Ur. 122 Erstes Blatt 182. Jahrgang Zreitag, 27. Mai 1952 GießenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen t>mrf und Verlag : vrihl'jche UniverfilStr-vnch. und Lteindruckerei L. Lange in Sieben. Schriftlettnng und Geschäftrftelle: Schnlltrasze 7. Annahme van Anzeigen für die lagesnummer ms zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette orliich 8, auswärts 10 Neichspsenrng; für Ne. klameanzeigen von 70mm Brette 35 Neichspfenniq, Platzvorschrift 20*» mehr. Chefredakteur Dr. Frredr. Wilh. Lang«. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H. Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Eiehen. Erscheint täglich, außer fconntajs und Feiertags. 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Der Preußische Landtag bat aber am Mittwoch alle Rekorde gebrochen, was der österreichische Rcichsrat sich geleistet hat, was wir bisher im Reichstag und im Landtag erlebten, ist ein Kinderspiel gegen diese regelrechte Saalschlacht, die — wenn man noch Sinn für Galgenhumor hat — den Beweis erbrachte, daß die Nationalsozialisten den Kommunisten nicht nur zahlenmäßig, sondern auch strategisch weit überlegen waren. Durch einen Frontalangriff und ein doppeltes Umfassungsmanooer gelang cs ihnen, in weniger als vier Minuten die gesamte kommunistische Fraktion restlos in die Flucht zu schlagen; und der Trost der Kommunisten, daß sie nun wenigstens Gelegenheit gehabt hatten, den Nationalsozialisten die Ministersessel, die sie angeblich anstrcben, jetzt im wahrsten Sinne des Wortes an den Kopf zu werfen, ist nur sehr mager. Aber die Dinge sind doch eigentlich zu ernst, als daß man mit billigen Scherzen an ihnen herum- witzeln könnte. Ein Parlament ist ja kein Ding an sich, nur geschassen zum Vergnügen der Abgeordneten, sondern es ist, oder wird wenigstens im Auslande sehr leicht dafür gehalten, ein Spiegelbild der politischen Lage eines Volkes. Und wir dürfen uns nicht wundern, wenn selbst wohlwollende Beurteiler aus der Art, wie im Preußischen Landtag sachliche Argumente durch Fäuste und Stuhlbeine ersetzt wurden, die Schlußfolgerungen ziehen, daß wir unmittelbar vor dem Beginn einer neuen Revolution in Deutschland stehen. Es ist sicher mehr als ein Zufall, wenn am gleichen Tage an fünf verschiedenen Stellen Erwerbslosenunruhen auf- flackerten, zweifellos auch von den fiommu- n i ft e n entfacht, die sich in den letzten Monaten ziclbewiißt zurückhielten, jetzt aber wohl den Augenblick für geeignet halten, um die Stärke der staatlichen Widerstandskraft abzutasten. Wir glauben nicht, daß die Kommunisten ihre Stunde schon ernsthaft für gekommen halten, soweit können sie sich in her Beurteilung der Vage nicht verschätzen. Ihr Ziel ist vermutlich nur, Unruheherde zu ((hoffen, um dadurch ihre unterirdische Zersetzungsarbeit zu erleichtern. Es geht auch nicht an etwa die National- fozialisten und die Kommunisten mit gleichen Maßen zu messen. Die Nationalsozialisten waren in diesem Falle die Angegriffenen. Sie haben gerade wahrend und wegen der Verhandlungen mit dem Zentrum Wert darauf gelegt. Beweise ihrer parla- mentarischen Disziplin zu erbringen, sie sind von den Kommunisten durch Wort und Tat gereizt worden und können mit Recht daraus verweisen, daß sie in der Notwehr gehandelt haben, können vielleicht sogar behaupten, daß ihre handgreifliche Auseinandersetzung mit den Kommunisten nur ein Erziehungsversuch gewesen ist, um künftig für geordnete Verhandlungen im Landtag zu sorgen. Denn die Kommunisten müßten eigentlich ein solches Gefühl der Unterlegenheit mit nach Hause genommen haben, daß sie es auf eine Wiederholung derartiger parlamentarischer Kämpfe nicht ankommen lassen, wenn sie nicht so weit gehen, das nächste Mal Schießwaffen mitzunehmen. $ a r h i c u und Herri ot spielen schon feit einiger Zeit ein wohlüberlegtes Theater vor dem ganzen europäischen Publikum. Sie lassen sich vom Präsidenten einladen, führen eine gemeinsame Unterhaltung und versichern zum Schluß, daß eine Annäherung nicht möglich gewesen sei. Tas ganze Manöver zu dem offensichtlichen Zweck, diefranzösischeAegierungsbildung hinauszuschieben bis in den Beginn der Lausanner Konferenz hinein, das Torbantanfein einer aktionsfähigen französischen Regierung also zu verhindern und dadurch äußersten Falles eine Entscheidung in Lausanne überhaupt unmöglich zu mach en. Die Rechnung ist sehr einfache Anfang 3uli beginnt die große englische Aeichskonterenz in Ottawa, über diesen Zeitpunkt hinaus können sich die Engländer an der Lausanner Konferenz nicht beteiligen. 3ft bis dahin etwas endgültiges nicht geschehen, dann bleibt nichts anderes übrig als eine Vertagung der Aeparationskonserenz in den Herbst Das ist das Ziel der Franzo- sen, die damit rechnen, daß ebenso wie bei früheren Gelegenheiten inzwischen der deutschen Politik finanziell der Atem auSgehen wird, daß sie uns wieder in die Zange bekommen und zu einem Kompromiß zwingen können, sodaß wir uns schließlich unsere Ansprüche für die Hälfte abkaufen lassen. So einfach liegen die Dinge — das sollte eigentlich Herr Herriot wissen — heute in Deutschland nicht mehr. Man braucht gar nicht von tarn Vorhandensein der starken nationalsozialistischen Opposition zu sprechen, die gegen eine nachgiebige deutsche Regierung cirt Kesseltreiben veranstalten würde. Herr Brüning bat nie einen Zweifel gelassen. daß sein Reiß für Lausanne endgültig und unabänderlich ist. Man kann ihm horstens einen Dorwurf daraus machen, daß er seinen Trumpf zu früh ausgekpielt hat. Don diesem Aein aber kann und will er nicht mehr herunter. 3eta halbe Lösung würde für ihn politischen Selbstmord bedeuten. Das gilt nicht nur Jür die Abrüstung. Eine deutsche Regierung, die ohne die Gleichberechtigung wiederkäme. könnte sich ebensowenig tn Deutschland noch einen Tag Staatssekretär Meißner hat dem Reichspräsidenten berichtet. Hindenburgs Wünsche für die Notverordnung und die Ergänzung des Reichskabinetts. Am Sonntag entscheidende Aussprache mit dem Reichskanzler. Berlin, 26. Zfiai. wie das Walffbureau erfährt, «st Staatssekretär Dr. Meißner heute vormittag wieder in Berlin eingetroffen. Er hat dem Reichspräsidenten in Neudeck ei n- gehend Vortrag gehalten über die oom Kabinett vorbereitete Notverordnung und die politische Situation überhaupt, wie sie sich in Berlin während Hindenburgs Abwesenheit gestaltet hat. Diese Besprechung in Neudeck ist als ein Zwischenbericht und die Vorbereitung der Aussprache zu werten, die der Kanzler, vor- aussichtlich am Sonntag, in Berlin mit dem Reichspräsidenten haben wird, in der der ganze Fragenkomplex geklärt werden soll, der mit der Notverordnung und der Stellung des Kabinetts Brüning zusammenhängt. Es liegt auf der Hand, daß der Reichspräsident sich zunächst im einzelnen über die Notverordnungen unterrichten und feine eigene Auffassung z u m Ausdruck bringen wird, bevor er sich über seine Haltung entschließt. Ebenso selbstverständlich ist es, daß d I c grundsätzlichen und personellen Fragen der Reichspolitik vor der Reparationskonseren; geklärt werden müssen, weil in Lausanne nur ein Kanzler und Außenminister auf Erfolg rechnen kann, der mit aller verfügbaren Autorität auftritt. In Börsenkreisen waren heute Gerüchte über einen Rücktritt Dr. Brünings verbreitet. Man kolportierte sogar schon Namen angeblicher Nachfolger. Aus Kreisen der Reichsregierung wird festgestellt, daß diese Gerüchte vollkommen falsch sind. 3m Gegenteil sprechen sogar die stärksten sachlichen Gründe dasür, daß der Kanzler weiter im Amte bleibt. Dieser Eindruck wird als das Ergebnis der Besprechung bestätigt, die Staatssekretär Meißner in Neudeck mit dem Reichspräsidenten gehabt hat. Der Reichspräsident hat eine Reihe von wünschen, die sich auf die Ergänzung des Reichskabinetts und auf die Gestaltung der neuen Notverordnung beziehen. Schon die Tatsache, daß Staatssekretär Meißner dem Kanzler diese wünsche heule übermittelt hat, ist ein Beweis dasür, daß an eine Kabinetts- oder Kanzlerkrise nicht zu denken ist. Heute hat wegen des Fronleichnamssesles keine Kabinetts- sitzung stattgefunden; aber man kann wohl annehmen, daß die Reichsregierung die nächsten Tage dazu benutzen wird, die Notverordnung den wünschen des Reichspräsidenten a n z u p a s s e n. Sie beziehen sich vor allem daraus, daß ein stärkerer Rechtsschutz gegen d i e Enteignung bei der Verwendung von Gütern zu Siedlungszwecken in die Notverordnung eingebaut wird und daß keine Kürzung der Kriegsrenten eintritt, was die Ergänzung des Reichskabinetfs anlangt, so legt der Reichspräsident vor allem wert daraus, daß das Innenministerium mit einer starken und autoritativen Persönlichkeit beseht wird. Das ist eine Notwendigkeit, von der gerade angesichts der sich täglich häufenden kommunistischen Erwerbslosenunruhen auch der Kanzler durchdrungen sein dürfte. Im einzelnen werden diese Dinge natürlich in der Aussprache zwischen Kanzler und Reichspräsident erörtert werden, die nun bereits am Sonntagoormil- I a g ftatffinden soll. In unterrichteten ftreiien befiehl kein Zweifel mehr darüber, daß ihr Ergebnis nur eine Bestätigung des alten Vertrauensverhältnisse» sein wird, das immer zwischen dem Reichspräsidenten und Dr. Brüning bestanden hat. Zahlen ans dem neuen Reichshanshall. dürfe Kürzungen der Mittel für kulturelle Zwecke. 'Berlin, 27 Mai. 3m Präsidium des Reick srerbands der Deutschen Industrie berichtete Geheimrat K a ft l über eine an die Reichsregierung gerichtete Eingabe, in der die Forderungen des Reichsverbantas zu den aktuellen wirtfchafts-, finanz- und sozialpolitischen Fragen vorgetragen worden sind. Es wurde allseitig hervorqehotan, wie unerträglich bei tar fortgesetzten Schrumpfung des Umsatzes die B c r to a I - tungskosten der öffentlichen Hand einschließlich der sozialen Ab gab e n die Produktion belasten Die wichtigste Aufgabe der Regierung müsse es deshalb fein, aut tarn Wege über eine Regelung des Finanzausgleichs, tar Derwaltungsreform und tar 21 r - beitsloscnfürsorge endlich einen entscheidenden Schritt mit dem Ziele einer wirksamen Entlastung tar Gütererzeugung zu tun. Der Ausgleich der öffentlichen Haushalte bürte auf keinen FalldurchneueSteu- ern versucht werden, die die Leistungsfähigkeit und die Steuerkratt aller im Produktionsprozcß stehenden Faktoren noch mehr schwächen würden. Ferner wurde die Rotwendigkeit einer Senkung der Zinslasten betont. Ausschreitungen auchinOüffeldorfunbBarmen Düsseldorf, 27. Mai. (WTB ) Die Kommunisten hatten gestern um 23 Uhr ihre Anhänger aufgeforbert, am Bahnhos zu erscheinen, um den bei den Unruhen im Landtag verletzten Adg. 51 a b u n g zu empfangen. Bereits gegen 22.30 Uhr versammelten sich große Menschenmengen auf b c m Bahnhofsvorplatz Gegen 23 Uhr stürzten einzelne Trupps mehrere in ber Gras- Aböls-Straße haltende 21 u t o e u m und zertrümmer. ten deren Scheiden. Ein Trupo von - sterDergangenheit.undstärkstemLe- benswillen. Wenn Frankreich und Polen immer wieder das Recht auf Sicherheit betonten, mit wieviel mehr Gründen könnten w i r infolge unserer zentralen und ungeschützten geographischen Loge diese- Recht für un- in Anspruch nehmen. Die Anregung der Gießener Studentenschaft habe bei ihm freudigste Zustimmung gesunden. Hierauf richtete der Vorsitzende der Gießener Studentenschaft, caod. jur. Hann» wehrfritz eindringliche Worte an feine Kommilitonen Immer habe die deutsche Geschichte den kämpferischen Geist der studentischen Jugend gezeigt, und immer feien die Hochschulen Wegbereiter und Künder der geistigen Erneuerung unseres Volkes gewesen. Die letzten 13 Jahre jedoch hätten deutlich gezeigt, daß, abgesehen von all den Idealen, die mit einem wehrhaften Deutschland verbunden sind, vor allem der deutschen Ehre, auch wirtschaftliche, soziale, ethische Gesichtspunkte eine ausschlaggebende Rolle spielten. Alle diese praktischen Fragen müßten in vollster Nüchternheit behandelt werden, denn von ihrer Beantwortung hinge das Schicksal de» deutschen Volkes, die Zukunft der deutschen Nation, d,e Erziehung der deutschen Jugend ab. Herr Dehrfrin sprach sodann Rektor und Senat den Dank der (Siebener Studentenschaft für die Unterstützung ihrer Anregung aus, insbesondere den Herren, die sich in liebenswürdiger Weise für diese Vorträge zur Verfügung gestellt haben. Unsere Arbeit fei einSau ft einfurbieCErneuerung unseres Volkes und wirke aufklärend Hinsicht- lich unserer Forderung nach Gleichberechtigung und Wehrfreiheit! Der Vortragende bes ersten Abend», Professor Dr. Gmelin (Gießen) sprach bann in etwa 1 Sftünbiger Rebe über r i c b l i d) e Kritff mitifl in Politik und Völkerrecht-. Er ging davon au», daß em Krieg nicht unbedingt mit Waffengewalt geführt wird, sondern auch mit anderen Mitteln. Solche Mittel können auch im Frieden angewandt werden. Zwar darf nicht jede Schädigung eines Staates durch einen andern als kriegsähnliche Maßnahme aufgefaßt werden, wohl aber liegen kriegs- ähnliche Maßnahmen vor, wenn aus dem Verhalten eines Staates der Schluß gezogen werden muß, daß er feine Maßnahmen ergreift, um einen andern in feinen wesentlichen Lebensinteresscn zu schädigen. Als solche Maßnahmen können in Betracht kommen die militärische Rüstung als solche, Dündnisie, Maßnahmen des Wirtschaftskrieges, Einmischung in innere Angelegenheiten eines andern Staates; selbst Kriegsverhütungsmittel (wie Schiedsvertrage, Feie- denskonferenzen, Völkerbund) können zu kriegsahn- lichen Zwecken mißbraucht werden. Im letzten Teil feines Vortrages beschäftigte sich der Redner mit den Abwehrmöglichkeiten, die Deutschland gegenüber solchen k r i e g s ä h n l t ch e n Maß- n a h m e n zu Gebote stehen. Au» der heutigen Lage Deutschlands, die noch ungünstiger als die der deutschen Staaten zur Zeil Napoleons I. ist, folgerte der Redner, daß irgendwelche kriegerische Aktion Deutschlands gänzlich aussichtslos ist; aus demselben Grunde auch der Abschluß von Bündnissen. Eine Auf- rüftung ist allerdings anzustreben, damit das Deutsche Reich imstande ist, seine Neutralität zu wahren. Besondere Sorgfalt muß das Deutsche Reich seiner Diplomatie zuwenden, weil sie ihm als Abwehrmittel verblieben ist Sie kann insbesondere der kriegverhütenden Einrichtungen sich bedienen. In dieser Hinsicht ist die Stellung Deutschlands günstiger, als die seines Hauptgegners, Frankreich. Dem Vortragenden wurde für feine eingehenden, klaren und auf bester Kenntnis der außenpolitifchen Fragen beruhenden Ausführungen, denen mit größ- ter Aufmerksamkeit gefolgt wurde, mit lebhaftem Beifall gedankt. Der nächste Vortrag findet Mittwoch, 8. Juni, statt; auf ihm wird Professor Dr. M o m b e r t über „Friedliche Kriegsmittel in der europäischen Wirt- schaftspolitik" sprechen. den Familien und Gästen ftattfanb. Eine rcichhal- tige Dortragsfolge unterhielt die etwa 800 Personen zählende Zuhörerschaft in bester Weise. Der Vorsitzende bes Kriegervereins Heuchelheim, Kamerad Böhmer, begrüßte die Gäste. Sodann sprach Kam. Prof. Dr. ft raemer (Gießen) für den Bezirk Gießen, anschließend kennzeichnete er die all- gemeinen Ausgaben der Kriegervereine. Ein aus der Jugend von Heuchelheim gebildetes Mundharmo- nikaOrchestcr unter Leitung von Lehrer Dr. Reibt (Heuchelheim) erfreute durch gute Vorträge, ebenso auch die Haslia-Jugcndgruppe Lollar durch Darbietungen ihrer Kapelle und der Spielleute, wie durch öebidunorträge und Gesang einiger Jungvolklieber. Der Turnverein Heuchelheim (DI.) bereicherte die Dortragsfolge durch ausgezeichnetes Turnen einer Riege am Hochreck. Sämtliche Darbietungen wurden verdientermaßen mit starkem Beifall belohnt. Der Jugendabteilungsführer, ft am. Karl Brück (Lollar) sprach im 'Verlaute der Veranstaltung über „Wesen und Ziele der Hassia- bzw. Kyffhäuserbewegung", der Provinz Fürsorge- leiter ftam. Otto Bonhard (Gießen) sprach über „Fürsorge und Versorgung der Hassia". Mit Dankes- warten des Kam. Böhmer namens des Krieger. Vereins Heuchelheim und des ftam. Klein (Gießen) namens des Bezirksvorstandes fand die Veranstaltung ihren Abschluß. Vornotizcn. — Tageskalender für Freitag. Stadt- theoter: 20 bis 22.30 Uhr, „Dolk in Not". — Oberhessischer ftunftocrein, Turmhaus am Brandplatz: 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Bund „Haus und Schule": 20 Uhr, Johannesiaal, Familienabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Melodie der Liebe". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, Sondervorstellung für den Der ein für das Deutschtum im Ausland (DDA ). Zur Aufführung gelangt _Dolk in Not". Ein deutsches Heldenlied von K. Schön» Herr. Spielleitung Peter Fassott. Der heroische Freiheitskamps der Tiroler unter Andreas Hoser bildet das Thema des Stücks. Hingewiescn sei daraus, daß die Ausführung am Dienstag, 31. Mai. 20 Uhr. al- letzte Dorstc'.lung der Spielzeit wiederholt wird. — Sonntag bleibt das Theater geschlossen - Am Montag, 30. Mai, 19 tthr, zum letzten Male, die große Goethe-Inszenierung des Intendanten „Faust" l.Teil. Die letzte Gelegenheit. die repräsentative Inszenierung des Goethe-Jahres am Stadttheater Gießen zu sehen. Begirm 19 Ahr, Ende 24 U&r. *• Don der Landes-Universität. Die Pressestelle der Universität Gießen teilt mit. Der Privatdozcnt an unterer LIniversität Dr. jur. Engjsch ist für dieses Semester zur Vertretung des durch den Tod von Geheimen Rat Professor Dr. v. Deling an der Hnicerfität München freigewordenen Lehrstuhls für Strafrecht und Strafprozeß berufen worden •• Forst Personalien. Ernannt wurden oorbehälllich der Regelung des Dienstalters: die Oberförster Friedrich Köbler xu Grünberg zum Forstmeister des Forstamts Dornberg. Karl ft ö n i q ju Kirtorf zum Forstmeister bes Forstamts Kirtorf. Friedrich Z i m m e r zu Ulrichstein zum Forstmeister des Forstamts Ulrichstein. •• Gießener Hochschulgesellschaft. Es sei noch einmal daran erinnert, daß die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen (Gießener Hochschulgesellschaft) morgen, Samstag, 17.15 Uhr, im Großen Hörsaal der Universität eine Festsitzung abhalten wird. Infolge starker Erkältung des Herrn Professors Dr. Ku h n muß dessen Dortrag über „Die deutsche Fiihrerfrage in ihrer Abhängig- feit von Erblichkeit und Umwelt" ausfallen Herr Professor Dr. Bürker hat sich in liebenswürdiger Weise bereit erklärt, einzuspringen; er wird über „Die Duplizitätstheorie des Sehens" sprechen. ** Benefizvorstcllung der Mitglieder des Gießener StadttheaterS. Man schreibt uns: Zum Abschluß der diesjährigen Winterlpielzeit veranstalten die Mitglieder des Gießener StadttheaterS zugunsten ihres Ferienfonds eine Benefizvorstellung. Außer Abonnement gelangt zu gewöhnlichen Preisen die hessische Lokalpofse „Der Dattcrich" von Nicbergall am Samstag, 4. Juni, 20.15 Uhr, einmalig zur Aufführung. “ Maienblasen. Bei dem morgen, Samstag, 19 Uhr, vom Turme der Johanneskirche aus stattfindenden Maienblasen werden folgende Stücke iu Gehör gebracht: 1. Bringt her dem Herren Lob und Ehr. 2 Im hohen Reich der Sterne von Zwyssig; 3. Das treue deutsche Herz von Otto. " Ausstellung von Sportpreisen. Die Wanderpreise, die von der Leichtathletik- Abteilung des Gießener Männcr-Turnvercins bei den kreisolfenen volk-tümlichen Wettkämpfen in Frankfurt-Rödelheim und in Offenbach errungen wurden sind zur Zeit in den Schaufenstern der Firma Reinig (Stahlwaren). SelterSweg, ausgestellt- " Schützenverein Gießen. Man berichtet uns Den Abschluß des letzten Dereins- jahres des Schützenvereins Gießen bildete die Zrühjahrs-Hauptverfammlung. Nach den Berichten des Dorstande». die einstimmige Billigung fanden, herrlchte im vergangenen Dereinsjahr trotz der ungünstigen Zeit reges Leben. Dem Verein war es deshalb möglich, zahlreiche sportliche Erfolge zu erringen. Eine vom Dorstand angeregte Besprechung über die Mitgliedsbeiträge fand lebhaften Widerhall. Da- Ergebnis zeugt von dem guten Willen der Schühenbrüder. da die Der- fammlung nach eingehender Aussprache zu dem Beschluß kam, die bestehenden Beiträge angesichts der Aufgaben und Verpflichtungen aufrechtzuerhalten. Das wird um so eher moglie vor das sowjetlrus- fisch cSprungbretl nach Indien Und was Indien neben Chino noch heule für Moskau bedeutet, geht aus der ganzen Anlage des zweiten Fünfjahrcsplones hervor, der feine Schwerkraft be- wußl nach Asien verlegt Hot, geht schließlich auch daraus hervor, daß man sich bei denKorninlern entschlossen hat, die k ommunistische Propaganda in Europa einzuschränkcn zugunsten einer um so scharfer betonten Aktivität unter den asiatischen Völkern. Schließlich gibt ober die gegenwärtige weltpolitische Sochschulnachnchten. — Der außerordentliche Professor Dr. Otto Mente vom photochemischen Laboratorium der Technischen Hochschule Berlin-Lharlotten- bürg ist dort im Alter von 61 Jahren gestorben Mente, der aus Hannover stammte war jahrzehntelang Mitarbeiter Ad. Miethes und gehörte als Abteilungsleiter dessen Institut an Lein Spezialfach waren die photomechanischen Vers ähren. Fahrenheit-Skala noch beute im Gebrauch. Im Jahre 1709 machte der 23jährigc Gabriel Fahrenheit feine wichtigen wissenschaftlichen Beobachtungen in Danzig. Aull Grad Fahrenheit entsprechen 17.8 Grad minus der Skala von TelsiuS. Epochal für die Thermometrie war es. daß Fahrenheit statt des Weingeistes als erster Quecksilber verwendete (1714) und damit eine glerch- mäfciqe Ausdehnung der Flüssigkeit erzielte DaS Quecksilber, das einen Gefrierpunkt von minus 39.5 Grad und einen Siedepunkt von pluS 360 Grad Celsius hat. kann somit» innerhalb weiter Temperaturunterschiede seine Anzeigen machen. Der bahnbrechenden Skala von Fahrenheil folgten 1730 Acaumur und 1742 Celsius Fahrenheit hat noch eine Acihc weiterer physikalischer Entdeckun- gen gemacht, fo z. B. daß Wasser, beträchtlich unter seinen Gefrierpunkt erkalten kann, ohne fest zu werden, bei Erschütterungen aber plötzlich erstarrt: daß der Siedepunkt des Wolfers vom Barometerstände abhängig ist Er wurde dadurch zum Erfinder des Thermobarometers. Aach 1714 verließ er Danzig, bereiste Deutschland und England, und ließ sich schließlich zu dauerndem Aufenthalt in Holland nieder Fünfzigjähria. während er im Haag an einer Maschine zum Entwässern überschwemmter Landstriche arbeitete, starb er unerwartet. Fahrenheit, ein vergessener Forscher. In Deutschland ist der große Donzlger Physiker Fahrenheit, der nicht nur als Wissenschaft-- ler. sondern auch als Mensch unsere Achtung verdient. beinahe vergessen. Dabei ist es '.m Zeitalter der Technik und der Erfindungen eme Ehren- pflicht, seiner grundlegenden Arbeiten zu gedenken. Bon den drei bekanntesten Thermometerfkalen Celsius. Aeaumur und Fahrenheit weiß man in deutschen Landen am wenigsten von der des Deutschen. Gewiß, in der Physikstunde wird er er- wähnt, aber Thermometer mit seiner Skala finden sich nur in deutschen Museen und Sammlungen In England und Amerika dagegen ift die Russisch-türkische Rückversicherung politische folgen des türkischen Staatsbesuches in Moskau. Bon unserem di.-Bcrichterstatter. reiseverkehr in Deutschland aus ein Mindestmaß zusammengeschrumpst Wenn jetzt auch noch ein Teil der wenigen Deutschen, die sich überhaupt noch eine Urlaubs- rede leisten können, seine Ferien im Ausland verbringt, dann muß. ganz abgesehen von den geschilderten Folgewirkungcn. auch das deutsche Zremdengewerbe in Kürze zum völligen Erliegen kommen. Unsere VegenwartSnot und unser nationalwirtschaftliche- Gewifsen sollten uns davor bewahren. jetzt auch noch unsere schwer bedrohte hochentwickelte heimische Fremdenverkehrswirtschaft, in der allein schon in den Beherbergungsbetrieben und in den Einrichtungen der großen Kurorte ein Kapital von 3 Milliarden Mark investiert ist. leichtfertig einer unzeitgemäß geworde- ** ' u Auslandreisen zu Einladung zu Schillers /Häubcrn'. Der Humor der alten Theater-Ankündigungen ist unerschöpflich und zeigt immer wieder, wie gut sich die Dchmlerendirektoren darauf verstanden, ihr Publikum neugierig zu machen und anzujocken Ein ergötzliches Beispiel dieses alten Theaterzettel- Humors wird in der .Literarischen Welt" mitge- teilt. Es ist eine Ankündigung des Direktors Friedrich Wohlert in Bopfingen vom 21.D«em- ber 1851 .Kennt Ihr die Räuber von Schiller? Gewiß dem Aamen nach, wer sie jedoch nicht kennen sollte, dem will ich einige Worte darüber sagen Schiller schrieb das Stück vor 80 Jahren lin Karlsruhe Es war damals eine Zeit gerade wie die jetzige. Wan las in den Zeitungen von lauter Aaub und Word Reifende wurden aus ihren Egulpagen gerissen und beraubt, arme Wanderer geplündert, Schlösser und Klöster angezündet. Deutschland war wie jetzt in groben Schwulitäten DaS war dem unvergeßlichen Schiller denn doch zu arg. er wollte ein warnende« Beispiel von der Bühne herab geben und schrieb die Aauoer Allein die Zensur fand, daß er zu tuet gehe, fein Stück wurde verboten und er bei als erster van den fremden Diplomaten ebenfalls demonstratio einen Ehrenempfong gab, um die In tcressenverbundenheit auch Italiens mit der Türkei und mit Rußland hervorzuheben. Rom, Ankara und Moskau, — das ist eine eindeutige politische Kombination, das sind Teile der Front, die sich in Sudosteuropa und im Nahen Osten gegen d i e DorherrschaftFrankreichs aufgerichtet hat. Wenn die Türkei aus dieser Front ausaebrochen wäre, bann hätte eine größere Niederlage Moskaus in dem vorder- und zentralasiatischen Raum bei der noch immer sehr engen Verbundenheit der Türkei mit Persien und Afghanistan nicht ausgedacht werden können. Mit dem Ergebnis der fast zehn läge dauernden Besuchsreise sind beide Seiten zufrieden. Es besteht aus beiden Seiten ein ausgesprochenes Bündnisinteressc. Die Türkei braucht diese Anlehnung an eine andere Großmacht, um nicht unter die Räder der französischen Finanzwalze zu kommen, und das- Abkommen, das den Türken für den Bezug russischer Maschinen Kredithilfe gewährt, zeigt, daß auch der Fünfjahresplan auf die Schöpfer der neuen Türkei erhebliche Anziehungskraft ausüb». Die Anlehnung ist eine doppelseitige, und man hat deren Notwendigkeit für die Außenpolitik der Schmiedebrücke nie mehr eingesehen, als i n d i e s e n Tagen der neuen japanischen Gefahr. Das sowjetamtliche Blatt trifft ohne Zweifel ins Schwarze, wenn es von der nicht alltäglichen Bedeutung spricht, die die türkische Freundschaft für Moskau bat. Es ist bie vorberasiatische Rii Versicherung gegen Hinlerasicn, es ist bie Sicherung ber bolschewistischen Flanke bei dem fommenben großen Vormarsch in breitester Front von ber zentralasiatischen Basis aus über Pamir unb Tibet nach China unb Inbien, unb es ist schließ- lich auch eine Rückversicherung gegen rumänische bzw französische unb polnische Dummheiten an ber Wcstgrenze, wenn es mitIapan einmal losgehen sollte. Ob man noch ber Ermorbung bes japanischen Ministerpräsibenten in Moskau einenÄrieger- wartet? Nicht unbebingt! Und wenn es auf Moskau ankäme, würbe man ihn hinausschieben, bis — nun, bis bie Uralkriegsinbustrie wirk- I lich in Gang gekommen ist. Aber man rechnet mit Einige ber wichtigsten Erfinbungen wurden von Laien gemacht. Wir verbonken bem Theologen Ed- monb Hartwright ben mechanischen Webstuhl (1784), bem Schauspieler Alois Seneselber ben Steinbruck, bem Uhrmacher Mcrgenthaler bie erste richtige Setzmaschine, bem Barbier Arkwright bie Spinnmaschine mit Wafserantrieb. In einem alten Schweizer Stabtrecht aus ber zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts steht folgende merkwürdige Verfügung: „Die Hühner dürfen nicht weiter vom Haute gehen, denn so wett die Frau, so in selbigem Haufe wohnet, wenn sie auf dem Dachfirst steht, mit einer eidick beim Spitz mit ber linken Hanb gefaßt, unter bem rechten Bein werfen mag." seiner Notwendigkeit, man stellt sich auf ihn ein, unb an ber erfdjrerfenben Zunahme ber Kriegspsychose ist zu erleben, baß men ihn auch nicht unter allen Umftanben oermeibtn will Vorher hanb glaubt man aber au» gewissen Anzeichen schließen zu können, baß ernichtschonmorgen losbrechen muß Bei der einförmigen unb fchars zensierten Lchrcibwette ber Presse muß man diese al» Beurteilungsunterlage zwar von vornherein aus- schalten, aber auch darüber hinaus gibt e» in Mos kau Mittel, der Wahrheu aus den Grund zu kommen E» erweist sich, daß Litwinow mit dem Resultat seiner Genfer Belprechungen mit dem amenfa- nifchen Staatssekretär ctimfon außerordentlich zufrieden ist, al» deren erstes Resultat bie Neuauflage der Erörterungen über bie Anerkennung durch Washington betrachtet wird. Denn- man sich über die Aussichten ber immer wieder erneuerten Anträge bes erklartcM Rusiensreundes Borah auch keinen Illusionen mehr binjugeben scheint, so sink» biesmal sicherere Unterlagen vorhanben, baß Amerika, fußenb auf ber Gemeinsamkeit be» Willens, ben Japanern ein Holt zuzurufen, Entgegenkommen zeigen will Dann sind aber auch die wieder in Gong gekommenen Besprechungen in Warschau unb Paris über bie Poktsrage al» ein Zeichen an zu- sehen, baß Frankreich (auf amerikanistche Einwirkung^) größere Zurückhaltung in ben Sowjetfragen an ben Tag legen will. Auch hier wartet man in vertraulichen Unterhaltungen mit Beispielen auf. Die Gorguloff-Afsäre scheint nämlich so zu verlaufen, baß ben Beziehungen zwischen Moskau unb Pans kein schaben aus bieser Tat eines Wahnsinnigen erwachsen wirb. Moskau Hai ben Tlörber sehr energisch von seinen Rockschoßcn geschüttelt, und wenn gar Frankreich noch entgegenkommt und die Wasser unb Brot auf dem Hohenasperg ringe- sperrt. Der badische Gesandte befreite ihn, und die (Räuber durften sogar hierauf in Stuttgart gegeben werden, wo Schiller noch heutzutage als Moor abgebildet ist. Ich lade Sie cm. Verehrte, das Stück anzusehen, ich führe es heute auf genau so wie Schiller es geschrieben hat. Ich selbst spiele den Franz Modr. den größten schleichenden In- triguanten, den noch die Bühne gesehen hat Den Karl spielt ein Urenkel Schillers. Herr Mächler von Ulm. mit erschütternder Wahrheit. Ich mache das edle Publikum von Bopfingen auf die großen Schönheiten dieses Trauerspiel« aufmerksam Die Aäuberfzenen im Walde sind in gräßlicher Wahrheit hingestellt. Die Schlußszenen mit Amalie. Franz und dem alten Moor atmen verwüstetes Familienglück und heuchlerische Tücke. Die Szene, in welcher sich Franz Moor mit der Schnur von seinem Hute erhängt, spiele ich ganz nach dem Original. Schweizer, ein Haupträuber, rettet mich, indem er durch das brennende Schloß hereinftürmt und mich abschneidet. Dafür kommt Roller direkt vom Galgen mit dem Stricke um den Hal« aui einem Abdeckerkarren — eine herzzerreißende Szene' Der Auftritt am Hungerturme wird selbst die stärksten Aerven erschüttern. Den Kapuziner spielt Herr Kirchmecher. mehr sage ich nicht. Den Aäuber-Lhvr fingen junge Dilettanten. Herr Krappler. den das edle Publikum aus Erker s Bierhaus wegen seiner schönen Baßstimme kennt, wird selbst em Näuberlied einlegen Die Dekorationen sind nach den Kupferstichen von Chodv- w'ccki gemalt, bie Kostüme neu bis auf da« der Räuber, denn diele gingen historisch in abgetragenen Wämsen herum Cs sind also keine Kosten gespart worden, um die' Räuber nach der Natur darzustellen Preise der Plätze wie gewöhnlich Man bittet. d,e Hausschlüssel mitzunehmen, da die Borstellung vor elf Uhr nicht zu Ende geht Der Anfang ist wegen des Nachmittagskrän-chens in Erker s Bierhaus um 8 Uhr abend«." Dem ersten Menschen Adam hat man nur ein einziges Denkmal errichtet Es steht fett 19G in Baltimore (USA.) unb mürbe von John Brabq in Form eines Gedenksteines errichtet. Die Austchnst lautet: „Zur Erinnerung an Adam, ben ersten -Menschen". Ein Denkmal für Eva steht in tfounlatn Inn (Sübkarokina). Lerbis meistgespicltc Oper ist unstreitig „La Ira- viata". Die Oper fiel bei ber Uraufführung am 6. März 1853 durch Wenn Sie sich heute ein Giraffenpaar kaufen wollen, müssen Sie 32—45 000 JRarf onlegie . bas ist eine schlechte Kapitalanlage denn Giraffen pflanzen sich in her Gefangenschatt kaum fort. Loh- nenber sind Nilpferde zum Preise von 10-17«» Mark pro Stück, denn die Zucht ist aussichtsreicher Manchester ist eine prüde etabt. ^lbst btt Paw- lowa durfte dort ihren berühmten "Erbenden Schwan" nicht ohne Strümpfe tanzen obwohl sie versichert hatte, daß Schwane keine -Strumpfe zu tragen pflegten. Das Schlittschuhlaufen war nicht immer belttd^ Im Jahre 1580 verbot die Manstelder schu ordnung streng „jenes unnatürliche, geradezu narrische H - ünb Herlaufen auf Eisflächen^ ?tn;r ber ^«n Deutschen, der den Eislauf lebhaft wrderlc, war ber Dichte? Klopstock, der auch Goethe bewog, .hn zu lernen. , Edison beauftragte einen französischen Gelehrten mit der Einführung des Phonographen 'N P°n^ Während des ersten Dortrages in derJabern e ber Wisfenichaften stand ein allerer Profestor auf unb Der Hessische Derkchrsvcrband in Darm- stabt bittet uns um bie Aufnahme des folgenden Mahnrufe«. — D Neb Wir leben in einer Zeit, die un« erhöhte 3er- «ntwortlichkeit des Handelns, auch in unseren rein privaten Angelegenheiten, auferlegt Das gilt für jeden Deutschen Es liegt im Wesen de« Deutschen, daß er bei aller Heimatliebe von einer starken Sehnsucht erfüllt ist. fremde Länder, deren Bewohner, ihren Bolkscharakter. ihre Kultur und Defonder- foeUen aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Die Stärke und die Vielseitigkeit dieses Dranges ist ein kulturell seht; schätzenswerter WefenSzug der Deutschen, den wir nicht missen möchten, weil er eine« der wertvollsten und befruchtendsten Elemente für alle untere Wissens- und Schaffen«- gebicte ist. den Blick weilet und nützliche Wechselbeziehungen zu anderen Völkern und Ländern herftellt. Wenn irgend es die Umstände erlauben, sollen wir diesen rein ideellen Drang nicht behindern. denn unter normalen Verhältnissen kann die Nation in ihrer Gesamtheit daraus nur Nutzen ziehen Diese normalen Verhältnisse liegen aber bei uns jetzt nicht vor. Deshalb müssen wir auch diesen ideellen Drang bi« auf weiteres zurück stellen und die Sorge um die heimische Wirtschaft und die Förderung des Gemeinwohls auch bei unseren Urlaubsgepflogenheiten in den Vordergrund rücken. Jeder im Ausland verbrachte Urlaub ist verknüpft mit einem Barlranefer in Goldmark in hohe der verbrauchten Summe. Jeder ohne wirklich zwingenden Grund oorgenommene Bar- transfer ist aber ein Passivposten in unserer handel»- und Zahlungsbilanz, eine zusätzliche Selbftschwächung der eigenen Zahlungrkrafi. au» der zwangsläufig Vermehrung der Arbeitslosigkeit entsteht. Infolge der ziemlich allgemeinen ausländischen ] Autorkiebestrebungen ist dar Ausländer- (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten') Moskau, Mai 1932. ' Große Tage in Moskua! Zuerst läge bes Festtru beb, der politischen Gastfreundschaft, läge ber «er- bruderungsszenen unb ber mit kinblicher Freude be monftrierten militärischen Macht — unb jetzt läge ber corge, ber bangen Gesichter, läge, in denen überall bie stumme Frage zu lesen Ist: Was bringt bie Zu funft, gibt e s Krieg im Osten? Roch nie feit bem Bestehen des Sowjetregimes ist eine Fest in ber Roten Houptstabt mit solchem Prunk gefeiert worben, wie ber mit bem größten Feiertag, de» 1.Mai, zusamrnenfollenbe Besuch der für- lisch en Minister Die „Blumenfabriken" bes staatlichen Gartnerettrusts hatten Wochen zuvor ihre Bestellungen auf Rosen, Flieber unb Levkoyen erhalten, bie alten Galauniformen mürben aus ber Mottenkiste des tieningraber Winlerpalais nach Moskau gebracht unb vom zaristischen Staub befreit, um bie bolschewistische Dienerschaft in ben Kreml- palaftcn zu galanteren, Maler, Tischler unb Innenarchitekt«! waren am Werk, um ben berühmten Ke- orgen-Saal herzurichten, ber zum e rftcnmal seit 15 Jahren wieder seine Pracht zeigte, ausländische Kapellen chußlen bie neuesten abenblanbischen Tangos, Rumbas unb Foxtrotts einüben. Unb bann bie zu Ehren ber türkischen Gaste besonders groß aufgezogene Maifeier auf dem Ro.ten Platz. Einen ganzen lag lang schob unb walzte sich bie Menge in nicht enbenrooUenbcr Kette burch bie Straßen über ben großen Platz, ganze Regimenter Infanterie, Artillerie mit ben schwersten Geschützen, Tanks, Flugzeugabwehr ulm. unb bie schneidige Kavallerie waren in Schlachtlinie ausgestellt unb Flugzeuge über Flugzeuge — ganze Ge- schwober in einer Gesamtzahl von etwa 300 Apparaten schwirrte., burch bie Luft. Dem roten Proletarier, ben türkischen Staatsmännern unb ber ganzen Well mar bies eine Demonstration ber Kriegsmacht ber Roten Armee Das offizielle Programm bes Türkenbesuchs sah darüber hinaus Bankette, Paraden unb Empfange vor. Reden wechselten mit Toasten unb lauten Ovationen ab, bie Automobile ber hohen Gäste ftanben stets abfahrtbereit, um sie von ber einen zu ber nächsten Veranstaltung zu bringen, man ließ ihnen keine Zeit zum Nachdenken — Regierung, Stabt unb Partei brachten alles auf, um ihnen in jeher Beziehung einen bleibenden Eindruck zu sichern. In ber alten Zarenstadt an ber Grenze Europas unb Asiens haben zwei eurasische Volker sich ein Renbezvous ?egoben. Die kommunistischen Dektrevo- u 1 i o n ä r e unb bie Leiter bes türkischen National st aotes, bie proletarischen Staats- Umstürzler unb bie „faschistischen" Revolutionäre — zwei Weltanschauungen, bie scheinbar so unversöhnlich wie Feuer unb Wasser zueinanber stehen, haben sich v e r b r fi b c r t. Unb zwei Staaten, bie auf eine jahrhunberte alle Feinbschaft, bie schon Tradition geworben war, zurückblicken, beren Geschichte von blutigen Kriegen gegeneinander erfüllt ist, sie haben bie Gemeinsamkeit ihrer Interessen unb ihre „historische Derbunbenheit" gefeiert. Aus den Turmluken der Kremlmauern flatterten im Winde zwei Föhnen nebeneinander, bas rote Sowjetbanner mit Sichel unb Hammer unb bie rote lürfenflagge mit bem Halbmonb. Zum Empfang ber hohen Gäste mar Außenkommissar Litwinow aus Genf nach Moskau geeilt. Im Völkerbund, ben bie Sowjetpolitik zwar als eine „Organisation ber imperialistischen Staaten" ablehnt, der aber als diplomatische Börse ber Welt auch auf ben Vertreter ber Moskauer Außenpolitik seine unwiderstehliche Anziehungskraft ausübt, haben cs schon alle Spatzen vom Dach gepfiffen, baß bie Türkei an einer Wenbe ihrer außen- politischen Oric nlicrung ftch.c. Die chro- der Genußwerte feiner weiteren Heimat auch nur annähernd ausgekostet Deuttchland steht heute erst am Anfang seiner Entwicklungsmöglichkeiten als Reiseland. Mit seinen unvergleichlich viel- geftoltigen landschaftlichen Schönheiten, seinen Kunstschäyen und seinem kun st schöpferischen Leistungshochstand. seinen klimatischen Vorzügen und heilkräftigen Quellen, seinen historisch und archi- tektonisch interessanten Plätzen und der international anerkannten Leistungsfähigkeit feiner Gastronomie bietet es, wie kaum ein anderes Land in gleicher Mannigfaltigkeit. Kur- und Erholungsgclegenheiten. Aufenthalt«- und Studienreize aller Art. Der nur will, kann überall und immer wieder in deutschen Landen neue, lohnende Entdeckungen machen, vielen Mitteldeutschen, die bisher immer nur dos südliche Deutschland bereist Kulturgeschichte in Pillen gedreht. Don Peter Peppermint Ein berühmtes Gemälde des englischen Malers Joshua Reynolds stellt „Lady Cockburn und ihre Kinder" bar unb hing als Glanzstück in ber Londoner Nationalgalerie, die es durch bas Testament ber Lady Hamilton im Jahre 1892 erhalten batte. Aber 1N99 wurde bas Testament angefochten: bie Gerichte entschieden, daß das Bild zu Unrecht von Lady Hamilton ber Nationalgalerie gestiftet war, so daß es zurückgegeben werden mußte Die Erben aber verkauften es augenblicklich für 22 000 Pfund Sterling an einen südafrikanischen Minenbesitzer. haben, ist der Osten, der Westen und der Norden Deutschlands heute noch unbekanntes Land. Die gleichen Verhältnisse finden wir in allen Um- kehrungen vor. Sie sind vielleicht eine der Hauptursachen des unseligen deutschen Partikularismus und der innerdeutschen Gegensätze wirtschaftliche^ politischer und kultureller Art zwischen den einzelnen Dolksteilen in den verschiedenen Staatsgebieten, zu deren Heberbrückung und Ausgleichung ebenfalls viel geschehen könnte durch einen auch im Ferienreiseverkchr regeren gegenseitigen Austausch im Besuch der verschiedenen Landes- und Bolksteile. Aus der Besinnung auf die nationalwirtschaftlichen Pflichten und deren Erfüllung würden sich also für die Bolksgesamtheit in jeder Beziehung segensreiche Auswirkungen ergeben. Bon diesen Gesichtspunkten aus hat das alte Oesterreich sich immer bemüht, z- B. seiner Beamtenschaft die Nützlichkeit des Urlaubsaüfenthaltes innerhalb der Monarchie darzutun. Bei Beginn der Ur» laubszeit flatterten regelmäßig Bunderlasse mit einem Hinweis auf die besondere Zweckmäßigkeit der Llrtaubsverbringung in der Heimat durch die Amtsstuben. So verfehlt das Prinzip wäre, den Beamten in seiner Urlaubsfreizügigkcit beschränken und ihn verhindern zu wollen, daß er die Welt auch aus einer anderen, als der Hei- mats- und Bureauperspektive kennen lernt, so angebracht erscheint der wenigstens zeitweilige und freiwillige Verzicht auf vermeidbare Auslandreifen, wenn die Jlof- umstände von Staat und Wirtschaft ihn erheischen. Freilich gibt es auch Reiseländer, die uns gewisse valutarische Aufcnthaltsvorteile bieten. Bei Licht besehen werden diese Borteile <&cr oft wieder durch gewisse Berzichte auf Bequemlich- Alsfelder Volksbank in Alsfeld. • Alsfeld, 26. Mai. Die Mitglieder-Ber- s ammlungen der Alsfelder Bolksbank und des Alsfelder Vorschußvereins haben der Verschmelzung der beiden Insti- tute entsprechend den Vorschlägen der Borstände zugestimmt. Die Berschmelzung geschieht derart, daß der Alsfelder Borschußverein e. G.m.b.H. in Alsfeld im Wege der Fusion ohne Liquidation mit sämtlichen Aktiven und Passiven auf die Alsfelder Bolksbank e. G. m. b. H. in Alsfeld übergeht. Die Llebernahme des Borschußvereins durch die Bolksbank erfolgt unter Mithilfe eines vom Reiche gewährten Zuschusses ohne Rückzahlungspslicht und unter entsprechender Abschreibung der eingezahlten Gcschästsgut- haben des Alsfelder Borschußvereins. Das Geldinstitut wird unter der Firma „Alsfelder Bolksbank" fortgeführt. 3n dem Bericht der Alsfelder Bolksbank über das der Fusion vorausgegangene Geschäftsjahr 1931 wird u. a. mitgeteilt, daß die Bank im verflossenen Jahre einen Um« sah von 5,4 Mill. Mk. hatte. Die Geschäftsguthaben beliefen sich zur Zeit des Abschlusses auf 102 803,35 Mk. Die gesetzliche Reserve bezifferte sich auf 34 570,63 Mk. 2m Hinblick auf die Zeit- Verhältnisse wurde die Aufwertungsreserve» von 26 804.36 Mk. den. Rücklagen für Außenstände zugcschrieben, die.nach Vornahme einer Abschreibung von 8526,25 Mk. nunmehr 41 413,38 Mk. beträgt. Die Spareinlagen und Einlagen in laufender Rechnung beliefen sich am Abschlußtage auf 521 401,65 Mk. An Reingewinn wurden noch vorhergegangenen Abschreibungen 7402,25 Mk. ausgewiesen. Auf Borschlag des Borstandes werden 3 Prozent Dividende verteilt. * * D i e Erdölgewinnung Preußens i m A p r i l. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, betrug die Erdölgewinnung Preußens im April nach den vorläufigen Ergebnissen der amtlicher Statistik 18 040 Tonnen gegen 16 504 Tonnen im Bormonat und 14 739 Tonnen im Monatsdurchschnitt 1931. Auf das Gebiet von Hä» nigsen-Obershagen-Rienhogen entfallen 9615 To., auf Wietze-Steinförde 4553 To. und aus den Bezirk Eddesse-Oelheim-Oberg 3872 Tonnen. Die Zahl der angelegten Arbeiter betrug am Ende des Monats 1557 gegen 1593 am Ende des Dormonats. * D i e Lage bei Junkers. Die Klärung der Gesamtlage bei Junkers in Dessau macht erhebliche Fortschritte. Für die kommende Woche steht die Umwandlung der Junkers-Kalorifer-Werke und der Junkers & Co. in zwei selbständige Gesellschaften mit feit, Komfort. Aufmerksamkeit der Bedienung. Qualität des Dargcbotenen, kostspieligeren Reiseweg und andere Rachteile aufgehoben. 2m übrigen kommen die Preisdifferenzen fast überall dort in Wegfall, wo höhere Ansprüche an die Leistung gestellt werden. Daß Pilsener Bier, französischer oder italienischer Wein im Erzeugungsland billiger, als in einem 2mportland zu haben sind, ist schließlich eine Selbstvcrständ- lichkeit. zu deren Feststellung der Deutsche nicht in die Ferne zu schweifen braucht. Er findet in landschaftlich sehr reizvollen Gegenden, in Gegenden, zu denen die Bölker der Welt aus fernen Ländern und über die Meere pilgern und die nur im eigenen Lande nicht genügend gewürdigt werden, am Rhein, an der Mosel, in der Pfalz, in Baden. Württemberg, Bayern und anderwärts massenhaft Orte, die in der Preisstellung trotz der viel schwereren Lasten der deutschen Fremden» verkchrswirtschaft in den meisten Fällen auf allen Leistungsgcbieten auch mit dem valutaschwächeren Ausland konkurrieren können. Es ist ein beklagenswerter Zustand, wenn Man- gel an notionalwirtschaftlicher Sewftdisziplin Maßnahmen erforderlich macht, die sich für ein zur Erkenntnis zwingender wirtschaftlicher Rot- Wendigkeit befähigtes Bolk erübrigen sollten, um so mehr, als möglichste Beschränkung der Reiselust auf das Inland gerade für den Deutschen keinerlei schmerzliche Entsagung bedeuten kann. Daher ist unter den gegebenen Berhältnisscn der Appell ..R e i st i n D e u t s ch - land!" für jeden verantwortungsbewußten Deutschen nur eine selbstverständliche, sich aus seinen eigenen nationalwirtschaftlichen Ueber- lcgungen ergebende Forderung der inneren Ber- bundenheit mit dem cigenstaatlichen und wirtschaftlichen Gedeihen. beschränkter Haftung bevor. Die Forschungsanstalt und das Junkers-Hauptbureau bleiben dabei unberücksichtigt. Die neuen Gesellschaften werden in der Hand von Professor Junkers vereinigt werden. Sie gehören damit zur Vergleichsmasse von Professor Junkers. Man hofft, in den nächsten Tagen den endgültigen Status von der Deutschen Revisions- und Treuhandgesellschaft zu erhalten. Inzwischen haben die Flugzeugwerke die Arbeit wieder ausgenommen. Die Belegschaft beträgt bereits wieder 300 Mann und dürfte in den nächsten Tagen auf 400 erhöht werden. Es werden alte Aufträge ausgeführt, zu denen inzwischen einige neue — auch au? dem Auslande — hinzugekommen find. Träger dieser Arbeiten ist die neue Junkers-Betriebs-G. m. b. $)., die das Reichs- oerkehrsminifterium durch Aufträge bzw. Vorschüsse schützt. Feste Grundstimmung in Frankfurt. Frankfurt a. M.. 27. Mai. (WTB. Drahtmeldung.) Die feste G r u n d st i m m u n g , die bereits an der Abendbörse vorherrschte, übertrug sich auch auf den heutigen Börsenbeginn. Die schwächeren Meldungen von den Auslandbörsen traten weiterhin in den Hintergrund, während man die innerpolitische Situation etwas günstiger beurteilte. Rach wie vor erhalten- sich Gerüchte von einer Umbildung des Reichskabinetts nach rechts mit Brüning als Außenminister, obwohl diese Gerüchte amtlich dementiert wurden. Für die feste Haltung dürften jedoch vor allem immer noch markttechnische Gründe maßgebend sein. Rach-den Blankoabgaben der letzten Tage schritt die Spekulation zu weiteren Deckungen, denen kein nennenswertes Angebot gegenüberstand, so daß schon kleine Rachfrage genügte, um das Kursniveau etwas zu heben. Das Geschäft hat sich teilweise etwas belebt, doch beschränkte es sich in der Hauptsache auf Spezialpapiere. Das Publikum bekundete weiterhin nur wenig Interesse. Gegenüber der Abendbörse stellten sich überwiegend Befestigungen bis zu 1 Proz. ein, doch war die Kursbildung zunächst nicht ganz einheitlich. Fester lagen vor allem Elektrowerte, von denen Siemens und Schuckert je 1,5 Proz. und Gesfürel 1 Proz. anzogen. AEG. und Licht & Kraft blieben gut behauptet. Ehadeaktien konnten sich nach der gestrigen Abschwächung um etwa 6 Mk. erholen. Am Chemiemarkt eröffneten 2G., Scheideanstalt und Rütgerswerke bis zu 1 Proz. höher. Dagegen gingen Metallaesellschast um ein Prozent zurück. Montanwerte lagen anfangs bis zu 0,5 Proz. niedriger. Reichsbankanteile gewannen 1, Schiffahrtspapiere bis zu 0,75 Proz. Süddeutsche Zucker tagen weiterhin unerholt Auch der Rentenmarkt zeigte ein überwiegend freundliches Bild, doch bewegte sich die Llmsahtätigkeit in engen Grenzen. Deutsche Anleihen lagen 0,25 Proz. höher, Reichsbahnvorzugsaktien und Reichsschuldbuchfor- derungen blieben behauptet. Bon Stadtanlcihen lagen Pirmasens von 1926 im Angebot. Gold- und Liquidationspsandbriefe waren etwas gefragt, Reichsschuldbuchforderungen und Deutsche Anleihen zogen später 0,25 bis 0,50 Proz. an. 2m Verlaufe blieb die feste S t i m m u.n g erhalten. Doch hat das Geschäft eine starke Schrumpfung erfahren. 2G. lagen nur mäßig höher, während am Montanmarkt Mannesmann 1,25 Proz. gewannen. Tagesgeld war zu 4,25 Prozent unverändert leicht. Allgemeine Befestigung in Berlin. Berlin, 27. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die Börse zeigte heute im Anschluß an die Erholung von gestern ein festeres Aussehen. Es wurden weiterhin Deckungen vorgenommen, die bei zahlreichen Papieren Kursbesser un g c n1 zur Folge hatten. Die Beurteilung der politischen Lage ist etwas zuversichtlicher geworden. Bereinzelt lagen kleine Publikumsorders vor, vor allem machte sich aber die Beendigung der Liquidierung von Terminengagements bemerkbar: für den noch verbleibenden Rest werden heute bereits Prolongationskurse festgesetzt. Ehadeaktien zogen nach dem sehr großen Verlust der letzten Tage '-heute um 6 Mk. an. Auch Farben und Reichsbankanteile waren bis zu 2,5 v. H. gebessert. Die Erholung gegen Schluß der gestrigen Reuyorker Börse hinterließ einen guten Eindruck. Dessauer Gas, Feldmühle und Contigummi waren bis zu 3,25 v. H. gesteigert. Auch Schultheiß lagen unter dem Eindruck der etwas weniger scharfen Kapitalzusammenlegung fester. 2m Verlaufe war die Tendenz zunächst uneinheitlich, vorübergehend sogar schwächer. Dann kam es, ausgehend vom Siemens-Markt, an dem offenbar noch Deckungen notwendig waren, zu einer a 11 g e m e i ne n Bese st i g u n g. Kaliwerte zogen bis zu 2,5 v. H. an, RWE. waren nach 1,5 v. H. höherer Eröffnung erneut 1,75 v. H. gesteigert. Elektrizitätswerke Schlesien und Gesfürel zogen um je 2 v. H. an, und Siemens selbst waren um 2,75 v. H. erhöht. Anscheinend wurden auch weitere Tausch- operationen von Renten in Aktien Dor genommen. Am Markt der festverzinslichen > Werte lag noch überwiegend Angebot vor. Die Tendenz war jedoch hier nicht ganz einheitlich. Deutsche Anleihen waren im Verlaufe kräftig befestigt, Reichsschuldbuchforderungen zogen gleichfalls an, -und Reichsbahnvorzugsaktien blieben behauptet. Von variablen 2noustrieobligationen fielen Mittelstahl durch eine zweipro^entige Steigerung auf. Von Ausländern bröckelten Bosnier weiter ab, auch Anatolier lagen etwas schwächer. Arn Geldmarkt trat der Ultimo heute schon stärker in Erscheinung. Tagesgeld zog auf 5,5 v. H. und darüber an und war nur noch vereinzelt zu 5' g erhältlich. Monatsgeld blieb mit 6 bis 8 v. H. nominell unverändert. Zeltlager der Guttempler-Wehrlogen (ZOGT ) Die Wehr logen im Deutschen Guttemplerorden hielten — so schreibt man uns — dieser Tage ihre 2ahrestagung in Form eines Zeltlagers auf dem Knüll -in Hessen ab. Aus allen Gauen des Reiches und den abgetretenen Gebieten waren 2ungens und Mädels zahlreich erschienen. Die bunte Zeltstadt mit den farbigen Trachten der 2ungens und Mädels und den wehenden Fahnen bot ein festliches Bild. Der Samstag brachte zunächst eine Besprechung der Führerschaft, in der über die künftige Arbeit eingehend verhandelt wurde. Am Abend fanden sich über 400 2ugendliche und Gäste am Feuer auf dem Knüllköpfchen zusammen. Vertreter der hessischen Guttempler, der Regierung zu Kassel und der Großwart der deutschen Wehr- logen, Lehrer Hans Petersen, begrüßten. Der Sonntag wurde eingeleitet durch eine schlichte Morgenfeier, in der Redakteur G o e s ch (Berlin) zur Wehrtemplerjugend über die Bedeutung der Ordensarbeit sprach. Die darauf folgende Ar- beitsfitzung diente der Klärung geschäftlicher Fragen. Der Rachmittag sah die Teilnehmer bei frohem Spiel und Tanz am Schwarzenbörner Teich. Auf eine gutgeleitete Singstunde folgte der Festabend, in dessen Mittelpunkt das „Freiheitsspiel der Schweizer Bauern" stand. Der Montag diente der Behandlung folgender Arbeitsgebiete: Werbearbeit, Kinderarbeit, die Süßmostfrage, Laienspiel. Zum Sportfest wurden nachmittags auch die sonst weniger Sportbeflissenen herangeholt. Mit einer Schlußsitzung, in welcher der Führer die Wehrtemplerjugend zu ernster Arbeit für ein gesundes Volkstum auf rief, fand die Öugenbtagung ihren Ausklang. Oberheffen. Lanorreis Gietzen. )( Großen-Linden, 27. Mai. 2n geistiger und körperlicher Frische wird Witwe Sophie Menges, geb. Leun, am morgigen Samstag ihr 8 0. Lebensjahr vollenden. • Rödgen. 26. Mai. Seit diesem Frühjahr ind hier die Arbeiten für die Feld- bcrcinigung in vollem Gange. Zur Zeit wird das Wegenetz abgesteckt. Wenn die Arbeiten in bemfelben Maße wie bisher fortgeführt werden, ist schon im Herbst 1933 mit der Heber- gäbe der neuen Grundstücke zu rechnen. Die Landwirte werden dann auch hier in den Genuß einer vorteilhafteren Bewirtschaftung ihrer Grundstücke gelangen. Von besonderem Vorteile wäre allerdings noch, wenn auch hier die Drai- nicrung der Grundstücke baldigst in Angriff genommen würde. Gründer g, 25. Mai. Dieser Tage hielt der Ländliche Reit- und Fahrverein Grünberg und H m g e fru n g im „Hessischen Hof" seine 7. Hauptversammlung ab. Den Jahresbericht gab der erste Vorsitzende, Postmeister 2L Carle. Wenn auch die Tätigkeit nicht so rege war wie in früheren 2ahren, so haben 4i4> doch die beiden Abteilungen — Grünberg und Rieder- Ohmen — an einer Reihe von Veranstaltungen der Rachbarvereine und des Verbandes beteiligt. Während die Abteilung Rieder-Ohmen über einen guten Reitplatz verfügt, fehlt ein solcher für die Abteilung Grünberg. Die Beschaffung eines Platzes wird angestrebt. 2n einem Achen- bachfahrkursus wurden durch den Vorsitzenden sieben Vereinsmitglieder ausgebildet, denen nach Abnahme der Prüfung durch Rittmeister a. D. Freiherr Roeder von Diersburg (Londorf) das hessische Acheiibachfahrabzeichen überreicht wurde. Die Rechnungsablage ergab keinerlei Beanstandungen. Bei der Vorstandswahl galt es, zwei Aemter neu zu besetzen. Der seitherige zweite Vorsitzende, Wachtmeister Röder (Rie- der-Ohmeni, der auch als Reitlehrer der dortigen Abteilung sehr eifrig tätig war, ist infolge Versetzung ausgeschieden: er wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Auch für den bisherigen Schrift- siihrer Aug. Stammler galt es einem neuen Schriftführer zu wählen. Die Wahl des Vorstandes ergab folgende Zusammensetzung: erster Vorsitzender: A. Carle (Grünberg), zweiter Vorsitzender : Emil Ohnacker (Rieder-Ohmen). Schriftführer: K. W i e g a n ö KSrünberg), Schatzmeister: Chr. G e hringer (Grünberg), Reitlehrer der Abteilung Grünberg: Fr. Becker und K Wiegand, der Abteilung Rieder-Ohmen: Emil Oh n acker, Fahrlehrer: Otto Christ (Reumühle bei Grünberg), Beisitzer: Arthur D o- d o s a r (Georgenhammer bei Lauter), Karl 2 öckel 1. (Grünberg), Rich. Horz (Grünberg). Heinr. 2ägcr (Ober-Ohmen) und August 3 immer (Ilsdorf), Abteilungsführer für Grünberg: Rud.Trinkaus, für Rieder-Ohmen: Konrad Carle. Rach einer Ansprache des Ehrenvvrsitzen- den des Vereins, Freiherr Roeder von Diersburg, der neben fachmännischen Winken und Ratschlägen ein Bild über die Stellung der Reitervereinsbewegung und die Wichtigkeit der reiterlichen Ertüchtigung der 2ugenb gab, konnte der Vorsitzende die anregend verlaufene Versammlung schließen. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 24. Mai. Die hiesige Spar- und Darlehenskasse hielt unter der Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden Karl Sch 1 ö rb ihre 40. ordentliche General-Versammlung im Gasthaus von Otto Wagner ab. Der langjährige Rechner Wilhelm Lehr II. erstattete den Jahresbericht und die Rechnungsablage. Der Kasse gehörten bei Beginn des Geschäftsjahres 65, am Schluffe des 2ahres 66 Mitglieder an. Die Rechnung wies an Aktiven 67 675 Mark, an Passiven 67 048 Mark, mithin einen Reingewinn von 627 Mark aus. Der langjährige Direktor der Kokse, Förster Koch, konnte infolge seines hohen Alters der Versammlung nicht mehr beiwohnen. An seine Stelle wurde der Gemeinderechner und ilntcrerijebcr Hch. 2 ö - cher einstimmig zum Direktor gewählt. Förster Koch wurde angesichts seiner großen Verdienste um die Kasse zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die Vorstandswahl brachte einstimmig folgendes Ergebnis: Wiedergewählt wurde Karl Konrad, neugewählt Wilhelm Blei und Georg Diehl II. Als Aufsichtsratsmitglieder wurden K. Högy III. wieder- und Hch. Becker neu- gewählt. ___________ Sprechstunven der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Für unverlangt eingesandte IFanuffriple ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Wirtschaft. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H, Lombardzinsfuß 6 v. H. ftrantiun a. 2JL | Lettin Jranffurt o. 2J1, 23erltn Schluß-1 hin! | 1-ilhr- | fturo | Schluß-l tur« I Anfang« Äurtt Schluß«! furd 1 1-Uhr- fluni Schluß-l Anfang- htr4 1 flurt Datum 26.5. | 27.5. 26.5. 27.5. Dalum 26.5. 27.5- 26.5. 27.5. 6% Deunche DtetrtieaniciDe v. m< 53 —- 53 — Hamvurg-Amerua 'batet . . . t — 12 11,4, 11,4 7% Deutsche RcichSanleihe v. 1929 61 — 61 — Hamburg-Südam. Dampflchiss. 0 — — — 5V,% Doung-Anlelbe von 1930 . 2eutid>e An l.-Abkf.-Schuld mit 54 — 54,75 — Hansa Tompsschiss .....0 Norddeutscher Llond.....6 12,5 12,4 12.4 Auslol.-Rechten....... 38 38,25 38 37,9 A.G. für Verkehrswesen Aki. . . —— — 27 26 TeSgl. ohne Au-Ios.-Rechie . . - 8% Hell. VolMaat von 1929 (rürftahib. 102%)...... Cberbeiiert Provinz-Anleihe mit 2,975 2,95 2,95 2,95 Berliner Handelsgesellschaft • 8 Commerz- und Privat-Bonk. 7 16 — 85 16,25 — ■— 43 — Darmstadter und Nationalbank S Deutsche Bank und 18,75 — 19 , — AuSlos.-Rechten....... Deutsche Komm. Somtnelabl. 35,5 — — — Ti-eonto-GeseUschast... 6 Dresdner Bank...... 6 34 18,75 — 34 19 — Anleihe Serie 1....... 8% grankl. Hnp.-Bonk Goldpse 35.4 — 35,75 — Reich-bank........1-’ 114 115 112,5 115 15 unkündbar bis 1935 .... 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bi- 1938 Serie 16 . 4>.% Franks. Hyp.-Bank Liou. 71,25 — 21.(2.®............’ Bergmann.........9 Elektr. LieferungsgeseUschast. 10 Licht und Kraft......10 21,75 21,9 21,5 21,75 70,25 — — — 64 64 58 63 63,25 Pfandbriefe......... d%% Rheinische Hhp.-Bank-Ligu 77,5 — — — FeltenL Guilleaume . . . 6!: Gesellschaft für Elektrische — — 33,5 33,25 Gotdpje......... . ■ 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, 75,9 — — — Unternehmungen .... 9 Rheinische Elektrizität .... 9 47,5 48,75 47,4 62,5 47,75 63.5 Psanvbriese R. 19...... 7% Pr. Landespsandbriesanslall, 71,5 — 72 — Schuckert L Eo.......11 Siemens S Halske.....14 52,5 107,5 54 109 53 107,75 54 108 Pfandbriefe £R. 10...... — — — — Lahmeyer L Eo.......12 74 — 74 — 4% Lcslerreichlsche Goldrente . . 4.20% Lclterreichische Silberrenie _ - 7,25 — Buderus.......... — 23,5 23,75 — — 0,9 Deutsche Erdöl.......6 — — 55.25 55.9 39,75 4% Ungarische Goldrenle . . . — — 4,2 — Gelsenkirchener ....... 8 39 — 38,9 4% Ungarische Staate conte v. 191( 4,4 — Harpener........ . 0 37,5 —— — 37,65 4Yt% deegl. von 1913- .... — — — —— Harsch Eisen...... 6 — 25 24,5 6% abgeit. Goldmexikaner von 99 5,65 — — —— alle Bergbau ...... 10 atücknerwerke........ «öln-Neuessen.......6Y, — 120 — 4% Türkische Zollanleihe von 191] 4% Türkische Bagdadbabn-Anleihr — 2,13 — 23,25 22,9 Serie I.......... w — 2,.25 2 ManneSmann-Röhren .... 6 33,75 34,13 34,25 4% de-gl. Serie II ..... 2,15 — 2,2 Dlansselder Bergbau..... 13 — — 13 5%Rnmän. vercmh. Rente 0.190 — 4,3 — tberschlcs. Kokswerke .... 8 — 32,5 32.5 4%%Rumän.vereinh.Rentev.)91 — — 7.5 — Phönix Bergbau......4% Rheinische Braunkohlen... 10 16.5 — 17 4% Rumänische vereinh. Rente 3.65 — 3,75 3,75 156 156 156,^ 2 */♦,% I. Anatolier...... — 14,65 14,4 Rheinstahl......... 37 — 36,13 35,75 Frankfurt o. Ul. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.m. Schluß«! i-Uhr« tunt Kur< Schluß« l Anfang- tur< fiur# 26.Mai 27. Mai Dalum 26.5. ’ 27-5. 26.5. 27.5. Amtliche Notierung Geld 1 Sri es Amtliche Notierung Geld Brief Helsingfoiß , Wien. . . . Prag . . . Budapest . . Sofia . . . Holland . . LSlo. . . . Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neunork . . Brussel. . . Italien. . . Paris . . . Schwei, .-. Spanien . Danzig. . Japan . . (Rio de Ian.. Jugoslawien Lissabon . 7,133 51,95 12,465 3,057 170,73 76,97 84,62 79,62 15,52 0.888 4,209 58,99 21.62 16,605 82,32 34,77 82,72 1.339 0,322 7.423 14,14 7,147 52,05 12,485 3,063 171,07 77,13 84.78 79,78 15,56 0,992 4,217 59,11 21.66 16,645 82.48 34.83 82.88 1,341 0,324 7,437 14,16 ganknolen 7.143 51,95 12,465 3,057 170,78 77,02 84.62 79.62 15,49 0,988 4,209 58,97 21,62 16,61 82,32 34 72 82.67 1,339 0,322 7,423 14,14 7.157 52.05 12.485 3,063 171,12 77,18 84.78 79.78 15.53 ‘ 0.992 4.217 59.09 21,66 16,65 82,48 34.78 82,83 1,341 0,324 7,437 14,16 Rteveck Montan......7,2 Bereinigte Stahlwerke .... 4 £Übi Ätnen......■ 16’ , Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 n. G. Farben-Industrie ... 12 Verein, dient. Industrie Frank- furt a. M.......... Scheideanstalt.......10 Goldschmidt.........0 Rutgerewerke........5 MetallgeseUschoft......• ■" Philipp Holzmonn......$ Zementwerk Heidelberg. . . . 7 Lementwerk Karlstadt.....7 LSantz L Freytag......0 Schultheis Patzenhofer ... 15 Akt, (Allgemeine Kunstseide) < Bemberg......... ( Zellstoff Waldhof.....12 Zellkioff Aschaffenburg ... Dessauer Gat........9 Daimler Motoren...... Deutsche Linoleum •..... LrcnfteinL Koppel..... Leonhard Tietz....... SvenSka.........15 Ehade........... Frankfurter Maschinen . . . . i Gripner.......... Matnkraftwerke Höchst a. M.. . Süddeutscher Zucker .... IC 14,25 84 94 84 128,25 17 27,75 27 38 — 34,25 32,5 9.75 29,5 — 48 — ro co oo | 21।। । i i । i i i i i i i i iiii i £ iiiisr 13,75 9,9 84,5 94,5 147 82,25 17 27,5 39 • — 52.5 34 31.5 28,25 76 10 29 20,9 51,5 9,5 175,5 17 91,25 14,5 9,9 86,5 95,5 148 84,5 27,65 38,5 53,25 34 31.25 28,5 22 79 10 29,5 51.65 181,5 90,25 Berlin, 26.Mai Geld Bries Amerikanische Noten....... Belgische Noten......... Dänische Noteti......... Englisäte Noten......... Fianzoiischc Roten........ Holländische Noten........ Italienische Noten........ Norwegische Noten........ Teutsch-Lelterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten......... Spanische Noten......... Ungarische Noten........ 4,20 58,83 84,43 15,48 16,57 170.36 21,56 76,30 2,49 79,44 82.14 34.63 4,22 59,07 84.77 15,54 16.63 171,04 21,64 77,10 2.51 79.78 82.46 34,77 Ärei* vüdinqen DLR Bübingen, 26. Mo, Wahrend her Arbeiter Karl Adam in dem benachbarten Dorfe Düdelsheim mit einem Pferdegeiponn beim Abfahren von Steinen beschäftigt war, wurden di, Pferde plötzlich 'cheu und rosten mit dem Wogen einen Abhang hinunter. Dabei stürzte Adam so ungtütflid) von dem Wogen, daß er einen schweren Schodelbruch dovnntrug, der seinen sofortigen T o d zur Folge hatte. Der bedauernswerte Mann hinterläßt eine Frau mit drei unmündigen Kindern. Ärete Alsfeld n. Müde. 25. Mai. Auf dem ht«fzgen Bahnhof werden täglich ansehnliche Mengen Papierholz au« dem vorderen Vogelsberg verladen. Kür da« Schälen de» Holze« erhallen 2lrbeit»lo<€ 1 Mark b.« 1,30 Mark pro Raummeter w Kirfchgorten, 26. Mai. Bon dem Unter- nchmer Kühn in Grünberg wurde in der Ge- markung unserer Gemeinde ein B a s a l t st e , n - bruch erschlossen, in dem schon seit einiger Heit einer An,zahl Arbeiter Beschaiugung geboten wirb Dieser Tage ist in dem Steinbruch eine Steinklops, maschine ongekommen, die zur Zeit oufgebout wird Wie man hort, soll in dem Betriebe für längere Zeit Arbeilsmoglichkeit vorhanden fein. v NieoerGemünden, 26. Mai Fischerei- Pachter S) tun aus Frankfurt a. M , der die Fischerei in der Ohm gepachtet hat, fing dieser Tage IN der Ohm einen HechtimÄewichtvon ISPfund. preuhen. KreiS Wetzlar. > Wißmar, 25. Mai. Gestern nachmittag sand die Weihe de« neuen Friedhöfe« unter starker Beteiligung der Bevölkerung statt. Leit 1853 wurden die Toten der Gemeinde nicht mehr aus dem Kirchhof bestattet- Der damal« neue, jetzt alte Friedhof liegt im Süden des Dorfe«. Bereit« bei der Zeldbereinigung toirbc der jetzt in Benutzung genommene Platz im Borden de« Dorfe« in Gröhe von 1 Hektar auS- g em essen und in den letzten Jahren für seine Bestimmung hergerichtet. Heute wurde die fast SOlährige Witwe Annemarie Hier, geb Stroh, ouf dem neuen Friedhof zur letzten Ruhe gebettet 3n Vertretung de« verhinderten Bürgermeister« übergab Vememdevorstehcr Bitten- bvrf den Friedhof seiner Bestimmung, der Trauerzug begab «ich sodann an die offene Grabstätte. wo der Gesangverein ..Germania" die eigentliche Deiheseier mit einem Ehor eröffnete Die Ansprache und Ginsegnung erfolgte durch den Ortsgeistlichen Pfarrer Eappcll alsdann trug der Gesangverein Eintracht" die beiden Shore 2s ist bestimmt 'n Gottes Rat" und . Die Himmel rühmen" nor. D>e Rot der Zeit hat es leider verhindert, dah auf dem neuen Friedhof die geplante Gedächtnis st ätte für uniert Gefallenen bisher errichtet werden konnte Kirche und (Schule. Hessisches Kirchen-Gesangvereinsfefi in Lauterbach. EPH Lauterbach. 25. Ma, Da» 4 8. 3 ah- rE^estdesGvangKirchengefangver- ein« für Helfen, das am Sonntag hier gefeiert tour5c. nahm einen eindrucksvollen Verlauf Qln der Spitze der zahlreichen Gäste au« nah und sah man den Superintendenten von Oberhessen, Oberkirchenrat D Wagnc^ aus Gießen. Die Festpredigt hielt der Vorsitzende de» Evang. Kirchengesangverein« für Hessen. Pfarrer Marr aus Darnistadt, in der er auf die hohen Ausgaben des evangelischen Kirchengesanges hintoies. der, aus Freude geboren, die Melodie der erlösten Seelen, die Harmonie der anbetenben Gemeinde unb bie Symphonie ber einen billigen christlichen Kirche fein müsse. 3n formnollenbeter Weise trug ein Massenchor von über 400 Ringern zwei Shöre vor. die berebte« Zeugni« vSn dem Geist, der Schaffensfreude und den Aufgaben der Evang. Kirchengesangvereine ablcgtc Jn einer sehr gut besuchten Rachleier in ber Turnhalle wechselten in einzelnen Gruppen vorgetragene Shöre und feinsinnige Ansprachen miteinander ab Al« Vertiefung dieser Festtagung bringt der September eine Dirigentenschulungst^oche auf dem Eichhof bei Lauterbach. SJixfpoii Schwimmen in der OT. Die letzte planmäßige Gau-Vorschwim- merftunbe vor den Wettkämpfen im Gauner- band Hessen sand am Sonntag zu Gießen statt und wurde von dem Leiter, Gauschwimmwart Franz Sauer (Sieben), in ihren methodisch- praktischen Teilen zu ejnem anschaulichen Lehr- gang für die Ausbildungskräfte in den Hchwimm- abteitunacn der Gauvereine ausaestaltet. Zunächst wurde in ber Turnhalle (Steinstraße) an verschiedenen Geräten unb Freiübungen bie breite turnerische Grundlage aufgezeigt, aus der die besonderen Stellungen, Bewegungen und Haltungen des vielgestaltigen Schtoimmbetriebes stilgerecht erwachsen Dabei lehnte sich bie technische Durcharbeitung der Lpninge an die Sprungschule de« Frankfurter mehrfachen Meisterschaftssiegers Hemmer (Turn- und Fechtklub) an, ber als erfolgreicher Leiter ber Ausbildung für internationale Wettkämpfe weit über ben Mittelrhein- krei« bekannt ist. Die grundlegenden Hebungen und ihre schwim- merifche Sonbierung wurden anschließend im Schwimmbecken des Städtischen Volksbades toeiterentwickelt und als Einführung in bie Gau- wettkämpfe im 3ult zu Laubach au-gestaltet. Die Hebungsbjlber im Turn-, wie Im Schwimmanzug gaben zugleich den Stoss für eine einbringende Belehrung der Kampsrichter, deren Hrteilsdil- dung um so mehr an der Ausführung der Leistungen geschult werden konnte, al« die Schwierigkeit insbesondere ber Sprünge durch tabellarische Wertung allgemein festgelegt ist. Die Schwimmcrtagung am Rachmittag nahm ben Jahresbericht de« Gaufachwartes entgegen unb erklärte sich einverstanden, daß im nächsten Tumjahr die drei planmäßigen Vorschwimmerstunden auf einen umfassender au »gebauten Lehrgang zusammengezogen werden Ferner ist in bas Gaukindertreffen Ende 3uni zu Marburg auch eine sröhliche HebungSstunbe im Sommerbad eingcgliebcrt. Die Zeugnisse der ®au- sachlcitung über Freischwimmen (20 Minuten) unb Fahrtenschwimmen (45 Minuten« fördern in steigendem Maße die Dreitenarbeit, während die» Mitarbeit in den Bezirksverbänden ber Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft bat Schwimmen al« Brauchkunst zu sozialethischer Bedeutung erhebt. Durch einstimmige Wiederwahl verblieben die Abteilunaslerter August Balzer (Friedbergs unb rriedr.ch Eifert (Lauterbach im Hntcrausfchuß des Gaufachwartes. dem außerdem Ehnstian Weeg Tv 1846 Gießen« als Waster- ball-Obmann und Abteilungsleiter FerdGötz (Wetzlar zu besonderen Aufgaben zur Seite stehen Ebenfo ist da» Kanufahren in Pflege genommen und durch Paddelbootzüge rhetn- bzw mofelabwärts mit Koblenz al« Endpunkt in das Kreistest zu Trier eingefliiebert Mit einer eingehenden Aussprache über das Gauwettfchwim- men zu Laubach fchloß der Tag BezirkS'Meden'E'piele in Gießen Am Samstagnachnnttag werden auf den Tennis- olatzen hinter dein Schützenbaus die Medenspiete des Bezirks IX, Klasfe B, zwilchen dem Gießener Tennisklub 1922 und dem Itnnu flub Bad-Nauheim ausgetragen Da jeder Klub feine sechs besten Herren aufgestellt bot, ist mit spannenden Kämpfen zu rechnen. Gpielvereinigung 1900 Gießen. Arn Samstagabend gastiert die Liga vom Sportclub Gladenbach zum Rückspiel hier auf dem 1900-Sportplatz. Die Gäste sind Meister der 2 Bezirksklaffe. Gruppe Marburg, unb wer- ben dadurch höchstwahrscheinlich der l Bezirks - klasfe zugete>lt. somit zu Beginn ber kommenden MeisterschaftSserie auch Gegner der beiden Gießener Ligamannschaften fein Gladenbach hat zu Hause einen sehr kleinen Platz, auf dem sich die Mannschaft nur feiten überwinden laßt. Dazu bcrhjflt die Gästeelf über rfn wirklich ansprechendes können, fo daß man gespannt sein darf, toie s e fich ,n G eßen schlägt Das Vorspiel in Gladenbach gewann 1* Mai Vorabend 7 45 Uhr: morgens 8.30: abends 8 40 und 9 20 Uhr. Schöne weiße Zähne toon noch einmaligem Putzen mit ber herrlich erfrischend schmeckenden .Chlorodont-Zaynpafie", fchrelbl uns ein Raucher, lüde 60 Pf. und 80 Pf. versuch überzeugt. |1O^ Preisermäßigung • Jn Apotheken uDrogerien Millionenfach bewährt bei Nervosität Kopfschmerzen ____Schlaflosigkeit - Dep. i. Gießen: Ünlvereltlti-Apotii. i. gold. Engel, MarktpL. ■eraeeia-Droserte, Frankfurter Straße 39. Eelser-Drogerle, Lindenplatz 5. re,V V.D.A. Mitglieder und Freunde des V.D.A. treffen sich am Dienstag, dem 31.Mal, abends 8 Uhr, im Restaurant „Zoen Andree“, Sonnenstraßo 29. Pfarrer G. Harth au* sr. Andri berichtet über: 4094 o „Die Lage in Oesterreich und an der unteren Donau“ OlllllllllllllllllllllllllllllHID SttHsW diese Woche Psd. 46 Pf. Rotschttd Marktstrabe. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIWIHIIII) Hessen-Nassauischer Hüttenm 6 iniSleinbriicIfen Tllünnö der SUnldiersdirelbanSen derS"/, Anleihe ioo 1921 Die bei der am 27. April 1932 vorßenommenen Auslosung der in 1932 planmäßig zu tilgenden Schuldverschreibungen gezogenen Nummern sind in Nr. 117 des Deutschen Reich s- anzeißers und Preußischen Staatsanzeigers vom 21. Mai 1932 veröffentlicht. Steinbrücken. im Mai 1932. 1099 D Hessen-Nassauischer Bütlenverein G. m. b. 0. Alle Schweine, ÄÄ'Ä solche mit steifen Seinen, gesunden und 163D entwickeln fich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echte» RASSOL mengen. Verlangen Sie nur echte» Rasso! in Origmalflafchen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engel» apothehe Gießen. Zu Haden in allen 2Ipotheden. o m m erpress e n werden nnler Garantie durch UE |Ji|C Starke F beael- V Lil ÜU Ugt. .A 1.60, 2.75. Gegen Pick»!, MHssssr Stärke A Drogerie Winlerhoff. Kreuzplatz 9/10. Hindenburg-Drog.. Seltersweg 68a. iWV Unkraut-Ex IW das Radikalmittel zur Vertilgung von Unkraut aut Gartenwegen. Streben Sportplätzen usw. — Einfache Anwendung. — Absolut un- schädl. für Menschen u Tiere. Samenhaus HeinncU Hahn Bahnhofstrabe - Telephon Nr. 3403 4107 A Berufskittel aus indanthrenfarb JQC guten Stoffen, ohne Ii,u Arm, Gr. 42—48, von I an m. lang. 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V* dünnen Schuhe. Sie merkte es wohl kaum, daß sie schon nach den ersten Schritten im Schnee nasse Füße bekam. Sie drängte nur vorwärts, sie mußte wissen, was vorgefallen war. Irgend etwas mußte Lisa doch angestellt haben, daran war kein Zweifel. „Traute, wie kannst du in deinen • dünnen Schuhen in den Schnee heraus kommen? Willst du dich denn durchaus erkälten?" Ernst Polzenhagen sagte es wie erzürnt, aber durch seine Stimme schwang eine heiße Zärtlichkeit, und kurz entschlossen nahm er die kleine Frau auf seine Arme. Lisa sah es und verzog spöttisch das Gesicht. Aber tief im Herzen drinnen saß ihr doch die Erkenntnis, daß Traute das bessere Teil erwählt. Daß sie eine glückliche, geliebte Frau war, weil sie gelernt hatte, sich zu fügen, sich den Wünschen ihres Mannes anzupassen. In der wohlig durchwärmten Halle, die mit Elegante Herren-Anzüge. 1- und 2reüdg, in geschmackvollen Farben, und höher Mk. 48.—, 45.-, 42.-. 38 -, 34.—. 28.-. 22.—. 19.50 Mk. 28.— an Mk. 55.— an Mk. 30.- an Mk. 25 — an Mk. 18.— an Das war Hohn, lind Lisa fühlte es auch heraus. Trotzig und böse sah sie ihn an. „Ich werde laufen. Ich habe auch Herrn von Lüderitz nicht um diesen Dienst gebeten." Wilde Erregung tobte durch Lisa. Sie hätte nicht zu sagen vermocht, wie verhaßt ihr in diesem Augenblick ihr Schwager war, der ihr dieses Idyll zerstört hatte. Denn so würde es nie wieder sich fügen. Das fühlte sie, daß jetzt endgültig alles aus war zwischen Lüderih und ihr. Jetzt würde Polzenhagen ihn ja zur Vernunft bringen mit seiner unausstehlichen Grobheit und seiner Auffassung von Ehre. Die Freunde verabschiedeten sich, und dann erhielt Lisa eine tiefe, tadellose Verbeugung von Lüderih draußen vor der Hütte. Sie nahm kaum Rotiz davon. In ihr war tobender Zorn. Hastig schritt sie neben Polzen-- Hagen dahin, der ziemlich vergeblich versuchte, seine Schritte den ihren anzupassen. Lüderitz aber stand jetzt noch drüben bei der Hütte und sah ihnen nach. Ihm war seltsam zumute. Erleichterung, daß Polzenhagen gekommen toar; Zorn über sich selbst, weil er schon so verbauert war und die schöne Frau enttäuschte. Reue, wenn er an Rose dachte, die so fleißig und still im alten Deschow schaffte und immer lieb und freundlich zu ihm war, wenn in ihren Augen auch 'jetzt oft Trauer und Schmerz sich zeigten. Plötzlich ging Klaus Lüderitz mit großen Schritten den Weg hinüber, der zum Deschow- Hofe führte. Ernst von Polzenhagen aber nahm Lisas Hand in die feine: „Hör mal, liebes Kind, ich muß dich bitten, zu deiner Mutter zurückzukehren. Wir haben für dich und deine dummen Streiche absolut kein Verständnis. Und das stille, friedliche Glück drüben im alten Deschow zerstörst du noch lange nicht — dafür werde ich schon sorgen." Sie entriß ihm ihre Hand. Ihre Augen flammten empört: • „Du wirfst mich hinaus?" „Aber nein! Ich bitte dich nur, bald abzureisen. da ich nicht will, daß du hier auch noch Unheil stiftest." „Verstecke dich doch nicht hinter hohlen Phrasen! Und - ich will sowieso von hier fort. Aber bis nächste Woche brauche ich Zeit. Ich will mir über- I legen, wie ich es am besten einrichte. Zu Mama Durch selten günstige Einkaufs - Möglichkeiten bin ich in der Lage, in der Zeit vom 28. Mai bis 4. Juni 1932 einen Sonder-Verkauf in Parkett- und Linoleum-Wichse", jagt die Hausfrau, wenn sie zum erstenmal eine Dose KINESSA='Bobner= wachs öffnet. — Durch eine besondere Zusammensetmng hat nämlich KlXF.t>S^-Bohnerwad)s ein bräunliches Aussehen. Ungezählte Gutachten haben aber festgestellt, daß hierdurch unter Garantie keine Dunkel- särbung entsteht. Dagegen tonnen Sie mit einer Pfunddose 5—6 Zimmer behandeln, mühelos herrlichen Hochglanz erzeugen und wiederholt naß auswifchen. Da es trat? dieser Vorzüge sehr billig ist, kaufen Sie nur noch 3322V KINEHA HOLZ-BALSAM Drogerie Hans Noll, Roonslrafte 2 Drogerie Carl Seibel, Frankl. Str. 39 werde ich natürlich zurück müssen. Es bleibt mir nichts anderes übrig." „Lisa, ist es dir nicht möglich, still und zurück- gezogen bei Mama zu leben? Sagen wir: ein Jahr. Halte wenigstens diese Zeit einmal aus!" „Ich brauche deine Ratschläge nicht", sagte sie außer sich. a „Ra, dann nicht. Ich dachte nur, du wurdest es endlich einsehen, daß ich es trotz allem herzlich gut mit dir meine. Aber ganz wie du willst, Lisa. .Du bist alt genug, zu tun und zu lassen, was dir gefällt. Aber mache dann bitte auch für die weiteren Fehlschläge in deinem Leben niemanden weiter verantwortlich als dich allein." Lisa preßte fest, fest die Lippen zusammen. Sie stand allein! Jetzt hatte sie niemand mehr, oie sah ihren Weg vor sich. Und sie schloß die Augen bei dieser Vorstellung. Ein anderes schob sich vor sie hin, ries tausend Erinnerungen wach: Das vornehme Heim Rudolf Ansbrücks! Sie, Lisa, als geliebte, angcbetete Frau darin. Jeder Wunsch wurde ihr erfüllt. Sie gebot über eine geschulte Dienerschaft. Der Gatte bezahlte die teuren Toiletten, die sie sich wieder einmal ausgesucht. Sie besuchte an seiner Seite die besten Gesellschaften und Konzerte. Sie saß im Theater auf den besten Plätzen. Ein Luxusauto stand stets zu ihrer Verfügung. Sie wurde um ihren schönen, eleganten Mann beneidet. Und sic hatte alles so gedankenlos Eingenommen. Rachdcm der Reiz der Reuhcit, der erste Jubel über all den Reichtum sich gelegt, hatte sie sich gelangweilt. Hatte sich an der Seite eines Rudolf Ansbrück gelangweilt! Sie hatte den tollen Liebesworten des Erstbesten geglaubt! Hatte sich einem gemeinen Hochstapler an den Hals geworfen. Das war das Schlimmste! War eine Demütigung, die ihr imme» vor sich selbst die Röte der Scham ins Gesicht steigen lassen würde. Sie waren auf der breiten Fahrstraße angekommen, die zum Gutshause von Polzenhagen führte. Traute stand am Fenster des Wohnzimmers und sah sie kommen. Sie sah das finstere Gesicht des Gatten, sie sah Lisas verzweifelte trotzige Miene. , Traute war einen Augenblick unschlüssig, dann warf sie schnell ein großes Wolltuch um und ging den beiden entgegen. Sie achtete nicht auf ihre Wohne und praktiziere jetzt Mühlstraße 33 Naumann Naturheilkundiger und Homöopath GIESSEN üeorbe&iriit nu?Chl lidjeS6 Undanks' « y Ne* Auch preiswerte Damenmäntel auch f.korpulent.Damen Herren- und Damenkleidung L. Rosenzweig