,o|w H i >■ l*WWb '^Mannar. ^tagz yj ~ «Den Idh.) UW 7LZN a uts Jiorbbtutidjfj, J'n unb ftebt «inf '”«■ «-Tüt jyßfligen Slmml; »irb über. SL”®? Ntm btt Jbe unhr btn foJ unb &nb. ro«btn,um|i4tlnt| ___. 594A offe Preisen B ilatz 6 n* Vertretuof«i • ß- KD Imccr- en 1932 IrZ-APRIL^ ilsruhe1 REISE vo» »M* NORD Hvn<*f* LLOYD 5Ä-4..?l2S* «s«tz wffilSt Ä'efe Eg .........Pfu'I.b W . [eringe Ubering?.--^, Dlltc sSStfss: lber"LÄvfelsiM 27 Aervsvr-^ istraoe 20__ m. 23 (Elftes Blaff 182. Zahlgang Bonneistag, 28. Januar 1932 Lrschetnl täglich, außer Sonntags und FeieNags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat tm Biß) ■ Die Scholle Monotr Bezugspreis: Mit 4 Beilagen BTl.1.95 Ohne Illustrierte . 1 80 von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschlüfie unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach^ rid)ten: Anzeiger »tetzeu. psstscheckkonto: ziautsuil am Main 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen T)nt eit Ptrle<: vrihl'ich« Union fitäisBe*. nnb Sltte6nderel H. £an»t in 6i*x. Sd)riftiettin< und «efdjöfttltele: S^uUtreM 7. Bnnahme »en Injelae« für die lagesnnmmtr bis zum Nachmittag vorher. Preis siir I mm höhe für Snjeiaen von 27 mra Bftite örtlich 8» auswärts 10 Neichspsennig: für Ne> hlameanuigen von 70 mm Breite 35 Ncichspfennig, Playvorschrist 20* . mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Will). Lange. DerantwoNlich für Dolttik Dr. Fr. Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.IHyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filler, sämtlich in Gieße- Abrüstung! Don Glara Mende. „Solange die Abrüstung nicht burchgeführi ist, ist der Friede stets gefährdet. Die Friedcnsver- träge haben einzelne Länder zur Abrüstung geswungen. und die Abrüstung der anderen versprochen. Die langen Verhandlungen in Genf haben jedoch bisher kein greifbares Resultat ergeben. Die Lasten der Rüstungen wachsen." DaS find die einleitenden Sätze einer sozialdemokratischen Resolution zur Abrüstungssraqe. Auch politisch Andersdenkende können ihnen suftimmcn. denn sie geben ja nur unbestrittene Tatsachen bekannt, vermeiden eS aber leider, daraus Folgerungen sür Deutschland Ali ziehen, daS sich ja in einer ganz besonderen Lage besindet und durchaus berechtigt ist, Forderungen an die anderen zu stellen. Welche Konsequenzen müssen auS den Feststellungen gezogen werden? Klipp und klar die, daß Deutschland e i n gutes verbrieftes und besiegeltes Recht hat, auf der Abrü stung der anderen zu bestehen und sie unentwegt zu fordern. Ob man auf diesem Weg zum Ziel kommt, ist eine andere Frage. LS ist auch noch keineswegs sicher, daß die Abrüstung der anderen den Frieden in die Welt bringt Beim Scheitern der bevorstehenden Konferenz must vor aller Welt klargelegt werden, dast Deutschland nicht die Verantwortung für daS Mißlingen trägt. eS wird sich dann zeigen, dast die Forderung der Abrüstung bei den anderen nicht ernst gemeint war und ist. sondern dast die Wehrlos- machung Deutschlands und seiner Verbündeten nur dazu dienen sollte, die Macht der anderen zu starken und dieVeutedeSKrie- geS ihnen auf Zeit und Ewigkeit zu sichern. Diese Erkenntnis must sich ausbreiten und die deutschen Ideologen des reinen Pazifismus wer- den erkennen, dast der Traum deS ewigen Weltfriedens in dieser schlechtesten aller Welten wohl geträumt werden kann, aber sich schwerlich realisieren lassen wird. Friedensbewegung ist eine 3bet mit starker ethischer und religiöser Grundlage, der sittlich hochstehende Menschen immer zu- ftimraen werden. Für die Deutschen gilt eS aber jetzt, die realen Tatsachen der Abrüstung der anderen klar zu erkennen und für Deutschland daS zu erkämpfen, was eS braucht: seine wirtschaftliche, politische, nationale Selbständigkeit und daS vielgerühmte Recht der Selbstbestimmung. Die ungeheure Mn- aerechtigkeit, die in der ungleichen Behandlung Deutschlands und seiner früheren Verbündeten, mit Ausnahme der Türkei, die nicht abgerüstet hat, liegt, must beseitigt werden. Welche Konsequenz soll aus den .bisher nicht greifbaren Resultaten" gezogen werden? Sicherlich einmal die Feststellung vor aller Welt, dast unterschriebene Verträge von allen Seiten gehalten werden müssen, wenn sie nicht in Gefahr geraten sollen, von keiner gehalten zu werden. Daher fordern wir die Erfüllung des gegebenen Versprechens .der Abrüstung Deutschlands die eigene“ folgen zu lassen. Schon Clc- menccau hat im 3uni 1918 auf derartige Folgen hingewiesen, selbst dem .Tiger" waren rechtliche Folgerungen nicht unbekannt. Der chauvinistische französische Sozialdemokrat Paul Boncour spricht das ebenso Kar und deutlich aus wie englische Generale, tote Wccdonald. Baldwin. £o d George, der Bischof von Plymouth und in Amerika der Präsident der Carnegie-Stiftung und viele feiner Landsleute. Diese Stimmen mehren sich in der Welt und Deutschland must sie stärken und stützen durch seine immer wiederkehreno.n Vorwürfe der Mngerechtigkeit und des Verrates heilig erklärter Verträge. Dabei Ist es ganz gleichgültig, ob die Gegner den Friedenswillen und die Friedensliebe Deutschlands anzweifeln und auch damit wieder eine feindliche Stimmung gegen das deutsche Volk schaffen möchten. Einmal muh die Welt doch die Machenschaften Frankreichs erkennen. Was soll es heißen, die deutsche Schupo als Truppe angurcchnen und die französische Gendarmerie nicht? Die Dienst tage der Soldaten auszurechnen und dabei für Deutschland mit dem Berufsheer bei zwölf äh g r Dienstzeit eine ungeheure Zahl heruuszurecynen und bei dem französischen einjährigen Dienst weit hinter der effektiven Zahl zurückzubleiben? WaS soll eS heißen, wenn französische Minister die .unerhörte Höhe" des deutschen Wehretats öffentlich kritisieren und so tun, als ob ihnen unbekannt sei, daß ein Berufsheer mit langer Dienstzeit teurer fein must, als eine Armee der allgemeinen Dienstpflicht. Deutschland hat und darf keine Reserven haben, Frankreich hat deren 4,5 Millionen. Polen und die Tschechoslowakei, feine Vasallen Aufammen »ast ebensoviel, und dazwischen liegt das wehrlose, waffenlose Deutschland. Man muh sich auch darüber tlar fein, daß Frankreichs Ruf nach .Sicherheit und Schutz" nur politisches Spiel ist, um für sich Stimmung zu machen, wenn seine Angst nicht auf anderen von uns nur zu ehrenden Beweggründen beruht. Frankreich fürchtet angeblich die deutschen Wehrverbände, die deutsche .kriegerische Iugenb- auSbildung" hat es schon verboten: aber_ selbst bildet es seine Jugend, Knaben und Mädchen, vom Kindesalter an in der Landesverteidigung aus. Ebenso macht es Polen, die Tschechoslowakei, England und Amerika. Alles offenbar zur Vorbereitung auf die Abrüstung! Rur in Deutschland tut man nichts in bezug au» rinße^liche Willensbildung. Es ist tief bedauerlich, bah auch in dieser so verhängnisvollen Angclegenyeit für das deutsche Volk eine Einheit der Auffassung und Für die Wiederwahl Hindenburgs. Bayern geht voran. Ein Aufruf üb.rpartcilidjcr Pc sönlichkeiten. München, 27. Ian. (IDIB.) (Ein größerer firels überparteilicher Persönlichkeiten aus oerschie denen Ständen und streifen des Landes Bayern erläßt nachstehenden Ausruf zur Wiederwahl des Reichspräsidenten o. Hindenburg: Der außenpolitische Erfolg der kommenden cnlscheidungsreifen internationalen Verhandlungen ist mitbedingt durch die Geschlossenheit, mit der das deutsche Volk hinter seinen Unterhändlern steht. Aus den Einsatz des gewaltigen Ansehens, das der Harne Hindenburg Im In- und Auslande genießt, dürfen wir nicht verzichten, stein zweiter Deutscher besitzt in ähnlichem Maße das überparteiliche vertrauen des deutschen Volkes, kein zweiter verkörpert jo vollkommen für die Mett den Glauben an Deutschland, wir sollten deshalb dem Schicksal sürjede Stunde danken, die der Generalfeldmarschall fein hohes Amt noch weiterhin ausübt. Sein Ausscheiden würde schwere Partclkämpse heraufbeschwören, deren Ausgang ungewiß ist. würde den weg für Zusallsanwartschaften frei machen, die vermieden werden müssen, zumal der erprobte Führer vorhanden Ist. vor sieben Jahren feierte Deutschland die Wahl Hindenburgs als Sieg des deutschen Gedankens. Deutsche Pflicht ist es auch heute, den Feldmarschall auf den Schild zu heben. Die Reichs- oerfassung sieht die Volkswahl vor und damit die stundgebung des Volkswillens jenseits der Parteimeinungen. Ls ist höchste Zeit und Aufgabe aller, die Volk und Vaterland lieben, zur lat zu schreiten. Das bayerische Volk hat 1925 die Wahl des Feldmarschalls entscheidend mitbeeinfluht. wir halten uns daher befugt, den ersten Schritt zu tun. Wir rufen auf. zur Wiederwahl des Mannes, der. wie kein zweiter, Deutschland verkörpert. wir wollen den Herrn Reichspräsidenten bitten, sich zur Wahl erneut zur Verfügung zu stellen. Unser Ruf ergeht an alle ohne Unterschied des Alters, des Standes, des Geschlechtes, des Bekenntnisses und der Partei. München, den 27. Ianuar 1932. gej. Iahn , Präsident des Reichsfinanzhoses L R. Ls folgen eine Reihe weiterer Unterschriften, unter ihnen: Grafv. Bothmer, Generaloberst a. D-, Frei- Herr v. Lrarner-stlett. Gutsbesitzer, Dr. h. Dorn, Präsident des Reichsfinanzhofes, Dr. Fehr (weihenftephan), Minister a. D., Dr. Lscherich, Forstrat, Lajetau Freund, Schristleiter, Fürst Fugger-Glött, h. Freiherr o. Gebsat- t e I (Bamberg), General a. D., Dr. st. Göbel. Präsident der Akademie der Wissenschaften, Dr. Max halbe, Schriftsteller, Dr. Georg heim, Regensburg, hipp, Regensburg. Oberbürgermeister, v. Seiher. Oberst a. D., Dr. st. Scharnagl. Oberbürgermeister, Dr. R. w illstaetter, Üni- versitätsprofessor. Wie sich aus den Mnterichriften des Aufrufs ergibt, handelt es sich um eine von nicht Partei mäßig eingestellten Persönlichkeiten eingeleitete Aktion. Man kann feftstellen, daß sich hier ein Gremium zusammengefunden hat, dem die Sorge um Deutschlands Schicksal über Parteiintern essen geht. Demerkenstoert ist, daß sich unter den Mnterzeichnern auch Persönlichkeiten befinden, die zur heutigen Reichsregierung in Opposition stehen, so die führenden Mitglieder der Deutschen Volkspartei in Bayern, Geheimrat Dr. Dietrich und die Landtagsabgeordnete der gleichen Partei, Frau Gertrud Wolf, sowie, wenn wir recht unter» Einigkeit in der Behandlung nicht zu erzielen ist. Jede Partei strebt dem Ziel auf eigenem, nicht immer ganz geradem Weg zu. Es ist nur zu hoffen, daß wenigstens die letzten Tage vor der Konferenz noch von allen genutzt werden, um das eine zu erreichen: Deutschlands Dele - gation auf der Abrüstungskonferenz durch einmütige Forderungen des Heimatlandes dem Ausland gegenüber zu stärken und zu stützen, die Forderung: »Die einseitige Abrüstung Deutschlands" aufzugeben, und die Abrüstung der anderen durchzusetzen. Ihre Berechtigung ist allgemein anerkannt, ihre Richterfüllung müßte zu einer Aenderung jetzt bestehenderDer- pflichtungen fuhren Keinesfalls darf eine erneute Bestätigung ehemaliger entwürdigender Bedingungen erfolgen. Darum muß im ganzen deutschen Doll die Mebcrjeugung geweckt werden, daß der vorliegende Konventions- Entwurf keine Basis für die Abrüstungskonferenz sein kann Wesentliche Aenderungen müssen erreicht werden. Hierfür werden unsere Mnterbänblcr sich Bundesgenossen in den anderen Delegationen gewinnen müssen: denn es handelt sich nicht um Abmachungen allein zwisch fefc "der Msäi ,7Votle™ toi ■ Tagen der 3 Wchvetbens, uni * M allmä&Hg ör «am der durch Re weilende WZ. |^an3S,lä9€r ■ als e fc verlang^ DM a'6t N « «hie(? ^afuf ihr» ü'n ^ien _ u^n. ?ont'<>u .7; sM ÜUerti? “to'og^; B ^wrltanbsfraft °^iuh°hlen S p..er Völker. 1J1,.QU« tlnbrirg. " ’P° «bin aud) u 9 Malten, aber ■elQ‘ton in ü,rtm 1 alles beim S [°8Qr twgtn ^«birettorivmj r l'lau'ltzrn 3fe«lb °K". dah Teuid). 1 Nemehebiel nicht fleflen ihn von her Jtrauensanlrag ein- 'ßdeljnt mürbe, aber '** n*. mb bas alles nur w kkle „ins kochen' m ),e ’Selbftüermaüura b der Trahslaai Li- e. Tanz sicher wtt- i|ten Plane erwogen, nde ist, einen Auf. r dazu führen lall, vorbehalkloo von blefen Plänen Weit gebmngen i(t ifüflen muffen, und 5 alle Parkehrungen macht und auch als n unliebsame itzt ju Sein. )em Magien fiten« iner Geldstrafe bet« bei von ihm ge- I „Hationalfoiiali* eines ähnlichen, bet LSD2P- hin« in. »s Baverischen mit U gegen 13 olkSpartei und bet ^nationaler Äntrag Stelle bet bis« Regierungen Im c zwei ÄrtUrtate* en, je eine ndrdtich n gegen bie hie Strafkammer Intrage bet Staats« Haftbefehl ge« echtzuerhalten. Fluchtverbacht Mr Seite angebotc« ■bunlclunflifl«* kommuniftisch» ung auf gelost uiderinenemW , Di« Perhasitte» »dfdK ** Ml ![tn Seratungrthekna f# ISIS' °>ar ZhL t sich auch «ine 'bh. -LW lereitgemacht- >i° MKKL 'terdruLl^te itbab u^r bic man ^^munlstcn- «tME llchea Bedeutung De troff» gehegt (Eine Möglichkeit einer Verunreinigung der LEG -Kulturen im ßaboraiorium wurde von Dr. Ihde verneint. 3n scharfer Form wandte er sich dann gegen Rechts- enroalt Dr Frey, der den Verdacht aus gelprcdjen habe, Dr. Deycke habe absichtlich humane Ba- rillen dem BLG betgemenai Da, sei eine Handlungsweise, die eine» deutschen Anwalt, unwürdig lei. (Eine absichtliche Beimengung wäre ja Mas« jenmorb aus reiner Mordlust gewesen. Zur Fraae einer Verwechslung stellte der Verteidiger fest, daß wahrend der ganzen Flute- rungspenobe nicht einen A ugenblick lang ein humaner Bazillen ft amm in bem« selben Brutschrank aeftanben habe, in km bie DLG.-Kulturen ausbewahrt würben. Das muffe noch einmal klar betont werden. Eine Verwechselung müsse also als ausgeschlossen gelten. Auch der Verdacht der Sachverständigen Pros. Bruno Lange und Ludwig Lange, bie verwen - »una von-amathin-Nährböden hätte zu km Unglück geführt, habe sich als unbegründet herausgestellt. Da, englische U-Boot noch nicht gefunden^ Die Hoffnung, daS verschollene Unterseeboot ,M 2" noch rechtzeitig bergen zu können, schwindet immer mehr und mehr. Die Rachforschungen find während der ganzen Rächt mit gro'jtcm Eifer fortgesetzt worden, blieben aber ohne seg - sichen Erfolg. Die Ehefrauen der Angehörigen der Besatzung haben von der Admiralität folgende- Telegramm erhalten: Dir bcbauem, Ihnen mitteilen zu muffen, hab Ihr Mann Se r m i fj t wird, und wir befürchten, dah er im Unterseeboot .M 2", da« wahrscheinlich vor Portland unterging, um- Leben gekommen ist. Selbsthilfe der Allgäuer Bauernschaft. Der Allgäuer Dauernverband hat in einer Haupt- derfammlung Richtlinien zur Selbsthilfe der Allgäuer Bauernschaft gutgcheißen, die empfehlen, anfallerrdes Bargeld in erster Linie au r Erhaltung und Sicherung bei landwirtfchas tlichen Betriebe- und erst dann zur Abtragung öffentlicher Lasten zu verwenden. Sollte da- Bargeld dafür nicht au-reichen, so wird geraten, den öffentlichen Körperschaften 2a t uralten zu entsprechenden Preisen zur Verfügung zu stellen. Don der Regierung wird eine Steuerbefreiung der Landwirtschaft ab 1. Februar verlangt, um die Desahr eine- zu befürchtenden katastrophalen Dahrung-mittelmangel- zu befcltigcn. Schnellzug fährt In einen Autobus. In der Nähe von Krasowa (Rumänien) ereignete sich ein verhängnisvoller Zusammenstoß zwischen Autobus und Schnellzug. Ein Autobus, in dem sich 26 Arbeiter und Arbeiterinnen betäuben, wollte einen Bahnübergang überqueren, troßbem bie Schranke bereits herab« gelassen war. In biesem Augenblick brauste ber 'flUige Schnellzug heran. Der Autobus würbe von , Ser Lokomotive ersaht unb vollstänbig zertrümmert. vier Insassen waren sofort tot, achtzehn würben so schwer verletzt, bah bie meisten von । ihnen im Sterben liegen. Der Auiobussührer mürbe verhaftet. Er hatte keine Fahrberechti« gung. wegen vergehen» gegen bie Deoifenoerorbnung verurteilt. In Lörrach flnb wegen vergehen» gegen bie Verorbnung bes Reichspräsidenten über bie Devisen- l'tw.o.Ichafiung bie beiden Direktoren ber Kreis- Hypothekenbank festgenommen unb sofort bem Schnellrichter zugeführt worben, ber bie beiden Angeklagten im Schnellverfahren ju je brel Monaten Gefängnis unb je 300 Mark Gelbstrafe verurteilte. Da bie beiben bas Urteil nicht angenommen haben, würben sie wegen Derbunkelungs- erfahr in Untersuchungshaft abgeführt. Da» Vergehen beftanb barin, baß bie beiben Direktoren eine langfristige auslänbische Forderung nach In« Irafttrelen des ersten Stillhalteabkommen» als kurzfristig behandelten und Rückzahlungen daraus vernahmen. Bus Oer Provinzialbouptstobi Dießen, den 28.Oanuar 1932. Denn Männer Briefe schreiben . .. E- ist immer Peinlich, wenn die Frau nach fünf- oder zehnjähriger Ehe dem Manne die Briefe vorlesen will, di« er ihr in den wolken- Irfcn Tagen der Brautzeit geschrieben hat. Di« meisten Männer verlernen die Kunst des Briefschrciben-, und im Laufe der Jahre wenden lle sich allmählig den Ansicht-karten oder gar den Telegrammen zu. Denn der durch Berus oder Zufall in der Feme weilende Mann wüßte, wie sehr sich die Frau nach einem Brief sehnt, er würde seine Faulheit überwinden und den versprochenen Bericht nicht immer auf morgen verschieben. Der Briefträger hat schon mehr Herzen gebrochen, als man ahnt. Dicht, weil er selbst vielleicht ein unverbesserlicher Don Juan ist — auch da- mag vor kommen —, sondern weil er keinen Dries brachte. ..Ist ihm ein Unglück zugestohen?" — ..Hat er mich vergessen?" — „Ist etwa- andere-. Gefahr - brnigcTtisä. im Spiel?" DaS find die Dedanken. die jede Frau weit nebc beweg^.i, al- er ahnt. Die Frau verlangt ja keine au-'ührliche Schilderung des fern von ihr verlebten Tages. Sie tocifr üobl. daß diese Au'zeichnunaen nicht immer aus unbedingte Zuverlässigkeit und geschichtlich« Treue Anspruch erheben können. Dewiß: Ä gibt Männer, die täglich ausführ- lih schreiben, wenn sie unterwegs sind. DaS tön- ■vn Mustergatten oder vielleicht auch Märtyrer 'ein. Man braucht eS auch nicht fo weit zu treiben wie ein bekannter Münchener Industrieller und Kunstförderer, der die Hälfte feiner Zeit In Berlin zu tun hatte. Abend für Abend rief er feine Frau zwischen 8 und S Uhr an, - heute heißt «S ja zwischen 20 und 21 Uhr. — unb sprach, je nach Laune unb Gelegenheit. 3 bi- 15 Minuten mit Ihr Seine Freund« zollten ihm Bewunderung und Anerk.nnung für feine treue Aufmerksamkeit... .Ich muh mich doch überzeugen, ob sie mir nachgereist ift.“ ®» ist verständlich, daß der Mann nicht im Stil der Brautzeit seine Briefe schreibt. Die Ebeirau würde sogar erschrecken, wenn sie nach Jahren auf einmal ganz unvermittelt lieft -Du meine einzig (Beliebte! Du! Hu!" ... Der verdacht, bah ihr braver Mann über- geschnappt sei, würbe wie ein Schatten in ihrer oeele aufsteigen. Der zweite Gedanke aber wäre: Muh der ein schlechte» Gewissen haben! Aber auch aus den üblichen Reifebriefen sühU die Frau mit reinem Empfinden Stimmung unb Gedanken ihre» Mannes heraus Er soll sich daher In seinen Briefen so geben, wie er ist. Soll, wenn er endlich Zeit, Lust und Aufschwung zu einem Brief gefunden hat, kurz den Ablauf des Tage» beschreiben. Soll aber nicht nur von sich unb seinen fjelbentaten erzählen, fonbern auch mit ein paar Worten auf ba» Leben der Frau eingehen. Wenn er ben Brief bann geschrieben hat, fühlt er sich leichter unb freier Er verlaßt noch einmal bas Hotel, um ben Brief selbst zur Post zu bringen Gr schreitet durch bie Lichter ber fremben Stabt. Unb oeraiht den Brief, der nach Wochen in feinem Mantel gefunden wirb Auch da» Ist echt männlich. M. A. GießenerStandesamiS-Gtatistilll 931 Die Gesamtzahl der Geburten in unserer Stadt betrug tm abgclaufcncn Jahr 841 (gegen 938 in 1930) davon entfallen auf ehelich geborene Kinder 660 (712), auf uneheliche Geburten 181 (226). Don der Gesamtzahl der 1931 Neugeborenen sind 449 Knaben (103 unehelich) unb 392 Mädchen (78 unehelich). Auf die ortsansässiae Gießener Bevölkerung entfallen im Berichtsjahr 407 (442) Geburten, 207 (225) Knaben und 200 (217) Mädchen, unter diesen im ganzen 57 (66) Kinder unehelicher Geburt Aus ortsfremde Mütter, die in Kliniken und Anstalten Aufnahme fanden, entfielen in 1931 437 ( 496) Geburten, darunter 242 (249) Knaben und 192 (247) Mädchen. Don diesen ortsfremden Kindern waren 310 ehelich und 124 unehelich geboren Totgeburten, die in den genannten Zahlen außer Berechnung blieben, kamen im letzten Jahre in Gießen 39 vor. und zwar 24 Knaben und 15 Mädchen. Don der Gesamtzahl der in unserer Stadt in 1931 zur Welt gekommenen Säuglingen starben im ersten Lebensjahr 92 (98). wovon auf die Gießener Mütter 26, auf ort-fremde Kinder 66 entfallen. An Todesfällen wurden 1931 in Gießen tm ganzen 852 ( 756) gezählt, und xtoar 451 männlichen und 401 weiblichen Geschlechts. Auf die Gießener Bevöllerung entfallen von den Sterbe- fällen 375 (329), und zwar 185 männlichen und 190 weiblichen Geschlechts. Ortsfremde verstarben in Kliniken unb Anstalten 477 (427), und zwar 266 männlichen und 211 weiblichen Geschlechts. Das Derhältnis der Geburten gegenüber den Sterbefällen innerhalb unserer Stadtbewohner stellte sich im Jahre 1931 sehr ungünstig. Der Deburtenüberschuß, der 1929 infolge starker Sterblichkeit auf 51 herabgesunken, war im Jahre 1930 auf 113 gestiegen. Infolge Rückgangs der Geburten und infolge stärkerer Sterblichkeit im vergangenen Jahre stellte sich der Geburtenüberschuß auf nur 32. Im verflossenen Jahr fanden in unserer Stadt 294 Eheschließungen statt, 20 mehr als im Jahre zuvor. Gauvorstandssitzung des OHV. Man berichtet uns: Der Gesamtvorstand bes Gaues Main-Weser im DHL. hielt am vergangenen Sonntag in Gießen im Verbands- beim bes DHB. eine cifiung ab. Gauvorsteher Auerbach gab cinleltenb einen Uebcrblitf über bie gegcnroartiae politische unb wirtschaftliche Lage. Er wie» herauf hin, baß bie großen Opfer, bie bem bcutschen Volk durch die letzten Regierung;mahnah- men auferlegt seien, unter bem Gesichtspunkt unserer außenpolitischen Lage oerftanben werben müßten. Deutschland stehe offensichtlich an einem Wenbe- punkt feiner Geschichte, unb man bürfe bcshalb bie Lage nicht vom Einzekschicksal aus betrachten, fonbern stets bas Gesamtschicksal unseres Volkes im Auge Haden. Der Deutschnationale Hanblungsgehil- fen-verbanb habe stets fein ganzes 5)anbcln letztlich als Dienst an Volk unb Baterlanb aufgefaßt. Er verschließe sich deshalb ben Notwendigkeiten ber Gegenwart nicht, bie die Freimachung unseres Volkes zum Ziele haben. Er habe als Standcsverband ber beutschen Kaufmannsgehilfen aber auch bie Pflicht, streng barüber zu wachen, baß bie geforderten Opfer gerecht verteilt unb nicht etwa einseitig auf bie Schultern ber Arbeitnehmer gelegt werben. Gauoorsteher Auerbach ging sodann auf bie Lage bes Gaues Main-Wefer im besonderen ein Der Bericht zeigte ein erfreuliches Bild ber Aufwärtsentwicklung auf fast allen Gebieten, befonbers aber auf bem Gebiete bes Bilbungswelens. Gaurechn-r H a b e r t s (Frankfurt) berichtete über bie Finanzlage. Trotz ber hohen Anforberungen im vergangenen Jahre, besonders auf dem Gebiete der Gewerkschafts- unb Sozialpolitik, ist bie Finanzlage bes Gaues sehr gut. Die Abrechnung, sowie ber Voranschlag mürben einstimmig gutgeheihen. E» folgte hierauf eine eingehende Erörterung ber vorgezeichneten Aufgaben für bas Jahr 1932. Besonders wurden die Preissenkungsmahnahmen besprochen. Die bisher eingetretene Preissenkung sei 3 T. völlig ungenügend. Nach einer sehr lebhaften unb anregenden Aussprache, in ber Gauoorsteher Auerbach noch über bie günstige Lage de» Verbandes Im gesamten berichtete, wobei er beroorbob, daß der Verband trotz ber Krisenzeit ba» Iabr 1931 mit einem beachtlichen Mitgliebergewinn abjchließt. nahm bif Sitzung ihr Ende toicfomcr t^üdKumarftpiciic. Dießen. 28 3an. Auf dem heutigen Wochen- marft kostete das Pfund Kochbutter von 93 Pf. an: Butter 100 bi» 123; Matte 25 bis 30; Käse (10 Stück. 53 bi« 123; D.rllng 8 bis 12; Weiß- kraut 7 bis 8; Rotkraut 8 bis 12; gelbe Hüben 10 bis 12; rote Rüben 10 bis 12. Spinat 15 bis 20. Unterkohlrabi 5 bi« 6; Rosenkohl 15 bi» 20; Feldsalat 83 bi« 130; Tomaten 63 bi« 70; Zwiebeln 12 bi« 15; Meerrettich 30 bi« 60. Schwarzwurzeln 25 bi» 35; Kartossein 4; Aeplel 8 bi« 10: Dirnen 8 bl« 10; Dörrobst 33 bi« 35; Sig 40 bi« 50; junge Hähne 83 bi« 90; Suppen- ter 80 biS 90; Rüste 35 bi« 4?; da« Stück; ben 50 bi« 60; Sier 10; Blumenkohl 30 bi« 70; Salat 23 bi« 25; Endivien 10 bi« 15; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bl« 10; Rettich 10 bl» 15; Sellerie 13 bi« 43 Pfennig; der Zentner. Kartoffeln 3 bi« 3,50; lörihfraut 4 bl« 5; Wirsing 7 bi» 8; Rotkraut 7 bi« 8 Mark. Vornotizen — Tage»kalender für Donnerstag. Lichtspielhaus. Bahnhof kratze .Dorck". — Asto- ria-Lichtsviele, SelterSweg: .Der Schimmelretter" und .Riff unb Raff al» Revolverhelden". — Au« dem Ctabttbeaterbureau wird un» geschrieben Morgen, Freitag, 29 Januar. 20 Uhr, als 16. Darstellung im Freitagabonnement zu gewöhnlichen Preisen „Wilhelm Teil". Die Rolle de« Werner Stausfacher spielt Intendant Dr. Rolf P rasch. Spielleitung Peter Fasfott Ende 22 15 Uhr. — Samstag. 30. Januar, 15 45 Uhr. letzte Wiederholung der erfolgreichen „Puppenfee". Ballett von Haßreiter und Daul, und der „Wunderlampe'. Weihnachtsmärchen von Werner Schmidt. Diese Wiederholung findet, um jedermann Gelegenheit zum Besuch geben zu können, zu Heinen Preisen statt. Ende; 18.15 Uhr — Da» Kölner Hänne-chen in Dießen Auf Einladung des Goethe-Bunde- findet am kommenden Sonntag in der Reuen Aula ein Gastspiel de» berühmten Kölner Hänne-chen- Theater« unter Leitung von Dr. Riehen, Äöln. statt. Die Dorstellungen beginnen um 15 und 20 Uhr. um 17 Uhr ist eine geschlossene Darstellung für den Beamten-Wirtschasts-Dund an- gefetzt Ts fei darauf hlngewiesen. daß Im Hinblick auf die zahlreichen Verpflichtungen deS Theaters eine Wiederholung deS Gastsplele- nicht möglich ist. SS versäume daher niemand, das Kölner Hänneschen bei seinem Besuch in Gießen zu begrüßen und an feinem heiteren Spiel vvn Herzen sich zu erfreuen. Kindern und Schülern fei besonder« die RachmittagS-Dorstel« hing empfohlen. (RähereS siehe heutige Anzeige.) " Abendandacht für Studenten. Im Rahmen der evava-^li chen Studentenseelsorge an der Landesuniv rsität findet morgen 20 Uhr pünktlich in der Uapelle auf dem Alten Friedhof eine Abendandacht statt, in der Professor D. Dr. Schumann von der Theologischen Fakultät der Universität sprechen wird. ** D i e Anmeldung der ABC- Sch ützen. Das Siadtfchulamt gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß die mit Beginn deS neuen Schuljahre- (11. April) fchulpslichrig werdenden Knaben am 2. Februar, die Mädchen am 3 Februar anzumelden sind. RähereS ist aus der Bekanntmachung ersichtlich. Preußisch-Süddeutsche StaatS- lotterte. Die Erneuerung der Lose yx ber Hauptziehung hat planmäßig spätestens bi« zum 2 Februar, 18 Uhr, bei Derlust des Anrechts in ber zuständigen Lotterie-Einnahme zu erfolgen. ” Der Gesangverein .Heiterkeit" hielt am SamStag — wie unS berichtet wirb — unter zahlreicher Beteiligung im .Schipkapah" seine ordentliche Halbjahresverfammlung ab. Der Vorsitzende, Emil Koch, berichtete über die Der- einsarbeit im abgelaufenen Halbjahr, in deren Mittelpunkt das Konzert gestanden habe. Trotz der Ungunst bet Zeitverhältnisse gestaltete sich biese Veranstaltung zu einem vollen Erfolg, auf Grunb beffen mit neuer Kraft und Zuversicht bie Pflege des fchönen deutschen Liedes fortgesetzt werden könne. Auch in geschäftlicher Beziehung fei erfreulicherweise eine aufwärtsstrebende Entwicklung festzustellen. Karl Feußer wurde zum zweiten Dorfihenden unb Gustav Krüger als Beisitzer gewählt. An bem einstimmigen Beschluß, auch im kommenden Herbst wieder ein Konzert ins Arme zu fassen, ift zu ermessen, von wäch' gutem Geiste bie Mitgliederversammlung getragen war. unbeirrt durch die unerfreulichen Einflüsse der gegenwärtigen Rotzeit einer liebgewordenen Sache die Treue zu bewahren. (Straffammer Gießen. • Gießen, 26. Ian. Am 15. Juli 1931 gegen 19 Uhr fuhren an der Ecke chauptstraße-Biloeler- straße in Ober-Erlenbach ein Motorrad- und ein Autofahrer dergestalt gegeneinander, daß außer Sachschaden ersterer auch nicht unerheblich körperlich verletzt wurde. Der Autofahrer wurde wegen fahrlässiger Köroeroerletzung unb Uebertretung traft- fahrpolizeikicher Vorschriften angeklagt und von dem Amtsgericht Vilbel zu 1 Monat Gefängnis verurteilt Hiergegen verfolgte er Berufung ;um Zwecke feiner Freisprechung. Dor der Strafkammer fand eine umfangreiche Beweisaufnahme statt; 10 Zeugen, die teils den Vorfall selbst mitangefehen, teils die Fahrzeuge vor dem Zusammenstoß beobachtet unb teils Wahrnehmungen an dem Tatort über Bremsspuren usw gemacht hatten, wurden vernommen. Hierbei ergab sich folgendes^ ber die Hauptstraße von f)ol3haufen her fahrende Autobesitzer hatte beim (Einbiegen links in die Bild eie r Straße die Kurve sehr scharf gefchnitten. Io daß der bie fßilbeler Straße in der Richtung Homburg fahrende Motorradfahrer trotz Bremfens auf das ihm i zufolge falschen Fahren» den Weg oenperrenbe Auto aufstoßen mußte. Die Strafkammer verwarf bestalb die Berufung bes Angeklagten mit der Maßgabe, daß sie mit Rücksicht aul verschieben« Milderung-gründ-e auf 500 Mark Geldstrafe erkannte. SricfToflen brr Keboffion (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit ber Schriflleitung ) ®. Sch. Lr. 1. Rach Kapitel V der dritten Rotverordnung vom 6 Oktober 1931 (ReichSgeletzblatt Rr. 67. Se.te 55S) bedarf der Genehmigung, wer gegen Entgelt G.ller mit Kraftfahrzeugen auf Entfernungen über 50 Kilometer für andere befördern w U «Unternehmer von Güterverkehr). — 2. Der § 3 der alten Durchführungsbestimmungen h erzu vom 9 Oktober 1931 ist abgeändert durch neuere Bestimmungen de« Reichsverkehr«- minifter« vom 19 Rovember 1931. Sie lauten: Für die Berechnung der 50-Ktlometcrgrenze Ift die kürzeste Verbindung auf öffentlichen, für den Kraftsahrzeugvcr ehr freiqegeb.nen Wegen maßgebend. gerechnet vom Mittelpunkt de« Versandortes bi» zum Mittelpunkt de« Bestimmuna»- ortes — 3 Der Ortsmittelpunkt wird von ber Ortspolizeibehörde festgesetzt Termine für eine Rachpiü'una der vvn ihr getroffenen Feststellungen sind nicht vorgesehen. -- 4 Rach der hessischen Do'.lzugSvervrbnung vom 18. Dezember 1931 entscheidet der Minister de« Innern darüber, ob ein Verkehr ober c.n Verkehrsmittel den Dorschristen der Ueberiand.'erkehreordnung unterliegt. Er ist auch zuständig Erteilung der Genehmigung von Perfonenkrastsahrlinien. Die Durchsührung des Versabren« und die Aufsicht über den Betrieb ist Sache der Kreisämter. R. D. 1. Sin volljähriger Student, der bet seinen Eltern wohnt und von diesen völlig unterhalten wird, ist nicht bürgersteuerpflichtig. 2. Wohnung, Verpflegung, Studiengebühr und Taschengeld gelten nicht al« Derdiensteinkommen unb werden mithin auch nicht zur (Bürger ft euer herangezogen. 3. Bürgersteuerpflichtig finb — mit Ausnahme von Renlen unb Unterslühungsbeitrügen, sowie diese 900 Mark nicht übersteigen — alle Einkommen über 500 Mark. Oie IBetterlooe ,1er! o; *5 C? tait •Q' Xh# ICKMtr Olt y «8SS'4Cf SuOSUflwtSI X sturmiy *t< "OfflWtSfc Oit Pft'it flitgtn m,| dem wmdt 0 t erCfn Stdbontn sttntndfn Z** Itn flthtn dit lrmptr«tui in p.t linitn «rßindte Orte mit giCKitMB aut «ttrtlh.Vtlu umgtrtthntltn LuttOrwce r^cttccvo raussage. Der Siern des Hochs, in ben unser Gebiet mit hineinragte, schrumpft zusammen. In seinem Bereich kam es in der vergangenen Nacht zu stärkeren Strahlungsfrösten bi» zu 9 Grad unter Null. An ber Nordleite bes Hochs gewinnt wärmere, feuchte Lust etwas mehr an Raum, bie sich weiter nach Mstteldeutschlanb hin ausbreiten dürste. Dabei kommt es wieder mehr zu Nebel- und Wolkenbil- düng, wobei bie Ausstrahlung gehemmt wird. Aussichten für Freitag^ Mehr neblig unb wolkig mit Abschwächung bes Nachtfrostes, trocken. Aussichten für Samstag: Bei Aufklaren Temperaturen nachts etwas unter Null, sonst weiterhin vielfach etwas neblig unb wolkig. Lufttemperaturen am 27. Januar: mittags 0,7 Grad Celsius, abends minus 4,1 Grab; am 28 Januar: morgens minus 6,1 Grab Maximum 1,2 Grad, Minimum minus 6,9 Grab. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 27. Januar: abends 0,1 Grad: am 28. Januar: morgens 0,4 Grab Celsius. — 'Sonnenscheinbauer 5 Stunden. Amtliche Dintersporlnachrlchten. Schwarzwald, Felbberg: Klar, minus 1 Grad, 25 cm Schnee, verharscht, Sportmcglichkeit für Ski unb Rodel gut. Wit daß Äcftan- 'k1 el o» U — — ist gelöst. Betrachten Sie unsere Schaufenster! Sie sehen darin neben den guten billigen Kaiser*» Erzeugnissen unsere Oster-Überraschung. Die Einlösung eines mit roten Marken gefüllten Sparbuches vor Oster.- 1932 sichert Ihnen äusser unserem Rabatt von 5°/o diese Osterfreude. Auf zu KAISER’S KAFFEE-GESCHÄFT Ä» Mehrere Tausend HOSEN von 50 Pfennig an Pfund aller Art stellen wir zum Verkauf MW Zum Braustiibl Gießen, 28. Januar 1932. 721 D Wolkengasse 704 D Morgen Freitag SEQIEJg. SERIE 1. SERIE m. SERIE IV. SERIF V. Krieger-Verein GieOsn Mengenabgabe vor bebaken Unsere Spezialität: Hosen für korpulente Herren 4*/4 Uhr statt. 716 D Besichtigen Sie unsere 9 Spezial-Hosenfensterl Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Der Vorstand. 882V 707 D ENA 616D FUrdie Kreppeizeit empfehlen wir: 713V haben. Warenabgabe nur an Mitglieder! 703 A Studentenhaus. Du ö”mQnn Kuhdönger und Heu von Lichtb. u. Film. M. Schw. ganz oder geteilt zu verpacht. Nab. u. Angeh. 722 D verpacht. Näh. 7'YlD | MarbnrgerLtr.24.1 ?tf). gef. Smr.Ang. scheu. Schr. Augeb. .0528 a.d.GH.Anz. u.0516 a. d.GH.Az. i DM 405 821 31 18 5 8 11 Eintrittskarten: RM 1.80, 2.50 und 3.50 bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten RM. 1.— nur im Vorverkauf bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen ausPrioatband geg. prima Sicherb. zu geg. Kartoffeln und Dickwurz umzutau- Für die vielen Beweise treuen Gedenkens und inniger Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres unvergeßlichen Verstorbenen sowie für die zahlreichen Kranzspenden und Ehrungen am Grabe sagen wir herzlichen Dank. Konsumverein Gießen und Umg. e. 6. m. b. H. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Oeburts-Anzelgen liefert Brühl, Oießen 40 21 35 52 72 36 32 40 80 Der Gemeindevorsteher. Bodenbender. Katharina Bausch, geb. Schneider und Kinder Beginn Samstag 9 Uhr MGEmetd r «textwfwil ÜBERZEUGEN AUCUS81 Eichenstämme 1,92 kw, Buchenstämme 6,41 fm, rm Eichennutzscheit. II. Brennholz: im 74. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Nicolai, Postmeister in Dieburi Emst Nicolai, Bezirkszollkommissar in Dortmund. Gießen (Großer Stein weg 14), den 27. Januar 1932. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 29. Januar, nachmittags 4* 4 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Es wird höflichst gebeten, von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. ____________706 D letb^ef. Schr.Ang (für Kinder und Erwachsene) DER ZAUBERER TARTUFFEE ist vollkommen tischfertig. Gegenüber dem selbstbereiteten Schmalz hat es für die Hausfrau also den Vorteil der Arbeitsersparnis. GEG-Schweineschmalz wird in den GEG-Fleisch- warenfabriken aus frischverarbeiteten Flomen und Speck hergestellt, ohne von Menschenhand berührt zu werden. Es hat einen feinen Bratengeschmack, eignet sich also auch bestens als Brotaufstrich. GIESSEN Größtes Spezialhaus f. Herren-, Knaben- u. Sportkleidung Oberhessens Samstag, den 30. Januar 1932, abends 8.11 -hr, in sämtlichen Räumen der „Liebigshöhe 1 Prämiierung der 10 schönsten Masken Eintrittspreise: Damen- und Herrenkarten je 1.00 Mark Vorverkauf: Zigarrenhaus Loeb, Bahnhofstraße, Zioa-ren- geschäft Chambre, Bahnhofstraße, Zigariengeschäft Moeser, Seltersweg, sowie im Frisiergeschäft Tränkner, Neuen Bäue 2 Kapellen ■ Wein- und Sektnlsch^n - 2 Tanzböden Am 26. Januar entschlief nach langem, schwerem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater u. Großvater Heinrich Nicolai rm Buchenscheit und -Knüppel, rm Buchenreiser. Salzböden, den 27. Januar 1932. en Exlra-Posten Anzughosen in ausgewähll guten Qualitoten größtenteils FtTQ aus Resten yJW angeterligl GroßerVfB.-Maskenball zur Versteigerung: I. Nutzholz: Fichtenstangen 1. bis 4. Kl., Fichtenstämme 8,84 fm. DER BILLIGE VOIKS-MHRRADlMOTOI MIT KUPPELUNG iUBlUOm&UOTMOWBÄ Qennmq literm, Serie» Tage Wirklich gute Qua lilä+en x fabelhaft billig Kochfische aller Art Bratschellfische........Pfd. 35 Pf. 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März um 8 Uhr in der Oberrealschule zu Grünberg abgehalten. Direktion der Hessischen Oberrealschule. Hüthwohl. GOETHE-BUND Haslspiel des wellte Ilten Kölner flännesclien Theaters Leitung: Dr. Niessen, Köln am Sonntag, dem 31. Januar, in der Neuen Aula der Universität Nachmittags-Vorstellung um 3 und 5 Ehr oder: „Hänneschen auf der Schlangeninsel“. Großes Zauber-Drama mit Gesang, Tanz und Schlägerei. Abend-Vorstellung um 8 Ehr (nur für Erwachsene) DIE GOLDGRÄBER oder: „Die kölsche Afrika-Expedition“. E lästig Spill in drei Akten mit Gesang, Tanz und Schlägerei. Eintrittskarten: Vorverkauf Musikalienhandl. Challier u. Saalkasse fttr Bundesmitglieder zu 50 Pf., roter Gutschein, nachm. Nr. 8, und abends Nr. 9. ferner erhalten die Bunilesmitglieder für jede gelöste Eintrittskarte 1 Freikarte Iflr Kinder roter Gutschein Nr. 10); für Verbandsmitglieder zu 76 Pf. (grüner Gutschein Nr. 8 u. 9) und für Kinder zu 30 Pf.; ffir Nichtmitglieder: Erwachsene nachm. 1.25 Mk., abends 1.50 Mk.; für Studenten: nachmittags u. abends bei Herrn Ritter zu 75 Pf.; für Kinder: nachmittags 30 Pf. — Sämtliche Plätze sind unnumeriert. 616D W Wer einmal von Herzen lachen will, komme zum Hänneschen! Oberrealschule Grünberg. (Knaben und Mädchen) Anmeldungen fürs neue Schuljahr für alle Klassen mündlich Montag den 1. Februar und Dienstag den 2. Februar von 11'/,—12'/, und von 16—17 Uhr im Direktorzimmer. Schriftliche Anmeldungen jederzeit. Vorzulegen sind Abgangszeugnis, Geburts- und Impfschein. Aufnahme in Sexta cn weine - lest Ab 9 Uhr Wellfleisch mit Kraut Weizenmehl.........Pfd. 28, 26 und 23 Tafelöl, hochfein................Liter 76 Tafelöl, fein........... Liter 52 Backöl ..................... Liter 64 Kokosfett GEG .............1/1 Paket Kokosfett GEG .............*/, Paket Kokosfett, neutral...........*/t Paket Schmalz, amerikanisches........Pfd. Schmalz, deutsches, GEG .. */, Paket Sc imalz, deutsches, GEG..1/, Paket Margarine „Sanella“...........'/, Pfd. Margarine „o. M."...............Pfd. Margarine ,.Cleverstolz".........Pfd. Beste Markenbutter.........'/, Paket 65 Molkereibutter, lose...........*/, Pfd. 63 Pf. Landbutter, soweit Vorrat, zum niedrigsten Tagespreis | Mietgesuciie | 3-Zimmer-Wolin. evtl, mit Bad in nur gut.Lagep.l.März ob. 1. Avril v. einz. Dame ges. Schristl. Angeb. mit Preis u. 0519 a. d. Gh.^lnz. | Stellenangebote| Ich suche fleih.,ehrl. Mädchen v. Lande, das schon in Stellung war. Frau X Juld, Giehen, 0515 Westanlage 28 I. MW für halbe Tage gesucht. 0o21 Gutenbergstr. 19 v. Freibank Freitag, den 29. Fan. 1932, von 8 Uhr an 70\D Mchverkaus. | Kaufgesuche | Etagenhaus zu kaufen gesucht m. Wohnungen von 3 Zimmer u. Küche. Gegd. Kaiserallee— Lim.Str. Schr.Ang. u.Q518a.d.GH.Anz. Zu kaufen gesucht ein noch gut erhalt. Sportliege- ober Kinderwagen. Schriftl.Angeb.unt. 0525 a. d. GH. 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September 1932 das 6. Lebensjahr vollenden, und die geistig und leiblich als schulreif erkannt werden. Lin weiterer Termin für die Schulaufnahme findet nicht statt. Gießen, den 25. Januar 1932. Stadtschulamt. I. B.: Fischer. Bekanntmachung. Auf Grund der Vorschriften der Reichsoerdingungsordnung sollen die Fuhrleistungen für die dem Städtischen Tiefbauamt unterstehenden Betriebe für die Zeit vom 1. April 1932 bis 31. März 1933 in fünf Losen vergeben werden. Die Angebote sind unter Benutzung der vorgescyriebenen Formulare bis zum Eröffnungstermin am Samstag, dem 13. Februar 1932, vormittags 10 Uhr, verschlossen, versiegelt und mit entsprechenden Aufschriften versehen, an das Städtische Tiesbauamt, Asterweg Nr. 27, abzugeben. 702D Zuschlags- und Bindefrist vier Wochen. Gießen, den 28. Januar 1932. Stadt. Tiefbauamt. Braubach. Arbeitsvergebung. Für den Umbau und einen Anban der früheren Stadtpost, Schulstr. Rr. 11, sind folgende Arbeiten zu vergeben: 1. Erd-, Maurer- und Betonarbeiten; 2. Zimmerarbeiten; 3. Dachdeckerarbeiten. Die Unterlagen liegen in meinem Büro offen. 711D Die Angebote sind bis zum 2. Februar, 11 Uhr, bei mir einzureichen. P h. Nicolaus, Architekt BDA. NB. Entgegen verbreiteten Gerüchten wird ausdrücklich bemerkt, daß keinerlei Zusagen für Arbeitsübertrogungen ge- geben sind.__________________________________ Hi MÜNCHEN 50* Vertreter an allen Plätzen ßesneht! wv Eisenbahn-Verein Gießen Die diesjährige Generalversammluni findet nm Sonntag, dem 31. Jan. 193^. nachm. 2' , Ubr, _ Neftanrant Kobel, Liebigitrnhe, statt. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht 2.Kassenber.,3.Ent» lastung d. Borild. 4. Vorst.-ErsabwaÄ 5. Sommerau sslug 1932,6.Berschied. ■>Sll Der Vorstand. Stadttheater Gießen. 61SD Freitag, 29. Jan. 20—22.15 Uhr 16. Vorstellung int Freitag • Abonnem. Gewöhnliche Preise Wilhelm Teil Schauspiel in5Ruf» zügen von Schiller. Stauffacher: Rolf Prasch. 691D 29. 1.,20- „Uhr: Vortr. Br. St. m. Mädchen sauber u. ordentlich, ', oder -/«Tage zum l.Febr. gesucht. Zu erfrag, i. d. Geschst. des Gieh. Anz. ave |Stellengesuche| Aelteres, erfahren. Mädchen vom Lande sucht Stellung f. tagsüb. Schriftl.Angeb.unt. 0514 a. d. GH. Anz. Verkäufe | Ein jagdl. sehr guter denischer Kunbaar-Rüde (Brauntiger) 6 A. a. in gute Jägerhände preiswert abzugeb. FernerzurBlutauf- frischung sind noch einige »)9d Fasanenhäline abzugeben. Eberhard Helmes, Ober-Hörgern bei Lich-Land. Haus mit 3X3 Zimmer u. Garten bill. zu verk. Vermittler zwecklos KarlSelbert.Wieseck Alicestr. 10. 0517 Auto-Gelegenheitskäufe Mehrere «A 1-t-Dieferwagen Benz, Opel, EssexMoon usw. generalüberholt bill. Opel, Gießen frankfurter Str. 52. Herren- und Damen-Fahrrad neuwertig, bill. geg. bar zu verkauf. KrofdorfcrStr. 37. Hess. Bürgermeisterei Muschenheim. _____________Becker._____________ Nutz- und Brennholzversteigerung aus dem Gemeindewald Salzböden. Am Freitag, dem 5. Februar, nachmittags 1% Ahr, kommt in der Gastwirtschaft Weisbrod, dahier, aus den Di- strikten 5, 7, 13 u. 14 nachstehendes Holz Wirksame erbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstrafie 7 | Vermietungen | Große, moderne 4-Zimmer-Wohnung i. Südv. v. 1. Avril zu verm.Schr. Ana. u. 0513 a. d.GH.Llz. Kleine öoonung zu vermiet. Küche, 1 Zimmern.Kamm. Schriftl.Angeb.unt. 710D q. d. GH. Anz. Jagd-Verpachtung. Mittwoch, den 3. Februar 1932, nachmittags 1 Ahr. wird in der Wirtschaft Jochim die der Gemeinde Einartshausen zustehende Feld- und Waldjagd unter den bei der Verpachtung bekanntzugebenden Bedingungen auf weitere 6 Jahre verpachtet. Die Jagd umfaßt zirka 290 Morgen Wald und 1350 Morgen Feld. Rotwild als Wechselwild vorhanden. 712D Einartshausen, den 27. Januar 1932. Bürgermeisterei Einartshausen. Jochim. Der Nachtragsvoranschlag der Gemeinde Muschenheim für das letzte Vierteljahr 1931 liegt vom 28. Januar 1932 an eine Woche zur Einsicht der Interessenten au hiesiger Bürgermeisterei offen. Einwendungen können in dieser Zeit bei uns erhoben werden. Es wird eine Umlage erhoben, wozu auch die Ausmärker beizutragen “SEI »ehoHen sen talitatn Bnsterl 6»A 'düng Obe/hessens mball ert Di}cl\ IUI br I6D IÜI ei. al- m. ier ut- rUt" ler: len: ier: 16V iinj ßes reile) adel ier nur •nen MV .Uhr: 5t. «t Sch*- ,S-" abends 8.11 .hr, igshöhe isten Masken ikarten je 1.00 Maik mhofslraße, Zra-ren- inengeschäft Moese', Fifinkner, Neuen Bäue hrn ' 2 Tanzböden Veriretefii|lln PI SE floh“ tllc'ka'E JJtt. 1.^»“ wÄr*»’ 8Ö$.15Ä lö.dAvon^ SK Nr. 23 Zweites Blatt Tiehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 2’. Zanuar (052 Deutsche Arbeiter in Sowjeidienslen. Don unserem !>>'.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Moskau, Dezember 1931. , eindeutigen Stimmung oder besser Berstlmmung unter der einheimischen Ar- beckerschas t gegen die zugewanderte ausländische auch amtlich Rechnung tu tragen, besaht sich neuerd.ngS die sowjetrussische RcgicrungSpressc ziemlich ost mit der — deutschen Arbeiterfrage in Ruhland Sie tut eS aber erst, nachdem schon recht unliebsame Dorkommnisse allerhand Staub ausgewirbelt haben Und sie tut cs mit einer ausgesuchten Taktik' nicht von der Frage der Zulässigkeit und Erwünschtheit der Zuwanderung fremder Arbeitskräfte spricht sie, sondern von der Leistung ausländischer Arbeiter im Vergleich zu der russischen. Roch weniger sie greift irgendeinen Fall besserer russischer Ar- beitsleistung gegenüber der deutschen, also zuge- wandertcn, heraus und statuiert ihn als Crempel. Ja, sie kommt der einheimischen Verstimmung soweit entgegen, dah sie als Höchstleistung Tempo, nichtQualitätder Arbeit darstellt. 3m einzelnen haben wir dabei em so mah- gebendes Regierungsblatt wie die ..3Swestija" im Auge. Diese Zeitung schilderte vor einigen Tagen, wie deutsche Facharbeiter einer deutschen Firma bei einer Installation von russischen im Tempo überholt und dermahen beschämt wurden, dah die russischen glattweg als vom sozialistischen Ausbaueiser durchdrungene ArbcitSführer an« Seschen werden muhten, während die deutschen Installateure gesagt hätten ..3hr Russen arbeitet weder planmäßig noch pünktlich, aus euch ist kein Verlah, nehmt euch ein Beispiel an unserer wohlbemessenen Stetigkeit und Genauigkeit im Arbeiten!". — und als diese Installateure eines Morgens erwachten, hatten die Russen alle Arbeit allein getan ... ®ie$ Beispiel ist, so wenig eS allgemeingültig tst, bezeichnend für den heiklen Charakter der ganzen ausländischen Arbeiterfrage im Sowjetstaat, im besonderen der deutschen, da ja die deutsche Arbeiterkolonie in Ruhland zur Zeit die gröhte ausländische ift; allein in Moskau leben etwa 2500 deutsche Arbeiter, dann folgen Leningrad, Charkow und einzelne Groh- Werke in verschiedenen Teilen deS Landes Aus dem unS von verschiedener Seite vorliegenden Material geht etwa folgendes Allgemeinbild hervor, wobei bewuht nur die Stellung als Facharbeiter berücksichtigt wird. Die Heranziehung deutscher Facharbeiter war aktuell geworden, als vor etwa einem Iahr die Zweifel an der Durchführbarkeit deS Fünfjahrcs- planeS mit eigenen Fachkräften aufstiegcn. Ausländer sollten die einheimische Arbeiterschaft zugleich technisch und politisch fördernd beeinflussen, anfcucm. ihr ein Dorbild sein. Wenn wir richtig unterrichtet sind, empfand man diesen Wunsch der Sowjetregierung in Berlin als so natürlich und zwangsläufig, dah man versuchte, mit ihm einen deutschen Wunsch zu verkoppeln: Es sollten für deutsche Facharbeiter rußlanddeutsche Dauern „gegeben" werden, d. h. die Reichsregierung erwartete von Ruhland, dah es auswande- rungslustige ruhlanddeutschc „Kulaken" außer Landes etwa nach Amerika gehen lasse, wenn sic. die RcichSregierung. den Sowjct- wunich nach einer deutschen Arbeitereinwanderung nach Ruhland erfüllen follc. Da aber die Russen daraus nicht eingingen, weil sie sich weder zugunsten der ruhlanddeut'chcn Bauern noch der cinwandernden rcichsdeulschen Facharbeiter fcst- lcgen wollten, ist aus diesem „Dcvölkerungsaus- tausch" nichts geworden. Der russische Arbeiter sicht den ausländischen nur ungern, wie die Nationalitätenfrage ja überhaupt auch unter den Völkern Ruhlands selbst heute noch so wenig gelöst ist wie jemals. Ununterbrochen müssen noch heute hier, morgen dort im Lande Konflikte zwischen großrussischem und lokalem Rationalismus bereinigt werden, und zwar zumeist gerade auf der Grundlage in- dustriell-agrarltcher Konkurrenz oder, waS noch schlimmer ist, der kultur-politifchen und rein ethischen Gegensätze Freimütig bekennt z. D die Presse ..Wir haben in der letzten Zeit eine Aktivierung deS großrussischen Chauvinismus in der Sowjetrepublik der Wolgadeutschen zu verzeichnen". Wenn aber der Russe den einheimischen Deutschen immerhin noch als Mitbürger ansieht, so den deutschen Ausländer nur a l # ungebetenen Gast, — und der ift nach einem alten russischen Sprichwort „schlimmer als der T a t a r e". Um einen Fall von vielen anzuführen. Auf Werk 42, teilt die ..Deutsche Zentralzeitung" in Moskau mit, entfachte eine Gruppe russischer Meister „eine Hetze gegen die deutschen Arbeiter Unter dem Einsluh dieser Meister erklärten die Fabrikdirektion und das Parteikomitee (!!), dah abgesehen von zwei oder drei Mann die Deutschen der Fabrik keinen Ruhen bringen und im Detricb überhaupt überflüssig sind- Rationalisierungsvorschläge ausländischer Arbeiter werden oft monatelang verschleppt Seinerzeit, vor sechs Monaten, hat man sie als willkommene teure Mitarbeiter empfangen Jetzt aber herrschen gespannte Beziehungen zwilchen den Fa- brüorganisationen und den deutschen Arbeitern". Jedoch darf man nicht glauben, dah die Schuld etwa nur bei den Russen liege ..Die deutschen Arbeiter", berichtet das genannte Blatt ziemlich selbstsicher weiter, ..führen einen offenen Kampf. Sie beschweren sich wegen der schlechten Beziehungen bei höheren Instanzen bis Moskau einschließlich, sagen, sie seien hier doch keine Gäste (!), sondern Arbeiter, die nicht nur genügend essen wollen, sondern sich auch als verantwortlich für den Betrieb betrachten." Und wenn ein deutscher Meister klagt: ..Iedcn neuen Schritt müssen wir über tausend Hindernisse machen, auf Schritt und Tritt werden uns Knüppel in die Näber geworfen, das ift ein System der Sabotage!", fo murrt seinerseits mit dem gleichen Necht ein russischer Meister: „Bald wird man von uns verlangen, uns nur noch mit den Deutschen zu beschäftigen, anstatt zu arbeiten. Was wollen Denn die deutschen Arbeiter? Wir bevorzugen sic in allem und sie beschweren sich und sind gekommen, nicht nur um zu verdienen, sondern auch zu regieren und zu bestimmen." Darin gipfelt der ganze Konflikt: Wären die deutschen Facharbeiter wie überhaupt alle Arbeiter irgendwie durch die allgemeine deutsche Rußlandpolitik ebenso gebunden wie die russischen an die Deutschlandinteresscn ihrer Regierung, so ließe sich bestimmt eher eine gemeinsame Linie in der alltäglichen Zusammenarbeit finden. So aber entwickelt sich die ganze Angelegenheit chaotisch in der Richtung auf ein schweres Zerwürfnis, das eines Tages zu einem bösen politischen Skandal über ganj Europa werden kann. Wir halten es für durchaus empfehlenswert, daß zwischen Berlin und Moskau doch noch ein Modus gefunden wird, der die Frage deutscher Facharbeit in Rußland aus dem Willkürlichen und Zufälligen hcraushebt. Denn eS kommen ja nicht nur politi ch Gleichgesinnte oder auch politische Gegner als Facharbeiter nach Rußland, sondern auch minderwertige Charaktere. Der Fall eines Quartalsäusers machte kürzlich die Runde durch die gesamte Presse, und niemand wird sagen, daß sich an solche Vorfälle nicht leicht auch ernste politische Krawalle anschließen können. Die Lage ist sehr gespannt. Es besteht die Gefahr, daß Rußland als Auswanderungsland für die Deutschen verloren geht, sofern nicht Kommunisten zu Kommunisten gehen, wie das ja auch jetzt der Fall ist. Aber heute handelt es Maura und Sierra: „Fußeiia kaust sich ein Kind". NcichOve'.ische Urauf,ührunn am (Gießener Lkadttßcarer. Die vierte Uraufführung in dieser Spielzeit — für eine Bühne wie d c unsere eine respektable Leistung — vermittelte d e Bekanntschaft mit den spanischen Autoren Honorio Maura und G. Martine; Sierra, die unseres Wissen- bisher in Deutschland noch nicht zu Worte gekommen sind. Sie haben sich zusammengetan, um (unter einem etwas Plakathaften Titel) ein Lustspielchen zu schreiben, dessen drei schlanke Akte einen Theaterabend eben auSsüllen. ..Das Stück spielt heutzutage. Der erste Akt während eines Maskenballes im Palais der Herzogin von Solsona in Madrid —Hier amüsiert sich die große Welt: Herren und Damen im Kostüm und in angeregter Maskenlaune: Paare kommen und gehen, trennen und begegnen sich Die beiden, auf die es hier ankommt, heißen Iulietta und Zack. Iack (obwohl fein Name ganz anders klingt) entstammt einer der ältesten und vornehmsten Familien deS Landes Aber das Vermögen seines Hauses ist aufgebraucht, und er sucht, eleganter Nichtstuer, der er ist. eine reiche Frau, um sich zu rangieren. Er glaubt sie in Iulietta gefunden zu haben. Iulietta ist eine märchenhaft reiche und romanhaft kapriziöse Dame Erst scheint alles nach Wunsch zu gehen, aber bald gibt es Schwierigkeiten. Sie schmeißt mit den Peseten millionenweise um sich, aber sie wünscht nicht ihres Geldes wegen geheiratet zu werden. Und Iack will natürlich vor allem das Geld- Schon ist der erste Krach da, und sie könnten eigentlich mit leidlicher Haltung wieder auseinandergehen. Aber — Iulietta sehnt sich nicht nur nach der wahren und großen Liebe, sondern auch nach einem Kind. Und da sie Geld bat und sich nichts übel nimmt, macht sie Iack einen phantastischen Vorschlag: Iack erhält das Geld, sie werden heiraten und sobald der Erbe da ist, wird der Vater verschwinden. Iack ist erst empört, dann wird ein Vertrag aufgesetzt Spesenvorschuß: eine Million. Nunmehr steht der Hochzeit nichts mehr im Wege. Zweiter Akt: auf einem Landsitz in der Nähe von Madrid. Schon Iuliettas Vorjahren Pflegten hier ihre Flitterwochen zu verleben. Iack und Iulietta reisen auch hin. Aus den Gesprächen der Dienerschast erfährt man, waS das für ein komisches junges Ehepaar ist: sie bauen bisher ganz getrennt gelebt — zu ebener Erde und erster Stock: zum Ausgehen trafen sie sich auf der Treppe. Ieht aber, auf dem Landsitz, wird es Ernst. Sie „spielen Flitterwochen" — vor dem Personal: und sie spielen mit ihrem Vertrag. Wenn der Wirt und der Diener zum Servieren kommen, markieren sie, mit fragwürdigem Erfolg, die verliebten Hochzeitsreifenden. 3ad, in feiner naiven Begeisterung, rechnet sogar mit der Möglichkeit eines Zwillingspärchens. (Die beiden Autoren führen ihren Dialog mit bestrickender Offenheit) Aber sobald die Bedienung sich zurückgezogen hat, verfällt 3ulietta wieder in ihre überspannte Launenhaftigkeit und besteht auf ihrem Schein. 3ack bittet sie: vergiß unseren Vertrag, laß mich dich erobern! — Noch ist Hoffnung, daß alles lustspielhaft gut geht Zumal 3ulietta ihm für die Nacht ein Zimmer anweist, das dem ihren (mit den Ahnenbildern) zwar gegenüberliegt, in dem es aber nicht geheuer ist Es spukt. Und eS gibt Gespenster und ..Gespenstinnen". Dritter Akt. Es hat gespukt. 3ack und 3ulictta haben beide nicht fcblafcn können und begegnen sich vor ihren Gemächern ... mitten in der ftem- strahlenden, blauen spanischen Nacht. Eine winzige Kinderstimme wird laut — nebenan: 3uliettas Töchterchen: es ist schon drei Monate alt, und die schreckliche Mutter bringt wahrhaftig darauf, daß Iack. der Vater, vertragsgemäß das Feld räume. Der Zweck ist erfüllt, die Frist ist abgelaufen. Nbcr jetzt besteht 3ad auf feinem Schein, auf dem Wortlaut des prächtigen Vertrages: da ift nämlich von einem Erben die Rede und nicht von einer Erbin. Außerdem liebt daS winzige Wesen seinen Vater schon zärtlich, und wenn cs nachts schreit und nicht schlafen will, bann steht er auf (sehr unpäbagogisch übrigens) — geht zu ihm hin. nimmt cs auf den Arm. legt cs an seine Wange, und gleich schläft eS wieder ein. 3ulietta, statt sich zu freuen und gerührt zu sein, spricht von schnödem Betrug: aber Iack fährt (für ihre Begriffe) noch schwereres Geschütz auf und schlägt sic mit ihren eigenen Waffen: er bietet Iulietta seinerseits bat Geld an, bas er von ihr erhielt — wenn sic ihn dafür, mit dem Töchterchen, fortläßt. Erst als der Tag zu grauen beginnt, erklärt er, nicht mehr ohne Iulietta sich doch zumeist um geschulte Arbeitskräfte, deren politische Anschauung keineswegs immer bolschewistisch genannt werden kann. Wie ander- denn ließe sich der Umstand erklären, daß die ausgesprochenen Propagand.stcn deutscher Zunge hier äußerst besorgt tun um die ..Erziehung des auS- ländilchcn bzw deutschen Facharbeiters im Bolschewismus!" Freilich meint man damit nicht zuletzt die Anpassung deS fremden Facharbeiter» an daS niedrige ruif.fche laägeblich sozialistische) Lebensniveau. an die Lohnverhältnisse, an Entbehrungen und an die vorgekaute politische Ucber^ugung von Staats und Partei wegen, find doch jetzt auch die ausländischen Arbeiter um ihre Vergünstigungen in Lohn- und Lebensfragen gekommen Aber die Abneigung deS Russen au- bem Volk gegen alle Ausländer spitzt sich um so mehr just auf die deutschen Facharbeiter in Lowjetdiensten zu, al- sie in der Mehrzahl sind und auch hier, wie daS deutsche Volk ja überhaupt immer wieder, die ersten schwersten Konflikte — für andere auetragen sollen, dabei selbst nicht- geto.nncnb. sondern eher verlierend GS lag und ke.nesweg- daran, ein erschöpfende- Bild dieser Frage zu geben — sie entwickelt sich zunächst noch elementar und chaotisch Nur im Grundriß wollten wir auf Gefahren und Rot- wcndigkeiten auhucrHam machen Geht e» auch n.cht durch einen . BevölkerungSau-:aufch", wie er oben erwähnt worden ift. fo müßte doch die re n fachliche Zuwanderung cuS Deut chland strikt von der re.n politischen get ennt werden Wer als auSge proch.ner politischer Freund deS Bolschewismus nach Rußland gebt, soll e« auf eigen Glück und Unglück tun. Wer aber beut! che Facharbeit in» Ausland trägt, ist unwiil.üelich ein Stück deutscher Außenpolitik und lolltt als solches auch Bindungen unterliegen, die zwilchen Berlin und Moskau besonders zu vereinbaren sind Die deutsch-bolschewistische Propaganda in Rußland nämlich wirst mit Absicht alle» durcheinander. Facharbeit und Parteipolitik, um au» der Malle gerade da» herauszuzichen WaS ihrer Politik nützt Demgegenüber wächst jedoch Rußland- staatSwirt- lchaltlicheS Interelle an deutscher Facharbeit zu einer Notwendigkeit an, die um Io weniger für ein gleichwertiges Entgelt an Deutschland bereit fein wird, je mehr böte Charaktere und politische Äarr.eriften den sachlichen Werk solcher Facharbeit für Rußland in Frage stellen 9er Skandal in der Wetzlarer Skadlverwallnna. Der Untersuchungsausschuß der Stadtverordneten stellt schwere Verschlungen des früheren Bürgermeisters Dr. Kühn fest. Wetzlar. 28. Ian. (Eigener Bericht deS ..Gießener Anzeigers".) Gestern sand hier die erste Stadtverordnete nsiyung des Jahres 1932 statt. Bürgermeister Dr Bangert eröffnete die Sitzung mit kurzen Betrachtungen über die Notlage der Gegenwart im deutschen Vaterlands und über die Situation in der Stadt Wetzlar Cr forderte auf, in verantwortungsbewußter Arbeit auch im Iahre 1932 dem Wohle der Stadt zu dienen. In diesem Sinne verpflichtete er auch den neueintretenden Stadtverordneten Lang. Im Anschluß daran wurde davon Mitteilung gemacht, daß drei Mitglieder der bisherigen SPD -Fraktion ausgeschieden seien und nunmehr als selbständige Fraktion der Sozialistischen Arbeiterpartei aufträten. Sodann nahm die Versammlung den Bericht de- Untersuchungs-Ausschusses über die Verfehlungen -es früheren Bürgermeisters ör. Kühn entgegen. Der Bericht umfaßt 144 Schreib- maschinenfeiten: er wurde der Versammlung durch den Vorsitzenden des Untersuchungs-Ausschusses, Stadtverordneten Schellenbcrger, und zum Teil durch ein Mitglied des Untersuchungs-Ausschusses vorgelesen. Die Verlesung des Berichtes nahm etwa vier Stunden in Anspruch. Der Bericht stellt einleitend fest, daß gegen Bürgermeister Dr. Kühn vor seinem Selbstmord am 16. September 1930 eine Untersuchung, zunächst von bet Regierung in Koblenz und bann auf beten Veranlassung von bet Staatsanwaltschaft Limburg, eingeleitet worden war. Die Anklage lautete auf Untreue im Amt und Verwendung städtischer Vermögenswerte zu (e nem eigenen Vorteil. Mit angeklagt wurden zwei städtische Beamte, gegen die das Verfahren zur Zeit noch läuft. Die Voruntersuchung gegen Dr. Kühn habe sich immer ungünstiger gestaltet und das Anklagematerial sich in den letzten Tagen des August 1930 so stark verdichtet, daß die Verhaftung K ü h n s bereits in Erwägung gezogen worden sei und für die nächsten Tage wohl erwartet werden durste. Dieser Wendung sei Kühn durch seinen Freitod zuvorgekommen. leben zu können. Iulietta macht noch eine große Shene zwischen Weinen und Lachen ... und be» toilligt ihm wenigstens Aufschub der Verbannung, bis aud>_ noch der Erbe da sein wird. Da diese Szene überdies in Zärtlichkeit endet, wird der Zuschauer mit einem tröstlichen happy end verabschiedet und braucht sich über eine ungewisse Zukunft des Pärchens — zumal die Millionen in der Familie bleiben — keiner Sorge hinzugeben. Die Uraufführung wurde vom Spielleiter Peter Fas sott in Szene gesetzt: er schöpfte die bühnenmäßigen Möglichkeiten des Stückes wirkungs» voll aus, stellte die lustspielhaft-grotesken Vorgänge auf einen ganz leichten und ungebundenen Konversationston um) ließ die loderen drei Akte im Sinne eines südlichen Maskenscherzcs flüssig und spielerisch abrollen, wozu die bewegte Kostüm. sest-Szenerie des ersten Aktes den richtigen Auftakt gab. Eine besonders erfreuliche Note brachten Äarl Löffler- ausgezeichnete Dekorationen in bie Aufführung, sowohl der elegante Festsaal in Madrid als auch bas länblicbc Flitterwochenpara. dies waren räumlich unb farblich von sehr aparter Wirkung. Edith Berger spielt die Iulietta: sie ist ba- mit wieder vor eine Ausgabe gestellt worden, die ihren darstellerischen Qualitäten vielseitige Gelegenheit zur Entfaltung bietet Sie nimmt die Rolle Atoar zunächst ais das, was sie ist, als einen Anlaß, um aus dem Vollen Theater zu spielen: aber sie bringt auch mehr: sie gibt, Waden vereinten Kräften der Autoren nicht gelang, der Figur — soweit das zu erreichen ist — mensch- liche Fülle, Rundung und Ansehen. Mit Psychologie ist hier nicht viel auSzurichten, aber wo ihr ein natürlicher weiblicher Instinkt zu Hilfe kommt, da kann man fast die Rotte über der Darstellung vergessen: im ersten Akt, in dem sic sich ihr Kind noch nicht gekauft hat. aber es sich vorstettt und sich von Herzen wünscht. Ichr Partner Iack ist Ianscheck: et hat cS auch nicht ganz leicht — vom Tert auS — aber er steuert mit einer gewissen naiven Spielfrei!» digkeit unb einem trockenen, leise ironischen Humor um bie mancherlei Klippen herum. Er läßt sich gleichsam in der unbeschwerten Laune unb Stimmung eines bunten Ma-lensestes ins Ungewisse treiben unb bringt bas Abenteuer mit leichter Hand unb lockerem Witz zum guten Ende. Die brei Alte bes Lustspiels werben von den beiden Hauptfiguren, Iulietta und Iack, so aus. Der UnterluchungS-Au-schuß stellt Johann fest, baß Dr. Kühn sertviclcn Iahren die Stabt Dctzkar zur Befriedigung feiner anscheinend außerordentlich hohen persönlichen Bedürfnisse geldlich stark au-genutzt und geschädigt habe. Die Höhe der Summe, die Dr. Kühn neben seinen recht hohen Dienst bezögen argen jedes Recht sich ungeeignet habe, sei überhaupt nicht sestzustctten. da die Richtigkeit vieler Belege nicht mehr ermittelt werden könne und andere Liquidationen, wie z. B. Reisekosten, teils recht geschickt auf verschiedene Konten verteilt oder überhaupt nicht vorschriftsmäßig nachgc- wiesen seien. Die Gesamtsumme de- Ee -schadens du ch Kuhn- Vorgehen in den letzten vier bi- fünf Iahren ist, soweit die Untersuchungen möglich waren, in Höhe von rund 62 400 Mark ermittelt worden. Die Kommission stellt in diesem Zusammenhänge fest, daß die indirekten Schäden hinsichtlich der gesamten Ausgabenwirtschaft der Stadt Wetzlar weit höher feien unb baß die Stabt Wetzlar heute mit rund 2 Millionen Mark weniger Schulden zu rechnen haben würde, wenn der Bürgermeister nicht über b i c Hälfte beS Iahre - in Urlaub ober auf Reifen gewesen wäre Aus den Betrachtungen über bie einzelnen Kapitel ber städtischen Berwaltungstätigkeit kann hier mit Rücksicht auf ben Raum nur daS Ergebnis ber wichtigsten Feststellungen verzeichnet werden. Hinsichtlich der Vermögens- und Lchuldenverwaliung der (Stadt wird dem Bürgermeister Dr. Kühn zum Vorwurf gemacht, baß er eine Menge kurzfristiger Anleihen aufnahm, ohne bic Stabtverorbneten zu fragen, schließlich e:ne geradezu uferlose Anleihewirtschaft einriß unb bei dem Tobe Kühns keine genauen Unterlagen über bie Verwendung ber einzelnen Anleihen bzw. über beren Verbleib vorhanben gewesen seien. In bicsem Zusammenhänge wirb d c sehr unübersichtliche Führung einer Anzahl Spezialbaukassen gerügt unb u. a mitgeteilt, baß bei ben Stabteigenwirtschaften unb bei der Verkehr-- AG. fchließlich bestimmt und getragen, baß bie übrigen Personen (deren Zahl nicht gerade für die dramaturgische Meisterschaft der Autoren spricht) mehr oder weniger als Statisterie wirken Doch toaren alle Mitwirkenden mit löblichem Eifer bei der Sache: Maria Koch al- elegante Herzogin von Solsona: Beatrice Doering und Han- Pa e t s ch als verzankte- Brautpaar auf dem Maskenball, Sche 1 cher als reicher Grande und roter Domino: Volck als feuchtfröhlicher Attila mit der „Liebe ber Matrosen"; Frau Schubert. Iüngling mit Pfauenfedern und Kindertrom. petc in voller Fahrt, Elisabeth W i el ander al- temperamentvolles Zöschen Conchita: Maria S ach s c als englische Nurse: die Herren Michel und Geiger als dienende Geister Paco unb Ma. tiaS. — Die spanische Neuigkeit würbe mit freundlichem Deisall ausgenommen. hth. Die verkannten Bomben. In Venedig lacht man über das peinliche Erlebnis eines österreichischen Reisenden, der in feinem Gepäck zwei Cocktail-Decher mit fich führte, wre sie von den Mixern benutzt werden. Er wollte mit diesen Dechern einem Freunde in Venedig ein Geschenk machen. AIS bie italienischen Zollbeamten diese glänzenden, versilberten Gegen- stände erblickten, machten sie sehr ernste Gesichter und erklärten, sie müßten diele verdächtigen Dinger erst näher untersuchen. Den Versicherungen des Reisenden, daß es ganz harmlose Werkzeuge zur Bereitung von Getränken seien, wurde kein Glauben geschenkt. Man verhaftete vielmehr den Verdächtigen, weil er sich im Dell he von ..Dom- ben" befand, und fetzte ihn hinter Schloß und R'.egcl. Er mußte da- Erscheinen eines höheren Deamien abwarten, der ihn einem langen Kreuzverhör unterwarf, die .Bomben" öffnete und sich von ihrer Harmlosigkeit überzeugte. Erft bann erhielt er seine Geschenke zurück und durfte mit beträchtlicher Verspätung Weiterreisen. Die ita- ftenischen Zollbeamten sind überhaupt sehr mißtrauisch unb vorsichtig. Sv werben alle Grammo- vhonvlatten <*rft . geprüftum festzustellen, ob sie nicht etwa antifaschistische Propaganda verbreiten wollen. Wenn ber zuhörende Beamte die wohlbekannten Klänge der Jazzmusik vernimmt. bann ist er beruhigt, aber bei Platten mit Neben und fremder Sprache iß man sehr bebenf- und läßt sie et ft durch nachdem ein Sprach« sachverständiger die Worte übersetzt hat. I Verluste in Höhe von 283 839 Mk. entstanden seien. Erhöhtes Gehalt - persönlichen Verbrauch, alles bezahlt die Stadt. In dem Bericht über die Punkte, die Dr. Kühn selbst betreffen, wird ihm jum. Dorwurf gemacht, dah er sich entgegen der Entscheidung der Dienstaussichtöbehörde und entgegen dem Willen dec Stadtverordneten bis zum 30. Iuni 1930 erhöhte Gehaltsbezüge habe auszahlen lassen, wodurch die Stadt um rund 6500 Wk. geschädigt worden sei. Dom 1. Ianuar 1928 habe er aucb keine Zahlung für seinen Gas- verbrauch mehr geleistet, diese Kosten vielmehr aus die städtische Gebäudeverwaltung verbuchen lassen und dadurch die Stadt allein an Gasgeld um 1301 Wk geschädigt. Auch die Elektrizität für seine persönlichen Zwecke habe er vom 1. Ianuar 1928 ab nicht mehr gezahlt, sondern die Stromkosten bei der Betriebsverwaltung auf Konto „Selbstverbrauch" verbuchen lassen. Derlust der Stadt an Stromgeld 2231 Mk Der Gesamtverlust der Stadt durch die von Dr. Kühn verweigerte Gas- und Stromzählung wird auf 3532,63 Mk beziffert. Die Rechnungen für den privaten Kohlenbezug wurden vom Herbst 1927 ab unberechtigterweise ebenfalls zu Lasten der Stadt verbucht und hierdurch vom 30. Rovember 1927 bis 4. Iuni 1930 ein Derlust von 2565 Mk. verursacht Weiter wird in dem Bericht erwähnt, dah die Kosten für Arbeiten im Garten von Dr. Kühn dem Haushaltstitel „Oeffentliche Anlagen" aufgebürdet wurden und hierfür eine Ausgabe von 4738 Wk. entstand. Der Bedarf der Familie Kühn an Blumen und Topfpflanzen ist nach den Feststellungen des Berichtes sehr groh gewesen. Da unter diesen Umständen natürlich auch die Kosten hoch waren, gab Dr. Kühn Ende Dezember 1927 An- we sung. die Beträge für Blumenlieferungen aus der Stadtgärtnerei für seine Dilla nicht mehr bei ihm anzufordern, „weil er sie nicht mehr zu bezahlen wünsche", da es sich hierbei um Repräsentationsverpflichtungen handele, für die er nicht auhu- kommen habe. Für die Zeit vom 1. Ianuar 1928 bis 30. Iuni 1930 bezog dann Dr. Kühn die Blumen kostenlos aus der Stadtgärtnerei, Derlust für diesen Betrieb rund 3600 Wk. Oer Ankauf von Teppichen nahm die Amtslätigkeit von Dr. Kühn ebenfalls in Anspruch. Er kaufte von einem Frankfurter Teppichhändler eine Anzahl Teppiche, von denen er einen «zur Fernhaltung des Staubes und zur Pflege" in seiner Wohnung auslegte. Lieber den Derbleib mehrerer Teppiche fehlt jeder Rachweis. Die Teppiche sind nach fachmännischem Urteil weit über ihren Wert bezahlt, so daß die Stadt durch dieses Teppichgeschäft einen Schaden von mindestens 6000 Mark zu verzeichnen hat. Oie CReifefäfigfeif des Bürgermeisters und einer Anzahl weiterer Herren der Stadtverwaltung nimmt in dem Br- richt breiten Raum der Kritik ein. Die Reisekosten wurden auf die verschiedensten Derwaltungstitel verbucht, wodurch die Rachprüfung sehr erschwert wurde. Gegen eine Anzahl Beamte werden in dem Bericht schwere Dorwürfe erhoben, u. a. bat) Reisen, für die hohe Beträge als Spesen erhoben wurden, nicht gemacht Worden seien, allerlei Luxusausgaben vorgekommen wären usw. Gegen Dr. Kühn richtet sich die bemerkenswerte Feststellung, daß er für seine Reisen fast ausschließlich das städtische D i e n st a u t o, oder seinen Privatwagen benutzte, deren Unterhaltung. Steuern und Betriebskosten zu Lasten der Stadt gingen, während er sich auch noch regelmäßig die Eisenbahnfahrkarte 2. Klasse und Tagegelder in Höhe von 27 Mark, sowie Uebernachtungs» gelber habe zahlen lassen. In dem Bericht wird mit Derwunöerung sestgestellt, mit welcher Gutgläubigkeit. wenn nicht Leichtfertigkeit die Reisekosten für Dr. Kühn angewiesen und bezahlt worden seien; in diesem Zusammenhang heißt es wörtlich: „Maa kann ruhig behaupten, daß 80 Prozent, wenn nicht noch mehr der angeforderten . Kosten fingiert sind." Mit Befremden wird weiter vermerkt, dah Dr. Kühn 261,40 Mark Reisekosten für eine Besichtigung des Walchenseekrastwerkes in der Zeit vom 8. bis 12. März 1930 bei der Betriebsverwaltung zur Erstattung liquidierte, obwohl er in den genannten Tagen in Wetzlar zur Etatsberatung anwesend war und in der Stadtverordnetensihung vom 11. März 1930 sogar die Etatrede gehalten hat. In diesem Berichtsabschnitt spielen auch sehr kostspielige R e i s e n nach Berlin, später nach Kiel und Rendsburg aus Konto „Ferngasversor- g u n g" noch eine Rolle, wobei sich Dr. Kühn für angebliche Dienstreisen vom 18. August bis 1. September 1929 (während er in ilr'a- b wa ), die in dem Bericht als Schwindel bezeichnet werden. 749.10 Mark bezahlen lieh. Eine Reihe ähnlicher Dorkommnisse wird in dem Bericht in allen Einzelheiten festgestellt. Dabei wird mit kritischen Bemerkungen registriert, daß die Anforderung der Gelder lediglich durch einfache Rotizzettel erfolgte und selbst nach der Amtssuspendierung des Bürgermeisters noch geheime Fäden von ihm zu der Der- waltung zwecks Heranschaffung des Geldes liefen. Große Bilderkäufe im Gesamtbeträge von 164 959 Mark, die zum größten Teil ohne Befragen der Stadtverordneten vomBü g rmeister vorgenommen wurden und nun der Stadt starke Derluste bringen dürften, sehr erhebliche Aufwendungen für Instandsetzungen im Dienstzimmer des Bürgermeisters wie auch in seinem Hausgrundstück, für die ebenfalls die Stadtverordneten nicht gehört worden waren, verursachten der Stadtkasse sehr große Ausgaben, die durch allerlei D u ° chungsmanipulationen unter aktiver Mitwirkung des Bürgermeisters und mit Hilfe von Nachgeordneten Dienststellen aus irgendeine Weise untergebracht wurden. Mißbräuchliche Verwendung von Stiftungögeldern rügt der Bericht ebenfalls, wobei festgestellt wird, daß das Geld vielfach nicht dem Zwecke zugeführt wurde für den es bestimmt war. Rundfunk- und Höhenfonnenanlage im Hause des Bürgermeisters auf Ko st en der Stadt fehlt im Rahmen dieses einzigartigen Derwaltungsbe- triebes auch nicht. Verwunderlich ist weiterhin, daß vom Finanzamt angemahnte Einkommen- steue rrückständeDr. Kühns au Stadtrechnung verbucht wurden ebenso Kosten für Geburtstogs-Buketts und Blumensträuße, die von der Familie Kühn geschenkt worden find, aus der Stadtkasse aber zu bezahlen waren; Zigarren- und Zigarettenrechnungen für Dr. Kühn sind in diesem Zusammenhänge auch in den Belegen der Stadtkasse verzeichnet. Oie Bautätigkeit mit zahlreichen wenig erfreulichen Begleiterscheinungen hinsichtlich Reisespesen, Dispositionen über riesige Summen ohne Mitwirkung der Stadtverordneten (Kalsmunt, Stoppelbergturm usw ), eine Stiftung „Lin genannt", in der aber nur städtische Vermögenswerte bin- und hergeschoben wurden, und kritische Beleuchtung von Spezialbaukassen, mit denen allerlei dunkle Manöver vor sich g'ngen. bilden weitere umfangreiche Abschnitte des Berichts, in denen der früheren Verwaltung unter Dr. Kühn sehr kritische Vorhaltunoen gemacht werden. Hierbei spielt auch eine Maschendraht-Affäre im Zusammenhang mit Kühns Iagdhausbau bei Werdorf eine Rolle, die wohl auch noch bei dem gerichtlichen Verfahren gegen städtische Beamte von starker Bedeutung werden wird. Oer Polizeietat wurde gleichfalls für die Machenschaften des Bürgermeisters beansprucht, wobei es sich insbesondere um A u t o k ä u f e und um allerlei Manipulationen mit den dafür aufgewendeten Summen handelte. Lieber den Polizeietat ging auch die Beschaffung von Iagdmunition für den Bürgermeister auf Stadtkosten, ferner lieh sich Dr. Kühn Beträge von zusammen rund 2666 Mark anweisen, die nach dem Unter» suchungsbericht fast ausschließlich fingierte Sachen als Unterlage haben. Ein Geheimfonds wird hier ebenfalls erwähnt, aus dem Ausgaben bestritten wurden, mit denen man die Stadtverordneten nicht gerne belästigen wollte. Weiter wird in dem Bericht von der Fälschung von Zch hab dir verzieh«! Vornan von Llotilde von Stegmann-Stein. Copyright by Martin Feuchtwange r, Halle. 28 Fortsetzung Nachdruck verholen Das Lachen und Jauchzen der kleinen Rosemarie llang durch das leise Raunen des FlusseT, der zwischen den Wiesen von Tannenaue dahin- stromte. Dies war der schönste Spielplatz für das Kind, das eine merkwürdige Liebe zu dem flutenden Wasser hatte und immer wieder nach der Stelle an dem kleinen Wiesenplatze verlangte. Die Kleine tappte mit nackten Füßchen durch das blumige Gras, das hier bis an den ganz flachen Fluß heranreichte. Das Kindermädchen sah mit einer kleinen Räherei dicht am Ufer, immer aufmerksame Blicke auf das spielende Kind werfend. Rosemarie warf mit ihren kleinen ungeschickten Kinderhändchen einen roten Ball ins Gras und lief jauchzend nach. Da rollte der Ball ins Wasser, schwamm an eine Biegung und kreiste auf ein und derselben Stelle, von einem Strudel gefaßt. Rosemarie kroch aus allen vieren dem geliebten Spielzeug nach, gerade während das Mädchen angestrengt die Maschen der feinen Häkelspitze an dem Kiiwerkleidchen zählte. Ein Schrei lieh sie auffahren. Sie sah mit Grausen den Hellen rosa Luftkittel des Kindes im Wasser. Schon war er mitten im Fluß; mit einem Entsehenslaut eilte das Mädchen zum Ufer, ohne Hllfe bringen zu können. Da plötzlich sprang hinter einer Weide eine fremde Männergestalt hervor, die dort schon lange gestanden haben mochte, warf das Jackett ab unb schoß mit einem kühnen Sprung in ben aufschäumenden Fluß. Wit heftigen Stößen hatte der Fremde, ben das Mädchen für einen Gutsarbeiter hielt, das treibende Kind gefaßt, hielt es hoch überfein Wasser und kehrte nach einigen Minuten mit der Geretteten zurück. Mit einem Jubelschrei riß das Mädchen das zitternde und schreiende Kind an sich und achtete in seiner Freude nicht auf den Mann, der jetzt schwer atmend zurücksank in das Gras und mit bleichem Gesicht wie tot dalag. Birgit kam über die Drücke gelaufen. Sie hatte die Schreie gehört, und eine dumpfe Ahnung hatte sie hierhergefuhrt. Mit einem Blick sah sie, was geschehen. Mit einem Ruck riß sie das Kind an ihr Herz und liebkoste es im Gefühl des Wieder- geschenktseins. Dann erst fiel ihr Blick auf den bleichen Mann im Grase, und ein tödlicher Schreck durchfuhr sie. Hastig wandte sie sich an das Mädchen. „Geh. so schnell du kannst — das Kind muß ins Bett. Rufe den Arzt an und schicke mir Mamsell Stülpnagel mit trockenen Sachen vom Grafen Friedrich; hole etwas Wein. Eile dich und sprich nicht über den Vorfall, wir wollen den Herrn nicht unnütz erschrecken." Kaum war das Mädchen hinter den Hecken verschwunden, als sich Birgit über den schwer atmenden Retter ihres Kindes beugte. Sie hatte ihn sofort erkannt. Und nun schlug Hans Egon die Augen auf und sah Birgits Gesicht über sich geneigt. Ein schwaches Lächeln erhellte seine Züge. „Birgit", kam es von seinen Lippen. Sie hörte erschüttert den neuen Ton in seiner früher so herrschsüchtigen Stimme. Aller Groll verflog, als sie ihn hier so elend und verändert wiedersah. Sie strich ihm sanft über die feuchte Stirn. Mühsam versuchte Hans Egon sich aufzurichten. „Ich muh fort von hier", stammelte er, „ich darf dich und dein Glück nicht stören. Ich wollte nur einmal mein Kind sehen." „Dein Kind", flüsterte Birgit, „das du gerettet hast." Er schloß die Augen, wie um dem Tränenstrom Einhalt zu gebieten, der aus seinem erschütterten Gemüt drängte. „Ich danke dir, Gott", sagte er leise, „daß du mich für würdig gehalten hast, an meinem Kinde zu sühnen, was ich verbrochen habe. Aber" — wieder machte er einen krampfhaften Versuch, sich aufzurichten — „laß mich gehen, Birgit, damit nicht neue Unruhe über dich und deinen Mann kommt." „Meinen Mann?" Birgit stutzte, dann verstand sie. Sie atmete mühsam; wie Weh tat ihr Herz. Aber sie sagte gleichmäßig und liebevoll: „Du bist mein Mann, Hans Egon. Kennst du mich so schlecht, daß du glauben konntest, ich hätte mich von dir abgewandt? Gott hat uns zusammenge- Rechnungen gesprochen, in die Dr. Kühn bis zu einem gewissen Grade mit verwickelt war. Es handelte sich dabei um Rechnungen für Autoreparaturen und Autokäufe, bei denen die Stadtkasse in unberechtigter Weise in Anspruch genommen wurde. Auch in diesem Zusammenhänge wird in dem Bericht hervorgehoben, „daß Dr. Kühn nach seiner Suspendierung immer noch übet geheime Kanäle verfügte, die ihm solche Schiebungen gestatteten". Eine Rechnung verschwand sogar eine Zeitlang aus dem Geschäftsgang, als Gefahr durch die Untersuchung seitens der Regierung drohte, und tauchte viel später wieder auf. Ferner wird in dem Bericht von der Beseitigung bzw. Verbrennung von Akten und Briefen in Gegenwart von Dr. Kühn gesprochen. Die verschiedenen Autokäufe spielen bei der Berichterstattung eine große Rolle, auch von Provisionszahlungen an D r. Kühn ist dabei die Rede; allerdings ist diese Provision später an die Stadt zurückerstattet worden, weil, wie Kühn sich einmal geäußert hatte, „die Sache in Wetzlar nicht dicht geblieben fei“ „Verbilligte Kinderfahrten." Eingehende Mitteilungen über „verbilligte Kinderfahrten" der Verkehrs-AG. vernimmt man aus dem Bericht ebenfalls, wobei es sich aber um Finanzmanipulationen handelte, bei denen der Bürgermeister Ruhnießer war. Aus diesem Töpfchen kam auch ein anständiger Betrag, der für eine Rundreise Kühns mit dem Auto durch S ü d f r a n k- r e i ch unb Italien Verwenbung fand. Autoreparaturrechnungen bes Bürgermeisters würben auf bie Polizeiverwaltung Wetzlar um« geschrieben unb aus ber großen Kasse bezahlt. Oas Schlußergebnis aus ben zahlreichen Abschnitten des Berichtes, von denen hier nur ein Teil auszugsweise angeführt werden konnte, geht dahin, daß die Stadt Wetzlar an direkten Verlusten durch Dr. Kühn, soweit überhaupt fe st zu st el- le n war, die Summe von 62 400 Mark zu verbuchen hat, jedoch sind in dieser Summe noch nicht alle Forderungen enthalten, die eigentlich hätten erhoben werden müssen, so z. B. der Ankauf der Teppiche. Im Dergleichswege hat Frau Kühn der Stadt Wetzlar eine Abstandssumme von 15 000 Mark, ferner das Jagdhaus Werdorf und einige Grundstücke übergeben, die insgesamt eine Leistung von 20 000 Mark darstellen. Die Werdorser Jagd- Ha u s a f f 2 r e ist in dem Llntersuchungsbericht nicht behandelt, da in dieser Hinsicht die Staatsanwaltschaft in Aktion treten muß. Die Frage, wie Dr K ü h n es fertiga-bracht habe berartme Manipulationen zu betreiben, ohne schon früher daran zu scheitern, wird in dem Bericht dahin beantwortet, daß Dr. Kühn seinen Beamten streng verboten hatte, Auskünfte an neugierige Stadtverordnete zu geben, und die Beamten sich fürchteten, auch nur die einfachste Auskunft zu erteilen, well sie sonst von Dr. Kühn Rachteile für ihre Stellung zu gewärtigen hatten. Zum Schluß dankte Stadtv. Schellenberger als Vorsitzender des Untersuchungsausschusses dem jetzigen Bürgermeister Dr. Bangert für die ihm zuteil gewordene Llnterstühung. und den Mitgliedern des Untersuchungsausschusses für ihre aufopfernde Mitarbeit. Rach Dankesworten des Bürgermeisters Dr. Bangert an den Untersuchungsausschuß für die geleistete große Arbeit fanb die Versammlung ihr Ende. In eine Aussprache über die ganze Angelegenheit soll am Montag, 8. Februar, eingetreten werden. Vier Verletzte bei einer Benzinexplosion. WSN. Mainz, 27. Jan. In der Küche eines Hauses am Nömerlager ereignete sich eine folgenschwere Benzinerplosion, durch die vier Personen erheblich verletzt wurden. In Anwesenheit einer Nachbarsfrau waren die Frau eines Eisenbahnsekretärs unb deren Schwester damit beschäftigt, Wäsche mit Benzin zu reinigen. Durch einen Windstoß durch das geöffnete Fenster wurden die Benzindämpfe nach dem Landsegeln mit 60 Kilometer naesckwindialeit v Der junge Berliner Ingenieur Wolfgang von Bolton hat jetzt mit seinem „Segelwagen" ein neuartiges Sportgerät konstruiert, das einschließlich des Segels nur 35 Kilogramm wiegt Es erreichte bei den Der- suchsfahrten Geschwindigkeiten bis zu 60 Kilometer in der Stunde. Sein Anschaffungspreis ist kaum höher als der eines Fahrrades. brennenden Küchenherd getrieben unb entzündeten sich. Die Flasche explodierte und eine nächtige Stichflamme füllte plötzlich den Küchenraum, wodurch die drei Frauen erhebliche Brandwunden im Gesicht und an den Händen erlitten. Außerdem gerieten die Kleider einer ber Frauen in Brand, der aber durch den auf das Hilfegeschrei hinzukom- menden Ehemann erstickt wurde. Dabei zog sich der Ehemann nicht unerhebliche Brandwunden an den Händen zu. Der bei der Explosion entstandene Küchenbrand konnte von Hausbewohnern gelöscht werden. Die vier verletzten Personen mußten dem Krankenhaus zugeführt werden. Oberbeffen. Landkreis Gießen. O Lollar, 26. Ian. Am Samstagabend hielt ber Turnverein Lollar im Saalbau ,Lur Linbe" fein Winteroergnügen ab. Der 2. Vorsitzende L. Wagner hielt die Begrüßungsansprache. Dann zeigten alle Abteilungen vortrefflich durchgeführte turnerische Darbietungen Lauf- und Hüpfübungen, Körperschule und Bewegungsspiele der Schülerinnen, Keulenübungen der Turnerinnen, Turnen am Pferd, Barren unb Reck ber aktiven Turner, Freiübungen unb sonstige Vorführungen ber Schüler letzten Zeugnis bavon ab, daß im Verein mit viel Liebe unb Sorgfalt gearbeitet würbe. Reicher Beifall würbe ben Turnern unb Turnerinnen zuteil. Die Kapelle L tz n ck e r umrahmte bie Veranstaltung mit Musik. — Die ordentliche H a u p t v e r s a m m. lung des Turnvereins war gut besucht. Der 1. Vorsitzende, Bürgermeister Schmidt, wies auf die erfolgreiche Tätigkeit des Vereins im abgetan- fcnen Jahre hin und gedachte ber beiben verstorbenen Mitglieder, Heinrich A r n o l b unb Gerhard Fuchs. Aus dem Turnbericht des Turnwartes war zu entnehmen, daß die turnerische Betätigung auf allen Gebieten erfolgreich war. 93 Turnstunden fanden statt und 130 Preise wurden bei den verschiedenen Wettkämpfen errungen (14 erste, 21 zweite und 8 dritte Preise). Aus der Tätigkeit ber Sportabteilung ist zu berichten, baß eine 1., eine 2., eine Lehr- unb eine Iugeubfußballmannschaft bestehen, bie zusammen 75 Spiele burchführten. Eine 1., eine 2. und eine Jugenbhanbballmannschaft bestritten ins. gesamt 49 Spiele. Die von bem 1 Rechner ßubroig Agel vorgetragene Rechnung weist in Einnahme 2028 Mark, in Ausgabe 1926 Mark nach. An Bar- uermögen finb 221 Mark, an Sachwerten 3400 Mark 1 eingestellt. Auf Vorschlag des Vorstandes wurde eine führt, da dürfen wir Menschen uns nicht scheiden. Rie lasse ich dich in diesem Zustand fort von uns. Erst muht du neue Kräfte sammeln, später sollst du alle Freiheit haben, die du wünschest. Vielleicht aber gelingt es uns, unser zerstörtes Leben neu aufzubauen." * In dem kleinen Försterhause mitten im Tannen- walde, eine halbe Stunde vom Schlosse entfernt, wurde Hans Egon untergebracht. Er hatte sich mit wilder Angst geweigert, sich vor den Menschen und im Schlosse zu zeigen. So war der alte treue Förster von Birgit eingeweiht worden. Auch er war aufs tiefste erschüttert von der Veränderung, die mit seinem einst so schönen, lebenslustigen Herrn vorgegangen. Wer hätte auch in dem mageren, blassen, stillen Manne den eleganten Kavalier von einst wiedererkannt? Aber um so liebevoller widmete er sich der Pflege und Wiederaufrichtung des Grafen. Seine Frau, die frühere Mamsell des Schlosses, wetteiferte mit ihm in der Fürsorge für den Kranken, immer von neuem angefeuert von Birgit, die es sich nicht nehmen ließ, mehrmals in der Woche nach Hans Egon zu sehen, denn eine schwere Lungenentzündung hatte feinen geschwächten Körper erfaßt, und was dem ersten Angriff des Schicksals nicht gelungen war, das wollte diese letzte Attacke vollenden. Birgit hatte den alten Sanitätsrat Siewert ins Vertrauen gezogen und er war es auch, der sie darin bestärkte, den Grafen Friedrich, der jetzt mitten in den Sorgen der Erntezeit stand, das Auftauchen des Bruders zu verschweigen. Wohl hatte es Birgit schwere Kämpfe gekostet, vor Friedrich ein Geheimnis zu haben, aber wenn sie des Abends seine abgespannten Züge iah, wenn sie ihn vor Tau und Tag schon hinaus- gehen sah zu feiner anstrengenden Tätigkeit, die et ohne einen tüchtigen Inspektor durchführen mußte, dann versagte ihr der Mut. Sie konnte ihn jetzt nicht noch mit einer persönlichen Sorge belasten. So schwieg sie und trug allein die Rot um das Leben des Mannes, der einst ihr Schicksal bestimmt hatte. Sie konnte um so mehr ihre Wege zu Hans Egon heimlich machen, als Friedrich halbe Tage vom Hause fort und draußen auf den weiter entfernten Feldern des Gutes beschäftigt war. Das Kind hatte nach einem tiefen, gesunden Schlaf feine alte Frische und Fröhlichkeit wiedergefunden, und nur der Spielplatz am Wasser war jet)t streng verbotenes Gebiet geworden. Die Krise in der schweren Erkrankung Han» Egons war dank der aufopfernden Pflege aller Beteiligten für den Kranken glücklich vorüber- gegangen. Das erste Rot der Genesung blüht« auf seinen blassen Zügen. Wenn Birgit mit einer kleinen Erfrischung oder einem schönen Blumenstrauß vor dem Försterhause ankam, leuchteten ihr die klarer werdenden Augen des Genesenden mit tiefer Dankbarkeit entgegen. Rie fiel ein Wort von der Vergangenheit zwischen ihnen. Aengstlich vermied Birgit alles, was den langsam Genesenden an das Schwere erinnern mochte, das er hinter sich hatte, Dis er eines Tages selbst das Schweigen brach und Birgit bat, ihm zuzuhören. „Ich werde nicht eher wirklich gesunden, ehe du alles weißt, Birgit." Sie wollte abwehren, er aber blieb unbeugsam. „Birgit, es muh fein, um Klarheit zwischen unS zu schaffen. Gönne mir die Beichte, die mich vielleicht ein wenig von dem schweren Schuldgefühl erlösen wird, das ich dir gegenüber trage.“ ..So sprich!" sagte sie, obwohl sie fürchtete, dah sie dem Ansturm der bitteren Erinnerungen nicht ohne Erschütterungen würde standhalten tonnen. Er beichtete. Er beichtete schonungslos. Er verbarg ihr nichts, obgleich er das Rot auf ihren Wangen kommen und gehen sah, obgleich sie mitunter das Gesicht abwandte, wie um ihr tiefes Entsetzen zu verbergen. Aber als er am Schluß seiner Deichte war, als er verzweifelt nach ihrer Hand griff und fragte: „Kannst du mir nach alledem wirklich verzeihen, so verzeihen, daß auch mein Gewissen Ruhe findet?", da sprach sie: „Ich habe nicht gewußt, dah das Leben so wirr sein kann, ab,er vielleicht verlangt das Schicksal von uns, dah wir auch das erkennen und verstehen. Was du tun konntest, um zu sühnen, hast du getan.“ „Vielleicht konnte ich noch etwas mehr tun", sagte er, und zum ersten Male ging es wie ein hoffnungsvoller Schimmer über fein Gesicht. „Auch dein Vater wird wieder zu seinem Recht kommen." Und er erzählte in kurzen Zügen, was er in Hamburg ausgerichtet hatte. (Sortierung folgt.) rOprozentige, für erwerb »lose Mitglieder ein« SOpro- zentige Ermäßigung der Beiträge beschlossen. Der voran ch og für das vereinsjahr 1932 wurde genehmigt. Die Vorstonüswcchl hotte folgende, Ergeb- nis: 1. Vorsitzender. Bürgermeister Schmidt, 2. Vorsitzender^ Ludwig Wagner 1. Schrift« sichrer: Otto Scbmidt. 2. Ährislführer: Georg Äreipl, 1. Rechner: Ludwig Lgel. 2. Rechner: Philipp Brusius, 1. lummorl: Karl Lgel, 2 Turnwort. Otto Müller, Schülerturnwart. Waldemar Grote, Sportwart: Dtlo Dteg, Zeug- wart: Heinrich Bierou, Obmann der oportablei- lung. Ä. Heinze, Schriftführer der Sportabtei- lung: Dr Limberger, Iugendobmann der Sportabteilung: Äorl Zimmermann. - Grünberg. 23. Ian. Am SamStagabeird fand Im .Taunus" die Hauptversammluna de« Turnvereins statt. AuS dem Jahresbericht deS ersten Sprecher«, Lehrer Wenzel, und aus den Berichten der einzelnen Jachwarte ergab sich, daß im Verein auch Im abgelaulenen Jahre rege« turnerisches Leben herrschte und daß bei den besuchten Gauveranstaltungen eine stattliche Anzahl Siege errungen wurden. 3m Mürz wurde die schon vor dem Kriege bestandene Fechtriege wieder inS Leben gerufen, die in Fritz Ä oll (Go- belnrvd), früher Mitglied deS Turnvereins 1846 Gießen, einen rührigen Leiter besitzt. 3m Hinblick auf baS in diesem Jahr zur öröffnuna kommende Schwimmbad gründete der Verein auf Deranlas- fung von Gauschwimmwart Sauer (Gießen > eine Schwimmerriege, die zunächst monatlich mit der Schwimmabteilung deS Turnverein- 1846 Gießen im Gießener DolkSbad gemeinsame Uebung-stunden abhält. Die Witgliederzahl ist auf dem alten Stand geblieben, sie betragt 190 gegenüber 189 im Vorjahre. Größere Ausgaben mußte der Verein zur Bekämpfung deS Holzwurmes im Dachgebälk der Halle und für den Anschluß an die Kanalisation aufwenden. Um die Kosten hierfür, sowie für sonstige Reparaturen und die Steuern leichter zu befchafsen, wurde der KreiS der Benutzer der Halle weiter gezogen, indem diese auch an politische Vereine überlassen wurde. Die Rechnungsablage. von Fabrikant Carl Schmidt erstattet, ergab eine Einnahme von 2791,19 Mark und eine Au-gabe von 2489,93 Mark, mithin einen Ueberfchuß von 301.23 Mark. Eine auSgeloste Anleiheablofung-fchuld in Höhe von 316,30 Mark wurde zur späteren Verwendung zinstragend angelegt Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Zu Kasfeprüsern für 1932 wurden Kaufmann O. M a t t h i e S und Duchdruckereibe- siher H. R o b e r t, )u 3nventarprüfern Christoph Ritter und Christian Sch m a del bestimmt. Für den 3ubiläumSgauturntag (der 100.) des Gaue« Helfen, der Anfang März in Gießen ftatt- finden soll, wurden Fabrikant HSchmidt III. und Lehrer Wenzel als Vertreter gewählt. Bei Punkt .Verschiedenes" wurde eingehend über die immer dringendere Erneuerung bzw. den Umbau der Halle gesprochen. Auf Vorschlag deS ersten Sprecher- faßte die Versammlung folgende Entschließung: .Der Zustand der Halle, insbesondere ihr inneres Aussehen und die Dühnen- einrichtung, ersordert unbedingt eine Aenderung. Der Vorstand wird beauftragt, unter Zuziehung von Sachverständigen und anderen Personen über Mittel und Wege zu beraten, wie hier Abhilfe ge'chafsen werden kann." * Rödgen, 27. Jan. Der hiesige Gesangverem »Harmonie hielt bei Gastwirt Balser seine Jahreshauptversammlung ab. Der Kassenbericht ergab, daß die finanzielle Lage des Verein- durchaus befriedigend ist. Der bisherige Vorstand wurde wiederaewählt. Die Derfammlung faßte den Beschluß, den jährlichen Beitrag von 6,00 Mk. auf 4,80 Mark zu senken. — Bei der am Sam-tag abgehaltenen Hol-versteigerung in den Waldungen der Gemeinde wurden im Durchschnitt per Raummetor folgende Preise erzielt: Buche- fcheitcr 11. Bucheknüppel 8. Eicheknüppel 6. Fichte 5. Kiefcrnknüppel 8, Duchenstöcke 8 T7nrt; Buchen- reisig kostete 16 Mark pro 100 Wellen. a. ft l e i n - L i n d e n , 27. Ian. Der Schützen- U u b Roland hielt an den letzten Sonntagen sein diesjähriges Saalpreisschießen ab. Jedem schützen wurden drei Schuß auf die Zwölferringscheibe zu- gestanden. Die Ergebnisse dürscn als sehr gut bezeichnet werden. Els Schützen erreichten mit drei Schuh die Höchstzahl von 36 Ringen, so dah der erste in den meisten Fällen sogar erst der zweite Ctechschuh das Treffen entschied. Es erhielten l.Pr. W. Peetz, 2. A Weller, 3. H. Mohr, 4 H. Friedrich, 5. Daniel Jung, 6 Reinholl Weller, 7. Fr, Stein, 8. H. Benderoth. 9. ft. Otto, 10. E. ftopp, 11. W. Germer mit je 36 Ringen: 12 ft. Bolk, 13. W. Volkert, 14. R. ftopp mit je 35 Ringen. Die Preis- Verteilung wurde am Sonntagabend im Rahmen einer kleinen Feier im Turnerheim oorgenommen. Der Derein beteiligt sich am Bundesichiehen (5. Juni) in Großen Linden und am Bundesschießen in Wetz- lar-Riedergirmes am 7. August. Y Watzenborn-Steinberg, 27. Ian. Seinen 8 0. Geburtstag feiert am 29. Januar in vpller geistiger und körperlicher Frische unser Mitbürger Johanne- Schmitt in Steinberg. Roch heute versieht der rüstige Mann täglich seinen Dienst als Hilf-feldfchütze und Daumwart. ch Lich, 26. Jan. Der M ä n n e r g e s a n g v« r - ein ..C ä c ilia" hielt am Samstagabend feine Generalversammlung ab Der Vorfitzende. Karl Lotz, gedachte zunächst der verstorbenes Verein«- mitglieder des verflossenen IahrcS. Dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß der Verein 10 Ehren-, 78 aktive und 115 passive Mitglieder zählt. Die VereinSchronik, von Ludwig Wacker ve.lesen, rief manche Erinnerung wach. Die vom Dereinsrcchner O Wahl ausgestellte Rechnung fand die Genehmigung der Versammlung Bei der Vorstandswahl wurden die fahungsgemäß au5scheidend:n Vorstandsmitglieder einstimmig wiedergcwählt Die Sänger Heinrich Zimmer und Friedrich Fischer wurden für 35jährige Mitgliedschaft xu Ehrenmitgliedern ernannt. Mit der grünen Ehrennadel des Hessischen Sängerbünde- für regelmäßigen Besuch der Singstunden wurden die Sänger H. Pie-, Karl Rau. H Reu deck und Heinrich Lotz ausgezeichnet. Dir S.nzstut.dm waren im allgemeinen gut besucht Das diesjährige Konzert soll am 13 März stattfinden. Außerdem wurde beschlossen, die alljährlichen Konzerte nicht mehr im Frühjahr, sondern im Herbst alnuhalten. Der Mitgliederbe trag von 1,25 Mk. für das Vierteljahr wurde auf 1 Mk. herabgesetzt. ' Hungen, 27 Jan- Dem hiesigen Krankenhaus und der Armenkasse wurde in diesen Tagen eine wertvolle finanzielle ilntcritütjung zuteil. Herr Anton Weck, em gebürtiger Hungener. der zur Zeit in Reuyork lebt, lieh dem Krankenhaus durch Pfarrer Bock die Summe von 4 0 0 Dollar und der Armenkasse 50 Dollar übermitteln. Der Gesangverein „Eintracht" wurde ebenfalls mit einer Spende von 50 Dollar bedacht Kreis tiiiDingcn ♦31 idda . 27. Ian. Seit einer Reihe von Jahren begeht der oberhessische Lchäferver. b a n d alljabrlich ein Schäferfest . bei dem Vorträge über Förderung der Schafzucht. Film. Vorführungen, ein historischer Festzuz der Schäle- rinnen und Schäfer in ihren alten, malerischen Trachten und Wettläufe ltattftnden. Der Vorstand hat beschlossen, daß daS dieS:ährige Fest hier im GambrinuS" bzw auf der GänSwiese am 7. Februar abgehalten werden soll. Mrcte fttis eld ** 2llSfeld, 26 Jan. Dieser Tage sprach auf Veranlagung der hiesigen Dürergesell- schäft im Physiksaal der Oberreallchule Univer» fttätSprofe'sor Dr. Kinkel (Gießen) über bat Thema .DoetheS Werk, eine Vollendung und ein Anbeginn." Der Vortragende zeigte in geistvoller Weile. waS unS der Buntes größte deutsche Dichter heute noch zu geben vermag. und wie wir an fern Werk herantreten sollen. DaS Goethegedenkjahr 1932 möge für Viele Anlaß und Aufrüttelung sein, erneut zu Goethe hinzulinden und in fein Derk cinjuönngen. Dre zahlreichen Zuhörer dankten für die vortrefflichen Ausführungen mit herzlichem Beifall. Zu Beginn M Abends erinnerte der Vorsitzende der Alsfelder Dürergelellschaft, Studienrat Dr Berg, daran, daö die Dü re r gef e l l lcha f t in diefem Jahr auf ihr lOjährigeS Bestehen zurückblicken könne, und betonte, daß sie auch weiterhin an ihrem Hauptziel festhalten wolle, da- GeisteSgut der großen Deutschen zu pflegen und zu vermitteln. Rieder-Ohmen. 24. Ian. Montag, 7. Mär;, findet für daS nördliche Oberhelfen in Riedcr-Ohmen ein Dorfkirchenvorsteher- l a g statt. Prälat D. Dr. Diehl und Oberllrchen- rat D. Wagn e r werden im FestgotteSdienst predigen. In der Rachmittag-verfammlung spricht Professor Lic. Gerstenmeher (Friedberg). Allerlei. Die alt wird ein Zeitungsblatt? Die ZeitungSw.fsenschaft, die in letzter Zeit einen Jo hohen Au fchwuna genommen hat, legt besonderen Wert auf die Au bewahrung d:r Zeitungen. die eine so wichtige Wissen-quelle bilden, man zerbricht sich jetzt, nicht nur bei uns, sondern auch in England und Amerika, den Kopf, um da- beste Verfahren herau-zubelommcn, das Der Zeitung ein lange- Leben sichert In dem Regierung-laboratorium ter Vereinigen S.aaten Hnb nun Untcrfu4)ungen ungeteilt wo.den. die sich mit der gegenwärtigen Lebensdauer eine- Zei» tung-blatte« beschäftigen. Dabei kam man zu dem Ergebnis, dah alle amerifan schen Zeitun «bände, die in den Jahren 1873 bi« 1927 gedruckt wurden, Dem raschen Untergang geweiht sind. In der Zeit von 1870 biS 1873 vollzog sich nämlich der Uebergang von dem Baumwoll» und Leinenfascr- papier zu dem Papier, da- au- Holz, au« Stroh ober GraS hergestellt wurde. Diele Erzeugnisse besitzen aber keine längere Dauer. Erst im Jahre 1927 entschlossen sich einige Zeitungen, die auf ein lange« Fortleben Wert legten, einige Stücke auf Lumpenpapier abzu; ehen, und diese kommen in die öffentlichen Dioliotheken, wo sie Jahrhunderte überdauern werden. Für d.e Lebensdauer der Zeitung ist entscheidend, welches Verjähren der Papierfabrikation angewendet wird. Auch Lumpen- und Leinenpapier zerfällt sehr rasch, wenn es trocknet, bevor eine chemische Reinigung erfolgt ist. Unter den verschiedenen Verfahren, die zur Erhaltung des modernen Papiers vorgeschla- aen wurden, wird als die beste empfohlen, auf die Zeitung-selten der einzelnen Bände mit Stärke festeS japanisches Sei.enpapier aufzukleben. Auf diese Weise verleiht die Reuyorker öffentliche Bibliothek Den von ihr aufbewahrten Zeitungen Dauer, aber Diele Methode ist recht kostspielig. WaS eigentlich Den raschen Zerfall DeS Papiere- hervorruit. weiß man noch nicht genau. Die meiste Schuld tragen wohl die Unreinheiten, Die bei Der chemischen Behandlung übrigb eiben. Liebesbriefe zu Studienzwecken. Ein englischer Student der Psychologie hat an mehrere hundert Frauen 2icbc6jrie e gerichtet, in Denen er ihnen feine LeiDenschaft gcflanD unD um Antwort bat. Infolge Der Menge von Antworten, Die er erhielt. wurDe Die Polizei auf ihn aufmerksam und unterwars ihn ein:m Verhör. Rach- Dem er aber nachgewiefen hatte, Daß er diese Driese .nur aus wissenschaftlichem Interesse" schreibe, um Stoff für seine Studien zur Psychologie der Frauen zu gewinnen, mußte man ihn freilassen. Da solche Versuche nicht gegen Da« Gesetz verstoßen. Bei dieser Gelegenheit teilte der jugendliche Forscher ein ge Folgerungen mit, die er au« feinen Versuchen gewonnen hat. .Jede Frau," so sagte er. .will von Unglück hören. Denn Dann wird ihr Mitleid und damit ihre Zärtlichkeit erregt. Am mitleidigsten find Blondinen. Alle Frauen denken gern, daß Der Mann. Der ihnen feine Liebe gesteht, schön isll Wenn Die Frauen keine Worte finden, um ihre romantischen Gefühle auszudrücken, Dann nehmen sie zu den banalen Versen der Schlager ihre Zuflucht. Die meisten Frauen möchten einen Mann fcnncnlemcn, dessen Leben und Berus nicht« Lllltägliche« hat. De-Halb habe ich mich als ein Teepslanzer au« Indien au-gegeben, und da« hat sehr gut gewirkt. Liebe ist die einzige Illusion, Die die Frauen auch nach schlimmen Erfahrungen und Enttäuschungen nicht verlieren. (Der junge Mann kann es mit seinen Erfahrungen noch weit bringen.) Wirtschaft. HolzverfieigerungS«Termine. Freitag. 29. Januar. Hessische- Forst amt Gießen: Zusammenkunft am Pf.anzgarien im Distrikt Rieder-Seilbach. 9.45 Uhr. Bürgermeisterei Dießen: Zusammenkunft am Allen Annerödcr Weg. 8. Schneise. 9.30 Uhr. * I P. Demberg AG-, Wuppertal- Ober bar men. In der Aufs.chtsratS-Sihung Der Gesellschaft wurde der Abschluß für das am 30. September 1931 abgclau'eae Geschäftsjahr vor- gelegt und genehmigt. Die Bilanz schließt nach Vornahme von 6 542 156 Mk. Abschreibungen mit einem Verlust von 7 039172 Mk. ab. Es soll der für Den 27. Februar einzuberufenden Generalversammlung vorgeschlagen werden, diesen Verlust in Höhe von 4 Millionen Mark aus dem Reservefonds zu decken und Den Rest auf neue Rechnung vorzutragen Für das Geschäftsjahr 1929 30 wurde bei 7 545 317 Mk. Abschreibungen auf Anlagen und Vorräte und 14 346 654 Mk. Sonderabschreibungen auf Dele.ligungen und stillgelegte Betriebe ein Verlust von 14 Millionen Mark ausgewiesen, der aus der Reserve gedeckt wurde. Frankfurt ruhig. Frankfurt a. M., 27. Ian. Tendenz: voll behauptet, später leicht nachgebend. Infolge Mangels fast jeglicher Anregungen verkehrte Der Frankfurter Effektenfrejverkehr von Bureau zu Bureau in sehr ruhiger Haltung. Da auch keine KauforDer« vorgelegen haben, herrschte fast nahezu Geschäftslosigkeit, zumal sich Die Spekulation nach Den letzttägigen Steigerungen äußerst reserviert verhielt und Die weitere Entwicklung der allgemeinen Situation abwartet. Die Mehrzahl Der Kurie blieb gegenüber gestern voll behauptet. Lediglich einige Spezialaktien, wie Reichsbank, Siemens, Schuckeri. Ges- füreL I.-G.-Zarben und verschiedene Montan- werte zogen nochmals etwa 1 bi« 2 Prozent an, doch ging gegen Mittag auch hier ein Teil der erzielten Gewinne infolge der Gefchäftsstille wieder verloren. Ausgesprochen schwach lagen am Kunstseidemarkt Demberg, die auf Den neuerlichen starken Verluftabschluh etwa 3 Prozent verloren, auch Aku lagen im Zusammenhang damit etwa 2 Prozent schwächer Don lokalen Werten waren Holzmann etwas gefragt und 2 Prozent fester. Der Rentenmarkt lag ebenfalls sehr ruhig, doch bewirkten vormittag« einige Pu- bl.kumsordcrs bei Goldpfandbriefen 0,25 bis 0,75- prozentige Besserungen. Reich-schuldbuchsorde- rungen in späten Fälligkeiten tendierten mit plus 1,25 Prozent recht fest. Reichsaltbefitz blieb unverändert. Liquidations-Pfandbriefe lagen nicht ganz einheitlich: während die Kurfe Der Frankfurter Institute 0,25 bi« 1 Prozent höher notierten. tourDcn Rhein.schr Hypocheien-Liguidationen beute eher offeriert Kommunal- und Städtean- leihen lagen ruhig unD kaum ocränDert Industrie-Obligationen waren weiter eher gesucht, jetzt auch wieder einige westdeutsche Papiere, vor allem Krupp. Fremde Werte blieben vernachlässigt Berlin: flau. Berlin, 28 Ian. (WTB. Funkspruch) Nachdem schon in den legten Tagen das Geschäft an den Aktienmärkten eine wesentliche Einschränkung erfahren Halle, Angebot und Nachfrage sich aber doch ziemlich die Waage hielten, so daß die Tendenz im allgemeinen behauptet war, war im heutigen Frei- vertehr überwiegend Abgabeneigung festzustellen. Die Umiatztätigkeit hielt sich in engsten Grenzen, wobei jedoch zu berücksichtigen ist, daß in ben Ultimotagen das Geschäft an und für sich immer ruhiger wird. Es fehlte für die Käufer auch an Anregungen, so daß der Markt hauptsächlich auf die berufsmäßige Spekulation angewiesen mar. Die Schwäche der gestrigen Neuyorker Börse lenkte die Aufmerksamkeit auf die international herrschende Unsicherheit, und im Vordergründe der Diskussionen standen die allgemeinen Geld- und ftrcbitproblcme. Die Bank von Frankreich dürfte eine Verlängerung des 2.5-Millionen Dollar-Kredits an Deutschland beschließen, so daß sich die Hoffnungen auf eine baldige Diskontermäßigung der Reichsbank verstärkten. London hat allerdings wider Erwarten keine Aenderung feines offiziellen Banksatzes oorgenommen. Auch die Fest gkeit der Mark im Auslande löste bei der Kulisse einige Reali- fationen aus. Da nur geringe Aufnahmeneigung vorhanden war, gingen die .Kurse leicht zurück, die Rückgänge betrugen aber nur in Ausnahmefällen mehr als 1 Prozent, nachdem jedoch gestern abend schon eine Ermäßigung eingetreten war. Am Bankenmarkt waren Reichsbantanteile zirka 2 Prozent niedriger, sonst traten kaum Veränderungen ein. Von Schiff- fahrtswerten hat sich der Kurs für Hapag dem des Lloyd genähert, ftui.ftfeibenroerte waren, von Bem- berg ausgehend, etwas stärker gedrückt, und für Montanpapiere brachten die bevorstehenden Auf- sichtsratssitzungen im Siemens-Konzern einige Un- ficherheit in das Geschäft. Verhältnismäßig gut behauptet waren Montanwerte, ftaliakllen gaben bis Zu 2 Prozent nach, Bürbach verloren sogar 4 Prozent, und auch bei Farben und den übrigen Spezialwerten hielten sich die Rückgänge in diesem Rah- men. In Schultheis wurden weitere Positionslosungen vorgenommen, die den Kurs abermals um zirka 1,5 Prozent drückten. Die Auslandwerte lagen infolge der Markbefestigurg ebenfalls etwas schwächer. Letzteres war wohl auch der wrunb für zunehmen- Des Interesse an festverzinslichen Werten. Don diesen waren heule wieder ftommunalobliga- tionen und Reichsschuldbuchforderungen bevorzugt. Auch Reichsbahnvorzuasaktien hatten feste Veranlagung, während tjarbenbonos der Aktienbe- weau.ig folgten. Deutsche Anleihen lagen nur un- wesentlich verändert. Die Devisenmärkte fast völlig unverändert. Berlin, 27.Ian. (WTB) An den internationalen Devisenmärkten roaren die Umsätze heute unbedeutend, bis auf die Reichsmark und den Dollar ergaben sich keine größeren StränDe> rungen. Das englische Pfund ging oormittags von 3,4640 gegen den Dollar auf 3,4575 jurüd, gegen Den _ Gulden schwächte es sich auf 8,5825, gegen Zürich auf 17,7150, gegen Paris auf 87,81 und gegen Die Reichsmark auf 14,7050 ab Der Dollar notierte in AmsterDam 248,40, nach Gesternschluß 248,45. Die Reichs- mark ging in AmsterDam auf 58,35 zurück (®e- fternschluß 58,4250) unD in Zurich auf 120.20, später 120,30, gegen gestern 120,60. In Paris war ein Kurs für die Reichsmark noch nicht zu hören. Der französische Frank war gut behauptet, die Rorddevisen und Madrid tendierten etwas leichter, auch Brusiel war knapp gehallen. Am Nachmittag konnte sich Die Reichsmark wieDer etwas befestigen, und auch das Pfund konnte sich leicht erholen. Gegen Den Dollar stellte es sich auf 3,4613, gegen Den Gulden auf 8,60. gegen Paris 87,93, gegen Zurich auf 17,7850 und gegen Die Reichsmark auf 14.72. Der Dollar war unverändert, der französische Frank konnte leicht anziehen. Die Reichsmark befestigte s i ch in Amsterdam auf ihren gestrigen Stand von 58,4150, in Zürich auf 120,60, während sie in Reuyork unverändert 23,51 notierte Madrid konnte sich international befestigen, während Der holländische Gulden knapp behauptet blieb Buenos zog leicht an. Die Nord- Devisen und Rio waren völlig unverändert. Devisenmarkt Berlin — Jcanffurt a. Bl. Banknoten 27 Jcnuer 28.3e*«r Xonmm» emth®< x»tinwta ZVu Snr prtiinafCTt . 6 354 6.366 6 354 6 366 faire 49 95 50.65 49 95 30.05 12 465 12.415 12 465 12.445 t*l.NU>cS . . 56 9 4 57.06 56 94 57.06 iclie . . 3.057 3.063 3.057 3 063 tvlia«» . . 169.58 169.92 169.58 169.92 C»:e . . 78 82 71.98 78.92 79.08 79.47 80 13 10.12 80.28 ct-dt.ie 11.12 11.28 81.37 81.53 l'onsce 14.51 14 55 14.56 14.60 Furnrt ffirr* 1.043 1.047 1.043 1.047 Siruocd 4.209 4.217 4 239 4.217 erjiiri 5,.69 58.81 58.71 59 83 . . . 21.08 21.1? 21.08 21.12 far« . . 16.57 16.61 16.57 16.61 c»rprt| 82.10 82.26 82.07 82.23 cranlee 35.36 35 44 35 36 35 44 t«m4‘6 • - 62 07 82.23 12.02 82.18 „ • 1.528 1.532 1 528 1 532 Sito m .la. 0.254 0.256 0.257 0,259 3ugrn«wiee. 7.463 7.477 7 443 7.447 V.rabee 13.24 13 26 13.24 13.26 ____ _ «inrntanii(t>r Ütn. ...... «r.fllltbf Slotri ........ Idnllit* Sloten......... 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