unb^ "b,i Schaft «vicht, %l°°"^i. 䣫£ «iSt 'S .'jsftsS 4':nÄ *--fÄ •f. mÄ1« y5Ä I* * ifumgüter 116,9 (n* M-abUL calveyammlima ur ^ßetluft borjuttagr, ein ©tfamtttrlift Dvenut QL-g.' ^Ichineniabiil Hot- azielte ün DeschLstz. 136 Wk. Torjahn»- ittogetoinn von lj3 m allgemeine Hani« S) Millionen Mall .22 (0j2) Dilliom iah sich ein QJerln' । ^durch sich der Joi- : 262 M vermindert ne Rechnung borgt- iermatft 3unt Am 6\«^v ibgelaufenen 2cnck>' - Ion Seiten deS jfav nur der TageSbedcrs lsähen hielten sich Nt !tande der IorwoLr, •in von 0,5 bis 1 $f. ’n Siern, die bis 0,7J leben ziemlich knapp. > loco Frankfurt a. M MK.V bis 6,50, Rus. 6 bis 8, Flandern l 7, deutsche Lande« «er 6,50 bis 8Z0. ,K« Olivber ins 31. Schreibungen un> an 1671518 Tm Vevismgeschäftr let . 01, 26. Juni. Ttt enen Frankfurter ist aus Ersuchen m Mer dm Derdaart «schSste Migt $ den. Sin Kunde lene in Höhe von M . nach Deutschland , übergeben haben. K f, der Kunde rb d« Papiere'nA ng erfolgte auf äftSbüchcr der 5«« llr. ^28.3-nn. k - Jpü» rÄ*L- ti,40 82-63 15-6 l6-£ Ä 74-70 2^ Th* 0 ii< Ä 0 i 0 15 15 63 57 97 93 13 24 152 s ,47 ,59 ,0S ,73 ,53 101 127 »7 98 )UtL LÜ3 i!Ä '?S Ü 71-11 15.20 h 16.55 91,92 34.67 62-37 1,199 0.325 6.743 13,3* P 1.1 il 1J> 82 Z S 59 ? । ----Ltf i« Ur. 148 (Erftes Blati 182. Jahrgang Montag, 27. Juni 1932 Erscheint täglich, aufeer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Schalle monatsBejugspreis: Mit 4 Beilagen NM 1 95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siehe». Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Dmd üBö Verlag: vrühl'fche Univer^lüls-Vuch' und Stetnörndcrei R. Lange in Giehen. Sd)riftleitiing und Geschäftsstelle: Schulstraste 7. Annahme von Anzeige» für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis fir 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Neichspfennig; für No- klameanjeigen von 70 mm Breite 35 Neickspsennig, Platzvorschrift 20', mehr. Lhefredabteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantworilich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Idyriat; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Ma? Filler, sämtlich in Giehen. Ein Zestsonniag in Danzig. Oer deutsche Zioitenbesuch in der Kreien Stadt. — 500 Jahresfeier -es St.-Facob-Hospitals Danzig, 26. Juni. (SU.) Am Sonntag erreichten die Veranstaltungen aus Anlaß des deutschen Flottenbesuches in Danzig ihren Höhepunkt. Mm 9 Mhr fand im Haus Heiligegeisigasse ®de Kohlengasse die Enthüllung einer Gedenktafel für den Danziger Seehelden Admiral Paul Deneke statt. An der Feier beteiligten sich neben 400 Mann der deutschen Schisssbesahungen die Danziger Marinevereine, die Danziger Vaterländischen Verbände, Stahlhelmabordnungen. SA.- und SS., die Kriegervereine, eine Hundertschaft der Danziger Schutzpolizei und die Ehar- gierten der Danziger Studentenschaft im WichS. Senatspräsident Z i e h m würdigte in einer kurzen Ansprache die Bedeutung Benekes. Er legte dann an der Gedenktafel einen Kranz nieder. Hierauf sand im Stadtverordnetensihungssaal eine Festsitzung statt, bei der Museumsdirektor Prosessor Dr. K e y s e r einen auch durch Rundfunk übertragenen Vortrag über die E n t - stehung des St.-3akobs-Hospitals und über Danzig und seine Seegeltung hielt. An dem mittags vom St.-3akob-Hospital gebenen Essen in der Gewerbehalle, der ehemaligen St.- Iakobskirche, nahmen neben dem Präsidenten des Danziger Senats und dem deutschen Generalkonsul in Danzig Dr. Freiherr von Lehermann, der Führer des deutschen Flottengeschwaders, Konteradmiral F ö r st e r, der Kommandant des Linienschiffes „Schlesien", Kapitän z. S. Ah mann, zahlreiche Offiziere der deutschen Kriegsfchissc, die Spitzen der Danziger Behörden sowie Vertreter der Danziger Reedereien und Schiffahrtskreise teil. Der Vorsteher des St.-3akobs-Hospitals gab einen kurzen Meberblick über die Geschichte und die Entwicklung des Hospitals, in dem seit 500 Jahren deutsche Seeleute und Fischer Mnterkunft gesunden haben. Senatspräsident Ziehm überbrachte die Glückwünsche der Danziger Regierung. Am Sonntagnachmittag sand auf den deutschen Kriegsschiffen ein Kinderfest statt, abends ein Empfang mit Tanz, von der Kasinogesellschaft für die Offiziere sowie ein Ball für die Besatzung der Kriegsschiffe in der Sporthalle. Am Samstagabend ist es aus demDanzi- gcr Hauptbahnhof sowie auf dem Zoppoter Bahnhof zu neuen polnischen Provokationen gekommen. Ein nicht angemeldeter polnischer M i l i t ä r t r a n s p o r t, der sich auf der Durchfahrt von Dirschau nach Gdingen befand, hatte aus dem Danziger Hauptbahnhos einen längeren Aufenthalt. Die polnischen Soldaten verliehen den Zug und sangen wiederum pol- nischeLieder auf dem Bahnhof und st i e h e n Echmährufe gegen Danzig aus. Dasselbe Schauspiel wiederholte sich in Zopport. Die deutsche Bevölkerung verhielt sich diesen erneuten polnischen Provokationen gegenüber besonnen und zurückhaltend. Einweihung der Goethe-Schule in Graudenz. Danzig, 26.3uni. (TM.) Das Deutschtum in den geraubten Gebieten hatte durch die Einweihung der neuen Goetheschule in Graudenz einen groben Tag. Der prachtvolle Reubau ist vom Zentralverein für deutsches Schulwesen in Polen mit einem Kostenauf- wand von 3 Millionen Zloty erbaut worden. Die Einweihung fand unter gewaltiger Anteilnahme der Deutschen aus allen Gegenden Polens und der Freien Stadt Danzig statt. Die polnische Bevölkerung hatte ihrem Mnmut über die Eröffnung der deutschen Schule in der Rächt vor dem Festakt dadurch Luft gemocht. dah sie viele Deutsche belästigte, verschiedene Häuser von Deutschen in Graudenz beschädigt und beschmiert und Wohn- und Ladenfenster eingeschlagen hatte. Diese Vorgänge vermochten jedoch die Stimmung der deutschen Bevölkerung nicht zu beeinträchtigen. tleberfall auf deutsche Turner in Böhmen. Unerhörte Provokationen der Tschechen. Prag, 27. Juni. (IBIB. Funkspruch.) Anläßlich des deutschen Gauturntages in Dur in Rordböh- men, kam es während der Vorführungen zu schweren Angriffen durch tschechische Zuschauer, die sich bei dem tschechischen Sokolhaus oerjammclt hatten und gegen die deutschen Turner mit Messern, Schlagringen und Stocken vorgingen. 20 Turner wurden verletzt, drei von ihnen schwer, wie das Prager Montagsblatt meldet, wurde festgestellt, dah der Angriff, an dem sich auch tschechische Frauen beteiligten, planmäßig vorbereitet war. So waren ;. L. die Rinnsteine am Marktplatz m i t v e n z i n überschüttet worden, um durch die beim Angriff zu Boden geworfenen Zettel und das daraus ent- stehende Feuer den Turnern den weg auf die Gehsteige abzuschneiden. Deutsche Parlamentarier, die bei den Vezirksbehorden gegen die Störung des amtlich in der sudetcndeutfchen Stadt bewilligten Festes einfchrittcn, wurden von der tschechischen Menge auf dem Heimweg angegriffen. Der Bürgermeister wurde bespuckt und beschimpst, so daß er und die Parlamentarier von der Gendarmerie geschützt werden mußten. Zwei Personen wurden verhaftet. Die auswärtigen Turner wurden noch vorzeitigem Abbruch der Turnvorsührungen unter Gendarmerieschuh zur Bahn begleitet. Vic tschechische Angreifermenge hatte sich aus den umliegenden Ortschaften zusammengczogcn. 3n^ amtlichen Bericht heißt es, daß es sich um kommunistische Angreifer gehandelt habe. Zubelnder Empfang der deutschen Alaujakken in Zovpol. Die Kapelle der Schutzpolizei geleitet die Matrosen des Linienschiffs „Schlesien", das Danzig einen Be- such abftattetc, unter dem Jubel der Bevölkerung zum Zoppoter Kurhaus, wo ihnen von der Stadt. « Verwaltung ein erhebender Empfang bereitet wurde. Ein unruhiger Sonntag. Blutige Zusammenstöße politischer Gegner. Zusammenstöße vor dem „vorwärts" Gebäude. B e r I i n , 25. Juni. (ERB.) Kurz vor 17 Mhr kam es in der Lindenstrahe in der Rähe des „Vorwärts"-Gebäudes zu Zusammenstöben zwischen Rationalsozialisten undRcichsbannerleuten, worüber vom Polizeipräsidium mitgeteilt wird, dah ein Zeitungshändler des „Alarm" an der Ecke Friedrichstraße — Delle-Alliance-Plah von einem Trupp von etwa 30 bis 50 Rationalsozialisten überfallen und mibhandelt sei. Der Zeitungsverkäufer flüchtete hierauf nach dem „Vorwärts"-Gebäude. Er wurde von den Rational- sozialistcn verfolgt, die bis in den ersten Hof des „Vorwärts"-Gebäudes gelangten, wo es zu einem Handgemenge mit dort anwesenden Reichs- banncrleuten kam, denen es gelang, die etwa 50 Mann starke Gruppe der Rationalsozialisten wieder hinauszuwerfen. Bei dieser Gelegenheit kam cs zu einer Schießerei, wobei ein R e i ch sb a nne rm a n n und ein Rationalsozialist verwundet wurden. Dagegen wird von nationalsozialisti- s ch e r Seite folgende Darstellung der Vorgänge gegeben: Als kurz nach 16 Uhr Trupps- von SA. -Leuten von der Beerdigung eines Karne- roden über den Belle-Alliance-Platz kamen.^trofen sie auf ein P r o p a g a n d o a u t o der SPD., das mit Lautsprechern ausgerüstet war. Die Fahrer des Autos riefen: „Frei Heil!" und drohten mit den Fäusten aus dem Wagenfenster heraus. Es kam zu einem erregten Wortwechsel zwischen beiden Par- teien. Die Wahrer sprangen aus dem Wagen und griffen die SA.-Leute an. Zur selben Zeit stürmten mehrere Reichsbannerleute, die aus der Linden- ftraße kamen, auf die SA.-Leute zu. Es kam zu einer großen Schlägerei, in deren Verlauf die Reichsbannerleute von den SA.-Leuten zurückge- schlagen wurden. Als die SA.-Leute dann an dein Haus der „D o r w ä r t s" - R e d a k t i o n in der Lindenstraße vorüberkamen, hatten die Reichsbannerleute bereits das eiserne Gitter, innerhalb der Toreinfahrt geschlossen. Als die SA -Leute vorbei- kamen rief jemand aus der Toreinfahrt: „Zurück, Achtung, es wird geschossen!" oder so ähnlich. Die am Gitter Stehenden fluteten zurück und plotz - lich fielen fünf bis a ch t Schüsse aus der Toreinfahrt. Ein SA.-Mann brach mit einem schweren Bauchschuß zusammen und wurde nach dem Urban-Krankenhaus gebracht. Sein Zustand ist bedenklich. Kurz daraus erschien die Polizei und riegelte die Straße ab. Sozialdemokratischer Protest bei Hindenburg. Berlin, 26.Juni. 7TM.) Der Vorstand der SPD hat dc'm Reichspräsidenten folgendes Schreiben übermittelt: .Sehr geehrter Herr Reichs- Präsident! Gestern, Samstagnachmittag um 5 Mhr, überfielen uniformierte SA.-Leute in der Friedrichstraße einenPropagandawagen unserer Partei und schlugen einen unserer Zeitungshändler. 3m Verlaus des Handgemenges drangen sie in das .Vorwärts'' - Gebäude ein, wobei es zu schweren Zusammenstößen mit dem Hausschuh und mehrfachen Verletzungen kam. Wie es zu solchen Meberfällcn kommt, darüber gibt Auskunft die nationalsozialistische Zeitung „D e r A n g r i f f", der am Mittwoch dieser Woche schrieb: „Sic sollen sich nicht so sicher fühlen in ihren Parteibüros und in ihren Redaktionsstuben. im Liebknechthaus, in der Linden- strahe, bei Mllstein, bei Mossc und bei Steintal!" Das ist eine direkte Aufforderung zu den Mebersällen, W sie sich jetzt ständig wiederholen. Eie stehen im krassen Gegensatz zu Ihrer Erwartung, Herr Reichspräsident, die Sie bei Erlaß der letzten Rotverordnung kundge- tan haben, daß nach der Aufhebung des SA.-Verbots Gewalttätigkeiten unterbleiben würden. Da Sie damals versicherten, mit allen verfassungsmäßig zustehenden Mitteln gegen Ausschreitungen jeder Art Vorgehen zu wollen, erlauben wir uns, Sie auf diese krassen Ausschreitungen der uniformierten SA.-Leute von der RSDAP. aufmerksam zu machen." Zm Reich. In Wattenscheid wurden am Sonntag etwa 80 uniformierte Rationalsozialisten in der Sommendellcrstraße von Kommunisten angegriffen und mit Steinen beworfen. Die Rationalsozialisten setzten sich zur Wehr. Es entspann sich ein heftiger Kamps, in dessen Verlauf die Kommunisten über 20 Schüsse auf die Ro tionalsorialisten abfeucrtcn. Ein SA-Mann aus Wattenscheid wurde tödlich verletzt. Ferner erhielt ein SA-Mann eine schwere Schußver- leyung an der Schulter. Zwei SA-Leute und eine unbeteiligte Frau trugen leichtere Verletzungen davon. Vier Kommunisten wurden fest genommen. 3n Essen wurden zwei Rationalsozialisten, als sie in Begleitung zweier Mädchen von einer Sonnenwendfeier in Essen-Vordeck heimkehrten. beschossen. Der Rationalsozialist Balting brach lebensgefährlich verletzt zusammen. Die Tater sind unerkannt entkommen. In R u ß d o r f bei Limbach (Sachsen) kam es am Sonntag zu einem Zusammenstoß zwischen Nationalsozialisten und politischen Gegnern, bei dem eine Person getötet und 13 verletzt wurden. Nach Darstellung von nationalsozialistischer Seite überfiel ein größerer Trupp Reichsbannerleute und Kommunisten zwei Verkehrslokale der Na- tionalsozialisten. Die Ueberfallenen setzten sich teilweise mit Schußwaffen zur Wehr, wobei e i n Kommunist getötet und ein weiterer durch einen Beckensteckschuß schwer verletzt wurde. Zwölf Personen, darunter fünf Nationalsozialisten, wurden leichter verletzt. Ein Uebersallkommando aus Chemnitz stellte die Ruhe wieder her. Die Deutsche Sludenienschast an Den Reichskanzler. Berlin. 27. 3uni. (TM.) Der Vorsitzende der Deutschen Studentenschaft hat an Reichskanzler v. Papen alS dem Führer der deutschen Abordnung auf der Lausanner Konferenz einen Offenen Brief gerichtet, in dem es heißt: Seil Versailles und Öt Germain steht daS junge Deutschland in erbittertem Kamps gegen die Methoden einer Außenpolitik, durch die ein lebenswichtiges 3nteresse der Ration nach dem anderen u m utopistischer Vorstellungen ©Illen geopfert worden ist. Die furchtbare Verantwortung für die dadurch herbeigeführte hoffnungslose Lage unsere- Volke- trifft uneingeschränkt jene Kräfte und Gruppen, die trotz aller Warnungen das deutsche Staat-schiff von Versailles nach Locarno, von Dawes zu Voung gesteuert haben. Dir haben es ausrichtig begrüßt, daß Sie. sehr verehrter Herr Reichskanzler, und 3hr Kabinett, sich aus die Bewegungen berufen haben, die den Lebenswillen des deutschen Volke- verkörpern. Wir wollen 3hnen ober unsere schwere Sorge nicht vorenthalten, daß die praktische Politik, die Taten, die Sie 3hren programmatischen Erklärungen haben folgen lassen, durchaus nicht mit 3hren Worten in Einklang zu bringen sind. Dadurch wird dem 'Bestreben der bi-her Verantwortlichen Vorschub geleistet, die heute alle- daransehen, ihre Schuld von sich auf andere abzuwälzen. Zu diesen Besorgnissen gibt uns die Haltung der deutschen Abordnung auf de rLausannerKonfe- renz Veranlassung, zu deren Mnterftühung Sie in 3hrer Rundfunkansprache die Heimat aufgerufen haben. Die deutsche 3ugcnb hat sich seit den trüben Rovembertagen des 3ahres 1918 mit leidenschaftlichem Protest gegen die ver - antwortungSlofePreisgabeelemen- tarster Rechte des deutschen Volke- und feiner Staaten gewandt. Denken Sie nur an unseren erbitterten Widerstand gegen da- Anschlußverbot und gegen Locarno. Denken Sie cm unseren Kampf gegen den Dawe-- unb gegen den Voungplan. Vergebenhaben wir damals versucht, die Lebenskräfte der Ration gegen einen „Sachverstand" au mobilisieren, zu dessen unheilvollen Torheiten sich heute niemand mehr bekennen möchte. Der Sicherheiten sind wahrhaftig genug gegeben! Wir betrachten es al- eine ungeheuerliche Provokation, wenn heute der leitende französische Staatsmann es wagt, noch weiterhin von „Sicherheiten" zu reden. Von 3hnen hätten wir erwartet, daß Sie auf dieses unhörte Ansinnen die richtige Antwort gefunden hätten. Warum haben Sie geschwiegen? Der englische Premierminister scheint der französischen These von der „Heiligkeit der Verträge" und der Mnoerrüdbarfcit des Status quo zuzustimmen Er spricht von einer Art „Gotte-frieden", der — als Voraussetzung für jede endgültige Reparationsregelung — politische Veränderungen in Europa für einen langen Zeitraum auS- s«Halten soll. Auf diese Art will man den eigentlichen Grund des politischen und wirtschaftlichen Verfalls der Gegenwart, die Mißachtung der Friedensdiktate von 1919 20, auf unabsehbare Zeit sanktionieren. Wiederum soll eine deutsche Regierung dazu gezwungen werden, das Mnrccht von Versailles freiwillig anzuerken- nen. Mit solcher Weisheit will man erneut die Symptome der europäischen Krankheit bekömpsen. ohne ihre Mrfachen auch nur zur Duskission zu stellen. Wir bedauern es sehr, daß Sie auf diese unheilvolle Wendung der Verhandlungen hin nicht mit einem deutlichen Bekenntnis zu der Forderung einer grundsätzlichen Revision geantwortet haben. Statt dessen liehen Sie es geschehen, daß die Konferenz in jene ziellosen Verhandlungen abglitt, durch die feit 3ahr und Tag die Rutznieher der Mißordnung von 1919-20 die längst fällige Bereinigung zu verfchleppen suchen. Die deutsche Fugend wird sich nie und nimmer dazu verstehen tonnen, ein europäisches System für sich als verbindlich anzuerkennen, das mehr als 10 Millionen deutscher Menschen auf dem geschlossenen Siedlungsboden unseres Volkes nötigt, gegen ihren Willen außerhalb des Reiches zu leben. Ein System, das die deutschen Staaten unter dem Deckmantel non „Verträgen" grundlegender Hoheitsrechte beraubt, die jedem anderen Glied der Völkergemeinschaft als felbftoer- ftandlich zuerkannt werden. Ein System, das dem deutschen Volk den notwendig st en Lebensraum nimmt und der deutschen Jugend den Weg zu Arbeit und Brot versperrt. Ein System, das unser Volk zu einer Sklavennation erniedrigt hat und Millionen Menschen anderer Volker zwingt, in einem Zustand der Unterdrückung und Entrechtung zu leben. Minister a. D. Scholz gestorben. Reichsminister a. D. Dr. Ernst Scholz, der frühere FührerderDeutschenVolks- Partei, ist nach längerer Krankheit in den Abendstunden des Sonntag in Berlin gestorben Er litt feit geraumer Zeit an einem schweren Gallenleiden, das sich in den letzten Tagen erheblich verschlimmert hatte. Reichsminister a. D. Scholz stand im 58. Lebensjahr. Von Haus aus Jurist, ging er frühzeitig zur Kommunalverwaltung über. 1912 wurde er Oberbürgermeister in Kassel und gehörte als solcher dem preußischen Herrenhaus an. Später wurde Scholz Oberbürgermeister von Abschluß der ostpreußischenWschutzübung Königsberg, 25. 3uni. (TAI.) Den Abschluß I der großen ostpreuhischen Luftschuhübung bil* dete am Samstagnachmittag ein Flieger- | alarm in Königsberg. Um 15.20 Uhr kam zur örtlichen Leitung die Mitteilung „Luftschiffer". Um 15.45 Uhr wurden die Flieger gemeldet und nunmehr das Kommando „Fliegeralarm" gegeben. Daraufhin ertönten sämtliche Glocken der Stadt und zahlreiche Sirenen aus Türmen und im Hafen. Außerdem wurden Glockenzeichen in allen Straßen gegeben. Die Bevölkerung nahm außerordentlich regen Anteil, mit verursacht durch eine grobe Fälschung, wie man annimmt, von kommuni st i s ch e r S e i t e. Cs handelt sich um eine angebliche Bekanntmachung des Polizeipräsidenten, nach der die Einwohner auf die Straße gehen und möglichst die Mitte des Straßendamms benutzen sollten. Die Uebung sah im einzelnen den Schutz der verschiedenen Industrieanla- g e n vor, insbesondere der Städtischen Gaswerke, bei denen man annahm, daß sie von Bomben getroffen seien. Feuerwehr, Sanitätskolonnen und Technische Aothilfe wurden überall eingesetzt. Bei einer Schule wurde ebenfalls ein Bombeneinschlag angenommen. Hier traten die Sanitäter in Funktion und legten Rot- verbände an. Auf dem Herzogsacker war e i n Schuhgraben gezogen, in den. sich die Schutzpolizei aus der Kaserne geflüchtet hatte. Außerdem wurden bei der Feuerwache Altstadt die außerordentlich durchschlagende Wirkung einer kleinen Brandbombe gezeigt, die bei dem Versuch, sie mit Wasser abzulöschen, noch mehr aufbrennt. Es besteht keine Möglichkeit des Löschens. Man muß sich darauf beschränken, das Feuer mit Sand zu beschütten, um es allmählich zum Ersticken zu bringen. Alm 16.21 Ähr wurde die Entwarnung gegeben und die Äebung als beendet angesehen. Dann versammelten sich die Veranstalter und Gäste zu einer kurzen Kritik, die Generalleutnant von Mittelberger vom Reichswehrministerium gab. Reichsminister des Innern Freiherr von Gayl sprach am Mikrophon des Berliner Senders allen Beteiligten den Dank des Reiches aus. Wenn Reichsregierung und Länderregierungen die Organisation des Luftschutzes in Angriff genommen haben, so folgen sie damit endlich dem Beispiel, welches von fast allen Ländern der Welt, in Sonderheit auch von den Deutschland benachbarten Staaten gegeben ist. Kein Land hat aber einen zivilen Luftschutz so bitter nötig wie Deutschland, das, im Herzen Europas liegend, eine dichte Bevölkerung, eine an der Peripherie des Reiches zusammengeballtc Industrie hat, das umgeben ist von Staaten mit hervorragender Luftrüst un g, während Deutschland selbst jede aktive Luftabwehr verboten ist, abgesehen von wenigen erlaubten Abwehrgeschützen für die Festung Königsberg und einige Küstenplähe. Deutschland ist gegen Luftangriffe völlig schutzlos. Es muh daher immer wieder die Forderung erhoben werden, daß Deutschland dieselbe Sicherheit gegen Luftangriffe erhält, wie sie die übrigen Staaten besitzen. Der Luftschutz der Zivilbevölkerung kann nur durch möglich st zahlreiche Hebungen dem Verständnis des Volkes nahegebracht werden. In Verblödung mit klar umrissener und straff geleiteter Aufklärungstätigkeit soll durch praktische Hebungen erreicht werden, daß alle Deutschen wissen, wie sie sich int Falle einer Luftbedrohung zu verhalten haben. Dank dem völligen Einsatz aller Kräfte ist das gesteckte Ziel erreicht worden. Charlottenburg. Während des Krieges erwarb er sich als Kompagnie- und Bataillonsführer beide Eiserne Kreuze. 1917 übernahm er wieder die Geschäfte des Oberbürgermeisters von Charlottenburg. Rach dem Krieg wurde er im Iuli 1920 Reichswirtschaftsminister int Kabinett Feh- renbach, mit dem er 1921 wieder zurücktrat. Seither war er als Mitglied des Reichswirtschaftsrates und als Stadtverordneter von Berlin tätig, 1921 kam er in den Reichstag, er wurde dort bald Führer der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei. Innerhalb der Deutschen Volkspartei betonte Scholz stets mehr die Rotwendigkeit einer Anlehnung nach rechts und war kein Freund eines Zusammengehens mit der Sozialdemokratie. 1929 wurde Sch. zum Vorsitzenden der Deutschen Volks- Partei als Rachfolger Stresemanns, gewählt. Bemerkenswert war seine Rede im März 1930 in Mannheim, in der er für die dringende Rotwen- digkeit einer Sammlung des deutschen Bürgertums eintrat. Die Aufforderung des Demokratenführers Koch-Weser, die Deutsche Volkspartei und die Demokratische Partei zu einer Partei vereinigt in die Reichstagswahlen vom 14. September 1930 zu führen, lehnte Scholz ab. Rach diesen Wahlen, die einen starken Rückgang der Mittelparteien gebracht hatten, trat er aus Gesundheitsrücksichten von beiden Führerämtern zurück. Einsparungen und neueGteuern inFrankreich Paris, 26. Iuni. (WTD.) In gut unterrichteten Kreisen wurde erklärt, daß die Pläne für die Ausgleichung des Haushalts, die int gestrigen Kabinettsrat besprochen wurden, eine Ausgabeneinschränkung von dret Milliarden Franken und eine neue Steuer in Höhe von einer Milliarde vorsehen. Man hofft dadurch den auf etwa vier Milliarden Franken geschätzten Fehlbetrag des laufenden Haushaltsjahres zu decken. Die Einsparungen sollen sich erstrecken auf: eine zehnprozentige Herabsetzung derKreditefür die nationaleVerteidigung; eine fünfprozentige Verminderung der Personalausgaben, Streichung der Pensionen für bestimmte Kriegsteilnehmer und Streichung der staatlichen CBci- tragsleistungen für die landwirtschaftliche Sozialversicherung. Reue Einnahmen sollen aus der Ausdehnung der Ämsahsteuer auf bestimmte Betriebe, aus der Heranziehung der Sparkassen zur allgemeinen Einkommensteuer und aus einer Erhöhung der Einkommensteuer für große Einkommen erschlossen werden. Die Erörterungen in Lausanne. Eine Ausgleichskasse zur Belebung der Wirtschaft. Lausanne, 27.Juni. (CNB. Funkspruch.) Die Erörterungen in Lausanne, die im engeren Kreise der Delegationen auch am Sonntag weitergegangcn sind, konzentrieren sich im Augenblick besonders auf Gedankengänge, die schon in eineyi belgischen Memorandum aufgetaucht und in etwas veränderter Form in einem Plan des stellvertretenden Generalsekretärs des Völkerbundes, des Franzosen A v e n o (, niedergelegt worden sind. Es handelt sich dabei um eine sog. Gemeinschaftskasse, deren Zweck in erster Linie die Beschaffung von Mitteln zur Belebung der europäischen Wirtschaft ist. Die Konstruktion scheint im wesentlichen so gedacht, daß die noch oder künftighin zahlungsfähigen Länder gewisse Einzahlungen leisten, auf die den Notleidenden unter gewissen Vorauszahlungen Kredite zur Belebung der Wirtschaft und zum Wiederaufbau gegeben werden sollen. Das doppelte Ziel ist offenbar eine Art finanzieller und währungsmäßiger Ausgleich unter gleichzeitiger Verbindung der Interessen innerhalb der Gesamtheit der beteiligten Mächte und, zunächst uneingestanden, mindestens eine Abschwächung des verhängnisvollen und von deutscher Seite stets nicht nur aus egoistischen Gründen bekämpften Prinzips der einseitigen gegenwertslosen politischen Zahlungen. Aus aller Welt. Am Dienstag Urteil im Sklarek-Prozeß. In der heutigen Verhandlung des Sklarek-Pro- zest'es wurde den Angeklagten das letzte Wort zu ihrer Verteidigung gegeben. Leo S klarek erklärte, daß sein Verteidiger 20 Seiten seines Manuskriptes vernichtet habe, weil darin von den großen Kanonen die Rede gewesen sei, die nach dem Willen des Gerichtes nicht hinein- aezogen werden sollten. Er widersprach dann der Behauptung des Staatsanwaltes, daß er gefühlsroh sei und brachte dafür einige Beispiele an. Er habe nie daran gedacht jemanden zu betrügen. Ein deutschnationaler Jurist und Abgeordneter habe ihm gesagt: „Wenn Sie einen klugen Vorsitzenden haben, kann Ihnen nichts passieren!" Sein Bruder Max seidereigentlicheKapitändesSchiffes gewesen und er sei auch heute noch „ein Napoleon int Bett". Die Frankfurter Universität erhält den Namen „Johann-Wolsgang-von-Goethe-Unioersitäl". Bei der offiziellen Goethefeier der Universität am Samstag teilte der Rektor am Schluß seiner Ansprache mit, daß der preußische Kultusminister der Universität den Namen „Johann • Wolfgang- von-Goethe-Unioersität verliehen habe. Das Programm des 4. Deutschen Reichskriegerlages in Dortmund. Am Freitag, dem l.Iuli, wird der 4. Deutsche Reichskriegertag durch einen großen Fackel- zug mit anschließendem Zapfenstreich eingeleitet. Im Mittelpunkt der am Samstag vorgesehenen Veranstaltungen steht das Festspiel „Barbarossas Traum". Etwa 800 Mitwirkende in historischen Kostümen geben in bunt wechselnder Reihenfolge einen Ausschnitt aus der deutschen Geschichte. Die Reichswehr, Reiter- Vereine und Iugendgruppen wirken bei dieser Veranstaltung mit. Am gleichen Tage findet in der Arena der WestfalenhaUe ein D e - grüßungsabend statt. Der Sonntag wird durch einen Feldgottesdienst eröffnet. In der Mittagszeit erfolgt auf der großen Festwiese neben der WestfalenhaUe die P a r a dell u f st e l l u n g. Die Reichswehr ijt mit einer Kompanie vertreten, die die Fahnen der alten westfälischen Regimenter mit sich führt, während eine weitere Fahnenkompanie in Uniformen der alten westfälischen Landwehr und der schlesischen Landwehr 50 Fahnen aus den abgetrennten Gebieten trägt. Bei dem Festakt spricht der Bundes- Präsident, General der Artillerie a. D. v, H o r n. Rach Eintritt der Dunkelheit wird ein großes Feuerwerk abgebrannt. Millionenprozeh gegen den preußischen Staat. Siegener Blätter berichten über den Familientag der Familie von Scheidt, genannt Welsch- Pfennig: Rund einhundert Mitglieder der Familie aus allen Teilen des Reiches hatten sich eingesunden. Der Familientag beschloß, einen P r o-z e ß gegen den preußischen Staat, der schon jahrelang schwebt, mit vereinten Kräften weiterzuführen. Die Familie von Scheidt, deren Ahnherren angeblich 1470 auf der Freusburg im Siegtal saßen und im Mittelalter große Besitzungen im Oberbergischen und im Siegtal, speziell im Betzdorfer und Kirchener Gebiet, ihr eigen nannten, besteht heute aus über 100 Köpfen. Der Wert des von Preußen bei der „großen Flurbereinigung" beschlagnahmten Erbes der Familie beträgt 50 bis 60 Millionen Reichsmark. Die optimistischen Mitglieder der Familie rechnen sogar damit, daß auf jeden Kopf der Familie mehrere Millionen Mark entfallen. Die Rechtslage, so behauptet der Familientag, sei für sie recht günstig. Der Einbrecher von Schloh hohenbuchau festgenommen. Der Einbrecher, der vor. einigen Tagen auf Schloh Hohenbuchau bei Wiesbaden eine Anzahl Gemälde und Basen gestohlen hatte, konnte dingfest gemacht werden. Es ist der schon vorbestrafte Artist Falk, der auch in Rord- deutschland verschiedene Schloßeinbrüche verübt haben soll. Die gestohlenen Gemälde und Basen, die er in einem benachbarten Tannendickicht versteckt hatte, konnten restlos wiederherbeigeschafft werden. Außer diesem Schloßein- bruch konnte ihm noch ein Kellereinbruch in einer Pension in Schlangenbad und ein weiterer Einbruch auf einem Gutshof bei Koblenz nachgewiesen werden. Bei seiner Verhaftung war er mit einem Trommeirevolver, Munition und verschiedenen Einbrechertperkzeugen ausgerüstet. Verwegener Raubüberfall auf ein^ Bankgeschäft. Zwei unbekannte Männer brangen*in das im Zentrum Berlins befindliche Bankgeschäft von Boe- ning ein und forderten unter Vorhaltung einer Pistole die Herausgabe des Bargeldes. Aus dem Geldschrank raubten die Täter etwa 2000 Mark und einige wertvolle Schmuckstücke. Die Täter sind unerkannt entkommen. Anwesend waren zwei Angestellte, die unter dem Ruf „Hände hoch!" gezwungen wurden, die Geldschrankschlüssel herauszugeben. Line Brücke zwischen Falster und Seeland. Die dänische Regierung hat nunmehr den Bau der sogenannten Störst römbrücke zwischen den dänischen Inseln Falster und Seeland der englischen FirmaDorman, Long & C o. üb ertragen, die bereits im Rovember mit den Arbeiten beginnen soll. Entgegen den Erwartungen ist ein internationaler Wettbewerb für diesen Drückenbau nicht ausgeschrieben worden, obwohl die Drücke in erster Linie dem Verkehr zwischen Dänemark und Deutschland über Warnemünde dienen soll. Deutsche Firmen können sich also an diesem Drückenbau nicht beteiligen. Deutscher Kaufmann in der Mandschurei ermordet. In der Mandschurei ist tin deutscher Kaufmann namens Wilhelm Pelz, ein Daher, von Banditen ermordet worden. Der Kaufmann bereiste in geschäftlichen Dingen die Mandschurei. In der Rühe von Hingobihe wurde er von Banditen überfallen. Er konnte sich ihrer jedoch erwehren und neun von ihnen erschießen. Die übrigen ergriffen die Flucht. Bei dem Feuergefecht war er selbst verwundet worden. Als er sich bis zur nächsten Ortschaft schleppte, wurde er aus dem Hinterhalt von einem anderen Banditen erdolcht. Seine Beisetzung erfolgte" unter großer Beteiligung der Bevölkerung, bei der sein Kampf gegen die Banditen große 'Begeisterung erweckt hatte und die ihn als Held betrauert. Drei Tote beim Autorennen in Nancy. Gelegentlich der Automobilwettfahrt „Rund um Lothringen" ereignete sich am Sonntag- nachmittag ein schwerer Alnglücksfall, wobei drei Personen getötet und 22 mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Einer der Rennfahrer verlor unweit von Ranch die Gewalt über das Steuer und raste in die Zuschauermenge. Eine 31jährige Frau und ihr achtjähriger Sohn sowie ein noch unbekanntes Kind von acht Icchren wurden auf der Stelle getötet, während 22 Personen, darunter verschiedene Soldaten, zum Teil schwer ver- Msabeih erobert sich das Glück Roman von Margarete Ankelmann Copyright by M. Feuchtwanger, Halle. 20. Fortsetzung. Rachdruck verboten! Elisabeth kauerte immer noch zusammengesunken in dem Sessel. Plötzlich fuhr sie in die Höhe, als habe ein Blitzstrahl sie getroffen. Eckertsburg! Wenn er dieses Bild sah, was würde er von ihr denken? Hastig sprang sie in die Höhe, rannte im Zimmer hin und her, beide Hände an die Schläsen gepreßt. „Decken Sie dieses Bild zu! Ich kann es nicht mehr sehen. Oh, Sie wissen nicht, was Sie mir angetan haben!" Erneut brach sie in fassungsloses Weinen aus. „Beruhigen Sie sich doch, Elisabeth! Ich wollte Ihnen doch wirklich nicht wehtun, und ich verspreche Ihnen, daß kein Mensch mehr das Bild zu sehen bekommt. Ich sehe ein, ich hätte das nicht tun sollen. Verzeihen Sie mir nur. Ich hänge das Bild in irgendeinen Winkel — nur weinen Sie nicht mehr!" „Versprechen Sie mir das, Herr Lampert?" Mit tränennassen Augen sah Elisabeth zu dem Maler auf. „Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort! Genügt Ihnen das, Elisabeth?" „3a, ich glaube Ihnen. Alnd jetzt möchte ich nach Haufe gehen." „Oh, das werden Sie mir nicht antun, Elisabeth. Ich habe das ganze Fest nur 3hretwegen veranstaltet. Wenn Sie nicht mehr da sind, hat alles keinen Wert für mich. So hart brauchen Sie mich doch nicht zu bestrafen. Liebe, liebe Elisabeth, ein Stündchen nur noch bleiben Sie hier." Er stand vor ihr, mit bittend erhobenen Händen. Leise und schmeichelnd klang seine Stimme an Elisabeths Ohr. Sie zögerte. „Ditte, Elisabeth, nur ein Stündchen noch!" „Run gut, ich will Ihr Fest nicht stören." Sie kehrte mit Lampert zu den anderen zurück, und sie sah nicht die leise Fackel des Triumphs, die in den Augen des Malers glühte. * Seit jenem Abend lebte Elisabeth in einer seltsamen Alnruhe. Martemde Gedanken zernagten ihren Kopf. Wenn sie nur damals darauf gedrungen hätte, daß der Maler das Dild vor ihren Augen vernichtete! Immer, wenn Lampert kam — und er kam oft, solange Frau Schelmer noch verreist war —. fragte sie nach dem Dild. Immer gab er die beruhigende Versicherung, niemand anders als er sähe das Dild, das in einem versteckten Winkel der Wohnung untergebracht war. Im übrigen benahm sich Lampert tadellos. Richt die leiseste Entgleisung ließ er sich zuschulden kommen. Er war vollendeter Kavalier, und Elisabeth war ganz sroh, nicht immer allein zu sein. Frau Schelmer schrieb sehr befriedigt über das Zusammensein Elisabeths mit Lampert. Alnd sie redete Elisabeth sogar zu, Lamperts angebotene Begleitung nach Qterlin ruhig anzunehmen. Sie sei dem Großstadtleben allein wohl kaum gemachten, und es sei eine große Beruhigung für Frau Schelmer, zu wissen, daß Elisabeth die Berliner Tage in Lamperts Schuh verbringe. Lampert hatte den Berliner Aufenthalt sorgfältig vorbereitet, hatte die Hotelzimmer bestellt: er begleitete Elisabeth ins Opernhaus, stand ihr überall zur Seite, so daß sich Elisabeth in der großen Stadt gar nicht fremd vorkam. Elisabeth hatte auch in Berlin außerordentlich großen Erfolg. Das Publikum jubelte ihr zu, die Kritik war begeistert. Die Intendanz der Oper legte ihr einen vorteilhaften Kontrakt vor, der sie für die kommende Winterspielzeit an die Berliner Oper verpflichtete. Ein Ziel war erreicht, das Elisabeth so schnell kaum hatte erwarten dürfen. Lampert gebärdete sich wie toll vor Freude, als er den unterschriebenen Vertrag zu sehen bekam. Er bereitete eine kleine Feier in einem vornehmen Weinlokal. Der Maler war wie ein brüderlicher Freund zu Elisabeth, und sie bat ihm alles Unrecht ab, das sie ihm bisher in Gedanken zugefügt hatte. Dreizehntes Kapitel. Frau Schelmer würde erst ant ersten Februar zurückkommen. Sie hatte dem Gutsherrn verspro- sprochen, so lange bei ihm zu bleiben; die große Wirtschaft und die Kinder konnten nicht ohne Aufsicht bleiben. Alnd in Leipzig würde es ja noch ein paar Wochen ohne sie gehen. Kurt Lampert war nach wie vor der treue Gesellschafter Elisabeths. Harmlos verkehrten sie zusammen, wie gute Freunde. Elisabeth hatte deshalb auch nichts dagegen, als er ihr Karten brachte zu einem großen Kostümfest, das ein exklusiver Verein veranstaltete. Sie als Künstlerin konnte ruhig mit dem Maler dorthin gehen. Sie hatte sich ein wundervolles griechisches Kostüm machen lassen, das ihre vollendete Gestalt prachtvoll zur Geltung brachte. Sehr schön sah fie aus, als sie in der Garderobe vor dem Spiegel stand, die Maske vor dem Gesicht. Sie sah nicht die glühenden Blicke, die der hinter ihr stehende Maler über ihre Gestalt gleiten ließ. Elisabeth tanzte viel, am meisten mit Lampert. In einer kleinen Laube hatte Lampert einen Tisch für sich und Elisabeth reserviert. Hier saßen sie in den Tanzpausen allein und tranken Sekt. Wenn Elisabeth ganz nüchtern gewesen wäre, hätte sie sich sicher diesem Alleinsein mit Lampert entzogen. So aber — die Sektlaune, der Tanz — das alles hatte ihr den Kopf verwirrt, und sie merkte kaum, daß die Stimme des Malers heißer, seine Blicke immer glühender wurden. Dis auf einmal seine Hände um ihren Schultern lagen, bis sie feine raunenden Worte vernahm. „Daß ich dich heute hier bei mir habe, Elisabeth! Daß ich du zu dir sagen darf, einmal, für ein paar kurze Stunden. Du, du — du bist so schön, so süß — schöner als je." „Aber was soll das — ich will das nicht hören", stammelte Elisabeth und versuchte, sich aus Lamperts Armen zu befreien. Sie fühlte, daß die Hitze, die Stimmung, der Sekt sie umnebelt hatten, daß sie sich nicht lange gegen die glühende Werbung des Malers würde verteidigen können, daß sie ihm ausgeliefert war. Der Maler küßte Elisabeths Hände, die Arme, ihren Racken. Elisabeth wollte sich wehren. „Du sollst dich nicht wehren, ich will dich küssen — hörst du, ich will..." Er wollte Elisabeth an sich reiften, ihren Mund küssen. Taumelnd wandte sie den Kopf weg, beugte sich zurück. In diesem Augenblick fühlte sie den heißen Mund des Malers auf ihrem Racken. Mit aller Kraft befreite sich Elisabeth aus der sie umklammernden Almarmung, stand auf. „Ich will nach Hause, sofort!" „Rein, du mußt hierbleiben. Ich lasse dich nicht fort." Stoßweise kam der Atem aus der Brust des Mannes. Elisabeth fühlte plötzlich eine jähe Angst in sich aufsteigen. „Ich will nicht mehr hierbleiben. Ich will fort!" „Du — du!" Sinnlos kamen die Worte von Lamperts Lippen; und als Elisabeth ihn zur Seite zu drängen versuchte, faßte er fie bei den Schultern, mit einer brutalen Bewegung. Sie rang verzweifelt mit ihm, sah aber bald, daß sie seiner Kraft nicht gewachsen war. Ihr Haar hatte sich gelockert, fiel gelost über ihren Rücken. In hellem Entzücken starrte der Mann auf die blonde Flut. Wie von Sinnen war er, als er Elisabeth von neuem in seine Arme preftte. Sie konnte sich nicht mehr wehren, sie mußte seine Küsse ertragen, die auf sie nieder- gingen. „Lassen Sie mich los — ich bitte Sie.. „Hast du Angst vor mir?" „Ich möchte nach Hause..." Elisabeth hatte eingefehen. daß ihr Widerstand sie nichts nützte, daß sie es mit Bitten versuchen mußte. Vielleicht, daß sie ihn dann bezähmte. „Ich bitte Sie, wollen Sie mich nicht nach House bringen? Ich bin so müde..." „So, Kind, jetzt bist du brav. So will ich dich haben, so weich und so zart. Hast du mich ein wenig lieb, Süßes? Ich sehne mich ja so nach dir du..." Er küßte die Tränen, die Elisabeth jetzt über die Wangen liefen, hinweg. „Richt weinen, Liebling! Wollen wir heimgehen, zusammen?" Sie nickte nur, hatte wohl kaum den Sinn seiner Worte begriffen. Hörte nur, daß es heimgehen sollte. Der Maler wollte dem Taxichauffeur seine Adresse angeben. „Alm Gottes willen, Herr Lampert, was fällt Ihnen ein? Was sollen wir jetzt bei Ihnen? Dringen Sie mich, bitte, in meine Wohnung!" Der Maler fügte sich, setzte sich neben Elisabeth, nahm sie wieder in seine Arme. , »So, jetzt sind wir ganz allein. Ieht kann ich dich endlich küssen. Ich hole dir den Himmel herunter, trage dich auf Händen... Weißt du denn überhaupt, was Liebe ist, Mädel? Ich will es dich lehren — du..." Heiße Küsse unterbrachen seine Worte. Endlich hatte er auch ihren Mund gefunden, preßte seine Lippen darauf, in einem endlosen Kuß. Dis der Wagen vor Elisabeths Hause hielt. Taumelnd fuhren sie in die Höhe. Elisabeth war plötzlich ganz klar geworden. Während der Maler noch den Chauffeur bezahlte, rannte sie die Stufen hinauf, schloß in fliegender Eile die Tür auf, noch ehe Lampert wußte, was geschah. Dann, als der Maler in großen Sähen nacheilen wollte, hatte Elisabeth schon die Tür von innen verschlossen. Im nächsten Augenblick war sie verschwunden. * Es war neun Alhr morgens, als Elisabeth aus einem schweren Schlaf in die Höhe fuhr. Wanda stand neben ihr, ein Telegramm in der Hand. Schlaftrunken öffnete Elisabeth den Almschlag. Dann schrie sie leise auf: „Alm Gottes willen, Wanda, da müssen wir schnell Vorbereitungen treffen. Herr von Eckertsburg meldet seinen Besuch an; er wird bei uns eHen. Alnb ich bin so unausgeschlafen. Ich bin erst fepr spät vom Dali nach Hause gekommen. Bitte, Wanda, übernehmen Sie doch alle Besorgungen zum Mittagessen. Sie wissen ja, wie Herr von Eckertsburg alles haben will. Ich werde noch eine ©tunte schlafen, sonst habe ich einen zu schweren Kopf, wenn unser Gast da ist. Alnd noch eins, Wanda, daß ich es nicht vergesse. Wenn Herr Lampert vorsprechen und nach mir fragen sollte: Ich bin nicht für ihn zu sprechen. So, und jetzt, Wanda, machen Sie sich an die Arbeit. Sie haben allerhand zu tun.“ Obwohl Elisabeth ein Bad genommen, sich kalt abgeduscht hatte, sah fie doch noch sehr übernächtig aus, als he Eckertsburg gegenübersaß. Er hatte sie gefragt, ob sie krank sei. Sie hatte verneint chm nur angedeutet daß sie sehr spät von einem -oaii nach Hause gekommen war. (Fortsetzung folgt.) Vermietungen 3- u. 2-Ziromer-Wohn. Friehensmz. ocnn. Schr. Ang. u. 08923 an den Gieß. flUlUlllllUllHUIUIIIIIllUIIU Schöne Wohnung Z3iM.il.Me IN ein. neuen Haus/ näke des Bahnhofs, zu nermieten. ( Nähere Auskunft Ernst Metz, Nieder» £bincn,Rr.5HlsTclb wird noch bl, elnschl. L yuN zu hören sein. Nähs« re, ist au, der heutigen Anzeige ersichtlich. Mietgesuche~~j Jugendliche haben Zutritt 4829C Lichtspielhaus «Gießen Ab heute Montag! Auf stürmisches Verlangen! Das gibt's nur einmal, JETZT kommt es wieder! Der File, den die ganze Welt bejubelt. - Die KrOnnng aller Tontilm- Operetten. — Der Welt gr IHter Sehantihnl Ml. 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Lächelnd stand Onkel Boeder- Komblnatloneherd, 8™ asü.'SSffisü: ssixnäfts LULZSWWML-S Ihrem Kauf sind. Wann dur.en wir Sie erwarten t — Salomon großer Auiwihl im Modehaus UUIUIIIUII letzt wurden. Del einigen der Verletzten besteht 5^bensg«faHr. Llly Beinhorn in Buenos Aires. Nach einer Meldung der Associated Preß ist Elly Beinhorn in Buenos Aires eingetroffen. Zwei Kinder unter dem D-Zug. Bei Jessen krochen zwei Kinder unter der ge- schlossenen Bahnschranke der Strecke Dresden — Leipzig hindurch. Die Kinder glaubten wohl, haß die Strecke frei sei weil eben erst ein Güterzug vorbeigesahren war. Sie wurden jedoch von einem aus der entgegengesetzten Richtung kom. mendcn Schnellzug überfahren. Das eine Kind war s o f o r t t o t. das andere wurde s ch w e r v e r - letzt. Lin Greisenpaar geht gemeinsam In den Tod. In dem unterelsässischen Dorfe Mühlhausen hat der 68 Jahre alte Krämer Rast sein Haus angezündet, seine Frau erschossen und sich s e l b st durch zwei Schüsse so schwer verletzt, baß er bald daraus ve r st a r b. Nachbarn retteten den Mann aus dem brennenden Hause, doch war auch er bald tot. Die alten Leute sind durch wirtschaftliche Not in den Tod getrieben worden. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die beiden alten Leute in gegenseitigem Einverständnis gehandelt haben, denn sie hatten zum Sterben ihren Sonntagsstaat angelegt. Das Gold der „Cgtjpl“ beschlagnahmt. Der italienische BergungSdampfer .Artigliv" traf im Hafen von Plymouth ein. Zollbeamte und Vertreter der Lloyd-Dersicherung begaben sich sofort an Bord. Der leitende Offizier des Küstenwachdienstes von Plymouth erklärt« dem Kapitän der Qlttiglio, Garli, daß dieGold- und Silberladuna beschlagnahmt sei Diese Maßnahme erfolge auf Anweisung der Admiralität. Wie man erfährt, ist von dem Kapitän eines anderen Dampfers, der den genauen Lageplatz deS Wracks der „Egypt" a I S erster ausgemacht haben will, Anspruch auf einen Teil des gehobenen Schatzes erhoben worden. Am Freitag war es ?elungen, aus den Stahlkammern der .Eghpt" 00 Goldbarren zu heben, die einen Wert von 1,6 Millionen Mark darstcllen. Außerdem wurde eine Kassette mit Goldstücken im Werte von fast 100 000 Ml. gehoben. Schweres Unglück bei Schießübungen In Polen. Auf dem Artillerie-Schießübungsplatz bei Kowel ereignete sich während des Scharfschießens ein schwerer Unfall. Ein Geschütz hatte einen Rohr- lr epi er er. Der Gefchützverschluß wurde ausein- andcrgerissen. Durch die umherfliegenden Splitter wurde ein Korporal und ein Kanonier aus der Stelle getötet. Zwei weitere Artilleristen erlagen ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus. Ein Soldat wurde leichter verletzt.. Kongreß tanzt HauptroUen: Lilian Harvey — Willy Fritsch Conrad Veidt — LU Dagover Heute Montag, Dlenatag und Mittwoch: 3 große Volkstage zu can« billigen Preisen: 3. PL 0.40. 2. PI. 0.60. 1. PI. 0.80, Kling I. , Meit.-Balkon 1.10, .Wlttel-Loge 1.30. Fenier aeaerwlhltes Beiprogramm. — Ula-Ten-Woche. Jeder muß diesen Film zweimal sehen! Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 26. 3uli 1932. ,7krt>en.* .Der Mann ohne Aerven" mag ein zugkräftiger Filmtitel fein und sich auf der Leinwand, die ja heut« wohl in erster Linie .die Welt bedeutet', recht imposant ansehen, im Tonfilm auch anhörcn: ein Mensch mit .Aerven wie Stahl- krossen" kann auch der Gedankenschreck harmloser Aomanleser sein. Die Wirklichkeit aber kennt nur Gebilde aus Fleisch und Mut, obwohl gewiß der Mensch die Maschine mit dem feinen und dauerhaftesten PräzisionsmechaniSmus ist. Selbst wenn er wie Ozeanflieger durch dreiunddreihig Stunden ununterbrochen über Raum und Zeit erhaben erscheint, so lauert doch im Hintergründe jeder menschlichen Großtat, die auch .übermenschlich" genannt fein mag, heute oder übermorgen, so oder so, die naturnotwendige Rückwirkung aus einen solchen Raubbau mit den Kräften. . Rodlet nen sah ich fröhlich enden, auf den mit immerdollen Händen die Götter ihre Gaben streuen", weiß der Chirurg Schiller seine Kenntnis um den menschlichen Organismus umzudichten. Die Aerven sind heute vielfach eine bequeme Ausrede der Leute, die auf der Flucht vor sich selbst ku feige sind, entweder begangene Fehler oder iyve Schwäche einzugestehcn. Diese Aerven- schwäche — jetzt nicht von der angeborenen zu reden! — ist gewöhnlich eine jener vielen Zeit- krankheiten, die dem Mangel an Selbstkontrolle an weisem Haushalten mit den Kräften, den körperlichen wie den geistigen, und damit dem Fehlen einer in sich geschlossenen Persönlichkeit entspringt, der heutzutage durch das Streben nach Besitz um jeden Preis und gleich welcher Art bedingt ist. Der Mensch, dessen Horizont nicht bei einem Scheckbuch zu Cnde ist, oder dessen meist falsch verstandener und mißbrauchter Ehr- geiz nicht an einem .berühmten Hamen" in die Bruche geht, kurz und gemeinverständlich: ein vernünftiger Mensch kennt die Grenzen des Erreichbaren und wird seinen Kräfteeinsatz so ab* zirkeln, daß ihm nicht früher oder später der Aervenzusammcnbruch das Gesetz vom abnehmenden Ertrag mit grausamer Deutlichkeit am lebenden Subjekt fühlbar macht. .Aerven behalten I" ist ein häufig wiederholter Mahnruf an unsere Zeit, in der nur allzu leicht das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird und die Gäule mit ihren vollblütigen Besitzern durchgehen. Aerven können eine billige Ausrede und ein willkommener älrlaubsgrund fein, sie können auch alS Schuhschild benutzt werden, hinter den man vor allzu Unbequemem verkriecht. Man mag aber die Aerven als medizinischen Begriff oder zur Wortfechterei nehmen, es läuft auch bei ihnen auf die Energie hinaus, die mit dem Willen den Glauben an sich vereint, der zwar nicht gerade den Mount Everest, aber doch ganz achtung- ?ebietcnbe Berge zu versehen vermag. Energie esitzen heißt: den Kräfteaufwand dem Wert der erstrebten Sache anpassen, "damit im entscheidenden Augenblick nicht der berüchtigte Strich durch die Rechnung sichtbar und fühlbar wird. Denn die Energie muß imstande sein, den Hebel zurückzu- reihen, der daS Manometer seines Körpers vor explosiv geladenem Ueberdruck bewahrt. Sonst ist er, statt über der Materie zu stehen, der Sklave seines schlechteren SchS, ein Don Quichote, der mit Panzerwagen gegen Drahtverhaue aus Spinnweben stürmt. Die als „Aerven" ausgegebene Schwäche ist ein Damoklesschwert, da« wir meist selbst über uns aufgehängt haben, ohne es vielleicht recht zu wollen, oder auch nur zu merken. Weil mir mit uns Schindluder treiben au können glauben, haben wir eine zwiefache Sünde wider uns begangen: wider den Körper und den*Geist. Die mittelalterliche „Maaßc" ist auch heute noch das Maß aller Dinge und allen Tuns. Das Ausmaß des Erfolges hängt nicht zuletzt von dem Maßhaltcn ab, von der Kontrolle, die der Geist über den Körper ausüben soll, damit wir nicht ein Mann ohne Aerven, ein Maschinenmensch oder ein menschliches Wrack werden. __________SUfl- Eigenheimsuchende die über Eigenkapltal verfügen und Mitglieder unserer Genossenschaft sind oder werden wollen, werden zu einer unverbindlichen Besprechung über Erstellung von Einfamilienhäusern freund lebst dngeladcn. Die Besprechung soll am kommenden Donnerstag, dem 30. d Mts . abends 8*/« Uhr, im Sitzungszimmer des Gewerbevereina, Goethestr. 7, statttinden. 48330 Baugenossenschaft 1894 zu Gießen Fourier. e.G.m.b.H. Wölfer. Reue Aliertumelfunde in Rüsselsheim. WSA. Rüsselsheim, 26. Juni Der Heimatforscher S t u r m f e l s entdeckte bei Rüsselsheim die Spuren einer steinzeitlichen Wohngrube. Außer verschiedenen Scherbenresten konnten ein kleines Stcinmesscr und sech» Pfeilspitzen au# Feuerstein geborgen werden. Eine Anzahl von Gefäßen war bei der Abfuhr von Sand durch die Fuhrleute achtlos zerschlagen worden. Feuer in der Chemischen $o6rif Merck. WSA. Darmstadt. 26. 3uni. Am SamStag gegen 23 Uhr brach in der SSurehalle der Ehemischen Fabrik Merck in Darmstadt Feuer auS, das in der Hauptsache von der Werkfeuerwehr gelöscht werden konnte. Die starke Rauchentwicklunq ließ zunächst auf ein umfangreiches Feuer schließen, doch war es weniger gefährlich. alS zunächst angenommen wurde. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. •• vom Botanischen Garten. Auch in diesem Zähre wird die Königin der Nacht mehrere Blüten entfalten. Voraussichtlich werden sie heute (Montags und oielleicht auch noch morgen (Dienstags abends sich erschließen. Zn diesem Falle wird der Garten und das Kaktecnhaus von 20 Uhr ab geöffnet werden. (Eingang nur Senckenbergstrahe.) •• Feuer im SelterSweg Am Samstag, abend brach in einem Arbeitsraum der Firmck Leinenhaue Reuter im SclterSweg Ar 61 Feuer aus. Ein Tisch, verschiedene Stoffballen und einige Fertigwaren fielen den Flammen zum Opfer. Die Feuerwehr, die gegen 22.10 Ahr alarmiert wurde, ging den Flammen mit dem „Minima?" und einigen Eimern Wasier zu Leibe und konnte die Gefahr schnell beseitigen. Aach 20 Minuten konnte die Feuerwehr wieder abrüden. •• (fin kleiner Brand entstand heute gegen 10.30 Uhr in einem Wohnzimmer des Hauses Maus- bürg 15. Dort war eine Holzverkleidung am Lfen In Flammen geraten. Die sofort herbeigerusene Feuerwache löschte in kurzer Zeit und konnte noch etwa 20 Minuten wieder nach der Wache abrücken. "IazzsynsonischesWohltätigkelts- fest. 3m Saale des katholischen Vereinshaufes oer- anstaltete gestern abend die StapeUe der Abteilung Gießen der Deutschen Juacndkrast unter der Firmic- rung „The Fazzfinsonic Brothers" (Leitung: Heinz Nikel) ein jazzwnfonlsches Konzert, das viele Zu- Hörer fand. Auf der hypermodern hergerichteten Bühne musizierten die Mitglieder der Kapelle a la „Weintraub Syncopators" und rissen ihre Zuhörer zu lebhaftem Beifall hin. Saxophon und Schlag- zeug, eine starke Streichmusikbesetzung, Flo le und Megaphon, kurzum, alles was sonst zu einem derartigen Konzert gehört, war original vertreten, so daß die Schlagermusik, in deren Zeichen der Abend stand, die stilgerechte 3ntcrprctation finden konnte. Das Konzert erfüllte, obwohl es sich bei den meisten der Ausführenden um Dilettanten handelte, alle Erwartungen. Die Musiker waren nach besten Kräften bei der Sache und illustrierten ihre Darbietungen sogar durch Nefraingesang^ durch Soli» usw. Walzer- lieber in entsprechender Bearbeitung, Duirfftep und Rumba, English Waltz und Rumba Fox, Siow Fox und Fortrott, Schlagerpotpourri und Tango wurden mit viel Eifer wiedergegeben und sanden bei den zahlreichen jugendlichen Zuhörern lebhaften Beifall. Die Kapelle mußte sich zu einigen Einlagen oer- flehen. Den Höhepunkt des Programms (teilte ein Charakterwalzer „Nachtschwärmer" (Zierer) dar, der mit allen stimmungsmäßigen Emblemen (bei verdunkeltem Saal, mit dein Rushorn de» Nachtwäch- ters und dem 12-Uhr-schlagen der Turmuhr) wieder- gegeben wurde. Die Wirkung gerade dieser Darbietung war von vornherein sicher, und so blieb der anhaltende Beifall nicht aus. Der Ertrag des Äon- zertes der „Synfonic Brothers" der Deutschen Zugendkraft kommt der veranstaltenden Organisation zugute, die damit ihren Zielen, der Jugendpflege, dienen will. Der Wettervoraussage. Zentraleurova liegt im Bereich hohen Druckes, deffen Kern sich mit über Süddeutfchland erstreckt. Sein Einfluß wird fich zunächst noch weiter entfalten, so das) bei meist heiterem Himmel auch die Temperaturen weiter ansteigen. Die im Westen und Aordwesten angrenzenden Llö- rungsausläufer stellen jedoch auch später in unserem Bezirk eine gewisse Beeinflussung in Aussicht, welche sich in einzelnen zum Teil gewitterigen Aiederschlägen äußern dürfte. Aussichtenfür Dienstag: Meist heiteres. wärmeres und trockenes Wetter. Aussichten für Mittwoch: Aufheitern- des Wetter, später aber zeitweise auch wolkig mit auskommender Gewitterneigung, weitere Wärmezunahme. Lufttemperaturen am 26. Juni: mittags 20,2 Grad Celsius, abends 14,5 Grad: am 27. Juni: morgens 16,8 Grad. Maximum 22,6 Grad, Minimum 11,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Juni: abends 21,0 Grad: am 27. Juni: moraens 16,0 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 12% Stunden. ________ Zranz^eldteGeburislagSfeiei' im (Stahlhelm Am Samstagabend vereinigte die Ortsgruppe Gießen des Stahlhelm ihre Mitglieder und zahlreiche Gaste im Eafö Leid zur Feier des Ge- burtstages ihres 1. Bundesführers Franz 6 c l b t e, der in diesen Tagen 50 Fahre alt wird. Die Veranstaltung gestaltete sich gleichzeitig zu einer oatcr- ländischen Kundgebung. Schneidige Musik der Kapelle der Ortsgruppe unter der straffen Leitung des ehemaligen Musik- Meisters des Res.-Inf.-Regts. 116, Schleuse, leitete den Abend ein. Orrsgruppensührer Kamerad Appel begrüßte die Mitglieder und Gäste und gedachte in kurzen Dorten des Führers. Fahneneinmarsch und Prolog (Frl. Preis) gingen der Festansprache des Kreisgcschaftsfuhrers Kam. R e f e m a n n voraus „Franz Seltne und seine historische Tat: der Stahlhelm-, lautete bas Thema der Ansprache, in der der Redner ein klares Bild vorn Leben und Dirken Franz Seldtes zeichnete. Dor den Zuhörern wurde die Jugendzeit des Führers lebendig, man hörte von Franz oelbtes Studentenjahren, seiner Arbeit in der elterlichen Fabrik, in der er von der Picke auf diente, schließlich aber von dem Frontsoldaten Seihte, der stets in den vordersten Schützengräben lag, an der Somme das Maschinengewehr bediente und dabei schwer verwundet wurde (den linken Unterarm verlor), um dann nach seiner Heilung, mit politischen Missionen betraut, dem Vaterland weiter zu dienen. Nicht lange aber, so führte der Redner weiter aus, habe Seihte biesen Dienst getan, fonbern sich abermals zur Front gemelbet. Er habe bei her Film- unb Nachrichtentruppe die 2sonzoschlacht mitgemachl, bis ihn im März 1918 die Malaria überfiel unb er nach seiner Heilung wieder in politische Dienste trat. 3n Magdeburg habe er im November den Zusammenbruch erlebt und in der Folge, in Konsequenz seiner vaterländischen Gesinnung, den Stahlhelm gegründet, der heute sein 2cben8toerf und eine historische Tat darstellt Durch ihn seien in 23 Landesverbänden mit 14 000 Dienststellen über eine Million Menschen vereinigt worden, die dem Vaterland und den Farben Schwarz-Weiß-Rot die Treue schwuren. Mit einem Glückwunsch dem Führer zum Geburtstag und dem Wunsch, daß Franz Seldte dem Bunde noch lange erhalten bleiben möchte, schloß der Redner seine eindrucksvollen Ausführungen. Ein Patenkind deS Dundesführers schmückte das auf der Bühne angebrachte Bild mit einem Ge- burtstagsblumenftrauß. 3m weiteren Verlause der Veranstaltung wurde eine Anzahl neuer Kameraden dem Stahlhelm und seinen Zielen ver- vslichtet. Das Gelöbnis der Qleuaufgenommenen wurde mit dem Deutschlandlied beschlossen und bekräftigt. Der zweite Teil des AbendS war ausgefullt durch die Ausführung des Schauspiels .Brüder in Ketten", einer Tragödie der deutschen Volksgenossen im Osten, das schon einmal in diesem Kreise mit großem Erfolg (Leitung: Herr Wci- nandy) aufgeführt und auch bet dieser zweiten Aufführung wieder starke Anteilnahme und dankbaren Beifall fand. Musik beschloß den Abend, der in seiner Gesamtheit einen ernsten und wür- digen Verlauf nahm. Vornotizen. — lägestalenber für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Kongreß tanzt". — „Der Kongreß tanzt." Das Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, bringt ab heule den bekannten großen Ufa-Tonfilm „Der Kongreß tanzt" wieher zur Ausführung. Der Film, her mit seinen rcl- zenben Schlagermelobien unb feinen unsterblichen Wiener Walzern allgemein gut gefiel, wirb sicherlich noch einmal freunblidje Aufnahme finben. Nahe- res ist aus her heutigen Anzeige ersichtlich. _ Der Alice - Schulverein hält am Dienstag, 28. Zuni, 20 Uhr, im Fröbelfcminar, Gar- tenftrafje, feine Generalversammlung ab. Näheres in her heutigen Anzeige. — Der jugenbliche ÄI a d i e r o i r t u o f e Willy Bremen, ber gegenwärtig im Eafs- Restaurant „Bürgerhof" ein Gastspiel absolviert, Seminaristin iudit für äuli unb August M lew mit Klavierbenutz. Zchr.Ang.m. Preisangabe unt. 4835D anbenGicß.Anzcig. IHöbl.Simmer verl.Juli.suchtjun- ncr Angestellter. 2dir. Ang. m. Preis u. 03925 an b. (9. 21. Heber 1500 Abende in Deutschland, Oesterreich. Holland, Dänemark,Schweden Ekkehard-Spiele Leitung: Oberlt Rohbach. Am Blttwoeh, dem 29. Juni 1932, ebenda 9 , Uhr ptnktllch, Im Saale de* Cafe Leib. Bau neue Spteltokjel Altdeutsche Volkslieder, Kammermusik und Volkstänze. M Sprech- und Bewegungechor: „Der Worten . Preise der PIMtie: Numeriert 155. unnumeriert 1.00 — Schüler. Jugendbiinde, Erwerbslose, Studenten 0.50 gs plötzlich zu einer Anerkennung gelangt war und sich nun mit erheitertem Lächeln sogar den Führer einer umstürzlerischen Richtung nennen hörte, widerfuhr ein erzählenswertes Schrckfal. Er hatte ein großes Gemälde beendet, das für eine „Ausstellung jüngster Kunst" bestimmt war, und überwachte mit besorgtem Eifer die 2^9* schasfung des Bildes aus seinem Ateltcr. Als die Träger mit ihrer Last ächzend um den Treppenabsatz bogen, stand er oben, fröh-'.ch, die Pfeife im Mundwinkel, und sah ihnen nach. Die riesig« Hülle aus vielfach verschnürter Leinwand, die da unten um die Ette verschwand, barg für ihn mehr als nur eine Summe gesteigerter Stunden ein Gebilde aus rastlos suchender Schau, schmerzhafter Anspannung. verzv^:felter Mutlosigkeit und blutauspeitschender, Verzuckung — sie barg ihm gegenwärtige Erfiillung und Gestalt geworden« Gewähr endgültigen Ausstiegs. Indessen er dieses immer wieder Einzige und Einmalige empfand und rasch di« Treppe Otnab- steigen wollt«, glitt er aus und stürzte; nixh bevor das Bewußtsein dessen, was getäao. oxe flammende Helle triumphierenden Gefühls in ihm hatte verdunkeln können, lag er schon, ausgelöscht. gefällt am Fuße der Treppe. Als er nach langer Krankheit von der schweren Gehirnerschütterung äußerlich genesen war. zeigte es sich, daß der wie mit tückischer Berechnung geführte Schlag ihn in seiner -ebenskras gelähmt hatte. Stumm und dumpf unzugangl.ch für alle Bemühung, hockte er in seinem Atetter und geriet nur dann in krampfhaft -uckvlde Er rogung, wenn man ihn tagsüber aus dem trauten Raume entfernen oder etwas oarrn ver ändern wollte; so daß seine durch ihn reich gewordenen Angehörigen ratlos erst, dann be ruhigt, ihn darin beließen und ^1^4 wst vergaßen. Wenn er nicht still auf bem: Sitton.lag oder ohne Regung auf seine ängstlich gehuwte Palette starrte, warf er mit schwerfälliger Hand wirre Linien auf Zeichenpapier, um d e Blatter dann achtlos vom Tische Nattern zu lassen Fünf Jahre hindurch vernahm niemand einen vewußr geformten Laut von ihm. T . n Eines Tages aber, als er unruhiger als sonst mehrmals durch den Raum ^wandert war er ging langsam und taumelte zuweilen ein wenig dabei —. fiel sein unbewußt zweifelnder Blick auf die Morgenzeitung. die man zufällig auf feinen Tisch gelegt hatte, und blieb auf dem in einer Ankündigung fettgedruckten Wort „Ausstellung" hasten. Er sah eine lange Weile daraus nieder, und der «ben noch gleichsam verdeckte Ausdruck seiner Augen bekam allmählich etwas Belebtes und Suchendes, als beginne er sich daraus zu besinnen, daß unter dem Trümmerwerk seiner zerstörten Gedanken eine einst beherrschte Welt verschüttet lag Mit zögernden Bewegung strich er sich ein paarmal über die Stirn; plötzlich wandte er sich, schritt mit einem Gang, der irgendwie an das Wiedereinfeyen eines angehaltenen Uhrwerkes erinnerte, zur Wand, nahm seinen verstaubten Hut vom Haken und ging zur $ ©r gelangte ungesehen die Treppe hinab und zum Hause hinaus. Ohne einen Augenblick des Zögerns oder Fehlgehens, mit einer rätselhaften Sicherheit, fand er den Weg zur nahen Kunsthalle und betrat das Gebäude. In dem Gedränge der Besucher, wo sich unter die üblichen und immer irgendwie gleichen Gäste aus der eleganten Welt mancherlei wunderlich gekleidete Leute von besonderem Gehabe m.schten. beachtete man ihn nicht, und niemand erkannte in dem hageren, graubärtigen, gleichsam vergilbten Manne den sieghaft straffen, berühmten Künstler von ernst. Er irrte eine Zeitlang verstört durch, die Säle, in denen dank einer weitherzigen Jury die Junger jüngsten Umstürzlertums einander mit hitzigen Verkündigungen überbieten durften; aus dieser vulkanisch brodelnden Welt drang keine Kraft zu seinem entrückten Bewußtsein. So kam er schließlich in jene ruhigeren Bezirke, die den Besitz an Werken von gesicherter Geltung in gleichsam gekühlter Luft streng und würdig vereinigten; und derselbe aus dunklem Urgrund wirkende Trieb, der ihn bisher hierher gelenkt hatte, führte ihn vor sein letztes großes, nun hier untergebrachtes Bild. Wir kennen das dann Folgende aus der Schilderung eines klugen und ernsthaften Mann^. der gerade in jenem Augenblick mit einem gleichgearteten Freunde vor diesem Bilde stand und es zum Gegenstand eines gelehrten, vielleicht auch etwas schwermütigen Gespräches über die ewige Erneuerung des menschlichen Ichgefühls machte, das. so sagte er. durch das währende Gesetz des Wandels immer wieder bestätigt und widerlegt wird. Dabei habe er bemerkt, daß em unscheinbarer älterer Mann, gekleidet auf jene gewisser- maßen unpersönliche Art. wie man sie woh. bei Blinden findet, neben ihn getreten fei und ebenfalls das Bild betrachtet hab«. Das Gesicht des Fremden sei ihm ausgefallen und habe ihn an einen Kranken erinnert, der beim Erwachen aus einem Fiebertraum mühsam die andringenden Bilder der Umwelt zu entziffern und zu ordnen sucht. So habe sich der seltsame Gast über die am Bilde angebrachte Ramenstasel gebeugt, die zum wohlbedachten Unterschiede von den beschriebenen Papptäfelchen im Saale der Jüngsten aus einer sorgsam gravierten Metallplatte bestand, und auf der hinter dem Geburtsjahr des Malers ein noch leerer Raum auf das Todesjahr lauerte. Plötzlich fei das Gesicht des Fremden ausgelodert wie in jäher, schrecklicher Erkenntnis; er sei mit einem stöhnenden Aufschrei auf die Sihbank gesunken und habe die Finger in den Samt des Polsters gekrallt. Als bie Beiden sich besorgt über ihn beugten, gewahrten sie mit Erschütterung, wie sich aus diesem zerfallenen Gesicht die Züge eines ihnen dereinst vertrauten und fast schon vergessenen Antlitzes formten. In den Augen aber, die immer noch starr auf bas Bilb gerichtet waren, sahen sie in unbegreiflich rascher Folge den Ablauf eines ungeheuren Er- lebniffes gespiegelt: entsetzles Begreifen; wilde Auflehnung gegen ein Schicksal, das von seiner eigenen Grausamkeit im Geschehen dieser Stunde noch einmal ben hüllenden Schleier Hinwegriß; und bann, zuletzt, Grauen unb Gnabe eines unnennbar tiefen und letzt« Dinge fassenden Wissens, das wenige Herzschlage lang mit hoher, Heller Flamme brannte, bann jäh in feinen Ursprung zurücksank und für die Wahrnehmung der Menschen erlosch. Wenn Schmeling boxi. Wer es heute als Einbrecher zu etwas bringen Will, muß technisch und auch auf dem Gebiete ber Psychologie über erhebliche Kenntniffe verfügen. Es entscheidet über den Erfolg nicht allem das Maß und die Stabilität der Dietriche, sondern es gilt vor allem, den richtigen psychologischen Moment zu erfassen. Die Stunde für den Einbruch zu wählen, in der die Hausbewohner im besten Schlaf liegen, Wäre der richtige psychologische Moment, aber sich daraus zu verlaßen, ist riskant. Wenn aber Schmeling gegen Sharkey um die Weltmeisterschaft boxt und das Radio den fight überträgt, dann macht der Rundfunk die ben Schleichtritt des Einbrechers übertönenden Geräusche und es ist anzunehmen, daß zwischen ber 11. und 13. Runde die Span» nung bes Hörers so gewachsen ist, daß et die Umwelt vergißt. So dachte ein Spitzbube und er dachte richtig. Heimlich schlich er zwischen den Gärten der Villenkolonie im Grünewald herum. macht des Reiches nicht zum Schaden der Privat- wirtschaft ausgeubt unb nicht xu Verstaatlichung»- Maßnahmen mißbraucht wird. Wie das Reich bei ber Sanierung ber Banken betont bat. daß der lieber- gang der Bankaktien in öffentlichen Besitz nur al» eine Notmaßnahme anju|eben sei unb so bald wie irgend möglich wieder rückgängig gemacht werben solle, so wird e» auch jetzt das Gelsenkirchen- Paket nur als ein Pfand, nicht al» ein Herrschaft»- Instrument betrachten dürfen. Die Sanierung ber deutschen Wirtschaft, die bem Reiche al» eine harte Pflicht zugefallen ist, wirb erst vollendet fein, wenn der jetzt notgedrungen übernommene Besitz des Reich» an Bank-, Schiffahrt»-, Montan Aktien ufw. wieder in bie Hand bes privaten Kapital» zurückgegeben werben kann. Da» Reich soll stützen, aber nicht enteignen. Es soll ber Heiser der Wirtschaft sein, aber nicht selbst die wichtigsten Zweige der Wirtschaft betreiben wollen. Cefonomicraf SpieS 70 Jahre alt. Line in Landwirtschaftskretsen bestens bekannt« Perfönlichleit, Direttor i. R. Oekonomierat Spies- Friedberg, feiert am 28 Juni seinen 7 0. Geburtstag. Der alte Herr entstammt einer alten württembergischen GulspächterfamUie; er wurde im Jahr« 1862 auf seinem väterlichen Gut bei Bad Mergentheim geboren. In Hohenheim studierte er Landwirtschaft. Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts kam er in hessische Dienste. Zuerst War er als Landwirtschaftsieb rer an der Landwirtschaftlichen Schule in Alsfeld tätig. Don dort aus wurde er später als Direktor der Landwirtschaftlichen Schule nach Michelstadt i O. und Heppenheim a. d. B. versetzt. Seit 1908 war der Jubilar als Direktor der Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft in Friedberg tätig. 1927 trat er in den wohlverdienten Ruhestand. Große Verdienste erwarb er sich auf dem Gebiete der Förderung der hessischen Tierzucht. Sein« Vorliebe hierfür ließen ihn schon frühzeitig für diesen landwirtschaftlichen Betriebszweig tätig sein. Gelegentlich seiner Tätigkeit in Michelstadt widmete er sich besonders der Oden- Wälder Rotviehzucht und später der Zucht für das schwarzbunte RiederungSvieh. Auf seine Anregung hin wurde der Zuchtverein für dc»s schwarzbunte RiederungSvieh inS Leben gerufen, dessen Geschäftsführer er heute noch ist. Große Verdienste erwarb et sich ferner auf dem Gebiete der Ziegenzucht als langjähriger Vorsitzender des Ziegen zuchtvereins für den KreiS Heppenheim, Erbach und Friedberg und neuerdings als Vorsitzender des DerbandeS der oberhessischen Ziegenzuchtvereine. Für seine Verdienste in der Landwirtschaft verlieh ihm die LandWirt- schafiskannner die Silberne Verdienstmedaille. Seit dem Tod« von Oekonvmieral Weitzel versieht Oelonomierat SvieS die Stelle des Geschäftsführers des Klubs der Landwirte in Frankfurt a. M. Desonders verdienstvoll Wirfte er auch im Obstbau als Direktor deS früheren oberhessischen ObstbauvereinS, als Herausgeber der Zeitschrift „Ratgeber für Obst- und Gartenbau". sowie als 2. Vorsitzender der Zenttalstelle für Obstverwertung Frankfurt a. M. Aufgeflogene StadiratSsitzung. WSR. Worms. 26. Juni. Nachdem vor etwa acht Tagen eine Stadtratssitzung Wegen Deschlußunfähigkeit (Sozialdemokraten. Demokraten und Zentrum waren nicht erschienen) nicht stattsinden konnte. War für Freitag eine neue Sitzung einberufen Worden, um eine recht umfangreiche Tagesordnung zu erledigen. Als nach mehrstündiger Debatte über kommunistische und nationalsozialistische Anträge der kommunistische Sprecher die Rationalsozia- listen und Adolf Hitler an griff, kam eS zu wüsten Lärmszenen und eS hatte den Anschein, als ob es zu einer Schlägerei kommen Würde. Der Oberbürgermeister hobdieSihung auf. um ein Haus zu erspähen, auS dessen geöffneten Fenstern der Tumult des DorkampseS in Reuyork bringt. Die Villa fand sich. Der Besitzer lag auf der Couch ausgestreckt und erlebte die einzelnen Phasen der boxerischen Weltsensation mit wachsender Spannung. WaS um ihn War, versank in Richts, er lebte in Reuyork unter den 60 000, die begeistert den Vorgängen im Ring folgten. Inzwischen kletterte ber Einbrecher burch ein anderes Fenster in das HauS, ging durch alle Zimmer und räumte ab, vom Büfett das Silber, aus den Behältnissen den Schmuck, kurz alles, was an Gegenständen von Edelmetall so herumlag und stano. Gesamtwert 6000 Mk. Für diesen Betrag hätte der Sportbegeisterte eS sich leisten können, nach Reuyork zu fahren und für 80 Dollar auf dem besten Platz zuschauen können. Wie Sharkey und Schmeling um die Weltw ' -r- schast kämpften. Musik ist gesund. Reulich hat man bem Affenhaus eine- Zoologischen Gartens ein Konzert gegeben, um zu studieren, welche Wirkung Musik auf bie in ihrer geistigen Entwicklung zurückgebliebene Klasse ber Menschenart haben würbe Die Tierpsychologen glaubten, in ben Assengefichtern Zeichen eines besonderen Abscheus geleien zu haben. DaS geht ja nicht nur ben Affen so. Auch unter ben Menlchen gibt eS viele, bie bie Musik in alle Ewigkeit Derbammen möchten, benn, sagt Wilhelm Dusch, sie Wirb störenb oft empsunben. Weil fi« mit Geräusch verbunben. In Amerika hat aber ein Professor entbedt, baß Töne nicht nur psycho- logllche Reaktionen auslösen, beS Abscheus ober des Wohlbehagens, sonbern baß ihnen eine bat« terientotenbe Kraft innewohnt. Der Professor hat Tonwellen burch Milch gejagt und siehe ba, bie Milch, in ber es vorher von Bazillen Wimmelte. war nach bem Musikaenuß einwanbfret sterilisiert. Der Apparat besteht in einer Mtttel» tube, bie innerhalb eines magnetischen FelbeS rasend schnell vibriert und dabei hohe Singetöne von sich gibt. Diese singende Tube löst, in eine Flüssigkeit getaucht. Wellen aus. die halten en» tötend Wirken. Das Wunder scheint allo in bet rafenben Schnelligkeit zu bestehen. Man sollte daS auch beim Menschen probieren. Wenn seine Rase von Bakterien wimmelt, benen er im Kollektiv die Bezeichnung Schnupfen gegeben hat, muh er sich ans Klavier sehen und Passagen üben. Mit rasender Schnelligkeit. Er Wirb seinen Schnupsen los unb bie Rachbarschaft aufs äußerste verschnupft. Wirtschaft. Berlin recht schwach. Berlin, 27. Juni. (WTB. Funkspruch.) Heute früh herrschte zwar in den Bankbureaus stärkste Zurückhaltung, doch konnte man die Grundtendenz nicht als unfreundlich bezeichnen. Im Laufe des Vormittags und an der Vorbörse wurde die Tendenz dann recht schwach, und man sprach die Kurse f a st durchweg mehrprozentig niedriger. Die niedrigen vorbörslichen Taxen wurden zwar zu Beginn der Börse nicht erreicht, doch ergaben sich immerhin mit Ausnahme einiger Werte meist Verluste von 1 bis VA Prozent, vereinzelt 2 Prozent. In erster Linie herrschte immer noch Ungewißheit über die Körung der innerpolitischen Lage. Man wartet mit Spannung die morgige Notverordnung und ihre Auswirkungen auf die Länder ab. Die Ansichten über Lausanne gehen ziemlich stark auseinander. Wenn man vereinzelt schon mit einer Ent- schcidung für heute abend rechnet, so sind andere wieder pessimistischer und halten ihre alten Bedenken aufrecht. Es kam in Reichsbank und Farben ziemlich viel Material heraus, und man glaubt, daß das Ausland als Folge der kürzlichen Käufe in diesen Werten im Tausch gegen Bekula heute wieder Verkäufe vorgenommen hat. Auch der Ultimo machte sich bemerkbar, da die Spekulation zu Geldbeschaffungszwecken Abgaben vornahm. Es soll auch wieder Liquidationsware herausgekommen sein. Das Publikum war aber mit Verkäufen weniger vertreten, als die Börse selbst. Farben, die vorbörslich bis auf 86 Prozent zurückgegangen waren, eröffneten dann mit %1A Prozent. Montanpaplere lagen mit Ausnahme von Rhein. Braunkohlen, die 3% Prozent bei geringer Nachfrage anzogen, und Stolberger Zink, die auf die Unterstützung durch das Reich 2 Prozent gewannen, durchweg schwächer. Holzmann, Tietz, Dortmunder Union, Salzdetfurth, Felten und Siemens waren etwas stärker abgeschwächt. Wintershall gingen in Reaktion auf die Befestigung am Schluß der Samstagbörse um einen halben Prozent zurück. AEG., Chade und Akkumulatoren konnten bis 1 Prozent anziehen, auch Feldmühle, Schubert & Salzer und die variablen Jn- dustrieobligationen waren gebessert. Deutsche Anleihen tendierten schwächer. Reichsschuldbuchforderungen waren auf stärkeres Angebot bis % Prozent rückgängig. Die schwächere Tendenz des Marktes der festverzinslichen Werte hielt auch heute weiter an. Im Verlaufe war das Geschäft sehr ruhig, doch schritt die Spekulation, die zu den ersten Kursen auch etwas vorgegeben hatte, zu Deckungen, so daß sich meist Besserungen um % bis % Prozent ergaben; Salzdetfurth konnten sogar ihren Anfangsverlust wieder aufholen. Harpener, Mannesmann, Charlottenburger Wasser und RWE. blieben dagegen weiter schwächer. Der Geldmarkt war auch heute trotz der Nähe des bevorstehenden Ultimos noch völlig unverändert. Frankfurt erst abwartend, dann leicht erholt. Frankfurt, 27. Juni. (WTB. Drahtmeldung.) Zu Beginn der neuen Woche stand die Effektenbörse zunächst im Zeichen der wenig ermutigenden Nachrichten aus der Innen- und Außenpolitik. Aus Lausanne lag noch nichts Neues vor, so daß man weiterhin sehr abwartend blieb. Einige Verstimmung kam auch von den Meldungen, daß bei den deutsch-schweizerischen Wirt- s ch a f t s v e r h a n d l u n ge n Schwieriykei- t e n aufgetaucht seien. Die bevorstehende Veröffentlichung einer neuen Notverordnung mahnte zur Zurückhaltung, so daß das Geschäft nur außerordentlich schleppend in Gang kam. Am Aktienmarkt erfolgten Ultimoliquidationen, wodurch die Kurse im Vorbörsenverkehr um durchschnittlich 1 v. H. gedrückt wurden. Später griff aber eine zuversichtlichere Beurteilung der Lage Platz, und auf Deckungen der Spekulation, die sich allein am Geschäft beteiligte, da das Publikum auch heute kaum Orders an den Markt gelegt hatte, konnte sich nach Feststellung der ersten Kurse eine leichte Erholung durchsetzen, wodurch das Samstagniveau meist wieder erreicht wurde. I. G. kamen mit einem Abschlag von VA v. H. zur ersten Notierung. Deutsche Erdöle gaben um A v. H. nach, wogegen sich Scheideanstalt in gleichem Ausmaß befestigen konnten. Am Umsatzgebiet der Elektrowerte war die Tendenz nicht einheitlich. Licht & Kraft büßten l und Siemens A v. H. ein. AEG. vermochten dagegen bei etwas besserer Nachfrage 1 v. H. zu gewinnen. Von Montanaktien, in denen der Umsatz sehr gering war, kamen Stahlverein $ v. H. niedriger zur Notiz. Salzdetfurth fanden lebhafteres Jn- teresse und erzielten infolgedessen eine Kurserhöhung um 2 v. H. Holzmann unterlagen heute stärkerem Abgabedruck und erfuhren eine Senkung um 2 v. H. Verkehrsaktien eröffneten gut behauptet. Am Anleihemarkt lag Altbesitz schwächer, Neubesitz blieb unverändert. In Goldpfandbriefen kam heute wenig Material auf den Markt, das allerdings zu niedrigen Kursen Aufnahme fand. Liquidationspfandbriefe hatten einige Nachfrage und konnten infolgedessen ihren Kurs behaupten. Reichs- schuldbuchforderungen blieben vernachlässigt und er- mäßigten sich um etwa A d. 5). Im Verlaufe der Börse erfuhr das Geschäft w e - n i g B e l e b u n g. In der Kursgestaltung trat feine nennenswerte Veränderung der gesamten Lage ein. Am Geldmarkt hielt die Flüssigkeit an. Tages- gelt) stellte sich auf 4 o. H. unverändert. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 27. Suni. Es wurden notiert: Weizen 261,50 bis 262,50, Roggen 220, Braugerste 200, Inl. Hafer 170 bis 180, Weizen- mehl, süddeutsches Spezial 0, mit Austauschweizen 38,75 bis 39,75, Weizenmehl, niederrh., mit Aus- tauschwcizen 38,75 bis 39,50, Roggenmehl (70 Prozent) 27,50 bis 28,50, Weizenkleie 8,50 bis 8,60, Roggenkleie 8,75, Erbsen 26 bis 35, Linsen 24 bis 50, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 3,80 bis 4, gebündelt 3,60 bis 3,80, Treber 10 Mk. Tendenz: fester. Am Produktenmarkt hat sich die Situation nicht geändert. Die Zurückhaltung der Händlerschaft hielt weiterhin an, und die Käufer bekundeten bei den Tagesbedarfkäufen stärkere Vorsicht. Das Angebot Regnerischer Auftakt am Samstag. Am Samstag wurden bei der 41. Haupt- regatta des Frankfurter Regatta- Vereins 16 Rennen ausgefahren, die alle unter dem trüben und regnerischen Wetter und dem bewegten Wasser litten. Infolge der Regatten in Zürich und Amsterdam fehlte die große Klasse am Start. Dadurch gingen mit Ausnahme von Kastel zweitklassige Mannschaften in die gehobenen Rennen. Der zum ersten Male startende Germania-Vierer erwies sich dem Vierer des Frankfurter Rudervereins, der die westdeutschen Senioren geschlagen hatte, nur sehr knapp überlegen. Der Verbands-Vierer wurde vom Start bis ins Ziel sehr scharf umkämpft, Germania Frankfurt gewann und holte sich ihren 500. Sieg seit Bestehen. Durch bessere Zusammenarbeit und besseres Steuern siegte die Kleber-Mannschaft des Offenbacher Rudervereins über die Steup- Mannschaft des Frankfurter Rudervereins von 1861. Mainzer Ruderverein siegte im „Zweiten Vierer ohne" vor Ludwigshafen, das im Gast- Vierer die Favoriten (Bayer Leverkusen) abfertigen konnte. Erwartungsgemäß siegten das Drüderpaar Sauer vom Frankfurter Ruderverein im Doppelzweier und Mainz-Kastel im Jubiläums-Achter. Kastel hatte allerdings hier anfangs einen schweren Kampf gegen die sehr guten Gießener zu bestehen, die eine ausgezeichnete Leistung boten, während der Mainzer Ruderverein mit seinen Senioren nicht zur Geltung kam. Die gebotenen Leistungen standen durchweg auf guter Höhe, selbst bei den jüngeren Mannschaften und bei den Akademikern. Oberheffen. Bundessingen des Sängerbundes „Hüttenberg-Schiffenberg". U Großön-Linden, 27. Juni. Am gestrigen Sonntag herrschte in unserem Orte reges Leben. Der Sängerbund „Hüttenberg - Schiffe n b e r g" (Mitglied des Hessischen und des Deutschen Sängerbundes), beging seinen diesjährigen ßiebertag. Die Vorbereitungen waren in vortrefflicher Weise getroffen. Kurz nach Mittag wurden die aus Richtung Butzbach mit der Eisenbahn und die aus Richtung Steinbach eingetroffenen Sänger am Bahnhof vom Gesangverein „Germania" Gro- ßen-Linden, dem die Veranstaltung übertragen war, mit Musik (Feuerwehrkapelle Butzbach) abgeholt. Nach einem Umzug durch die Ortsstraßen und einem vom Gesangverein „Germania" Großen-Lin- den vorgetragenen Begrüßungslied begrüßte der Bundesvorsitzende, Landwirt Anton Müller- Lang-Göns, die Gäste und die rund 800 Sänger. Der Tag solle nicht ein rauschendes Fest sein, sondern die Sänger wollten durch diese Veranstaltung allen Teilnehmern Freude bereiten. Er konnte die Mitteilung machen, daß zwei weitere Vereine, „Jugendfreund" Steinberg und Männergesangverein Klein-Rechtenbach, den Weg in den Bund gefunden haben und an der Feier teilnehmen. Als vorgeschriebenen Chor habe man zum Gedächtnis Goethes das in Inlandware hat eine Verstärkung erfahren, die Preise neigten eher zur Schwache. Das Mehlgeschaft hat keine große Geschäftstätigkeit zu verzeichnen, die Notizen lagen unverändert. Futterartikel beharren in der nachgebenden Haltung. Die Umsatztätigkeit ist weiterhin gering. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. Juni. Auftrieb: 1479 Rinder darunter 354 Ochsen, 127 Bullen, 531 Kühe, 452 Färsen, 676 Kälber, 25 Schafe, 5606 Schweine. Es kosteten: Ochsen, vollfleischige, ausgemastete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 32 bis 35, altere 28 bis 31, sonstige oollfl., jüngere 24 bis 27 Mark; Bullen, jüngere, vollst., höchsten Schlachtwerts 28 bis 32 sonstige vollst, oder ausgemästete 23 bis 27 Mark; Kühe, jüngere, vollst., höchsten Schlachtwerts 25 bis 28 sonstige vollst, oder ausgemästete 20 bis 24, fleischige 16 bis 19 Mark; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder), vollst., ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 32 bis 35, vollfleischige 28 bis 31, fleischige 24 bis 27 Mark; Kälber, beste Mast- und Saugkälber 35 bis 39, mittlere Mast- und Saugkälber 31 bis 34, geringe Kälber 25 bis 30 Mark; Schweine, vollfleischige, von etwa 240 bis 300 Pfund Lebend- gewicht 40 bis 44, von etwa 200 bis 240 Pfund 40 bis 43, von etwa 160 bis 200 Pfund 38 bis 43, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 35 bis 40 Mark. — Marktoerlauf: Rinder ruhig, ausoerkauft, Schweine ruhig, zum Schluß stärker abflauend, Ueberstand, Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt. Guter Sport am zweiten Tag. Gutes Wetter, sehr guter Besuch und gute sportliche Leistungen gaben dem zweiten Tag der Frankfurter Regatta das Gepräge. Diese älm- stände halfen darüber hinweg, daß die Regatta gegenüber früheren Jahren schwächer beschickt war und daß die „Großen" nicht am Start erschienen. Alle Rennen wickelten sich einwandfrei ab. Es gab bei den 14 Rennen des zweiten Tages keinerlei Zwischenfälle und auch keine Proteste. Von den 14 Rennen des Sonntags ging die Mehrzahl der Siege nach auswärts. Im ganzen sielen an den beiden Tagen nur sechs Siege an Frankfurter Vereine. Im Kaiser-Vierer schlug am Sonntag die Kleber-Mannschaft des Offenbacher Rudervereins die beiden stärkeren Frankfurter Mannschaften. Die Offenbacher waren darnach mit 6 Siegen der erfolgreichste Klub der Regatta. Rach ihm rangiert Ündine Saarbrücken, die unter Wahrung ihrer guten Form sehr hart trainiert ist und drei Rennen gewann. Bayer-Leverkusen der Neubesetzung (Gebrüder Stange) ist ein ausgezeichneter Zweier ohne. Dem vor zwei Tagen errungenen Erfolg in Amsterdam gegen belgische Ruderer reihte Bayer heute gegen Hellas Offenbach einen weiteren Sieg an. Gießen, das am Samstag im Kampfe mit Mainz-Kastel eine gute Rolle gespielt hatte, siegte am Samstag nach schärfstem Kampfe im Zweiten Achter. Das Lokalderby Paul — Sauer im Gerbmühl-Einer kam nicht ganz zum Austrag, da Sauer auf der Bahnmitte, aussichtslos im Rennen liegend, den Kampf aufgab. „Mailied", komponiert von G o r r (einem Heuchelheimer Kind), gewählt. Die folgenden Gesangsvorträge zeigten gute Leistungen und fanden starken Beifall. Bei den selbstgewählten Chören waren u. a. größere, schwierigere und klassische Chöre von Hegar, Thuille, Naumann, Wiesner, Baumann, Heinrichs, Schmidt, Köllner usw. zu hören. Unter Leitung des Bundeschormeisters, Oberreallehrers Heinrich Blaß, Grohen-Linden, brachten dann die getarnten Sänger des Bundes im Freien den Pflichtchor „Mailied" vortrefflich zu Gehör. Hierauf übermittelte der Gauvorsitzende E. Koch, Gießen, die Grüße des Hessischen Sängerbundes. 11. a. ermahnte er die Sänger zur Treue an der Sängersache und forderte die Jugend zum Eintritt in die Gesangvereine auf. Bei der heutigen Zersplitterung unseres Volkes habe die Pflege des deuffchen Liedes außer kulturellen und ideellen ganz besonders auch versöhnende und verbindende Aufgaben. Sein Schlußwort klang aus in einem Hoch auf das deutsche Lied und das deutsche Vaterland, in das alle Anwesenden freudig einstimmten. Anschließend fang der Bund noch den Chor „Mein Deutschland" von Mangold. Der ausgezeichnete Verlauf des diesjährigen Bundesfestes, um dessen Gelingen sich der Bundesvorstand und der Gesangverein „Germania" großes Verdienst erwarben, hat Zeugnis abgelegt von dem echten Sängergeist im Bunde. Große Frankfurter Regatta. Landkreis Gießen. h. Ruttershausen, 26. Juni. Seit einigen Tagen ist auch hier der freiwillige Arbeitsdienst ins Leben gerufen. Das Lahn- ufer in der Nähe der Duderusschen Eisenwerke ist durch Hochwasser des Flusses sehr zerstört. Die Gemeinde vermag die Kosten nicht aufzubringen. Nun greift der freiwillige Arbeitsdienst ein. Zur Zeit werden im Walde Bäume geschlagen, um Pfähle für die Befestigung des Ufers zu gewinnen. * Saasen, 27.Juni. Bei der gestrigen Bür- gerrnei st erwähl, die durch die Amtsniederlegung unseres Bürgermeisters Schmitt erforber- lich war, wurde der Polizeidiener Heinr. Menz II. mit 172 Stimmen zum Bürgermeister ge- wählt. Sein Gegenkandidat, Maurermeister Heinrich S ch e p p I. erhielt 152 Stimmen. Von 370 Wahlberechtigten machten 324 von ihrem Wahlrecht Gebrauch, mithin haben 90 Prozent gewählt. * Grünberg, 26. Juni. Auf Einladung der NSDAP, sollte am Dienstag hier eine Sonnwendfeier stattfinden, zu der' sich die Teilnehmer auf dem Marktplatz versammelten, um von dort gemeinsam zum Wartturm zu ziehen und dort beim Sonnwendfeuer die Feierstunde zu beschließen. Nachdem der Redner des Abends, stud. theol. Wendnagel, auf dem Marttplgh zu der großen Menschenmenge gesprochen hatte, setzte sich der Zug in voller Ordnung nach dem Wartturm in Bewegung. Unterwegs stellte sich aber das von Butzbach herbeigerufene polizeiliche Ueber- fallkommando der Menschenmenge entgegen und verhinderte den Zug zum Wartturm. Trotzdem gelang es einigen Leuten, über einen Umweg auf die Höhe zu kommen und dort den Holzstoß beim Wartturm anzuzünden, wodurch die durch den Einsatz der Polizei gegen den ordnungsmäßigen Verlauf der Veranstaltung ergrimmte Menschenmenge natürlich zu Rufen der Genugtuung veranlaßt wurde. In gleicher Ordnung, wie bisher, ging die Menschenansammlung nach der polizeilichen Aufforderung auseinander, so daß es dank der Disziplin der Versammelten zu keinerlei weiteren Zwischenfällen kam. Als das Aeberfallkom- mando wieder abfuhr, wurde es aus der Versammlung heraus mit dem Gesang des Liedes „Muß i denn zum Städtele hinaus" begleitet. Der Verlauf der ganzen Versammlung war vollkommen ordnungsmäßig vonstatten gegangen, so daß dadurch keinerlei Anlaß zur Herbeirufung der Polizei gegeben war. Wie wir durch weitere Erkundigungen erfuhren, soll der Einsatz der Polizei durch nicht rechtzeitige Anmeldung der Veranstaltung veranlaßt worden feilt Es wäre vielleicht im allgemeinen Interesse besser gewesen, man hätte bei dieser Veranstaltung, die ja auch nicht mehr in den Wahlkampf fiel, „oben“ ein Auge zugedrückt und die Versammelten ungestört feiern lassen, da nach dem ganzen Eindruck aus der Bevölkerung irgendeine Störung der Ordnung nicht eingetreten wäre. * Bellersheim, 27.Juni. Am gestrigen Sonntag fand in unserer Gemeinde Bürg er - mei st erwähl statt. Cs waren Atoei Wahlvvr- fchläge eingereicht. Landwirt Ferdinand Bopp erhielt 181, Landwirt und Weihbindermeister Hermann M o o g 195 Stimmen. Hermann Moo g ist somit zum Bürgermeister gewählt. Von 426 stimmberechtigten Einwohnern wurden 376 gültige und eine ungültige Stimme abgegeben, fo daß die Wahlbeteiligung etwa 90 v. H. beträgt. s. Trais-Horloff, 26. Juni. Dieser Tage feierte der älteste Einwohner unserer Gemeinde, der Landwirt Heinrich Karl H u b • I i tz, seinen 8 9. Geburtstag. Durch die Aemter, die er bekleidete, ist er weit und breit in der Umgegend bekannt. Von 1873 bis 1919 war er Gemeinderechner, ein Amt, das schon sein Vater seit 1854 innehatte, und das auch wieder von seinem Sohne übernommen worden ist. 46 Jahre lang war er auch Kirchenrechner des Kirchspiels Trais-Horloff. Die 1900 hier errichtete Untererhebestelle übernahm er ebenfalls. Im Jahre 1905 erhielt er das „Ehrenzeichen für langjährige treue Dienste" und 1916 das Kriegseyrenzeichen, da er Mitglied der Unter- ftützungskommission für Kriegerangehörige war. Bevor er Gemeinderechner wurde, war er auch wäh- renb einer Wahlperiode Mitglied des Gemeinderats. Er ist noch einer der wenigen, die die drei großen Kriege miterlebt haben. Selbst gedient hat er jedoch nicht, obwohl er das Los zum Militärdienst gezogen hatte. Da er daheim nicht abkömmlich war, konnte ihn fein Vater für 175 Gulden in Darmstadt loskaufen. Der Greis, dem man sein Alter nicht ansieht, erfreut sich noch einer ganz außergewöhnlichen körperlichen und geistigen Rüstigkeit. Kreis Friedberg. * Butzbach, 27. Juni. Morgen, Dienstag, abend findet hier Dürgermei st erwähl statt. 2n der engsten Wahl stehen drei Kandidaten, nämlich Dr. Nörtemann, Dannenberg (Elbe); Dr. Grube, Leipzig; und Dr. Scheller, Franzburg (Pommern). j Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v.H, Lombardzinsfuß 6 v.H. .VldllnUri ü. JJi. 25cri„. Schluß« lurS 1-Uhr- Kurs Schluß« Iura Ansaug» KurS Datum 25.6. 27.6. 25.6. 27.6. 6% Deutsche iKetdisanleiije o.iuz; 7% Deutsche Reichsanleihe V.IS2V 6’/,% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablöf.-Schuld mit Auslos.«Rechten....... Deügi. ohne Auslos.-Rcchte . 8% Heb. BolkSstaal von 1929 irückzahib. 102%)...... Cbctbcffcn Provinz-Anleihe mit Attolol.-Rechten...... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1...... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 15 unkündbar bis 1935 .... 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1936 Serie 16 . 4%% Franks. Hhp.-Bank Liqu.- Psandbrtese......... 4'/z% Rheinische Hyp^Bank-Ligu Goldpse........... 8% Pr. Landcspsandbrtesanstalt, Psandbrtefe R. 19...... 7% Pr. LandeSpsandbricsansialt, Pfandbriefe R. 10 4% Oefierrelchische Golbrcntc . . 4,20% Oesierreichische Silbcrrentc 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 s'/.% desgl. von 1913 . . . 5% abgesl. Golvmcxikaner von 99 4% Türkische Zollanlcihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I 4% desgl. Serie II....... 5% Numan, vereinh. Rente 6.1903 4N%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 )L% i. Anatolier....... 52.75 58,25 60,75 — 53 58,5 60.9 — 37,25 — 36.65 35,75 3,65 — 3,7 3,65 — — 45 — 36,5 — — — 32,5 <— 33 — — — — — 64 — — — 76,75 — — — 75 — — — — — — — — — — — 8,75 _ 1.05 —— 1,1 — 4,5 — — — 5,5 — — — — — — 5 — — — 2,5 — 2,65 — 2,4 — 2,4 — 2,4 — 2,5 — — — — •— 7 — — 3,25 — 3 — 15,25 15,65 15,65 Frankfurt a. JJI. Berlin Schluß« i lurs | l«Uhr« Kurs Schluß«! lurs | Anfang- Kurs Dalum 25.6. 27-6. 25 6. 27.6. Hamburg-Amerika Patei . . . t — 10,5 10,13j 10,25 Hamburg-Südam. Dampslchiss . 0 — — 35 — Hansa Dampfschiss .... . 0 — — — 19 Norddeutscher Lloyd .... . 6 10.9 — 11 11 A.G. für Verkehrswesen Akt. 25,5 26,25 27,5 26.75 Berliner Handelsgesellschaft . 8 87 — 87 Commerz, und Prival-Bank. 7 16 — 16 — Darmslädicr und Nationalban L 18,5 —— 18,5 — Deutsche Bank und TiSconto-Gesellschast. . . 6 30 .— 30 — Dresdner Bank...... 6 18,5 — 18,5 — . Reichsbank........ 12 123 122,9 123 122 A.E.G........... . 7 19,75 20,75 20,65 21 Bergmann........ . 9 — 18.25 Clcktr. Lieserungsgelellschaft. 10 — — —— Licht und Krast...... 10 65 64,75 65,5 65 Felten & Guilleaume.... 6',2 35,5 — —- 35,75 Gesellschaft für Elektrische So,65 Ünternehmungen .... Rheinische Elektrizität . . . 9 50,9 — 50.75 . 9 — — 64 63,5 Schurken & (So. ...... 11 56 — 56 55,75 Siemens & Halske . • • • • 14 114 113,5 114,9 113 Lahrneyer L Co.. . . . . . 12 75,75 74,5 24 — — —— Deutsche Erdöl ...... . 6 60 60 60,13 60.5 Gelsenkirchener ...... . 8 33 — 32,75 32,13 Harpener......... . C — — 48,5 47.25 Hoesch Eisen........ . « — — 25,4 23,9 Ilse Bergbau....... IC — — —— — Klbcknerwcrke....... . 6 22 —— — — Köln-Neuessen....... 6Vt — — — — ManneSmann-Möhren . . . . 6 — — 37,13 37,13 Manüselbei Bergbau .... . C 12,5 — 12,75 — Oberschles. Koköwerke ... . 8 — 30 30 Phönix Bergbau...... 4% 16 —— 16.75 Rheinische Braunkohlen. . . Rhetostahl ........ 10 157 — 160.5 163,5 • 6 39,5 39,75 39,25 Frankfurt a. M. Berlin Schluß« i lurs | 1-ilhr- Kurs Schluß-1 fürs | Anfang« Kurs Datum 25.6. 27.6. 25.6. 27.6. IKicbed Montan...... 7,2 — — __ _ Bereinigte Stahlwerke . . . 4 14,4 14 14,75 14,25 Ltavi Minen......16’/, 10,25 10,25 Kaliwerke Aschersleben . . . 10 83.5 — 86 _ Kaliwerke Westeregeln . . . 10 93 _ 96 __ Kaliwerke Salzdetsurth . . . 15 148 1501 152 150 I. G. Farben-Jndustrie. . . Verein, chem. Industrie Frank- 12 88 86,5 88,13 87,25 furt a.M......... —— __ _ Scheideanstalt....... 10 - 131 _ Goldschmidt........ . 0 16 16 RütgerSwerke....... . 6 31 _ 31 30,25 Metallgelellschast...... . 6 25,5 — Philipp Holzmann..... Zementwerk Heidelberg. . . . 8 32 37 30 32 30,5 Cementwerk Karlstadt. . . . . 7 37 __ _ Wayb & Frehtag..... . 0 — 3,75 — Schultheis Patzenhofer . . . Aku iAIlgemetne Kunstseide) 15 _ _ 47,4 O 31 — 30,75 30,25 Bemberg......... 0 29 — 28,75 28,5 Zellstoff Waldhos..... 12 25 __ 25,25 25 Zellstoss Aschassenburg . . . 6 15 — Dessauer GaS....... . f — ___ 79,65 78.65 Daimler Motoren..... . C 11 - - 10,75 Deutsche Linoleum .... . 6 27 __ 27 76,5 Orenstcin & Koppel .... . c _ 21,13 Leonhard Tietz...... . 8 51,5 _ 52 50,65 EvenSka......... 15 — 6,65 Chade.......... 170 — 170 170,9 Frankfurter Maschinen . . . . 0 - Grttzncr......... . ( 16,5 — 16,25 Mainkrastwerle Höchst a. M.. . c 48 Süddeutscher Zucker • • . . 10 100 — 98 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Banknoten. 25. Juni 27.3unl Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld I Ariel Geld Aries Helsingsor» . 7.043 51,95 7,057 52,05 12,485 7,043 51,95 7,057 52,05 Prag . . . 12,465 12,465 12,485 Budapest. . —— — — — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 170,23 170,57 75,02 170,23 170,57 ÖSIo. . . . Kopenhagen. 74,88 74,88 75,02 82,82 82,98 82,82 82,98 Stockholm . 78,12 78,28 78,12 78,28 London. . . Buenos Aires 15,20 15,24 15,20 15,24 0,948 0,952 0,948 0,952 Neuyork . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . 58,56 58,68 58,56 58,68 Italien. . . 21,43 21,47 21,43 21,47 Paris . . . 16,55 16,59 16,545 16,585 Schweiz . . 81,92 82,08 81,95 82,11 Spanien . . 34,67 34,73 34,67 34,73 Danzig. . . 82,37 82,53 82,32 82,48 Japan . . , Rio de JanK 1,199 1,201 1,179 1,181 0,325 0,327 0,325 0,327 Jugoslawien. 6,743 6,757 6,693 6,707 Lissabon . . 13,84 13,86 13,84 13,86 Aerlln, 25.3unl Geld Arlef Amerikanische Noten....... 4,20 4,22 Belgische Noten......... 58,40 58,64 Dänische Noten......... 82,63 82,97 Englische Noten......... 15,16 15,22 Französische Noten........ 16,51 16,57 Holländische Noten........ Italienische Noten........ 169,86 21,54 170,54 21,62 Norwegische Noten........ Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling 74,70 75,00 Rumänische Noten........ 2,49 2,51 Schwedische Noten........ 77,94 78,26 Schweizer Noten......... 81,74 82,06 Spanische Noten. ........ 34,53 34,67 Ungarische Noteu........ Ä e E c <5 cy ® A ■Ec c tv ® e «D sr Ke ö c H E 4T « fO E o sr N E 53 3'S. D u. Ms» =3 a - g 'S « A 19 K 33 X .S .-w E D EE ■a ö c 3 <31 O K CO Hl EJ. E cn r- « C8S 2 = 19 ct <3, C Ls r< c£ 3 . E 5 « =2» E « t r » d fB E E a LZ ZE 5 5 E>A cm ss -cs T «I?3 wE « 3 5 O “K 55® .SO c ^E {i 6* u® 25 -O-O C . KOQ' oA CI E o 52 S> . c 5 -E 2*3 (D £x» ' rE« •o 3 e ‘852: ■gW* 3 . <3 °?s§ •8^-e _.G °= <69 c ,-. i» ,®i -Z. o . 2 N-^ S? £ «|E| c 2E §b5 ■ — e> C B . t -H E =» E L»Z = 2.2 Q E ä SZF = -sr aBB1 8Z c lej vpK = ro Csl £ E = c 3 ■=£*£ ®ß • jo — = O c I 2 3 3 = _• I •:? a £ Aä, = •= = Ifi £ ?B c 2 ® u la .5 = c — U9-g 1E5 = cto ^2 5 2.19 ,Ä =«5 Ä® «21 Z . £E NEns 151 'S6* 2 u* ZS e _ §Äg «£ X «-* t: JD “ äs = 2» o c ®Ä JE- ZZr §°° ■o L tr c o ’S - c O.E - k E Elo . o C 3S fc to^a >« -sr r ^rvE« c §A-o»A^ E § T7 gE a a» « ■* uVc a ® S w 3 • _. O- 6. 3 1 5 =-° 3; ■E«*S g5E®. c 5 ä#- ee“5 * c K c c c 3 e oCÄI? «E-. 5F * SO » 3 O k c Z £i> Z *o * S £ =3 0 2= LL2^Z <.3 c2» C CtD— c EZZZE o S e 3 c ® 2 ■° ® ‘s'o 5 ®E 3R c C 2 5- £i5 =E 2 LS <3^ «E fS 8 5 .= X> O c- ■ ä2L« =to 5eE= L >=3t0-e ’ « JO . C -o — *e .■ « e ° * F c a: f8f<® ß E"c.a>t |<3 3 ßS o £ «E 2: a 3 ^4" » —c «< = te SLßi E |!SS EE . - — j> E<ÖE M § =E=y c -o «-c "Q-K? £ — - er.se*1— -- :O w « t= “äö=s = = = 5*2 SS g2ö;äo®S^ZQK^. ?<.^5 -®.E ~o ■** Ec „ä C^E £8.e»5' 2 5 «S® e E ° ■ c . • L a.T:P, ®E s ®Eä p «. **E®S^x> Es XÜ XsSsti -E = _. 2-j-L Sss* ^$3=' =^ M o?>- ■•3 = ® = I xL .E°" a—± SB*0 (D .. • o a- 5 =t =!S==524» 8 8&-g2$U>*E = 5=. = >3 =e «— — 3'r-OE—TT •Cr-S e-*® — = a = = c-5 E® 3E|,$?S=a3«j ö-8r8LZ-.r§- J^?= I o eil E-:= --E O 4Q-C‘ O C o .E . C IC "c L. t32 E*5 =to EE* E «2 — ® E 3 o -XD xi"^ OK V -s» 3 3 E 5 E 3- ZZ f«e ■O ei-r = aK 1=E =?6g A°Zt9 0.3 — k«&-«e ’s ti|^5^CTiS- = - SS 's, Z E ' s=Si aE i5®^< 2 •»toS ° 1?f£ e' = . », sgl *5*#^ .K X=- « . « -E L « S§B = 3 3 I B 8 E E c "8 .cy k3 L B 8 b.e A< *^8 E 8 L x, g = 19 3 ^2 axs CB« EE -C Axcx» E Z«® SA p O St) E® g 19 c J3- Z ee?z L 19® o eöE. @ S xp.o ® E I g 2- E ÖE E 8 = E :2 E -6" B 3 L g« -«8=8=: S.A A= «. p 3 c-eo E: E- © «CT : LSLZ. u "cl ® P 8 c; jo- LZ ■fix ls» "=»»£ ah ECT I- ■gg^e3 A-° . B „ *e"b a « L KssL .BZ zSds A 'ZE-L-Z ?1U2;-.? o e -Se»»6 c M 8 ° @S l sT$: = r? I» E §^b « c 2 =L o K 8 2 BSÜ 'J . Et»« = T* r> c ± 5 c E =E ’5* ®Sk=E - t2 . E c 3 K o> cEes©w6c 2E :tti .-5 Lt9 «L LS ■§ Z <§ : = "3T e- «« « a ° 3 = 5t “ö Eß >=E E £ _ Kd-ZA^ = « 3 L^ 8 8 B E 3 2 8 E « s ? s k _C O "K JO X» E » CT C 3 t= a ES es o» c E E Q 2 L CJ 03 E = | 'S :ctQ;E19 L XD I L I a *A *ti -■ 13 2 k . 3 C3 «O C x«t. e<9 — .* = 3 k . X2 3= : ^Aor a JO l 8 a c 01 3 AZ .. 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