Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilüts-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schuf^ttaße <. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Rcichspfennig, Platzvorfchrift 20°mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfürdenAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Eriche,nt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat >m DUd Die Scholl» Monatr-Vezugspreis. Mit 4 Beilagen RM. l.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: $ranlfurl am Main 11686. Nr ZOHKvühaussabL 182.Jahrgang Dienstag, 27.Dezember1932 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Randnoten. Pausen sind nicht nur ein Mittel der Musil, sondern ebenso der Politik. Sn den Augenblicken, in denen nichts zu geschehen scheint, vollzieht sich häufig der entscheidende Teil der Handlung und Wirkung. Wir sehen dann plötzlich alles mit anderen Augen an, wir hören mit anderen Ohren, empfinden mit neuen Sinnen. Dieter Möglich - leit, und zugleich diesem Bedürfnis nach Ruhe und D.stanz zu den Dingen, dienen im Kreislauf des Alltags die Sonntage. Die großen Feste mit ihrer längeren Paule: sie dienen dem Jahre und einige davon dienen schließlich, emporgehobcn durch die Umstände, den Jahrhunderten und den Jahrtausenden. Heutzutage sind wir freilich zufrieden uni) froh, wenn es uns gelingt, innerhalb der Ordnung des bürgerlichen Sahres eine Spanne der Beschaulichkeit einzuschalten und wirklich zu feiern, aber auch in dieser Begrenzung enthüllt sich manches, was im Getriebe des Tages verborgen bleibt: Wandeln sich nicht unsere Umstände, ohne daß wir es gewahr werden? Sehen wir uns um! Wenn wir die Weihnächte- unb Neujahrsfeste der letzten zehn Jahre rückschauend überdenken, wenn wir die öjfentlichen und persönlichen Jahresbilanzen in ein Ganzes zufammenziehen, wenn wir uns in die Außenpolitik hineinversetzen: allenthalben sind tausend Vorstellungen und Begriffe am Schwinden, die vor kürzerer oder längerer Zeit noch wahr und wirklich zu sein schienen. Unser eingebildeter und geborgter Reichtum ist dahin, unsere riefenhafte Projekte sind zerflattert, die weltbeglückenden Phrasen sind unglaubwürdig geworden, sechst die Rekorde im Sport, die „weltbezwingenden Leistungen einzelner muskulöser Primadonnen oder dekorativer Filmsterne verlieren an Geltung. Innerhalb und außerhalb unserer Grenzen, besonders aber in den Vereinigten Staaten betrachtet man sorgenvoll ein dürres Skelett von Tatsachen, das übrig aeblieben ist aus dem Goldrausch. Sogar der russische Fünfjahrsplan, der unbekannte aber angebetete Götze eines Massenwahns enthüllt sich felbst deutschen Moskowitern als Fata morgana, als Jllufionstrick. Kurz und gut, wir sind nüchterner, aber and) idealisti scher geworden. Das ist der entscheidende Punkt. Wir kommen allgemach mehr zur Ruhe und hören die wirklichen Stummen unserer Zeit deutlicher als vor dem; wie man denn in der Nacht andere Stimmen vernimmt als am Tage. Ja, es wandelt sich alles; ohne daß wir es inerten und mir wandeln uns selbst. Darin liegt aber mehr, als mir wissen. In den Pausen der Tätigkeit kommen wir wieder zur Besinnung. Wenn es etwas gibt, was uns wirklich nützen und fordern kann, bann ist es eben für uns Deutsche die Rückkehr zu uns selbst, die S e l b st b e s i n n >l n g als Nation deren wir mehr bedürfen als irgendein anderes Volk. Wenn wir den Weg zu uns selber zurückfinden, dann hätten wir unsere Zukunft gewonnen. Mit uns selber wandeln sich die Umstände. Sie wandeln sich aber unversehens, jenseits des Bereichs und des Zugriffs der Tagespolitik. Um dies zu erkennen, nun, dazu dient auch diese Pause im Alltag, die jeder von uns nützen kann, indem er zu sich selbst zurückkehrt und zugleich zum Ganzen, zu seinem eigenen Volkstum und feinem ewigen Gesetz, um wieder bewußter Bürger des Reiches der Deutschen zu werden. Der Notstand, mit dem sich der Weihnachtsaufruf des Reichspräsidenten und der Reichsregierung beschäftigt, rührt an die Grundlagen unserer nationalen Zukunft. Die Hoffnungslosigkeit, in der ein großer Teil der jungen deutschen Menschen dahinlebt, droht die Kräfte zu lähmen, auf denen in der kommenden Generation die Last der Veranwortung und der Arbeit für 'die Existenz und für hie Entwicklung von Staat und Volk ruhen wird. Man hat nach dem Kriege die Befürchtung ausgesprochen, daß die helmkehrenden Soldaten sich nicht mehr mit den Aufgaben und Pflichten des geordneten. bürgerlichen und wirtschaftlichen Leb^rs zurechtfinden könnten. Glücklicherweise hat fid) diese Sorge als unbegründet herausgestellt. Aber alle diese Menschen, die im Kriege waren, sind ausgewachsen in einer Zeit, wo Beschäft.gung und Arbeit im Rahmen irgendeiner Gemeinschaft ftlost- verständlich waren, wo nicht die Frage nach dem Sinn alles Lernens und alles Tuns wie ein düsteres Gespenst über dem Leben stand. Ev war keine Frage, daß der Volksschüler als Vierzehnjähriger eine Lehre fand, und es war die Regel, daß der Lehrlang später als Geselle oder als junger Angestellter in dem Betrieb blieb, in dem er gelernt hatte. Vor dem akademischen Nachwuchs ge-fpenftete nicht der drohende Numerus Clausus uni) die Not der Hunderttaufende von Akademikern, die unter die Grenze der proletarischen Lebensbedingungen vor dem Kriege gesunken sind und von Wohlfahrtsunterstützung leben müssen. Alles Lernen und Arbeiten war zweck ha ft de- slimmt und schien für den Fleißigen Aufstieg und Erfolg zu gewährleisten. Die Einfügung in die Gemeinschaften der Schule, der Lehre und der Betriebe führte zum Bewußtsein der Verantwortung, der menschlichen und sozialen Verbundenheiten und eines sinnvollen und Zweckhaften Lebens. Auch der Krieg bis in die letzten Monate der Auflösung hielt die Menschen im Bewußtsein einer Kampfes- und Schicksalsgemeinschast zusammen, die die inneren Lebenskräfte im Grunde nicht schwächen konnte, sie eher stärken mußte. Sie brauchten nur nach der Heimkehr und nach den Erschütterungen des politischen Umsturzes in alte oder neue Richtung gelenkt zu werden. Bei Hunderttaufenden der jungen Menschen unsrer Frankreich hofft noch immer aus Schuldenbereinigung. Ministerpräsident paul-Boncour sucht erneut Fühlung mit Amerika. Ein sensationeller Bolschasterbesuch. Paris 24.Dez. (WTBj Ministerpräsiden!: Paul-Boncour hat in seiner Eigenschaft als Minister für Auswärtige Angelegenheiten dem deutschen Botschafter Köster, dem britischen Botschafter Lord Tyrrell und dem amerikanischen Botschafter Edge den üblichen Besuch nach der Aebernahme seines Amtes abgestattet. Es scheint, daß die amerikanische Presse dem Besuch eine besondere Bedeutung beimißt, wenn man den Reuyorker Korrespondenten des „Petit Parifien" Glauben schenken darf. Dieser spricht von einem überraschenden Besuch des Ministerpräsidenten bei Botschafter Edge, der in Aeuyork Sensation hervorgerusen habe. Man erblicke darin die Wiederauf- nahme von Verhandlungen über die Schulden. Allerdings verhehle man sich nicht, daß diese Verhandlungen angesichts der gegenwärtigen Lage in Amerika nicht zum Ziele führen würden, denn die Schuldenfrage fei jetzt eine innerpolitische amerikanische Frage geworden. Es könne also solange keine ernstliche Verhandlung in der Schuldenfrage geführt werden, wie in den Vereinigten Staaten die beiden Präsidentenlager gegeneinander arbeiteten. Auch die Pariser Ausgabe des Reuyork Herald spricht von einem Ueberraschungsbesuch, da Ministerpräsident Paul-Boncour sich nicht vorher habe anmelden lassen. Die Unterredung habe Dreiviertelstunden gedauert und Parll-Don- cour habe dem Botschafter Edge die Versicherung abgegeben, daß die französische Regierung den lebhaften Wunsch habe, eine Formel zu finden, Die ihr erlaube, aufs neue vor dem Parlament das Schuldenproblem und damit auch das der Zahlung vom 15. Dezember auf zu rollen. Auch Reuhork Herald ist skeptisch, ob die Fühlungnahme Erfolg haben wird. Oie Propaganda ist schuld. Herriot appelliert an die Amerikaner. Paris, 24. Dez. (WTB.) Herriot wendet sich in einem Artikel wegen der Schuldenfrage an die amerikanische Öffentlichkeit. Er erklärt im „Petit Parisien", man habe in Amerika Anrecht daran getan, auf eine teuflische Propaganda gegen Frankreich zu hören, eine Propaganda, gegen die man von französischer Seite vielleicht nicht anzukämpfen gewußt habe, weil in Amerika nur wenige Franzosen wohnten. Dadurch sei granfreid) gekränkt und schwer verletzt worden, und dabei habe Frankreich nicht gezögert, auf einen Appell der Vereinigten Staaten hin seinem ehemaligen Feind Deutschland zu hei- f e n. Frankreich habe Deutschland sogar private Kredite bewilligt. Frankreich habe nicht nur auf die amerikanischen Staatsmänner gehört, sondern auch auf die amerikanischen Sachverständigen wie Dawes, Voung und Parker Gilbert. Frankreich habe in Lausanne ein ungeheures Opfer gebracht. Ohne Vorwürfe machen zu wollen, müsse er doch darauf Hinweisen, daß das Hoover-Moratorium, wenn nicht rechtlich, so doch mindestens tatsächlich, den Poung- plan zerstört habe. Als Frankreich aber selbst um eine Zahlungsfrist nachgesucht habe, habe man sie i h rn verweigert. * In einer Versammlung in Lyon sprach Herri oi vor seinen Wählern seinen Stolz darüber aus, i m Kampf um d i e Einhaltung der Verpflichtungen Frankreichs gefallen zu sein. Er erklärte, es sei unmöglich, die guten Beziehungen zu Amerika, das 75 000 feiner Bürger auf französischen Schlachtfeldern verloren habe, mögen 480 Millionen zu gefährden, wenn diejenigen, die gegen die Zahlung stimmten, 3 00 Mi 11 io nen für Ungarn und 2 Milliarden für die B a n k u n t e r st Ü tz u n g bewilligten. Herriot zeigte fid) mögen der Folgen eines Bruches und einer endgültigen Zahlungsverweigerung besorgt und betonte, daß er den Kampf unermüdlich fortsetzen werde. Das Loch im französischen Staatshaushalt. Lheron fordert 5 Milliarden Schatzanweisungen. Paris, 24. Dez. (TU.) Vor dem Finanzausschuß der Kammer vertrat der neue Finanzminister Charon die von der Regierung eingebrachte Vorlage für das provisorische Haushaltszwölftel. Zn der Begründung wies er besonders darauf hin, daß er nur e i n Haushaltezwölftel vorbringe, obgleich er nach der Lage der Dinge eigentlich zwei oder drei hätte verlangen können. In den letzten drei Jahren habe der Fehlbetrag die Hoho von 17 Milliarden Franken erreicht, die sich wie folgt zufammensetzen: Haushaltsjahr 1930-31 6,7 Milliarden, Haushaltsjahr 1931=32 5,6 Milliarden und in den neun Monaten dos abgekürzten Haushalts 1932 5 Milliarden. Dazu feien noch der über 10 Milliarden betragende Fehlbetrag der Eisenbahnen und neun Milliarden zu rechnen, die in Form von Anleihen feit dem Monat Mai begeben worden feien. In der Staatskasse habe er nur 212 Millionen Franken vorgo- ifunben. Das Vorhandensein sämtlicher Aktiva gestatte es ihm aber, den Erfordernissen des Staatsschatzes bis zum 31. Dezember gerecht zu werden., Um jedoch den Anforderungen des Januar gewachsen zu fern, schlage die Regierung die Ermächtigung zur Ausgabe von fünf Milliarden Schatzanweisungen vor. Für den Bedarf der Eisenbahnen werde ferner um die Ermächti gung zur Ausgabe von Obligationen in Höhe von zwei Milliarden nachgesucht, die auf die sechs Milliarden in Anrechnung gebrnd)t werden sollten, die im Laufe des Jahres 1933 auf- zunehmen wären. Finanzminister Chöron hat dabei daran erinnert, daß Poincar 6 während der großen Krise im Jahre 1926 auch fünf Milliarden angefordert hat. Die Zeit habe es nicht gestattet, in dem ersten Haushaltszwölftel bereits die von der Regierung geplanten Sparmaßnahmen zu berücksichtigen, doch werde das zweite Haushaltszwölftel, das im Januar eingebracht werde, die wichtigsten der neuen Maß nähmen enthalten. — Ueber das Schicksal des ersten Haushaltezwölftcl besteht kein Zweifel mehr, da die Sozialisten beschlossen haben, dafür zu stimmen, ebenso roie für die 100 Millionen Schilling-Garantie, die bis zum 11. Januar von der Kammer genehmigt sein muß, damit die in Lausanne zugunsten Oesterreichs verabredeten Anleihemaßnahmen verwirklicht werden können. „Ouotibien" will erfahren haben, daß E Heron die Sanierung der französischen Finanzen durch folgende vier Maßnahmen erzielen wolle: 1. die Auflegung einer auslösbaren A n - leihe; 2. die Einführung einer Bürgersteuer 3. Herabsetzung der Zahl der Divisionen von 20 auf 14, wodurch Einsparungen von 1,5 Milliarden Franks ermöglicht werden könnten, und 4. scharfe Bekämpfung der Steuerhinterziehungen. Oer letzte deutsche Geistliche aus Eupen ausgewiesen. Lupen, 26. Dez. (TU.) Am Heiligabend wurde dem letzten deutschen Geistlichen in Lupen, dem Kaplan Gillis von der St. Rikolauskirche, auf Anweisung der belgischen Regierung der Ausweisbefehl zuge stellt, wahrend der all- (eite beliebte Seelsorger in den Abendstunden Reichte hörte, erschienen beim Küster d i e aus- führenden Organe der belgischen Staatsgewalt und forderten ihn auf, den Kaplan aus dem Beichtstuhl vor die Kirchentür zu rufen. Sie übergaben bann dem Kaplan den Ausweisungsbefehl, der eine Frist von nur 24 Stunden zubilligl und jede weitere gottesdienstliche Handlung untersagt. Gillis ist im neubelgischen Baeren geboren. Erhielt sich in politischen Dingen außerordentlich zurück. Diese neue Herausforderung der deutschen Katholiken hat in den deutschen Gebieten eine unerhörte (Empörung ausgelösl. (Eine Begründung des Brüsseler Schrittes ließ sich bisher nicht in (Erfahrung bringen. Sie scheint in der neuen Politik des belgischen Kabinetts Broguevitle begtündet zu sein, das offenbar jeglichen Re- gionalisrnus auszurollen gedenkl. Zeit sind alle diese Voraussetzungen n i ch t m e h r gegeben, unter denen mir ausgewachsen sind. Sie lernen zum großen Teil nicht arbeiten, weil für die der Lehre entwachseuen Jünglinge fid) keine Arbeit findet. Sie haben die Lust am Lernen verloren, weil bas Lernen ihnen zwecklos erscheint. Sie sind in keinen Gemeinschaften des Lernens und der Arbeit gebunden, in denen ihr Verantwortungsbewußtsein geweckt und entwickelt wird. In einer Zeit, in der die schaffenden und sozialen Lebens- energien zur Entfaltung gebracht und gekräftigt werden müßten, müssen ungezählte Tausende ein beinahe vegetatives Leben führen, in dem sie natürlich allen zersetzenden Kräften widerstandslos ausgeliefert find. Es war wirklich h o ch st e Z e i t, daß Maßnahmen eingeleitet wurden, die den hier liegenden Gefahren für unsere Zukunft entgegenzuwirken bestimmt find. Das Notwerk für die deutsche Jugend, zu dem der Reichspräsident und die Reichsregierung zum Weihnachtsfest aufgerufen haben, ist immerhin ein verheißungsvoller Auftakt für ein nationales Hilfswerk. Beschäftigung, Gemeinschaftssinn und ein bescheidenes warmes Mittagsmahl — bas wäre, wenn es sich nach dem Weihnachtsaufruf für viele, viele taufend Jugendliche verwirklichen ließe, in der Not dieser Zeit ein Weihnachtsgeschenk, das die Nation im Grunde sich f e l b ft geben würde, weil es vorn Nachwuchs nicht nur dankbar empfunden werden muß, sondern weil es auch ganz großen erzieherischen Wert hat. Der Reichskanzler von Schleicher hat zwar kürzlich in einer Rundfunkrede gesagt, daß er all den schönen und großen Worten nicht traue, mit denen heute die jungen Menschen von den radikalen Politikern hüben und drüben umworben und umschmeichelt werden, mit solchen Worten, die die Jugend in ihren eigenen Augen immer wieder als das Salz der Erde erscheinen lassen, wecke man nur allzu leicht einen Hochmut, eine Selbstgefälligkeit und eine Aeberheblichkeit, die nicht in innerem Mert und lebendiger Kraft verwurzelt sind Aber für das Bemühen, die jungen Menschen im Hinblick auf ihre schweren kommenden Aufgaben in einer ernsten Zeit hart und starr zu machen, für das Bestreben, sie innerlich zu verbinden mit den kleineren und größeren Gemein- | schäften des nationalen Lebens, werden sie uns dankbar sein, wenn sie einmal allein die Last und die Verantwortung zu übernehmen haben. Einen Tag vor Weihnachten ist in Berlin der Car o-Petschek-Prozeß zuende gegangen. Geheimrat Caro wurde freigesvrochen, die Kosten des Prozesses, soweit sie nicht die Gehälter der Richter und der staatsanwaltlichen Beamten betreffen, fallen den Petscheks zur Last. Damit findet eine „Blutrache" zwischen zwei Familien, die gleichzeitig Wirtschaftsmächte sind, ihr Ende. Sachverständige schätzen die Kosten des Gesamtprozesses auf 600 000 bis 1 Million Mark. Reporter, die viel Zeit haben, rechneten aus. daß an den 96 Verhandlungstagen des Prozesses 3 Millionen Worte gewechselt wurden, und daß allein die beteiligten Hauptanwälte 300 000 bis 400 000 Mark verdienen. Das Objekt des Streites ist bekannt. E-s drehte sich darum, ob eine Mitgift inHöhe von vielen Hunderttausend Mark gezahlt worden war oder nicht. Um diele Frage aufzu- hellen und die schweren wechselseitigen Beleidigungen und Beschuldigungen zu klären, tourten die intimsten Familiengeheimnisse vor ter Öffentlichkeit aufgetischt. Ganze Bataillone be- zahlter Spione und Privatdetektive beschnüffelten jahrclang das Familienleben und suchten sich m den Bentz kompromittierender Briefe zu setzen. Das Milieu der oberen Zehntausend, oder viel- leicht der oberen Fünfhundert wurde weit und breit ausgemalt, wahrhaftig, dem darbenden deutschen Volk wurde ein erbauliches Schauspiel des Vorbildes von oben gegeben. Was sonst nur aus der drangvollen Enge großstädtischer Hinterhäuser deraus sich im Gekeife von Flur zu Flur einlädt, das vollzog sich diesmal gewissermaßen in Smoking und Frack auf der Bühne der Oefsentlichkeit. Wenn man die I Frage stellt: W i e züchtet man Bolfche- wist en in Deutschland?, so hat dieser Prozeß die Antwor tgegeben. Ein Blick in die lomrnu- nistische Presse bestätigt es . Der Freispruch des Geheimrats Caro tonnte nach dem Vorgang des Prozesses und auf Grund des Beweisergebnisses nicht zweifelhaft fein. Richt jedoch um den juristischen Teil dieser ganzen Angelegenheit geht es, sondern allein um die menschliche Seite, die bei solch exponierten Persönlichkeiten, wie sie die beiden Prozessor! - ner darstellen, gleichzeitig auch eine politische Seite ist. Kann es verantwortet werten, wenn in einer Zeit, die ohnehin voll antikapitalistischev Ressentiments steckt, zwei prominente Vertreter der kapitalistischen Wirtschaftsordnung vor Gericht ihren häuslichen Stunk austragen? Darf sich der Staat dazu hergeben, auf seine, d. h. auf der Steuerzahler Kosten, diesem Familienkrach das amtliche Forum zu leihen? Seit wann ist die deutsche Strafjustiz ein Mittel zu Privatzwecken? Wer einmal den täglichen Arbeitsgang einer Staatsanwaltschaft miterlebt hat, bei der tagtäglich unzählige Strafanzeigen von Persone neinlaufen, die ihre zivil- rechtlichen Ansprüche strafrechtlich durchzusehen versuchen, um dem Staat die Kosten aufzubür- den und sich selbst vor den Kosten zu drücken, wer diese infamen Versuche einer versuchten, völlig legalen Korrumpierung des Justizapparates beobachten könnte, ter muß heute mit allem Rachdruck fordern: Schluß'mit dieser Praxis, die den Staatsanwalt zum Schiedsrichter für Privatstreitigkeiten machen will. Im Falle Caro- Petschek haben sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Generalstaatsanwaltschaft die Anklage- erhebung abgelehnt. Erst der Strafsenat des Kammergerichtes hielt sie für erforderlich. Es muß leider festgestellt werden, daß die Justiz sich heute gelegentlich allzusehr an den Buchstaben des Gesetzes Hämmert .ohne diepsycho- iogischen Folgen eines solchen Prozesses zu überlegen. 3n dieser Rotzeit hat das „Fiat justitia ..." eben nur dann noch einen Sinn, wenn Deutschland dabei nicht zugrunde geht. cr< > IC« OH •-* KD CT'-T’ ti Klä ti Ö Q K c?5 "" £8^2 3 ti5" Ifi g- v Ruhiges Weihnachtsfefl eine am Sonn> Aus aller Welt wie Einsiedler im hohen Norden. Ruhestätte zr Hozelton. 1)1 politischer Vereinigungen. Lediglich tagabend in Moabit tagende Versammlung eines ..Naturwissenschaftlichen Vereins" erwies sich als In der Reichshauptstadt. Berlin, 26. Dez. (SU.) Die Weihnachts- feier tage verliefen in der Reichshauptstadt in völliger Ruhe. Der Reichspräsident verbrachte, wie vorgesehen, die Festtage im engsten Familienkreise. Reichskanzler non Schleicher hat das Weihnachtsfest in Ber in verbracht. Auch die übrigen Reichsminister sieben größtenteils, bis auf den Reichsauhen- minister und den Reichsernährungsminister, in der Reichshauptstadt. Irgendwelche politischen Ereignisse sind im Gegensatz zu manchen früheren Jahren der Nachkriegszeit nicht eingetreten. Da die Bestimmungen über den Burgfrieden noch in Kraft sind, unterblieben auch Kundgebungen keine warme Mahlzeit mehr bereitet werden konnte. Eine Woche lang muhten sich bie Leute von Schiffszwieback und von Maisbrei nähren, den der Koch aus dem der Ladung entnommenen Mais bereitete. Schweres Bergwerksunglück am Heiligabend. erst jetzt gemeldet wird, hat sich in einer nicht allzusehr lächeln: denn auch das ist Tradition. Wie sollte man sonst die Mütter, die sich kein Kinderfräulein leisten oder von ihren vergötterten Lieblingen nicht trennen können, in die Oper bringen? Es ist gar nicht gesagt, daß die Darsteller an solchen Nachmittagen indigniert darauf verzichten würden, ihr Bestes zu geben. Lind wenn mitten im Waldweben Kindergeschrei ertönt, va bene, wir sind im Süden, den Eltern ist es die schönste Musik. Dann wird sich auch die unsterbliche kleine „Frau Schmetterling" von Puccini einer Neueinstudierung erfreuen und die unvergleichlichen Lichthorizonte der römischen Bühne heraussordern. G i g l i singt in der „Gioconda" und in „Rigoletto". Humperdinck ist wieder da mit „Hänsel und Gretel", Gluck mit „Orpheus". Volpi bleibt der „Troubadour" Vorbehalten, M a s c a g n i wird mit seiner „Cavalleria" dauergeehrt, geht es ihm doch geburtstäglich wie Hcruptmairr. Der „Barbier von Sevilla" und „Carmen" leben auch noch. Man greift gerne zu Generationen, die alles hinter sich haben, denn dem Reuen setzt der Rö- «cr ,^stges Vorurteil entgegen. Eine einzige Uraufführung also: „Farsa amorosa“ von Zan - o o n a i, eine römische Erstaufführung: „Palla dei arinuzzi. Marinuzzi führt natürlich dabei den Dirigentenstab, während er sonst zwischen Antonio Guarnieri, San- tlnl und Teofilo de Angelis wechselt. Ber- nardo Molinari regiert nicht, wie man oft im Ausland hören kann, in der Königlichen Oper, sondern im Augusteum, wo er in diesem Konzert- tointec eine ungemein klangreiche Aussprache mit 2"chard Strauß, Dimitri Mitropoulos vom Rationalkonservatt rium in Athen, Clemens Krauß von der Wiener Philharmonie und anderen internationalen Kämpen haben wird. G. W. E. Hochfchulnachrichten. ..Di« Gesellschaft der Wissenschaften zu Göt- tlngen hat in ihrer letzten Sitzung zu Korre- spondlerenoen Mitgliedern gewählt: In der Philologisch-Historischen Klasse: Dr. Arthur Haseloff, Professor der Kunstgeschichte in der Mathematisch-- Physikalischen Klasse: Dr. Peter Paul Ewald, Professor der Theorettschen Physik in Stuttgart: Professor Dr. Ernst Kohlschütter, Direktor des Preußi. scheu Geodätischen Instituts in Potsdam: Dr. Hans Schneiderhöhn, Professor der M> neralogie in Freiburg i.Br. das Andauern der politischen Schwierigkeiten, das sich im letzten Jahr gezeigt habe, wurde vom Papst lebhaft beklagt. — Vor der Ansprache des Papstes hatte ihm das Kardinalskollegium seine Weihnachtsglückwünsche dargebracht. Der König von England spricht im Rundfunk. London, 26. Dez. (TLl.) König Georg hielt am Weihnachtstage von seiner Residenz Sandringham aus eine kurze Ansprache über den neuen Weltreichssender in Daventry, in der er den 400 Millionen britischen Staatsangehörigen in der ganzen Welt ein frohes Weihnachts- fcst wünschte. Der König sprach von der engeren Verbindung der britischen Staaten, die durch den Rundfunk noch fester geknüpft worden sei. Die Zukunft werde den Staaten wahrscheinlich manche schwere Probe auferlegen. Die Vergangenheit habe jedoch gelehrt, wie man sie bezwingen könne. A lle britischen Staatsangehörigen seien im gegenwärtigen Augenblick in gleicher Meise verpflichtet, fürVernunftundRuhe innerhalb der Grenzen des Weltreichs zu sorgen, um die Wohlfahrt wieder zu gewinnen und diejenigen mitzuziehen, die die Last der letzten Jahre entmutigt habe. Römische Oper. Rach einem unerforschlichen Ratschluß öffnet dos Teatro Reale dell’ Opera in Rom seine Pforrn erst dann, wenn anderswo die Saison ihren Höhepunkt schon erreicht oder überschritten hat: am zweiten Weihnachtsseiertag. Dafür schließt es erst unter dem glühenden Druck des Himmels, spät im Mai. Eine weitere, allerdings jüngere, an die nationale Wiedergeburt anknüpfende Tradition verlangt, daß mit einer opera italianissima eröffnet toirö. Heuer ist es der „Macbeth" von Verdi. ■ .Un^> billig. Aber daß im Wagnergedenk- deutsche Meister nur mit „Siegfried" kommen soll, will den Römern nicht recht . rmn?1* 'br Magnerhunger ist gegenwärtig unstillbar und immer noch im Wachsen. Das hat man jüngft Im Augusteum erlebt, wo der Totge- - > An jungen Amerikanismus mit einer Wucht nlederstreckte, die man in einem anderen „Ring" \ber3«i$n«t hätte. Immerhin, wir sind dankbar, denn es darf Sm Aufführung gerechnet wer- ulcht gerade hingehen. ?a8 letztemal die „Götterdämme- Sr0Ris 8 Äll^tt>orgeIIung gegeben wird. Kin- der bis zu sechs Jahren freien Eintritt. (Bitte Ein wenig bekannter Kultur-Vorposten im hohen -Horben sind die Stationen der Yukon-Telegraphen- Gesellschaft in Nordkanada, die sich über ein Gebiet von 3000 Kilometer erstrecken. Die Telegraphentangen sind hohe Bäume, und die Aufgaben ber- Beamten werben im Winter durch Schneeverwehungen gehindert, die manchmal bis 10 Meter sich aufturmen Außer der Hauptstation zu Ashcroft in -ontisch-Columbien gibt es im Polarkreis zahlreiche Unterstationen, die als Hütte Nr. 1, Nr. 2 usw. bezeichnet werden. Wie aus Vancouver berichtet wird hat einer der Beamten, I. T. Phelan, ber kürzlich starb, den Rekorb eines 30jährigen Wirkens m biefem Gebiet aufgestellt. Wenn auch ber Dienst sehr anftrengenb ist, so ist doch das Klima gesund, und selbst bei den schwersten Influenza-Epidemien ist unter den Yukon-Telegraph.sten niemals ein Krankheitsfall vorgekommen. Dafür leben sie als Einsiedler in ber Polarwelt, beren einzige Zerstreuung bann besteht, bem Runbfunk zu lauschen oder telegraphisch miteinander Bribge zu spielen Bei ber Jnstanbhaltung bes Netzes fehlt es nicht an aufregenden Abenteuern, besonders bei Begegnungen mit Grizzly-Bären. Der Beamte von Hütte Nr. 5 traf auf den ersten Grizzly ganz in ber Nähe feiner Behausung, als er sich auf der Entenjagb befanb. Da das riesige Tier plötzlich vor^ihm auftauchte, gab er mehrere Schüsse ab, ließ dann die Flinte fallen und stürzte in seine Hütte zurück Ein Kollege fand dann den Bären tot über ber Flinte liegen .Ein großer Granitstein schmückt bie letzte Ruhestätte zweier Beamten auf dem Friebhof von Hazelton. Der eine starb ganz unerwartet unb wurde von einem Kollegen, ber seinen Spuren folgte, im Schnee aufgefunden. Dieser trug den ver- eisten Körper, von Wölfen unb Coyoten umheult, nad) der nächsten Station. Ein anderer sandte zwei Morgen feinen Wetterbericht. Sein Kamerad in der nächsten Hütte legte 50 Kilometer auf Schneeschuhen gurucf, um nach ihm zu sehen. Er begegnete einem Indianer, der ihm auf die Nachfrage sagte: „Lange u'cht gesehen, denke, daß er mamalee (tot)". Er fand Öen Kollegen auf seinem Lager mit gekreuzten Ar- men verschieden vor: neben ihm auf dem Tisch lagen drei versiegelte Briefe, einer an seinen Kame- raben der andere an seinen einzigen Bruder in den Vereinigten Staaten und der dritte an ein Edchen in Vancouver, die er nach dreijährigem Dienft bei seiner Rückkehr in die „Welt" zu heiraten gehofft hatte. nick an ber Neudadelsberger Sternwarte in Ver- binbung mit den fpektroskvpvschen Ergebnissen gestattete den Schluß auf bie absoluten Maße des Systems Dabei ergab sich, daß ber rote Hauptstern 3U_. den Uebergiganten gehört. Sein Durchmesser betragt bas 252fad)e des Sonnendurchmessers, so baß es trotz seiner relativ niedrigen Temperatur von 3000 Grab die Sonne an Leuchtkraft um das 2400- fache übertrifft. Der Begleiter ist zwar achtzigmal kleiner als der Hauptstern, also im Durchmesser „nur" dreimal so groß wie unsere Sonne, ersetzt aber durch sehr hohe Oberflächentemperatur, die bei 15 000 Grad liegt und enorme Strahlung, was 'hm an Größe abyeht. Er ist 420mal Heller als die Sonne, ber Oberflächentemperatur rund 6000 Grad betragt. Sehr bedeutend ist auch bie Masse, bie bas Doppelsternsystem in sich vereinigt, da dem Hauptstern 29, bem Begleiter 12 Sonnenmassen zukommen. Seine Entfernung beträgt 1100 Lichtjahre ober runb 10 000 Billionen Kilometer. Währenb er uns als Stern vierter Große erscheint und mit freiem Auge sichtbar ist, mürbe bie Sonne an feiner stelle nur ein Stern dreizehnter Größe fein unb nur in den größten Fernrohren als winziges Licht- punktchen erkennbar werden. Zusammenstoß zwischen Eisenbahnfähre und Schoner. Die bänische Eisenbahnfähre „Korsar", mit Weihnachtspassagieren bis auf den letzten Platz besetzt, stieß bei dichtem Nebel im Großen Belt mit einem großen dänischen Schoner zusammen. Der schöner wurde buchstäblich durchschnitten. Die Besatzung des Schoners, sechs Mann, konnten von der Fähre gerettet werben. Der Schoner „Philipp" befand sich mit Kohlen auf der Fahrt nach Danzig. Der Schoner ist sofort unterqe- gangen. Vier verletzte durch eine Ofenexplosion. Am 1. Feiertag ereignete sich in der Wohnung des Arbeiters Elias in Weidenau (Landkreis Gleiwitz in Schlesien) ein schweres Esplo- sionsunglück. Durch die Explosion von Kohlen- gasen flog in der Wohnstube ein von der daneben liegenden Küche aus geheizter Ofen in die Luft, too&ei die Wohnungseinrichtung in CB r a n t> geriet und die Fensterrahmen und Fensterkreuze herausgerissen wurden. Drei in der Wohnstube befindliche Personen wurden schwer verletzt und mußten in das Krankenhaus gebracht werden. Ein in der Küche spielendes Kind erlitt leichtere Verletzungen. Sieben Kinder verbrannt. Bei einem nächtlichen Brande in Birining - Ham kamen sieben Kinder einer Familie in den Flammen um. Die Ettern und das jüngste Kind erlitten schwere Brandverletzungen und wurden in ein Krankenhaus übergeführt. Drei Feuerwehrleute wurden ebenfalls verletzt. Mißglückter Bombenanschlag auf den Simplen- Expreß. Wie die griechische Staatsbahn mitteitt, wurde bei Djevdjelija (Gjewgjelü) in Süd slaw ien, di ch t an der griechischen Grenze, ein Bombenanschlag auf den „S.mplon-Expreß" verübt. Die auf die Schienen gelegte Bombe explodierte jedoch vorzeitig und tötete einen mazedonischen Aufständischen (Komitalschi), während ein zweiter verletzt wurde. Der Lokomotivführer des Schnellzuges wurde durch den Feuerschein ^r Bombenexplosion aufmerksam und konnte den Fug rech tzeitig zum Halten bringen. Linier den Fahrgästen entstand eine große Erregung. Der verletzte Komitatschi ist unerkannt geflüchtet. Brand in einem holländischen Irrenhaus. 3n einem Pavillon des Irrenhauses in Hel- loo in der Provinz Rordholland brach am Morgen des ersten Weihnachtstages ein Brand aus. In dem Pavillon befanden sich 100 Kranke, derer s ich größte Erregung bemächtigte. Den Bemühungen des Pflegepersonals sowie der Feuerwehr gelang es jedoch, sämtliche 100 Personen in Sicherheit zu bringen. Der Pavillon brannte vollständig nieder. Ein seit VA Monaten vermißter SA.-Mann tot aufgefunöen. Dom P olizeipräsidium Dresden wird mitgeteilt: „Rachdern sich der Wasferstand der Talsperre Malter durch die Eisbildung gesenkt hat, ist am Montag unter Sand verborgen d i e Leiche des seit dem 4. R o-- vernber vermißten Rationalsozia- Nsten H ent sch zutage getreten. Die Leiche toar in Säcke gehüllt und diese waren mit schweren Steinen belastet. Die äußere Besichtigung der Leiche hat gezeigt, daß Hentsch durch einen Schuh in die Brust getötet wor-- den ist. Hiernach steht nun einwandfrei fest, daß Hentsch einem Word zum Opfer gefallen ist. Die Kriminalpolizei hat inzwischen zusammen mit der Staatsanwaltschaft eingehende Ermittlungen angestellt, die für die Aufklärung des Falles wichtiges Material erbracht haben. . Im Interesse der älntersuchung kann jedoch hierüber zur Zeit weiteres nicht gesagt werden." Abenteuerliches Schicksal eines jungen Russen. Nnem 18jährigen Russen, der aus Indien aus- gew:esen worden war, wurde bei feiner Ankunft in Plymouth die Einreise-Erlaubnis nach England verweigert. Vor mehr als einem Jahr hatte er fein Heimatland berraffen. Z u Fuß legte er unter schweren Entbehrungen den langen Weg über Persien und Belutschistan nach Indien zurück, wo er ins Gefängnis geworfen wurde. Jetzt soll er in feine Heimat zurück- befördert werden, wo ihm nach seiner Ansicht der Tod durch Erschießen sicher ist. Seine Hoffnung ist, daß es ihm gelingen wird, sich nach Lettland durchzuschlagen. Zwei Schmuggler an der polnischen Grenze erschossen. Auf der Roßberger Chaussee bemerkte bei Kattowitz ein Zollbeamter drei Personen, die Schmuggelware über die Grenze nach Polen schassen wollten. Da sie auf Anruf nicht stehen blieben, gab er einen Schuß ab, durch den einer der Schmuggler getötet wurde. Einer der beiden, anderen Schmugier, zweier Brüder des Erschossenen, griff daraufhin den Beamten an. In der Rvtwehr griff der Beamte abermals zur Waffe und verletzte den Angreifer tödlich. Deutsche Musik in Italien. 3m Augusteum zu Rom dirigierte am ersten Weihnachtstag Richard Strauß den ersten seiner beiden Konzertabende mit der „Zauber- slöten"-Ouvertüre, der 2. Symphonie von Deet- hcven und seiner Suite aus dem Ballett „Scylagobers". Der Beifall des zahlreichen Pu- blckums für den in Rom sehr beliebten deutschen Komponisten war äußerst achtungsvoll. Die Kritik betont w:e früher schon, daß Strauß fein Dirigent im e.genlttchen Sinne des Wortes sei, aber daß in seiner etwas unpersönlichen Wiedergabe dennoch der reine musikalische Gehalt der Korndo- Ntion klar zum Ausdruck komme. Die neue Är- lett von Strauß,' die Ballett-Suite sei gut gemacht, entbehre aber der Erfindung und füge fernem rechen Schaffen nichts wesentliches hin- SU. — D:e Opernspielzeit 1932/33 ist nach italienischem Herkommen am 26. Dezember, dem Stephanstag, in allen Städten gleichzeitig eröffnet worden. Die Mailänder' Scala hat die „Götterdämmerung, das Carls-Theater von Reapel eine Neueinstudierung per „OTe i ster si ng e r" und das Verdi°Theater in Triest die „Wal küre" als Croffnungsvor- stellung gewählt. Zeche bes kleinen Bergroerfffäbfdjens Mowcaqua bei Springfield im Staate Illinois (USA.) am heiligen Abend ein schweres Grubenunglück ereignet Durch eine Explosion wurden in einem 300 Meter unter Tage liegenden Stollen 52 Bergleute verschüttet. Die sich entwickelnden giftigen Gase verbreiteten sich saft über bas ganze Bergwerk. Dadurch werden die Rettungsarbeiten sehr erschwert. 3n den Stollen spielten sich furchtbare Schreckensszenen ab. Bisher konnten neun Leichen geborgen werden. Es muß befürchtet werden, daß auch die übrigen 43 Bergleute durch einstürzende Gesteinsmassen ober durch die giftigen Gase den Tod gefunden haben. Das größte Warenhaus Barcelonas niedcrgebrannt. 3n den Mittagsstunden des ersten Feiertages brach im größten Warenhaus Barcelonas, „El S i g l o“, ein Brand aus, der bei dem herrschenden starken Wind bald riesige Ausmaße annahm. Die Löscharbeiten wurden dadurch außerordentlich erschwert, daß der Wasserdruck der Jener- sprihen sich als zu schwach erwies. Das ganze riesige Gebäude brannte bis auf bie Grundmauern nieder. Der Sachschaden beträgt etroa 30 Millionen Peseten. Bei der Bekämpfung des Brandes wurden acht Personen verletzt, lieber 1000 Angestellte sind durch das Brandunglück brotlos geworden. Sturmfahrt auf dem Atlantik. 3n Rotterdam traf der englische Dampfer „C o - rinthic" ein, ber am 6. Dezember Montreal mit einer Ladung Mais verlassen hatte. Der Dampfer geriet auf bem Atlantik in einen orkanartigen Sturm. Vier Tage lang kämpfte bie Besatzung einen unermüblichen Kamps gegen die wütenden Elemente. Durch hohe Sturzseen wurde an Bord schwerer Sachschaden angevchtet: u. a. mürbe auch bie Ruderanlage beschädigt. Ein Matrose wurde von einer Sturzsee über Bord gespült. Zwei weitere Mitglieder der Besatzung erlitten Beinbrüche. E-ine zeitlang hatte die Besatzung die Hoffnung auf Rettung schon fast aufgegeben. Besonders übel war die Lage auch dadurch, daß de r Proviant durch das Seewasser völlig verdorben war und in der Kombüse Ein neuer Riesenstern. Von Dr. Erwin Kvssinna. Wohl kaum eine Wissenschaft hat durch Verbesse- rung ber Instrumente und Verfeinerung der Meßmethoden in ben letzten zwanzig Starren so enorme 6ortichr,tte zu verzeichnen, wie bie Astronomie, ^ternsysteme und kosmische Nebel von unfaßbarer Große enthüllen sich bem Blick des Forschers, wo °^r "ur durch ein Fernglas 9ar nichts ober höchstens einen schwachen Lichtschimmer sieht. Was wußte man noch oor einem Vierteljahrhunbert von Riesensternen? Die Erkenntnis, baß insbesondere die gelben und . außerordentlich verschiedener Leuchtkraft sind unb in zwei Klassen — Riesen unb ~ Zerfallen, ist noch nicht alt. Unter den Riesensternen aber gibt es einige, bie durch ihre unb bie durchschnittlichen IRafje freier Krnsse von Sternen weit überragen Es |inb die fogenannten Uebergiganten, als deren Vertreter Beteigeuze im Orion unb Antares im otorpion. Die Bestimmung der Durchmesser bieder Sterne nt freilich auch mit Hilfe ber Interferometer-Messungen bes Mount-Wilson-Observato- riums (Kaßfornien) nur angenähert möglich, ba bie größten Schwierigkeiten immer noch in ber Ermitt- Jung der Entfernung liegen. Nur bei einer Art von ^oppenternen, deren regelmäßiger Lichtwechsel dadurch hervorgerufen wird, baß ber Begleiter bei Um öen Hauptstern hinter bemfelben auch ohne Kenntnis ber ^jernung bie Dimensionen zu berechnen. Ein solcher „Bebeckungsveranberlicher" ist ber Doppel- ’fern Zeta im Sternbild bes Fuhrmanns in langem, baß dieser Auae ä* der hellstrahlenben Kapella mit freiem ftern Ctn 'pektroskopischer Doppel- kXttern6 unbenb aus./inem sehr großen roten y)auptjtern unb einem kleineren, in höchster Weiß- glut strahlenden Begleiter. Die periodischen Aenbe- be3 Gesamtlichts ließen auf Mrtief™ ft, T J°hr-n »ch! fließen. -Da man aber die Entfernung nicht kannte Vb.e.r ,b'e Großenverhältnvsie dieses Dop' Erst dem aus Vermutungen angewiesen. Zusammenarbeiten ber Ber- ra 1 öfc?IDatle in Neubabelsberg Äeb<^^aTnfaßTr Fkrnwarte ist es in diesem Äm50dS i'niH Dimensionen bes Doppelltern- 3 e ? t heraus füreinander einzustehen. Es sei ber Grundsatz bes Christentums, bie Liebe selbst unter Opfern unb Verzichtleistungen zu betätigen. Nicht nur bie Erwerbslosen gelte es zu unterstützen, sondern auch bie Kranken unb die Einsamen, nicht nur leibliches Elend gelte es zu lindern, sondern auch seelische Not, Verzweiflung unb Verbitterung. Diel mehr als bisher muffe die Notzeit, bie wir durchlebten, eine große Zeit ber Menschenliebe werben, eine Zeit, in ber Menschlichkeit unb Ge- meinschaftsgeist Brücken schlügen über alle Unterschiede ber Parteien, ber Weltanschauungen, ber Rassen unb ber Bekenntnisse hinweg. Die Weihnachisansprache des Papstes. Rom, 24. Dez. (TU.) In einer auch durch Rundfunk übertragenen Ansprache an das Kardinalskollegium kündigte der Papst an, daß das nächste Jahr, in dem sich zum 1900. Male der Todestag Christi jährt, wie jetzt auch als Ergebnis der wissenschaftlichen Forschung angenommen werden könne, als Jubeljahr zur Erinnerung an dieses bedeutendste Ereignis begangen werden soll. Das Jubeljahr soll am Palmsonntag beginnen und mit dem Pcttmsonntag 1934 sein Ende finden. Die ganze Menschheit soll eingeladen werden, sich an diesen Feiern zu beteiligen, bamiit sie von den politischen Streitigkeiten abgelenkt werde. In diesem Zusammenhang erwähnte der Papst den Streit um die Kriegsschulden und die Abrüstung. Die Verschärfung der wirtschaftlichen und finanziellen Krise und Die Hess bei y 21u daß 1 i e n । austf schlc ’Jlai (Bioi vier Präs' Dr.l ersta n Mö hol uni> 3n Kama auf bk z nicht W mürb ®atbi W ber 5 inM Forst Ach Wald rats, Lanbi feit o die mit s?l De Hens D unb kann schm , Hun Zwei leit fort. eine: M Denn M D Kah renl schn 15 Pier Aslr (M fisch« - 1 man uns tag- der End« Dorf Dici in d< preis, Mit Schm 20 1] Zu ( sühn und Sa | ment 20.15 btua ach den •» am auf nec Dor geh« der mit niÄ lern tvor *» tos stelle Jogei !>r sind mögl fpät; alle brin aus, w gen QUSj gäbe ** »er Aus der provinzialhaupistadl Buntes Allerlei ** Ausfu Mittwoch die Mitarbeitevinnen unb Mitarbeiter im freiwilligen weiblichen Arbeitsdienst Gießen zu einem geselligen Abend eingeladen. Die Vorsitzende begrüßte die Vertreter und Vertreterinnen des Arbeitsamtes, des Wohlfahrtsamtes, des Hess. Heimatwerkes, der Schulen und alle erschienenen Gäste und dankte den Herren und Damen für das Interesse und Wohlwollen, das sie dem freiwilligen Arbeitsdienst entgegenbringen. Die Mitarbeiterinnen der Nähstube hatten selbst ein reichhaltiges Pro- grdmm zusammengestellt, das sich unter der Leitung von Frl. Luise Flick flott abwickelte. Im Mittelpunkt stand ein von den 19 jungen Mädchen recht gut gespieltes Theaterstück „Der Wettstreit", ein Kampf verschiedener Berufszweige um den Wert und die Notwendigkeit ihrer Aufgaben. Im weiteren Verlaufe des Programmes wurde ein lustiger Volks- reigen vorgeführt. Gesangsoorträge, Dialekt- und andere Gedichtdeklamationen trugen zur Unterhaltung bei. Zum Abschluß des Abends versammelte man sich an weihnachtlich gedeckten Tischen, um bei Kaffee und Kuchen zwanglos zusammen zu sein. Den Mitarbeiterinnen der Nähstube brachte das Cbttstbind ein kleines Geschenk in Gestalt eines Nahkörbchens mit Gebäck gefüllt. Pfarrer Veit tritt in den Ruhestand. WSR. Frankfurt a. M.. 24. Dez. Der in weiten Kreisen Frankfurts geschätzte Predigerder St. Katharinenkirche und weit über Frankfurts Grenzen hinaus bekannte Pfarrer Willy Veit tritt am 1. Mai k. 3. wegen Krankheit in den Ruhestand. 27 Jahre lang hat der jetzt 60 Jahre alte Pfarrer auf der Kanzel der Katharr- nenkirche mit seiner packenden Beredsamkeit gestanden. Die Freunde Pfarrer Veits hoffen, daß er in seinem Ruhestand sein Werk der Darstellung des Inhaltes seiner religiösen Verkündung fortführen und vollenden kann. Von dem beabsichtigten vierbändigen Werk ist ein Band erschienen: „Ter Gitthei lebendiges Kleid". Festnahme eines Oarlehnsvermittlungsbeirügers. Einbrecherkleeblati festgenommen. WSR. F r a n k f u r t a. M., 24. Dez. Kürzlich wurden von der Frankfurter Polizei zwei Einbrecher und deren Dräute fest- genommerl. Die beiden Einbrecher haben hier unangemeldet gewohnt. Dis jetzt konnten ihnen drei schwere Einbrüche nachgewiesen werden. Ein Teil der entwendeten Sachen konnte noch vorgefunden werden, während der größte Teil verkauft bzw. von den Tätern mit ihren Dräuten verbraucht worden ist. Als Täter kommen in Betracht der 24jahriae Heinz Sievert aus Hannover und der 28jährige Fritz R ü r n - berger aus Frankfurt. in die Dereinsbücher, sowie -und 31000 Mark Getreidelieferungen nicht in die Kontobücher eingetragen und auf die Einzelkonten ver-- teilt hat. Durch die Kontrolle war festgestellt worden, daß rein bilanzmäßig ein Fehlbetrag von 90 000 M k. vorhanden war. Die Buchführung war außerordentlich lückenhaft und genügte in keiner Weise den gesetzlichen Bestimmungen. Die Ehefrau des Angeklagten D i e t o r stand unter der Anklage der Urkundenfälschung, während die Vorstandsmitglieder der Raiffeisenkasse Wickert und Siebert sich des Betrugs schuldig gemacht haben sollten. Zauberland der Kinderzeit Unpolitischer Brief aus der Neichshauptstadt. Die Ursachen dieser Krise sind seit langem all- grme.n bekannt: Ausnahmeunfähigkeit desHolzmarktes für den b-etriebsplanmäßigcn Einschlag: Holzprsife, die 40 bis 50 Prozent unter dem Borkvieg:stand liegen-, Unkosten, die den Friedens fta-nd um ein Vielfaches übeiftoigen. Der Hessische Walübesitzeroerband ist nach gewissenhafter Prüfung des Zahlenmaterials über die Be- t rieb sergeb nisse angeschlossener Forstbetriebe im Frieden und in der Nachkriegszeit zu dem Ergebnis gelangt, daß mangels Preisstützung durch E.n- fuhrbeschränkung zur Behebung der Watdwirtschafts- knise unverzüglich folgende Maßnahmen getroffen werden müssen: 1. Herabsetzung und Neugestaltung der Frachtsätze für Holz durch die Re.chsbahngesellschaft oder Entlastung der Waldwirtschaft durch angemessene Vergütungen auf unwirtschaftliche Tarifsätze durch das Reich: . 2. allgemeine Verminderung der steuerlichen Belastung der Waldwirtschaft über de im Rahmen der steuergesetzlichen Billigkoitsoorschriften möglichen Erlässe und Stundungen hinaus-, 3. Regle m ent i e r u n g des Einschlags der staatlichen For st Verwaltungen, durch die ein preispolitisch unvertretbarer Druck auf dem Holzmarkt verhindert wird: 4. Umwandlung h o ch v e r z in s li ch e r Kurzkredite in langfristige, tilgbare zu einem wirtschaftlich tragbaren Zinsfuß: Ausgestaltung eines den besonderen Verhältnissen der Waldwirtschaft an- gepaßten Realkredits: Eröffnung eines den wirtschaft chen Bedürfnissen der Waldwirtschaft angepaßten Personalkredits. Der Hessische Waldbesitzerverband erwartet namentlich auch im Hinblick, darauf, baß ihm die Herbstnotoerordnungen des Vorjahres und dieses Jahres keine bemerkenswerten Erleichterungen bringen konnten und gebracht haben, daß Mittel und Wege gefunden werden, die die Gefahr des Zusammenbruchs, die infolge der zunehmenden Verluste und des Mangels an baren Betriebsmitteln für die gesamte nichtstaatliche Waldwirtschaft in unmittelbare Nähe gerückt ist. in letzter Stunde abwenden. Er spricht die dringende Ditte aus, daß das. Erforderliche unverzüglich in die Wege geleitet wird." Tagung des Hessischen Waldbescherverbandes Vier Forderungen zur Behebung der Waldwirischastskrise. aufgepflanzt hatten. Ich glaube, sie waren durch die Dunkelyeit verstört und suchten herauszugelangen: dadurch aber nahmen sie mir die Möglichkeit des Entkommens. — Man kann wohl einem Löwen, bisweilen auch einem Tiger, nie aber Bären trauen." Verwegene Flucht aus „Sing-Sing". Eine verwegene Flucht ist, wie aus Aeuyork berichtet wird, zwei Insassen von „Sing-Sing" aus dem für ausbruchsicher gehaltenen neuen Teil des bekannten amerikanischen Zuchthauses gelungen. Bei dichtem Rebel und Regen wählten die beiden Gefangenen, der zu dreißigjähriger Strafe wegen Einbruchs verurteilte William Sutton und der eine zehnjährige Strafe wegen schwerer Körperverletzung abbühende John Egan, die frühen Morgenstunden der Winternacht zu ihrer wohl- vorbereiteten Flucht. Sie hatten zwei Zellen an entgegengesetzten Enden der vierten Reihe des ganz aus Stahl und Zement errichteten neuen Bauteiles inne. Mit einer heimlich eingeschmuggelten Säge sägten sie die unteren Riegel durch, machten aus den Bettüchern eine Puppe, die sie, um den Wächter zu täuschen, an ihrer statt ins Bett legten, und schlichen sich in das Dachgeschoß des Hauses, wo sie sich bis zum frühen Morgen verbargen. Dann wählten sie den Zeitpunkt, um in den Kühlraum zu gelangen, so, daß sie mit keiner der Wachtrunden zusammenstießen: hier überwältigten sie den die Aufsicht führenden, wegen guter Führung mit diesem Amt betrauten Sträfling John Tytsch und fesselten ihn mit einer elektrischen Leitungsschnur, die sie sich aus der daneben liegenden Gerätekammer geholt hatten. In dem gleichen Raum fanden sie auch zwei Leitern von drei Meter Länge, die sie zusammen- banden. Mit ihrer Hilfe erkletterten sie die äußere Mauer an einer Stelle, wo keine Wache vorhanden war. Von da ließen sie sich an einem Seil auf die Straße herab, bevor es dem gefesselten, Tytsch gelang, sich seiner Bande zu entledigen und telä>honifch Hilfe herbeizuholen. Wan glaubt, daß die beiden Ausbrecher die Säge, die chnen ihre waghalsige Flucht ermöglichte, von einer Frau erhalten haben, die sich am Tage vorher in Sing-Sing eingefunden und als Ehefrau des einen Gefangenen ausgegeben hatte: sie hat hier eine Adresse angegeben, die sich später als falsch erwies. Oie polar-Medaille. Der König von England hat 14 Mitgliedern der britischen arktischen Luft-Expedition von 1930 und 1931 die Polar-Medaille bewilligt. Diese achteckige Medaille wird an einem roten Band getragen: es ist eine seltene Auszeichnung, die im Jahre 19)4 von Kö ig E.uard VI-. nach der S ott- Expeditton zum Südpol geschaffen wurde. Die Königin Viktoria hatte im Jahre 1857 eine Medaille für die Mitglieder der Polar-Expeditionen von 1818 bis 1855 und im Jahre 1878 eine zweite Medaille für die Mitglieder der Expeditionen von 1875 und 1876 gestiftet. Schreckliches Erlebnis im Bärenkäfig. Furchtbare Minuten erlebte der Tierbändiger Ianesco, als bei einer der letzten Vorführungen in einem Londoner Variete plötzlich das Licht erlosch, während er sich mit sechs Eisbären im Käfig befand. „Es war die längste Viertelstunde meinet Lebens", so schildert der dem Tode Entronnene das schreckliche Erlebnis in einem Londoner Blatte. „Bären sind unter allen wilden Tieren die gefährlichsten. Es ist ganz gleichgültig, wie gut man sie behandelt, man muß doch immer ge» wärtig sein, daß ihre wilde Ratur zum Durchbruch kommt. Ich lasse niemals meine Augen von ihnen während einer Vorstellung, und ich war aufs äußerste erschrocken, als plötzlich die Lichter ausgingen. Ich fühlte, wie die Tiere sich im Dunkeln an mir rieben und wußte, daß wenn em« mich auch nur im geringsten kratzte und dadurch Blut flösse, sogleich die ganze Schar sich auf mich stürzen und es mit mir aus sein würde. Die einzige Verteidigungswaffe, die ich besah, war eine kurze Peitsche. Ich kam mir vor wie ein Mann in einem untergehenden Schiff, denn ich war mir bewußt, daß mein Leben an einem Haar hing. Meine Glieder wurden schwer wie Blei, aber ich muhte mich ganz still verhalten. Einer der Daren zerriß mein Beinkleid, verletzte mich aber glücklicherweise nicht. Don einem Fenster kam ein schwacher Lichtschein herein, durch den ich die grünen Augen und weihen Felle der Tiere erkennen konnte. Aber ich wußte wohl, daß sie mich sehr gut sahen, da Daren im Dunkeln besser als bei Licht sehen. Endlich brachte ein Angestellter einige Lampen. Es zeigte sich, daß sich zwei der größten Bären gerade vor der Tür des Käfigs Die diesjährige Hauptversammlung des Hessischen Waldbesitzerverbandes fand bei zahlreicher Beteiligung in Frankfurt a. M statt. Aus dem geschäftlichen Teil ist hervorzuheben, daß der M i t g l i e d e r b e i t r a g u m 2 0 P r o - z e n t gesenkt wurde. Der seitherige Sterbanbs» ausschuß wurde wiedergewählt unb der Voranschlag für 1933 genehmigt. Nach einem Referat des Forstmeisters Scheel (Braunfels) über „Freiwilliger Arbeitsdienst im Privatwald" äußerte sich der Präsident des Landesarbeitsamts Frankfurt a. DL, Dr h c Engler, eingehend zu diesem Thema und erklärte, daß man Anträgen des Privatwaldbesitzes gegenüber nicht engherzig jein werde. Es folgte ein Vortrag des Pvivatdozenten Dr. Mörath (Darmstadt) über „Bedeutung der Holz for schung für di« heutig« Technik u n d F o r st w i r t s ch a f t". In längeren Ausführungen verwies sodann Kammerdirektor Noll (Lauterbach) auf die außerordentliche Notlage des Gemeinde- und Privatwaldbesitzes. die zu einer Katastrophe führen müsse, wenn nicht unverzüglich Abhilfemaßnahmen seitens der Regierungen des Reiches unb der Länder getroffen würden. Einstimmig faßte die Versammlung folgende Entschließung: „Die im Hessischen Watdbesitzerverband zusammengeschlossenen Gemeinden und Privatwaldbesitzer halten sich, nachdem sich di« Hoffnung der deutschen Waldwirtschaft auf Beschränkung der ausländischen Holzeinfuh anscheinend nicht erfüllt hat, angesichts der Verschärfung der Waldwirtschaftskrise und der immer mehr zunehmenden Unrentabilität ihrer Forstbetriebe für verpflichtet und berechtgt, die Aufmerksamkeit aller deutschen Wal'dbesitzer und Waldbesitzerverbände, des Reichsoerbandes deutscher Waldbesitzerverbände und des Reichsforstwirtschafts. rate, der Landwirtschastskammer, Lr zuständigen Landes- und Reichsministerien und r Oeffentläch- feit auf die Tatsache zu lenken, daß die seit Jahren mit Verlust arbeitende Waldwirtschaft vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch steht. H^bi Mitleid mit überflüssigen Tieren! Der Gießener T i e r s ch u h - V e re i n , Henselstraße 10, schreibt uns: Wer in vielem Winter die Mittel für Steuern und Futter seines Hundes nicht aufbringen kann, erweise ihm die Gnade, ihn rasch und schmerzlos töten zu lassen, stakt daß das Tier Hunger leiden muh. Keinesfalls gebe man ihn in zweifelhafte Hände, selbst wenn es eine Kleinigkeit an Geld einbringt, oder jage ihn vo-n Hause fort. Heutzutage nimmt weniger denn je jemand einen fremden Hund auf. Das Tier verkommt elend, oder muß meist doch getötet werden, wenn es ihm gelingt, sich einem Herrn anzu- schliehen. w t „,r. Das gleiche gilt für K a tz e n. Auch überzählige Katzen werden am besten sachgemäß getötet. Herrenlose Tiere kommen um, oder werden aus Rot schreckliche Vogelräuber. Daten für Dienstag, 27. Dezember. 1525: der italienische Kirchenkomponist Giovanni Pierluigi da Palestrina geboren; — 1571: der Astronom Johannes Kepler in Weil der Stadt (Württembergs geboren; — 1822: der französische Chemiker Louis Pasteur in Dole geboren: — 1890: der Altertumsforscher Heinrich Schliemann in Reapel gestorben. 2>ornonzcn. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Als 13. Vorstellung im Dienstag-Abonnement heute 19.33 Uhr, Wiederholung der Operette „3m weißen Rößl". Operettenpreise. Ende 22.30 Uhr. — Moraen Mittwocy als 12. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement, ebenfalls Wiederholung der Operette „3m weißen Röhl", in der Besetzung der Erstaufführung. .Operettenpreise. Spieldauer von 19.30 Uhr bis 22.30 ülhr. — Freitag, 30. Dezember, als 12. Vorstellung im Freitag-Abonnement, letzte Aufführung des Schauspiels „Der Dieb" von Dernstein. Anfang 20' Ufjr, Ende 22 Uhr. Gewöhnst ;e Preise. — Zu Silvester meldet der Spielplan die Erstaufführung des Schwankes „Stöpsel", von Arnold und Dach unter der Spielleitung von Peter Fassott. Die Vorstellung ist außer Abonne- ment und zu ermäßigten Preisen. Spieldauer von 20.15 ilfjr bis 22.30 Llhc. ** 3n den Ruhestand versetzt. Auf Grund des Altersgrenzegefetzes tritt am 1. Februar 1933 der Oberreallehrer bei der Zellenstrafanstalt Butzbach, Friedrich Joseph Grohe, in den Ruhestand. r . ... . ** Ein kleiner Zimmer brand entstand am Samstag gegen 18 Uhr in einem Seitenbau auf dem Pachtgrundstück des Landwirts Hennecke (früher Gottmann), Marburger Straße. Dort war in der Leutewohnung ein nahe dem geheizten Ofen stehendes Bett angebrannt, wobei der Strohsack in Flammen aufging. Die alarmierte und rasch herbeigeeilte Feuerwache brauchte nicht in Tätigkeit zu treten, da der Brand mittlerweile von den Grundstücksbewohnern gelöscht worden war. träum wird erfüllt, wir haben das Reich der Wirklichkeit verlassen, wir stehen nicht mehr in der Friedrichstraße, sondern im Zentrum der Phantasie, aus der Aladins Wunderlampe geboren wurde, wo der Aberglaube wuchert, dessen liebstes Kind das Wunder ^ist. Und betritt man nun, einen Preife-Ausweis vorzeigend, diesen hübschen Laden, so entfaltet sich erst recht das ganze Za ub erlaub der Kinderzeit, aber in einer magischen Vollendung, die wir damals nicht für möglich gehalten haben. Denn schon ist der Herr Zaubermeister auf eine Art Bühne im duftem Hintergrund des Ladens gestiegen — Rocht muß es sein, wo seine Sterne strahlen — auf eine Bühne, die noch von 1880 her hier zu stehen scheint: sie ist behängt mit Sofitten als Kulissen, sie glitzert von Sternchen unb Tierbiidern, alles schillert, funkelt, sprüht aus dem Hintergründe von schwarzem Samt, unb es ist überaus herrlich. Der Meister aber zaubert, eine ganz kultische Angelegenheit. Er ist einer von denen, die aus einem winzigen Etui, das er leer vorzeigt, eine ganze Hand voll Goldstücken herausholen, er versteht auch das Kunststück mit der. Nickelschatulle, der er ganze Blumenguirlanden heroorkilM, er kann alles, was man auf den großen Bühnen sieht — aber in dieser Atmosphäre, zwischen diesen Wänden, die mit allerlei Geheimnisvollen bestellt sind, wirkt jein Spiel doch bedeutend stärker und sozusagen magischer. Um diese Bühne schwebt nämlich noch ein Stück Vergangenheit, da sind die Makartsträuße und die vielfach gerafften Draperien mit den Ritterwaffen unb die Paneele mit den altdeutschen Humpen, die einst unsere Wände zu verkleiden pflegten, und am Fenster hing die altdeutsche Butzenscheibe mit dem Trompeter von Säckingen: „Behüt dich Gott, es war so schön gewesen ..." blies er natürlich, umb von feinem Instrument hing bie Fahne mit einem Wappen, und im Hintergründe ahnte man den Burgturm mit dem dazugehörigen Fräulein Margarete .. - Der Meister zaubert ... aber man ist nicht mehr bei der Sache, man hängt dieser Welt nach, die mit diesen merkwürdigen Dingen versank, mit den Mo- kartsträußen und den Rittechumpen: das alte Bürgertum der Zeit, bie zwischen bem Säckinger Trompeter unb bem Jugendstil gelegen hat. Wir haben neulich im Sommer in Oslo ein Zimmer gesehen, das ungefähr aus dieser Zeit kam, das Arbeitszimmer, an dessen Tür ein kleines Messingschild stand: Dr. Henrik Ibsen. Das war, o Grausamkeit, in einem Osloer Museum. Ja, diese Zeit ist schon Geschichte geworden, aber es scheint jetzt, sie werde nun erst museumsreif, da sich die Jugend von heute keine Zauberkästen mehr wünscht. Wenn man —reichlich benebelten unb verschwommenen Gemüts — wieder auf die Straße kommt, hat man so etwa die Empfindung: die Erde hat mich wieder — ja, die Straße hat einen wieder gepackt, die Wirklichkeit. Es scheint, wir haben uns lange beim Meister aufgehalten: seltsam, bei ihm fragte man nicht nach der Zeit, und inzwischen haben sich die Nebel verzogen, und die Friedrichstraße liegt in der schönsten Mittagssonne, unb es ist, als wollte diese Helle schon das neue Jahr mit einem flutenden Licht einleiten ... A. ** Äusfuhrbescheinigungen für Kartoffeln, Pflanzen usw. Die Hessische Haupt- jtelle für Pflanzenschutz Gießen schreibt uns: Verzögerungen in der Ausstellung der Bescheinigungen für die Ausfuhr von Kartoffeln, Pflanzen usw. sind nur dadurch zu vermeiden, daß die Exporteure möglichst schon bei der Bestellung der Erzeugnisse, spätestens aber bei der Verladung der Sendungen alle erforderlichen Unterlagen unb Angaben bei- bringen. Bei Kartoffelsendungen, die nach Italien ausgeführt werden sollen, ist auch die Angabe des Inhabers der Einfuhrermächtigung unbedingt nötig. Die mit der Pflanzenbeschau beauftragten Hauptstellen für Pflanzenschutz und Sachverständigen sind strengstens angewiesen, keine Zeugnisse auszuhändigen, bevor nicht die erforderlichen Angaben darin vollständig eingetragen sind. ** Der Allgemeine Deutsche Frauenverein hatte — wie man uns berichtet — am Unter allen Bekannten und Familien fragten wir nach: Wünscht sich von euern Jungens keiner einen Zauberkasten mehr? — Ach, sagten sie, einen Zauberkasten, beileibe nicht, wir leben doch in einer aufgeklärten Epoche! Oder: Dieser Unfug, das zerbrochene Zeug liegt hernach herum und beschwert die Wirtschaft, wer wünscht sich heute einen Zauberkasten! — Man erlaubte sich daraus hinzuweisen, daß wir doch selbst als Jungens gezaubett hatten, wir langten uns sogar einen Band von Hans Carofja aus dem Schrank unb zeigten es gedruckt vor, wie stark der Carosfa-Junge durch diese schwarze Magie beeinflußt worden sei, aber die Skeptiker lächelten: Wandlung der Wettan- schauung! . So berührte es ganz befreiend, als man in diesen Tagen an einer Litfaß-Säule las: auberlösten von 1 bis 3 0 0 Mark." Dazu war ein Laden in der Friedrichstraße genannt: ,Lum Zauberkönig". Also das gab es immer noch! Es war ausgemacht, daß man den Zauberkönig besuchen würde. Schon stand man an einem dieser grauen Vormittage, an denen der Nebel im Schacht der Friedrichstraße hängt, wenn die Läden unb Geschäftsräume Licht brennen müssen und es beinahe ist wie in London ... also an einem so heimlichen Vormittag, an dem man sich vorkommt wie in Watte gepackt, standen wir vor dem Schaufenster des Zauberkönigs, der die Zauberkästen von 1 bis 300 Reichsmark zu oertaufen hat, und erinnerten uns der Weihnachtswunschyettel, auf denen stand: „Etwas für den Zauberkasten", und wir hätten sogleich das ganze Fenster ausrauben mögen, denn hier lag nicht Etwas, hier war das ganze Zauber- reich versammelt: zunächst in der Mitte der „Aegyp- tische Totenschädel", die „Wahrsagenden Karten , das „Verzauberte Ei", hänfene Stricke: „Der gordische Knoten" oder „Die mysteriösen Ml ein , bann das „Geld, das sich vermehtt", die „Karaffe füllt sich mit Wein", und so weiter, und alles u>ar eingewiegt und eingebettet von einer Riesenschlange aus papiernen Blumen, die sich aus einer Nickelhülle durch das ganze Schaufenster ringelten: „Der siamesische Blumengarten." Ja, das erfreut einen doch, hier ist bie ganze Wunderwelt der Kindheit noch einmal in überwältigender Fülle ausgeschüttet: hier liegen auch die ,Lauberkästen", unb sie scheinen noch ganz genau so wie damals: die Behälter aus Pappe -mit Den vielen kleinen Abteilungen, deren jede einen höchst merkwürdigen und seltsam geformten Gegenstand enthält. Da haben wir zum Exempel den Zauber- jtab, ohne den es niemals abging, ober den. geheimnisvollen Dolch, den man sich in bie Hand stechen kann, ober bie magische Kugel, bie an einem Faden entlang gleitet und auf Befehl eines Herrn aus dem Publikum anhält, hier ist der gelbe Becher mit dem roten Holzei, das man verschwinden und erscheinen lassen kann, hier liegen auch die beiden Blechbecher, von denen man einen durch den andern fallen läßt, oder bie eisernen Ringe, die die wetten Damen und Herren auf ihre Haltbarkeit prüfen können unb die man bann doch zu einer Kette vereinigt ... es ist alles noch vorhanden, unb es fehlt gar nichts. Die Naturgesetze sind aufgehoben, jeder Wunjcy- Frankfurt a. M., 24. Dez. (WsN.) Ein ganz gerissener Darlehnsbetrüger konnte in der Person des 35 Jahre alten Kaufmanns August Steinbach von der Kriminalpolizei f e ft genommen werden. Steinbach wurde auch von der Staatsanwaltschaft Frankfurt a. M. gesucht. Er gründete hier in Der Mddastraße den Kapital- nachweis A. Steinbach. Das Geschäft war groß aufgezogen, unb es haben sich viele Darlehns- sucher an Steinbach gewandt. Nachdem die ersten Anzeigen gegen die Firma eingegangen waren, änderte Steinbach seine Firmenbezeichnung in Kreditgesellschaft m. b. H. um. Als Geld- geb er selbst ist Steinbach nicht aufgetreten, sondern nur als Vermittier. Geldsuchende erhielten von Steinbach Adressen nachgewiesen, jedoch wurden diese nur per Nachnahme unter 25 b i 5 40 Mark an die Darlehnsnehmer gefanpt. Diese mußten dann feststellen, daß die nachgewiesenen Adressen durchweg faul waren. Oaö Urteil im Schlierbacher Haiffeisen-Prozeh. WSA. Schlierbach, 24. Dez. Rach fünftägiger Verhandlung verurteilte das Marburger Große Schöffengericht. das in Schlierbach tagte, den Rechner der Schlierbacher Raiffeisenkasse Jakob Dietor wegen fortgesetzter Unterschlagung und Untreue zu 2 '. 2 2 ahren Gefängnis. Von der Anklage der fortgesetzten Dücherfälfchung wurde er freigesprochen. Die Ehefrau des Vietor wurde an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 10 Tagen zu 30 M k. Geldstrafe verurteilt. Die Angeklagten Wickert und Siebert wurden wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. 2m Laufe der Verhandlung, zu der 50 Zeugen geloben waren, wurde festgestellt, daß der Angeklagte Victor etwa 4500 Kassenposten nicht S.-Zf.-ifporf Auszeichnung für Hugo Henkel-Gießen Dem Fußball-Sachbearbeiter Hugo Henkel (Gießen) wurde vom Vorstand des Westdeutschen Spielverbandes am Ende der vergangenen Woche als Anerkennung für seine langjährigen Verdienste um die Sache des Sports und des Westdeutschen Spielverbandes die Ehrennadel des Verbandes, die höchste Auszeichnung, die er zu vergeben hat, verliehen. Triel verlangt Würde! Der Vorstand des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen hat nachfolgenden bemerkenswerten Beschluß gefaßt, der den angeschlossenen Verbänden zur Stellungnahme zugeleitet worden ist: „Wer sich na chder Erringung olympischer Ehren oder ähnlicher Auszeichnungen, 3. B. des Meistertitels, durch sein Verhalten dieser Ehre nicht würdig erweist, soll nicht mehr von seinem Verbände zu ähnlichen Kämpfen zugelassen werden. Diese Strafe soll der Oeffentlichkeit mitgcteilt werden." Endspielüberraschungen in Süddeutschland. Die süddeutschen Endspiele brachten bereits einige Lleberräschungen. 3n der Abteilung 1 fertigte der 1. FC. Nürnberg Phönix Ludwigshafen 3:1 (1:0) ab, während Vayern München trotz starker äleberlegenheit gegen 1. FC. Kaiserslautern nur zu einem 2:0 (2:0) kam. — In der Abteilung II verlor der KFV. auf eigenem Boden gegen Wormatia Worms 2:3 (0:3), Eintracht Frankfurt ließ sich in Vöckingen 0:2 (0:2) schlagen und mit dem gleichen Ergebnis fertigte der FSV. Frankfurt die Stuttgarter Kickers ab. Studenten-Zußballspiel Italien-Deutschland 3:3 (1:3). Das Fußball-Länderspiel zwischen den italienischen und den. deutschen Studenten, das am Weihnachtsmontag in Catania ftattfand, endete unentschieden 3:3 nach einer 1:3Halbzeitführung der Deutschen. Etwa 2-500 Zuschauer waren bei sehr regnerischem Wetter anwesend, unter ihnen auch der deutsche Konsul, der Regierungspräsident und der Bürgermeister von Catania. Die deutsche Mannschaft hinterließ einen vorzüglichen Eindruck. DIE. Prag besiegtStadtelfKassel 2 • 1 Ter Deutsche FC. Prag trat am ersten Weihnachtstag in Kassel vor einer großen Zuschauermenge gegen eine dortige Stadtmannschaft an. Die Kasselaner Mannschaft war recht gut, sie führte bei der Pause sogar 1:0 und gab sich nur knapp mit 2:1 geschlagen. In der Ballbehandlung, dem Spielaufbau und dem Zusammenspiel war von den Deutschböhmen viel zu lernen. Sronffurf schlägt Offenbach 4:2. Das Städtespiel zugunsten der Winterhilfe hatte auf dem „Biederer Berg" in Offenbach kaum 1000 Zuschauer an sich gezogen, jedenfalls deshalb, weil die Mannschaften nicht sehr stark gestellt waren. Frankfurt stützte sich auf Spieler der Vereine Rot-Weih, Germania 94 und Olympia, während Offenbachs Mannschaft aus Spielern der Kickers, VfB. und Bürgel gebildet war. Das Spiel selbst war recht gefällig, fair und von guten Leistungen durchsetzt. Die Frankfurter Mannschaft fand sich überraschend gut zusammen, hervorragend war die Sturmführung durch den alten Kämpen Steudtle. Offenbach ging durch Dumont in Führung, jedoch erzielte Frankfurt dann bis zur Pause durch Steudtle (zwei) und Scheuermann drei Treffer. Vach der Pause erhöhte Oberle auf 4:1, während Offenbach noch durch Abt erfolgreich war. Deutschlands Elf gegen Italien für das Länderspiel in Bologna am 1. Januar. Die schon in der Vorwoche vom WTB. gemeldete vorläufige Aufstellung der deutschen Mannschaft für den Fußball-Länderkampf gegen Italien am 1. Januar in Bologna ist nicht mehr geändert worden. Die Deutschen spielen in der folgenden Aufstellung: Jakob (Jahn Regensburg): charinger (Bayern München), Wendl (München 60); Grämlich (Eintracht Frankfurt), Leinberger (Spvg. Fürth), Knöpfte (FSV. Frankfurt), Bergmaier, Krumm, Rohr (alle Bayern München), Mahlik (Beuthen), Kobierski (Düsseldorf). ' Um die bayerische Eishockey-Meisterschaft S(L. Riehersee — Lv. Tölz 1:0 (1:0, 0:0, 0:0). Das erste Spiel um die Bayrische Eishockeymeisterschaft absolvierte der SC. Rießersee am ersten Festtag in Töl; gegen den EV. Der Kampf, der unter schlechten Eisverhältnissen zu leiden hatte, nahm mit 1:0 einen unerwartet knappen Ausgang. Dos für den ersten Feiertag angefetzte Weihnachts- Skispringen des SC. Garmisch mußte wegen schlechter Schneeverhältnisse abgesagt werden. 1900 Kickers" Offenbach 2:5 (1:4) // ile&cr dem Spiel der ersten Mannschaft der Svrclvereinigung 1900 und der Mainbezirksliga- Monnschoft „Krckers" Offenbach lag eine eigentümliche Stimmung. Tiefer Nebel hing über dem Trieb und über dem Sportplatz. Man konnte zunächst n:cht von einem Tor zum anderen sehen. Dw Spieler bewegten sich gleich schemenhaften Schatten im Grau, die Zuschauer (etwa 400) standen nicht auf den gewohnten Plätzen, sondern in schmaler Reihe dicht an den weißen Linien, die das Spielfeld begrenzten. Kaum war es möglich, das Spiel genau zu verfolgen. Die Zuschauer hatten es schwer, der Schiedsrichter mußte immer dicht dabei lein, die Spieler hatten es unter den waltenden Umständen auch nicht leicht. Die Mannschaften. Aber trotzdem: es entwickelte sich ein hochinteressanter, stets spannender, manchmal auch etwas harter Kampf, der die Gäste verdient als Sieger sah. Die Mannschaft von Kickers Offenbach war besser als der Gastgeber (besser auch als der Gegner des Vorsonntags, „Union" Niederrod), stets schneller am Ball, sicher in der Kombination, angr:f,slustiger, jeder einzelne erschien technisch besser durchgebiliet. als d'e Spieler des Gastgebers und das Mannschaftsgefüge war einheitlicher als das der Blauweißen. Das Innentrio des Sturmes arbeitete sehr gut zusammen. Die Läuferreihe war im Aufbau sehr geschickt, die Verteidigung aber schwächer, als man sie vermutete. Die Gäste traten mit zwei Mann Ersah an, der sich aber unbemerkt gut einfügte. Die Dlauweihen zeigten mehr als am Vorkonntag. Trotzdem die Mannschaft mit zwei jugendlichen Kräften (Schomber, Schmelz) antrat, leistete sie den Gästen energischen Widerstand' Sie hielt das Spiel stets offen, wenn auch eine leichte Feldüberlegenheit der Offenbacher fast während des ganzen Spiels nicht zu unter binnen war Ter Sturm bemühte sich energisch um Torchancen, konnte sich aber nur selten durchsetzen, weil die Läuferreihe der Offenbacher in kritischen Situationen der Verteidigung sehr gut assistierte. D'e Läuferreihe war auch sehr eifrig. Heilmann gefiel als Mittelläufer sehr gut. In der Verteidigung war diesmal Zeiler mit seinen wuchtigen Abschlägen sehr wertvoll. Schlarb, der viel beschäftigt war, war nicht schlecht, hätte sich aber in zwei Fällen energischer emsetzen müssen. Das Spiel. -3ur allgemeinen Ueberraschung führte 1900 bereits nach vier Minuten mit 1:0. Lippert verwandelte nach begeisterndem Alleingang aus dem Lauf zum ersten Tor. Die Gäste liehen sich aber nicht verblüffen. Unmittelbar nach Wiederanstoß folgten zwei Attacken auf das Gießener Tor die mit Diel Geschick, aber auch mit Glück abgeschlagen wurden. Wenige Minuten später setzten sich die Gaste vor dem 1900er Tor in vorbildlicher Kom- binotitm durch und beschlossen mit einem scharfen Schluß (Schlarb zeigte sich hier nicht auf dem Posten) 1:1! Die Offenbacher behielten weiter Uebergewicht im Feldspiel. In der zehnten Minute ließ der Tormann einen Ball passieren, der, aus ziemlicher Entfernung geschossen, über ihn hinweg den Weg in das Netz fand. Nun rafften sich die 1900er etwas mehr auf. Sie trugen einige Angriffe vor das Gästetor. Lippert schoß einmal energisch, der Tormann war ober auf dem Posten und fing sehr sicher. In der 25. Minute fiel das dritte Tor für Offenbach. Eine schöne Flanke wurde vom Halblinken aufgenommen und sofort gum Tor ausgenützt. Der Ball war unhaltbar. Weniger rühmlich für die Blauweißen fiel das Dierte Tor. Einer der Gästestürmer, der sich im Alleingang durchgesetzt hatte, täuschte Verteidigung und Tormann und trug den Ball bis in das Tor. In der Folge verpaßten die Platz- vesiher zwei glänzende Chancen. Die zweite Halbzeit brachte unverändert hartnäckigen, aber ausgeglicheneren Kampf. Die Blauweißen faßten alle Kräfte zusammen, boten größten Widerstand und ließen den Gästen nicht mehr viel freie Hand. Durch einen von Schmelz gut verwandelten Elfmeterball verkürzten sie zunächst auf 4:2. Das machte die Offenbacher etwas unruhig. Es wurde härter gespielt. Erst in der 31. Minute fiel durch den Mittelläufer der Gäste das fünfte Tor, das gleichzeitig das letzte dieses Kampfes fein sollte. Schlarb hatte mit einem Ball an den Pfosten noch einmal viel Glück, so daß es bei dem Ergebnis blieb. — Der Schiedsrichter Kunze entschied zur allgemeinen Zufriedenheit. Er war in feinen Entscheidungen sehr klar und konsequent. Das ehrenvolle Ergebnis. Das Torverhältnis entspricht nur bedingt dem Spielverlauf. Die Verteidigung war an zwei Treffern der Gäste nicht unschuldig. Schlarb war einmal leichtfertig. Daß der Sieg der Offenbacher aber unverdient sei, soll damit nicht behauptet fein. Auch dieses Resultat bedeutet für die Gießener einen großen Erfolg, einen Achtungserfolg, der die Ligaoereine des Mainbezirks aufmerksam werden lassen wird. Für das Gießener Sportpublikum ist es erfreulich, daß es die Spielvereinigung unternimmt, achtbare Gegner zu verpflichten. Weitere Verpflichtungen ähnlicher Art konnten dem Fußballfport in Gießen nur dienlich sein. * Stein-Kickers Offenbach 4 Monate gesperrt. Der Spieler Stein (Kickers Offenbach) (der am ersten Weihnachtsfeiertag auch in Gießen in seiner Mannschaft mitwirkte), war vor einigen Wochen durch Cinzelrichterurtcil des Mannheimer Bezirksvorsitzenden Herzog mit einem Verweis bestraft worden, weil er einen tätlichen Angriff ans Schiedsrichter Dölker versucht hatte. Die Schiedsrichtervereinigung Frankfurt gab sich damit nicht zufrieden und erwirkte eine Verhandlung beim Verbandsgericht, die jetzt damit endete, daß der Offenbacher auf vier Monate disqualifiziert wurde. Kurze E>porinoiizen. Das „D e r b y d e s Westen s", das Spiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Schalke 04 brachte im Düsseldorfer Rheinstatton den Einheomiischen vor 20 000 Zuschauern mit 1:0 (0:0) einen knappen, aber verdienten Sieg ein. * München 1860 wunde beim Internattonalen Turnier in Rom Zweiter. Die Süddeutschen schlugen am ersten Tag Lazio Rom 1:0, verloren aber am nächsten Tage vor 10 000 Zuschauern das entscheidende Spiel gegen AS. Rom mit 1:3 (1:1). Im Kampf um den dritten Platz besiegte der schweizerische Meister Lausanne Sports Lazio Rom mit 4:2 Treffern. * Erich Moller, der Deutsche Stehermeister, gewann im Pariser Sportpalast den Großen Wcih- nachtsprsis über 80 Kilometer gegen die besten französischen Winterbahnfahrer Grassin, Laquehay und Marechal. * Deutscher Meister im Halvschwergern i ch t s b o x e n wurde Adolf Witt (Kiel), da sein Gegner, der Mittelgewichtsmeister Seelig (Berlin) beim Titelkampf in Hamburg wegen eines Tiefschlags in der zweiten Runde disqualifiziert werden mußte. * Winke rfPort gab es an den Festtagen fast gar nicht. Selbst in der Schweiz mußten die vorgesehenen Skirennen wegen Schneemangel abgesagt werden. * 3 m Berliner Sportpalast schlugen die kanadischen Eishockeyspieler ben Berliner Schlittschuh kl ub bei einem neuerlichen Gastspiel mit 4:0. * 3n den Gruppen Saar und Süd b a i) e r n fielen an den Festtagen die Absttegsenl- scheidungen. An der Saar müssen Völklingen 06 und SV. 05 Saarbrücken, in Südbayern Iahn Regens bürg und Landshut in die zweite Klasse ab steige ir Wirtschaft. Preiszusammenbruch am Buttermarki. Berlin, 24.Dez. (WTB.) Wegen des dringlichen in- und ausländischen Butterangebotes mußte die Butternotierung heute um 10 Mark pro 50 Kilo heruntergeseht werden. Eine Preissenkung wäre auf Grund der mißlichen Absatzverhältnisse schon früher notwendig gewesen, man hatte aber in der Hoffnung auf eine Gcschäftsbelebung vor den Feiertagen davon abgesehen. Nachdem sich jetzt das Feiertagsgeschäft außerordentlich enttäuschend gestaltet har und vor allem ein sehr sta^ c Preisdruck durch das Angebot von Auslandbutter ausgeübt wird, war die Preissenkung nicht mehr zu vermeiden. Neben dem Versagen der inländischen Kaufkraft soll die durch die Auslandkonkurrenz bedingte Unrentabilität der Käseproduktion — die Preise von verschiedenen zur Einfuhr kommenden Käsesorten entsprechen einem Milchverwertungspreis von 4 Pfennig pro Liter — für das inländische Ueberangebot von Butter verantwortlich fein. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 24. Dez. Das Weihnachtsgeschäft hat allgemein stark enttäuscht, denn die Umsätze waren kaum größer als sonst. Die schwache Kaufkraft der breiten Konsumentenyiasse hat sich in diesem Fahre besonders fühlbar gemacht. Dazu kam in der letzten Wocbe starkes Angebot sowohl vom In- als auch vom Ausland, so daß die Lager nicht annähernd geräumt werden konnten. Der Prcisoerfall für Auslandbutter blieb hier nicht ohne Wirkung Die Preise für deutsche Butter gingen um 10 bis 13 Mark auf 120 bis 125 und für holländische Butter um zirka 6 Mark auf 125 bis 128 Mark für die 1-Zentner-Tonne int Großbezug zurück. Infolge des Ansteigens der Produktton sind die Aussichten auf bessere Preise sehr gering. * * Hilfsmaßnahmen für denKupfer- bergbau. Die von der Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung mit der Mansfeld- A.-G. für Bergbau und Hüttenbetrieb in Eisleben wegen der Stützung des Mansfeldschen Kupferbergbaues geschlossenen Verträge laufen mit Ende dieses Iahres ab. Da die Aufrechterhaltung der genannten Kupferbetriebe im öffentlichen Interesse dringend geboten ist, die Gesellschaft aber angesichts des Tiefstandes der Metallpreise hierzu nicht in der Lage ist, sind bereits vor längerer Zeit von den beteiligten Stellen Verhandlungen über die Fortführung der Hilfsmaßnahmen der öffentlichen Hand ausgenommen worden, die voraussichtlich demnächst zum Abschluß gebracht werden können. Zur Bereitstellung der bei der Fortsetzung der Stützung in den nächsten fünf Vierteljahren voraussichtlich vom Reich aufzubringenden Mittel ist die Reichsregierung durch eine Verordnung, die im Reichs- anzeiger erscheinen wird, ermächtigt worden. * Der Großhandelsindex. Die vorn Stati stischen Reichsamt für den 21. Dezember errechnete Großhandelsindexziffer ist mit 92,4 gegenüber der Vorwoche (92,5) leicht zurückgegangen. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarftoffe 8-LÄ (minus 0,4 o. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,4 (plus 0,1 v. H.), industrielle Fertigwaren 113,5 (minus 0,1 v. H.), in der Gruppe der indu ftriellen Fertigwaren sank der Index der Produktionsmittel um 0,2 v. H. auf 115,6 (14. Dezember 1932: 115,8), der der Konsumgüter um 0,1 v. H. auf 111,9 (112,0). * Geschäftsbelebung g e r Rob. Bosch AG., Stuttgart. Die Rodert Bosch AG. berichtet in ihrer Schrift, dem „Bosch-Zünder", über eine fühlbare Geschäftsbelebung und führt dazu u. a. aus: Die letzten Monate des Jahres feien erfahrungsgemäß für den Industriezweig der Gesellschaft die Jahreszeit ruhigsten Geschäftsganges. In diesem Jahre habe aber der Oktober bereits eine leichte Besserung gebracht, im November sei der Auftragseingang noch etwas lebhafter geworden, und im Dezember habe sich die Auftragsbelebung fortgesetzt. Wenn auch die Belebung noch nicht befriedigend sei, so könne man doch schon einige Hoffnung auf einen Umschwung zum Besseren fassen. Frankfurter Eiermarkt. F r a n k f u r t a. M., 24. Dez. Das starke Angebot von Frischeiern, insbesondere aus Holland und Flandern, führte in der abgelaufenen Woche zu einer schwachen Tendenz. Die Preise lagen durchschnittlich um 0,5 bis 0,75 Pf. niedriger, Holländer, Flandern und deutsche Frischeier notierten von 1 bis 2 Pf. schwächer. Der Absatz war außerordentlich gering. Das drängende Auslandangebot war in erster Linie die Folge der schwachen Aufnahmeneigung seitens Englands und der Schweiz. Es notierten in Pfennig per Stück loco Frankfurt: Bulgaren 8,5 bis 9, Jugv ,'lawen 8,5 bis 9, Rumänen 8,25 bis 8,5, Polen 8 bis 8,5, Holländer 7,5 bis 10,75, Flandern 9,5 bis 9,75, deutsche Frischeier 9 bis 12, in- und ausländische Mittel- und Schmutzeier 7 bis 7,5. In Kühlhauseiern hat sich das Angebot derart verringert, daß kaum noch Ware vorhanden ist. Der Preis hierfür blieb mit 7 bis 8,5 Pf. per Stück unverändert. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse 31,25 o' 10 Banknoten. 9,5 Geld 6,2 4,1 38,5 o 4,1 1,2 0 0 0 28,5! 29,9 0, y; 144,9 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt 44 85 52,5 88 38 144 35,25 204 73,25 94 52,5 36 203 73,75 31,25 76,25 94,5 54 73,75 90,5 82,4 124 113,9 18,5 41,75 28,25 I 143 I 2,46 75,90 80,81 34.23 76 91 84 127 116 28 61,5 144,75 1,2 6,6 74,25 92 83,5 124,5 114,5 75 95 84,75 127 115,5 43,65 84 52 88 101,5 46 61,4 102,->5 45,25 62 24,5 101 45 60,5 24 74,13 35,25 204 73,13 43,65 84 51,9 87.65 52 99 48,75 58,5 43 27,5 102 18,25 39,5 37,25 39 48,75 58,5 43 28,25 99,25 49 59,75 44 27,75 103,4 18,75 40,75 37,5 40,5 145 43,75 84,75 52 88,75 53 49,5 59 44 28,25 6,4 4.1 101,5 45,75 61,75 23,75 76,5 35,75 204,5 74 Gritzner Mainkraftwerke Höchst a.M. Süddeutscher Zucker ...... 4,45 21,75 2,49 76,20 81,13 34,37 4,45 ! 2b75 . 4,20 58,11 72-26 13,98 16,38 168,76 21,49 72,01 Mannesmann Röhren " " ManSfelder Bergbau Cberldilef. KokSwerie vhöntr Bergbau......... Nbeinisckie Braunkohlen . Rheiustahl............ 31,25 76,75 94,9 54,13 A.E.G Elektr. Lieferungsgesellschaft ... Licht und Kraft ............. stellen K Guilleaume ....... Gesellschaft für Elektrische Unter- uchmungen............... Rheinische Elektrizität Schlickert &(So.............. Siemens & Halske Lahmeyer 6 Co.............. 5.4 8.75 4,45 21,75 5,13 8,8 4,5 21,8 4,1 5,25 18,5 40,5 6,4 4,15 6,7 5,75 9,5 1,2 6,7 6 6,4 .. O .. 0 .. 0 .. 0 .. 0 .. 7 .. 0 .. 0 .. 0 .. 6 ..12 <' 5 6 o 31,25 I 75 94 53 9,75 | 1,05 ' 6,7 5,75 1 Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lornbardzinsfuß 5 v. H. Buderus ................g Deutsche Erdöl . . . . 4 Gelsenkirchener g Harpener................... Voesch Eisen—Köln-Neuessen.'.' 0 Ilse Bergbau ........... 7 Ille Bergbau Genüsse Klbcknerwerke ....... Schultheis Patzenhoser...... Mu (Allgemeine Kunstseide) . Bemberg................ Zellstofk Waldhof.......... Zellstoff Aschaffenburg ..... Dessauer GaS Daimler Motoren ......... Deutsche Linoleum ....... Orensletn & Koppel ....... Leonhard Tietz ... Lhade................... ^A°A"etchllche Goldrente... österreichische Silberrente i./o Ungarische Goidrente....... Staalsrente v. uio 4 /2% deSgl. von 1913.......... 40/° £r.aJirL®»ömeri,ü"CI vön'09 jo? Aollanleihe von 1911 4 b Bagdavbahn-Anleihe 4% w.©eiten jv°o?romän- "brelnh. Reute v. 1903 ^"?°.^eretnh.Renleo.l913 °°ceinh. Rente .. V-V47o Anatolier.......... Briet 4,22 58,35 72,54 14,04 16,44 169,44 21.57 72,29 Berlin, 24.'Dezember__[ Amerikanische Roten.............." Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten .. Französische Noten Hollmrdijche Noten ... Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterrete-, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten . Ungarische Noten Frankfun a. JJL Aerun Schluß- kurs Schluß!. Abend« börse Schluß« lurs Schluß!. Miitaa- börfc Datum 23.12 24.12. 23.12. 24-12. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1921 75,75 75,75 76 76 6% cöem.7% Dl.Reichsanl.v. 1929 92 92 92 92 5/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Slnl.-Ablös.-Schuld mit 76,65 77 77 77 Auslos.-Rechten ........... 59,25 6,5 59,4 6,5 59,13 6,45 59,4 6,5 D-egl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehem 8% Hess. Bolksstaat 1929 «rück',ahlb. 102%) .. . 71,5 72,5 71,5 73 ebenen Provinz. Anleihe mit Au°to)_,Rechten ..... 57 Deullche Komm. Sammelab l.Än> leche Seriel mit Auslos.-Rechten 6men^‘ 8.% ®Tan,i- HyV.-Bank 54 54,75 54 54,5 ©oiDpte. io unkündbar bis 1935 °"em- 7% Fr-mts. Hyp.-Banl 83,5 83,75 — — woionte. 16 unkündbar bis 1936 5'4% 4,/20/o Franks. Hyp. .1®“nf'£t4u--^fanbbricfc ..... 6&% ehem..,-/.% Nheiichche 84,5 83,5 85 — HvV.-Bank.Liqu.-Goldpm ehem 8% Pr. Landespfand briefanslalt, Pfandbriefe R. 19 7% Dr. Landcspsand 85,25 86 - —- 80,5 81 81,25 81 briefanslalt, Pfandbriefe R. 10 80,5 81 — — ■jrannun a. J)l. Berlin Schluß, kurs Echlußk. Abend- börse Schluß- fürs Schlußk. Mittag, börse Datum 23-12- 24.12. 23.12. 24-12. Hamburg-Amerika-Paker ..... <, — 17,5 17,25 17.5 Hamburg-Südam. Dampfschiff, o Hansa Dampfschiff...........o — 25 96.5 Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. o 18 43,65 18,25 44 17,8 45,65 18,25 43 q Berliner Handelsgesellschaft.... 4 89 89 89,25 89 Commerz- und PrivanBank... O Deutsche Bant und Disconto- 53,5 53,5 53,5 53,5 Gesellschaft................o 75 75 75 75 Dresdner Bank..............o 61,75 61,75 61,75 61,75 Reichsbank ........ i 141,13 143 142,75 Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. Schluß« kurck Schluß!. Ab end» börs- Schluß« kurs Echlußk. Miitag. bSr'e 23.Dezember 24-Dczember Amtlickie Notieruna Datum 23.12. 24-12. 23.12. 24.12. Geld Site Geld Site Bereinig«: Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth .......u 34,65 35,5 34,5 35,5 Helsingfors. Wien....... 6,134 51.95 6,146 52,05 6.134 51,95 12,465 3,057 169,13 6,146 52,05 12,485 3,063 169,47 .......0 ......6 ......6 ......9 15,75 110 114 15,5 112 115 168 15,25 110 5 114 168,5 15,25 112 115,9 170 Prag....... Budapest ... Sofia..... Holland .... 12,465 3,057 169,13 12.485 3,063 169,47 71,03 72,43 71,17 72,57 72,18 72,63 72,32 72,77 Kopenhagen. .1 G. Farben-Jndustrie ...... 7 95 96 95,4 96 Stockholm... 76,"7 76,43 76,42 76,58 Scheideanstalt........ ......10 151 151 London..... 13,98 14,02 13,02 14,06 Goldschmidt ......... ...... O 27 27 .. 97 9 Buenos Aire« 0,858 0,862 0,858 0.862 Rütgerswerke........ Metallgesellschaft...... ...... O 43,75 43,5 49.9 43 q Neuyork.... 4,209 4,217 4,209 4.217 ......O 32,75 32,75 33,4 34 Brüssel..... 58,26 58,38 58,27 58,39 Italien..... 21,55 21,59 21,55 21,59 Pari»..... 16,42 16,46 16,42 16,46 Philipp Holzmann .... ......0 56 56,5 55.65 57 Schweiz ... Spanien.... 81,02 34,37 81,18 34,43 80,99 34,3/ 81,15 34.4.1 Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt.. Wayß & Freytag..... ...... 4 ......O ......0 45,25 5,25 46 57 5 I I I 5 T anzig.... Japan ..... Rio de Jan. 81,72 0,899 0,269 81,88 0,901 0,271 81,72 0,899 0,269 81.88 0,901 0,271 Jugoslawien Lissabon... 5,574 12,76 5,586 12,78 5,574 12,76 5,586 12,78