ßr. 201 KrühauSsabe 182. Jahrgang Somstag, 21. August 1952 GießenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Postscheckkonto: Sranfiurt am Main H686. Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Unwer^iai^vvch. OHÖ StetMöruderei R. Lange in Sieben. Zchriftleitnng und Seschäftzftelle: Zchulltrabe 7 Erschein» lügt»ch, außer Sonntags und Feierlags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monat,-vezngrprelr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach« richtens Anzeiger Sietzen. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re» Illameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20v , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in (Rieften. Die planwirischastsiendenzen der Reichsregierung. Von unserer Berliner Redaktion. Das große Wirtschastsprogramm der Reichsregie- rung wird erheblich tiefer in die Struktur der Wirtschaft eingreifen, als man es seither erwartet hat. Zwar haben bisher alle Verhandlungen des Reichskabinetts in strengster Vertraulichkeit stattgefunden, und es ist den Referenten der einzelnen Ministerien nicht einmal in Stichworten mitgeteilt worden, wie im einzelnen die Wirtschaftspläne der Reichsregierung beschaffen sind. Dennoch sind wir in der Lage, wenigstens die grundsätzlichen Linien dieses Wirtschaftsprogrammes zu entwickeln. Neben dem Ausbau des freiwilligen Arbeits- dicnstes wird das Regierungsprogramm nun doch schon die Ankündigung der Arbeitsdienstpflicht für zwei oder drei Jahrgänge enthalten. Zur Begründung wird angeführt werden, daß nur auf diesem Wege eine Entradikalisierung der Jugend durchgeführt werden kann. In enger Anlehnung an die Einführung der Arbeitsdienstpflicht bewegen sich die Pläne über die Schaffung einer Reichs - Wehrsportorganisation. Aber nicht auf diesem Gebiet dürften die Heber- raschungen der kommenden Notverordnungen liegen, sondern auf dem einer planwirtschaftlichen Gliederung der deutschen Wirt- schäft. Es ist zwar noch nicht sicher, daß die Regierung schon jetzt mit ihrem endgültigen Programm hervortritt, zumindest aber ist in dem Endprogramm ein Betrag von zwei bis drei TNilliarden Mark zwecks Arbeitsbeschaffung in Aussicht genommen. Eine solche Ankurbelungsaktion bedeutet natürlich eine planwirtschaftliche Teilgliederung bestimmter Wirtschaftszweige Es ist zuerst einmal die Landwirtschaft, deren Forderungen in weitgehender Weise berücksichtigt worden sein dürsten. Von den großen landwirtschaftlichen Verbänden war gefordert worden, daß die Einfuhr aller Erzeugnisse für Land- und Forstwirtschaft eine kontingentmäßige B e - s ch r ä n k u n g erfahren soll und diese Kontingente vom Staate bewirtschaftet werden sollen. Dies würde selbstverständlich einen neuen Schritt zur staatlichen Zwangswirtschaft hin bedeuten, und man kann die Sorge der industriellen Fachverbände verstehen, wenn sie aus einqr solchen Staatsbewirtschaftung bedenkliche Rückwirkungen auf unsere handelspolitischen Be- zichungen zum Ausland befürchten. Wenn die „Tägliche Rundschau", die angeblich gute Beziehungen zum Reichswchrministerium unterhält, allerdings vom Regierungsprogramm behauptet, „es schließt sich also zwangsläufig an das Arbeitsbeschaffungsprogramm eine Planwirtschaft an, an diese wiederum eine autarkische Handelspoli- ti k, alles wird verbunden durch eine Binnen- Währung mit notwendiger Kreditausweitung und schließlich als Grundlage staatlicher Wirtschaftsführung eine Verstaatlichung wenigstens der Großbanken bzw. der Depositenbanken und der sogenannten „Schlüssel- industnen", so können wir zur Beruhigung für ängstliche Gemüter seststellen, daß diese Prophezeiungen der „Täglichen Rundschau" vollkommen utopisch sind. Man hat begriffen, daß jede Wirtschafts- Umstellung nur in Etappen erfolgen kann. Die Gchiußberatungen im Reichskabinett. Berlin, 26. Aug. (ERB.) In der Reichskanzlei haben heute mittag die Kabinettsberatun- gen über das Wirtschaftsprogramm begonnen. Sie werden den Nachmittag und auch den morgigen Tag ausfüllen, weil der 51 a n z l e r am Sonntag in seiner Rede in M ü n st e r einen Heberblick über die neuen Maßnahmen geben will. Bis dahin muß das Kabinett also zu einem gewissen Abschluß gekommen sein. Das dürfte um fo eher möglich sein, als in den Einzelberatungen zwischen den Ressorts, deren Leitung auch immer in den Händen des Reichskanzlers lag, alle fad)’ Heften Fragen bereits weitgehend gefördert worden sind. Heber die Einzelheiten wird jedoch in amtlichen Kreisen a 11 e r ft r eng ft es Stillschweigen bewahrt Daraus laßt sich schließen, daß das Kabinett sich erst noch in bestimmten Dingen schlüssig werden muß, für me eine Lösung bisher noch nicht gefunden worden ist. Bedenken m Hamvurg. 2in amtlicher Lctnttt. Hamburg, 26. Aug. (SH-) Amtlich wird mitgeteilt: Eine hanseatische Abordnung trug am Donnerstag ihre Bedenken gegen die angekündigten Kontingentier un g s p l a ne zur Einschränkung der Einfuhr ausländischer Agrar- erzeugnisse im Auswärtigen 21m km Aerchs- außenminister Freiher v. Re u r a t h , dem Reichs- innenminister Freiherr v. G a y l und dem Reichsarbeitsminister Schäffer, sowie im Reichsfinanzministerium dem vom Relchsfinanzminlster in seiner Abwesenheit mit dem Empfang beauftragten Ministerialdirektor Dr. 01 scher vor. Die Aussprache ergab weitgehende Tkeberein- st i m m u n g öer Ansichten. ein Protest der Kaufmannschaft. Hamburg, 26. Aug. (T^-) Die Hambur- ger Handelskammer hatte die „Bersamm- lung eines ehrbaren Kaufmannes" für Freitag nach der Börse einberufen, um zu den handelspolitischen Plänen der Reichsregierung, vor allem zu den K o n t i n g e n- tierungsmaßnahmen für die Einfuhr forst- und landwirtschaftlicher Erzeugnisse, Stellung zu nehmen. Bon der Versammlung wurde folgende Entschließung angenommen: „Die Versammlung eines ehrbaren Kaufmannes hat mit schwerer Besorgnis von den Bestrebungen Kenntnis erhalten, die Einfuhr gewisser land- und forstwirtschaftlicher Erzeugnisse durch ein Kontingentierungssystem zu beschränken. Solche Maßnahmen würden lebenswichtige Teile der deutschen Wirtschaft schwer treffen. Die in Deutschland besonders an den Seehafenplätzen bestehenden zahlreichen Einfuhr- Häuser müßten ihre Betriebe noch weiter einschrumpfen sehen. Die noch am Leben gebliebenen deutschen Unterneftmenim Auslande würden in ihrem Kern um die Erhaltung ihrer Existenz hart betroffen. Die Ausfuhr deutscher Ondustrieerzeugnisse hängt unmittelbar von der Gestaltung der Einfuhr ab. Verschließt sich Deutschland gegen die Erzeugnisse fremder, mit ihm im Handelsverkehr stehender Länder, so werden diese Länder weder imstande, noch gewillt sein, fernerhin deutsche Industrieerzeugnisse aufzunehmen. Weitere bedeutende Zweige der Grportindustrie Deutschlands würden aufs Schwerste leiden. Die Erfahrungen, die in letzter Zeit mit der Kontingentierung einzelner Waren gemacht worden sind, haben deutlich erwiesen, daß Gegenmaßnahmen der betroffenen fremden Staaten und ihrer Bevölkerung die sichere Folge sein müßten. Die Schwächung der deutschen Kaufkraft im Innern, die Zunahme der Arbeitslosigkeit, die Stockung des Verteilungsapparates, müssen notwendig dazu führen, daß die Absatzmöglichkeiten für die Erzeugnisse der deutschen Wirtschaft im Inland« verringert werden, so daß die von dieser Seite erhoffte Preissteigerung höchst fraglich er. scheinen muß. Daher müssen alle diese Schädigungen des Außenhandels und der inneren Wirtschaft beseitigt werden, zu denen noch die oft im einzelnen dargelegten allgemeinen unheilvollen Folgen jeder staatlichenZwangs- wirtschaft hinzutreten, die nicht den mit diesem Bestreben verfolgten Hauptzweck erreicht. Kein einsichtiger Wirtschaftler wird sich der Erkenntnis von der Bedeutung der Landwirtschaft für Deutschland und von der Rotwendigkeit, ihr in ihrer schweren Rotlage zu helfen, verschließen. Aber dagegen muß die Versammlung eines ehr» baren Kaufmannes mit aller Entschiedenheit prote st i e r e n , daß zur Erreichung dieses Zieles wirkungslose Methoden verfolgt und wichtige und volkswirtschaftlich notwendige Teile des deutschen Außenhandels zerschlagen werden. Die Folgen für die deutsche Wirtschaft würden unabsehbar sein." Gayl und Schleicher fahren mit nach Neudeck? Berlin, 27. 2Iug. (CNB.) An der Reise des Reichskanzlers zum R e i ch s p r ä s i d e n - t e n nach Neudeck werden wahrfcheinlich, wie der „Lokalanzeiger" erfahren haben will, auch Reichs- wehrminifter von Schleicher und Reichsinnenminister von G a y l teilnehmen. Michstagsschicksal noch in der Schwebe. Entscheidung in der übernächsten Woche. Berkin, 26. Aug. (ERB.) In politischen Kreisen beschäftigt man sich natürlich lebhaft mit der Frage, wie sich die Lage nach dem Zusammentritt des Reichstages am kommenden Dienstag weiter entwickeln wird. Man rechnet jetzt als sicher damit, daß der Reichstag gleich nach seiner Konstituierung und der Wahl des Präsidiums eine Pause einlegt, damit die Zentrums abgeordneten am Katholikentag teilnehmen können. Das bedeutet, daß bei normalem Verlauf die angekündigten Mißtrauensanträge und der Antrag auf Aufhebung der Rotverordnungen erst in der darauffolgenden Woche akut werden. Die Entscheidung über das Schicksal des Reichstages, die sich daraus zwangsläufig ergibt, wird somit um sicher «ine Woche verzögert werden. Diese Entscheidung liegt natürlich beim Reichspräsidenten. In unterrichteten Kreisen zweifelt man aber nicht mehr daran, daß er dem Kanzler bei seinem Besuch in Reudeck die Auflösungsvollmacht für den Fall der Gefahr erteilen wird, daß durch die Aufhebung der Notverordnungen in unserem ganzen Rechtsleben ein Vakuum Eintritt Aus die Frage, wie die Dinge sich nach der Auflösung weiter entwickeln werden, gibt cs heute nexft keine bestimmte Antwort. In der Presse sind bereits eine Anzahl von Möglichkeiten behandelt worden, darunter u. a., daß die Reuwahl auf Grund einer durch Rotverord» nung herbeigeführten Wahlreform erfolgt. Darüber aber vermag noch niemand etwas Bestimmtes zu sagen, zumal die beiden wichtigsten | Probleme einer Reform, nämlich das Wahl- alter und das "Proporzsystem, nicht im Wahlgesetz, sondern in der Berfa!jung festgelegt, die natürlichen Grenzen einer Aenderung auf Grund des Artikels 48, also recht eng sind. Schließlich hängt die oben behandelte Verzöge- rung der letzten politischen Entscheidungen auch mit den Besprechungen zusammen, die in Süddeutschland zwischen Zentrum und Rationajsozialisten stattgefunden haben; sie sind noch nicht abgeschlossen, sondern gehen im Laufe der nächsten Woche weiter. Inzwischen wollen die Unterhändler mit ihren Freunden Fühlung nehmen, um ihnen über die erste Aussprache zu berichten und sestzustellen, ob sich die Grundlage eines Zusammenarbeitens, also einer parlamentarischen Regierungsmehrheit finden läßt. So hoch man in politischen Kreisen auch die Tatsache cinschäht, daß das Zentrum durch eine maßgebende Persönlichkeit wie Dr. Brüning an den Verhandlungen beteiligt ist, beurteilt man die Aussichten nach dem bisherigen verlaus doch recht skeptisch. Immerhin liegt es auf der Hand, daß sowohl das Zentrum, als auch die Rationalsozialisten ein Interesse daran haben, die Auflösung des Reichs- tages mindestens so lange zu verhindern, wie diese Verhandlungen im Gange sind. Auch dieser Gesichtspunkt spricht also dafür, daß die letzte Entscheidung über das Schicksal des Reichstages und damit die ganze weitere Entwicklung der nächsten Monate frühestens in der übernächsten Woche fallen wird. Landtag gegen Preußenregierung. Ein Protest des Landtagspräsidenten beim Reichskanzler. Berlin. 26. Aug. (DDZ.) Ein Brief, den der preußische Landtagspräsident Kerrl am Freitag an Reichskanzler v. Papen gerichtet hat. wird vom preußischen Pressedienst der RSDAP. im Wortlaut veröffentlicht. Kerrl deutet daraus hin, daß jede Regierung dem Landtage verantwortlich sei, und» daß verfassungsgemäß jeder Minister vor dem Landtage zu erscheinen habe, sobald es verlangt werde. Die Pflicht der kommissarischen preußischen Regierung war es nach seiner Ansicht lediglich, sich auf die Wiederherstellung verfassungsmäßiger Zustände zu beschränken. Stattdessen habe die kommissarische Regierung eine Herroallungsreform in Preußen bureftgefüftrt, die sowohl im Landtage wie in der breiten ZTlaffe der Bevölkerung tiefgehende Verwunderung ausgelöst habe und die Annahme habe aufkommen lassen, als habe man bei der Einsetzung des Reichskommissars weniger die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung, als die Durchführung ge- wisser anderer Ziele unter Ausschaltung des Landtages im Auge gehabt. Kerrl schreibt dann wörtlich: „Deshalb fühle ich mich als Präsident des Landtages verpflichtet, auf das schärfste Protest gegen die Durchführung von Maßnahmen zu erheben, von denen noch nicht feststeht, ob sie den Interessen des preußischen Volkes dienen, und ich bitte dringend, für die Zukunft von der Durchführung ähnlicher Aufgaben unter Ausschaltung des Landtages Abstand zu nehmen." Präsident Kerrl erinnert dann an seinen Brief vom 19. Juli, in welchem er die Geschäftsordnungsänderung des Landtages als älrsache verfassungswidriger Zustände dargestellt habe, weil durch sie eine Führung der preußischen Regierung durch die RSDAP. hätte verhindert werden sollen. Aus diesem Grunde habe er damals auch nicht etwa die Einsetzung eines R e i ch s k o m m i s s a r s gefordert, sondern eine Rotverordnung des Reichspräsidenten, durch welche die verfassungswidrige Geschäftsordnungs- änderung aufgehoben würde, und ferner die Uebernaftme der preußischen Polizei vom Reiche bis jur_ Bildung der neuen Regierung Rebenbei erwähnt Kerrl, daß ihm jetzt ein staatsrechtliches Gutachten zur Verfügung stehe, wonach für die Gültigkeit der Geschäftsordnungs-Aenderung eine Zweidrittelmehrheit notwendig gewesen wäre. Dann formuliert er feine Beschwerden und Forderungen folgendermaßen: „Der Herr Reichspräsident ist zwar über meine Forderung hinausgegangen und hat durch Rotverordnung l die gesamte preußische Regierung in die Hände des Reichskommissars übergeführt; um so mehr vermisse ich aber, daß meinem Ersuchen um Aufhebung der verfassungswidrigen Geschäfts- ordnungs-Aenderung bisher nicht Rechnung getragen worden ist. Das Entscheidende wurde demnach vermieden, und die alte Llrsache, durch welche die verfassungswidrigen Zustände in Preußen herbeigeführt sind, blieb bestehen. An Sie. sehr geehrter Herr Reichskanzler, richte ich deshalb noch einmal die Bitte, Dem Herrn Reichspräsidenten den Erlaß einer Rotverordnung vorzuschlagen, durch welche die verfassungswidrige Geschäftsordnungs-Aenderung für nichtig erklärt wird." Alle Parteien lehnen ab. Berlin, 26. Aug. (DDZ.) Der Gerneinde- ausschuh des Preußischen Land tags trat heute zusammen, um sich neben der Beratung von Eingaben auch mit der Rotverordnung über die Zusammenlegung von Kreisen zu beschäftigen. Don den Mitgliedern der Zentrumsfraktion wurde ein Antrag eingebracht, der das Staatsministerium ersucht, umgehend in eine Ueberprüsung daraufhin einzutreten, ob nicht durch die Zusammenlegung Der Kreise der Bevölkerung finanzielle Opfer durch unzweckmäßige Abgrenzung der neuerrichteten Landkreise zugemutet werden, die unter den heutigen Derhältnissen untragbar sind. Diese fogenannle kleine Verwaltungsreform wurde im Ausschuß von allen Parteien gleichmäßig abgelehnt, und zwar wurde beschlossen, zunächst eine allgemeine Aussprache abzuhalten und dabei auch die Frage der Dersassungsmöglichkeit der Einsetzung des Reichskommissars zu behandeln, die ja die Dorbedingung für die Verordnung des Reichskommissars darstellt. Von s o - zialdemokratischer Seite wurden die Einsprüche der Kreise gegen ihre Zusammenlegung unterstützt. Mehrere nationalsozialistische Redner erklärten, auf dem Wege parlamentarischer Verhandlungen würde man sicherlich eine bessere Form für die Vorlage gefunden haben. Zu der Frage der Verfassungsmäßigkeit der Institution des Reichskommissars wollten sie sich aber nicht äußern. Kommuni st ischeR ebne r erblickten in der Einsetzung des Reichskommissars einen „faschistischen Staatsstreich" und verlangten die Zurückziehung des Reichskommis- sars. Der Vertreter der deutschnationalen Fraktion lehnte ein Eingehen auf die Frage des Reichskommissars ab, beantragte aber aus Der» sassungsrechtlichen und sachlichen Gründen wegen Verletzung der Selbstverwaltung, der Rechte des Landtages und des Staatsrates die Aussetzung der Durchführung der Verordnung über die Reu- einteilung der Kreise und die Vorlegung eines Gesetzentwurfes über eine organische Derwal» tungSreform. Rachdem noch ein Zentrumsredner den Antrag seiner Fraktion begründet hatte, fand gegen die Stimmen der Kommunisten und Sozialdemokraten der Teil des deutschnationalen Antrages Annahme, der um die Vorlegung eines Gesetzes über eine planmäßige Verwaltungsreform ersuchte. Bei Stimmenthaltung des Zentrums wurde ferner ein nationalsozialistischer Antrag angenommen, wonach dieDerorbnung des Reichskommissars als rechtsungültig außer Kraft gesetzt werden soll. Die übrigen Anträge waren dadurch erledigt. Ein Vertreter des Staatsministeriums hatte vor der Abstimmung die Erklärung abgegeben, daß die Regierung an ihrer Verordnung fe st halte, auch wenn der Gemeindeausschuß und der Landtag gegenteilige Beschlüsse faßten; die Regierung fei lediglich zu Zugeständnissen hinsichtlich kleiner Grenzkorrekturen bereit. Die KoalttionSgespräche zivilen RSDAP. und Zentrum. Berlin, 26. Aug. (DDZ.) 3m Zusammenhang mit der Steigerung der politischen Spannung nach dem Deuthener Urteil war das Gerücht aufgetaucht, daß die preußischen Koalitionsbesprechungen ins Stocken geraten seien und daß für das Zustandelommen einer Verständigung zwischen Rationalsozialisten und Zentrum übet die preußische Regierung-bildung vorläufig keine Aussicht bestände. Demgegenüber wird dem Rachrichtenbureau des DDZ. in gut unterrichteten parlamentarischen Kreisen erklärt, daß die Koalitionsbesprechungen durchaus einen guten Fortgang nehmen, wenn man auch noch nicht den Tag genau absehen könne, wann sie beendet fein werden. Rach dieser von ernst zu nehmender Seite geäußerten Auffassung muß es weiterhin als wahrscheinlich gelten, daß der Ältestenrat des Preußischen Landtags sehr bald, vielleicht schon am kommenden Dienstag, die technische Frage zu entscheiden haben wird, wann die Wahl des Ministerpräsidenten auf die Tagesordnung gesetzt werden kann. Wieder Hauszö 3Steuer« stuuduug in Preußen. Berlin, 26. August. (CNB.) Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: So richtig auch die prinzipiellen Erwägungen waren, die zu der Umftcllung des seitherigen Systems der Steuerstundung nach § 9 der Hauszinssteueroerordnung für hilfsbedürftige Mie - ter auf das System der Mietbeihilfen in der preußischen Notverordnung vom 8. Juni d. I. geführt haben, so haben sich doch inzwischen so schwere Bedenken gegen die praktische Durchführbarkeit des neuen Systems ergeben, daß es geboten erscheint, zu dem System der ch a u s z i n s st e u e r- stundung — allerdings in wesentlich veränderter Form — zurückzukehren. Die Steuerstundung soll sich nicht mehr nach dem schematischen Existenzminimum von 1200 Mk. richten, das zudem sich bei der Verschiedenheit der Kaufkraft in Stadt und Land, im Westen und Osten ganz verschieden auswirkte, sondern sie muß auf den fürsorgerischen, individell auszulegenden Begriff der Hilfsbedürftigkeit abgestellt werden. Steuerstundungen sollen demnach nur gewährt werden „bei Mietwohnungen oder Teilen von Mietwohnungen, a) wenn Mieter nachweislich eine laufende Unterstützung aus Mitteln der öffentlichen Fürsorge beziehen, und zwar in Höhe des Betrages, um den die laufende Unterstützung sonst höher sein müßten b) soweit Mietern nachweislich eine laufende Unterstützung aus Mitteln der öffentlichen Fürsorge gewährt werden müßte, weil sie sonst die volle Miete nicht zahlen könnten; c) soweit die Einziehung eines der gesetzlichen Miete entsprechenden Mietzinses dem Eigentümer nachweislich nicht möglich ist." In der demnächst erscheinenden Verordnung ist die Rückwirkung der Neuregelung vom 1. Juli 1932 ab vorgesehen. Oie nationalsozialistische Regierung in Thüringen. Weimar, 26. Qlug. (TLi.) Nach der Verpflichtung der neuen thüringischen Landesregierung fand die erste Sitzung des Kabinetts statt. Zum Vorsitzenden des thüringischen Staatsministeriums wurde Staats- Eine Erklärung Lueigebrunes. G l e i w i tz , 26. Aug. (TU.) Der Verteidiger im Beuthener Sondergerichtsprozeß, Rechtsanwalt Dr. Luetgebrune, veröffentlicht folgende Erklärung: Zu den verschiedenen Presseveröffentlichungen über die mir zugeschriebenen Aeußerungen und Maßnahmen gegen das Urteil des Beuthener Sondergerichts erkläre ich hiermit das Folgende: 1. Das Urteil des Beuthener Sondergerichts habe ich als einen Justizirrtum verhängnisvoller Art erklärt, weil es dem wahren Sachverhalt nach dem geschichtlichen Zusammenhang und dein vorgelegten Beweisergebnis in sachlicher als auch in rechtlicher Beziehung, und zwar unterschiedslos gegenüber allen Angeklagten nicht gerecht wird. Die Entwicklung der Ereignisse hat diese Auffassung leider schon bestätigt. 2. Deshalb muß auch im allgemeinsten Interesse das Urteil selbst und nicht bloß seine Vollstreckung bekämpft werden. Für die Angeklagten war sonach nicht die Einreichung eines eigenen Gnadengesuchs, sondern der Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens der gegebene Weg zur Wiedergutmachung. 3. Nur um die Angeklagten und ihre Angehörigen aus der quälenden Ungewißheit über ihr Schicksal schnellstens zu befreien und zur Beruhigung der Oeffentlichkeit beizutragen, ist die Entscheidung über die Wiederaufnahme des Verfahrens hinter die sofort von Amts wegen eingeleitete Prüfung, ob die Staatsregierung die Vollstreckung der fünf Todesurteile an den fünf Angeklagten durch Begnadigung zunächst einmal ausschließt, zurückgestellt. Die W i e - deraufnahme des Verfahrens wird unbekümmert um die Entschließung der Gnadeninstanz weitergeführt, um bei der. nicht zu erwartenden Versagen der Begnadigung, allerdings in länger dauerndem Rechtsweg, die Vollstreckung des Urteils unmöglich zu machen Minister Sauckel (NSDAP.), zu seinem Stellvertreter Staatsminister Wächtler (NSDAP.) gewäh.t. Zum Hauptbevollmächtigten zum N e i ch s r a t wurden die Staalsminister Saut» kel und M ars chler (NSDAP.) und zu stellvertretenden Bevollmächtigten zum Reichsrat Staatsminister Wächtler und Staatsrat Dr. Weber (NSDAP.) bestimmt. Der Geschäftsbereich des Justizministeriums wurde dem Staatsrat Dr. Weber zugewiesen. In der heutigen Sitzung des Thüringischen Landtages wurde eine Erklärung der drei nationalsozialistischen Minister verlesen, in der sich die Minister angesichts der Not in Thüringen verpflichten, ein Minister- gehallt mit einer Auszahlung von nicht über 7 0 0 0 Mark in Anspruch zu nehmen. Den überschiehenden Teil wollen sie der Staatskasse für L'nderun.' s' ^erfüaunn stellen er neue tunöia; epruiiw. W e imar, 26. Aug. (WTB.) 3m Anschluß an die Wahl der neuen thüringischen Negierung fand ihre Vereidigung statt. Sodann wurde für den nationalsozialistischen Präsidenten Marsch- ler Studienrat Hille (NSDAP.) zum Land- tagspräsidenten gewählt. Oer französische Besuch bei der Reichsregierung. Berlin, 26. Aug. (TU.) Von Berliner zu- ständiger Stelle wird die Havasmeldung bestätigt, daß sich der französische Abgeordnete Fribourg, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses der französischen Kammer, am Donnerstag in Berlin aufgehalten hat und vom Reichskanzler, dem Reichswehrmini st er und dem Staatssekretär von Bülow empfangen worden ist und den Angeklagten ihr Recht zuteil werden zu lassen. Zustiznnmstenum gegen Landtagsausschuß. Berlin, 26. Aug. (WTB.) Das Preu hische Justizministerium veröffentlicht folgendes: Der Vorsitzende des 19. Ausschusses des Preußischen Landtags hat mit Schreiben vom 24. August dem preußi- scheu Justizministerium die Einberufung des Ausschusses zum 2. und 3. September nach B e u t h e n zur Nachprüfung des Verfahrens vor dem Sondergericht bei dem Landgericht in Beuthen in der Strafsache Kottisch und Genossen mitgeteilt und u. a. um äleberlassung des Schwurgerichtssaales in Beuthen, um Bereitstellung der Verurteilten zur Vernehmung vor dem Ausschuß und um Aushändigung der Akten des Strafverfahrens ersucht. Das preußische Justizministerium hat durch Schreiben vom 26. August erwidert, daß es aus rechtlichen Gründen nicht in der Lage sei, dem Ersuchen zu entsprechen. Die Nachprüfung des Verfahrens des Sondergerichts in Beuthen in der Strafsache Kottisch und Genossen würde eine Ausdehnung der dem Ausschuß vom Land- tag übertragenen Aufgaben bedeuten, zu der dec Ausschuß nicht befugt sei. Es komme hinzu, daß die angekündigte Untersuchung einen Eingriff in die Unabhängigkeit der Gericht e bilden und daher im Hinblick auf Artikel 102 der Reichsverfassung unzulässig sein würde. Zeitungsverbore. Heidelberg, 26. Aug. (WSN.) Don der Pressestelle beim badischen Staatsministerium in Karlsruhe wird mitgeteilt: Die in Heidelberg erscheinende nationalsozialistische Tageszeitung „Die Volksgemeinschaft" wurde auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten gegen politische Ausschreitungen auf die Dauer von zehn Tagen verboten, ebenso das im Verlag der Volksgemeinschaft in Heidelberg erscheinende Kopfblatt „Hakenkreuzbanne r", sowie jede neue Druckschrift, die sich sachlich als die alte darstellt oder als Ersah anzusehen ist. Or. Weiß will in den Ruhestand treten. Berlin, 26. Aug. (CNB.) Der ehemalige Berliner Vizepolizeipräsident Dr. Weiß hat dieser Tage beim Polizeipräsidium ein Gesuch eingereicht, in dem er aus gesundheitlichen Rücksichten um seine Versetzung in den Ruhe st and bittet. Das Gesuch ist auf dem üblichen Dienstwege dem preußischen Innenminister;"- ^-"ckieidung weitergeleitet rn- " weneraqlreik in vu englischen Vaumwollindnstrie? London, 26. Aug. (WTB.) Die Verhandlungen zur Beilegung der Schwierigkeiten in der Baumwollindustrie von Lanca- s h i r e sind heute nachmittag im Manchester g e - scheitert. Der für den 27. August angeordnete Streik von über 200 000 Arbeitern wird daher, falls nicht von den Gewerkschaften noch in letzter Minute Schritte zu einer Verzögerung erfolgen, morgen einsetzen. Die Ursache des Zusammenbruchs der Verhandlungen war die Unmöglichkeit einer Einigung über die Frage der Wiedereinstellung jener Arbeiter, die infolge ihrer Weigerung, den Lohnherabsetzungen zuzustimmen, entlassen und | durch andere ersetzt worden waren. Die Arbeitgeber j haben sich gestern bereiterklärt, den entlassenen Arbeitern einen Vorzug bei der Wiedereinstellung zu; geben und in sechs Monaten die Lage aufs neue j zu erörtern. Sie vertreten dabei die Meinung, daßj die Schwierigkeiten in diesem Zeitraum sich von selbst lösen und die betreffenden Arbeiter wieder eine Anstellung gefunden haben würden. Obwohl die Frist von sechs Monaten auf sechs Wochen herabgesetzt worden war, konnte keine Einigung erreicht werden, da die Arbeiter die sofortige Wie- [ öereinfteUung in zwei bestimmten Fabriken verlangten, eine Forderung, die auf unüberwindliche Hindernisse ffipf- .ne aller IBeh Gcohfeuer in Boppard. In Boppard brach in einem Lebensmittellager Großfeuer aus, das sich mit rasender Geschwindigkeit ausbreitete. In kurzer Zeit standen ein Nebengebäude und ein Wohnhaus in Hellen Flammen, ohne daß die Feuerwehr in der Lage war, das wütende Element wirksam zu bekämpfen. Alle drei Gebäude brannten bis auf die Grundmauern nieder Menschenleben kamen nicht zu Schaden Tränengasanfchlag auf ein Warenhaus. In den Verkaufsräumen des Warenhauses Tietz in Remscheid wurde dieser Tage ein tränengasähnliches Gemisch zur Entwicklung gebracht. D r e i F r a u e n , die als Täterinnen in Frage kommen, find der Polizei vorgeführt worden. Schwerer Verkehrsunfall bei Neubrandenburg Zwei lote. Dieser Tage ereignete sich auf der Chaussee Neu. brandenburg-Neustrelitz ein folgenschwerer Der- kehrsunfall, der zwei Menschen das Leben kostete. Der Bauunternehmer S t r a e n aus Burg-Stargard stieß mit seinem Motorrad mit einem Berliner Kraftwagen zu. sammen. Der Kraftwagen fauste dabei gegen einenDaum. Der Chauffeur des Kraftwagens und der Bauunternehmer Straen aus Burg-Star- gard wurden tödlich verletzt. Die Insassen des Autos, der Filmschauspieler Willi F o r st und eine Wiener Tänzerin, wurden leich- Oer Kamps um das Bemyener Urteil Zum Gedenken au die Schlacht von Seufzen ' FR’.ofo ■ MX f&h In dem niederjchlesijchen Ort L e u t h e n , wo vor 175 Jahren Friedrich der Große seinen glorreichsten Sieg im Siebenjährigen Kriege erfocht, fand unter großer Beteiligung eine eindrucksvolle Gedenkfeier statt, bei der das 1907 von Kaiser Wilhelm II. gestiftete Altardenkmal neu eingeweiht wurde. — Generalfeldmarschall von Mackensen verliest eine Botschaft des früheren Kaisers. ter verletzt; sie befinden sich im Städtischen Krankenhaus zu Neubrandenburg. Schwerer Unfall auf dec Zeche „Sünnes“ in Gladbeck. Auf der Zeche „Matthias Stinnes III/IV" in Gladbeck platzte während des Schichtwechsels am Füllort eine der großen Luftdruckleitungen, durch die komprimierte Luft in den Schacht befördert wird. Durch den ungeheuren Luftdruck wurden eine Anzahl der am Füllort beschäftigten Bergleute sowie mehrere Bergleute, die gerade mit dem Förderkorb vor Ort ankamen, v e r l e tz t. In zwei Fällen waren die Verletzungen so schwer, daß die sofortige Ueber- führung ins Krankenhaus notwendig wurde. Raubmord oder Llnglückssali? WSN. Darmstadt, 26. Aug. Anfang 3uli unternahm der etwa 20jährige Student Rudolf B e st, Sohn eines hiesigen Apothekers bei Merck und Zuletzt Volontär am Frankfurter Zoo, allein eine Radtour nach Norddeutschland zum Zwecke einer Studienreise in norddeutsche Zoologische Gärten und Tierhandlungen. Die letzte Nachricht gab er aus Lüneburg am 14.3uli und wurde seitdem vermißt. Nun wurde bei G r o ß h e h l e n in der Lüneburger Heide, nahe der Landstraße, die bereits in Verwesung befindliche Leiche eines jungen Mannes gefunden und vom Vater als diejenige seines Sohnes erkannt. Das Gepäck, darunter ein Zelt, fehlte bis auf eine blecherne Spiritusflasche. AuffäUig ist auch, daß am Fundort ein fremdes Fahrrad, nicht das des jungen Best, lag. Es besteht die Möglichkeit, daß Best, da der Unterkiefer der Leiche gespalten ist, ermordet und beraubt wurde. Die Verletzungen schließen aber auch einen Verkehrs- unfall und die später erfolgte Beraubung der Leiche nicht aus. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein. Schlaflose Nacht. Don Georg Mühlen-Echutte. In einem kleinen Hotel irgendwo in der Gegend von Lübeck. Der Strumpfhändler Max Milchreis hat beim Abendessen die Bekanntschaft des Oberinspektors beim Rechnungshof Hermann Schneider gemacht der sich auf einer Urlaubsreife befindet. Die Herren steigen die Treppe zu ihren Zimmern empor. Milchreis äußert: ,3ch hätte doch lieber keinen Mokka nehmen sollen, Herr Inspektor." „Ober, bitte!" „Wieso — ,Dber“? Wollen Sie was bestellen?" „Nein, ich meine nur, ich bin Oberinspektor." „Ach so! ... Hm! ... Muß ja sagen, — Sorgen haben die Leute ...!" „Haben wir auch! Sie wissen nicht, lieber Herr, wie es einem heute mit Frau, drei Kindern, einem unterstützungsbedürftigen Großvater und einem Stubenmädchen zumute ist." „Schrecklich! Seien Sie froh, daß Sie nicht noch einen Kanarienvogel zu ernähren haben oder einen Goldfisch! ... Können Sie eigentlich schlafen nach Mokka?" „Wie eine Ratte." „Na, — auch nichts Schönes! ... Ich werde natürlich wieder die halbe Nacht wachliegen." „Versuchen Sie es doch mit der Auto-Suggestion." „Mit was?" „Mit Auto-Suggestion. Passen Sie auf. Sie sind doch Strumpfhändler, nicht wahr?" „Ja." „Na, also! Sie liegen im Bett und fangen in Gedanken irgendeine ganz absurde Rechnung an. Ungefähr so: Wenn ich das Paar seidene Damenstrümpfe für siebenundachtzig Pfennig verkaufe dann bringen mir zwei Paar seidene Damenstrümpfe eine Mark oierundsiebzig; drei Paar seidene Damen- ftrümpfe bringen mir zwei Mark einundsechzig; vier Paar seidene Damenstrümpfe bringen mir drei Mark achtundvierzig; fünf Paar seidene Damenftrümpfe ... na, und immer so weiter!" „Sie meinen, das hilft?" „Das hilft totficher. Spätestens bei siebenundzwanzig Paar seidenen Damenftrümpfen fangen Sie an zu schnarchen." Die Herren trennen sich. Das Zimmer des Strumpfhändlers liegt gegenüber von dem Zimmer des Oberinspektors. Der Strumpfhändler entkleidet sich, steigt ins Bett, dreht das Licht aus und fängt an zu rechnen. Es ist elf Uhr. Kurz nach Mitternacht wird an die Tür des Oberinspektors geklopft. Der Oberinspektor fährt aus dem ersten Schlummer hoch. „Wer ist da?" „Ich bin es, — Milchreis! Machen Sie doch mal auf!" Der Oberinspektor steigt aus dem Bett,, öffnet die Tür und läßte den Strumpfhändler herein. „Ich kann nicht schlafen!" sagt der Strumpfhändler und fällt in einen Sessel. „Haben Sie denn nicht den Trick mit der Strumpfrechnung versucht?" „Ja, natürlich!" „Und wie weit sind Sie gekommen?" „Bis sechs Paar." „Na, das ist doch gar nichts. Sie mußten weiterrechnen. Ich habe Ihnen gesagt, ungefähr bei fiebern und zwanzig Paar würden Sie schnarchen." „Augenblick mal, Herr Inspektor ..." „Ober, bitte!" „Da müssen Sie dreimal klingeln." „Unsinn! Ich meine, ich bin Oberinspektor." „Ach so! Na, schön! Also, was das mit den Strümpfen betrifft, — es geht nicht." „Wieso nicht?" „Das will ich Ihnen erklären. Sehn Sie mal, Sie kennen die Branche nicht. Ich habe im Sommer im Vertrauen auf eine Lockerung der Kartellpreise einen Posten Damenstrümpfe, Kunstseide plattiert, für eine Mark fufzehn das Paar abgestoßen. Was soll ich Ihnen sagen, die nächste Lieferung ab Fabrik, in Farbe und Faden haargenau derselbe Kitt, wird mir mit einsdreiundzwanzig angestellt. Ein glattes Verlustgeschäft! Und jetzt kommen Sie mir mit einem Preisvorschlag von siebenundachtzig Pfennig für seidene Ware. Das ist nicht zu machen, Herr . „Aber ich bitte Sie ...!" „Es ist nicht zu machen, verlassen Sie sich drauf! Waschseide, — ja! Waschseidene Damenstrümpfe mit Spitzhochferse und Florsohle, prima Qualität moderne Farben, kann ich für siebenundachtzig Pfennig abgeben. Wenn Sie mir sagen: Milchreis, bauen Sie Ihre Rechnung auf dieser Basis auf, — bon! Geht in Ordnung! Aber Seide, Herr, Seide ...?!" „Also gut, Herr Milchreis, gehn Sie wieder in Ihr Bett und rechnen Sie nach dem neuen Modus." „Sie meinen, ich kann ruhig statt.Seide' .Waschseide' sagen?" „Ja, natürlich." „Na, dann gute Nacht!" „Gute Nacht!" Der Strumpfhändler verschwindet, und der Oberinspektor kriecht in die Federn. Die Störung wirkt in ihm nach. Er findet keinen Schlaf und liest die Zeitung. Im letzten Drittel des Inseratenteils fallen ihm endlich die Augen zu. Wenige Minuten danach erwacht er von heftigem Klopfen. „Hallo! Was gibt es?" „Ich bin es, — Milchreis." Der Oberinspektor stürzt mit einem Fluch an die | Tür. „Was wollen Sie denn nun schon wieder, zum Donnerwetter?" I „Pardon, wenn ich störe, ziehe ich mich zurück." „Ach was! Jetzt haben Sie mich mal geweckt, — nun ist's mir egal. Sie wünschen?" „Nur eine ganz kleine Information! Ich bin gleich wieder draußen. Sehn Sie mal, ich habe eben den Preis von einhundertsechsundzwanzig Paar waschseidenen Damenstrümpfen berechnet. Macht genau einhundertundzwölf Mark und achtundoierzig Pfennig. Nun habe ich zufällig einen Posten von einhundertsechsundzwanzig Paar waschseidene Damenstrümpfen daliegen. Ich wollte jetzt fragen, was Sie davon halten, wenn ich einen Strich unter dieses Konto mache und eine ganz neue Rechnung mit prima Herrensocken aus Fil d’ticosse für zwei Mark sünfundsiebzig das Paar anfange." „Einverstanden!" „Na, dann ist ja alles in Butter. Gute Nacht!" „Gute Nacht!" Der Strumpfhändler zieht sich in sein Zimmer zurück. Er kriecht in die Falle, loscht das Licht und beginnt die Rechnung mit den Herrensocken. Bis nahe an hundert Paar kommt er, dann übermannt ihn die Müdigkeit, und er schläft ein. Es ist morgens etwas nach vier Uhr. Da wird heftig an seine Tür geklopft. Der Strumpfhändler richtet sich verstört auf, steigt aus dem Bett und Öffnet. Draußen steht der Oberinspektor. Er sieht schrecklich übernächtig aus, wilde Haarsträhnen hängen ihm in die gefurchte Stirn. Ernst sagt er: „Ich möchte wissen, Milchreis, wie Sie auf ein» hundertundzwölf Mark und achtundvierzig Pfennig für die Samenftrümpfe kommen. I ch für meine Person kriege zwei Mark sechsund- achtzig weniger raus!" Zeitschriften. — Wie vielseitig und verantwortungsvoll der Beruf des Apothekers ist, darüber gibt eine Sondernummer der „3 l l u st r i r t e n Z e i t u n g" (Verlag 3. 3. Weber, Leipzig) eine anschauliche äiebersicht. Die Aufsätze über „Die deutsche Apotheke, ihre Entwicklung und ihre Bedeutung für die Volksgesundheit", „Die wissenschaftliche Leistung und Bedeutung des Apothekers", „Apotheke, Arzneiversorgung und Arzneimittelverkehr" und „Die Bewertung der Heilkräuter im Spiegel der 3ahrhunderte" sind von zahlreichen 3Uustrationen begleitet, Gemälden, Stichen und Zeichnungen aus allen Zeiten neben Abbildungen von historischen Haus-, Feld- und Derkaufsapotheken und modernen Apothekeneinrichtungen. Eine heitere Ergänzung dieser Liebersicht bilden „Allerlei Apotheker-Kuriosa". Oer wilde Mann am Telephon. Ein Mann, den die Telephon-Teilnehmer in der Umgegend des französischen Ortes Caen in der Normandie noch lange in schlechtem Angedenken behalten werden, ist ein gewisser Le- Harenge. Er war dieser Tage mit vier Helfershelfern angeklagt und zwar hatte er sich wegen folgender Vergehen zu verantworten: 1. wegen absichtlicher Verwirrung der Hälfte aller Telephonverbindungen in der Gegend von Caen, 2. wegen widerrechtlicher Anmaßung eines Beamtenpostens und damit verbundener freier Fahrt auf der Eisenbahn, 3. wegen Vorspiegelung falscher Tatsachen, durch die er für sich und seine Genossen freie Kost und Wohnung in einer Anzahl von Fällen erlangte. Lehareuge hat sich mit seinen Verfehlungen keinen Dermögensvorteil verschaffen wollen. Er ist vielmehr ein Mann, der sich von der Postverwaltung ungerecht behandelt glaubt und die Aufmerksamkeit auf sein Schicksal lenken wollte. Er war früher bei der Telephon-Verwaltung von Caen angestellt, wurde aber entlassen, nach seiner Ansicht in höchst ungerechter Weise. Er wollte sich deshalb an seinen früheren Vorgesetzten rächen und zugleich seine Behandlung vor die Oeffentlichkeit bringen. Er legte sich den Namen Le Harenge bei und das aus guten Gründen, denn es gibt in diesem Bezirk einen Telephon-Inspektor namens Harenge. Damit war die INöglichkeit für allerlei Verwirrungen gegeben. Er sicherte sich die Mitarbeit von vier Gehilfen, einem Mechaniker, einem Wege-Arbeiter, einem Kesselflicker und einem Handlanger, und mit dieser bunten Gesellschaft unternahm er Reisen durch die Normandie, stets auf Kosten der Staatseisenbahnen, indem er erklärte, sie seien Telephon-Arbeiter, und die Kosten würden von der Post erseht werden. Mit dieser Angabe verschaffte er sich und den Semen auch unentgeltliche Unterkunft. Le Harenge und feine Genossen widmeten ihre besondere Aufmerksamkeit den Telephonanlagen, und ihrer sachverständigen Arbeit gelang es, in wenigen Minuten Hunderte von Telephonverbindungen in Einordnung zu bringen. 3n ein paar Tagen hatten sie das ganze Telephonnetz des Bezirks in ein Chaos verwandelt, in dem sich die Teilnehmer nicht mehr zurechtfinden konnten und das zu den furchtbarsten Beschimpfungen der Telephonistinnen führte. Man stand zunächst wegen der Einordnung, die den Telephon-Verkehr fast unmöglich machte, vor einem Rätsel. Die Lösung brachte der richtige 3nspektor Harengö, der bei seinen Nachforschungen aus die Spur des geheimnisvollen Le Harenge kam und dann seine Machenschaften aufdeckte. leihen, wo uor J ^men glorreid)|ten ^ erfocht, sand unter brudsDoUe Se-ea« «* Bio«ta " '?'•* mürbe. - «»««Mm «t rchien^ns ' im Städtischem^. Unfall n«" in Gladbeck. Stinnes III/IV“ tnCBlab* Schichtwechsels am gull. lstdruckleitungen. t >n den Schacht bejörbert Lustdruck wurden eine Wigtcn Bergleute sowie °de mit dem Förderkorb 13n zwei Fällen waren daß die sosortige lieber- Wtwendig wurde llnglückssaH? 26. Qlug. Ansang Juli lährige Student Audojj m Apothekers bei Merck granlfurter Zoo. allein Deutschland zum Zwecke wrddentsche Zoologische ngen. Die letzte Hochburg am 14.3uli und t. Aun wurde bei Lüneburger Heide, nahe i/s in Verwesung be> jungen Mannes als diejenige seineck ad, barunkt tva W cheme Spkkus^aschc. am 'Junbort ein Mt bas des jungen > Möglichkeit, dah Bell, Leiche gespalten ist. erbt wurde. Die 2er» auch einen Verkehrs- : erfolgte Verau- us._____ . cj 23. Ernst Btumschm. N am Telephon. Telephon-Teilnehmer in .ösjlchen Ortes Säen in ?ge in Mchtm 2lnge- ist ein gewisser 'Soge mit vier Helfers lerantworten. 1- Wj“ der Halste aller W -r Gegend von Caen, SäStyß. astejsss stzOr m 6i*m äÄj’Sis 'XV. eirSfeiflidet wid ■ine* Sbunten mH diel , j)je Mr- ZZßty'S SZc-tz -*55 DDt Wtlorfihur^ iifl« 3 üUf die sM Aus der Provinzialhauptstadi. ©leben, den 27. August 1932. Als man fein Goldgeld wollte. .. Dor der Errichtung des Deutschen Deichs herrschte in den deutschen Ländern die Silberwährung. Obwohl es Goldmünzen in erheblicher Anzahl gab, spielten sie keine beachtliche Rolle. Riemand war zur Entgegennahme dieser Geldstücke gehalten, geschweige denn verpflichtet, sie sich zu einem festen Wertverhältnis gegenüber dem Taler oder dem Gulden anrechnen tagen des Freiballonsports. 17: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.25: „Friedrich IL von Hohenstaufen", Dortrag von Dr. Friedrich Hel- mund. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Lieder zur Laute: Landsknechtslieder und Schnurren. 20: Militärkonzert. 21: Eine (Viertelstunde Lyrik: Rainer Maria Rilke. 21.15: „Kleiner Knigge für 1932" von Stefan Großmann. 21.30: Klavierkonzert: Max Osborn. 22.45 bis 24: Rächt- musik. Dienstag, 30. August. 7.05 bis 8 (Bad Salzuflen): Frühkonzert der Kurkapelle Bad Salzuflen (Städtisches Orchester Hildesheim). 12: Schallplattenkonzert. 13.30 (Don Freiburg): (Silber aus dem Orient. 15.20 bis 16 20: Hausfrauen-Rachmittag. 16.20: Ein rheinischer Weberjunge erzählt, 3mprovisationen von Paul Laven. 17: Konzert. 18.25: „Luftschutz tut not" Dortrag von Major Ludwig von Rida. 18 50- Aeuhere Derbrecherfaktore", Dortrag von Dr Walter Luz. 19.30: Aus Operetten von Franz Lehar 19 50: Symphoniekonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart 21 20. Saure ®ur. kenzeit eine bunte Stunde. 22.45 bt8 24. Unterhaltungskonzert der Tanzkapelle der Stuttgarter Philharmoniker. Mittwoch, 31. August. 7 05 bis 8 (Bad Salzuflen): Frühkonzert der Kurkapelle Bad Salzuflen (Städtisches Orchester Hildesheim). 10.10 bis 10.50 Schulfunk: Ein Räumungsprozeß, Hörbild von Aetualis. 12: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 13.30: Schclll- plattenkonzert, Marsch-Musik. 15.20 bis 16.20: Stunde der 3ugend. 17 (Bon Wiesbaden): Konzert. 18.25: „Abend am Mösener See", Dortrag von Max Geisenheyner. 19 (Don Salzburg, Fest- spielhaus): Salzburger Festspiele: Fidelio, Oper in zwei Aufzügen, Musik von Beethoven. 22: Das Werratal, ein Hörbild. 22.45 bis 24 (Don Wien): Rachtmusik. Donnerstag, 1. September. 7.05 (Don Kreuznach): Frühkonzert. 12: Mittagskonzert der Kapelle des Konzertvereinsorche- sters Rumberg. 13.30: Mittagskonzert. 15 bis 16: Stunde der 3ugend. 17: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.25: Zeitfragen. 18.50: „Die Reu- Astrologen", Dortrag von Auguste Peters. 19.30: Operettenkonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 19.50: Dom Deutschen Eck jum Ritter- sturz, ein Koblenzer Abend. 21: Katholikentag, des Deutschen Dater-Unser. 22: Heitere Klaviermusik, gespielt von Dr. Walter Georgii. Freitag, 2. September. 7.05 (Bad Münster a. St.): Frühkonzert der Kurkapelle Bad Münster am Stein. 12: Konzert. 13 30: Schallplattenkonzert. 16.10 bis 16.30: Renn- woche in Baden-Baden: Großer Preis von Baden. 17: Woran erkennst du sie?. Lehrgang mit musikalischen Beispielen über die Stilwandlungen der Musik. 18.25: „Der Ruhrmensch", Dortrag von Georg Schwarz, Berlin. 18.50: Aerztevortrag: Der Sinn der sportärztlichen Arbeit". 19.30: Kleine Stücke für Violine. 20 (Aus Reuyork): Kurt G.Sell: Worüber man in Amerika spricht. 2015: Kleine Anzeigen, Hörfolge von Anton Schnack. 21.15: Unterhaltungs-Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22.45 bis 23.15: Deutsche Dolkslieder HL 23.15 bis 24: Walzer von Josef Strauß. Samstag, 3. September. 7 05 (Don Heilbronn): Frühkonzert des Heilbronner Konzertorchesters. 10.10: Schulfunk-Aus- tauschsendung: Bilder vom deutschen Binnen- bQnöeL Leitung Paul Laven. 12 bis 13.15: Schallplattenkonzert. 13.30 bis 14.40: Mittagskonzert bes Rundfunkorchesters. 15.30 bis 16.30: Stunde ber Jugend. 17 (Bon Mannheim): Unterhaltungsmusik. 18.25: „John Locke", Dortrag von Dr Albert Haag. 18.50: „Der Himmel im September und Oktober, Unseres kleinen Mondes großartige Gebirgswelt". Dortrag von Professor Edmund Sittig. 19.30: Lerne dich bewegen, ab»r wie?", Gespräch über die verschiedenen Gymnastik-Systeme. 20. Großer Operetten-Llbend. 22.45 bis 24 (Don Miltenberg): Militarkonzert. wollen; dafür seien zweihundert Ferkel zu Schweinen herangemästet worden. Aus der Gegenüberstellung ergab sich, dah der Angeklagte, entgegen feiner Behauptung, nicht nur die „Bonzokratie", sondern auch die Regierung treffen wollte. Strafe: ein Monat Gefängnis. Ein Arbeiter und seine Frau erhielten wegen schwerer Urkundensälschung Desäng- nis st rasen von je einer Woche, weil sie, um Unterstützung zu erhalten, eine Arbeitsbescheinigung fälschlich angefertigt haben. Strafkammer Gießen. ♦ Gießen, 26. August. Im April 1930 hatte ein damals in Bad-Nauheim wohnhafter Kellner einem dortigen Schneidermeister die Anfertigung eines Fracks in Auftrag gegeben. Er hatte dabei erklärt, er habe Stellung im Kurhaus; feine Woh- nungseinritfjtung habe er bei einem Spediteur in Mannheim stehen. Auf diese Angaben vertrauend, lieferte der Schneidermeister den Frack. Er erhielt aber kein Geld und mußte schließlich feststellen, daß der Kellner ihm die Unwahrheit gesagt hatte. We- gen Betrugs wurde dieser von dem Amtsgericht Bad-Rauheim zu 3 Wochen Gefängnis ve» urteilt. Seine Berufung war ohne Erfolg ' Ein Schlosser aus Bad-Rauheim hatte im Juns 1932 auf das Straßenpflaster mit Oelsarbe einen 'Aufruf zur Wahl gemalt und war deshalb auf Grund der 'Verordnung vorn 28.3.1931 und 27.3 1932 bestraft worden. Da diese inzwischen aus- gehoben worden sind, erhielt er heute eine hohe Geldstrafe wegen groben Unfugs. Zu 4 'Monaten Gefängnis hatte das Amtsgericht Friedberg einen jungen Mann verurteilt, weil er bei einer politischen Versammlung eine Schußwaffe bei sich geführt hatte 3n dem heutigen Termin erschien der Angeklagte nicht. Seine Berufung wurde daher verworfen. Sprechstunden der Redaktion. 11J0 bi, 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen Anzeigenauströge sind lediglich an öle Geschäftsstelle ,u richten. Für unverlangt eingesandte H* anufftlptc ohne beigefüates Rückporto wird keine Gewähr übernommen Geschichten aus aller Welt. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Leine Grellem, der Fixstern. (k) Dorpat. Die Universität Dorpat kann in diesem Jahre ihr 300jährigcs Bestehen feiern. Ursprünglich anno 1630 von Gustav Adolf gestiftet, ging sie schon 1710 wieder ein, um 1802 neu errichtet zu werden. Hier eine kleine Anekdote: In Dorpat herrschte große Aufregung: Seine Exzellenz Graf Sergej Semenowitsch Uwarow, Väterchens Untcrrichlsminister, hatte seinen ader- höchsten Besuch angekündigt. Don diesem Besuch hing viel ab; die Universität kämpfte wieder einmal mit materiellen Schwierigkeiten und die Regierung sollte helfen. Der Diplomatie eines Deutschen, des Astronomen Wilhelm von Struve, blieb es Vorbehalten, Sr. Exzellenz die entsprechende Stimmung einzuflößcn; man wußte von Uwarow, daß er in guter Laune großzügig war — selbst wissenschaftlichen Einrichtungen gegenüber. Exzellenz kam und wurde von Herrn von Struve, dem Direktor der Sternwarte, herum- geführt. Der Minister nickte zu allem wohlwollend, ohne sich besonders.zu erwärmen. Schließlich zeigte Struve den neuangeschafften Refraktor, das Riesens ernrohr der Sternwarte. Der Graf warf huldvoll einen Blick herein. Er wandte sich dann erstaunt an den Direktor: „Ich sehe da eine sternähnliche Erscheinung!" Struve tat sehr erstaunt: „Unmöglich, Exzellenz, zu dieser Tageszeit I" „Doch, doch", beteuerte der Minister, „das muß schon ein Stern sein. Sehen Sie sich die Sache einmal an!" Struve sah sich also die „Sache" an und begeisterte sich alsbald: „Ich gratuliere, Exzellenz! Durch einen glücklichen Zufall haben Sie soeben einen bisher unbekannten Fixstern entdeckt! Wenn Exzellenz erlauben, werden wir den neuen Stern nach Ihnen benennen!“ Uwarow erlaubte. Er war stolz und glücklich. Und — die Universität Dorpat bekam alles, was sie nur wollte. Sogar noch mehr! Dah „Seine Exzellenz, der Fixstern" von Struve bereits etliche Monate vorher entdeckt wurde, hat Graf Uwarow niemals erfahren. Ter „Herr von Paris". - Paris. Der „Herr von Paris" ist der Scharfrichter. Man gab ihm diesen (Hamen zur Zeit der großen Revolution, als der Henker wirklich der Herrscher über alle war. Ader man hat — da man den Henker in Kürze wieder zu der Hinrichtung des Präsidentenmörders Gorguloff in Paris erwartet — in alten Gesetzen herumgesucht und interessante Dinge herausgefunden. So ist der „Herr von Paris" der einzige Mensch, der in Paris von einem Hotel zurückgewiesen werden kann, toeim er um ein Zimmer fragt, wo er sein Haupt niederlegen könnte. Jeder andere, der in der Lage ist, ein Zimmer zu bezahlen, und nicht erkennbar ansteckend krank ist, muh ausgenommen werden! Das Gesetz, das gestattet, den Scharfrichter zurückzuweisen, ist sehr alt und stammt aus dem Jahre 1563. Als kürzlich diese Frage aufgeworfen wurde — da bestätigte ein Pariser Gericht die alte Bestimmung. Der Henker von Paris wollte nämlich — am Tage der Präsidentenermordung übrigens — in Paris die (Vorbereitungen zur Exekution an einem jungen Mann treffen, der mit seinem Bruder zusammen eine entsetzliche Bluttat verübt hatte. Der junge Mann wurde von dem neuen Präsidenten später begnadigt. Aber der Scharfrichter fand an dem Tag in Paris alle Hotels besetzt, und als er schließlich eines fand und sich mit seinem (Hamen eintrug, verweigerte ihm der Hotelier das Zim- mer. weil seine übrigen Gäste davonlausen würden, wenn er einen Henker unter seinem Dach beherberge. Es gab einen Disput, den der Hotelier dadurch beendete, dah er die Polizei holte, die dem Scharfrichter bedeutete, er möge sich trollen. Und eine Beschwerde stünde ihm ja über die Gerichte zu. Diesen Weg hat der Scharfrichter jetzt beschritten — und er ist abgewiesen worden. Zwei Ehehälften melden iid) gegenseitig verloren. (g) Dom. Auf der Quästur in Genua erkundigte sich neulich der 42jährige Arbeitslose (Hicola Mione, ob die Polizei vielleicht seine bessere Ehehälfte gefunden habe. „Ich ging“, erzählte er, „mit meiner Frau auf dem Corso Regina. Durch die Re« klame eines Geschäftes angezogen, blieb ich vor einem Schaufenster stehen und betrachtete die Auslagen. Meine Benedetta hatte das augenscheinlich nicht bemerkt und war weitergegangen. Als ich aufsah, war meine Frau verschwunden und alles Suchen in der Umgebung blieb erfolglos." Der arme Mann war recht niedergeschlagen, denn er teilte mit seiner gleichalterigen Frau nun schon lange Freud und Leid. Gegenwärtig befanden sie sich auf einer Fußwanderung. Sie tarnen aus (Rom wo sie keine Arbeit mehr hatten> finden können, und wollten in das norditalienlsche Heimatdorf Benedettas. 15 Tage waren sie schon einträchtig marschiert, und nun sollte das grausame Schicksal sie trennen? Während Ricola also Nagte, erschien ferne vermißte Gattin, um ebenfalls sehr besorgt der Polizei das geheimnisvolle Derschwinden ihres Mannes zu melden und um Fahndung zu bitten. Der dienst tuende Beamte lächelte, sprach eine Zauberformel und stellte die Derschollenen einander gegenüber. Jetzt sind sie wieder auf dem Wege nach Brusasco und wollen — wenn keine weiteren verhängnisvollen Schaufenster am Wege liegen — nach fünf Tagen ankommen. Das Lpiclerparadies. (k) Prag. Tschechische Blätter melden betrübt, daß die Spielleidenschast in den letzten Jahren Ausmaße erreicht hat, die bedenklich erscheinen. So bat wenigstens die Svielkartenindustrie (im schroffsten Gegensatz zu allen anderen Industriezweigen!) einen nie geahnten Aufschwung genommen; der jährliche Umsatz geht in die Millionen! Mährisch-Ostrau an der Ostrawiha schießt den Bogel ab. Ein einziges Kaffeehaus dieser relativ kleinen Stadt mit nur etwa 50 000 Einwohnern verbrauchte im Jahre 1931 für 72 000 Kronen Spielkarten. Auch die Sanatorien in den Heilbädern, so vornehmlich in Karlsbad, haben sich zu Spielerzentren entwickelt; ein Kurhaus verkonsumierte für 40 000, ein anderes für 42 000 Kronen Karten. Die Hauptstadt Prag gab für diesen Zweck jährlich rund durchschnittlich drei Millionen aus. Das ist verhältnismäßig wenig, wenn man bedenkt, daß man in Prag nach altösterreichischem Muster an jeder Straßenecke mindestens ein Kaffeehaus findet. Mährisch-Ostrau kann sich jedoch rühmen, daß auf jeden Einwohner einschließlich Babys jährlich anderthalb Kronen „Kartenanschaffungsgeld" entfallen. Die dortigen Statistiken über Spielverlufte dürften nicht uninteressant sein! Bargeldloser Zahlungsverkehr. (web) Sofia. In einem Umkreis von 100 Meter um meine Wohmung liegen sechs Läden, Apotheke, Kondi- torei Bäckerei, Feinkosthandlung, Kolonialwaren» händler und Milchgeschäft — ob sich der Betrieb lohnt, ist zweifelhaft, sicher aber ist, daß alle sechs Kaufleute gewöhnlich nicht in der Lage sind. Banknoten von 500 Lewa, also nicht ganz 15 Mk., zu wechseln! Und auf Den bulgarischen Dörfern ist es auch im Wirtshause nicht einfach, mit einem Hundertlewaschein zu bezahlen. An der Küste des Schwarzen Meeres war in diesem Iayr Der Ma- krelenfang besonders ergiebig. Die „Tschirosi", wie die fleinen gesalzenen Fische genannt werden, hängen schön aufgereiht da und warten auf Käufer, Die nicht kommen. Die Leitung des Kreistheaters von Burgas hatte BerstänDnis für Die Rotlage Der Fischer, Die gerne ins Theater gehen wollten, aber kein (Selb für einen Sitzplatz auf» bringen konnten. • Wenn die Thea ter truppe nun die kleinen Küstenstädte, wie Sosopol, Anchialo und Messemwria besucht, Dann wirb durch den Gemeindetrommler audgetrommelt, daß je'acnls 50 Sitzplätze verfügbar sind, die nicht gegen Bargeld, sondern gegen je 50 Stück Tschirosi abgegeben werden. Diese „Fisch-Plätze" sind immer ausverkauft, Derrn Die Bürger von Sosopol und AnHialo haben zwar fein Geld, aber Fische im Ueberfluß. Die Theaterleitung „kassiert" die Fische ein und nimmt sie mit nach Burgas, wo sie verkauft werden. Der Erlös wird als „Gage" unter Die Darsteller verteilt, so weit diese nicht schon an Ort und Stelle einen Teil Der Gage in Gestalt der schmackhaften Fische verzehrt haben. Wie lange wird es iwch Dauern, und Der bulgarische Dauer fährt beim Steueramt vor unb wirft ein paar Säcke Mais ab als Steuerzahlung oder bezahlt am Fahrkartenschalter des Bahnhofs mit einem Fäßchen Wein? Lchcrbcn bringen nicht immer Glück. (Or) Athen. Athen ist Die Stadt Der Autotaxis. Es gibt Deren so viele, daß Der Geschäftsgang schlecht ist und mancher Autotaxibesiher kaum seine Unkosten decken kann. So kamen verschiedene ganz gescheite Taxilenker auf die findige Idee, sich, wenn auch auf etwas ungefehmähige Weise, den Einnahmeausfall „auszugleichen". Wozu ist man versichert? Athen verfügt aber außer Taxis noch über ein» Menge fliegender Händler. Die mit kleinen Handkarren in der Stadt hcrumsahren, um ihre Ware den Hausfrauen an^ubieten. Und Darunter gibt es auch „fahrende Glas» und Porzellanläden". Mit denen ging nun der Taxi- Chauffeur ein Kompaniegeschäft ein. Auf das fahrbare Glasgeschäft wurden zerbrochene Gläser, Kannen und alles, was sonst noch zerbrechlich iß. aber schon zerbrochen war, aufgclabcn, nut einige wenige ganze Sachen blieben als „Deckung' oben auf. Run zog der Händler los und an einer bestimmten Stelle kam der „vereinbarte" Zusammenstoß, der den ganzen gläsernen Kramladen in einen einzigen Scherbenhaufen verwandelte. Entsetzen, Geschrei. Polizei, der Händler droht den Taxilenker zu chnchen, die ganze Komödie wird ergreifend zu Ende gespielt, Versicherungsgesellschaft und Polizei sind genarrt und erstere muh in die Kasse greifen und zahlen. Aber wie das immer so geht, je mehr er hat, je mehr er haben will: das neuartige Geschäft wurde auf eine „zu breite Grundlage" gestellt — und eines Tages wurde der reizende Trick entdeckt. was für die ‘Beteiligten allerdings ziemlich peinliche Folgen hatts »J.-fporf Abschluß des Guropa Rundflugs. Seidemann Erster in Berlin-Staaken. Mit einem großen deutschen Erfolge, der auch für die deutsche Flugzeug-Industrie besonders erfreulich ist, endete am Freitag die letzte Groß- etappe des Europa-Rundfluges von Paris nach Berlin. Der Deutsche, Oblt. S e i d e m a n n, der schon auf der zweiten Teilstrecke einen Rekordflug vollbracht hatte, konnte auch diesmal wieder die Etappe an einem Tage zurücklegen. Am Freitagmorgen 6 älhr war der Stuttgarter gestartet und schon um 18.36 Llhr traf er auf dem Flugplatz in Staaken ein. Auch die Deutschen Massenbach und Marienfeld sind bereits gelandet. Der Verlauf der letzten Etappe. Um 5 ilfjr am Freitag schleppten bereits die Marinesoldaten die 25 Flugzeuge aus der riesigen Halle auf dem Flugplatz in Orly bei Paris. Die Flieger lassen zunächst lange auf sich warten, aber kurz vor 6 älhr sind sie plötzlich wie aus dem Erdboden hervorgezuubert da. Alle sehen sie zum Himmel, der mit tiefschwarzen Wolken bedeckt ist. Trotzdem pünktlich um 6 Ahr erheben sich die ersten drei Flugzeuge vom Erdboden. Kaum sind die letzten Flieger von Orly gestartet, als auch schon der Deutsche Seidemann mit feiner roten Heinkelmaschine über dem Flughafen des Zwangslandeplatzes Deauville erscheint. Inzwischen hatte sich das Wetter wieder etwas aufgeklärt und so kamen denn auch die übrigen Teilnehmer in kurzen Abständen in Deauville an. Bereits um 8.47 Ahr traf Seidemann wiederum als Erster auf dem Flughafen in Rotterdam ein. Revn Minuten später landete der polnische Pilot Zwirko, dem die beiden Deutschen Marienfeld und Stein, die sich aus den letzten Gruppen an die Spitze vorarbeiten konnten, folgten. Seidemann läßt sich auch hier nicht lange aufhalten, nimmt Oel auf und fliegt bald darauf nach Dortmund, dem dritten Zwangslandeplah, weiter. Aeber Dortmund, Hamburg und Kopenhagen traf dann Seidemann um 14.27 Ahr in Göteborg ein. wo er um 14.44 Ahr bereits wieder abflog. Als Nächster folgte der Deutsche Marienfeld mit seiner Akaflieg Darmstadt um 14.55 Ahr. Marienfeld startete bereits eine Viertelstunde später zum Weiterflug. Am 15.11 Ahr kam dann von Massenbach an, der sich nicht einmal Zeit zum Tanken lieh und gleich wieder absurrte. Die drei deutschen Flieger Seidemann, Marienfeld und v. Massenbach trafen dann in dieser Reihenfolge kurz hintereinander auf dem Rückwege wieder in Kopenhagen ein. Die Ankunft tu Berlin Schon am frühen Nachmittag hatten sich Tausende von Neugierigen auf dem riesigen Flugplatz in Staaken eingefunden. Geduldig wartete man der ersten Flieger, die denn auch kurz nach 18.30 Uhr eintrafen. Schon aus weiter Ferne sah man den roten Heinkeltiefdecker des Deutschen von Seidemann, der um 18,36 glatt landete. Die Zuschauer gerieten in helle Begeisterung. Kurz darauf landete als Zweiter der Deutsche Marienfeld und kurz darauf folgte als Dritter ebenfalls ein Deutscher; v. Massenbach ebenfalls auf einer Heinkelmaschine. Die drei deutschen Flieger haben damit eine fabelhafte fliegerische Leistung vollbracht und selbstverständlich verdient auch die deutsche Flugzeug- Industrie, und hier besonders die Argus-Motoren, ein ganz besonderes Lob. Die Entscheidung über den endgültigen Sieger ist immer noch sehr unklar, fest steht nur, daß für den Ausgang der Pole Zwirko, die Deutschen Reinhold Poß, Wolf Hirth und der Schweizer Fretz in Frage kommen. Den Ausschlag dürfte erst das Geschwindigkeitsrennen am Sonntag geben. Hockey-Olympiasieger in Deutschland. vor den Inder-Gastspielen. Bekanntlich trägt die indische Hockey-Ratto- nalmannschaft, der Olympiasieger von Amsterdam und Los Angeles, in der ersten Septemberhälfte fünf Spiele in Deutschland aus, die sich nach folgendem Programm abwickeln: 2. September in Essen: Westdeutschland gegen Indien; 6. September in Hamburg: Rorddeutschland gegen Indien; 8. September in Berlin: Brandenburg gegen Indien; 9. September in Leipzig: Mitteldeutschland gegen Indien; 11. September in München: LänderspielDcutsch- land gegen Indien. Jwei Mannschaften - vier Spiele! VfB. Liga-Sinn und Burg. Die VfBer bestreiten am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag bereits die Rückspiele gegen jene Mannschaften, bei denen sie am vergangenen Wochenende zu Gast weilten. Der Gegner des Samstags ist die Mannschaft von Sinn, gegen den sich die Grünweißen am vergangenen Sonntag einen etwas überraschenden Sieg von 6:1-Toren holten. Das Rückspiel wird nun die Gäste bemüht sehen, das Ergebnis des Vorsonntags zu korrigieren. Auf dem Waldsportplatz dürfte das allerdings schwer fallen. Es wird den Gästen kaum ein Sieg beschieden sein. Die VfBer werden außerdem noch mit stärkerer Mannschaft antreten, als sie es in Sinn konnten und haben dadurch außer dem eigenen Platz noch eine Chance mehr. Die Gäste jedoch haben sich als sehr eifrig erwiesen und dürften den Hiesigen doch einigen Widerstand entgegensetzen. Anderseits ist man sich der VfB.-Elf nicht so ganz sicher, denn erst gegen Frohnhausen kamen sehr widerspruchsvolle Ergebnisse zustande. Nicht viel anders liegen die Verhältnisse für das Spiel des Sonntags. Burg stellt eine Mannschaft, die hart und ausdauernd, zu kämpfen versteht, wenn sie auch diese technischen Feinheiten nicht in das tfelb zu fuhren hat, wie man sie von den VfBern billig erwarten darf. Das Ergebnis pes Vorsonntags blieb mit 2:1 sehr knapp, denn der Gegner verteidigte energisch und drängte immer wieder nach vorne. Die VfBer werden gut tun, den Gegner ernst zu nehmen, denn eine Niederlage würde für die ehemalige Oberligamannschaft wie auch für die Zuschauer eine große Ueberraschung bedeuten. Beide Spiele werden harte Kämpfe bringen. Den Ergebnissen sieht man mit Spannung entgegen. Die Siege des VfB. sollten aber ficherzustellen sein. * Neben diesen Spielen ist ein weiteres umfangreiches Programm vorgesehen. Die Ligareserve empfängt auf dem Waldsportplatz die 1. Mannschaft Des FC. Flensungen und sollte sich einen sicheren Sieg erringen. Die Alten Herren treten bereits ebenfalls am Samstagabend an und haben die Alte- Herren-Elf von Sinn zum Gegner. Die 1. Fugend trifft auf die 1. Jugend von Watzenborn-Steinberg und hat in den Teutonen einen sehr gefährlichen, körperlich überlegenen, spielerfahrenen Gegner vor sich, der auf eigenem Platz unbedingt einen Sieg erringen möchte. Die 1. Schüler empfangen auf dem Waldsportplatz die 1. Schüler von Wieseck. 1900 Liga in Siegen und Fulda. Die Liga der Spielvereinigung 1900 hat für heute und morgen reichlich viel vor. Der heutige Samstagabend sieht die Blauweihen in Siegen. Der Gegner des Tages war am ersten Sonntag nach der Ruhepause in Gießen und inuhte eine 4:1-Riederlage hinnehmen. Das Spiel befriedigte seinerzeit nicht so sehr. Die Siegener, etwas schwächer als die 1900er, unsicherer in der Ballbehandlung, unklarer in der Kombination und in der Zusammenarbeit, hatten hier einen schweren Stand und verloren, ohne daß sie es hätten verhindern können. Lediglich ihre Elastizität, ihr Stehvermögen und der an den Tag gelegte Eifer verhinderten seinerzeit eine höhere Riederlage. Außerdem hatte der Sturm der Gießener einen schweren Tag. Für das bevorstehende Spiel liegen die Aussichten etwas anders. So ganz siegesgewiß fahren die Blauweißen nicht nach Siegen. Cs läßt sich denken, daß die Gastgeber korrigieren wollen und auf eigenem Platze etwas im Vorteil sind. Die 1900er haben zu dem Zeitpunkt eine etwa dreistündige Reise hinter sich und treten dann sofort zum Spiel an. Außerdem werden einige Mann ersetzt werden müssen, die nicht abkommen können. Der Ausgang des Spieles ist offen. Jedenfalls haben es die 1900er diesmal etwas schwerer. Viel Vergnügen! Die Mannschaft muß also am Samstagabend zurückfahren nach Gießen und seht sich am anderen Morgen wieder auf die Bahn, um in längerer Fahrt nach Fulda zu gelangen' Dort ist eine ehemalige Oberliga-Mannschaft in Erwartung der Spielvereinigungsleute. Germania Fulda teilte das Schicksal des VfB. Gießen und stieg in die 1. Vezirksklasse der Gruppe Fulda ab. Der Papierform stellen die Germanen gewissermaßen noch Oberliga dar. und wenn sie auch gegen die Spielvereinigung 1900 schon verloren haben, so will das nicht heißen, daß sie nicht auch gewinnen könnten. Eigener Platz, eigenes Publikum, eine gut zusammenarbeitende Mannschaft mit einigen sehr guten Spielern sind immer noch da und in Anbetracht alles dessen, würde es eine angenehme Aeberraschung bedeuten, wenn die Blauweißen siegreich zurückkehren würden. Diese Leistung wäre dann um so beachtlicher, als doch für die Mannschaft zwischen den Reisen ein Spiel liegt, das Spiel des Samstags, das die 1900er nicht nur so nebenbei werden bestreiten können. So ist es auch hier noch nicht sicher, wie die Gießener abschneiden werden. Zwar darf man auf die Mannschaft (Schlarb; Luft. Zeiler, Glitsch. Langsdorf. Schomber; Schmidt. Göbel, Lippert, Arnold und Heilmann) einige Hoffnungen setzen. Voraus Lorbeeren zu vergeben, wäre aber bestimmt verfrüht. Tennisturnier des Turngaues Hessen. Zum ersten Male seit der Aebernahme des Tennisspiels in den Aebungsbetrieb der DT. findet für die Spieler des Hessengaues und der angeschlossenen Abteilungen aus Braunfels und Herborn in Gießen ein Tennisturnier statt. Insgesamt nehmen 21 Turnerinnen und Turner teil. Davon entfallen je 8 auf die Turner-Einzel- der A» und der 8-Klasse, 4 auf das Turner-Doppel der A-Klasse und je 2 auf das Gemischte-Doppel und Turnerinnen-Ein- zel. Bei 38 Spielen haben alle Teilnehmer reichlich Spielgelegenheit und auch die Zuschauer dürften auf ihre Kosten kommen. Die Spiele finden nach dem Punktsystem statt, so daß ein Spieler der beiden Turner-Einzelklasse eine harte Probe bestehen muß, um zum Sieg zu gelangen. Da die Mehrzahl der Spieler noch nicht im Rahmen eines Turnerschaftturniers gespielt hat, läßt sich eine Voraussage über die Spielstärke und den Ausgang nicht machen. Arbeiter-Turn und Svortbund. Der kommende Sonntag bringt als interessantestes Treffen der ersten Gruppe der Kreisklasse das Spiel Wieseck I — Naunheim I in Wieseck. Beim Spiel um die Bezirksfestmeisterschaft mußte der Kreismeister verdient eine Niederlage hinnehmen. Im kommenden Spiel wird nun Naunheim alles daran setzen, um die erlittene Schlappe auszugleichen. Die Wie- secker werden, wenn sie nicht den nötigen Siegeswillen aufbringen, mit einer sicheren Niederlage rechnen müssen. Gießen I muß die Reise nach Dorheim antreten und trifft dort auf einen Gegner, der auf eigenem Platze kaum zu schlagen ist. Heuchelheim I hat auf eigenem Platze Erbstadt I zum Gegner. Nach den bis jetzt gezeigten Leistungen werden auch hier die Gäste mit einer Niederlage rechnen müssen. Nieder- Florstadt I hat Altenstadt I zum Gegner und wird den Neuling mit einer sicheren Niederlage abfertigen. In der 1. Bezirksklasse hat Gießen II am Sonn- tagvormittag Wieseck II zum Gegner. Der Ausgang dieses Spieles ist offen. Lollar I hat Londorf I zum Gegner und wird die Punkte wohl für sich behagen. Daubringen I spiell in Wißmar. Ob es zu einsm Siege der Platzbesitzer reicht, ist fraglich. Allendorf a. d. Lahn I ist in Leun zu Gast. Obern» darf I hat Rodheim I und Naunheim II hat Wetzlar I zum Gegner. In beiden Spielen dürften die Gäste unterliegen. Burkhardsfelden I wird in Hungen auf einen gleichwertigen Gegner treffen. Saasen I sollte in Alsfeld gegen die dortige erste Elf nur wenig zu bestellen haben. Von Großen-Buseck I und Großen-Linden I erwartet man in Großen- Buseck ein spannendes Treffen. In der 2. B e z i r k s k l a s s e hat Wieseck III vor dem Spiel der Kreisklasse Hausen I zum Gegner. Gießen III ist in Hungen zu Gast. Weitere Spiele sind: Hausen II — Klein-Linden I; Annerod I — Watzenborn I; Lang-Göns I — Lich I; Grüningen I — Großen-Linden II; Alsfeld II gegen Nieder-Ohmen I; Großen-Buseck II — Grun- berg I; Beuern I — Lindenstruth I; Lollar II gegen Hachborn I; Rüddingshausen I — Allendorf a. d. Lumda I; Sichertshausen I — Fronhausen I; Gleiberg I — Wißmar II; Launsbach I — Krofdorf I; Vetzberg I — Heuchelheim II; Vetzberg II gegen Wetzlar II; Kinzenbach II — Blasbach I; Frankenbach I — Waldgirmes I. In der Jugendklasse: Naunheim — Krofdorf; Gleiberg — Rodheim; Launsbach — Heuchelheim; Lollar — Hachborn; Alten-Buseck — Wieseck. Kurze Gporinoiizeu. Bei der Ski-Verbandstagung vom 2. bis 4. September in Potsdam wird die Reugestaltung des Kurs- und Lehrwesens, die bei dem starken Zustrom von neuen Mitgliedern eine dringliche Rvtwendigkeit geworden ist, im Vordergrund der Beratungen stehen. • Der Dahe rn - Mittelst ürmer Rohr hat sich am linken Fuß eine Knöchelsplitterung zugezogen, die ihn vorläufig außer Gefecht setzt. • D ie amerikanischeDamen-Tennis- meisterschaft fiel in Abwesenheit von Helen Wills-Moody an Helen Jacobs, die im End- spiel die Kalifornierin Carolyn M. Babcock leicht 6:2, 6:2 schlug. • In den Gruppen Main und Hessen beginnen die Verbandsspiele am kommenden Sonntag erst um 17.30 Ahr. Diese Maßnahme wcrr noch unter Berücksichtigung der inzwischen aller- dirrgs gewichenen Hitzewelle getroffen worden. ♦ Um das deutsche Turn- und Sportabzeichen. Am kommenden Sonntag kann die Prüfung für das Deutsche Sportabzeichen in Gruppe V, Radfahren, abgelegt werden. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Vroduktenmarkt. Die starke 2lbschwächung der Getreidepreise in den letzten Wochen kam im abgelaufenen Berichtsabschnitt zum Stillstand. Die immer noch stark mit Feldarbeiten beschäftigte Landwirtschaft beschickte den Markt in dieser Woche mit wesentlich kleineren Mengen. Aber auch diesen gegenüber war die Aufnahmcneigung angesichts des schwachen Mehlkonsums und der, durch die große Ernte hervorgerufenen Skepsis hinsichtlich der weiteren Preisentwicklung seitens der Mühlen gering; sie deckten nur den unmittelbaren Bedarf. Weizen und Roggen waren anfangs der Woche noch etwas schwächer, konnten sich aber dann auf das geringere Angebot und die feste Haltung des Berliner Marktes wieder erholen, so daß die vierwöchigen Rotierungen nicht unterschritten wurden. Weizen lag mit 212,50 bis 214,00 eher eine Ruance höher, während Roggen mit 166 bis 167 Mk. behauptet war. Futtergetreide lag sehr ruhig, da die Verarbeiter und der Handel mit Anschaffungen zurückhielten. In neuem Hafer hat sich das Angebot verstärkt, dem gleichfalls nur geringe Kauflust gegenüberstand. Die Preise hierfür liegen erheblich unter den letztgezahlten für alten Hafer. Wintergerste 167,50, Hafer neue Ernte 147,50 bis 155,00 Mk. je Tonne. Das Mehlgeschäft war trotz erneut stark ermäßigter Forderungen sehr schleppend. Weizenmehl südd. 34 bis 34,75, desgl. niederrhein. 34 bis 34,50, Roggenmehl 60prozentige Ausmahlung 25—26 Mk. je 100 Kilogramm. K l e i e neigte trotz des geringen Anfalls zur Schwäche, da die guten Rauhfutterernten, der gute Stand der Wiesen und Weiden, sowie die große Hackfruchternte den Absatz erschweren. Oelhaltige Futtermittel blieben indes gut behauptet. Weizenkleie 8,50 bis 8,30, Roggenkleie 8,00, Treber 10,50 bis 10,60 Mk. je 100 Kilogramm. Kartoffeln neigten stärker nach unten. Böhms allerfrüheste gelbe gaben bei schleppendem Geschäft um 0,50 Mk. auf 1,90 Mk. je 50 Kilogramm nach. Frankfurter Abendbörse freundlich. Frankfurt a. TR., 26. Aug. An der Abendbörse lagen vereinzelt kleine Publikumsaufträge vor, so daß gegen die schon erhöhten Berliner Schlußkurse neue Besserungen von meist 0,5 bis 1 Prozent zu verzeichnen waren. Die Amsätze waren zwar lebhafter als seither, sie bewegten sich im großen und ganzen aber immer noch in recht mäßigen Grenzen, da die Kulisse gegenüber den verschiedenen Mutmaßungen, die schon für die Befestigung im Mittagsverkehr maßgebend waren, Zurückhaltung bekundete. Die Stimmung blieb auch im Verlaufe freundlich. Am Rentenmarkt konnten sich deutsche Anleihen leicht erhöhen. Reichsschuldbuchforderungen blieben zu 59,25 Prozent für späte Fälligkeiten gut behauptet. Etwas mehr Interesse bestand für rheinische Städte-Anleihen, die etwa 1 Prozent anzogen, und von fremden Werten für Donau-Save-Adria, die mit 40 Mark pro Stück bewertet wurden. Reubesih 5,30 bis 5,35, Tlltbesih 50 bis 50*/8, Schuhgebietsanleihe 3,92V2, Reichsbank 128,75, Harpener 65, Mannesmann 45,50, Aku 46,50, AEG. 34,25, Dt. Erdöl 74,75 I.-G.-Farben 89,75, Siemens 134,50, Rordd' Lloyd 14,75. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Re.chsbankdiskont 5 o.H. Lombardzinsfuß 6 o.H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schluß!. Abend- börse Schluß» lurS Schluß!. Mittag» börsc Datum 25.8. 26.8. 25.8. 26.8. 6% Dcuyche gtcichsanleihe ö.l92. 59,25 59,5 59,65 61 ti% ehcm.?A>Tt. ReichSanl.v.iSLl 68,75 68,5 68,5 68,25 6%% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Ani.-Ablös.-Schulb mit 61 61,13 61,5 61 AuSlos.-Rechten...... 49,5 50,13 49,5 49,9 DeSgl. ohne Auslos.-Rechte . . 6% efjem 8%$eff. SoINftaat 1929 5,25 5,35 5,3 5,3 (tud^atilb. 102%)...... 52,5 54,5 54 54,5 Oberheilen Provinz-Anlethe mit Auelos^Rechten...... Deutsche Komm. Sammelabl. 46,75 47 — — Anleihe Serie 1...... 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl 47,65 48 47,9 48,25 Golopie. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Banl 69,5 69 — — ©olDpt" 16 unkündbar bis 1936 6'/2% ehem. 4%% Franks.Hyp.- 69 68,75 — — Bank Miau Psandbriese . . . 5'/z% ehem. 4'/,% Rheinische 77,25 77,5 — — Hyv.-Ban! Liqu.-Goldpie. , 6% ehem. 8% Pr. Landespsand- 78,25 78,25 — — briesansta. Psandbriese R. 19 6% ehem. 7% Pr. LandeSpsand- 67,5 67,5 67,5 — briesanstali Pfandbriefe R. io 68 68 — — «% Oesterretchische Golvrenie . 10,25 10,25 10 4,20% Oesterrcichische Sikberrentc 1,25 1,? 4% Ungarische Goldrente .... 6,2 6,2 6.25 fi 15 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6,15 6,4 6.3 4/r% desgl. von 1913 . . . 9,4 6% abgest. Goldmexikaner von 99 6,5 6,25 4% Türkische Zollanleihe von 1911 3,25 3,25 3,3 3,3 3,35 3,5 3,5 3,35 3,45 3,45 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihc Serie 1 . . . 3,3 3,25 <% beifll. Serie II....... 5% Rumän. vercinh. Rente v. 1903 4^%Rumäna>ereinh.Rentev.l913 9,5 9 75 9,4 4,25 4% Rumänische oeretnh. Rente -- Anatolier ...... 4,4 17.35 4,5 4/25 17.4 Irranksurt a.M. Berlin Schluß- kurS Schluß!. Abend» börse Schluß- kurS Schlußk. DU.lag« bör>e Saturn 5.8. 26-8. 25.8. 16.8. 1 c 0 4. s 2 K 4. SC £ 1 -amburg-Anieruu Pate. i 7amburg-Südam. Dampfschiff. 0 >ansa Dampsjchisj . . . t lorddeuticher Lloyd.....< 1.0. für Verkehrswesen Akt. . 0 Serliner Handelsgesellschaft . 4 ommerz. und Privat-Bank. o Darmstädter und Nalionalbaat o Veulsche Bank und Disconto-Gesellschast... o IreSdner Bank...... o ieichsbant..... 1: 1.0.®............o Scrgmann.........o Hellt. LieserungSgesellschaft. 6 icht und Kraft...... e selten & Guilleaume.... o lesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 4 Rheinische Elektrizität . . . 68 öchuckert & Go. ...... o -lernens L Halske..... 9 ahmeyer & Go.......io iuderus..........4 deutsche Erdöl.......5 Gelsenkirchener.......8 arpener..........0 ocjch Eisen.........fi lie Bergbau.......10 lse Bergbau Genüsse..... 13,75 89,5 53,5 18,75 75 18,75 127,75 31,75 78,25 44,75 64,25 129 90 70,5 33 63 17,25 179,5 51 14,25 14,25 39 89 53,5 18,5 75 18,5 128,75 34,25 79,65 45 66 67 134,5 91 32,5 74,75 33 65 26 45,5 17,5 180 54 13,65 22,5 14,25 38 89,5 53,5 75 61,75 128,25 31,75 66,5 78,5 43,5 64,9 64,5 68,75 129,9 31,9 70,75 32,25 63 29,13 125 88 24 43,75 14,75 35,25 17,25 180 61,25. 14,25 30 22,75 14,65 39,5 89 53,5 75 61,75 128, 75 33,9 67,5 79,65 45 66,4 66,5 71 135 91,5 32,75 73,9 33,13 65 31 125,25 91,5 25 45,25 15,5 36,25 17.65 180,5 54,5 lödnerröerfe . ...... 6 llanneSmann-Röhren .... 6 «ansfelder Bergbau.....0 berschles. Kokswerke .... 8 hönix Bergbau......4% heinische Braunkohlen... 10 cheinjtahl ...... $rant|urt a. M. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abend- börs- Schluß» lurS Schlußk. mittag« börse öatum 25.8. 26.8. 25.8. 26.8. Riebeck Montan...... i,. — — — — Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 15 15,5 15,75 15,9 Otavi Minen....... 0 14 15,25 14 14,75 Kaliwerke Aschersleben . . . 6 95 97 97 98,5 Kaliwerke Westeregeln . . . 6 101 101,25 103 102,5 Kaliwerke Salzdetsurth . . . 9 171,5 174 172,65 174,25 3. G. Farben-Industrie . . . ? 87,75 89,75 87,9 89,5 Echeidcanstalt....... 10 135 136 — — Goldschmidt...... . . 0 23,5 25,5 4,25 25 Rütgerswerke ....... . 0 35,75 36,25 36 36,4 MetäUgescllschaft...... . 0 31 31,5 31,9 32 Philipp Holzmann..... . 0 44,75 46 44,25 46,25 Zementwerk Heidelberg. . . Zementwerk Karlstadt. . . . . 4 . 0 43,25 43 —- Wayh & Frcytag..... . 0 4 — 4 — Schultheis Patzcnhofer . . . 0 _ — 55 56 Mu (-Allgemeine Kunstseide) 0 47,25 46,5 47,5 47 Bemberg......... 0 40 42,5 41 43 Zellstoss Waldhos..... 0 32 31,5 31,5 32,5 Zellstoff Aschassenburg . . . 0 — 22 22 22 Dessauer Gas....... . 7 — — 85 87,5 Daimler Motoren..... . 0 • 5,75 16,75 16,13 17,25 Deutsche Linoleum . . . . 0 37,5 38,25 37,75 38 Orenstein & Koppel . . 0 27 29,25 Leonhard Tietz . . . 6 41 41 41,4 42 Svenska....... 0 — — Chade.......... 12 167 167,5 166 167,5 Frankfurter Maschinen . . . Grltzner......... Mainkraslwerke Höchst a. M. i I I 1 1 1 1 — Süddeutscher Zuiker .... 109 1101 110,5 Deoisenmarkl Berlin — Jranffud a. M. 25-August 26.August Amtliche Geld Notierung Srie' Amtliche Notierung Geld | Brie Helsingsor» . Wien. . . . 6,264 6,276 6,264 6.276 5l ,95 52,05 51,95 Prag . . . Budapest. . 12,465 12,485 12,465 12,485 Sofia . . . Holland . . Oslo.... Kopenhagen. Stockholm London. . . Buenos Aires Neuyort . . Brüsfek. . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Jan.. Jugoslawien. Ltssabon . . 3,057 169,73 72,98 77,57 74,73 14,56 0,893 4,209 58,41 21,60 16,50 81,78 33,82 81,97 0,939 0,324 6,693 13,29 3,063 170,07 73,12 77,73 74,87 14,60 0,897 4,217 58,53 21,64 16,54 81,94 33,88 82,13 0,941 0,326 6,707 13,31 3,057 169,73 73,03 77,52 74,73 14,565 0,893 4,299 58,41 21,60 16,50 81,78 33,82 81,97 0,949 0,324 6,693 3,063 170,07 73,17 77,68 74,87 14,605 0,897 4,217 58,53 21,64 16,54 81,94 33,88 82,13 0,951 0,326 6,707 13,29 13,31 Banknoten. Berlin, 26.August Geld Brief Amerikanische Noten...... Belgische Noten...... 4,20 58,25 77,34 14,525 16,46 169,36 . 21,56 72,85 2,49 74,55 81,60 33,68 4,22 58,49 77,66 14,585 16,52 170,04 21,U 73,15 2,51 74,85 81,92 33,82 Dänische Noten...... Englische Noten......... Französische Noten........ Holländische Noten....... Italienische Noten....... Norwegische Noten........ Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten......... Epanychc Noten......... Ungarische Not« ........ 1 ft 201 » UtA 95,0 l \Nres= ^schnitt 1929 " 1930 Tr°bh. des 137,2 124,6 110,9 111,7 100,0 99,0 99,8 98,4 97,2 96,2 95,9 96,0 95,8 1932- - ' 8—13. ' Die ‘.‘Ja ; 11 N 6 ,|nen Nunime oon r *neÄ die aus Gründ .^verarbeiten t ’ Anbieter ausschejden § Stetig onbete Mer Vers Langen ist Allgemeine 'o, „ 1931 30 ?• 1931 29 }• 1932 31 1932 30 ? 1932 31 l- 1932 30 r 1932 W Z % A1932 AZ