nr. 5(14 (Erft?$ Blatt 182. Jahrgang Dienstag, 21. Dezember 1952 Erlchetni lagltd), außet Sonntags und Ieieriays Beilagen: Die Illustriert« Gießener Familienblätter Heimat Bild Die Scholle monatsBejugsprcls: Mit 4 Beilagen RT1 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. .SernfDred)anfd)lüfie unter Sammelnuntmer 2251. Anschrift für Drahtnach« richten Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: gronlfurt am Main 11686. GietzenerAMger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Steindruckerei H. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« Klameanzeigen von 70 mra Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrifl 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyrwt; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den An« zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen. „Heim ins Reich!" Danzigs Kampf um fein Deutschtum. Von Dr. Or.'Ing t). r. H. Strunk, ehemaliger Senator der Freien Stadt Danzig. Wer das Danziger Kulturleben, das entsprechend dem deutschen Charakter Danzigs ein rein deutsches ist, oberflächlich betrachtet, der wird feststcllen, daß es wie das einer reichsdeutschen Großstadt verläuft: Vorträge, Konzerte, Theater- vorfüHrungen, Besprechungen akademischer und anderer Verbände, Debatten über Bewilligungen im Stadtparlament und im Volkstage, Presse- artikcl und dergleichen. Plötzlich aber treten ihm die Merkmale einer weniger ruhevollen Kuliur- arbei-t entgegen. Bei der akademischen Eichendorff- Feier der Technischen Hochschule am 9. Dezember verkündete der Vektor der Technischen Hochschule: Der Verein für das Deutschtum im Ausland hat einen Eichendorff-Preis von jährlich 600 Gulden errichtet, der eine neue Möglichkeit für die Förderung wissenschaftlicher Deutschtumsarbeit erschließt. Der Preis soll Preisaufgaben auf dem Gebiet der Danziger Kulturgeschichte dienstbar gemacht werden. Drese Stiftung ist ein Kennzeichen dafür, daß der Danziger Kulturetat infolge der Rot der Zeit so schlecht ausgestattet werden muhte, daß Hilfe aus dem Reich zur Erfüllung der nötigsten Aufgaben erforderlich ist. Ein anderes Moment: bei einem Abkommen zwischen Danzig und Polen auf der letzten Genfer Ratstagung hat sich die Freie Stadt verpflichtet, die in ihr ansässigen Staatsbürger polnischer Rationalität so zu behandeln, wie die Deutschen in Polen behandelt werden. Das klingt gewiß billig und harmlos und doch fließt aus dem Abkommen eine Fülle kultureller und politischer Konflikte, bei deren Austragung in der nächsten Zeit schwere Kämpfe ausgefochten werden. Es handelt sich dabei um die praktische Anwendung des Artikel 33 der Pariser Konvention von 1920, der vor einem halben Jahr durch das Haager Schiedsgericht in seinen wesentlichen Zügen ausgedeutet worden ist, und zwar zugunsten Danzigs. An solchen Beispielen erkennt man. daß Danzig Grenzland ist, dah der Geisteskampf der an allen Volks- und Staatsgrenzen ausgefochten wird, auch hier ausgetragen wird. Da aber das kulturelle Leben in Danzig im allgemeinen gesund ist, darf Deutschland mit einer gewissen Zuversicht damit rechnen, dah auf diesem Gebiet kein Unglücf geschieht. Denn es darf hier das Unwahrscheinliche festgestellt 'werden, dah auf dem Gebiete des kulturellen Lebens eine Einheit der Auffassung zwischen allen Parteien besteht, nämlich der Wille, das angestammte Danziger Deutschtum unversehrt und unverfälscht für alle Zeiten zu erhalten und dieses Ziel insbesondere durch einen engen Anschluß an das KulturschaffenimDeut- schen Reiche zu erreichen. 3a das Tiebergewicht deutscher Bildung und das Ansehen der deutschen Sprache ist selbst in der gefährdeten isolierten Lage des Freistaates noch so stark, dah das Danziger Deutschtum fähig ist, jährlich Hunderte von Kaschuben in den Bann des deutschen Kulturlebens zu ziehen. So ist also bedrohtes Deutschtum noch in der Lage, moralische Eroberungen für unsere deutsche Sache zu machen. Trotz dieser Anerkenntnis ist das Danziger Deutschtum weit davon entfernt, sich in einer Art Kulturseligkeit glücklich zu fühlen. Es weih zu genau die großen Gefahren zu werten, die über dem Schicksal der Freien Stadt Danzig schweben. Es ist nicht bloß ihre politiscbe und wirtfchaf- liche Lage bedroht, sondern im Zusammenhänge damit auch die kulturelle Geltung des Deutschtums. Letzten Endes sind die Freuden, die Kunst und Wissenschaft gewähren, nur „ein leidiger Trost und vermögen nicht das stolze Bewußtsein zu ersetzen, einem großen glücklichen und geachteten Volke anzugehören" (Goethe). Es ist ein Land in Ketten. Ein dauernder Druck liegt aus der ganzen Bevölkerung. Sie läßt sich zwar nicht niederdrücken durch die Last, die ihr das unerbittliche Schicksal auferlegt hat. Der Wille, den ihr ausgezwungenen Kampf siegreich zu bestehen, ist ungebrochen, aber Enttäuschungen und Aufregungen aller Art lassen im ganzen nirgends eine frohe Stimmung aufkommen. Es fehlt zwar nicht an Erfolgen, die stolz und boffnungsfroher machen, wie kürzlich die auf der letzten Ratetagung in Genf gelungene Abwehr der von Polen geplanten teilweisen Einführung der polnischen Zloty-Währung in Danzig; denn die Bevölkerung des Freistaats ist in seltener Geschlossenheit stolz auf seine Guldenwährung, die sich in allen Stürmen so fest gehalten hat. Aber das soziale Elend ist infolge der Arbeitslosigkeit zu groß, als daß man durch ein günstiges Ereignis darüber hinweggebracht werden könnte, lieber Danzig liegt eine Spannung, eine Gereiztheit und Nervosität, die sogar schon Fremden, die nur kurze Zeit hier weilten ausgefallen ist. Das Wirtschaftliche und das Politische hängen in Danzig unter sich und mit dem Kulturellen aufs engste zusammen. Wirtschaft und Handel stehen seit Jahren m einem Kampf um ihre Existenz, da Polen jetzt'nach dem Mißlingen vieler anderer noch eine neue Methode an wendet, um Danzig seinen Wünschen gefügig zu machen: nämlich den staatlichen und privaten Boykott. Was hilft es, daß die vom Hohen Kommissar des Völkerbundes selbst in dem entsprechenden Klageverfahren den Danziger Standpunkt als rechtlich voll begründet anerkennt, wenn ein solches Verfahren jahrelang läuft, wenn unterdessen dem Danziger Handel alle Lebensadern abgeschnitten werden und größte wirt« Parteien und das Kabinett Schleicher. Für schnelle Klärung. Für den 11. Januar Zusammentritt des Reichstags erwartet. Berlin, 27.Dez. (BDZ.) Am Dienstag wurde in Berliner politischen fireifen, soweit der Weih- nachtsurlaub bereits beendet war. vor allem die Frage erörtert, wie die Aussichten für die Januartagung des Reichstages lägen. Die offizielle Einladung zur Sitzung des Aelte- ft e n r a t s des Reichstags am Mittwoch, dem 4. Januar, 16 Uhr, liegt jetzt vor. Auf der Tagesordnung steht ein Antrag der kommunistischen Fraktion auf Einberufung des Reichstagsplenums. Es verlautet in parlamentarischen Kreisen, dah auch die Nationalsozialisten den Wunsch haben, den Reichstag früher tagen zu lassen, als es ursprünglich nach der Erklärung der Reichsregierung möglich erschien, dah sie die gewünschten Auskünfte über die Kassenlage des Reiches und den Etat 1933 vor Witte Januar im houshaltsausschuh nicht geben könne. Als Tag für den Wiederzusammentritt des Reichstags hörte man Wittwoch, 11. Januar, nennen. Es heiht auch, dah die Reichsregierung einer etwas vorzeitigen Einberufung keine Schwierigkeiten in den weg legen werde, wobei hervorgehoben wird, dah es um so besser sei, je schneller eine Klärung der politischen Haltung des Reichstags gegenüber dem Kabinett Schleicher erfolge. Wan rechnet damit, dah Sozialdemokraten und Kommunisten versuchen werden, die politische Aussprache mit anschllchender Abstimmung über die Wihtrauensooten vom Reichstag sofort durchführen zu lassen. Für das weitere Bestehen des Reichstags dürste hierbei mahgebeud sein, ob die Nationalsozialisten durch positive Zustimmung die Mehrheit gegen Schleicher schon in der Januartagung ermöglichen, oder ob sie sich zunächst vielleicht der Stimme enthalten bzw. an der Abstimmung nicht beteiligen würden. Der „Völkische Beobachter" gegen Schleicher. München, 24.Dez. (TU.) Unter der lieber« schrift „Schleichers Arbeitsbeschaffung — der Beginn der Regierungskrise ' schreibt der „Völkische Beobachter", es sei bezeichnend, daß im Kabinett Schleicher bereits genau dieselben 11 n- stimmigkeiten in Erscheinung getreten seien, wie im Kabinett Papen. Wieder seien es der Minister W a r m b o l d und der Reichsbankpräsident Dr. Luther, die voll Bedenken steckten. Es stimme also nicht, wenn man von einer Einigung innerhalb des Kabinetts spreche. Eine solche sei solange ausgeschlossen, als die Einflüsse Warrnbolds und Luthers nicht ausgeschaltet seien. Schleicher werde daran scheitern, dah er dem Kabinett v. Popen nur ein anderes Firmenschild umgehängt habe und sich von den Männern nicht habe trennen können, die den Sturz des Herrn v. Papen herbeigeführt hätten. Es könne gesagt werden, dah Reichskanzler v. Schleichers erste Tat, dem Volke Arbeit und Brot zu geben, ein Schlag ins Wasser sein werde. 3n Wirklichkeit könne man schon jetzt von einer W e i h n a ch t s k r i s e des Kabinetts sprechen, das in drei oder vier Lager gespalten sei und nur noch nach außen hin den Eindruck eines homogenen Gebildes zu erwecken bemüht sei. 3m 3anuar werde sich die Regierung vor Kämpfe gestellt sehen, denen sie nicht gewachsen sein werde, besonders, weil erst dann nach beendetem Burgfrieden der organisierte Kampf der Rationalsozia- l i st e n zum Sturz dieser volksfremden Regierung einsetzen werde. Sozialdemokratische Kampfansage. Paris, 26. Dez. (TU.) Dreitscheid veröffentlicht im „Populaire" einen Artikel, in dem er die Haltung der Sozialdemokraten gegenüber der Regierung von Schleicher barlegt. Breitscheid verwahrt s i ch gegen die im Ausland verbreitete Ansicht, dah die Reichsregierung von den Sozialdemokraten unterstützt oder auch nur geduldet werde. Der erbitterte Kampf, den er und seine Freunde gegen das Kabinett Papen geführt hätten, habe im Ausland die Meinung aufkommen lassen, als ob sie sich mit dem Kabinett Schleicher abfinden würden. 3n Wirklichkeit nehme die deutsche Sozialdemokratie jedoch eine streng oppositionelle Haltung ein. Die neue Regierung unterscheide sich zwar in verschiedenen Punkten von der Papens. Sie sei vor allem wesentlich geschickter und habe für die Rotwendigkeiten der Gegenwart ein viel größeres Verständnis. Sie wisse, daß sie großen ,Trockenes' Weihnachtenin LISA. Der Senat lehnt sofortige Beratung der Bicrvorlage ab. Washina ton, 24. Dez. (TU.) Bekanntlich hatte das Repräsentantenhaus die Bier- Vorlage, die die sofortige Freigabe von Bier mit 3,2 Gewichtsprozent Alkohol Vorsicht, angenommen und sie sofort an den Senat weitergeleitet. Der dort am Freitag von dem Senator Bingham unternommene Versuch, die Biervorlage noch vor Weihnachten durchzubringen, wurde mit einer Mehrheit von 48 gegen 23 Stimmen vereitelt. Bingham nahm dieses Ergebnis philosophisch auf und bemerkte trocken, dann würde das Biergefetz vielleicht nächste Weihnachten durchgehen, möglicherweise auch schon am 4. Juli. Der Kongreß vertagte sich über die Weihnachtsfeiertage. Die Biervorlage „schläft im Schubfach des Rechtsausfchusses des Se- nats" Wie „Universal" meldet, hat Präsident Hoover vor seinem Urlaubsantritt im Freundeskreise erklärt, daß er kein Gesetz Über die Freigabe von Bier oder sonstige Erleichterungen des Alkohol Verbots unterzeichnen werde. Eine Aenderung des amerikanischen Trockenlegungcgefetzes ist daher erst nach dem Amtsantritt Roosevelts zu erwarten. Davis bei Roosevelt. Albany (Neuyork), 26. Dez. (WTB. Funkspruch.) Gouverneur Roosevelt und Norman Davis erörterten bei ihrer Zusammenkunft die Abrüstungsfrage, die Welt-Wirtschastskonferenz und die Probleme der Tarifänderung und der Wäh- rungsstabrlisierung. Norman Davis erklärte nach Beendigung der Besprechung: Wir brauchen Abrüstung, um das Vertrauen wieder herzustellen; denn Vertrauen bedeutet Kreditgewäh- Schwierigkeiten begegne, die man nicht einfach aus dem Weg räumen könne, sondern die u m - gangen und vernichtet werden müßten. Wenn Schleicher deshalb im Augenblick darauf verzichtet, das Programm der Verfassungsänderung durchzuführen, so bedeute dies nicht, daß er ein überzeugter Demokrat sei, sondern daß er die bestehenden Schwierigkeiten nicht noch durch neue verschärfen wolle. Der Beiname „sozialer General", den ihn die bürgerlichen Parteien gegeben hätten, sei jedoch ebenso unverdient, wie man einen Offizier loben würde, da er für Unterbringung und Verpflegung seiner ©olibaten sorge, um die Moral der Truppe zu heben. General v. Schleicher sei zwar nicht aus dem Holz geschnitzt, wie der ehemalige Reichskanzler vn Papen, das Holz stamme aber aus demselben Walde. Wenn Schleicher das Wirtschastsprogramm seines Vor- gängers übernehme, so bedeute das nicht einmal, daß er auf die kapitalistische Lösung verzichte, die sein Vorgänger angeftrebt habe und die von den Sozialdemokraten immer wieder zurückgewiesen worden sei. General von Schleicher habe keinerlei Unterstützung von den Sozialdemokraten zu erwarten. Wenn er seine Bemühungen zur Herstellung einer parlamentarischen Grundlage von Erfolg gekrönt sehen wolle, fo werde er sich an d i e Rationalsozia list en wenden müssen. rung, und Kredit ist die treibende Krasi des Handels. Er erklärte ferner, die Weltwirtschaftskonferenz werde bei ihrem Zusammentritt Anfang nächsten Sommer nur dann wirksame Arbeit leisten können, wenn sich die Hauptmächte über ihr Vorgehen geeinigt haben. Roosevelt soll, wie es weiter heißt, in dieser Unterredung die These vertreten haben, das Gefühl der Sicherheit zwischen den Nationen werde in genau dem Maße zunehmen, in dem d i e Zahl der Kriegswerkzeuge vermindert werde. Er habe in diesem Zusammenhang an eine Bemerkung Clemenceaus in Versailles erinnert, daß Frankreich sicher fein werde, sobald d i e Gewähr bestehe, daß es mit Deutschland keinen Krieg haben werde. Davis soll erwidert haben, daß er eine günstige Aenderung in der Haltung der französischen Politik gegenüber Deutschland wahrgenommen habe. Hinzugefügt habe er, er glaube, daß trotz des japanischen und französischen Widerstandes eine Abschaffung der U-Boote möglich fein werde. Schließlich sei Davis noch für eine französisch-italienische Flottenvereinbarung entsvrechend dem Londoner Vertrag für die Abschaffung von Bombenflugzeugen, Gas und beweglicher schwerer Artillerie eingetreten. Oie Kämpfe in Gran Chaco beginnen wieder. P a ri s, 27. Dez. (WTB. Funkspruch.) Nach einer Meldung aus Asuncion haben sofort nach Beendigung des vom Papst angeregten 24stündigen Weih« nachtswaffenstillftan'des zwischen Bolivien und Paraguay die Kämpfe wieder eingesetzt. In der Gegend von Corralez wird ein Generalangriff der bolivianischen Streitkräfte erwartet. Der neue Kurs in Amerika. schaftliche Not herrscht? Wir Danziger find in Gefahr, uns auf diese Weise „tot zu siegen". Wer wird aber einen Aufsatz in der Weihnachtszeit mit so finsteren Andeutungen abfchlie- ßenl Es gibt eine Hoffnung, die uns allen leuchtet. Das ist das Vertrauen auf dieHilfe unserer deutschen Volksgenossen und auf die Förderung der Freien Stadt durch die Reichsregierung. Während noch vor ein paar 3ahren das törichte Schlagwort „Danzig den Danzigern" Verwirrung anstiftete und die Abhängigkeit Danzigs von der Reichshilfe nicht voll erkennen ließ, ist jetzt dieses Zwischenstadium überwunden. Es gibt ein Zauberwort für uns alle, es heißt: „Heim ins Reichl" Es mag fein, dah die Heimkehr noch lange dauert, daß noch viele Hindernisse bis zum glücklichen Wegende überwunden werden müssen. 3mmerhin: Es bleibt die lebendige Hoffnung, dah das Kreuz, das uns jetzt auf erlegt ist, von uns genommen und dah uns einmal die Krone der Erlösung zuteil wird. Kamps um die Anleihe für Oesterreich. Widerstände inP aris.-DieAnschlntzPsychose. Paris, 27. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die Entscheidung über die Bewilligung des französischen Anteils an der neuen Anleihe für Oesterreich scheint nicht so glatt zu laufen, wie man ursprünglich dachte. Der Finanzausschuß der Kammer hat die Entscheidung vertagt. Finanzminister Cheron hat bezeichnen- I verweise vor dem Ausschuß erklärt, dah es sich dabei um eine außenpolitische Transaktion handele, die den Finanzminister nicht übermäßig interessiere. 3m übrigen hat die rechtsstehende Presse schon seit einigen Tagen einen Feldzug gegen die Bewilligung der französischen Tranche eröffnet. Die Polemik stützt sich in der Hauptsache wieder auf das Anfchlußargument. So schreibt der nationalistische „Ordre": Sollen wic feige denen Geld vorstrecken, die es auf unsere Vernichtung und die unserer osteuropäischen Verbündeten abgesehen haben. Das linksstehende „Oeuvre" wendet sich ebenfalls gegen die Bewilligung, wenn auch hauptsächlich aus innerpolitischen Gründen mit Rücksicht auf die S ch uldenverhand- lungen mit Amerika. Die Christlichen Gewerkschaften fordern Erweiterung der Winterhilfe. Berlin, 24. Dez. (TU.) Wie der „Deutsche" meldet, hat der Vorstand des Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften an die Reichsregierung ein Schreiben gerichtet, in dem dringend gebeten wird, die in Aussicht genommenen Maßnahmen inbezug auf die Winterhilfe zu erweitern. Die Rotlage sei in Anbetracht der auf ein Minimum gekürzten Unterftütjungen so groh, daß daraus nicht nur ernste kulturelle und gesundheitliche Gefahren, sondern auch schwere Gefahren für den Staat und die Volksgesundheit entstehen mühten. Das, was bis jetzt an Beschlüssen für die Winterhilfe bekannt geworden fei, reiche nicht im entferntesten aus,um der gewaltigen Rot und der daraus resultierenden Gefahren Herr zu werden. Am dringendsten sei eine allgemeineErhöhung derälnter- stützungen für die Erwerbslos en, Kleinrentenempfänger und sonstige Hilfsbedürftige. Wenn aber die Reichsregierung glaube, diese Erhöhung zur Zeit nicht durchführen zu können, mühte zumindesten ein einmaliger für den Haushalt wirklich ins Gewicht fallender Geldbetrag gegeben werden. Ausdehnung der Sperre für Einheitspreisgeschäfte. Berlin, 24. Dez. (ERD.) 3n der nächsten Rümmer des Reichsanzeigers wird eine Verordnung veröffentlicht, die unter Abänderung der Bestimmungen des 3. Teiles der Rotvervrdnung vom 9. März 1932 die bisher nur für Städte mit weniger als 100 000 Einwohner geltende Sperre der Errichtung von Einheitspreisgeschäften a u f alle Städte ausdehnt. Damit gilt in Deutschland das Verbot der Errichtung von Einheitspre sgeschäften ohne räumliche Einschränkung bis 1.April 1 9 3 4. Zur Ausdehnung der Sperre hat die Feststellung geführt, daß feit Erlah der Rotverordnung vom 9. März 1932 in den von der dort angeordneten Sperre nicht betroffenen Städten mit mehr als 100 000 Einwohnern sich d i e Klagen des gewerblichen Mittelstandes über den Wettbewerb der Einheitspreisgeschäfte erheblich vermehrt hoben. Diese Klagen haben auch dazu geführt, dah von der großen Mehrzahl der Regierungen der Länder eine Ausdehnung der Sperre für Einheitspreisgeschäfte schlechthin als vordring- l i ch bezeichnet worden ist. Die Verordnung enthält weiter eine gewisse Vers chärf ung der für die bestehenden Einheitspreisgeschäfte geltenden Betriebsvorschriften, insbesondere hinsichtlich des Verkaufes zu anderen als Einheitspreisen. si. g< ix tri D n ni E> B in m la so d r er tc I 2 1 v u ir L tt 2 l. j T Q b s. 1 o T S r , 1 < i I 25 Jahre Mathilde - Zimmer»Süstung. Am 22. Dezember waren es 25 Jahre, daß der Professor der Theologie und Direktor des Predigerseminars In Herborn, Friedrich Zimmer, die oben bezeichnete Stiftung auf gemeinnütziger Grundlage ins Leben ries, deren Ausbildungsstätten zahlreiche hessische Hausfrauen und Mädchen ihre praktische Lebenserziehung verdanken. Am Gründungstage bestanden bereits sechs ^Töchter- Heime". Die Notzeiten während des Krieges und später haben auch der Stiftung schweren Schaden gebracht. Trotzdem ist es ihr unter Anspannung aller Kräfte nicht allein gelange.i uurchzuhalten, sondern auch ihre Ziele, die in einer gründlichen hanswirtfchaftlichen Durchbildung junger Mädchen und in ihrer Erziehung zu persönlicher Selbständigkeit, Derantworl-ungsfreudigkeit und sozialem Verständnis bestehen, den Anforderungen der Neuzeit anzupassen. Nach dem Tode des Stifters im Jahre 1919, der mit seinem privaten Vermögen seine idealen Bestrebungen ermöglichte und stets eine hervorragende Stelle unter den deutschen Dolkserziehern einnehmen wird, haben Glieder der Familie Zimmer an der Spitze der Stiftung gestanden. Zur Zeit sind es 14 Heimfrauenschulen, die in vielseitiger Ausbildung junge Mädchen für ihren späteren Lebensweg vorbereiten. Daneben wurde 1926 auf Veranlassung der Frauenverbände Thüringens und im Einvernehmen mit der Thüringischen Staatsregierung in Weimar von der Stiftung eine Frauenoberschule ins Leben gerufen, die auf Anter-Sekunda der höheren Schulen oufbaut und nach dreijährigem, besonderem Lehrplan zum Abitur (Fachabitur) führt. Ferner sind seit einigen Jahren hauswirtschaftliche Halbjahreskurse für Abiturientinnen der rein wissenschaftlichen höheren Schulen eingerichtet. Neben dec Ausbildung junger Mädchen hat die Stiftung ihre Hauptaufgabe in der Unterstützung bedürftiger Zöglinge und anderer gemeinnütziger Anstalten gesucht und in den 25 Jahren ihres Bestehens über 800 000 Mk. dafür aufgewandt. Die Verbindung zwischen den ehemaligen Schülerinnen und allen Gliedern der Stiftung halten ihre monatlich erscheinenden Blätter aufrecht. Außerdem stehen der Stiftung zwei Erholungsheime zur Verfügung. O. V. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen. 27. Dez. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarlt das Pfund: Süßrahmbutter 130, Landbutter HO bis 120, Kochbutter 90, Matte 25 bis 30, Wirsing, gelb 8 bis 10, grün 12, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25, Feldsalat 100, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3, Aepfel 18 bis 30 Dörrobst 35 bis 40, Honig 40 bis 50, junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 60 bis 80, Enten 80 bis 90, Nüsse 35 bis 40; das Stück: Käse 5 bis 10, Tauben 40 bis 50, ausländische Eier 12 bis 14, inländische 13 bis 14, Blumenkohl 40 bis 60. Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettig 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30; der Zentner: Kartoffeln 250 Pfennig * • • Erleichterung f ür Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene. Durch Erlaß vom 24. Dezember hat der Reichs- «rbeitsminister auf Antrag des Reichsverbandes Deutscher Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen sowie des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegechinterblie« beiden angeordnet, daß für die Krisenunterstühung von Personen, denen nach den Reichsgrundsähen über Voraussetzung, Art und Maß der öffentlichen Fürsorge gehoben« Fürsorge zusteht, nicht der Richtsatz der allgemeinen Fürsorge, sondern der der gehobenen Fürsorge obere Grenze im Rahmen der Sätze der Arbeitslosenversicherung sein soll. Der Erlaß tritt mit Wirkung vom 9. Januar 1933 I in Kraft. I Erzbergbau und Eisengewerbe im Lahn- und Oillgebiet. Don Kommerzienrat Dr.-Zng. e.h. A Koehler, Wehlar,* Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a.M «Hanau. Auch in dem abgelaufenen Wirtschaftsjahr lastete der Druck der Absatzkrise unvermindert auf dem hiesigen Eisensteinbergbau, da die Gesamtförderung an Erzen 1932 nicht mehr als 15 v. h. eines Normaljahrcs betrug. Der weitaus größte Teil der Gruben lag daher weiter still oder mußte stark eingeschränkt arbeiten. Von der anfallenden Fardermenge wurde mehr als die Hälfte von den beiden im engeren Bezirk gelegenen Hochofenwerken abgenommen. An Versuchen, den heimischen Eisenerzen einen größeren Absatzmarkt zu erschließen, hat es auch in diesem Jabre nicht gefehlt, doch sind diesen Bestrebungen dadurch enge Grenzen gesetzt, daß gewaltige Vorratsmengen vorhanden sind und sich die Selbstkosten des Erzbergbaues infolge der hohen Belastung durch öffentliche Abgaben und Frachten gegenüber den ergiebigeren ausländischen Erzen unverhältnismäßig erhöhen. Ein außergewöhnlicher Vorsprung für die ausländischen Erze liegt allein in den weit billigeren Frachtsätzen, zu denen diese entweder auf dem Bahn- oder Wasserwege nach den inländischen Hüttenwerken verfrachtet werden. Ist doch die Fracht für französische Minette mit der Bahn weit billiger als für heimische Erze mit dem gleichen oder kürzeren Transportweg! Bezeichnend ist, baß für eine Tonne wabana- Lrz über eine Entfernung von 4500 Kilometer nur die gleiche Fracht aufgewendet werden muh wie für eine Tonne inländisches Er; von der Lahn- oder Dillgrube nach der Ruhr bei einer Entfernung von durchschnittlich 260 Kilometer. lieber das bisher gezeigte Entgegenkommen hinaus wird daher die Reichsbahn sowohl im allgemeinen volkswirtschaftlichen, wie auch im eigenen Interesse weitere Zugeständnisse durch Frachtermäßigungen machen müssen. Die überzogenen Forderungen und Belastungen de- ö.fent- lichen Hand sollen durch die grvl^l:? S^aatH- hilfe von 0,50 Mk. je Tonne ausgeglichen werden, doch reicht sie bei weitem nicht aus, um unter den heutigen Verhältnissen obsahbelebend äu wirken. Reich und Länder sollten endlich der Bedeutung des hiesigen Bergbaues für die deutsche Volkswirtschaft Rechnung tragen und wirksam Erleichterungen schaffen, die es diesem Betriebszweig, der mit dem höchsten Lohnanteil an den Selbstkosten arbeitet, ermöglichen, aus sich heraus in Förderung zu kommen; damit würde auch der Arbeit-- und Devisenmarkt entlastet. Die Beschäftigung der Groß-Gisengieße- reien im hiesigen Gebiet ist je nach ben her- gestellten Erzeugnissen unterschiedlich. Der Absatz von gußeisernen Druckröhren, Abflußröhren und Kanalteilen, die vorzugsweise als Städtebedarf anzusprechen sind, hat einen nicht gekannten Tiefstand erreicht. Die große Finanznot der Gemeinden läßt zur Zeit meist nur die unbedingt notwendigen Aufwendungen für Gehäitrr, Löhne und Unterstützungen zu. Die Folge ist, daß die Deckung von selbst vordringlichem Sachbedarf wegen Man- gel an verfügbaren Mitteln immer wieder zurück- gestellt wird. In diesem Jahr blieben allein die Auftragserteilungen der Gemeinden um rund 2,5 Milliarden Mark hinter dem eines Normaljahres zurück. Naturgemäß fehlte den Werken, die hier- •) Dem Jahresbericht der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau entnommen. D. Red. auf angewiesen sind, dieser Auftragsbestand zur Weiterführung ihrer Betriebe. Ls muß daher dringendes Gebot aller beteiligten Kreise sein, die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinden wiederherzufkellen, wie dies u. a. durch eine vernünftige Verbilligung und Vereinfachung des verwaitungsapparales sowie durch einen angemessenen Lastenausgleich zwischen Reich und Gemeinden möglich sein dürfte. Etwas günstiger lagen in diesem Jahre di« Absatzverhältnisse für solche Erzeugnisse, die unmittelbar von der privaten Bauwirtschaft ausgenommen werden, wie Badewannen, Oefen, Zentralheizungs-Kessel und Radiatoren. Wenn auch di« Bautätigkeit an sich gegenüber dem Vorjahre um rund 60 HHr ozent zurückgegangen ist, so haben doch die Umbau* und Instandsetzungsa.rbeiten an den Altwohnungen eine gewisse Belebung gebracht. Der Auftragseingang für diesen Bedarf konnte daher den sonst jahreszeitlich bedingten Rückgang in der Beschäftigung noch aufhol en. Bei den übrigen hier nicht besonders erwähnten Produktionszweigen der Eisenindustrie liegen die Verhältnisse ähn.ich. Die C d e l st a h l i n d u- st r i« verzeichnet am Ende der Derichtszeit eine um ungefähr 10 Prozent bessere Beschäftigung als in den schlechtsten Monaten dieses Jahres. Nicht zuletzt konnte die Weiterführung der Dotriebe durch Hereinnnahme von Russenaufl rügen für längere Zeit gesichert werden. Im Werkzeugmaschinen- b a u ist dagegen der Auftragseingang vollständig ins Stocken geraten, während die Beschäftigung der D r a h t i n d u st r i« verhältnismäßig befriedigend verläuft. Ein für di« Eisen schaffende und Eisen verarbeitend« Industrie an Lahn und Dill gleich wichtiges Ereignis ist der kürzlich erfolgte Zusammenschluß der Buderusschen Eisenwerke und des Hessen-Nassauischen Hülten-Vereins — der beiden maßgebenden und repräsentativen Werk« dieser Industrie — zu einer Interessen-Gemeinschaft. Hierdurch und durch freundschaftliche Verständigung mit einem benachbarten größeren Unter- nehmen der gleichen Industrie wird es künftig mögl.ch fein, über die Grenzen des engeren Handelskammerbezirks hinaus die wlrlschafllichen Kräfte im Lohn-Dillgebiet einheitlich zusammenzufassen. Unter gleichbleibenden Voraussetzungen ist demnach zu erwarten, daß sich dieser Zusammenschluß auch belebend und befruchtend auf unser Wirtschaftsgebiet auswirken wird. Abhängig i.ft jedoch der Ablauf des vor uns liegenden Wirtschaftsjahres davon, daß Stö- rungenpolitischerArtvonderWirt- schafl ferngehalten werden und endlich 'die Wirtschaftspolitik In Bahnen gelenkt wird, di« zu einer allmählichen Gesundung von Industrie und Handel führen. Schweres Autounglück bei Alzey. Alzey, 26. Dez. (9BS91J Heute mittag kurz vor 12 Uhr verunglückte ein Personenauto, das von Kirchheimbolanden kam, am Südausgang der Stadt Qm feg Wartberg an einer abschüssigen Stelle. Auf der Brücke, die die Wormser und Kirchhccmbolander Eisenbahnstrecke überquert, geriet ein schwerer Mercedeswagen infolge des Glatteises tnf Schleudern, durchbrach das Geländer und stürzte etwa 8 M e t e r hoch auf den Bahnkörper. Der Besitzer des Autos, ein Herr aus Leipzig, erlitt einen Schlüsselbeinbruch, Armbrüche und einen Schädelbruch. Er wurde in hoffnungslosem Zustande nach dem Alzeyer Krankenhaus geschafft, wo er oerstarb. Der Chauffeur kam mit leichteren Verletzungen davon, eine mitfahrende Dame blieb wie durch ein Wunder vollkommen unverletzt. 4-5 Zentner Fleisch undWurst gestohlen Frankfurt a. M., 26. Dez. (WSN.) Im Stadtteil Höchst wurde in der Nacht zum Heiligen Abend in der Luciusstraße in die Metzgerei von Köhler ein Einbruch verübt, bei dcm den Dieben vier bis f ü'n f Zentner Fleisch und Wurst waren in die Hände fielen. Zwei vollständige Kälber, mehrere Schinken und etwa 50 Würste wurden mitgenommen. Di« Diebe schafften die ungeheure Menge Fleisch durch ein Oberlicht auf die Straße und fuhren dann mit ihrer Beute ungehindert davon. Der ganze Vorgang blieb vollkommen unbemerkt. Als t>er Me'-ger ftcb am anderen Morgen den Schaden besah, verständigte er sofort die Polizei, die mit Hilfe emed Pol z« Hundes bald die S^ur der Dieb« feststellen und diese auch in einem Nachbarhause erwischen konnte. Ein Kalb wurde gleich wieder aufgefunden, und der Metzger darf sich der Hofsnung hingeben, daß auch der Rest der gestohlenen Sachen wieder herbeigeschafft werden kann. Man hat verschiedene Personen f« st g e n o m m e n, die zum Teil überführt, zum Teil stark verdächtig sind. G. A.-Sport. Zuhbalrsport an Weihnachten. Nationale und internationale Fußballergebnifse. ,DfL. Benrath — Spielvereinigung Fürth 2:3 (1:2); Griesheim 02 — Friedberg VfB. 5:3; DsR. 07 Limburg — Germania Bieber 1:3 (0:1); Bo- rujjia Fulda — Phönix Karlsruhe 3:2 (0:2); Kur- Hessen Kassel—Union Niederrad 1:1 (1:0); Schwarz- Weiß Essen — Spvgg. Fürth 1:4 (0:1); Westmark Trier — VfR. Fürth 4:7 (2:4); Mainz-Marnbach gegen DfR. Fürth 2:3 (0:1); Viktoria Aschaffenburg — Sportfreunde Frankfurt 3:4 (2:1); VfB. Stuttgart — Phönix Ludwigshafen 1:0 (1:0). 1. FC. Nürnberg — Crisana Oradea (Rumänien) 5:1 (3:1); Freiburger FC. — St. Etienne 1:5 (0:1); SV. Waldhof — Austria Wien 1:5 (0:1); Lazio Rom — München 1860 IX); Professional Derona gegen Wacker München 2:2; Stadtmannschaft Kassel gegen DFC. Prag 2:1 (Ich); Wiener SC. — Tennis-Borussia Berlin 4:1; SV. Wiesbaden gegen Austria Wien 3:1 (0:1); Roma Rom — Müncyen 1860 3:1 (1:1); FC. Bologna — Wacker München 2:0 (2:0); St. Louis (Frankreich) — Sportfreunde Saarbrücken 1:6; SV. Feuerbach (Württemberg) geaen Racina Straßburg 0:1; Völklingen — Wacker. Wien 1:3 (0:1); Bayern Hof — Crisana Oradea 1:3; FV. Saarbrücken — Vienna Wien 0:3 (0:1); 1. FC. Idar — Wacker Wien 1:2 (1:1). Wettervoraussage. Obwohl sich der hohe Druck etwas abgeschwacht hat, bleibt er doch zunächst bestimmend für unsere Wetterlage. Durch die Zufuhr maritimer Lust wird es noch vielfach neblig und wolkig sein, doch sind wesentliche Niederschläge vorerst nicht zu erwarten. Die Temperaturen gehen in der Nacht weiter unter den Gefrierpunkt zurück. Vorhersage für Mittwoch: Neblig, bewölkt, Temperaturen nachts hinter Null, trocken. Lufttemperaturen am 26. Dezember: mittags 0,9 Grad Celsius, abends 0,9 Grad; am 27. Dezember: morgens 0,9 Grad. Maximum 1 Grad, Minimum 0 Grad, Tagesmittel 0,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Dezember: abends 0,2 Grad; am 27. Dezember: morgens 0,2 Grad Celsius. 15 Forttetzung Nachdruck verboten M Am NvI M Vornan von Margarete Antelmann. Copyright by Markin Feuchttrxmger, Halle (©aale) 3n diesem Moment klopfte es an die Tür. Auf das „Herein!" trat Direktor Blümler ein. .Ach, Herr Direktor, gut, daß Sie kommen. Sie müssen mir helfen, meinen Freund auf den Weg w bringen, müssen ihm sagen, wie nötig «ine Ausspannung für ihn ist. Denken Sie. lieber Blümler, er will diese Reise ausschlagen, die ihm durch das Los zugefallen ist." „Aber Herr Doktor, was fällt Ihnen ein? Gin zweites Mal wird es das Schicksal nicht so gut mit Ihnen meinen. Sie wollen diese herrliche Reise versäumen? Das wäre wirklich ein Verbrechen an Ihnen, an Ihrer Gesundheit und an unserem Werke. Sie können sich dwh auf und verlassen, Herr DoktorI Wissen Die das nicht?" „Das weiß ich schon, aber..." „Es darf kein Aber geben, Herr Doktor. Herr Fischer hat recht, Sie sehen gar nicht gut aus. Zu viel war in der letzten Zeit auf Sie eingestürmt; da ist es nur in der Ordnung, wenn Sie ■ einmal aus all dem herauskommen. Sie werden ein gan* anderer Mensch sein, wenn Sie wieder zurück sind." »Ich habe aber gar keine Lust zu dieser Reise." „Tie wird schon kommen, wenn Sie erst fort sind. Tas Leben auf dem Schiff ist herrlich; ich habe vor ein paar Jahren auch eine kleine Schiffsreise gemacht und zehre noch heute von der Erinnerung. Sie werden so viel Neues und Schönes kennenlernen, daß Sie gar nicht mehr heim wollen. „Was soll ich nur tun, wenn Die beide so auf mich einreden?" -Da« fragst du noch, Gust? Jetzt gehst du und packst deine Siebensachen; ich werde gleich Frau sogen, daß sie dir hilft." Rm Abend, als die Freunde vor dem Schlafen- Stunde beisammenfaßen, drückte Theobald August ein Päckchen Geldscheine In vte Hand. aiSTatkfe. toaÄ ,on bai 6e16 Dust es ist dein eigenes Geld. RmiaI?^Qld Holz verkauften, «inen Teil hemittch und leise beiseite geschmua- L'Sbi^'st du ^hrliche Haut gleich all?« i?^"dlgern zugeschanzt. Die können sich ruhig < langer gedulden, das spielt keine Roll^ ^r^Han?" aUf ^eise ein wenig Geld in August muht« lachen. „Aber — ist es nicht liederlich, das schöne Geld jetzt ju, verjubeln? Darf ich mir das erlauben?" »Hör' bloß auf mit diesen dummen Fragen, Warum sollst du dir das nicht auch einmal erlauben dürfen, nachdem du monatelang so geschuftet hast? Aber die paar Groschen würden nicht weit reichen. Ich habe da ein paar Reise- schecks für dich. Die sind allerdings von meinem Konto; doch du kannst sie ruhig nehmen, leihweise. Ich habe das Geld übrig, und du zahlst es mir zurück, wenn du erst die Millionen ein- heimsen wirst." „Ich nehm« eS an. Theo, weil es von dir kommt." „Und dann, Gust... Halte die Augen offen, vielleicht..." „Ach. du meinst wegen einer Frau? Du weißt ja, Theo, da ist bei mir nichts zu machen." „Larifari! Das werden wir erst sehen. Wir sprechen uns wieder, wenn du zu Hause bist..." • Öeit zwei Tagen schaukelte die „Monte Sarmiento", einer der bekanntesten, mit allen neuzeitlichen Einrichtungen versehene Vergnügungs- dampfer, auf dem Wasser. Doktor August Richter hatte eine behagliche, zweibettige Außenkabine zugewiesen erhalten, die er mit einem anderen Herrn teilte: Titus van Solltet. Die beiden Herren kümmerten sich nicht viel umeinander. Außer den gebräuchlichen Grüßen und wenigen flüchtigen Worten hatten sie nichts miteinander zu tun. Jottor Richter wunderte sich nur im stillen paß fein Kabinengenosse so wenig Gepäck mit sich führte. Eine Aktentasche, die der seinen auf ein Haar glich und die sogar die gleichen abgeschürften Ecken hatte wie die seine, und einen nicht sehr großen Handkoffer. August selbst war vorsichtig genug, feine Papiere immer bei sich zu führen und feine Wertsachen in das Safe zu geben, das den Passagieren zur Verfügung stand. Als August zum ersten Male den Dankraum betreten wollte, stieß er mit einer Dame zusammen, da« heißt, die Dame stieß auf ihn. da sie den Kopf, zurücknickend, dem Beamten des Bankraumes zugewandt hatte. Sie trat daher mit ihrem hohen Absatz ziemlich derb auf Augusts Stieselspitze. „Pardon!" sagte sie dann erschreckt, errötete und fetzte ihren Weg fort. August sah ihr nach, während sie graziös dahinging. Diese Frau gefiel ihm, ein liebenswürdiger Charme lag über der ganzen Erscheinung. Schlank und biegsam war der ebenmäßige Körper. der In ein einfache« und sehr schickes Tuch- Neid gehüllt war. Ter Kopf war von eigenartiger Schönheit, das hatte August sogar in dem kurzen Augenblick gesehen. Die Schönheit dieser Frau söhnte ihn sogar mit den Schmerzen aus, die er an dem getretenen Fuß spürt« und die er nicht so schnell wieder los wurde. Von diesem Augenblick an interessierte sich August für di« Reisegesellschaft. Bald hatte er feine schöne Unbekannte entdeckt. Am Nachmittag, als er das groß« Promenadendeck hinunterschritt, sah er sie in Begleitung einer anderen Frau. In diesem Augenblick trat ein Serr zu den beiden Damen, in dem August seinen Kabinengenossen erkannte., Er wollte grüßend vorübergehen, als Herr van Solltet auf ihn zu trat. „Einen Augenblick bitte, Herr Doktor Richter. Madam« Wintere möchte sich bei Ihnen entschuldigen. Darf ich bekannt machen: Herr Doktor Richter — Madame Madelon Wintere — meine Schwester Nowakowska." August Richter verbeugte sich. Jetzt, beim hellen Tageslicht, war er vor dem Gesicht seines Ka- binengenoffen fast erschrocken. Man sah jetzt erst, wie verlebt dessen Züge touren. ilni> auch feine Schwester gefiel ihm gar nicht. Ein leises Mißtrauen für Madelon Wintöre toar deshalb in ihm wach geworden. Daß sie sich gerade mit diesen Menschen eingelassen hatte? Er ergriff die ihm dargereichte Hand. „Es tut mir so leid. Herr Doktor, daß ich Ihnen gestern auf den Fuß getreten habe. Hoffentlich tut es nicht mehr weh?" „Oh. bitte, gnädige Frau, es war nicht so schlimm." Cs entwickelte sich ein Gespräch, und August gefiel die schöne Frau immer besser. Es machte sich von selbst, daß die vier bei der Abendtafel einen gemeinsamen Tisch bekamen. Joe und Titus waren mit den Ereignissen febr zufrieden. Cs war gut für ihre Pläne, wenn Magvalene Gesellschaft fand und abgelenkt wurde; sie beide hatten bann leichtes Spiel. Magdalene war nicht so ausschließlich auf ihre Gesellschaft angewiesen, sie hatten mehr Zeit füreinander. Schon am selben Abend, als Magdalene mit Doktor Richter tarnte, benutzten Joe und Titus die Gelegenheit, sich unauffällig aus dem Saal zu entfernen und nach dem entlegenen Achterdeck hinüberzugehn. »3ch sage dir, Titus, bis Genua müssen wir fertig fein. Ich habe das dumme Getue dieser Tippmamsell satt. Aber Titus, wir müssen auf der Hut sein vor diesem Doktor. Der Mann gefällt mir gar nicht." „Hör schon auf, Joe. Was haben wir von diesem Dummkopf zu fürchten?" „Du weißt, meine Ahnungen haben mich selten betrogen. Dieser Dummkopf ist gefährlich, du kannst es mir glauben. Was ist er denn eigentlich?" »Ich weiß es nicht." „Du fcheinst dich aber sehr zu deinem Nachteil verändert zu haben, lieber Titus. Seit zwei Tagen wohnst du mit diesem Mann in derselben Kabine und hast noch nicht einmal herauSge- bracht, wer dein Kabinengenosse ist? Ich sehe schon, ich muß die ganze Geschichte wieder allein auf mich nehmen." »Du bist ja auch viel raffinierter alS ich; kannst das viel besser." „Diese sdummen Schmeicheleien darfst du ruhig für dich behalten, Titus, daraus mache ich mir nicht viel. Hast du wenigstens in der Liste nach- gesehen, ob sonst noch irgend etwas zu machen ist?" Titus van Iolliet zog einen Zettel aus der Westentasche und überreichte ihn Joe. Tann hob er den Kopf; man vernahm das Geräusch von Schritten. „Schau, Jo«, dort drüben das Ehepaar. Das ist der Bankier mit seiner Frau, die als zweite auf der Liste stehen. Pass' auf!" Als das Dankiersehepaar näher kam, standen die Geschwister am Reling, die Schönheit des Abends ruhevoll genießend. Joe und die Bankiersgattin hatten einander schon flüchtig kennengelernt; jetzt schloß man allgemeine Bekanntschaft. „Es ist schön heute abend!" sagte Frau Reich- mann. „Es ist schad« für jede Minute, die man drinnen im Saal verbringt. Joe sah, daß die dickliche Frau wundervollen Schniuck trug; vor allem fiel ihr ein mit großen Brillanten besetztes Armband in die Augen. „Haben Sie meine Freundin unten gesehen?" fragte sie jetzt. „3a! Madame Wintere ist eifrig beim Tanzen. Wenn man noch so jung ist, hat man mehr Freude daran,' als an allem anderen. Aber warum find Sie nicht unten, Fräulein Nowa- kowska? Es gibt genug Männer, die sich freuen toür&en, mit einer so schönen jungen Dame tanzen -u dürfen. Oder ist der Herr Bruder fo streng?" -Aber, gnädige Frau, Joe kann natürlich tun und lassen, was sie will. Dort kommt Madelon mit Herrn Toktor Richter. Hallo! Hier sind wir!" ■Magbalene und August Richter kamen näher. „Wir wollen ein wenig Luft schöpfen", sagte Magdalene. Ihre Wangen waren gerötet Man sah ihr das Vergnügen an, das ihr der Tanz bereitet hatte. 3«£t kam eine kühle Brise über daS Meer herüber. Die Damen schauerten zusammen, zogen ihre Pelze enger um den Körper. „Es wird reichlich kalt, meine Herrschaften", meinte Herr Reichmann. „Ich schlage vor, wir gehen in den Saal zurück und trinken gemütlich «in paar Flaschen zusammen." t Fortsetzung folgt) Die Aufgabe -er Zentral» fomnuffion in der RG OAP München, 24. Dez. (TU.) Der Dorfitzende der politischen Zentrulkommission der NSDAP-, Rudolf Heß, erläßt Ausführungsbestimmungen zu der Verfügung vom 15. Dezember über die Herstellung einer erhöhten Schlagkraft der Bewegung. Danach sind die nationalsozialistischen Vertretungen in den Land er Parlamenten und Kommunen verpflichtet, An- träge von grundsätzlicher Bedeutung vor der Einreichung sowie die beabsichtigte Stellungnahme zu Anträgen grundsätzlicher Art anderer Parteien der Reichsleitung oorzulegen. Die nationalsozialistischen Fraktionen des Reichstages sowie des Preußischen und Bayerischen Landtages werden davon nicht berührt. Diese unterstehen direkt dem Führer der Bewegung. Die Dienststellen haben für die Oeffentltchkeit bestimmte parteiamtliche Verlautbarungen, die grundsätzlichen Charakter besitzen, vor ihrer Derossentlichung der politischen Z e n t r a l k o m m i s s i o n vor» z u l e a e n. Die Schriftleiter der Nationalso^ialisti- Ichen Presse sind verpflichtet, sich vor der Aufnahme von Verlautbarungen grundsätzlichen Charakters zu vergewissern, daß die politische Zentralkominis- sion von ihrem Einspruchsrecht nicht Gebrauch machte. Alle nicht vom Führer selbst stammenden für die Auslandpresse bestimmten Artikel und Interviews, welche durch Mitglieder der NSDAP, über sie berührende Fragen abgegeben werden, müssen vor der Veröffentlichung der politischen Zentralkommission oorgeleat werden. Die Veröffentlichung darf erst erfolgen nach Mitteilung des Vorsitzenden der politischen Zentralkommission, daß er keinen Einspruch erhebt. Die Dienststellen sind verpflichtet, Anträge auf Genehmigung über Teilnahme an Streiks o d e r A u s s p errang, deren Bedeutung voraussichtlich über einen örtlichen Rahmen hinausreicht, oer PZK. einzureichen. Alle anläßlich von Streiks oder Aussperrungen seitens der Dienststellen beabsichtigten Veröffentlichungen, Aufrufe usw. von grundsätzlichem Charakter sind vor der Hinousgabe der PZK. oorzulegen. Aus aller Wett. Bier Personen vom Auto überfahren und getötet Da» Polizeipräsidium Chemnitz teilt mit: Am zweiten weihnachtvfeierlag ereignete sich auf der Chemnitzer Straße in Limbach ein schwerer Ver- kehrsunsall. Vas Auto eine» Limbacher Fabrikanten, da» dieser selbst steuerte, geriet in einer langgestreckten Kurve auf den rechten Fußsteig und überfuhr dort vier in gleicher Rich- tung gehende Fußgänger, und zwar einen Mann, eine Frau und zwei Knaben. Nachdem stieß der Kraftwagen an eine Gartenmauer, beschädigte diese, fuhr auf dem Fußsteig zwölf Meter weiter und gelangte dann ausdengegen- überliegenden Fußsteig, wo der Kraftwagen einen Gartenzaun einstieh und dadurch zum halten kam. Die vier Fußgänger wurden durch das Auto zu Boden geschleudert, überfahren und schwer verletzt. Der Mann und ein Knabe starben nach ihrer (Einlieferung in das Krankenhaus Limbach. Die Frau und das andere Kind sind ebenfalls im Laufe des Nachmittags ihren Verletzungen erlegen. Wahrend der Führer des Magens unverletzt blieb, wurden die fünf Mitinsajsen schwer verletzt. Die Namen der Getöteten — es handelt sich wahrscheinlich um eine Familie — sind noch nicht bekannt. Den bisherigen Feststellungen nach ist der Unfall auf grobe Fahrlässigkeit de» Krastwagenführers durch übermäßig schnelle» Fohren und Schneiden der Kurve zurück,uführen. Flammentod eine» Ehepaare». In der Nacht -um ersten Feiertag ist in M e - mel das Ehepaar Darkows.Y in seinem Schlafzimmer verbrannt. Die Eheleute hatten wahrscheinlich beim Schlafengehen i m 2 ett geraucht. Dabei muh die Bettdecke Feuer gefangen haben. Die Feuerwehr fand das Ehepaar von den Flammen bis zur Unkenntlich- feit zerstümmelt vor. vom Einbrecher erschossen. In Papendorf (Kreis Prenzlau - Ucker» mark) drang in der Nacht zum 1. Feiertag ein Einbrecher bei dem Mühlenbesitzer Schaerping ein. Er hielt den Mühlenbesiher und dessen Schwager mit der Waffe in Schach und raubte aus dem Laden eine Kassette mit etwa 70 Mark. Als es im Hause lebendig wurde, fluch- tete der Einbrecher, zu dem sich auf der Landstraße ein Komplize gesellte. Einer der beiden Verbrecher schoß auf die Verfolger mehrere Male. Dabei wurde ein Müllergeselle mehrfach getroffen, so daß er t o t z u s a m m e n b r a ch. Die Täter konnten unerkannt entkommen. Feuerüberfall auf einen Amnestierten. — Ein Unbeteiligter erschossen. In der Frühe des 1. Weihnachtstages kam es in Bottrop zu einer schweren Bluttat. Der Bergmann C o n t u r a , der mit seinem Schwager S z e z o t o k ein Haus bewohnt, feierte mi>k dessen Fam.-li« Weihnachten. Plötzlich wurde am F e n st e r geklopft. Als S. hinausgehen wollt«, wurde er beim Betreten der Haustürschwelle beschossen. Etwa sieben bis acht Schüsse fielen, von denen S. zwei an beiden Oberarmen und in der Dauchgegend verletzten. Er brach blutüberströmt zusammen. Auf die Schüsse eilten die Angehörigen ans Fenster und vor die HauStür. Bon den Tätern war aber nichts mehr zu sehen. S. st a r b im Krankenhaus. Gr hinterläßt Frau und zwei klein« Kinder. Am Tatort wurden sieben Patronenhülsen verschiedenen Kalibers gefunden. Zwei Männer wurden unter dem dringenden Derdacht der Mittäterschaft f€ ft genommen. Sie leugnen aber. Den Umständen nach ist ein politischer Racheakt nicht ausgeschlossen. S war parteilos, während sein Schwager Contura Mitglied der NSDAP, war. C. war bei der Schießerei zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten in der Haardtstraße beteiligt und sah deshalb in Untersuchungshaft. Infolge des Straf, «rlasses wurde er aber vor Weihnachten entlassen. Es ist möglich, daß di« Kugeln ihm gegolten haben. Diese Annahme wird bestärkt durch bi« Tatsache, daß einer der Festgenommenen erklärt hatte, daß. wenn Contura wieder herauskäme, er in Stücke geschossen würde. Ein neues Wagner-Denkmal an der Enistehungsstäite des „Lohengrin". •:>.W Links Das bronzene Wagner-Denkmal von Professor Guhr (Dresden) zeigt den Komponisten als Gralsritter Es wird am 13. Februar 1933, dem 50. Todestag Richard Wagners, im Liebetaler Grunde enthüllt werden — Rechts: Die Lochmühle im Liebetaler Grunde in der Sächsischen Schwerz, wo Wagner 1846 Teile seines „Lohengrin" komponierte. Lin Bubenstück am heiligen Abend. In S-aalfeld wurde am Heiligen Abend von noch nicht bekannten Tätern durch das Fenster der Wohnung des Pfarrers Fischer von der Straßenseite aus eine mit Salzsäure und Karbid gefüllte Flasche geworfen, dre mit lautern Knall in tausend Splitter zersprang. Die ätzende Saure hat an den Wanden und Möbeln in der Stube große Verwüstungen ange- richtet. Die zu Besuch weilende Schwester des Pfarrers, die im Augenblick des Anschlags gerate in einer Ecke des Zimmers stand, war durch den lauten Knall sehr erschreckt und f i e l ohnmächtig zu Boden. Eine zweite Flasche wurde nach der über ter Pfarrerwohnung gelegenen Wohnung des Polizeioberinspektors Schu- mann geworfen. Die Flasche prallt« aber am Fensterkreuz ab und explodiert« a uf der Straße. Ein« dritte, ebenfalls gegen die Wohnung des Poliz.ioberinspektors geworfene Flasche, die ebenfalls eine ätzende Flüssigkeit enthielt, explodierte überhaupt nicht und wurde zwischen dem Wohnhaus und dem Dorgarten gefunden. Familienrach« in Bulgarien. Ein blutiger Vorfall spielte sich in den Gesellschaftskreisen Sofias ab. Der Kavallerieleutnant Simeonow besuchte am Abend des 1. Feiertages mehrere befreundete Studenten in ihrer Wohnung. Man trank viel und war laut und ausgelassen.. Ein im gleichen Hause wohnender Rechtsanwalt Dimitrow ersuchte schließlich um Ruhe. Hierbei entstand ein scharfer Wortwechsel, der zu Tätlichkeiten ausartete. Der Rechtsanwalt gab schließlich, weil er sich bedrängt fühlte, mehrere Schüsse aus seinem Revolver in die Luft ab. Daraus zog der Leutnant seinen Säbel und schlug den Rechtsanwalt zu Boden. Blutüberströmt und schwerverletzt mußte der Anwalt ins Krankenhaus geschafft werden. Der Leutnant wurde verhaftet, aber mit dem Versprechen, sich am nächsten Morgen den Militärbehörden zu stellen, auf freien Fuß gesetzt. Am arbeiten Feiertag traf er auf der Straße aus den Oberleutnant Dimitrow, dem Bruder des schwerverletzten Rechtsanwalts. Beide Offiziere gehörten ein und demselben Regiment an. Nach kurzem Wortwechsel schoß mitten auf der Straße Oberleutnant Dimitrow den Leutnant Simeonow nieder, verletzte ihn tödlich und stellte sich dem nächsten vorbeikommenden Offizier 311 tödliche Unfälle an Weihnachten in USA. Reuyort, 26. Dez. (WTB. -Reuter.) Während des Weihnachts-Wochenendes haben in den Vereinigten Staaten 311 Personen ins olge von U n f a 11« n ben Tod gefunden und 566 Verletzungen erlitten. Zum größten Teil handelt es sich um Opfer von Autounfällen, 11 Personen sind ertrunken, acht wurden bei Eisenbahnunfällen getötet und 10 Personen kamen bei Bränden ums Leben. Eine aus fünf Personen bestehende Familie starb nach dem Genuß eines Kuchens, in den versehentlich Insektenpulver eingebacken worden war. Eine mysteriöse Angelegenheit. — Verhaftung einer Prinzessin Hohenlohe amtlich nicht bekannt. Zu der kürzlich von der „Liberte" gemeldeten a ritze b l i ch e n Verhaftung einer Prinzessin Hohenlohe in Biarritz wegen Spionage ist im Innenministerium und bei der Kriminalpolizei in Paris nichts bekannt. Auch die Polizei von Biarritz betont, daß keine Verhaftung vorgenommen worden sei. Darauf ist es zurückzusühren, daß die Pariser Morgenblätter sich mit dieser Angelegenheit nichl befassen mit Ausnahme des „Journals", das darauf besteht, daß die erwähnte Ausländerin verhaftet fei. Ihre Bitte gegen eine entsprechende Kaution auf freien Fuß gesetzt zu werden, sei ihr abgeschlagen worden In diesem Zusammenhang wärmen die Blätter eine geheimnisvolle Geschichte auf, die schon vor einigen Wochen in einem kleinen Boulevard-Wochenblatt erschienen ist. Danach sei die Pariser Wohnung der Prinzessin, vor einem Jahr versteigert worden Bei dieser Gelegenheit habe ein Möbelhändler einen alten wertvollen Schreibtisch erstanden. Bald darauf habe Jid) bei ihm ein Käufer eingefunden, der nach dem Schreibtisch gefragt habe Während der Möbelhändler diesem Käufer den Tisch genau zeigte, habe er zufällig ein Geheimfach geöffnet, in dem sich verschiedene Schriftstücke befunden hätten. Ein Scheck über eine große Summe, ein ausführlicher Schriftwechsel, verschiedene Uebersetzungen auf vorgedruckten Bogen eines ausländischen Spionagedienstes und Photographien. Diesen unerwarteten Fund habe der Möbelhändler dem Innenministerium übergeben, durch dessen Vermittlung von dem Inhalt einiger Schriftstücke auch die Botschaft des Landes Kenntnis erhielt, gegen das sich die Tätigkeit der ur- sprüngllchen Besitzerin des Schreibtlsches gerichtet haben soll. Dem Möbelhändler seien später mehrfach Kaufgebote für diese Papiere gemacht worden. U. a. habe ein Russe nicht weniger als 200 000 Franken für sie geboten. Die ganze Geschichte klingt reichlich verworren Schwerer Unfall bei der Weihnachtsfeier. Am Wechnachtstag ereignete sich in Kopenhagen in einer Familie ein Unfall. Ein junger Mann, der sich als Weihnachtsmann verkleidet hatte, schrie plötzlich um Hilfe. Di« Verwandten befanden sich im Nebenzimmer und glaubten, daß ter Hilfeschrei des „Weihnachtsmannes" zu seiner Nolle gehöre. Erst als di« Nuf« immer lauter wurden, stürzten sie ins Zimmer hinein. Der „Weihnachtsmann" stand in hellen Flammen. Aus noch nicht aufgeklärte Weise war sein Gabensack in Brand geraten. Schwerverletzt wurde ter „Weihnachtsmann" ins Krankenhaus geschafft. Heuschreckenplage in Argentinien. Riesige Heuschreckenschwärme suchen den Norden Argentiniens heim. An manchen Stellen haben sie 40 v. H. der Ernte vernichtet. Eine Strecke von ungefähr 500 Kilometer Länge soll von HeuGesundheit, Schnee und Kälte ... 23 tm Dr G. Kayser. Mit dem Beginn winterlich-kalten Wetters und dem ersten Schnee kommen dem Arzte alljährlich «ine Anzahl von Kranken zu Gesicht, die über Brennen und Jucken an Fingern und Zehen, das besonders in den Abendstunden oder beim Aufenthalt in aeheizten Räumen zunimmt, zu klagen haben. Der Arzt kennt diese Leiden nur zu gut, es sind die ersten Frostbeulen. Diese verdanken ihre Entstehung einer unzureichenden Blutzirkulation und treten daher besonders bei Personen auf, deren Blutumlauf durch allgemeine Körperschwäche, durch Skrofulose und Tuberkulose, durch Herz- oder Gefäßerkrankungen und ähnliches gestört ist. Frostbeulen finden sich gelegentlich aber auch da, wo unzweckmäßige Kleidung die Biutzirkulation behindert, so a. B. da, wo am Unterschenkel der Stiefelrand aü- schneidet oder dort, wo ein rund um das Bein herumlaufendes Strumpfband getragen wird. Auch zu enge Stiefel ober Handschuhe' bilden weiter« Gelegenheitsursachen. In den letzteren, auf äußeren Anlässen beruhenden Fällen ist es leicht, Frostbeulen durch entsprechende Kleidung zu verhüten. Bei den durch krankhafte, innere Störungen her- oorgerufenen Frostbeulen wird man gut tun, durch warme und kalte Wechselbäder oder durch spiri- tuose Abreibungen usw. die Blutzirkulation anzuregen. Im übrigen ist ein schon im Sommer ein- setzendes Training der Haut und der Blutgefäße durch Turnen, Sport, Massage usw. das beste Dorbeugungsmittel, dessen sich mir Nutzen alle diejenigen bedienen sollten, die schon einmal Frostbeulen gehabt haben. Frostbeulen neigen nämlich auch nach völliger Ausheilung doch immer wieder zu Rückfällen. Handelt es sich um schwerere Frostschäden oder ist der Frost gar „aufgebrochen", so muß unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Diese ist gleichfalls unentbehrlich, wenn jemand nach längerer Wanderung auf schneebedeckten und sonnenbeglänzten Wegen Augenschmerzen ober gar Sehstörungen bekommt. Eine mitunter auftretende „Schneeblindheit" heilt unter ärztlicher Behandlung gewöhnlich rasch ab, während eine Augenentzün- bung zwar vom Arzte auch in mehr ober minber langer Zeit behoben werben kann, aber boch häufig recht schmerzhafte Stunden bereitet. Als Ursache für diese 21ugenertrantungen kommt weniger der Schnee selbst in Betracht, als vielmehr die ultravioletten Strahlen der Sonne, die von der weißen Schneefläche in unser Auge zurückgeworfen, statt wie sonst von der grauen Erde verschluckt werden. Wer an empfindlichen Augen leidet, wer Augenkrankheiten ober gar eine Entfernung der Linse des Auges durchgcmacht Hal, der wird daher gut tun, auf Wanderungen durch den Schnee fein Auge durch das Tragen einer mit rauchgelben ober grünlichen Gläsern versehenen Schutzbrille vor Schaben zu bewahren. Schließlich sei noch einiger, selbstverschuldeter Unfälle beim Schlittschuhlaufen gebucht. Das Schlittschuhlaufen ist gesunb, wie wohl kaum irgenbein anberer Sport, aber er setzt eine auf größte Zweckmäßigkeit eingestellte Bekleidung der Füße voraus. Der Schlittschuh muß babei seinem Träger ebenso genau passen und sitzen wie der Stiefel und darf nicht zu klein und nicht zu groß sein. schrecken bebeckt sein. An vielen Orten ist der Schwarm fast neun Kilometer breit. Be» sonders betroffen wurde das Tal des Bermayo- Flusses, wo hauptsächlich Baumwolle, Tabak und Maispflanzen der Landplage zum Opfer gefallen sind. In der Ortschaft San «aloabore beging ein Landwirt mit seiner Frau Selbstmord, nachdem die Heuschrecken alles k a h l g e s r e s - s e n hatten. Der Landwirt hinterließ einen Brief, in dem er erklärte, er könne das Leben nicht länger ertragen, da alte Mühe und Arbeit von drei Jahren aus Mangel an Gegenmaßnahmen von den Heuschrecken vernichtet worden wäre. Protest der süd- und südwestdeutschen Landwirtschaft. Am 22. Dezember fand in Wiesbaden eine Tagung der sÜd und südwe st deutschen Landwirtschaftskammern statt, die sich u. a. eingehend mit der Lag« der bäuerlichen Der- sdekungswirtschaft beschäftigte. Nach eingehender Aussprache, in der besonders der mangelnde Schuh für die bäuerlichen Veretelungserzeugnisse scharf kritisiert wurde, fand folgende Entschließung einstimmg Annahme: „Die süd- und südwestdeutsche Landwirtschaft verfolgt mit ernster Sorge und wachsender Erbitterung den schleppenden Gang der Beratungen über die Hilfsmaßnahmen für den zusammenbrechenden Bauernstand. Sie verwahrt sich dagegen, daß jede der häufigen Regierungskrisen weitere Derzögerun- gen der vorgeschlagenen Rettungsmaßnahmen und damit neue Preisabschläge und letzten Endes die Gefährdung der Existenz unserer Landwirte mit sich bringt. Sie zweifelt an dem ernsten Aufb au - willen eines Teiles der führenden Regierungskreise, solange er nicht einsieht, daß in erster Linie der Binnenmarkt und die heimische Landwirtschaft wieder gekräftigt werden muh, wenn eine Gefundung der gesamten Wirtschaft herbeigeführt werden soll. Bei der starken Exporsichrurnpfung und der Aus- sichtslosigteit einer Steigerung der Ausfuhr sollte endlich di« Reichsregierung zu der Einsicht kommen, daß die bisherigen Aufbaumethoden erfolglos waren und daß nur bi e Gesundung der Landwirtschaft eine Ankurbelung der Wirt- schäft und eine Verringerung der Arbeitslofenzahl bringt. Wie lange soll es noch dauern, bis diese Zusammenhänge an den führenden Stellen erkannt werden? Wir warnen davor, zuzuwarten, bis an die Stell« der resignierten Verzweiflung di« Helle Empörung tritt. Wir bitten die Reichs re gierung in letzter Stunde, aus der Tatenlosigkeit der letzten Zeit heranszutreten und durch kräftiges Zupacken endlich einmal die der Landwirtschaft gegebenen schriftlichen und mündlichen Zusagen einzulösen. Dor allen Dingen fordern wir die sofortige Einführung der konttngenkierung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, insbesondere für di« bisher Hantelsvolitisch vernachlässigten Produkte ter bäuerlichen Veredelungswirtschaft, deren weiter« Vernachläsfi- aung auch den Zusammenbruch der Getreitewirt- schast zwangsläufig nach sich ziehen wird. In beiden Fällen wird dadurch die Geschicklichkeit des Läufers behindert und die Gefahr eines Un- alls durch Sturz heraufbeschworen. Beim Kinde »siegt dies im Gegensatz zum Erwachsenen meist -armlos abzulausen, aber auch hier kann man natürlich eine Garantie dafür nicht übernehmen, und die großen gesundheitlichen Vorteile, die der Eislaufsport gewahrt, sollte man nicht durch Torheit und Gleichgültigkeit zunichte machen. Spende für die Winternothilfe. Bei ter Geld-Anna hmesteUe des Gießener Anzeigers für die Gießener Winternothilfe wurde am Samstag folgende neue Geldspende eingezahlt: QL®., Gießen 10Mark. Das Weihnachtsfest in Gießen. Die Weihnachtsfeiertage wurden in unserer Stadt in gewohnter feierlicher Weise begangen. Zur Einleitung des Festes sanden am Heiligen Abend Gottesdienste statt, die sehr stark besucht waren. Im Anschluß daran erklang von den Türmen der beiden evangelischen Kirchen feierliche Choralmusik in die dunkle Nacht hinaus; vom Turme der Stadtkirche blies der Verein für christliche Musik, vom Turm der Johanneskirche der Gießener Posaunenchor. An den beiden Feiertagen waren die Gottesdienste gut besucht. Eine Enttäuschung brachte das Weihnachtswetter allen denen, di« auf weihe Weihnachten und auf Wintersportgelegenheit gehofft hatten. Statt der stimmungsmäßigen hohen Schneedecke und ter damit gegebenen Sportmöglichkeit hitten w r vollendetes Treckwetter, das die Straßen im schmutzigen Gewände zeigte und am ersten Feiertag einen Nebelschleier über die Stadt und die Amgegend legte, ter die Sicht nur auf kurze Entfernung hin gestattete. Dadurch wurde der Aufenthalt im Freien reichlich ungemütlich gemacht und am angenehmsten in der warmen Stube in der Nähe des Ofens. Lediglich die Friedhöfe waren am Nachmittag des ersten Feiertags das Ziel zahlreicher Mitbürger, die dort zu kurzem Feiertagsbesuch verweilten. Am zweiten Festtag war zwar der unangenehm« Nebel verschwunden, jedoch bot der Aufenthalt in den Straßen bei dem nassen Wetter wenig Annehmlichkeit. Erfreulicherweise verliefen beide Feiertage nach den uns bis jetzt vorliegenden Berichten ohne Unfälle oder Störungen der öffentlichen Ordnung; Polizei und Sanitätswache konnten ebenfalls Feiertagsruhe genießen. Der Reiseverkehr auf der Bahn war besonders am Freitag und am Samstag stark, an beiten Tagen wurden die planmäßigen Züge verstärkt und vollbesetzt gefahren, außerdem verkehrten in Richtung Westfalen, nach Berlin und Süddeutschland Sonderzüge. An den Feiertagen selbst war der Eisenbahnverkehr nur am ersten Tag« verhältnismäßig ruhig, am zweiten Tage setzte der übliche Rückreiseverkehr bereits ein und brachte der Bahn verstärkten Zuspruch. Der gesamte Bahnverkehr verlief trotz des ungünstigen Wetters am ersten Feiertag zum Glück ohne Unfall. Vornotizcn — lagestalenberfür Dienstag. Stadttheater: 19.30 bis 22.30 Uhr „9m weißen Rößl". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Wie sag' ich's meinem Mann?" Aus der provinzialhaupistadi. fi< g< ix tn D n i nr Ei B in m la fo d r 2 tc Ql v u rr L tt sc l 2 l< Q b f- B, n S n 2 v d r n s ©Jtxfpoit Ehrennadel des WGV. auch für Zrih Kreiling. Tem Iugendführer des Vereins für Bewegungsspiele, dem unermüdlichen Schiedsrichter und Förderer des Fußballsportes, wie der Spvrt- sache überhaupt, Herrn Fritz Kreiling, konnte am Heiligen Abend die Mitteilung gemacht werden, daß ihn der Westdeutsche Spielverband durch die Verleihung der Ehrennadel des Westdeutschen Ep elvcrb. ndes und ein dcmsntspr .chmdes Schreiben für leine mannigfachen Verdienste um Sport und Verband auszeichnete. Sie Auszeichnung konnte Herrn Kreiling am zweiten Weihnachtsfeiertag im Böhmen der Weihnachtsfeier Les VfB. durch den Vorsitzenden des Vereins, Herrn Overbeck, überreicht werden. Achtungserfolg der deutschen Studenten hochfchul-Fußballänderkampf in Catania 3:3. Mit einem kaum erhofften älnentschieden endete der am zweiten Feiertag auf Catania in Sizilien ausgetragene Fußball-Länderkampf der Studentenmannschaft von Deutschland und Italien, llnfere Vertreter hatten sich zwar auf die Begegnung gut vorbereitet, aber Italien stellte eine so spielstarke Mannschaft in das Feld, so daß das 3:3 als sehr ehrenvoll anzusehen ist. Droh des schlechten Wetters — es regnete in Strömen — hatte der Kampf einen sehr guten Besuch aufzuweisen, darunter befanden sich auch die Spitzen der Behörden. In beiden Spielhälften war die deutsche Mannschast zeitweilig stark überlegen. Besonders groß war aber der deutsche Druck vor der Pause. Schon in der fünften Minute brachte ein Vorstoß des linken Flügels durch den Freiburger Geßler den ersten Erfolg, nachdem der italienische Torhüter den Ball verfehlt hatte. In der 10. Minute gab es ein Mißverständnis zwischen dem linken italienischen Verteidiger mit seinem To mann, was Grebe (Offenbacher Kickers) geifteggegci.u>aLiig zu einem zweiten Tor aus- nutzte. Die schnellen italienischen Angriffe scheiterten an der mäßigen Zusammenarbeit der Stürmer. In der 23. Minute verhängte der Schiedsrichter einen Strafstoß gegen Italiew Der Ball wanderte vom linken zum rechten deutschen Flü- gel und abermals schoß Grebe den dritten Treffer ein. Die Italiener lieferten dann ein besseres Spiel, konnten aber erst in der 43. Minute den ersten Gegentreffer erzielen. Rach der Pause spielten die Italiener geschlossener und wirkungsvoller. Die deutsche Mannschaft wurde mehr und mehr in die Verteidigung gedrängt. Drei Ecken für Italien wurden zunächst noch abgewehrt, aber in der 30. und 33. Minute konnte Ottani mit zwei guten Schüssen den Vorsprung aufholen und das älnentschie- den Herstellen. Es war ein ritterlicher Kampf zweier guter Mannschaften, der von einem ausgezeichneten Schiedsrichter ge eitet wurde. Vir dem Spiel wurde die deutsche Mannschaft mit freundlichem Beifall empfangen und auch die Leistungen wurden mit größter Objektivität gewürdigt. Tisch-Tennis der Sp.-Vg. 1900. TL. Großen-Buseck — 1900 II 0:11. 1900’5 zweite Mannschaft war am zweiten Feiertag beim Tischtennis-Club Großen-Buseck zu Gast. Sie setzte ihren Siegeszug fort und entschied sämtliche Spiele zu ihren Gunsten. Trotzdem die Gr.- Busecker ganz beachtliches Können an den Tag legten, standen die Spielvereinigungsleute in fast allen Spielen schon nach drei Sätzen als Sieger fest. Nachstehend die Ergebnisse (Gr.-Buseck jeweils zuerst genannt): Einzel: Rau — Reichel 10:21, 10:21, 20:22; Adler — Gros 10:21, 8:21, 17:21; Steinmüller gegen Oelemann 11:21, 13:21, 11:21; W. Schwalb gegen Götz 18:21, 15:21, 12:21; 21. Schwalb gegen Menerhoff 14:21, 11:21, 11:21; Kümmel — Gust. Koch 12:21, 8:21, 10:21; Lllbach — Franz Koch 17:21, 16:21, 16:21. Doppel: Rau-Rühl — Reichel-Gros 16:21, 17:21, 18:21; 2l. Schwalb-Steinmüller — Gros- Meyerhofs 20:22, 13:21, 14:21; W. Schwalb Kümmel — Oelemann-Götz 21:19, 13:21, 7:21, 12:21; Rau-W. Schwalb — Gust. Koch-Franz Koch 19:21, 12:21, 10:21. Welche Sportart ist für mich richtig ? Von Dr. M. Teßnei-. Bei vollkommen naturgemäßer Lebensweise, die dem Körper, ohne daß er sich besonders darum zu bemühen braucht, bedingungslos die notwendige Sauerstoffzufuhr gibt, bei der der Körper sich, weil es die Lebensweise so mit sich bringt, den größten Teil des Tages in frischer Luft bewegt, wären unsere heutigen sportlichen und gymnastischen Bestrebungen unnötig. Leider hat die Zivilisation uns aber eine Lebensweise aufgezwungen, die in ihrer Wirkung für unseren Körper auf die Dauer schädlich ist. Unsere Berufe sind vorwiegend völlig einseitig. Hier soll die Rede davon fein, wie ein Ausgleich cinfeiliger Berufstätigkeit am besten und am gefund- heitsfördernsten geschaffen werden kann: Die Stenotypistin, die den ganzen Tag mehr oder weniger gerate, meistens weniger gerade, an ihrer Maschine sitzt, hat tagsüber, außer einer gewissen Bewegung in den Unterarmen und Händen, kaum Bewcaungstätigteit. Sie täte gut, als Ausgleich einen Short zu treiben, der ihren, die längste Zeit des Tages unbewegten Rumpf durcharbeitet. Dor allem ist es wichtig, die Rückenmuskulatur zu stärken. Die Blutzirkulation ist durch das ftändge, im Ermüdungsstadium sogar krampfhafte Heben der Unterarme oftmals gestört; namentlich in der Gegend ter Schulterblätter im Rücken, wo sich sehr leicht durch Derkrampfung der Muskulatur Blutstauungen bilden. Der gleiche Fall liegt bei allen am Schreibtisch sitzenden Berufsausübenden vor, und darum ist generell dem Menschen mit sitzendem Beruf zu raten, einen Ausgleichs-Sport zu treiben, wie z. B. für Frauen: Tennis oder Leichtathletik, Diskuswerfen, Speerwerfen, Laufen usw., für Männer auch Fußball und Boxen. Beiden Geschlechtern ist Rudern und Schwimmen bestimmt gut und beschwerdebehebend. Beim Rudern sowohl als auch beim Schwimmen, und das zeichnet sie vor allen anderen Sportarten aus, wird die gesamte Körpermuskulatur beansprucht. Eine gesunde Art der Beanspruchung nennt man die Muskeltätigkcit, bei der sich Spannung und Ruhe in regelmäßiger Folge, ohne daß eines der beiten Stadien zu lang wäre, ablöfen. Es gibt selbstverständlich auch Berufe, die den unteren Teil des Körpers in ähnlicher Weise über» beanspruchen, wie es die sitzenden Berufe mit dem Rumps tun. Alle Verkäuferinnen sind z. B. den ganzen Tag auf den Beinen. Sie strengen also die Muskeln der Gehwerkzeuge unaufhörlich an, ohne daß Rumpf, Schultern, Hals und Arme eine Be- qnspruchung auszuhalten hätten. Durch diese einseitige Betätigung wird allmählich die unbeanspruchte Muskulatur schlaff und die Haltung schlecht. Die Ausgleichsbewegung ist für diese Berufe selbstredend genau so wichtig wie für die oben geschilderten. Es gibt im Keulenschwingen, Medizinball- Spielen, in nicht zu überanstrengender Rumpf- gymnastik, sogar im Reck-Turnen, einen sehr gesunden Ausgleich für diese Einseitigkeit. Zu bedenken bleibt bei alledem, daß nicht zehn Menschen mit zehn gleichen Berufen zehn gleiche Sportarten mit der gleichen Berechtigung wählen dürfen. Es ist von äußerster Wichtigkeit, die Wahl der Sportart sowohl von der Konstitution wie vom Temperament abhängig zu machen. Die Konstitution und das Temperament zeigen sich schon im Körper durch die Derschiedenartigkeit der krankhaften Veränderungen als Folgen einseitiger Berufe. Der eine Mensch z. B. wird durch ständiges Sitzen am Schreibtisch völlig verkrampfte Muskeln haben, das heißt, feine Muskulatur wird sich in ständiger unwillkürlicher Spannung, also Verkrampfung befinden. Ein anderer, ein Melancholiker, wird durch die körperlichen Beschwerden, die sein Beruf verursacht, seelisch so beeindruckt, daß er bewußt oder unbewußt sich rein körperlich niederdrücken läßt und dadurch eine stärker niedergedrückte Haltung bekommen wird, als die Folge seines einseitigen Berufes allein rechtfertigen wür- Fln‘ sich also „hängen" und wird immer chlafter, so daß wir jetzt schon, das gleiche Geschlecht und den gleichen Berus vorausgesetzt, zwei gänzlich verschiedene Wirkungen der gleichen Ursache haben. Es versteht sich von selbst, daß die Mittel zur Abhilfe so verschieden sein müssen, wie die Wirkungen auf die verschiedenen Menschen. Aus alledem ergibt sich, daß es unmöglich ist, schematisch einwandfrei richtig für bestimmte Berufe als Ausgleichsbewegung bestimmte Sportarten vorschreiben kann. Jeder Mensch muß an der Art der Wirkung auf feine körperliche und nervliche Verfassung erfahrungsgemäß erleben, ob die erprobte Bewegungsart seinem Beruf und seiner Konstitution gemäß ist, seine Elastizität und Leistungsfähigkeit erhöht. Das Erstrebenswerte des Ausgleichssports ist: Erhaltung der Frische und Steigerung ter Leistungsfähigkeit. Die Anwendung wünschenswerter Mittel bleibt individuell und kann nur von Fall zu Fall, am besten durch Erfahrung, erprobt werden. Büchertisch. — Hessen, das'chattifche Stammland und die Reichsreform. Auf Grund amtlichen Materials von Dr. Edward P. Becker. N. G. Elwert, Marburg (Lahn), 1932, XII und 80 Seiten (Großquart) rftit 15 mehrfarbigen Karten. Preis 3,50 Mark. — (495.) — Die geschichtlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnisse Hessens lassen erkennen >daß es sich hier um eine Kulturlandschaft, um ein Wirtschaftsgebiet eigenen Gepräges hantelt. Es ist daher zu begrüßen, daß auf diese Landschaft, ihre Daseinsberechtigung und ihren Lebenswillen in ebner größeren zusammenfassenden Darstellung hinge wies en wird. Schon die natürliche Beschaffenheit des Raumes zeigt die Geschlossenheit der Landschaft, die, rings von natürlichen Grenzen umgeben, ein selbständiges geschichtliches und kulturelles Dasein führen konnte. Die kulturelle Eigenbeteutung wird an den verschiedensten Beispielen aufgezeigt. Wichtige, weit über die Grenzen des eigenen Bezirks hinaus bedeutsame Kultureinrichtungen sind ohne Ausnahme aus eigener Kraft errichtet worden, nachdrücklichst wird auf die bevölkerungspolitische und volkswirtschaftliche Aufgabe dieses überwiegend ländlichen Bezirkes hingewiesen. Die namentlich in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwunges stets zuneh- mernte Industrialisierung Deutschland, der immer wachsende Zuzug in die Großstädte, macht die Erhaltung ländlicher Gebiete zu einer staatspolit schen Pflicht. Es wird nicht nur gezeigt, daß die chattisch- hessische Bevölkerung an Bodenständigkeit von den Bewohnern kaum einer anderen deutschen Landschaft übertroffen wird, föntern auch nachgewiesen, daß das Hessenland in bevölkerungspolitischer Hinsichl . für Volk und Staat einen wichtigen ja lebensnotwendigen Kraftspeicher darstellt. Der Staat, der an feine und des Volkes Zukunft denkt, wird einen I Bezirk wie den hessischen in seiner Eigenart zu er- | halten suchen. Der hessische Raum deckt sich im wesentlichen mit dem heutigen Regierungsbezirk \ Kassel. An mancher Stelle stimmen aber die Gren- zen nicht überein. Im letzten Teil der Arbeit wird I ein Reuabgr enzungsoorsch iag im einzelnen Large l egt und begründet. Der Schrift sind mehrere statistische I Uebersichten sowie 15 mehrfarbige Karten be ge- j geben, auf denen die für die Beweisführung be- I sonders wichtigen Tatsachen anschaulich dargestellt . lind. Das Buch bietet für die Neugliederung des | Reiches ein ausgezeichnetes Material. — Carl C. von Loefch: „Da's Antlitz fl der Grenzlan de". 1. Teil: Der tHordosten. » Quartformat, 100 Seiten, 150 Abbildungen, lieber- | sicht starte. Verlag F. Bruckmann, München. Karton- I dand 5,50 Mark. — (497.) — Dr. Karl C. von Loesch, der beste Kenner der deutschen Grenzlante, bekannt aus seiner Tätigkeit im Deutschen Schutzbunte, schasst in diesem Buche aus vielfältigem Wis- 1 fen und der Erfahrung langjähriger politischer j Grenzärbeit heraus ein nach Inhalt und Anlage | einzigartiges Werk. Jede feiner eindrucksvoll ill'u-! V ftrierten und mit vielseitigstem Wissen um die Pro- •' dlerne der Grenzlande gefüllten Seiten hämmert ein, ' mit welcher Willkür die von den deutschen Kultur- I trägem in Jahrhunderten geschaffenen Kultur werke vernichtet, wie hier deutsches Kulturland zerschnit- 1 ten und zerstört worden ist. Wir sehen im vorliegenden Teilband den Osten von Ratibor über Posen und Danzig über das Ku rische Haff bis Nirn- j merfatt in Aufnahmen von zwingender Eigenart, Natur- und Kulturlandschaft, die alte und neue Grenze, Mensch und Tier, Geschichte und Gegenwart, Stätten der Arbeit, blühende Landschaft, ster- bende Städte. Jeder Aufnahme beigegeben ist eine i Beschreibung mit geschichtlichem, wirtschaftlichem ; und politischem Inhalt, die die Eigenart, Schönheit, I Geschichte und Volkstum der Grenzlande sindring- I lich vorführt. Die Zusammenhänge stellt ein laufender Text her. Wenn das Werk einmal oollstänbig vorliegt, wird dieses Grenzlandbuch ein wahrhaft deutsches Volksbuch sein, das im deutschen Haus I und in der deutschen Schule das Zusammengehörigkeitsgefühl mit dem, was wir verloren haben und was wir wiedergewinnen müssen, erweckt und erhält. Wirtschaft. * Einfuhrbewilligungen f ü r Papierholz und Schweineschmalz. Durch eine Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft und des Rsichswirtschaftsministers wird ab 1. Januar 1933 die Einfuhr von Schweineschmalz und Papierholz unter Einsuhrbewilllgung gestellt. Für Schweineschmalz gilt das Bewilligungs- oerfahren nur bis zum 15. Februar 1933, dem Tag des Außerkrafttretens der vertraglichen Bindung des Schweineschmalzzolles. Bei der Stellung der Anträge auf Erteilung der Einfuhrbewilligung ist folgendes zu beachten: Für Schmalz: Die antrag- stcllenten Firmen müssen ten Na weis erbringen, welche Mengen Schmalz sie in der Zeit vom 1. Januar bis 15. Februar 1932 eingeführt haben. Für Papierholz: Bei der Stellung des Anträge« ist nachzuweisen, daß der Antragsteller das einzuführende Papierholz selbst »erarbeiten will, daß er bereits im Jahre 1932 ausländisches Papier Holz verarbeitet hat und daß er zur Aufrechterhaltung seines Betriebes nachweislich auch in Zukunft auf bestimmte Mengen ausländischen Papierholzes an- gew esen ist. * Verlängerung der Qluf toer t un g 6 » frist beiDersicherungsunternehmun- gen. Tei einigen Versicherungsunternehmungen hat es sich als technisch undurchführbar herausgestellt, bis zum 31. Dezember 1932 sämtliche auf gewerteten Versicherungsansprüche so zu bearbeiten, daß für ihre Befriedigung die im Teilungsplan vorgsehene Frist eingehalten werden kann, da einige Teilungspläne erst im Frühjahr 1932 rechtskräftig genehmigt worden sind. Die Reichs- regierung hat deshalb den Versicherungsaufsichtsbehörden in einer Durchführungsverordnung zum Auswertungsgesetz die Befugnis eingeräumt, Der- sicherungsunternehmungen bei Vorliegen der bezeichneten Voraussetzungen eine nicht über den 31. Dezember 1934 hinaus zu bemessende Frist zuzugestehen, bis zu deren Wlauf Zahlungen abgelehnt werden können. * D i e I. G. -Farbenindustrie führt die 5 - Tage -Woche ein. Im Verwaltungsbetrieb der I. G.-Farbenindustrie in Frankfurt a. M. wird ab 1. Januar eine Steuerung eingeführt, und zwar wird von diesem Datum ab nur noch an fünf Tagen der Woche gearbeitet, während am Samstag die Büros geschlossen bleiben. An den anderen fünf Tagen sind die Büros von 8.30 älhr bis um 17 älhr ununterbrochen geöffnet. Eine Gehaltskürzung ist mit dieser Är- beitszeitkürzung nicht verbunden. Sranffurfer Abendbörse Renten fest/ Aktien still. Frankfurt a. M., 27. Dez. An der Abend- börse war das Geschäft in Aktien sehr gering. Kursmäßig blieben die Schlußnotierungen der Mittagsbörse etwa behauptet. Die festeren Auslandmeldungen vermochten kaum eine Anregung zu bieten. I.-G.-Farben Tagen mit 961 8 Prozent nur knapp behauptet, Kckliaktien gaben bis zu 1,5 Prozent nach. Das Interesse tonzentrierte sich auf die Rentenmärkte. Hier herrschte auf fast allen Gebieten feste Tendenz, und auch die ülmsahtätig- leit konnte als ziemlich lebhaft bezeichnet werden. Reichsschuldbuchforderungen, in späten Fälligkeiten wurden mit 76,25 bis 76,39 Prozent in größeren Beträgen gehandelt. Goldpfandbriefe ter Frankfurter Institute blieben stark gesucht, so daß sich die Kurstaxe für die Frankfurier H.)po- theken-Bank und die Frankfurter Pfandbriefbaak gegen den Kurs vom Samstag auf 86,25 bis 86,50 Prozent, d. h. um 3 Prozent erhöhte. Korn- munal-Obligationen dieser beiden Institute waren auf dem Mittagsniveau von 74 Prozent dagegen eher angeboten. Rhein. Hyp.-Bank-Gold- pfandbriefe waren erst etwas vernachlässigt, später kamen sie aber gleichfalls weiter fest zur Rotiz. Interesse erhielt sich auch für Stadt- AnleiHen. Deutsche Anleihen lagen still und unverändert. ReubesitzanleHe 6,5, Altbefitzanleihe 59,65, Schutzgebietsanleihe 5,75, 6proz. Stadt Frankfurt von 1926 62, 6proz. Stadt Hanau 58, 6proz. Stadt Mainz von 1928 60, 6proz. Frankfurter Hhp.-Bank-Goldpfandbriefe Reihe 1—4 86,25 rationiert, 6proz. Frankfurter Pfandbrief- Bank-Goldpfandbriefe Reihe 3—15 86, 6proz. Rhein. Hyp.-Bank Mannheim Goldpfandbriefe Reihe 18—25 85, Reichsbank 145,50, Geltenkirchen 53,25, Harpener 89,75, Rheinstahl 75,25, Stahlverein 36,75 bis 36,65, Kali Aschersleben 112, Kali Westeregeln 116, Bekula 113,50, Bemberg 60, Conti-Gummi 121,50, Licht & Kraft 95, I.- . G.-Farben 96,13, Gesfürel 76,50, Holzmann 57,75 i Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. tfranirun 0. JJI. Schluß« furt Schlußl. Abend- börf' Schluß- Mrs Schluß!. Mittag- bössc Votum 24.12 27.12. 24.12. 27.12. 6% Deutsche Reichsanleche v. 192 j 6% eljem.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 5'/z% Dmmg-Anlelhe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.^SchuId mii Auslos.-Rechten ............ 75,75 92 77 59,4 6,5 72,5 57 54,75 83,75 83,5 85 86 81 81 9,5 1 6,7 5,75 6,4 4,15 4,1 4,1 5,4 8,75 4,45 21,75 76,65 92,25 77,9 59,65 6,5 72,5 57 55,4 85,5 86 81,5 81,5 1 2 6,4 4,15 4,15 4,2 5,5 8,75 4,6 21,75 76 92 77 59,4 6.5 73 54,5 - 81 — 9,5 1,2 6,7 6 6,4 4,1 4,1 5,13 8,3 4,5 21,8 76 92,25 77 59,6 6,5 72,5 55 81 .1,2 4,1 4,2 4,2 9 4,5 21,9 Tesgl. ohne Aiislos.-Rechte...... 6% ebem. 8% Hess. Volksstaat 1929 trückzahlb. 102%) ............ Oberhesjen Provinz. Anleihe mit Auslol.^Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelab l.An leibe Genei mit Auslos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hhp.-Banl Äoldpfe. 15 unkiindbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks Hnp.-Ban! Koldvse. 16 unkündbar bis 1936 6*/a% ebem. 4'/2% Franks. Hyp. Bank»Ligu.-Psandbriefe ..... 6/2% ehem. 4,,z% Rheinisckie HyP..Bank.Liqu.-Goldpse..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand briefanklalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 4% OeNerreichische Woldrente... 4'20% Lelterreichische Silberrente *% Ungarische Koldrente .. <% Ungarische Staatsrente v. 1910 Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereiuh. Rente .. 8%% Anatolier.............. .Ttannuri u. jji. 4)enm Schlußkurs Sch!ußl. Abendbörse Schlußkurs Echlußk. Mittagbörse Datum 24.12. 27.12. 24.12. 27.12. Harnburg-AmerUa.Pakei ..... 1 17,5 18,25 17,5 18 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampfschiff...........0 — _ 26,5 27 Norddeutscher Lloyd .........0 18,25 18,9 18,25 18,75 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 44 44,25 43,9 44,9 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Commerz- und Privat°Bank... 0 89 53,5 89 53,5 89 53,5 89,5 53,5 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 75 75 61,75 75 61,75 75 61,75 Dresdner Bank..............0 61,75 Retchsbank ................. 1 143 145,5 142,75 144,25 A.E.G......................0 31,25 76,25 31,25 78,5 31,25 76,75 31,13 78,5 Gleite. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ............. x 94,5 95 94,9 95,25 Felten & ffluiUeaume ........0 Gesellschaft für Elektrische Unter- 54 55,5 54,13 56 nchmungcn............... 4 76 76,5 75 76,25 Rheinische Elektrizität ........ 5 91 98,5 95 98 Schuckert L Co..............0 84 86.5 84,75 85,5 Siemens & Halske...........9 127 124 127 124 Lahmeyer L Co..............10 116 118,4 115,5 117,5 Buderus ........... 0 44 45 85,5 53,25 43,75 84,75 52 45 85.75 53,5 Deutsche Erdöl .............4 Gelsenkirchener.............. 0 85 52,5 Harpener.................0 88 89,75 88,75 53 89,75 53,9 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen.. O Alse Bergbau ........... 7 — 132 Alle Bergbau Genüsse........7 102,?5 103 101,5 102,5 Klvänerwerke ............ 0 45,25 48 45,75 48.5 Mannesmann-Röhren........0 62 62,5 61,75 62 Marisfelder Bergbau.........0 24,5 25,5 23,75 24,75 Lberschles. Kokswerke.........0 76.5 77,5 37,5 203,5 75 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ......10 Rheinstahl................... 36 203 73,75 37 202 75,25 35,75 204,5 74 Frankfurt a. 2)1. Berlin Schluß« kurs Schlußl. Abend- börs Schluß« kurs Gilblußk. Mrtag- bör e Datum 24.12. 27.12. 24.12. 27.12. Bereinigte Stahlwerke..... ... u 35,5 36,65 35,5 36,9 Otavi Minen ............ ... 0 15,5 16 15,25 15,9 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 112 112 112 113,5 Kaliwerke Westeregeln..... ... 6 115 116 115,9 117,5 Kaliwerke Salzdetfurth .... ... 9 168 167 170 171 5 ®. FarLen-Industrie .... n 96 96,13 96 96,25 Scheideanstalt............ ...10 151 152,5 Goldschmidt ............. ... 0 27 29,65 27,9 30,13 RütgerSwerke ............ ... 0 43,5 44,25 43,9 44,4 Metällgesellschaft.......... ... 0 32,75 33,5 34 34 Philipp Hohmann........ ... 0 56,5 58,25 57 58 Zementwerk Heidelberg .. Zementwerk Karlstadt..... ... 4 ... 0 3 46,25 57 = Wayß & Freytag ......... ... 0 5 5,2 5 5,25 Schultheis Pahenhoser..... ... 0 100 Mu (Allgemeine Kunstseide) ... 0 49,5 49 49 48,25 Bemberg................ Zellstoff Waldhof......... ... 0 ... 0 59 44 60 46 59,75 44 59,75 46,25 Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 28,25 28,5 27,75 28,4 Dessauer Gas............ ... 7 — -—. 103,4 105,4 Daimler Motoren......... ... 0 18,5 19 18,75 1 19,5 Deutsche Linoleum ....... Orenstein L Koppel ....... ... 0 ... 0 41,75 43,5 40,75 1 37,5 1 43 39,75 Leonhard Tietz........... ... 6 38 39,5 40,5 1 39,5 Lhade................... 144 143 145 1 143 Grtyner................. ... 0 28 1 29 1 29,9 1 29,75 Mainkraftwcrkc Höchst c.W. ... 4 61,5 1 61,9 - Süddeutscher Zucker ...... ... 8 144,75 < 144,5 1 144,9 1 144,9 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M 24. Dezember 27.Dezember Amtliche Notierung Seid | »rle Amtlicde Notierum, Geld | 2-rir Heljinglors. Wien...... Prag...... Budapest ... Sofia..... Holland .... Oslo....... Kopenhagen Stockholm... London..... Buenos Aires Neuyork.... Brüssel.... Italien..... Paris..... Schweiz ... Spanien.... Danzig.... Japan..... Aio de Jan. Jugostawien Lissabon... 6,134 51.95 12,465 3,057 169,13 72,18 72,63 76,42 13,02 0,858 4,209 58,27 21,55 16,42 80,99 34,37 81,72 0,899 0,269 5,574 12,76 6,146 52,05 12,485 3,063 169,47 72,32 72,77 76,58 14,06 0,862 4,217 58,39 21,59 16,46 81,15 34,43 81,88 0,901 0,271 5,586 12,78 Santnoten. 6,134 51,95 12,465 3,057 169,13 72,13 72,58 76,37 13,99 0,858 4,209 58,27 21,55 16,42 80,99 34,37 81,72 0.899 0,269 5,574 12,76 6,146 52,05 12,485 3,063 169,47 72,27 72,72 76,53 14,03 0,862 4,217 58,39 21,59 16,4G n 81,15 34,43 81,88 0,901 0,271 5,586 12,78 Berlin, 27.Dezember «Veld Briet Amerikanische Noten.............. Belgische 'Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 4,20 58,11 72,21 13,95 16,38 168,76 21,49 71,96 2,46 76,20 80,81 34,23 4,22 58,35 72,49 14,01 16,44 169,44 21,57 72,24 2,48 76,50 81,13 34,37