m.r4 Krübanssave 182. Jahrgang Mittwoch, 27. Juli 1932 GießenerAilzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd und Verlag: vrühl'sche Univer^rüts-Vuch- und Steinöruderd R. Lange in Stehen. 5chnftleitung und Sefchäftsttelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi* zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für R— klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20u, mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschczn und für den Anzeigenteil Ma^ Filter, sämtlich in Gießen Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanfchlüffe unterSammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießer. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. General von Schleicher vor dem Mikrophon. Der Neichswehrminifler über die nationale und soziale Aufgabe der Reichswehr für Volk und Staat. Berlin, 26. Juli. (WTB.) Der Reichswehr- Minister, General v. S ch l e i ch e r . hielt im Rundfunk eine Rede, die über alle deutschen Sender verbreitet wurde. Der Minister führte u. a. aus: meiner kurzen Erklärung an die Armee beim Antritt meines Amtes als Reichswehrminister habe ich zum Ausdruck gebracht, daß ich meine Kraft daran sehen werde, daß die Reichswehr in Zukunft ihre Dcrufsaufgabe, Deutschlands Grenzen zu schützen, und seine na* tionaleSicherheit z u gewährleisten, erfüllen kann. Bon einem Teil der Linken ist mir dieser Hinweis auf die Zukunft übel genommen worden. Cs wäre doch schon in den Dergaitgenen Zähren alles geschehen, um dieses Ziel zu erreichen. Das hat mich ehrlich erstaunt. Denn daß es in Deutschland nach all den traurigen und bitteren Erfahrungen der Rachkciegszeit noch Menschen gibt, die unsere kleine Wehrmacht allen Ernstes zum Schutz der Grenzen für ausreichend halten, hatte ich nicht für möglich gehalten. Es hat mir wieder gezeigt, wie gern und leicht der Deutsche sich Illusionen hingibt, zumal, wenn es ihm in seine Partei- richtumg Paßt. Die Tatsache ist doch die, daß kein anderes europäisches Land in so geringem Maste die Sicherheit besitz», nach der, so paradox es klingt, gerade die stärkste Militärmacht der Mett unaufhörlich ruft. Diese Haltung unseres westlichen Nachbarn hat der Minister St re sc- mann, dem doch wirklich keine vor- eigenommenheit gegen das Land seines Verhandlungspartners Vriand nachsagen kann, seinerzeit im Reichstag mit „Heuchelei" bezeichnet, und ich glaube, dah es in Deutschland nur wenige Menschen geben wird, die dem nicht zustimmen. Rur manchmal läht man auch in Frankreich die ^Katze cnr* m ©ad. So wnrn der Generalbericht- erstatter französischen Staatshaushaltes über eine B - tztigung der neuen französischen Befestigungen folgendes sagt: „Die hier von Frankreich vollbrachte Arbeit steht in der Geschichte der Böller ohne Beispiel da, sowohl wegen ihrer Großartigkeit, als wegen der technischen Schwierigkeiten, die zu überwinden waren. Wein zweiter Eindruck geht dahin, daß dieses Besestigungsneh überhaupt nicht durchstoßen werden kann. Die deutsche Armee, so mächtig, mutig und hartnäckig sie sein sollte (die ist leider nur mutig und hartnäckig, aber nicht mächtig), würde a n solchen Derlei d'igungsanlagen zer- s*Hellen. Unser Besestigungsneh gibt deshalb zweifellos eine völlige Sicherheit — ich wiederhole, „völlige Sicherheit" — gegen einen ähnlichen Einbruch, wie er im Jahre 1914 erfolgt ist." Man vergleiche diesen Bericht mit dem Der- halten und Anträgen der französischen Delegation in Genf. Eine treffende Kennzeichnung dieses Verhaltens verbietet mir meine internationale Höflichkeit. Wohl aber fordern derartige Tatsachen immer auss neue den Vergleich mit der Sicherheit, oder besser gesagt, der völligen Unsicherheit Deutschlands heraus. Wie könnte Deutschland diese Sicherheit bekommen? Theoretisch auf zwei Wegen: 1. Indem die anderen Mächte sich auf unseren Rüstungsstand abrüsten, wozu sie rechtlich und moralisch v e r p f l i ch te t sind. Rach dem bisherigen Verlauf der Abrüstungskonferenz wird es in der Welt nicht mehr viel Menschen geben, die an ein solches Wunder glauben. Wir können diese Sicherheit zweitens erreichen, indem wir unsere Wehrmacht so organisieren, d. h. umbauen, dah sie uns wenig st ens ein gewisses Mast von Sicherheit gibt, und ich möchte im Anschluh an die deutsche Schtuherklärung in Genf keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, daß wir diesen zweiten Weg gehen werden, wenn man uns auch in Zukunft volle Sicherheit und Gleichberechtigung weiter vorenthäll. Ich weiß wohl, daß mir von ängstlichen Gemütern sofort unsere schlimme Finanzlage entgegengehalten wird. Aber ich kann diesen Kritikern sagen, daß eine moderne ihren Zweck wenigstens einigermaßen erfüllende Wehrmacht nicht teurer ist als die Wehrmacht des Versailler Diktates, das durch seine zum Teil direkt sinnlosen Bestimmungen uns gänzlich unnütze und unproduktive Mehrkosten auf - zwingt. Ich bin der Ansicht und mit mir, so hoffe ich, ieder vernünftige Mensch in Deutschland, daß gerade m unserer gespannten Finanzlage jeder furdieWehrmachtausgegebene Pfennig den Höch st en Nutzwert für die Landesverteidigung haben muß. In dieser Landesverteidigung liegt die hohe und ideale Aufgabe des Soldaten und gerade deshalb haben wir uns. seit dem Inkrafttreten des Vertrages von Versailles mit allen Kräften gegen die französische Auflassung gewehrt, die die Reichswehr zu einer Polizeitruppe machen wollte. Dem Soldaten ist es aufs höchste zuwider, wenn er in die Politik h i n e i n g e z o g e n wird. Ich möchte noch hinzu- fugen, daß mich in den letzten Wochen nichts so sehr geärgert hat, wie die Behauptung, ich hätte die Reichswehr in den politischen Mci - nungsstreit eingespannt. Das ist der ungerechteste Vorwurf, der einen Mann treffen kann, der seit der Revolution, die die' Reichswehr politisch vollständig verseucht hatte, auf allen Wegen und mit allen Mitteln einen zähen und verbissenen Kampf um die Entpolitisierung der Wehrmacht gekämpft hat, und der in diesem Kampfe oft gerade die Kreise zum Gegner hatte, die heute mit großem Geschrei vor der Politisierung der Wehrmacht warnen, nachdem es ihnen zum Segen unseres Vaterlandes nicht gelungen ist, aus der Re.chc-wchr eine Parteigruppe zu machen. Das Schlagwort: „3umer um) Generäle" hätten die Regierung Brüning gestürzt, ist eine glatte Lüge. Solange ich an dieser Stelle stehe, dessen können alle Parteien gewiß sein, werde ich cs niemals zulassen, daß die Wehrmacht ihre überpartci,- liche, nur dem volksganzen dienende Haltung ändern oder gar ausgeben wird. Und ein zweites kann ich versichern: Ich werde nicht dulden, dah die Wehrmacht die ihr im Staate zugewiesene Stellung mit irgendjemand teilt, und daß sich private Organisationen ihre gesetzlichen Funktionen anmaßen. Ich begrüße daher besonders die Ausführungen des Führers der RSDAP. in Berchtesgaden vor seinen SA.-Führern, die sich durchaus mit meinen obigen Ausführungen über die Stellung der Wehrmacht im Staate decken. In diesem Zusammenhang einige Worte über die Verbände: Ich müßte ein schlechter Wehrminister fein, wenn ich mich nicht über jeden jungen Deutschen freuen würde, der durch körperliche Hebungen, durch Ertragen von Strapazen und vor allen Dingen auch durch freiwillige Disziplin seinen Willen, seinen Mut, mit einem Wort feinen Charakter stählt. Nun weiß ich natürlich sehr genau, daß in den Verbänden auch mancherlei Dummheiten und Ucbertreibungen vorgekommen sind und noch Vorkommen. Das $u tadeln und Anstoß daran zu nehmen, haben aber diejenigen am wenigsten Berechtigung, die uns im Vertrag von Versailles die allgemeine Wehrpflicht genommen und durch die Reparattonen und andere wirtschaftliche Diktate die ungeheure Arbeitslosigkeit verschafft haben. Ohne Arbeitslosigkeit und mit einer allgemeinen Wehrpflicht hätten wir nicht diese Inflation der Verbände, deren vollständige Unbrauchbarkeit bei kriegerischen Derwicklungen jetzt sogar, natürlich außer in Frankreich, von führenden Persönlichkeiten der ehemaligen Feindbundmächte anerkannt wird. So schreibt Lloyd George: „Man hört die französische Frage: Wie steht es um die rote und braune Armee Deutschlands? Man muß sie dem stehenden Heere zurechnen. Diese sogenannten Armeen haben nur wenig Gewehre, wenn überhaupt solche. Sie haben keine leichten Geschütze und keine schweren. Sie könnten einer bis an die Zähne bewaffneten französischen Division nicht einen einzigen Tag lang Widerstand leisten. Eine Armee ohne moderne Ausrüstung ist nichts Besseres als ein zusammengewürfelter Dolkshaufen." Das ist durchaus richtig. Betrübend und beschämend ist es nur, daß Frankreich seine Argumente zum größten Teil aus Deutschland selb st von den Kreisen bezieht, denen zur Bekämpfung ihrer politischen Gegner jedes Mittel, selbst das des Landesverrates, recht ist. Ader auch die kreise durften sich über Auswüchse der verbände nicht beklagen, die nicht rechtzeitig dafür gesorgt Haden, daß der Staat sich um die körperliche und geistige Ertüchtigung der Iugend gekümmert hat, wie es in fast allen anderen Staaten in großzügigster Weise geschehen ist. Ich hoffe, dah die von der jetzigen Reichsregierung eingeleiteten Maßnahmen, zu denen ich auch den Arbeitsdienst rechne, dieses versäumte nachholen werden. Die für solche Zwecke aufgebrachten Mittel werden hundertfältige Früchte tragen. Das) ich als Wehrminister den Siedlungs- geda nken aus das wärmste begrüße, liegt aus der Hand. Für die Landesverteidigung ist es eine Lebensfrage, daß an der Ost grenze eine mitihremBodenverwurzelteDevöl- kerung steht, die, soweit es in derartigen Rot- zeiten überhaupt möglich, krisenfest ist und zahlreiche Menschen als selbständige Existenzen auf dem platten Lande festhält. Der Gedanke der Kameradschaft umschließt die nationale und die soziale Ausgabe der Wehrmacht. Die nationale Aufgabe: Das ist die alle Dolkskreise umfassende und einigende PflichtderLandesve rtei. digung. Die soziale Aufgabe: Das ist die Verbundenheit der Wehrmacht mit den Schicksalen aller Volksschichten. So wenig die Reichswehr eine Parteitruppe ist, so wenig ist sie die S ch u h m a ch t r r g e n d w e l - cherKlassenoderInterefsen, so wenig will sie überlebte Wirtschaftsformen oder unhalt. bare Besitzverhältnisse decken. Lind in diesem Sinne des sozialen Gedankens werde ich mein Amt als Reichsminister und insonderheit als Wehrminister führen, indem ich die Armee immer wieder daran erinnern werde, daß sie dazu beitragen soll, hier Rot gerade in den ärmsten Bevölkerungsschichten zu lindern und Freund undHelferallerDevölkerungsschich. ten zu sein. Zum Schluß lassen Sie inich noch einmal auf die sogenannte Militärdiktatur zurückkommen, von der Ihre Anhänger das große Wunder erhoffen, die für ihre Gegner aber der Inbegriff alles Scheußlichen bedeutet. Zunächst glaube ich, daß sich unter Militärdiktatur jeder etwas anderes vorftellt. Wenn man darunter das versieht, was das Wort besagt, nämlich die diktatorische Regierung der Wehrmacht, so halte ich eine solche Regierungsform in Deutschland für völlig ausgeschlossen, weil die Wehrmacht nie etwas anderes tun wird als den Befehlen ihres Oberbefehlshabers, des durch eine überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes gewählten Reichspräsidenten v. Hindenburg zu folgen. Wenn man unter Militärdiktatur aber eine Regierung versieht, die sich nur auf die Bajonette der Reichswehr stützt, so kann ich dazu nur sagen, daß eine solche Regierung im luftleeren Raum s i ch schnell abnuhen und letzten Endes zum Mißerfolg führen muß. In Deutschland vielleicht mehr noch als in manchen anderen Ländern, muß die Regierung von einer breiten Volks st römung getragen sein. Ich glaube sagen zu dürfen, daß ich in dieser Hin- sicht, gerade in den letzten Wochen, klarer gesehen habe und weniger militaristisch gewesen bin wie mancher Politiker, der sich oft und gern zur Demo- kratie bekennt, aber sofort zur Diktatur der Bajonette bereit ist, wenn seine persönliche Machtposition ober die seiner Partei es notwendig macht. Deshalb bin ich kein Freund der Militärdiktatur, aber ich wünsche Deutschland gerade in der jetzigen schweren Zeit eine Regierung, die die größten Soldatentugenden besitzt: Mut, Entschlußkraft und Verantwortungsfreudigkeit. Das Gegelschulschiff -er Reichsmarine „Niobe" in -er Ostsee untergegangen. Dom Gewittersturm zum Kentern gebracht.-40 Mann -er Bejahung gerettet. Keine Hoffnung mehr auf Bergung -er 69 Vermißten. Oie erste Nachricht. Im Gewittersturm bei Fehmarn uniergegangcn. kiel, 26. Iuli. (WTB.) Die Nachrichtenstelle der Reichsmarine teilt mit: heute nachmittag 14.30 Uhr ist das Segelschulschiff „Niobe" der Reichsmarine in einer Gewitterbö bei Fehmarn-Belt-Feuerschiff gekentert. Die Boote des Feuerschiffs haben sich sofort an die Unfallstelle begeben. Auch der Dampfer „Therese Rust" meldet seine Ankunft an der Unfallstelle und ferner, dah er 40 (bereitete an Bord habe. Die Rettungsarbeiten der Reichsmarine sind im Gange. A n Bord befanden.sich etwa 10 0 Mann. Die „Niobe kenterte in einem schweren Gewitter infolge einer Bö, kurz nachdem Do I auf seiner Fahrt von Travemünde nach kiel dem Schiff begegnet war. Der Untergang vollzog sich sehr rasch in etwa 3 bis 4 Minuten. Die Hilfsaktion. Keine Hoffnung mehr auf Weitung der 69 Vermißten. . Außer dem Kreuzer „Köln", an dessen Bord sich der Inspektor des Bildungswesens der Marine Konteradmiral Kolbe befindet, ist auch der K r e u- Zer „Königsberg" nach der Unfallstelle entsandt worden. Ferner sind vier Boote der 8-halbflottille und ein Flugzeug unterwegs. Der Kreuzer „k ö l n“ hat die von dem Dampfer »JEfjerefe Ruft“ geretteten Ueberleben- den des untergegangenen Schulschiffes „Niobe" an Bord gekommen. Außer dem Kommandanten ist ein weiterer Offizier, Oberleutnant zur See Lott, gerettet, 69 Schiffsangehörige werden vermißt. Die von der Seeflugstation Holtenau an die Unfallstelle der „Niobe" entsandten Flugzeuge, die von den Fliegern Osterkamp und hubrich geführt wurden, sind nach kiel zurückgekehrt. Sie haben die Unfallstelle und ihre Umgebung bis zur dänischen Küste mehrere Stunden lang abgesuch1, ohne eine Spur der vermißten z u finden, von der „Niobe" selbst ist nichts mehr zu sehen. Da auch die von der Reichsmarine vorgenommene genaue Nachsuche ergebnislos geblieben ist. besteht keine Hoffnung mehr auf Rettung der 69 vermißten. Bisher sind auch keine Leichen geborgen worden. Es find 19 Kadetten gerettet Der Kreuzer „Köln" meldet 69 vermißte. Ein schwacher Hoffnungsschimmer besteht noch in einem Gerücht, das auf Fehmarn umläuft, wonach b ä n i - s ch e Fischerboote einige der verunglückten gerettet und in Rödby auf Lolland gelanget haben sollen. Da aber nur ein Fischerboot im Hafen von Rödby aufgebracht werden konnte, ist wenig Hoffnung vorhanden, dah sich das Gerücht bestätigt. Nach Fliegermelduttgen zeigt das Wrack nur ein Oelflerf. Es ragt auch kein Mast aus dem Wasser. Ls muh leider damit gerechnet werden, dah die vermihten größtenteils sich im Augenblick des Unglücks im Schiffsinnern befanden und ertrunken sind. Unter den Geretteten befinden sich außer den namentlich bereits Genannten u. a. Oberboolsmannsmaat Kühn, Obermatrosengefreiter Gustav Jakob aus Steinach in Thüringen, Obermatrosengefreiter Loren; Twar- d o w s k i aus Klein-Kotterz in Schlesien, Matrosen- gefreiler Hermann Roß aus Duisburg, Fischer aus Kiel-Ellerbeck. Noch keine Klarheit über die Ursache -es Unglücks. D e r l i n, 26. Juli. (ERB.) In Fachkreisen be- schäftigt man sich lebhaft mit der Ursache des Unglückes, das das Schulschiff „Riobe" betroffen hat. Das Schiff diente der seemännischen Ausbildung der Kadetten und Unteroffiziere der Reichsmarine. Es ist gestern vonKielnachWarnemünde ___— Exotische Modekünste. verstanden, seine von L,... ,. „ in besonderer Art herauSzuputzen. Daß Moral Freiwilliger Arbeitsdienst für Studenten. Berlin, 26. Juli. (WIB.) Im Hinblick auf unmittelbar bevorstehenden Semeslerfchluh der Reichskommissar für den Jrelw angenommenen durchschnittlichen Laufdauer der Darlehen von 2Vi Vahren eine Verbilligung der Darlehenskosten um 4 Prozent jährlich erreicht werden soll, ist der Zins- zuschuh auf 10 Prozent des Darlehens festgesetzt worden. Der Reichsarbeitsrninr- ster hat gleichzeitig die Uebernahme von Re i ch s- bürgschaften zur Förderung von 2n- standsehungsarbeiten und Wvhnungsteurrngen ern- geleitet. Strafanzeige Aöhms gegen Severing und Abegg. München, 26. Juli. (TU.) Der .,V öl ki sch e Beobachter" meldet, dah es in allerletzter Zeit gelungen sei, den Herd der Derleumdungs- Hetze gegen den Stabschef der SA., Oberstleutnant Röhm aufzudeckcn. Die Verleumdungshehe gehe auf die politische Abteilung des früheren preußischen Innenministeriums zurück. Der jetzt seines Amtes enthobene Staatssekretär Ab egg. dem die politische Abteilung des Innenministeriums unterstellt war, habe mit öffentlichen Geldern ein bc- den Hal Illigen Arbeitsdienst sichergestellt, dah 2 0 0 0 biß 3000 Studenten für die Zelt Hessen unb die kommunistischen MMiegSpmne Nationalsozialistischer Strafantrag gegen die hessische Regierung. Ein Kandidat, im Wunsche, bei der Wählerschaft recht populär zu sein, begrüßte einen alten, einfachen Mann in jovialer Art, schüttelte ihm die Hand, sprach wie ein alter Freund, erkundigte sich nach seinem Empfinden, nach Frau und Kindern, nach Beruf und Einkommen, und so fort. Das Ende des Gesprächs verlief wie folgt: „Richt wahr, mein lieber Freund, Sie werden mir Ihre Stimme geben?" „Rein." „Warum denn nicht?" „Aus Freundschaft." „Ja. Ich habe dem Abgeordneten, den ich daS letztemal wählte, furchtbares Unglück gebracht. Ich bin ein frommer Christ. Ich will nicht auch Sie ins Unglück stürzen." sonderes antifaschistisches Komitee unterhalten, in dem er den sogenannten Deutschlandbund aus öffentlicher Hand unterstützt habe. Auf diese Weise sei auch der Sozialdemokrat Klotz für Abegg und mit öffentlichen Mitteln tätig gewesen. Röhm habe jetzt auf Grund des vorliegenden Materials gegen Severing, Abegg und eine Reihe von Ministerial- beamten durch Rechtsanwalt Lütgebrune Strafanzeige wegen Aktenbeseitigung und an'.e.er'Amtsvergche.i erstattet und das Material auch dem Reichskommissar für Preußen Mitteilen lassen. polizeimajor Encke aus her Haft entlassen. Berlin, 26. Juli. (TU.) Nach Aufhebung des Ausnahmezustandes ist der vor einigen Tagen gegen den Polizeimajor Ende erlassene Schutzhaftbefehl außer Kraft getreten. Da gegen Polizeimajor Encke ein richterlicher Haftbefehl nicht o o r l a g, wurde er a u f freien Fuß gesetzt. Auch das Karl-Liebknechthaus ist in den Nachmittagsstunden von der Polizei geräumt worden. des. AmerikasGirls in derWelt voran I Prosperity in Schönheit! Zur besonderen Erkenntnis dieser Prosperity ist es allerdings nötig, daß man diese Schönheit aus der Buhne leider ein wenig „bloßstellen" müsse. Aber, darauf könne man sich verlassen, es würde so drö- kret wie möglich geschehen. In diesem Sinne wirkte er Jahr um Jahr al« großer Manager der Droadway-Revuen. In diesem Sinne galt dieser raffinierte Geschäfts- mann auf die Dauer tatsächlich als „Entdecker der weiblichen Schönhe:t Ame - r i ka s". Aber die gedächtnisschwache Mitwelt hatte eine Kleinigkeit vergessen: nämlich, dah er unb amerikanischer Patriotismus in diesem Falle auch eine besondere Form von Propaganda waren, das haben die meisten Wohl übersehen. Jedenfalls — das muh man ihm lassen —, er ist zeitlebens höchst produktiv im Hervorbringen von zugkräftigen Reklameeinfallen gewesen. Ob sich diese Einfälle, wie au den Zeiten seines väterlichen Theaters, auf Ringkämpfe bezogen, auf eine Tiermenagerie oder auf talentlose junge Damen. das scheint im Endeffekt noch nicht einmal so wichtig zu sein. Denn dieser Endeffekt hieh allemal: Erfolg, älnb Erfolg — das war die große Stärke, das eigentliche Talent dieses gerissenen alten Theatermannes. • in dem zwar die Wahlfreiheit gesetzlich festgelegt, die Ausübung der Wahl aber von den Honoratioren streng kontrolliert wird, geschieht am Tag vor einer Böahl das folgende Gespräch zwischen dem Bürgermeister und dem Spitalarzt: „Wie steht es um die Spitalinsassen?" „Alle sind noch ans Bett gefesselt, also ungefährlich. Rur einer ist Rekonvaleszent unb kann bereits spazieren gehen." „Ist er verläßlich?" „Ich glaube nicht." „Dann muh er morgen an einem akuten Leiden erkranken, unb jeder Ausgang ihm verboten sein." Am Tage der Wahl trifft der Bürgermeister den Spital-Assistenten und fragt: „Wie geht es Eurem Rekonvaleszenten?' „Er ist akut erkrankt." „Was hat er?" »Stimmbandlähmung." teilen Känguruhs dar und die anderen Wildhunde. Und die Känguruhs werden von den Wildhunden ehr ernsthaft verfolgt, wobei es zu schweren Prüge« leien kommt. Die Frauen haben bei diesen Einge« borenen verhältnismäßig wenig zu tun, da ein Auf- speichern von Nahrungsmitteln nicht bekannt ist, • ‘ ' fruchtbaren Land buchstäblich Mund lebt." «S imm« b S »attZsmm« Ä « eS I Jonbern man in Mefem - - ihm servierten Sensationen I von der Hand IN den rauSzubutzen. Dah Moral I — Verfassungsänderung in Hessen vom Gesehgebungsausschuß abgelehnt. Darmstadt, 26. Juli. (WHP.) Der Gesetz- gebrmgsausschuh des Hessischen Landtags behandelte zumächst den nationalsozialistischen Antrag auf Verfassungsänderung, wonach das Gesamtministerium aus dem Staatspräsidenten bestehen können soll. Rach kurzer Aussprache, in der von den Parteien lediglich staatspolitische Gesichtspunkte inS Feld geführt wurden, wurde der Antrag mit 6 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Für den Antrag stimmten lediglich die Rationalsozialisten. , Ä Der nationalsozialistische Antrag auf D i e n ft * entlassung des P o li z e ih aup tm a n n s Bellos und Bestrafung weiterer Schutzpolizeimannschaften wurde zurückgestellt, da die Erhebungen der Regierung noch Nicht beendet sind. Aus einen nationalsozialistischen Antrag, dte Regierung möge Auskunft erteilen, tote sie sich die weitere Strafvollstreckung gegen den Landtagsabgeordneten Ham - mann denke, wurde von der Regierung die Antwort erteilt, daß der Abgeordnete nicht ander« behandelt worden sei als jeder andere Gefangene. Der Antrag, den nationalsozialistischen Antrag durch die Regierungsan twort für erledigt zu erklären, wurde bei Stimmengleichheit abgelehnt. Mit dem gleichen Stimmenergebnis von 6:6 wurden die nationalsozialistischen Anträge auf Qlenberung der Zusammensetzung der politischen Ueberwachungsausschüsse beim Rundfunk unb auf Kenntlichmachung ber uniformierten Außendien stpolizeib e amten a b gelehnt. Das Tragen von Uniformen und Abzeichen am Wahltage. B e r l l n , 26. Juli. (WTB.) Die Frage, ob M 1 t - glieder des Abstimmungsvorstandes bei der Reichstagswahl während der Aus- übung des Dien st es politische Abzeichen oder Uniformen tragen dürfen, hat der Reichsminister des Innern verneint, da die Abstimmungsvorstände staatliche Organe sind und ihre Mitglieder staatliche Ehrenämter bekleiden. Während dies mit der von den Mitgliedern des Abstimmungsoorstandes zu verlangenden streng-, st en Unparteilichkeit nicht vereinbar ist sind Wähler, die den Abstimmungsraum lediglich zur Stimmabgabe betreten, am Tragen von Uniformen und Abzeichen nicht gehindert. Englische Gorgen in Oeuisch-Güdwest-Afrika. K apstabt, 25. Juli. (TU.) Auf Anweisung des Verteidigungsministers von S ü b a f r r k a sind brei Militärflugzeuge unter dem Befehl des Oberst Sir Verrie van Rhnevelb, des Chefs ber südafrikan schen Lusistreitkräfte nach ber Hauptstadt bes Manbats Sübtoestafrika entsandt worben. In Winbhoek werben s.e bem Verwalter des Mandats für einen Straf zug gegendieOvamboszur Verfügung gestellt, die im Rorden des Mandatsgebietes (eben. Em Ovambohäuptling, der als Strafe für ein Vergehen gegen die Verwaltung des Mandats eine gewisse Menge V eh abjutiefern hatte hat sich geweigert, dieStrafezubezahlen und hat erklärt, dah er sich mit Gewalt jedem Versuche widersetzen werbe, bie Strafe einzutreiben. Die Behörden bes Mandatsgebietes hüllen sich in Stillschweigen über den Umfang der Unruhen im Ovambolande. Man rechnet jedoch mit einer dreiwöchigen Dauer des Strafvollzuges. Es ist möglich, daß ber Ausbruch ber Pest im Ovambolanbe, bem über 50 Menschenleben zum Opfer gefallen waren, Anlaß zu ben Unruhen unter ben Ovambos gegeben hat, bie unter deutscher Verwaltung niemals irgendwelche Schwierigkeiten machten, jedoch 1916 ben englischen Behörben bei einer Auseinandersetzung mit ben Portugiesen über Grenzstreitigkeiten Sorge bereiteten, so baß schon bamals sübafrikanische Truppen ins Ovamboland entfanbt werben muhten. bekannten Pläne und durch Irreführung der öffentlichen Meinung durch die Hetze gegen die nationalsozialistische Bewegung. Der gleiche Verdacht ber Begünstigung ber kommunistischen Hoch- unb Lanbesverratspläne ruht auf allen Regierungen bes Reiches unb der übrigen Länder des Sommers 1931. Gegen deren Mitglieder, soweit sie nicht der nationalsozialistischen Bewegung, bie stets vor ber bolschewistischen Gefahr warnten, angehören, erstatten die Unterzeichneten deshalbebenfallsStraf- a n z e i g e. Die hessische Regierung zur | Veröffentlichung der ÄSDAP. D a r m ft a b t, 26. Juli. (WTB.) Amtlich wird u. a. von der Pressestelle der NSDAP, mitgeteilt: Das veröffentlichte angebliche Geheimdokument über kommunistische Umsturzpläne ist geeignet, in der Oeffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, daß die kommunistische Partei in Hessen Umsturzoorbe- reitungen treffe, die von der hessischen Regierung geduldet oder nicht genügend sorgfälbig bekämpft würden. Die aus dem Schriftstück auszugsweise wiedergegebene Darstellung bezieht sich nicht auf Hessen und hat auch mit der Tätigkeit der kommunistischen Partei in Hessen nichts zu tum. Wie aus dem im Faksimile wiedergegebenen Einleitungsschreiben heroorgeht, handelt es sich um Mit- -teilungen, die der hessischen Kriminalpolizei von einer außerhalb Hessens befindlichen „Nachrichtenstelle- zugegangen sind und worin vertrauliche Berichte enthalten sind, die u. a. der braunschweigischen Kriminalpolizei über eine Anfang September 1931 in Braunschweig abgehaltene Gaukonferenz zugegangen sind. Die Frage nach den dagegen getroffenen Maßnahmen wäre also sehr viel zweckmäßiger an die braunschweigische als an die hessische Regierung zu richten. Derartige Berichte, dte von sogenannten Der- trauensmännern der Polizei ständig aus allen politischen Lagern zugehen, können aber keinen Anspruch darauf erheben, als feststehende Tatsachen gewertet zu werden. Es ist deshalb eine Ungeheuerlichkeit, diese Dinge, die aus einem außerhessischen Gebiet stammen, der hessischen Regierung in die Schuhe zu schieben und zu behaupten, diese Dinge seien ein Beweis dafür, daß unter den Augen ber hessischen Regierung der verbotene Rotfrontkämpferbund weiter existiere und seine Rüstungen zum Bürgerkrieg fortsetzen könne: daß weiterhin unter den Augen ber hessischen Regierung der RFB. ausgesprochenen Hochverrat betreiben, Landesverrat und Spionage zu Gunsten einer auswärtigen Macht begehen könne und daß die hessische Regierung gegenüber diesen bekannten Tatsachen nicht eingeschritten sei. von August bis Oktober In den Freiwilligen Arbeitsdienst einbezogen werden können. Es kann nunmehr erstmalig auch für Studenten ein staatlicher Färderungssah bis zu zwei Reichsmark je Arbeitstag gewährt werden. Anwerbung und Auswahl erfolgt durch die Hochschulen (5 t u - dentenwerke) im Einvernehmen mit den Bc- zirkskommissaren. Zinszuschüffe für Instandsetzung von Wohnungen. B e r l i n, 26. Juli. (WTB.) Der Reichsarbeits- minifter hat nähere Bestimmungen über bie in ber Notverordnung vom 14. Juni d. I. vorgesehenen Zinszuschüsse aus Reichsmitte l n für Darlehen fürInstanbsetzungund Teilung von Altwohnungen bekanntgegeben. Hierfür stehen einmalig fünf Millionen Reichsmark zur Cßerfügung. Der Zuschuß wird Hausbesitzern gegeben, Die ein Darlehen von mindestens 1 000 Mark zur Ausführung größerer Instandsehungsarbeiten oder zur Teilung einer Wohnung ausgenommen haben. Da von einer Seltsame Damenmoden, die an PhantasM die Schöpfungen unserer Damen weit in den Schatten stellen, finden sich bei den Eingeborenen im Innern Australiens, wie der australische Professor H. I. Wilkinson mittcilt. Der Gelehrte ist jetzt von e ner Expedition der Universität Adelalde nach dieser sud- australischen Stadt zurückgekehrt und erzählt: „Die eingeborenen Frauen des Innern haben einen sehr ausgeprägten Sinn für Schmuck und Mode. Dieser äußert sich weniger in der Fülle dessen, was sie tragen als in feiner Eigenart. Der Schmuck des Kopfes unb des Halses besteht aus Schwänzen von Opo sums: Strohhalme werden in die Nase gxsteckt, und am Körper, der sonst frei bleibt, werden mit Messern „Verzierungen" angebracht, die sich in deutlichen Schrammen zeigen. Vielfach tragen die Frauen Ringe um die Arme, die aus dem von ihrem eignen Kopf stammenden Haar gefertigt sind. Als Zeichen der Trauer werden die Schultern zerfleischt, wodurch tiefe Wunden und dementsprechende große Schrammen entstehen. Diese Zerfleischung entspricht den sonst üblichen Trauerfitten, wie dem Zerraufen des Haars ober dem Einhergehen in Sack und Asche. Bei Festen werden merkwürdige Spiele aufgeführt, an denen ich die Frauen besonders eifrig beteiligen. Die einen „Was geschah ihm?" „Er ist plötzlich blind geworden." „Blind?" „2a. Er war vor der Wahl genau so freund- I schaftlich zu mit wie Sie. und schon eine Stund« I Der Erfinder der Girls. Diele Mädchen, blonde, schwarze, braune, sitzen in diesen Tagen in ihren Hotelzimmern und weinen sich die Augen trüb. Denn ein Mann ging von ihnen, der nicht nur ihnen ihr Brot gegeben hat, der sie nicht nur entdeckt, sondern auch gewissermaßen erfunden hat. Bevor in Amerika Florence Ziegfeld auftrat — so kann man mit einiger älebertreibung sagen —, gab es dort wohl Mädchen, aber keine Girls. Das „® i r l" in seiner ureigensten Funktion auf die internationale Operettenbühne gebracht zu haben, ist die eigentliche Tat Ziegfelds auf diesem Stern. Um seine Erfindung zu popularisieren, brauchte es lange Jahre unb große Umwege. Aber dieser geschickte Mann hat nicht Geld unb Mühe gespart. Seine Organisation zur Entdeckung hübscher Mädchen umspannte den ganzen norbamerikanischen Äontinent. Seine Phantasie, mit beren Hilfe er aus manchen hübschen, jungen, bummen, unbegabten Geschöpfen ben größten Star des Jahres machte, war unerschöpflich. Jedoch sein Fleiß und seine Findigkeit hätten vielleicht nicht ausgereicht, ben schwachen Widerstand des prüden Amerika zu brechen. Gewiß, dieser Widerstand ließ sich gerne brechen, was sittenstrenge Senatoren und Polizeipräsidenten anlangte. Aber, nicht wahr, es gab da auch noch die Frauenvereine. Also hatte er sich einen ganz besonders raffinierten Dreh zurechtgelegt. Eines Tages posaunte er in der Welt aus: die amerikanischen Mädchen sind die schönsten Mädchen der WeltI Sie heben die nationalen und kulturellen Belange ihres Lanin See gegangen. Auf dieser Fahrt muh es von einem plötzlichen und sehr heftigen ®« Witter- sturin überrascht worden sein, der es zum Kentern gebracht hat. Es ist im Augenblick mr- möglich, die Ursache der Katastrophe tut einzelnen zu erklären. Unter den Geretteten befinden sich auch 17 Mann der Stammbesatzung. Daraus muß man schließen, baß diese erfahrenen Leute sich bei dem letzten Manövrieren an Oberdeck befunden haben, d. h. also, daß die Bedienung der Takelage nicht allein den Kadetten überlassen worden ist, sondern daß vielmehr das geübte Personal der Stammbesatzung dabei mitge- toirft hat. Ein Beileidstelegramm des Ehess der Marineleitung. B e r I i n, 26. Juli. (TU.) Der Chef der Marineleitung, Admiral Dr. h. c. R a e d e r, hat anläßlich des Unterganges des Segelschulschiffes .Riobe folgendes Telegramm an den Inspekteur des Bilbungswefens der Marine gerichtet: „In kamerabschaftlichem Gedenken bin ich m diesen traurigen Stunden bei Ihnen undder braven „R i o b e"-Ve s a hun a. Ich trauere mit Ihnen und den Angehörigen der Verunglückten um die vielen jungen Kam er ab en, die bie unerbittliche See uns entrissen hat. Ich bin aber auch gewiß, bah bieser schwere Schlag die Reichsmarine zu weiterer treuester Pflichterfüllung anspornen und uns allen erneut unser Gelöbnis ins Herz einmeißeln wird, das da heißt: „Fürs Vaterland vorwärts und aufwärts!" Die Niobe. Die „Niobe" war eine Dreimasterschv- ner-Dark von 600 Tonnen Wasserverdrängung. Sie hatte einen Motor von 240 PS. Die Besatzung bestand aus sechs Offizieren, 50 Offiziersanwärtern, 18 Unteroffiziersanwärtern unb 25 Stammunteroffizieren und Mannschaften, zusammen also runb 100 Mann. Die „Riobe" befand sich auf einer A u s b il d un g s r e i se und war gestern in See gegangen mit bem Ziel Warnemünde. Sie sollte Mitte September in ihren Heimathafen Kiel zurückkehren. Kommandant war Kapitänleutnant R u h f u ß. Die „aiiobe“, die erst nach dem Kriege in Dienst gestellt worden war, hatte als ersten Kommandanten den bekannten Grafen Luckner. Sie wurde 1899 auf der Weserwerft in Bremen gebaut und nach gründlichem Umbau in den Jahren 1922 und 1923 von der Reichsmarine als Schul- schiff für Seekadetten und seemännische Unter» offiziersschüter in Dienst gestellt. Sie war 46 Meter lang, 9,2 Meter breit und hatte 4,8 Meter Tiefgang. Wahl-Geschichien. Heiteres aus alten englischen Büchern, mitgeteili von Wilhelm von Hebra. Ein reicher Parvenü verhandelte mit dem Führer einer Partei, die alle Aussicht hatte, bei der Wahl die Majorität zu erlangen, über die Höhe seines Beitrags zum Wahlfonds und über die Belohnung, die er dafür erhalten würde. Er verlangte eine Lordschaft. „Eine Lordschaft", erwiderte der künftige Premierminister, „kann ich Ihnen nicht zusagen. Ich erlaube Ihnen aber überall zu verbreiten, daß ich Ihnen ben Rang eines Herzogs anbot, und daß Sie ihn ausgeschlagen haben." Dieser Handel wurde abgeschlossen. In einer Wahlversammlung wiederholte ein Kandidat in seiner lebhaft vorgetragenen, aber uninteressanten Rede immer wieder den Sah: „Wir müssen unsere Chancen nutzen." Als der Kandidat eine unfreiwillige Pause machen mußte, weil Husten ihn überfallen hatte, rief eine Stimme aus dem Publikum: „Ruhen Sie Ihre Chancen, Herr Kandidat, und beenden Sie Ihre Rede." Darmstadt, 26. Juli. Von der Gaupressestelle ber RSDAP. wirb uns mitgeteilt: Die seinerzeit durch bie Veröffentlichung der Doxhei- mer Dokumente bekannt gewordenen hessischen Rationalsozialisten Dr. Best. Wassung, von D a v i b s o n, Dr. W a g n e r und S t a w i n o g a haben gegen das hessische Gesamtmini- st e r i u m vom Sommer 1931 wegen Begünstigung ber hoch- unb lanbesverräterischen Absichten der KPD. St ras an trag bei dem Ober- reichsanwalt mit folgendem Schreiben erstattet: An den Herrn Ooerreichsanwalt Leipzig. Am 25? Rovember 1931 wurde von den sozialdemokratischen Ministern Leuschner und Severing das sogenannte „Boxheimer Dokument" der Oeffentlichkeit bekanntgegeben. In den folgenden Tagen wurde das Hochverratsnr» fahren eröffnet, in das ber Unterzeichnete Dr. Best als Angeschuldigter, bie übrigen Unterzeichneten vorläufig" als Zeugen verwickelt sinb. In bem Verfahren ist bis heute keine Entscheidung über die Erhebung der Anklage oder über die Einstellung des Verfahrens ergangen, so daß die Unterzeichneten noch immer den Anwürfen ihrer politischen Gegner ausgesetzt fmDi‘e heute erfolgte Veröffentlichung der im Besitz der He fischen Staatsregierung befindlichen Hach- und Landesverrats-Dokumente der KPD. klärt im wesentlichen die Sorge« schichte und die Voraus setzuna des Boxheimer Dokuments. Die Tatsache, daß die kommunistischen Bürgerkriegs- und Umsturz- pläne derHessische'n Regierung bekannt waren, ohne daß diese die Dokumente zur Warnung der Staatsbürger veröffentlichte, ober sonst ernft- hafte Maßnahmen gegen die bolschewistische Gefahr ergriff (während sie Unterdrückungsmaßnahmen gegen die nationalsozialistische Bewegung im reichsten Maße anwandte) beweist, wie richtig der Verfasser des Boxheimer Dokuments, sowie seine Mitarbeiter die Lage im Sommer 1931 beurteilten, wenn sie befürchteten, daß der kommunistische Umsturz mangels ausreichender Abwehr durch bie 9i.e gier un gen bes Reiches unb der Länder bald Wirklichkeit werden konnte. Die Unterzeichneten unb bas ganze deutsche Volk haben ein Recht auf vvllstänbige Klärung bieser Dinge. Die zustänbigen Be- hörben haben bie Pflicht, biefe Klärung herbeizuführen. Um biete Klärung im öffentlichen Interesse herbeizuführen, erstatten bie Unterzeichneten hierburch Strafanzeige gegen bas Hessische Gesamtministerium bes Sommers 1931 unb insbesondere gegen den in erster Linie verantwortlichen Innenminister Wilhelm Leuschner wegen Begünstigung der kommu- nistischen Hoch - und Landesverratspläne, begangen durch die Unterlassung wirksamen Einschreitens gegen diese ihr nach der Wahl sah *er so schlecht, baß er mich I nicht mehr erkannte." Ein Abgeordneter, der zum ersten Male gewählt und noch sehr jung an Jahren war, wurde in der ersten Sitzung durch die Großartigkeit des Parlamentsgebäudes und der Zeremonien zutiefst beeindruckt und sagte zu einem alten Abgeordneten: „Ich vermag es nicht zu fassen, daß ich da hereingekommen bin.“ Rach einem Jahr fragte der alte Abgeordnete den jungen, der inzwischen zu Ansehen und Macht gekommen war: „Vermögen Sie Ihr Glück noch immer nicht zu fassen?" „Das wohl. Jetzt aber kann ich nicht mehr fassen wie alle die anderen da hineingekommen sind." Ein Kandidat hielt eine Wahlrede für Schutzzölle unb behauptete, biefe würben bei Ausführung seines Programmes nur Ruhen bringen, aber nicht ben geringsten Schaben. „Ich verstehe Sie", erwiderte ein Zuhörer, „seit langem beschäftigt mich ein ähnliches Problem. Ich will in das Drahtgitter um meine Hühnerfarm Löcher machen, die groß genug sind, daß sich meine Hühner in der Farm des Nachbarn Futter holen können, doch zu klein, daß die Hühner des Rachbarn in meine Farm gelangen konnten." In einem kleinen Ort eines östlichen Staates, Aus der Provinzialhauptstadt. «Sieben, den 27. 3uli 1932. Naturschutz im Kreise Gießen. Don Kulturinspekior Vogt, Gießen Die Notwendigkeit des Naturschutzes ist in allen Kulturstaaten und in allen Beoölkerungsschichten heute anerkannt, und Naturschutzgebiete sind in allen Ländern der Welt, wo die Wirtschaft wertvolle Gebiete bedroht, geschaffen worden. Ist doch unsere Kultur der allgemeine Feind, der gegen die Natur anstürnit und die vorhandenen Reste ihrer Unberührtheit zu vernichten droht. Ausbreitung der Industrie, Verdichtung der Bevölkerung, Errichtung von Verkehrswegen, Meliorationstätigkeit, Feldbereinigungswesen und anderes mehr sind Urheber der Naturzerstörung. Das Leitmotiv für alle diese Sünden an der Natur ist die Wirtschaft, der Kampf ums Dasein und andere berechtigte Bestrebungen Denen gegenüber muß sich der Naturschutz bescheiden, Einschränkungen zu verlangen, damit unsere Nachkommen nicht ihr Leben in einer mehr oder weniger verödeten und ihres Reichtums an Tier- und Pflanzenarten beraubten Umwelt verbringen müssen. Die Ehrfurcht vor der Natur muh den Men- schen wieder mehr anerzogen werden. „Ehrfurcht vor dem Leben" Hal Albert Schweitzer als Lcitwort über seiner Kulturphilosophie stehen. Diese Ehrfurcht vor dem Leben fordert im Kampf gegen die Natur eine gewissenhafte Prüfung der Frage, ob die Vernichtung eines Tieres ober einer Pflanze notwendig ist oder nicht. Sinnloses Zerstören tierischen und pflanzlichen Lebens ist verwerflich. Neben der Er- Ziehung der Menschen zur Ehrfurcht vor dem Be- stehenden ist der gesetzliche Schutz für wissenschaftlich und heimatkundlich wertvolle Gebiete nicht zu ent- behren. Das Hessische Naturschutzgesetz vom 14. Oktober 1931 sieht die Schaffung von Naturschutzgebieten zur Erhaltung der Flora und Fauna, oder der geologischen und landschaftlichen Eigenart und Schönheit einzelner Teile unseres Heimatlandes vor. Da die Erklärung dieser Landesteile zu Naturschutzgebieten Sache der Kreisämter ist, gilt es, in den einzelnen Kreisen die des Schutzes würdigen Naturvorkommen festzustellen und den Behörden entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. Dankenswerter Weise hat es die Ober» hessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde zu Giehen übernommen, dem Kreisamt Giehen die Errichtung von fünf Naturschutzgebieten im Kreis Gießen vorzuschlagen. Es ist beantragt, den Lollarer Kopf und den Hanget st ein, zwei bekannte geologisch und landschaftlich wertvolle Dasalthügel mit sonst nur in Mittelgebirgen anzutreffenden Pflanzen unter Schuh zu stellen und das Pflücken und Sammeln von Pflanzen innerhalb des geschützten (Sebiets zu verbieten. An dritter Stelle soll der seltenen Wasserpflanzen als Standort dienende, oberhalb Lollar gelegene „tote" L a hnarmgesetzlichen Schuh erhalten. Ferner ist ein im Wald bei Londorf vorhandener, dicht von der prächtigen, in unserem Gebiet in freien Gewässern seltenen weihen Seerose besiedelter Teich als Na- turschuhgebiet vorgeschlagen. Als letztes der vorerst im Kreis Giehen zu schaffenden Naturschutzgebiete ist der zwischen Birklar und Langsdorf gelegene Lindenberg in Vorschlag gebracht worden. Sn ihm soll vor allen Dingen ein Standort der in der Wetterau auf trockenen Hügeln vorlommenden Küchenschelle, einer nach- eiszeitlich eingewanderten Steppenpflanze, gesetzlichen Schutz geniehen. Keine Straßenschmiererei! Die Stadtverwaltung warnt wiederholt davor Strahen, Plätze und öffentliche Gebäude aus Anlah der am 31. Juli stattfindenden Reichs- tagswahl mit Aufschriften zu versehen. 3n jedem Falle der Zuwiderhandlung wird Straf- a n t r a g gestellt und darauf hingewirkt werden, dah strengste Bestrafung eintritt. Durch die Beseitigung der Aufschriften entstehen der Allgemeinheit Kosten, die unbedingt vermieden werden müssen. Die Stadtverwaltung wird neben der Bestrafung auch die Einziehung der >n nr eJLc c nr kosten für die Entfernung der Aufschriften betreiben. Taten für Mittwoch, 27 Juli. 1794: Sturz Robespierres; — 1830: Beginn der Pariser Iulirevolutwn. • . " Fernsprechleitungen nicht gefährd en! Die Oberpostdirektion Darmstadt teilt mit' Es ist in den letzten Jahren bei Einzel- und Treibjagden häufiger vorgekommen, dah unsere an den Strahen verlaufenden Fernsprechluftkabel durch Schrotschüsse beschädigt worden sind. Die Ersatzpflichtigen sind zur Tragung der Instand- fehungskosten herangczogen worden. Auch kommt unter Umständen eine Verfolgung der Schützen auf Grund der §§ 317 und 318 des Reichsstraf- gesehbuches in Frage. •* Zwei Wahlversammlungen finde» heute abend hier statt. Die NSDAP, hält eine öffentliche Wählerversammlung in der Turnhalle ab in der Alfred Rosenberg sprechen wird, die Deutsch- nationale Volkspartei hat zu einer öffentlichen Versammlung in das Coss Leib aufgefordert, in der Studienrat Kauer (Wetzlar) und Landwirt Dr. Lahr (Ober-Hilbersheim) sprechen werden. Beide Versammlungen beginnen um 20.30 Uhr. Fe st genommen Von der hiesigen Kriminalpolizei wurde gestern der 28jährige Steinhauer Wilhelm Brüning von Nieder-Ofleiden, der mutmahliche Haupträdelsfuhrer des Aeberfalls der Kommunisten auf die Nationalsozialisten bei Homberg, festgenommen. Brüning hielt sich bei der Familie eines Gesinnungsgenossen in Giehen aus. Seiner Verhaftung setzte er keinerlei Widerstand entgegen, er sagte vielmehr, dah er auf seine Festnahme schon gewartet habe. Er wurde in das Landgerichtsgcsängnis eingeliefert. ** Preußisch-Süddeutsche Klassen- lotterte. Die Erneuerung der Lose zu der großen Haupt- und Schlußziehung hat planmäßig spätestens bis zum 1. August, 18 Uhr, bei Verlust des Anrechts in der zuständigen Lotterie-Einnahme zu geschehen. Die Beachtung dieser Frist wird besonders in der gegenwärtigen Serien- und Reisezeit dringend empfohlen. ♦* Die Maul- und Klauens euche in Oberhessen. In Groß-Karben (Kr. Friedberg) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Der Ort und Bahnhof Groß-Karben wurden zum Sperrgebiet, die Gemarkung Groß-Karben und die Orte und Gemarkungen Burg-Gräsenrode und Klop- penheim zum Beobachtungsgebiet erklärt. Ferner ist auch in Wickstadt (Kreis Friedberg) die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Das Hofgut Wickstadt wurde zum Sperrbezirk und die Gemarkung Wickstadt zum Beobachtungsgebiet erklärt. Oer Präsident des Deutschen Sängerbundes gestorben Frankfurt a. M., 26. Juli. (WSN.) Das 11. Deutsche Sängerbundesfest, das einen so großartigen Verlauf nahm, hat einen überaus tragischen Abschluß genommen: Der Präsident des Deutschen Sängerbundes, Geheimrat Dr. Karl Hammer- schm i d t - München, der während des Frankfurter Festes in vielen packenden Reden die Ideale des Sängerbundes den Herzen der Zuhörer nahe zu bringen wußte, ist heute früh 5.30 Uhr im Alter von 70 Jahren einem Herzschlag erlegen. Gestern abend war Präsident Dr. Hammer- schmidt, der früher auch dem bayrischen Landtag angehörte, in fröhlicher Laune vom Sängerfest in Frankfurt nach München zurllckgekehrt. Die Beisetzung Dr. Hammerschmidts erfolgt am Donnerstag im Münchener Ostfriedhof. Die Goelhejahr-Medallle für zwei Längerführer. Frankfurt a. M., 26. Juli. (WSN.) Geheimrat Dr. Karl Hammerschmidt (München), dem Vorsitzenden des Deutschen Sängerbundes, und Rechtsanwalt Dr. Karl Hermann (Frankfurt a. M.), dem Vorsitzenden des Festausschusses für das 11. Deutsche Sängerbundesfest, ist in dankbarer Anerkennung ihrer kulturellen Verdienste die Goethejahr-Medaille der Stadt Frankfurt überreicht worden. Industrie- und Handelskammer Gießen. Heber die jüngste Sitzung der Industrie- und Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach wird uns folgender Bericht übermittelt: Nach Begrüßung der Versammlung leitete der Vorsitzende, Herr Ludwig Kinn, die Sitzung u. a. mit folgenden Worten ein: „Politik und Wirtschaft sind eng miteinander verbunden: darum können und dürfen die amtlich berufenen Vertretungen der Wirtschaft nicht achtlos an den po. litischen Vorgängen vorübergehen. Die außergewöhnlichen Zeitverhältnisse machen es notwendig, dah die Handelskammern die politischen Ereignisse ebenfalls in den Kreis ihrer Betrachtung ziehen. 3n einer Zett tiefster wirtschaftlicher Depression müssen sie von einer vernünftigen Staatsführung verlangen, daß diese an ihrem Teile alles zur Neubelebung der heule fast ertragslofen wirt, fchost lut und ihr vor allem die Freiheit wieder zurückgibt, die zur Gesundung so dringend notwendig ist. Es ist keine Frage, dah bei weiterer Verkümmerung der Wirtschaft einer der stärksten Träger der deutschen Steuerkraft aussällt, woraus schließlich auch das Ausland Vorteil ziehen würde. Eine Pfunde Wirtschaft kann und darf niemals an Hochsterträge gebunden werden: man muß ihr Ge- legenbett geben, darüber hinaus Kochital zu bilden das, indem es immer wieder in die Wirtschaft zurückfließt und Erträgnisse abwirft, auch be^uwtend auf den allgemeinen Wohlstand wirkt." Nach Verlesung des Berichts über die Tätigkeit der Kammer im letzten Vierteljahr berichtete der Wirtschaftsprüfer, Herr Hermann WNl, über seine Erfahrungen auf dem Gebiet des Vergleichs- i und Konkursverfahrens mit besonderem Hinweis auf die Bewertung der Vermögensmasse. Er zeigte, wie derartige Bilanzen aufzustellen sind und daß der Gesichtspunkt, ob das Unternehmen endgültig aufgelöst oder weitergeführt werden soll, für die Wahl oer Btlanzart bzw. für die Bewertung der ein- aclnen Aktivposten entscheidend ist. Dabei ist es völlig gleichgültig, welchen Wert eine Sache die Gemeinschuldner besitzt, in der Hand eines anderen hat, welchen Derkaufswert sie besitzt, wenn er die Sache dauernd zum Geschäftsbetrieb bestimmt hat, oder welchen Gebrauchswert eine Sache hat, die zur Veräußerung erworben ist. Verändert der Gemeinschuldner die Bestimmung des Gegenstandes, ko ändert sich für ihn hierdurch die Wertgrundlage. Daraus ergibt sich, daß die Bilanzbewertung stark von dem Grad der Liquidität bzw. der Illiquidität des aufzulösenden Unternehmens abhängig ist. Durch Vorlegung verschiedener Bilanzaufstellungen wurden die Ausführungen praktisch ergänzt. -Der Vorsitzende sprach dem Referenten für seinen ausführlichen belehrenden und zeitgemäßen Vortrag den Dank der Versammlung aus. • Der stellvertretende Vorsitzende der Kammer, Dankdirellor Ludwig Grießbauer, erstattete einen ausführlichen Bericht über die am 10. Juni staitgehabte Vertreterbesprechung der hessischen Jndustrie- und Handelskammern, welche sich u. a. mit der allgemeinen Wirtschaftslage, der Tarifpolitik der Reichsbahn und den Wirtschaftsbeziehungen zu Rußland befaßte. An das Referat schloß sich eine rege Aussprache an, insbesondere über die Wirtschaftsbeziehungen zu Rußland und die von dieser Seite geforderte unendlich lange Kreditgewährung. Der Kammersyndikus Dr. Zeidler berichtete über die Tätigkeit des hessischen Landesauftragsamts. die Forderungen des Deutschen Industrie- und Handelstags zur Behebung der Wirtschaftsnot und über das Derkehrsmonopol der Reichsbahn, sämtlich Verhandlungsgegenstände der am 15. Juli stattgehabten Vertreterbesprechung der hessischen Industrie- und Handelskammern. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Gießen beabsichtigt, zusammenfallend mit dem größeren Verkehr nach Gießen bringenden Herbstpferde- mcvrkt und einer Schau- und Warenmesse in den ersten Oktobertagen dieses Jahres für die Dauer von etwa fünf Tagen in der Volkshalle eine den Interessen von Handel, Gewerbe und Landwirtschaft dienende verkehröwerbende Veranstaltung durchzusühren. Die Kammer erbittet hierzu Anregungen und Vorschläge aus den von ihr vertretenen Kreisen. Fortschritte in der Krebsbekämpfung DonGeheimratprof.Or.Ferdinand Blumenthal,DirekiordesInftituts fürKrebsforschung,Äerlin In letzter Zeit nimmt die Oesfentlichkeit regeres Interesse als bisher am Krebs und an seiner Bekämpfung. Das ist bei der starken Zunahme der Krebserkrankungen in den letzten Jahrzehnten sehr erklärlich, und es ist sehr wichtig, da Die möglichst frühzeitige Erkennung der K r e b S s y m p t o m e für die Heilung von größter Bedeutung ist. Jede siebente Frau, jeher zehnte Mann stirbt an Krebs: während im Jahre 1877 auf 1 Million Deutsche nur 470 Todesfälle an Krebs kamen, stieg diese Zahl bis auf 1220 im Jahre 1927. Die verschlechterten LebenSver- hältnisse können dafür nicht verantwortlich gemacht werden: der Krebs verschont keinen Erdteil und keine Devölkerungsschicht, wenn auch bestimmte Lebensgewohnheiten ihm besonderen Vorschub zu tun scheinen: z. B. befällt der Speiseröhrenkrebs viele Japaner, die ständig Sake (Reis- schnaps) trinken. Von größerer Bedeutung ist das Lebensalter: Krebs ist eine Krankheit des Alters, und wenn es der ärztlichen Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten gelungen ist, die durchschnittliche Lebensdauer des Menschen beträchtlich zu erhöhen, so wirkt sich das andererseits in den ungünstigen Krebssterblichkeitsziffern aus. Die Zahl der Todesfälle ließe sich aber ganz erheblich senken, wenn die am Krebs Erkrankten den ersten Anzeichen mehr Beachtung schenkten, wenn sie zum Arzt mehr Vertrauen und vor der Behandlung weniger Furcht hätten. Gerade in den letzten Jahren sind in der Krebsbehandlung und -Heilung so erhebliche Fortschritte gemacht worden, daß wir wie bei den anderen «Erkrankungen, so auch beim Krebs eine Heilung erwarten können, wenn der Patient rechtzeitig zum Arzt geht und der richtigen Behandlung ^»geführt wird. Hier soll kurz gezeigt werden, mit welchen Methoden wir jetzt dem Krebs zu Leibe gehen können. Ehedem konnte man den Krebs nur mit dem Messer entfernen. Wir kennen Krankheitsgeschichten auS den Zeiten um 1500 bis 2000 v. Ehr. und wissen von einer ägyptischen Salbe, einem Gemisch aus Arsenik und Essig, das die Krebsgeschwulst mir oberflächlich angreift und deshalb, obwohl es bis in neuere Zeit verwendet wurde, nicht als Heilmittel bezeichnet werden kann. Auf die Operation der Krebsgeschwulst „mit dem Messer" können wir auch heute in vielen Fällen nicht verzichten: aber eine moderne Operation läßt sich hinsichtlich der Erfolgsaussichten kaum noch mit einer Operation des vorigen Jahrhunderts vergleichen. Große Fortschritte brachte uns in den letzten Jahren die Diathermie: mittels besonders geformter Elektroden, „elektrischer Messer", läßt sich durch Hochfrequenzströme ein chirurgischer Eingriff gerade bei der KrebSbehand- lung vielfach so sauber und so erfolgreich durchführen, wie es mit Stahlklingen nicht möglich wäre. Aber die Angst vor der Operation ist nun einmal sehr weit verbreitet, und deshalb müssen wir jede Möglichkeit zu entwickeln suchen, die eine Heilung des Krebses auf anderem Wege verspricht. Von den chemischen Mitteln und Impfstoffen müssen wir zunächst noch absehen: bisper hat sich noch keine Salbe, fein «Serum als praktisch erfolgreich erwiesen. Don ganz großer Bedeutung sind aber die neueren Fortschritte auf dem Gebiete der Strahlenbehandlung. In den ersten Jahren dieses Jahrhunderts hat man entdeckt, daß die vom Radium ausgehenden Strahlen die Krebsgeschwulst zerstören: aber man konnte diese Entdeckung lange Zeit hindurch nicht genügend ausnutzen, weil das in Kapseln aufgelegte oder in der Form von Radiumbromid eingefpritzte Radium neben der eigentlichen Geschwulst auch das gesunde Gewebe zerstörte. Erst in letzter Zeit ist es gelungen, das Radium s o genau z u dosieren, daß die davon ausgehenden Strahlen nur das empfindlichere kranke Gewebe angreifen und daS widerstandsfähigere gesunde Gewebe verschonen. Damit ist der Weg zu einer ungefährlichen Radium be- Handlung frei; und damit können wir den Krebs auch an solchen Köperstellen bekämpfen, wo er chirurgisch schwer oder überhaupt nicht anzugreifen ist. Wir sind heute mit der Radiumbehandlung so weit, daß wir z. D. beim Gebärmutterkrebs in sehr vielen Fällen auf die operative Entfernung der Geschwulst verzichten können. Del Radiumbehandlung wird vielfach eine Radiumnadel (deren Hülle in der Hauptsache aus Gold oder Platin besteht) in die Geschwulst gesenkt und dort liegen gelassen, biS sie nach einigen Tagen ihre Wirksamkeit verloren hat, denn die zur Füllung benutzte Radiumemanation ist nur kurzlebig gegenüber dem Radium. Natürlich ist die zur Behandlung erforderliche Menge Radiumemanation voxher genau berechnet und abgestimmt: sie ist ganz minimal — aber doch im Durchschnitt viermillionenfach stärker als die Radiummengen, die in den laut angepriesenen „Ra- diuinpackungen", „Radlumsalben'^ usw. der Kurpfuscher enthalten sind- Die gleiche Wirkung wie das Radium hat daS Mesothorium, das sich aus dem Thorium X entwickelt. Thorium wird aus afrikanischem Sand gewonnen und findet bei der Gasglühiicht-Fabri- kation Verwendung: die Abfallstssfe bei der Herstellung von Gaslichtstrümpfen dienen wiederum zur Gewinnung des Mesothorium und sind deshalb ein gesuchter Marktartikel geworden. Thorium X hat gegenüber dem Radium eine sehr kurze Lebensdauer; während Radium erst in 2500 Jahren unwirksam geworden ist, hat sich Thorium X schon nach etwa vier Wochen erschöpft. Dennoch bietet Thorium X insofern einen Vorteil, als eS verhältnismäßig schnell zu haben ist, während die Verpackung und Versendung selbst kleinster Radiummengen stets mit großen Schwierigkeiten und Kosten verknüpft ist. Den Zerfall der Krebsgeschwulst kann man schließlich auch durch Röntgenbestrahlung erreichen. Zwar wird die Röntgenbestrahlung meist bei Haut- und Gebärmutterkrebs angewandt, doch sind damit auch bei Magen- und Darmkrebs schon schöne Erfolge erzielt worden. Die Röntgentherapie hat während der letzten Jahre gleichfalls manche Verbesserung erfahren. Für die Krebsbehandlung sind nur harte Röntgenstrahlen zu verwenden, denn sie allein dringen in die Tiefe und zerstören daS Krebsgewebe, während weiche Röntgenstrahlen die Haut des Kranken verbrennen und reizen. Gewiß sind die angeführten Fortschritte auf dem Gebiet der Krebsbekämpfung noch keine endgültigen Resultate; im Gegenteil, es gilt heute mehr als je, Entdeckungsgabe und materielle Mittel einzusehen, um eine so gefährliche Volkskrankheit zurücizudämmen. Andererseits braucht heute niemand mehr zu verzagen, wenn der Arzt eine Krebserkrankung bei ihm sest- gestellt hat. Aber es kann nicht oft genug wiederholt werden: frühzeitig zum Arzt — niemals zum Kurpfuscher — und Vertrauen zur ärztlichen Behandlung! Buntes Allerlei. Sport im falschen Augenblick. Bei der Landung des Dampfers „Europa", mit dem die deutschen Olympia-Kämpfer nach Amerika kamen, spielte sich ein merkwürdiger Vorfall ab. Alle Passagiere nämlich waren gerade einer Zollvisitation unterzogen worden, die Pforten von Ellis Island öffneten sich bereits — da kletterte, ganz sanft und vorsichtig, ein junger Mann unter dem «Segeltuchüberzug eines der Rettungsboote hervor, lugte rechts und links in die «Legend, um sich zu vergewissern, daß niemand ihn beachtete, und versuchte, sich aus dem Staube zu machen... Das Unglück wollte es allerdings, daß ihm in diesem Augenblick einige Zollbeamte in den Weg liefen, um ihn rauh, aber herzlich in Empfang zu nehmen und nach der nächsten Polizeistation abzutransportieren. Als die Häscher mit dem blinden Passagier aber gerade das Schiff verlassen hatten, geschah auf dem Pier etwas, das wohl niemand erwartet hatte... Der junge Mann, der auf so billige Weise den Ozean überquert hatte, schien jedenfalls keineswegs gesonnen, seine Sache verloren zu geben. Denn mit Dlitzeseile riß er sich los, trat den zwei Beamten, in deren Händen er gezappelt hatte, nicht weniger rauh und herzlich in die Seiten und ergriff das einzige Panier, das er unter diesen Umständen zu ergreifen in Der Lage war — das Hasenpanier. Ein Beamter flog über den Steg hinweg in die Fluten, ein anderer setzte sich still nieder, klappte zusammen wie ein Taschenmesser und begann — der große, starke Mann — wie ein Kind vor sich hin zu weinen. Aber der mutige junge Mann kam nicht weit. Knapp vor dem Ausgang des Zoll-Reviers wurde er wieder gefaßt. Diesmal bugsierte ihn ein weitaus größeres Aufgebot an Polizisten zum nächsten Polizeigewahrsam. Dort gab er seinen Namen an, und die Absicht, bei den olympischen Kämpfen mitzuwirken. Wenn ihm auch seine „sportliche Tüchtigkeit" von feiten der Polizei nicht abgesprochen werden konnte, sah man sich, zu seiner großen Entrüstung, wenig geneigt, ihn im Lande zu behalten. Denn Sport, im falschen Augenblick betrieben, legt sich manchmal nicht nur anderen Leuten aufs Gemüt, sondern einem selbst auch auf den guten Ruf... Frauenfchönheii nach Gewicht. Die schlanke Linie, die noch vor turpem das mit höchster Anstrengung verteidigte Schönheitsideal unserer Damenwell war, wird heute nicht mehr in demselben Maß eingehalten wie früher, man trägt wieder „ Formen". Aber vorläufig nur in bescheidenem Umfang. Daß die Frauenschönheit nach der Höhe des Gewichts auf der Waage gemessen wird, dürfte bei uns sobald wohl nicht sich einbürgern. Aber in anderen Teilen der Welt gilt «Schlankheit bei den Frauen für ein Unglück, und das ist nicht nur im Orient der Fall, sondern auch bei vielen primitiven Stämmen. ®in englischer Missionar, der küiHlich aus Westafrika zurückgekehrt ist, berichtet, daß dort die Herrschaft der fetten Schönen über die Männer noch ungebrochen waltet. Alm sich die Gunst ihres Gebieters au erhalten, essen die Frauen soviel wie möglich dickmachende Speisen und enthalten sich jeder unnötigen Bewegung. In Rigerien gibt eS einen Stamm, bet dem die Mädchen, bevor sie verheiratet werden, zunächst einmal in das sog. M a st b a u S kommen. Hier werden fie, ähnlich wie bei uns die Stopfgänse, in kurzen Zwischenräumen mit allen erdenklichen Leckerbissen gefüttert, mit Eiern, Suppen usw., und wenn sie nach einigen Wochen dieses Paradies des Essens verlassen, dann müssen sie einen gehörigen Leibesumfang aufweisen, wenn sie nunmehr in den Hafen der Ehe eingehen wollen. Häufig sind die jungen Mädchen so fett, daß sie sich kaum noch fortbetoe- gen können. Derjenige aber, der eine solche unförmige Fleischmasse „heimführt", ist darauf sehr stolz. Ist die dunkle Schöne erst einmal verheiratet und muß ihr gewöhnliches Leben wieder aufnehmen, sowie sich den Hausarbeiten widmen, bann geht mit ihr nicht selten eine Wandlung vor wie mit dem Vollmond, wenn er wieder ins erste Viertel tritt. Dann verliert sie mit jedem Psund auch ein Stück von der Liebe ihres Mannes und muh die größten Anstrengungen machen, um sich wenigstens bei einem gewissen Leibesumfang zu erhallen. Das schlanke Mädchen wird von den Schwarzen überhaupt nicht beachtet und mit Abscheu zurückgewiesen. Der Fleischansah ist daher für sie Lebensfrage, und die Weiblichkeit widmet sich der Mästung ebenso eifrig wie bei uns die Damenwelt der Abmagerung, wenn sie chre „Schönheitslinie" überschritten hat. Eine Bneftauben-Katastrophe. Nur 25 belgische und zwei französische Brieftauben sind von den 3000, die bei dem alljährlichen Brieftauben-Rennen oon Barcelona abgelaffcn mürben, nach der Heimat zurückgekehrt. Bald nach ihrem Abflug brachen furchtbare Stürme über den Pyrenäen und an der Rhone aus, die Bügel wurden nach dem Meer abgetrieben und scheinen dort ertrunken zu fein. Es ist das zweite derartige lln- gluck, das über die Belgische Gesellschaft der Brief» tauben-Züchter hereinbricht. Im Jahre 1930 kehrten oon 5000 Tauben, die von Algier abflogen, nur 50 zurück. Der Gewinner des diesjährigen Rennens, ein gewisser Ban Eoillie aus Lierre, berichtet, daß er die siegreiche Taube von seinem Beter geerbt habe, der kürzlich starb. Auf seinem Totenbett nahm ihm der Baler das Versprechen ab, die Taube bei dem Rennen mitfliegen zu lassen. Der Sohn erfüllte den letzten Wunsch dxs Vaters, aber er mußte einen großen Teil seiner Besitztümer verkaufen, um die Kosten bestreiten zu können, die die Zulassung der Brieftauben zu dem Rennen verursacht. Aussichten der Rationen in Los Angeles 9Jl.-$pott G Wirffchast ytrim '^ronMuri u. JJl. «*';*• «Ä «»<“*• *"* bgrfe Datum I 25■ 7• | 26.7. 25.7. 26.7. 44,5 41 32,75 30,5 3,4 3,25 $8,25 68,25 11 19 3,4 16.8 62 65,25 62 64,75 69 34 51 60 72,5 38 59,25 65 63.25 123,5 79,5 26,5 68,25 33,5 51 22 38 15 0 0 IV 8 0 . 5 0 . 8 15 17,5 46,25 32,5 35.5 31 3,75 34,5 31 27 19 58 34,9 31.25 26.75 20 84,75 12 30.4 21,75 47 179,5 3,55 16,8 214 11 15,5 174,5 47 15,5 174,5 48 17,5 46,25 107,75 55 32,75 30 27 18,5 83,5 11.4 28,65 21,75 44,75 178 10 10 sy, Ü . 9 11 U ir Schluß!. Mittag- börse 61.25 65,5 60,5 43>75 5,45 54 43,75 5,65 51,5 40,5 40,5 69,5 32,5 30 6,386 52,05 12.485 3,063 170,02 74,87 80,61 76 88 14,915 0,927 4,217 58.43 21,50 16,52 82,04 33,68 82.13 1.161 0,327 6.707 13,66 31 36 31 3,4 10,65 1,05 5.8 6,55 5,4 Frankfurter Maschtneo . . . Grihner......... «Dlotnftaftroerfe Höchst a. DL. Süddeutscher Zucker . . . . 3,5 3,3 4,05 7,3 3,6 16,9 3,25 3,3 3,3 ,75 30 45 181 Sprechstunden der Reduktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samslag nachmittag geidjlofkn. 59 71,5 36 59,25 64.5 62,75 123,5 77 65 61 43,5 5,65 52,5 43,75 5,45 52 41 41,1 69.9 69 79 81 69,25 68,5 10 6,13 6,5 10,65 5,9 6,55 5,5 3.25 3,35 3,4 4,3 7,5 3,75 16,9 60.25 71.5 37,25 59,5 65 62,25 123 77,5 26,5 68.5 33,25 50,65 23,75 130 91 21,75 37,9 10,65 29 15,5 176 46.75 61 72,13 37.13 59.5 64,5 63,5 124,25 79,5 26,5 68,25 34.65 51 24 130,5 92 22,13 38 30,5 15.5 176 t 47,65 11 30 44,5 177,5 78,75 80,75 68,5 68 10 5,75 6,5 4,75 3,25 3,3 3,3 Helstngfor« . Wien. . . . Prag . . . Budapest . . Sofia . . . Holland . . Oslo.... Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires 92cut)t>d . . Brüffel. . . Italien. . . Pari» . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. Jugoslawien. Lissabon . . Wektt. LteferungögeseMchaft. Licht und Straft...... Felten & Guilleaume.... Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen . . . . Rheinisch? Elektrizität . . . Devisenmarkl Berlin — Frankfurt a. 2IL Schultheis Panenhoser . . . Wu «Allgemeine Kunstseide) Bemberg......... Zellstoff Waldhof..... Zellstoff Aschaffenburg . . . Dessauer GaS ....... Daimler Motoren..... Deutsche Linoleum . . . . Orensiein & Koppel . . . . Leonhard Tietz...... SvenSka......... Thade.......... men. Ihr Bemühen war aber erfolglos und als dos Ziel in Straßburg erreicht war, hatte keiner der wahrer einen trockenen Faden mehr am Leibe. Die naturgemäß sehr schlechten Straßen forderten auch einiae Opfer so kam der deutsche Mannschaftsfahrer Kutz schb ach zu Fall und hatte mit der Reparatur seines beschädigten Rades soviel Zeitverlust, daß er erst nach Kontrollschluß am Ziel eintraf und deshalb von der restlichen Fahrt ausgeschlossen wurde. (Eine Ueberraschung bildete der Etappensieger. L o n ck e - Belgien konnte im Endspurt aus einer großen Spitzengruppe in 4:04:30 Stunden vor Speicher, Bonduel und Cornez als Sieger hervor- gehen Der Zweite im Gesamtklassement S t o p e l - Berlin wurde Sechster, die Deutschen Thierbach, Geyer, Risch und Altenburger wurden mit weiteren 29 Fahrern auf den achten Platz gesetzt. In den Klassements gab es nur geringfügige Veränderungen. Kurze Sportnoüzen. In Los Angeles hat sich unser 400-Meter- Läufer Metzner beim Training eine Zehenver- stouchung zugezogen, die ihn zu einer Unterbrechung des Trainings zwingt. * Den diesjährigen Wimbledon- M e i - st e r I ch a f4 en haben an zwölf Spieltagen insgesamt 219 000 Zuschauer beigewohnt, im Durchschnitt also täglich 18 250 Personen. Westdeutschlands Vertretung gegen Holland. Für den am 31. Juli in Haarlem stottfindenden Leichtathletik - Länderkampf W tJt - deutschlond — Holland wurde vom W«V. folgende Mannschaft nominiert: 100 Meter: Heithoss, Buthc-Pieper-, 400 Meter: Bergmann, Stifters; 800 Meter: Gausepohl, Linke; 4500 Meter: Reu, Schaum- bürg, 5000 Meter: Kelm, Schaumburg; 110-Meter. Hürden: Wienecke, Pollmann; 4X100 Meter: Heit- hass, Molle, Halfmann, Buthe-Pieper; Ersatz: Bergmann; Hochsprung: Plieth, Stechemesser; Weitsprung: Mölle, Halfmann; Stabhochsprung: Born, Zwiza; Diskuswerfen: Hoffmeister, Kilo: Speer- werfen: Vögelin, Hoffmeister. Deutsche Wafferball-Meisterschast. An der diesjährigen deutschen Wasserball-Meisterschaft sind nur sechs Schwimm kreise des Deutschen Schwimm-Verbandes beteiligt. Die Vorrunde wird am 7. und 14. August ousgetragen. Der Spielplan lautet: Weißensee 96 gegen SSV. Ottensen, Bremer Schwimmverbond gegen SSpfr. Barmen, Poseidon Köln gegen Iungdeutschland Darmstadt Gleiwitz 1900 gegen Wosserfrd. Berlin, Mittel- deutscher Zweiter gegen Bauern 07 Nürnberg München 99 gegen Mitteldeutschen Dritter. Mitteldeutschlands Zweiter und Dritter stehen noch nitch fest. Mitteldeutschlands Erster, der Titelverteidiger Hellas Magdeburg, ist in der Vorrunde spielfrei. Er greift erst in die Zwischenrunde am 28. August und 4. September ein. Boxländerkampf Deutschland — USA. verschoben. In der Nacht zu Mittwoch nach Mitteleuropäischer Zeit sollten im Stadion Soldiers Fietds zu Chikago der Länderkampf der Amateurboxer von Deuts^land und Amerika stattfinden. In Gbifago erwartete man diesen Kampf mit stärkstem Interesse. Es wurde ein Besuch von über 50 000 Per- jenen erwartet. In den späten Nachmittagsstunden setzten jedoch heftige Gewitter ein, die längere Zeit anhielten und eine Durchführung, der Kämpfe in der Freiluft-Arena unmöglich machten. Die Begegnung der beiden Ländermannschaften findet nunmehr 24 Stunden später in der Nacht zum Donnerstag statt. Die Kämpfe werden gegen 4.30 Uhr Berliner Zeit beginnen. Inzwischen ist zwischen den beiden Verbänden eine weitere Begegnung vereinbart worden. Sie soll im Anschluß an die Olympia- Spiele am 20. August in Milwaukee ausgetragen werden. Die Teilnechme der vollständigen deutschen Mannschaft an dem Spiel in Los Angeles scheint damit gesichert. Oie nähert sich dem Ende. Die 16. Etappe bei strömendem Regen. Die Teilnehmer an der „Tour de France" mußten am Dienstag die 145 Kilometer lange Strecke von Belfort nach Straßburg zurücklegen. Während der ganzen Fahrt goß es in Strömen, die Fahrer schlugen deshalb ein mörderisches Tempo an, , in der Hoffnung, aus dem schlechten Wetter herauszukom- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 19L'. 7% Drutsche Retchöanleihe v. 1929 6y,% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsch- AnI.-AblSI.-Schuld mit Auölos.-Rechten....... SefiaL ohne Auölof.-Rechte . . . 8% Hess. Bolksstaat von 1929 trückzahlb. 102%) •• •• Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ..... Deutsche Komm. Gammelabl. Anleihe Serie 1 - - - 6% Frankl. Htzp.-Bank Goldpse 15 unkündbar bi- 1935 . - 7% Franks. Htzp^Ban! Goldpfe unkündbar bis 1936 Serie 16 . 4y,% Franks. Htzp.-Ban! Ltau.- Pfandbriefe.......- Amtliche Notierung Geld | Briet 6,374 51,95 12.465 6.386 52,05 12,485 6,374 51,95 12,465 3,057 3,063 3,057 169,68 170,02 169,68 74,73 74,87 74,73 80,47 80,63 80,45 76,72 76,88 76.72 14.96 15,00 14.955 0,923 0,927 0,923 4,209 4,217 4.209 58,31 58,43 58,31 21,46 21.50 21,46 16.485 16,525 16,48 81 ,89 82,05 81,88 33,67 33,73 33,62 81,97 82,13 81.97 1,159 1,161 0,327 1,159 0,325 0,325 6.693 6,707 6,693 13.64 13,66 13,64 Banknoten. Berlin, 26. Juli Geld Srief Amerikanische Noten....... 4,20 4,22 Belgische Noten......... 58.15 58,39 Dänische Noten......... 80,27 80.59 Englische Noten......... 14,915 14,975 Französische Noten........ 16,44 16 50 Holländische Noten........ 169,31 169,99 Italienische Noten........ 21,42 21,50 Norwegische Noien........ 74,55 74,85 Deutsch- Oesterreich, 4 1OO Schilling — —— Rumänische Noten........ 2,49 2,51 Schwedische Noten........ 76,55 76,85 Schweizer Noten......... 81,70 82,02 Spanische Noten...... • • 33.48 33,62 Ungarische Note»........ — —