Br. 174 Erstes Matt 182. Jahrgang Mittwoch, 27. Juli 1952 (Er) djeint täglich, anher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monat$:Bejugsprei$: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. üernfprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: granffutt am Main 11686. Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmrf und Verlag: vrühl'sche Univer^nttr-Vuch' und Steindruckerei H. Lange in Stehen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für i mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20°, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil (Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Biehen. Diener des Staates. Bcamienrccht und Staatsgewalt. Bis zu einem gewissen Grade wird der Grundsatz immer nur auf dem Papier stehen, der in dem Artikel 130 der Reichsverfassung ausgesprochen ist: „Die Beamten find Diener der Gesamtheit, nicht einer Partei." Die Grundbedingungen der menschlichen Natur mit ihrem mehr oder weniger bewußten Streben nach Macht bringen es mit sich, daß der einzelne und die politische Bewegung die eigenen Auffassungen und Ideale mit den Wirklichkeiten des staatlichen Gebens irgendwie in lieber- einstimmung bringen möchten. Das wirkt sich an den entscheidenden politischen Beamtenstellen, an denen Macht im weiteren Umfange ausgeübt wird, wohl immer etwas in dem Sinne aus, daß der Machthaber seine Handlungen bestimmen läßt von seiner weltanschaulichen und parteipolitischen Gebundenheit. Er laust Gefahr, Diener der Partei zu werden, auch wenn er auf den Linien seiner parteipolitischen Grundsätze und Anschauungen dem Ganzen am besten zu dienen glaubt. Diese selbstverständliche Erkenntnis ist immer und zu allen Zeiten den Regierungen Anlaß gewesen, die Ausführung ihrer Pläne und Maßnahmen an den entscheidenden Stellen solchen Männern zu übertragen, deren politische Gesinnung Gewähr dafür gab, daß dec Auftrag im Sinne des Auftraggebers durchgeführt wurde. Im wilhelminischen Preußen war die Zahl der Oberpräsidenten, der Regierungspräsidenten und der Landräte verschwindend, die nicht zur Konservativen Partei gehörten. Man gewährte höchstens einen nationalliberalen Konzessionsschulzen. Im Großherzogtum Baden konnte derjenige nicht auf eine höhere Verwaltungsstelle rechnen, der nicht der herrschenden und vom Hofe protegierten Nationalliberalen Partei angehörte. Es war also bis zu einem gewissen Grade selbstverständlich, daß die Sozialdemokraten und das Zentrum nach dem Umsturz von 1918 danach strebten, hier Wandel zu schaffen. Aber in einem demokratisch und parlamentarisch regierten Lande ist die Gefahr viel größer, wenn man den selbstverständlichen Ver- fassungsgrundsak bewußt verläßt, nachdem die Diener Beamte der Gesamtheit fein sollen. Die Bewußtheit eines parteipolitiscyenBeamtensystems tritt dann ganz klar in Erscheinung, wenn die Frage der Parteizugehörigkeit der sachlichen Eignung und Lorbildung übergeordnet wird, wenn an die Stelle des Willens zu einheitlicher Staatsführung das Streben nach Versorgung, der Drang zur staatlichen Futterkrippe tritt. Dann werden die Ansprüche zahlenmäßig zu groß. Dann bringt die parteipolitische Aemterbesetzung viel w e i t e r i n die Tiefe als das notwendig ist, und jeder Wechsel in der Partei- Herrschaft kann nicht nur, wenn die neuen Männer die gleichen Grundsätze anwenden, die ruhige und sachliche Fortführung der Geschäfte erschweren, sie kommt auf die Dauer auch viel zu teuer zu stehen. Denn abgesetzte Beamte, die nicht aus disziplinarischen, sondern aus politischen Gründen entfernt werden, behalten ja ihre materiellen Ansprüche. Wir haben in früheren Jahrzehnten sehr von oben herab auf die Verbältnisse in Amerika und Frankreich geschaut. Inzwischen sind wir, die wir einst fe wacker schmähen konnten, selbst in viel weiterem Ausmaß der Sünde bloß geworden. Nach einem Präsidentenwechsel in Amerika hört die Umbesetzung der Aemter in der Regel an der ersten Linie hinter den Staatssekretären auf. Auch bei Frankreich erlebt man es, daß die Ministerpräsidenten der verschiedensten Richtungen immer wieder mit den gleichen sachlichen Mitarbeitern zu den Konferenzen kamen. Ein Poncarä ging, aber ein Berthelot blieb. Bei uns gewann es nach der Revolution den Anschein, als ob die Machthaber sich die schauderhaften Verhältnisse in manchen amerikanischen Stadtverwaltungen zum Vorbild für das ganze Staatsleben genommen hätten. Es war so etwas wie die Uebertragung des Systems vom Tammany-Hall in Neuyork auf das Deutsche Reich und vor allem auf Preußen zu bemerken. Die Leidtragenden dabei sind neben den Interessen der Gesamtheit die Beamten f e I b ft. Sie laufen Gefahr, daß im häufigen Wechsel der parteipolitischen Machtverhältnisse schließlich alle entscheidenden Stellen in d i e Hände von Parteifunktionären geraten, und daß ihrem Aufstieg ein Riegel vorgeschoben wird. Der Erfüllung des Grundsatzes, daß die Beamten Diener der Gesamtheit sein fallen, kann man nur dann bis an die Grenzen des Möglichen nahekommen, wenn dieIdeedesBe- rufsbeamtentums gegen eine parlamentarische Beute- und Gefolgschaftspraxis verteidigt wird. Deshalb müßten gerade alle Kreise des Berufsbeamtentums eine tiefe Genugtuung empfinden, wenn jetzt eine an Parteien nicht gebundene Regierung in Preußen die Sünden der Vergangenheit wieder gut- Aumad)en sich anschickt. Man ist gewiß im ersten Anlauf sehr radikal und rücksichtslos vorgegangen. 23 sozialdemokratische preußische Beamte mit einem Federstrich ihrer Aemter enthoben — das bedeutet schon ein gründliches Aufräumen. Es ist selbstverständlich, wenn man sich in Beamtenkreisen zunächst ängstlich fragt, ob hier nicht eines der wesentlichsten verfassungsmäßigen Grundrechte der Beamten angetaftet wurde. Nach dem Artikel 129 der Reichsverfasiung können die Beamten „nur unter den gefetzlich bestimmten Voraussetzungen und Formen vorläufig ihres Amtes enthoben, einstweilen oder endgültig in den Ruhestand versetzt werden". In dem Artikel 48 ist die Möglichkeiten i ch t vorgesehen, daß der Artikel 129 in Zeiten des Notstandes vom Reichspräsidenten außer Kraft gefetzt wird. Die Beforgniffe in Beamten- treifen, daß den „gesetzlich bestimmten Voraussetzungen und Formen" eine zu weitherzige Auslegung gegeben werden und deZ ein bedenklicher Präzedenzfall geschaffen fein könnte, müssen von der Reichs- Der Untergang der „Niobe". Oie Hebungsarbeiten haben begonnen. — Oie Ursache des Kenterns geklärt. Oer amtliche Bericht über die Katastrophe. kiel. 27. Juli. (IBIB.) Die Osifeestalion Siel teilt mit: Das Schulschiff „Niobe" passierte um 14 Uhr am 26. Juli das Fehmarn-Bett-Feuerschftf mit südöstlichem Kurs in einem Abstand von einer halben Seemeile; Windstärke 2 bis 3. Da im Süden über Fehmarn Gewitterwolken hochzogen, lieh der Kommandant die oberen Segel mit einer Dache bergen, während d ie anderen Dachen ober Deck Unterricht hatten. Nach dem Bergen der oberen Segel setzte plötzlich um 14.25 Uhr eine sehr ft arte, mehr und mehr zunehmende Böe ein, in der sich das Schiff — hart über — und in der kürzesten Zeit ganz auf die Seite legte und in wenigen Minuten sank. Bei dem plötzlich so stark überliegenden Schiff war es für öle unter Deck befindlichen Telle der Besatzung nicht mehr möglich, an Deck zu kommen. Sie müssen mit dem Schiff in d i e liefe gegangen sein. Die Unfallstelle liegt eine Seemeile östlich vom Feuerschiff Fehmarn-Belt. Der Unfall wurde zum Glück vom Feuerschiff und von dem gerade passierenden deutschen Dampfer „Theresia Ruh" aus Hamburg beobachtet. Bon beiden Stellen wurde in vorbildlicher 2D ei fe das Rettungswerk durchgeführt. Kreuzer „K ö I n“ und Minensuchboote beobach - f e n d i e Unfall st eile und die umliegenden Gewässer. Oas Ergebnis der amtlichen Untersuchung, k i e l, 27. Juli. (DIB. Funkspruch.) Die Admirale Albrecht und kolbe haben gestern am Ort des Unterganges der „Niobe" im Fehmarn- Belt die Untersuchung über die Katastrophe geleitet und dabei fest gestellt, daß niemand, weder den Kommandanten, noch irgendein Besahungsmitglied eine Schuld an dem Untergang der „Niobe" trifft. Die Gewitterböe, die dem Schiff zum Berhängnis wurde, traf mit f o plötzlicher Stärke ein, daß das auf der Seite liegende Schiff durch kein Manöver mied er aufgerichtet oder an den Dind gebracht werden konnte. Die Ereignisse haben sich in Bruchteilen von Sekunden abgespielt, wosür auch zeugt, daß der Befehl des Kommandanten, Schwimmwesten anzulegen und die Boote klar zu machen, nicht mehr befolgt werden konnte. Die Darstellung einer Kieler Zeitung, dah die Niobe zu viel Segel gesetzt habe, wodurch der Unfall hervorgerufen worden sei, trifft nach den (Ermittlungen der Reichsmarine nicht zu. (Es sind bereits Berhandlungen wegen einer h e - bung der Niobe, die in etwa 20 Meter liefe liegt, im Gange. Der Chef der Marineleitung, Admiral Räder, trifft heute 11 Uhr in Kiel ein. Nach seiner Ankunft ist eine ausführliche Darstellung über das Unglück zu erwarten. Das Sinken des Schiffes wurde vom Fehmarn- Feuerschiff und vom Dampfer „Therese Ruh" bemerkt, die, das Rettungswerk in vorbildlicher weise durchgeführt haben. Nach den bisherigen Meldungen liegen keine Anhaltspunkte vor, dah bei der Führung des Schiffes und dem Rettungswerk irgend et was fehlerhaft gewesen oder versäumt ist. (Es ist vielmehr anzunehmen, dah ausschließlich höhere Gewalt die Beranlaffung zu der Katastrophe und den schweren Berluften an Menschenleben gewesen ist. (Es war schon um 14 Uhr das Obersegel festgemacht und vom Kommandanten der Wetterlage entsprechend weitere Borkehrungen getroffen worden. Das Sinken des Schiffes ist nach bisher vorliegenden Feststellungen darauf zurückzuführen, dah eineplöhlicheinfehende stark räumende Böe (die größte Gefahr für Segler) das Schiff in Bruchteilen von Sekunden so stark auf die Seite legte, dah es trotz Hartruderlage nicht wieder aufgerichtet werden konnte. Besonderen Dank um die Rettung der Besatzung erwarb sich der Kapitän des Handelsschiffes „Theresia Ruh", der die gesamte Besatzung seines Schiffes in die Rettungsboote kommandierte und mit feinem Schiffskoch allein bei schwerem Sturm lavierte. Oie Geretteten der „Niobe" in Kiel. Kiel, 27. Juli. (WTB. Funkspruch.) Die vierzig Ueberlebenden der „Niobe" sind heute in den frühen Morgenstunden an Boro des Kreuzers „Königsberg" nach K i e l ge d r a ch t worden und befinden sich jetzt in der Wiker-Kaserne. Ihr Befinden ist zufriedenstellend. Die Suche nach den Vermißten wird an der Unfallstelle mit dem Kreuzer „Köln" fortgesetzt. Wie eine Nachfrage bei dem Kabelmeister in Ruddy (Dänemark) ergab, muß jetzt auch die Hoffnung, daß noch einige der Vermißten durch dänische.Schifferboote gerettet wurden, bzw. das Land, das dort nicht Siel, 27. Juli. (WTB.) Kapitän Müller von dem Hamburger Dampfer „Theresia Ruß", der, wie gemeldet, die 40 Ueberlebenden der „Niobe" gerettet hat, machte über den Untergang des Schul» schiftss folgende Mitteilung: Ich befand mich auf der Reife von Trangfund in Finnland nach Holtenau. In der Nähe des Fehmarn-Belt-Feuerschiffes sichteten wir die „Niobe", die uns nach unserem Reiseziel befragte. Ich gab Auskunft und beschäftigte mich sodann, da ich eine Gewitter- b ö herannahen sah, mit meinem Schift. Als ich mich noch etwa eine Meile von der „Niobe" entfernt befand, traf d i e B ö die „Niobe" mit voller Wucht. Das Schiff kenterte nach Backbord um und war innerhalb von zwei Minuten gesunken. Die Stärke der Bö schätze ich auf etwa 8 bis 9 Sekundenmeter. Zur Zeit des Unfalls regnete es nicht. Die Sicht war aber getrübt. Wir machten sofort beide Rettungsboote klar, wurden jedoch in un» ferem Rettungswerk durch d i e auf kommende Dünung behindert. Mit Hilfe des Motorbootes des Feuerschiffs Fehmarn-Belt, von wo aus der Unfall ebenfalls sofort bemerkt worden war, gelang es uns, 40 der im Wasser Treibenden, darunter den Kommandanten, zu retten. Alle waren schwer erschöpft, und es ist wohl möglich, daß noch einige der im Wasser Treibenden, ehe ihnen Hilfe gebracht werden konnte, aus Erschöpfung ertranken. Einer der Geretteten, der sich im Augenblick der Katastrophe in der Kombüse befand, hatte schwere Brandwunden davongetragen, einem anderen war ein Arm ausgekugelt. Die Geretteten, die zum Teil nur wenig bekleidet waren, wurden von uns zunächst mit den nötigen Kleidungsstücken versehen, und wir reichten ihnen bann Erfrischungen. Die Verletzten wurden von uns ärztlich behandelt. Wir haben dann mehrere Stunden an der Unfall ft eHc gekreuzt, ohne das es uns gelungen wäre, weitere Schiffbrüchige zu bergen. Später trafen dann Kreuzer .Königsberg" und mehrere Schnellboote ein, ebenso zwei Flugzeuge, allzuweit ist, erreichen konnten, aufgegeben werden. Nach einem Befehl der Marineleitung wird heute die gesamte Reichsmarine Halbmast flaggen. Oaö Beileidstelegramm des Reichspräsidenten. Berlin, 27. Juli. (WTB. Funkspruch.) Anläßlich des Unterganges des Segelschulschifses „Riobe" hat der Herr Reichspräsident an den Chef der Marineleitung Admiral Dr. h. c. R a e d e r nachstehendes Beileidstelegramm gerichtet: Zu dem schweren Verlust, der die Marine betroffen hat, sende ich tief erschüttert den Ausdruck herzlicher Teilnahme, der in gleicher Weise in warmem Mitempfinden allen Hinterbliebenen gilt. Das Andenken der in treuer Pflichterfüllung im Dienste des Vaterlandes dahingegangenen Kameraden wird st e t s in hohen Ehren gehalten werden. gez. vonHindenburg. Ihr Veileid zum Untergang der „Riobe" haben ferner zum Ausdruck gebracht das preußische Staatsministerium, die b a y e r i s ch e Staatsregierung, die hessische Etaatsregierung, der dänische Verteidigungsminister, der Evangelische Oberkirchenrat, der Oberbürgermeister von Kiel und der Norddeutsche Lloyd. Die städtischen Dienstgebäude in Hamburg und Kiel haben Halbmast geflaggt. Ebenso hat die braunschweigische Staatsregierung Halbmastflaggung angeordnet. die die Suche fortsetzten. Wir selbst machten uns auf den Weg nach Holtenau, gaben jedoch unterwegs die Geretteten an den Kreuzer „Köln" ab. Im Augenblick der Katastrophe müssen nach An- sicht des Kapitäns auf der „Niobe" sämtliche Luken geöffnet gewesen sein, so daß das Schift im Augenblick voll Wasser lief und den zum großen Teil unter Deck befindlichen Besatzungsmitgliedern der Weg in die Freiheit abgeichnitten wurde. Oie Taucherarbeii zur Bergung der Niobe hat begonnen. Kiel, 27. Juli. (WTB. Funkspruch.) Der Der- gungsdampfer „S i m s o n" ist heute früh ander Unfall st eile eingetroffen und h a t die Taucherarbeitbcgonnen. Die Unglücksstätte ist in der Nacht eingehend, aber leider ohne Erfolg abgesucht worden. Später kam starker Seegang auf. Bei Anbruch des Tages trafen zwei dänische Flugzeuge, ein Küstenrettungsboot „Gjedser" und der dänische Fischereikreuzer Island Falk" ein. Zur Zeit sind Schnellboote mit der genauen Lage der Niobe beschäftigt. Bisher sind keinerlei Schiffsteile gefunden worden. Es ist Seegang Stärke 4. Trauer in Kiel. Kiel, 26. Juli. (CRV.) Die Stadt Kiel steht ganz unter dem Eindruck der furchtbaren Katastrophe, die die deutsche Reichsmarine durch den Untergang des Segelschulschiffes „Riobe" betroffen hat. Die Kunde von dem Unglück, das 69 junge Menschenleben gefordert hat, hatte sich mit Windeseile in der ganzen Stadt verbreitet, die durch ihre Tradition mit der Marine aufs engste verbunden ist, und löste überall größte An - tei 1 nahme aus. Auf den Straßen bildeten sich Gruppen, die das Ereignis bewegt besprachen. Die Stimmung ist sehr gedrückt, um so mehr, als die stolze „Riobe", die ein charakteristisches Merkmal des Kieler Hafens war, den Kielern besonders an das Herz gewachsen war. Lin Ämcht des Kapitäns der „Theresia Ruß". regierung bald zerstreut werden. Die Stimmung der Beamten wird sofort Umschlagen, wenn sie erkennen, daß hier ein politischer Schritt getan wurde, der in der Endwirkung i) e tp B e r u f s b e a m t e n t u m seine verbürgten und in der bisherigen Praxis stark unterhöhlten Rechte wiedergeben soll. Echo der Schleicher-Rede. Berlin, 27. Juli. (TU.) Die Rundfunkrede des Reichswehrministers von Schleicher wird von allen Berliner Blättern in großer Aufmachung wiedergegeben. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" stellt fest, daß dieses Debüt des Reichswehr- ministers einenausgezeichnetcnEindruck gemacht habe: besonders bemerkenswert sei die Ankündigung gewesen, Deutschland werde, um sich die unbedingt notwendige Sicherheit zu verschaffen, zumUmbauseinerWehrmachtgezwun- g e n sein. — Der „B ö r s e n k u r i e r" hebt hervor, entscheidend bliebe die Versicherung, daß der Wehrminister n i e z u l a s s e n werde, daß d t e R e > ch s - wehr eine Parteitruppe werde. Das sei um o beruhigender, als die Rede beweise, daß dieser Mann wisse, was er wolle und wiederum die Kraft in sich fühle, es zu verwirklichen. — Die Vossische Zeitung" betont, die Stelle am Schluß der Rede, wo von der Ablehnung des Schutzes irgendwelcher Klassen oder Interessenten und die Deckung überlebter Wirtschaftsformen oder unhaltbarer Besitzoerhältnisse gesprochen werde, werde man ernst zu bewerten haben. — Die „G e r - m a n i a", die den Wortlaut der Rede nicht ver- öffentlicht, spricht von einer enttäuschenden Ministerrede und meint, sie habe an einzelnen Stellen jene überparteiliche Vornehmheit und Sachlichkeit vermissen lassen, die man bei Ministerreden unbedingt voraussetzen müsse. Englische Blätterstimmen. London 27. Juli. (ERD. Funkspruch.) Die ersten Kommentare der Londoner Blätter zur Rundfunkansprache des Generals von Schleicher werden zwar an hervorragender Stelle gebracht, doch scheinen die meisten Zeitungen vorerst mehr Wert auf sensationelle Tieberschriften als auf sachliche Stellungnahme zu den Darlegungen des Ministers zu legen. Die Ankündigung von Schleichers, daß sich Deutschland unter gewissen Umständen gezwungen sehen könnte, einen Umbau seiner Wehrmacht ins Auge zu fassen, kehrt nahezu in allen äleberichriften mehr oder minder richtig verstanden wieder. „Daily Expreß" spricht sogar von einer deutschen Rüstungssensation und einer Herausforderung des Versailler Vertrages — „Times "schreibt: Die Rede mit ihren frisch-fröhlichen Angriffen auf Frankreich, mit ihren Zitaten von Aeußerungen Lloyd Georges, mit ihrer unverhohlenen Ankündigung, daß Deutschland für seine eigene Sicherheit werben werde, wenn ihm Rüstungsgleichheit verweigert bleibe, und ihrem herzhaften Lob der militärischen Jugend werde nicht verfehlen, einen Widerhall weit über die Grenzen Deutschlands hinaus hervorzurufen. Brasiliens Kamps mit der Revolution. Rio de Janeiro, 26. Juli. (TU.) Die Revolu- tion in dem brasilianischen Staate R i o Grande do Sui ist von den Regierungstruppen vollkom- men niedergeschlagen worden. Nach einer erbitterten Schlacht bei Daccaria, bei der 4000 Regierungstruppen eingesetzt wurden, ergaben s i ch die Aufständischen. Viele versuchten nach dem Nachbarstaate Santa Catharina zu entfliehen. — Der Aufstand im Staate Sao Paulo ist in- dessen noch ungebrochen. Die Behörden werden Dienstag für 40 Millionen Mark Schuldverschreibungen ausgeben, um den Feldzug gegen die Regierungsstreitkräfte zu finanzieren. Aus Anlaß der Beisetzungsfeier für den berühmten Luftfahrtpionier Santos-Dumont, die am Montag in Sao Paulo stattfand, wurden die Feind- seliakeiten zwischen den Regierungstruppen und den Aufständischen auf allen Fronten vorübergehend eingestellt. Die Bombenflugzeuge der Bundes- regierung warfen statt Fliegerbomben Beileids- kundgedungen ab. Wahlreden im Rundfunk. Ltaatspartei und Bayrische Bolksparlei. Berlin, 26. Juli. (TU.) Am Dienstagabend sprach im Rundfunk über alle deutschen Sender der Führer der Deutschen Staatspartei, Minister a. D. Dietrich. Dietrich ging auf die Lausanner Konferenz ein und erklärte, daß die wichtigste Voraussetzung für ihr Gelingen die Auf- re ch t erhal t u ng der Ordnung in der deutschen Finanzwirtschaft war. Sowohl Brüning als auch er, hätten immer wieder erklärt, daß Deutschland keineweitFrenZahlungen l e i st e n könne, deshalb sei es jetzt sein gutes Recht, festzustellen, daß Deutschland nach der Lausanner Konferenz hinter diese Linie zurückgeworfen wurde. Auf die Innenpolitik übergehend, betonte Dietrich, die Notwendigkeit der Arbeitsbeschaffung. Die Staatspartei stehe auf dem Boden der Privatwirtschaft und des Vrioateigen- tums und wisse genau, daß nur der selbständige Unternehmer, mag er groß oder klein sein, imstande ist, die deutsche Wirtschaft zu tragen. Eine Gesundung könne nur eintreten, wenn ein großer Teil der Konzerne und Riesengesellschaften wieder zerschlagen und die aufgesogenen Betriebe wieder selbständigen Unternehmern überantwortet werden. Was die innerpolitische Lage anbetreffe, so halte die Staatspartei die Aufhebung des Uniformverbots für den schlimmsten Fehler. Der Staat gebe sich selbst auf, wenn er gestatte, daß auf seinem Gebiet Privatarmeen aehalten werden, die sich gegen ihn richten. Als verfassungstreue Partei halte die Staatspartei daran fest, daß auch alles aufgeboten werden müsse, um das Parlament wieder aktionsfähig zu machen. Sodann sprach für die Bayerische B o l k s p a r t e i Chefredakteur Schwend von München aus über alle deutschen Sender. Er betonte, Bayern könne sich schon als Staat eine dritte Revolution nicht mehr leisten,^ da eine solche Bayerns Untergang bedeuten würde. Das Staatsideal, das dem Rationalsozialismus vor- schwebe, lasse sich auf keinen Fall im föderalistisch-gegliederten Reich verwirklichen. Bayerischer Lebenswille sei kein Partikularismus, sondern ein staatliches Wollen, voll der stärksten reichs- und Volksdeutschen Tiefenwirkung. Wenn es heiße, die Bayerische Volkspartei opponiere gegen das Reich, so werde man bei näherem Hinsehen erkennen müssen, daß es sich dann nur um eine Abwehr einer Versündigung an der höheren Reichsidee handele. Bayern und der ganze deutsche Süden hätten um der geschichtlichen Entwicklung Deutschlands willen die weitgehendsten Zugeständnisse gemacht. Der Sozialismus fei und bleibe ein Irrwahn, gleich, ob er mit internationalen oder mit nationalistischen Ideen verbunden werde. Die Zukunft Deutschlands aus dem Sozialismus aufbauen wollen, hieße sie auf einen Wahn aufbauen. Am heutigen Mittwoch werden im Rundfunk sprechen die Abg. Drewitz von der Wirt- schaftsvartei und D i n g e l d e y von der Deutschen Volkspartei. An Stelle von Reichskanzler a. D. Dr. Brüning wird am morgigen Donnerstagabend Iustizrat Dr. M ö n n i g. der Vorsitzende der Rheinischen Zentrumspartei und stellvertretende Vorsitzende der preußischen Zentrumspartei das Wort ergreifen. Hugenberg an Brüning. Berlin, 26. Juli. (ERD.) Laut Mitteilung der Deutschnationalen Pressestelle hat Dr. Hugenberg an den Reichskanzler a. D. Dr. Brüning ein Telegramm gesandt, in dem er gegen die Erklärung Dr. Brünings, es fei der Rechten während feiner Reichskanzlerschaft von ihm, Dr. Brüning, wiederholt Gelegenheit gegeben worden, sich an der Regierung zu beteiligen, mit schärfsten Worten Protest erhebt. 3rt einer persönlichen Unterredung, heißh es in dem Telegramm weiter, habe ich Sie im August oder Anfang September 1931 auf diese Behauptung angeredet. Sie haben sie damals nicht vertreten uno aufrechterhalten können. Ich kann Ihnen urkundlich nachweisen, daß Die Ihnen unterstehende Reichskanzlei dem Herrn Ein Dokument aus der Frühzeit der Gießener Burschenschaft. Von Dr. W. Lehmann. Am 3. November 1819 hatte sich die „Allgemeine Gießener Burschenschaft" infolge der Karlsbader Beschlüsse aufgelöst. Es war gefährlich geworden, sich zu den burschenschaftlichen Idealen zu bekennen, und die „höchst gefährliche Lehre von der Einheit Deutschlands" war streng verpönt. Bald aber regten sich die Treugebliebenen wieder und schon im Sommer 1820 entstand eine schwarz-rot-goldene Germania. Im Dezember des gleichen Jahres folgte die Gründung der Constantia mit den Farben blau- weiß-rot, — vermutlich eine Fortsetzung der Constantia von 1818 — und beide vereinigten sich im Sommer 1821 zu einer „Allgemeinheit", die einen Bestand von 175 Mitgliedern erreicht haben soll. Das scharfe Vorgehen der Universitätsbehörden gegen die Studenten, das 1826 zu einem Auszug auf den Gleiberg führte, bewirkte eine Annäherung zwischen den burschenschaftlicb gesinnten Verbindungen und den Landsmannschaften. Jahrelang bestanden ganz gute Beziehungen zwischen beiden Richtungen und man trug seine Meinungsverschiedenheiten ganz honorig mit der Waffe aus. Erst im Sommer 1828 entstanden wieder ernste Streitigkeiten, die Verrufungserklärungen und Einmischung der Behörde nach sich zogen mit dem Ergebnis, daß von etwa 300 Studenten 32 Burschenschafter und 16 Hessen und Starkenburger relegiert wurden Die bis in den Sommer 1829 sich hinziehende Erregung der Studentenschaft hatte einen weiteren Auszug auf den Gleiberg zur Folge und bewirkte eine behördliche Untersuchung. In deren Verlauf wurde abermals eine burschenschaftliche Verbindung aufgedeckt und verboten, von der sechs Mitglieder bestraft wurden. Aber trotzdem konnte man die Bewegung nicht unterdrücken. Im Winter 1830/31 stellte man an Stelle des bisher geltenden Komments einen neuen „Brauch" auf, der für die ganze Gießener Studentenschaft gelten sollte. Als Urheber, vielleicht auch als Verfasser dieses neuen studentischen „Gesetzbuches" ist der aus Mengeringhausen in Waldeck stammende stud. jur. Fritz Weigel anzusehen, der mit einem Kreis burschenschaftlich gesinnter Freunde mit aller Kraft bestrebt war, durch diesen „Brauch" ein „würdigeres, kräftigeres und zeitgemäßeres Leben" in der Burschenschaft herzustellen. Zwar löste sich die Gießener Burschen- Ist Gorguloff geisteskrank? Oer präsidenienmöfder als Tscheka-Führer wiedererkannt. - Oie Gerichtssachverständigen halten Gorguloff für voll verantwortlich. Paris, 26. Juli (TU. Funkspruch.) Im Gor-, guloff-Prozeß wurde am zweiten Verhandlungstaa die Zeugenvernehmung fortgesetzt. Nach l der Vernehmung des Kriminalbeamten, der mit der Untersuchung der „Affäre Gorguloff" betraut war und nach derjenigen des früheren Kriegsministers Pietri wurde ein ehemaliger Kosak Lasarew verhört. Der Zeuge, der an dem Kampf der Wrangelarmee gegen die Roten Truppen teilgenommen hat, sagt aus, er sei 1920 von der Tscheka ins Gefängnis geworfen worden und habe einige Tage hindurch den Besuch Gorguloffs erhalten, der damals Leiter der Tscheka in Rostow gewesen sei. Gorguloff, der sich seinerzeit Mongol genannt habe, habe nicht nur ihn, sondern auch andere Leidensgefährten täglich unmenschlich behandelt, indem er sie entweder mit dem Reoolverkolben niedergeschlagen oder ihnen glühend gemachte Nadelspitzen unter die Fingernägel getrieben habe, um sie zu Aussagen über die Organisation der Weißen Armee zu'zwingen. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob der Zeuge auch sicher sei, in dem Angeklagten den ehemaligen Tschekisten Mongol wiederzuerkennen, erklärte Lasarew, daß sich Gorguloff seither nicht verändert habe und daß er ihn, ohne ihn zu sehen, an der Stimme wieder erkennen würde. Gorguloff bestreitet die Aussagen des Zeugen, die er als eine böswillige Verleumdung bezeichnet. Sodann kam der mit Spannung erwartete Psychiater Professor P e r r i n zu Wort. Er erklärte mit aller Bestimmtheit, daß Gorguloff weder geistes- gestört sei, noch den gering st en Man- gel an Zurechnungsfähigkeit aufweise. Gorguloff sei vielmehr einer jener kaukasischen Russen, die zu schnell zu einer intellektuellen Kultur gelangt seien, die sie dann schlecht verdaut hätten. Wenn eine Reihe von Frauen, die mit Gorguloff in nahen Beziehungen gestanden hätten, ihn für verrückt erklärt hätten, so dürfe man das nicht im medizinischen, sondern nur im landläufigen Sinne auffassen. Die beiden anderen Gerichtssachverständigen bestätigten im wesentlichen die Aussagen des ersten Zeugen, Professors Pervin, und erklärten Gorguloff für zurechnungsfähig. Damit war die Vernehmung der Belastungszeugen beendet. Eine merkliche Spannung trat ein, als der erste der von der Verteidigung geladenen drei Psychiater erklärte, das Gorguloff zu denjenigen Geisteskranken gehöre, die möglichst lange in ein Irrenhaus ein- gesperrt werden müßten. Auch die beiden anderen Sachverständigen der Verteidigung waren der Auffassung, daß Gorguloff ein g e ist i g minderwertiger Mensch sei. Er leide an Verfolgungswahn und sei eines jener Individuen, die für ihre Idee sterben wollten. Reichspräsidenten falsche Behauptungen gleichen Inhalts unterbreitet hat. Las bedeutet die De- nutzung einer falschen Behauptung zur Beemflus. fung der politischen Entwicklung in dem von Ihnen gewünschten Sinn einer Ausschaltung des Einflusses der Rechten. Ich muß bei dieser Sachlage den gleichen Dorwurf der bewußten Unwahrheit gegen Sie erheben, den in diesen Tagen aus anderer Veranlassung auch der Reichsbankpräsident a. D. Dr. Schacht gegen Sie erhoben hat. Hitler spricht in Thüringen. Erfurt. 26. Iuli. (ERB.) Aus feinem Deutschlandflug weilte Adolf Hitler am Dienstag in Thüringen. Nachdem er in Sondershausen gesprochen hatte, begab er sich am späten Nachmittag nach Erfurt. Hitler sprach davon, daß die jetzige Reichstagswahl über die 13jährige Herrschaft des schwarzroten Systems entscheiden müsse. Wenn man ihm die Verantwortung für die Regierung v. Popen zuschieben wolle, so stimme das nicht. Hitler wandte sich dann mit Schärfe gegen die Prophezeiungen, nach denen die nationalsozialistische Bewegung ihren Höhepunkt erreicht haben soUe. Im Anschluß an seine Erfurter Rede begab sich Hitler im Flugzeug nach Gera und weiter nach Hildburghausen. Die Erfurter Versammlung im Stadion ist auf eine Beteiligung von rund 60 000 Menschen geschätzt worden. In den übrigen drei Orten dürften jeweils rund 30- bis 40 000 Menschen versammelt gewesen sein. Or. Brüning in Paderborn. Paderborn. 26. Iuli. (END.) In einer von etwa 25 000 Zuhörern besuchten Kundgebung der ostwestfälischen Zentrumspartei sprach Dr. Brüning. Sein System sei immer das gleiche gewesen, eine stets gleichbleibende Kraftanstrengung, um einen Ausgleich der Gegensätze zu finden und alle verantwortungsbewußten Volkskreise heranzuziehen. Leider sei es 1930 nur die Sozialdemokratie gewesen, die sich ohne De - bingungen zur Verantwortung bereit erklärt habe. Dr. Brüning ging dann auf die Vorwürfe Dr. Schachts ein, und kündigte an, er werde dem früheren Reichsbankpräsidenten in den nächsten zwei Tagen eine sehr deutliche Antwort erteilen. Es fei eigentümlich, daß man gerade heute eine Diktatur errichten wolle, obwohl nur Kommandeure, aber fein geeigneter Diktator vorhanden fei. schäft von der „Allgemeinen deutschen Burschenschaft" los, aber sehr bald segelte sie wiederum politisch in ganz radikalem Fahrwasser, und wie bekannt ist, haben sich 1833 eine große Anzahl Gießener Burschenschafter an dem Frankfurter Wachesturm beteiligt. Noch einmal sehen wir 1833/34 ein Aufflackern burschenschaftlichen Geistes, aber die strengen Untersuchungen und Verfolgungen bereiteten der Burschenschaft in Gießen für längere Zeit ein Ende. Zehn Iahre vergingen, bis wieder in der blau-weiß-goldnen Alemannia eine Verbindung mit burschenschaftlichen Grundsätzen erstand. Aber weder ihr noch einigen anderen bur. schenschaftlichen Verbindungen gelang es, das Jahr 1848 zu überdauern. Trotzdem lebte die Idee weiter. Im Iahre 1851 wurde die Burschenschaft Germania (schwarz-rotgrün, später: schwarz-rot-gold) gegründet, die heute noch besteht. Der oben erwähnte „Brauch der Gießener Burschenschaft von 1830/3 1" ist nur in einem handschriftlichen Exemplar vorhanden, das im Besitz der Gießener Universitätsbibliothek ist. älniversitätsbibliothekar Dr. E. W a l b r a ch hat hat es unternommen, das kulturhistorisch und stu- dentengeschichtiich außerordentlich interessante Zeitdokument, mit einer ausführlichen Einleitung versehen, zum erstenmal zu veröffentlichen und weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Das kleine Werk, dessen geschmackvolle Ausstattung der Drühl'schen Llniversitätsdruckerei R. Lange, hier, zu danken ist, erschien als Festgabe zu dem — mit Rücksicht auf die Zeitverhältnisse in bescheidenem Rahmen gefeierten — 70. Stiftungsfest der Gießener Burschenschaft Alemannia, welcher der Herausgeber angehört. Wie tief ist der Ozean? Diese Frage konnte noch vor ungefähr hundert Iahren Alexander von Humboldt nicht beantworten. Erst neuerdings, seit das Echolot erfunden und auf langdauernden Expeditionen angewendet worden ist, haben wir eine sichere Kenntnis der Meerestiefe. So hat das deutsche Forschungsschiff „Meteor" in den Iahren 1925/27 den Atlantischen Ozean vierzehnmal überquert und durchschnittlich alle zwei Seemeilen (also alle 3,5 Kilometer) die Tiefe mit dem Echolot gemessen. Das Lotergebnis dieser Expedition beträgt annähernd 70 000 Echolotungen innerhalb 21/* Iahren. Wenn man bedenkt, daß in dem gleichen Gebiet feit 1840 — also innerhalb 90 Iahren — nur rund 5000 Drahtlotungen auf großen Tiefen (über 1000 Meter) Vorläufig keine praktische Auswirkung der Vorschläge BorahS. w a sh i n g l 0 n , 27. April. (Reuter. Funkspruch.) Präsident Hoover und Staatssekretär 5 t i m f o n haben die Frage der interalliierten Schul- den in Zusammenhang mit dem letzten Runbfunt- vortrag des Senators Vorah erneut erörtert. 3m Hinblick auf die politische Lage und die Tatsache, daß eine Lösung des Kriegsschuldenproblems im gegenwärtigen Augenblick nicht mög- l i ch ist, wird die Regierung voraussichtlich jetzt nicht auf den Plan Dorahs eingehen. Oer Erfolg der englischen Kriegsanleihe-Konvertierung. London, 26. Iuli. (WTD.) Die bisherigen Ergebnisse der Konvertierungs-Transaktion sind außerordentlich befriedigend. Mehr als eine Milliarde Pfund Sterling von der insgesamt zwei Milliarden Pfund belaufenden Kriegsanleihe ist bereits konvertiert worden. Nur 2 Prozent der Inhaber von Anleihetiteln hat Einlösung verlangt. 98Prozent haben sich für die Konvertierung entschieden. Aus aller Well. Zusammenschluß der beiden Kriegsopferverbände. Die beiden bisher getrennt wirkenden Kriegs- vpserorganisationen, der Reichsverband Deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener und der Zentralverband Deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener haben sich zusam - mengeschlossen. Der neu gegründete Verband führt die Bezeichnung „Reichsverband Deutscher Kriegsopfer E. D.» Sih Berlin". Der Flieger helmulh hirlh verunglückt. Im Flughafen Böblingen (Württ.) erlitt der bekannte Flieger und Flugzeugkonstrukteur Hel- muth Hirth einen schweren Unfall. Ein plötzlich anlaufender Propeller brach ihm beide Unterarme, so daß Hirth schwer verletzt in das Böblinger Krankenhaus verbracht werden mußte. Es handelt sich dabei um einen von Hirth neu konstruierten Motor für Groh- ausgeführt wurden, so erkennt man am besten den Fortschritt, den diese neue Erfindung bedeutet. Daß mit dieser Häufung der Werte ein völlig neues Bild von den Tiefen des Weltmeeres gewonnen wird, ist einleuchtend. An Stelle der großen Gleichförmigkeit, die man bisher für die einzelnen Tieffeebecken annahm, findet man jetzt ein stetes Auf und Ab des Meeresbodens, findet man gewaltige Grabeneinbrüche und verhältnismäßig steile Auf- ragungen zu unterseeischen Gebirgen und Bänken. Bilder uno Karten, die einen Aufsatz von Dr. G. Wüst im Augustheft von Delhagen & Klast n g s Monatsheften illustrieren, zeigen diese überraschenden Formationen. Mit dem Echolot fand der „Meteor" mit 8250 Meter Tiefe die größte Tiefe des Südatlantischen Ozeans am Rande des Südpolarmeeres unweit der Südsand- wich-Inseln, und mit dem Echolot glückte es dem deutschen Kreuzer „Emden", im Stillen Ozean die größte Meerestiefe überhaupt zu finden, unweit der Philippinen gelten. Hier wurde die gewaltige Tiefe von 1 0 7 9 0 Metern gelotet. Das niederländische Forschungsschiff „Willibrod Snellius" hat im Mai 1930 in unmittelbarer Nähe dieser Emdentiese mit dem Drahtlot 10 030 Meter und dicht dabei mit dem Echolot 10 160 Meter gelotet. Es ist sehr wahrscheinlich, daß eine systematische Ablotung dieses sog. „Philippinen-Grabens" die etwas höheren Werte der „Emden" bestätigen wird. Die mittlere Tiefe des Weltmeeres ist nach den bisherigen Feststellungen 3800 Meter, seine größte Tiefe rund 10 800 Meter. Hiermit haben wir die kürzeste Antwort auf diö gestellte Frage: Wie tief ist der Ozean? Geschichten von Malern und Modellen. Ieder Bildnismaler seit Apelles hat erfahren, wie schwierig es ist, sein Modell vollständig zu befriedigen, und schon oft gingen von Ma^ Liebermann ergötzliche Aeußerungen durch die Presse, in denen er feinen Unwillen über unmögliche Anforderungen bei den Sitzungen unverhohlenen Ausdruck gab. Die Künstler anderer Zeiten waren nicht so selbstherrlich und stolz, sondern fügten sich den Wünschen ihrer Auftraggeber, auch wenn die Wünsche sich eigentlich nicht mit dem Ernst ihrer Kunst vertrugen. Davon erzählt A. C. Carter in einem Londoner Blatt ein hübsches Beispiel. Cs war vor längerer Zeit auf einer Versteigerung bei der bekannten Firma Christies, bei der die Gemälde-Sammlung von Sir Iulian Goldsmid zum Ausgebot kam. Der sonst recht wortkarge Versteigerer war bei einem flugzeuge, der bet dem bevorstehenden Eurvpa- fiug zum erstenmal Verwendung finden sollte. Wolfgang von Gronau in Kanada. Wie ein Funkspruch aus Montreal meldet, ist der deutsche Ozeanflieger Wolfgang von Gronau, von Cartwright (Labrador) kommend, bei Longicuil, einem Vorort von Montreal, auf bem Wasser nie de rg ega ng e n. — Gronau erklärte einem Vertreter der „Canadian Preß“, der Hauptzweck seines Fluges sei bie Festlegung einer Flugpostlinie von Europa nach der Pazifik-Küste über Island, Grönland und den amerikanischen Kontinent. Er beabsichtige, pur Fortsetzung seines Studiums der amerikanischen Flugverhältnisse über Chikago, Milwaukee und Winnipeg nach der Pazifikküste zu fliegen. Auf diesen Flug gedenke er zwei Wochen zu verwenden. Elly Beinhorn in Berlin Die deutsche Weltfliegerin Elly Beinhorn ist mit ihrem Klemm-Flugzeug, von Hannover kommend, auf dem Tempelhofer Flugplatz in Berlin eingetroffen, wo sie von Vertretern der Behörden, zahlreichen Sportfliegern und einer großen Menschenmenge begeistert begrüßt wurde. Im Namen des Aero-Klubs sprach Major a. D. von Kehlerder heimgekehrten Fliegerin die herzlichsten Glückwünsche aus. Sie habe durch ihre hervorragenden Flugleistungen mit dazu beigetragen, den deutschen Namen in der Welt wieder zur Achtung und Geltung zu bringen. Elly Beinhorn erwiderte mit kurzen Dankesworten, indem sie ihrer Freude über den herzlichen Empfang Ausdruck gab. Bei dem vom Aero-Klub veranstalteten Abendempfang wurde der Fliegerin für ihre Leistungen auf dem Gebiet des Sportflugwesens durch den Präsidenten des Klubs, Major von Kehler, der Ehren» b e ch e r des Klubs — der von-Tschudi-Becher — überreicht. Cine Ehrung ZHarga von Etzdorfs». Das preußische Handelsministerium brachte der bekannten Fliegerin Fräulein Marga von Etzdorfs feine Anerkennung für ihre sportlichen Leistungen dadurch in sehr sinniger Form zum Ausdruck, daß der Fliegerin bie Berechtigung zu- gesprochen wurde, sich aus der preußischen Porzellanmanufaktur selber ein Geschenk auszusuchen. Bundestag der Adler und Falken. Der Bund der Adler und Falken, der in diesem Jahre auf ein 12jähriges Bestehen zurückblicken konnte, hält den diesjährigen Bundestag vom 27. Juli bis 1. August in He l m st e d t ab. Es werden dort etwa 1500 junge Menschen zusammenkommen. Die Jungen beziehen im Lappwald ein Zeltlager. Die Mädel haben in der Stadt ein Arbeitslager. Verbunden hiermit wird ein Weblehrgang der ©pinn- und Webstube der Werkgemeinschaft „Eigene Hand" durchgeführt. Zwei Faltbootfahrer ertrunken. Zwei Münchener Faltbootfahrer sind dieser Tage 10 Kilometer isarabwärts von Tölz ertrunken. Das Zweisiherboot war von den hoch- gehenden Wellen umgeworfen worden. Die beiden Fahrer hielten sich am Boot fest. Andere" Faltbootfahrer wollten bas gekenterte Faltboot an einem Strick in bie Nähe des Ufers ziehen. Infolge der großen Last und der Wucht des Wassers riß nahe am .Ufer der Strick, und beide Verunglückten verschwanden augenblicklich in den Wellen, ohne wieder hochzukommen. Ihre Leichen konnten noch nicht geborgen werden. Autobusunglück in Grenoble: 2 Tote. 5 Schwerverletzte. Ein schweres Kraftwagenunglück ereignete sich in der Nähe von Grenoble. Ein Ausflügler-Autobus raste in voller Fahrt die abschüssige Landstraße nach Grenoble hinunter, als der Führer plötzlich die Gewalt über den Wagen verlor. Einer der Insassen sprang aus dem mit einer Geschwindigkeit von 80 Kilometern fahrenden Autobus und wurde auf der Stelle getötet. Der Wagen raste schließlich gegen eine Felswand und ging vollkommen in Trümmer. Sechs Insassen erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Einer der Verletzten starb auf dem Wege zum Krankenhaus. Damenporträt von Romney angelangt, auf dem eine Dame mit einem Baby im -21 rm dar- gestellt war. Als eingefleischter Iunggeselle konnte er sich nicht enthalten, dazu einige Bemerkungen zu machen: „Dieses Porträt wurde von Romney gemalt, als die Dame Miß Dhakespear war. Damals hielt sie einen Fächer. Als sie Frau Oliver Romney wurde, veränderte sich der Fächer in das Baby." Auf diese Geschichte hin stiegen die Gebote beträchtlich. Der Verfasser ist dieser Geschichte bann nach gegangen unb hat feftgeftellt, baß bet berühmte englische Maler sofort bereit war, bie Deränberung bcs Bildes auf den Wunsch der stolzem Mutter hin vorzunehmen. Er führte den Auftrag in einer halben Stunde mit solchem Erfolg aus, daß ein zeitgenössischer Bericht sagt, man habe geradezu den Eindruck gehabt, „das Baby atmen zu hören". Aber weder die glückliche Mutter noch der bereitwillige Künstler dachten an eine andere sehr notwendige Hinzufügung, und so fällt noch heute dem Bewunderer des Bildes von Romney auf, daß die Dame mit dem Baby keinen Trauring am Finger hat. Eine andere Geschichte handelt von der berühmten englischen Schauspielerin Mrs. Siddons. Diese majestätische Dame erfreute sich eines ungewöhnlich bedeutenden Riechorgans, unb sie war klug genug, um von ben berühmten Meiste vn, bie sie porträtierten, von Gainsbo- r o u'g h unb Reynolbs, keine Abschwächung dieser Eigenart ihrer Züge zu forbern. Als sie einmal einem jungen Maler saß unb bemerkte, baß sich biefer mit dem Zeichnen ihrer Nase beträchtlich abmühte, bemerkte sie gutgelaunt: „Gainsborough hat dieselben Schwierigkeiten gehabt. Er veränberte immer toieber bie Linien meiner Nase unb ließ schließlich resigniert den Pinsel sinken, inbern er sagte: „Diese verbammte Nase — sie nimmt überhaupt kein Ende!" Hochschulnacknchten. Der außerorbentliche Professor für ungarische Literatur unb Sprachwissenschaft an ber Universität Berlin, Dr. Iulius v. Farkas, ist zum orbentlichen Professor ernannt worben. Der a. o. Professor für Botanik an der Universität München Dr. W. K r o 11 hat den Ruf auf den Lehrstuhl für Botanik an der Universität Halle angenommen. Das an der Universität Würzburg erledigte Ordinariat für Nationalökonomie, Fknanzwissenfchaft und Statistik ist dem o. Professor Dr. K. Bräuer in Breslau angeboten worden. Ein frecher Gaunerstreich. Ein tolles Gaunerstückchen leisteten sich zwei junge Burschen in Wanne-Eickel. Sie fuhren nacheinander vor etwa 15 Gastwirtschaften mit einem Lastkraftwagen vor, gaben sich als Kriminalbeamte aus und „beschlagnahmten" in jeder Wirtschaft einen Spielautomaten. Die Automaten verluden sie auf das Auto und machten sich mit der Beute, die man auf ungefähr 7000 Mark schätzt, aus dem Staube. Ein Mord durch Ehestreit aufgeklärt. Nach einer Meldung aus Weinheim a. d. B. stürzte sich der Arbeiter Jakob Koch aus Ladenburg, der unter Mordverdacht verhaftet worden war, aus einem Fenster des Weinheimer Rathauses und war sofort t o t. Seine Frau hatte gegen ihn Anzeige erstattet, daß er am. 9. Juli 1924 in der Gemarkung Ladenburg den 55jährigen Landwirt Kaspar Trill ermordet habe. Trill war seinerzeit schwer verletzt und bewußtlos aufgefunden worden und ist nach 14tägigem Krankenlager gestorben. Die Nachforschungen nach dem Täter waren erfolglos, bis jetzt ein Ehestreit zwischen den Kochs die Aufklärung brachte. Koch legte bei seiner Verneh. mung ein Geständnis ab. Im Anschluß daran sprang er aus dem Fenster. Aus der Prvvinzialhauptstadt. Dießen, den 27. Juli 1932. Ist das so selbstverständlich? Wenn die Haushaltung in Ordnung ist, wenn trotz der Kinderschar alles tadellos klappt, fragt der Freund des Ehemannes verwundert: Wer tut denn eigentlich all diese Arbeit, da ihr doch kein Mädchen habt? Die Antwort lautet in den meisten Fällen: Na, selbstverständlich meine Frau! Ueberlegen wir auch dabei, was solch« Hausarbeiten alles einschließen? Noch ehe wir uns er- heben, ist unsere Frau schon tätig. Die Kinder werden geweckt, gewaschen, gefüttert und angezogen. Die Frühstücke werden zurechtgemacht, eingepackt, und dann muß alles nachgesehen werden, ob nichts vergessen worden ist. Im letzten Augenblick reißt ein Schuhriemen, löst sich ein Knopf ... Endlich ist dos Haus „leer". Ruhe zieht ein, aber nur scheinbar. Die Betten müssen ausgelegt, die Zimmer ausgewaschen und der Staub gewischt werden. Der Uhrzeiger geht unerbittlich weiter. Schon zeigt er elf Uhr. Da heißt es: Jetzt dos Mittagessen! Manches ist schon hergerichtet. Das andere wird schnell getan. Aber die Hausarbeit geht weiter. Unablässig pendelt die Hausfrau zwischen der Küche und den Zimmern hin und her ... Wir kennen diese Arbeiten. Wir halten sie für leicht. Wir haben Schwereres zu tun auf unserem Bureau, in unserem Geschäfts glauben wir. Wir wollen aber in unserer Arbeit nicht unterbrochen werden, können fuchsteufelswild werden, wenn immer neue Störungen kommen. Die Hausfrau aber? Fast jede ihrer Arbeiten wird unterbrochen. Einmal kommt der Milchmann, dann der Bäcker, dann ein Bettler, ein Hausierer. Die Milch läuft über, das Feuer will nicht brennen. Müssen unsere Frauen nicht das Wörtchen „Geduld", ganz groß geschrieben, stets im Munde führen? Und nun kommt in diesen Tagen die Arbeit des Einkochens. Es soll für den Magen gesorgt werden. Die Obsternte wird überall sehr gering ausfallen. Deshalb muß schon jetzt, was an Früchten zu erlangen ist, aufbewahrt werden. Säfte und Früchte, Gelee und Marmelade sollen uns über den Winter helfen. Diele Arbeiten müssen nun neben der regelmäßigen Hausfrauentätigkeit erledigt werden. Es muß Zucker abgewogen werden, die Fruchtpresse wird geholt. Die Beeren werden gepflückt, gereinigt und ausgepreßt. Die Gläser müssen gespült, eingefüllt und zugebunden werden. Wer kennt von uns Ehemännern all die vielen, vielen Einzelheiten des Einkochens? Und wer will nun, wenn das Mittagessen einmal nicht pünktlich auf dem Tische steht, murren und Vorwürfe machen? Sitzen wir dann glücklich am Tische, und es fehlt etwas, sogleich steht die Hausfrau auf und läuft wieder yin und her. Aus der Küche duftet es nach Obst. Da kocht die Marmelade. Sie muß umgerührt werden. Noch beim Mittagessen findet die Hausfrau keine Ruhe. Wenn du dann wieder einmal sagst: Das macht selbstverständlich alles meine Frau!, dann überlegst du dir vielleicht einmal einige Augenblicke, daß dieses „selbstverständlich" hier nicht lo am Platze ist. Eye- männer sollten doch mit mehr Anerkennung und Ach- tuna von den Hausfrauenarbeiten reden. Aber nicht nur das: Wir kommen manchmal auf den Nachmittag etwas früher heim. Sollen wir da nur zusehen, wenn unsere Frau sich müht, die Früchte zu zerkleinern, auszupressen usw.? Ich glaube, es fällt keinem Ehemann eine Perle aus seiner Krone, wenn er nun einmal recht tüchtig zugreift. Bei den Einmacharbeiten können wir ganz schön l gar nicht anstrengend und auch ganz appetitlich und magenstärkend, wenn wir zwischen- durch einige Beeren naschen. Unfern Frauen aber tonnen wir eine Erleichterung schaffen. Es geht rascher, und die Freude darüber, daß wir Interesse zeigen und helfen ist auch nicht zu unterschätzen. Ich meine deshalb, wir wollen nicht nur sagen: jDas macht meine Frau selbstverständlich allein, son- dern vielleicht so: Ja, das ist eine Riesenarbeit in v0en< ober hier und da helfe ich auch ein bißchen: denn unter uns gesagt, es ist sehr schwer, oue Hausarbeiten zu erledigen und so nebenbei noch die Winteroorräte einzukochen. Wir wollen nicht nur anerkennend von unseren Frauen sprechen, sondern auch tatkräftg zugreifen. Wir werden, wenn einst die Gläser geöffnet werden, noch mehr Freude haben. Die Frau sagt: Diese Marmelade hast du damals eingekocht. Sie ist ausgezeichnet! Wahrlich, über ein solches Lob brauchen wir nicht zu erröten, es ist jedenfalls mehr wert, als wenn wir sagen: Das hat alles selbftverständlie meine Frau gemacht! W. Winke für die Reichstagswahl. Die Bürgermeisterei veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil die Bekanntmachung über die Reichs- t a g s w a h l am Sonntag, 31. Juli. Alle Wahlberechtigten werden auf diese wichtige Bekanntmachung, aus der die Einteilung der Wahlbezirke, die Wahlräume, die Abstimmungszeit, die Namen der Wahlvorsteher und deren Stellvertreter ufro. ersichtlich sind, hingewiesen. Die Ausstellung von Stimmscheinen kann bei dem Wahlamt (Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13) nur bis einschließlich S a m s t a g, 30.1 u l i, 17 Uhr, beantragt werden. Die Ausstellung ist nur möglich, wenn ein Wahlberechtigter am Wahltage aus zwingenden Gründen von Gießen abwesend ist und in einem anderen Ort wählen will. (kin hervorragender Deutschamerikaner aus Gießen gestorben. 3m Alter von 78 Jahren verstarb in Brooklyn der hervorragende Deutschamerikaner Otto Wih - n e r, der als Gründer und Deniorchef der Pianofirma Wißner & Sons in Brooklyn einer ter angesehensten Bürger ter Stadt war. Der Derstor- vene nahm stets regen Anteil an allem, was für die deutsche Kultur in Amerika von Bedeutung war. Otto Wißner wurde im Jahre 1854 in Dießen als Sohn eines Architekten geboren. Aach ter Absolvierung des Gymnasiums in Gießen kam er im 16. Lebensjahr mit seiner Schwester Antonie nach Aeuyork, um dort eine verheiratete Schwester zu besuchen. Es gefiel ihm in ter amerikanischen Metropole er erlernte dort von Drund auf die Klaviersaorikation, arbeitete auch einige Jahre bei Steinway und machte sich schließlich selbständig. Seine Gattin sand er in einer deutschen Familie von Aeuyork. Dor zwei Jahren konnte er die goldene Hochzeit feiern. Seine Kinder wurden deutsch erzogen: sie studierten nach der Absolvierung einer Brooklyner Hochschule einige Jahre an deutschen Universitäten und traten nach ihrer Rückkehr in das Geschäft des Vaters ein. Der Verstorbene arbeitete trotz seines hohen Alters noch bis vor kurzer Zeit. Er erfreute sich wegen seines lauteren Charakters, seiner Großzügigkeit und seines liebenswürdigen Wesens allgemeiner Wertschätzung. Otto Wißner gehörte verschiedenen maßgeblichen deutschen Vereinen an. VornoNzcn. — Tageskalender für Mittwoch. ASDAP.: 20.30 Uhr, Turnhalle, Wähler-Der- fammlung, Redner: Alfred Rosenberg. — Dcutschnationale Dolkspartei: 20.30 ilfcr, Cafö Leib, Oeffentliche Wähler-Versammlung, Redner: Etudienrat Kauer, Wetzlar, und Landwirt Dr. Lahr, Ober-Hilbersheim. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Elisabeth von Oesterreich". • •* Dingeldeh sprichtheuteimRund- sunk. Der Landesverband Hessen ter Deutschen Dolkspartei macht in unserem heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß heute von 19.30 bis 19.55 Uhr ihr Spitzenkandidat im Wahlkreis Hessen-Darmstadt Abg. Dingeldey im Deutschen Rundfunk sprechen wird. ** Polizeilich gesperrt. Das Polizeiamt teilt mit: Das Derbindungsgäßchen „2In ter Wie- seck" zwischen der Bleich- und der Alicenstrahe wird wegen Dauarbeiten auf dem Grundstück Alieenstraße 23 bis auf weiteres polizeilich gesperrt. Die ausgestellten Sperrschilder sind zu beachten. ** Berichtigung. Die in unserer Frühausaobe veröffentlichte amtliche Mitteilung Der hessischenRegierungzudcr Veröffentlichung der NSDAP, über kommunistische Bürgerkriegspläne rührt natürlich nicht von Der Pressestelle der NSDAP, her, wie es infolge eines technischen Versehens den Anschein haben konnte, sondern ist eine amtliche Darstellung der hessischen Regierung. Oie Deutsche Volkspartei im Wahlkampf In einer Versammlung der Gießener Ortsgruppe der Deutschen Volkspartei sprach gestern abend im „Hindenburg" der bisherige Reichstagsabgeordnete M o r a t h Über die Stellung der Deutschen Volkspartei im Reichstagswahlkampf. Der Redner setzte sich vor allem mit der NSDAP, auseinander und erörterte zunächst die Frage einer Diktatur in Deutschland. Diele Menschen erwarteten alles Heil von einer Diktatur, die tc (Redner) sich in Italien und Rußlands aber nicht in Deutschland vorstellen könne. Die Entwicklung zur Diktatur bedeute in Deutschland nichts anderes als die Entwicklung zum Bürgerkrieg, da sich der auf anderem politischen Boden stehende große Teil des Volkes nicht unter das voli- tische Joch einer einzigen Partei beugen und seine Meinung glatt unterdrücken lassen werde. Anstatt ich vor allem dem Auslande gegenüber als ein getroffener nationaler Faktor zu fühlen, zerflejfche ich das deutsche Volk leider im Kampfe gegeneinan- >er. Die starke Entwicklung des Radikalismus auf beiden Seiten unserer Parteigruppierung führte der Redner vor allem auf die Verleihung des Wahlrechts an die Minderjährigen zurück. Er bezeichnete es als ein Unding, daß Menschen im Alter von zwanzig Jahren, die nach dem Gesetz noch nicht einmal geschäftsfähig seien, durch das Wahlrecht poli- tische Entscheidungen von höchster Tragweite beein- flussen. Er forderte die Heraufsetzung des Wahlalters auf das 25. Lebensjahr, da nur auf diese Weise wieder mehr Vernunft und sachliche Fundierung in die Entscheidung über politische Dinge hineinkommen könne. Der SPD. und der KPD., aber auch der NSDAP, machte er zum Vorwurf, daß sie der Heraufsetzung des wahlfähigen Alters Widerstand entgegensetzten. Sodann beschäftigte sich der Redner mit der Ent- Wicklung unseres deutschen Parteiwesens, wobei er (einem Bedauern darüber Ausdruck gab, daß die immer mehr auf ein Zwei-Parteien-System hinauslaufende Neuorientierung als kontrollierenden Faktor das Zentrum habe, das sich je nach seinen Parteiinteressen von Fall zu Fall nach links oder nach rechts entscheiden könne, während die starke Mitte der übrigen bürgerlichen Parteien in dem Kampfe der Radikalen immer mehr zerrieben werde. Auf die Dauer werde Deutschland ein Zwei-Parteien-System nicht gebrauchen können. Weiterhin bedauerte der Redner, daß der sozia- listische Gedanke in Deutschland immer mehr Ausbreitung gefunden habe, und zwar nicht nur durch die SPD., sondern vor allem auch durch die NSDAP., die den Gedanken des Sozialismus in weite Teile des Bürgertums hineingetragen habe. Dagegen begrüßte der Redner mit voller Zustimmung „das andere Gesicht des Nationalsozialismus", nämlich das starke Bekenntnis zur nationalen Idee, durch das den internationalen Strömungen in unserem Volke eine kräftige Gegenwirkung entgegen- gestellt wurde. Wenn auch die aufrechte nationale Gesinnung bereits vor der ASDAP. bei anderen Parteien, insbesondere auch bei der Deutschen Volkspartei, vorhanden gewesen und gepflegt worden sei, so müsse man doch anerkennen, daß durch die Tätigkeit der ASDAP. in die breitesten Schichten unseres Volkes wieder ein größerer nationaler Schwung und bewußter Aationalstolz hineingetragen wurde. Als bedauerlich bezeichnete es der Redner aber, daß auch von der ASDAP., sogar von Hitler selbst, dem Ausland gegenüber nicht immer mit fester Konsequenz an dem starken nationalen Grundzug festgehalten worden sei, wobei er u. a. an Hitlers Empfänge ausländischer Pressevertreter erinnerte, bei denen der ausländischen Presse Erklärungen zur innerdeutschen Politik gegeben wurden, bevor noch die zuständigen deutschen Stellen davon Kenntnis erlangten. Ebensowenig fei es ein gesundes Aa- tionalempsinden, wenn Deutsche anderer politischer äleberzeugung mit so viel Haß und Verachtung überschüttet würden, wie es heute lediglich aus Gründen des Parteikampfes geschehe. Der Redner polemisierte sodann gegen den Sozialismus, wobei er u. a. hervorhob, das deutsche Volk dürfe nicht verkennen, daß die Aationalsozialisten wahre Sozialisten seien, die sich von dem Sozialismus der SPD. in keiner Weise unterschieden. 3m Gegenteil habe sich die ASDAP. noch viel radikaler als die SPD. gezeigt, denn letztere habe durch die Annahme dec Weimarer Verfassung den Grundsatz der Aufrechterhaltung des Privateigentums anerkannt, während Gottfried Feder als maßgebender Vertreter ter ASDAP. in seinem Schrifttum verkünde, daß auch das Privateigentum vor der Macht des Staates nicht bestehen bleiben könne. Weiter sei in diesem Zusammenhang zu betonen, daß im Re chätag und auch in den anderen Parlamenten die ASDAP. in vielen Fällen kommunistischen Anträgen zur Annahme verholsen habe, ebenso auch für Anträge der SPD. eingetreten sei, die vom Standpunkt ter bürgerlkchen Parteien aus sämtlich unannehmbar gewesen seien. Bei einer Betrachtung über die Stellung der ASDAP. zu dem Arbeitslosenproblem betonte der Redner, daß die von der ASDAP. geforderte „produktive Kreditschöpfung" nichts anderes bedeute als neuen Notendruck, also 3nflation und Gefährdung der Währung. Eine solche Politik sei entschieden abzulehnen. 3n gleicher Weise müsse Front gemacht werden gegen die Steuerpolitik, die von der ASDAP., SPD. und KPD. durch die gemeinsam von diesen Fraktionen angenommenen Anträge im Preußischen Landtag bekundet worden sei. Sodann beschäftigte sich ter Redner mit den aktuellen Fragen der Außenpolitik, wobei er u. a. besonders hervorhob, daß zwischen dem Reichskanzler v. P a p e n und Hitler vor der Bildung des Kabinetts Papen tatsächlich bestimmte Vereinbarungen getroffen worden seien. Tatsache sei, daß Hitler die Zusage erteilt habe, daß auch nach der Reichstagswahl Reichskanzler v. Papen, sowie Reichswehrminister General v. S ch l e i ch e r, ferner der gegenwärtige Reichsfinanzminister, der Reichsarbeitsminister und der Reichswirtschaftsminister in ihren Aemtern verbleiben würden, während die ASDAP. sich mit den anderen Ministerposten begnügen wolle. Dafür habe Hitler nur bestimmte Forderungen hinsichtlich Lausanne an v. Papen gestellt, die aber durch v. Papens Verhalten auf der Konferenz nicht erfüllt worden seien. Der Reichskanzler habe dort, wie der Redner erklärte, eine ungeschickte Politik getrieben, die ihm denn auch die außenpolitische Aiederlage und infolgedessen besonders scharfe Angriffe seitens der ASDAP. eingebracht habe. Aach innerpolitischen Konzessionen v. Papens an die ASDAP. sei es dann aber von dieser Seite her wieder ruhig geworden. Der Redner beschäftigte sich sodann mit den Propagandamethoden der ASDAP. und gab dabei u. a. dem lebhaften Bedauern darüber Ausdruck, daß neuerdings Pfarrer der evangelischen Kirche sich in steigendem Maße für die ASDAP. einsetzten. Er betonte, die Ziele ter ASDAP. stünden im Gegensatz zur Forderung Luthers von ter Freiheit des Geistes. Zum Schlüsse gab ter Redner der Befürchtung Ausdruck, daß die ASDAP., sobald sie — waS jedoch jetzt mehr als je unbedingt notwendig sei — zur praktischen Regierungsarbeit und damit zur Verantwortung gelangt sei, große Teile ihrer Wählermassen enttäuschen und dann der Weg dieser Volksgenossen zum Bolschewismus führen werde. Der Redner betonte, daß die Deutsche Volkspartei stets, auch in der Großen Koalition bei ter Zusammenarbeit mit ter SPD., bewußt eine Politik der Ablehnung des Sozialismus geführt habe, die namentlich von S t r e f e - mann mit der Reichsexekutive in Sachsen begonnen und dann konsequent bis in die neueste Zeit zur Abkehr von Brüning fortgeführt worden sei, nachdem Brüning sich immer mehr in die Abhängigkeit von der Sozialdemokratie und den Gewerkschaften begeben habe. Die Deutsche Volkspartei stehe mit ihrer Politik gerechtfertigt vor ihren Wählern, und sie werde einst berufen sein, das deutsche Bürgertum wieder um sich zu sammeln, wenn nach dem Heute die große politische Ernüchterung in Deutschland kommen werde. Bei all ihrem Wirken und Handeln werde die DDP. immer das oberste Ziel im Auge behalten: ein freies und glücklicheres Deutschland! (Lebhafter Beifall.) 3n der anschließenden Aussprache wurde noch eine Reihe politischer Tagesfragen erörtert und dabei von dem Redner u. a. besonders hervorgehoben, daß das Wahlabkommen der Deutschen Volkspartei mit den Deutschnationalen lediglich technischer Art zur Auswertung aller volksparteilichen Stimmen fei, aber in keiner Weise irgendeine politische Bindung der Deutschen Volkspartei in sich schließe. Wettervoraussage. Immer noch lagert das Druckfallgebiet über den britischen Inseln, durch dessen Südseite ozeaniscye Luft nach dem Festlande gelangt. Infolgedessen dauert auch das wechselhafte, mäßig warme Wetter mit Schauern vorerst noch fort. Aussichten fürDonnerstag: KühleS, wechselnd wolkiges Wetter mit Aufheiterung, einzelne Schauer, westliche Winde. Lufttemperaturen. Am 26. Juli: mittags 20,0 Grad, abends 14,0 Grad: am 27. Juli: morgens 14,4 Grad: Maximum 20,5 Grad, Minimum 11,5 Grad Celsius. Niederschläge 1,5 mm. Sonnenscheindauer 7 Ä Stunden. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe. Am 26. Juli: abends 20,4 Grad: am 27. Juli: morgens 15,4 Grad Celsius. Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L. Bernard Heute morgen 8 Uhr ist nach langem schweren Leiden mein Heber Mann, unser guter Vater Herr Franz Brück Familie Heinrich Wagner. im Alter von 73 Jahren sanft entschlafen. Wleseck, den 24. Juli 1932. 5480 D Gießen, Butzbach. 26 Juli 1932. Die Trauerteier findet Freitag vormittag 11 Uhr in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt 5<11D Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulitraße 7 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Rödgen für das Rj. 1932 liegt vam 28. 3uli bis 3. August einschließlich zur Einsicht der Interessenten bei der unterzeichneten Bürgermeisterei offen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. 5509V Rödgen, den 27. Juli 1932. Hessische Bürgermeisterei. Becker. Billiger See- und AlMisch -Verkauf. 04442 Wochenmarkt am Brandvlatz. In tiefer Trauer: Anna Brück, geb. Braun Dr. med. Luft und Frau Emmy, geb. Brück. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme. sowie die reichen Kranz- und Blumenspenden beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. 10 11 12 Bleiche: Tageskarte RM. 0.50 einschließlich Olympia-Agabe. 5510 D 13 Statt Karten Achtung Radiobörer! 14 15 044351 16 17 Ab Donnerstag Voruntersuchung Eine Sensation für Gießen 5o17 C Wes sm Frische Seefische mit Stall inmitten vf i z i i z 19. Mstoplerei KM Seltersweg 46. 04319 5506V den. Eierschnittnudeln 1 Pfund nur 40 -3 1 billigst 2 3 4 5 m 6 7 5518V Wohnhäuser. 8 55040 9 1 Pfund nur 47 H 1 Pfund nur 50 4 Albert Bassermann Gustav Fröhlich in Eier-Körbchen Eier-Spaghetti Für die überaus zahlreichen Glückwünsche und Geschenke anläßlich unserer Vermählung sagen wir allen herzlichsten Dank. Eier-Suppeneinlagen ... .1 Pfund nur 40 (Sternchen, Hörnchen, Fadennudeln) smid Ab 1.8. Preiserhöhung, darum nutzen Sie die augenblicklich, billigen Preise noch ans. Solange Vorrat reicht: Hartweizengrieß, fein, 1 Pfd. nur 32 Hartweizengrieß, mittel,1 Pfd. nur 32 -5 Hartgrieß-Bruch-Makkaroni 1 Pfd. nur 36 4 Hartgrieß-Schnittnudeln 1 Pfd. nur 36 4 Hartgrieß-Suppeneinlagen, 1 Pfund nur 36 <3 Wahlbezirk: Univ.-Klinik für Ohren-, Nasen-u.Halskrankheiten,Orthopädische Universitätsklinik, Heilstätte Seltersberg Die Verdingungsunterlagen liegen au unserem Bureau — Frankfurter Straße 29 — offen, wohin die Angebote verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Erösfnungstermin am Mitt- woch, dem 3- August 1932, vormittags 11 Uhr, einzureichen sind. Zuschlagsfrist 2 Wochen, freie Auswahl bleibt ausdrücklich vorbehalten. Gießen, den 23. Juli 1932. Hessisches Kulturbauamt Gießen. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Dr. med-Weyl Facharzt für Hals, Nasen u. Ohren verreist bis 20. August Vertreter.- Herr Dr. Reinewald, Frankfurter Straße 10 Kraftpost - Gesettschafisfahrien. 1. Am 30. u. 31. Sun rtägige Fahrt in die hohe Mön. Abf. in Gießen Postamt u. Lud- wigspl. 9 llhr, durch den nördl. Vogelsberg üb. lllrichst.,Lauterb., Fulda(Dombesicht.),Gersf., Wassersuppe, das. mehrstünd. Aufenth. bis geg. 19 llhr u. 2Rüdf. nach Gersfeld. Das. Abfahrt Sonntag 9 llhr, in Oberweißenbronn 9.20 llhr. Wandermöglichk. zum Kreuzberg u. zurück nach Wildflecken zus. 3 Std. - Abf. Wildfleck. 14 llhr über Brückenau, Wegscheide, Äad Orb, Gelnhausen durch d. fübl. Dogelsb. über Büdingen, Selters, Nidda. Rückkunst geg. 19 llhr. Fahrpreis 10 RM. llebernachtung in Gersfeld kann bei rechtzeitiger Meldung vermittelt werden. 2. Am 7. Aug. Durgenfahrt m. Aufenthalt, über Königsberg, Hohensolms, Greifenstein, Braunfels, Wehlar. Abfahrt Postamt ob. Reu- siädter Tor 9 llhr, Rückkunft geg. 19 llhr. Fahr- preis 3 NM. Kartenverk. Postamt I, Schalt. 6. «L. G. Mleittheun Babnbofstrane 61 5515 d Telefon 3866 Unterlagen und Angebotsvordrucke zum Selbstkostenpreis bei Herrn Architekt Wilhelm Schöttler in Gießen, Wilhelmstraße 6. Einreichungstag: Montag, den 1. August 1932, 14 Uhr, an den Vorstand des Eisenbahner-Heimstätten-Vereins e. G. m. b. H. in Gießen, Klinikstraße 12, wo auch die Eröffnung der Angebote im Beisein etwa erschienener Bewerber stattfindet. Zuschlagsfrist: 4 Wochen. Eisenbahner-Heimstätten-Derein G. m.b.H. Müller. Gießen, Pauly. in der Wen Klinik, Liebigstraße 16, Saal 20 (1. Stock), Eingang Hauptportal; Wahlvorsteher: Verwaltungs- Oberinspektor Heinrich Freundlieb; Stellvertreter: Prokurist Ludwig Lenz; in der Men Klinik, Liebigstraße 16, Saal 7 (Erdgeschoß), Eingang rechter Flügel: Wahlvorsteher: Bankbeamter Theo Weber; Stellvertreter: Kaufmann Friedrich Hirsch; in der Alten Klinik, Liebigstraße 16, Saal 8 (Erdgeschoß), Eingang Haupt- portal; Wahlvorsteher: Oberreallehrer Heute Mittwochabend von 19.30 bis 19.55 Uhr spricht im Deutschen Rundfunk der Parteiführer der Deutschen Dotkspartei u. Spitzenkandidat der Deutschen Volkspartei im Wahlkreis Hessen - Darmstadt Ikeichstagsabgeordn. Oingeldey. ________04437 18 im Stadthaus Gartenstraße 2 (Wes Bürgermeistereigebäude), Zimmer 7 (Erdgeschoß); Wahlvorsteher: Bücher- revisor Hermann Scharff; Stellvertr.: Reichsbahnobersekretär Adolf Caspary. Für die in den Kliniken, Kranken- urrd Pflegeanstalten usw. untergebrachten Wahlberechtigte«, die keinen Wahlraum außerhalb der Anstalt aufsuchen können, sind folgende Wahlbezirke gebildet worden: Adolf Dörr, Spenglermeister, und Frau, geb. Kümmel. Gießen, den 27. Juli 1932. Gießen, den 27. Juli 1932. Bürgermeisterei Gieße» Z. B.: Dr. Seid. Berannttnachtms. VetviM r ReiMstagswabl am 31. L»li 1932. Für die Reichstagswahl ist die Stadt Gießen mit Gemarkung Schiffenberg und Herrnwald in folgende Wahlbezirke eingeteilt: der Stadt billig zu verkaufen, sowie 5-.8-.r-3.-WW. in bester Lage zu vermieten. 04430 G. Katz, Ludwigstraße 45. V.H.C. Gießen Samstag, den 30., und Sonntag, den 31. Juli, außerplanmäßige Vogelsberg- Wanderung. Abf.: 1.43 Uhr,Sonntags- karteGedern. Zurück von Schotten. 65igD Nora Netzanode billig zu verk. Am Kugelberg 48. Eine neue Küche gut und billig aus dem Spezial-Geschäft für Küchen-Möbel Küchen-Blum • Gießen • Bahnhofskolonnaden ________________5505D Arbeiisvergebung. Für die Gemeinde wieseck soll der pro- ilmäßige Ausbau der Wieseck in der Gemarkung Wieseck, etwa 4500 cbm Erdbewegung und Rasenarbeit, als Notstandsarbeit auf dem Wege der werteschaffenden Arbeitslosenfürsorge vergeben werden. Angebotsvordrucke können, soweit der Vorrat reicht, unentgeltlich von uns bezogen wer- Lichtspielhaus Heute Mittwoch letzter Tag Lil Dagover als Elisabeth v. Oesterreich Nach mehr als 6 jährig. Ausbild, an Chirurg. Univ. - Klinik Heidelberg, Univ.-Frauenklinik Bonn u. zuletzt 2 Jahre als Oberarzt an chirurg.- gynäk. Abteil, des groß. Elisabeth- Krankenhaus. Oberhausen (RhId.), habe ich mich hier als Frauenarzt niedergelassen und die Fachpraxis des versterb. Koll. Dr. Mack, Gießen, Gartenstr. 10, übernommen. Sprechstde.: Dr. med. Pelizaeus 10-12,3-5 U. Frauenarzt 04429 Unsichtbare Reparaturen von Schäden aller Art in Kleidern und Teppichen jetzt: Färberei BranhacM Wer in der Pestalozzischule, Nordanlage 18 (Lehrerzimmer); Wahlvorsteher: Kauf» mann Ernst Krause; Stellvertreter: Kaufmann Andreas Reining; in der Goetheschule, Westanlage 43, Saal 5, Erdgeschoß; Wahlvorsteher: Hausverwalter Johann Loh; Stellvertr.: Verwaltungssekretär Arthur Werrich; Große, altangesebene Lebensversicherungs-Gesellschaft sucht für den dortigen Bezirk noch einen WMtzM Stellung ist sehr entwicklungsreich und eignet sich auch für Nichtfachleute, die wir gründlichst einarbeiten. Schriftliche Angebote unter 5500V an den Gießener Anzeiger. Micenstraße (Wahlbezirk Nr. 18), Alter Rödger Weg (15), Alter Schifsenberger Weg (13), Am Kugelberg (14), Am Nahrungsberg (11), Am Pfarrgarten (5), Am Riegelpfad (10), Am Rodtberg (4), Am Steg (8), Am Weiher (8), Am Wingert (4), Am Zollstock (7), An den Bahnhöfen (6), An der Hardt (3), An der Johanneskirche (18), An der Kaserne (14), An der Kläranlage (6), An der Margaretenhütte (6), Anneröder Weg (14), Arndtstraße (8), Asterweg (2), Auf der Bach (1), Auf der Weiberde (9), Aulweg (9), Bahnhofstraße (6), Beethovenstraße (8), Bergstraße (11), Bismarckstraße (13), Bleichstraße (12), Böck- linstraße (4), Boothausstraße (3), Brandgasse (16), Brandplatz (16), Braugasse (16), Bruchstraße (11), Buchnerstraße (8), Budde- straße (7), Bückingstraße (4), Burggraben (1), Cranachftraße (4), Crednerstraße (8), Dammstraße (2), Diezstraße (16), Doering- traße (14), Dreihäusergasse (16), Dürer- traße (4), Ebelstraße (9), Ederstraße (2), Eichweg (13), Erdkauterweg (9), Erlengasse (16), Feuerbachstraße (4), Fichtestraße (8), Flugplatz (14), Frankfurter Straße (7), Frerligrathstraße (8), Friedensstraße (14), Friedhofsallee (4), Friedrichstraße (7), Gabelsbergerstraße (5), Gaffkystraße (8), Gartenstraße (11), Georg-Philipp-Gall- Straße (11), Glaubrechtstraße (8), Gler- berger Weg (3), Gnauthstraße (12),Goethe- straße (12), Grabenstraße (6), Großer Stem- weg (13), Grünberger Straße (14), Gün- thersgraben (10), Gutenbergstraße (13), Gutfleischstraße (15), Händelstraße (8), Hammstraße (5), Haydnstraße (8), Heegstrauchsweg (13), Henselstraße (12), Herrnwald (Gemarkung) (13), Hessenstraße (13), Heyerweg (14), Hillebrandstraße(8), Hinter den Schießgärten (3), Hinter der Westanlage (6), Hochweg (8), Hofmannstraße (8), Holbeinstraße (4), Hollerweg (7), Hundsgasse (1), Jheringsttaße (9), Im Gartfeld (2), In den Eichgärten (13), In der Schwarzlach (4), Johannesstraße (18), Kaiserallee (15), Kanzleiberg (16), Kapla- neigasse (16), Kaplansgasse (18), Katharinengasse (18), Keplerstraße (13), Kirchenplatz (1), Kirchstraße (1), Kleine Mühlgasse (5), Klinikstraße (8), Körnerstraße (8), Kornblumengasse (5), Kreuzplatz (17), Krof- dorfer Straße (3), Lahnstraße (5), Landgrafenstraße (16), Landgraf-Phllipp-Platz (16), Landmannstraße (11), Leihgesterner Weg mit Bergwerk (7), Lessingstraße (12), Sicher Straße (14), Liebigstraße (9), Linden- gässe (1), Lindenplatz (1), In Löbers Hof (5), Löberstraße (11), Lowengasse (17), Lonystraße (12), Ludwigsplatz (10), Lud- wigstraße (10), Mäusburg (17), Mmgasse (17), Marburger Straße (4), Marktlauben- traße (16), Marktplatz (1), Marktstraße (1), Menzelstraße (4), Mittelweg (8), Moltke- straße (15), Mühlstraße (5), Neuen Bäue (16), Neuenweg (18), Neustadt (5), Nordanlage (3), Ostanlage (15), Blockstraße (18), Fritz-Rcuter-Straße (8), Rittergasse (17), Rodheimer Straße (3), Rodhohl (7), Rod- gener Straße mit Flughafen (14), Röntgenstraße (10), Roonstraße (13), Sandgasse (5), Sandkauterweg (9), Schanzenstraße (5), Schiffenberg (Gemarkung) (13), Schifsen- berger Weg (1-3), Schillerstraße (2), Schlacht- Hofstraße (3), Schloßgasse (16), Schottstraße (3), Schubertstraße (8), Schützen- straße (3), Schulstraße (16), Seltersweg (17), Senckenbergstraße (16), Sonnenstraße (16), Spitzwegstraße (4), Steinstraße (4), Stephanstraße (11), Studentensteg (9), Südanlage (18), Teufelslustgärtchen (17), Thaerstraße (8), Thomastraße (4), Tiefen- weg (5), Trillergasse (16), Uhlandstraße (8), Karl-Vogt-Straße (11), Wagengasse (16), Richard-Wagner-Straße (11), Walltorstraße (1), Wartweg (10), Weidengasse (16), Welckerstraße (9), Weserstraße (2), Westanlage (6), Wettergasse (17), Wetzlarer Weg (8), Wetzsteingasse (1), Wetzsteinstraße (1), Wiesecker Weg (4), Wiesenstraße (15), Wilhelmstraße (10), Wilsonstraße (9), Witz- marer Weg (4), Wolsstraße (11), Wolken- gasse (17), Zeppelinstraße (15), Zozels- gasse (1), Zu den Mühlen (3). Ludwig Hebermehl; Stellvertreter: Buchhalter Paul Prochowski; im Realgymnasium, Ludwigstraße 11 (Turnhalle); Wahlvorsteher: Kaufmann Ludwig Lembke; Stellvertreter: Fabrikant Karl Schunck; im Stadthaus, Bergstraße 20 (früher Steins Garten), Zimmer Nr. 6; Wahlvorsteher: Studienrat Dr. phil. Rudolf Blank; Stellvertreter: Bank-Prokurist Ludwig Kreß; im Gymnasium, Südanlage 6 (Erdgeschoß); Wahlvorsteher: Geschäftsführer Paul Gurenkoff; Stellvertreter: Abteilungsleiter Carl Nonnenbroich; in der Oberrealschule, Stephanstraße 12, Schulsaal Nr. 8 (Erdgeschoß); Wahlvorsteher: Turnlehrer Rudolf Paul; Stellvertreter: Oberreallehrer Richard Appel; im Verwaltungsgebäude der Provinzialpflegeanstalt, Licher Straße 74, (Erdgeschoß); Wahlvorsteher: Verwaltungssekretär Joseph Maier; Stellvertreter: Kaufmann Emil Dietz: im Justizgebäude, Ostanlage 15, Saal Nr. 18 (Strafkammersaal, im Erdgeschoß), Eingang Südseite; Wahlvorsteher: Bankbeamter Alois Hofmann; Stellvertreter: Schneidermeister Heinrich Wagenbach; im Regierungsgebäude, Landgraf-Philipp-Platz 3, Sitzungssaal; Wahlvorsteher: Geschäftsführer Heinrich Rau; Stellvertr.: Reichsbankinspektor Wilhelm Röhrsheim; im Stadthaus Gartenstraße 2 (Altes Bürgermeistereigebäude), Zimmer 16 (1. Stock); Wahlvorsteher: Kaufmann Otto Georg; Stellvertteter: Kaufmann Karl Matth; Für den Wahlbezirk befindet sich der Wahlraum im Alten Rathaus, Marktplatz 14, Trauungs- saal; Wahlvorsteher: Kaufmann Hugo Rausch; Stellvettreter: Verwaltungs- Obersekretär Wilhelm Rumpf; in der Studienanstalt, Nordanlage 28, Schulsaal Nr. 48; Wahlvorsteher: Fabrikant Carl Mller; Stellvertreter: Buchhalter Paul Treuke; im Schulhaus Kirchstraße 16 (früher Gewerbehaus), Saal 5, Erdgeschoß; Wahlvorsteher: Reichsbahn-Obersekretär Hans Althaus; Stellvettreter: Kaufmann Hans Happel; in der Schillerschule, Schillerstraße 8, Saal 8, Erdgeschoß (Eingang von der Rückseite); Wahlvorsteher: Kaufmann Eduard Gonder; Stellvettreter: Berufsschullehrer Friedrich Adam; für Tuberkulose der oberen Luftwege, Lupusheilstättc, Universitätsklinik flir Haut- und Geschlechtskrankheiten, Universitätsfrauenklinik mit Entbindungsanstalt, Medizinische Universitätsklinik, Wahlvorsteher: Prof. Dr. Georg Koch, Universitäts - Bibliothekar; Stellvertr.: Buchdruckmeister Heinttch Fischer; 20. Wahlbezirk: Evangelisches Schwesternhaus, Katholisches Schwesternhaus,Universitäts-Augenklinik, Universitäts-Nervenklinik, Chirurgische Universitätsklinik, Provinzial - Pflegeanstalt. Wahlvorst.: Postassistent L R. Franz North; Stellvertteter : Verwaltungs - Obersettetär Karl Scharmann. Die Wahlvorstände werden in den Anstalten die Stimmen (gegen Abgabe eines . Stimm- oderWahlscheins) entgegennehmen. Die Wahlhandlung (Abstimmung) findet am Sonntag, dem 31. Juli 1932 ununterbrochen von 8 bis 17 Uhr statt. Zur Stimmabgabe dürfen nur amtlich hergestellte Stimmzettel, die alle zugelassenen Kreiswahlvorschläge, die Partei (Kennwott) und dieNamen der ersten vierBewerber jedes Vorschlages enthalten, verwendet werden. Die Sttmmabgabe geschieht in der Weise,daß der Wahlberechtigte durch ein Kreuz, das er in den auf dem Stimmzettel aufgedruk- ten kleinen Kreis setzt, oder durck) Unterstreichen oder in sonst klar erkennbarer Weise kenntlich macht, welchem Wahlvorschlag er seine Stimme geben wlll. Stimmzettel, die mit sonstigen Vermerken oder mit Vorbehalten versehen sind, sowie nicht amtlich hergestellte Sttmmzettel sind ungültig. Die Ausgabe der amtlichen Sttmmzettel erfolgt am Wahltage im Wahlraum unter gleichzeitiger Aushändigung eines amtlichen Wahlumschlags. Stimm« oder Wahlscheine, die nach § 12 des Reichswahlgesetzes für besondere Anlässe ausgestellt werden (z. B. wenn sich ein Wähler, der in die Wahlkattei eingetragen ist, am Wahltage während der Wahlzeit aus zwingenden Gründen außerhalb seines Wahlbezirks aufhält), können nur noch bis einschließlich Samstag, den 30. Juli 1932, 17 Uhr, beim städtischen Wahlamt — Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13 — beantragt werden. Die Entgegennahme der Stimm- (Wahl-) Scheine hat durch die Wahlberechtigten selbst zu geschehen, die sich über ihre Person genügend auszuweisen haben. Sind dritte Personen mit der Entgegennahme eines Stimm- oder Wahlscheins beauftragt, so haben sich diese durch Vorlage einer ^Vollmacht des Wahlberechttgten auszuweisen. Bei der Wahlhandlung sclbft hilft der Wähler das Wahlgeschäft erleichtern, wenn er beim Aufsuchen seines Namens in der Wahlkattei zuerst Straße und Hausnummer seiner Wohnung und dann Familien- und Vorname nennt. Es ist untersagt, daß im Wahlraum oder in dessen Zu- oder Eingängen Plakate irgendwelcher Att (Wahlaufrufe usw.) aufgehängt werden. Das Wahlergebnis für den 19. und 20. Wahlbezirk (Kliniken, Kranken- und Pflegeanstalten) wird nach beendeter Wahlhandlung int Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 8 und 9, festgestellt werden. 4-Zimmer-Wolin. mit Zubehör, von Beamtens 4 erwachs. Personen) gesucht. Schriftl.Angeb.unt. 04486 an den G. A. Möbl. Zimmer Nähe Univ., ruhig u. in gutem Hause, mögl.Zentralb., für W.-S. o. Ex.-Kand. ges.Schr.Ang.in.Pr. u.04432a.Giest.Anz. | Stellenangebote | Kaufm. Lehrling für hies. Großbandl. ges. Handschriftliche Angebote unt.04443 an denGieh.Anzeig. | Verkäufe | Auto- Gelegenheitskäufe 4 PS Opel-Llmonslne, generalüberholt, tadelloser Wagen, sehr billig. Opel, Gießen, Frankfurter Str. 62, Telefon 2847. SHpA Gut erhaltenes Wohnzimmer sehr billig zu verk. Näheres J. Baer. Ostanlage 431. Eintrittspreise: Bootsplatz: Dauerkarte für beide Tage RM. 1.00, Studierende. Militär und Jugendliche RM. 0.50. Terrasse: Dauerkarte RM. 2.00. für Sonntag RM. 1.50, sämtlich zuzüglich RM. 0.10 Olympia-Abgabe. Gießener Ruder-Gesellschaft 1877e.V. Samstag, den 30. Juli, und Sonntag, den 31. Juli 1932 27. Ruder-Regatta 24 Vereine — 82 Boote — 401 Ruderer Beginn der Rennen: Samstag 16 Uhr. Sonntag 14.30 Uhr. Vorrennen an beiden Tagen vormittags! Prachtvoll.Weißwein „Edenkobener“ als Tisch- und Bowlenwein geeignet, 1 Liter (Bitte Sefäße mitbringen!) nur 54 ' Neu angenommen: 5ol2A Deutsche Fettheringe, ganz hervorragend, 6 Stück nur 37 4 Niederlage Thams & Garfs Marktplatz 8 (früher Mäusburg 3) Tel. 2829 M.Ch. Mühlstein Sackfabrik Gießen An derMargaretenhütte 5, Telephon Nr. 2132. IIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIII Donnerstags von 5'/rUhr nackimittags Stoiebel- -Kuehen Bäckerei Lange Neustadt 37. niiiiniiiiiiuiHiiiiiiiiiniiiiD Stud. Ass. erteilt griiodlllemclil z. Vorbereitung für Abitur. Schriftliche Angebote unf.04439 an den Giess.An zeig. Vereine Bekanntmachung. In dem Konkurse über das Vermögen der offenen Handelsgesellschaft von 2Hün- chowsche Universitäts-Druckerei Otto ttindt, Gießen, soll nunmehr die gerichtlich genehmigte Schlußverteilung vorgenommen werden. 55080 Hierfür sind nach Deckung aller Vorrechtsansprüche und der bereits erfolgten Abschlagsoerteilung von 15 v. H. noch RM. 12 454,09 für die nicht bevorrechtigten Gläubiger verfügbar. Es entfällt somit au diese noch eine Dividende von 16 v. H. au den Betrog von RM. 76 804,09 der aner kannten Forderungen. Das Schlußoerzeichnis der zu berücksichtigenden Forderungen liegt auf der Geschäftsstelle des Hessischen Amtsgerichts Gießen zur Einsicht offen. Gießen, den 26. Juli 1932. £. Althoff jun., Konkursverwalter. Arbeitsvergebung. Auf dem Wege öffentlicher Ausschreibung sollen für dos Bauvorhaben des Eisenbahner - Heimstätten - Vereins e. G. m. b. H. in Gießen auf dem Grundstück am Wartweg - Freiligrathstraße nachstehende Arbeiten vergeben werden: (Erb-, Beton- und Rohrverlegungsarbeiten für die Entwässerung des gesamten Grundstücks vom Wartweg nach der Schubert- straße sowie für den Aushub der Baugrube für die beiden neu zu errichtenden 6-7-ZiMJoliDOng evtl, mit Büro- und Praxisräumen, und 8-9-ZMJolMg in der Südanlage zu vermieten. 5514D Arch. PH. Nicolaus. Herrschaft!, geraum. 7-Zimmer-Wohnong Moltkeftraße 1811, zum 1. Oktober zu vermieten. 5362D Näh.: A. Becker Keplerstr.9, Tel. 3804 Beethovenstr. 6 ist eine 3-3innn.-Botin, mit Bad p.sofort ob. später zu verm. 4532D Näheres Licher Str.6. 3-Z.Wohnung mit Küche, kompl. Bad,Mans., gr.Bal- kon u. Gartenanteil Wartweg 50 zu vermiet. 04433 Fabrik-Raume 3—400 qm, auch geteilt, Dammstr. — Ecke Nordanlag., für jeden gewerbl. Betrieb geeignet, sofort zu verm. Näheres A. Becker, Keplerstraße 9 Tel. 3804. rm?d | Mietgesuche | 7-8-Zimm.-Wohn. mit Bad, Zentral- Heiz.usw. zu mieten gesucht. Schr. Ang. in. Preis unt. 04438 an den Gieß. Anz. D.K.W. 200 ccm, steuer- und führerscheinfrei, mit elektr.Bel., 180 Mk. Ardie 500 ccm, mit Boschlicht u.Horn,320Mk. Wanderer 750ccrn,fürBeiwag. geeign., mit Boschlicht u. Horn, Tachometer-.. . . 300 Mk. APPEL Motorfahrz.-Kaiser- all e^49^Tel^4067. | Kaufgesuche | Gebr. komplettes Veit geg. bar zu kauf. ges. i^cbr. Ang. m. Pr. u. 04434 a. d. G. A. [Verschiedenes] Wasserdichte Wagenplanen sowie Emtedecken UNd Erniesäcke in jed. Größe liefert Nr. ^4 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 2L 3uli 1952 —■——■>————————■I ->.», Aus Natur und Technik. Unsichtbare Leuchttürme. Von Karl Ammon. Nachdruck verboten. Als im Jahre 1906 der junge Ingenieur Hans Bredow, der jetzige Reichsrundfunkkommissar, zu dem bekannten Reeder Karl Woermann kam, um ihn von der Notwendigkeit zu überzeugen, auf den Schiffen der Woermannlinie Funkentelegraphie einzurichten, antwortete ihm Woermann: „Eine solche Einrichtung würde für meine Flotte jährlich vielleicht 50 000 Mk. kosten. Glauben Sir, ich hätte so viel Geld dafür übrig, daß sich meine Kapitäne auf See, „Guten Morgen!" sagen kann- ten?" Auf die Einwände von Bredow meinte er dann noch, er sei froh, von seinen Schiffen nichts mehr zu hören, wenn sie den Hafen verlassen hätten. Nun, seitdem haben sich die Ansichten darüber etwas geändert. Es ist heute eine Selbstverständlichkeit, daß alle Schiffe Funkentelegraphie haben und dauernd mit der Welt in Verbindung bleiben. Das gefunkte Zeichen SOS hat schon unzähligen Menschen das Leben gerettet, und man kann heute von jedem großen Dampfer aus Ferngespräche mit jedem Teilnehmer in jedem Lande führen. Hat doch kürzlich ein Gespräch vom Dampfer „Europa", der sich dicht bei Neuyork befand, mit Bangkok in Siam, also um die halbe Erde herum stattgefunden. Als Nachrichtenmittel hat sich also die Funkerei im L>chisfahrtsbetrieb durchgesetzt. Nun beginnt sie, noch in einer anderen Richtung nutzbar zu werden, die für die Schiffahrt nicht weniger wichtig ist. Auf freier See fahren die Schiffe bekanntlich nach dem Kompaß, nach der Uhr und nach den Gestirnen. Aber diese Schiffsortbestimmungen sind in der Nähe der Küste nicht genau genug, und soweit die Gestirne in Frage kommen, versagen sie bei Nebel und teilweise auch bei Tage, da man nach der Sonne allein nicht alle erforderlichen Angaben ausmachen kann. Man hat deshalb mit ungeheuren Kosten Leuchttürme errichtet, die ja bei sichtigem Wetter in der Nacht ganz gute Dienste leisten, bei Tage aber schon weniger wertvoll sind und bei Nebel so gut wie vollkommen versagen. Die Folge dieser Mängel sind die zahllosen Schiffsstrandungen mit ungeheuren Verlusten an Menschenleben, Schiffen und Gütern, die Jahr für Jahr an allen Küsten der Erde eintreten. Es ist daher kein Wunder, daß man auf Abhilfe sann, und es ist weiter nicht erstaunlich, daß man darauf verfiel, von den Leuchttürmen aus statt Lichtwellen elektrische Wellen auszusenden, die bei Tag und Nacht, bei Wind und Wetter, insbesondere auch bei Nebel, immer dienstwillig bleiben. Wir wissen ja alle, daß z. B. unser Rundfunkempfang durch Nebel in keiner Weise behindert wird, ja man braucht so gar nicht einmal mehr Türme für die sog. Funkfeuer; eine kleine Funkstelle in einem Häuschen mit einem Luftleiter genügt vollkommen. Die Schiffe können dann mit dem sog. Funkpeiler die Richtung feftellen, aus der die von einem Funk- feuer ausgehenden elektrischen Wellen kommen, und wenn sie ein zweites Funkfeuer anpeilen, dessen Abstand vom ersten ihnen bekannt ist, durch Wickel- mesiung gegen die Nordrichtung auch ihre Entfernung von der Küste. 4000 Schisse aller Staaten sind bereits mit dem Funkpeiler ausgestattet und es sind rund um England und in der Nordsee bereits 75 Funkfeuer errichtet worden. In der Ostsee, also in Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Rußland, Lettland, Estland und Polen sind 93 Funkfeuer ausgestellt worden. Das scheint nun sehr einfach, aber die Sache halte doch noch einen Haken. Für die Schiffahrt und die Luftfahrt stehen nur die Wellen von 950 bis 1050 Meter Länge zur Verfügung, also nur Wellen mit einem Unterschied von 30 000 Schwingungen in der Sekunde. Es ist aber gelungen, innerhalb dieses engen Wellenbereichs zehn Verkehrswege unterzubringen. die sich gegenseitig nicht stören. Von diesen zehn Wegen gehören drei der Luftfahrt und sieben der Seefahrt. Man hat sich nun weiter dadurch geholfen, daß immer drei benachbarte Funkfeuer auf der gleichen Welle arbeiten, so daß man seinen Peiler nicht umzustellen braucht, wenn man sie empfangen will. Damit ihre Zeichen nicht durcheinander kommen — jedes Funkfeuer sendet ein bestimmtes Morsezeichen aus ähnlich wie die Leuchttürme mit verschiedenen Morsezeichen blinken — funkt jedes Feuer zw^i Minuten und macht bann vier Minuten Paufe, wahrend der die beiden anderen Feuer nacheinander senden; dann kommt wieder das erste Feuer usw. Damit man nun die verschiedenen Gruppen unterscheiden kann, arbeitet jede Gruppe zu dreien in einem anderen Ton. Je drei benachbarte Sender arbeiten also nicht nur auf derselben Welle, sondern auch mit demselben Ton. Die Nachbargruppen arbeiten mit anderen Tönen, und zwar hat man sechs Töne herausgefunden, die sich deutlich voneinander unterscheiden und im Bereich vor 335 bis 600 Schwingungen in der Sekunde liegen, also etwa die Tonhöhe haben wie eine Männerstimme. Die Funkpeilung hat man vielfach auch noch durch Unterwafferschallfignale ergänzt, und zwar in einer sehr witzigen Weise: Wie wir schon erwähnt haben, kann man mit einer einzelnen Funkpeilung wohl die Richtung feststellen, in der das ,Funkfeuer liegt, aber man weiß dann noch nicht, wie weit man von dem Funkfeuer entfernt ist. Wenn nun vom Funkfeuer aus zugleich Schallsignale ausgehen, so kommen diese desto fpätcr nach dem Funkzeichen im Schiff an, je weiter das Schiff von der Peilstelle entfernt ist. Die Zeichen des Funk» senders werden bann so gegeben, baß man sie nur bis zum Eintreffen bes Unterwafferfchalls zu zählen braucht: so viele Seemeilen ist man bann vom Funkfeuer entfernt. Durch bie Funkpeilung wird man also vom Wetter vollkommen unabhängig und kann unter allen Umständen ohne jede Ausnahme seinen Schiffsort in der Nähe der Küste, man möchte sagen, auf wenige Meter genau bestimmen. Es braucht also kein Wort darüber verloren zu werden, daß sich die Ausgabe für die Errichtung der Funkfeuer lohnt. Aber das darf wohl gesagt werden, daß auf diesem Gebiete das Zusammenwirken der Technik und bas vieler Staaten vorzüglich geklappt hat. Man könnte nur wünschen, baß bie Zusammenarbeit bei politischen Verhandlungen ebenso zielsicher auf bas Wohl ber gesamten Menschheit gerichtet würbe. Deutschlands Luftfahrt-Observatorium. W Das Observatorium ßinbenberg bei Berlin hat bie Aufgabe, Wettervoraussagen für Flugzeuge und Ballons auszugeben. Solche Angaben find natürlich für den Start sowie bie Festsetzung ber Route von Flugzeugen unb Luftschiffen von größter Wichtigkeit. Unser Bilb zeigt den Aufstieg eines Fesselballons, der mit automatischen Registrierapparaten versehen ist. Die Windmühle lebt wieder auf. Von Franz Neumann. Nachdruck verboten. In den VDJ.-Nachrichten oeröfsenllicht K. B i - •lau einen sehr belangreichen Aufsatz über Verbesserungen an Windmühlen, bie diese Mühlen wieder lebensfähig machen. Bilau beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Ausnutzung ber Windkraft. Er ist ein Gegner großer Winbkraftwerke, wie sie etwa ber Ingenieur Honnef plant, weil er sagt: große Windkraftanlagen erfordern Verteilungsnetze zu den Verbrauchsstellen der von den Werken erzeugten elektrischen Energie. Diese Verteilungsnetze sind aber teuer. Es ist viel klüger, so meint Bilau, statt besten viele kleine Windkraftanlagen unmittelbar beim Verbraucher zu bauen. Er hat zu diesem Zweck den sogenannten Ventimotor geschaffen, der ungefähr aussieht wie die Luftschraube eines Flugzeugs, nur daß er sehr viel größer und dreiflügelig ist. Diese Windschrauben sind zwar sehr gut, aber sie sind leider auch sehr teuer, und daran ist wohl ihre Einführung gescheitert. Es hat ja keinen Zweck, solche Luftschrauben mit sehr hohem Wirkungsgrad zu bauen, denn da man den Wind umsonst hat, so kommt es nicht daraus an, daß diese Wind- schrauben dem Wind möglichst viel Energie abnehmen; es ist vielmehr wesentlich, baß man mit möglichst geringen Anlagekosten gerabc die Energiemenge gewinnt, die man braucht. Nun hat Bilau diese vollkommenen Schrauben auch nicht aus dem Grunde empfohlen, um aus einem bestimmten Winde möglichst viel herauszu- holen. Seine Bemühungen Haber vielmehr einen ganz anderen Grund: Windmühlen laufen erst bei einer Windgeschwindigkeit von drei Meter 75 in der Sekunde an, unb bei Wind unter 44 Wtcr in ber Sekunde ist ihre Leistung ungenügenb. Nun wehen Winbe, bie stärker finb als 3 Meter 75, nur etwa bie Hälfte der Zeit, unb auch bei ganz starken Winben von mehr als 8 Meter in ber Se- tunbe kann man nicht mahlen. Das hat dazu geführt, daß zwischen 1908 unb 1927 in Deutschland 5 6 60 Windmühlen stillgelegt aber abgebrochen worben finb, ba es für die Müller zweckmäßiger würbe, als Betriebskraft Elektrizität zu verwenden ober sie mit Dieselmotoren zu erzeugen. Bilau hat nun burch seine Versuche, insbesondere auch im Winbkanal, herausgefunben, baß man ben Wirkungsgrad ber Windmühlen auf einfache Weise bedeutend verbessern kann, wenn man an die Flügel stromlinienförmige Andlafekanten ansetzt. Die Flügel sehen dann ungefähr aus wie ein dein Winde seine Fläche bietender Kamm, dessen Rücken etwas nach dem Winde zu umgebogen ist, während die Zähne des Kammes zu Klappen ausgebildet finb, bie ähnlich wie die Brettchen eines ocrftelf- baren Fensterladens mehr ober weniger gefchlysten werben können. Es hat sich bei ausgeführten Rädern gezeigt, baß solche Windmühlen schon bei Wind von 1,8 Meter in der Sekunde gut arbeiten, so daß mit ihnen auch bie in einem Drittel ber Zeit wehenden Winde von 1,8 bis 3,75 Meter in 'ber Sekunde ausgenützt werden können. Die Leistungen der Windmühlen werden durch diese verhältnismäßig einfache Maßnahme etwa auf das Dreifache gesteigert. Damit aber kann bie Windmühle mit dem elektrischen Antrieb unb dem Antrieb burch Dieselmotoren wieder in Wettbewerb treten. Man wirb also jetzt keine Windmühlen mehr stillegen, man wirb wohl im Gegenteil wieder welche bauen. Dies, wie gesagt, weniger wegen des besseren Wirkungsgrabes ber Windmühlenflügel mit Anblafekanten als vielmehr wegen ber viel längeren Zeit, in ber die Windmühle Arbeit leisten kann. Der Windmüller braucht eben nicht so lange auf günstigen Wind zu lauern. Am elektrischen Betrieb unb am Betrieb durch Dieselmotoren hat er auch keine so ganz reine Freude erlebt, weil er beim elektrischen Betrieb nur bestehen konnte, wenn er den billigen Nachtstrom ausnutzte, also nachts arbeitete, was niemand gern tut. Der Dieselmotor arbeitete am Anfang zwei meistens billig und gestattete Tagesarbeit, aber ba einfache Winbmüller keine Professoren bes höheren Maschinenbaues zu fein pflegen, so verkamen diese Motoren recht häufig unb verursachten bann unverhältnismäßig Hobe Instanbsetzungskosten, ganz abgesehen davon, baß es meist sehr schwierig mar, in den hochgelegenen Windmühlen das erforderliche Kühlwasser zu beschaffen, das die Dieselmotoren nun einmal brauchen. Wenn also die neue Anordnung an den Wind« mühlenflügeln das yuit, was sie verspricht, so wäre dies ungemein erfreulich, schon weil dadurch ein Stand kleiner Gewerbetreibender als selbständiger Stand erhalten werden kann, dann aber natürlich auch aus wirtschaftlichen Gründen. Es ist selv^oer- ständlich zweckmäßig, wenn man das Korn gleich da vermahlen kann, wo es anfäut. Auch für Landhäuser usw. rückt so die Möglichkeit näher, baß sie sich für Beleuchtung unb allerlei andere Zwecke, z. B. zum Wasserpiimpen, eine billige Antriebs- traft verschaffen, ohne baß teure Energiespeicher nötig werben. Sind die Gewitter gefährlicher geworden? Blitzschutz im Freien und zu Hause. Nachdruck verboten. Man hört oft die Ansicht, die Gewitter feiert in den letzten Jahren und Iahrzehnten erheblich gefährlicher geworden als früher. Diese Ansicht ist zweifellos richtig, sie ist aber auch falsch. $m Freien finb die Gewitter sicher nicht gefährlicher als früher und in Häusern mit sachgemäß angelegten Blitzableiteranlagen natürlich erst recht nicht Wenn jemand aus freiem Felde vom Blitz erschlagen wirb so ist er bis zu einem gewissen Grabe meistens selbst schulb: auf schutzlosem freiem Felde bars man bei Gewitter nicht aufrecht stehen bleiben ober gehen, denn man bilbet sonst ben höchsten punkt, wirb also selbst gewissermaßen zum Blitzableiter, in ben ber Blitz bann mit Vorliebe emschlagt Wenn man sich also nicht anbers schützen kann, so mug man sich nieberlegen, unb zwar möglichst in eine Vertiefung, selbst auf die Gefahr hin schmutzig zu werden und sich einen Anzug zu verderben, denn ein verdorbener Anzug ist für die Familie des -Betroffenen ein leichter zu ertragendes Unglück als etwa ber Tob bes Ernährers. Aus betreiben Grunde darf man sich nicht unter einzeln stehende Bäume stellen, die als höchster Punkt in einem gewissen Umkreis ebenfalls als Blitzableiter wirken. Vor allen Dingen darf man dem stamm nicht zu nahe kommen. Im. Walde dagegen kann man ruhig gehen, denn da find fo viele Bäume die höher finb als ein aufrecht stehenber Mensch, bag inan schon ein ungeheurer Pechvogel sein mutzte, wenn ber Blitz ausgerechnet in ben Baum einschluge, unter bem mir gerade stehen oder hmdurchgehen. Natürlich wird man sich nicht gerade ausgerechnet unter den höchsten Baum stellen, der über bie anderen Bäume hinausragt, denn solche Bäume werden natürlich leichter vom Blitz getroffen. Es wird vielfach behauptet, unter Buchen könne man sich ruhig aufhalten, aber das glaube ich nicht: es ist ein Aberglaube. .... Wie ist es nun in Häusern? In Hausern, bie flute Blitzableiteranlagen hohen, ist man meiner Ansicht nach sicher wie in Abrahams schoß. In Hau- jern aber, die keine Blitzableiter haben, aber md Wasser- ober Gasleitung ober Lichtleitung versehen finb, ist bie Gefahr meiner Ansicht nach größer als bei Häusern ohne Blitzableiter, bie diese Einrichtungen nicht haben, unb daher mag wohl die Meinung, Gewitter seien gefährlicher geworden, ihren Grund haben. Die Sachlage ist ja fo, daß jede Wasser- ober Gasleitung, die sich in einem Hause befindet, ein Blitzableiter ist, also eine Vorrichtung, in die ber Blitz gern einschlägt, weil er in bieten Leitungen einen bequemen Weg zur Erbe finbet. Nun hinbern Dächer, Wänbe usw. ben Blitz keineswegs baran, in biese Blitzableiter zu gelangen, bie aus Gas- ober Wasserleitungen bestehen. Wenn aber ber Blitz bis zu ihnen gelangen will, so muß er eben bas Dach ober irgenb welche anberen Teile burch- schlagen, bas ist gefährlich, beim babei kann er nicht nur 'mechanische Zerstörungen ausführen, fonbern auch zünben. Man könnte sich dagegen allerdings schützen, wenn man die höchsten Punkte dieser Leitungen durch aufgesetzte Stangen ober bicke Drähte bis über bas Dach hinaus führte ober sie dort an metallene Dachfirste, metallene Dachkanten unb metallene Regenrinnen anschlösse. Es hat sich nämlich gezeigt, baß solche Metallumranbungen bes Daches vollkommen schützen, wenn sie gut ggerbet finb, unb daß man bie hohen Auffangstangen, wie man sie früher hatte, gar nicht braucht. Es war auch vollkommen unnötig unb eine ganz irrsinnige 23er- schwenbung, baß man biese Auffangstangen mit teuren Spitzen aus Platin ober Gold versah; es ist merkwürdig daß man fo lange an diesem technischen Aberglauben festgehalten hak. Aberglauben gibt cs eben auch in ber sonst so sachlichen Technik, leider auch noch auf vielen anberen Gebieten. Am sicher- ften finb Häuser mit geerbeten Metallbächern, z. B. Kupferbächem. Es gibt immer noch Leute, bie vor Gewittern eine qerabez't furchtbare Angst haben. Das ist eigentlich sehr erstaunlich, denn nur ganz wenige Leute werben irgenbeinen Angehörigen ober sogar einen fernen Bekannten burch Blitzschlag verloren haben. Ich habe zwei Menschenalter erlebt, unb kein Mensch, ben ich in bieser Zeit kennengelernt habe, bat meines Wissens ben elektrischen Tob burch em Gewitter gefunben. Daraus geht hervor, baß Gewitter gar nicht so gefährlich finb, nne man gemeinhin annimmt Wenn man dann außerdem die Maßnahmen trifft bie uns zum Schutz gegen Blitzschlag zur Verfügung stehen, bann braucht man vor einem Gewitter wirklich feine Angst zu haben. Man muß eben an feinem Hause eine vernünftige Blitzableiteranlage haben unb muß sich im übrigen so verhallen, baß man nicht selbst zum Blitzableiter wirb unb baburch ben Blitz gerabezu zum Einschlagen in seinen (tintigen Leib einläbt. Hanbelt man hiernach, so hat man wirklich keine Aussicht, ben Blitztob zu sterben. F. N. Heimatphotographie. Von Walther Appell. Nachbruck verboten. Ausgabe ber Heimatphotographie ist es. im Bilde sestzuhalten. was von früheren Zeiten unb ihrer Kultur noch vorhanden, aber durch das moderne Tempo mehr und mehr in seinem Bestände bedroht ist. Es kann sich dabei um ganze Stadtbilder. Stadtviertel oder Einzelgebäude handeln, oder um Naturdenkmäler der Landschast und ihres Lebens. Ferner gehören hierher über- licrte Bräuche, Zeugen alten Gewerbesleihes und bodenständiger Kunst. Das Gebiet der Heimat- Photographie umfaßt also ziemlich alle Motivgruppen, die die Photographie überhaupt kennt. Sogar das Porträt läßt sich noch hinzuzählen, wenn wir als Darstcllungsobjekte jene alten „Originale" wählen, die unmittelbar an verstorbene Generationen anknüpfen. Niemals ist richtig verstandene Heimatphotographie eine abseitige Laune, sondern stets ein dankbares und schönes Arbeitsfeld für den Lichtbildner. Allerdings muß es in jedem Falle sein Bemühen bleiben, die Bilder nicht kitschig oder langweilig werden zu lassen. Seit Jahren sind staatliche Bildstellen eifrig bestrebt, heimatphoto- graphisches Material zu sammeln. Entsprechend ihren Lehr- und Archivzwecken legen sie oft den Hauptwert auf strenge Sachlichkeit. Dagegen kann der Liebhaber-Photograph Stimmungswerte und persönliche Auffassung in weitestem Maße mit» sprechen lassen. Beispielsweise wird jede Bildstelle bei einer gotischen Kirchenruine den Haupt- wert aus treue Wiedergabe des architektonischen Charakters sowie bemerkenswerter Einzelheiten legen (bildhauerischer Schmuck» — während der Liebhaber den Geist der frommen Erbauer ein- zusangen versuchen kann. Bedingung für gute Heimatausnahmen wird jedoch meist sein, daß der Photographierende die Motive gut kennt. Deshalb wird er von einer Reise nur selten rechte „Heimataufnahmen" mit* bringen können. Die beliebten Bilder aus den süddeutschen Photographierstädten Rothenburg, Dinkelsbühl usw. gehören also im allgemeinen nicht hierher. Denn wahrhast vertiefen kann sich der Lichtbildner doch nur in ein Motiv, mit dem er vertraut ist. Bei der Heimatphotographie kommt es doch nicht auf nüchterne Abbilder an, sondern um sinnig und einfühlsam geschaute Dokumente. „Dokumente" ist nicht zuviel gesagt. Das Landschaftsbild als solches ist heute vielfach ebenso mannigfach gefährdet wie einzelne Gebäude (Rathäuser. Zunfthäuser, Burgen. Kirchen) oder andere Wahrzüchen (Türme. Drücken. Tore). Ost werden Reklame- oder Berkehrsschilder angebracht, — ja durch Anbringung einer Radioantenne kann es über Nacht zu spät sein, um eine einigermaßen ursprüngliche Aufnahme zu machen. Aehnliches gilt für markante Felsen, charakteristische Wälder und dergleichen. Als Naturdenkmäler sind auch Tiere zu nennen, die vom Menschen immer weiter verdrängt werden. Sie zu photographieren, erfordert freilich viel Glück. Leichter ist das bei Pflanzen, die sowohl am natürlichen Standort wie als botanische Art erfaßt werden können. Ein schwierigeres Kapitel sind Dolksbräuche. Hier muß man sich an das Ursprüngliche unb Echte halten, wie es sich nur bem Kunbigen wirklich erschließt. Dasselbe ist über Volkstrachten, Lebens- und Arbeitsgewohnheiten zu sagen. Wo der Liebhaber-Photograph daheim ist, b. h. Leben und Wanbel kennt unb wo ihm auch bie kleinen Dinge des Alltags geläufig finb, werben ihm kaum Fehlschüsse passieren. Zufällige Liebhaberaufnahmen von manchen Dingen, bie vor zwanzig, breihig Jahren unbeachtet verschwanben, haben heute einen hohen Wert. Doch soll ber Photo-Sportler auch ein Heimatmotiv nicht aus materiellen Erwägungen knipsen, vielleicht noch weniger als anbete Motive, fonbern sich zur Freude. Warum aber soll verschwiegen werden, daß auch manche Zeitschriften ein Interesse für gelungene Heimatphotographlen haben? S.Upor< Wirtschaft an= Aachdruct verboten! 18 Fortts Der WTB.-Berichterstatter erfährt auf Grund einer Privat-Jnformation, daß für die leichtathletischen Wettbewerbe der X.Olympischen Spiele 35 Nationen insgesamt 586 ^Reibungen abgegeben haben. Auf die Konkurrenzen der W“ ner entfallen 519, auf die Wettbewerbe der Frauen 67 Nennungen. Die meisten Meldungen gab Amerika mit 81 ab, es folgen dann Brasilien mit 51, Japan mit 49, Finnland mit 44, Deutschland mit 42, Kanada, mit 38, England und Argentinien mit je 31, Frankreich mit 24, Mexiko mit 22, Griechenland mit 19, Schweden mit 18, Italien mit 16, Australien Polen und Südafrika mit je 12, Neuseeland mit 11, Holland und Cuba mit je 8, Norwegen, Irland und Ungarn mit je 7, Indien und Tschechoslowakei mit je 6, Schweiz mit 5, China, Honolulu und Lettland mir je 3, Portugal, Dänemark und Estland mit je 2 AS »MW W. Original «Vornan von Anny von panhuys. Copyright by Verlag A. Bechthold, Braunschweig. sagen willst, kriege, ich doch wenigstens einen Kuß als Anzahlung, nicht wahr?" Lil erbebte. Wie dreist der plumpe Mensch mit einem Male war. Sie wich zurück. „Der Kuß gehört zum „ja" dazu!" Sie machte ganz kokette Augen, was ihr gelang, weil ihr gar nichts anderes übrig blieb, als ihre Dolle gut zu spielen, wenn sie ihn nicht gegen sich aufbringen wollte. Er schlug ihr derb auf die Schulter. „Kleiner Schelm, wozu wollen wir bis morgen warten?" 6ie erwiderte ernst: „Weil ich abergläubisch bin nach dem Traum. Dem heutigen Tag traue ich nicht." Er lachte wieder. „Meinetwegen! Die Hauptsache ist doch, daß ich zu meinem „3a" und meinem Kuß komme. Dis morgen werde ich es schon aushalten." Sie lächelte ihn bestrickend an und er versicherte: „3ch bin Kavalier und ein Kavalier gehorcht den Wünschen seiner Dame." Lil lächelte: „Ich wußte gar nicht, daß Sie so galant sein können." „Ich kann alles, du niedliches Spielzeug. Da, wart's ab, was wir zwei für ein schönes Paar werden." Er faßte sie bei den Schultern und es kostete Lil Mühe, stillzuhalten, denn der widerliche Atem des Mannes reizte sie, ihre Faust hochzurecken, sie ihm in das zu ihr niedergeneigte Gesicht zu stoßen. Aber sie war sich mit Stampfevl darüber klar geworden, sie sollte am klügsten Streit und Aerger mit Gerhard vermeiden, ihn dumm machen, Hinhalten, damit man dann auf geschickte Weise dem Zirkus CB al et sagen konnte. Sie hielt also still, bezwang ihren Widerwillen und sagte mit lächelnder Miene: „Ich wollte mir schon immer meine Kostüme reinigen lassen, richtig und gut, was man selbst daran her um- pfuscht, ist doch nichts Halbes und nichts Ganzes. Darf ich nachher nach Dresden fahren und in die Reinigung geben? Auch Stampfevl sieht des abends schon viel zu schmuddelig aus in dem weiß und roten Anzug. Ich möchte auch in Dresden ein paar Kleinigkeiten kaufen, die ich brauche, weil ich allerlei Ideen habe, womit ich unsere Dummern verbessern könnte und ausbauen." Der Direktor wurde in ihm wach. „Wirklich? Deine Dummer willst du noch verbessern? Du bist 'ne tüchtige kleine Person." Er ließ sie los und sein Gesicht entfernte sich von dem ihren. „Ich muß dir ein Kompliment machen. Weißt du, als Direktor soll man ja sein Personal nicht verwöhnen, sonst wollen sie mehr Geld haben, aber wir beide heiraten uns ja da darf ich eine Ausnahme machen. Du kannst mehr als alle Clowns, die ich in meinem Leben gesehen habe, zusammen können. Wenn du willst, Sie sagte: „Wo soll ich aber die Sachen einpacken?" Sie besann sich scheinbar, rief dann, als wäre ihr der Einfall eben erst gekommen: „Ich nehme meine Koffer und die können dann bis zum Abholen der Kostüme gleich in der Reinigungsanstalt stehen bleiben. Auf diese Weise kann man die Kostüme dann gleich sauber verpackt wieder herbringen." Er stimmte zu. „Bist du ein praktisches Mädel. Und wie ist s mit dem Geld, wieviel soll ich dir mitgeben?" Sie erwiderte ohne weiteres Ueberlegen: „Geben Sie mir ungefähr soviel, wie mein Gehalt von diesem Monat bis heute ausmacht, das genügt mir.“ Er lachte: „Mal ein Mitglied, das keinen Vorschuß will. Also, wie ich's ausrechne, kriegst du etwa vierzig Mark." Sie nickte Ja und dachte, mit den vierzig Mark besäßen Stampferl und sie doch zusammen schon hundert Mark, ehe sie sich aufmachten in eine Zukunft, für die sie noch keinerlei Sicherheiten besaßen, in der sie nur mit Hoffnungen hineinzogen. Alles ging weiter gut, sie erhielt das Geld, packte ihre Kostüme ein, dazu das eine Kostüm von Stampferl, stopfte auch noch etwas Garderobe und Wäsche von sich in die nicht allzu großen Koffer, und der Direktor ging mit zum Bahnhof, trug galant den einen Koffer, wahrend Stampferl den anderen trug. Das war Lils Auszug aus dem Zirkus Ger- ^Änterwegs erzählte Gerhard dem Clown Stampferl, Lil würde Frau Direktor, und machte dazu ein mordseingebildetes Gesicht. Die Koffer waren im Zugabteil verstaut und die beiden standen am Fenster, sprachen noch mit Dem Direktor. Jetzt ruckte der Zug an, die Räder begannen sich zu drehen. Lil hob ihr Taschen- tüchlein, es wehte auf, flatterte wie ein winziges Fähnchen. Doch einmal umfaßte Lils Blick die Gestalt des plumpen Menschen, der sie zur Frau Direktor hatte machen wollen, dann ließ sie sich Stampferl gegenüber auf der Bank nieder und sah ihn stumm an. Sie befanden sich nicht allem im Abteil, und sie 'redeten kein Wort miteinander, ehe sie in Dresden ankamen. Das war zu später Mittagsstunde und beide verspürten Hunger. Sie ließen sich's aber voriäufig an Kaffee und Brötchen genügen und benutzten gleich den gerade nach Berlin abfahrenden Zug. Sie wollten vor allem erst etwas Entfernung zwischen sich und ben Zirkus Gerhard legen. Der Direktor wartete gegen Abend vergebens auf die Rückkehr seiner beiden Clowns, und da sprang ihn plötzlich das Mißtrauen an wie eine wilde Katze. Er teilte seinen Töchtern seine Ber- mutungen mit und Jetta durchkramte Lils zurück- gelassene Sachen, diese erklärte: „Sie hat allerlei mitgenommen, was darauf schließen laßt, sie kommt nicht wiederl" (Fortsetzung folgt.) Deutsche Anleihen waren zunächst kaum verändert, bröckelten dann aber leicht ab. Ausländer tendierten ziemlich unregelmäßig. Renten, mit Ausnahme der verhältnismäßig gut erhaltenen Goldpfandbriefe, neigten zur Schwäche. Reichsschuldbuchforderungen verloren bis zu 0,75 v. H. Am Geldmarkt war Tagesgeld heute mit 5,25 v. H. erhältlich. Prioat- diskonten blieben angeboten. Frankfurt lustlos und schwächer. F r a n k f u r t a. M., 27. Juli. (WTD. Drahtmeldung.) Je näher der Wahltermin heranrückt, desto größer wird die Zurückhaltung an der Börse. Da auch Deuhork in schwächerer Tendenz geschlossen hatte und vor allem das Publikum dem Markte weiterhin fernbleibt, schritt die Spekulation nach ihren gestrigen Deckungen und kleinen Meinungsläufen heute zu Realisationen, so daß ein überwiegend schwächerer Gr und ton vorherrschte. Ein verstimmendes Moment wollte die Börse auch in der Kredithingabe an die Hoesch-Köln-Deuessen-AG. erblicken. Bei sehr geringer Llmsatztätigkeit war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich, doch überwogen Abschwächungen von 0,50 bis 1 Prozent. IG. eröffneten mit 88,50 Proz., gegen die Abendbörse 0,25 Prozent niedriger, gingen aber später auf 87,65 Proz. zurück. Diedriger setzte vor allem die Mehrzahl der Montanaktien ein, die Rückgänge hielten sich jedoch im Rahmen von etwa 0,50 Prozent. Buderus blieben mit 26,75 Prozent gut behauptet. Bon Schiffahrtswerten gaben Ha- pag und Dorddeutscher Lloyd je 0,50 Prozent nach, und von Nebenwerten verloren Metallge- sellschast 1 Prozent. Einiges Interesse erhielt sich am Elektromarkt noch für AEG., die 0,50 Proz. höher eröffneten. Bon Zellstoffaktien gewannen Zellstoff Waldhof 1,25 Prozent. An den übrigen Marktgebieten herrschte Geschäftslosigkeit. Deutsche Anleihen bröckelten ebenfalls von 0,25 bis 0,50 Proz. ab, wogegen späte Reichsschuldbuchforderungen mit 56,25 Prozent unverändert eröffneten. Bon fremden Werten blieben Zolltürken und Anatolier behauptet, dagegen gingen 3prozentige Salonique Monastir nach der leh- tägigen Befestigung wieder etwas zurück. Gold- und Liguidationspfandbriefe waren meist etwas angeboten und lagen zirka 0,50 Proz. niedriger, während Kommunalobligationen gut behauptet blieben. Infolge der herrschenden Geschäftsunlust bröckelten die Kurse an den Aktienmärkten im Verlaufe weiter leicht ab. AEG. gaben ihren Ansangsgewinn wieder her, IG. lagen schließlich 1 v. H. unter dem Anfangskurs. Am .Rentenmarkt blieben deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen auch späterhin unverändert. Der Satz für Tagesgeld blieb zu 4 v. H. unverändert und leicht. sind wir bald gemachte ßeute." Er neigte fich wieder zu ihr nieder und flüsterte: „Du bist so eine Künstlerin, Kleine, daß der Zirkus Gerhard durch dich 'ne Berühmtheit werden kann, daß wir ein für allemal rauskommen aus dem Dreck. Baue deine Dummer aus, verbessere, fahre nach Dresden, kaufe dafür was du willst und laß die Kostüme reinigen, dein Schutz zahlt alles, Mädel, und — fährt mit.“ Sie zuckte unwillkürlich zusammen. Darauf war sie nicht vorbereitet, damit hatte sie nicht gerechnet, daß er mitfahren könnte. Ieht galt es Fassung zu bewahren. Sie lächelte tapfer: „Dein, das dürfen Sie nicht, Herr Direktor. Sie sollen nicht sehen, was ich einkaufe, meine Dummer soll eine Ueber- raschung für Sie werden. Ia, auch für Sie. Ich habe mir das so ausgedacht. Aber Stampferl könnte mich begleiten und die Kostüme tragen, die in die Reinigung sollen." Iohann Gerhard blinzelte: „Wenn Stampfer! nicht schon so'n Männchen wäre, könnte ich auf ihn eifersüchtig werden." Er überlegte. „Also meinetwegen, nimm den Stampferl mit als Bedienten. So was wie du darf sich schon einen Bedienten gestatten. Bist ein feines Angora- kähchen und morgen wirst du meine Braut. Dach unserer Hochzeit gibt es für dich kaum besondere Veränderungen, dann kommst du von Jettas Wagenabteil in meins rüber. Er sang mit falscher Stimme: Machen wir's den Schwalben nach, bau'n wir uns ein Dest! Er lachte: „Das Rest ist schon gebaut und jetzt habe ich mir das Weibchen dafür eingefangen." Er spitzte die wulstigen Lippen: „Komm, laß . den Aberglauben, wollen uns küssen. Wozu das verschieben? Mit sowas kann man gar nicht rasch genug anfangen." Sie wehrte mit erhobenen Händen. „Bitte nicht, wegen meinem Traum, ich glaube dann bestimmt an eine schlechte Zukunft mit uns beiden. Morgen, bitte, erst morgen!" _ . Er brummte: „Bei jeder anderen würde ich jetzt den Teufel danach fragen, ob heute oder morgen, da nähme ich mir, was mir ja schon so gut wie gehört, aber du hast so etwas, wodurch bei eurem der Kavalier geweckt wird. Doch sage als Vorschuß einmal „Iohann" zu mir, ich möchte wissen, wie sich das von dir anyört." r O, es kostete Lil Aeberwindung, ihm den Gefallen zu tun. Aber sie brachte es fertig, wich jedoch für alle Fälle noch einen halben Schritt zurück und sagte dann lächelnd: „Iohann. Er schnalzte mit der Zunge. „So war es recht, Lil! Und letzt mach was du willst, und nimm Stampfer! mit nach Dresden. Fahrt nur bald, damit ihr vor der Vorstellung zurück seid." _ ,r . Sie nickte eifrig, dachte, nun war Wohl der schwierigste Teil ihrer Aufgabe gelöst. GHG bei der Deutschen Meisterschasts- CRcgdfo. Bereits ein Dutzend Siege 1932. Die Siebener Ruder-Gesellschaft 1877, die bekanntlich im vergangenen Iahre 23 Siege zu verzeichnen hatte, eine außergewöhnlich hohe Zahl, die unter allen deutschen Rader-Vereinen nur noch die Mannheimer RG. „Qlmicitia", die Vertreterin Deutschlands bei den Olympia-Wettkämpfen in Los Angeles, und die Frankfurter RG. „Germania" erreicht haben, schreitet auch in diesem Iahre wieder von Erfolg zu Erfolg. Mit dem glänzenden Sieg im Ersten Vierer um den Wanderpreis des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen am vergangenen Sonntag auf der Internationalen Regatta in Mainz, ist das erste Dutzend Siege auch in diesem Iahre bereits überschritten. Bei Ueberreichung des Preises an die Gießener Mannschaft sprach die Großherzogin ihre ganz besondere Freude darüber aus, daß der Wanderpreis von einer oberhessischen Mannschaft gegen solch' zahlreiche und starke Konkurrenzen errungen worden sei! Wenn auch der erstrebte Sieg der Gießener Ruderer im Ersten Achter gegen die Mainz-Kasteler RG. noch nicht errungen werden konnte, so waren es stets nur Sekunden, ja zum Teil nur Bruchteile von Sekunden, mit denen sich dieser Gegner den Sieg im Endspurt zu sichern vermochte. In Anerkennung der vortrefflichen Leistungen der diesjährigen Mannschaft hat die Ruder-Gesellschaft beschlossen, ihren Ersten Vierer und Ersten Achter, außerdem noch den Doppel-Zweier zur Deutschen Meisterschafts-Regatta zu entsenden, die am 7. August auf der Donau bei Passau abgehalten wird. Bei dieser Gelegenheit werden die Mannschaften der Gießener RG., obgleich sie vorher noch aus der am kommenden Samstag und Sonntag stattfindenden Gießener Regatta ihre Kräfte mit starken Gegnern zu messen haben, sicherlich wiederum gute Leistungen bieten und man hofft, daß es ihnen gelingen möge, für ihre Gesellschaft wieder einmal, wie in den Iahren 1894 und 1900, eine deutsche Meisterschaft für Gießen zu erringen! Lieber das Meldeergebnis der am nächsten Samstag und Sonntag stattfindenden 27. Gießener Ruder-Regatta haben wir bereits eingehend berichtet. Wie aus dem heutigen Inserat ersichtlich, sind die Eintrittspreise zur Regatta, den Zeitverhältnisse entsprechend, niedrig angesetzt, so daß jedermann in der Lage sein dürfte, den interessanten rudersportlichen Wettkämpfen beizuwohnen. Die Ehrenpreise und Ehren-Llrkunden, leh- tcre eine vortreffliche Arbeit der Brühlschen Druckerei, sind von Donnerstagnachmittag ab im Schaufenster der Firma Schuchard, Seltersweg 44, ausgestellt. 586 Meldungen für die Leichtathletik der Olympiade. Er näherte sich ihr, als sie sich allein im Wohnwagen befand. Er hatte wohl die Töchter zu dem Zweck, sich mit Lil auszusprechen, weggeschickt. Er nahm Platz, sah sie mit seinen kleinen Augen verliebt an. „Dun raten Sie mal, Lil, was ich für einen Wunsch auf dem Herzen habe", begann er. „Es ist ein Wunsch, den nur Sie allein mir erfüllen können. Raten Sie, Lil." Wenn Lil nicht vorbereitet gewesen wäre, hätte sie jetzt sicher irgend etwas Dummes an- gestellt, denn der Direktor stand sofort wieder auf und trat dicht vor sie hin. Zu nahe fast kam er ihr dabei. Sie tat harmlos. „Ich bin eine ganz schlechte Rätsellöserin, Herr Direktor, und es ist viel einfacher, wenn Sie mir sagen, um was es sich handelt." Er tippte ihr mit dem Zeigefinger auf die Stelle, wo das Herz sitzt. „Fühlen Sie da drinnen nichts? Klopft es nicht manchmal ein bißchen stürmisch da drinnen, wenn Sie daran denken, Sie würden vielleicht von jemand geliebt. Von einem Manne, der was von hübschen Frauen versteht und in Ihnen doch die schönste sieht." Lil schüttelte den Kopf. „Wer sollt« mich lieben? Ich komme nirgends hin, ich kenne auch niemand, der Interesse für so ein armes Mädel hätte, wie ich es bin.“ „Dur nicht zu bescheiden", lächelte er mit einem Augenblinzeln. Er sah sie begehrlich an. „Was würden Sie sagen, Lil, wenn ich der Mann wäre, der Interesse für Sie hat? Sogar großes Interesse. Aber das ist ja ilnfinn, wenn ich der Mann wäre, der Sie liebt, Lil?" Gr hob die Arme. „Da kriech« rein, Mädel, ich will dich zur Frau Direktor machen." Er schmunzelte. „Frau Direktor klingt fein, was Mädel? Also los, ruck ran, ich brauche grab so was wie dich." Lil antwortete dem Plan gemäß: „Ihr Antrag überrascht mich sehr, Herr Direktor, aber ich bin abergläubisch. Heute Dacht hatte ich einen bösen Traum, heute sag« ich nicht „ja". Er lachte laut auf. „Kleines Schaf! Aber wenn du es heute nicht tun willst, dann warte ich galant auch bis morgen.“ — Sie lächelte ihn an. „Dann ist's nur gut, morgen denk« ich wohl kaum noch an den Traum." Er nickt«. „Qlber da du, toi« man merkt, ja ** Bereinigte Glanz st offabriken AG., Werk Kelsterbach. Die Vereinigte Glanzstofffabriken AG., Elberfeld, hat bei der hessischen Regierung in Darmstadt Antrag auf Stillegung des Kelsterbacher Werkes gestellt. Ueber den Antrag wird heute zwischen Vertretern der hessischen Regierung und der Elberfelder Genevaldirekdiou in Kelsterbach verhandelt werden. * Zusammen! chlußDSU.-D-RadDw DSU., Vereinigte Fahrzeugwerke AG., Neckar- sulm, hat mit der Deutsche Industriewerke AG., Berlin-Spandau, Abteilung D-Rad-Werke eine Verkaufsgemeinschaft abgeschlossen. Der auf den 12. August einberufenen o. GV. der DSU. Vereinigte Fahrzeugwerke AG. wird vorgeschlagen, im Zusammenhang hiermit die Firma in „„DSU.- D°Rad Vereinigt« Fahrzeugwerke AG" Deckar- fulm, zu ändern. Die Produktion der DSU.- und D-Rad-Gemeinschaftsmodelle soll von den Deckar- fulrner Fabrikationswerkstätten übernommen werden. Berlin schwächer. Berlin, 27. Juli. (WTB. Funkspruch.) Während der Vormittagsstunden war in den Bankbureaus eine etwas schwächere Stimmung festzustellen, da der gestrige Rückgang in Neuyork, der in der letzten Börsenstunde zu Verlusten bis zu 2 Dollar geführt hatte, etwas verstimmte, und außerdem die gestrige Rundfunkrede des Reichswehrministers von Schleicher, in der außenpolitisch recht deutliche Töne angeschlagen worden sind, die Spekulation zunächst zur Zurückhaltung veranlaßte. Nachdem man auch an der Vorbörse etwas schwächere Kurse taxiert hatte, zeigten die Anfangsnotierungen, wohl in der Hauptsache infolge des außerordentlich geringen Ge- schäftes, an dem sich das Publikum heute kaum beteiligte, ein verhältnismäßig widerstandsfähiges Aussehen. Stärker gedrückt waren lediglich Schultheis, Stöhr Hoesch Chade, Elektrische Lieferungen und RWE', die bis zu 2 v. H. verloren, während sich sonst nur Abschläge bis zu 1 v. H. ergaben. Auf der andern Seite waren Ilse Genußscheine, Chemische Heiden und Rheag bis zu 1 o. H. gebessert. Man sprach über die inzwischen dementierten Zeitungsmeldungen, die eine Kredithilfe für Hoesch-Köln-Neuessen betrafen, bei der die frühere Reichsregierung indirekt mitgewirkt haben soll, über die weitere Besserung der Lage in der Kunstseidenindustrie, die in der beabsichtigten Wiederinbetriebnahme einer italienischen Tochter-Gesellschaft der Aku zum Ausdruck kam, usw. Im Verlaufe schritt die Spekulation doch zu kleinen Abgaben, so daß sich ziemlich allgemein Rückgänge bis zu 0,5, vereinzelt bis zu 1 o. H. ergaben. Chadeaktien waren von der Schweizer Arbitrage stärker angeboten und nochmals um mehr als 4 Mark gedrückt. Auch Gelsenkirchen, Siemens und Gesfürel fielen durch größere Rückgänge auf, während AEG. freundlicher lagen. 75 deutsche Paddler in Südfrankreich. Mitglieder des Deutschen Kanuverband«s, 75 an der Zahl, sind am Montagabend bei Arles ein- getroffen. Sie kamen über die Kleine Rhone. Im Lause des Dienstags besichtigten sie Arles und machten außerdem im Omnibus einen Ausflug nach der Hafenstadt Marseille. Borotra spielt gegen USA. Als Linzeispieler im Davispokalkampf. Nachdem Rene L a c o st e, der zuerst als Cin- zelspieler aufgestellt war, an einer Halsentzündung erkrankt ist, hat nun der französische Tennis- Verband als zweiten Einzelspieler in der Davisherausforderungsrunde gegen USA. den „fliegenden Basken " Borotra bestimmt, obwohl dieser vorher erklärt hatte, keine Einzelspiele mehr bestreiten zu wollen. Der erste Cinzelspieler ist Henry C o ch e t. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 27. Juli. Es wurden notiert: Weizen 260 Mark, Roggen 220, Wintergerste für Brauzwecke 170 bis 175, Hafer (inländischer) 170 bis 180, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, Austausch- weizen) 38,15 bis 39,15, Weizenmehl (niederrheinisches, mit Austauschweizen) 38,15 bis 38,80, Roggenmehl 28,75 bis 29,25, Weizenkleie 9, Roggenkleie 9 bis 9,15 Mark. — Tendenz: ruhig. SSadiratssihung in Butzbach. pb. D u tz b a d), 26. Iuli. Die für Freitag voriger Woche vorgesehene Stadtratssitzung konnte nicht stattfinden, da sie nicht beschlußfähig war. Der Vorsitzende, Beigeordneter I o u h , stellte dies fest und vertagte daraufhin die Sitzung auf den gestrigen Abend. Als einziger Punkt der Tagesordnung wurde die Besoldung und das Pensionsdienstallcr des neuen Bürgermeisters Dr. Scheller behandelt. Beigeordneter Iouh gab an, daß der Finanzausschuß die Einstufung nach der Hessischen Besoldungsordnung Gruppe 3a dem Stadtrat vorschlage. Der Vertreter der NSDAP., Stadtratsmitglied Weick- Hardt, stellte den Gegenantrag, Dienstalter und Pensionsdienstalter zusammenzulegen und ein Grundgehalt von 4800 Mk. festzusetzen. Er begründet dies damit, daß die NSDAP, sparen will und beim Höchstbesoldeten der Stadt angefangen werden müsse. Im übrigen hätte seine Fraktion Kandidaten namhaft gemacht, die den Bürgermeisterposten für 4000 Mk. übernommen hätten. Bei der Abstimmung wurde der Antrag des Finanzausschusses mit 8 gegen 4 Stimmen angenommen. Demnach wird ein Grundgehalt von 6500 Mk., ein Wohnungsgeld von 1080 Mk. und eine Kinderzulage von 120 Mk. festgesetzt, wovon insgesamt 1533,60 Mk. an Abzügen abgehen. Das Besoldungsdienstalter wurde auf den 1. Iuli 1920, das Pensionsdienstalter ab 1928 festgelegt. Nachdem diese definitive Regelung stattgefunden und der neue Bürgermeister gestern bereits hier in di« für ihn vorgesehene Wohnung «ingezogen ist, wird nunmehr wohl Ruhe in unserer Stadt einkehren und ein gedeihliches Zusammenwirken zwischen Stadtverwaltung und Stadtrat stattfinden. Amtsgericht Gießen. Im Iahre 1925 wurde ein auswärts wohnender, Hilfsweise angenommener Ortsbriefzusteller wegen Llnterschlagung zweier Wertbriefe zu einer Gefängnisstrafe von 8 Monaten verurteilt. Ieht, nach etwa 7 Iahren, stand er wegen schwerer Beleidigung des Oberpostinspektors, auf dessen Zeugnis er seinerzeit verurteilt worden war, wiederum vor Gericht. Dieser ging am 14. Mai 1932 auf dem Schiffenberger Weg spazieren, als ihm sein früherer Untergebener begegnete. Schon im Vorüberfahren erging letzterer sich offensichtlich jenem gegenüber in Beleidigungen, die aber dem Postbeamten nicht verständlich waren. Dann sprang er von seinem Rade herunter und stellte seinen früheren Vorgesetzten. Er spielte in nicht mih- zuverstehender Weise darauf an, daß er nur ihm seine damalige Verurteilung zu verdanken habe. Der Postbeamte erwiderte in sachlicher Weife. Trotzdem scheut« der Angeklagte sich nicht, ihn einen „meineidigen Lumpen" zu nennen, der damals selbst die Briefe unterschlagen habe. Irgendwelche Entschuldigungsgründe für ein derartiges Verhalten fand das Gericht nicht. Milde war durchaus nicht angezeigt. Das Urteil lautete au f 2 Wochen Gefängnis. Am 10. April fand in der Schanzenstraße eine Schlägerei zwischen politischen Gegnern statt. Zwei Polizeiwachlmeister räumten die Straße mit Zuhilfenahme ihrer Gummiknüppel. Dabei erhielt auch der Angeklagte einen Schlag, worüber er in eine derartige Erregung geriet, daß er sich in heftigen Schimpfworten gegen die Wachtmeister erging. Sie trugen ihm eine Geldstrafe von 3 0 Mark ein. Dur feiner schon durch die Schlägerei hervorgerufenen Erregung hat er es zu danken, daß die Strafe nicht höher ausfiel. Meldungen, während Oesterreich, Ecuador, die Philippinen und Columbien nur je einmal vertreten ^Äuf die einzelnen Wettbewerbe verteilen sich die Meldungen wie folgt: 100 Meter: 36; 200 Meter: 40; 400 Meter: 35; 800 Meter: 23; 1500 Meter: 31; 5000 Meter: 29; 10 000 Meter: 27; Marathonlauf: 33; 3000 Meter Hindernislaufen: 24; 110 Meter Hürden: 22; 400 Meter Hürden: 17; 50-Kilometer-Gehen: 16; Hochsprung: 22; Weitsprung: 20; Dreisprung: 7; Stabhochsprung: 9; Speerwerfen: 16; Diskuswerfen: 24; Kugelstoßen: 20; Hammerwerfen: 18; Zehn- kamps: 20; 4 mal 100 Meter und 4 mal 400-Meter- Staffel: je 10. Frauen: 100 Meter: 21; 80 Meter Hürden: 10; Hochsprung: 10; Diskuswerfen: 10; Speerwerfen: 10; 4 mal 100 Meter: 6.