182. Mrgang Donnerstag, 27. Oktober (932 Nr. 255 Erstes Blatt Wie wir- es in Preußen nach -em Leipziger Urteil? 11 2 ond o zei hat ins des Wohlsahrtsministeriums fand ein P r e s feem p f a n g der a'ten preuh jchen Regierung statt, bei dem Ministerialdirektor Dr. Brecht, der Führer der preußischen Vertretung in Leipzig, über den Gang der Verhandlungen berichtete. Dr. Vrecht schloß seine Ausführungen damit, daß er das Urteil des Staatsgerichtshofes nicht, wie in der Oeffentlichkeit behauptet werde, als eine und politischen Fragen bezeichnet, die sich für die Praxis aus dem Leipziger Urteil ergeben. Man hat den Eindruck, daß sowohl bei der preußischen Staatsregierung als auch beim Reich derWi11e zu einerDerständigung vorhanden ist. Sn diesem Sinne werden auch die Ausführungen gewertet, die Ministerpräsident Draun heute nachmittag vor den Vertretern der Presse gemacht hat. Sn Kreisen, die dem Reichskommissar nahestehen, wird erklärt, dah auch bei ihm die Absicht zu einer loyalen Zusammenarbeit bestehe. Natürlich wird der Reichskommissar die Exekutive, die das Leipziger Urteil ihm zuspricht, ausüben, aber das wird sicher in Formen geschehen, die keine neuen Schwierigkeiten schaffen. Zunächst kommt es darauf an, die Befugnisse, Rechte und Pflichten für sie praktisch abzugrenzen, die durch das Reichsurteil gegeben sind. Das ist auch schon mit Rücksicht auf die preußischen Beamten auch in den unterstellten Behörden notwendig. Verwirrung der Lage, sondern im Gegenteil gerade als eine Entwirrung der bisher verwirrten Rechtslage bezeichnen müsse. Die Rechtslage sei jetzt entschieden. Danach müßten alle weiteren Maßnahmen eingestellt werden. Ministerpräsident Or. Braun befaßte sich dann mehr mit der politischen und praktischen Seite des Leipziger Urteils. Er erklärte, dah das Urteil auch beim preußischen Staatsministerium nicht in allen seinen Teilen volle Befriedigung ausgelöst habe, das Sntereffe des Landes erheische es aber, sich jetzt auf seinen Rechtsboden zu stellen und an seiner Ausführung sachlich mitzuarbeiten. Dr.Draun gab dann seiner Befriedigung darüber Ausdruck, dah der Vorwurf, das preußische Staatsministerium habe seine Pflichten gegen das Reich verletzt, vom Staatsgerichtshof als unbegründet bezeichnet worden sei. Damit sei die Atmosphäre gereinigt und der Boden für die Ausführung des Urteils gegeben. Durch das Urteil sei jetzt zum Ausdruck gebracht worden, dah das alte Staatsmini st erium die Landesregie- Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20 \ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den An. zeigenteil i.V.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. vollendete Tatsache. Der Korridor, das drohende Wahrzeichen eines Vertrags, der die keime eines neuen Krieges enthält, wenn er nicht revidiert wird, müsse verschwinden. 3n Deutschland wachse eine neue Generation auf. die die Abtrennung Ostpreußens und die Isolierung Danzigs als - eine unerträgliche politische Beleidigung und eine wirtschaftliche Ungerechtigkeit empfinde. Ihre Sache sei wohl begründet und gerecht. Wenn die ihnen zugefügten Uebel nicht früher oder später wieder gutgemacht werden, dann müßten sie die Sache in ihre eigenen Hände nehmen. „Lvening Standard" weist darauf hin. daß der Korridor einen großen Teil der deutschen Bevölkerung vom Mutterlande abschneidet. Es sei wichtig, dah die Lage in England voll I verstanden werde angesichts der britischen Verpflichtungen aus be m Locarno-Ab- aerNnitoeRotriborberfieimeinesneiienfirieges Erkenntnisse eines englischen Abgeordneten ans einer Reise nach Danzig. London, 26. Ott. (TU.) Der soeben von Danzig zurückgekehrte konservative englische Abgeordnete Antoni E r o ß l e y schildert im „Evening Standard" mit eindeutigen Worten die unhaltbaren Z u- stände, die der Versailler Vertrag in Danzig und im Weichselkorridor geschaffen hat. 3m Weichselkorridor habe er das Gefühl gehabt, in einem Raum zu sein, in dem jeden Augenblick eine Höllenmaschine explodieren könne. Danzig — sterbend und wehrlos — werde von den Polen langsam zum wirtschaftlichen Untergang gebracht. Es werde durch die unsinnige Ra- turwidrigkeit des Korridors und durch den neuen polnischen Hafen in Gdingen getötet. Auf den Gesichtern der Bevölkerung sei die Verzweislung geschrieben, aus ihren Mündern spreche Bitterkeit. Der Bau des Gdinger Hafens und der wirtschaft- Ausschreitungen an -er Wiener Universität. ^Zorsicll «ngcn dec- amet tkanischenGesandten Wien, 26. Okt. (WTB.) Arn Physiologischen Snstitut der Universität kam es heute mittag zu Tätlichkeiten zwischen nationalsozialistischen Studenten und politi- schen Gegnern, in deren Verlaus einige Studenten leichte Verletzungen erlitten. Die nationalsozialistischen Studenten zogen dann z u m Anatomischen Snstitut. besetzten dort die Aula und gingen gegen politische Gegner vor. Mehrere Mediziner wurden verletzt. Die Zusammenstöße an der Untocrfüat haben noch zu unerwarteten Weiterungen geführt. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß sich unter den Verletzten auch einige amerikanische Studenten befinden. Der amerila- Nische Gesandte hat daraufhin beim Dun- deskanzler vorgesprochen, der ihm Genehmen werde b;w. ob er Unterschiede zwischen ihnen mache, erwiderte Herr von Papen: Die erste Pflicht meiner Regierung ist es, die Autorität des Staates zu wahren. 3n dieser Hinsicht ist die Regierung entschlossen, die notwendigen Maßnahmen zu treffen. Meine allererste Ausgabe wird die Bemühung sein, Arbeit für die Arbeitslosen zu beschaffen. Ferner muß der Verwaltungsapparat im 3nteresfe von Ersparnissen vereinfacht werden. Ueber die Frage einer Rück- kehr zur Monarchie befragt, habe der Reichskanzler die Erklärung wiederholt, daß diese Frage gegenwärtig nicht aktuell sei. Zur Abrüstungsfrage erklärte der Kanzler, wir haben gegenwärtig das Gefühl, ganz ohne Sicherheit zu sein. Die privaten Armeen, auf die die Franzosen immer wieder hin- weisen, sind, wie jeder Fachmann weih, in militärischer Beziehung wertlos, weil sie weder bewaffnet, noch in einer für den in hohem Maße technischen modernen Krieg erforderlichen Weise ausgebildet sind. Schließlich beantwortete der Reichskanzler noch eine Frage nach den deutschen Schulden. Er erklärte, daß überall der ehrliche Wunsch besteht, diesen Verbindlichkeiten nachzukommen. Aber es muß im Auge behalten werden, in welchem Maße unsere Zahlungsfähigkeit von unserer Ausfuhr und von dem Verkauf unferer Güter auf fremden Märkten abhängt. Rur durch gegenseitiges Vertrauen kann die wirtschaftliche Erholung der ganzen Welt zustande gebracht werden, heute ist es keiner Ration möglich, nur an sich allein zu denken. liche Ruin Danzigs feien sicherlich ein Bruch des Versailler Vertrags, heule seien sie l k o mm e n. Der Wie-eraufbau Oeuischlan-s Reichskanzler von papen über die nächsten Aufgaben seines Kabinetts. Landnöten. Sm ersten Augenblick war die Aufregung über das Urteil des Leipziger Staatsgerichtshofes groß, und wie immer, wenn ein richterliches Urteil nach Lage des Rechts schiedsrichterlichen C h a'r f t e r trägt, schien auch hier durch das Urteil die Lage geschaffen worden zu sein, die den neuen Konflikt herbeiführen soll, der dem Richter zu demeinseitig enRechts- s p r u ch die Grundlage gibt. Die beiden teilweise obsiegenden Parteien schlagen mit der Faust auf die mit Siegel und Unterschrift versehenen Spitzfindigkeiten und rufen: Setzt werde ich's dem andern aber zeigen! Seder beruft sich auf sein Recht. Daß der Zustand, wie er jetzt geschaffen ist, zu neuen Konflikten führen muß, ist ja klar. Mit Hott und Hüh kann man nicht kutschieren, da läuft das Handpferd nach rechts, das Sattelpferd nach links, und im besten Falle bricht nur die Deichsel, wenn der Wagen stabll genug ist. Daß Parteien nach einem Urteil, das ihnen zu einem Teil Recht, zu einem Teil' Unrecht gibt, die Verständigung suchen, ist immer das Vernünftige und daher in neunzig von hundert Fällen das Unwahrscheinlichste. Daß Politiker, die in ihren Anschauungen kontrastieren wie die preußischen Landesfarben, sich verständigen könnten, kann man sich in Deutschland nicht vor steilem Aber man muß ja n i dj t b e n Konfliktsuchen, denn es besteht kein Grund zu besonderer Eile, schon heute oder nwrgen praktisch ausprobieren zu müssen, wie sich die Dinge in den Degierungsämtern abspielen, toenn Braun im Amtszimmer sitzt, Dr. Bracht im Nebenzimmer. Man kann ruhig die Reichstagswahlen abwarten und >ehen, wie der neue Reichstag sich zusammenseht. Erst dann wird man erkennen, ob und welche Folgen das Das Interview eines ehemaligen Kriegsgegners. London, 27. Okt. (WTB. Funkspruch.) „ORoming Post" veröffentlicht ein Snterview, das der vormalige britische Stabschef bei den arabischen Streitkräften während des Krieges, Oberstleutnant Stirling, kürzlich mit seinem damaligen Gegner, dem jetzigen Reichskanzler von Papen, gehabt hat. — Einleitend sagt der Verfasser: Solange der Reichskanzler die Ordnung im Lande aufrechterhalten kann und feinen Landsleuten sagt, was sie zu tun haben und wie und wann sie es zu tun haben, so lange wird Deutschland im großen und ganzen mit der Herrschaft von Papen und seiner Gruppe einverstanden sein, obwohl sie feine Unter» stühung im Parlament oder bei den Parteien haben. — Der Oberstleutnant kommt dann auf einen Besuch zu sprechen, den er neulich dem Reichskanzler abgestattet hat und sagt: er gehört nicht dem dickköpfigen preußischen Typ an, und dies mag zum Teil den unzweifelhaften Erfolg erklären, den er in Lausanne bei seinen Verhandlungen mit den Franzosen hatte. Er ist a u s ge s p r o ch e n vernünftig und besitzt die Fähigkeit, den Standpunkt des Anderen zu begreifen. Der Reichskanzler habe ihm erklärt: das Ergebnis der letzten Reichstagswahl entsprach ungefähr meinen Erwartungen, es gab feine Partei mit einer genügenden Mehrheit, um eine neue Regierung zu bilden, und die Parteien waren nicht in der Stimmung, sich zusammenzuschließen, wenn dies auch später vielleicht erfolgen mag. Sch bin überzeugt, daß eine einheitliche Regierung die einzige Methode ist, Deutschland aus seinen Schwierigkeiten herauszuhelfen. Auf die Frage, welche Haltung er gegenüber den Rakionalsozialisten, der Eisernen Front und den k o m m u n i st e n ein- und die Hilfsbeamten angewiesen, sich für den Fall in Bereitschaft zu halten, daß die für Donnerstag im Hydepark geplante große H uing er- kundgebung zu Unruhen fuhren sollte. Die Polizei rechnet damit, daß sich die Londoner A r b e i t s l o s e n an der Kundgebung im Hhde- park ebenfalls beteiligen werden, um gegen die Arbeitslosigkeit und den Bedürftig- keitsnachweis zu protestierem Strahlenförmig aus allen Richtungen bewegten sich die Zuge der Hungerdemonstranten den Mittwoch über auf London zu und waren schon von starken Polizeiaufgeboten begleitet. Sn den Vorstädten Londons wurden am Mittwochabend M affen Versammlungen abgehalten, um die 2000 S>unger- demonstranten zu begrüßen. Der Londoner Stadt- rat hat noch keine Lösung für die Unter k u n f t s s r a ge gefunden. Die Organisatoren des Hungermarsches erklärten, sie würden auf keinen Fall ein Angebot für Unterkunft m den Herbergen annehmen, sondern wollen die vom Lande kommenden Hungerdemonstranten möglichst zusammenhaltem wur^ Von öS Absicht bis zur Durchführung freilich ist ein weiter Weg, weil die politischen und wirtschaftlichen Gegensätze nicht gering stud. Äge^ng^/ga^en Schwergewichts in Ost- (paar di- Franzosen zu einer Deuorlentieiung so das, di- Schatten eines so umwälzendenEreig. E-s sitz 1-h- rasch auch in Europa bemerkbar machen können. Oer Hungermarsch aus London. fa Oft. (TU.) Die Londoner Poli- amt 18 000 Polizeibeamte mobilisiert rung sei und zu recht bestehe. Der geschäftsführende Charakter des Ministeriums könne seine Befugnisse nicht im geringsten einschränken. Nach der Verfassung habe ein geschäftsführendes Ministerium die Pflicht, die Geschäfte weiterzuführen, bis ein neues Ministerium gebildet sei. Mir und meinen Kollegen, erklärte Braun, wäre nichts lieber, als daß der Landtag endlich seinePslicht erfüllt und einen neuen Ministerpräsidenten wählt. Solange das nicht geschieht, müssen wir die Geschäfte weiterführen. Dr. Braun kam dann im einzelnen auf die Schwierigkeiten zu sprechen, die in der Abgrenzung der Funktionen des Reich s- kommissars und des Staatsministeriums liegen. Diese Schwierigkeiten müßten aber überwunden werden. Das Staatsministerium stehe jedenfalls auf dem Standpunkt, dah von seiner Seite nichts geschehen solle, um die Regelung auf der Grundlage des Urteils zu erschweren. Er hoffe, dah auch die Reichsregierung der Auffassung sein werde, dah man einen Ausgleich und einen Weg zur Wahrung der Snteressen Preuhens und des Re cheZ f.nd.n mü.se Der Weg den die Re.chs- teg e.ung zur Re.chsreform ei.igcschlagen habe, der einer gewaltsamen Reichsexekution, sei nicht richtig. Rach Auffassung Dr. Brauns wäre es gut, wenn man aus diesen Vorgängen die Lehre zöge und sich bemühte, durch Zusammenfassung von preußischen und Reichsstellen etwas Vernünftiges zustande zu bringen. Oie Gehorsamspflicht der preußischen Beamten. Berlin, 26. Oft (WTB.) Der mit der Wahrnehmung der Befugnisse des preußischen Minister- Präsidenten beauftragte Reichskommissar für das Land Preußen hat am 26. Oktober 1932 an alle preußischen Behörden folgenden Erlaß gerichtet: Die Gehorsamspflicht der preußischen Beamten gegenüber dem durch die Verordnung des Reichspräsidenten vom 20.3uli 1932 eingesetzten Reichskommissar und den von ihm bestellten Vertretern steht nach dem Urteil des Staatsgerichtshofes vom 25. Oktober 1932 fest. Dr. Brecht bei Staatssekretär Meißner. Berlin, 26. Oft. (ERB.) Wie wir erfahren, hat Ministerialdirektor Dr. Brecht un 2lustrage des preußischen Staatsmimsteriurns h^te abend eine längere Besprechung mit Staats- Leipziger Urteil haben wird. Sn jedem Falle wäre der vernünftigste Ausweg, daß die Parteien des Preußischen Landtags sich so schnell wie möglich auf ihre erste und oberste Pflicht erinnern, eine Regierung zu bilden, über deren Gesetzmäßigkeit keine Zweifel aufkommen können. Hier liegt die große Schwierigkeit. Die geschäftsführende Preuhen- reg'.erung hak nämlich vergessen, darauf hinzu- wesen. dah es die Aenderung der Ge» schäftsordnung des Preuhischen Landtages war, welche die wahre Grundlage des gegenwärtigen Zustandes in Preuhen ist. Damals hH man mit Hilfe der Kommunisten Bestimmungen für die Wahl eines preuhi.chen Ministerpräsidenten geschaffen, die nach Lage der Dinge unerfüllbar fein muhten. Wie man nun damit fertig werden will, muh die Praxis ergeben. Zwar haben die Herren Braun und Brecht mit Nachdruck von ihrem loyalen Willen zur Mitarbeit gesprochen. Wir zweifeln auch nicht an ihrem Willen zur Loyalität. Wir zweifeln aber daran, ob der subiekttve Wille zur Loyalität sich objektiv wird erweisen lassen. Hoffen wir aber, dah sich dieses aus dem Schattenreich neu emporgehobene ge.chafts- führende Schattenkabinett in Preuhen auf «eine wirkliche Pflicht besinnt, nämlich möglichst schattenhaft zu bleiben, denn seine Existenz widerspricht sowohl der politischen Lage im Reiche wie der parlamentarischen in Preußen. Es sollte ie eher desto lieber von der Bildfläche verschwinden. • Wir Deutsche haben es leider nie gelernt, nach dem englischen Muster in »Kontinenten zu denken". Dazu sind wir ja als Weltvolk iwch au jung gewesen, und heute ist es schließlich begreiflich, wenn die politischen und wirtschaftlichen Sorgen, die wir im eigenen Lande und in der näheren Umgebung Europas haben, zu drückend sind, als daß wir die Perspektive für die großen Zusammenhänge der Welt gewinnen konnten, älnd doch ist es gelegentlich notwendig, daß wir den Blick von Europa losreihen, um das Verständnis nicht zu verlieren für die großen Verschiebungen, die sich dorbereiten; auch wenn ihre Wirkungen vielleicht nicht heute oder morgen, sondern erst in Jahrzehnten sichtbar werden. Denn schließlich wird ja auch einmal der Tag kommen, wo wir den Platz an der Sonne wieder beanspruchen dürfen, und dann wäre es gefährlich, wenn wir uns nirgends mehr zurechtfinden können. Unter diesem Gesichtswinkel müssen wir auch die Vorgänge in Ostasien beobachten, auch wenn sie uns im Augenblick nur mittelbar interessieren. Safran spielt hier ein ganz großes Spiel, um sich Raum für sein Volk zu schaffen. Nach den Erfahrungen, die es vor dem Kriege gemacht hatte, hat es diesmal seine Pläne auf lange Sicht angelegt und klug die ©elegen^it benutzt, um aus der Bedrängnis seiner Konkurrenten Vorteil zu ziehen. Deshalb ist der Vor- stohindieMandschurei zunächst auch geglückt, obwohl er haarscharf am Rande des Krieges vorbeiführte. Sa, man rechnete damit, day China durch den langwierigen Bürgerkrieg viel zu erschöpft sei, als dah es sich gegen den Verlust einer seiner besten Provinzen wehren konnte. Sa- pan rechnete auch richt' , daß die Vereinig- t e n Staaten den offenen Konflikt den und dah sogar die Russen, deren ganze ostasiatische Stellung durch die japanische Slan- kendrohung aus der Mandschurei schwer gef 0 det ist, es sich dreimal überlegen wurden, bevor sie daraus die entscheidenden Folgerungen zögern Die Kalkulation hat gestimmt die Moskauer Reaieruna bat die Sorgen, die sie für die Zu taf mAI-n. um willen- sie ist sogar jetzt einen Schritt weiter SgangeJ^Ä mi den «rn ub^ ewe Reinigung aller zwischen den beiden Landern Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfilälr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Lchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraste 7. Berlin, 26. Okt. (ERD.) Sm großen ©aal sekretär Meißner gehabt. Diese De- ' - sprechung wird von unterrichteter Seite als eine erste Fühlungnahme über die rechtlichen I Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Giehener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne ODuftrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Eichen. Postscheckkonto: Sranlfurt am Main 11686. Der Kampf um -en neuen Reichstag Partei für das '*°»«i«• ««»«. bezeichnete der Red- I k um runfc 34 000 festzustellen. Aus aller Well ai en spröde Haut Neue.reise:RM 0.15-100 Jä Er-ebniz der letzten Abstimmung zwischen den Anhängern und den Gegnern einer Lk. Außenpolitik, dürste diese 2 wü?^ s **1? abgestimmt, die besagte: „Das Haus Ab!ü ?unn!^"^>uhigt sein über?inen Öer Quf bem Grundsatz n u naufgezwungenen Entwaff- 5 un s beruhte, und es würde öari.t eine Be- !i-^^^^.icherheitGrodbritan. u n s , sein^ weitverzweigten Handels und des ganzen britischen Reichs erblicken." Wettervoraussage nn?C ™ilen ÄT! ^ingt eine Staffel milder Lust M. ”5/4e noch zur Fortdauer des Westwelters führt. Weiterhin bleibt es wechselhaft und icitmeife X" Ni-derschläge auf. Mit' dem's^teren Eink von Lustmassen aus höheren Breiten wer- ° yr » Temperaturen etwas zurückgehen. s'chten für Freitag. Noch wechselnd & "^übergehendem Aufklaren, zeitweise Sinl™ Grohfener in einem württernbergischen Dorf. In Birkenfeld (Württemberg) brach ein Feuer begünstigt durch heftigen Sturm, sich sehr JÄ n^br^*te u'"gesamt fünf Wohnhäuser inTobba^T" Einascherte. 30 Pennen pr?iH r* »5 geworden, eine 70jährige Frau erlitt schwere Brandoerletzungen. Hernot und die Opposition. Die Sertraucnefrage zur Vermeidung der außenpolitischen Aussprache. Tie Anhänger einer sick^nÄ in der Kammer haben {!%J^lbstlmmung über die Tagesordnung Franklin Bouillon /^?uch Marrn haben die notwendigen 53 Un- r€i *»rt gesammelt, die für einen Dring- t1 9Rintn* m einem Hausflur. Die Volkspattei für das Papenfche Wlttschaffsprogramm B U» tos? s Wim'mit^ toehftbtutJ*«n. steh« n dieser D p (tyfnR 9 0 d e n Bedenken gegenüber. Sie Erfahrungen die Frankreich und Bel- hätten Maßnahmen gemacht hätten &X£?etein üuhig machen müssen. ‘yas$ W.rtichaftsprogramm Papens das der Bed- SfbnH- dum anderen, wenn der "i«t verringere. Der landwirt- ^aftlichen Deredelungswirtschaft sei mit der £ ikn9ent‘CrUn90|>oIltif Sac nicht gedient denn kast^^w"s^o"^tzE^^"^ö'nn^"aber^deren^Kcmf- SUmn6hd gekommen. Der WohlauS. Lud« »u 6ie ^bglichkeit b«ten am SU ‘SJÄ* Vs '»Ta" | »W |?en tan »ieÄ; alten Forderungen der D2P. Mereinftbnmten. Hugenberg zum Leipziger Urteil. feinet Kasseler Aede sprach Hugenbera iTt Deutschland geE^n teil Ö£äSt 2?-/ 9a^ verstehen. Das Ar-' I? äVS?'* -kn^'^^n^ «Muükt Itaalb™ gaben 5at. Dieses Aotstondsrecht ist an 6rf,nnt Staatsgerichtshöfen nicht gebunden. ÄK.S RS KL-MMLL'L»« Da.tz solche luristi chen Zwirns- M^sELZ Kirchliche Jladiricbtcn. Israelitische Gemeinden. 2930m1hiirl43 sfl'8*0'>»8eka|d)afL Sabbatfeier den mü£a 8ih.SeUa8xSbcnb 4 40 U”ri Samltag oor. "achmiltago 5.15; Sab. 6.45; aÖs 4 30 Wochengotteodienst; morgens ^Ugionsgemeinde. Gottesdienst In Don§?nd tt». (Sudanlage) Samstag, 29. Oktober. Borabend 5 Uhr; morgens 9; abends 5.15 und 5.55 ner Us Verstümmelung der bifto ri f S ° ^.r t. Die Parteien seien als Träger^ der H Vnn nblfl' er bestreite aber nicht, daß auch die Parteien an der jetzigen Caae - b,rtUfle". Gs le« nicht damit getan, immer Don emer Erweiterung der Befugnisse des Reicks. Präsidenten zu sprechen. Er (Dr. Held) habe imm« nrar.hCn? Standpunkt gestanden, daß der Reichs- k^sident genügend Befugnisse habe. Gewiß werde Sbi!e hnmar lflf Reichspräsident die Verfassung achten, aber wer stehe dafür, daß das i n 3 u fünf? ÄÄ eTeVX' ub‘Äi ,T4"? Hand 2vn der Pr -Dird uni mit? eine grvhe tu Ausstellun bürg - von € llontagabenb angelegen se.i alles das zusl in der H^nd u. a. die modi durch seine ö oder e n.r W Mack lellist fi allerneueslen । häkelte öofflfü Platt« und Kr Ichauer wird/' Asantes oorfin 10 , 27-Oft (LUV. 3°nkspruch.) €inci J rlusschluß über die Entwicklung fcnfnllm "H l _ r-9. . Sfafiffjf der firanJ renfaffen. Dana« ha, sich im Scplcmber d i r z a7i brr den «ronk-nka„rn ang-h-r.g? öiE llch Im Arbritsorrs h a l lnis befinden, um rund 80000 erhöh, 2m gimch-n Zcitianm dc- Dorjahrc, mar di, 2'"".'""$ 2500 00 g,(unten und i„ Seine Aenderuiig des BetriebseSkegesetzes VWWW MWsZW .^v,Kn8enJU,T,?fom6:*ag: se™ aUf«,mpernturen am 26. Dtlaber: mitiug, 114 ®rai> delfius abenbs 9,8 Brad; am 27 Dftober e’sXaö ' 6rhi; ™a$imum 12 Srad. Minimum 26- LberiirbeL's7B^'"am" 27°^oL"mor' L"" 8-4®r‘,i> °°"iuo. - Njede7,ch Sg- w mm - Sonnenschemdaucr eine Viertelstunde.^ Scfmicrer Unfall beim Jifcfrfang. - Ein Toter, drei Verletzte Ä-'do? Ä 'N a* Ernstem L^!°n!?chrm-°°LL Oie Kmanzierung der Arbeitslosenh,tfe. Ncherung genommen werben, hat die Auf- e" 160 Millionen L°°- °MWsZM wftalt glaubt die Reichs- i! - n f - lm Winterhalbjahr für die rund 240 Millionen ? S-FI äuführen zu können. Auch im Zweiten S-Wiatzr ch m,t lieber sch üssen »u Len L>K- n ».W p^jAd--L : Tal üOmn r .uch al i i‘ ff 61 i*, Jr Di, tSÄ ’Ä”» Baus und ^au i Mendrahte \ enn Zrau S°r rti® au! 7« he Marchent Unb es gibt Sud) frühen ® » h wie Sulenik ■ Lruchtcn des ? Ischen ... Tagung des Deutschen Beamtenbundes ^LH^27LOJL lDDZ. Funkspruch.) Der £?t^f^el öie Spihenorganisatilm Deamt^schaft trat am Dvnners- m Berlin unter starker Teilnahme aus dem Sanzen Reich zu seinem 8. Bundestag zusammen! Flügel teilte in seiner DegEungsaniprache unter lebhafter Bewegung der Versammlung mit, daß die Reichs reale- fX?™ vorauf verzichtet habe, der Ein- rÖei. folgen und sich mit h?;?Lf£IlSer. Behinderung entschul- hip9^ fei daher bedauerlich, daß sich don die seltene Gelegenheit mü £h^^ItCxn ^ct=ctern der Beamtenschaft aller "ud aller deutschen Gaue in persönliche Fühlung zu treten, versagt habe. Zum Verband- des Bundestages wurde Reaierunas- Srr?leJr^’ Kassel, Stimmt. Sct’SuÄ die Ä^li^ ^rauf einen Vortrag über tont?Ä^ des Deutschen Deamtenbundes. Erbe- ihren Ä?rte ^uitenschaft durchaus bereit sei, RüÄ allgemeinen Rot zu trägem Richt das Opfer als solches habe sie erreat unh Indern vor allem dieArt,w?edie Zeamtenopfer notverordnet worden iunüim feft der Deamtengehaltskür- ßnfMvSSlr“nö 2.25 Milliarden Mk. ÄSÄXt.Ä k^^^L?litischen Reutralit ät inAn- Flügel formulierte das Wesen d^s Reu- x ^.bdungigkelt von jeder politischen ^L\°Ux9L Freiheit von jedeni Par^ bedeute, aber auch in sich die Möglichkeit schließe zum Zusammenwirken mit ip. m.-SebNcher I sä™ ArÄt i Äa.ÄÄii* ’ÄÄÄnsäJJ'EKJ' i./ÄiatÄS.;:’; führ?d^?" F ^^unst ^"Weimar dnge* Z r L°'Lerdchu.tz.l»°umbur, hatte bereits 2?mfP« !fb°^ nac^ dem Sturze Fricks seines Ä öi. ÄÄX»'? ausgehenden jungen Künstler Mit- ©tobe Goldader von deutschem Geologen in Südafrika entdeckt. gSKxS«? ?,rb^ma,n" "°»m an einem Sonnlog 00/ drei MMMK MSM «ÄS? E ei"- M Wasser wersen woltte. «w 0le F.che zu betäuben, explodierte der hXteff?Ir>rr^Cr vorzeitig. Bernstein wurde aus der Stelle getötet, drei seiner Freunde Ä Ukbt,6;e6re^tanbCn' toUrbcn teils schwer, teil- 5000 Menschen durch Großfeuer obdachlos burck ^^^ischen Dors Komatsu wurden Rriv^rw11 ®rt>bfeuer 1200 Häuser Aerftött 5000 Menschen wurden obdachlos Eine Mutter mit ihren vier Kindern verbrannt. ren ba« C?5?n ^5 "VN 4 bis 10 Zah- tm UM-/nem F^unde"de?FEiUe^i^ gelang, sich fprinQcnbauitefc retten. Beide wurden mit schweren , l?tto undenmein Krankenhaus überführt. Zuchthaus für einen betrügerischen Bankier. -r^^bchöffengericht in Dessau oerurteiltc dieser Tage den Bankier Häsche öon ber no &lOdft0hinKÄ?°£^nCn Privalbankfirm^Fose L Depotoerbrechens zu zwei fahren Zuchthaus. näcks o^wan W HZ । ßanti ^1 «Äs H'üers Propagandafahrt in Norddeutschland «SPS WWWW WWSS EtiS S"£®Saz‘“? B der ASDAV i n ö p*n 1° ^,u<^ bie Macht tD Ministerpostens die wegen eines auslieser? Le RiZ^V^9?^ Herrenklub verantwortlich, sonLrn L^utsL^ntt" ZMMWZß IVIVEA CBEME Aus der provinzialhaupistadt G ieß en. den 27. Oktober 1932. Heute .15; Sab- morgens »dienst ln z. Okwder. । und o^o « zu sittlich chnen durch fein. 3n der lafiumi Der» um die Die» Aruppenmid tfaen. Aus > hierzu De» : noch den ;.iitimfl der glieder tot# er Ordens# rr.tM.tB St 'ugendverls eines guten Anerkennung-. Kreis Büdingen. WSR. Büdingen, 26. Oft Hier fuhr in der abendlichen Dunkelheit ein K l e i n a u t o von hinten auf ein unbeleuchtetes Holz- f u h r w e r k auf, an welches em Pferd angebun- den war Der Autolenker hatte seine Aufmerksamkeit auf einen entgegenkommenden Radfahrer gerichtet und dabei das unbeleuchtete Fuhrwerk nicht zur rechten Zeit gesehen. Bei dem Zusammenprall wurde das angebundene Pferd getroffen, das ausschlug und dabei die Schutz scheibe des Autos zertrümmerte, selbst aber em Dor- derbem brach und notgeschlachtet werden Oberbeffen. Weihe des „Hassia-Iugendheimes" in Lollar. M Lollar, 25.Ott. Am Sonntag wurde das von dem Veteranen- und Kriegerverein Lollar erbaute Iugendheim für die ihm angefchlofsene Hass a-Iugendgrup'.e „Sinter- bürg" eingeweiht. Auf dem Hause waren die Kyff- häufer- und die Hassiafahne aufgezogen Die zahlreichen Teilnehmer marschierten unter Vorantritt der Spielleute der Hassia-Jugend- oruvpe Lollar vom Vereinslokal zum Heim, wo sich eine stattliche Menge Besucher eingefunden hchten Rach einem Marsch der Spielleute wies der DaulLer, Architekt R i n g l e b (Lollar), auf den Zweck des Baues hin, dankte allen am Dau beteiliaten Handwerksmeistern und Gesellen für chre Arbeit und übergab mit Worten des Glückwunsches den Schlüssel des Hauses an den ersten Vorsitzenden des Veteranen- und Kriegervereins Lollar Hierauf hielt Pfarrassistent K a l b h e n n sLollar) die Weiherede, in der er die Heranwachsende Iugend als kostbarstes Gut einer Ration und muhte. An dem Auto wurde der Kühler zertrümmert, im übrigen kamen die Insassen mit dem Schrecken davon. Preußen. Kreis Wetzlar. > Wihmar, 26. Ott. Die Personenstandsaufnahme am 10. Ottober ergab 1934 Einwohner, gegenüber 1905 im Vorjahr. Die Einwohnerschaft verteilt sich aus 462 Haushaltungen in 338 Wohnhäusern. — Am Sonntag beschloß die Feuerwehr unter Leitung ihres Brandmeisters Wilhelm Todt ihre diesjährige Uebungstätigkeit. Den Hebungen wohnte die Gemeindevertretung bei, die sich davon überzogen tonnte, dah die Wehr allen Anforderungen im Ernstfall genügen kann. — Am 24. Oktober fand die Herbstversammlung des Dvlksbildungs- a u s s ch u s s e s bei Gastwirt Leib statt, die zahlreich besucht war, besonders auch von den Einzelmitgliedern, die seit diesem Iahre dem VDA. angehören. Mit der Versammlung war eine Ausstellung von Zimmerblumen verbunden, die als Stecklinge den Schülern der beiden letzten Iahr- gänge im Frühjahr geschenkt worden waren. Elf Preise wurden verteilt. Ein Bericht des Vorsitzenden über die Sommerarbeit eröffnete die Sitzung, die sich dann der Vorbereitung der. Winterarbeit zuwandte. Acht Vorträge aus den verschiedensten Wissensgebieten und ein Bunter Abend sind vorgesehen. Für die Volksbücherei wurden 31 neue Bücher beschafft, so dah jetzt 636 Bände zur Verfügung stehen. (Seit Ostern wurden allein 997 Bände ausgeliehen.) Die Beiträge blieben in der bisherigen Höhe bestehen: 50 Pf. für Einzelmitglieder, 5 Pf. für die Mitglieder der an- geschlossenen Vereine. Der Arbeitsausschuh wurde durch Zuwahl der Herren H. Mö ck und H. Seeger auf 9 Mitglieder erhöht. Einem allgemeinen Wunsche entsprechend wird im Laufe des Winters ein Obst- und Gartenbauverein gegründet werden. i Groß-Rechtenbach, 26.Dtt. In der letzten Zeit sind durch die hiesige Amtskasse und die Postagentur einige falsche Fünfmarkstücke angehalten worden. Die Herkunft der Falschstucke konnte noch nicht ermittelt werden. Das Falschgeld wurde der Staatsanwaltschaft in Limburg zugeleitet. J Hochelheim, 26. Dtt. Vom 20. Oktober ab verkehrt die Kraftpost Butzbach — Hochei- heim ab Butzbach 8.20 Uhr, nur noch bis Niederkleen. Rückfahrt nach Butzbach erfolgt von Niederkleen 12.11 Uhr ab. Die übrigen Fahrten werden vorläufig, wie bisher, bis nach Hochelheim durchgeführt. Büchertisch. — Max Halbe: Scholle und Schicksal. Geschichte meines Lebens. Verlag Knorr & Hirth, München. Gehestet 5,50 Mark, Leinen 7,30 Mark. (286.) — Dieses Buch ist per Lebensweg des Dichters von der Ostmark nach dem deutschen Süden. Wie an der kräftigen, gedrungenen Gestalt und dem harten ‘Bauern* schädel mit den gütigen klugen Augen die langen Iahrzehnte großstädtischen Lebens und Literaturbetriebs nichts ändern konnten, so bli-eb auch seinem Schaffen und gerade seinen besten Werken der Erdgeruch haften. Erdgeruch strömt erst recht jetzt „Scholle und Schicksal" aus. Mitreihend sind diese Kapitel der Jugend in ihrem blutvollen Umfassen einer ganzen Landschaft, das sich hier wie später schon weitet zur grohen Schau der Kultur eines Zeitalters: Iener Iahrzehnte deutschen Aufstiegs, der letztlich seine besten Kräfte doch aus der Scholle zog. Aus der Scholle, die Halbe verlieh, dem Drange einer anderen Berufung folaend. Wie reizvoll dann der Einblick in die Aufenthalte dieses Wegs, in das Berlin der achtziger Iahre mit seinem Literaturbetrieb, seinem Theater und seiner Wissenschaft, dann in das Studentenleben Heidelbergs und schließlich in das München, das für ihn später zur zweiten Heimat werden sollte. Wie packend die Fülle der Gestalten und Begegnungen mit den Grohen und Kleinen dieser Welt, wie fesselnd aber auch die eigenen Irrungen und Wirrungen, Kämpfe und Zweifel, bis zum überraschenden, strahlenden Erfolg der „Iugend". — Rudolf Thiel: Die Generation ohne Männer. 3n Leinen gebunden 6,80 Mk. Verlag Paul Reff, Berlin. - (272) - Der Verfasser sagt im Vorwort sehr bezeichnend über die Aufgabe, die er sich gestellt hat: „Die Generation ohne Männer — das sind die Vierzigjährigen bis Siebzigjährigen, die unsere Politik, Kunst, Wissenschaft, Weltanschcuung machen. Das find die, die nicht viehr an den Willen glauben können, die nur noch, immer noch ans Wissen glauben. Des sind die Schöpser und die Makler der Ideen, in denen alle Mittelmäßigen den Geist des 20. Iahrhunderts vorgebildet sehen, durch die der Geist des 20. Iahrhunderts kleingehalten, irregeführt, vielleicht im Keim vernichtet wird. Gegen diese Generation rufe ich die Jungen auf, die Männer werben wollen. Die Gefahr ist groß — dah die neue Männlichkeit mißrät: dah sie kein Ziel bekommt, daß sie den Geist verleugnet, dah sie den höchsten Mannesstolz nicht mehr erwirbt: Gesetze schaffen statt Gesetze zu erforschen, Macht wollen statt Beglückung und Erhaltung, Krieg führen gegen Schicksal und Ratur, gegen das Ewig-Weibliche." In diesem Sinne werden Männer kritisch beleuchtet, die dem Verfasser als Führer unserer Zeit erscheinen: Shaw, Siegmund Freud, Rathenau, Stefan George, Thomas Mann und Oswald Spengler. — Menschen der S ü d s e e. Ein Novellen- kreis von W. Somerset Maugham. Deutsch von Else Aldendorff. (Verlag E. P. Tal & Eo., Leipzig und Wien.) 128. — Eine reizvolle Lektüre, in der der rätselhafte Zauber der Südfee in allen seinen Arten zutage tritt. Der Autor zeigt sich als gewandter Erzähler, der seine Leser stark zu fesseln versteht. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Don der Firma Haus der Handarbeit wird uns mitgeteilt, dah — wie alljährlich — eine grohe künstlerische Handarbeits- Ausstellung — diesmal im Hotel Hinden- bmrg — von Samstagnachmi ttag bis einschließlich Montagabend stattfindet. Die Firm» hat es sich angelegen sein lassen, wie in früheren Jahren alles das zusammenzubringen, was es Modernes in der Handarbeitskunst gibt. Ausgestellt sind u- a. die modernen Wollhäleleien (man kann sich durch seine Gattin mit einem schönen Pullover, oier en.t Weste beglücken lassen, die für wenige Mar! selbst ge.rrickt werden können), ferner die allerneuesten Filethäkeleien, Kelimbehänge, gehäkelte Sofakissen Jäckchen, Tücher, wundervolle Platt- und Kreuzstich-Stickereien, kurzum der Beschauer wird sehr viel Sehenswertes und Jnter- Lesfantes vorfinden. Die Firma erhebt diesmal IC Pf. Eintritt zugunsten der Gießener Winter- nothilfe. . Gleichzeitig führt die Firma rn ihrem Ausstellung-raum neben dem Kino, Seltersweg, die neue Teppich-Heimkunft vor. Was ist Teppich-Heimkunft? Man komme selbst und schaue ich die bereits von Gießener Damen hergestellten Teppiche an. Man wird dann auch den Wunsch - nach so schönen Arbeiten haben, zumal dadurch gleichzeitig die Bestrebungen unterstützt werden, r ein deutsches Geld unnötig ins Ausland zu schicken. Hier kann man sich aus deutscher Wolle und mit deutschem Fleiß selbst einen wundervollen deutschen Teppich herstellen. Gtcsi.ncr Wochenmarktpreisc. • Gießen, 27. Oft. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarlt das Pfund: Kochbutter 100, Süßrahmbutter 130, Landbutter 120, Matte 2o bis 30, Wirsing 6 bis 8, Weißkraut 4 bis 6, Rotkraut 7 bis 8, gelbe Rüben 8, rote Rübm 8, Spinat 15, Römischkohl 8, Unterkohlrabi 5 bis 6 Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 103, Tomaten 15 bis 25, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 35, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln 3, Aepfel 15 bis 30, Birnen 10 bis 20, Dörrobst 30 bis 35, Pfirsiche 30 bis 50 Enten 80 bis 90, Honig 40 bis 45, junge Huhne 70 6bo 80, Suppenhühner 60 bis 80, Danse 70 bis 80, Rüsse 35; das Stück: Käse 5 bis 10, Sauoen 50 bis 60 ausländische Eier 11 bis 12, inländische Gier 13, Dlumentohl 30 bis 60, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 b\ä 10, Rettich 8 bis 10, Sellerie 10 bis 3d; das Bund: Radieschen 10 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 250 bis 2,80, Weißkraut 2,20 bis 2,50. Rotkraut 5, Wirsing 4 bis 4,50, Aepfel 12 bis 25 Mark. itiui'iiüu.fccn. — Tageskalender für Donnerstag: Oberhessischer Kunstverein. Turmhaus am Drand- platz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. — DHV, 20.30 Uhr. im Heim, 1. Grenzlandabend. — Spielver- «inigung 1900, 21 Mr, im Postkeller, Mitglieder- Qkrfammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstrasse: .Quick". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: .Flucht in die Fremdenlegion" und „Aller Anfang ist schwer". — Die Deutsche Volkspartei, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am kommenden Samstag, 29. Oktober, 20 Uhr, im Cafe Leib eine Wah-versammlung. Redner des Abends sind Ober» stud.end:reitor Dc. Becker, Kaisel, und Gärt- neveibesitzer Schröder, Kassel. (Si-ehe heutige Anzeige.) «te'-ti 0 8. W,tOtt wünsche. Landkreis Gießen. • Wieseck, 26. Oft. Am Dienstagabend hielt der hiesige Obst - und Gartenbauverein seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab, zu der sich übet 100 Mitglieder und Freunde des Obstbaues eingefunden hatten. Rach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Lehrer Bep Pier, wurden zunächst einige geschäftliche Angelegenheiten erledigt, u. a. der gemeinsame Bezug von Torfmull, Weinstöcken und Pflanzenschutzmitteln angeregt und besonders auf die rn diesem Jahre stattfindende allgemeine Obstbaum- zählung in Hessen hingewiesen. Rach Beschluß des Vorstandes soll auch in diesem Jahre wieder eine Prämiierung der bestgepflegtesten Baum- anlagen der Gemarkung durch Obstbauinipettor C n k l e r - Gießen vorgenommen werden. Sodann wies der Vereinsobmann noch aus die Wichtigkeit des Anlegens von Leimringen hin und machte kurze Ausführungen über die in diesem Jahre auffallend stark aufgetretene Miniermotte und den Apfelwickler. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete ein Vortrag des Vorsitzenden über „Vogelschutz und Obstbau", der durch eine größere Anzahl guter Lichtbilder in bester Weise ergänzt wurde. Eine angeregt verlaufene Aussprache beschloß den Abend. . * Hausen, 27. Oft. Heute können Ludwig Happel 11. und Frau Marie, geb. Weigel, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. ch. Saasen, 26. Oft. Am Sonntag hielt der hiesige ^agdpächter eine Treibjagd ab. Cs wurden 10 Hasen und 3 Füchse erlegt. Von den Füchsen hatte einer nur drei Deine, das fehlende hat er wahrscheinlich in einer üalle lassen müssen. — Das kürzlich hier von zwei jungen Durschen eingetriebene herrenlose Schwein hat seinen Desitzer, einen Händler aus Schlitz, wiedergefunden. ck. Hungen, 26. Oft. Ein Eisenbahnwagen mit Ratural liebesgaben. vornehmlich Kartoffeln und Gemüse, für das Clisa» bethenstift in Darmstadt ist gestern hier verladen worden. Folgende Orte haben sich hieran beteiligt: Langsdorf, Bettenhausen, Rodheim, Hungen, Villingen, Inheiden, Rabertshausen, Trais- Horloff, Ronnenroth und Utphe. Der größere Teil der Liebesgaben aus Langd ging an baä Evangelische Schwesternhaus in Gießen, der Rest nach Darmstadt. Durch zahlreiche Geldspenden aus Hungen war es möglich, die Frachtkosten zu bezahlen und noch einen Darbetrag für das Glisabethenstift zu erübrigen. Die Dienste der Schwestern aus diesem Stift an der Bevölkerung unsrer Gegend finden durch diese Gaben eine in allen einzelnen Fachzweigen statt. ^liißertem sei auf die Gelegenheit, in Sontercurfen tee Selvst- anfertigung eigener Damen- und Kinderkleidung und Wäsche zu erlernen, sowie auf die beliebte Dastelstunde der Kinder hingewiesen. Schöffengericht Gießen. * Gießen, 26. Oft. Zwei Wanderburschen, die ihr zusammengebetteltes Geld in der Regel in Alkohol umsetzten, waren kürzlich abends in einer Wirtschaft in Lauter eingelehrt. Dort sprachen ie wiederum dem Bier und L^pselwein reichlich zu. Einer der beiden versuchte sich mit den in der Wirtschaft anwesenden jungen Burschen des Orts anzubinden, weil diese sich weigerten, die beiden Wanderburschen sreizuhalte.i. In der Ab- icht, die jungen Leute einzuschüchtern, fing er dann an, mit angeblichen Heldentaten zu renommieren. Er habe schon andere Wirtschaften geräumt, wenn er wolle, könne er ganz Lauter in die Luft sprengen. Als darauf einer der Burschen ihm erwiderte, so schnell ginge das nicht, stieß der Angeklagte diesem sofort ohne weiteres mehrmals vor die Brust, zog sein Rasiermesser aus der Tasche und schlug ihm mit der Schneide m das Gesicht, wodurch dieser eine große Schnittwunde davon trug. Wegen gefährlicher Körperverletzung wurde der Angeklagte zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Das bei der Tat benutzte Messer wurde eingezogen. Der andere Angeklagte, dem eine strafbare Beteiligung nicht ausreichend nachzuweisen war, wurde mangels Beweises frei gesprochen. Am 18. Juni d. I. fand auf dem Hohrrodskops eine Kundgebung der RSDAP. statt, bei der, wie erinnerlich, Hitler sprach Auf der Rückfahrt ter Versammlungsbesucher ereignete sich in Herb - stein ein folgenschwerer Autounfall. Ein Lieferwagen, ter die Teilnehmer aus Altenschlirf zu- ruckfuhr, stieß am südlüchen Ausgang von Herbstein in einer Kurve mit einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Lastwageii, auf dem siO) eine große Zahl SA.-Leute befand, zusammen. Während diese sämtlich unverletzt bleben, wurden aus dem Lieferwagen sämtliche Fahrgäste bis auf zwei heraus auf die Straße geschleudert, wobei mehrere Personen erhcbllche Verletzungen erlitten, ein Ehepaar wurde dabei so schwer verletzt, daß beide noch in derselben Rächt verstarben. Obwohl in der heutigen Verhandlung zahlreiche Zeugen und mehrere'Sachverständige vernommen wurden, hielt das Gericht nicht für einwandfrei geklärt, auf welche Weise der Zusammenstoß sich ereignet hatte. Sämtliche Zeugen bekundeten, dah beite Kraftfahrzeuge mit mäßiger Geschwindigkeit auf der richtigen Straßenseite gefahren seien. Das Gericht sprach daher den wegen fahrlässiger Tv- tung und Körperverletzung angeLlagtcn Krast- wagenführer von ter Anklage mangels Beweises frei. Id' IN). kkiftik C9 io . ** E i n neuer Manteltarifvertrag für d i e kaufmännischen Angestellten imGießenerEinzelhandel wurde gestern vor dem Schlichtungsausschuh nach langen Verhandlungen zwischen den Angestellten-Verttetern und dem Verein der Einzelhändler m freier Vereinbarung abgeschlossen Der neue Verttag ter die Arbetisbedingungen der kaufmännischen An- aeftellten und Lehrlinge im Giehener Einzelhan- del regelt, tritt ab 1. Ottober 1932 in Kraft und kann erstmals mit dreimonatiger Frist zum 31. März 1934 gekündigt werden. Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde veröffentlicht in unserem freu- ticien Qlnxeiaenteil das Vortragsprogramm für teTÄWr 1932/33. Professor V ogel (CE-erlin) spricht über „Die Funktion ter teut- das Recht und die Pflicht des mitten int Geben stehenden Alters zur Führung der Jugend kennzeichnete und betonte, dah alles Wollen tragen fein darf von dem Gedanken an das Wohl des Volkes und des Staates. Diese Arbeit wird nur dann gedeihen, wenn sie mit Gott geführt wird. Der erste Vorsitzende des Veteranen- und Kriegervereins Lollar, Kamerad Marttn Taube r t, sprach dem Bauleiter und allen Beteiligten Dank aus und übergab unter Schlüsselüberreichung das Heim an die Jugendgruppe, für die deren Führer, Kamerad Karl Drück, Freude und Daitk für die Schaffung und älebetgabe des schönen Heimes zum Ausdruck brachte und für die Stiftungen anläßlich der Heimweihe dankte. (Das Präsidium ter Kriegerkameradschast Hassia hat u. a. ein großes Hintenburgbild, der erste Präsident der Hassia, Exz.vonOidtman, sein Dild, und Altveteran Christian Viehl ein großes Dild von Dismarck gestiftet.) Der Jugendabteilungsführer erklärte, daß nunmehr die Möglichkeit zum weiteren Ausbau der Jugendorganisation gegeben sei, gab Kenntnis von ter Gründung einer besonderen „Hassia-Jungmädchen- gruppe" und einer „Hassia-Schülergruppe und gelobte, dah die Hassia-Jugendarbeit auch fernerhin fleißig gefördert werte, getreu dem Wahlspruch „Gott — Ehre — Vaterland". Für den Hassia-Dezirk Gießen beglückwünschte Pros. Dr. Craemer (Gießen) den Verein Lollar. Generalleutnant a. 3. vonOidtman (Darmstadt) überbrachte die Glückwünsche des Präsidiums der Hassia. Er gedachte des Reichspräsidenten von Hindenburg und brachte auf diesen und das Vaterland ein dreifaches „Hoch" aus, an das anschließend die Menge das Deutschlandlied fana Aach der Dcsicht gung des Heimes, das sowohl hinsichtlich seiner äußeren Gestaltung, als auch $., Bingenheim. Die Anmeldung zum Dienst in der Reichswehr muß von den jungen Leuten bei dem Truppenteil erfolgen, bei dem sie emtreten möchten. Wenn also Ihr Sohn z.B. beim I.Batl. Jnf.-Regts. 15 in Gießen eintreten will, so muß er sich in Gießen melden. ____________________ fa;en Leetza, en im Lichte ter Geschichte", Professor Jessen (Köln) über „Reisen in Angola", Dr. Stöhner (Dresven) erzählt Erlebnisse unter dem Titel „200 Kilometer auf dem Jangtse- Kiang", Dr. Helbig (Hamburg) spricht über „Wanderungen in Jnsulinde", und Prof. Schultze-Jena (Marburg) übet „Leben und Land ter Indianer von Mittelamerika". Die Vor- ttagsreihe beginnt am 3. Rovember mit dem Vortrag von Professor Vogel. Sämtliche Dor- träge finden in ter Reuen Aula ter Universität statt. Man beachte die Anzeige. ’* Sonntagsfahrkarten zum Aller- heiliaenmarkt in Hungen. Am Dienstag, 1. Rovember, findet in Hungen ter bekannte „ Allerheiligenmarkt" (Schweine-, Schaf- und Krämermarkt) statt. Zu dieser Veranstaltung werten bei ter Reichsbahn von allen Dahnhöfen im Umkreis von 35 Kilometer Sonntagsrückfahrkarten nach Hungen ausgegeben. Die Karten gelten nur am 1. Rovember, und zwar von 0 bis 24 Uhr (spätester Antrittszeitpunkt ter Rückreise). ** Schneiderinnenkurse. Die private Fachschule für Dameiischneiderei von Frau M. Wick-Wunderlich macht im heutigen Anzeigenteil auf den Beginn ihres Wintersemesters aufmerksam. Reben den Semesterkursen — so schreibt man uns — für Damenschneiterinnen, Weißnäherinnen und Weiß- und Kunststickerin- nen, die praktischen und fachtheoretischen Unterricht und die heute für die drei Berufszweige unentbehrlichen zeichnerischen und kunstgewerblichen Grundlagen vermitteln, finden auch Sonterkurse 3m späten Herbst .. - ■ Ära5*. .nÄJi lernen ihn fragt, warum er den Weg bergab- QDgeh'e3a^ värts betrübt gehe und berganwarts voll Schnur K und Schwänke sei. Und dieser Lebensweis- 00nnei,soe. Sait müßten wir uns erinnern, wenn wir nun ah ° ecbö7; T blühenden Tal den Rücken kehren, der un- n iuor J viirtlichen Höhe des Jahres zustreben. . nten tzahs wird es nun um uns her: die Baume rcken ihre entblätterten Aeste wie Speere und ßanden in d.e Luft, bereit zum Kampf Mit Eis Md Frost. Herbstliche W.nde fahren durch die ‘leu Rrneia" und fingen von Dingen, die Der- ,£.* St Nnd. W-nn sich aber Bet W-nd luf die Erde senkt, dann Hullen die Rebel alles u dicke graue Schleier, als sollten Mensch, Eier und Baum ein Trauergewand tragen, weil n der Ratur das große Sterben beginnt. Das sind wahrlich alles Zeichen, tee Wohl ge- »icnet srnd, zu betrüben, und so mancher möchte )icse letzte Wegstrecke nicht gehen; aber da tut )lt Eulensp egelnatur Wunder. Richt allein, daß ie das Tal ahnend, schon wieder froh wird, nein, ie' findet auch auf diesem beschwerlichen Wege noch viel des Schönen, das Unwirtlichkeit verweisen macht. Die langen Abende bringen die Heimlichkeiten der Handarbeiten für das kommende Weihnachtsfest, sie sind der Höhepunkt siir Spiel und Tanz, sie stecken geradezu voll Heimlichkeiten, denn nie verloben sich zwei, die stch gern haben, lieber, als am Heiligen Abend. Frau Holle schickt bald chre ersten Grüße . .w lv und läßt Kinderherzen äüfjubeln. Bald wird fcend fl'v*' man sagen können: mit flimmerndem Tleif- »milie im geschmeide hat über Rächt ein „kleiner Frost" H aus £ Baum und Zaun geziert, ja selbst die Tele- P'tloettn graphendrähte sind wie lange Schnüre aus feinstem Zucker, so daß es einem fast leid tut, - " wenn Frau Sonne in gütiger Gebelaune recht warm auf die Erde lacht, so daß die ganze landarbeits- I Ausstellung im Saale des HOTEL HINDENBURG Geöffnet: Samstag, den 29. Oktober, nachmittags von 3-7 Uhr Sonntag, den 30. Oktober von 11-1 und von 3-7 Uhr Montag, den 31. Oktober von 11-1 und von 3-7 Uhr Besichtigung zwanglos. Kein Verkauf 7560 A Veranstaltet vom: aus der andarbeit Zugunsten der GießenerWinternothilfe 10 Pfennig Eintritt Man Hal ist aut! e s V, Gießen (Moltkestraße 24), Lauterbach u. Marburg, 26. Oktober 1932. Die Trauerfeier findet in aller Stille statt. t 7572 D »(// s^b, Geffentliche in Es spielt JOST mit seinen Künstlern Eintritt frei! Der Vorstand. 7563 D s Sri. 'Cf>l Um nnien j X J % ,**«-, a , „ *** M Fisch-Zentrale Marktlaube, St. 3,4,1 ZebenFreitagvorm. la frische Seefische und Fisch-Filets Job. Verhoy, Tel. ttW f Wollen Sie gute Möbel billig kaufen, so kommen Sie zu mir Louis Vetter Schreinermeister Kaiser-Allen 19 | Verschiedenes] Freibank. Freitag v.8 Uhr ab W-HMmelne- flelliDöerifliif. Fung er o«m Jagdhund (Brauntiger) 0. den Namen „Bubi"bör., entlaufen. Bor Ankauf wird gewarnt. Muter d.Westaalaee 5 Vereine ünterb. -sud . Qualität muß es sein, also i^GEG-KÖKAO- \ 'PULVER! Leicht löslich, ergibt ein Getränk von edelstem Aroma undreinem Wohlgeschmack. 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Kommen aber beide Oppositionsrichtungen ans Ruder, so wird zunächst einmal die von Stalin so gründlich ausgemerzte Parteidemokratie wieder erstehen, d. h. in der Partei und Regierung sollen Industrie und Landwirtschaft nicht mehr durch einen Einzelnen verkoppelt, sondern durch regelrechte Interessenvertretungen so miteinander verbunden werden, daß auf; etwas dabei herauskommt. Allerdings ist Stalins Vorsprung noch der, daß beide Gruppen diametral entgegengesetzte Politik.machen. Die verwegensten (nicht immer klügsten) Arbeiter betreiben praktisch die Beschränkung der Diktatur auf die Spitzenzweige der Industrie und sehen die Landwirtschaft und den Handel nur als unmündige Trabanten an; ihre Ideale sind staatliche, zentrale Verteilung und Regelung des Gewinnes. Dahingegen: die Rechtsopposition fordert und betreibt praktisch die Handelsfreiheit, die Selbständigkeit des Bauernhofes, die Beschneidung der hatte ja gar keine Ahnung, daß Sie von Schweden (Forts, folgt.) Seiner Hände Werk Vornan von Klothilde von Stegmann-Stein. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale) Nachdruck verboten. ErstesKapitel. Ein Kanonenschuß, weithin über die blaue Fläche des Sees hallend, gab das Startzeichen. 2m gleichen Augenblick schossen dre Motorboote wie zischende Tiere durch dre Wellen. Das Mass« schäumte in weißem Gischt auf. Unaufhörlich riefen die warnenden Hupen. Zusammengeduckt in ihren Oelmänteln, die Südwester tief in die Stirn gezogen, saßen die Führer wie verwachsen mit ihreni Boot. Wasser grng in schweren Swrz- wellen über die glänzenden Schiffsplanken, schlug schwer gegen die Männer an, die da wie fest- geschmiedet sahen, das Steuerrcck» tn den zusammengeballten Händen Der Wmd tagte eine schwere Regenbö herüber; em paar Segle^ dr vom Außenmeer hereinkamen, drehten erschreckt bei Vorüber ging die sausende Jagd der -Kenn fahver wie ein Zug gespenstischer Wellenreiten Vor dem Pavillon, der am Ende des Seestegs stand, hatte sich eine Gruppe Herren aufgestellt, alle mit Feldstechern bewaffnet die m angespanntester Aufmerksamkeit dem Start der Boote folgten. Auf den ersten Blick sah man, daß diese Männer hier verschiedenen Ländern angeyorten. Und wirklich hatte auch dieser Motor; achtwett- bewerb Teilnehmer aus den verschiedensten Zandern herbeigerufen. Hauptsächlich waren es Angehörige nordischer und deutscher Länder, Die hier dem Wettrennen ihrer Boote zusahen. Abgesehen von dem Privatmann, dem Earl of Al- drige, der bei keiner Motorbootkonkurrenz in England sowohl wie im Auslande fehlte, waren es zumeist Besitzer großer europäischer Werften, die hier mit der Konkurrenz zugleich em geschäftliches Interesse verbanden. In der ersten Reihe stand ein vornehm aus- seh^nder älterer Herr, mit weißem Bart und scharfgeschnittenem Gesicht, aus dem zwei blaue Augen voll Energie und Lebhaftigkeit leuchteten. Er wurde aus dem Hintergrund unauffällig beobachtet von zwei abseits stehenden jungen Leuten. Der eine von ihnen sagte gedampft zu dem anderen.^ ^on Besichtigung vor dem Start versucht, an die Boote vom Dremerwerk heranzukommen; aber sie sind verteilt gut bewacht Sie haben da irgendeine neue Konstruktion bei ihrem Motor ausgeknobelt, die sie heute zum ersten Male ins Rennen bringen. Es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn diese Deutschen nicht wieder etwas erfunden hatten, um den Sieg für sich heimzuholen." Krawall im Kreml. Don unserem dl.-Berichterstatter. Rachdruck, auch mit Quellengabe, verboten! Moskau, Mitte Oktober 1932. Während dem Volk auf den Rummelplätzen Ka- russels gebaut werden, die statt der Kutschen, Pferde, Schlitten und Kähne buntbemalte Autos, Traktoren und Motorräder im Kreise drehen, rüstet sich die Parteidiktatur für das bevorstehende 15jährige Jubiläum der Sowjetmacht durch den pompösen Ausschluß von zwei Dutzend wichtigster Oppositionsführer. Und das Reue daran ist, daß zugleich Rechte und Linke davon betroffen werden; Männer also, die nur in der Taktik einig sind, Stalins Führerschaft zu beseitigen. Auch ist es kein Zufall, daß diese ungewöhnlich weit gespannte Säuberung der Parteiführung zusammentrifft mit einem anderen Siegesfest, der Inbetriebnahme des Riesenkraftwerks am Dnepr. Im Zeichen sichtbarer Erfolge läßt sich auch hierzulande der Widersacher leichter niederwerfen. Aber wie beim Dneprwerk die Riesenkraft noch großenteils überflüssig ist, weil die Abnehmer noch nicht gebaut sind, so geht auch der politische Willensüberfluß der Stalin- diktatur gerade an dieser Oppositionsverschwörung vorbei. Denn am allerwenigsten glauben die Stalinfreunde, daß die Opposition nun schon unschädlich geworden ist. Um so weniger, als die Stalingefolgschaft selbst den Fehlgang ihrer Politik begreift und kritisiert, wenn auch nicht eingesteht. Ihre Selbstkritik macht vor nichts halt. Einmal, weil dadurch die Opposition geschwächt wird, sodann aber, weil wirklich nichts mehr zu beschönigen ist. Die Erfolge der Fünfjahrpolitik sind nicht ausreichend, um noch in den letzten zweieinhalb Monaten des Plans Freude und Zufriedenheit aufkommen zu lassen. Tatsächlich ist ja mancherlei erreicht. Der Erdöl p l a n, die Hauptgeldquelle, ist schon lange übererfüllt. Eine Daumwolleinfuhr braucht man nicht mehr. Die Edelstahler- z e u g u n g stieg von 100 000 auf 530 000 Tonnen. 32 Hochöfen wurden neu eingerichtet, viele alte verbessert. Die L a n d w i r t s ch a f t wurde zu 75 Prozent sozialistisch gemacht und mit 1 200 000 PS verjüngt. In der Rahrungsmittelindu- st r i e wurden 150 Fabriken gebaut und zwei Milliarden Rubel verwandt. Trotzdem aber fehlt ausreichende Kleidung, Rahrung, Entlöhnung. Ja, seit Monaten stockt die Kohlengewinnung, versa ck t die Erzgewinnung, erfüllt die Metallurgie, die Feste der Diktatur, ihre Pkäne nicht. Wenn darum jetzt die Frauen wieder nach Kartoffeln und Gemüse, Fleisch und Brot Schlange stehen müssen wie im Frühjahr, so ist das einfach die Folge der Richterfüllung der Pläne. Dre Kartoffel- und Gemüseernte ist noch ebenso wre dre Getreideernte und die Herbstaussaat wert rm Rückstand. Die Güter arbeiten mit zu hohen Ausgaben und zu großem Verlust, mancherorts gehen 40 Prozent des Jungviehs an Verelendung ein. Die Ealzindustrie liefert nur 47 Prozent rhres Auftrages, die Seifenindustrie nur 37 Prozent, die Tuckindustrie nur 48 Prozent usw. Zur gleichen Zeit steigen natürlich die Preise und schwanken sie bis zu 500 Prozent teils wegen der ver- sch-eder.en Gestehungskosten, teils infolge Spekulation, teils wegen platter Mißwirtschaft. Der Kampf im Kreml bezieht sich jetzt also nicht mehr nur auf Einzelpunkte der Wirtschaf und des politischen Programms, sondern au die Fülle der Macht in P artei und Staat schlechthin. Denn hinter dem besten Kopf der Linksopposition, Sinowjew, steht ein nicht geringer Teil, der noch immer draufgängerische, der Arbeiterschaft. Und hinter dem bereits früher auf demLande wohnten und dorthin zurückwollen. Es können aber auch jene Menschen für die Siedlung in Betracht kommen, die als Schrebergärtner eine Beziehung zum Boden besitzen. Man ist heute der Auffassung, daß zum Siedler wie zu jedem anderen Beruf eine ganz bestimmte Vorbildung gehören muh. Versuche mannigfacher Art liegen bereits vor, die auch schon erfolgversprechende Leistungen aufMweisen haben, so etwa die Bestrebungen der Detheler Anstalten und auf katholischer Seite die Siedlungsschule in Haus Matgendorf in Mecklenburg. Gerade diese Schulungseinrichtungen, an die sich noch andere anreihen, berechtigen zu der Hoffnung, daß die Versuche, den Lebensraum der deutschen Jugend mit Hilfe der Siedlung zu erweitern, nicht dilettantisch betrieben werden. Reben diesen systematischen Schulungsbestrebungen verdient auch der Vorschlag Maßmanns ernsthafte Beachtung, den jungen we st deutschen Siedler zum ostdeutschenDauernindiepraktische landwirtschaftliche Lehre zu geben, damit er dort den ganzen Betrieb rein praktisch, sozusagen von der Pieke auf, erlernt. Die Frage der Erweiterung des Lebensraumes der deutschen Jugend mit Hilfe der Siedlung verspricht erst eine Lösung aus lange Sicht. Für die große Masse der erwerbslosen Jugend ist jedoch eine unmittelbare Rothilfe das Gebot der Stunde. Auf welche Gebiete soll sich diese Rothilfe erstrecken? Präsident Dr. Link vom Landesarbeitsamt Rordmark schlug auf der erwähnten Tagung vor allem eine Differenzierung der Jugendlichen vor und wollte die Vierzehn- bis Achtzehnjährigen anders behandelt wissen als die Achtzehn- bis Dreiundzwanzigjährigen. Man wird ihm unbedingt darin zustimmen, daß die Erstgenannten, die ja oft noch körperlich und seelisch fast als Kinder anzusprechen sind, am besten in einer Berufsschule aufgehoben fein werden, die ihren Unterricht zeitlich und inhaltlich erweitert. Weit schwieriger liegt das Problem einer Rothilfe für die älteren Jugendlichen. Hier ist eine der vordringlichsten Aufgaben sicherlich darin zu suchen, daß die Berufsbefähigung Vormacht Industrie. Jedoch die Tatsache, daß ein volkswirtschaftlicher Gewinn noch gar nicht erarbeitet worden ist, im Gegenteil die Verluste wachsen, daß Erfolge meist nur Mißerfolge zur Voraussetzung haben, brachte die oppositionellen Gruppen und ihre Gefolgschaft im ganzen Land die Verschachtelung der gegensätzlichen Arbeitsmethoden ist oft geradezu tragisch — immer näher zueinander. Zusammengefaßt muß festgestellt werden, daß zwar über die Fehlentwicklung der Wirtschaftspolitik Stalinisten und Opposition sich keineswegs uneinig sind, fast umgekehrt, sie übertreffen sich gegenseitig in der Kritik an der Wirklichkeit. Jedoch über die Rotwendigkeit eines entschiedenen Kurswechsels bestehen unüberbrückbare Gegensätze. Rachdem aber die Opposition von links und rechts sich aus eine gemeinsame Taktik gegen Stalin geeinigt hat, ließ es Stalin auf einen Krawall ankommen. Und die Frage ist nur, ob sich dieser Krawall im Lande so auswirkt, daß der Stalinismus dennoch entscheiden muß: Alleindiktatur oder Parteiparlament? Jedenfalls ist die politische Linie des Fünfjahresplans an seiner materiellen Zersetzung aufgefranst. Degener mußte in der Erinnerung noch lachen; Pietsch hatte ihm hinterher die ganze Geschichte erzählt, Pietsch, der glatt alles unter den Tisch trank, was mit ihm anband. Zuletzt hatte der norwegische Monteur dagelegen und war erst am nächsten Morgen zu erwecken gewesen, als Pietsch schon längst seelenvergnügt an feinem Motor herumarbeitete. Aber das alles hatte Degener mißtrauisch gemacht. Üeberhaupt diese Werft, für die der Rorweger zum ersten Male beim heutigen Rennen genannt hatte, war eine bisher noch sehr unbedeutende Firma. Seit einiger Zeit drängte sie sich überall ins Geschäft und auf eine Art, die man beim Bremerwerk nicht kannte. Sie unterbot rücksichtslos. Prokurist Degener kannte die Derechnungs- methoden nur zu gut. Er wußte, mit diesen Preisen konnte man keine guten Motoren liefern, wenn man nicht mit Verlust verkaufte. Aber nun nahmen seine Gedanken eine andere Richtung, denn dort von der Seegrenze her kam es herangebraust! Das Rattem der Motoren übertönte schon den Gesang der Wellen. Wie die wilde Jagd. Gischt aufspritzend, schoß es vorüber; die schneeweiße Rennjacht des Earl of Aldrige lag vorn. Der Kommerzienrat krampfte die Hand um das Fernglas. Wo blieb — wo blieb denn Schmitz? „Herrgott!" sagte er gepreßt vor sich hin. Es hing viel, sehr viel davon ab, wie man mit dem neuen Motor abschnitt, auch die Auslandaufträge, die man in dieser schweren Zeit mehr denn je brauchte. Bremer fühlte sein Herz in einem jähen Schlag gehen; diese Aufregungen waren doch nichts mehr für ihn. „Er schafft es nicht", sagte er leise zu seinem Mitarbeiter, „der Engländer kommt zuerst..." „Ruhe, Ruhe, Herr Kommerzienrat!" sprach der, ohne dabei den Blick von seinem Fernrohr zu lassen. „Ich kenne Schmitz,. der macht es erst in den letzten tausend Metern." und die beruflichen Kenntnisse, die die Lehre vermittelt hat, erhalten bleiben, damit nicht ber steigender Konjunktur plötzlich ein empfindlicher Mangel an Facharbeitern einsetzt. Diese Erkenntnis hat in der Praxis dazu geführt, daß Kreise der Großindustrie, u. a. die AEG. in Berlin arbeitslos gewordenen Facharbeitern, die die Lehre beendet hatten, Gelegenheit geben, in ihren Lehrwerk st ätten und Werkschulen praktisch zu arbeiten, um die Berufsbefähigung zu erhalten. Man hat die Beobachtung gemacht, daß überall dort, wo solche Möglichkeiten geboten werden, oder auch Lehrgänge so gestaltet wurden, daß die jungen Menschen sie als wertvoll für ihre berufliche Zukunft ansahen, sie sich freiwillig zur Teilnahme drängten. Sicherlich ein schöner Beweis für den Arbeitswillen der jungen Generation! Aber Arbeitsgelegenheit in Werkstätten und berufliche Kurse, so notwendig sie auch sind, reichen nicht aus, um das Absinken der Jugend zu verhindern. Andere, die Jugend noch stärker erfassende Maßnahmen erweisen sich als notwendig. Unter denselben haben sich besonders die Freizeiten gut bewährt, die jugendliche Erwerbslose vorübergehend aus ihrer Umgebung Herausnahmen und mit Gleichaltrigen ju einer etwa zwei bis vier Wochen dauernden Iugend- gemeinschaft unter pädagogischer Führung vereinten. Der freiwillige Arbeitsdienst, der seit etwa anderthalb Jahren sich mehr und mehr als Hilfsnahme für die achtzehn- bis drei- undzwanzigjährigen Erwerbslosen durchgesetzt hat, setzt das Hilfswerk der Freizeiten fort, mit dem Unterschied, daß nicht Erholung, sondern Arbeit im Vordergrund der pädagogischen Bemühungen steht. Die außerordentlich günstigen Erfahrungen, die aus den verschiedensten Gegenden mit dem freiwilligen Arbeitsdienst berichtet werden, legen den Gedanken nahe, ihn Wecker auszudehnen. Man wird dies schon deshalb begrüßen, weil eine Ausdehnung des freiwilligen Arbeitsdienstes in Verbindung mit dem Gedanken der Siedlung einem Teil der Jugend die Hoffnung geben kann, ein neues arbeitserfulckes Leben aufzubauen. Ein gewisser Ausbau des freiwilligen Arbeitsdienstes wird hierbei unerläßlich fein. So muß die zeitliche Ausdehnung der Beschäftigung über zwanzig Wochen hinaus ermöglicht, wie auch eine gewisse Erweiterung der finanziellen Grundlage erreicht werden. Jede pädagogische Frage hängt in ihrer Lösung von den Menschen ab, die die Losung übernehmen. Auch der freiwillige Arbeitsdienst wird in seinen erzieherischen Leistungen abhängig sein von der Führerpersönlichkeit, die die Jugendlichen zusammenhalten kann. Führerausle s e. u n E> Führerschulung erscheint eine unerläßliche Vorbedingung für das Gelingen dieser sozial- pädagogischen Rothilfe an den jungen Menschen, damit der erzieherische Wert des Gemeinschaftslebens in der Arbeit und in der Freizeit voll zur Auswirkung kommen kann. In den jungen, zur Zeit arbeitslosen Pägagogen stehen Menschen zur Verfügung, auf die die Träger des freiwilligen Arbeitsdienstes vor allem zurückgreifen sollten, um den pädagogischen Erfolg dieser wichtigsten Rothilfe für die Jugendlichen im Alter von achtzehn bis dreiundzwanzig Jahren sicherzustellen. Im gegenwärtigen Augenblick, in dem eine Million junger deutscher Menschen arbeitslos sind, gibt es kein Problem, das alle sozialpädagogisch interessierten Kreise stärker bewegt als die Frage: „Wie schaffen wir der deutschen Jugend neuen Lebensraum?" Mit dieser Frage beschäftigte sich auch kürzlich die Ausschuhsitzung der „Gesellschaft für Sozialreform" und versuchte, Wege zur Lösung des Problems zu weisen. Eine Erweiterung des Lebensraumes der deutschen Jugend durch Siedlung, durch Rothilfsmaßnah- men, unter denen der freiwillige Arbeitsdienst die erste Stelle einnimmt, und durch sinnvollen Ausbau der vorhandenen Derufsbildungseinrich- tungen waren die wesentlichen praktischen Vorschläge, die der Versammlung unterbreitet wurden. Unter diesen Vorschlägen findet keiner gegen» toärtig ein gleich großes Interesse in der Oeffent- lichkeit wie derGedanke derSiedlung — scheint doch hier ein Weg gewiesen zu sein, der sozial- und volkspolitische Bedeutung zugleich besitzt. Der starke Widerhall, den die Siedlunc^- beftrebungen vor allem auch bei der Jugend selbst gesunden haben, darf jedoch keinesfalls dazu verleiten, die Möglichkeiten der Siedlung für die Erweiterung des Lebensraumes der Jugend zu überschätzen. Es bedeutet daher ein bleibendes Verdienst des Reg.-Rates a. D. Maßmann, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Gesellschaft zur Förderung der inneren Kolonisation ausgesprochen zu haben, daß es nicht möglich sein wird, in kurzer Zeit Hunderttausende aufs Land zu bringen. Reben rein praktisch-wirtschaftlichen Fragen, wie die nach der Größe der erforderlichen Landstelle, nach den erforderlichen Kosten für die Erstellung der Bauten, bewegt immer wieder die Frage, welcherMenfch en» typ am besten geeignet für diese Arbeit sei. Die vordringliche Aufgabe, die über allen neuen Zielen nicht aus dem Auge gelassen werden darf, wird darin gesehen, die Abwanderungder jüngeren tatkräftigen Dauernsöhne und -töchter zu verhindern, um diese dem Lande zu erhalten. Bei der Uebersuhrung des „stadtgeborenen Geschlechts" erscheint schärfste Auslese dringend geboten. Es wird darauf an- kommen, vor allem diejenigen zu erfassen, die Er schwieg, denn dort, an der Grenze, wo die See in den stillen Bodden überging, waren die Rennboote verschwunden — ein Sirenensignal zeigte, daß sie die Binnengrenze überschritten und nun ins offene Meer hinausrasten. In die Gruppe vor dem Pavillon kam gespannte Erregung. Alle, die hier standen, wußten, daß von der Schnelligkeit, die dort draußen entwickelt werden würde, der Gewinn des Rennens abhing. Und es war eine mächtige See, die draußen jenseits des Boddens stand — man konnte mit dem Fernglas sehen, wie schwer und eisgrau an diesem Märztag sich die Wogen dort vom offenen Meer her heranwälzten. Kommerzienrat Bremer wandte einen Augenblick fein Fernglas von dem Wasser fort, das dort in das weite Meer hinüberströmte. „Wie die Zuschauer aushalten", sagte er zu seinem Prokuristen Degener, der neben ihm stand. Er wies auf die dichtgedrängte Zuschauermenge, die trotz der immer wieder herniederpasselnden Regenschauer geduldig ausharrte. Der Earl of Aldrige zog seine Mütze in die Stirn und wischte mit der behandschuhten Rechten über das beschlagene Fernglas. „Soviel ich sehe", sagte er höflich zu dem Kommerzienrat, „liegen unsere beiden Boote in Front. Seine letzten Worte wurden von einem neuen Kanonenschuß übertönt, der von dem Deobach- tungsposten gelöst wurde — es war das Zeichen, daß die Rennboote die Grenze erreicht hacken, die ihnen dieser Wettbewerb gesteckt hatte. „Run geht's los!" sagte Kommerzienrat Bremer zu seinem Mitarbeiter, und selbst fein beherrschtes Gesicht zeigte eine leise Erregung. Der Prokurist blieb ganz ruhig. Unser Motor und Schmitz dazu als Fahrer —” has schaffen wir, Herr Konimerzienrat." „Krähen Sie nicht zu früh, lieber Degener!" mahnte der Kommerzienrat. „Die Jacht von dem Engländer ist auch nicht zu verachten. Und dieser Hopkins der führt — Sie wissen: er hat uns schon einmal den Preis vor der Rase fortgeholt." .Damals hatten wir auch noch nicht die neue Schraubung an unserem Motor, Herr Kommerzienrat" sagte der Prokurist ruhig; aber er verstummte, denn er sah, wie die zwei jungen Leute, bie bis dahin in einem eifrigen Gespräch Vertieft schienen, lange Ohren machten. Mit einem mißtrauischen Blick sah Prokurist Degener herüber. Der eine von ihnen beiden gefiel ihm nicht; er hatte diese ganzen Tage, schon als das Doot hier aufmontiert wurde, versucht, mit den Leuten vorn Dremerwerk ins Gespräch zu kommen. Den Monteur Pietsch vom Dremerwerk hatte der Monteur dieses norwegischen Herrn sogar zu einem Abendschoppen eingeladen; aber wenn der fremde Monteur etwa gedacht hatte den guten Pietsch betrunken machen zu können, hatte er sich schmählich getäuscht. Wasser, schien die Wellen kaum noch zu berühren. Run war es um Kiellänge an dem Engländer vorüber. Wie ein weißes Band lag das englische Rennboot nun im Kielwasser des deutschen, blieb hinter ihm zurück. Schmitz mit seinem Doot schien über die Wellen dahinzufliegen, als hätte das Doot Flügel bekommen. Run schoß ein Sonnenstrahl, durch zerrissenes Gewölk brechend, über dies dahinstiebende Gebilde aus rotem Mahagoni und schimmerndem Metall. „Verdammt noch mal", klang hinter Degener eine rauhe Stimme auf Rorwegisch, „wir sind abgehängt. Ich hab's ja immer gesagt, gegen die Verbesserungen der dort" — es wies mit dem Kopfe auf Degener und Kommerzienrat (Bremer hin — „kommen wir nicht auf!" Die Zuschauer an der langgestreckten Seepromenade brachen in lautes Rufen und Beifall- schreien aus. (Bremer stockte der Atem, und auch Degeners gleichmütiges breites Vollmondgesicht wurde vor Aufregung rot — der Engländer machte noch einen wilden Vorstoß. Man hörte förmlich, wie er seinen Motor auf höchste Tourenzahl riß; aber es half nichts. Das Doot vom Dremerwerk flog vorwärts in ferner glänzenl e i Welle von Weiß und Grün — ein Schrei — es hatte dicht vor dem Seepadillon das Ziel passiert. Kommerzienrat (Bremer fühlte, wie ihm die Knie zitterten. Das hatte man geschafft! Eine heiße Freude stieg in ihm auf. Aber warum regte ihn jetzt alles so auf? Man wurde doch alt. Aber er hatte keine Zeit, darüber nachzudenken. Denn schon kam der Earl of Aldrige auf ihn zu, schüttelte ihm die Hand und sagte in seinem etwas gebrochenen Deutsch: „Ich gratuliere, Mister Dremer, Ihre Doot sein ganz ausgesseichnet gefähren. Meine neue Jacht lasse ich mit Ihre Motors einbauen — ich uerbe übermorgen in London die notige Weisungen geben.“ Darm grüßte er kurz und machte Platz, denn all die andern Anwesenden umdrängten den Desitzer vom Dremerwerk, um ihm zu gratulieren. Ein hochgewachsener junger Mann in Oel- mantel und Kappe kam jetzt von der Seepromenade herauf. Er hacke blonde Haare, ein klares, grohliniges Gesicht mit Augen, in denen sich das klare (Blau der offenen See widerzuspiegeln schien. Mit einem warmen Lächeln grüßte er schon von weitem zu Kommerzienrat Bremer herüber. „Gratuliere von Herzen, Herr Kommerzienrat", rief er. „Ich habe schon eine Drahtnachricht an meinen Vater durch gegeben; wie wird er sich freuen, daß die Dremerwerke gesiegt haben!" Bremer schüttelte dem jungen Manne kräftig die Hand: „Das ist aber nett von Ihnen, Olaf — ich Lebensmum für die deutsche Jugend Von Professor Or. Erna Barschack, Berlin. Und als hätte Schmitz, der fern, angeklammert an seinem Steuer sah, es gehört — Plötzlich schoß er vor, man hörte das rasende Schnurren des Motors. In wilder Fahrt setzte das mahagoni- farbene Rennboot dem schneeweißen des Engländers nach; jetzt war es in seinem Kielwasser, nun lag es Seite an Seite, Wie Seehunde gruben die Jachten sich mit der Rase in das aufschaumende Wasser — nun schoß Schmitz vor eine Dootslänge fast — aber der Engländer drehte auf war wieder neben ihm. Eine Weile lagen sie' Seite an Seite, und das Wasser ging in Sturzwellen über das Deck beider Schiffe hinweg. Gute Zeit", sagte der Carl of Aldrige Phlegmatisch und verglich seine Stoppuhr. „Ich schätze..." Aber er konnte nicht mehr aussprechen, auch in sein ruhiges Gesicht kam Erregung. Schmitz hatte das Doot der Bremerwerke vor- . ~ wärtsgetrieben; es flog wie ein Pfeil über dem | herüberkommen würden.' 9JL-'fpott Handball im (Sau Hessen (O. T ) Io. Alsfeld — Io. 1860 Marburg 3:2 (3:1). Auch das 6. Punktespiel konnten die Alsfelder siegreich gestalten; sie führen jetzt mit 12 Punkten ungeschlagen die Tabelle an. Marburg zeigte zwar im Zuspiel die bessere Leistung, konnte jedoch den Alsfelder Torwart nur zweimal schlagen. Die erste Hälfte geigte den Alsfelder Sturm in recht guter Fahrt. Drei unhaltbare Tore schufen die Grundlage für den Sieg. Marburg konnte zwar auf 3:2 heran- kommen, zu einem Unentschieden reichte es nicht mehr. Beide Mannschaften zeigten großen Eifer, spielten jedoch jederzeit fair. Handball im Lahn- Oünsberg - Gau. (^auklasse: Londorf I — Dorlar I 4:5 (4:1). Der Ausgang dieses Spieles war die Ueber- raschung des Sonntags. Niemand hatte damit gerechnet, daß Londorf auf eignem Platz seinen ersten Punktoerlust erleiden müßte. Der Verlauf des Spiels war dramatisch und sah Londorf klar im Vorteil. Bei der Pause ftarob das Spiel 4:1 für die Platz- besitzer Nach dem Wechsel waren die Gäste wie um» gewandelt, sie drängten Londorf immer mehr in die Defensive und holten Tor um Tor auf. Nagern das Spiel durch eine schöne Leistung des Dorlarer Sturmes den Gleichstand erreicht hatte, wurde von feiten Londorfs eine scharfe Note ins Spiel getrauen. Zwei Leute der Mannschaft mußten vom Feld. In den letzten Minuten erreichte der Gast den Siegestreffer und den verdienten Sieg. Beide Mann- Ichaften spielten mit Ersatz. Staufenberg I — Allendorf I 1:5 (1:2). Staufenberg stellte eine junge stinke Mannschaft, die aber infolge des Mangels an Spielerfahrung! im Nachteil war. Die Platzbesitzer erreichten bald ihren ersten und gleichzeitig einzigen Erfolg. Doch gelang es den körperlich stärkeren Allendörfern durch zwei Strasttöße bis Halbzeit die Führung an sich zu reißen. Nach dem Wechsel konnten die Gäste ebenfalls durch Strafstöße auf 5:1 erhöhen. Gut waren auf beiden Seiten die Torleute. wieseck I — Ahbach I 0:1 (0:0). Das Spiel stand auf keiner hohen Stufe. Die Gäste traten mit nur 10 Mann an, konnten aber trotzdem in der zweiten Hälfte das Siegestor erringen. Atzbach verließ als glücklicher Sieger das Feld. lernte la Rodheim I — To. Wißmar I 2:4 (1:2). Rodheim übernahm in der zehnten Minute die Führung. Wißmar glich kurz darauf aus und erhielte bis zur Hälfte ein weiteres Tor. Nach der Pause erzwang der Platzbesitzer zunächst den Ausgleich, mußte sich aber im weiteren Verlauf mit zwei Erfolgen für die Gäste geschlagen bekennen. Allendorf II — Kesselbach I 3:2 (0:2). Sofort nach Spielbeginn setzt ein scharfer Kampf ein, der Allendorf leicht überlegen sah, aber nichts Zählbares erringen ließ. Vielmehr legte der Gast bis zur Pause zwei Tore vor. Nach dem Wechsel erreichte die Platzelf den Ausgleich und etwas später den Siegestreffer. Ein Unentschieden wäre gerechter gewesen. Steinbach I — hausen I 5:10 (1:5). Die Gästemannschaft spielte stcks leicht überlegen und gewann verdient. Hausen hatte bei der Pause schon einen Dorsprung von 4 Toren und erhöhte nach dem Wechsel in regelmäßigen Abständen auf 10, während dem Platzbefitzer noch 4 Erfolge belieben waren. Steinbach trat mit nur acht Spielern an. Lollar I — Burkhardsfelden I 3:1 (2:0). Beide Mannschaften traten zu diesem Gesellfchafts- spiel mit Ersatz an. In der ersten Hälfte war die * Brennabor-Werke A G, Branden - I bürg. 9n der Aufsichtsratssitzung der neugegründeten Brennabor-Werke AG., Brandenburg, die mit | Wirkung vom 1. Juli 1932 die Geschäfte der Firma Reichstein Brennabor-Werke übernommen hat, wurde über die Entwicklung der ersten drei Monate berichtet. Das Unternehmen arbeitet in allen drei Abteilungen (Automobile, Fahrräder und Kinderwagen). Es ist ihm gelungen, einen wesentlichen Teil der während des Vergleichsverfahrens verlorenen Absatzgebiete zurückzugewinnen. Zur Zeit werden über 1000 Personen beschäftigt. Der bisher erzielte Umsatz entspricht den bei Gründung der Aktiengesellschaft gehegten Erwartungen. Berlin unter Schwankungen freundlicher. Berlin, 27. Okt. (WTB. Funkspruch.) Die Tendenz der Effektenmärkte war heute im großen und ganzen freundlicher. Schon vormittags regte der feste Schluß Neuyorks etwas an. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs verstimmte aber ein neuer Rückgang des englischen Pfundes sowie der Preiseinbruch an den amerikanischen Weizenmärkten und die Verstauung des Kupfermarktes. Diese Momente wirken sich naturgemäß nur auf die Spekulation aus, das Publikum verharrt in seiner Reserve. Die Berichte aus der deutschen Wirtschaft lauten im Durchschnitt ziemlich günstig. Man hegt weiterhin Diskonthoffnungen, zumal sich der Status der Reichsbank günstig entwickelt hat. In London blieb der Satz heute unverändert, und auch in Neu- york dürfte man nach Meinung informierter Kreise mit Diskontmaßnahmen noch etwas warten. Die Anfangsnotierungen lagen bei geringfügigen Abweichungen nach oben ober unten nicht einheitlich. Ganz vereinzelt waren Besserungen ober Abschwächungen über 1 v. H. bis zu 1,75 v. H. festzustellen. Siemens waren in Erwartung günstiger Auslassungen auf der morgigen Aufsichtsratssitzung etwas gefragt Im Verlaufe gewann bann die freundlichere Grund st immung wieder die Oberhand, so daß sich vielfach Besserungen um Bruchteile eines Prozents durchsetzen konnten. Montane zeigten etwas lebhaftere Veranlagung, während die übrigen Märkte ziemlich ruhig lagen. Der R e n t e n m a r k t lag bei kleinem Geschäft überwiegend freundlicher. Deutsche Anleihen waren behauptet, variable Industrieobliga- tionen etwas schwächer, Pfandbriefe und Reichs- schuldbuchforderungen waren leicht befestigt ReichsPlatzmannschaft etwas überlegen und errreichte 2 Tore. Die zwecke Hälfte brachte ziemlich ausgeglichenes Spiel und jeder Mannschaft noch einen Erfolg. ZV. „Teutonia^ Laubach JD. Teutonia Laubach I — $C. Daubringen I 0:1 (0:0). Am Sonntag trafen sich auf dem hiesigen Sportplatz die genannten 1. Mannschaften zum fälligen Verbandsspiel. Besondere Leistungen wurden von keiner Mannschaft gezeigt. Die erste Halbzeit verlief torlos. Nach dem Seitenwechsel kam Daubringen etwas mehr auf und konnte im Anschluß an eine Ecke in Führung gehen. Erst gegen Schluß fand sich die Laubacher Mannschaft bester zusammen, konnte aber nicht zum verdienten Ausgleich kommen. bahnoorzugsaktien setzten ihre Aufwärtsbewegung um 0,40 o. H. fort Von Ausländern waren Türken und Rumänen teilweise etwas schwächer, Mexikaner vereinzelt fester. Aus Bosnier tendierten etwas freundlicher. Die Anspannung des Geldmarktes wurde natürlich kurz vor dem Ultimo größer, und der Tagesgeldsatz zag an der unteren Grenze auf 4,5 v. H. an. Es war nur noch vereinzelt mit 4,40 v. H. erhältlich, Monatsgeld blieb 5 bis 7 v. H. Privat- diskonten waren in Vorbereitung zum Ultimo weiter angeboten, Reichswechsel und Reichsschatzanweisungen blieben fast umsatzlos. Frankfurt gebessert. Frankfurt a. M., 27. Okt (WTB. Drahtmel- düng.) Nachdem sich anfänglich infolge von Zufalls- Verkäufen am Aktienmarkt eine leichte Abschwächung bemerkbar gemacht hatte, glichen sich die Kurse vielfach durch kleine Anlagekäufe bald wieder aus und gingen zum Teil bis au 1 v. H. über den Anfangsstand hinaus. Es herrschte heute eine etwas lebhaftere Geschäftstätigkeit Auch die Kundschaft war wieder mit einigen, wenn auch kleinen Orders am Markte erschienen. Der Grund zu der etwas günstigeren Hastung dürfte in dem gestern befestigten Neuyork liegen, zur Kurssteigerung haben wohl auch die bevorstehenden Wahlen beigetragen. Die Bewegung an den Warenmärkten blieb vorläufig ohne Einfluß. Am Chemiemarkt notierten Deutsche Erdöl 0,65 und Rütgerswerke 0,25 v. H. höher, während IG. nach den ersten Kursen gut gehalten waren. AEG. uno Licht & Kraft gewannen je 0,25 v. H., Gesfürel blieben unverändert Am Mvntanmarkt waren Buderus, Mannesmann und Phönix sowie Rheinstahl und Stahlverein gut gehalten. Nur Harpener gaben 0,5 v. H. nach. Norddeutscher Lloyd lagen 0,13, Aku 0,75 v. H. schwächer. Von Nebenwerten gewannen Conti-Linoleum Zürich 0,25 v. H., Holzmann konnten sich um 1 v. H. verbessern und Allgemeine Lokal & Kraft lagen um 2 v. H. befestigt. Am Rentenmarkt herrschte nahezu völlige Geschäfts stille. Neubesitz sowie späte Reichsschuldbuchforderungen waren gut erholt. Der Pfandbriefmarkt war bei ebenfalls minimalem Geschäft etwas freundlicher, wenigstens was die Gold- pfanbbriefe der Frankfurter Institute und der Hypothekenbank betrifft. Liquidationspfandbriefe und Kommunalobligationen blieben unverändert Wirtschaft. Im Verlause flaute das Geschäft am Aktienmarkt ab. Die Kurse blieben jedoch größtenteils gehalten. Lhadeakt.en konnten sich um etwa 2 QRt, und Lokal & Kraft um 2,53 Proz. verbessern. Am Rentenmarkt zogen Re'.chLschuldbuchforderun- gen leicht an. Tagesgeld war zu 3,50 Prozent unverändert. .ättLsurter Schtachlvichmarkt. Frankfurt a. M., 27. Okt Austrieb: 100 Rinder, 929 Kälber, 653 Schafe, 822 Schweine. Es notierten: beste Masi- und Saugkälber 41 bis 43, mittlere Masi- und Saugkälber 37 bis 40, geringe 30 bis 36; Wastlämmer und jüngere Masthämmel, Meidemast 23 bis 25, mittlere Mastlärmner, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 19 bis 22, fleischiges Schaf Vieh 15 bis 18; vollsleisHige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 41 bis 43. von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 43 bis 42, von etwa 160 bis 230 Pfund Lebendgewicht 37 bis 41 Mark. Marltverlauf; Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt; Schweine schleppend, geringer Hebet ftanb. Schweincmarkt in Friedberg. WSN. Friedberg, 26. Okt. Zum heutigen Schweinemarkt waren 330 Jungtiere aufgetrieben. Bezahlt wurden für bis zu sechs Wochen alte Ferkel 7 bis 12 Mark, für sechs bis acht Wochen alte 12 bis 15 Mark, für acht bis zwölf Wochen aste 15 bis 22 Mark. Der Markt wurde geräumt. LpreMftundcn der Aiedaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag qeld)luf