nr. 227 KvühauSsabe 182. Jahrgang Dienstag, 27. September 1952 Er| chernl täglich, äuget Sonntags und Feiertag» Beilögen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monat,-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.9b Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, ^rnsprechanschlüffe unter Sammelnummtr 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siegen Postscheckkonto: $r wöhnlich gedrückte pessimistischeStim- mung. Der Glaube an den Völkerbund ist fast überall geschwunden. Der Völkerbund wird heute nur noch von den unmittelbar an diesem Machtinstrument interessierten Großmächten, England und Frankreich, gehalten. Diese Vollversammlung des Völkerbundes kann zu einem entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte dieser großen zur Aufrechterhaltung des Versailler Zustandes ge|d)ap fenen Organisation werden. Die Epoche der D o I 1 = kerbundsdämmerung hat, wenn nicht alle Anzeichen trügen, begonnen. De Saleras Eröffnungsrede. „Der Völkerbund mutz jetzt seine Da eins- bcrechli^unq Nachweisen " Der irische Ministerpräsident de Valero hielt als amtierender Ratspräsident in der Eröffnungssitzung eine Rede, die entgegen der Tradition zweifellos nicht vom Völkerbundsfekretariat stammt, son- dern seine eigene Auffassung wiederglbt. De Valera führte u.a. aus: Die bisherigen Ergebnisse auf der Abrüstungskonferenz sind weit unter dem geblieben, was sämtliche Völker erwartet haben. Der Völkerbund muß jetzt seine Daseinsberechtigung nachweisen. Hierbei wird sich entweder seine Schwäche zeigen, die z u m endgültigen Zusammenbruch führt oder eine Stärke, die zu n e ue mG la u b e n an ihn führt. Von allen Seiten häufen sich Kritiken, Verdacht, Klagen. Die Menschen fangen an, ungeduldig zu werden und fragen sich, ob die bisherigen mageren Ergebnisse des Völkerbundes fein Bestehen recht- fertigen. Kleine Staaten sollen eine bedeutungslose Rolle im Völkerbund spielen. Sie zweifeln, ob sich die Entsendung von Abordnungen nach Gens überhaupt noch lohnt. Der Zweifel wird überall laut, ob nicht der Völkerbund auf wirtschaftlichem Gebiet lediglich die Interessen der Großmächte verfolgt und ob der Völkerbund noch die Macht hat, die Einhaltung des Völker- bllndsvertraaes zu erzwingen. Der Völkerbund steht heute als Angeklagter auf der Anklagebank der öffentlichen Meinung. Die einzige Rettung für den Völkerbund ist der Nachweis, daß jede Macht die übernommenen Verpflichtungen einhalten muß. An Stelle des Wettrüstens muß die Sicherheit der nationalen Rechte gesetzt werden. Ein Erfolg der Abrüstungskonferenz ist entscheidend für den gesamten Völkerbund. Ebenso lebenswichtig ist die Durchführung der wirtschaftlichen Aufgaben. 25 Millionen Arbeitslose verlangen, daß die Mächte endlich handeln. Der Zusammenbruch der gesamten Wirtschaft erfordert sofortige Taten. De Valera schioß in irländischer Sprache mit den Worten: „Möge Gott uns in den uns gestellten Aufgaben helfen und möge er uns vor der Schwachheit bewahren!" politis zum Präsidenten gewählt. Die Vollversammlung des Völkerbundes wählte in geheimer Abstimmung Len Pariser griechischen Gesandten P o l i t i s zum Präsidenten. Die Mahl war seit längerer Zeit von dev leitenden Döl- kerbundskreiscn sorgfältig vorbereitet worden, da Politis als Vertrauensmann des Quai d'Orsay zu der engeren Gruppe der einflußreichen Persönlichkeiten im Völkerbundssekretariat gehört. Politis eröffnete die Verhandlungen mit einer längeren, phrasenreichen Rede, in der er Len Nachweis zu erbringen suchte, daß die in Völkerbundkreiscn um sich greifende Panikstimmung und die Voraussage des Zusammenbruches des Völkerbundes keineswegs den Tatsachen entsprächen und der Völkerbund fester denn^ je dastehe. Seine Ausführungen fanden nur kühle Ausnahme. Es ist beabsichtigt, die General- aussprache, die meistens eine Woche dauert, auf zwei Tage abzukürzen. Cs kann angenommen werden, daß von deutscher Seite dieses Jahr keine große Rede gehalten wird, da für die deutsche Regierung keinerlei Veranlassung vorliegt, sich eingehend mit den gesamten Volker- bundaufgaben zu befassen. Herriot in Genf. Kurze Besprechung mit Sir John Simon. Genf, 26. Sept. (TU.) Ministerpräsident f) erriet traf Montag erst kur; vor 21 Uhr im Kraftwagen in Begleitung seines Kabinettschefs in Genf ein. fj erriete Ankunft war in französischen Kreisen mit Ungeduld erwartet worden, da der englische Außenminister Simon um 21.40 Uhr den Jlad)t- ;ug benutzen muhte. Gleich nach seinem (Eintreffen traf Simon bei der französischen Abordnung ein. Die Unterredung konnte infolge der Kürze der Zeit nur 20 Minuten dauern. Eilig verließ Simon das Hotel, herriot, der Simon trotz strömenden Regens an seinen Magen begleitete, erklärte sodann der ihn umringenden Presse, er habe für seinen Genfer Aufenthalt nach keinenPlan.er wisse auch noch nicht, ob er nach seinen verschiedenen großen Reden noch mit einer Rede in die Hauptaussprache der Vollversammlung eingreifen werde. Auf die Frage eines Journalisten, ob er den deutschen Außenminister sehen werde, hob herriot nur beschwörend die Hände gen Himmel und wandte sich wortlos um und eilte davon. Italien ist im Bilde. Rom, 26. Sept. (TU.) Unter dem Titel „Waffen und Reden" geht G a y d a im halbamtlichen „Giornale d'I t a l i a' mit 6er Rede Herriots ins Gericht. Er führt aus, daß nach den Aeußerungen des französischen Unterstaatssekretärs Dernier am 24. September gelegentlich einer Inspektionsreise die französischen Befestigungen gegen Italien an der Alpengrenze unangreifbar feien. Rach den Worten desselben Unterstaatssekretärs seien auch die Verteidigungslinien im französischen Rordosten gegen die deutsche Grenze in ihrem Aufbau beendet und von der Erde aus unangreifbar. Das letzte ungeheure Bauprogramm des französischen Lu f t- s a h r t m i n i st e r i u m s. das 1097 Lufthäfen und einen Aufwand von 4,3 Milliarden Franken vorsehe, mache Frankreich auch in der Lust sowohl in der Verteidigung wie für den Angriff — vollkommen überlegen. Gahda weist dann die Verschleierung des französischen Heereshaushalts nach und stellt fest, daß die tatsächlichen Ausgaben für das Jahr 1931 bis 1932 nicht 11,6, sondern 19 Milliarden betragen und somit nach Goldwert die Heeresausgaben von 1913 um 4 4,8 Prozent übertreffen. Don einer Abrüstung, wie sie Herriot in seiner Rede betone, sei also nichts §u bemerken. Die Ziffern stünden im Gegensatz zu den Worten, die Tatsachen zu den Theorien. Solange man unter Abrüstung dasselbe wie Frankreich verstehe, müsse man daran denken, daß in Genf umsonst gearbeitet werde und daß der Völkerbund, der für eine solche Arbeit seinen Ramen hergebe, in eine immer gesährlichere Unklarheit versinke. Die Ausgestaltung der Gteuergutscheine. Die Spitzenverbände der Wirtschaft äußern weitergestende Wünsche. B e r l i n, 26. Sept. (TU.) Der Zentralverband des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes, der Deutsche Industrie- und .Handelstag, die Hauptgemeinschaft des Deutschen E i n z e l h a n - dels, der Reichsausschuß der Deutschen Landwirtschaft, der Reichsverband des Deutschen Groß- und Ueberseehandels und der Reichsoerband der Deutschen I n d u st r i e haben an die Regierung folgendes Brieftelegramm gerichtet: Zahlreiche Aeußerungen aus unseren Kreisen lassen zunehmende ernste Sorge erkennen, ob die beabsichtigte Ausgestaltung der Steuer gut- scheine ausreichen wird, um den Erfolg der Regie- rungsmaßnahmen in volkswirtschaftlicher und psychologischer Hinsicht zu sichern. Wir bitten daher m letzter Stunde eindringlich, entsprechende von uns wiederholt vorgetragene Punkte zu berücksichtigen: 1 Einbeziehung der Einkommens- und K ö r p e r s ch a f t s st e u e r in den Kreis derjenigen Steuerarten, die mit den S t e u e r g u t ° scheinen bezahlt werden können, ist unbedingt erforderlich. Zweck der Steuergutscheine ist in erster Linie, der Wirtschaft neueMittelzurMehr- einstellung von Arbeitern zu verschaffen. Der Kreis der am Erwerb dieser Scheine Interessierten muß daher möglichst a b w e i ch e n von dem Kreis der Gutscheinberechtigten. Die bisherige Regelung schließt auch einen großen Teil derjenigen Steuerpflichtigen, die Scheine erhalten, von der Der- Wendung derselben zu Steuerzwecken aus. Es ist daher zu befürchten, daß hieraus ein ständiger Drang nach Veräußerung der Scheine entsteht, dem kein genügender Kreis von Interessenten gegenübersteht. 2. In psychologischer Hinsicht ist der Erfolg der Maßnahmen nur gewährleistet, wenn der E r w e r b und Besitz der Steuergutfcheine keinen An- laßzuneuenSteuerlei st ungen gibt. Rein steuerrechtliche Beurteilung dieser Frage muß zuruck- treten hinter der überragenden volkswirtschaftlichen Wichtigkeit der von der Regierung verfolgten Ziele. Verwickelte steuerrechtliche Regelungen würden die psychologischen Bedenken gegen hen Erwerb von Gutscheinen nicht ausräumen. g2.Aers«mMSeii!!chrrAüimsorschermdAerzie In brr 1. Allgemeinen Sitzung der Gesellschaft Deutscher Raturforscher und Aerzte in Mainz stand das Thema „Der Rhein" zur Erörterung. Professor Dr. A. Phi" lippson (Bonn) führste in seinem Vortrag „Der Rhein als Raturerscheinung" u.a. aus. Der Rhein ist ein Fluß von ausgesprochener Eigenart. Aus der Zusammensetzung des Rheinlaufs, quer zur Richtung der Geländezonen, ergibt sich die reizvolle Mannigfaltigkeit seiner Landschas- ten. Dor allem verursacht die Zusammensetzung des Rheins aus Alpen- und Mittelgebirgswassern eine relativ gleichmäßige Wasserführung. Diese Eigenschaften bedingen die hervorragende Eignung des Rheins als Wasserstraße. Das sind die Eigenschaften, die in ihrem Zusammenspiel den Rhein vor den anderen Flüssen Europas auszeichnen und die wesentlichen Grundlagen seiner geschichtlichen, politischen und wirtschaftlichen Bedeutung sind. Professor Dr. W a h l e (Heidelberg) betonte in seinem Vortrag: „Die Bedeutung der Rheinlande für die Entwicklung unserer Kenntnis vom fossilen Menschen und seiner Kultur" u.a.: Iahrzehnte hindurch nimmt die deutsche Altsteinzeit-Forschung neben der französischen einen sehr bescheidenen Platz ein; es fehlen uns die zahlreichen Höhlen und die überhängenden Felsendächer der französischen Kalklandschaften. Heber die wirtschaftliche Bedeutung des Rheins sprach Professor Dr. Küste, Köln. Der Rhein, so führte er u. a. aus, hat mit der Form, die er seinem Boden gab, sowie mit den von ihm ausstrahlenden Quer- und Längskräften stärker als irgend ein anderer Wasserlauf der Erde die kulturelle und wirk- schastliche Gestalt seiner Uferländer beeinflußt. Prof. Dr. A. Brasch, Berlin, sprach dann über die Erzeugung und Anwendung schneller Korpuskularstrahlen (Atomzertrümmerung). * Die in Wiesbaden ab gehaltene erste Sitzung der medizinischen Hauptgruppe der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Aerzte stand zum größten Teil im Zeichen Robert Kochs. Eingedenk der vor 50 Jahren erfolgten Bekanntgabe der Entdeckung des Tuberkelbazillus leitete der Vorsitzende Professor Dr. Gottschlich, Heidelberg, die Sitzung mit einer Würdigung Kochs ein. Eine Ehrung Kochs war auch der Vortrag von Ministerialdirigent Professor Dr. Müsfeme ier, Berlin über den Milzbrand. Professor Dr. Gruber, Götti-ngen, sprach Wer „Das Wesen der Krankheit". Gr führte dabei u. a. aus: Pathologie umfaßt eine Fülle von Lobenserscheinungen, welche gegenüber dem gewöhnlichen Durchschnitt als gestört gelten müssen. Alle Anregelmäßigkeiten der Gestalt und der Leistungen seines Lebewesens fallen in das Feld der Pathologie. Der Anfang der Krankheit kann in irgendwelchen von außen kommenden Einflüssen liegen. Das Ende der Krankheit kann in einer Wiederherstellung der durchschnittlichen Leistungsfähigkeit bestehen. Im ungünstigen Falle kann es auch sein, daß dieser Ausgleich nicht einitritt, und dann muß das Loben erlöschen. Durch die gemeinsame Arbeit des Pathologen und des Klinikers wird es möglich, mit allen Methoden naturwissenschaftlicher Forschung dem Wesen der Krankheit nachzuspüren. Professor Dr. Friedenthal (Berlin) behandelte das Thema „Dlondheit und Albinismus bei Mensch und Tier", wobei er u. a. ausführte: Dlondheit und Albinismus bezeichnen verschiedene Grade der Pigmentschwäche bei Mensch und Tier. Es gibt dreierlei Pigmente, in Haut- und Sinnesorganen, in den Fettsubstanzen und im Blut mit ganz verschiedenen, aber annähernd gleich wichtigen Funktionen für Gesundheit und Lebenskraft von Mensch und Tier. Dlondheit bedeutet Fehlen der Rotkomponente und der Schwarzkomponente. Dlondheit bedeutet Schwäche der Hautpigmente und geht bei Mensch und Tier ganz allmählich in Albinismus über. Der Aeber- gang folgt bei Mensch und Tier den gleichen Erb- gesetzen. Aus alter Welt. 21. Verbandslag des Verbandes der Postbeamtinnen in Bremen. In Bremen fand der 21. Verbandstag des Verbandes der deutschen Reichs- Post- und Telegraphenbeamtinnen statt, der 34 000 Mitglieder umfaßt. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Vortrag der l.Der- bandsvorsihenden Frau Else Kolshorn über „Sie gegenwärtige Derufslage der weiblichen Beamten der Deutschen Reichspost und ihres Laus- bahnnachwuchses. Die Berufslage dieser großen Beamtinnengruppe ist in Mitleidenschaft gezogen von der schweren deutschen Wirtschafts- und Finanzkrise. Diese Zusammenhänge, die die Rednerin in großen Zügen darlegte, finden ihr Spiegelbild in der Lage der Deutschen Reichspost, und hier vor allem in den Haupttätigkeitsgebieten des weiblichen Personals: dem Fernsprech-, Telegraphen- und Postscheckdienst. Der Derkehrsrück- gang, das Defizit der Post, der Zwang zu Sparmaßnahmen, wirken sich in Einschränkungen im Dienst aus. Hinzu kommen die personalpolitischen Schwierigkeiten infolge fortschreitender Technisierung. Schwer betroffen ist das weibliche Personal auch durch die mehrfachen Gehaltskürzungen und die allgemeinen Einschränkungen als Folge der Rotverordnungen. Gegenüber der ost vertretenen Stimmung gegen die beamteten Frauen wurde betont: die Frau schafft in verantwortlicher De- amtentätigfeit und im schweren Betriebsdienst unentbehrliche Werte für die Volksgesamtheit. Der Verband, der auf parteipolitisch neutraler Grundlage arbeitet, erstrebt Erleichterungen der wirtschaftlichen Lage seiner Mitglieder, vor allem Sicherung des Arbeitsplatzes in den Tätigkeitsgebieten, in denen die Beamtinnen sich seit Iahrzehn- ten bewährt haben; Verteidigung dieser Arbeitsgebiete gegen die Bedrohung durch die Maschine und durch das Eindringen männlichen Personals aus anderen Betriebszweigen der Verwaltung. Für den Rachwuchs wünscht man beamtenrechtliche Sicherungen und Aebernahme ins Beamtenverhältnis. Die st andespolitische Arbeit des Verbandes erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Bund deutscher Frauenvereine, der Reichspostarbeitsgemeinschaft und dem Deutschen Dearntenbund. Die Verbandsforderungen fanden eingehende Erörterung in Fachbesprechungen unter der Leitung der 2. Verbandsvorsitzenden Frau Glse Fisch. Ihnen lag eine Fülle von Anträgen zugrunde. fommertagen dunkelt. Von der Stadt her dämmerte die rosige Verzauberung elektrischer Reflexe. Fahl erlosch der Platz. Schwerfällig torkelten die letzten „Ottos" in die Schuvpen, rechts ein Begleitmann, links ein zweiter. „Bis ich rein kann, hält' ich längst noch eine Runde" stellte ich verdrießlich fest. „Also los, in Gottes Namen!" Die Runde war gerettet. „Eine kleine Runde, Ehrenwort!" Ehrenwort. . Fröhlich schnurrte ich dahin, ahnte nicht, welchen Sturm eifersüchtiger Entrüstung meine „Schiebung" auslöste, gondelte, jeden Zephirhauch „verwindend" peinlich mit gebannten Augen Fallbenzinhahn, Tourenzähler, Frühzündung und Höhenmesser prüfend, brettsteif zwischen Moor, Fasanerie, Gestüt und Schloßpark meinen vorgeschriebenen Zirkel ab. Währenddessen hatte sich die Kleinigkeit begeben, daß Freund H., wütend, weil ihm abgeschlagen worden war, was mir durchging, großen Krach machte und nicht weniger, nicht mehr als auch noch einen Flug verlangte. Sehr mit Recht von seinem Standpunkt aus. Und der Starter mußte nachgeben. Leider dachte ich im Traum nicht daran, daß da hinter mir, wie im Karussell, plötzlich einen drein- propellerte; einen Spiegel gab es für dergleichen gwecke noch nicht, und so üppig, sich etwa um 180 raö im Flugzeug umzudrehen, war man doch nicht! Zudem fühlte man sich ja allein auf weiter Flur! Schier eine Art „Lustpionier", der etwas wie einen ersten Nachtflug inszenierte. Es dunkelte allmählich, unter Brüdern. H., der stets mit grüner Brille flog, muß erschrocken sein. Muß die Lust verloren haben, seine Runde auszufliegen. Jedenfalls brach er sie ab. Aus I halber Strecke. Damit tat er etwas, das den ganzen Flugplatz alarmierte: er kehrte um, bolzte auf mich los, als ich eben meine Runde schloß und zur Landung ansetzte. Aus den Hallen stürmten die Leute und brüllten vor Schreck. Dem Starter blieb der Mund offen. Nur wir beide ahnten nichts. Seelenruhig stellte ich mein Gas ab, glitt von weither wohlberechnet und gezielt, auf das Landetuch zu in der einzig obligaten Richtung. H., schon hastiger, da er in der dunklen Brille wirklich nicht viel sehen konnte, kam verkehrt, mir genau entgegen, wider jede Regel „mit dem Winde". Ganz egal: er glaubte mich entweder längst gelandet oder dachte nicht an mich. Sehen konnten wir uns im kritischen Moment nicht mehr, da im Gleiten das geneigte obere Tragdeck mir wie ihm die gerade Sicht verhängte, Bordbuchblatt. Don Richard Eurinaer GDS. Der Verfasser, aktiver bayerischer Flieger- Hauptmann, schrieb das erste Buch über die Kriegsfliegerei: „Fliegerschule 4". Er war in dem Stadium, da der Fluglehrer vor jedem Start sich eigenäugig überzeugt, daß sein geschätzter Schüler nicht mit Spätzündung loswackelt, in dem Stadium, da die Luft noch so jungfräulich und der Knüppel, wunderlich beweglich nach mindestens vier Himmelsrichtungen, kein „Anhaltspunkt" für anlehnungsbedürftige Gemüter ist; da sich linke Hand und linker Ellbogen noch verdächtig zärtlich in Polsterwulst und Aluminiumverschalung der Karosserie verkrampfen und das Auge schreckhaft starr visiert, ob die Nockenwelle wirklich bei erhobenem Schwanz jene ideale Parallele zum Startplatzniveau beschreibt, die verhütet, daß die Kiste „hinten abrutscht" oder vorn koppheister in den Dreck fährtz — jenem paradiesisch lächerlichen Stadium, da jede Lan- düng eine Großtat scheint und der Himmel noch voll Sensationen hängt. Und die Fliegerei selbst steckte noch in jenem Stadium: motorisierte Scheunentore, in denen, angeleimt mit obligatem Flatterschal, ein Zwischending von Schornsteinfeger und Feuerwehrmann, schwarz in Leder, liebte, kutschierten über Hausdächer und Tan- nenwi'pfel. Bei absoluter Windstille. Sobald das Schnupftuch auch nur fächelte, verrollte sich vom Landungstuch bis zum letzten Gitterschwanz die ganze Herrlichkeit in die Hangars und ins Bräustübl. Vier- zehn Tage setzte manchmal der Betrieb aus, während deren sich die Heldentaten im luftleeren Raum gesteigerter Wunschwirklichkeiten austobten. Zudem war die Schulmaschine meist kaputt, und die paar Alleinflugmaschinen waren „havariert". Wer also, löblich eingeschnallt, in einer halbwegs flüggen Kiste saß, tat gut daran, nicht wieder auszusteigen, bis er seine Prüfungen abgeklappert oder die Geduld des Starters und der Konkurrenz ein für allemal erschöpft hatte. Ich hatte mir den Trick zurechtgelegt, nach der Landung nie bis an den Startplatz selbst zu rollen, sondern immer etwas ab vom Schuß den Mann heranzuwinken, der froh, daß nicht sonst etwas passiert fei, mir in Gottesnamen nochmals Starterlaubnis gab; ehe die Eifersüchtigen Protest einlegen konnten. Derart brachte ich es manchmal zu ganz netten Serien. Jenes Abends freilich winkte er energisch ab. Schluß! Eingerückt! Einmal muß Ende sein! Es dunkelte schon sacht, soweit es an Schönwetter- Jn dem AugenNick erst, da wir beide aus der Schrägen in die Waagerechte „abfingen", starrten wir uns, der Vision, dem unmöglichen Phantom — auf Steinwurfweite — ins Gesicht. Paar Meter überm Boden. Ob wir dabei hundert Kilometer Fahrt hatten — summiert — oder fünfzig oder hundertfünfzig, spielte insofern keine Rolle, als sie jeden- falls genügte, uns zu tanzenden Atomen zu zer- mörfern. Auch für den absurden Fall, daß einer der Piloten oder beide so dicht überm Platz so nah gerammt, mit der schwerfälligen Kiste vielleicht doch noch versucht hätten, in wilder Kurve abzudrehen; wir wären immer ineinander hineingeknallt, und das bedeutet: Schluß. Nun ist es falsch, zu sagen, daß wir auseinander losrasten; es war da nichts als die Vision, die sekundenlang überdeutliche katastrophale Vision: „D a ! !" Wortlos, unbegreiflich, schicksalhaft, unpersönlich, endgültig. Ich hab’ zwar weder damals noch in anderen Fällen dieser Art je mein „Leben film- artig noch einmal abrollen" sehen, noch Leid, noch Angst, noch sonst etwas verspürt, was in Romanen Dorfommt. Und doch begriff etwas in mir, begriff, daß ich ... im Recht sei. Daß nichts zu tun sein, daß nichts nützen alles schaden werde. Die Möglichkeiten „dachte" ich nicht durch. Ich wußte nicht, daß, würde ich noch steiler, ich in den Boden bolzen und trotzdem damit rechnen mußte, daß auch der andere noch steiler würde und in mich zerschellen. Gab ich Gas, versuchte ihn zu übertreppen, konnte er in der Sekunde Gas geben, sich übertreppen, und wir knallten dann erst recht in Klump. Eine Hemmung von grandiosen Graden kommandiert „Nichts tun!" H. hat mir später eingestanden, daß es das hellsichtige Entsetzen: „Mensch, ich komm' verkehrt!" gewesen sei, was ihn mit einem Ruck in Steuer greifen und die Kiste in so wahnsinniger Treppe überziehen ließ, daß sie, während aufgebäumt die Flächen über mich hinwegkreischten, durchsackend sich schon zur Seite legte und in Dreck und Fetzen krachte. Um ein Haar strich sein Fahrgestell an meinem Aupufftopf vorbei. (Da hab' ich gemuckt, den Kopf geduckt, und jenen Schock ins Auge schlagen spüren, bei dem es platzt vor Konzentration. Der Fachmann kennt das, meine ich.) Ungerupft sonst, flutschte ich dicht unter ihm hindurch. Durch sein Verdienst. Durch seine Schuld und sein Verdienst; er hatte sich geopfert. Als ich ihn fluchen hörte, sein Geschrei aus dem Geschimpf heraushörte, das in solchen Fällen immerhin besagt, daß es nicht ganz schief gegangen ift (denn sonst wird es still!), war ich froh. Wollte nicht mitschimpfen, sondern mich bedanken und ihm gratulieren. Doch er wollte mich nicht sehen. Trotzdem er nicht, was ihm sehr nahestand damals, abgelöst, auch nicht bestraft wurde; trotzdem wir uns zu guter Stunde ausgesprochen haben: er mochte mich nicht sehn. Konnte mich nicht zu Gesicht kriegen, ohne schmerzlich und abwehrend zu grimaffieren. Etwas von der Unlust jenes ersten „Luftkampfes" blieb ihm, antipathisch, in den Nerven. Hundert andere hat er nicht gescheut. Oie Radfahrer im Paradies. Rom ist auf dem besten Wege, über feine Radfahrer berühmt zu werden, denn die Herren vom Stahlroß leben dort im Paradies. Während die Polizei mit einer Unerbittlichkeit ohnegleichen gegen die Automobilisten vorgeht und nicht den kleinsten Verstoß gegen die Derkehrsordnung von dieser Seite aus duldet, während sogar ab und zu die Fußgänger wenigstens freundschaftlich ermahnt werden, doch nicht immer unter der Verkehrsampel dfe Zeitung zu lesen oder ihr Schwätzchen in der Mitte der Straße zu veranstalten, sind die Radfahrer frei wie der Vogel in der Luft. Sie dürfen alles tun, was verboten ist, sie tun es unter den Augen der Polizei und lachen ihr ins Gesicht. Sie haben weder Glocke noch Licht, weder Bremse noch Rückstrahler, Tag für Tag schlagen die entrüsteten Zeitungen die Spalten übereinander. Cs nützt nichts. Die Statistik stellt fest, daß 80 vom Hundert aller Unfälle auf die Disziplinlosigkeit der Radfahrer zurückzuführen sind — umsonst. Niemand kann sich erklären, warum hier, gerade hier nicht eingeschritten wird. Ictzt gehen die Zeitungen dazu über, die krassen Fälle unter Zeugenangaben zu veröffentlichen. Zum Beispiel am letzten Sonntag: Gin Radfahrer saust den Pincio herunter, schaut dabei nach rückwärts und rammt ein Reitpferd, worauf er von dem Reiter — Schadenersatz heischt. Ein anderer ciclista pfeift auf das HaUzeichen Verkehrsampel und kracht infolgedessen mit einem Kollegen zusammen, der das Haltzeichen genau so achtete. Drei andere vclocipeaastri fahren nebeneinander her und plauschen gemütlich, so daß alle drei auf einem Melonenkarren landen. Die Zeugen sind der Meinung, daß es sich hier um unbestreitbare Verstöße gegen die Verkehrsordnung gehandelt habe. Zeugen? Die Herren Radfahrer grinsen nur: Me ne frego! Ich pfeif draus! Das einzige Warnungszeichen, das sie geben... Aus der Provinzialhaupistadt dieser Beziehungen zur Ausgabe machen Eine Lugend und Wehrsport Pslege wird. fallen Frisette. Crepe Buntes Allerlei. Auch ein Talisman. war, wie sie sich in einem Warenhaus ein Band angeeignet hatte. Sie erzählte dem Richter von ihren angestrengten Versuchen, einen zweiten Mann zu finden, und vergoß reichlich Tranen. Als der Beamte sie schließlich fragte, warum sie sich das Band angeeignet habe, erwiderte sie: Hammerschlag u. a. m. Wolle mit Seide fehlte nicht. Die Firma Hof - Wenzel unterstützte die Modenschau mit vielen, zum Teil sehr originellen Hüten. Das Schuhhaus Süß zeigte moderne Schuhe in vielen Darianten der Form, der Farbe und der Lederverarbeitung. Es darf nicht vergessen werden, zu sagen, daß die vorführenden Damen (Mannequins auS Frankfurt) Kleider, Mäntel und Hüte sehr geschickt zu tragen wußten. Paul Vieren vom Gießener Stadttheater qualifizierte sich famos als Conferencier. Ewald und Anny D ä u l k e füllten zwei kurze Pausen mit einer lockeren Groteske und einem dezent gehaltenen Rumba. (Biel Beifall!) Gute Musik bereicherte die Darbietungen. Die zahlreichen und sehr aufmerksamen Zuschauerinnen ließen es an lebhast geäußerter Anerkennung nicht fehlen. Heute nachmittag finden in den Geschäftsräumen des Hauses Rowack zwei weitere Modenschauen statt. Daß der Erlös aus den Eintrittsgeldern dem Gießener Wohlfahrtsamt zuflieht, verdient noch lobende Erwähnung. „Ich tat e-, damit es mir Glück bringt." AlS der Richter dann ihr eine Gefängnisstrafe von acht Tagen zuerkannte. sagte er: „Leider hat Ihnen der Diebstahl kein Glück gebracht." „Aber bekomme ich nicht Bewährungsfrist?" fragte die augenscheinlich auf diesem Gebiet nicht unerfahrene Witwe. „Allerdings", erwiderte der Richter. „Run sehen Sie, dann hat mir das Band doch Glück gebracht!" ries die Angeklagte und verlieh mit strahlendem Lächeln den Gerichtssaal. Chinesen drücken die Augen zu. Als Zeichen der Trauer und der Scham übet die Vergewaltigung Chinas durch die Abtrennung der Mandschurei haben 20 chinesische Studenten in einem bekannten chinesischen Restaurant deS Pariser Quartier Latin eine seltsame Zeremonie ausgesührt. Genau um 11 Ahr des Tages, an dem das neue Reich Mandschukuo von Japan anerkannt wurde, erhoben sich aus ein Zeichen ihres Führers, eines jungen Mannes aus Kanton, die 20 Studenten, die an verschiedenen Tischen des Lokals saßen, wandten ihre Gesichter nach Osten, beugten ihre Köpfe tief herab und schlossen ihre Augrn. Gin Kellner, der gerade eine Schale mit Reis hereinbrachte, stand still, wandte sich auch nach Osten und tat desgleichen, woraus der Koch, der Oberkellner und die übrigen chinesischen Angestellten des Restaurants in ihrer Beschäftigung innehielten und dem Beispiel folgten. Genau nach fünf Minuten erhob der Führer seinen Kopf, öffnete seine Augen, und die Trauerfeier war vorüber. Wie die Chinesen mitteilen, wollten sie auf diese Weise ausdrücken, dah sie die Trauer ihrer 400 Millionen Landsleute über die Vergewaltigung durch Japan mitempfänden. _____ Entschuldigung, die von den in solchen Dingen sonst sehr erfinderischen Ladendiebinnen bisher noch nicht benutzt worden ist. brachte eine Angeklagte vor einem Pariser Gerichtshof vor. Es war eine Witwe, die dabei ertappt worden Kleine Bilder aus Masuren Fahri durch historisches deutsches Land im Osten. glatt. Einige neue Stoffnamen auf: Crepe Princette. LrSpe Mooscrepe, Flamisol. Flamengo. sen. dah ihm noch manches fehlt, um ein „wehrhafter Mann" zu sein. Alle körperliche Ertüchtigung muh jedoch nutzlos bleiben, solange der Wehrwille nicht jene sittliche Eigenschaften vorfindet, die als Treue, Gehorsam, Wehrhaftigkeit, Kameradschaft und Vaterlandsliebe als die alten Soldatentugenden bekannt sind, und die durch den Wehrsport entwickelt und gefördert werden sollen. Diese Eigenschaften jedoch können sich nur in der Gemeinschaft mit anderen Gleichdenkenden zeigen und entwickeln. Da uns das Versailler Diktat die staatliche Förderung der Wehrbestrebung verbietet, muß die PflegedesWehrgedankensvonnicht- staatlichen Verbänden übernommen werden, die leider nicht die gesamte deutsche Jugend erfassen. Hier zeigt sich klar die Rotwendigkeil einer staatlichen Organisation, welche die gesamte wehrhafte Jugend über die Parteien hinaus zur Ausbildung zum Zwecke der Landesverteidigung zusammenfaßt. Die Bestrebungen der wehrhaften Jugend wer- den nur von Ruhen sein, wenn sie erkennt, daß sie ohne Führer ihre Aufgabe im Ernstfall nicht erfüllen kann. Die militärische Führung aber erfordert eine langjährige Schulung und ist Sache des Heeres. Ohne Rücksicht aus Parteien und Verbände muß die wehrfreudige Jugend daher die Führer st ellung des Heeres anerkennen und ihr volles Vertrauen entgegenbringen. Sie muh sich mit der Arbeit des Heeres befassen und Anteil an feinen Ausgaben im Dienste der Landesverteidigung nehmen. Der I. Hessische Grenadiertag am 1 und 2. Oktober in Gießen soll daher kein Volksfest im üblichen Sinne fein; er soll ge- rade der wehrfreudigen Jugend Gelegenheit geben, Einblick in die Arbeit des Heeres zu nehmen, ihr neue Anregungen auf wehrsportlichem Gebiet geben und zeigen, daßdasHeerihrFührer stellen kann, wenn die Aufgabe der Landesverteidigung es erfordert. ** Don der Landesunioersität. Ernannt wurde der Privatdozent Lic. theol. August Dell in Gießen .zum außerplanmäßigen außer- ordentlichen Professor an der Landesunioersität Gießen. — Aus dem hessischen Staatsdienst entlassen wurde der ordentliche Professor in der Juristischen Fakultät der Landesuniversität Dr. Leo R o s ende r g auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober ab. •• Werdet Abonnenten des Stadttheaters! Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Roch erwartet das Stadttheater Abonnenten für die kommende Spielzeit, die bekanntlich am 4. Oktober beginnt. Die Theaterkasse wird von heute ab werktäglich von 10 bis 13 Ahr und von 16 bis 17 Ahr geöffnet sein. Abonnementsanmeldungen werden während der Kassenstunden entgegengenommen. Ein großer Stamm von Abonnenten bedeutet die wesentlichste Gewähr dafür, dah das Stadttheater auch in seiner Jubiläumsspielzeit seinen hohen kulturellen Ausgaben gerecht werden kann. Die Intendanz hofst, dah sich recht viele Giehener Bürger zu ihrem Theater bekennen möchten. •* Silberne Hochzeit. Am morgigen Mitt- woch können die Eheleute Oberpostsekretär Heinrich Kern, Steinstraße 14, das Fest der Silberhochzeit begehen. = Gießener Pfadfinder in Bad-Nauheim. Ein vom horst Bad-Nauheim des Deutschen Pfadfinder-Bundes veranstalteter „Bündischer Sing- abenb" wurde von der Singschar des Pfadfinder- Horstes Gießen in ausgezeichneter Weise bestritten. Zum Vortrag kamen altdeutsche Lieder aus fünf Jahrhunderten. Die schlichte, ungekünstelle Art der Vorträge fand den dankbaren Beifall der zahlreichen Zuhörer, unter denen sich als Gäste auch die christlichen Pfadfinder und die Hitlerjugend befanden. Französischer Deserteur festgenommen. WSN. Friedberg, 26. Sept. Die hiesige Polizei nahm einen französischen Soldaten f e st, der seinem Truppenteil in Nancy entflohen war. Kunst und Wistenschast. Deutsch-Burlsche kulturelle Arbeitsgemeinschaft. Aus Südafrsika ist von einer erfreulichen Bewegung zugunsten der Zusammenarbeit burischer und deutscher Kreise auf kulturellem Gebiete zu berichten. Eine von dem deutschen Lehrer Werner Schmidt in Pretoria gegebenen Anregung ist von maßgebenden Kreisen des Burentums ausgenommen worden, insbesondere sein Vorschlag der Herstellung eines Briefwechsel- zwischen gleichgesinnter Jugend auf beiden Seiten. Der derzeitige Premierminister der Südafrikanischen Anion. General Hertzog steht dem Gedanken einer deutsch-südasrikanischen kulturellen Arbeitsgemeinschaft sympathisch gegenüber. Weiter ist es gelungen, in das diesjährige Reiseprvgramm des Südafrikanischen Studentenverbandes auch einen Besuch Deutschlands auszunehmen. Der Verband war bisher stark englisch-französisch orientiert und hot bei seinen Reisen demgemäß England und Frankreich bevorzugt. Daß das Bestreben der Duren nach kultureller Verbindung mit Deutschland bei uns freudigen Widerhall findet, bedarf keiner Versicherung. Die Deutsche Akademie in München hat die Bildung eines südafrikanischen Ausschusses vorbereitet, der sich die Die kleine am Mauersee gelegene Stadt Ange rbu rg hat nicht nur ihre historische Bedeutung, sie hat auch ihre kulinarische Besonderheit. Das Historische: hier am Ausfluß der Angerapp stand die alte Pruzzenburg Angete, auf deren Trümmern der Hochmeister des deutschen Ritterordens. Karl Beffart von Trier, 1335 das erste Ordenshaus des Masurengebiets errichtete. Rur noch spärliche Reste finden sich heute von ihr. Die kulinarische Besonderheit: Aalfang. Schon die ältesten Chroniken wissen von den schmackhaften Angerapp-Aalen und primitiven Einrichtungen zum Fang im Großen zu berichten. Der Aalreichtum und sein Ruhm hat sich durch Jahrhunderte erhalten: auch heute noch gehören die Fänge aus der Angeropp zu den bedeutendsten Deutschlands. Angerburg ist die bequemste Eingangs- psorte ins masurische Seengebiet, das sich bis zum Spirdingsee hinzieht. Doch ehe man si-ch einem der schmucken Motorschiffe anvertraut, die den Verkehr nach Lohen vermitteln, geht man den schmalen Strandweg am Schwenzaitsee entlang zum Angerburaer Heldenfriedhof. der auf dem höchsten Steilyang liegt. Heber 300 Deutschen und 250 fremden Kriegern ist 4r letzte Heimat — der vielleicht schönste Ges alle- nenfriedhof, den Deutschland hat. Terrassenförmig ist er angelegt, durch niedrige Mauern ausgeteilt. mit Gebüsch bestanden, mit Blumenrabatten geschmückt. Ein schlankes hohes Kreuz grüßt weithin. Von dieser Stelle aus hat man einen herrlichen Rundblick über ganz Masuren: die Silberspiegel seiner Seen, seine endlosen dunklen Wälder, den weiten hohen Himmel, an dem phantastische Wolkengebirge in ewiger Wanderung dahinziehen... „Geh nicht vorbei im Abendschein: kehr' ein zu kurzer Rast. Hier grüßt die stille Ewigkeit den flücht'gen Erdengast" mahnt der Heldenfriedhof. Das Murmeln der Wellen ist der einzige Laut, den diese stille Ewigkeit durchtönt. Heber den Schwenzaitsee trägt dann das Schiff zur schönsten Insel: H o a l ten im Mauersee, mit seinen 110 Quadratkilometer der zweitgrößte Masurensee. Von der Anlegestelle führt eine Hlmen- allee ins Innere des etwa 300 Morgen großen Eilandes, die sich wie ein gotischer Dom über dem Ein tretenden wölbt. Tiefste Stille ringsum, nur vom Krächzen der Fischreiher, vom zarten Gesang kleiner Vögel, vom sachten Plätschern der Wellen unterbrochen. Im Herzen der grünen Wildnis das „einsame Grab" — ein Raturdenk- mal, dem „Erforscher des Masurischen Seew- gebiets, Lehrer August: Q u e d n a u, zum Gedächtnis" gewidmet. Weiter geht die Fahrt nach Steinort. Dorf und Schloß. Eine lange Allee über 350jähriger Eichen führt auf das Schloß zu, einen schlichten und doch wuchtigen Bau. Fürsten und Könige waren hier oft zu Gast, und die letzte historische Erinnerung: Hindenburg kam öfters aus dem nahen Hauptquartier in Lötzen nach Steinort, um im Waldesatem dieses Parks sich für seine schwere Arbeit neue Kraft zu holen. Auch nach dem Kriege ift'er noch zweimal in Steinort ge- wesen, dessen Zauber niemand mehr losläßt, der einmal aus Hast und Betrieb der großen Städte entflohen ist und den Frieden dieser Landschaft an sich gespürt hat. Das Schiff gleitet weiter. Kleine und größere Inselchen schwimmen auf der bewegten Fläche des Mauersees. Wildschwäne und andere Wasservögel scheucht seine Furche auf, Reiher kreisen über uns. Kleine Hügel, wald- und buschbestanden. geben den Rahmen. H er ist altes Preußen- land, hier stand einst der Eichenhain des Donnergottes Perkunos, dessen Grollen in heißen Sommernächten zürnend über Land und See scholl. Hier und da leuchtet das rote Dach eines Gutshauses durch die Wälder, kleine Dörfer und Einzelgehöfte stehen am Hfer. Wir fahren in den Kanal, der Mauer- und Löwentinsee verbindet und legen am Hafen in Lötzen an, der mit ihren elftausend Einwohnern zweitgrößten Stadt Masurens. Auch diese Stadt war einst Ordensgebiet; das 1350 errichtete, 1614 zu seiner heutigen Gestalt ausgebaute ehemalige Ordensschloß zeugt davon. Aber auch die jüngste Geschichte hat Löhen bedeutungsvoll mit dem deutschen Schicksal verknüpft. Hier erfolgte im 21 u guft 1914 der erste Russen sturm mit dem Ziel der Eroberung der Feste Boyen, die eine gute Viertelstunde vor der Stadt sich erhebt. 2m Ordens- schloß, das zwischen Stadt und Feste in schattigem Grün liegt, sind einzelne Räume zu einem heimatkundlichen Museum und einer vaterländischen Ge- denlhalle ausgestaltet. 2m Ehrensaal Fahnen, Bilder und Handschriften der Führer der Ostfront, Hindenburgs ragende Gestalt vor allem, der za hier im Lötzener Hauptquartier die Pläne zu den Masurenschlachten entwarf, die den ostpreußischen Boden wieder vorn Feinde befreiten. 2n der kriegsgeschichtlichen Sammlung hunderte von Erinnerungsstücken: Kosakenlanzen, Wassen- röcke, Kriegsgerät aller Art, russische Flugblätter an die Bevölkerung Lötzens, sich zu ergeben, deutsche Kundgebungen des Festungslommandan- ten, der Behörden — alle diese stummen Zeugen des Leides und des Leidens Ostpreußens nahmen die Heutigen: Vergeßt uns nicht, wir sind Grenzland! Heberall trifft man beim kurzen Rundgang durch die Stadt Erinnerungen an Jcne_ schwere Zeit, so schmuck sich die Stadt jetzt auch präsentiert. 2n der heutigen Hindenburgstrahe das Hinden- burg-Ludendorff-Haus, in dem die Feldherrn acht Monate wohnten. In der Lycker Straße 4 erinnert eine Tafel, daß in diesem Hause deS Kaufmanns 2acoby das Große Hauptquartier sich befand'— heute ist das Haus wieder dem! friedlichen Gewerbe dienstbar. Vom ostpreuhischen Rachkriegsschicksal erzählt die „Abstimmung s- e i ch e" auf dem Marktplatz, die nach dem denkwürdigen 11. Juli 1920 gepflanzt wurde —- 4909 deutsche, 3 polnische Stimmen in Löhen! — als Sinnbild und als Mahnmal ... Das neue Löhen ist eine Helle, hübsche Stadt, mit einem Kurhaus, schönen Anlagen am Löwentinsee, einem Strandbad und einer schönen Jugendherberge unmittelbar am Seeufer. Mittelpunkt des ostpreuhischen Wassersports, ausgezeichnet durch kräftiges gesundes Klima, Ausgangspunkt für herrliche Wald- und Wasserwanderungen — alles das ist Löhen. Bis zum Herbst fährt täglich der Dampfer „Ostwark" über die Seenkette: Löwentin-, Saiten-, 2alter-, Rikolaiker-, Deldahn- zum Riedersee — eine Fahrt von wunderbarstem Reiz. Blau schimmert der Löwentinsee, an dessen Horizont die Silhouette Lötzens verschwindet. Werträumig dehnt sich die Wasserfläche. Reif steht daS Korn, grün leuchten die saftigen Wiesen hinter dem Schilsgürtel, der tausenden von Wasservögeln ein schützendes Versteck bietet. Aus Parkbäumen schimmert eine weiße Hausfront, fpihe Giebeldächer über Scheunen und Ställen, hier und da ein Fischerdorf, ein einsames Gehöft. Mitten auf der Wasserfläche ein schwerer Fischerkahn, zwei dunkle Männersilhouetten gegen einen heiteren hohen Himmel. Von fern ein Glockenklang, der zu Hochzeit und Begräbnis ladet. Ein, zwei weiße Segelboete, die wie Falter über das Wasser schweben — Ruhe, tiefe, stille Ruhe ringsum. Rur das Schiff zieht eine leise rauschende Furche. Etwas lebendiger wird es in der Rähe des „masurischen Venedigs", wie man R i k o l a i k e n nennt. Am Landungssteg warten alte und junge Frauen auf die „Ostmark". Hinde reichen Päckchen herauf: „Maränen — kaufen Sie Maränen", tönt es bittend, „heute morgen frisch geräuchert". Sauber in Pergamentpapier verpackt sind dis goldbraunen Fische — die Spezialität und der Handelsartikel Rikolaiken. Am Brückenbogen angefettet sieht man den großen silberblihenden „Stinthengst", dessen langen, spitzen Kopf ein zierliches Krönlein schmückt, eine alte Fischersage symbolisiert das schwimmende Riesentier. Pittoresk baut sich Rikolaiken am Hfer entlang, ein geschachteltes, winkliges Städtchen, ein Gewirr roter Häuschen, geschmacklos überragt von dem grauen Wasser türm, den eine mißverstandene neue Sachlichkeit dieser Landschaft brüsk aufgezwungen hat — so fremd, wie einzelne Siedlungen mit Flachdach, denen man unterwegs begegnet ist. Tiefes Flaschengrün ist die Farbe des Deldahn- fees. Die Hfer rücken zusammen, Wälder steigen von den Höhen bis unmittelbarzum Wasser herunter. Zwischen ihren grünen Wänden zieht das Schiff seine Dahn. Einmal tun sich diese Wände für ein paar Minuten auf und herein in die grüne Stille blinkt der Spiegel des größten Wa- surensees — der Spirding. Bald kommt die Schleuse von Rudczanny. Eie kündigt sich durch Holzstapelplätze an. Eine große Ladung Treibholz, von einem kleinen Motorboot gezogen, schwimmt vorbei. Still, zu still ist es auch hier — die Sägewerke, die in besseren Zeiten hier arbeiteten, halten unfreiwillige Rast... Ihre Tagesfahrt schließt die „Ostmark" mit einer Hinfahrt über den Äiedersee, der hier die Seen- fette schließt. Sieben Inseln spiegeln sich int klaren Wasser, ernster Kiefernwald säumt feine Hfer, unterbrochen von grüngoldenen Lichtungen. Ein Forsthaus lugt aus dem Dickicht, tollte Schwäne rudern majestätisch vorüber, der Tauber gurrt — wie verzaubert liegen die sieben Inseln da, die Königsinsel, die Buchen-, die Dirken-, die Strauheninsel und wie sie alle heißen. Ostpreußen — weites, großes und gefährdetes Land... Der Zauber Masurens wirbt nicht stürmisch an unser Herz, aber nie wird feiner vergessen, der ihn einmal gespürt hat. Gießen, den 27. September 1932. Rehabilitiert. Ende März wurde, wie wir seinerzeit berichteten, auf Ersuchen einer auswärtmen Behörde der Der- forgungsanroärter Heinrich Spohr von hier von der hiesigen Kriminalpolizei unter der Anschuldigung des Verrats milltärischer Geheimnisse oerhastet und zur gerichtlichen Untersuchung nach München überführt. Spohr gehörte bis Frühjahr 1931 als Unterfeldwebel dem Gießener Bataillon an. Die Vorgänge zu feiner Verhaftung sollten meh. rere Jahre zurückliegen. Am 8.Juli wurde Spohr auf Gericktsbeschluß aus b e r Haft entlassen. Das Oberste Landes- gericht in Bayern, 2. Strafsenat, hat dann am 16. September nach Schluß der Voruntersuchung auf die Anträge des Generalstaatsanwalts und des Verteidigers beschlossen, den Angeschuldigten Heinrich Spohr außerVerfolg-ungzu setzen und die Kosten des Verfahrens der bayerischen Staatskasse auszuerlegen. Auch die dem Angeschuldigten erwachsenen notwendigen Auslagen, einschließlich der Kosten seiner Verteidigung, hat die bayerische Staats- fasse zu tragen. In der Begründung des Beschlusses wird eingehend dargelegt, daß gegen Spohr ein begründeter Verdacht im Sinne der Anschuldigung nicht vorliegt, ferner wird hervorgehoben, daß die Aussage eines anderen Angeschuldigten, den die Begründung als „moralisch minderwertigen Psychopathen" bezeichnet, in keiner Weise geeignet ist, Spohr zu belasten. Es wird hervorgehoben, daß Spohr unbestraft ist, sich während seiner zwölfjährigen Dienstzeit in der Reichswehr sehr gut geführt hat und im Februar 1922 einen im Dienste der Franzosen stehenden Spion, der mit ihm zwecks Erlangung militärischer Geheimnisse Beziehungen angcknüpst hatte, alsbald fest nehmen ließ. Irgendwelche äußere Umstände, die es wahr- scheinlich machen würden, daß Spohr im Jahre 1926 mit Franzosen in Verbindung getreten wäre, um ihnen militärische Geheimnisse zu verraten, sind nicht ermittelt. Weiter hebt die Begründung hervor, daß Spohr in der fraglichen Zeit sich in Gießen aufhielt und nicht in Worms, dem angeblichen Tatort, gewesen fein kann. Angesichts dieser Sachlage erging der Be- schluß, Spohr außer Serfolguna zu setzen und die bayerische Staatskasse mit der Verpflichtung zu belasten, ihm für die in der Zeit vom 23. März bis 8. Juli 1932 unschuldig erlittene Untersuchungshaft eine Entschädigung zu leisten. Modeschau bei Rowack. Eine Modenschau bedeutet das Erlebnis amüsanter, anregender Stunden. Das maßvoll kritische, aber auch wohlwollend dankbare Publikum der Frauen ist solchen Veranstaltungen immer sicher. Das Modenhaus Rowack hat in Gießen des guten Rufs genug, um auch seiner diesjährigen Herbstmodenschau den Erfolg (wenig, ft end den zunächst sichtbaren äußeren Erfolg des guten Besuchs) von vornherein sicherzustellen. In wohlerwogener Auswahl und in weiser Beschränkung sah man Kleider, Sportkostüme, Mäntel, Morgenröcke, Straßenkleider, Kleider zu Five v'clock und große Abendkleider. Eine Modenschau läßt sich von verschiedenen Gesichtswinkeln her betrachten. Da ist zunächst die Farbe, die sehr intereffiert Für Mäntel sah man Grau und Braun, das vornehme Schwarz, mit und ohne Pelz (Bisam, Silberfuchs, Oppossum u. a.), meist glatt verarbeitet, dennoch wird die schlanke Linie betont; man sah aber auch andere Farben, die gedämpft in der Tönung nicht weniger sympathisch wirkten. Bei den Kleidern trat eine bestimmte Farbe nicht in den Vordergrund. Reu und sehr fein wurden „Dlutbuche", „Rotbuche", „Buche" empfunden, „Elefantengrau", wie auch „Lichtgrau" forderten besondere Aufmerksamkeit hcraus. Heliotrop tauchte auf und löste bei allen feinem Reiz differenzierteste Empfindungen aus. Hellblau, Weiß, Hellgrün, Rot sah man in aparten Steigerungen. Schwarz mit Rot, Schwarz mit Rosa, Schwarz und Weiß fanden die Zuschauerinnen in den Abendkleidern fein kombiniert. Ein spezielles Kapitel stellt auch für diesen Herbst wieder die Machart dar. Diesmal ist die breite Schulter dominierend, die schmale Hüfte gewollt und die schlanke Linie (zum Gesellschaftskleid) durch den langfallenden Rock unterstütz^. Die Do- Wehrsport als zielbewußte Leibesübung, nicht nur zur allgemeinen körperlichen Ertüchtigung, sondern mit dem Ziel der Heranbildung des wehrhaften Mannes als Träger der Landesverteidigung, hat die bewußte Bejahung des Mehrwillens zurV o r- aussehung. Hierdurch unterscheidet sich der Wehrsport grundsätzlich von jenen allgemeinen Leibesübungen, wie sie in den Vereinen mit dem Ziele der Ertüchtigung von Leib und Seele gepflegt werden. Sportliche Betätigung im Sinne des rein körperlichen hat nichts mit Wehrsport zu tun; auch der Kriegsdienstverweigerer und Pazifist kann aus egoistischen Gründen den Wunsch haben, seinen Körper zu kräftigen und stählen. Erst der Wehrwille macht sportliche Betätigung zum Wehrsport. Der Wehrwille jedoch bleibt eine Eigenschaft deS einzelnen und ist das Bestreben des deutschen Mannes, seinen Teil zur Landesverteidigung beizutragen. Der Landesverteidiger im Kriegsfälle ist der Soldat, und aus dem Wehrwillen des einzelnen wächst der Drang, die Eigenschaften zu erwerben, welche er braucht, um seine Aufgaben im Dienste der Landesverteidigung erfüllen zu können. Wehrsport ist Zweck- sport und kennt keine sportliche Liebhaberei; er entwickelt keine „starken Seiten" im Kurzstreckenlauf ober Hochsprung, sondern der wehrhafte Mann muh seinen Körper stählen, um den körperlichen Anforderungen des Krieges gewachsen zu sein. Oft werden sportliche Betätigungen und Wehrsport denselben Weg gehen, aber leider fehll in Deutschland noch gänzlich die pflege des Schießsports, ohne den kein Wehrsport gedacht werden kann. Es genügt hier ein kurzer Hinweis auf die schiebsportliche Ausbildung der Jugend in der Schweiz und den Vereinigten Staaten von Amerika, um zu zeigen, wieviel gerade in Deutschland auf diesem Gebiet noch nachzuholen ist. Der Schießsport bietet für die Jugend ein weites Feld neuer Betätigung, und mancher Meister auf sportlichem Gebiet wird hier feststellen müs- lerojacke taucht verschiedentlich auf. Einige Gesellschaftskleids: erschienen gewickelt und vermitteln dadurch einen jugendlichen Zug. Aus der anderen Seite sah man Kleider, die in Details stark an Formen der Renaissance und des Mittelalters überhaupt erinnerten. Hier wurden reizvollste Wirkungen erreicht. DaS Strahenkleid hat seinen Charakter behalten. Knapp, flott, sparsam im verwendeten Putz, ist es mehr denn je ein Kind feiner Zeit. Der Mantel präsentierte sich ganz SJL-fpoit Gießener Segelflieger in -er Rhön. 334 Eegelflugstarts. - 18 Segelflieger legten Prüfungen ab. Aach der Rückkehr der Jungflieger des Vereins für Luftfahrt in Gießen (DLD.) von der Schulungswoche in Aßlar, die leider sehr unter der ungünstigen Witterung gelitten hatte, wurde in der Gruppe sofort mit dem Dau eines neuen Schulflugzeuges, Type „Zögling", und dem Dau eines Segelflugzeuges, Type „Falke", sowie mit dem Dau eines dazu gehörigen Transportwagens begonnen. Die Gruppe mußte das Fluggerät auf jeden Fall bis August fertigstellen, da ein Schulungslehrgang auf der Vasserkuppe in der Rhön zu diesem Zeitpunkte beginnen sollte. Mit großem Fleiß ging die Gruppe an die gestellte Aufgabe, es war notwendig, manche Rächt durchzuarbciten, um rechtzeitig mit den Flugzeugen fertig zu sein. Am 9. August wurden die beiden Schulflugzeuge, Type „Zögling", auf dem von der Firma Poppe in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellten Lastkraftwagen verladen. In der Frühe des 10. August wurde die Wasserkuppe erreicht. Das Segelflugzeug „Falke" konnte erst einige Zeit später auf dem neu hergestellten Transportwagen zur Rhön befördert werden. Dei der vorgeschriebenen amtlichen Llbnahme dieser Maschine durch den Bau- Prüfer wurde die saubere und sorgfältige Arbeit, die unter sachkundiger Leitung von Lehrmeister S ch e p P insbesondere von den Jungfliegern Jahnke, Schmidt und Schelling geleistet wurde, besonders anerkannt. Im Gegensatz zu der Schulungswoche in Aßlar waren die Wind- und Wetterverhältnisse auf der Wasserkuppe denkbar günstig. Unter Leitung der Turnlehrer König und E tz konnte fast jeder der auf der Rhön anwesenden 18 Gruppenmitglieder eine Prüfung ablegen. Arz- bächer, Hofacker, Horst, Reinewald, Schmidt- Albrecht und Fräulein Will legten die ^-Prüfung ab, Daerner, Eh, Grusemann, Jüngst und Scheuing die Z-Prüfung. Den zur Erlangung des amtlichen Segelflugzeugführerscheins erforderlichen vorletzten Flug führte Turnlehrer König aus, leider drehte dann aber der Wind, so daß die Prüfung nicht vollendet werden konnte. Während des Schulungslehrganges wurden insgesamt ausgeführt: 334 Starts mit einer Gesamtflugdauer von 83 Minuten, darunter 7 Flüge, 26 Z-Flüge, 1 OFlug und 1 Segelslug zur Erlangung des amtlichen Segel- flugführerscheinÄ. Als Beweis dafür, daß die Schulung mit besonderer Gewissenhaftigkeit erfolgte, ist die Tatsache festzustellen, daß bei den zahlreichen Flügen nur eine einzige Druchlandung zu verzeichnen ist. Die hierdurch notwendig gewordenen Ausbesserungsarbeiten konnten an Ort und Stelle innerhalb eines Tages vorgenommen werden, so daß eine Verzögerung in der Schulung nicht eintrat. Rach der Rückkehr von der Rhön erwartet die G.ruppe neue Arbeit: sämtliche Maschinen müssen überholt werden, um im Herbst neue Aufgaben erfüllen zu können. Aus der Tätigkeit der Gießener Motorflieger. Die Südwe st deutsche Sportflieger- Vereinigung (Motorflugsportgruppe des Vereins für Luftfahrt in Gießen) veranstaltete Flugtage in Hersfeld, Daden-Baden, Wasserburg am Inn, Tittmoning in Bayern, Passau, Helmstedt in Draunschweig, Hulst in Holland, Dlan- kenburg, Dernburg in Braunschweig, Verght in Holland und in Dülken. Der nächste S p r schabend findet am 5. Oktober in dem Flughafengebäude statt. Zwei schwer erkämpfte Siege. Gprelvereinigung 19001. gegen Breidenbach I. 4:1 (0:1). Diele Zuschauer hatten sich auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe eingefunden. Dem Spiel 1900 gegen Breidenbach sah man mit besonderer Spannung entgegen. Ausgezeichnete Witterungsverhältnisse und der in gutem Zustand befindliche Platz begünstigten den Spielverlauf. 1900 trat in folgender Aufstellung an: Schlarb II.; Luft, Lippert: Blum, Schlarb I., K. Schmidt; Best, Goebel, Heilmann, Teiler, Jäckel. Die Elf zeigte mehr als sonst und siegte verdient. Die Blauweißen waren den Gästen technisch und taktisch überlegen und die Breidenbacher hielten das Spiel nur durch ihren Eifer und ihre unverwüstliche Konstitution offen. (Gleichwohl die Gäste nicht schlecht waren und einen durchaus ernsten Gegner darstellten!) Schlarb im Tor der Spielvereinigung war nicht ungeschickt, Lippert und Luft waren sehr eifrig, die Läuferreihe fand sich überraschend gut zusammen und bediente den Sturm immer wieder mit Vorlagen, im Sturm selbst fiel Jäckel ziemlich ausi das Jnnentrio war gut, konnte sich jedoch gegen die ausgezeichnete, ruhige Verteidigung der Gäste nicht immer durchsetzen. Erst die letzten 15 Minuten entschieden das Spiel. Die Gäste hatten in ihrem Mittelläufer den besten Mann. Die Breidenbacher fühlten sich durch den Schiedsrichter benachteiligt und liehen das beim Schlußimf auf wenig schöne Weise wissen. Tatsächlich war der Schiedsrichter nicht sehr sicher. Der Spielverlauf sah zu Beginn die 1900er drückend überlegen. Die Gäste liehen sich aber nicht überraschen, fanden sich schnell, gingen ihrerseits zur Offensive über — gleichverteiltes Feldspiel bestimmte aber den flott und hartnäckig geführten Kampf. Schlarb wehrte einigemale vorzüglich ab. Die Blauweihen vergaben vor dem Tore einige Chancen. Plötzlich kamen die Breidenbacher durch. Zwar sah die Situation nicht sehr gefährlich aus, aber ein Deckungssehler der Verteidigung ließ den Mittelstürmer der Gäste zum Schuß kommen. Schlarb, völlig überrascht, lieh den Ball passieren. Run war 1900 um den Ausgleich bemüht. Die Pause kam. 1:0 für Breidenbach. Unverändert scharfes Tempo bestimmte auch die zweite Hälfte. Die 1900er konnten aber die Verteidigung nicht überwinden. Geraume Zeit verging, ausgefüllt von hartnäckigstem Kampf. Jeden Augenblick erwartete man den Ausgleich. Dann brach der Bann. Im Anschluß an einen Eckball köpfte Lippert zum ersten Erfolg für 1900 ein. Jetzt erst schien der Kampf um die Punkte zu beginnen. Die 1900er tauten sichtlich auf. Ein anderer Geist beseelte auf einmal die Mannschaft und entschied das Spiel. Wenige Minuten nach dem Ausgleichstor hatte Lippert wieder Gelegenheit, durch einen Kopfball erfolgreich zu sein. Dann gab Best eine schöne Flanke nach innen; Goebel schoß entschlossen ein. Die Breidenbacher wurden unruhig und verloren den Zusammenhang. Schließlich konnte Jäckel in der Zusammenarbeit mit Heilmann zum vierten Male erfolgreich sein. Die Bemühungen der Gäste blieben während der wenigen Minuten bis zum Schluß erfolglos. Cs wurde fair gespielt. Die Blauweißen verdienten ein Gesamtlob und die Gäste alle Achtung. • BfB.I.—Boiienhorn I. 6:1 (0:1). Für die Grün-Weihen waren Austragungsort und Sportplatz unbekannte Größen. Weder in Privat- noch in Verbandsspielen sind die Gießener mit ihrem sonntäglichen Gegner zusammengetroffen. Allerdings war man hinreichend gewarnt. Die VfBer traten die Fahrt ohne Leutheuser an, für ihn spielte Mattern. Die Grün- Weihen verdienen ein Gcsamtlob. Der Gastgeber wählte den Wind als Bundesgenossen, außerdem hatte er den abschüssigen Teil des Platzes für sich. Es ergaben sich somit zwei grundverschiedene Spielhälften. Vom Anstoß ab entwickelte sich ein schnelles, abwechslunZtzreiches Spiel, das zumeist ausgeglichen war. Beide Parteien hatten Chancen, aber auch beide Gegner verfügten über schlagsichere Verteidigungen. VfB. hatte schwer zu kämpfen, da der Wind bließ und bergauf zu spielen war. Kurz vor Schluß der ersten Spielzeit gelang es Bottenhorn, in Führung zu gehen. VfB's Sturm konnte bis dahin nichts erreichen, obwohl Läuferreihe und Sturm sich redliche Mühe gaben und die VfB'er die technisch besseren waren. Die meisten Schüsse gingen knapp daneben. Sofort nach Beginn der zweiten Spielhälfte zog VfB. durch Ritter gleich. Wie auf ein Signal hin lebten die Grün-Weihen auf und Angriff auf Angriff rollte vor das gegnerische Tor. Ritter schoh in kurzen Abständen zwei weitere Tore. Bottenhorn war durch diese Erfolge sehr verblüfft; anscheinend kann der sonntägliche Gegner keinen Spielverlust ertragen, denn er brachte nun eine mehr als harte Rote ins Spiel, nicht zuletzt auch verschuldet von einem undisziplinierten Publikum. Es half aber alles nichts, VfB. war in Fahrt; Wilhelm schoß noch zwei Tore und gegen Schluh brachte Fehling den 6. Treffer an. Die Grün-Weihen hatten einen schweren Kampf bestanden und einen zweifellos eindrucksvollen Sieg errungen. Leider wurde die Freude an dem Spiel durch häßliche Szenen getrübt. Der Schiedsrichter hatte große Mühe, das Spiel unter Dach und Fach zu bringen. Boxsieg GchmelingsüberMickey Walker Vor 40 000 Zuschauern boxte gestern abend Max Sch m e l i n g gegen den früheren Weltmeister im Mittelgewicht, Mickey Walker. In der achten Runde wurde der Deutsche zum Sieger durch technischen Knockout ausgerufen, nachdem Walker bis dahin dreimal zu Boden mußte. prenn verliert in Montreux. Der deutsche Spitzenspieler Daniel Prenn wurde bei den Meisterschaften von Montreux mit seinem Partner Lund im Herren-Doppel von Fisher-Maneff 4:6, 6:4, 8:6 geschlagen. Mit Frau v. Rezniczek unterlag er im Gemischten Doppel 6:4, 7:5 Frl. Payot-Fisher. Wirtschaft. * Die Industrie stellt ein. Die Firma Ludwig Krumm AG., Gold-Pfeil, in Offenbach a. M., hat auf Grund der Rotverordnung ihre Arbeitszeit von 48 auf 43 Stunden verkürzt. Rach dieser Maßnahme wurden in den letzten 14 Tagen über 100 Arbeiter neu eingestellt. — In der Fuldaer Industrie sind in den letzten Wochen verschiedene Reueinstellungen vorgenommen worden. So haben die Fuldaer Emaillierwerke 84 Personen neu eingestellt, die Fuldaer Gummiwerke 34 Reueinstellungen vorgenommen und die Fuldaer Wachsindustrie die Belegschaft insgesamt um 68 Köpfe vermehrt. * Arbeitsstreckung im Mansfeld er Bezirk. Zur Verminderung der Arbeitslosigkeit im Mansfelder Land hat die Mansfeld AG. für Bergbau und Hüttenbetrieb angeregt, daß die Belegschaften der Mansfelder Kupferbetriebe in eine besondere Form der Arbeitsstreckung einwilligen. Es soll auf diese Weise die Möglichkeit geschaffen werden, für Anfang Oktober etwa 600 Leute neu einzustellen. Die Verhandlungen sind noch im Gange, werden aber voraussichtlich noch im Laufe dieser Woche zum Abschluß kommen. frankfurter Abendbörse schwächer. Frankfurt a. M., 26. Sept. Die Abendbörse lag nahezu geschäftslos, da weder vom Publikum Orders, noch Anregungen von irgendeiner Seite vorlagen. Die Tendenz war weiter etwas schwächer, und im Vergleich zu dem matten Berliner Schluß gaben die Kurse meist weiter nach. Einige Verstimmung löste der erneute Kursrückgang für Kunstseideaktien aus, von denen Bemberg 1,5 Proz. einbühten und auch Aku über 1 Proz. schwächer lagen. An den übrigen Marktgebieten betrugen die Verluste von 0,25 bis 0,75 Prozent. Schiffahrtswerte blieben auf dem ermäßigten Mittagsniveau ziemlich unverändert. Im Verlaufe bröckelten die Kurse weiter ab. Kunstseideaktien blieben offeriert und Bemberg verloren weitere 1 Proz., wobei Zusammenlegungsgerüchte verstimmten. Am Rentenmarkt blieb die Stimmung freundlich. Für Gold- und Liquidationspfandbriefe erhielt sich das Interesse bei leicht anziehenden Kursen. Reichsschuldbuchforderungen konnten sich um 0,25 bis 0,50 Proz. erholen, waren aber am Schluß der Börse zu 65 Prozent für späte Fälligkeiten angeboten. Deutsche Anleichen lagen vernachlässigt. Von Stadtanleihen kamen die ehemals 8prozentigew jetzt 6proz. Frankfurter Schahanweisungen, die heute mittag gesucht, aber Rotiz waren, mit 71 Proz. um 5 Prozent höher gegen den letzten Kurs am Samstag zur Rotiz. Don ausländischen Stadtanleihen zogen Lissabon und Budapest je 0,75 Proz. an. Reubesitzanleihe 6,65, Altbesitzanleihe 55,75, Schuh- gebietsanleiche 5,0750, Lissabon Stadtanl. von 1886 23,50, Budapester Stadtanl. von 1914 33,50, 6proz. Frankfurter Schatzanweisungen 71, 6proz. Franks. Hyp. Bank Gold Reihe 8 bis 10 75,50, 6proz. Rhein. Hyp. Bank Gold Reihe 5 bis 9 75,25, Reichsbank 127, Gelsenkirchen 39,50, Rhein- stahl 68,50, Stahlverein 18,40, Aku 60,50, Bemberg 66 bis 65, Dt. Linoleum 49,50, Licht /2% Young.Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.'Schuld mit 69 63,75 55,85 6,75 58,5 51,25 73,9 73,25 79,5 79 90,75 90,75 63 79,5 64,25 55,75 6,65 58 51,5 75,5 79,9 79,45 71,65 69 78,5 63,9 55,75 6,75 50,75 70,75 68 79,5 64,25 55,8 6,65 50,5 71,5 vamburg-Amerna >43tue. . . . u Hamburg.Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampsjchiss . . . < Norddeutscher Lloyd.....< 91.®. jur Verkehrswesen Akt. . 0 Berliner Handelsgesellschaft . 4 Commerz- und Prival-Bank . 0 Darmstädter und Nationalbanl 0 Deutsche Bank und Disconlo-Gesellschast. . o Dresdner Banl...... o Reichsbant........1 91.15.®...........0 Bergmann.........0 Elektr. LleserungSgesellschast. 6 Licht und Kraft...... 6 Felten & Guilleaume.... 0 Gescllschast für Elektrische Unternehmungen .... 4 Rheinische Elektrizität ... SD Schuckert & Co....... 0 Siemens & Halske..... 9 Lahmeyer L Co....... 10 Budcriu,..........4 Deutsche Erdöl.......5 Gelsenkirchener.......8 Harpener..........O Hoesch Eisen.........6 Ilse Bergbau.......10 Ilse Bergbau Genüsse..... 19 19,9 43,5 91 54.75 75,75 62,5 126,65 35,65 72 89 60,5 73,75 73,75 77,5 135 116,5 17,65 18,65 43 91 54,25 75,5 62,25 127 33,75 71 88,5 59,5 74 73 76,5 135,5 113,5 18,13 36 14,25 19,9 43,5 92 54,75 75,75 62,5 127 35,25 21 71,5 88,75 60 74,13 73,5 77.5 135,75 116,25 17,75 34.5 18,65 43,25 92 54,25 75,5 62,25 127,5 33,5 89,13 58,9 74,25 74 77,25 135,25 112,5 Rieben Montan......7,. 19,25 18,5 109,25 113,75 172 101,75 136 29,5 43,75 37.13 56 53,5 „25 62 73 44,75 30,5 20,25 50,5 47 26 54 125 18,4 18,5 109 114 173 100,4 135,75 30 43,5 36,5 56,75 54 5,25 60,5 68 45,75 31 21 49,5 47,5 184,5 125 19,65 18,13 108.9 114 170,5 101,25 29,65 43,9 38 56,4 56 62,5 72,75 44,75 30,9 92,9 21 50,5 37,75 48 182,5 25,25 123,5 18,75 18 109,25 116 173 100,9 29,9 43,75 57,25 55 61,4 67,5 45,25 31,75 92,75 21 49 37,75 48 181,5 25,4 Helsingfors . Wien. . . . Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . Oslo.... Kopenhagen. Stockholm London. . . Buenos Aires Neuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Parts . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio be Jan.. Jugoslawien. Lissabon . . 51,95 12,465 3,057 169,23 73,33 75,57 74,73 14,57 0,906 4,209 58,34 21,60 16,49 81,16 34,47 81,82 0,999 0,308 6,344 13,29 b.Zöb 52,05 12,485 3,063 169,57 73,47 75,73 74,87 14,61 0,910 4,217 58,46 21,64 16,53 81,32 34,53 81,98 1,001 0,310 6,356 13,31 Banknoten b ,214 51,95 12,465 3,057 169,18 73,28 75,52 74,68 14,553 0,904 4.209 58,34 21,60 16,485 81,13 34,42 81,82 1,009 0,308 6,294 13,27 6/286 52,05 12,485 3,063 169,52 73,42 75,68 74,82 14,595 0,908 4,217 58,46 21,64 16,525 81,29 34,48 81,98 1,011 0,310 6,306 13,29 Bereinigte Stahlwerke .... 0 Otavi Minen....... 0 Kaliwerke Aschersleben ... 6 Kaliwerke Westeregeln ... 6 Kaliwerke Salzdetfurth . . 9 I. G. Farben-Jndustrte . . . 7 Scheidcanstalt.......10 Goldschmidt.........0 Rütgerswerke........0 Metallgeiclllchast.......0 Phllipp Holz mann......0 Zementwerk Heidelberg. ... 4 Ccmentwcrk Karlstadt.....0 Wayb & Freytag......0 Schultheis Patzenhofer ... 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) 0 Bemberg ......... 0 Zellstoff Waldhos..... o Zellstoss Aschaffenburg ... 0 Dessauer Gas........? Daimler Motoren......o Deutsche Linoleum .....o Orenstein & Koppel.....o Leonhard Ttetz........ SvenLka...... o Desgl. ohne Auslos.-Rechte . . 6% ehem 8%£>efi- Bolksstaat 1929 (iTirttahlb 102%)...... Oberhejsen Provinz-Anleihe mit Auelos.-Rechten...... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1...... 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl Golvvte. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Banl Goldvie 16 unkündbar bis 1936 6yt% ehem. 4Vt% Franks.Hyp.- Banl t'iau Piauvbricse . 6’/t% ehem. 4 Rheinische Hnv.-Bank-Liqu.-Goldpse. . 6% ehem 8% Br. Landcsviand. briesanstw' Bsandbriese R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand, briesanttall, Pfandbrieie R. 10 3erHn, 26. September Geld Brief 4% Oesterretchtsche Goiorenie . 4,20% Oesterreichlsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staalörente v. 1910 4Vä% bpsgl non 1913..... IU 7,4 6,75 6,75 3.75 3,9 4 6,5 11,5 5,55 19 IU 1,25 7,5 6,75 6,75 3,8 4 4 6,13 5,5 19 2 | 1 1 1 ?O OO 1 1 1 cn 1 1 2t 1 So 1 1 I II 39,5 76,5 40,65 77 97,75 36 56,5 24,25 25,5 68,5 4U,D 76,5 39,5 75,75 34,5 55,75 24 25,65 174 68,5 41 76,5 30,65 77,25 38,5 96,5 36,4 57 24,5 39,65 26,25 174,25 69,13 40,5 75,75 39,75 76,5 38,25 95,75 35,5 55,75 24 39 25 Ji 68,25 Amerikanische Noten....... Belgische Noten......... Dänische Noten......... Englische Noten......... Französische Noten........ Holländische Noten........ Italienische Noten....... Norwegische Noten........ Deutsch. Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten......... Spanische Noten......... Ungarische Noten........ 4,20 58,18 75,15 14,515 16,445 168,81 21,54 73 JO 2,46 74,50 80,95 34,28 4,22 58,42 75,45 14,575 16,505 169,49 21,62 73,40 2,48 74,80 81,27 34,42 6% abgesl. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Hollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I.......... 4% beSni Serie II...... Klocknerwerte........6 Mannesmann-Röhren .... 6 Mansfelder Bergbau.....0 Oberschles. Kolswerke .... 8 Phönix Bergbau......4% Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl.........6 Chade............ Frankfurter Maschinen . . . . o Grihner........... Mamkrastwerke Höchst a. M.. . 4 Süddeutscher Zucker.....$ 6% Rumän. verelnh. Rente v. 1903 4^%Rumän.vereinh.Rentev.l919 4% Rumänische vereinh. Rente 2»% . Anatolier...... »Bl» Di- JJBJr afron nicht seils Erft, ob der i unh Schass ttn M durch c [dien gehol t fit> dah'n entsch-' «litten werden" Walt suhlbar Die schwer Die Landwirtschaft la Schuldsumme mch tatsächlich ist die schuldung um 6J es im 3at>re 193 um so Pid hoher, rigen Derschuldm neu Mark mej zeit erfordert. S doppelt, wem M der Lcmdwi deutsche Dauer v verlausen müssen ner Schuld zu fx fern Zwecke den den. Es genügt die tzinsuhrkvnl höhere Eimahmi sichten einer Sie hast sind, solan beitslvsigkeit ar her die Landwi wirksame Mah getroffen Word Auf der and gemeine Zinsse Aentenmärkte i Kredits nicht Reichsregieninc lediglich bi schaftlichen sowohl -er 3ea. 3in[en bet Canb. ! Äta' **1 Qb|'9lei °l>- unb Ö der' 3 aiotbJ ?-eil iW «rs : Kapital zugMa, nachgezahlt Werl aber grundsäW Gläubiger i geschädigt i i nicht nur die Zi eochuldsumm stungsunsähigkei f ner gesährdi Zeit waren die außerordentlich Wr für den lchastlichen Kred derigen Entwickt Das Institut füi N den Grundsa M desto sicher wirtschaftlichen @ ^lausigen Derzi Ä die Dauer vo Scherung Wföft geölte 'reöitin [SSK SWbmif Ken. 9 « Mta Dirkuna?'chsr p'b-Ä K-L?7 •Qbei nnn 1 e be.