber um bk Büdinger Bürgermeisterstelle. • Büdingen, 26. Febr. Für die hiesige neu geschaffene Berufsbürgermeisterstelle sind innerhalb der Meldefrist vom 12. bis 25. Februar nur 19 Bewerbungen, darunter zwei einheimische, eingegangen. Chattia-Wettertal-Gängergau. LJ Ettingshausen, 26. Febr. Der erweiterte Gauvorstand und der Musikausschuß des Chat- tia-Wettertal-Sängergaues im Hessischen Sängerbund hielten hier eine- Tagung ab. Der Gauvorsitzende August Rinker gedachte zunächst der Gefallenen des Weltkrieges. Er erinnerte dann an den diesjährigen Liedertag des Gaues, der am 29- Mai, verbunden mit dem Jubiläum des 50jäh- rigen Bestehens des Gesangvereins „Concordias- Ettingshausen, hier abgehalten werden soll. Als Pflichtchöre werden gesungen „Michel, horch, der Seewind pfeift" und „Heideröslein", außerdem hat jeder Verein noch einen selbstgewählten Chor vorzutragen. Der Gau singt als Massenchor ebenfalls das „Heideröslein" und „O du mein Deutschland". Zur Deckung der Unkosten soll ein Sonderbeitrag von 20 Pf. erhoben werden. Weiter wurde noch über das Sängerfest in Frankfurt gesprochen. Der Fcstbeitrag mit 7 Mark wurde als zu hoch bezeichnet und die Ausgabe von Tageskarten gefordert. Der Gau soll sich in dieser Hinsicht mit den zuständigen Stellen in Verbindung setzen. Mit der Mahnung des Vorsitzenden, auch weiterhin treu zum deutschen Liede zu stehen, wurde die Tagung geschlossen. Landkreis Gießen. O Großen-Linden, 26. Febr. Der Verband der Oberhessischen Posaunenchöre, die hessischen Gemeinschaftschöre und die Kreisverbindung Wetzlar der Evangelischen Iungmännerbünde hielten im hiesigen evangelischen Vereinshaus einen Posaunenlehrgang ab, der von dem greifen Posaunenmeister D. Kuhlo (Bethel) geleitet wurde. Für die Teilnehmer brachte der Kursus ernste Arbeit. Rach einer Morgenandacht wurde jeweils von 10 bis 12 Ähr geübt, nachmittags gaben die Kursteilnehmer Promenadekonzerte in Großen-Linden, von 15 bis 18 Ähr wurde wieder geübt. Am Abend fanden im Vereinshaus Svangelisationsversamm- lungen statt. Den Höhepunkt des Kurses bildeten drei musikalische Veranstaltungen in den Kirchen von Großen-Linden, Leihgestern und in der Iohanneskirche zu Gießen. Die Bläser konzertierten außerdem in den Kliniken, im Schwesternhaus und in den Rervenheilanstalten zu Gießen. < Leihgestern, 26. Febr. Die letzten Tage brachten unseren Gemeindemitgliedern einen besonderen musikalischen Genuß. Die Teilnehmer einer Posaunenchor-Freizeit in Großen-Linden weilten hier und spielten an verschiedenen Stellen, besonders vor den Häusern der Kranken, einige Choräle. In der Kirche fand ein K 0 n z e r t statt, das unter der Leitung von Pfarrer D. K u h l 0 im Zeichen der PassionS- zeit stand. Eine Ansprache des greifen Pfarrers und ein von ihm selbst gespieltes Flügelhomsolo hinterließen tiefen Eindruck. Auch im Gottesdienst wirkten die Bläser noch einmal mit. Die Kollekte bie für die Anstalt Bethel bestimmt war, erbrachte den stattlichen Betrag von 104 Mark, al. Allendorf a. d. Lahn, 26. Febr. Aus bet Bevölkerungsstatistik des Jahres 1931 ist zu berichten: Geboren wurden 14 Kinder, gestorben find 12 Personen, Eheschließungen fanden 5 statt, 14 Kinder wurden konfirmiert. Die Einwohnerzahl betrug im Jahre 1916 763, zur Zeit: 890 Personen. Ostern 1932 kommen 22 Kinder zur Schule, die Schülerzahl steigt damit auf 160. — Die hiesige Gemeindejagd wurde Herrn Karl F e l s i n g (Gießen) für den gebotenen Preis von 300 Mark (seither 790 Mark) zugeschlagen. * Garbenteich, 26. Febr. Der Gesangverein „Frohsinn" hielt unter der Leitung seines verdienstvollen Dirigenten, Chormeister Gg. Harnisch (Steinberg), einen Familienabend ab. Das Programm war ausschließlich dem Gesang und der Musik aewidmet. Nach dem flotten Eröffnungsmarsch hielt Lehrer Mörschel eine kurze An- spräche und ernannte die Sänger Wilhelm K u l I- bad) und Karl Bopp (25 Jahre aktive Sänger) zu Ehrenmitgliedern des Vereins. Ebenso wurde das passive Mitglied Jakob Sommer für 30jäh- rige Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied ernannt. Für 35jährige Treue wurde dem Ehrenmitglied Heinrich Jammer ein schönes Geschenk überreicht. Eine besondere Ehrung wurde den beiden ältesten Sängern des Vereins, Karl Sommer und Georg Wahl, zuteil. Für ihre 40jährige ununterbrochene Sängertätigkeit wurde ihnen im Auftrage des Hess. Sängerbundes durch den Gauoorsttzenden Koch (Gießen) die silberne Nadel des Bundes verliehen. Die Chöre und Volkslieder des Vereins, die so- dann zum Vortrag kamen, zeugten von guter Schulung und wurden verdientermaßen mit großem Beifall ausgenommen. Die Veranstaltung in ihrer Gesamtheit gestaltete sich zu einem schönen Erfolg für den Verein. z. Rödgen, 26 Febr. Im Leseverein sprach beim letzten Vortragsabend zunächst stud. phil. E tz (Gießen) über die dörflichen und städtischen Siedlungsformen, besonders über die Haufen-, Reihen- und Wehrdörfer. Sodann erläuterte er die verschiedenartige Bauweise der einzelnen Bauernhäuser. Im Anschluß daran wurden Lichtbilder von der Lahn, erläutert von stud. phil. Szczch, und vom Rhein, erläutert von Herrn E tz, gezeigt. § Beuern, 24. Febr. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Schmidt, hatte die Gemeinde sür Sonntag zu einem Gemeindeabend eingeladen. Pfarrer D r a u ö t, Lieh, hielt einen Vortrag über das Thema: „Paßt die Bibel noch in die heutige Zeit?". Gute Lichtbilder ergänzten die Ausführungen des Redners, dessen Vortrag einen tiefen Eindruck hinterließ. Der Posaunenchor der Filialgemeinde Bersrod unter Führung von Herrn Münch und der hiesige Kirchengesangverein unter Leitung von Herrn S ch 0 m b e r trugen durch ihre Mitwirkung zum guten Gelingen des Abends bei. t Treis a. d. Lda., 26. Fehr. Der hiesige Kriegerverein hielt dieser Tage seine Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Förster Bing, erstattete den Jahresbericht, aus dem ersichtlich war, daß sich der Verein günstig weiterentwickelt hat. Der Kassenbericht des Rechners Fritz wies einen Ueberschuß von 58 Mark aus. Die Mitglieder Heinrich Göbel III., Ph. Rabenau, Peter Preis und I. H. Nickel, die über 40 Jahre dem Verein angehören, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der Beitrag wurde in der bisherigen Höhe beibehalten. Allgemeines Bedauern wurde darüber ausgesprochen, daß die Gemeinde noch kein Ge- fallenendenkmal besitzt. Der Vorsitzende wurde beauftragt, entsprechende Schritte zu unternehmen. Der Verein bewilligte einen Betrag von 30 Mark zum Fonds für das evtl, zu errichtende Dentmnl. Philipp Göbel I. wurde neu in den Vorstand gewählt. v. Londorf, 26. Febr. Dieser Tage fand die Generalversammlung des Gesangvereins „Frohsinn" statt. Der Vorsitzende Ph. Höchst gab einen Rückblick über das verflossene Jahr. Seinen Ausführungen war zu entnehmen, daß das abgelaufene Jahr trotz der Ungunst der Zeit für den Verein recht befriedigend war. Der Beitrag für aktive Mitglieder wurde von seither 6 Mark auf 5 Mark, für passive Mitglieder von 5 auf 4 Mark pro Jahr herabgesetzt. Nachdem die Vorstandswahl die einstimmige Wiederwahl des seitherigen Vorstandes ergeben hatte, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Der Verein, der unter der trefflichen Leitung von Chormeister Kasten (Gießen) steht, zählt 70 aktive und 80 passive Mitglieder. 55 Li ch , 25. Febr. Der Verein für R a« s e n s p i e l e hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß der Verein eine erfreuliche Entwicklung zu verzeichnen hat und zur Zeit zwei aktive und eine Schülermannschaft stellt. Der Kassenbericht lautete günstig und fand die Genehmigung der Versammlung. Rach der Wieder- bzw. Reuwahl setzt sich der Vorstand aus folgenden Herren zusammen: 1. Vorsitzender Adolf Rammling, 2. Vorsitzender Oskar Helle r, 1. Schriftführer August Merle, 2. Schriftführer Wilhelm Lechens, 1. Rechner Philipp Raumann, 2. Rechner Christian Alb ach, Beisitzer Karl Heller, Otto Mayer, Karl Kurz; Dallwart Hermann Rau, und Spielaus- schuhobmann Heinrich Radetzky. U Ronnenroth, 25. Febr. De» hiesige Kriegerverein hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Der erste Vorsitzende Rinker begrüßte die Kameraden und gedachte der Toten des Weltkrieges und der im letzten Iahre verstorbenen Kameraden. Bürgermeister Hoppe, der Rechner des Vereins, erstattete sodann den Kassenbericht, der einen kleinen Äeber- schuß aufwies. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt,' gleichzeitig^ wurde ihm für seine 25jäh- rige Tätigkeit als Rechner des Vereins die Hassia-Ehrenmünze überreicht. Bei der Vorstandswahl wurde der bisherige Vorstand wiedergewählt. Die Vereinsleitung fetzt sich aus folgenden Herren zusammen: 1. Vorsitzender Karl Rinker, 2. Vorsitzender Richard Ra - gel, Schriftführer Heinrich Koch III., Rechner (Bürgermeister Hoppe, Beisitzer Konrad Miß- ler, Wilhelm Emrich, Heinrich Lang und Friedrich Koch 11. 4- Langd, 26. Febr. Die Eheleute Georg Konrad Schneider, 75 Iahre, 'und seine Ehefrau Marie, geb. Steeg, 74 Iahre, feierten in körperlicher und geistiger Frische das 'Fest der goldenen Hochzeit. Der Kriegerverein widmete dem Iubilar ein sinniges Geschenk. Bürgermeister Fritz überbrachte ein Ehrendiplom des Reichspräsidenten, vom Hessischen Ministerium eine Geldspende und vom Kreisdirektor ein Glückwunschschreiben. — Der Iagdbezirk Rückenhausen in den Gemeinden Älfa — Langd wurde den Pachtern unserer fiskalischen und Gemeindejagd, den Herren Karl Stamm und Karl Lindner aus Dad-Rau- heim, zum Preise von 350 Mk. für 6 Iahre überlassen. Der seitherige Pachtpreis betrug 710 ML KrS 55^ Mixend Konfirn Aw blau und far Auswi H.KkssN Wllh. Hon Kreuzpl h ’*** BW Sä ■ B-fe 1 ff Wachtel sichtlich ein Laalsp- Km !! Tübingen, -lung beä Bübin :hielt Lehrer Sau- •über die tm Seen .oberhalb Güdingen ■ bergeä“ gelegene c rmr". 3n längerer : tragende die wech! «Eisenwerkes kbeni 'lbcs Vereins, Krhei üRedner den Dank Muh an den Dor Dung statt. Aeöen nmb des Kassenber Wahl vvrgenommcn iben Herren Dr. M 'Decker, Setoerbel .Fendt und Kustos „ir'Ä 2° KE SS Nennhvlzve her Stad 2lus den Waldung Jollen versteigert wei A Montag, den 29.1 ■Eglnnenb, aus den^ (Stadlwald), s 2 rm Buche cheiter Mrcheiter » WWiter 90 " Knüppel Mrtnupptl 1'0" ti'^hüppe' E » ^rlefnüppet hoS» cücn Buche, ü Wellen Sieiertei pellen Birst, B iR“x?eMöde, »SS; -»SSx Wangen). ff ^'"mmenfun k Mllwoch, den 21 124,1 « Reiter 92,9 ; K'.u. Fi( CIO, Iif^de?'. Werden. B L? * Sjl Z)ieVh!?enjng .Os* ! «rholb ktgea" !' S Dci Seiner hlufj c kV NAGUT-KaAfTfUTTlPWIOKf • v k • m ounfiuo«... i*f.< ;iu»M ERH ÄLTLICH IN ALLEN EINSCHL aGIGEN GESCHÄFTEN FÜG FPSTLINGSKÜkEH:_ MAGVT-KUKLNFUTTCR FIIM- KÜPHIC UNO IN HENLFOIM FUR JUNGHENNEN:______ NACUT-KUKtNEUTTf RGROR KÖRNIG U-MACUT•SUNGMf N - M(t>r UTTf P IN Mf MirCBM* Konfirmanden- Anzüge blau und farbig In reicher Auswahl bei H.Kaess Nachfolger Wilb. Horn u. Sohn Kreutplatz 15 1I»ia MIT INPIREKT BEHEIZTEN ROHREN UMTUCH MIT SELEKTIONSKHALTER neu£fi NORA 3 Röhren 15. 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L WoUen Sie neue snle^en oder alte auB»> arbeiten, wenden Sie sich bitte an dH Steppdeckenhaus 1 Walltor*traOc 24. Fertige Daunendecken, auch einzelÄ Decken, von H7I. 55,— an. oifl Lieferungsvergebung. Die Lieferung de» für Fürsorgeempfän- ger des Wohlfahrt»amles im Laufe des Rechnungsjahres 1932 ll April 1932 bi» 31. März 1933) erforderlichen Schuhwerks für Männer, Frauen, Knaben und Mädchen soll im Wege de» öffentlichen Wettbewerbs vergeben werden. 1581D Verschlossene Angebote auf Lieferung sind unter Beischluß von Mustern bi» spä- testens 12. März 1932 bei dem Städt. Wohlfahrtsamt, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 17, einzureichen. Für die Angebote sind zwei Unvchldge zu verwenden, von denen der eine das Preisangebot mit der Bezeichnung des angebotenen Musters, wahrend der andere die firmenmäßige Be- zeichnung des Anbietenden enthalten soll. Beide Umschläge sind nur mit einem Kenn- wort zu bezeichnen. Der Umschlag, der das Preisangebot enthält, ist weiter noch mit dem Vermerk „Preisangebot" zu versehen. Die allgemeinen Lieferungsbedingungen können alsbald in (Empfang genommen werden. Auch stehen Musterexemplare des zu liefernden Schuhwerks zur Ansicht zur Verfügung. Gießen, den 27. Februar 1932. Bürgermeisterei Gießen (Wohlfahrtsamt). L Vd Dr. Hamm, j Lieferungsvergebung. 3m Wege des öffentlichen Wettbewerbs sollen weiter vergeben werden: 1. die Vornahme der Schuhreparaturen; 2. die Lieferung des hierzu erforderlichen Ledermaterials (niittl Qual. 2. Sorte) Angebotsformulare rönnen alsbald auf Zimmer Nr. 17 des Städt. Wohlfahrts- arntes in Empfang aenommen werden. Neben den Angebotsformularen werden gleichzeitig Lieferungsbedingungen mit abgegeben. 1580V Verschloßene Angebote sind unter Bei- schloß von Mustern bi» spätesten» 10. März 1932 bei dem Städt. Wohlfahrtsamt, Gar- tenstraße 2, Zimmer Nr. 17, einzureichen. Die Form der Angebote soll die gleiche sein wie die für die Lieferung de» fertigen Schuhwerks. Kietzen, den 27. Februar 1932. Bürgermeisterei Gießen (Wohlfahrtsamt). 3. D.: Dr. Ham m. Vergebung von Vauarbetten. Die bei Umdecken de» Daches der Kirche In Haufen erforderlichen Arbeiten sollen auf Grund der Reichsoerdingungsordnung im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden. 156 ID 1. Zimmerarbeiten, zirka hundert Gesellen- stunden, 1,50 cbm Tannenholz zu liefern ufw. 2. Dachdeckerarbeiten, zirka 260 qm Schie- ferdach usw. 3. Spenglerarbeiten, zirka 30 m Vorhängerinne, 5 m Abfallrohre. 4. Sdireinerarbeiten, zirka 18 qm Dachgesimsschalung usw. 5 Schlofserardeilen. xirfa 20 kg Schrau l en, Klammern uiw. 6 Meitzbiuderarbeilen, zirka 350 qm Ge bäudeflächen einzurüsten ufw. Angcbotsvordrucke werden auf unfe- rem Amte, Skephanstrahe 18, Zimmer 6, abgegeben, woselbst auch die Zeichnungen und Bedingungen einzusehen sind. Die Angebote sind verschlossen, mit ent- sprechender Aufschrift versehen, postfrei, bi» jum Eröffnungstermin am 15. März 1932, vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 26. Februar 1932. Hess- Hochbauamt Gießen. L-Ä4 Luhlmstz» 2000 Beniner Brennholz zum Schneiden au vergeben. Billigste Offerte an: H.GlattlmarLSolm Gießen Frankfurt. Str. 19 3~‘Betten JUadert ettee. PolM. ■ •> laiU.a>mL.ii Ud*. T-.ltaiü«. Ketel, ta. MeaAltUtbrü lutU eit erreich- bar. Die Pachtbedingungen können vom Bürgermeisteramt in Groß-Rechtendach, Kreis Wetzlar, gegen Voreinsendung einer Gebühr von 1,50 RM. bezogen werden. Nähere Auskunft erteilt der unterzeichnete Iagdoorsteher. 1570V Münchholzhausen (Kreis Wetzlar), den 23. Februar 1932. Der Fa-dvorstLhee, Gssuwboch 'lÖovpti so££ß/i win (z6an wrv: l afa mmenkunfl: Sicher Straße — I. Schneise. S-imtlid?e bi» 20. d. M. stattgesundenen wernholzoersteigerungen wurden geneh- Atl. Die Mbfuhrfdielnc sind dis spätesten» V-^är, d. 3. bei der Bürgermeisterei de» B-tnorl» in (Empfang zu nehmen. Netzen, den 25. Februar 1932. Bürgermeisterei Gießen. 9. Dr. Rosenberg. 9 j Lrennholzverfieigerungen der Stadt Gießen. -lu» den Waldungen der Stadt Gießen " ,4 rm V* ,, ki Avfcrld)citer 1. u. 2. Kl., Fichtescheiter 1. Kt, Bucheknüppel, 2 rm Buchescheiter 1. AI., *- k Mittwoch, den 2. Mär, 1932, 9X Uhr, kt innenb, aus den Abt. 104, 64. 101, 102, |IÖD 112, 116 (Stabtroalö) u. 129 sErlen- wäldthen), Försterei Gießen: Hainbuchescheiter 1. AL, K'Kr [feen. ri^'unk/^lang. n9enten, SiikÄ iln- ÄS °>urde ken h,ilCb,n<,d)t irl SoZ ’ ben älteR Lr-ZL! aeSs-t ,lntm '»"»«MtabkV'f11' VSeTS'- n^n8Ö.9W UT'b tot Bonnlag l‘enenJ0tkQgüb*'br Eel noch in die faZ der ergSnzien die 2u-, "7 dessen Iorirag einen -h- Dn Posaunrnchvr der .^Führung von tzmn esigea Airchengesangperein nrn Schomber trugen zum guten Gelingen M Wr- Der hiesige RrU- eJ leine staupiver- Mde, Förster Ding, ,r- t, aus dem ersichiiich war, instig weiiereniwiltelt Hai. techners Fritz wies einen ' aus. Die Miiglieder fjrr labenau, Ater Preis - 1 über 40 Jahre dem 1 zu Ehrenmitgliedern er. rde in der bisherigen h he 1 Bedauern wurde barü'-er Gemeinde noch kein Ee- der Vorsitzende wurde b( Schrille zu unternehm - nen Deirag von M) Tlart 1. zu enid)itnbt Denim > )e neu in den Dorsland g: iebr. Dieser Tage sand tie es Gesangvereins „Stob lenbe PH. höchst gab (inen floffene Jahr. Seinen Üu‘ ehmen, dah dar obgelousrne t der Zeil für den Seren, , 2er Beitrag für aktioe eilher 6 Mark auf 5 Maik, on 5 auf 4 Mart pro Jahr ic Vorslandrwahi die cm- z seitherigen Borstanber er- ersitzende die Dersammluna. der tresstichen Leitung ran Ln) M M?O at.we bSer Verein für rr Lage seine Seneraiver- Jahresbericht war ent- in eine -rsmliche ^. JorfiWn^' ( Serift- leit dieser ^S^jhcnde Der ^cun6 gebaebu e Kameraden Sieges und ^ürgcrTnCiflcr ^amcrSnd cr&cte * der emen ^lasding W« kleine nitbe chm sur'r Lechn-r W der überrerchl- bishcnge |i(6 Dereinsleltung^^^ , Zusammen- Tifl' Dorsihendcr V WÄL -MZZ eme>"L fisk^u-orl , Pgchsprr'" KicfcrfnüppeL Fichlcknüppel, , • „ (frlefnüppel, Wellen Bucht- u. Eichereisig 2. Kl., BO11 Wellen Airferreifig 2. KL, jfjyWellen Birke-, Aspe- u. Fichtereisig 2. KL, Oeffentliche Handelslehranstalt der Industrie- und Handelskammer Gießen Abteilungen: 1. Höhere Handelsschule 2. Zweijährige Handelsschule Anmeldungen bis zum 11. 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Bezirk-klasse zu Gast Dallau steht mit 26:6 Punkten vor Sportverein Wetzlar mit 22:10 Punkten unbestritten in Führung Beide Mannschaften haben noch je zwei Spiele auszu- trogen, während Spielvereinigung, die an vierter Stelle knapp hinter Frohnhaulen liegt, noch inS- gelomt fünf Spiele zu bestreiten hat «Frohnhausen 18: 8. 1900 17: 9). Die Blauwcistcn haben allo noch manche Möglichkeit, ihre Position zu verbessern und. wenn es da» QMud will, sogar noch die Aussicht, den Wetzlarern den zweiten Platz streitig zu machen Voraussetzung dafür ist aber, daß kein Punkt leichtfertig auf das Spiel geletzt wird. Der morgige Sonntag kann es bereits bringen, dast die 1900er Frohnhaulcn vom dritten Platz verdrängen. Das wird ihnen allerdings nicht leichtfallen, denn die Wollauer werden fi- nitch gut durchgebildeten Jugendlichen de»Platz- verein» zu behaupten. Die 1. Schülermannfchaft empfängt auf eigenem Platze die 1. Schüler von Garbenteich und sollte einen Sieg landen. Handball im Gau Hessen (O.T.j Io. 1846 Gießen — Io. Münchholzhausen. Die 1. Mannschaft trägt am Sonntagmorgen ein Freundschaftsspiel gegen die gleiche des TV. Münchholzhausen aus. Die Gäste, die in nächster Zeit um die ^-Klassenmeisterschaft des Gaues mitfpiclen, verfügen über eine gut eingespielte Mannschaft und werden ihrem spiel- erfahrenen Gegner zu schaffen machen. Handball der G>p.-Vg. 1900. Die 1900er sind am morgigen Sonntag Gast beim Tv. Hausen (ADT), und zwar spielt eine kombinierte Mannschaft gegen Hausens erste Elf, während die erste Jugend ihre Kräfte mit der gleichen Mannschaft des PlahvereinS mißt. 1900 » Aktiven muffen von vornherein alle Kräfte ein- fetzen, wenn sie nicht gegen die eifrige Turne» mannschaft den Kürzeren ziehen wollen. Einen schweren Stand hat die Jugend: schon beim Vorspiel erwiesen sich die als spielstark bekannten Hausener als die Besseren. Handball im VfB. Die Handballmannschaft hat sich für den morgigen Sonntag einen schweren Gegner, diesmal aus dem Kreise der DSD., verpflichtet. Die 2. Handballels des VfL. Wetzlar ist der Gast. Die Ich wohnte Im selben Hotel mit ihm. Wir speisten zusammen. Verplauderten zuweilen nach dem Abendessen eine Stunde auf der Veranda. Gr erzählte gern und viel von seinen großen Besitzungen in Kalifornien. Vertraute mir an. daß er einmal als ganz Mittelloser ausgewandert fei. Richts als feine Jugend, seine starken Arme und eine zähe Energie besessen und sich damit unendlich viel geschafft habe. Aber das inte» effiert Sie gewiß gar nicht, was der alte Schadow sich geschafft?" „Doch — doch — erzählen Sie. bitte, weiter!“ Sie dachte: Wenn du ahntest, wie sehr mich das interessiert! „3a — ba ist nicht mehr viel zu erzählen. Der Alte war ein Sonderling, hatte trotz seine» Reichtums nie einen Pfennig für Rotleidende übrig. Zuweilen machte ich ihn auf arme gescheiterte Existenzen aufmerksam. Ich bat für sie — aber vergebens. Er winkte ab. .Ich helfe keinem! Mir hat man auch nie geholfen. Ich habe gehungert, gefroren und gefdjuHet mit letzter Kraft, um hochzukommen. Sollen andere eS ebenso machen wie ich. Rein, sollen sie es lieber nicht tun. denn Reichtum ist kein Glück. Mir, hat mein Reichtum zu einem einsamen, mißtrauischen Menschen gemacht: von jedem Menschen, J>cr sich mir nähert, setze ich voraus, daß er lüstern nach meinem Geld ist, nach dem gräßlichen Geld!' So ungefähr war die Epistel, die er dann vom Stapel ließ. Run genug von diesem alten Geizkragen. 3ch muß mich nun endlich verabschieden.“ Sie sah auf ihre Armbanduhr. „Es ist bereits sieben Llhr!“ Sie dankte Helene für die freundliche Aufnahme und verabschiedete sich. Helene blieb in einiger Verwirrung zurück. Das Gehörte bewegte fic doch sehr Dar dieser Alte wirklich ihr Onkel? War es bann nicht eine böse Ironie des Schicksals, auf ihn zu stoßen, nun fein Reichtum ihr nicht mehr helfen konnte? e 3n fassungslosem Staunen starrte Rose in Hans-Achims Gesicht. .Habe ich recht gehört? Ditte, sage es noch einmal!“ „Wozu? Du hast schon recht gehört!" erwiderte Achim mit einem Achselzucken und wandte sich ab. Rose schüttelte mit dem Kopfe. ..Unglaublich! Ganz unglaublich! Run ist allo unser ehemaliger Chauffeur zu unserem Schwager avanciert. Lind das hat sich so in aller Heimlichkeit vollzogen? Gewiß war das von euch als freudige Lleberrafchung für Papa und mich gedacht!' höhnte sie. „Run. ich muh sagen, die ist euch vollkommen gelungen. Ich bin gespannt darauf, was Papa für ein Gesicht machen wird, wenn er davon erfährt. Zu spaßig ist diese Ge- Gäste verfügen über viel Routine, sie spielen schon sehr lange Handball und werden nicht zuletzt deshalb die VfBer auf eine harte Leistungsprobe stellen. Lim ein ehrenvolles Ergebnis zu kämpfen, wirb die Aufgabe der Grünweißen sein. $Mrt>eiter«Ium» und öportbunö. Am morgigen Sonntag ist Gießen» Dritte in Daubringen zu Gast und wirb im Spiel gegen die dortige erste Mannschaft eine Riederlage bin- nehmen müssen Kinzenbach I hat Wetzlar l im Freundschaftsspiel zum Gegner Ob Kinzenbach aus eigenem Platze zu schlagen ist. ist sehr fraglich. Wiefeck II hat Obermörlen im Freundschaftsspiel zu Gast Die Gäste stellen eine leistungsfähige Mannschaft Wiefeck wirb alle» aufbieten müssen, wenn eine Riederlage vermiesen werden soll. Vorher hat Dieseck I Igd die zweite Mannschaft von Obcrmörlen zum Gegner Großen- Dufeck II ist in Lang-Dön» zu Gast und wird gegen die dortige erste Mannschaft einen fchweren Stand haben. GrünbergS Erste weilt in Gleiberg. Am morgigen Sonntagvormittag findet in Gießen der diesjährige ordentliche Bezirksfuß- b a 111 a g statt Die Berichte über da» abgelaufene Gefchäftsiahr. ein Vortrag des KreiSius'ballver- treterS. sowie die Aussprache über die durch die Einführung der KreiSklasse geschaffene Lage im Sbiclbetricb de» Bezirkes, werben die Delegierten der Fußballvereine und Abteilungen beschäftigen. Mit den Beratungen der eingegangenen Anträge, und den Wahlen für die Bezirlsfußballeitung Wirb die für die weitere Entwicklung der Fußballsparte des dritten Bezirk- sehr wichtige Tagung ihr Ende finden. $orffd>riffe her oberhessischen Segelfliegerei. In Grün berg und L a u b a ch sind im Anschluß an den Verein für Luftfahrt in Gießen lDLD.) Segelfliegergruppen gegründet worden, die bereits über eine stattliche Anzahl Mitglieder verfügen. Die einzelne Gruppe Wird zunächst den Dau eines Gleitfliegers. Tvpc .Zögling“. in Angriff nehmen, um später mit ihren Segelflugzeugen an geeigneten Hängen in der Röhe von Grünberg und Laubach zu üben. Nir die einzelnen Gruppen des Vereins für Luftfahrt werden Sprechabende eingerichtet, die den Zweck haben, die jungen Mitglieder des Verein- in die Hauptgebiete des Motor- und Segelfluges einzuführen. Der erste Sprechabend findet am Mittwoch im Flughafengebäude statt. Gründung einer Fliegergruppe in Grünberg. * Grünberg. 26. Febr. Auf Anregung des Bürgermeisters Dr. M i l b n c r fand am Mittwoch in der Aula der hiesigen Oberrealschule ein Vortragsabend mit dem Ziel der Gründung einer Sege l f luggruppe statt. Rach einigen Begrüßungsworten des Herrn Bürgermeisters hieltBarndireklor Grießbauer ((Sieben) an der Hand zahlreicher, aus dem Kriege stammender Lichtbilder einen einleitenden Vortrag über „Luftfahrt in Krieg und Friede n", um den zahlreich erschienenen Zuhörern die Entwicklung, Bedeutung. Aufgaben und Leistungen unserer Luftschiffe und Flugzeuge an sämtlichen Fronten vor Augen zu führen. Er zeigte weiter, wie nach der Ver- nichtung unserer gesamten Luftfahrt durch daS Diktat von Versailles mit eiserner Energie und auf Grund ganz neuer Konstruktionen an dem Aufbau eines Verkehrsflugwesens von deutscher Seite gearbeitet wurde, wie die Fahrten unserer Zeppeline nach Amerika, um den Erdball, nach der Arktis die ganze Welt in Erstaunen und Bewunderung versetzten, wie es uns gelang, mit schichte! So eine Abwegigkeit hätte ich Eva nie zugetraut.“ Llpd plötzlich brach sie in ein Lachen au», da» ihr die Tränen in die Augen trieb. Hans-Achim lief vor diesem hysterischen Gelächter davon. Er ging in die Bank, um seinen Schwiegervater zu sprechen. Es war eine furchtbare Ausgabe: aber sie mußte erledigt werden. Furchtbar insofern, als man Evas Heirat bis jetzt verheimlicht hatte. Sah das nicht fo aus, als habe man das getan, um Rofe nicht die Möglichkeit zu geben, der Verwandtschaft mit Schadow auszuweichen? Lind War es nicht auch so? Hatte die Mutter nicht gesagt: Role wird nie deine Frau werden, wenn sie erfährt, daß Eva Schadow heiraten wird!?“ Warum hatte er es nicht darauf ankommen (affen? Blöd War fein Verhalten, völlig blöd! Als er das Arbeitszimmer seines Schwiegervaters betrat, legte dieser gerade das Schallrohr seines Tllchtclephons in die Gabel. „Ich sprach eben mit Rofe . sagte er, ohne Hans-Ach.ms Gruß zu erwidern „Das ist ja eine Wenig angenehme Geschichte, die ich da eben zu hören bekam. Rirnrn doch Platz!" Er wie» auf einen Sessel, der neben seinem Schreibtisch stand, schob Häns-Ach'M ein Kästchen mit Zigaretten hin und forderte ihn auf. sich zu bedienen. Er selbst nahm sich auch eine Zigarette. Hans-Achim gab ihm Feuer. „3a. Papa, mir ist die Geschichte auch sehr peinlich — das heißt, nicht Evas Wahl — denn die ist glücklich -t-. aber daß ich Role zu spät Mitteilung gemach! und auch dir nichts davon gesagt habe." „Du hast gewiß bis zum letzten Augenblick gehofft. daß aus der Sache nichts werden würde?“ „Rein, das habe ich nicht! Ls hätte mir für meine Schwester sehr leid getan.“ Der Kommerzienrat sah Hans-Achim groß und erstaunt an. „Also du persönlich hast nichts gegen deinen Schwager einzuwenden? ' „Rein, absolut nichts?" .Ra, hör mal, die Derwandllchaft mit unterem ehemaligen Lhausseur kann dir doch nicht sehr angenehm fein?“ Hans-Achim zuckte mit den Achseln. Ich wünschte. Schadow wäre nicht dein Chauffeur gewesen, aber daß er es war. schwächt meine Sympathie für ihn nicht um ein Iota ab.“ Hm — hm — tja, 'n sympathischer Mentch ist er, das finde ich ja auch — und n fiter Kerl ist er ent'chieden. Beweis dafür: daß er sich als Chauffeur eine Gedeimratstochter geholt. Aber daS ändert nun nichts an der Tatsache, daß Rose die Denoandtschatt mit ihm als blamabel empfindet — ja. empfinden muh. Was macht man da? Ob man Schadow nicht den Dorschlag macht, ins unteren modernen Flugzeugen einen überragenden Anteil an dem gesamten Weitluftverkehr zu erringen, und er führte zum Schluß die Zuhörer in einem Junkers-Flugzeug im Geiste über die deutschen Gaue und fremden Länder. Al» zweiter Redner führte der erfolgreiche Segelflieger sind. med. Fritz Schmidt vom Verein für Luftfahrt in Dießen im Lichtbild die Entwicklung de- Segelflugzeug» und den Werdegang eines Segelflieger» vor Er verstand es durch seine oft von Humor gewürzten Ausführungen, die anwesende Jugend auf Grund eigenen Erleben» und der Erfolge von Kronfeld und Groenhoff für den herrlichen Segelflugsport zu begeistern. General a D Fritz, der 'Vorsitzende de» Verein» für Luftfahrt in Gießen, gab unter Dankes - Worten an den Veranstalter des Abends der neuzugründenden Fliegergruppe D r ü n - berg» die Versicherung, daß der Verein für Luftfahrt in Gießen der neuen Gruppe jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen werde. Auf Aufforderung de» Herrn Bürgermeisters Dr. M 11 d n e r traten bann dem neuen Verein eine größere Anzahl von Mitgliedern bei. Die Veranstaltung kann in jeder Beziehung al» gelungen bezeichnet werden. Kirche und Schute. Oorfkirchenvorstehertagung in Beuern. | 'Beuern, 25. Febr. Wohl selten hatte unsere etwa 1000 Personen fassende Kirche eine so stattliche Besucherzahl auszuweisen, al» am Montag bei dem Gottesdienst, der die Dorskirchen- vorstehertagung sür da» nordwest- liche Oberhessen. KreiS Wetzlar und die Rachbargebiete eröffnete. Wohl 500 Teilnehmer. Pfarrer. Kirchenvorsteher. Kirchengemeindevertre- ter. Lehrer. Bürgermeister und Gemeinderäte, waren erschienen, um der Tagung beizuwohnen. Auch au» den benachbarten preußischen Gebieten fanden sich die Teilnehmer ein Die Kirche war bi» auf den letzten Platz beseht. Wit einem Vorspiel deS PosaunenchorS von BerSrod. geleitet von Herrn Münch, wurde die Feier eingeleitet. Der hiesige Kirchenchor unter Leitung von Herrn S ch o ni b c r trug mit dem ausgezeichneten Vortrag einiger Chöre zur Verschönerung der Feierstunde bei. Der Schriftverlesung am Altar folgte die Festpredigt von Oberkirchenrat D. Wagner, dem Superintendenten für Oberhessen Die Predigt gipfelte in dem Dekenntni» „Laßt uns festhalten an unserem Glauben, laßt uns zusammenhalten in brüderlicher Liebe und laßt uns unserem Gott und unserer Kirche die Treue halten." Rach einer Mittagspause, bei der die gastfreundliche Einwohnerschaft sämtliche auswärtige Tagungsteilnehmer in Quartier genommen hatte, eröffnete der Ort-geistliche. Pfarrer Schmidt, mit herzlichen Degrußungsworten an alle Teilnehmer die Rachversammlung. Pfarrer Mahr. Gießen, der Vorsitzende de- Bezirks Gießen, dankte allen, die an den Vorbereitungen zur Tagung mitgearbeitet hatten. Sodann hielt der Prälat der Hesfifchen Landeskirche. D. Dr. Diehl einen Vortrag über: „Die Stellung der althessischen Kirche zu den kirchen- seindllchen Strömungen der Zeit — ein Vorbild für uns“. Das Thema, von großer Dichtigkeit und Dringlichkeit für die Gegenwart, wurde von dem Redner auf Grund seines reichen Wissen-« eingehend behandelt. Der Redner knüpfte an die Zeit der Wiedertäufer in unserer Gegend und de» Sektiererunwesen- in der ersten Hälfte de- r 18. Jahrhunderts an und ermahnte, die Gottlosenbewegung von heute ernst zu nehmen, ein , Ausland zu verschwinden? Selbstverständlich mit seiner jungen Frau! Einen Zuschuß würde ich gern dafür opfern." HanS-Achim stieg alles Blut zu Kopf. 3n ziemlich scharfem Ton fragte er: «, -Wie wolltest du diesen Vorschlag motivierend Papa?" „Run, da- laß meine Sache sein. Sorge du* nur dafür, daß er in den nächsten Tagen mal uy mit kommt Hier in die Bank selbstverständlich^ Hans-Achim schüttelte den Kopf. „Dedaure, diesen Auftrag muß ich ablehnen.* Münchmeyer fah ihn erstaunt an. „Warum?" -Weil ich nicht will, daß du meinem Schwager diesen Vorschlag machst, der ihn kränken würde." „So — so. Ra, bann ist also nichts zu machen. Rose muß sich eben mit der Tatsache, daß Friedrich Schadow ihr Schwager ist, abfinben." -3a, das wird sie müssen", antwortete HanS- Achim und Wollte sich erheben. -Bleib doch noch einen Augenblick? Du mußt mir noch sagen, was Schadow jetzt treibt. Wo er arbeitet.“ „Cr hat eine Anstellung in einer Automobilfabrik als Einfahrer.“ Mürchmeyer zog die Augenbrauen hoch. „Sieh mal an. das ist ja schon ein Schritt vorwärts. Am Ende Wird er e» noch zum erfolgreichen Rennfahrer bringen." -3ch Weiß nicht, ob das fein Ziel ist“, erwiderte HanS-Achim kühl. Er war nicht ganz sicher, wie Münchmeyer- Bemerkung aufzufafsen fei. -Lind wie hat sich da- junge Ehepaar eingerichtet — ich meine, wo hat es fein Heim auf- gefchlagen?“ „3n der Freifinger Straße.“ „Alle Wetter? 3m Westen! Wo» haben fie denn da — möblierte Zimmer?" -Eine kleine, abgefchlofsene Dreizimmer-Woh- nung.“ Münchmeyer schüttelte verwundert den Kopf. „So 'ne Wohnung im Westen kostet doch viel Geld. Verdient er denn soviel?" Hinter dieser Frage lauerte unverkennbar das Mißtrauen, daß Eva dem reich verheirateten Bruder auf der Tasche liegen könnte. „Darüber kann ich dir keine Auskunft geben. Papa“, sagte er ablehnend. „Aber da meine Verwandten die Wohnung gemietet haben, werden sie wohl wissen, daß sie die Miete für sie bezahlen können." Lind nun erhob er sich und ging an seine Arbeit. Für Münchmeyer schien die Sache erledigt zu fein. Jedenfalls kam er nicht mehr auf sie zurück Auch Rose nicht. Immerhin, man ließ rhn deutlich genug fühlen, daß Rofe gekränkt War. (Fortsetzung folgt.) Herz voll DarnHerzigkeik und Liebe ihr entgegenzustellen. Pfarrer sollten „Kirchendiener'^ und nicht „Pfarrherrn" sein, die in Treue und Selbstverleugnung ihre Pflicht tun, und alle, die ein Herz für ihre Mitmenschen haben, sollen zusammenstehen und „Seelsorger" werden mit größtem Verantwortungsgefühl ihren Mitmenschen gegenüber. Sn der anschließenden Aussprache berichtete Pfarrer Draudt, Lich, kurz über die anfangs Februar in Lich gehaltene Arbeiterschulungswoche. Dekan G u ß m a n n, Lollar- Kirchberg, sprach über die Auswüchse der Sekten und Ihre Bekämpfung. Weiterhin sprach noch Pfarrer Mahr, Gießen. Mit dem Treubekenntnis, dem gemeinsam gesungenen alten Lutherlied, „Erhalt uns. Herr, bei deinem Wort", fand die Tagung ihr Ende. Am Tage vor dem Dorfkirchentag fand in Beuern ein Gemeindeabend statt, in dessen Mittelpunkt ein Vortrag von Pfarrer Draudt, Lich, über das Thema: „Hat die Bibel uns heute noch etwas zu sagen?" stand. Der Gemeindeabend war außerordentlich gut besucht. Wirtschaft. Holzversteigeruugs - Termine. Montag, 29. Februar. Bürgermeisterei Gießen: Zusammenkunft in der Wannschneise, 7. Schneise. 9.30 Ußr. Hessisches Forstamt Schiffenbcrg: Zusammenkunft im Gasthaus Sommer Vl. zu Watzenborn. 14.15 IHjr. Bürgermeisterei Laubach: Zusammenkunft im Solmscr Hof zu Laubach. 10.15 Uhr. Gemeinde Krofdorf-Gleiberg: Zusammenkunft bei Gastwirt Moos in Krofdorf. 10 Uhr. Frankfurt schwach. Frankfurt a. M., 27. Febr. (WTB. Drahi- meldung.) An der Wochenschlußbörse entwickelte sich zu Beginn nur sehr geringes Geschäft. Es fehlte weiterhin an Aufträgen, und auch die Spekulation zeigte keine Unternehmungslust. Der schwächere Schluß der Neuyorler Börse wirkte auch hier etwas auf die Stimmung, so daß man zunächst gegenüber gestern abend leicht ermäßigte Kurse hörte. Die Umsahtätigkeit beschränkte sich weiterhin wieder auf einige Spezialpapiere, wobei Aeichsbankanteile im Vordergründe des 3n- teresses standen. Nachdem sie zunächst auf dem Stand der gestrigen Abendbörse eingesetzt hatten, zeigte sich später nicht unerhebliche Nachfrage, und unter leichten Schwankungen lagen sie etwa 1,5 Prozent fester. Von Privatbankaktien waren noch Deutsche Diskontpapiere um gleichfalls etwa 1.5 Prozent freundlicher, während die übrigen Werte meist unverändert blieben. Sehr uneinheitlich war die Kursgestoltung für Elektrizitätsaktien. AEG. konnten sich nach der gestrigen Schwäche um 2 Prozent erholen, weil der Verlustabschluß doch günstiger kommentiert wurde. Dagegen blieben Gesfürel auch heute stark offeriert, und der Kurs gab um etwa 2,5 Prozent nach, nachdem an der Abendbörse eine leichte Erholung zu verzeichnen war. Trotz der Verwaltungserklärung. daß die Bilanzarbeiten erst im Anfangsstadium und die Dividendenschähun- gen daher verfrüht seien, glaubt man doch mit einem Ausfall rechnen zu müssen. Auch Siemens gaben um etwa 1,5 Prozent nach, während die übrigen Elektrowerte kaum verändert waren. Montan- und Schiffahrtswerte lagen geschäftstos. Von Chemiewerten war Scheideanstalt gefragt und zirka 2 Prozent höher. Dagegen blieben S.-G.-Farben-Industrie bei verhältnismäßig kleinen Llmsähen unverändert. Am Kalimarkt wiesen Bürbach nach den Abschwächungen der letzten Tage heute recht widerstandsfähige Tendenz auf. Am Rentenmarkt blieb die 51msahtätigkeit gering. Deutsche Anleihen tendierten unverändert, Reichsschuldbuchforderungen waren weiter gesucht, Liquidotionspfandbriefe gut behauptet. Am Goldpfandbriefmarkt waren Rheinische Hypothekenbank zunächst angeboten und xirka 0,5 Prozent schwächer, später konnten sie icdoch 0,25 Prozent ihres Anfangsverlustes zurückgewinnen. Frankfurter Werte setzten ihre Aufwärtsbewegung um zirka 0,25 Prozent fort. Sm Verlaufe erfuhr das Geschäft keine Belebung und auch die Kurse keine nennenswerte Veränderung. Erst gegen Schluß der Börse wurde es etwas lebhafter. Auf kleine Wochenschlußdeckungen traten etwa 0,25- bis 0,50prozentige Erhöhungen ein. Weiter schwach blieben Gesfürel, die erneut 2 Prozent einbüßten. Arn Geldmarkt hielt die llltimonachfrage an. Der Satz für Tagesgeld erfuhr eine weitere Versteifung und stellte sich auf 7,5 Prozent. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 26. Februar 27. Februar Amtliche Notierung ff-eio ' Brie' Amtliche Notierung Geld 1 Srlt' Helsliigfors . 6,653 6,667 6,683 6.697 Wien.... 49,95 50,05 49.95 50,05 Prag . . 12,465 12.485 12,465 12,485 BudapeS . . 56,94 57,06 56,94 57,06 Guiia . . . 3,057 3.063 3,057 3,063 Holland . . 169,93 170,27 169,83 170.17 Oslo .... ffopenhagee. 79,27 79,43 79,47 79.63 80,72 80,88 80,82 80,98 etotfbplm 80,92 81,08 80.92 81,08 Loudon. . . 14.64 14,68 14.67 14,71 Buenos Aires 1,028 1,032 1 .048 1,052 Neun ort 4,209 4,217 4.209 4,217 «rüffel . . 58,64 58.76 58,59 58,71 Italien . . . 21,88 21,92 21,88 21,92 Paris . . . 16,57 16,6 16.56 16,60 Schweiz . . 81,98 82.14 81,42 81,58 Soanien . . 32,67 32,73 32,67 32,73 Danzig. . . 82.02 82,18 82.02 82.18 Japan . . . 1.339 1,34' 1.309 1,311 Rio de 3an.. 0,250 0,252 0,250 0,252 Iugoslawt«. tiiiiaboi . . 7,463 7,477 7.463 7,477 13,29 13,31 13,34 13,36 Banknoten. Berlin, 26.Februar Welt» 3def Ytmehiamidie Roten . . . 4,20 4,22 Belgische Roten..... 58,43 58,72 Tänijche Roten..... 80,54 80,86 Englische Roten..... 14.60 14,66 nranjöfiidic Rolen .... Holländische Roten ... 16,53 169,56 16,59 170,24 Italienische Roten .... 22,11 22,19 Norwegische Noten.... 79,09 79,41 Seuifch Cefleneld), 1 100 LchMtna Viumanlfdie Noten .... 2,49 2,51 Schwedische Noten .... 80,74 81,06 Schweizer Roten..... 81,80 82,12 Spanische Noten. . . . c 32.53 32,67 Ungarische Note» .... Beichsbankdiskont 7 v. k/. Lombardzinsfutz Sok). Berlin: Freundlicher Grundion. 'Berlin, 27. Febr. (WTB. Funkspruch.) Da, wie in früheren Zeiten, auch zu Beginn der heutigen Samstagbörse die Ordereingänge bei den Banken zu wünschen übrig ließen, war die Spekulation zu Beginn des Börsenverkehrs f a st völlig ruhig. Trotz des schwächeren Neuhork und der bestehenden Geschaftsstille war aber ein freundlicherer Grundton unverkennbar. Obwohl der gestrige Regierungssieg befriedigte, wurde er doch im allgemeinen nicht überschätzt, da die Unsicherheit hinsichtlich des Ausfalles der Präsidentenwahl ja bestehen bleibe. Man nimmt daher an, daß vor dem 13. März überhaupt keine größere Geschäftsbelebung eintreten könne, abgesehen davon, daß seitens der Regierung Brüning bekanntlich eine stabile Währung garantiert wird, so daß für die Aktienmärkte ein wesentlicher Stimulus der letzten Zeit fortfalle. Man interessierte sich heute nur für deutsche Werte. So waren Reichsbankanteile weiter gefragt, und von den übrigen Bankaktien Dedibank um etwa 1,5 Proz. gebessert, wobei wohl die beabsichtigte Sntereffennaßme eines westdeutschen Sndustriekonzems anregte. Ferner holten Rhein. Braunkohlen einen Teil ihres gestrigen Verlustes ein, auch AEG. waren um etwa 1,5 Proz. besser da der Abschluß in günstigem Sinne zu überraschen schien. Was allerdings außer den abgeschriebenen ~ 19,3 Millionen an Verlust aus stillen Reserven gedeckt worden ist, läßt sich aus ihm nicht ersehen. Nachdem die Dividendengerüchte um Bürbach und Gesfürel als verfrüht bezeichnet wurden, konnten sich diese zunächst auf gestrigem Niveau behaupten, gaben aber später weiter nach. Auch Charlottenburger Wasser tendierten im Zusammenhang mit der 7prozentigen Dividende weiter besser. Sonst waren Kursveränderungen im allgemeinen schwer festzustellen. Sm Verlaufe bröckelten die Kurse, mit Ausnahme von Reichsbankanteilen, die erneut 1,5 Proz. gewannen, bis zu 1 Proz. ab. Siemens gingen bei einem Angebot von wenigen hundert Mark um 3,5 Proz. zurück. Am Pfandbriefmarkt schien die Tauschneigung gegen Aktien nachzulassen, trotzdem gaben die Kurse erneut bis 0,5 Proz. nach. Liquidationspfandbriese waren gut behauptet. Sndustrieobligationen verloren bis zu 0,5 Proz., während sich Reichsschuldbuchforderungen um 0,75 Proz. befestigen konnten. Deutsche Anleihen lagen wenig verändert. Der Geldmarkt erfuhr zum Ultimo eine weitere Versteifung, sonst lag die untere Grenze des Tagesgeldsahes bei 8 Prozent und nur vereinzelt auf 7,75 Prozent. Steigende Arbeitslosigkeit in Hessen und Hessen-Nassau. Heber die Arbeitsmarktlage in H e s- s«n und Hessen-Nassau berichtet das Landesarbeitsamt Hessen in Frankfurt a. M.: Die Ar be itslos igkeit st ie g in der ersten Februarhälfte langsam weiter, und zwar erhöhte sich die Gesamtzahl der Arbeitsuchenden um über 5000, oder 1,5 Prozent, auf rund 351 000. Die im Vorjahr Mitte Februar erreichte Höchstzahl von 314 000 Arbeitsuchenden wurde somit um 37 000, oder 11,7 Prozent, überschritten. Fast die Hälfte der Neuzugänge (2360) entfiel auf den Arbeitsamtsbezirk Frankfurt. Eine größere Zunahme (um je 500) wiesen ferner noch die Arbeitsämter Darmstadt, Limburg und Gießen auf, während in den Bezirken Fulda und Treysa eine leichte, in Offenbach (— 550) eine stärkere Abnahme der Arbeitsuchendenzahl festgestellt wurde. Von den Berufsgruppen waren an der Zunahme am stärksten beteiligt die Metallindustrie (+1172), das Baugewerbe (4-1099 Baufach- und 295 Bauhilfsarbeiter), die Angestelltenberufe mit insgesamt 873 und die Gruppe Lohnarbeit wechselnder Art — ohne die Bauhilfsarbeiter — mit 658 Neuzugängen. Die Abnahme war verhältnismäßig am größten (624 oder 10,6 Prozent) bei den Arbeitsuchenden der Porte- feuille-Sndustrie. Bei den sonstigen Gruppen waren sowohl Zu- als Abnahme nicht erheblich. Die Zahl der Hauptunterstühungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung ging um 1585 auf 101 052 zurück, während sie in der Ärifenfürforge um 3264 auf 93 082 stieg. Ausdehnung des freiwilligen Arbeitsdienstes. Sm Bereich des Landesarbeitsamts Hessen, das den Volksstaat Hessen und die Provinz Hessen-Nassau umfaßt, sind bis zum 15. Februar 9 0 Anträge auf Maßnahmen des freiwilligen Arbeitsdienstes eingegangen. 50 davon waren bis zum genannten Termin zur Ausführung bewilligt. Es handelt sich dabei um folgende Projekte: 29 Sportplätze, 19 Meliorationen, 18 Wegebauten. 24 sonstige Arbeiten, insgesamt um 147 734 Tagwerke. Zur Beschäftigung kommen dadurch über 210 0 Freiwillige, von denen nicht weniger als 16 5 0 Sugendliche sind. Die Anträge zum jetzigen Beginn der besseren Sahreszeit sind dauernd im Steigen begriffen. Besonders gut eingeführt hat sich der freiwillige Arbeitsdienst im Volksstaat Hessen und im Bezirk Kassel. Es handelt sich durchweg um Arbeiten, die unter normalen Verhältnissen nicht vergeben worden wären, so daß eine Schädigung des Handwerks und des Gewerbes vollkommen ausgeschlossen ist. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 llyr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen. Der neue weg zum Fernempfang? Den Beweis, daß durch einen gleichzeitig in das Empfangsgerät eingebauten und genau abgeglichenen Sperrkreis auch mit einem 3-Röhren-Einkreisempfänger ein einwandfreier Fernempfang gewährleistet ist, liefert der vor kurzem erschienene 3-Röhren-Wechselstrom- Netzempfänger Form W 30 der Nora-Radio G. m. b. $)., Berlin-Charlottenburg. Sowohl bei Empfang des jeweiligen Ortssenders, als auch bet Fernempfang gelingt es, durch Benutzung des Sperrkreises den jeweils störenden Sender derart zu schwächen, daß der gewünschte Sender Hangrein und lautstark zu hören ist. 1589V Die Zeiten der hohen Pr eise sind vorbei Für die la HEFRO-öualitäten genügen Me Pfennige Einige Beispiele: Büstenhalter Damen-SlrOmple Selbstbinder Herren-Phantasie- Herren-Hosen 0.45 Slrnmplbandflflrtel HerrJhantaslesotien 0.88 Sport-Pullover Damen-Dntenleh- Damen-SdHdpler Herren-Hemdhosen 050 Damen Hemdhosen Damen-Stilalanzdde Damen-Handschuhe Bahnhofstr, 14 GIESSEN Seltersweg 31 Mühjahß Schlüpfer la Trikot .... Soden neueste Muster Damen-Olacehandsdnhe Schlupfform, mit elegant. Ausstattung, in den neuesten Frühjahrsfarnen teils schwarz-weiß u. weiß-schwarz Serie ,,, §„l! 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Ä' .Ubr Auweh u. MaflenkundOebanO in der „Volkshalle“, Gießen Es sprechen: Für das Reichsbanner: Gauvorsilzender Schulrat Stork, Darmstadt Für die Gewerkschaften: Bezlrkssekretür des ADGB. Karl Hartmann, Jena, Mitglied des Thüringischen Landtags Für die Arbeitersportler: Kreisrorsilzender Georg Bauer, Franktnrt a. Main Für die Sozialdemokratische Partei: Staatsminister a. D. Fröhlich, M. d. R„ Weimar Mitwirkende: Beichsbannerkapeilen, Trommlerkorps der Arbeiter- Sportler, Massenchöre der Arbeiter-Sänger, Arbeiter-Jugend Unkostenbeitrag 20 Pf., für Erwerbslose 10 Pf. nur im Vorverkauf. An der Tageskasse einheitlich 20 Pf. Alle Republikaner. Männer und Frauen sind zu dieser Kundgebung eingeladen j 578 v Die Kampfleitung: Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold AUg.Dentscher Sewerksehaitsbund Arbeiter-Tum- und Sportbnnd Soziald.Partei Ala-Bund Allg. Deutscher Beamtenbund / Arbeiter-Knltur-Kartell Donnerstag, den 3. März 1932, in der Aula der Universität Sinfonie-Konzert zum Besten der Winternothilfe Ausgeführt von dem Musikkorps des I. (Hess,) Gren.-Bataillons Infanterie-Regiments Nr. 15 Solistin: _ Gretel HAUSIER (Klavier), Lodwlgsbarg-Stottyart Leitung: Obermusikmeister Ernst K raube PROGRAMM: 1. OuvertüreO-Moll, Bruckner — 2. Sinfonie Nr. 2 D-Dur, Beethoven — 3. Klavierkonzert Es-Dur, Beethoven - 4. Ungarische Rapsodie Nr. 6 (Pesther Carneval) Eintrittskarten im Vorverkauf in der Musikalien - Handlung von Ernst Challier, Neuenweg, und im Büro des Verkehrsvereins zum Preise von Mk. 1.50,1.00,0.50, und an der Abendkasse. - Anfang 8% Uhr abends 1465D Der Bedistein-Konzertflügel Ist von der Fa. Schönau-Giefaen in liebenswürdiger Welse zur Verfügung gestellt Geographical Departement Kanton China 1611 D sowie zum 01251 Marburl-L.Br. Millers Prifallehranslallen gesucht. bl. Angebote mit Preis usw. an 15«3 v fr. Alfred Prosa, Stuttgart, H01derllMtr.38. 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Die christliche Arbeiterschaft ehrt und liebt den Mann echt christlicher Pflichterfüllung und siegreicher Treue in Hindenburg, der in der Stunde der Gefahr jede parteipolitisch- Gebundenheit von sich wies, um in schlichter Treue der Rettung de« Volke« zu dienen bis zum letzten Atemzuge. Jeder christliche Arbeiter wird mit allen Gleichgesinnten des Volke« am 13. März an der Wahlurne Hindenburg seinen Dank sagen. Oer Gesamtverband der evangelischen Arbeitervereine. B e r l i n, 26. Febr. (TU.) Der Vorstand des Ge tamtverbandes der evangelischen Arbeiter- vereine Deutschlands erläßt solqend-n Ausruf zur Reichspräsidentenwahi: Angesichts der außer ordentlich schweren außen- und innenpolitischen Lage bedauern wir es rief, daß es nicht möglich gcweien ist, eine Einheitsfroni aller derer zu schaffen, die dos Vaterland wirklich heb haben. Der bisherige Reichspräsident non Hinden bürg, unser langjähriges (S^rfßmitglie>, Wer tritt für Hindenburg ein? gemeht als lautere evangelische Persönlichkeit im 5n- und Ausland größte Hochachtung. Als Reichspräsident war er in seiner siebenjährigen Amtszeit dem deutschen Volke ein Vorbild der Pflichterfüllung und Treue und ein steter Mahner zur Einigkeit. Darum bedauern wir es, daß seine erneute Kandidatur im- Zeichen schärfster politischer Richtungskämpfe steht. Für uns als über- parteiliche Bewegung ist es in Anbetracht dieser, unser ganzes Volksleben durchzitternden Kämpfe nicht möglich, eine Wahlparole für einen Kandidaten herauszugeben. Wir halten es aber für notwendig, jedes einzelne Mitglied an seine Wahlpflicht zu erinnern. Dabei setzen wir voraus, daß jeder einzelne die Entscheidung so fällt, daß sie mit unserer evangelischen, unserer nationalen und unserer sozialen Haltung in Einklang steht. Eine Erklärung des Kyffhäuser-Bundes. Berlin, 27. Febr. (TA.) Der deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser teilt mit: „Die am Tage der Präsidentschaftserklärung Hindenburgs veröffentlichte Kundgebung des ersten Präsidenten des Kyffhäuserbundes, General der Artillerie a. D. von Horn, ist durch den einsetzenden Parteikampf um machtpolitische Fragen in wesentlichen Punkten für agitatorische Zwecke ausgenuht worden. Dies war vorauszusehen. Selbst aber auf die Gefahr hin, daß der über den Parteien stehendeKhff- häuserbund durch den Tageskampf um politische Meinungen in Mitleidenschaft gezogen würde, durfte die Dundesführung dieser größten Organisation gedienter Soldaten in gerechtem Streben für das Wohl des Vaterlandes sich nicht davon abhalten lassen, die Gewissensfrage des Reichspräsidenten, der bekanntlich Ehrenpräsident des Kyffhäuserbundes ist, mit reinem, soldatischem und vaterländischem Treue- empfindcn zu beantworten. Diese freie Antwort, nicht diktiert von Parteien, Ausschüssen oder politischen Machtzüchtungen, steht für die Organisation unverrückbarfest. Dies hindert aber nicht, auch das besonders zu betonen, was aus Parteitaktik gern in der Oeffentlichkeit übersehen wird, daß nämlich die Kundgebung neben der Mahnung, deni Ehrenpräsidenten Vertrauen und Treue zu bewahren, ausdrücklich sestlegt, daß jedes einzelne Mitglied s i ch s e l b st bei der Reichspräsidentenwahl zu entscheiden hat. Am hierüber nochmals Klarheit zu schaffen, heißt es in einer Bekanntmachung, die ;ter Vorstand des Kyffhäuserbundes in der soeben erschienenen Rümmer des Bundesblattes Kyffhäuser veröffentlicht: „Aus dem Treugelöbnis die Schlußfolgerung für politische Gefolgschaft zu ziehen, ist dem einzelnen überlass en. Zeder einzelne hat, wie in dieser Kundgebung zur Reichspräsidentenfrage gesagt wurde, nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln." Li« Ms Adolf Mrs an den Reichspräsidenten. Berlin, 28. Febr. (TA.) Der Führer der Rativnalsozialisten, Adolf Hitler, hat am Sonntag ein längeres Schreiben an den Reichspräsidenten v. Hindenburg gerichtet. Hitler erklärt darin, als Führer der großen Rationalsozialistischen Partei gezwungen zu sein, die Aufmerksamkeit des Reichspräsidenten auf gewisse Vorkommnisse hinlenken zu müssen. Das Schreiben fährt dann fort: „1. Die Sozialdemokratische Partei, die Sie, Herr Reichspräsident, in ihrem Parteiaufruf von: 27. Februar für ihre Mähler als Kandidat aufstellt, schreibt in ihrem Wahlaufruf folgendes: „Hitler statt Hindenburg, das bedeutet Chaos in Deutschland und ganz Europa... Höchste Gefahr und blutige Auseinandersetzung im eigenen Volk und mit dem Ausland." Herr Reichspräsident, ich weise den Versuch, mit diesen Methoden das Ausland gegen die freie politische Meinungsentscheidung der deutschen Ration, unter 'Bezugnahme auf Ihren Ramen mobilmachen zu wollen, entrüstet zurück. Ich habe in meinen Aeuherungen Ausländern gegenüber nie unterlassen, darauf hinzuweisen, daß jede b i s - herigedeutscheRegierungvonwahr- hafter und aufrichtiger Friedensliebe beseelt gewesen ist. Versuche, eine unbequeme deutsche Bewegung vor dem Auslande als Anruhestifterin hinzustellen, werde ich, wenn Sie unter Heranziehung Ihres Ramens, Herr Reichspräsident, erfolgen, und nicht zurückgewiesen werden, von jetzt ab persönlich in der geeigneten Weise zurückzuweisen wissen. Für die Dauer des Wahlkampfes sollen meine Erklärun- gen der Welt, wenn erforderlich, genau so zur Kenntnis kommen, wie die Erklärungen des heutigen Systems. 2. 3n demselben Aufruf findet sich folgende Stelle: „Hitler statt Hindenburg, das bedeutet Vernichtung aller staatsbürgerlichen Freiheit, der Presse..." Hitler erklärt demgegenüber, daß durch diesen Satz versucht werde, insbesondere dem Ausland vorzutäuschen, Deutschland befände sich im Zustand irgendeiner demokratischen freien Verfassung. Seit Jahren könne von Pressefreiheit in Deutschland überhaupt nicht die Rede sein. Und gerade in diesen Tagen des Wahlkampfes werde die verfassungsmäßige garantierte Wahlfreiheit und Freiheit der Propaganda auf das Schonungsloseste unterdrückt. Sofort bei Beginn des Wahlkampfes sei ein Teil seiner, Hitlers, Presse teils beschlagnahmt, teils verboten worden. Der Artikel der Verfassung, der die Wahlfreiheit garantiere, könne aber auch mit dem Artikel 48 nicht außer Kraft gesetzt werden. Hitler bezeichnet diese Vorkommnisse als glatte und durch nichts zu beschönigende Verfassungs- drücke. 3. Hitler weist dann auf eine Ansprache des preußischen Innenministers Severing an die preußischen Ober- und Regierungspräsidenten hin, in der Severing die Nationalsozialistische Partei als st a a t s f e i n d l i ch hingestellt habe. „Es ist also möglich, daß unter Ihrer Präsidentschaft, Herr Generalfeldmarschall, der Reichsinnenminister G r o e n e r die Auffassung vertritt. die Rationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei sei nicht staatsfeindlich und der preußische Innenminister Severing dagegen, in dessen Hand die Mittel der praktischen Exekutivgewalt liegen, die Auffassung verbreitet, sie sei staatsfeindlich. Ich sehe in dem Vorgehen des preußischen Innenministers Severing einen unzulässigen Druck auf die preußische Verwaltung, ihren Einfluß bei der Wahl in einem für uns ungünstigen Sinne geltend zu machen." 4. Hitler erinnert darauf an den Wunsch des Reichspräsidenten, daß dieser Wahlkampf i n ritterlicher Weise geführt werden soll. In diesem Zusammenhang lenkt er die Aufmerksamkeit des Reichspräsidenten auf zwei Vorgänge: a) Auf die amtliche Erklärung des Reichsministers Groener im Reichstag, in Antwort auf die Ausführungen des Abgeordneten Goebbels, in der Goebbels eine sinnentstellte Aeußerung zugeschrieben werde, die nach dem amtlichen Protokoll der Reichstags« sihung nicht gefallen sei. Trotz erfolgter Aufklärung habe Reichsinnenminister Groener seinen schweren Vorwurf nicht zurückgenommen. b) Hitler macht den Reichspräsidenten auf das vom Polizeipräsidenten von Berlin, Grzesinski, ausgesprochene V e r b o t d e s „A n g r i f f" für die halbe Zeit des Wahlkampfes aufmerksam. Diese Maßnahme erklärt Hitler als nicht nur ungesetzlich und verfassungswidrig, sondern auch als im strikten Widerspruch stehend zu der vom Reichspräsidenten gewünschten Ritterlichkeit des Wahlkampfes. Hitler fragt den Reichspräsidenten, ob es ritterlich sei, die nationalsozialistische Presse unter solchen Dorwän- den von einem Manne verbieten zu lassen, der die Ehre des Gegenkandidaten auf das denkbar Schwerste angegriffen habe und der in einer öffentlichen Rede sein Erstaunen darüber ausgedrückt habe, daß er, Hitler, noch nicht mit der „Hunde- peitsche" aus Deutschland hinausgejagt worden sei. Grzesinski habe außerdem behauptet, er, Hitler, sei ein österreichischer Deserteur gewesen. Gegenüber dieser letzten Behauptung legt Hitler dem Schreiben die Abschrift seiner Militärpapiere bei, aus denen heroorgsht, daß er 1914 keine Militärverpflichtungen in Oesterreich gehabt habe und freiwillig in das deutsche Heer eingetretcn sei. Reichsprä ident, können wir zu Behörden haben. c Männer in amtlichen Verbotsbegrünwenn die deren Repräsentanten sich solcher Kampfmittel bedienen? 1 nd wie müssen wir es dann empfinden, düngen gegen uns erklären, „es gäbe genügend Methoden, mit denen für ein politisches Ziel geworben werden könne, ohne daß man einen politischen Gegner beschimpfe." „Herr Generalfeldmarschall", so schließt der Brief, „halten Sie es Ihres Namens für würdig, sich selbst als Präsidentschaftskandidat durch ein Gestrick von Notverordnungen und Ge> setzesparagraphen in Ihrer persönlichen Ehre schützen zu lassen, Ihren Gegenkandidaten aber als Freiwild der parteipolitischen Lüge und Verleum- düng preiszugeben? Was gedenken Sie, Herr Reichspräsident, zu tun, um in diesem Kampf, der auch um Ihre Person geht, die Prinzipien der Ritterlichkeit wiederherzustellen?" Hitler ährt fort: „Welches Vertrauen, Herr Oer Berliner Polizeipräsident an die NGOAP. Berlin, 27. Febr. (TA. Amtlich.) Der Polizei Präsident hat am Samstag folgendes Schreiben an die Rationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei gerichtet: .,I,r letzter Zeit sind durch die nationalsozialistische "Presse und durch Versammlungsredner der RSDAP. Teile der Bevölkerung mehrfach öffentlich des Landesverrats bezichtigt und dadurch auf das schwerste beleidigt worden. Soeben habe ich mich veranlaßt gesehen, ihre Parteizeitung für Berlin „Der Angriff" wegen einer Dersamm- lungsankündigung mit dem Thema „Der Kandidat Crispiens" auf sechs Tage zu verbieten, weil mit dieser Bezeichnung der Herr Reichspräsident v. Hindenburg getroffen werden sollte. Cs ist hier die immer wieder in sinnentstellender Form wiedergegebene angebliche Aeußerung des Abgeordneten Crispiens „Ich kenne kein Vaterland, das Deutschland heißt", nunmehr auch zur Kennzeichnung des Herrn Reichspräsidenten verwandt worden.. Die direkte oder indirekte Bezeichnung als Landesverräter gegenüber Staatsbürgern und ganzen Teilen des deutschen Volkes ist eine rohe Aeußerung der Mißachtung und verfolgt den Zweck zu kränken und Deutsche als der Achtung des deutschen Volkes unwürdig hinzustellen. Ich bin nicht gewillt, diese Form des politischen Kampfes von der nunmehr auch der von allen Kreisen des deutschen Volkes als Kandidat für die Reichspräsidentenwahl proklamierte Herr Reichspräsident v.Hindenburg betroffen worden ist, in meinem Amtsbereich weiterhin zu dulden und werde dieser Methode entgegentreten. Sie ist geeignet, die ohnehin schon erheblich bedrohte öffentliche Ruhe, Sicherheit und Ordnung aufs schwerste zu stören. In Zukunft werde ich daher sowohl Presseerzeugnisse verbieten, wie auch öffentliche Versammlungen auflösen, in denen deutsche Staatsbürger öffentlich durch Bezeichnung als Landesverräter mittelbar oder unmittelbar grob beschimpft und böswillig verächtlich gemacht werden. Es gibt genügend Methoden, mit denen für ein politisches Ziel geworben werden kann, ohne daß man den politischen Gegner oder die Repräsentanten des Deutschen Reiches und seiner Länder beschimpft." Amtliche Festsetzung des Kleinverlaufspreises für Brot. Berlin, 28. Febr. (WTB.) Der Reichskommissar für Preisüberwachung erläßt angesichts der Geteidepreisentwickelung für Roggen und der sich daraus ergebenden r ü ck - läufigenDewegung amRoggenmehl- markt und der weiter getroffenen Maßnahmen zur Beeinflussung der Marktlage für Roggen und Roggenmehl folgende Verordnung: Der Kleinverkaufspreis fürBrot im Gewicht von mindestens 500 Gramm, zu dessen Herstellung mehr als 30 Prozent Mahlerzeugnisse des Roggens verwendet werden, darf n i ch t ü b e r den Stand der letztvergangenen Woche erhöht werden. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe geahndet. Diese Anordnung tritt mit der Bekanntgabe in der Funkstunde Berlin am 28. Februar in Kraft. Ich weise darauf hin, daß ich befugt bin, bei Zuwider- handlungendie Fortführung desDe- triebes zu untersagen oder Schließung der Betriebs- und Geschäftsräume änzuordnen. Neuer schwerer Angriff aufTschapei. Kiangwan am Sonntag von -en Chinesen geräumt. - Tapfere Gegenwehr -er Chinesen an der Tschapeifront. Schanghai, 29. Febr. (2BIB. Junlfprud).) Der Sonntag war gekennzeichnet durch die völlige Räumung kiangwans von den Chinesen und durch einen neuen japanischen Luftangriff auf den Flugplatz Hang- tschau. 3n den Straßen wurden 1600 tote Zivilisten gezählt, während die Ruinen der einstmaligen Stadt zweifellos noch Hunderte von Toten bergen. Der Leichengeruch machte es den Chinesen unmöglich, in der Stadt zu bleiben. Die dauernden Angriffe der japanischen Artillerie und der japanischen Flugzeuge verhindern eine Beerdigung der Toten. Die chinesischen Truppen haben nunmehr eine Linie von Schützengräben unmittelbar westlich von üiangwan eingenommen. An dieser neuen Front kam es nachmittags zu Kämpfen, doch behaupteten die Chinefen ihre neuen Stellungen. Drei japanische Bombenflugzeuge zerstörten den ganzen Flugplatz. Der dem Marschall Tschangkaischek gehörende Privatflugplah soll gleichfalls völlig zerstört worden sein. Montag vormittag haben die Japaner einen Durchbruchsversuch au der Tschapel- front begonnen. Rach mehrstündiger Artillerievorbereitung setzte sich um 9.30 Uhr die japanische Infanterie, unterstützt von Tanks und von dem Schnellfeuer der Artillerie und den Bombenangriffen der Flugzeuge, in Bewegung, während die internationale Niederlassung, die in strahlenden Sonnenschein gebadet ist, äußerlich ein verhältnismäßig ruhiges Bild darbot, ist die Lufl erfüllt von dem Knattern der Maschinengewehre und dem Donner der Geschütze. Trotz der heftigen Kanonade und den ständigen Bombenangriffen aus der Luft halten die chinesischen Truppen tapfer stand und antworten mit Grabenmörsern und Maschinengewehren. Einige beherzte Leute springen auch aus der Deckung hervor, laufen vorwärts und werfen Handgranaten gegen die anrollenden japanischen Tanks. Gegenwärtig tobt die Schlacht ln voller Stärke. Washington tehnt Boykott gegen Japan ab. Washington, 28. Febr. WTB. (Reuter.) Heute abend wurde bekanntgegeben, daß die Regierung der Vereinigten Staaten den Plan eines Boykotts gegen Japan energisch zurück- w e i st. Präsident Hoover und andere Mitglieder der Regierung, wie auch Mitglieder des Parlaments, seien durchaus einmütig gegen einen solchen Boykott. Amerikanische Beobachter in Europa haben dem Staatsdepartement mitgeteilt, daß die Großmächte mit der Haltung der Be^inigten Staaten übereinstimmen. Rußland gestattet Beförderung japanischer Truppen auf der Ostchinabahn. Moskau, 28. Febr. (WTB.) Auf die Ditte der japanischen Regierung nm die Zustimmung der Sowjetunion zur Absendung japanischer Truppen bis zur Station Imanpo, im äußersten Falle bis Chailin, um die in dieser Gegend lebenden Japaner zu schützen, erwiderte Karachan, die Sowjetregierun^ sei ausnahmsweise bereit, dem Sowzetteil der Direktion der Ostchinabahn die Weisung zu geben, den Trans Po rt japanischer Truppen in beschränkter Zahl von Charbin bis zur Station Imanpo, im äußersten Fall bis zur Station Chailin, zu erlauben. Ein Litauer zum Präsidenten des Memeldirektoriums ernannt. Memel, 27. Febr. (WTB.) Wie das Memeler Dampfboot meldet, hat der Gouverneur des Memel- Gebietes den Rektor der litauischen Grundschule in Memel Simmat (die deutsche Schreibweise für Simmaitis) zum Präsidenten des Direktoriums ernannt. Verhandlungen mit den Fraktionsführern der Dolkspartei und der Landwirtschaftspartei, die bekanntlich die Mehrheit des Memeler Landtages üarftellen, find dieser Ernennung nicht vorausgegangen. Der neu ernannte Präsident Simmat hat sich auch nicht an die Führer der Mehrheitsparteien gewendet, um mit ihnen Der- Handlungen über die weitere Zusammensetzung der Regierung zu führen. Dagegen hat er den Fischer- wirt L u t t k u s von der Dolkspartei und den Landwirt W a s ch k i e s von der Landwirtschaftspartei aufgefordert, mit ihm und Landesrat T o l i f ch u s zusammen ein Direktor! um zu bilden. Die beiden Erstgenannten, die den Mehrheitsparteien angehören, haben es a b g e l e h n t, in das Direktorium einzutreten und erklärt, daß, wenn Simmat überhaupt weiteroerhandeln wolle, er sich offiziell an die Fraktionen der Mehrheitsparteien wenden müßte. Simmat hat dies heute abend auch getan, und die Fraktionsführer haben sich zu einer Unterredung bereiterklärt, die wahrscheinlich am Montag stattfinden wird. Da Simmat erklärt hat, daß er außer den zwei Angehörigen der Mehrheiteparteien auch noch einen Mann seines Vertrauens, d. h. eine grofp litauisch e t n g e ft eilte Persönlichkeit zum Mitglied der Regierung ernennen wolle, ist nicht ersichtlich, ob die offizielle Verhandlung am Montag zu einem Ergebnis führen wird. Hierzu erfahren wir noch von unserem Korrespondenten. daß Simmat zwar politisch nicht hervorgetreten ist, sich aber als Li tau er bekennt. Man will in das neue Direktorium To - lischus hineinnehmen, was für die Mehrheitsparteien völlig untragbar ist. Gouverneur Merkys soll dem Vertreter der memelländischen Mehrhertsparteien, G u b b a, erklärt haben, daß es ihm nicht möglich fei, mit den Mehrheitsparteien in einen offiziellen Kontakt zu treten, weil diese ihren Protest gegen die Abberufung Böttchers aufrechterhielten. Heue Provokationen aus Kowno. Jaunius spielt aus Masuren als litauische Jrridenta an. Kowno, 27. Febr. (WTB.) Außenminister Z a u n i u s nahm erneut zum Memelkonslikt Stellung. In feinen Ausführungen operierte er zunächst mit der Behauptung, daß „gewisse Clemente^ beabsichtigten, das Memelgebiet i n einen Freistaat umzuwandeln und diesen an Deutschland anzuschließen. Litauen sei fest gewillt, die Memelautonomie zu wahren. Litauen könne aber nicht aufhören, Memel als auch einen Teil seines eigenen Staatsgebiets zu betrachten. Wenn die deutsche Presse Litauen unterstelle, es wolle die Memelautonomie abschaffen, so könne man im Gegenteil darauf Hinweisen, daß d i e Memelländer das Memel st akut nicht e i n h i e l t e n. Die Fahrten Boettchers und Pod- szus nach Deutschland hätten gezeigt, daß die autonomen Organe sich widerrechtliche Befugnisse anmaßten. Wenn die litauische Regierung auch lange diesem Treiben zugesehen hätte, so hätten die letzten Ereignisse sie zu schärferem Vorgehen gezwungen. Die Statistik beweise den unzweideutig l i - tauischen Charakter des Memelgebiets, der auch nicht durch den Hinweis des Reichskanzlers Dr. Brüning auf die siebenhundertjährige deutsche Geschichte und den deutschen Charakter des Memellandes in Frage gestellt werde. Wenn Herr Brüning auf die Geschichte eingehe, so wolle er ein Gleiches tun. Man kenne die Sage von der einstmals mächtigen Stadt 03 in eta, die ins Meer versunken fei, deren Glocken aber man noch heute klingen höre. Auch wir, so fuhr der Minister fort, hören, wenn wir Sonntags morgen auf die weite Flur hinausgehen, die Glockenklänge von Stallupönen, Pillopönen, Picktupönen, Cydtkuh- nen, Pillkallen, die der Wind von drüben gu uns herüberträgt. Gerade Deutschland habe darum, so meinte Zaunis, am wenigsten Veranlassung von dem zu sprechen, was vergangen fei. Die Auszählung der verschiedenen Ortsnamen wurde von lautem Beifall unterbrochen. poincare für Freundschaft mit Mussolini. Der Bündniswert der „laicini.chcn Schwester". Paris, 28. Febr. (WTB.) In einem Artikel, der gleichzeitig im Excelsior und in der in Buenos Aires erscheinenden Zeitung La Nacion veröffentlicht wird, setzt sich Poincars energisch für die französisch-italienische Verständigung ein. Als Ministerpräsident habe er im Beisein von Lord Curzon in lerntet eine Unterredung mit Mussolini gehabt. Es komme nur auf Tardieu an, sich demnächst eine ähnliche Unterredung zu Der- schaffen. Niemand werde ihn deswegen beschuldigen, dem Faschismus den Hof zu machen. Ich weiß, fährt Poincarö fort, daß man von Allianzen nichts mehr wissen will, man bezeichnet sie als überholte Politik. Gut, aber ein Verbündeter von gestern bleibt ein Freund von heute und für die Zukunft. Erweitern wir unsere Beziehungen zu den Nationen beider Weltteile. So ausgedehnt aber auch der Kreis unserer diplomatischen Beziehungen fein mag, müssen wir um so mehr gleichzeitig unsere gemeinsame Tradition mit Italien und den übrigen lateinischen Ländern pflegen und sorgsam darüber wachen, daß unsere Kultur nicht unter den übrigen Kulturen erstickt. Gewiß sind wir mit Italien in einigen Fragen uneinig, besonders hinsichtlich der Kolonien. Verteidigen wir unsere Rechte und Interessen. Trotz dieser Auseinandersetzungen aber ist die enge Freundschaft HFrankreichs und Italiens für beide änder eine Notwendigkeit. Mussolini repräsentiert Italien. Das genügt! Er wird nicht versuchen, irgendeinen unserer Politiker zum Faschismus zu bekehren, und unsere Politiker werden ebenso wenig versuchen, ihm die Ueberlegenheit unserer verfassungsmäßigen Einrichtungen zu beweisen. Das würde heißen, die Debatte ohne Hoffnung auf eine Lösung auf ein falsches Gleis zu schieben. Es ist besser, sich mit den Tatsachen zu befassen und zu einem Ergebnis zu gelangen. Aus aller Wett. Ehrung Gerharl Hauptmanns in Amerika. Gerhart Hauptmann, der sich in Amerika befindet, wurde zum Korrespondierenden Mitglied der Akademie der Künste und Wissenschaften von Neu- york ernannt. Er ist der erste Deutsche, dem diese Ehre zuteil wird. Großer Lagerhausbrano in Bremen. Im Lagerhaus derDeutschenDrogisten- Einkaufsgenossenschaft Bremen entstand aus bisher ungeklärter älrsache ein Brand, der an den leicht brennbaren Materialien reiche Rahrung sand. In kurzer Zeit stand daSganze Haus bis zum Dachstuhl in Flammen. Die Feuerwehr mußte sich daraus beschränken. die benachbarten Lagerhäuser zu schützen. Gegen 22 Llhr war es der Wehr gelungen, den Brand zu lokalisieren. Das Lagerhaus ist bis auf die älmsassungsmauern niedergebrannt. Eine deutsche Flugexpeditton nach Ostasien. Kapitän Bertram, der mit feinem IunkerS- Wasserflugzeug „Atlantis" (vom Typ der »Bremen" des Hauptmann Köhl) einen Flug nach Ostasien vorbereitet, will zur ersten Etappe nach Köln starten. Die Route wird über die Alpen nach Italien, Griechenland. Kleinasien, über die Syrische Wüste nach dem Persischen Golf führen, dann über die beiden Indien nach Siam und über Reu-Guinea nach China und nach Japan» Renten ernannf. • die der Wind von drü- «rügt. Gerade Deutschland >nte Zaunis, am tccnigficr 'em zu sprechen, &ai Vermählung der verschiedenen °vn lautem Deisall unter- lineare jaftmitMuffolim. jündnistvcrt ilchcn Schwester". 2DI3.) 3n eintm Sriiltl, der ■ und in der in Buenos Lire, La Nation vrrHeMcht wird. nerM \m die franjo- r Verständigung ein , habe er im Beisein von Corl eine Unterredung mit L Es komme nur aus rardmi ic ähnliche Unterredung zu Dtp >rde ihn deswegen beschuldigen. j)of zu machen. Ich weiß, Ml nan von Allianzen nichts mehr >ichnet sie als überholte folitil indeier von gestern bleibt ein id für die Zukunst. (Ermtiktn qcn zu den Nationen beider ihnt aber auch der fiieis unjt- eziehungen sein mag, müssen »chzeitig unicte gemtin- > mit Italien un n jchen Ländern Pil- n r wachen, das, unsere »ul en Kulturen erslukt. S-wch sin ■ESS* A-«r fejytß 5 t*Äi&* Mapej *“««<** kr-sK'L 3apatt ab.' n ä-Jä ?Dcr und nnK 3 u r ü m unb 3ill. Opernhaus. Dien-tag. 1. März. 19.30 bi» fegen 23 Ubr: äarmen. Mittwoch, 2. März, S 30 bi» 22.30 Ahr Freischütz. Donner-tag, 3. März, 20 bi» 22.45 Uhr Eavalleria rusticana Hieraus: Der Bajazzo. Freitag, 4. März. 20 bi» 23 Uhr: 3m weihen Rößl. Sarn-tag. 5. März, 19 bi» 22 Ahr: Die Zauberflöte. 22.30 Uhr: Die Rößlwirttn heiratet Sonntag. 6. März. 15 bi» 18 Ufor: 3m weißen Röhl. 20 bi» 22.30 Ahr: Rigoletto. Kirche und Schute. Kreis Büdinaen • Büdingen, 27. Sehr. Arn 24. und 25 Februar fand am hiesigen D o l f g a n g-Ernst- Gymnasium unter dem Vorsitz des Direktors bie diesjährige Reifeprüfung statt. Don 4f> Prüflingen bestanden 36 Primaner und 6 Primane rinnen. Bel Den angegebenen Berussabsichien fäll' auf, daß Rechtsstudium und Pharmazie, Die in den letzten Fahren bevorzugt waren, gänzlich fehlen, während Theologie von 9, Medizin bzw. Zahn- medizin von 7, Kaufmannschaft von 5 und Landwirtschaft von 4 Abiturienten genannt wird Geo dasie und Philologie haben j« 2 gewählt: zahlreichs andere Berufe kommen je einmal vor, und 4 Abi turientinnen haben bie Entscheidung noch nicht getroffen. Oie Wetterlage. TU Owoitt-ioi.(5 eener on«i» eefle «i •«eit>o ® txeerit «teoet • $<*nee & triupe'n e Reoei X 6e-iter wmdM-ue -O xw leicfiter 0>l y eln-ger SuSiedveil ’S jturmixM' "O’«-ejl 6K Me-ie fliege" «n de» o e dc- een Mei-o-e-i >te*e-de* le* len geben d>, leeiptretei da P-e l • 'n Qttt m«, fl cit'.cn «ui neerum/eee uegeretHReten Luhdrece *4k'cacruüiauo|tigc. Ganz Deutschland liegt im Bereich kontinentaler Kaltluft, bie weiterhin zu kräftigem Dachtfroft führte. Sie wirb vorerst ihren Einfluh noch geltenb machen, so baß bie Kälte fortbauert. Da aber ber Kern be» Hochs über Sübskanbinavien unb ber Ostfee sich obgefchwächt unb nach bem Dorbmeer verlagert hat, fetzt von Skanbinavien unb Finnland her wieder Luftdruckfall ein. Wahrscheinlich wird durch ihn auch bi» nach Deutschland später Luftwechsel hervorgerusen unb bie kalte Lust burch milbe maritime Lust ersetzt ttc b:n, so b-h mit Rückgang be» strenge i Frostes zu rechnen ist. Aussichten für Dienstag: Strenger Dachtfroft unb zunächst meist heiter, später aus- kommenbe leichte Bewölkung, trocken. Aussichten für Mittwoch Rückgang b€Ä starken Bachtfrostes, zeitweise stärker bewölkt unb neblig-wolkig. Lufttemperaturen. Am 28. Februar, mittags, — 2,9 Grab EelfiuS, abenbs — 4,5 Grab LelsiuS. Am 29. Februar, morgen», — 6,2 Grab EelfiuS. Marim. — 2.8 Grab. Minim. — 7.0 Grab. Son- nenscheindauer 5’ . Stunden — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: Am 28. Februar, abend», 0,4 Grad EelfiuS, am 29. Februar, morgens. — 0,3 Grad EelfiuS. • __________(Schloß des redaktionellen Teils.) Das Hauptziel der neuzeitlichen Grünland- betoegung ist, gehaltvolles Futter in der eigenen Wirtschaft zu erzeugen. Wo im Herbst ober Winter mineralische Dolldüngung mit ausreichender Kaligabe verabsäumt worden ist, muß daher rafchest nachträglich neben Den übrigen Pflanzennährstoffen eine ergiebige KaliDüngung gegeben werden, wenn die Rentabilität Der Viehwirt- schäft gesichert werden soll. 1423V Statt besonderer Anzeige! Mein lieber Lebenskamerad, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Curt Dietz, Rektor i. R ist am 27. Februar 1932 sanft entschlafen. STOFFE Heuchelheim, Osnabrück, Wetzlar, Niedersaulheim. 163t D 1641 A Cafe Amend Marga Golm Gießen, den 26. Februar 1932. len. 1625C 1595 D llllllllllllllllllllllllllllllllllll offen. 16230 gratis durch 1584 V Chem. Lab. R. Sch nel der. Wlosbaden 162. Unser Geschäftsbericht für das Jahr 1931 neuen ist erschienen. Er kann durch unser Archiv und BERLIN 1622 V unsere Niederlassungen auf mündliche oder schriftliche Anforderung kostenlos bezogen werden Die Beisetzung hat in der Stille stattgefunden. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. in Seide. Kunstseiden, Wolle. Baumwolle, sowie allen neuen Mischgeweben für Kleider.Blusen Mäntel, Kostüme, Complets usw. Ich habe gleich zu Beginn der Saison die denkbar niedrigsten Preise Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Marie Dietz, geb. Stöhr Dr. med. L. Dietz und Frau Dr. med. F. Dietz und Frau Pfarrer W. Bender und Frau Paula, geb Dietz und 3 Enkelkinder. bietet mein Haus, seit 23 Jahren als reell und leistungsfähig bekannt, bezüglich Auswahl und PreisstellungAußergewöhnliches Meine Läger sind gefüllt mit den neuesten und vorteilhaftesten Erzeugnissen der für Deutschland maßgebenden Fabrikanten. Sie finden die schönsten sind heraus! 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Allen, die in meinem tiefen Schmerz sich liebevoll meiner annahmen oder teilnehmend meiner gedachten, insbesondere dem Herrn Pfarrer für seine trostreichen Worte am Sarge meines unvergeßlichen Mannes, dem evangelischen Kirchenchor, dem Bund ..Haus und Schule", den Beamten und Angestellten des Finanzamtes Gießen, dem Bund deutscher Reichssteuerbeamten, dem Zivil-Supernumerarbund für die schönen Kranzspenden und die bei Niederlegung derselben von den Vertretern der Korporationen gesprochenen lieben Worte, endlich auch dem Volks-Feuerbestat- tungsveiein für seinen mir in uneigennütziger Weise geleisteten wertvollen Beistand, sage ich auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank. Bekanntmachung. Am 1.2Närz 1932 findet eine Schweine- zwijchenzählung in den Gemarkungen Gießen und Schiffenberg statt. Die Schweinebesitzer haben den Zählern die notwendigen Angaben bezüglich ihrer Schweinebestände bereitwilligst zu ertei- Sonntag, den 28.Februar, nachmittags 1 Uhr. entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fran Marie Kümmel, Wogelböfer im Alter von 50 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Adam Kümmel Familie Otto Langenhagen Familie Wilhelm Kümmel. Wieseck, den 28. Februar 1932. Die Beerdigung findet Dienstag, 1. März, nachm. 3Uhr. vom Sterbehause Alicenstraße 46 aus statt. _______________________________________________________________1632 D L. Bernard Stoffspezialhaus Gießen, Plockstr.16 Günstige Gelegenheit! Wegen Wohnungsaufgabe zum 1.3.32 verkaufe ich zu jed. Preis 01281 1 Speisezimmer 1 Schlafzimmer kompl., viel Einzelmöbel, 1 Gasherd. Scholz, Plockstr. 8. 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Zebruar (932 Oie Bankenreform. 3n den Kommentaren zur Dankenresorm heißt es. das Datum des 22. Februar 1932 werde in der Geschichte des Bankwesen- ein Markstein bleiben. In der Tat Hütte vor einem Jahr niemand in Deutschland geglaubt, bah einmal Die vier grüßten deutschen Aktienbanken unter gesetzgeberischer und sogar materieller Beihilfe des Reichs zugleich saniert werden mühten. Die Hereinnahme immer neuer Beträge sremden Geldes gegen .Zinsen zwang die Banken zu einer eiligen, ost sogar übereilten AuS- Icihe Politik. um müglichst schnell die Zinsen für die e.ngclegten Gelder zu verdienen. Bei gZchüst- lichen Zusammenbrüchen, die ein gewilseS Mah überstiegen, muhten diese Danken in Schwierigkeiten geraten. Die Srage, ob nicht die vier sanierten Banken, die jetzt tn der Zahl von drei Weiterarbeiten werden. ihre bisherige Depo- sitenkassenpvlitik revidieren müssen, um endgültig aus der Gesahrenlinie herauszukommen. ist durch die Reform vom 22. Februar nicht gelöst. Sin paar Morte darüber, wie die Krise entstand: die groben Aktienbanken haben — wie übrigens »ast alte deutschen Geldinstitute — die im Ausland aufgenommenen kurzfristigen Kredite mittel- oder langfristig weitergegeben Natürlich Hütten fie ihr passives und ihr aktives Kreditgeschäft gern parallel geschaltet: aber da langfristige Darlehen im Ausland nicht erhältlich waren, haben sich unsere Banken mit kurz- triftigen Krediten begnügen müllen. Die Krise wurde im Sommer 1931 durch das Zusammentreffen dreier Umstünde akut: 1. der Ctodung in der Zufuhr neuen Kapitals aus dem Ausland. 2. der Zurückziehung der früher gewährten ausländischen Kredite und 3. einer durch einige auflehenerregende geschäftliche Zusammenbruche hervorgerufenen Panikstimmung unter den Inhabern von Bankguthaben Märe die am stärksten berannte Bank, die _D a - nathanf, zusammenaebrochen. so waren zahlreiche wirtschaftliche Unternehmungen mit einem Millionenheec von Arbeitern und Angestellten zu Bruch gegangen, und so wären auch die Bank- depositäre und die Sparkassenkunden zu einem wilden Run auf die Geldinstitute veranlaßt worden. Das Reich hat Hunderte von Millionen foergegeben, um diese unerwünschten Folgen fernzuhal- ten. Im Lauf der Zeit haben auch die übrigen genannten deutschen Großbanken, selbst die liquidesten unter ihnen, durch ausfallende Schuldior- derungen schwere Verluste erlitten Gin Teil von ihnen saß auf großen Beständen eigener Aktien fest, die erworben wordei, waren, um ein Abgleiten des Kurses zu verhüten und die Aki o läre vor Derlusten zu bewahren. Um klare Deryält- nilfe zu schassen und keine Differenzierung der einzelnen Banken eintreten zu lassen, hat die ReichSregierung die Neuordnung der Verhältnisse bei den genannten vier großen Aktienbanken in die Hand genommen und auf einen Zeitpunkt gelegt Um da» hingegebene Geld wenigstens teilweise zu retten und die Möglichkeit einer allmählichen Flüssigmachung ficherzustellen. hat die Reichsregierung Opfer gebracht und ein neues, diesmal jedoch feftbegrenzteS Risiko auf sich genommen. Mit tw endig feien, daß ein rechtmäßige- Direktorium sofort gebildet werden müsse und daß der Haager Gerichtshof zur Klärung der Rechtsfrage angerufen werden soll. Aber das find die üblichen Genfer Phrasen, auf die man nach ben bisher gemachten Erfahrungen nicht da- Minbeste geben kann, noch dazu, ba Litauen diese Vorschläge des Berichterstatters Eolban nur unterDorbehalt angenommen hat. WaS bie Forderung auf .sofortige Bildung eines rechtmäßigen Direktorium-" anbetrifft, fo braucht man sich nur an die Vorgänge in den Jahren 1930 und 1931 zu erinnern. Auf Grund der letzten Mernelbefchwerde legte ber Rat Litauen in der Septembertagung 1930 die Verpflichtung auf, die Bildung eines Direktoriums entsprechend der Zusammensetzung deS Landtags durchzuführen. Es hat mehr als fünf Monate gedauert, ehe diese- Direktorium endlich gebildet werden konnte, obwohl Litauen sich damals ohne Vorbehalt dazu bereit erklärt hatte. Wie Litauen bie DircktoriumSbilbung burchfüh» ren wird, kann man sich in Memel schon heute lebhaft vorstellen. Die Litauer machen gar kein Geheimnis daraus, daß ber Gouverneur nicht ein Direktorium des Vertrauens des Landtags, sondern der Kownoer Regierung bilden wird. Pariert dann der Landtag nicht und stimmt er gegen das Direktorium, bann wirb er eben - wie bas Herr ZauniuS in Genf offen angekündigt hat — aufgelöst unb unterbem Druck der litauischen Bajonette und entsprechend dem berüchtigten Rezept PilsudskiS tonnen dann bie Neuwahlen mit dem Ziel der Schaffung einer litauischen .Mehrheit" burchge- führt werden. Dann hat man auf „legalem" Wege erreicht, was man erreichen wollte, und da- Opfer des LanbeSpräfibenten Böttcher unb feiner wachen sollte — wie bie Mutter es ihm erzählt hatte. Peter hätte sich gern umgewandt, aber dann als er ben Kopf schon halb gedreht hatte, überfielen ihn Zagheit und Scheu, und er wagte es nicht, sich weiter zu bewegen. Nein, das ging nicht! Wie hätte man auch einem Engel ins Gesicht blicken können, einem richtigen Engel, den Gott selbst zu ihm gesandt hatte! Nein — man durste eS nicht! Peter fühlte, daß er nicht bestehen konnte und sterben müsse vor soviel Große. Nur beten konnte man zu ihm. Er faltete die kleinen Händchen: Peter will immer brav sein — flüsterte er. Nun mußte er antworten, ja. Jetzt, da fie beide allein miteinander waren. Er lauschte. Aber es kam keine Antwort. Niemand sprach zu ihm. Peter wartete Vielleicht hatte er zu leise geredet. Er versuchte es nochmals, aber nun saß schon ein wehes unb drängendes Schluchzen in seiner Kehle Peter will brav fein, ganz brav! — Doch alles blieb still! O. wie still es blieb! Furchtbar war es! Nun hatte es auch aufgehört, zu regnen, nur einzelne Tropfen fielen noch vom Dache herab. Peter sah ganz aufrecht und steif. Von innen her lief Bangni» wie ein leichtes 3rofic!n durch seine Glieder und schülterle über seine Haut Gern hätte er die Augen geschlossen vor soviel Schweigen unb Dunkelheit, aber er vermochte es nicht. Warum sprach er denn nur nicht, der Engel? Wie, hatte er nicht die Hände gefaltet, wie es geschehen sollte, wenn man betete? Warum gab er ihm denn keine Antwort? Vielleicht, dachte Peter, und der Schreck darüber lähmte ihn fast, vielleicht ift er gar nicht da! Vielleicht ist er fortgeblieben heut' nacht? Vielleicht ... Nun traten ihm schon die Tränen in die Augen, er schluckte mühsam. Nein, das nicht! War man nicht ein Junge, mußte man nicht tapfer fein? Sagte man es ihm nicht immer fo? Er ballte feine Hände zu kleinen Fäustchen und preßte fie zwischen die Zähne — o. er bezwang hdj! Dennoch blieb es furchtbar, dies Schweigen und diele Finsternis, die ihn in ein Netz tooben, au» dem es fein Entrinnen gab. Wenn nut da- Dunkle nicht wäre, dachte er. Wie schön war alles im Licht, wie klar, wie unverborgen unb einfach! Wie vertraut war man zwischen ben Dnqen. bie bas Auge sah! Dar da nicht Stuhl, Tisch und Dank, und unter ihnen erber kleine Peter? Nicht Wiese, Ackerland und Wald, unb in ihnen Peter, er? Gehörte er nicht zu ihnen wie bie Lämmer, die mit ber Herde auf den Feldern weideten, wie Hund und Pferd. Daum unb Teich? Warum hatten sie ihn verlassen, bie Dinge, warum zeigten sie sich nicht, bargen ihn schützend in ihrem Kreis? Und wo war der Mutter schirmende Hand, der Duft ihrer Nähe, der bergend ihn hegte? Ich bin allein, ach, ich bin allein, flüsterte er seufzend und mit naffen Augen. Ich — aber da durchschlug es ihn eiskalt! Ich — hatte er gesagt! Ich wie merkwürdig war das doch! Noch nie hatte er es ausgesprochen, dies Wort. Wenn er von sich redete, fo hatte er sich immer bei Namen genannt" Peter. Peter, das war ein Ding wie alle andern: ber Hund hieß Flock, ein Baum Eiche ober Linde, ein jedes hatte seinen Namen und war eingereiht an dem Platz, ber ihm zukam. Nur die Großen sagten Ich. DaS hatte er nie recht verstanden, sie taten, als besäßen sie keine Namen, als wären sie anders als bie Dinge, bie sie umgaben Unb nun war eS auch au- ihm emporgetaucht: Ich! Er horchte grübelnb. Da schlug etwa- brinnen in feinem Leib, bas ging unb pochte, hin unb her, wie ein Hämmerchen, so emsig: fein Herz. Nie hatte er es fo gehört, fo für sich, allein in der Dacht Und mit jedem Schlag sagte es dumpf und schwer, und es klang unsagbar traurig dabei: 3 dieser Ausficht.n, d e der RatSbeschluß dem unglücktiLen Meine.land eröffnet, muß e- geradezu al- eine TerbLbnuni emp unben werden, baß in dem RalSberichl erneut von der .eewiffen- haften Einhaltung der Berp li^tunicn Litauen-" gegenüber dem Memelgeb.et die Rede ist. Wie oft bat Litauen fach nicht fa-on zur C nboltung ferner Verpflichtungen bereit erklärt 7 Gehalten hat c- fein Versprechen aber noch nie! Unfaßbar ist. daß D e u l f ch 1 a n d die Initiative zur weiteren Dcrfolgu g der lilauifchcn Rechtsbrüche auS der Hand gegeben bat. Wenn man sich schon den l.lau:schcn Bericht.v- pungSforderungen beugte. Io hätte die den ax Abordnung doch zum mindesten einen b i n- benben Ratsbeschluh über die Anrufung de- Haager Gerichlehojs herbeifübren müllen, wie dies auf Grund des Artikel- 17 des Memcl- abkommens durchaus möglich gewesen wäre. Statt dellen aber bat Deutschland lediglich die Bitte ausgesprochen, daß eine der Unterzeichnermächtc de» Memelabkommen- ein Dersahren gegen Litauen in Gang setzen möge. Die Vertreter ber Mächte (Frankreich. England. Italien und Japan» haben diese Bitte zur Kenntnis genommen, die Entscheidung aber ihren Regierungen Vorbehalten Die Dertrauensleligkeit DeullchlondS muß um so merkwürdiger berühren, als inan mit einem ähnlichen RatsbZchluß vom Mai 1931 bereit- bie betrüblichsten Erfahrungen gemacht hat. Damals beschloß der Rat. bie immer noch unerledigten Punkte ber Memelbeschwerbe (Kriegszustand. Pressczcn'ur. Finanzfrage unb Gerichtskonflikt» bi reiten Verhandlungen zwischen Litauen und den Unterzeichner- möchten vorzubchalten. unb zwar mit ber aus- brieflichen Bestimmung, daß berHaagerGe- r i ch t S h o s angerufen werden müßte, fall- die Verhandlungen zu keinem Ergebnis führen sollten. Die Verhandlungen sind, soweit solch« überhaupt ftattgefunben haben, völlig negativ verlaufen. Aber keine der Mächte bat es für notwendig gehalten, den Haager Gerichtshof anzurufen. Man darf sich nicht wundern, wenn die breite deutsche Front im Memclgebiet nach unb nach abbröcfclt. Die Gelegenheit, jetzt eine völlige Neuregelung ber Memelfrage aus dem Wege über eine DoIksabft immung, wie bas nicht nur im Memelgebiet. sondern auch in Deutschland von weitesten Kreisen gefordert wurde, herbeizuführen. war denkbar günstig Es stand einwandfrei fest, daß die Litauer sich ihres Recht- aus dem Mcmelabkommen selbst begeben hatten, indem sie ohne Rücksicht auf die Bestimmung in Artikel 1 des Abkommen-, in dem c- heißt, daß das Memelgebiet Litauen nur .unter Derbe ball der in diesem Abkommen festgesetzten Bedingungen" übertragen worden ist. einen Rccht-bruch an den anderen reihten. Man kann nur hoffen, daß die Zeichen der Zeit nicht zu spät verstanden werden. Denn daß das deutsche Volk die deutsche» Brüder an der Memel niemals vergessen wird, da- haben die letzten Tage und Wochen mit ihren flammenden Protesten gegen die litauische Willkürherrschaft deutlich gezeigt. Der Kampf wird nun noch schwerer und härter werben Noch bat Memel bie Hoffnung nicht aufgegeben. Aber lange darf bie Hilfe nicht mehr auf fich warten laffen! Daten für Montag 2#. Februar 1792: ber Komponist (tziocchino Rossini in Pesaro gebaren; — 1892: der Schriftsteller Walther von Holländer in Blankenburg am Harz geboren. Unö bann, als er schon das Ende gekommen glaubte, und die Not feines Atems am höchsten war, öffnete sich die Tür. Licht fiel herein, die Mutter trat schnell in seine Kammer, eine brennende Kerze vor sich her tragend. Da löste es sich in Peter, sein Schrei, der schrill das Dunkel zerfetzt hatte, tauchte dahin und zerschmolz in dem warmen Strom fliehender Tränen Mutb. schluchzte er nur. och Mutti! Und er empfing wie einen großen Segen bie gute unb heimliche Wärme ber weichen Brust, in welche fein Antlitz geborgen fich drückte! Ein Löwe kommt zu Besuch. Sin höchst ungewöhnliches Erlebnis hatte kürz- Uch eine Frau Parsons in dem englischen Ort "Walsall. S.e ging in der Dämmerung in ihrem Carlen spazieren und sah in dem ungewissen Licht nur undeutlich etwa» durch die Gartentür hercinkommen. Sie glaubte, es wäre ein kleines Mädchen, das sie öfters gegen Abend besuchte, ging dem Ankömmling freudig entgegen unb streckte ihm die Hand entgegen. Aber was fie da berührte, erfüllte fie mit Entsetzen. Es mar nämlich das Fell eines Tieres, und laut ausschreiend stürzte jie in das Haus. Der unerwartete Desucher, der durch die Gartentür gekommen war, war ein Löwe, der aus seinem Käfig ausgebrochen war. Neben dem Grundstück der Zamilic Parsons befindet sich nämlich der Rummelplatz des Ortes, auf dem eine herumziehende Menagerie unter anderen Sehenswürdigkeiten aud) ein paar Löwen zeigte. Der König ber Tiere folgte der Dame, die ihn so unliebenSwürdig bewillkommnet hatte, in das Haus unb mar- MHcrte durch die offcngelaffcne Hintertür in die Küche: bann unternahm er eine Besichtigung der übrigen Räume, während die Dame des Hauses ihm schreiend vorauslief. Ihr Mann kam ihr zu Hilfe und warf die Dordertür vor dem nachsolgen- den Tiere zu. Dann rannten beide auf die S.raßs unb schrien Alarm. Der Menageriebeüyer, ben Flucht noch gar nicht bemerkt hatte, wurde nad)riehtigt, ebenso bie Polizei, die fiÄrntfr'ttnc'i he'tigen Kampf gefaßt machte. Ell»s5 große Menschenmenge hatte sich inzwischenj^erfammelt. Doch ber Besuch des Löwen endete,*o friedlich, wie er begonnen hatte. Ein Käfig, ir-'bem die Löwin sich befand, wurde vor die Dordertür des Hauses ae- zogen, und als diese geöffnet wanderte der Löwe ruhig in ben Käsig 0'21 375287 137207 178945 255880 290349 155118 190989 214090 239061 278336 297894 346762 397913 1 PO282 237386 2h0006 339984 379969 7-16-30 125302 179619 196869 227067 255511 288891 IS 5993 369867 381426 115306 194477 290167 103673 147065 178457 201080 213256 256162 294000 315081 336760 371169 135472 186918 199318 229346 258607 286717 326605 363469 389743 105319 149168 185782 205030 223513 256666 284367 301781 318773 338016 371356 140426 182737 258435 307139 112755 191935 284604 102707 138709 162187 193271 213151 254793 278218 291639 7 336086 365559 396495 146 8■ 3000S».e 40.92 11.M 80 97 • 1,13 14.47 14.71 14.67 14.71 6urr.D« ton 1 44 1.052 1 1.067 Rmard 4,209 4.217 4 209 4 217 Briißd 54 5 9 54 71 54 59 58,74 .ItAlirw 21. U 21.92 21.88 2’.92 MS 16.56 14,60 16,56 16.60 11.42 •1.54 l .40 11.56 Croncw 32.67 32.73 32.67 32.73 te=4le •2.02 •2.H 62 02 •2.11 Rw de Heu. 1.309 1.311 1.309 1.311 .250 0.252 0.249 0.251 7,463 13.84 7.477 13.34 7.443 13.34 7.477 13.36 ZunOiihner weihe Amerik. Leg« bom, Märzbr.1931, steinige Leger, ver -tück 3 Mk., Zucht» bahne „Original Amerika". Elite» 2tammbaum.[i6i6D Goflügelbof Töpfer Vnngb bei Hungen. Nutzen Sie die Preislenkung f und die Sonderbedingungen « Jagd-Verpachtung. Mittwoch, den 2. März, nachmittags 2 Uhr. kommt im hiesigen Gemeindehaus die der Gemeinde Rodheim piftehend« Jagd, ungefähr 97 Hektor Wald und 305 Hektor Feld, unter den seitherigen Be- Dingungen nochmals zur Verpachtung. Rodheim, den 26. Februar 1932. ”D Bürgermeisterei Rodheim a. b. Horloff. •••••••••••• Gutschein! -»mcka.1 Einend. I '.weck» Einführung verteil.wir 850 Leck. Photo-Apparate iNor,) P. Metallge- häufem.Moment-u. ^eitverschlust.Matt- 'cheiben • Soiegel» iucher u. Last. geg. 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Dem auLscheibenden n veranstaltete bet Stabt» te Abschiebsseier, dei Aullmann die Gewissen- ue unb langjährigen 5)ien';c sorhob. M äuhcrcs Zeichen hte er bem Etaötrcchncr ein samtonsicht Diböos, in präch» Gefeierte banste mit be;j* bie Ehrungen Zu seinem : bisherige Oberfeltrtär der reich Ernt ich, tzüväA ur.b jühri. - 3n bet Me :n des EifenbahnefDei' den 13 Mgiieber für Ur v nb Zugehvrigleil ium Vc. a Der erste Lorsihende, vbci' sprach ben Iubilaren überreichte ihnen gnahmle Sie Auszeichnung er^lcn: inb, »gen. für Mpnflt >ie Lolomotivführer .N'eo- olö 2ibba: Aeichebabn.^,- lotten; Körner, JMM. Langsdorl; Oberzugfchaffr.cr Oosiner Döpfer D b, Jachmann, Theis), iS -ld-tten. » Mr. ®« Oif< t-sfrjss !SUL"MZ nmlupg ab. vergangene iragf . gftrennritgf*® a sSfeagB s«L«K n 20 unb um m?rf^t9ULr LLxÄ'-"" nb Frdr.Teipel Bahnhotstrahe 45 • Markt 16 • Hillebrandstraße 2 tile/ui X Von Geld und Liebe. Roma« von Grete von Gaß. Copyright by 5Rartht Feuchtwonger, Hall« 24 Fortsetzung Nachdruck verboten. Glücklich hatte er sich nie in dem stilecht ausgezogenen Hause seiner Frau gesuhlt: jetzt empfand er jede Stunde, die er in ihm zubringen muhte, als Qual. Gr beeilte sich, es morgens zu verlassen, um in die Bank zu gehen — dehnte seinen Arbeitstag zu unglaublicher Länge aus. Während er arbeitete, genoß Rose ihr Leben in vollen Zügen. Ihre Freunde halsen ihr dabei. 3mmer standen sie ihr zur Verfügung. llnb es waren so riesig interessante und amüsante Menschen. Der Kunstmaler Andree Costa war momentan der interessanteste von ihnen. Er porträtierte Rose. Dazu hatte sie ihm ein Atelier im Oberstock der Billa ausbauen lassen. Zwei Zimmer, die neben dem Atelier lagen, waren für ihn eingerichtet. Darin wohnte er nun. Rose gestand Hans-Achim, dah es sie unsäglich glücklich machte, Andree Costa in ihrer Rähe zu haben, und das; sie auf die Freundschaft des großen, anerkannten Künstlers sehr stolz war. Ihr Vater schätzte diese Freundschaft weniger, weil sie ziemlich große Opfer von ihm verlangte. Er hatte in letzter Zeit einige große Verluste gehabt, deren Folgen sich in seinem Geschäft unangenehm bemerkbar machten. Er gestand Rose seine Mißerfolge und ermahnte sie, in Zukunft ihre Ausgaben etwas einzuschränken — jedenfalls das Geld nicht weiterhin so mit vollen Händen hinauszuwerfen, wie sie es bisher getan. Er sagte ihr dies, während sie gemeinsam den Morgenimbih einnahmen. Hans-Achim war längst in der Vank, und Vater und Tochter hatten Gelegenheit, sich miteinander auszusprechen. „Ich kann nicht begreifen, was ich mit deinen geschäftlichen Verlusten zu tun haben sollte, Papa. Mein Vermögen ist doch abgetrennt von dem deinen?" sagte Rose. „Es steckt doch in meinem Geschäft, Rose. Ist an seinen Gewinnen wie an feinen Verlusten beteiligt." „Aber doch wohl so gesichert, daß es mir nicht verlorengehen kann?" Sie sah ihn mit kühl forschendem Blick an. „Es wird dir nicht verlorengehen, Rose. Ich werde mich von meinen Verlusten auch wieder erholen." „Ra, das will ich hoffen, Papa. Unb dein Vorwurf, daß ich das Geld mit vollen Händen hinauswerfe, ist ungerecht. Ich gehe sehr verständig mit meinem Geld um. Für meinen Haushalt, der doch von beiden der größere ist, verbrauche ich weniger als die gute Braun für den deinen." „Schon möglich — davon verstehe ich nichts, Rose. Was die Braun mir abfordert, gebe ich ihr. Das ist ja nun seit Jahrzehnten so. Ich habe mich stets auf sie verlassen. Tue es auch heute noch. Und eine zuverlässige Person ist die Alte. Aber es mag schon so fein, daß sie nicht so sparsam mit jedem Pfennig umgeht wie eine Hausfrau. Meinem Haushalt fehlt eben die Frau." Rose antwortete mit einem Achselzucken. Diese Unterhaltung begann ihr langweilig zu werden. „Ja — ja — sieh mal vor allen Dingen zu, Papa, daß mein Vermögen nicht kaputt geht." Sie erhob sich. „Willst du schon gehen, Rose? Ich hätte noch viel mit dir zu besprechen." „Was denn?" fragte sie ungeduldig und sah auf ihre Armbanduhr. „Cs ist bereits zehn. Um elf Uhr hab' ich meinen Chauffeur bestellt — ich habe mich mit Andree Costa verabredet für die Galerie." „Ra, ’ne halbe Stunde hast du schon noch Zeit." „Gut. Also sag, was du noch auf dem Herzen hast." Sie hockte sich auf die Lehne ihres Sessels, sah den Vater in ungeduldiger Erwartung an. „Rose, ich trage mich mit der Absicht, zu heiraten." Sie schlug die Hände zusammen. „Richt möglich!" „Was erscheint dir daran unmöglich? Ich bin doch noch kein Greis." „Rein, gewiß nicht!" „Ra also!" „Wer wird denn die Glückliche fein, Papa?" Ihre spöttische Frage versetzte ihn in Verlegenheit. „Darüber möchte ich vorläufig nicht sprechen — ich bin nämlich nicht sicher, ob sie meine Werbung annimmt.“ Rose lachte laut auf. „Sehr gut! Du, Papa, ich weiß eine, die deine Werbung gleich annähme — die sie gewiß längst erwartet. Ob diese es ist?" „Wen meinst du denn?" „ Maria Costa." „Wie kannst du glauben, ich werde die heiraten", sagte er, und eine dunkle Röte stieg in sein Gesicht. „Warum sollte ich das nicht glauben? Ich beobachte feit Monaten, daß du ihr auf Leben und Tod den Hof machst." „Ach, Unsinn!" Er sah vor sich hin. Sein Gesicht hatte sich verfinstert. Rose stand auf. „Ra, die Unterhaltung ist nun wohl beendet", sagte sie, „da du mir nicht sagen willst, wer meine zukünftige Mama sein wird." Er hob den Blick, hielt ihn für einen Moment in nachdenklichem Ausdruck auf sie gerichtet. Lieberlegte, ob er ihr nicht doch sagen sollte, daß er beabsichtigte, um Ottilie Tönnies zu werben? Rose wurde unruhig unter seinem Blick. „Ich muh nun gehen, Papa — verzeih." „Rein, warte mal — ich muh dir doch sagen, was ich vorhabe: Ich will in die Grohbeeren- straße zu Achims Mutter." „Zu Achims Mutter? Willst du sie etwa heiraten?" „Ja, das will ich." „Um Gottes willen! Tu dir und mir das nicht an. Ich laufe aus dem Hause, wenn sie herein» kommt." „Warum? Das begreife ich nicht." Er schüttelte den Kopf. „Du hattest deine Schwiegermutter einmal sehr gern." „Hatte! Jetzt schon lange nicht mehr. Das muht du doch längst bemerkt haben. Sie hat so eine unausstehliche Art mir gegemiber. Beständig hat sie etwas an mir auszusetzen, bekrittelt alles, was ich tue. Rein, ich mag sie nicht." Ihre Stimme hob sich. „Ich will nicht, daß sie hier ins Haus kommt, Papa — hörst du!" Er sprang auf. Rot im Gesicht, schrie er sie an: „Du hast nichts zu wollen. Ich tue, was mir beliebt! Hole mir Die Frau, die mir gefällt — frage nicht danach, ob es dir recht ist. Du magst ausziehen, wenn du meinst, nicht mit ihr im selben Hause leben zu können. So, und nun geh, wir haben nichts mehr miteinander zu reden!" Sie glitt aus dem Zimmer. Ein Zittern überfiel sie. Ins nächste Zimmer stürzte sie hinein. Es war Hans-Achims Arbeitszimmer. Sie ließ sich in feinen Schreibtifchsefsel fallen, schloß sekundenlang die Augen. Als sie sie wieder öffnete, fiel ihr Blick auf eine Kabinettphotographie, die auf seinem Schreibtisch stand. Es war das Bild seiner Stiefmutter. Ihre Hand streckte sich nach dem Bild der Verhaßten aus: im nächsten Augenblick lag es auf dem Boden. Das Glas des Rahmens klirrte. Das Klirren freute sie. Ihr Fuß schob sich an das Bild heran — trat auf die Rückwand des gelben Dronzerahmens, die ihr zugekehrt war. Run die Vernichtung vollständig war, empfand sie so etwas wie Befriedigung. Von der Straße her erklang ein Hupensignal zu ihr. Sie erhob sich. Vom Fenster aus stellte sie fest, welches Auto vorgefahren war: ihres oder das ihres Vaters. Es war ihr weißer Mereedeswagen. Sie eilte in ihr Zimmer, um sich zur Ausfahrt umzukleiden. „Der gnädige Herr wartet bereits seit einer halben Stunde", sagte die Zofe, die ihr beim Ankleiden half. Mit dem gnädigen Herrn war Andree Costa gemeint. „So beeilen Sie sich, Rina." Sie blickte in den Spiegel. Ihr dunkles Gesicht glühte vor innerer Erregung. Ihre Augen flammten noch immer. So werde ich ihm gefallen, dachtr sie, und lächelte ihrem Spiegelbilde zu. Ihre Zähne schimmerten weiß hinter den rot geschminkten Lippen. „ Fertig, Rina?" „Fertig, gnädige Frau! Rein, bitte, noch einen Augenblick. Ein Tröpfchen Sasranor aufSTaschen- tuch. So, bitte!“ Rose stopfte das duftende Spitzenläppchen in ihr Drokattäschchen. Bewunderung malte sich auf Costas Gesicht, als er Rose sah. Die tat ihr gut. Sie trag stets Verlangen danach, dah man sie bewunderte. Hans-Achim tat es schon lange nicht mehr. Er preßte auch niemals seine Lippen so heiß auf ihre Hand, wie Costa dos eben tat. Bewunderung und Zärtlichkeiten gab es schon lange nicht mehr zwischen ihnen. Hatte er sie überhaupt je bewundert? Rein! Er war ein nüchterner, langweiliger Peter. Gar nicht an ihn denken — das verdarb ihr die Stimmung. Sie lächelte Costa an. „Jetzt wollen wir eine Stunde Kunst genießen, und danach lade ich Sie ein zu einem Frühstück. Ich denke, das nehmen wir bei Adlon." Ihm war es recht. In der Galerie führte er sie - herum, erklärte ihr jedes Bild, nannte die Ramen der Künstler. Sie hatte wenig Kunstverständnis, staunte die Bildwerke an, ohne jegliches ®mpftTe6en für ihre Schönheiten. Sie glaubte ihm aufs Wort, wenn Costa bei dem eilten oder anderen bemerkte: „Ueberholte Kunst — längst veraltet. Allmählich ringt sich doch eine ganz neue Richtung durch. Und das ist gut. Zum Kampf Berufene sind am Werk. Uebrigens: auf der nächsten Ausstellung wird mein Bild ,Die Gerechtigkeit/ prangen." „Es ist also angenommen?" fragte Rose entzückt. Er nickte. Rose wußte, er fühlte sich auch als Berufener. „Ich freue mich", sagte sie, „ach, ich bin ja so stolz auf Sie. Mein heißester Wunsch ist es, Sie recht bald auf dem Gipfel Ihres Ruhmes zu sehen." Er lächelte geschmeichelt, ein ganz klein wenig verschämt. Sah sich spähend um, ob man unbeobachtet sei, und nahm dann ihre Hand, nm einen heißen Kuh daraufzupressen. „Ich danke Ihnen für Ihr Interesse -- ss ist so wohltuend. Dah ich es nur nie verliere." „Aie", sagte sie. Und ihre Blicke senkten sich ineinander. Andree Costa hob seine schmale, weiße Künstker- hand nach seinem Kopf, lieh sie durch fein schwarzes Gelock gleiten, sah Rose mit einem Blick an, der sie förmlich einhüllte in Fürsorglichkeit. „Ich fürchte. Sie ermüdet zu hoben. Galerie- besuche sind anstrengend. Gehen wir, ja?" „Ja, mir ist's recht." (Fortsetzung folgt.) Lichtspielhaus • Gießen 8MA Mittwoch, den 2. Mtira, nachm. 2.30 Uhr ! I Nur einmalige Sonderveranstaltung | für Kinder! I Aus der Märchenwelt I Heitere Märebenstunde mit rei- Bfl zenden bunten Lichtbildern und MH dem bekannten Märchenerzähler H Dir. Paul Nowakowsky | Bj Die Bremer Stadtmusikanten - Die sie- j H ben Raben - Das tapfere Schneiderlein — BH I Wettlauf zwischen Hase und Swinegel - I I Die Froschkönigin - Schneeweißchen u. I Rosenrot. 1627 c H M Eintrittspreise für groß u. klein 0.30, 0.60,0.70,1.00 Mk. H Sichern Sie sich Karten im Vorverkauf. HH Nicht weiße Woche — nicht grüne Woche, aber eine WEIN-WOCHE findet ab heute statt, während welcher hochfeine Flaschenweine edelster Jahrgänge glasweise «. Ausschank kommen BAHNHOF-GASTSTÄTTEN 1642 V HlllllllllllllllllllllllllllliilllllllllllllllllllllllUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Stimmscheine für die Reichspräsidentenwahl Zimmer Nr. 13, ausgestellt. 1636 C Berlin-Zehlendorf! 1586V Mehr denn je Wenn Stoffe, dann Gießen, Mäusburg 1620 A RESTE werden von Montag, dem 7., bis Samstag, dem 12. März 1932 im Stadthaus, Bergstr. 20, muß man heute darauf bedacht sein zu sparen. 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Es wird hiermit nochmals darauf hin- oewiefen, daß der für Mittwoch, den 2. IHätj 1932, vorgesehene Schweinemarkl nicht stattfindet. 1621C Gießen, den 29. Februar 1932. Bürgermeisterei Gießen. __I. D.: Dr. Rosenberg. Bekanntgabe. Der Nachtragsvoranschlag der Gemeinde Mainzlar für 1931 Rj. liegt von Montag, den 29. Februar L 3. auf unterzeichneter Bürgermeisterei an 8 Tage lang zur Einsicht offen. 1633V Es wird eine Umloge erhoben, wozu auch die Ausmärker beizutragen haben. Mainzlar, den 27. Februar 1932. Bürgermeisterei. Bogel. Dienstag, den 1. März 1932, nachmittags 2 Uhr, sollen im „Löwen", Reuen- weg 28 dahier, bzw. an Oct und Stelle svekanntgabe erfolgt im versteigerungslokal) zwangsweise gegen sofortige Barzahlung versteigert werden-. 1 Instrument, 1 Ladeneinrichtung, 1 Mikroskop, 1 Ruhebett, Bücher, Schreibmaschinen, 1 Kassenschrank, 1 Motor, 1 goldene Uhr mit Kette, Sofas, Stühle, 1 Kommode, Klaviere, 1 Ausziehtisch. 1 Opel-Auto, Büfetts, Schreibtische, 1 Zielfernrohr, 1 Leitspindelbank, 1 Nivellierinstrument, 1 Goniometer, Drehstühle, Damenschirme, 1 Bücherschrank, Stoffe, 1 Registrierkasse, Schuhe aller Art, 1 Strumpftheke, Hüte, Hemden, Mützen, 1 Schnellwaage, 3 Fremdenzimmer. 1624V Hebbel, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wilhelmstraße 6 II. — Telephon 4039.