Nr. 98 WsBtaff 182. Jahrgang Mittwoch, 27. April 1952 fronffnrt am niatn 1168«. VniS mid vrShs'fch« LniversitLtr.v,ch- web Sttitbniderei L tewge ht «etzen. $d)riftiettimg und Seschästsftelle: Zchulsttatze 7. fen. Ueberbrückung europäischen Gegensätze in der Abrüstungsfrage von entscheidender Bedeutung für die Ueberwindung der IDclfroirt- fchaftskrise. Aus diesem Grunde seien die vereinigten Staaten bereit, mit allen Kräften an der Lösung des europäischen Abrüstungsproblem» mitzuwirken. Hoch übereinstimmender Be- I angloamerikanischen immer noch als historisch ge- 1 sünder erweist, so will es beinahe so scheinen, als sei von London vorläufig eher noch als von Washington eine nachdrücklich« Initiative für die Bestellung eines erträglichen europäischen Gleichgewichts zu erwarten. urteilung ist heule die Frage der Gleichberechtigung Deutschland» in der Abrüstungsfrogc in den Vordergrund gerückt. Vach amerikanischer Aussassung ist der deutsche Standpunkt in der Abrüstungsjrage logisch begründet und klar. Man nimmt in ausländischen Kreisen an. doh in den jetzt einsetzenden großen Besprechungen über die Jrag« der Gleichberechtigung der deutsche Stand- punkt in der Richtung vertreten werden wird, doh die Frage der Gleichberechtigung eine grundsätzliche Frage de, Rechtes und der Gerechtigkeit sei, und den internationalen Verpflichtungen des Völker- bundspakte» und des Versailler Vertrags entspreche. doh ferner die deutsche Forderung der Kurze Mttagung des Reichstags Erste Lesung des Etats. Berlin. 26. April. lDDZ.) Der Aeltesten. rat des Reichstags beschloß am Dienstag gemäß dem Vorschlag der Regierung, den Reichstag f ü r den 9. Mai zu einer kurzen Tagung ein- zuberusen, in der die erste Lesung des Etats erledigt werden soll. 3n vieler Tagung soll auch ein Gesetz über dieAbsindungaus- Annahme von ln$eigeit für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, ausmärt, 10 Betd),Pfennig; für Ne- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfenniq, Platzvorschrift 20'/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Üanqe. Verantwortlich für Politik Dr. ftr. Will). Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil (Emft Vlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. angespornt, jede Rücksicht auf die amerikanische Politik der „offenen Tür" und „gleichen Gelegenheiten" fahren zu lassen und die letzten Reste außenpolitischer Freiheit Deutschlands, Oesterreichs, Ungarns und aller noch nicht ganz gezähmten südosteuropäischen kleinen Länder zu liquidieren. Man sollte meinen, daß man nach alledem bei dem gegenwärtigen Präs.denken der nordamerikanischen Union im öffentlichen Auftreten eine gewisse Diedergeschlagenheit wahrnehmen müsse. Dem ist ober keineswegs so. Er wendet der Außenwelt nach wie vor dasselbe runde, faltenlose, strahlende Antlitz zu wie am ersten Tage seiner Präsidentschaft, und in Aeuherungcn für die Presse konnte man noch kürzlich wieder lesen, daß er nach wie vor fest davon überzeugt ist, das Volk der Vereinigten Staaten werde sich, möchten auch einige Leute „die Verven verloren" haben, aus eigener Krast rasch wieder gesund machen und dann die ganze Weltwirtschaft sanieren. Dieser Optimismus ist im Kern gewiß echter Amerikanismus. Der Durchschnittsamerikaner träumt trotz aller gegenwärtigen Röte noch davon, daß die in den weiträumigen Verhältnissen der Reuen Welt entstandenen pazifistischen Ideologien die ganze übrige Welt nach ihrem Bilde gestalten würden, ohne daß es dabei eines nachdrücklichen machtpolitischen Krästeeinsatzes bedürfe. Für die historisch geschultere Sehweise des Europäers hingegen haftet dem außenpolitischen Verhalten amerikanischer Staatsmänner zweifellos viel Donquichotterie an. und es scheint, als werde das Volk der Vereinigten Staaten überhaupt erst eine lange Sch ul e wirklichen Leidens durchmachen müssen, bevor es die für die Hebernohme einer seinen Kräften und der geopolitischen Lage seines Landes entsprechenden weltpolitischen Rolle erforderliche geistige Reife erlangen könnte. Wenn man wahrnimmt, wie das vom Golde gelöste Pfund Sterling wieder im internationalen Verkehr dem Dollar trotz dessen unerschütterter Goldbasis den Rang streitig machen kann, toetl das britische Mächtigstem sich gegenüber dem land im Versailler Vertrag eine au geringe Truppenstärke erhalten habe Diese Frage würde jedenfalls bei derBesprechung vom Freitag in Anwesenheit Tardieus weiterbehandelt werden Nie Abschaffung der Angriffswaffen. Die technischen Ausschüsse beraten Weiler. Genf, 26. April. (TU.) Der Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz hat den Vorschlag des Präsidiums angenommen, die drei technischen Ausschüsse für die Land-, See- und Luftfragen die Begriffsbestimmung von An- grisfswaffen behandeln zu lassen. Die drei Aus- fchufse werden entscheiden müssen, w e l ch e W a f- sengattungen ausgesprochenen Angriff s ch a r a t t e r tragen, für die Zivilbevölkerung im besonderen Maste bedrohlich sind oder eine besondere Gefährdung der Landesverteidigung bedeuten. Zur Behandlung der chemischen und bakteriologischen Waffen wird ein gemischter Ausschuß aus den drei technischen Ausschüssen eingesetzt. Die drei Ausschüsse haben sodann dem Hauptausschust ihre Vorschläge zu unterbreiten. Präsident Henderson ersuchte die Führer der Hauptabordnungen, während der Arbeiten der drei technischen Ausschüsse" in vertraulichen privaten Beratungen über die noch offenen grundsätzlichen Fragen der Abrüstung zu verhandeln. Die Zeit der Ausschustverhandlungen solle nicht nutzlos vergehen, sondern möglichst zu einem Dorabkominen der hauptbetei- l i g t e n M äch t e über die grundsätzlichen Streitfragen führen. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Hindenburgs zweite Amtsperiode Keine neue Eidesleistung. B e r l i n, 26. April. (TU.) Rach einer Meldung der „Germania" verlautet, dah die zweite Amtsperiode des Reichspräsidenten v. Hindenburg in einer feierlichen Weise eingeleitet werden soll. Die Reichsregierung wird Flag- genschmuck anordnen und die Länderregierungen werden das gleiche tun. Es ist weiter in Aussicht genommen, dah ein G o t t e s d i e n st im Dom stattfinden wird, an dem der Reichspräsident von Hindenburg teilnehmen wird. Die Reichswehr wird es sich nicht nehmen lassen, ihrem Oberbefehlshaber aus Anlast seiner zweiten Amtsperiode militärische Ehren zu erweisen, außerdem dürfte ein Empfang derReichs- regierung und deS ReichstagPräsidiums stottfinden. Die Frage der Eidesleistung wird dadurch geklärt sein, daß der Reichspräsident v. Hindenburg als Staatsoberhaupt selbst der Auffassung ist. dah aus ethischen und religiösen Gründen ihn der einmal geleistete Eid für immer bindet. 28. Apni tfjnb Ud Uhr Endend 8 U 'Ubgang 8,35 J ’cnb7.20. eams. Mausgang R 35 ^bendz 7 Uh/. is ä5aui 'n L/'Nen ! SOetii.i le8tn. ’n ben ? Ain. Worüber verhandelt wurde. Oie quantitative Herabsetzung der Rüstungen. — Deutschlands Entwaffnung als Norm für die allgemeine Abrüstung. scheidender weiblicher Beamter beraten werden. Rach der Pfingstpausc wird der Reichstag voraussichtlich erst in der letzten Maioder ersten Iuniwoche wieder zusammentreten Die wichtigste Entscheidung, die der Reichstag fällen wird, ist die über den Antrag derRa - tionalsozialisten aus Reichstagsauflösung. Das Schicksal dieses Antrags erscheint schon jetzt nicht zweifelhaft, da außer den Antragstellern keine einzige Fraktion ein Interesse an der Auflösung des Reichstags im Acl- testenrat bekundet hat. Man rechnet deshalb damit, daß dieser Antrag mit großer Mehrheit a b - gelehnt wird. Gleichberechtigung sich gleichzeitig auf die Land-, See- und Lustrü st ungen ausdehne. Hierdurch wird zwangsläufig entgegen den. bisherigen Besprechungen — auch die Frage der Flottenrüstungen in die Verhandlungen mit ein- bezogen. Man erwartet, daß die für Freitag vorgesehene gemeinsame Besprechung von Mac donald. Stimson. Brüning und Tardieu entscheidende Bedeutung haben wird, und daß in dieser Besprechung der erste praktische Versuch einer Hcbcrbrüdung der deutsch-sranzösischen Gegensätze in der Abrüstungsfrage durch englisch-amerikanische Vermittlung unternommen werden wird. Die Tributs rage ist in der heutigen Unterredung nicht berührt worden. fr LkK Nit. ZLO0: Avril. 'Ani(II>tfor Ä Ludtvi Genf, 26. April. (IU.) 3m Lause des heutigen vormittags hatten der deutsche Reichskanzler Dr. Brüning, der vom Staatssekretär von Bülow begleitet war, und der englische Ministerpräsident Macdonald eine Unterredung mit dem amerikanischen Staatssekretär S l i m s o n . der auf amerikanischer Seite die beiden Vertreter auf der Abrüstungskonferenz. hugh G i b f o n und Norman Davis beiwohnten. Diese Unterredung ist die Fortsetzung der bisherigen Besprechungen, die in der vergangenen Woche zwischen dem amerikanischen Staatssekretär Sttmson und oen übrigen Beteiligten, insbesondere dem Reichskanzler Dr. Brüning gepflogen wurden. Der heutige Meinungsaustausch galt einigen wichtigen Punkten der Abrüstungsfrage. Die Besprechung wird nach der am Freitag erfolgenden Rückkehr de» französischen Ministerpräsidenten Tardieu nach Genf fortgesetzt. Demgemäß hat Reichskanzler Dr. Brüning seine eigentlich schon für Mittwoch beabsichtigte Rückreise nach dieser B e- sprechung in Aussicht genommen. Heber die Zusammenkunft -wischen Macdonald, Stimson und Brüning ist von englischer Seite eine halbamtliche Mitteilung verbreitet worden, derzufolge die Abrüftungsfrage behandelt worden und der Inhalt der Hnterredung dem französischen Ministerpräsidenten Tardieu und dem italienischen Außenminister ® ranbi übermittelt worden ist. Tardieu wird für Freitag vormittag in Genf erwartet. Heber den Inhalt der streng geheimgehaltenen Hnterredung wird in englischen und amerikanischen Kreisen folgende Mitteilung gemacht: In der Hnterredung hat Stimson mit großem Rachdruck hervorgehoben, daß die Abrüstungskonferenz zu einem erfolgreichen Ausgang nur dann gelangen könne, wenn die deutsche und sranzösische Regierung zu einer Hebereinstimmung in den grundsätzlichen Abrüstungsfragen gelange. Den gleichen Standpunkt hat der englische Ministerpräsident Macdonald eingenommen. 3n der Unterredung soll Stimson weitgehende Mitwirkung und Hilfe zur Ueberwindung der Gegensätze ange- bolen und sich für die Vermittlung zur Verfügung gestellt haben. Die vereinigten Staaten seien zwar an der Lösung der rein europäischen Abrüstungsfrage nicht interessiert, jedoch sei die Oie rheinische Obst- und Gemüsebauverbände fordern stärkere Einfuhr» droffelung. ft ö I n , 23. April. (TU.) Die Bereinigung des rhein ischen Bauernvereins und des Rheinischen Landbundes, dic Landwirt- schaftskommcr für die Rheinprooinz, der landwirtschaftliche Verein für Rhein Preußen, der Landesverband Rheinland im Reichsverband des deutschen Garten bau es, sowie andere am Obst und Gemüsebau interessierte Kreise, faßten auf einer Kundgebung eine längere Entschließung, in der verlangt wird, daß nunmehr endlich nach dem Beispiel des Auslandes auch deutscherseits eine starke Einfuhr- b r o | f e I u n g durchgeführt werde, zum mindesten ein völliges Verbot jeder ft o n t i n g e n Herung, die überflüssige Einfuhr von «zruhprodukten und Südfrüchten sei zu unterlassen. Die Demienbewilligungen dürfen für dic entbehrliche Einfuhr nicht mehr erteilt werden. Die Erzeugnisse im Obst- und Gemüsebau seien von der erhöhten Umsatzsteuerzu befreien. Das marktschreierische Kommissionsgeschäft fei zu verbieten. Die krassen Mißverhältnisse zwischen Er zeuger- und Derbrau eher prüften müßten beseitigt werde» Hoovers Kampf. Don Otto Eorbach. Während sich in Europa wie in Asien politische Wandlungen vollziehen, dic amerikanische Interessen auf das schwerste au schädigen drohen, siebt Ich die Regierung des Präsidenten Hoover genötigt. alle Kräfte zur Abwehr der ihr im eigenen Lande drohenden Gefahren anzuspannen, und i m Aus lande den Dingen ihren Laus zu lassen. Man beschrankt sich, wie im Falle des lnegerischen Vorgehens Japans in China, mit Protestnoten, dic alle Welt warnen sollen, mit irgendeiner „de facto“ entstandenen Lage zu rechnen, solange sie von Washington nicht als „de jure“ bestehend anerkannt worden sei. was aber natürlich weder Japan noch Frankreich hindert, inzwischen so viele, die weltweiten Beziehungen Onkel Sams störende vollendete Tatsachen wie möglich zu schaffön. Man darf mit ungefährer Sicherheit damit rechnen, daß das Weiße Haus für eine außenpolitische Aktivität nicht vor hem 8. Rovember, dem Termin der Präsidentenwahl. auftauen wird, und auch das nur bann, wenn Hoover, was vorläufig nichts weniger alS wahrscheinlich ist. wicdcrgewählt werden sollte. Siegt der demokratische Kandidat, so dürste die amerikanische Außenpolitik erst mit dessen Amtsantritt am 4. März 1933 wieder aktionsfähig werden, da Hoover für den Rest seiner Amtszeit dann wohl oder übel noch größere Zurückhaltung üben müßte, als vorher. Zweifellos hat sich Hoover seinen ,Kamps" als Präsident ganz anders gedacht. Als Leiter des tzandelsdepartements unter feinen beiden Vorgängern hatte er eine A r t Wclterobe- lrungsplan für die anrerikanischen Mvzportindustrien ausarbeiten lassen und »zu dessen Durchführung einen gewaltigen Apparat »geschaffen. Gr traute sich zu. die Gefahren, die R bet Hochkonjunktur drohten, die er unter Coo- »lidge mitschaffen hals. rechtzeitig bannen und das |L Wirtschaftsleben der Hnion durch p anmäßige V handelspolitische Aktivität überhaupt krisenlos ge- B halten zu können. Bezeichnend war. daß er die E Seift zwischen seinem Wahlsieg und seinem Amls- ; antritt zu einer monatelangen Rundreise durch Dbie hauptsächlichsten lateinamerikanischen stünder benutzte, um dort allenthalben Der- nauen für den uniniperialistischen, vorwiegend Ufommerziellen Charakter, den er fei- Biut Präsidentschaft zu verleihen gedachte, zu »wecken. Rach seinem Amtsantritt galt seine nächste Mkorge der Hinwegräumung der Hindernisse für ; eine Verständigung zwischen den gro- »h«nSermächten Ihm schwebte eine Art V.r- A frustung der Seeherrschaft vor auf Grundlage einer Abgrenzung von Interessensphären für den Han- » bei jeder beteiligten Macht. Als dic Londoner MFlo 11 e n k o n s e re n z zusammentrat, war das ■3 uftanbclommen des Dreimächtepaktes gesichert, weil Japans Zustimmung & durch weitgehende Zugeständnisse für das Dor- i wiegen seiner Interessen in Rordchina und die Beherrschung des westlichen Pazifik, die englische durch Preisgabe amerikanis er Haadeleintercssen - in Brasilien und Argentinien erkauit worden war. £ Schwierigkeiten, eine EinigungS ormel für die Ufranzösisch - italienischen 3 n tc r- f um die Herrschaft im Stillen Ozean hem- ringslos zu rüsten. Im Wcltwesten aber schicki h) Frankreich an, vom japanischen Beispiel Vertrauliche Besprechung zu dreien. Stimson und Macdonald bieten ihre Vermittlung an. — Oer Reichskanzler vertritt die deutsche Forderung auf Gleichberechtigung in der Abrüstungsfrage. — Tardieu kommt am Freitag erneut nach Genf. Paris. 27. April. (C-RB Funkspruch, eigene Meldung.) Der in Gens weilende Auhenpolitiker des „Echo de Paris" mißt der gestrigen Hnterredung Stimson Macdonald Brüning eine besondere Bedeutung bei. Sie könne als Vorbereitung zur Viererbesprechuna gelten, die für nächsten Freitag anberaumt sei. Ein Protokoll über dic gestrige Besprechung sei der französischen Delegation übergeben worden, während Grandi telephonisch von dem Verlauf unterrichtet worden sei. 3n den Besprechungen sei zum Ausdruck gekommen, daß die Beseitigung der Angriffswaffen eine solide Grundlage fei. auf der man positiv aufbauen könne. Die Quantitätsfrage solle so geregelt werden, daß jede Ration ein ,absolut feststehendes Kontingent" erhält, das nach ihren innenpolitischen und grenzpolitischen Bedürfnissen errechnet werde, wobei die Deutschland durch den Versailler Vertrag zu stehenden Effektivbestände als R o r m gelten könnten für das, was ein 64- Millionenvolk brauche. Zu diesem Kontingent könne dann noch ein veränderliches Kontingent geschlagen werden, das den R o t - Wendigkeiten zur nationalen Verteidigung und den Anforderungen der internationalen Verpflichtungen entspreche. Die Hrheber dieses Systems rühmten seine Geschmeidigkeit. Der Außenpolitiker des Blattes bezeichnet einen derartigen Plan als nicht besonders verlockend für Frankreich, und in diesem Sinne hätten sich auch französische Militärsachverständige in Genf geäußert. Grandi dagegen trete fürihn e i n. Dr. Brüning habe gestern auf der Hnterredung mit Stimson und Macdonald Bedenken geäußert und besonders betont, daß Deutsch- Crschetnt täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle monatiBeiugspreis: Mit 4 Beilagen B TL 1.95 Ohne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zentsprechanschlüffe Wtter5ammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße», poftfcheckkonto: Paul-Boncour versuchte dann eine Feststellung zu erreichen, daß die Frage der qualitativen Äbrüstuna bisher keineswegs gelöst sei und daß neben der Abschaffung der Angriffswaffen der Vorschlag der französischen Regierung auf Internationalisier ung der Waffen stehe, hatte jedoch keinen Erfolg. Die von französischer Seite planmäßig geführten Bemühungen, die Konferenz auf Internationalisierung der Waffen festzulegen, sind vorläufig nicht durchgedrungen. Die Konferenz arbeitet in der von England und den Vereinigten Staaten gewünschten Richtung der Abschaffung der Angriffswaffen. Offener Brief der hessischen Polizeibeamten an Or. Best. WSR. Darmstadt, 26. April. Der Verband der Polizeibeamten Hessens hat an den nationalsozialistischen Landtagsabge- ordneten Dr. B e st folgenden Offenen Brief gerichtet: Herr Abgeordneter! Sie haben als Sprecher der Fraktion der RS DAP. in der Sitzung des Landtags vom 19. April 1932 zu dem Antrag Ihrer Fraktion .Auflösung der SA. und SS." Stellung genommen und während Ihrer Rede nach einem Bericht des „Darmstädter Tageblatt" vom 20. April 1932 in bezug auf die PolizeibeamteN folgende Aeutzerung gemacht: „Die Prätorianer-Garde der kasernierten Polizei ist kein Schutz des Staatsbürgers mehr, sie ist zu einer steten Bedrohung geworden. Mit Vorliebe werden Frauen undGreise mit dem G.ummiknüppel behandelt. Die moralische Qualität der jungen Polizei und ihrer Offiziere ergibt sich daraus, daß sie Schulden über Schulden haben und auch so den Bürger schädigen, der für sie erhebliche Steuermittel ausbringen muß." Damit es der hessischen Polizeibeamtenschaft möglich ist, sich in der im bürgerlichen Rechtsleben üblichen Form gegen diese Ihre Auslassung zu wehren, fragen wir Sie im tarnen der hessischen PolizeibeamteN, die zu98Prozent in unserem Verbände organisiert sind, ob Sie bereit sind, die im Landtag unter dem Schuh der Immunität gemachten Ausführungen in der Oeffentlichkeit mit der ausdrücklichen Versicherung zu wiederholen, daß Sie bei einem Austrag der offenbar zwischen Ihnen und der hessischen Polizeibeamtenschaft bestehenden Gegensätze aus gerichtlichem Wege auf den Ihnen als Landtagsabgeordneter nach der republikanischen Verfassung zustehenden Schuh verzichten. Achtungsvoll (gez.): Landesverband der Polizeibeamten Hessens. Am 24. Mai Zusammentritt des neuen Preußen-Landtags. Das Kabinett kündigt zum gleichen Tage seinen Rücktritt an. Berlin. 26. April. (H3IB.) Amtlich. Das preußische Staatsmini st erium hat heute unter Bezugnahme auf Artikel 17 der preußischen Verfassung beschlossen, den neuen Landtag zum 2 4. Mai einzuberufen und ihn als verfassungsmäßige Folge nach dem Ausfall der Mahlen seinen Rücktritt in seiner Gesamtheit m i t z u t e i l e n. Bis zur Neuwahl des Ministerpräsidenten und der Ueber- nahme der Geschäfte durch eine neue Regierung ist das Staatsmini st erium auf Grund des Artikels 59 der verfasfung verpflichtet, im A m t e z u bleiben. Eine frühere Einberufung des Landtages als zum 24. Mai ist aus technischen Gründen unmöglich. Auch eine Auflösung des jetzigen Landtags könnte den Termin nicht verfrühen; denn der Landtag kann nicht eher zufammentreten, als bis ein den Bestimmungen des Landeswahlgesetzes entsprechendes endgültiges amtliches Wahlergebnis zusammen mit den Annahmeerklärungen der einzelnen gewählten Abgeordneten vorliegt, während früher die Abgeordneten der Landesliste automatisch aufrückten, wenn ihre Vorgänger ihren üreiswahl- vorfchlag angenommen halten, ist jetzt die Bestimmung der Abgeordneten auf der Landesliste der Entscheidung der Parteien Vorbehalten. Der Landeswahlteiter muß deshalb erst eine achttägige Entscheidungsfrift der Parteien abmarten. Wenn Braun als „Geschäftsführer" bleibi. Frankfurt a. M., 26. April. (TU.) Die „Frankfurter Zeitung" weist in einem längeren Artikel unter der Ueberschrift „Was wird in Preußen?" darauf hin, daß zunächst der Ausweg der Geschäftsführung durch ei ne Minderheitsregierung bestehe. Sie schreibt dann weiter: „Was wir uns fragen müssen, ist dies, wie lange ist ein solcher Ausweg gangbar und wie muß ein Ge° schäftsministerium überhaupt beschaffen sein, um der Lage gewachsen zu sein? Wir halten es für undenkbar, daß Herr Braun nicht wenigstens den Versuch unternehmen sollte, sein Kabinett irgendwie umzubilden. Man kann sich nicht vorstellen, daß der gegenwärtige Ministerpräsident, ohne diesen Versuch unternommen zu haben, mit diesem gleichen Parteimini st erium vor den neuen Landtag treten und hoffen könnte, weiter zu regieren, wie wenn nichts vorgefallen wäre. Was wir vor den Wahlen forderten, müssen wir, seit wir den Umfang der parteimäßigen Umwälzung kennen, mit verdoppeltem Rechte verlangen: Herr Braun muß weitgehende Konsequenzen aus dieser Wahl ziehen, bevor er sich. dem neuen Landtag mit seinem Geschäftsministerium präsentiert. Seine Geschäftsführung muß auch den Anschein vermeiden, als sei sie die Verlängerung eines soeben zu Fall gekommenen Parteiregiment s". Oie Kommunisten lehnen ab. Tas Zentrum zur Kandidatur (Gregor Strasser. Berlin. 26. April. (VDZ.) In gut unter- richteten kommunistischen Kreisen des preußischen Parlaments wird erklärt, daß die KPD- m i t allen Mitteln versuchen werde, eine Regierung der Rationalsozialisten in Preußen zu verhindern. Das bedeutet u. a., daß die Kommunisten es ablehnen werden. für die QSieöcrbefeitigung der neuen Bestimmung der Geschäftsordnung zu stimmen, wonach auch die R e u - wähl des Ministerpräsidenten nur mit absoluter Mehrheit erfolgen kann. Allerdings kündigen die Kommunisten an, daß sie gewisse Bedingungen stellen werden, die sie wahrscheinlich in Form von Anträgen dem neuen Landtag verlegen werden. Immerhin hat die kommunistische Haltung zur Folge, daß ein nationalsozialistischer Ministerpräsident nur gewählt werden könnte, wenn Ulfrotnotdter Frühling. Don per Schwenzen. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Finse (Rorwegen), April 1932. Finse! Diese vortreffliche Station liegt 1600 Meter über dem Meeresspiegel. Durch zahllose Untertunnelungen, von sechsfach gestaffelten Schneeschirmen geschützt, klettert der Zug, bis er im Scheitelpunkt der Steilfahrt Finse erreicht. Ein paar Holzhäuser liegen tief verschneit an den Geleisen. Man klettert aus dem Zug, schließt geblendet die Augen, gerät vom hartgestampsten Bahnsteig und steckt schon knietief im Schnee. Wo zum Teufel ist denn die Sonne? Sie sickert durch Wolken, sie prallt vom Boden, ein diffuses, unheimliches Licht, kein Strahl, der Schuh und Schatten erlaubt, eine Flut, von ringsum andringend, ein Element. Vom Portier, der Koffer und Skier besorgt, bis Aum Baby im Kinderschlitten schaut die Menschheit deine Blamage durch blaue Brillen an. Zehn Minuten ohne Schneebrille und die Augen sind ermüdet. Das Licht, das ultraviolette Zauberlicht ist Sensation, Kurkraft und der allgemeine Fimmel von Finse. Man wird um die Wette braun. Manche in zwei Tagen, andere in dreien. Bei der table d’hote glaubt man einem Festessen der Regerrepublik Liberia beizuwohiren. Die Gesichter der Reuankömmlinge wirken wie störende Kalkflecke. Rach zwei Tagen sehen sie auS wie gesottene Krebse und nach vier Tagen verbürgt oie neue Physiognomie einen zentralafrikanischen Stammbaum. Alle Rechtdenkenden laufen täglich sechs bis acht Stunden Ski. Es gibt überhaupt nur Mahlzeit, Sonne und Schnee, lieber Mittag taut es, abends verharscht die Fläche. Das Thermometer hat Wechselfieber, es klettert unschlüssig zwischen zehn Graden herum, Sommer und Winter jagen einander. Dlaueis leuchtet, Gestein ragt, Raben schreien unter dir in Klüften. Sonnenkegel fallen aus den blauen Blendenöffnungen stürmender Wolken herab, als suche ein himmlicher Beobachter die weihe Oede nach einem einzigen Halm oder Strauch ab. Vergebens. Hier gibt cs nur Schnee, Stürme und Sonne, ultraviolette Sonne. Haben Sie schon einmal gesehen, daß Hunde „ Schnee fressen? Für manche Geschöpfe ist Schnee " eine Art Kokain, weißes Rauschgift. Zum Beispiel für den Generalkonsul aus Schanghai. Das ist der Herr, der abends in tadellosem Smoking ganz allein am dritten Tisch von links sitzt und die kleinen Briefe lieft, die einige Damen ihm in guter Absicht unter die Serviette schoben. Seit acht Jahren sitzt er im Auftrag der norwegischen Regierung in Schanghai, um die Seefahrtsinteressen dec Ration zu vertreten. Ihm fällt die hohe Aufgabe zu, sich zur Begleitmusik japanischer Bombengeschwader über die Berichte von Untaten chinesischer Seeräuber zu ärgern, die im (Selben Meere norwegische Handelsdampfer kapern. Aber jetzt hat er Urlaub. Und da hat er weder Zeit noch Kosten gescheut, er hat telegraphisch Zimmer bestellt, er ist von Schanghai nach Finse geeilt, um hier — Schnee zu schippen! Der Portier ist glücklich! Das ist ein Generalkonsul nach feinem Sinn, der die Interessen des Portiers wahrnimmt... Auf daß er selber in der Skihalle sitzen und seine Pfeife rauchen kann. Draußen wühlt sich der Konsul wie ein Schneepflug in das langentbehrte Clement. Er gräbt tiefe, paralle Schächte und legt so die Fenster des Parterres frei. Es genügt ihm nicht, so skiweise über den Schnee hinwegzugleiten. Dis hoch über den Scheitel muh er drinnen stecken, und sich mit ihm herumhauen mit mit einem alten, lieben Kameraden. Gr liebt es nicht, wenn man ihm dabei zuschaut. Cs ist nicht das Richtige, wenn drei Damen aus London zusehen, wie man sich acht Jahre Schanghai vom Leibe schaufelt, wie man das Fenster zur Heimat frei gräbt. Und außerdem stehen die Damen auf feinem Schnee. Aber die Damen denken nicht so weit. Sie brechen in modische Schreie der Begeisterung aus uno eilen auf ihre Zimmer, um die kleinen Brieschen zu schreiben, die sie der Kellnerin Vertrauen. Die Kellnerin, im puritanisch schwarzen Kleide, legt sie unter die Serviette. Der Konsul, in tadellosem Smoking, liest sie, nach der Suppe, flüchtig — er schaut zum Fenster hinaus — Schneewolken! Ganz ähnlich ging cs dem jungen Holländer. Cr war fünf Jahre in Indien gewesen. Und was so Blumen und Fruchtbarkeit, Früchte und dergleichen sind, das war ihm gerade geläufig... Aber Schnee! Schnee mußte er sehen. Und es war schon Mitte April, als er heimkam. Ganz Holland drohte sich gerade vor seinen überladenen Augen in ein Blumenmeer zu verwandeln. Und da sagte der alte zum jungen Holländer: „Ich werde es dir nie verzeihen, daß du mich um den Harlemer Frühling bringst, aber fahren wir nach Finse!" Und jetzt Iqufen sie beide zum erstenmal Ski. Der Junge läuft mit Schneid und riskiert schon Schußfahrten. Denn er ist Mitglied eines engli- der Kleine potii Hrr Sytt TUu DüMaMchrMai 0 r o e n e t jum 1 Aus Qlnlaf) bei soziaIisten 11 nachts in Der! niedergestreckt tot ter Mels, Hof befehle erlass Mels wegen Moi öchuhwasfengefch mann wegen Beih Die Regiert >P von den Ratic Dahl bereits in Führer der RET a. D. Loeper iu einer Despr btlöung eingelade Verfügen im neu lNsgesamt 37 TR, auch das Zentrum seine Zustimmung gibt. In Zentrumskreisen wird hierauf gesagt, daß das Zentrum n i cht imstande sein wird, einen von Adolf Hitler benannten Rationalsozia- listen ohne weiteres als Ministerpräsidenten zu akzeptieren. Gegen Gregor Strasser als preußischen Ministerpräsidenten hat man in Zentrumskreisen wegen der bayerischen Abstammung gewisse Bedenk en. Eine offizielle Stellungnahme zu dieser wie jeder anderen Kandidatur lehnt das Zentrum zur Zeit ab. In Zentrumskreisen wird noch erklärt, daß das Zentrum bei der Besetzung des Landtagspräsidiums nach dem parlamentarischen Brauch verfahren werde. Es würde aber nur für einen Rationalsozialisten als Präsidenten stimmen können, wenn die Rationalsozialisten gemäß dem parlamentarischen Brauch nicht die Wahl des von den Sozialdemokraten zu stellenden ersten Vizepräsidenten unmöglich machen sollten. Das Zentrum wartet ab. Die Initiative mutz von den National- Sozialisten ausgchen. B e r I i n, 26. April. (TU.) Wie von Zentrumsseite verlautet, ist entgegen anderslautenden Meldungen vorläufig nicht damit z u rechnen, daß irgendwelche parteiamtliche Verhandlungen zwischen der preußischen ,Zentrumsfraktion und den Rationalsozialisten beginnen werden. Auch die Meldung über eine unverbindliche Fühlungnahme zwischen Angehörigen der Zentrumspartei und Rationalsozialistcn wird als unrichtig bezeichnet. In Zentrumskreisen ist man der Ansicht, daß vor der Rückkehr des Reichskanzlers aus Genf überhaupt keine Verhandln n g e n ausgenommen werden können. Erst nach einer eingehenden Aussprache der maßgeblichen Zentrumsführer mit dem Reichskanzler werde sich klären, was für eine Haltung die Partei künftig einnehmen werde. Hierbei wird jedoch betont, daß die letzte Entscheidung selbstverständlich bei der Zentrumsfraktivn des preußischen Landtages — nach dessen Zusammentritt — liegen werde. Die Zentrumsfraktion sei in ihren Entschlüssen souverän. Es würden also an sie bestenfalls Anregungen herangetragen werden. Was die Zentrumsfraktion dann beschließen werde, stehe dahin. Auch legt man Wert auf die Feststellung, daß nach Ansicht des Zentrums die Initiative 'zu irgendwelchen Verhandlungen von nationalsozia- listischer Seite ausgehen muß. Cs ge» . $« türkische J J .Gleitung Tewsik Rusch mmenter türkisch« wf dm foBjein einge r.ln^r Aeichsderke mit den Li J'kjnen, baß bQ !ung übetneb Erektionen sM geschossen Etatsberatungen im Finanzausschuß des Hessischen Landtages. Die Nationalsozialisten stimmen mit den Regierungsparteien. WHP. D a r m ft a b t, 26. April. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages setzte die Ctats- beratung bei Kapitel 2 (Siedlungs wesen) fort. Das Kapitel sieht in Einnahmen 450 683 Mark (minus 16 965 Mk. gegenüber 1931), an Ausgaben 422 700 Mk. (minus 1'6 130 Mk.) vor. Ein sozialdemokratischer Antrag, die Regierung möge mit den Landlieferern in Verhandlungen eintreten, um eine Ermäßigung derPachtzinsen mit Wirkung schon für das Jahr 1931 eintreten, wurde für erledigt erklärt, da die Regierung bereits entsprechende Schritte unternommen hat. — Bei Stimmenthaltung der übrigen Parteien wurden zwei kommuni st ischeAn- träge angenommen, wonach die Regierung einmal den Bauern Gelände zu weisen soll zu einem Pachtpreis, wie er in den geschlossenen Gutshöfen üblich ist. Weiter soll dasjenige Siedlungsland, das von den Bauern selbst urbar gemacht wurde, von den staatlichen Abgaben befreit werden. Das Kapitel wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten von allen übrigen Parteien angenommen. nüge nicht, wenn von nationalsozialistischer Seite erklärt werde, daß man zu Verhandlungen bereit sei. lieber die Aussichten etwaiger Verhandlungen zwischen den Rationalsozialisten und dem Zentrum liehe sich nichts sagen. Das Zentrum habe bereits erklärt, daß es mit jeder Partei zusammenarbeiten wolle, die sich auf den Boden der Verfassung stelle. Angesichts dieser Sachlage wird von Zentrumsseite dringend davor gewarnt, irgendwelchen Gerüchten über Absichten oder Verhandlungen des Zentrums Glauben zu schenken. Im übrigen ist man beim Zentrum der Ansicht, daß selbstverständlich bei allen Entschlüssen in Preußen weitgehend st Rücksicht auf die Verhältnisse im Reich zu nehmen fein werde. In parlamentarischen Kreisen rechnet man angesichts dieser Sachlage daiüit, daß eine Klärung der politischen Verhältnisse nach den Landtagswahlen erst in einigen Wochen eintritt. ftube). Holzkloben lodern im offenen Kamin. Ski- müde, braun und wohlig dehnt man sich in den Sesseln. Die Berge draußen liegen in perlgrauer Dämmerung. Der Schein der Herdflamme spiegelt sich in den Scheiben und scheint auf den Schneehügeln des Generalkonsuls zu tanzen. Der sitzt mit einem Sportmädel zusammen. Sie war übrigens die einzige, die keine Briese schrieb. Der Whisky erobert mit schottischer Zähigkeit die Rase aus Döhmckn. Der alte Holländer sitzt lächelnd da. ohne das geringste zu riskieren. Alle Gesichter leuchten wider wie vorn Scheine eines großen Abenteuers. Und das Abenteuer heißt: Frühling und Schnee. Morgen, übermorgen, in ein paar Tagen fahren wir aus dem ultravioletten Frühling hrn- unter in den himmelblauen und grasgrünen — auß dem Treibschnee der Berge in den Dlütenschnee der Täler, aus dem schweigenden Licht in die singende Wärme des Mais... Zu Kapitel 3 (Äameralgüter unter Dauvcrwaltung), .d as in Einnahmen mit 979 346 Mk. (minus 39 400 Mk.) und in Ausgaben mit 451 965 Mk. (plus 24 315 Mk.) abschlieht, wurde gegen die Kommunisten von allen übrigen Parteien genehmigt. Bei Kapitel 4 (Weingüter), das in diesem Jahre angesichts der außerordentlich niedrigen Weinpreise eine Ablieferung an die Haupt st aatskasse nicht v o r h ej> t. gab die Regierung eingehende Aufklärung über die Auswirkung der Krise im Weinabsatz. Annahme fand ein 3entrum3antrag, daß bei Reubesetzringen die planmäßigen Beamten bei der Domänendirektion nicht mehr in planmäßige Deamtenstel- len einrüden, sondern auf Privatdienstvertrag an- gestellt werden sollen. Das Kapitel wurde gegen die Kommunisten von den übrigen Parteien genehmigt. — Im vergangenen Jahre war eine Ablieferung von 40 000 Mk. an die Staatskasse vorgesehen. In diesem Jahre sollen die Kosten für Verbesserungen usw. bei den Weingütern aus dem Erneuerungsstock bestritten werden— Ein Angsttraum. Als der berühmte Kliniker Hermann Roth- nagel einmal zum russischen Zaren gerufen wurde, hatte er ein Erlebnis, das noch lange in seinen Träumen wiederkehrte. Er reifte im Schlafwagen, stand in der Rächt auf, öffnete eine Tür, ergriff aber die falsche und stürzte aus dem Zuge in die Schneemassen am Bahndamm, die so dicht waren, daß er wie durch ein Wunder unverletzt blieb. Aber er mußte, nur sehr notdürftig bekleidet, längs der Gleise aut nächsten Bahnwärterhütte gehen und sich Dort aufhalten, bis am nächsten Tage ein deutfchsprechender Russe gesunden wurde, der die Verwirrung dieser Rächt erklärte urrd das Gepäck des Reisenden herbeischaffen ließ, so daß Rothnagel seine Fahrt fortsehen konnte. Cr hatte dann aber allmonatlich immer den gleichen Angsttraum, in dem er alle Schrecken dieser Rächt noch einmal erlebte. Sochschulnachrichten. Aus ». SWhelnis Ips- SW Dt9anW r?1$ und 6taal »»Dr 2n rto ■ fc$tCtMunh 6)1 schen Sporting-Clubs und muß natür ich auf Sla- 1 lom trainieren! Aber der alte Holländer schüttelt mißbilligend den Kopf und spricht, wohltönend und tief wie ein Glockenspiel über der Schelde, weise wie die Börse von Amsterdam: „Man kann alles tun, aber man soll nie etwas riskieren ...“ Das hat was für sich! Also folge ich schon der holländischen Lebensregel und richte mich nach den ultravioletten Verhaltungsmaßregeln, die in der Halle angeschlagen sind: Kein Fett ins Gesicht, nur weihen Puder usw. Trotzdem ich nicht begreifen kann, was das für seltsame Strahlen sein sollen, die man nicht sehen kann, die einem aber das Fell vom Leibe sengen können, während einem der Schnee um die Rase stiebt. Der Deutschböhme, der wie ein blauäugiger Marokkaner aussieht, erklärt mir, dieses Licht käme vom Rordpol, es sei die schiere Elektrizität, komprimiertes Rordlicht. Der Frühlingshimmel rase in kalter Exstase über die Eisgebirge und wir Warmblüter spüren die mystischen Kräfte auf unserer derben.Haut erst, wenn der Himmel uns lebendig schinde. Einen Tag lang sei er ohne Schneebrille im Iökul gelaufen und habe drei Tage lang schneeblind im verdunkelten Zimmer liegen müssen. Ganz stolz ist er auf diese seine heroische Begegnung von Angesicht zu Angesicht mit der Allmutter Sonne. Weich' seltsamen Ehrgeiz doch die Leute aufbringen können! Da streitet er sich mit einem jungen Rorweger herum, wo man am besten erfrieren könne! »Was? Dieses Gebirge nennen Sie gefährlich? Was kann einem hier schon passieren, wenn man Schneebrillen hat? Bei uns im Riesengebirge erfrieren die Leute von einer Baude zur anderenI" Der Rorweger beteuert auf das Heiligste, man könne hier erfrieren, man brauche nur im Februar zu kommen und sich im Schneesturm an die geeignete Stelle zu begeben. Er selbst habe eine Rächt gerade noch eine versprengte Renn- tierherde erreicht. Unterm Bauch einer wärmenden Rennkuh, hinter einem drei Meter tief verschneiten Felsblock, habe er — gottseidank vergeblich — den Tod erwartet. Der Deutschböhme aber kann eine weihe Rasen- spitze aufweisen. Erfroren. „Bitte fühlen Sic!" Der Gegner fühlt und verstummt. Er ist geschlagen. Sowas hatte cc nicht in die Debatte zu stecken. Cr holt die Westenflasche hervor, um die erfrorene Rase aus dem Döhmerwald mit schottischem WhiSky zu röten. Frühlingsgespräche. .. Abends sitzt man in der „Peisestue" (Kaminrisch angenommen. Professor Dr. Schwarzacher, Direktor des Instituts für gerichtliche Medizin an der Uni« versität Heidelberg, hat den an ihn ergangenen Ruf als Ordinarius an die Universitas Halle abgelehnt. 1 dieses Grundsätze« Usti4 »ft iind mit der a vereinbar und )es alten Landtage inb geeignet, die Erfassung zu MC i vurdc die alte . )ah im zweiten - nchrheit entscheide I «eine Entscheidung ’ )je eine Wahl un terfüllbare Voraus!« rechtlicher Un bet Absicht, den G Landtagswahl befu Wctungösührung WM Verstoßes gc fchng ohne rech Landtag ist daher a falle im ersten Wal für einen Kandidat nicht zustand. k)mmt j in der Stichwa i mit relativer 2er so bestellte l i legale Erstminister ' übernähme mühte c ter Reichscre Oie Reuwahl des Ministerpräsidenten. Widerspricht dicAcndcrung der Geschäftsordnung der Rcichsverfassung? Berlin, 26. April. (TU.) Der nationalsozialistische „Angriff" bringt eine staatsrechtliche Studie des Rechtsanwalts Dr. Reubert, in dem es u. a. heißt: I n welcher Weise der Landtag den Ministerpräsidenten wählt, läßt die preußische Verfassung offen. Wenn Artikel 22 es dem Landtag überläßt, die Mehrheitserforder- n Lf f e für Wahlen durch seine Geschäf tsordnung vorzuschreiben, so ist der Preußische Landtag gleichwohl nicht schl'echthin souverän. Das Land Preußen ist ein Glied des Reiches und Reichsrecht bricht Landes- recht. Artikel 17 der Weimarer Verfassung bestimmt aber: „Jedes Land muß eine freiheitliche Verfassung haben. Die Landesregierung Bedarf des Vertrauens der Volksvertre- tun g." Diese Rorm erfordert, daß die Landesregierung mit dem bei einer Reuwah 1 des Landtages bekundeten Volkswillen in Einklang gebracht werden muß. Die Vorschriften über die Regierungsbestellung müssen also so fein, daß das reichsverfassungsrechtlich erforderte Vertrauensverhältnis zwischen | Regierung und Volksvertretung schnellstens hcr- ' gestellt wird. Vorschriften, die die Durchsetzung Professor Dr. Philipp Ellinger von Universität Heidelberg hat den an ibn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der Pharmakologie an der Medizinischen Akademie in Düs« seldorf als Rachfolger von Professor 21. 3a* saB A Kürzung1 am Donney dedt am 5er 3 'p^almini^ rto» >"n9 >i» j bände" ^rbe 1,etu s Dieter Der ^Ariuwsz i notwendige 2 pti'Ser, '"Malier Erwerb *3 3nfor«ti” wird zur v N Die Arbeitszeitverkürzung Vorbereitende Konferenzen. — Die 40-Gtrmdenwoche für bestimmte Gewerbe itDci Gruppen, von denen lejtneifle ums atzt, in denen dieses Grundsatzes von vornherein un rechnen. nenscheindauer 2’< Stunden. rechtlicher LI nsinn. der Absicht, den Einklang Landtagewahl bekundeten bereits am 28. d. M. einer Besprechung in den Länderministerien unterzogen werden. Die Der- Mehrheit entscheide, wenn • feine Entscheidung bringt. die eine Wahl unmöglich ersüllbare Voraussetzungen deS alten Landtage- vom 12. April war bestimmt und geeignet, diele Grundvorschrift der Reichs« verfassung zu beseitigen. Aus diesem Grunde wurde die alte Dorschrift beseitigt, das, im zweiten Wahlgang relative Stimmen- Landlaa den M« >ie preuhilche Der» (■ Aussicht wenig Aender ordnuim zerfällt in At die c rst e die Gewerbe ah( Henien. krfassung? Der nahonallo)ia- . ine Itaalirechtlichr i>r.Aeuberl, in f : 22 d Nm Land« eitsersvrder-15 ine Geschallt- ■ ist der Preuhisch- I'echthin (or- "\\t ein Elied M zrichl Landet- ter Verfassung de- freiheitlich« 2«' ; 'egicrung dedarl» Jolktvertre-Z Aus aller Welt. Stahlhelmführcrtag in Magdeburg. der erste Wahlgang Eine Wahlvorscyrift. macht, weil sie nicht ausstellt, ist st a a t S - Ergeht sie zudem in zwischen dem in der Volk-Willen und der Die veisehung des Kardinal-Fürslerzbifchof» von IBiciL 3n Wien wurde unter Anteilnahme von Aussichten für Donnerstag: Neblig, wolkig mit Niederschlag, aber auch aufheiternd, lang, sam fortschreitende Erwärmung. Der ReichSverkchrsminister hofft die Verband- [ungcn mit den Ländern soweit vorwärtSbringen z-u tonnen, daß das Reich vom 1. 3 u I i 1 932 ib die Rcichswasserstrahenverwal' tung übernehmen wird. Reichswasserstra- tzendirektionen sollen in Koblenz und Karlsruhe geschaffen werden. 3 die ßanbcircgic ■ Ileutvahl det , n Jollslvilltt Verden muh. Dir icgietungäbfftelliw S teichsversallungt- ^Verhältnis zwilchn r mg schnellstens Hellie die Durchleyunt Der türkische Ministerpräsident 3 S m e t Pascha ist in Begleitung deS türkischen AuhenministerS rewfik Ruschdy Bey und einer Reihe pro- ininentec türkischer Staatsmänner und Politiker auf dem sowjctrusfischen Dampfer „Grusia" i n Odessa eingetroffen. Kleine politische Nachrichten. Der Herr Reichspräsident empfing am Dienstagnachmittag Herrn Reichsminister Dr. D r o e n e r zum Dortrog. MUcherveit. Adlungen bereit “«Wr Derhmd. Eten und dem Zentrum 't lebet Partei '°usden2v. ’ WM die. ■niÄleile dringend Achten über 1 ZentrmZ Zentrum der 2n« ollen Tntlchlüslen Rücksicht auf i“ nehmen en *rei|cn rechnet ! baiftil, dah eint vltmsse nach öen ligen Dochen ® j' Ititlt, in Zukunft die Mehrarbeit über 48 Stunden wöchentlich, soweit sie tariflich zulässig ist, noch von einer besonderen Genehmigung der zuständigen Behörden abhängig gemacht werden soll. Die Genehmigung darf nur dann erteilt werden, wenn dem Arbeitgeber andere Matznahmen, insbesondere Reu- cinftellungen von Arbe:tnehmern nicht zugemuter werden können. Die zweite Gruppe umfaht die Gewerbezweige, ber denen die wöchentliche Arbeitszeit auf 40 Stunden herabgesetzt wird. Unter die e r st e Gruppe fallen Bergbau. Salinenwesen mit bergbauverbundenen Werken, 3ndustrie der Steine und Erden, Herstellung von Eisen-. Stahl- und Metallwaren. Malchinensabrikate und Fahrzeugindustrie. Elektroindustrie, Feinmechanik und Optik. Ehe- mische Industrie. Textilindustrie, Papierindustrie und DervielfältigungSgewcrbe. Leder-, Kautschuk- und Asbest-Industrie. Holz- und Schnitt- slossgetoerbe, Muslkinstrumenten- und Dpielwaren- industrie. Rahrungs- und DenutzmiUel-3ndustrie, Bekleidungsgewerbe. Baugewerbe und Bouneben- gewcrbe, auS dem Hondelsgewerbe Grotz-, Einfuhr- und Ausfuhrhandel. Banken, Privatversicherungen, unter die zweite Gruppe fallen Bergbau, Colinen toef en. Stein- und Erden-, Chemische und Papier-3ndustrie. Dervielfäl- tigungSgewerbe. Mälzereien, Brauereien. Bauunternehmungen und Bauhandwerk. Regierungsführung zu vereiteln, so ist sie wegen Verstoßes gegen Artikel 17 der ReichSver- sassung ohne rechtliche Bedeutung. Der Landtag ist daher als befugt anzusehen — falls im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit für einen Kandidaten zur Winisterpräsidentschaft nicht zustand krmmt -. den Ministerpräsidenten tu der Stichwahl des zweiten Wahlgange- nri t relativer Mehrheit zu bestimmen. Der so bestellte Ministerpräsident würde der legale Erstminister PreutzenS sein. Seine AnttS- ü6crnabinc mützte erforderlichensall- im Wege ber Reich-exekutive erzwungen werden. Aus Aulah der Tötung de - Rational- s o z i a l i st e n 11 b o Eurth, der ani 24. April ncchts in Berlin durch einen Schläfcnschutz niedergestreckt wurde, sind gegen die Arbei- l«r Mels, Hoff mann undEchulzHaft- befehle erlassen worden, und zwar gegen Wels wegen Mordes und Vergehen- gegen das Schutzwasfengesetz und gegen Schulz und Hoffmann wegen Beihilfe zum Mord. offenen Kamin. «• jnt man sch m w. liegen in perlgram! t Acrbflamme IW* nb scheint auf br ifu» zu taW. lusamrnen. v° > rNZAi Z’IÄE Heine eines gr°V°. cf. Mling un)| AL- raum. lang« r i das ntw. 1Uf, WfyStol stürzte aus A Eine 2. Reichs-Stahll,e,m üirer-Tagung findet am 4. und 5. Mai 1932 in Magdeburg statt. Die Geranstaltung-folge sieht u. a. vor Festgotte-- bienst im Dom. Weiheakt auf dem Ehrenhof der Ltadthalle und Stah.helm;ührer-Appell; dabei Die Regierungsbildung in Anhalt ist von den Rationalsozialisten am Tag nach der Wahl bereits in Angriff genommen worden. Der Führer der RDDAP. in Anhalt, Hauptmann a. D. Loeper, hat die WJ. und die DR'DP. zu einer Besprechung über die Regierungsbildung eingeladen. Die drei genannten Parteien verfügen im neuen Landtag über 19 Sitze von insgesamt 37 Mandaten. ; 11 öglich machen, ober auch nur erschweren. : find mit ber R e i ch - Verfassung nicht vereinbar unb baher nichtig. Der Beschluß dort bewegte sich unter dem Geläut aller Glocken ber Leichenzug. bem eine Kompanie der Sicherheitswache voranging, zur Stephanskirche. Unmittelbar vor bem päpstlichen Runtius Dr. S i b l l i a schritt der Münchener Erzbischof Kardinal Dr. Faulhaber und ber ungarische Fürsterzbischof Kardinal Seredy. Dann folgte ber Sarg auf einem prunkvollen Wagen, ber von sechs Rappen gezogen würbe. An ber Spitze des folgenden Zuges sah man den österreichischen Bundespräsidenten, den Grotzmeister des Malteserordens, den Bundeskanzler, an seiner Seite den Präsidenten des Rationalrates, Mitglieder ber Regierung, bie nächsten Derwanbten des Derstorbenen, Abgeordnete, Bundesräte, Rektoren und Dekane der Wiener Hochschulen, die Professoren ber Theologischen Fakultät, Lapdtagsabgeordnete, ©emeinberäte, verschiedene Vertretungen von Körperschaften und ©labten. Die Gesandten der auswärtigen Staaten hatten im Dorn selbst Aufstellung genommen. ebenso bie Generalität mit dem Heere-minister, sowie Vertreter der protestantischen und israelitischen Geistlichkeit. 3m Dom bildeten die Prälaten Spalier. 3m Stephans- bom erfolgte Die feierliche Einsegnung burch den apostolischen RuntiuS Dr. S i b i l i a. Rach ber Feier erfolgte bie lleberführung ber Leiche nach Schloh Kranichberg, wo bie enbgültige Beisetzung stattfand. Silberne Staatsmedaille unb Ehrendoktor für Alice Salomon. Bei einer Feier im Berliner Pestalozzi- Fröbel-H aus war Alice Salomon, bie Förderin der sozialen Arbeit in Deutschland, die vor wenigen Tagen 60 Jahre alt geworden ist. Gegenstand zahlreicher Ehrungen. Ministerialrat Dr. h. c. Helene Weber. M. d. R, überbrachte die Glückwünsche deS preuhischen Wohlsahrts- rninisteriumS und überreichte chr im 'Hamen der preutzischen Staatsregierung die Silberne Staatsmedaille für ihre Verdienste um die Wohlfahrtspflege. Der Dekan der medizinischen Fakultät der Friedrich-Wilhelm- Unioerfität, Professor vonDergmann, machte ' Mitteilung von der Ernennung Alice Salomons, bie bereits bie Würde eine- Dr. phil. der'Universität Berlin trägt, zum Ehrendoktor bet mebizinischen Fakultät. — Als Vorsitzender des Vereins Pestalozzi-Fr öbel-Hau- teilte Staatsminister a. D Dominieus mit, dah diese Körperschaft beschlossen habe, die Soziale Frauenschule fortan A l i c e - S a l o m o n - Schule zu nennen. Der letzte deutsche Kriegsgefangene wieder in der Heimat. Wie die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener mitteilt, ist der von den Franzosen nach Eayenne verschleppte deutsche Kriegsteilnehmer 2llfons Paul Schwarz am 24. April nach 13jähriger Gefangenschaft endlich in Deutschland eingetroffen, nachdem bie jahrelangen Bemühungen ber deutschen amtlichen Stellen um seine Freilassung von Erfolg gefrönt waren. Schwarz wurde bekanntlich im 3ahre 1921 durch da- Kriegsgericht in Cha - Ions zu lebenslänglicher Verbannung nach der Teufelsinsel verurteilt, weil er als in Frankreich geborener Elsässer den Krieg auf deutscher Seite mitgemacht hatte. Am 9. März d. 3. wurde er durch den Präsidenten der französischen Republik begnadigt. Tragischer Tod dreier Kinder. Bei Teufenthal im schweizerischen Montan Aargau fiel das dreijährige Sahnchen des Wirtes Flückiger beim Pflücken von Schlüsselblumen in die Wina. Bei bem Versuch, das Kind zu retten, e r - tranken auch die siebenjährige Schwester und das vierzehnjährige Kindermädchen. Wettervoraussage. Durch die im Norden vorüberziehenden Störungen wird über Deutschland bie weitere Zufuhr ozeanischer Luft ftattfinben, die vorerst zu langsamem Tempera- turanjtieg führt. Dabei herrscht neblig-wolliges Welter, welches tagsüber durch Aufheiterung unter« brachen wird. Zeitweise ist auch mit Niederschlag zu mtgt ailtn rUTtn » t6n' ■“"U" y US l?n ^reineU. für Berlin, 26. April. (DDZ.) Wie da- Rach- richtenbureau deS VDZ. meldet, stehen bebeut- lame Konferenzen der matzgebenden Stellen über die Kürzung der Arbeitszeit bevor. So fin- debt am Donnerstag, dem 28. April, eine Aussprache der Reich-ressort- mit den Sozialmini st erien der Länder über diese Frage statt. Am Freitag, dem 29. April, ist im Reichsarbeit-ministerium eine Verhandel u n g mit den Fachverbänden de - RuhrbergbaueS über die Frage der Kür- l jung der Arbeitszeit angesetzt Es ist anzunehmen, datz sich eine Au-sprache der Reich-behorden mit den Spiyenver- dänden Der Wirtschaft, Arbeitae - L*e r n und Arbeitnehmern anschlicht. AIS Ergebnis dieser Verhandlungen ist bann eine ent- 'precherrde Vorlage des ReichSarbeitS- ministeriumS zu erwarten, die nach Fühlung- lahrne mit dem ReichSrat von der Reichsregierung zu verkünden wäre. In welchem Aus- inahe die für die Bekämpfung der Erwerbslosigkeit notwendige Arbeitszeitverkürzung durchzu- lühren ist, kann noch nicht gesagt werden. Der preußische Ministerpräsident Braun tritt für eine radikale Losung, den Fünfstundenar- beitStag, ein im Interesse der Wiedereingliederung aller Erwerbslosen in den Arbeitsprozeß. Rach Informationen deS Deutschen Handcls- diensteS wird zur Zeit im ReichsarbeitS- ininisterium der Entwurf einer Rot - Verordnung ausgearbeitet, durch die die 40-Stundenwoche für bestimmte Gewerbe eingeführt wird. Der Entwurf soll UnvaMM, v „.^.1,1! wiauiyumc uhu . ----- •n ®un^c I frrechcn der Erste Bundesfuhrer Franz oclbte ! s-br Lber .Unser eigener Weg ", der Bundeskanzler • ’Jl nLhstrn ■Da*; Dajor Wagner über .Dec Stahlhelm im Kampf am den Staat", der 1 BundeSvorsitzende dcs Bun- Sju des für organischen Staats- und Wirtschaftscuif- 1 irnina bau Karl Halbig über .Das will der Sunb für ^"areifcn^vlstk- organischen Staats- und Wirtschastsaufbau?" , rpjnc Fahri I®, der 2. BundeSvorsitzende der Stablyelm- oÖöWnflI2; ^bsthilse Bernhard Rausch über .WaS ist unb NN flDr„ hem er will die Stahlhelm-Selbsthilfe^'. Eine Stahl- aulN« , Helm - Werbeausstellung findet in den rinn'" Russtellungshallen aus dem Gelände der Stadt- " .Halle statt. Aussichten f ü r jr r e i t a g ; Im allgemeinen wenig Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 26. April: mittags 10,3 Grad Celsius, abends 8 Grad: am 27. Aprll: mor- aens 4^ Grad. Maximum 12,2 Grad, Minimum 0,6 Grad. — drbtemperaturen in 10 an Tiefe am 26. April: abends 9,6 Grad: am 27. April, morgens 6,6 Grad Celsius. — Niederschläge 1,3 mm. — con- .. «chreren hunderttausend Menschen bet Kardinal- 21 >r Fürsterzbischof von Wien, Dr. P iffl, zu Grabe getragen. Die Leichenfeier begann im Höfe des Direktors erzbischöflichen Palais, wo Weihbischof Dr. ? amprath. der gleichzeitig Kapitelvikar ist, AM" a« ihn.,f. die Einsegnung des Sarkophags vornahm. Don Aus der Provinzialbauptstabt. Gießen, den 27. April 1932. Oie Psychiatrie in der Hessischen Hygiene-Ausstellung. Don Prof. Dr. Sommer, Gießen. In der Hessischen 5)i)giene-Ausstel' lu n g, die sich jur Zeit in Gießen befindet und sehr stark besucht wird, ist auch die Psychiatrie vertreten, obgleich sie in dem Programm Iweinbar fehlt Dieses tundet Mampf den »trebskrankheiten, der Tuberkulose und den Geschlechtskrankheiten an Aber die geistigen Krankhntcn sind sozial nicht minder wichtig, als die körperlichen. Ich mochte daher, um den Bewuchern das Ausfinden der psychiatrisch wichtigen Teile in der Ausstellung zu erleichtern, hier eine kurze Beschreibung davon geben. Gleich am Eingang befinden sich die Schaukasten mit durchleuchteten Silbern (Diapositiven) vom Bau unb Betrieb einer ganzen Reihe von Anstalten für körperliche und geistige Krankheiten. Hier sind die ämtlichen psychiatrischen Anstalten von Hessen vertreten, die Heil- und Pslegeanstallen von Heppenheim und Goddelau in Starkenburg, Alzey in Rheinhessen, ferner die oberhessische Heil- und Pflegcanstalt und die Klinik für psychische und nervöse Krankheiten in Gießen. Wer die ausgestellten Bilder genauer betrachtet, kann nicht nur einen Begriff von der Bauart und der Einrichtung dieser Anstalten erhalten, sondern auch manche Einzelheiten des Betriebes, z. B. bei der psychotherapeutischen Beschäftl- gung der Kranken erkennen. Folal man dem Rundgang nach rechts, und hat man Die Schauräume für Krebs- und Tuberkulose passiert. 4o trifft man rechts auf einen kleinen Raum mit hochinteressanten Zeichnungen unb Malereien von Geisteskranken, bie auch einen Fachmann festhalten können. Genauere Wieber- gabe würbe ben Rahmen biefer Führung überschreiten. Dann folgt c ne Kabine mit sehr wertvollen Darstellungen aus der Vererbungslehre, einerseits allgemeinnaturwissenschaftlicher Art. anberseitS von speziell samiliengeschichtlicher Bedeutung. Ich empfehle ben Besuchern, diese Grundlagen ber Lehre von der herebitären Belastung recht genau zu betrachten Im übrigen finb folgende Grenzgebiete der Psychiatrie in den einzelnen Abteilungen zu beachten: 1. Behandlung und Vermeidung der syphilitischen Krankheiten, die als Ursache von Rückenmarks- und Gehirnkrankhciten (Tabes dorsalfc. Progressive Paralyse u. a.) eine große Bedeutung haben. 2. Bekämpfung deS Alkoholis- muS, der vielfach psychische Degeneration bewirkt: 3. die Krüppelfürsorge, die merkwürdigerweise eine Menge von Beziehungen zur Rervenhcil- kunde hat, wie dieS z. B. in den Bildern über die orthopädische Behandlung der spinalen Kinderlähmung hervortritt. Man beachte zu den genannten Rummern 1 biS 3 die Bilder in ben Kojen, zu denen man im rechten Winkel von bem erwähnten Raum über Vererbungslehre kommt. Ferner ist vom Standpunkt der psychischen Hygiene, die auS der Psychiatrie hervorgegangen ist, bie kleine, aber charakteristische Sammlung von Darstellungen über Leibesübungen zu beachten, die aus dem Hygiene-Museum in Dresden stammt. Auch sonst werden Fachleute noch manche Beziehungen zur Psychiatrie finden. Aber es ist unverkennbar, datz ber psychiatrische Teil, bc- sonberS im Hinblick auf die Abteilung für psychische Hygiene in der Hygiene-Ausstellung in Dresden, noch manche Möglichkeit zur Ergänzung bietet. Aus diesem Grunde ist neucrdingS nach Besprechung mit dem Geschäftsführer. Herrn A v e m a r i e, im Einverständnis mit Herrn Präsidenten Reumannder psychisch-hygienische Teil aus dem Besitz deS deutschen Verbandes für psychische Hygiene wesentlich ergänzt worden. Es hanoelt sich besonders um eine Reihe von Dav- ftellungen über öffentliche Ruhehallen, wie eine solche nach meinem Plan von 1901 zuerst bei der Internationalen Hygiene-Ausstellung 1911 gebaut worden ist, ferner über die psychisch-hygienische Bedeutung und besondere Einrichtung von Turnplätzen und Oartenanlapen. sowie um Erinnerungen aus der ganz international gewordenen Mental-Hhaiene-Bewegung. besonders von bem 1. Kongreß für psychische Hygiene in Washington. Ferner ist eine ganze Reihe von Stücken aus ben Sammlungen ber Klinik für psychische unb nervöse Krankheiten (gefärbte Schnitte durch Gehirne, Tafeln über psychopathische Symptome u. a.) hinzugekommen. Die psychiatrische Abteilung hat dadurch eine wesentliche Erweiterung erfahren. Bornotizcn. — TageSkalender für Mittwoch. Stadttheater, „Der Graue", 19.30 bis 22.15 Uhr. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr, Jubiläums-Ausstellung. — .Einhom-Saal", 11 bis 19 Uhr, Hygiene- Ausstellung. — Turnverein von 1816, 17.30 und 20.30 Uhr, Lichtbilder-Dortrag. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Die andere Seite". — Aus bem Stabttheaterbureau wirb uns geschrieben: Heute, 19.30 Uhr, als 28. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Wiederholung des mit größtem Erfolg aufgeführten Schülerstückes „Der Graue" von Friedrich Forster. Ein noch jugendlicher Autor stellt sich mit diesem Erstlingswerk als Dramatiker vor. Spielleitung Peter Zafsott, Titelrolle Raimund Schel* cher. Ende 22.15 Uhr. — Die ursprünglich auf Freitag, 29. April, angefetzte ..Faust"-Premiere ist auf Samstag. 30. April, verschoben worden. Freitag bleibt das Theater wegen der Vorbereitungen zum ..Faust I" geschlossen. Die Samstag- Vorstellung gilt als 28. Vorstellung im Freitag- Abonnement. Spielleitung Intendant Dr. Rolf P r as ch. — Vortrag von Prof. Dr. v. Jafchke. Im Rahmen der Hessischen Hygiene-Ausstellung findet am Donnerstagabend in der Reuen Aula der Universität der dritte Lichtbildervorirag statt, der llch mit den KrebskranHeiten befaßt. 75 000 deutsche Frauen und Männer sterben in einem Jahr an der schlimmsten Volkskrankheit. Pros. Dr. v. Jafchke wird in feinem Lichtbildervortrag auf Einzelheiten dieser furchtbaren Krankheit eingehen, und es ist daher allen nur zu empfehlen, dielen Vortrag zu besuchen. Auf die RotwcndiHkeit zu pünktlichem Erscheinen sei besonders hingewiesen. (Siehe heutige Anzeige.» — Zwcigverein Gießen vom Roten Kreuz. Die Hauptversammlung am Donnerstag, 28. April, findet um 20.15 Uhr (nicht 20.30 Uhr) stall. — Die Gießener Frauenvereine veranstalten am morgigen Donnerstag. 16 Uhr, eine geschlossene Führung durch die Hygiene-Ausstellung im »Einhorn"-Saal. RähereS ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich. M Der Frankfurter ® r e! 8f 6 m m thi far stellt feine Tätigkeit ein. Ende diese- Monat- stellt der Frankfurt« Beauftragte des Reich-kommiffar- für Preisüberwachung fest« Tätigkeit ein. Die Aufgaben der Preisüberwachung für Hessen und Hesfen-Rassau gehen mit dem gleichen Zeitpunkt auf die Länderregierungen über. •• Vorzeitige Auszahlung bergen- ten für M ai durch die Postanstalten. Vom Postamt wird mitgeteilt Die Milltärver- sorgungSgebühmifse für Mai werden bereit* Donnerstag. 28- April, unb die Jnvallden- und Unfallbejüge Samstag. 30. April. auSgezahlt. Kaff entzünden von 8 30 biS 12 unb 14 biS 17 Uhr. ' SonntagSzüge Bab-Rauheim -- Rüdesheim und zurück Vom 1 Mai biS 16 Mai verkehren die SonntagSzüge Rr. 1103 Bad-Rauheim Rübe-Heim iBad-Rauheim ab 8 57 Ubr. Rüdesheim an 11.26 llhr) unb Rr. 1104 Rüdesheim—Bad-Rauheim (Rüde-Heim ab 19.58 Ubr, Bad-Rauheim an 22.29 LIHr) *• Eine Reunzigjährige Am morgigen Donnerstag feiert Frau Pfarrer Brotz. wohnhaft Wartweg 12, eine der ältesten Einwohnerinnen unterer Stadt, in völliger geistiger unb körperlicher Frische ihren 90. Geburtstag. 1l)ir wollen daß Ihre Anzeigen für 'Sie irerben! Bitte geben Sie sie frühzeitig auf, damit für eine wirkungsvolle, gute Anordnung des Satzes gesorgt werden kann " Ein Achtzigjähriger Der Senior der Gießener Gartnerschaft, Herr Johanne- Schneider, feiert am 29. April in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar, der aus Rauborn (Kreis Wetzlar) stammt, gründete nach seiner Lehrlings- und Gehilfentätiakeit am 1. Oktober 1882 seine Gärtnerei am Schiffenberger Weq und sieht somit in diesem Jahre auch auf das 50jährige Bestehen seines Geschäftes zurück. AuS kleinen Anfängen heraus hat es ber Jubilar verstanden, mit seiner Gattin, die ihm alff treue £>elferin zur Seite stand, seinen Betrieb auf die heutige Höhe zu bringen. Im Oktober 1919 übergab Herr Schneider seinem Sohne Rudolf das Geschäft, das unter dessen Leitung in vorbildlicher Weise weiter ausgebaut wurde. Mit unübertrefflicher Tatkraft unterstützt der nunmehr 80jährige Vater seinen Sohn oud) heute noch nach besten Kräften. ’• VHC. Gietzen. Bei außerordentlich starker Beteiligung hielt — wie man uns berichtet — am Sonntag der DHE. Gießen sein 24. StiftungS- und Auszeichnungsfest auf der Karlsruhe ab. Wie der Vorsitzende in seiner Begrüßungsansprache erwähnte, hatte man daS Fest im Hinblick auf die Rot der Zeit in einfachster Form auS- geftattet. Unb daß man auch mit bescheidenen Mitteln eine Feier veranstalten kann, bewies der schöne Verlauf dieser Veranstaltung. In zwangloser Weise wechselten Musikstücke, gemeinschaftliche Lieder, Ansprachen und Heberrafjungen für die Kinder. Stürmische Heiterkeit erzielte eine von neun VHE-Schwestern vorgetragene humoristische Gesangsszene. Im Mittelpunkt der Feier stand die Auszeichnung ber fleißigsten Wanderer, die sämtlich mit Wandersprüchen bedacht wurden. Es erhielten die Auszeichnung mit der Radel 25: Charlotte Freundlieb mit 30 Wanderungen, Wilhelm Heinemann mit 26, Fritz Kühne mit 26, L. Rosenbaum mit 25, Friedel Siever mit 29, Leonhard Treusch mit 28, Hermann Wack mit 29. Margarethe Wadenpfuhl mit 27, Heinrich Förster mit 26 Wanderungen; mit der Radel 50: Rudolf Wadenpfuhl mit 53, Wilhelm Wadenpfuhl mit 54, Ludwig Kinzenbach mit 50; mit der Radel 75: Karl Reust mit 77, Rudolf Schwab mit 78, Dina Stahlhacke mit 77, Heinrich Schneider mit 86, Andreas Wagner mit 76; mit der Radel 100: Fritz Delitz mit 100, Alfred Betz mit 116, Anna Marg. HaaS mit 102, Paula Süsfel mit 100; mit ber Radel 125: Karl Grüger mit 126, Karl Währum mit 130; mit ber Ravel 150: Fritz Schwab mit 152; mit der Radel 175. Heinrich Klemmrath mit 195, Carl Plank mit 190, Albert Schneidmütter mit 175; mit bet Rabe! 300: Earl Faber mit 300, Ehr. Georg mit 304 Wanderungen. Rach Schluß des unterhaltenden Teils hielt Tairz die Teilnehmer noch lange bei lammen. •• Blitzableiter nachsehen lassen! Die Statistik der letzten Jahre zeigt, bah in steigendem Maste erheblicher Gebäude- unb Sachschaden durch Blitzschlag verursacht wird. Einen sicheren Schuh gegen Blihgefahr bietet, wie bekannt, ein Blitzableiter, der aber — da- ist besonder- zu beachten — richtig angebracht und ordnungsmästig inftanb gehalten werden muh. Das letztere ist aber leider nicht immer ber Fall. Gerade durch eine derartige Vernachlässigung bei der Instandhaltung der Blitzableiter kann leicht gröberer Schaden durch einen einschlagenden Blitz verursacht werden. Es empfiehlt sich daher, von Zeit zu Zett, also alle vier bi- fünf Jahre unti nach allen Vorkommnissen, die auf die Beschaffenheit deS Blitzableiter- von Einflust sein tön» nen (Dachausbeiferungen, heftige Stürme. Blitzschläge usw.) eine Rachprüfung vornehmen zu lassen. 0er Wechsel in der Leitung deö Alsfelder Areisamtes. WLR. Darmstadt, 26. April. Wie bereit» gestern mitgeteilt, ist Kreisdirektor Dr. Stammler- Alsfeld mit Wirkung vom 2. Mai zur besonderen Verwendung in da- Minister i um des Innern nach Darmstadt berufen. Mit ber vorläufigen Führung der Delchäste des Kreis- direttorS ist Regierungsrat Dr. Strack in Alsfeld beauftragt worden. Schöne weiße Zähne schon nach etrnnaBgem Putzen nist der herrlich erfrischend ichveckenden ^Thlorodont-Zahnpaste", schrrkdt uns ein Raucher. Tube 60 Ps. und 80 Pf Versuch überzeugt. Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L. Bernard Zwangsversteigerung 103/31 Am Mittwoch, dem 29. 3uni 1932, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen die nachstehenden, im Grundbuche von Gießen dem Johann Otto Schneider in Gießen, Firma Birkenstock & Schneider in Gießen, zugeschriebenen Grundstücke: 3270D 1. Flur 1, Ur. 3546/io = 244 qm hofreite Landgras-Philipp-Plaß 12, 2. Flur 1, Ur. 35413/ioo = 78 qm Gras- garten daselbst, zusammen geschätzt auf 42 568 RM., und 3. Flur 1, Ur.354,/io = 235 qm hofreite Landgras-Philipp-Ploh 8, geschätzt auf .33 885 RM , versteigert. Die amtsgerichtlichc Berfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 25. April 1932. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Der Voranschlag der Gemeinde für Rj. 1932 liegt vom 28. d. M. ab eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters offen. Einwendungen können während der Offenlegungszcit schriftlich oder zu Protokoll oorgebracht werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 3273D Weickartshain, 26. April 1932. Bürgermeisterei: Hock. Elegante größere abgeschloffene sonnige Z-ZNM-MMM im 2-Familienhause, Rahe Stadttheater, mit Küche, Badezimmer, großer Veranda, 1 ausgebautem Mansardenzimmer, 1 Mäbchenkam- mer und sonstigem Zubehör, evtl, mit fließendem warmen u. kalten Wasser, vollständig neu hergerichtet, zum 1. Juli zu vermieten. Schr. Angebote unter 02647 an den Gieß. Anzeiger. | Vermietungen | Gut ausgestattete 3-Zimmer-Wohnung nt. Badu.Mansard.- Zimmer Schubert- straffe 6 zu vermiet. Näheres Licker Straffe 5 p. 29201) 2gpoüeschöneZimmer mit Kücke u.Zubeh. (Teilw.jed. separat) zu vermieten. Sckriftl. Ang. unt. 02637 a. d. G. 51. Zwei schön möbl., ineinandergeb.,ruh. aeteg. Zimmer, m. separatem Eingang, zusammen oder einzeln, sehr billig zu vermieten. 02632 odheimer Str.5 01 Großes sonniges, sehr gut möbliertes STimmcr Telefonben.a.Tau- ermieterlinlz.verm. Schrift!. Ang. unt. 02644 an d. G. '21. HellerLagerramn (aeeignet auch f. Verkaufsraum), billig zu vermiet. Nittergasse 8 I. Näh.Marktstr.17 Zu vermieten 3üro mir Lager, Kellerraum und Garage. Mitte der Stadt gelegen.Schriftl.Ang. unter 3275V an den Gießener Anzeig er. I Mietgesucne I 5-B-Zinuner-Woh.iung m. Bad und Balkon, gesucht v. Beamten (3Pers.)zum1.Juli od. spät.Schr. Sing, mit Preis u. 02639 andenGieß.Anzeig. Einfaches ruhiges Zimmer v. Student gesucht. Sckriftl. Ang. unt. 02613 a. d. G. A. Ges.sof.zweiungest. möbl. Zimmer m.Küche infr.Lage. Angebote an T. T.. ftabtppftlng. [02650 Hiesig. Unternehm, «hl lata (2—4 Schaufenster) für Ausstellungszwecke (für Juni). Sckriftl. Angebote mit Preis u. 3296d an den Gieß. Anz. Zwei mittlere Lagerräume illähe Marburger Str. — Walltorstr. gesucht. sSckr. 5lngeb. unter 02571 a. d. G. Slnz. | Stellenangebote| Gut eingeführter väckerei- vertrekr Tücktigeö [Verschiedenes! 5011-7110 Ml. ganz oder geteilt, als erste Hnpothek auf Grundstück in Gießen resp. Peripherie von Selbstgeber auszuleihen! Schriftliche Angebote unter 3281V an den Gieß. Anz. gesucht. Schr.'Angebote unt. S.A. 6941 (3274V )nn den Gieß. Anzeiger. Für Küche u. Haus erfahrenes,fleißiges Mädchen gesucht.Zu erfragen in d. Geschäftsstelle d. Gieß.Anz. 3295V Mädchen vom Lande, mit guten Zeugnissen, im Alter von 18—20 Jahren, das mit allen vorkommenden Hausarbeiten voll vertraut ist, für sofort gesucht. Zu er fr. in o.Geschäfts- stelled.G.A. 02648 Wales Welnmiwlyeo b.25J.,verf.in all. Hausarb. u. Kochen per 15.5. in finberl. Haush. n. Frankfurt a.M. ges. K.2lngeb. nt. Gehaltsanspr.u. 3eugn.unt.F.m.8865 an ALA Haasenslein & Vogler, Frank- furt a. M. 13283V |Stellengesuche| Fräulein 38J.,in all. Stücken bew.sucktStelleals Haushälterin in frauenlos, kl. Haushaltes ein dauerndes Heim geboten wird.GuteBehand- lung Bedingung. Angeb. an Fräulein Elffellolh.Souerllheim Kr. Büdingen. ,«rv Beöentenöe öentföie SellSelleiei sucht für Gießen und Umgebung tüchtigen, gut eingefübrten Devivetev. Evtl, kommt auck'2lll einverkauf in Frage. Dem Angebot sind Referenzen beizufügen. Sckriftl. Angebote unter 3293V an den Gießener Anzeiger. u. zum Kauthaus,, größte Chance! | Es darf Sie- • Weg "* Wnder-K wahT’n Eine ungeheure A«Morgen^=n^lsch Neidern, BWSung •* -Preisen 1O x niemand ge\egenheit ve Donnerstag, den 28. April 1932, nachmittags 2 (ihr, versteigere ich im^öwen",Äeuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 2 Bettstellen, 1 Damenmantel, 2 Tru- meouspiegel, 9 Sofas, 3 Chaiselongues, 3 Büfetts, 1 Kredenz, 4 Bertikos, 3 Sessel, 4 Schreibtische, 2 Radioapparate, 2 Schreibmaschinen, 4 Tische, 2 Gläser^ schränke, 1 Badeofen mit Wanne, 1 Wirtschaftsbüfett, 1 Kasse, 1 Mille Zi- garren, 1 Bild, 19 Stühle, 3 Kommoden, 1 Spiegel, 1 Regulator, 1 Grammophon, 3 Kleiderschränke, 1 Bücherschrank, 1 Vitrine, 2 Standuhren, 1 Waschtisch, 3 Nähmaschinen, 1 Diwan, 1 Waren schrank, 1 Bett, 1 Damenfahrrad, 1 Zimmerteppich, 27 Zinkeimer, 25 Zinkwannen, 7 Waschkrappen, 27 Schraubzwingen, 8 Wasserschiffe. 3292V Vorläufig bestimmt: 1 elektrische Haarschneidemaschine 1 Kuh, 1 Pferd, 2 Schreibtische, 2 Schreibmaschinen, 1 Kommode, 1 Bücherschrank, 4 Personenwaagen, 1 Klavier, 1 Büfett, 1 Kleiderschrank, 2 Schreibmaschinen, 1 Trumeauspiegel, 1 Sofa, 1 Vitrine. Bestimmt an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungslokal): 1,5-Tonnen-Lieferwagen. Möll, Gerichtsvollzieher Ludwigstraße 33 I — Telephon 3239 MlllW' WIMM (selbst verzweifelte Fälle) beseitigt rout. Fachmann streng diskret. Schr. Anfr. imt.3287va.d.G.A. G. 2 Samstag abend Bootsbaus. 8'/. Uhr General-Versammlong anschl. Maifeier m. Gießen 3299 D Sonntag, den 1. Mal Anßerplan mttö. Wanderung Nieder - Weimar— Runder Baum — Marburg. Zuscun- mentr.m.d.O.H.G. V. Marburg. Abfahrt 12,34 Sonntagskarte Marburg. Gäste willkommen. Besuchen Sie die Hess. Hygiene Ausstelluna „Kampf den Krebs-Krankheiten, der TuberknloRe usw.“ im Einhorn-Saal, Kirchenpl. Donnerstag, den 38. April, 20 Uhr, Neue Aula der Universität. Lichtbilder-Vortrag des Herrn Professor Dr. von Jaschke. Thema: „Das Wesen der Krebserkrankung und die Waffen zu ihrer wirksamen Bekämpfung“. 2978 d Eintritt 20 Pfennig. Heimatvereinigung „Schiffenberg". Sonntaft, den 1. Mai, 372 Uhr: Hauptversammlung mit Familienzusammenkunft auf dem Schiffenberg (Heimatfaat). Tagesordnung: 4.Jahresbericht. 2.Uech- nungsablage. 3. llnsere nächsten Aufgaben. 4. Verschiedenes. 5. Geselliges Zusammen- sein (Instrumental-, Gesangsvorträge usw.) Autoverkehr: Lahnhof-Selterstor - Lud- wigsplatz-Gchiffenberg. 3278 v Dam.-u.Kind.-Garderobe w. geschmackvoll u. vreisw. angefertigt. Schrift!. Anfr. unt. 02640 a. d. G. A. Tücht flausschneiderin frei. Schr.Anfr. unt. 02645 a. d. G. Anz. oiiiinimiiiiiiimiiiiiimiiin Statt Karten 02643 Erne Dmwälzonö aal dem Gebiete der WMereinilM! Mittwoch, 27. April um 3 und 5 Uhr Ihre Verlobung geben bekannt Liefet Wittmann Karl Iung Wastfi -'Vorführungen im Caf6 Leib mit dem Original - Weimer - Waschsauger I Nnr 3 Tage! Kein Kaulxwang! Eintritt frei! Preis des Waschsaugers beim Probewaschen Mk.12.-. Jed. Besucher erhält bei Bestellg. 1 Wringer gratis! Wer das Probewaschen nicht besucht, schädigt sich u. seine Familie in unverantwortlich. Weise. Bringen Sie schmutzige, trockene Wäsche, Kragen, Handjflcher nsw. mit, dieselbe wird vor Ihren Augen in 5 Min. ohne Kochen, ohne Einweichen, ohne Bürsten und ohne Waschbrett vollständig sauber gewaschen. ________________________02649 Donnerstag. | Freitag, 28. April 29. April um 3, 5 und 8 Uhr | um 3, 5-und 8 Uhr Gießen Oillingen (Saar) ; Marbmger Straße luO (z. Z. Gießen) 27. April 1932 Er. 98 Zweiter Blatt „Schanghai-Expreß." Ein Tonfilm mit Marlene Tietrich. Berlin, im April. Drei Tage rast der Schanghai-Expreß durch das von Bürgerkriegen zerrissene China, man sollte also erwarten, etwas von Landlchost und Weite zu sehen: aber der Film rollt in den engsten Bäumen ab. in den Gängen der Wagen, in den Abteilen, im Speisesaal des Zuges, auf einigen Bahnhofen. Mehr kann nicht gezeigt teerten, tenn alles geschieht im Atelier, und dahinter ist Hollywood. Daß man Atelier und Filmstadt vergessen kann, ist die große Leistung des Re- gilseurs Josef von Sternberg, der vor der Kamera ein unerhört naturnahes, dicht bevölkertes Treiben vorüberziehen läßt, ein Völker» gewimmel, geballte Internationalität: man denkt manchmal an Wochenschau-Ausschnittc aus einem chinesischen Bürgerkrieg, dessen verworrenes und wüstes Treiben unheimlich nahe kommt: hier ist kein Film mehr, sondern krasse Wirklichkeit, wie man sie aus der Leinwand selten erlebt Im Schanghai-Expreß reisen Passagiere aus aller Herren Länder. Unter ihnen die Schanghai-Lili, eine große Kokotte, „bic Chinas Küsten unsicher macht", wie es im Manuskript heißt: natürlich Marlene Dietrich. Cie begegnet aus dieser verhängnisvollen Fahrt dem englischen Militärarzt Donald Harvey: sie haben sich einmal geliebt und werden sich wieder finden, denn am Schluß leuchtet das unvermeidliche happy end. das alle- vergoldet, auch die Tat der Chinesin Huei Fei, die den aufständischen General Chang, ter ihr zu nahe kam. erdolcht und sich so die hohe Prämie verdient, die auf seinen Kopf gesetzt ist. Beben der erschreckend echten Gestaltung der Umwelt eine andere Leistung I. von Sternbergs: die starke HerauSarbeitung des Schauspielerischen. Marlene Dietrich zeigt weder ihre weltberühmten Beine noch andere Körperreize, sie spricht nur mit halber, verhaltener Stimme, sic wirkt mit gleichsam unterdrückten, nur angedeuteten Mitteln: so auch ihr Partner, der englische Militärarzt: Clive Brook, und die tugendhafte Chinesin: Anna Mav Wong. Das Manuskript ist flach und trivial, aber es verzichtet wenigstens darauf. Marlene ein Chanson singen zu lassen, und gibt sich als ernster Filmstoss: nur manchmal wird ein Grammophon angestellt. Sternberg hätte Gelegenheit gehabt, in Edelmut und Sentimentalität .zu versinken, er hat auch diese Versuchung vermieden. bo. Indianische Zeichensprache im Film. Jene Tage, da die Indianer noch die Herren ter weiten Prärien Amerikas waren und auf dem Kriegspsad gegen die Bleichgesichter ihre Heldentaten verrichteten, die das Ideal unserer Jugend waren, wurden wieder wachgerusen durch eine seltsame Versammlung, die vor einiger Zeit zu Browning in Montana abgehalten wurde 14 In» diancr-Hauptlingc. die Vertreter der wichtigsten noch lebenden Stämme, waren auf Veranlassung der Regierung der Vereinigten Staaten zusammengetreten. um die indianische Zeichensprache durch eine sorgfältige Filmaufnahme der Rachwelt zu erhalten. Diese stumme Verständigung. die zwischen den Angehörigen ter verschiedenen Stämme, die verschiedene Dialekte sprachen, üblich war. bevor die Weißen ihren Fuß auf den amerikanischen Kontinent setzten, gerät jetzt immer mehr in Vergessenheit und wird nur noch von den alten Häuptlingen bewahrt. Da saßen nun diese 14 Häuptlinge im Alter von 55 bis 82 Jahren im Scheine des Lagerfeuers und tauschten 3m Bilde sein . .. Impressionen aus dem Tonfilm-Atel er. Don (shrista Winsloe Wahrend es im gewöhnlichen Leben die Hauptsache ist, „im Bilde zu fein", so ist es im Film- atelicr unter Umstanden eine Todsunde. Gesetzt den Fall, daß man eben nicht im Bilde zu sein hat. Und das trifft zu auf alle jene, die nicht ins Bild gehören. Zu den nicht ins Bild Gehörenden zahlen alle, von den Beleuchtern angefangen, dis hinab zum Autor. Ausgenommen diejenigen Schauspieler, die momentan die Szene darstellen. Betritt man nun das Atelier, so empfängt einen zuerst ein Hc^lb. oder Ganzdunkel. Cs zahlt als Glückssall, wenn einem nicht sofort eine Wand den Weg versperrt. Unerkennbare Balken, Stücke, Gitter, Mabel, elektrische Schaltschränke, Gestelle aller Art, bilden ein undurchdringliches Dschungel. Hoch oben ahnt man irgendwo Licht Während man nun auf weichumwickelten Leitungsschnuren weiter balanciert, sich an Wänden halten will, die fofort nachgeben, weil sie gar keine Wände sind, sich an (Eifengitter klammert, die sich biegen, wie Rohr im Winde, lauscht man wie ein Jäger im Walde auf die Ge- rausche, in der schwachen Hoffnung, sich zu orientieren. Hammern, Sägen, Klirren von Glas, 2higft- schreie, von denen man nicht weiß, ob sie zum Spiel gehören oder echt sind, Zischen, Fluchen — mehr oder weniger parlamentarisch —: „Ach was, den Mops schneiden wir ab", — „Komm mal her, alte Krähe", — „Mensch, gib doch die Bratpfanne her ", und endlich: „Na, können wir nun?" Wenn das kommt, hat man füll u stehen und den Atem anzuhalten, denn jetzt kommt das Kommando: „Achtung! Los!" Ein Autohupensignal und Toten- stille. Ein paar Worte klingen ganz einsam und verlassen durch den Riefenraum, dann eine Kom- mandostimme: „Aus!" — und das große Durcheinander von Stimmen, Hämmern, Klopfen fetzt , wieder ein. „Was, die Prinzessin ist aus dem Bild gelaufen?" Der Operateur erklärt dem Regisseur, daß die Darstellerin den Kopf ein ganz klein wenig weiter nach rechts ... nämlich, wenn man „im Bilde" zu fein hat, darf man nicht raus. Ein Schauspieler muß nicht nur spielen, nein, er muß die Kamera im Auge haben, ohne hineinzusehen (das ist auch so eine Todsünde). Er muß das Mikro. Phon „wissen", um hineinzusprechen, ohne daß man sieht, daß er hineinspricht. Hat er im Gehen zu sprechen, und das ist sehr beliebt beim Film, wo alles auf Bewegung ankommt, so nagelt man ihm Brettchen als Hindernisie in den ®eg,_bamit er ja .acht zu weit läuft und genau an der Stelle spricht. Mittwoch, 27. April (932 . 1 . ___L”*1 I Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Aus der Wett des Films. Erinnerungen an die Heldenzeit ihres Volkes aus. ohne daß ein Laut vernehmlich tourte. Im tiefen Stillschweigen führten sie mit den Händen ihre Unterhaltungen, erzählten lange Geschichten mit ausdrucksvollen Gebärden, während die Filmkamera die Folge ter 1300 Zeichen fest hielt, aus denen diese merkwürdige auSstertende Sprache besteht. Die Häuptlinge zeigten sich als die geborenen Filmstars, denn sie schienen durch die Filmaufnahme nicht im geringsten in der Ratürlichkeit ihrer Haltung und ihrer Gesten beeinflußt zu sein. Aus dem Ehrenplatz in der Milte des KreiseS saß ein weißer Mann. Es war ter Generalmajor Hugh L. Scott, der als junger Offizier während ter Kämpfe mit den Indianern ihre Zeichensprache erlernt hatte und sich nun mit den Häuptlingen geläufig unterhalten konnte. Wenn auch die ganze lange Konferenz wortlos verlief, so war doch ter Filmapparat auch mit einer Tonfilm- Vorrichtung versehen, tenn man wollte die gelegentlich auSgestohenen Laute des Beifalls oder ter -bettounterung mit auf nehmen, die die Häuptlinge bei den Erzählungen ihrer Genoslen hören neben. Solche Laute waren besonders häufig in ter dramataikchen Erzählung, die ein 80jähriger Häuptling. Ditterwurzel-Iim. von einem Jagd- ad enteuer gab. bei dem er mit seiner Büchse eine Bnzahl von Bären tötete, um seinen Stamm vor dem Verhungern zu retten. Eine Stunde lang erzählte die alte Rothaut von dieser Leistung in ter anschaulichen Form und der poetischen Ausschmückung^ die ter indianischen Beredsamkeit eigen ist. Der Berg-Häuptling des Schwarzfuß-Stam- mes. der schon über 80 Jahre und fast blind ist, gab eine packende Beschreibung von einer Büsfel- jagd in seiner Jugend, und geriet in große Erregung. als er mit seinen Fäusten auf den Boden trommelte, um das dumpfe Geräusch tes Getrampels der dahinjagenden Büffelherden anzudeuten. Aus den Archiven des Tonfilms. Seine Propheten. —Erste Schritte und Entwicklung.—Honorare vor30Iahren. Don A. K. von Hübbenet. Große Ereignisse werfen ihre Schallen voraus. Auch ter Tonfilm hat seine Propheten gehabt. Schon im Mai 1847. «in halbes Jahrzehnt vor Erfindung tes Grammophons, schrieb ter französische Dichter Theophil« Gautier, beeindruckt von den Fortschritten der damals erfundenen Photographie: „So wie man das Licht gezwungen hat. eine blanke Platte mit Bildern zu trüben, wird man es so weit bringen, durch eine Materie, die noch empfindlicher und subtiler ist als Jod. die Schallwellen aufzusangen und festzuhalten und auf diele Weise eine Arie Marios, einen Monolog der Rachel oder eine Srrophe von Frederic ßemaitre zu konservieren." Der Tonfilm als künst- lerifche Darbietung hat jedoch einen primitiven Vorläufer, der noch um 2000 Jahre älter ist: die chinesischen Schattenspiele, die bereits in historischen Urkunden aus dem Jahre 121 v. Chr. erwähnt werden. Heute sind aus den Schattenspielen Lichtspiele geworden. Der erste Erfinder, der sich mit dem Tonfilm praktisch beschäftigt hat. war wohl Thomas A. Edison. In einem Buch, das von seinen. Mitarbeitern. den Brüdern Dickson. 1894 in London herausgebracht wurde, findet sich folgende Eintragung von ihm: „3m Jahre 1887 kam mit der Gedanke, daß es möglich sein müsse, ein Instrument zu erfinden, das für das Auge das gleiche wäre, wie der Phonograph für das Ohr. um bei einer Kombination der beiden gleichzeitig eine Bewegung und einen Ton aufzunehmen und zu reproduzieren." Hier ist die technische Funk- tfon des TonsllMs bereits 'eindeutig lestgelegl, und auch an der Verwirklichung dieser Idee hatte Edison maßgebenden Anteil. Schon 1877 hatte Edison den ..Phonographen" ersunden. den ersten Sprechapparat, der Töne aufzeichnete und sie auch wieder abzuhören gestattete. Sein Guckkasten „Kinetoskop" war ein wesentliches Glied in der Entwicklung tes Bildfilms, dessen rascher Aufschwung ater erst durch di« 1889 erfolgte Erfindung des lichtempfindlichen Zelluloidstreifens ermöglicht wurde. Zu Anfang des Jahrhunderts waren einerseits der Dildfilm. andererseits der „Phonograph" und das von dem Deutschen Berliner 1887 konstruierte Schallplatten-Grammophon technisch soweit entwickelt, daß eine rege Tonfilmproduktion einsetzen konnte. Besonders in Deutschland wurde in den Jahren 1905 bis 1910 eine Unmenge von sogenannten Tonbildern hergestellt. Da diese Filme nur sehr kurz waren, etwa ein Viertel der Länge eines heutigen Beiprogrammfilms. bereitete die Wahl der Manuskripte den Herstellern keine großen Sorgen. Verfilmt wurden hauptsächlich Teile aus Opern und Operetten, in denen die berühmtesten damaligen Opern- gröWr auftraten, wie Mia Werba, Hedwig Francillo-Kaufsmonn, Kuttner usw. Die Honorare bewegten sich in sehr bescheidenen Grenzen. Fritzi Massary erhielt zwar mit ihrem Partner Henry Bender für ein Tanz- und Gesangsduett die riesige Gage von 500 Mark. Das war jedoch eine Ausnahme, die in Herstellerkreisen heftiges Kopsschütteln hervorries. Ueblich waren Honorare zwischen 10 und 20 Mark, ater auch nur für Hauptrollen Komparserie mußte sich mit 2 Mark pro Tag begnügen. So erhielt die Hauptdarstellerin Rosa Porten für ihre Mitwirkung im 72 Meter langen Weihnachtstonbild ..Der Bries an den lieben Gott", den ihr Vater Franz Porten, einer der ältesten deutschen Filmregisseure, inszenierte, ganze 15 Mark. Ihre jüngere Schwester Henny, die damals noch nichts von kommendem Weltruhm ahnte, bekam 6 Mark Jetzt macht he einen Film nicht unter 60 000 — eine hübsche Karriere! Die Aufnahmearteit litt damals nicht unter der Tyrannei technischer Vervollkommnung. Bild und Toy wurden getrennt .pufgcjwmmcn. Zunächst wurde das Gefangfoück und der Dialog auf einer Grammophonplatte festgehalten, nachher führte man die Platt« im Atelier vor und probierte mit den Darstellern so lange, bis sie den Tert im gleichen Rhythmus nachsprechen oder nachfingen konnten. Rach bieten Vorbereitungen wurde die Bildaufnahme gemacht. Zur Wiedergabe im Kino diente ein Phonograph ober Grammophon, die man mit Hilfe von allerlei sinnreichen Vorrichtungen mit bem Projektor sychron zu koppeln wußte. So primitiv die Ansprüche damals auch waren, bi« man an das Kino stellt«, di« Tonbilder scheiterten schließlich an der mangelhaften Tonwiedergabe. Die Lautstärke war ungenügend, da man Verstärker und Lautsprecher noch nicht an der er zu sprechen hat. Denn das Mikrophon Hegt unbeweglich in molligweiche (Bummififfcn ein gebettet da und starrt in die Lust. Ein kleiner Kasten mit einem Gittersensterchen hangt an mehreren Drähten als Ohren, kontaktlos mit der Umwelt im Raum. Das Mikrophon ist das einzig Heilige im ganzen Raum. Jeder darf gepufft und herumgefchubbft werden, wenn es eilig ist. Ueberfahren werden von Männern, die Gestelle und Apparate tragen. Aufstehen, Platzmachen, hierhin — dorthin — nur das Mikrophon ist souverän. Fünf Männer sind zu seiner Bedienung da. Mit der Hand wird es kaum berührt. Es hat eine ganze Auswahl von Gestellen zum Ruhen. Sein Wunder, daß es manchmal einfchläft. Dann nimmt es ein Sachverständiger höflich in die Hand, ergreift einen kleinen Holzhammer (poliert) und schlägt sanft, vor- sichtig an die harten Wände. Rebellisch denkt man wohl: „Haben wir ihn denn nötig, diesen eingebildeten Kasten? Der den Film verteuert, die Schau- fpider oerückt macht durch seine Ansprüche mit „Zu kife", „Zu laut", der mit konstanter Bosheit das für ihn gesprochene Wort nicht hört, wohl aber den Flieger über dem Dache und das Knistern der Bogenlampen. Und sich bann nicht anpaßt an Wie bergabeapparatc und den schönsten Dialog zu einem Geräusch macht, als spräche man in eine Gießkanne. Muß er denn fein, dieser Tyrann? Erlauben Sie eine Gegenfrage: Gehen die Leute, die gegen den Tonfilm sind, in Stummfilm-’? Antwort: Nein. Also: Er muß fein. Sind Sie jetzt im Bilde? Anna Sie». Ein ausgehender Filnistern. Anna Sten ist in Kiew zur Welt gekommen. Ihr Vater war ukrainischer Kosak, bie Mutter schwedischer Abkunft. Sie selbst wurde so Erbin verschiedenartiger 'Temperamente. Ihre Eltern waren mit ganzer Seele Künstler. 'Der Vater leitete eine Ballettschule, die Mutter litt ihr Leben lang an den Vorurteilen ihres Milieus, die sie daran verhinterten, Schauspielerin zu werben, obwohl sie Talent unb Reigung für bi den Beruf in sich trug. Den unerfüllten Traum ihres Lebens hoffte bie Mutter in ihrem Kinbe verwirklicht zu sehen. Sie förberte schon in Anna Etens frühester Iugenb die romantischen Wünsche unb bie ersten Zeichen ter Begabung unb führte bas Mädchen mit verstänbnisvoller Hanb seiner 2eten8aufgate entgegen. Ein Glüctsfall fügte es. bah schon tem zwölfjährigen Mädel Gelegenheit gegeben wurde, die Prob« aufs Exempel seines Theatertalents zu machen. Bei einer Schüleraufführung im Gymnasium fiel ihr die Hauptrolle zu. In die schöne sorgenfreie Entwicklung, die aus dieses Debüt folgte, brach jäh der Krieg. Anna Stens Vater fiel an ter Front, die Mutter verarmte, die Revolution vermehrte das Elend und bie Hngetoififeit ter Zukunft. Cs kam eine Zeit bitterer Rot, schwersten Kampfes um bie nackte Existenz. Sie muhte körperlich hart arbeiten. Der Winter traf bie krank unb mittellos gewordene Mutter doppelt schwer. Anna Sten entschloß sich, Hilfsarbeiterin in einem Restaurant zu werden. Aber selbst in dieser kritischen Zeit gab Anna Sten ihre Kunst nicht auf. Sie fand Anschluß an eine Vereinigung junger Künstler, wurde engagiert und war wieder in ihrem Clement. Finanzielle Schwierigkeiten führten aber bald zur Aufflösung des Llnternch- mens, und Anna Sten war glücklich, vorübergehend in einen anderen Beruf hinüterwechseln zu können. Zwei Jahre lang arbeitete sie als Journalistin. Dann kam, 1924, unerwartet ter große Aufschwung tes Films. Eine bisher von der Presse und vom Publikum als fragwürdig betrachtete Einrichtung wurde in den Mittelpunkt des Kunstlebens gehoben, unb in Kiew wurde der Theaterhochschule eine Filmfakultät angegliedert. Das war ein ausgesprochenes Schicksalszeichen. Kurz entschlossen trat Anna Sten in bie neue Akabemie ein. Sie bestaub nach anftrengenter Arbeit ihr Examen unb erhielt wegen betonterer Befähigung ein Stipendium Mit tem Geld fuhr sie nach Moskau. wo junge Darsteller für den Film gesucht wurden. Da erfuhr sie zufällig, daß eine Filmgesellschaft in Jalta eine Darstellerin ihres Faches such«. Anna Sten bewarb sich und war kurz darauf in ihrem ersten Film zu sehen. Er hieß „Die Spinne" und war «in Treffer. — Das Glück blieb Anna Sten von dieser ersten Station an treu. Eie schließt einen Vertrag mit dem Meschrapom in Moskau, schon der erste Film, der dort mit ihr hergestellt wird: .Moskau, wie es weint und lacht", ist ein Erfolg. Es kommen Angebote aus tem Ausland. Die Gesellschaft, ter Anna Sten verpflichtet ist, entschließt sich dazu, einige Filme in Berlin her- zustellen. So tonimt sie nach Deutschland. Die Terra engagiert sie für bie Rolle ter .Gruschin- ka" in den .Brüdern Karamasofs", und nach diesem Intermezzo bietet ihr die Ufa einen Vertrag, dessen Erfüllung mit den .Bomben auf Monte Carlo" beginnt. Zuletzt spielte sie bie Aussen- Anna in tem Iannings-Pommer-Film der Alfa .Stürme der Leidenschaft". kannte, unb immerzu traten Störungen bes Gleichlaufs auf. So lief ter Stummfilm tem Tonfilm bavon Der erste Angriff des Tonfilms war abgeschlagen. In ter Stille bereiteten sich jedoch neue Ereignisse vor. Der R adelte naufzeich- nung ter Grammophon-Schallplatte und ter Phonograph-Walze erstand ein Konkurrent in Gestalt ter photographischen Tonaufzcichnung, auS ter allmählich der LichltonfiIm entwickelt wurde, der jetzt die Tonsilmwelt beherrscht. Die Erfinder waren Deutsche Dem Physiker Ernst Ruhmer gelingt es im Jahre 1900 alS erstem, bie in Lichtschwankungen umgdormten Schallwellen auf einem Zilmband zu photographieren. Die Aufzeichnung hat bei ihm bic Form einer Reihe von Ouerstreifen verschiedener Tönung. Diese Art der Lichttonaus- zeichnung hat heute als ..Intensitätsverfahren" bic größte Verbreitung von allen Tonfilmmetho- ten gesunben. Die andere optische Tonauszeichnungsart. das fpgciianntc TranSversalverfähren, führt auf Untersuchungen des deutschen Physikers Professor Arthur Korn (1905) zurück. Bei der Ersindung ter photographischen Ton- auszeichnung hatten 'owohl Ernst Ruhmer wie Professor Korn keineswegs den Tonfilm, sondern bic Lichttelegraphie im Auge Der Oszillograph Korns wurde erstmalig im Jahre 1916 von dem Fernfeherfinber Denes von Mihaly in bic Tonfilmtechnik eingeführt Als die eigentlichen Schöpfer des modernen Lichttonfilms können die ter deutschen Erfinder Vogt. Engi und Mas - solle gelten, bic sich 1919 zu der Arbeitsgemeinschaft Tri-Vrgon (Werk ter Drei) zu- fammenfchlofscn. Am 17. September 1922. an einem Sonntag, vormittags 11 Ahr, traten bic brei Erfinber zum erstenmal an bic Oesscntlichkeit, unb bie „Alhambra" am Äurfürftcnbanun in Berlin tourte zum Schauplatz der ersten „richtigen" Tonfilmvorführung ter Welt Rose Li chtenstein sprach im Tonfilm den Prolog, Cornelis Bronsgeest, ter Mann des Rundfunks, fang den Bajazzo, unb als Glanzpunkt folgte ter erste hundertprozentige Sprech film: „Der Brandstifter" von H e y e r m a n n s. Das Tonfilmproblem ist hier bereits restlos gelöst. Aber auch dieser zweite Ansturm d«S Tonfilms ist zum Scheitern verurteilt. Wieder, wie zehn Jahre vorher, bleibt der Stummfilm Sieger Diesmal sind es allerdings weniger technische, als finanzielle Schwierigkeiten, die den Ausschlag geben. Im Frühjahr 1926 macht die amerikanische Firma Warner Bros, einen neuen Versuch mit dem Tonsilm. Weniger aus Lieber,zcugung, als auS Verzweiflung, denn ihre Stummfilmc gehen miserabel, sic steht am Rande des Ruins. Und diesmal klappt cs! Der Siegeszug des Tonfilms ist unaufhaltsam. Al Iolson zieht um ten Erdball, unb, zwei Jahre später sind Warner Bros, bic zweitgrößte Filmgesellschaft ter Welt! 1929 nimmt bic deutsche Filmindustrie unter Führung ter Ufa, die sich mit der Klangfilm verbünden, unb der Tobis, bic bic freien Produzenten ersaßt, den Konkurrenzkampf mit bem amerikanischen Film auf. Dabei stellt sie sich von Anfang an auf ten Lichttonfilm ein, während bie Amerikaner in ben ersten Jahren fast ausschließlich nach tem Rabeltonvcrsahren, d. h. mit Schallplattcn, arbeiten unb damit bie bereits hochentwickelte Grammophontechnik nützen. Aber ter Vorsprung der Schallplatte ist bald eingeholt und sogar überflügelt, und heute ist bie Filmprobuk- tion in ter ganzen Welt fast restlos aus Lichtton umge stein. Oie verbesserte Tonfilm-Stimme. Der schnellebige Mensch von heute vergißt Vergangenes rasch, und so denken wir heute kaum noch an jene furchtbaren, das Ohr marternden Geräusche, bie uns in ben Anfängen bes Tonfilmes biefeS neue Vergnügen fo sehr verleiteten. Der Tonfilm hat sich in feiner Klangwirkung in erstaunlicher Weife verbessert, wenngleich noch manches zu wünschen übrig bleibt Diese Mängel liegen ater weniger an ter Apparatur alS an ter immer noch verbesserungsbedürftigen Aussprache und besonders an der Mischung der Töne, die häusig auf die Klarheit des Eindruckes keine Rücksicht nimmt. Ein englischer Phonetiker, Arthur Lloyd James, der bie phonetischen Gesetze bes Tonfilms untersucht hat, hebt hervor, baß es in jeder Sprach« eine gewisse markante Betonung gibt, bie hörbar fein muß, damit man versteht, was gesprochen wird. Telephon, Grammophon und untere Sprcchmaschinen übermitteln dieses Mindestmaß von Deutlichkeit der Aussprache, sonst wären sie ja auch nutzlos. In ten Anfängen tes Tonfilms wurde ater beim Sprechen dieser notwendige Grundton, der eine Mischung aus Betonung, Rhythmus und Klangfarbe dar- ftellt, oft nicht vernommen. Wenn ter Sprechende sichtbar ist, dann kann das Auge daS Ohr unterstützen und durch das Auffangen ter Mundstellung beim Bilden bet Worte unb ter Gebärten bie Verstänblichkeit erhöhen. Das ist aber beim Tonfilm — besonders früher — nicht in bem Maße ter Fall gewesen. Heute wirb im allgemeinen ter für bas Verstehen unbebingt nötige Grunb- ton ter Sprache km Tonfilm gut totebergegeben. Ein anderes Problem ist bie Schnelligkeit des Sprechens. Es gibt da eine gewisse Grenze: wenn diele überschritten wird, dann entsteht ein unverständliches Tongewirr Die Geschwindigkeit ist größer, wenn der Sprecher sichtbar ist, als wenn er nicht zu sehen ist. Das sollten bie Leute am Rundfunk bedenken, die durch schnelles Sprechen sich um ihre Wirkung bringen. Die Schnelligkeitsgrenze darf jedenfalls beim Tonfilm nicht überschritten werden: sonst macht sich dies sofort störend bemerkbar, wie man z. D. bei dem letzten Pallenberg-Film bemerkte, bei tem die sonst so bewundernswerte Zungenfertigkeit des großen Schauspielers die Verständlichkeit störte. Er sprach eben für den Tonfilm zu schnell. Ein anderer schwerer Fehler ter Aussprache ist das Sprechen durch bie Rase, bas stets mit mangelhafter Verständlichkeit verknüpft ist. Wenn solche phoncti- schen Gesetze km Tonfilm noch strenger angewandt würden, dann würden bie großen Verbesserungen ter Apparatur klarer hervortreten. Ö.Upor< Spielvereinigung 190Q Gießen. 1900 (Liga) — Olympia Frankfurt (Liga) 4:3 (1:2). Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf. Dis zur Pause hatten die mit dem Wind spielenden Süddeutschen bedeutend mehr vom Spiel. In der Gießener Elf wollte cs überhaupt nicht klappen. Es dauert nicht allzulange und die Gäste gingen nach einem Eckball in Führung. Der Treffer war haltbar. Ein leichtsinniges Handspiel im Gästcstrafraum sührte zum Ausgleich, da Arnold den gegebenen Elfmeter verwandelte. Aber noch mals rissen die bis dahin besseren Gäste die Führung an sich. Geschicktes Spiel des Rechtsaußen nutzte der Halbrechte zu einem überraschenden Trefser aus. Rach dem Seitenwechsel hatte 1900 den Sturm umgestellt. Der Wechsel machte sich sogleich vorteilhaft bemerkbar. Mit dem Anstoß spielte sich die rechte Seite der Dlauweihcn durch und Arnold erzielte mit Prachtschuh den Ausgleich. Das Zusammenspiel der Einheimischen wurde zusehends besser. Die Frankfurter fielen merklich ab. Gutes Zusammenwirken von Arnold und Luft gab Göbel Gelegenheit, aus vollständig freier Lage zum 3:2 einzuschicßcn. Gegen Schluß wurden die Gäste wieder etwas aggressiver. Ein erzielter Treffer konnte aber vom Spielleiter nicht gewertet werden, da die an sich mögliche Abwehr von Glitsch durch zwei Gegner regelwidrig verhindert wurde. Trotzdem kamen die Süddeutschen kurz darauf durch unmotiviertes Herauslaufen des Gießener Torhüters doch zum Ausgleich. Das Spiel neigte schon dem Ende zu, als es Lippert gelang, durch einen seiner famosen Kopfstöße, einen Eckball von Wilhelmi zum Siegestreffer einzulenken. Der Sieg der Gießener an sich war verdient. Der reichliche Ersah, mit dem die Mannschaft antreten muhte, fügte sich gut ein. Man benötigte dazu säst die ganze erste Halbzeit. Schiedsrichter Sänger (BfD. Kurhessen- Marburg) ein Reuling, leitete sicher und korrekt. Die Ligareserve unterlag gegen „Teutonia" Steinbergs I. Elf mit 5:1 (1:1). Dei den 1900crn waren bis auf 4 Spieler alle Leute ersetzt. Die Giehcner hielten nicht durch. Steinberg spielte ausgezeichnet und entwickelte kolossalen Eifer. Ein berechtigter Elfmeter brachte die Gäste in Führung. Der Linksauhen 1900s erzielte mit schönem Schuh den Ausgleich. Dis zur Pause hatten die Dlauweihcn die größeren Chancen. Ein grober Schnitzer des rechten Läufers brachte die Gäste wieder mit 2:1 in Vorteil. Aber erst in den letzten 5 bis 10 Minuten mußten sich die Hiesigen die drei weiteren Treffer gefallen lassen. Die ganze Mannschaft baute ab. 3. und 4. Mannschaft kombiniert blieben über Aßlars verstärkte 2. Elf mit 5:0 Toren sichere Sieger. Man sah bis zum Seitenwechsel ausgeglichene Leistungen (0:0). Rach der Pause spielte der Platzverein, trotz Gegenwind, mit großem Elan und erzielte bei ausgeglichenem Feldspiel 5 Treffer. 1900 Fünfte besiegte Lichs Zweite mit 3:2 (Halbzeit 1:1). Die Gäste erschienen nicht komplett und wurden durch einige Spiclvereinigungs- leute ergänzt. Kurios war die Erzielung des zwei- tten Gegentreffers. Der dazu erforderliche Dall war von auherhalb trainierenden Spielern ins Spielfeld gerollt und verwandelt worden, ohne dah es der Spielleiter merkte. Sportverein 1920 Heuchelheim. Heuchelheim I — DfB. Gießen (Ligoreserve) 9:2 8:1. Die 1. Mannschaft empfing am Sonntag die Ligarcserve des DsD. Gießen und brachte den Gästen eine überraschend hohe Riederlage bei. Die Heuchelheimer kamen bald zum ersten Treffer, dem sie bis zur Pause noch sieben weitere Tore anreihten. Erst kurz vor Halbzeit gelang den Gästen der erste Erfolg. In der zweiten Halbzeit lieh das Tempo etwas nach, dabei spielten nun die Gäste etwas überlegen, vermochten aber die massive Verteidigung der Plahbesiher nicht zu überwinden. Deide Mannschaften kamen noch zu je einem Erfolg, so dah das Spiel mit einem hohen Sieg der Einheimischen endete. Vorher standen sich die Schülermannschaften der beiden Vereine gegenüber und spielten unentschieden 1:1. Sportabieilung des Tv. Wieseck. Wieseck I — Braunfels I 3:1 (2:1). Die 1. Mannschaft des Tv. Wieseck hatte am Sonntag die 1. Elf von Draunfels zum Rückspiel zu Gast. Das Vorspiel gewannen die Wiesecker mit 6:5 Toren. Auch das Rückspiel entschieden sie nun für sich. Die Einheimischen gingen bald nach Deginn in Führung, erhöhten auch auf 2:0, die Gäste konnten aber bis zur Pause ein Tor aufholen. In der zweiten Spielhälfte sah man vcrteilteres Spiel; erst gegen Schluß wurden die Wiesecker wieder etwas aggressiver und schossen ein drittes Tor. — Wiesecks Schüler gegen Steinbergs Schüler 1:0; Wieseck 2. Schüler gegen 1900 2. Schüler 2:1. Am Vorsonntag errangen die 1. Schüler von Wieseck in Wetzlar gegen die Schüler des Sportvereins im Entscheidungsspiel die Gruppenmeisterfchaft mit dem Ergebnis von 5:2 (4:0) Toren. Handball im Gau Hessen (O.T.) Großen-Linden I — Lang-Göns 1 12:10. Der Tv. Lang°Göns weilte am Sonntag mit drei Mannschaften in Großen-Linden zu Gast. Im Spiel der ersten Mannschaften enttäuschten die Gäste nach der angenehmen Seite. Obwohl sie den Einheimischen technisch unterlegen waren, konnten sie doch diesen Rachteil durch erhöhten Eifer ausgleichen, so dah ein spannendes Spiel zustande kam. Immerhin blieben die Einheimischen verdiente Sieger. Im Spiel der zweiten Mannschaften, das ebenfalls die Grohen-Linde- ner (mit 11:0) siegreich sah, hatten die Gäste nicht viel zu bestellen. Die Schüler beider Vereine waren sich im Feldspiel ebenbürtig, die größere Durchschlagskraft des Grohen-Lindener Sturmes entschied jedoch mit 7:2 Treffern das Spiel. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Gießen I — Alsfeld I 6:1. Alsfeld trat nach langjähriger Pause am Sonntag auf dem Trieb der Kreisklassenelf Giehen zu einem Freundschaftsspiel entgegen. Die Gäste stellten eine flinke Mannschaft ins Feld, die den Platzbesitzern zunächst ein gleichwertiges Spiel lieferte. Giehen konnte nach geraumer Zeit die Führung übernehmen, um den Ausgleich kamen die Alsfelder durch eine harte Entscheidung des Schiedsrichters. Sichtlich deprimiert ließ Alsfeld in der zweiten Spielhälfte nach, so daß Giehen in gleichmäßigen Abständen fünf weitere Tore erzielte. Den Gästen war lediglich das Ehrentor vergönnt. Altenstadt I — Allendorf I 3:1. Die Mannschaft von Allendorf a. d. Lahr^var zum Dorentscheidungsspiel um den Aufstieg zur Kreisklasse in Altenstadt zu Gast. Rach kurzer Zeit Reue Oiskonisenkung der Reichsbank? Berlin, 27. April. (WTB. Funkspruch.) Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, ist der Zentral- ausschuß der Reichsbank auf heute 16.30 Uhr einberufen. Wie wir aus Bankkreisen hören, dürfte die Frage einer Diskontsenkung um 0,5 v. H. erörtert werden. Weitere Befestigung in Berlin. Berlin, 27. April. (WTD. Funkspruch.) Die Dcfestigung an der Derliner Effektenbörse nahm auch heute ihren Fortgang. Die Einberufung des Zentralausschusses der Reichsbank für heute nachmittag stellte eine kräftige Anregung Var, da in dieser Sitzung eine Ermäßi- -gung des Diskontsatzes um 0,5 Prozent auf 5 Prozent beschlossen werden dürfte. So vermochten sich bereits in den Vormittagsstunden weitere Steigerungen durchzusetzen, die noch über die Frankfurter Abendkurse von gestern führten. Die Rachrichten aus Genf wurden freundlich ausgenommen, und auch die i n n e r- politische Situation sand eine zuversichtlichere ^Beurteilung. Demgegenüber traten Momente, wie der stetige Schluß der Reu- Yorker Dörse und der Dividendenausfall beim amerikanischen Stahltrust völlig in den Hintergrund. Auch die Verlängerung des Kreuger- Moratoriums um nur 14 Tage, sowie die schwierige finanzielle Lage der Kommunen in der Rheinprovinz hinterliehen keinen stärkeren Eindruck. Kaufaufträge des Publikums, sowie Deckungen der Spekulation bewirkten, dah die Kurse bei der Enge der Märkte um 1 bis 2 Prozent anzogen. Besonders fest lagen Reichsbank, einige Spezial- werte, sowie Kaliaktien, die bis zu 3 Prozent gewannen. Salzdetfurth lagen sogar 4 Prozent, Aschersleben 6 Prozent und Verger 4.5 Prozent gesteigert. Etwas schwächer waren Dortmunder Union, die 1,5 Prozent verloren, sowie Otavi- Minen, die 0,50 Mark nachgaben. Ilse Bergbau, Ob:rkoks, Aku und Reubesihanleihe erschienen mit Plus-Plus-Zeichen, Ilse wurden später 7,5 Prozent höher zur Rotiz gebracht. Deutsche Anleihen waren durchweg fester. Im Verlaufe blieb gelang es Allendorf, in Führung zu gehen. Rach wechselvollem Spiel erzielte ober Altenstadt bis Halbzeit Ausgleichs- und Führungstrefser. Rach dem Wechsel lag Allendorf im Angriff und nur mit viel Glück konnte der Schlußmann der Platz- besiher Treffer verhindern. Dann waren wieder die Altenstädter mehr im Angriff und stellten das Ergebnis auf 3:1. Wieseck II — Waldgirmes I 4:1. Waldgirmes war in Wieseck zum Freundschaftsspiel zu Gast. Wieseck lag im Angriff und erzielte den Führungstreffer. Waldgirmes ging daraufhin sehr aus sich heraus, konnte jedoch die gute Miwehr der Einheimischen nicht überwinden. Halbzeit 2:0 für Wieseck. Auch nach der Pause lag Wieseck weiter im Angriff, aber erst gegen Schluß war die Mannschaft noch zweimal er- erfolgreich. Waldgirmes, erzielte nur das Ehrentor. Waldgirmes II — Wieseck I. Iugend 2:5. Wieseck II. Iugend — Fellingshausen Iugend 3:2. Wehlar I — Raunheim I 0:12. Zum Rückspiel war Raunheim in Wetzlar zu Gast. Raunheim war stets tonangebend und konnte mit wenig Mühe Tor auf Tor erzielen. Handball. Krofdorf — Offenbach 2:10. Offenbach war zu einem Rückspiel in Krofdorf zu Gast. Die Städter erwiesen sich in jeder Hinsicht überlegen. Schon bei Halbzeit lagen sie mit 7:1 Toren in Führung. Die Krofdorfer brachten es zu keiner einheitlichen Leistung und spielten verständnislos. — Krofdorf Alte Herren— Offenbach Alte Herren 3:1. Kurze Sportnotizen. Das Endspiel um die westdeutsche Fußball-Meisterschaft zwischen Schalke 04 und Do- russia Fulda wird am 1. Mai in Köln ausgetragen. Die Handball-Vorrunde um die DSD.-Frauenmeisterschaft, die für den 8. Mai vorgesehen war, wurde auf den 1. Mai vorverlegt. 3 c a n Taris stellte in Reims am Sonntag noch einen weiteren Weltrekord auf. Er unterbot seine eigene Bestleistung im 200-Meter-Crawl- schwimmen um 2,2 Sekunden auf 2:12,2 Minuten. Mit her Aufhebung der Suspendierung Rurmis ist nach Aeußerungen des IAAF.-Präsidenten Edströrn-Schweden in Kürze zu rechnen. die Tendenz fest, und es ergaben sich Bei lebhafterem Geschäft weitere Steigerungen bis zu 2 Prozent. Starkes Interesse fanden Montane, Reichsbank, Farben und Siemens. Am Markt dcr festverzinslichenWerte traten allgemein Besserungen ein. Hier wirkte sich die Diskonterinäßigung naturgemäß stärker aus. Man erwartet, dah sich das Publikumsinteresse angesichts der hohen Verzinsung an diesem Markte weiter verstärken wird. Die Lübecker Angelegenheit wurde weitaus ruhiger beurteilt, doch verlautete heute, daß auch die Stadt Köln nicht in der Lage sei, ihre 40-Millionen- Anleihe, die in diesem Jahre fällig ist, in bar einzulösen. Reichsschuldbuchforderungen und Industrieobligationen fielen durch größere Gewinne auf. Von Ausländern waren 4prozentige Mexikaner 0,75 Prozent schwächer. Anderseits fielen Ungarn durch festere Veranlagung auf. Am Geldmarkt hat sich auch heute nichts geändert, Tagesgeld blieb 5,25 Prozent und darüber, Monatsgeld 7 Prozent und darüber nominell. Kleber eine evtl. Veränderung des Privatdiskontes ist int Moment noch nichts zu erfahren. Sronffurf fest. Frankfurt, 27. April. (WTB. Drahtmeldg.) Die heutige Börse eröffnete in 'w c i t e r fester Haltung. Die Einberufung des Zentralausschusses der Reichsbank für heute nachmittag, in dessen Sitzung man mit einer weiteren Disko n t s e nk un g um 0,5 Prozent rechnet, regte an. Da man auch hinsichtlich der innerpolitischcn Lage eine weiter beruhigtere Haltung einnahm, schritt die Spekulation au neuen Deckungen, zumal auch von der Kundschaft kleine Kauforders Vorgelegen haben sollen. Das Geschäft war etwas lebhafter als an den Vortagen, wobei einige Spezialgebiete im Vordergründe des Interesses standen. Gegenüber der Abendbörse stellten sich überwiegend Kurserhöhungen von 1 bis 2 Prozent ein. IG.-Farben eröffneten zunächst nur mäßig höher, waren aber im Verlaufe etwa 2,5 Prozent fester. Stärkere Kursgewinne verzeichneten vor allem Kaliaktien, von Wirtschaft. denen Salzdetfurth 5 Prozent und Aschersleben 4 Prozent anzogen. Reichsbank gewannen 3,5 Prozent. Am Elcktromarkt zeigten die ersten Kurse nur geringe Veränderungen, später stellten sich aber auch hier Erhöhungen bis zu 2,5 Prozent ein. Am Montanmarkt hielten die Käufe Der letzten Tage an. Mannesmann, Rhcinstahl, Gelsenkirchen, Phönix und Stahlverein lagen durchweg 1 Prozent fester. Don Rebcnwertcn zogen Daimler 1,25 Prozent, Scheideanstalt und Deutsche Erdöl bis zu 1 Prozent an. Schiff- fahrtsaktien blieben behauptet, Reichsbahnvorzugsaktien gewannen 1 Prozent. Ruch am Renten markt zogen die Kurse weiter an. Gold- und Liquidationspfandbriefe gewannen meist 1 Prozent, Deutsche Anleihen 0,5 Prozent. Von Industrieobligationen lagen Stahlvereins-Donds 1 Prozent fester. Auslandrenten blieben unverändert. Im Verlaufe war die Tendenz weiter f e st, und die Kurse zeigten weitere Erhöhungen von 1 bis 2 Prozent, wobei die Marktleere die Aufwärtsbewcgung begünstigte. Tagcsgeld war weiter leicht und mit 4,5 Prozent unverändert. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 27. April. Es wurden notiert: Weizen 275 bis 277,50; Roggen 225; Sommergerste (für Drauzwccke) 195 bis 200; Hafer (inländ.) 165 bis 172,50 per 1000 Kilo. Weizen- mehl, südd., Spez. 0 mit AuStaus chlpxizen 39,65 bis 40,50, dasselbe, Sondcrmahlung 38,90 bis 39,75; Weizenmehl, niederrh., mit Austauschweizen 39,50 bis 40,25, dasselbe. Sondermahlung 38,75 bis 39,50; Roggenmehl 28,50 bis 30: Weizenkleie und Roggenkleie 11 Mark per 100 Kilo. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Wegen des Himmelfahrts- und Pfingstfestes sind die Frankfurter Schlachtviehmärkte wie folgt verlegt worden: von Donnerstag, 5. Mai, auf Freitag, 6. Mai, und von Montag, 16. Mai, auf Dienstag, 17. Mai. Gingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ein Wunsch an die Feuerwehr. In vielen Großstädten bestehen Vereine mit dem wenig erfreulichen Ramen „Antilärmverein", aber mit der guten Absicht, die Bürger vor überflüssigem Lärm zu bewahren. In unserer Stadt würde ein solcher Verein ein schönes Arbeitsfeld vorfinden. Denn das nächtliche Hundegebell, besonders in der Draugasse, da>s rücksichtslose Deneh- men vieler Kraftfahrer mitten in stiller Rächt wird beschönigt durch das Proben unserer Feuerwehr, indem acht Mann mit Trommeln und Pfeifen sogar noch nachts gegen 10 älhr „Hebungfalber" durch die Straßen ziehen und Kranke und eben zur Ruhe gekommene Kinder und Erwachsene in ihrem ersten Schummer stören. Es wäre seststellungswcr^ ob nicht eine geeignetere Gegend für diese Tätigkeit zur Verfügung steht. M. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 28. April. 7.20; Frühkonzcrt auf Schallplatten. 10.20 bis 10.50: „Hier werden alle Erdbeben der Welt ausgezeichnet" — Mit dem Mikrophon am Seismographen des geodätischen Instituts in Potsdam. 12.00: Von München: Mittagskonzert des Rund» sunkorchcstcrs. 13.00: Konzert auf Schallplatten. 15.30 bis 16.30: Stunde der Iugend. 17.00 (M, Köln und München): Konzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25: „Filmkünstler — richtig und falsch beschäftigt". Von Dr. Rudolf Arnheim. 18.50: „Ist der Handwerker zu teuer?", Gespräch zwischen E. Dorges, Chrenmeister der Handwerkskammer, und Frau Girshausen. 19.15: Riddh Impekoven erzählt von ihren Reisen durch Iava und Ceylon. 19.30: Freiburg: Duntfunk. Leitung: Bernhard Köhler. 20.00: Der Apotheker. Opera buffa von Ioseph Haydn in einem Akt. 21.00: Aus der Schublade einer Frau. Von Rora Kiepenhcuer. Vorgelesen von dec Verfasserin. 21.20: Mannheim: Liederkreis um C. M. Bellmann für Kammerorchester, bearbeitet von Helmut Schlawing. Freitag, 29. April. 7.20: Frühkonzert auf Schallpla.tten. 12.00: (Köln und München): Konzert des Rundfunkorchesters. 13.00: Konzert auf Schallplatten. 15.20: Wie der Photo-Amateur mit seiner Kamera Geld verdienen kann", Vortrag von Karl Ellinger. 17.00: Don Köln: Konzert. 18.25: „Rheinhöhenweg". Vortrag von Benno Reifenberg. 18.50: Aerzte- üortrag: „Folgen der Kopfgrippe". 19.30: Heitere Schwabenstunde, mit Dichtungen von August Reiff. 20.00: Liederhalle Stuttgart: Unterhaltungskonzert. 22.45: (M, Köln und München): Rcgro Spirituals. 23.15 bis 24.00: Alt-Berliner Musik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5,5 v.H., Lombardzinsfuß 6,5 v.H. Frankfurt a. ))l. Äerlin Schluß- l-ilhr- Schluß- Ansang- furd Kurs lurd Kurs Datum 26.4 27.4. 26.4. 27.4. 6% Deupche Reicheanleihe o. 192 — — — — 7% Deutsche Relchsanleiye b. 192 62,5 — 62,25 — &Yi% Doung-Anleihe von 1930 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld ml 51 — — Ausloj.-Rechten..... 39,5 3,175 40 39,13 2,95 40 3,15 Desgl. ohne Auslos.-Rechte . 8% Hess. Bolksstaat von 1929 3,35 trückzohlb. 102%)..... _ cberhessen Provinz-Anleihe m Auslos.-Rechten..... Deutsche Komm. Sammelabl. 32,5 — — — Anleihe Serie 1 . ... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 37 — 37 — 15 unkündbar bis 1935 . . . 72 - — _ 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar 615 1936 Serie 16 71,25 4%% Franks. Hyp.-Bank CiqiL- Pfandbriefe........ 76 lVt% Rhe'ntlche Hyp.-Bank.Llyu Goldpse.......... 75,5 8% Pr. Landespfandbriesanstalt Pfandbriefe R. 19..... 71 71,5 7% Pr. LandeSpsandbriefanskal Psandbriese R. 10 — — — — 4% Oesterreichtfche Goldrente . 8,5 4,20% Oesterreichische SUberrente — _ 0,85 0.85 4% Ungarische Goldrente . . - , —— 5,55 5.55 4% Ungarische Staatsrente b. 191 — — 5 5,13 4'/«% BeegL bon 1913 _ 4,85 5,9 6% abgest. Goldmexilaner bon 99 _ _ 6,13 4% Türkische Zollanleihe bon 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe — — 2,2 2,4 Serie, . . . 4% be«gl. Serie II...... 2,15 — 2,2 2,25 2,4 5% Rumän. bereinh. Rente b. 1903 4yt%0lumän .beretnh.Renie v.1913 4% Rumänische bereinh. Rente . tü% L Anatolier...... _ 8 4 3,75 3^9 - - 13,25 Ä>aiHiur. u. 2JI. 2krin. Schluß- lurs 1-llhr- Kurs Echluß- turs Anfang- Kurs Datum 26.4. 27.4 26.4. 27.4. Hamburg-Amerika Palei . . Hamburg-Südam. Dampsschiss . t 15,5 — 14,75 14.9 . 0 — 39,5 40,5 Hansa Dampsschiss . 0 — — 23,25 Norddeutscher Lloyd .... . 6 15,5 15,5 15,25 15,9 A.G. für Verkehrswesen Akt. — 31 32,5 ■ Berliner Handelegesellschast . 8 83 —- Commerz, und Prival-Bank . 7 __ -_____ _ Darmstädter und Nationalbank 8 23 ___ _ _ Deutsche Bank und Disconto-Gesellschast. . 6 38,25 — _ _ Dresdner Bank...... 6 23 — _ Reichsbank ...... 12 111,25 114,5 111,5 114 A.E.G........ . 7 26 26,5 26,25 27 Bergmann........ . 9 — Elektr. LieferungSgesellschast. 10 — 56,5 55,75 55,75 Licht und Kraft ..... 10 63,5 65,5 63 65,5 Felten L Guilleaume. . . . Gesellschaft für Elektrische 6Vz 32 32,75 34,13 Unternehmungen . . . Rheinische Elektrizität . . . 9 53,5 — 52,75 _ . 9 66,25 _ 64,75 66,65 Schuckerl & Co....... 11 — 48,5 47 47,9 Siemens & Halske..... 14 — 98,5 98.5 98,5 Lahmeyer L Co.. ..... 12 74 1 73 Buderiw . . ..... . 4 22 — 22,5 23,25 Deutsche Erdöl .... . 5 — 57 56,5 58,75 Gelsenkirchener...... . 8 37 — 36,5 36,75 Horpener......... . C — —- 36 38 Hoesch Eisen........ . 6 — — 25 26 Ilse Bergbau....... Klöcknern-erke....... IC —— — 113,5 6 —- — 23,25 24,5 Köln-Neuessen..... . 6Vi — — ManneLwann-Röhren . . . . 6 36 37 35,65 36,75 ManSselder Bergbau .... . C — 13 Oberschles. KokSwerke . . . . 8 — — 31 32,75 Phönir Bergbau...... Rheinische Braunkohlen, . . Rhetnstahk 4V- 17,75 —— 17-25 17.9 10 y 38,6 147 M 149 y,e Hranksun a. Dl. Derlin Schluß« 1-Uhr- Schluß« Anfang« turs Kurs lurs Kurs Datum 26.4. 27.4. 26.4. 27.4. Rtebeck Montan...... 7,2 —- — — — Bereinigte Stahlwerke . . . . 4 16 16,5 15,75 16,65 Clabi Minen......16'/, 11,9 11,4 Kaliwerke Aschersleben . . . 10 86 91 85 91 Kaliwerke Westeregeln . . . 10 98 93,25 102 Kaliwerke Salzdetfurth . . 15 147 151 147 151 I. G. Farben-Jnbustrie . . . 12 94,25 94,5 93,75 95 Verein, chem. Industrie Frank- surt a.M......... — — — — Scheideanstalt....... 10 125,25 125,5 —— — Goldschmidt........ . O 18,5 17,75 19,25 KütgerSwerke ....... . 6 — — 29,5 30 Metällgesellschast...... . 5 28 — 28 Philipp Holzmann..... . 8 34 33,5 35 Zementwerk Heidelberg. . . Zementwerk Karlstadt. . . . . 7 . 7 41,5 Wayß L Freytag..... . O 5,5 — Schultheis Payenhoser . . . Aku (Allgemeine Kunstseide) 15 _ _ 69 60,4 O 37 — 35,5 37,25 Bemberg....... O 38,5 — 36,25 37 Zellstoss Waldhos..... 12 — — 29,5 30,75 Zellstoss Aschafsenburg . . . 6 — — 27,5 29 Dessauer Gas . . . . . 9 — — 81,5 83,65 Daimler Motoren ... . O 9 10,25 9,5 9,5 Deutsche Linoleum .... . 5 — 28 27,75 Orenstein & Koppel .... Leonhard Tietz...... . 0 . 8 55 _ 24,25 56,4 24,5 57,5 Svenska ........ 15 — — 16 15,75 Chads ....... 207 — 207 210 Frankfurter Maschinen . . . Grihner......... . 0 . 0 - - - Mainkraftwerke Höchst a. 2Ä.. . 6 -3 - ELddeuticherLuäer * *e* 14 — - 82.25 M Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.2TL 26. April 27. April Amtliche Notierung Geld | »rief Amtliche Geld Notierung 1 Arte, Helsingsor» . Wien.... Prag . . . Budapest . . Sofia . . « Holland . . Oslo. . . . Kopenhage». Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuyorl Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . . Spanten . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. Iugoflawte». ßlifaboB . . 7,193 51,95 12,465 3,057 170,63 76,77 84,52 76,47 15,39 1,008 4,209 58,97 21,63 16,58 81,77 33,07 82,67 1,349 0,284 7,423 14,19 2 7,203 52,05 12,485 3,063 170,97 76,93 84,68 76,63 15,43 1,012 4,217 59.09 21,67 16,62 81,93 33,13 82,83 1,351 0,286 7,437 14,21 Zanknoten 7,143 51,95 12,465 3,057 170,63 77,27 84,52 76,67 15,38 1,008 4,209 58,96 21,63 16,58 81,74 33,07 82,67 1,349 0,284 7,423 13,99 7,157 52,05 12,485 3,063 170,97 77,43 84,68 76,83 15,42 1,012 4,«7 59,08 21,67 16,62 81,90 33,13 82,83 1,351 0,286 7,437 14,01 Derlin, 26.April Geld Zrlcf Amerikanische Noten....... Belgische Noten ........ Dänische Noten ....... Englische Nolen . ....... Französische Noten . ....... Holländische Note«........ Italienische Noten........ Norwegische Noten........ Deutsch-Oesterreich, » 100 Schwing Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten. ........ Spanische Noten. ........ UllgartlcheLLorea ••#•••#• 4,20 58,81 84,33 15,35 16,54 170,26 21,81 76,60 2.49 76,30 81,59 32^8 4,22 59,05 84,67 15.41 16,60 170,94 21,89 76,90 2,51 76,60 81,91 Herr Oberbaurat inspiziert... Eine Köpenickiade, die in Gießen begann. — Auf Bahnhofsinspektion im Auto bis nach LüderFcheid — Oer Mann mit den Aufträgen. — Ein gerissener Schwindler, der eben aus dem Gefängnis kam. Ein neuer „Hauptmann von Köpenick" ist zu verzeichnen. Er begann feine Tätigkeit. bei l>er McÄmal die Reichsbahn da- Obiett war, am vorigen Donnerstag gegen Abend in ® i c - fi«n und scheiterte schließlich am Samstagmittag in der Gegend von Olpe r folgendes Am Donnerstag gegen Abend klingelte bae Telephon im Bureau eines Gießener Auto- geschältes Auf die Meldung der Firma wurde von der anderen Veite der Verbindung der Harne eines Gießener höheren ReichS- bahnbeamten genannt. Der Sprecher forderte die Bereitstellung einet Personenautos für den Herrn „Reichsbahn Oberbaurat Heinemann vom hauptbetricbsamf Berlin, 14. Dezernat", zu einer mehrtägigen Inspektionssahrl. iach TrollShagen in das Hotel von, Bortage zurück. In Trolls- Hagen ging zunächst die Fahrt zum Bahnhofsgebäude. wo der Herr Oberbaurat nach Telegrammen für fich fragte und den Auftrag gab. ihm die Telegramme sofort in das Hotel zu schicken, sobald sie eingingen. Am späten Abend mußte der Chauffeur noch einmal am Bahnhof nach Telegrammen fragen, jedoch war für den Oberbaurat nichts angekommen. Mittlerweile waren dem Chauffeur aber allerlei Bedenken hinsichtlich der C ch t h e i t d e s Herrn Oberbaurats ausgestiegen. Der Auto- lenker, der schon feil längerer Zeil bei der Gießener Firma in Dienst steht, besprach sich am Samstag früh in Trollshagen mit dem Hotelbesitzer. Beide kamen dahin überein, die Echtheit des Oberbaurats durch Darlegung der Hotelrechnungen zwecks alsbaldiger Bezahlung zu ermitteln. Der Hotelier präsentierte die Rechnung, die der Chauffeur für seine Person natürlich sofort bezahlte, während der f)err Oberbaurat den Hotelbesitzer auf den Abend vertröstete. Dlunmcbr wurde bei dem Hotelier und auch bei dem Chauffeur der Berdachl noch stärker. Der Hotelier drängte energisch aus Bezahlung, wahrend der Chausseur sich mittlerweile zum Bahnhof von Trollshagen begab und dort den Fahrdienstleiter bat, er möge sich dach einmal in Berlin nach dem Ober- baurat Heinemann erkundigen. Der Beamte halte dazu jedach keinen Schneid, weil er fonst Schwierigkeiten bekomme, er erklärte sich aber bereit, in Elberfeld bei der Reichsbahndireklion anzufragen. Der Chauffeur begab sich dann zum halel zurück, wo der Hotelier immer nach mit dem Oberbaurat wegen der Bezahlung der Rechnung verhandelte. Schließlich fuhren der Chauffeur, der Oberbaurat und der Hotelbesitzer gemeinsam mit dem Auto zum Bahnhof, von wo aus der Oberbaurat Elberfeld anrufen wallte. Als er am Bahnhof fein Begehren vorbrachte, frug ihn der Bahnhofsvorsteher nach A u s w e i s p a p i e r e n , die er jedoch nicht vor zeigen konnte. Nunmehr sprach der Bahnhassvorsteher selbst mit der Reichsbahndirektion Elberfeld, von der er Horen mußte, daß niemand einen Oberbauraf Heinemann aus Berlin kenne. Auf die Frage nach dem Dornamen des Oberbaurats verweigerte dieser die Auskunft. Gemeinsam wurde dann im Auto die Rückfahrt nach dem Hotel angetreten, wo aber mittlerweile ein angeforderter Palizeibeamker erschienen war Der Chauffeur fetzte sich alsbald telepbomfch mit seiner Gießener Firma in Verbindung, die auf sofortige Rückfrage bei dem am Donnerstagabend am Telephon genannten hohen Gießener Reichsbahn- beamten feststellte, daß hier ein abgefeimter Schwindler am Werke roar. Schleunigst wurde der Chauffeur davon in Kenntnis gefetzt, und nunmehr wurde der Herr Oberbaurat von dem Polizei- beamten verhaftet. Bei der Vernehmung des Schwindlers auf dem Palizeiamt in Trollshagen erklärte er, er sei crsk am Mittwoch — also am Tage vor dem Anfang feines Schwindels — aus dem Ge fängni, in Marburg entlasten worden, und er bekomme manchmal so einen Anfall. Es stellte sich weiter heraus, daß der Name Heinemann in Ordnung ging, der Derhastete aber fein Oberbaurat war der Bahnhöfe inspizieren sollte, sondern sich als Kaufmann bezeichnete. Er hatte schon früher einmal auf sechs Monate mit dem Gefängnis Bekanntschaft gemacht, hatte nach Der- buhung von drei Monaten Bewährungsfrist erhalten, war bann wieder auf sechs Monate ins Gefängnis gewandert und mußte auch die von der früheren Zeit ausgefetzte Strafe mit verbüßen. Am Mittwoch voriger Woche war dann seine Strafzeit in Marburg abgelaufcn. Er kehrte in die Freiheit zurück, um am Donnerstagabend als „R e i ch s b a h n . O b e r b a u- rat Heinemann aus Berlin" in Gießen feine Köpcnickiade zu beginnen bie vorläufig bamit enbete, daß er in polizeilicher Begleitung und in dem Auto aus Gießen die Fahrt zum Gerichts- gefängnis in Olpe machen mußte, wo er nunmehr bie Schlußinspizierung feines Abenteuers vornehmen kann. Die Gießener Autofirma hat gestern Anzeige bei ber hiesigen Polizei gegen ben Schwinbler erstattet. Oberbeffen. Landkreis Gießen. 00 Älcin^inbcn, 26. Avril. Auf Anregung der Straßenverw^'tung der Provinz Oberheffen wird gegenwärtig e.ie Verbreiterung der Straße an der durch viele Unfälle bekannt gewordenen Straßengabelung Wetzlarer Straße- Frankfurter Straße vorgenommen. Die Verbreiterung ermöglicht eine bessere Uebersicht auf die beiden Straßen. t AIkendorf ad. Lda., 26. April. Am Samstag feierten bie Eheleute Landwirt Christoph Keil und Frau Elisabcthe geb. Kehr die goldene Hochzeit. Der Jubilar steht im 80. Lebensjahr und ist noch überraschend rüstig, seine Frau ist 76 Jahre alt. Am Abend wurde das Ehepaar durch ein Ständchen des Männergesangvereins geehrt. Der Vorsitzende hielt eine Ansprache, der Jubilar dankte mit herzlichen Worten für bie Ehrung. ' Haroach, 27. April. Dem Bericht über die Verhandlung der Beanstandung der Bürgermeisterwahl in Harbach vor dem Kreisausschuß Gießen ist nachzutragen, daß die K o st e n zur Hälste der Staatskasse, zur anderen Hälfte dem damaligen Gegenkandidaten W. Sch. zur Last fallen. -- Grünberg, 25. April. Der hiesige Pferde-Dersicherungsverein hielt am Sonntag in der Gastwirtschaft Adolf Repp Witwe unter dem Vorsitz seines Direktors. Karl Schäker I.. seine 55. ordentliche Mitgliederversammlung ab. Rach dem Geschäftsbericht beträgt die Mitgliederzahl 577, gegen 563 zu Anfang des Bereinsjahres, da bei einem Abgang von 19 Mitgliedern 33 Reueintritte erfolgten. Versichert waren im ersten Halbjahre 849 Pferde mit einer Summe von 522 375 Mark, im zweiten Halbjahre 862 Pferde mit 526 670 Mark. Entschädigungen wurden für 66 Pferde gezahlt mit einem Betrage von 19 820 Mark. Es ist dies die höchste Summe, die seit 1924 xur Auszahlung kam An Prämien wurden im ersten Halbjahr 2 v. H. erhoben, während im zweiten Halbjahr der Sah auf 1,5 v. H. ermäßigt wurde. Bei einer Gesamteinnahme von 22 720,41 Mark und einer Gesamtausgabe von 23 345,41 Mark ergab sich ein Fehlbetrag von 625 Mark, der auS dem 10 125 Mark betragenden Reservefonds entnommen wurde, wodurch dieser sich auf 9500 Mark verminderte. An Prämien- rückstanden wies die Rechnung 1628 Mark auf. Da die Rechnung zu Beanstandungen keinen Anlaß gab, wurde dem Rechner Wilhelm Heinz- mann Entlastung erteilt. Angenommen wurde eine kleine Satzungsänderung, wonach die Hinauf- ober Herabsetzung des Prämienbeitrags in die Hand des Vorstandes gelegt wurde, während seither nur d.e Mitgliederversammlung einen derartigen Beschluß fallen konnte. Als Schiedsrichter für 1932 wurden die Herren Georg Eerth II. wiedergewählt H Obborndosen, 26. April. Bei der am Sonntag hier burchgefuhrten B u r g e r in e i st e r - wohl erhielten »>on 375 abgegebenen gültigen Stimmen ber Landwirt Adolf Reitz 127, ber Ar beiter und Beigeordnete Karl Kammer I. 164, und der Landwirt Ludwig Widdersheim 84 Stimmen. Da eine absolute Mehrheit nicht erreicht wurde, findet zwischen den beiden erstgenannten Kandidaten 6 t i di tv a h I statt. Die Wahlbeteiligung war diesmal starker als bei anderen Wahlen. Don 433 Wahlberechtigten hatten 376 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Mrdd Schollen. o ß a u b a zum Pfarrer des Ortes, um sich so ein Alibi zu besorgen. Der Feuerwehr war es gelungen, den Brand im Keime zu ersticken. Der Landwirt hakte sich jetzt vor dem hiesigen Schwurgericht wegen Brand- ft i f t u n g uno Versicherungsbetrugs zu verantworten. Er bestritt die Tat und beschuldigte den großen Unbekannten, in seiner Abwesenheit den Brand angelegt zu haben. Die Zeugenaussagen ergaben aber, daß nur der Angeklagte in Frage kommen kann. Das Gericht verurteilte ihn zu einem Iahr drei Monaten Zuchthaus und zwei Iahren Ehrverlust. Der Staatsanwalt hatte drei Iahre Zuchthaus beantragt. KAISER S KAFFEE-GESCHÄFT Von Donnerstag, dem 28. April bis Samstag, dem 30. April auf alle Waren H Bi B (mit Ausnahme weniger Artikel) doppelte Rabattmarken! Auf Wunsch statt Rabatt bei Einkauf für 2 RM ein schöner Dessertteller, bei Einkauf für 3 RM eine feine Tasse mit Untertasse aus echt bayerischem Qualität* - Porzellan. B 3277 P Gott der Herr rief heute unsere geliebte Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Marg. Knabenschuh, geb. Keitzer Lehrerwitwe im 67. Lebensjahre in die ewige Heimat In tiefer Trauer: Toni Philippi, geb. Knabenschuh L. Philippi, Lehrer Lollar, 26. April 1932. Herbert Philippi Ruth Philippi. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 26. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle aus statt Wir bitten von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. Am Montag, dem 25. April, abends 7 Uhr. entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden mein geliebter Mann, unser herzensguter, treusorgender Vai er. Schwiegervater, Grofrvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager. Onkel und Pate Herr Philipp Weber Gast* und Landwirt im 82. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabethe Weber, geb. Dönges. Fellingshausen, Köln, Bieber, Heuchelheim, den 26. April 1932. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 28. April, nachm. 2 Uhr statt 3284 0 2500 Mk. als 1. Hrwotbek out neues Wohnhaus v. Selbstgeber gel. Schrift!. Ang. unt. 02530 n. d. G. 91. 9-10 000 Mk. als I.Hnvothek aus Drinatband gesucht. Gute Licherb.oorb. Sehr. Angeb. unt. 3288V n.d.G. An;. Für die Reichs-Fischwoche findet morgen in der Marktlaube billiger Fischverkauf den ganzen Tag statt. 02652 Fisch-Werbewodie Empfehle in bekannter Qualität zu stets billigen Preisen frische Seefische, Flußfische Fischfilets C. G.KLEINHENN Bahnhofstraße 61 Telephon 3866 Lieferung geputzt frei Hau«. 3Md Linoleum inlaid-Partieware, durchgemustert, per Qm.. Mk. 3.50, 4.35, 4.50 Druck-Linoleum per Qm.. Mk. 1.10, 1.50,1.80 Stragula............Mk. 1.70 II. Wahl..............Mk. 1.58 H. Hochstätter ■ • „MIMAM!" Vornan von Gert Gothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Holl«. 1. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Wenn es doch einer verstanden hatte, Aenne zu betören? Aber nein! Es würde ja nicht im entferntesten an so etwas zu denken sein. Aenne war sehr schon und jung! Aber sie war auch fing und weit über ihre Saljre hinaus gereift. Sie hatten alle drei so ost über die Gefahren der Großstadt gesprochen, und Aenne hatte dann immer gesagt. „Um mich sorgt euch nie. Ich werde nie einem Manne glauben. Keiner meint es ja aufrichtig mit einem armen Mädel." ilnb jetzt das! Etwas Ungewöhnliches war dieses Ausbleiben eine ganze Rächt lang eben doch. Mochte Aenne auch ganz genau wissen, was sie wollte. Die Mutter rührte sich nicht. 3n tausend Gefahren sah sie ihr schönes, blondes Kind. Beide Hände drückte sie auf das laut und schmerzlich klopfende Herz. Sie glaubte zuweilen, Marga müsse ahnen, wie sehr sie sich um die Kleine ängstigte. So verging eine Nachtstunde nach der anderen. Marga sehnte den Morgen herbei. Sie wollte gleich gegen acht Uhr im Geschäft anrufen. Wenn nur Aenne zunächst dort eingetroffen war, damit man sich nicht mehr um sie zu ängstigen brauchte. Wenn auch damit noch lange nicht dieser sonderbare Schritt Aennes erklärt war. An diesem Abend gegen sechs ilfjr betrat der Großindustrielle Rudolf Ansbrück das elegant eingerichtete Zimmer seiner Frau. Er war bereits im Frack, und er sah darin außergewöhnlich gut aus. Groß und schlank, mit grauen Augen und schwarzem Haar, einem dunklen, fast bronzefarbenen Gesicht war er der Typ des Mannes, den die Frauen überall verehrten und liebten. In seinen großen Augen lag jedoch ein düsterer Zug. Suchend sah Rudolf Ansbrück sich um. „Lisa?!" Keine Antwort. Ein ärgerliches Lächeln stand um den schon- geschnittenen Mund des Mannes. Wollte Lisa die kleine Meinungsverschiedenheit von vorhin etwa auf die Spitze treiben? Wie töricht von ihr! Sie muhte doch längst wissen, daß sie durch derartige Szenen in seinen Augen nur verlor Und ihm waren Auftritte solcher Art verhaßt! Doch Ctefn Rcferfe kym Nefe Auftritte fmtner wieder. Sie zeigte sich in einem Licht, das ihm immer deutlicher bewies, wie hohl und wertlos das Innere der schonen Frau war. Er hatte sie geliebt! Begehrt mit allen Fasern seines Herzens hatte er sie. Mit dem Teufel selbst hätte er um ihren Besitz gekämpft. Und nun diese elende Enttäuschung. Sie fraß mehr an ihm, als er zeigen mochte. Er wollte das wahre Gesicht feiner Ehe überhaupt niemandem zeigen. Rach außen hin sah diese Ehe noch immer glücklich aus. Doch war sie — zerstört! Rudolf Ansbrück gestand sich das ehrlich ein. Was hätte es denn auch für einen Zweck gehabt, sich selbst zu täuschen? Oder es zu wollen? Die in letzter Zeit sich fast täglich wiederholenden Austritte hätten diesen Wahn der Selbsttäuschung ja auch sofort zerrissen. Und — ein Rudolf Ansbrück täuschte sich selbst nicht über etwas hinweg. Der sagte es sich mit schonungsloser Deutlichkeit, daß diese Ehe nur noch eine Formsache war, zu der ihn Pflicht und Ehre zwangen: er mußte eben aushalten. Schließlich war er ein Mann, der Tausende von Interessen im Leben vertrat. Das Herz muhte man eben ausschalten. Die Arbeit war ein ganz vor- tresfliches Mittel, alles andere zu vergessen, wenn man es vergessen wollte. So war es also in dieser Ehe zu diesem stumpfen Berbleiben zwischen Pflicht und Ehre gekommen. Wenn es nun wenigstens nach der grenzenlosen Enttäuschung für ihn ein kühles Rebeneinander- hinleben gegeben hätte! Aber das war es ja! Daß sie eben zuweilen dann wieder zärtlich und lieb war, sich außer sich gebärdete, wenn er dann kühl und spöttisch blieb und sich nicht mehr zurücksand in die Rolle des tollverliebten Gatten? Er konnte nicht heucheln. Würde es nie tun! Lisa mußte sich nun eben mit dem Leben abfinden. Er vernachlässigte sie nicht: aber es war alles kein Vergleich mehr gegen früher, wo er so sinnlos glücklich gewesen war. Dabei währte diese Che erst drei Jahre! Und Lisas Eltern waren solch gute, anständige Menschen. Aber sie hatten ihre zwei Tochter gar zu sehr verwohnt und verzogen. Run mußten es oie Ehemänner büßen. Schwager Ernst von Polzenhagen, der Rittergutsbesitzer, hatte ein dickes Fell. Er machte sich aus einer häuslichen Szene nicht das geringste und meinte einmal gemütlich zu Rudolf Ansbrück' „3d) lache dazu, wenn so eine kleine Frau sich wie ein Teufel benimmt. Rebenbei habe ich meine diebische Freude, daß ich sie hintergehe, und sie fveltz es nkchf. Das kst Ne Strafe für ihr Benehmen mir gegenüber — hä! Machen Sie es auch so, lieber Ansbrück. Rur nicht kränken! Rur sich nicht unglücklich fühlen! Hat alles keinen Zweck. Man packt das 2eben von der besten Seite — und fertig! Was will denn da so 'n kleines Biest! Und — wenn erst einmal ein Kindchen da jein wird, dann wird sie schon anders werden, meine kleine dumme Traute. Und ich werde mich auch ändern. 3ch ändere mich und meinen Lebenswandel sofort, wenn meine Frau vernünftig wird und mich nicht immer mit solchen Mucken überfällt. 3ch bin ein guter Kerl: aber vor ’nem Frauenzimmerchen krieche ich nicht zu Kreuze. Himmeldonnerwetter! Schuld sind die Eltern. Aber das läßt sich nicht mehr gutmachen. Tie Rackerchen müssen nun wir zwei kurieren. Ra, ich traue mir die Fähigkeit ohne weiteres zu. Und <3ic, lieber Schwager? Ra, ich weiß nicht! Wenn ich die schone Lisa wäre, triebe ich die Geschichte bestimmt nicht auf die Spitze." Sonderbar! Warum dachte er jetzt gerade an diese Worte seines gemütlichen Schwagers? Rudolf Ansbrück fragte sich das, als er so sinnend dastand. Tann aber reckte er sich hoch auf. Trotz also wieder! Sie wollte sich den Schmuck erzwingen! Trotzdem sie Schmuck in Hülle und Fülle besaß. Weil er ihn ihr versagt hatte, wollte sie sich die Erfüllung ihres Wunsches ertrotzen. Cs würde ihr jedoch nicht gelingen. Gut aber hatte sie sich den Tag ihrer Kriegserklärung herausgesucht. 3n zwei Stunden kamen Mister John Harrison und seine Gemahlin. Ter Millionär, den er ein* geladen hatte. Ihn, der auf einer großen Konferenz in London von der Rednergabe des deutschen Großindustriellen hingerissen gewesen war der ihm seine Freundschaft antrug, was für die nächsten Jahre von unschätzbarem Wert für deutsche Unternehmungen und für die deutsche Wirtschaft fein mußte, denn Mister 3ohn Harrison war einer der reichsten und mächtigsten Männer der Welt. Er hatte die Einladung erfreut angenommen. Ter Amerikaner wohnte im Esplanade-Hotel, und er hatte ihm erst gestern noch telephonisch mitgeteilt, daß er sich riesig freue, nun auch Frau Ansbrück kennenzulernen. Er ließ durchblicken, der alte Amerikaner, daß er einen guten Tropfen sehr zu schätzen wisse und daß er im öffentlichen Leben leider stets gezwungen sei, äußerst mäßig zu leben. Selbst jetzt hier in Europa. 3n Deutschland, denn er werde immer wieder photographiert, beim Essen, beim Spaziergang, bei offiziellen Gesellschaften und so weiter. Run freue er sich direkt darauf, weil man so schön unter sich sei. Bei dieser Gelegenheit könne man vielleicht auch Mich den einen großen Kontrakt unterzeichnen. Siefen Konkratt, von dem Bfe Wett spreche^ würde! Und in solch einem wichtigen Augenblick quälte ihn Lisa um einen neuen Schmuck, den sie irgend wo gesehen. Und mit kindischem Trotz bestand sie auf der Erfüllung ihres Wunsches. Rudolf Ansbrück schritt widerwillig zur Tütz des Schlafzimmers hinüber, öffnete. Das Zimmer war leer. Aber auf der hellblauen Seidendecke lag ein schmaler, weißer Briefumschlag. Lisas steile, ein bißchen krause Duchstabem „An meinen Mann!" Mit finsteren Augen blickte Ansbrück auf das Schreiben nieder. Lisa war fort!. Wenn sie nicht gegangen wäre, läge jetzt dieser Dries nicht hier. Also so weit trieb sie es! Sie ging einfach fort! Wollte ihn auf diese Weise zwingen, gefügig zu werden. Ansbrücks Hände zerrissen den Brief. Plötzlich besann sich der Mann. Wenn Lisa ganz und für immer gegangen wäre? Seine Hände hielten die Stücke zusammen. Er las: „3ch gehe zu meinen Eltern. Was glaubst Du denn von mir? Tyrannisieren lasse ich mich nicht. Du, der reiche Mann, hättest mir meinen Wunsch mit aller Leichtigkeit erfüllen können. Doch Du wolltest nicht! Wie so viels Male in unserer Che hast Du mir etwas abgeschlagen: es hat Streit gegeben, sinsteren, häßlichen Streit. Und es hätte doch immer so nett sein können. Doch Du gehörst zu den Männern, die da glauben, ihrer Frau ab und zu den Herrn zeigen zu müssen. Das trennt uns! 3d) habe es satt. Zudem — liebe ich Dich nicht mehr. Lisa." Ansbrück atmete tief auf. Der Skandal war da! Der Skandal, vor dem ihm gegraut hatte. Tie Gesellschaft hatte etwas zum Tuscheln? Ganz fest gruben sich Ansbrücks Zähne in die Lippe. Lisa hatte es fertiggebracht, sich von ihm zu trennen! Run war er fertig mit ihr. Gelangweilte Frauen, die vor Uebermut nicht wußten, was sie tun sollten! Ganz folgerichtig kam es also, wie es hatte kommen müssen. Der hochgewachsene Mann dachte es mit Bitterkeit ... Mit einem Male zuckte er zusammen. Ausgerechnet heute war Lisa gegangen! Und sie hatte gewußt, was ayf dem Spiele stand. Sie hatte es gewußt! Er hatte es ihr gesagt! Und trotzdem hatte sie das getan! . lFortsetzung folgt.) Dep.i.Gießen: Universitäts-Apoth. z. gold. Engel, MarktpL, Germania-Drogerie, Frankfurter Straße 39. Kaiser-Drogerie, Lindenplatz 5. DRAHTGEFLECHTE Stachel- nnd Spanndraht, sowie sämtliche Wolf-Garten u. landwirtschaftl. Gerate.2,93A Edgar Borrmann,Eisenhandlung W Fische von deutschen Fischern! Seelachs Kabeljau o. Kopf, Pfund 0.18 Schellfisch o. Kopf, Pfund 0.38 Filet Pfund.......0.28 Hch-KalMleiseh Tel. 3685 3291 D Nochmals auf vielfachen Wunsch zi^^ei^^^^^n^Tajespr^ 1 Pfd. la Gulasch (o.Beil.) * 1 Pfd. Gemüsenudeln oder II 1 Pfd.Bruchmakkaroni... UevU Nur bis Samstag in unsrer Fleischverteilungsstelle Gießen, Liebigstraße 88, und auf Bestellung in den übrigen Verteilungsstellen zu haben Frische Land-u. Farm-Eier 10 st. 0.55,0.65 Teigwaren: Schnittnudeln Sternchen Hörnchen Bruchmakkaroni Fadennudeln.... Grießware..Pfund 36 Pf. .............Pfund 38 Pf Eier-Schnittnudeln Sternchen Hörnchen Fadennudeln) Makkaroni j " Mischobst.......... Pflaumen.......... .........Pfund 42 Pf. .........Pfund 45 Pf. .........Pfund 52 Pf. Pfund 36 und 32 Pf. Pflaumen in 1/J Paket..........Pfund 40 Pf. Aprikosen......................Pfund 68 Pf. Apfelringe......................Pfund 45 Pf. Teigwaren aus den Fabriken der Großeinkaufsgesellschaft deutscher Konsum vereine Hamburg sind gut und preiswert. 3279 a Warenabgabe nur an Mitglieder. Konsumverein Gießen u.Umg. e.G.m.b.H. Patente geschützte. 3271 D ■Feinste Fisch-Filets Pfund von 32 Pf. an ff Kochfische Pfd. von 25 Pf. an an billigst 2996 D G.Jtübfamen,$ernfpr.3659 Bezeichnung der Grundstücke bez. der Grundstücke zu C. die der Fa. Heyligenstaedt & Co. nur 9«7D Gießen, den 21. März 1932. Z. A. des Hess. Amtsgerichts Gießen Leo, OrtSgerichtSvorsteher. Bruchleidsnde! Kommen Sie zu mir. ich lege Ihnen meine Bandage an. damit Sie an sich feststellen, daß meine von unten , durch zwei deutsche Reichs- Fahrrad geiu* Abzubolen nachm. gegen Unkostenver- giitung bei Hilchhündler Reufichling. Trohe. 02646 an Gleisanlagen-, Straßen- u. Hof. einsriedigung, Gas-, Wasser-, Abfluß« u. Heizanlagen sind geschätzt mit 48000,— M. 9-10 OOOM 1. Hypothek auf Geschäftshaus von ca. 45 000.—Mk. Wert gesucht. Schriftliche Ang. unt. 02655 an den Gieß. Anzeig. Zander — Hechte — Rotaugen Heilbutt — Limandes Fischhaus,Cuxhaven* Marktstraße 23 3289 a Telefon 2417 Zwangsversteigerung K 43/30 Am Donnerstag, den 23. Juni 1932, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 204, die nachstehenden der $-irnm Heyligenstadt & Co., Werkzeug-Maschinenfabrik und Eilengießerei A.-G. zu Gießen, im Grundbuche von Gießen zugeschriebenen Grundstücke und Grundstücksanteile versteigert: U Grau-u.Weißstück Bausackkalk Düngerkalk 25,6 beste Qualität, zu ermäßigten, ganz billigen Preisen C. Rübsamen Fernsprecher 3659 Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Berg- straße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. zustehende ideelle Hälfte. Vorhandenes Zubehör Echter Menenhonis Pfund Mk. 1.30 5 Pfund Mk. 6.25 Versand n. ausw. Das Jachgeschäft Kräuterhaus Jung ind.Schulstraße.,?!»,. Wie SWerWM umständehalb, billig zu verkaufen. 02641 Gnauthstraße36 II. Neue 3moD Pianos von 680. 041, gebrauchte zu^r 150.-, 300.-, 350.- u.450.- August Förster Bahnhofstr. 71. 250 ccm NSU.- Motorrad zu 170 Mk. zu verk. Kra!liabrzeu6 Reparatur E. Afomann Oatanlage 7.9W7p Schwarzer Cmailleherd zu verkaufen. 02611 Mühlgasse 51. (Verschiedenes | Reklamationen gegen die Einheilsbewertung sowie Beratung durch 3M6d Herrn. Kirchner Am Nahrungsbg. 16 Fernruf 416/. Reform-Kugelgelenk-Bandage Ihre Brüche — auch schwere — sicher zurttckhältl Bücken. Strecken. Husten, Heben usw. muß Sie überzeugen, daß die Lieferung von über 12000 stück in k. Zeit wohl begründet ist. Ohne Feder. Gummi o. Schenkelriemen bequem und unauffällig. Aerztl. begutachtet u. empfehl. Tägl.Dankschr. A. W. 14 Tage z. Frohe, evtl. Teilzahlg. Brnchleldende - auch für Kinder — Blinddarmoperierte nnd Interessenten I oihhindnn "enden sich für Maß-LBIDDIIIUeri kostenlos am Freitag, 29. April: Gieflen, Hotel Prinz Carl, Seltersweg, von 8-1 Uhr; Donnerstag, 28. April: Grünberg, Hotel z. Hirsch, v. 1-6 Uhr an den Erfinder und Alleinhersteller: Paul Fleischer, Freisbach, Pfalz, handelsger.eingetr.Spez.-Bandagenfabr. GavtenkiesaUevSlvt D £).- Nr. Flur Nr. Kulturart Gewann qm Betrag d. Schätzg. 5 XII . Gruv 111 dbuch für (Bit Grasgarten ßcn Band 69 B auf der Weiß- erde stößt auf Erdkauterweg latt 40f 239 12. 1195,— 6 8 XII XII 112 114 Grasgarten Hofreite daselbst das. (Aulweg Nr. 51a, 53) 108 17081 540,— 285405,— 11 XII 110V10 Grabgarten daielbst 165 825,— 12 XII HOs/io Grabgarten daselbst 142 710,— 24 XII 136 Straße 306 1530,— 25 XII 137 Straße 56 275,— B. Grundbuch für Gie tzcn Band 31 Blatt 1432. 2 V 1563/10 Hofreite Grabgarten auf der Weiß« erde am Weg (Am Riegelpfad 106) 230 280 17300,— 1040,— 1 2 3 c XII XII XU . Grün 107 108 109 dbuch für Gic Straße (Acker) Straße (Acker) Straße (Acker) ßen Band 74 B auf der Weißerde stößt auf den Erdkauterweg daselbst bafelbjt latt 432 1837 545 1293 6. 4590,— 1360,— 3280,— 2 Pfd. 0.25 ..pfd. 0.20 2 Pfd. 0.25 ..Pfd. 0.25 Vollreis............... Tafelreis, fein.......... Gerstengraupen, grob. Hartweizengrieß, grob Zollfreier Hühnerweizen Zum Bezug von verbilligtem zollfreien Hühnerweizen liegen Vormerklisten in unseren Filialen auf. Einzelheiten erfahren Sie in unseren Filialen. Nur bis Samstag, 30. April zusammen 1 Pfund Linsen । QE 1 Pfund weiße Bohnen I e-w Ein vorzüglicher Kaffee für diesen niedrigen Preis S & F-Kaffee "7 R Columbia-Guatemala-Misch., % Pfd. ■ S& F-Kaffee y4 Pf. 0.95 0.85 0.70 0.63 0.50 PlOCkWUrSt, schnittfest ............Pfd. 0.95 Zervelatwurst, Holsteiner.........Pfd. 1.10 Schinken, gekocht,zart. Hinterschink. Pfd. 1.20 Frische Frankfurter $ Delikateßwürstchen Paar Erdbeeren ................2 Pfd.-Dose 1.00 Kirschen, mit Stein.........2 Pfd.-Dose 0.75 Diese Woche wieder Billige Fische Kabeljau j.»'» W S & F-Sparmarken auf alle Waren. 5 Prozent Rückvergütung. Filialen In allen Stadtteilen. 3269 a Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen . . Ä _ Vermählungsanzeigen bei Brühl. SchUlStraBO eetxirteeftzetge*