Nr. 227 Erstes Slan 182. Jahrgang Dienstag, 27. September (932 Die Parteien im Wahlkampf 31 Das Landwirtschastsprogramm des Kabinetts Papen GünstigeAufnahme in einem großenTeil derpresse.-Bedenken in Industrie- undHandelskreifen müssen. In diesem doppelten Sinne hat der Frei- Herr von Braun recht, wenn er die Bedeutung des landgesessenen Bauern für den Staat höher einschögt. Das Wort Chamissos, daß der Bauer kein Spielzeug sei, gilt im Hinblick auf die Wirtschaft wie unter den höheren Gesichtspunkten der Nation. der stärkste Haufe nicht in der Lage sei, die Macht zu erobern. Das Ziel sei: sich aus dem Niveau der Beschimpfungen zu erheben zu einer sachlichen Aussprache über das, was Deutschland zur Erneuerung brauche. Mahraun äußerte sich auch über die wirtschast- lichen Fragen. Es müsse die Ankurbelung von unten durch eine Hebung der Kaufkraft der Ma-sen kommen. Infolge des Siegeszugs der Maschine sei eine volle Beschäftigung aller Arbeitslosen nie wieder zu erwarten. Daher sei das deutsche Volk krisenfest und kaufkräftig nur zu machen durch eine Neuordnung des deutschen Raums. Die Wandrung zur Industrie müsse wieder zurückent- wickelt werden. Wir müßten die Massen z u r ü ck auf die Scholle führen durch eine umfassende Siedlung. Wir brauchten die Revolte der Men'chen, die zur Scholle wollten, und wir brauchten den ab'oluten Willen des Staates, diesen Menschen zu helfen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Rs» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Postscheckkonto: Zranksurt am Main 1168«. vruck vnd Verlag: vrühl'jche Univer^lüt^vuch. und Steindruckerei S. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulltratze 7. 58,18 75,15 16-$ 168-8' 21,5* 73JO 2,46 74,8° «0,93 5,2« Eine Rede Mahrauns zur politischen Lage. Celle, 26. Sept. In einer öffentlichen Kundgebung des Iungdeutschen Ordens sprach der Führer des Ordens, Artur Mahraun. Es sei die Stunde gekommen, so führte er aus, wo es in weitesten Kreisen dämmere, daß das Einfangen der Massen nicht die Lösung der deutschen Probleme bedeute. Daher würden, so müsse man hoffen, die nicht Öen Sieg davontragen, die den „Kampf gegen das System" mit einem Personenwechsel in den Ministersesseln verwechselten. Der politische Weg Hindenburgs müsse damit enden, daß er dem Parteienkuhhandel ein Ende bereite und an seine Stelle etwas Neues setze. Das würde der schönste Lohn für den Feld- marschall sein. Die Regierung habe den Rubikon längst überschritten. Es'gebe kein Zurück mehr zum Parteienhandel. Der Reichspräsident habe den Parteien die Macht entrissen, da sie nicht in der Lage seien, eine Regierung zu schaffen. Jetzt müsse weiter gegangen werden. Die Schäden der Weimarer Verfassung mühten beseitigt werden. Jede Verfassung aber werde für Deutschland nicht geeignet sein, die von neuem die Massen den Parteien ausliefere. Denn dann werde wieder die Demagogie siegen und das Volk verwirren. Mit dem stärksten Hausen mitzugehen, hätten viele schon für die Rettung gehalten. Jetzt habe sich aber herausgestellt, daß auch Arbeitsniederlegungen in Remscheid und Gladbach-Rheydt. Remscheid, 26. Sept. (ENB.) Bei der 21. v o n der Nohmer 2l G., Abteilung Alexander- werk, Remscheid, hat die gesamte Belegschaft in Stärke von rund 1000 Mann die Arbeit niedergelegt, nachdem auf Grund der Bestimmungen der Notverordnung vor einigen Tagen 400 Arbeitskräfte neu eingestellt worden waren. Für heute waren weitere Ncueinstellun- §_en geplant. Auf Antrag des Werkes wird sich der Schlichter in Dortmund mit der Angelegenheit befassen. In Gladbach. Rheydt sind die Belegschaften zweier Webereien — etwa 200 Mann — heute früh aus gleichen Gründen in den Ausstand getreten. 6> 52,05 12,«5 3,Ott 75,6 74.« 14,595 0,908 4,217 58,§ 21,64 16,525 81,S 34,48 81, 1,011 310 6;^ 13,ö 58,42 75.45 14,575 16/ti5 169,48 21,62 73,W 2^8 74-80 bei der Sozialpolitik abzubauen, um ihn bei der Agrarpolitik in gigantischem Ausmaß aufzutürmen. Das „HamburgerFrcmdcnblatf schreibt, die Kontingentierungspolitik werde Industrie, handel und Verkehr schädigen, da mit Gegenmaßnahmen der betroffenen Länder zu rechnen sei. — Die „H a m b u r g e r N a ch r i ch t e n" fassen die Münchner Entscheidung als einen Versuch auf, „dem Ideal, einem gesunden Interessenausgleich zwischen Industrie und Landwirtschaft", möglichst nahe zu kommen. Das im Augenblick wichtigste sei wohl die Feststellung, daß keine neue Zwangszins- fenfung kommt. Das Blatt erkennt des weiteren an, daß die Förderung der privaten Initiative durch das Agrarprogramm nicht angetastet worden sei. Die „Kölnische Zeitung" schreibt u. a.: Die Landwirtschaft wird anscheinend bewußt aus dem privatwirtschaftlichen Sektor der deutschen Gesamtwirtschaft herausgenommen. Die äußere Form, wie beispielsweise das Privateigentum, wird mit Kollektiv- und staatsinkerventionistischen Maßnahmen zwar aufrechterhalten, aber vom privatwirtschast- lichen inneren Wesen und Ethos, d. h. der Selbst- Verantwortung, bleibt nicht mehr viel über. Im heutigen Jargon ist der Ausdruck Wohlfahrts- ft a a t fast ausschließlich auf die Arbeiterfürsorge aller Art angewandt worden. Was hier zugunsten der Landwirtschaft getan wird, gehört ebenfalls in diese Schublade. Es erscheint aber politisch und ökonomisch gleich unzweckmäßig, den Wohlfahrtsstaat 12,465 3,057 169,18 73,28 75, 74, ||,553 0 904 4,209 58,3« 21,60 16,485 81,13 34,42 81-82 1,009 ,308 6,294. 13,27 können, nämlich, daß sie eine Revolution Hervorrufen werden, die möglicherweise noch heftiger sein wird als die französische Revolution." Reichsvorstandssitzung der Volksrecht-Partei. Berlin, 26. Sept. Im Reichsparteivorstand der Volksrechtpartei berichtete der Reichsführer, Abg. Däuser (Stuttgart) über die durch die Auslösung des Reichstags geschassene politische Lage. Der Reichsparteivorstand kam einmütig zu der Feststellung, daß der Dolksrecht-Kamps für den deutschen Rechts- und Kulturstaat, gegen die Auswüchse des Parteienstaates, gegen die Gefahren eines einseitigen Parteistaats und gegen diktatorische Absichten heute notwendiger ist als je. Die Partei wird sich auch im kommenden Wahlkampf nachdrücklich für diese Ziele einfeL- zen und für eine sachliche, aus Vernunft aufgebaute Poli t i k derener- gischen Tat kämpfen, deren Leitstern d i e 3 ö c e des Rechts ist. Der Reichsparteivorstand ermächtigte den Reichsführer, die für die Vorbereitung der Wahl erforderlichen Schritte zu tun und die notwendigen Verhandlungen zu führen. In dem Wirtschaftsprogramm der Reichs r egierung erblickt die Dolksrecht- Partei einen mutigen Versuch, dem man Erfolg wünschen muß. auch wenn man m Einzelheiten Bedenken hat. Die Dolksrecht-Par- tei wünscht vor allem, daß die Belebung der Wirtschaft nicht nur von der Produktion aus versucht wird, sondern daß wirksame Maßnahmen zur Belebung auch von der Seite der Kaufkraft her getroffenwerden. Dazu ist zunächst nötig, daß alle Maßnahmen unterbleiben, durch welche die B i l d u n g von inländischem Sparkapital beeinträchtigt würde. Heute muß im Gegenteil positiv alles geschehen, was die inländische Kapitalbildung fördern kann, damit von hier aus die deutsche Volkswirtschaft zur Gesundung geführt und auch die Arbeitslosigkeit behoben wird. Die Volksrecht-Partei wird der Reichsregierung erneut Vorschläge zur Erreichung dieser Ziele unterbreiten. MetzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen "'«ONtf DZ Ekelst. j£ü)0t'5ilSt®'’ lleklra ]ut Der« erabjuschen. a jum Zweck der in verlorenen Zu- listet, der in der itigt war. 400 000 f neue Dechmmz is von 179000) anbfungäunloftcn -sen und Äurä- 3\M WW) iM^amNMOOO ifanfc ist u. a. dos )00 000 (10000000) nungsrüdlagc mit >iger mit 1 180003 360 000 (1040 000) Ulf. (i.D. nicht ge- iq ist eine 7prvz. 3000000 ssr. ent* : von zehn wahren zewiescn ist, (3- 2- W) Änlagewer e 10 (24250000* 990000 (-) Wk, jjf, Schuldner mit it die Regularien cch den Tod aus- indisch sind d'e bereit m den tung des Strom- ((en jungen m" dem ,ren Derwer* ignissederGc' wird eine we g zu erwägen (ein- Aku P übrigen ?VOn 0.25 bis leben aus dem ^unverändert, urse werter ab. ./ad Temberg Zusammen, k Stimmung L'qmdations. J * ki leicht an- buchsorderungen 'ch Avalen, wa- .^Prozent für utsche Anleihen Anleihen kamen H Franksur- ' nnllag gesucht. 11 um 5 §rozrn!i 5 Samztag w 'dlanlechen zogen Proz. an. Aeu. Oe 55,75, Hchw,. 1 Stadtonl. von l. von 1914 33,50 ungen 71, öproz! • 8 bis 10 75,50 > Aeihe 5 bis 9 chen 39,50, Rhein. Atu 60,50. Rem. >.50, 2id)t&Ärflft 100,40, Lahmeyer oyd 18,65 Preisen abzusetzen. Die Kontingentierung umfaßt neben der Einfuhr von Erzeugnissen der Viehwirrschaft und des Gartenbaues auch die von Holz, weil der einheimischen Holz- und Forstwirtschaft durch die Einfuhr billigerer ausländischer Hölzer gegenwärtig der Absatz ihrer Erzeugnisse vielfach unmöglich gemacht wird. Endlich soll aus ähnlichen Gründen auch die Einfuhr von Karpfen und die von Reisabfällen kontingentiert werden. Das Ziel des neuen landwirtschaftlichen Notprogramms der Regierung Papen ist die Wiederherstellung des Gleichgewichts im Haushalt des deutschen Landwirts. Dieses Ziel soll durch die gleichzeitige Erhöhung der landwirtschaftlichen Erträge und Senkung der Zinslasten verfolgt werden. Die jetzt gefaßten Beschlüsse der Reichsregierung bringen der Landwirtschaft in der Kontingentierungsfrage einen vollen Erfolg, während in bezug auf die Zinssenkung eine für die Landwirtschaft tragbare Kompromißlösung gefunden worden ist. Mag man industrieller Erzeuger oder städtischer Verbraucher fein: den Ausgangspunkten und den Leitgedanken der programmatischen Rede des Reichs- landwirtfchaftsministers in München wird man nicht widersprechen. Es ist tatsächlich ein falscher Glaube, daß man das deutsche Volk auf die Dauer aus dem Export allein ernähren könne. Die Erfahrungen gerade in der letzten Zeit haben gezeigt, daß wir uns bei einer solchen wirtschaftlichen Einstellung vollkommen von zwischenstaatlichen Zusammenhängen abhängig machen. Ohnmächtig mußten wir zuschauen, wie in den drei letzten Jahren der Wert unserer Ausfuhr sich von 14* auf 6j Milliar- den verminderte. Wenn wir uns von der Ausfuhr allein abhängig machen, verlieren wir unser Selb st bestimmungsrecht als Nation. Wir geben den innigen Zusammenhang mit dem Mutterboden der deutschen Erde preis und damit auch die Grundlage, von der aus die Großstädte und chre Kultur sich immer wieder völkisch erneuern Sin AuSlandSinlerview Hitlers. London, 26. Sept. (SH.) In einer Unterredung mit einem Vertreter der „Daily Mail" richtete Hitler scharfe Angriffe gegen die Reichsregierung. Er habe es gar nicht nötig, so erklärte Hitler, gegen die Regierung zu agitieren. Er könne sich ruhig in die bayerischen Berge zurückziehen und die Politik vergessen. Die Regierung von Papen würde in der Zwischenzeit sein Propagandawerk für ihn durchführen. Die gegenwärtige Regierung sei auf Sand gebaut und nicht auf dem Felsen des Volkswillens. Deutschland sei eine Autokratie geworden, die mit dem zaristischen Dorkriegsruhland zu vergleichen sei. Keine Regierung in Deutschland könne jedoch ihre Macht gegen den Willen des Volkes behaupten. Die jetzige Regierung müsse wie ein Kartenhaus zusammenbrechen. Hitler wandte sich dann gegen das Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung, unter der das Volk leiden werde. Er werde demnächst eine Erklärung veröffentlichen, in der das Wirtschaftsprogramm im ganzen und in den Einzelheiten behandelt werde. Das Programm sei in erster Linie zum Scheitern verurteilt, weil es nicht vom Vertrauen des Volkes getragen sei und weil es die lebenswichtige Frage der Vermehrung der Erzeugung nicht berühre. Die nationalsozialistische Bewegung würde einen au s- gereiften P l an für die Behandlung der wirtschaftlichen Fragen Deutschlands in Kraft sehen, der sicherlich die Zustimmung des Reichstages und des Volkes finden würde. Die Nationalsozialisten würden siegreich sein und Deutschland neues LebenundneueGröße bringen. Anschließend erklärte Hitler, aus die Worte eines Regierungsanhängers bezugnehmend, daß das Volk von den seit der französischen Revolution gelehrten giftigen Grundsätzen befreit werden müsse: „Dies scheint zu bedeuten, daß der Wille des Volkes von jetzt ab als nicht vorhanden betrachtet werde. Ich kann versichern, daß die an der Macht Befindlichen, falls sie versuchen, das Volk so au behandeln, wie es vor der französischen Revolution behandelt wurde, einer Sache sicher sein B e r l i n, 27. Sept. (SH.) Heber die Rede des Reichsernährungsministers zum Agrarprogramm der Reichsregierung stellt der „T a g" ldeutsch- nat.) zusammenfastend fest, daß die Maßnahmen der Reichsregierung eine erfreuliche Ergänzung des angebahnten Gesundungswerkes darstellten. Vor allem komme es darauf an, daß die Regierung Papen auf dem Wege entschlossener Taten fortschreitet, bis ihre Aufgabe gelöst sei. Taten seien das einzige und beste Abwehrmittel gegen hemmungslose und von Sachkenntnis nicht getrübte Agitationsreden in Stadt und Land. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" (kons.) ist der Auffassung, daß die Bemühungen, eine Synthese zwischen den Wünschen der Landwirtschaft und den Interessen der Allgemeinwirtschaft sowie der deutschen Industrie zu finden, anerkennenswert, wenn auch keineswegs gelungen find. — Die „B ö r s e n z e i t u n g" (kons.) findet, daß die mehrfach betonte Erkenntnis der Reichsregierung von der verständnisvollen Förderung des Binnenmarktes als der ersten Voraussetzung für die Gesundung der Wirtschaft in den einzelnen Programmpunkten einen klaren und eindeutigen Niederschlag gefunden habe — Die „Deutsche Tageszeitung" (Landbd.) schreibt, es sei festzustellen, daß die Landwirtschaft in der Frage der Lastensenkung teilweise doch wieder nur vor Anfängen stehe, die zum Seil noch mit dem deutlichen Charakter der Halbheit belastet seien. Die Reichsregierung müsse schnellstens und müsse namentlich gegenüber dem Auslande mit stärkerer Entschlußkraft, als sie hier bisher sichtbar geworden sei. handeln, damit diese Hoffnung nicht wieder zuschanden werde. — Die „®ermania“ (Ztr.) kommt zu dem Schluß, daß Jid) das neue Programm durch eine Einseitigkeit auszeichne, die für andere Wirtschaftszweige zu schweren Nachteilen führen müsse. Dadurch würden die günstigen Wirkungen für die Landwirtschaft teilweise wieder zerstört. Eine Gesundung der Landwirtschaft sei nur im Zuge mit einer Gesundung und Belebung der übrigen Teile der Wirtschaft möglich und durchführbar. Diese notwendige Verknüpfung -wischen Agrarpolitik und übriger Wirtschaftspolitik lasse das neue Programm leider in wesentlichen Teilen vermissen, wobei nicht verkannt werden solle, daß andere Teile, wie die Zinssenkung, nicht ohne Erfolg versuchen, die relativ beste Lösung zu finden. — Die „T ä g l. Rundschau" (Tatkreis) ist der Auffassung, daß das Programm auf keinem Gebiete eine grundsätzliche Entscheidung bringe. Es sei gerade so gestaltet, daß man damit Zeit gewinnen möchte, um die grundsätzlichen Entscheidungen vielleicht später bringen zu können. Praktisch bedeute natürlich die Subvention eine Erleichterung für die Landwirtschaft, aber nicht auf Kosten der Gläubiger, die angeblich das Risiko mit hohen Zinsen getragen hätten. Die Regelung der Einfuhr sei dagegen für die Landwirtschaft unbefriedigend. Der „Vorwärts" (Soz.) bezeichnet das Pro- aramm als ein Kompromiß, das der gesamten Wirtschaft und der Masse der Steuerzahler teuer genug zu stehen kommen werde. Besonders wird bemän- , gelt, daß sich die Regierung allen Warnungen der Industrie ,zum Trotz und ungeachtet des Protest- sturmes der Arbeitnehmerorganisationen mit der Einführung der agrarischen Kontingente noch tiefer in die handelspolitische Gefahrzone begeben habe. Bauernyttft-. Die Reichsregierung hat ihrer großen Hilfsaktion für Industrie und Arbeitsbeschaffung e i n Programm zur Rettung der Landwirtschaft folgen lassen. Die Entscheidung über die dabei einzuschlagenden Wege ist ihr sicherlich nicht leicht gefallen. Sie hat lange geschwankt. ob der deutschen Landwirtschaft besser durch Schaffung von Einfuhrkontingen- t c n ober durch Ermäßigung der Zinslasten geholfen werden soll. Schließlich hat sie sich dahin entschieden, daß beide Wege beschritten werden müssen, um der deutschen Landwirtschaft fühlbare Erleichterung zu verschaffen. Wie schwer die Schuldzinsen heute auf der Landwirtschaft lasten, geht aus der Höhe der Schuldsumme nicht ohne weiteres hervor, denn tatsächlich ist die landwirtschaftliche Gesamtverschuldung um 6 Milliarden Mk. geringer als sie es im Jahre 1931 war. Aber die Zinsen sind um so viel höher, daß die Verzinsung dieser niedrigen Verschuldung jährlich 200 Millionen Mark mehr als in der Vorkriegszeit erfordert. Der Zinssatz hat sich sogar verdoppelt, wenn man die verminderte Rentabilität der Landwirtschast berücksichtigt. Hat der deutsche Bauer in der Vorkriegszeit ein Schwein verkaufen müssen, um den Dierteljahreszins seiner Schuld zu bezahlen, so muß er heute zu diesem Zwecke den Erlös zweier Schweine aufwen- den. Es genügt heute daher keineswegs, durch die Ginsuhrkontingente dem Landwirt etwas höhere Einnahmen zu verschafsen, zumal die Aussichten einer Steigerung der Agrarpreise zweifel- , hast sind, solange die gegenwärtige Massenar- ~ beftslosigkeit andauert. Die Zinslast würde daher die Landwirtschast erdrücken, wenn nicht auch wirksame Maßnahmen zu einer Zinsabbürdung getroffen worben wären Auf der anderen Seite mußte eine zweite allgemeine Zinssenkung vermieden werden, um die Rentenmärkte und die Grundlagen des deutschen Kredits nicht aufs neue zu erschüttern. Die Reichsregierung hat daher den Ausweg gefunden, Icdigltd) die Zinssätze der landwirtschaftlichen Schulden zu senken, und zwar sowohl der Real- wie der Personalschulden. Alle Zinsen der Landwirtschaft, die über den Mindestsatz von 4 v. H. hinausgehen, werden auf zwei Jahre gestundet werden. Sie sollen freilich dem Kapital zugeschlagen und später einmal in Raten nachgezahlt werden. Die Reichsregierung steht ober grundsätzlich auf dem Standpunkt, daß der Gläubiger durch diese Zinssenkung nicht geschädigt wird, weil ohne sie sehr bald nicht nur die Zinszahlungen, sondern auch die Schuldsummen infolge der wachsenden Leistungsunfähigkeit der landwirtschaftlichen Schuldner gefährdet fein würden. Schon in letzter Zeit waren die Zinsrückstände der Landwirtschaft außerordentlich hoch. Sie würden bald zu einer Gefahr für den Schuldner und für den landwirtschaftlichen Kredit werden, wenn man der bisherigen Entwicklung untätig ihren Lauf ließe. Tas Institut für Konjunkturforschung hat kürzlich den Grundsatz aufgestellt: „Je niedriger der Zins, desto sicherer ist das Kapital" Die landwirtschaftlichen Gläubiger tauschen also für den vorläufigen Verzicht auf einen Teil der Zinsen auf die Dauer von zwei Jahren eine größere Sicherung ihrer Zinsen und ihres Kapitals ein. Hngelöst geblieben ist die Frage, wie den Realkreditinstituten, deren Pfandbriefe ganz oder zum großen Teil durch landwirtschaftliche Hypotheken gedeckt sind, geholfen werden soll. Die Reichsregierung hat sich nur grundsätzlich bereit erklärt, diejenigen Realkredit- ' rstitute, die mehr als 10 Prozent ihres Ge- icmtkapitals in landwirtschaftliche Hypotheken angelegt haben, für den Ausfall, den sie durch die zweijährige Zinskürzung bzw. Zinssenkung erleiden, irgendwie zu entschädigen. An eine Senkung der Pfandbriefzinsen wird allo zunächst nicht gedacht. Sie wäre auch, wenn sie auf die durch landwirtschaftliche Hypotheken gedeckten Pfandbriefe beschränkt bliebe, schwer durchzu- ftihren. Die Reichsregierung will offenbar d i e Wirkung der Zinssenkung erst abwarten, um bann endgültige Maßnahmn zur Entschädigung der Realkreditinstitute und Wohl auch der Sparkassen und anderer Gläubigergruppen zu treffen. Wenn man die Zinskürzung von vornherein a u f zwei Jahre beschränkt hat, so ging man Jabel von der Ansicht aus. daß sich innerhalb dieser Leit die Leistungsfähigkeit der deutschen Landwirt- chaft wesentlich erhöhen würde. Diesem Ziele dient derjenige Teil des Wirtschaftsprogramms der Reichsregierung, der eine Erhöhung der landwirtschaftlichen Erträge zum Ziel hat. Das Kernstück dieser Maß- nijmen ist die Kontingentierung der Ein- 'uhr der wichtigsten Agrarerzeugnisse. Die gegenwärtige Reichsregierung ist der Ansicht, daß die Handelspolitik der Nachkriegszeit einseitig auf Förderung der Exportindustrie eingestellt gewesen sei. rie will deshalb die Zollbindungen, durch dis der Landwirtschaft die Abwehr der ausländischen ilirlerbietungskonkurrenz erschwert oder unmöglich scmacht wird, auch auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Vercdelungs» 16 I i g k e i t also der Vieh- und Milchwirtschaft, des bbst- und Gemüsebaues usw., beseitigen, nach- iem sie in der Getreidewirtschaft bekanntlich bereits lklöst worden sind. Die beschlossene Einfuhrkontin- jentierung soll aber nicht starr sein und auch nicht »nötig straff zentralisiert werden. Die Einfuhr soll tut mengenmäßig so weit begrenzt werden, wie es las Bedürfnis der deutschen Landwirtschaft erörtert, die eigenen Erzeugnisse im Inlande zu ange- nefjenen, den Gestehungskosten entsprechenden Erscheint täglich, außer .Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugrpreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. $ernfAed)anfd)lüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. L „Wir wollen helfen!" Reichspräsident und Reichsregierung rufen zur Winterhilfe auf. Ein Interview mit dem Reichskanzler. Königsberg, 27. Sept. (DJIB. Aunkfpruch.) Auf seiner Heimreise von Ostpreußen nach Berlin gewährte Reichskanzler von Popen dem hauptschriftleiler der „Königsberger Allgemeinen Zeitung" eine Unterredung, in der erzur Sonntagsrede herriots erklärte, wenn die Rede wirklich so gehalten worden sei, so sei sie ihm allerdings völlig unverständlich. Soweit herriot den Erlaß zur Jugendertüchtigung kritisiere, so könne er nur erklären, daß die körperliche und geistige Wehrhasthaltung der Jugend die e r n - steste sittliche Pflicht zum Schuhe des Vaterlandes fei, und daß sie nur das Postulat der Sicherheit erfülle, mit dem Frankreich dauernd operiere. Der Reichskanzler betonte weiter mit Rachdruck, wie sehr ihm die Wiederher st ellung gefestigter verfassungsmäßiger Zu - st ä n d e am Herzen liege. Die Regierung lehne esab.selbst Parteizuergreifen, da dies ihrer Grundauffassung widersprechen würde. Er glaube aber mit Bestimmtheit, daß Wittel und Wege gefunden würden, um diejenigen, die Sinn und Ziel dieser Regierung bejahen, für die Wahlen zu sammeln. Aus aller Welt. Oie Werkspionage-Affäre -ei der AEG. Zu der W e r k s p i o n a g e bei der AEG. und der Verhaftung des Betriebsingenieurs Schrö- t e r und des Chemikers Dr. Hertz erfahren wir, daß die französische Konkurrenzfirma der AEG. auf das Angebot von Schröter und Hertz nur zum Schein eingegangen ist und die AEG. von der beabsichtigten Werkspionage sofort in Kenntnis gesetzt hat. Herbstversammlung des Vörsenvereins deutscher Buchhändler. Der Börsen verein deutscher Buchhändler hielt in Koburg unter dem Borsih des Verlegers Dr. Friedrich Oldenburg (München) seine diesjährig« Herbstversammlung ab. Die Versammlung sprach sich in einer Entschließung gegen jede Subventionierung des Tuchhandels aus und stellte sich hinter das wirtschaftliche Programm der Reichsregierung, forderte aber wie bisher dringlich die Aufrechterhaltung deutschen Kulturgutes. Alle zuständigen Stellen im Reich, Ländern und Gemeinden werden nachdrücklich auf die wiederholten Eingaben hingewiesen, in denen seit Jahren gegen LieKürzungenderfürkulturelleAuf- gaben bestimmten Posten in den Haushalten der öffentlichen Verwaltungen Stellung genommen worden ist. Leider seien Jahr für Jahr die Mittel immer mehr zusammengestrichen worden. Infolge dieser Etatskürzungen und der Ausfuhr- Drosselung stünden wieder viele Derlagsunter- nehmungen vor der Frage der Stillegung. Von den obersten Regierungsstellen im Reich und kn den Ländern sei wiederholt zugesichert worden, daß trotz des Zwanges zur Sparsamkeit die Pflege des deutschen Geistesgutes nicht verkümmern dürfe. Der deutsch« Buchhandel erwarte, Daß bei den bevorstehenden Beratungen der Haushaltspläne ein weiteres Abgleiten desKul- turetats verhindert und geprüft wird, wie möglichst bald ihre Wiederauffüllung ermöglicht werde. Weiter wurde die Frage der Berufsausbildung behandelt, auch wurde beschlossen, an das Reichspost-Ministerium erneut eine Eingabe zu richten, in der die Wiedereinführung der 50- Gramm-Drucksache zu drei Pfennig verlangt wird. Die Lage der unteren und mittleren Post- und Telegraphenbeamten. Der 21. Derbandstag des Reichsverbandes Deutscher Post- und Telegraphenbeamten e. V-, über den bereits mehrfach berichtet wurde, forderte u. a. Verbesserung der Anstellungsverhältnisse der Hilfspostschaffner und Hilfspostkraftwagenführer, der Deförderungsverhältnisse der Postschaffner und Postboten, der für den Aufstieg in Stellen des mittleren Postfachdienstes geprüften Beamten sowie jener der technischen Betriebszweige; ferner Beseitigung besonderer Härten bei der Anrechnung von Dienstzeiten auf das „Ein neuer schwerer Winter steht vor der Tür. Mitfühlende Nächstenliebe, die aus freiem Willen hingibt, was sie entbehren kann, vermag viel. Sie muß neben die Anstrengungen von Reich, Ländern und Gemeinden treten, um die Arbeitslosen und Arbeitsunfähigen vor der äußersten Not zu schützen. Daß diese Nächstenliebe noch lebendig ist, hat der vorige Winter bewiesen. Trotz der Verarmung unseres Volkes wurde mehr gegeben als je zuvor, — dank der großen Opfer aller derer, denen es ernst war mit dem Worte: Wir wollen helfen. War diese Hilfe auch bescheiden gegenüber der Not der Millionen, so hat sie doch in vielen Hunderttausenden den Mut gestärkt, in fast hoffnungsloser Lage auszuharren. Auch in diesem Winter muß und wird die Losung aller Deutschen, die guten Willens sind, lauten: Wir wollen helfen. Im Namen aller Hilfsbedürftigen, im Namen aller offenen und verschwiegenen Not bitten die unterzeichneten Verbände: Helft weiter in o v f e r - bereiter Liebe! Helft von Mensch zu Mensch, soweit ihr könnt! Helft aber auch durch Spenden an Lebest sm itteln, Kleidungs- und Wäschestücken, an Heizmaterialien und an Geld den in der Winterhilfe tätigen Organisationen, damit sie in gewissenhafter, geordneter Arbeit den Kampf gegen die Not weiter führen können." Deutsche Liga der freien Wohlfahrts- pflege: Zentral-Ausschuß für bie Innere Mission erhaltung des Derufsbeamtentums bei der DRP., weil hierin die beste Gewähr für die Wahrung des Postgeheimnisses, eine zuverlässige Behandlung der Postsachen und ein sicheres Funktionieren der dem öffentlichen Interesse dienenden Rachrichtenübermittlung erblickt wird. In der Einrichtung einer Postsparkasse sieht der Verbandstag einen geeigneten Weg, um den Spartrieb zu neuer, vom Vertrauen in die Sicherheit der angelegten Gelder für Zwecke der Wirtschaft und damit der Arbeitsbeschaffung getragenen Betätigung zu erwecken. Lin Danziger Segelkutter an der bretonischen Küste gestrandet. An der bretonischen Küste wütete ein heftiger Sturm. In Turgalle wurde ein Segelkutter a n den Strand geworfen, in dessen Kabine sich zwei völlig erschöpfte Deutsche, Richard Rexin und Otto Folk mann aus Danzig befanden. Die beiden jungen Männer erklärten, daß sie Ende Juni mit zwei anderen Kameraden heimlich an Bord ihres Kutters „Freiheit" den Danziger Hafen verlassen hätten, um sich nach Spanien zu begeben. Unterwegs sei jedoch einer ihrer Freunde krank geworden und in Hamburg an Land gegangen. Der zweite habe sie in Holland verlassen. In Cherbourg hätte ihnen die Hafenbehörde ordnungsmäßige Papiere ausgestellt. Da der Kutter nur unwesentliche Beschädigungen erlitten hat, werden die beiden Segler voraussichtlich bei Eintritt besseren Wetters ihre Reise fortsetzen. Schweres Motorradunglück. Auf der Landstraße zwischen Dischweiler und Muggensturm (Baden) hat sich ein schweres Motorradunglück zugetragen, das zwei junge Menschenleben forderte. Der Motorradfahrer Oskar K i st, ein 23jähriger Gastwirtssohn aus Oensbach (Amt Bühl), der von Bischweier kommend in der Richtung nach Muggensturm fuhr, verlor die Herrschaft über sein Fahrzeug und kam in voller Fahrt zu Fall. Das Motorrad überschlug sich mehrere Male und stürzte eine Böschung hinab. Kist und sein Soziusfahrer, der erst vor kurzem aus Amerika zurückgekehrte Karl Harter aus Oensbach, einziger Sohn eines Postbeamten, wurden in großem Bogen auf die Straße geschleudert und blieben mit schweren Schädelverlehungen tot auf dem Platze liegen. Ein Auto, das von Muggensturm kam und dem im 80-Kilometer-Tempo dahersausenden Motorrad ausweichen wollte, kam zu weit nach rechts und fiel gleichfalls um, doch blieben die Insassen unversehrt. Großseuer in Dessau. Di« Chemisch« Fabrik G. m. b. H. Dessau wurde von einem gefährlichen Grohfeuer heimgesucht. Der Brand entstand im Lagerraum, wo der deutschen evangelischen Kirche. — Deutscher Karitasverband. — Zentralwohlfahrtsstelle der deut- sehen Juden. — Deutsches Rotes Kreuz. — Fünfter Wohlfahrtsvevband. — Christliche Arbeiterhilfe. * Der Reichspräsident und die Reichs- regierung schließen sich diesem Aufruf mit fol- dem Geleitwort an: Trotz manchem Anzeichen einer Besserung der Wirtschaftslage gilt es dennoch wieder, einen schweren Winter wirtschaftlicher Bedrängnis zu Überstehen. Opfermut des Deutschen für den Deutschen muß hier abermals ein starker Helfer sein. Auch in diesem Jahre ergeht daher der Aufruf zur Winterhilfe. Reichspräsident und Reichsregierung unter- stützen ihn mit der dringenden Bitte an alle, in Erfüllung sittlicher und menschlicher Nächsten- pflicht auch für den kommenden Winter in der Liebestätigkeitnichtnachzulassen. Wer diese Bitte erhört, lindert nicht nur die Not des einzelnen, er dient auch dem Vaterlande. Darum denkt an Deutschland und Helfti Berlin, 24. September 1932. Der Reichspräsident: gez. v. Hindenburg. Für die Reichsregierung: gez. o. Popen, Reichskanzler. gen. Das Steuer griff auf die anliegenden Gebäude über, wo es reiche Nahrung fand und drohte schließlich auf den Destillationsraum überzugreifen, in dem 10 0 0 0 Liter Benzin lagerten. Der Feuerwehr gelang es jedoch, di« ungeheur« Gefahr, die für den ganzen Stadtteil bestand, zu bannen und das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Das Denzinlager und der Maschinenraum konnten gerettet werden. Als Brandursache wird Funkenflug von der in der Rähe vorüberfahrenden Bahnstrecke Dessau- Leipzig angenommen. Schweres Autounglück. — 2 Tote, etwa 20 verletzte In Laren, unweit von Amsterdam, hat sich ein Unglück ereignet, bei dem zwei Deutsche getötet und etwa 20 verletzt wurden. An einer Wegkreuzung stieß ein als Touristenwagen eingestellter Lastkraftwagen aus Bottrop, der sich nach mehrtägigem Besuch in Amsterdam mit etwa 30 Fahrgästen auf der Rückfahrt befand, mit einem Wagen der elektrischen Kleinbahn Amsterdam—Hilversum zusammen. Bei dem Z u- sammenstoh wurde Der deutsch« Wagen zum größten Teil zerstört. Von seinen Insassen wurde eine Dame auf der Stelle getötet, während ein zweiter Insasse so schwer verletzt wurde, daß er während der Lieberführung nach dem Krankenhaus starb. Gegen 20 der übrigen Fahrgäste wurden verletzt, davon etwa fünf bis sieben schwer. Von der Kleinbahn wurde die vordere Plattform eingedrückt, jedoch niemand verletzt. Reue Goldfunde in Rordschweden. In Rordschweden sind neue große Goldfunde gemacht worden, die angeblich noch wertvoller sind, als die bekannten Goldgruben von Boliden. Rach dem Bericht eines schwedischen Bergingenieurs sind die neuen Erzlager bei Lockne schon an der Oberfläche goldhaltig und in zwei Meter Tiefe ist der Goldgehalt größer als in Boliden. Außer Gold und Kupfer ist Blei vorhanden. Schwere Kämpfe zwischen feindlichen Städten in Aegypten. Zwischen den beiden am Nil gelegenen Städten Sohag und Achnim bestand seit langem eine Spannung, die jetzt zu offenen Feindseligkeiten geführt hat. 3000 Einwohner Achnims haben sich in Schiffen nach Sohag begeben. Zwischen den Einwohnern der beiden feindlichen Städte kam es zu einem erbitterten Kampf. Ein großes Polizeiaufaufgebot ging unter Anwendung von Feuerwaffen gegen die kämpfenden Parteien vor, die sich in wilder Flucht in Sicherheit zu bringen versuchten. Viele der Kämpfer sprangen in ihrer Angst i n d e n N i l. Bei den Zusammenstößen wurden 13 Personen getötet und etwa 10 0 verletzt. Die Polizei nahm etwa 50 Verhaftungen vor. sogenannte Diäten- und Besoldungsdienstalter. । 45 Tonnen Teer und Wachs unter gewaltiger Gefordert wurde die ungeschmälerte Aufrecht- I Rauch- und Hiheentwicklung in Flammen aufgin- initö NWW Roman von Hertha Fricke Tlrheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau 32. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Wer war die kleine Frech«, di« die Hände im Wettermantel hatte? Man konnte wirklich kaum erkennen, ob es ein Junge oder ein Mädel ist", sagte Andresen. „Meine grau“, antwortete Klaus und zog die Brauen hoch. „Ich bitte tausendmal um Verzeihung“, entschuldigte sich betroffen der Arzt. „Bitte, bitte, Herr Doktor! Tun Sie sich keinen Zwang an. Sie haben schon recht. Mich macht's auch nicht glücklich", sagte der Seeoffizier traurig. „Armer Kerl", dachte Heinrich Andresen mitleidig. Schweigend legten sie den Rest des Weges zurück. Sie traten in das Dankgebäude ein und fragten nach Fräulein von Diemens Tresor. Die Rümmer stand auf den Schlüsseln. „Wir sind von der Dam« nur berechtigt worden, den Inhalt an «inen Herrn auszuliefern, der sich als Kapitänleutnant Klaus Behrens legitimieren kann." Der Seeoffizier legte seinen Paß hin. Wenige Minuten'später hielt er das sorgsam eingehüllte Kästchen in seiner Hand. Auch Dr. Andresens Herz klopfte. Klaus Behrens hielt sein Erbe in beiden Händen, wie etwas Lebendiges. Unschlüssig, fast hilflos sah er Heinrich Andresen an, als wollte er fragen: „Wohin nun damit?" Der Arzt verstand ihn ohne Worte. „Sie müssen jetzt mit Ihren Erinnerungen allein sein, Herr Behrens. Darf ich Ihnen mein Hotelzimmer anbieten? Kommen Sie!" So gingen sie beide die leichtverschneiten Straßen zurück in Andresens Hotel. Das Zimmer war warm und behaglich. Dr. Andresen bestellte einen schweren Wein und schenkte dem neugewonnenen Freund ein Glas ein. Um die Stimmung ein wenig zu beleben, zitierte er die klassischen Vers«: Trink ihn aus, den Trank der Labe, und vergiß den großen Schmerz, Balsam fürs zerrissene Herz, wundersam ist Bachus' Gabe." Sie tranken sich zu und sahen sich in die Augen. „Lind Ihr Herz, Doktor? Ich glaube, ich weih, für wen es schlagt. Könnte man sich für jemanden so einsetzen, wie Sie es tun, den man nicht lieb hat?" „Still", sagte der Doktor. „Die Glocken sind zersprungen, die mein Glück einlauten sollten!" „Können sie nicht wieder ganz werden, Herr Doktor? So, daß es vielleicht ein anderer Ton wird, aber daß sie doch ilingen?“ „Das kommt auf Sie und Ihr silbernes Geheimnis an, Herr Behrens. Ich verlasse Sie auf eine Stunde." Warm umschlossen sich die Hände' der beiden Männer, und Dr. Andresen durchlief fast alle Straßen der alten Stadt, ohne ihre Schönheiten zu sehen. 24. Da saß nun Klaus Behrens mit seinem toten Glück. Die Tage stiegen vor ihm auf, da er als junger Oberleutnant die wunderschöne Renate fand und ihr Herz gewann. Das Hotelzimmer versank vor seinem Geist. Er ging mit ihr die grünbedachten Wege im Schwentinetal, wo die Liebe über sie beide kam wie ein Rausch. Dor ihm stand die Kassette aus blauem Porzellan mit silbernen Figuren beschlagen, wundersame Arbeit altchinesischer Kunst. Er hatte es vor vielen Jahren einmal in Ostasien gekauft. Es war das schönste Stück, das er j« mitgebracht hatte. Darum war es ihm gerade gut genug für sie, für sein süßes Mädchen. Lind die Sage von dem kleinen Gott Dhruva, der mit seinen drolligen Schlitzaugen und untergeschlagenen Deinchen auf dem Deckel kniete, machte die Gabe doppelt geeignet als Geschenk für die Dräut. Denn Dhruva machte die Liebenden glücklich und strafte die Treulosen. „Die Liebe ist ewig wie der Stern", sagte Dhruva. Er dachte an die stürmisch« Freud« Renates, an den Kuß, mit dem sie ihm für das kleine Kunstwerk dankte. Kosend glitten seine tände darüber hin. Dann drückt« er auf das nöpfchen, das das Gewand an d«r Drust zusammenhielt, und die aufspringende Feder gab einen silberklingenden Ton. Er nahm Dhruva von seinem Sitz herunter und stellte ihn auf den Tisch. In der kleinen Platte, auf der er gesessen hatte, war das Schlüsselloch. „Kleiner törichter Kerl", sagte Klaus traurig. „Du hast die Liebenden schlecht geschützt. Ich wollte, du könntest wenigstens die Treulosen strafen." Da klang die Feder noch einmal. Silbern und lange. Betroffen schaute der Mann auf die Figur. Dann schloß er das Kästchen auf. Da lag ein Brief mit seinem Rainen obenauf. „Lieber, kleiner KlauS! Wenn Du dies in Deiner Hand halten wirst, dann bin ich schon nicht mehr auf dieser Erde. Dann bin ich „an jener Küste, wo tausend Palmen stehen, wo die Sterne uns so nahe sind". Klaus, mein über alles Geliebter, ich weiß, daß ich Dich dort Wiedersehen kann, dort drüben. Hier hat «s keinen Zweck. Rein, es hat keinen. Denn mein 2eib ist krank, so krank, daß er bald vergehen muß, und Du sollst mich im Andenken behalten, wie ich damals war, als wir uns fanden am blauen Ostseestrand. Wo mein Herz schon jauchzte, wenn Dein stolzes Schiff am Fiiedrichsorter Leuchtturm vorüberkam und Du mich grüßtest von dort oben! Oh, ich kannte Dich von fern. Lind ich hätte Dich unter hundert Deiner Kameraden herausgekannt trotz des gleichen Anzuges. Es war doch schön, Klaus. Es war so schön, daß irgendein finsterer Dämon _ kommen mußt«, uns zu trennen. Wir können nichts dafür, Klaus. Du nicht und ich nicht. Ich war Dir immer treu! Du warst der Mann, der für mich geboren war, mein späterer Gatte blieb mir innerlich fremd, fremd und gleichgültig. Llnd weil ich nichts dafür kann, sollst Du es wissen, daß ich Dir treu war. Du sollst alle die kleinen Brief« lesen, die ich Dir schrieb, auch dann noch, als ich glaubt«, Du sei«st tot. Als man «s mich glauben ließ. Sie brachten mich wohl nicht umsonst nach Aus der pwvinzialhauptstadt. Gießen, den 27.September 1932. Volkswirtschaftlich wertvolle Arbeiten im freiwilligen Arbeitsdienst. Die Verordnung über den freiwilligen Arbeitsdienst vom 16. Juli 1932 und die Ausführungsbestimmungen vom 2. August 1932 haben den Begriff der „volkswirtschaftlich wertvolle n'Arbeiten" imfreiwilligenAr- b e i t s d i e n st mit einer Reih« besonderer, bevorzugter Rechtswirkungen ausgestattet. In einem Erlaß des Reichskommissars für den freiwilligen Arbeitsdienst an die BezirkskommissaDe des freiwilligen Arbeitsdienstes vom 3. Sept. 1932 werden nähere Erläuterungen über den Begriff der „volkswirtschaftlich wertvollen Arbeiten" gegeben. Bei Arbeiten, die als volkswirtschaftlich wertvoll anerkannt find, kann die Förderungsdauer innerhalb eines Zeitraumes von 2 Jahren bis zu 4 0 Wochen hinaus verlängert werden. Ferner kann bei volkswirtschaftlich wertvollen Arbeiten der Reichskommissar, oder die von ihm bestimmte Stelle eine Beihilfe zu den erforderlichen Reisekosten zum Arbeitsort gewähren, soweit die Kosten nicht anderweitig aufgebracht werden können und ein Mißbrauch nicht zu befürchten ist. Llnabhangig von der Förderung können Arbeitsdienstwillige, die bei wirtschaftlich wertvollen Arbeiten beschäftigt werden, Gutschriften für Siedlungszwecke im Reichsschuldbuch erhalten. In der Praxis ist zu unterscheiden, ob die Arbeiten volkswirtschaftlich wertvoll sind nur im Sinne der Verlängerung der Deschäftigungsdauer und der Gewährung von Reisekosten, also in weiterem Sinne, oder auch im Sinne der Gutschrift für die Siedlungszwecke, also in engerem Sinne. Die Förderungsdauer kann bis zu 40 Wochen verlängert werden und Reisebeihilfen können bewilligt werden bei allen Arbeiten, die unmittelbar oder mittelbar für die Volkswirtschaft von produktivem Ruhen sind. Hierzu sind grundsätzlich zu rechnen: Dodenverbesserungen, Wasserregulierungen, Derkehrsverbejserungen, Arbeiten zur Herrichtung von Siedlungs- und Kleingartenland und Forstarbeiten; es können ferner gewisse Arbeiten dazu rechnen, die unter die „sonstigen Maßnahmen" fallen, wie reine Erdbewegung (z. D. Flugplatzanlagen), wissenschaftliche Forschungsarbeiten u. a. Richt zu diesen volkwirtschaftlich wertvollen Arbeiten zählen z. D. die Arbeiten zur Hebung der Volksgesundheit, Schmuckplatzanlagen und die Arbeiten zur Rot- und Winterhilfe. Als volkswirtschaftlich wertvoll im Sinne der Gutschrift zu Siedlungszwecken sind dagegen nur solche Arbeiten anzusehen, die in unmittelbarer oder mittelbarer Beziehung zu dem Aufbau einer Siedlung stehen, und im übrigen solche» Arbeiten, die für die Wirtschaft und den Ar- beitSmarkt besonders wertvoll sind. Reichspost-Krastomnibus-Linie Gießen-Annerod. Wie der Fahrplanabteilung des „Gießener Anzeigers" vom Postamt Gießen mitgeteilt wird, übernimmt die Reichspost vom 6. Oktober ab den Betrieb auf der Linie Gießen—Annerod. t>er bisher von der Autofirma C. H o o s in Annerod geführt wird. Die Linie Gießen—Annerod wird vom Postamt Gießen in die Reichspost- Kraftomnibuslinie Gießen — Steinbach — Albach «inaegliedert und demgemäß der gcm&e Fahrplan * 1 nach den genannten Orten einer Reuordnung unterzogen. Durch den Liebergang des Kraft- omniousbetriebes auf die Reichspost werden die Verkehrsbeziehungen zwischen Annerod und Gießen künftig zum Ruhen beider Teile verbessert, da an Stelle der bisherigen Fahren an nur einigen Tagen der Woche künftig täglicher Verkehr, auch vormittags, treten wird. Wieseck und die Straßenbahn nach Gießen. Aus Wieseck wird uns geschrieben: Nachdem bereits in der vergangenen Woche vom „Gießener Anzeiger" angeregt worden war, das S t r a h e n - . bahnprojekt Gl eßen — Wieseck jetzt vollkommen durchzufuhren, möchten wir darauf Hinweisen, daß in weiten Kreisen der Wie- sccker Einwohnerschaft, besonders aber in den Kreisen der Gewerbetreibenden, der Wunsch nach e n d g ü l - ' tiger Regelung dieser Verkehrsfrage immer lauter wird. Es ist nunmehr an der Zeit, daß bte Dresden. In Wirklichkeit wohl, um mich von Kiel zu entfernen, wo mir doch einmal hätte Rachricht kommen können, daß Du nicht untergingst, wie di« erste sagte, sondern daß Du gefangen wurdest und lebtest. Hätte ich das geahnt, mein Klaus, ich hätte auf Dich gewartet bis zum Jüngsten Tag. Du wirst alles aus den Briefen lesen, die ich an den Totgeglaubten schrieb, mir selbst zum Trost. Auch Deine Briefe sind noch da. Lind die lieben schönen Sachen, die Du mir geschenkt hast. An jedem hängt eine schöne Stunde, ein kleines Märchen, ba6 nur wir beide kennen. Darum sende ich sie Dir zurück. Meine liebe Freundin Eva°Marie wird Dir alles bringen. Sie hat es mir versprochen, und sie ist zuverlässig. Das Reisegeld für sie lege ich bei. Den kleinen Brillantring, den ich eigentlich für dich bestimmte, soll sie zum Andenken haben für alles, was sie mir gewesen ist. Denn Du wirst ihn nicht tragen wollen, weil Du verheiratet bist. Sei ihr Freund, sie verdient es. Wie schlecht, wie feig mein Mann gehandelt hat, um uns zu trennen, das wirst du aus diesen Briefen erfahren. Aber mein Kind braucht es nicht zu wissen, sonst wird es an Vater und Mutter irre. Hüte sein junges Herz vor diesem Gift. Lind auch meinem jungen Schwager Heinrich würde ich gern dies Wissen um seines Bruders Gewissenlosigkeit ersparen. Denn er hat ihn lieb. Lind es gibt nichts Härteres auf der Welt, als wenn man sieht, daß die, die wir lieb haben, einer niedrigen Handlung fähig sind. Wenn Du die Briefe liest, mein Klaus, dann bin ich bei Dir. Dann streichle ich Deine Hände, dann küsse ich Deine liebe Stirn, dann weiß ich, daß wir uns Wiedersehen. Größer als dieses kurze Leben ist die Ewigkeit. Schöner als alles Liebesglück auf Erden ist das Wissen, daß es hinter jenem dunklen Tor noch ein Leben gibt, wo wir glücklicher sein werden, wenn wir es wert sind. Leb wohl, auf Wiedersehen. Lind wenn Du kommst, stehe ich am andern Ufer und warte auf Deinen dunklen Rachen, wie einst auf Dein stolzes Schiff vor Kiel. Renate." (Fortsetzung folgt.) KÄS ; J*1'! w’üW i u^Ät in,m fes* fes**'* t Diben. WL7$ Ko-hbl PuiletU)ii ö, Ek ° W io. L fe*agb,H 10, Löffel'. 3W3-5, rW A 20, M wWi( Ä1W6O, E.e Milohl 30 bir Wich 10 b)s 12, U «einig pro Stud. - Vo - Tageskai« WchWches Dame: Kgiieder-Versamm WS Ämend: Mode - 15.30 und 17.30 lorad in den gesam «S 81. - 20.15 H ja'ammlung, Wetz! Sammlung, Thenn Ls und unsere Zeit W- .> die D •' Stadtiheate Hing des ersten Ab! rmenis betrifft ein« Klligen Anzeigenteil sonders aufmerkfar "Dom Brück« jiirter Straße, «adutts der ÜRain-' Ms beim Umbau t Dar, ift nun wieder Mljme wird allgeme digen Stelle wird u die Bauleitung des dem kürzlich neröffei Md umgebaut", gen tfpettor Kielor fa ** Dieder Mtl lleurfalles auf Aich Mlchen Homberg un «"hafteten Einwoh- llwaegend bei dem wreriuchung auf fr« fin) im Laufe der li Ei' fchwer verletzte •> feinen Berletzu, Seltenen Leute er nammen und dem L Mkführt worden. „ Auf dem W «andwirtfchaftsgehilf. de lichtet - am So mit einer fchwe vMgif-be Klinik ei f wnge Zeit bewuß %.■» Hs r nachm J®. Saal be8 GM L^.Wtberoi U.öchreich fö8,al MS teA haltet K.„bunk rMehA e>ni lern he1 WennSi SJ.-fpor/ Wirtschaft »kiichtet — am oonnta in) mit einer arkte um Bruchteile eines Prozentes Holungen hast und den i sind. nibuS-Lmie icroö. Am Geldmarkt war kurz vor dem Quar> talsultimo natürlich eine weitere Versteifung fefb D »Hassen. Talen für Dicnsla«', 27. Lcptembcr. F56: der Kolonialpolitiker Karl Peters in Reu- | is an der Elbe geboren; — 1914: der Dichter mann Löns vor Reims gestorben; — 1921: der *t*iFonift Engelbert Humperdinck in Neu-Strelitz gtsorben. Gicßrncr Wochenmarktprcisc. aänge weiter fort. Später kam die Abwärtsbewegung aber an den meisten Märkten zum Still- OSRAM 40 und 60 Watt sind die begehrten, OSRAM-Typen* ■Kn. Gute Musikvorträge der Kapelle und treff* Bt ausgearbeitete Thore des Gesangvereins „Icion“, geleitet von dem Dirigenten, Ehren- 4?cmciftcr Konrad *2111 o I a i (Großen-Buseck), Mchselten in bunter Reihenfolge. Ein heiterer •weiter, von einigen Gießener Heimatfeunden ei-lcrcifet und trefflich gespielt, wurde mit großen Beifall ausgenommen. Ganz besonders ge- ft.'en auch die mimischen Darstellungen der bei- frn Volkslieder „3e§t gang i an s Drünnele" »den,, ob die > ’U Jinft nut im -MsligungSöauer S in weite- •«Wit für L40 Dvchen vn- chen können beteil. ?n- die unmittelbar wrWst von pro- 1 'm grundsätzlich Jen, Dassenegulie- Arbeiten zur ™ ^leingarienland ferner geteisse 2r« die.sonstigen Mah- robetoegung (j. D. Gliche Forschung-« m volkteirischastlich i- D. die arbeiten dheit, Schinuckplah. Mot« und Dinier« lvertvvll im Finne xden sind dageaen \ die in unmitkl» »ung zu dm Aus. d im übrigen solche wurde noch nicht vorgenommen. Der Futtermittelmarkt lag sehr still, und die Preise nur wenig verändert. Gegen 14 Uhr nannte man am freien M, folgende Notierungen: Weizen 218 bis 220 Mark, Roggen 170, Sommergerste für Brauzwecke 175 bis 180, Hafer (inländischer) 145 bis 150, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 32 bis 33,20, Weizenmehl (niederrheinisches) 32 bis 32,95, Roggenmehl 25,50 bis 26,50, Weizenkleie 8,25, Roggenkleie 8,25 Mark. ' Gießen, 27. Sept. ES kosteten auf dem listigen Wochenmarkt. Süßrahmbutter 130 Pf., Hpdbutter 130, Kochbutter 100, Matte 25 bis 30, •flrfing 6 bis 8, Weißkraut 5 bis 7, *jfl(raut 8 bis 10, Spinat 15, Römischkohl 8, •gHb« Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, 'Inerkohlrabi 5 bis 6. Tomaten 10 bis 15, -.feiebeln 8 bis 10, Meerrettich 35 bis 70, »2twar;wurzeln 35, Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 30, ..tirtoffeln 3 bis 3,5 (pro Zentner 2,80 Mk.), fcißähfd 15 bis 25. Falläpfel 5 bis 6, •ßinten 10 bis 20, Dörrobst 30 bis 35, Letschen 8 bis 10. Preißelbeeren 30 bis 35, 'Vsrsiche 30 bis 40, Brombeeren 20 bis 25, rechnet man mit einem ehrenvollen Abschnelben unserer Mannen. OeutscheLeichtaihleiensiegeimAuSland 2 n P a r i s beteiligten sich die deutschen Leichtathleten Boigt, Welscher und Sch i l g e n beim internationalen Sportfest des Racing Elub. Sie konnten dabei einige sehr schöne Erfolge erringen. Boigt blieb im 400-Meter-Lauf in 49,S Sekunden sicherer Sieger vor dem farbigen Franzosen Jackson. 2m 110-Meter.Hürdenlaufen war Welscher mit Drustbreite vor Henry Dernard und 2ldelheim. WelfcherS Zeit war 15,8 Sekunden. 2m 1500-Meter-Laufen gab es ein erneutes Zusammentreffen von Schil- gen Darmstadt, und Söra Martin. Martin konnte sich' diesmal für seine in Düsseldorf erlittene Riederlage revanchieren, er verwies feinen Landsmann Rorman und den Deutschen in 4 Minuten auf die Plätze. Eine gute Leistung vollbrachte auch wieder der bekannte Elsässer Diskuswerfer Winter mit einem Wurf von 49,36 Mtr. 2n Göteborg stiegen am Sonntag die „Göteborger Spiele", die vom Ausland sehr stark beschickt waren. Aus Deutschland waren 2 o - nath, Duthe-Pieper, Wichmann, Wei- mann, Wegener, Sievert, Syring und die 4X100-Meter-Staffel von T. u. Spv. Bochum am Start. 2onath gewann die 100 Meter in 11 Sekunden vor dem schwedischen Meister Mentzer und Borchmeyer. 2n der 100-Meter-6-Klasse war Duthe-Pieper in 11,1 Sekunden erfolgreich. Wichmann. Charlottenburg. blieb im 1500-Meter-Lauf in 4:04,4 Minuten Sieger und Wegener holte sich das Stabhochspringen mit der guten Leistung von 4 Meter. Auch die 4X1OO-Meter-Staffel wurde eine deutsche Deute. T- u. Spv. Dochum siegte mit Drustbreite Dorsprung in 43,6 Sekunden vor Orgrtjte Göteborg. 2m Speerwerfen wurde Weimann Zweiter hinter dem Estländer Suhden und Sievert Dierter. Sievert ging auch noch in verschiedenen anderen Konkurrenzen an . den Start. So belegte er im Kugelstoßen mit ' 14,81 Meter den zweiten Platz und erreichte mit einer Leistung von 43,08 Meter im Diskuswerfen die dritte Stelle. Ebenfalls einen dritten Platz belegte Syring im 5000-Meter-Laufen. des „©iefjener L- in mitgeteilt teirb, n 6. Oktober ab dm Hen-Annerod, irma C.hvv- ir. nie Viehen-Anm' in bie Äeichsposl' : teinbad) - Vach r jttW »MX xgatig des Ätflft' Wpvft werden dir Annerod und Die- er Teile verbelleitz n Fahttm an nur mftig täglicher Der. i wird. Straßenbahn ien. geschrieben: Nachdem vom „Eiehentt m, das Strahen- . __ ffiteferf l‘6.* itjren, mö^n ®ir len Srtijen der B<‘ . -och einmal hüt « ft ia5 tzru >4 2rUanst ns, was Mn. nicht st^nd. I“ Sei r iw Ollani wie fe'5 -os visf iu trennen, öirö^ rrc- „em L KV "m.ti V** 'S&gsA Jot s-natt. folgt) -urter Straße. Das Uhrtürmchen nahe des Ludukts der Main-Weser-Bahn, vor Klein-Linden, tos beim Umbau der Brücke abgetragen worden Dor, ist nun wieder aufgestellt worden. Diese Maß- nähme wird allgemein begrüßt. — Don der zustän« Sifn Stelle wird uns berichtigend mitgeteilt, daß X Bauleitung des Brückenumbaues nicht, wie in kürzlich veröffentlichten Artikel „Eine Brücke :eko umgebaut", gemeldet wurde, Reichsbahnbau- niO#ftor Dietor hat, sondern der Bahnmeisterei I »bl: egt. " Wieder verhaftet. Nachdem wegen des Uttkrsalles auf Alsfelder SA.-Leute Anfang Juni zteichen Homberg und Nieder-Ofleiden die seinerzeit Xhasteten Einwohner von Nieder-Ofleiden und Lhnpegenb bei dem fortschreitenden Gang der Bor- Eriuchung auf freien Fuß gesetzt worden waren, :in) im Laufe der letzten Tage, nachdem der seiner- .Mit schwer verletzte SA.-Mann Weber aus Als« itb seinen Verletzungen erlegen war, 10 der frei- jehifenen Leute erneut in Untersuchungshaft ge» io men und dem Landgerichtsgefängnis in Gießen KunstkUMninHeuchelheimsDr.) Das in Heuchelheim stattgefundene Kunstgeräte- tumen der Werberiege des Gaues Hessen erfreute sich eines sehr guten Besuches. Unter Führung des Chrengauoberturnwartes W. Will (Gießen) brachten die Hessen, von Herrn Bürgermeister Rinn mit freundlichem Willkomm begrüßt, außerordentlich ansprechende und prächtige Leistungen. Besondere Fortschritte zeigte das forsche, abwechslungsreiche Turnen am_ Hochreck, wobei besonders die kühnen Abgänge, die schwierigen Hebungen angenehm auffielen. Auch das Turnen am Querpferd erbrachte in den schwierigen, aber gut gemeisterten Hebungsverbindungen eine augenfällige Formverbesserung unserer Hessenturner. Gewohnt gut waren die Leistungen am Pferd (Sprung) und bei den Freiübungen, ohne daß es hier zu ganz besonderen, über das Maß deS Herkömmlichen hinauS- gehenden Leistungen kam. Das Turnen am Darren lief nicht zur Form der früher gezeigten Leistungen auf, befriedigte aber immer noch auch die Kritik der sachverständigen Kenner. Erfreulich ist, daß der Rachwuchs beginnt, sich mit seinem Können langsam in die Reihen der erprobten Kämpfer einzufügen. Die Dewertung ergab für die Turner, die mit in die Kunsttummannschaft in Kassel aufgenommen werden, folgendes Bild: Ahrens, Tgm. Marburg, 105 P.; Seht, Tv. Großen-Linden, 101 P.; Reuter. Tv. 1846 Gießen, 95,5 P.; Schick, Tv. 1846 Gießen, 93 P ; D e ch e n t, Tgm. Friedberg, 91 P„ und Fink Tgm. Marburg (trotz eines groben Schnitzers am Darren), 82 P. Rach diesem AuSscheidungsturnen wird der Gau Hessen mit nachstehender Mannschaft den Kampf in Kassel aufnehmen: Dechent (Friedberg), Fink, Ahrens, Ebersbächer (Marburg), Schick, Reuter (Gießen), Eckhardt (Ridda), Seht (Großen-Linden), S i n n w e l l (Dad-Rauheim). Mit diesen Turnern schickt der Hessengau unbedingt seine besten Kräfte ins Treffen, ob es aber gelingen wird, an erste Stelle zu kommen, muh bei den sehr beachtlichen Leistungen der Gegner mehr als bezweifelt werden, trotzdem Ueberstand. Berlin schwächer, später leicht erholt. Berlin, 27.Sept. (WTD. Funkspruch.) Rach der Abschwächung an der gestrigen Frankfurter Abendbörse blieb die Tendenz heute vormittag weiter nachgebend, und an der Börse ergaben fach dann fast durchweg Kursrückgänge von 1 bis 2 v. H. Die aus der Wirtschaft vorliegenden Rachrichten waren zwar überwiegend günstiger Ratur; so wurden aus einer größeren Anzahl von Betrieben Reueinstellungen gemeldet, in Mitteldeutschland sind allein von 125 Betrieben Ginstellungsanträge gestellt worden, das belgische Kohleneinfuhrkontingent für Deutschland soll erhöht werden, am Eisenmarkt machen sich Zeichen einer Besserung bemerkbar usw. Alle diese Momente traten aber völlig in den Hintergrund, da der schwache Schluß der gestrigen Reuyorter Börse, niedrige Kursmeldungen an den Auslandplähen verstimmten und die Herriot- Rede vom Sonntag noch immer nachwirkte. Der Hauptgrund für die schwächere Stimmung war aber die f a st völlige Geschäftslosigkeit. An einigen Märkten kam anscheinend noch etwas Ware aus Lombards heraus, und die Kundschaft zeigte^ wenn auch in ganz geringem Umfang, eher Reigung, Glattstellungen vorzu» nehmen. Sin verstimmender Einfluß ging ferner von der recht matten Haltung der Kunstseide- werte aus. Schon gestern kursierten Gerüchte über eine bevorstehende Sanierung, und trotz der sonst besseren Meldungen aus der Kunstseideindustrie wurden doch in stärkerem Maße Verkäufe vörgenommen. Obwohl nach unseren 2nformationen noch keine Entscheidung der Der- waltung getroffen ist, so daß alle die Gerüchte gegenstandslos werden, schritt die Spekulation zu weiteren Glattstellungen, und Demberg büßten bei Minus-Minus-Rotiz 4,5 v. H., Aku etwa 2,5 v.H. ein. Am Montanmarkt fielen Harpener durch schwache Haltung auf, ferner wiesen Kali- werte und Linoleumpapiere Einbußen bis zu 3 v. H. auf. Deutsche Anleihen konnten sich gleichfalls nicht behaupten und gingen bis zu 0,25 v. H. zurück. Don Ausländern waren nur Bosnier stärker abgeschwächt. Am Renten- markt scheint für einige Goldpfandbriefe etwas Anlagebedürfnis zu bestehen, in Anbetracht des bevorstehenden Koupvnterinins, Reichsschuldbuchforderungen lagen aber etwa 0,5 v. H. schwächer. 2m Verläufe setzten sich zunächst die Süd« "Stadttheater. Abonnement. Die Ein- lösillig des ersten Abschnitts der Stadttheater-Abon- ntments betrifft eine Bekanntmachung in unserem lMliaen Anzeigenteil, auf die wir die Jnteresfenten btlrnbers aufmerksam machen. '* Dom Brückenumbau in der Frank- Die Rückseite des sich jetzt abflachenden und nordöstlich abziehenden Skandinavientiefs hat uns bereits Abkühlung und dabei auch starke Regenschauer mit Gewitterbildung gebracht. Da über den britischen 2nseln noch nördliche Winde wehen, fließt weitere Kaltluft südwärts, so daß das Wetter zunächst kühl bleibt. Gleichzeitig gelangt aber der hohe Druck nach dem Festland, der Beruhigung zur Folge haben wird. Durch das Er- scheinen einer Störung über Zsland läßt sich gegenwärtig noch nicht übersehen, ob der Hochdruckeinfluh länger anhalten wird. Aussichten s ü r M i 11 w o ch : Wechselnd „ „ betoodt mit Aufklaren, kühl, vorerst noch Schauer, stand, und überwiegend konnten sich sogar Er Lufttemperaturen am 26. September: mittags 17 Holungen > - Grad Celsius abends 13,8 Grad; am 27. September: durchsetzen, morgens 11 Grad. Maximum 19 Grad, Minimum "" 10,5 Grad. zuckführt worden. Auf dem Wege der Besserung. Der Di^nirtschaftsgehilfe Brück, der — wie gestern • »eiltet — am Sonntag vom Pferde geschlagen in) mit einer schweren Gehirnerschütterung in die 'Hirurgische Klinik cingeliefert wurde, hat, nachdem er lange oeit bewußtlos lag, gestern das Bewußt- Ith wiedererlangt. 3n seinem Befinden ist eine mÜ)U Besserung zu verzeichnen. _ c " Die Heimatvereinigung .Schis- |?(n berg“ hatte ihre Mitglieder und Freunde M: Sonntag nachmittag nach Älein-Ctnöen in vn Saal des Gasthauses .Zur deutschen Eiche yi einer Heimatveranstaltung eingeladen. Heber» ai£ zahlreich hatten viele Heimatfreunde aus □ eßen und den um den Schiffenberg liegenden Ö:ten der Einladung Folge geleistet, so daß der große Saal, trotzdem noch zwei weitere Festlich- Rten in Klein-Linden stattfanden, bis auf den Geren Platz beseht war. Mit einem schneidig vor- gttragenen Marsch der Kapelle Harnisch- Äciider (Watzenborn-Steinberg) wurde die Zkranftaltung eröffnet. Ein Mitglied der Ortsgruppe Klein-Linden begrüßte die Erschienenen Md dankte namentlich den Mitgliedern desMän- «agesangvereins ^Arion", die ihr Können in den 3:crft der Heimatsache gestellt hatten. Der Vor- "herde der Heimatvereinigung „Schiffenberg", C>tiforftmeiftcr RieoIaus (Gießen), wies in Ftntr Ansprache auf die Zwecke und Ziele der 3> matoercinigung hin, die darin bestehen, Hei- imtlicbe zu pflegen und volksversöhnend zu toir- fa. um damit dem deutschen Vaterland zu die- zustellen. TageSgeld blieb mit 4,65 Prozent an Der unteren Grenze gefragt Monatsgeld stellt« sich auf unverändert 5 biS 7 Prozent Privatdiskonten blieben weiter angeboten. Frankfurt schwächer. Frankfurt a. M., 27. Sept. (WTB. Drahtrnel- düng.) Unter dem Einfluß der schwachen Auslandbörsen, insbesondere Wallstreets, und des weiteren Rückgangs der Kunstseideaktien eröffnete die heutige Börse in schwächerer Tendenz. Einige Verstimmung lösten auch die Erschwerungen tm De- oisenverkehr mit Italien aus, da man für den deutschen Export nicht unerhebliche Schädigung befürchtet Ferner bildeten die gestrigen Ausführungen des Reichsernährungsministers in bezug auf die Hilfe für die Landwirtschaft heute bei näherer Betrachtung wegen der noch nicht gesicherten Finanzierung dieser Aktion eher ein retardierendes Moment. Auf Abgaben der Spekulation sowie auf einige Exekutiv- nen für Rechnung alter Lombardbestände, denen |o gut wie keine Aufnahmeneigung gegenüberstand, zumal das Publikum weiterhin fehlte, ergaben sich gegen die schon matte Abendbörse durchschnittlich Kursrückgänge bis zu 1 o. H. Besonders schwach lagen Kunstseideaktien, von denen Bernberg 3 v. H., Aku 2 v. H. einbüßten. Nach wie vor er- halten sich Gerüchte von einer Zusammenlegung bei Bemberg. Merklich schwächer lagen auch einige Großwerte, wie IG., Siemens, Mannesmann und Rheinstahl, die bis zu 1,5 v. H. verloren. Die übrigen Elektro-, Montan- und Schiff« fahrtswerte sowie Reichsbankanteile gaben bis zu 1 v. H. nach. Von Zellstoffwerten gingen Aschaffen, burger Zellstoff um 1,5 v. H. und Waldhof um 0,5 o. H. zurück. Leicht erhöht waren nur Contigummi und Holzmann, die um Bruchteile eines Prozents anzogen. Der Pfandbriefmarkt lag außerordentlich still und zum Teil etwas leichter, mit Ausnahme der Goldpfandbriefe, die ihren gestrigen Kursstand etwa behaupten konnten. 3m übrigen lag der Rentenmarkt vernachlässigt. 3m Verlaufe konnten sich die Aktienkurse zum Teil um Bruchteile eines Prozents erholen. 3G. erregten mit plus 1 v. H. wieder den Paristand, und auch Kunstseideaktien waren bis zu 1 o. H. gebessert, doch hielt die Geschäftsstille unvermindert an. Tagesgeld war zu 3,25 v. H. unverändert und leicht. Frankfurter Getreivebörse. Berlin, 26. Sepl. (WTB. Drahtmeldung.) An der Getreidebörse herrschte im ganzen etwas freundlichere Stimmung vor. Die feste Haltung für Weizen an der Berliner Börse in der Vorwoche führte am hiesigen Markt zu starker Zurückhaltung im Angebot, die bessere Nachfrage besonders aus Norddeutschland bewirkte daher ein Anziehen der Preise. Roggen blieb dagegen vernachlässigt und hatte kaum Geschäft. Braugerste war seitens der Malzindustrie etwas gefragt, ebenso begegnete Hafer einigem 3ntereffe. Das Mehlgeschäft blieb schleppend, eine Erhöhung der Preise für Weizenmehl auf Grund der Befestigung des Rohproduktes und .Sah' «in Knab' ein Röslein stehn" unter Mitwirkung deS .Arion". Auch der Puppentanz der kleinen Mädchen machte groß und klein viel Freude. Hnfer oberhessischer Heimatdichter Gg. Heß (Leihgestern) erfreute mit einigen feiner Gedichte, die, wie immer, wahre Lachsalven auS- lösten. Die Heimatvereinigung .Schisfenberg" kann mit Genugtuung auf die in allen Teilen wohl- gelungene Veranstaltung zurückb'icken, die hoffentlich der Vereinigung neue Freunde zugeführt hat. •* Schülerkonzert Schlefier . Altmann. Dem gestrigen Bericht über bas Schülervorspiel bei Frau Claire Schlesier-Altmann ist be- richtigend nachzutragen, daß Anneliese Simon infolge eines Unfalles nicht Mitwirken konnte; an ihrer Stelle spielte 3nge Dietz. Die Sängerin heißt Hanna Kellner (nicht Kallner). Oberbeffen. Gewitterschäden in Oberheffen. Bei dem Gewitter am Freitag schlug der Blitz in Bettenhausen (Kreis Gießen) in den Kirchturm ein und riß einen Teil des Daches ab. Der Dachdecker Vater, der mit Reparaturarbeiten am Turmdach beschäftigt war, hatte unmittelbar vor dem Blitzschlag feine Arbeitsstätte auf dem Dache verlassen und entging dadurch dem Tode, mindestens aber einem schweren Hnglücksfall. 2n der Gemarkung von Kaul stoß (Kreis Schotten) wurden durch Blitzschlag die beiden Pferde des Landwirts Heinrich Fischer, der von dem Hnwetter beim Kartoffelernten überrascht worden war, getötet. Fischer und feine Tochter, die in der Rähe der Pferde arbeiteten, blieben wie durch ein Wunder unver- k^ki Fr ifchborn (Kreis Lauterbach) schlug der Blitz in die Schafherde der Gemeinde ein und tötete 3 Schafe. Der Schäfer wurde durch den Blitzstrahl auf der rechten Körperseite gelähmt. Er konnte sich noch bis zum Dorfe schlepperr, wo ihm Hllfe gebracht wurde. Landkreis Gießen. i£ Wieseck, 26. Sept. Am Sonntagnachmittag fand die Schlußübung der hiesigen Freiwil- ligen-undPflichtfeuerwehr statt. Rach der Besichtigung der Wehren durch Kreisfeuerwehrinspektor D i ck o r s fand ein Drandangriff auf daS Fabrikgebäude der Firma Harries & Co. statt, der in allen Teilen gut durchgeführt wurde. Das Brandobjekt wurde mit vier Schlauchleitungen der Wiesecker Wehren angegriffen. Wit dem Alarm der Wiesecker Wehren wurde auch die Kreismotorspritze alarmiert Diese traf nach 13 Minuten ein, und vier Minuten später gab sie bereits Wasser auf das .Drandobjekt". Mit diesem Brandangriff war eine Hauptübung der Arbeiter-Samariterkolonne Wie- s e ck verbunden. Rachdem die Kolonne durch die Feuerwehr alarmiert war, kam sie auf Rädern herbeigeeilt bereits nach fünf Minuten war sie zur Stelle. Die Samariter schafften die zehn „Verletzten" sofort vom Drandobjekt weg nach dem Saal der Bürgermeisterei. Hier wurden fünf angenommene schwere Verletzungen (Verbrennungen dritten Grades, Wirbelsäulenbruch, Drust- quetschung, sowie zwei Oberschenkelbrüche) fest- gestellt und die entsprechenden Verbände angelegt. Die Verbände wurden von Herrn Dr. K a tz geprüft und als sachgemäß bezeichnet Zum Schluß sei bemerkt, daß Feuerwehr, wie Samariter in Wieseck auf der Höhe sind und im Ernstfall die Gemeinde in ihnen eine gute Stütze hat. X K l e i n - L i n d e n, 26. Sept. Dieser Tage hielt der hiesige Kriegerverein seine Vierteljahresversammlung ab. Rach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Fr. Schimmel wurde beschlossen, am 1. Hessischen Grenadiertag in Gießen teilzunehmen. Der Vorsitzende referierte dann über den Vertrieb der Lose zur Hassialotterie, sowie der Hassiakalender. Da aus dem Reinertrag dieser Veranstaltungen sich die Mittel ergeben sollen, die zur Linderung der Rot der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen nötig sind, ermahnte er, das gute Werk zu unterstützen. Weiter wurde die Hnterstützung der 2ugendgruppe beschlossen. ch L i ch, 26. Sept. Der Geflügelzuchtverein Lich und Hmgegend hielt eine außerordentliche Generalversammlung ab. Man befaßte sich besonders mit der Großen allgemeinen und 3. Bezirks-Geflügelausstellung, die vom 28. bis 30. Oktober hier in der Turnhalle stattfinden soll. Mit der Ausstellung sind die Sonderschau des Vereins der Züchter schwarzer 2talienerhühner Süddeutschlands, die Sonderschau der Vereinigung der 2talienerzüchter in Hessen und Hessen- Rassau und der Züchter silberfarbiger 2taliener Deutschlands, Landesverein Hessen und Hessen- Rassau, verbunden. Außer den vielen Ehrenpreisen, die von privater Seite und Vereinen gestiftet wurden, hat auch die Stadt Lich einen Ehrenpreis zur Verfügung gestellt. — Die Hessische Wanderausstellung „Gesundheitspflege und soziale Fürsorge" hatte sich hier eines regen Besuches zu erfreuen. Sie wurde von 1156 Personen besucht. Wettervoraussage. ^mdermarkt m Gießen. Auf dem heutigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 927 Stück Großvieh, 162 Fresser und 251 Kälber zum Verkauf. Auswärtige Käufer waren zahlreich vertreten. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 350 bis 400 RM., 2. Qualität 200 bis 300 RM., 3. Qualität 100 bis 160 RM.; Schlachtkühe a 140 bis 240 RM., b 40 bis 100 RM.; Rinder, 'A* bis Xjährig 70 bis 130 RM., */<• bis zweijährig 80 bis 170 RM^ tragend 170 bis 320 RM.; Kalber, das Pfund Lebendgewicht 0,25 bis 0,33 RM. Ausgesuchte Tiere über Notiz. — Markt- verlauf zuerst lebhaft, dann abflauend: geringer Adlig 40 bis 45. Suppenhühner 60 bis 80, Utge Hähne 70 bis 80 Pfennig pro Pfund; teuöen 50 bis 60. Eier (aus!.) 9 biS 10, (inl.) 10, Slumenkohl 30 bis 60, Salat 8 bis 10, .Salatgurken 10 bis 20, Endivien 10 bis 15, -»Mich 10 bis 12, Lauch 5 bis 10, Käse 5 bis 10 -Arrkohlrabi 5 biS 8, Sellerie 10 bis 25, •pftrmig pro Stück; Radieschen 10 Ps. pro Bund. Bornotizen. - Tageskalender für Dienstag. Sberhessisches Damenheim: 17 Hhr, im Lukassaal, "Oitglieber-Derfammlung. — 16 und 20-30 Hhr, •S«U Amend: Modenschau der Firma Schmücker. — 15.30 und 17.30 Hhr: Große Modenschau bei UtiDod in den gesamten Geschäftsräumen, Delters- -rtg 81. — 20.15 Hhr, ^im Saale der Christlichen ’Btrlammlung, Wehsteingasse 9: Evangelisations- ^vsammlung, Thema: Urteil des Christus über uii und unsere Zeit. — Lichtspielhaus Bahnhof- liohc: „Wo die Wolga fließt .. Moh „Ebenden Stellen von Wieseck und Gießen sich Ü«-ache ernstlich annehmen, bamit der Wunsch nll . lM Jahrzehnten Wirklichkeit wird. Es kann nicht ?‘tt Arbeit “ mm noch länaer D o g e l. S t r a u ß - P o l,. Itebifhil en lii’wtreiben. Opfer müssen auf beiden selten ge« P W. dra.''t werden, die aber auch wieder beiderseitigen Mgen 2br,en bringen. 3nsbesondere darf der ® em et n d e- Ärpand von Wieseck die jetzt fid) b.etenbe Einstige Gelegenheit eines ^rkehrsmstte^ .MHid) rtt unbeachtet vorübergehen lassen. Trug sich doch ’k'Uiaen'v 1« Eemeinderat immer mit dem Gedanken der t W°«ung großzügiger Verkehrsmittel 3n breiten hattet ; 5* »jrii'tn der Wiesecker Bevölkerung hofft man, daß r Iteifoim1 jetzigen Anregungen genügen, um bald Taten Styl 1932 J?* rs-r Dch . n Hinaus t»., Reis», Wien, fotoeit Kracht teerden tonnei» 2v lchaslI,ch teertdol. Gutschrift,n ^eichsschuldbuch Schlitz «Meres rett-Vretaafr am Samstag, dem 1. Oktober 4932 ßrSie Jlr.59 auf alle nicht bereits heruntergezeichneten, rot etikettierten Waren Seemanns & sesktzhekm Bahnhofstraße n| über i fir e Hämorrhoiden u. a. 05546 18 — 674! > 6756 A Gienen 16,— 16,— 12,— 10,— zur Einsicht offen. 6764D Mtemillel! I UfaffTonsWodie 2. Lustspiel Marktplatz. 696 V über die fehum Aus Gr zur Erhalte ErKichlerur Vierter lei Ginuernefjm 6,— 4 — Die gesunkene Kaufkraft darf nidit xurVernadilässigung der Kleidung fuhren i Ranglogen 2 bis 6 und 13 bis 17, 1. Rang (Reihe 1 und 2) Ranglogen 7 und 8 und 11 und 12, Proszeniumslogen Sperrsitz (Reihe 1 bis 9), 1. Rang (Reihe 3 und 4) Sperrsitz (Reihe 10 bis 13), 1. Rang (Reihe 5 und 6) und Logenrückplätze Sperrsitz (Reihe 14 bis 18), 2. Rang Vorderplatz, Reihe 1, Mitte 2 Rang (Reihe 2 und 3) und 2. Rang (vordere Seitenreihe) 2. Rang (Reihe 4 und 5) Sind Sie erkrankt? Warum versuchenSie nicht die altbewährte Wörishofer Nerven-Kur und Bluterneuerungs-Kur ? Asthma, Rheuma, Entkalkung, Gallenstein, Die Einlösung muß vor der 1. Abonnementsvorstellung erfolgt sein. Gießen, den 26. September 1932. Die Bürgermeisterei. I. V.: Dr. Hamm. Anmeldung und Auskunft Vogtsche Privat - Handelsschulen Gießen, Goethestraße32 / Tel. 2464 /fienettanmx lzu mieten gesucht! Sehr. Ang. m.Pr.I lu. 6760V an benJ \ Gieß. Anz. / Ehrliches und fleiß. Alleinmädchen zu 2 Pers. n. Offenbach a.M. ges. Schr. Ang.m.Zeugnisab- schr.u.6761Va.G.A. 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M. 37210, Kasse des Stadttheaters Gießen, erfolgt Ueberfendung der Abonnementskarten. Soziale VMM der Aufgeber v. Stellen« angeboten ist es, die ein« gegangen^Bewerbunas« unterlagen (Zeugnisse, Zeugnisabschrift., Licht« oilber u.bgl.) schnellstens xurütfjuf. Oie Stellung« luckcnden sind dankbar dafür, wenn man ihre Bemühungen zur Erlangung em. geeigneten Längten aus diese Weise unterstützt und sind auf diese selbstverständliche Pflicht auch angewiesen. StteHeuev Änzeigev ieSW*1 her MaMeM? Bei Magenleiden jeder Art, mit Magenkramvf, Magenschmerzen11 deren Folgen, so Unverdaulichkeil, Appetitlosigkeit, nervösem Magen.| Erbrechen, Entkräft.. GemiitSleiden wirkt der über 60 Jahre bewähr« Hubert Ullrich’sche Kräuterwein infolge der eigenartigen, glücklicher Zusammensetzung auf die Magen' säite und den Gesamtstoffwechsel Zu haben in Flaschen zu RM.2.A und RM. 3.60, 1 Liter zu RM.ti.ü Haupt-Nieder!.: Engel-Apotbekt lebet ' L?« iio Ä.gemä SSä &■«. 9e4.eitoir biErlto BMib ei r-M •Jjj Halfin,k lügU «ttb 50^ s> In tiefer Trauer: Frau Margarethe Lang. Odenhausen, Kaichen. Bernsfeld, Harbach. Kesselbach, den 26. September 1932. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 28. Sept., nachm.2%Uhr statt _________________________________________________________________67f2D Todesanzeige. Heute morgen 7 Uhr entschlief sanft mein herzensguter Mann, mein lieber Vater, Schwiegervater, Großvater. Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Neffe Herr Leonhard Lang Landwirt und Gemeinderecbner