Hr.22 Erster Matt 182. Jahrgang Mittwoch, 27. Januar 1932 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Vellage«: Die Illustrierte Gießener FamUienblütter Heimat im Bild - Die Scholle >s»at»-Sez»grprei»: Mit 4 Beilagen RM.1 95 Ohne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Lenispr«cha«schlSsse enter Sammdnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten- 2lnjtiger «letze». Postscheckkonto: Lrankfan am Main 1168». Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd und Verlag: vrühl'sche UNiveißlütr-vnch- und Stehiöniderei B. Lange in Gieren. Schriftlettnny und Geschäftsstelle: SchulNraßse 7. Annahme van Anzeige» für die Taqesnummer bi* zum Nachmittag vorher, prelr für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig, für Re» klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reubspsenrnq, Platzvorschrift 20". mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Will). Lange. Verantwortlich für Dolttik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tbyrwt; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen. Landnöten. Die diplomatische Geschäftigkeit, die unvermindert zwischen Paris und London onhölt, wird in der Presse mit sehr ausgiebigen Kommentaren begleitet. Eie haben nur den einen Fehler, daß sic sich eiaentlich in allen Einzelheiten widcllprechen und offenbar darauf berechnet find, durch die Ge- gensätzlichkeit der Meinungen den wirtlichen lab bestand und die Absichten der beiden Machte tunlichst zu verbergen. Das Ganze ist also weiter nicht» als ein Bersteckspiel um den besseren taktischen Platz. In Wahrheit dursten die Dinge so liegen, daß Frankreich gern au» der Lackgasse her- au • m ö d) t e , in die es sich hineinmanövrierl hat, aber ohne nennenswerte Opfer zu bringen Deshalb ist die franröfische Politik daraus angelegt, wieder ein Einverständnis mit England zu finden, eine gemeinsame Formulierung mit entsprechender Rückendeckung entweder gegen die Bereinigten Staaten ober gegen Deutschland. Laval scheint sogar bereit zu sein, der Weltossent- lichkeit dabei einige Zugeständnisse zu machen. Es würde uns nicht wundern, wenn er auch offiziell mit dem Plan herausirötc, die deutsche Kriegsentschädigung zu halbieren und den fleia)ur>icn Teil zu streichen, so dost also nur der ungeschützte Teil mit etwa 700 Millionen weiterlicfe. Die Kosten aber davon sollen die Bereinigten Staaten tragen durch Verzicht auf die Rückzahlung der Kriegs- schulden. Gelingt also ein solches Programm, bann mürbe Laval damit entweder nach Berlin gehen, um Deutschland erneut als Sturmbock für Europa gegen die Bereinigten Staaten auszunutzen oder er würde sich an die Bereinigten Staaten um deren Zustimmung wenden, damit dann eine Einheitsfront aller Gläubiger Deutschland die Pistole auf die Brust setzte und uns zur Zustimmung auch zu einer solchen unmöglichen Lösung zwingen könnte. Unwahrscheinlich freilich, dasi Frankreich mit diesem Versuche Erfolg hat. England operiert sehr vorsichtig und wird sich nicht gern -wischen die Vereinigten Staaten und Deutschland hinein- schieben lassen. Dor allem aber Washington denkt vor der Hand gar nicht daran, auf die Kriegsschulden -u verzichten, lind derdcutschen Regierung würde allein auS der Unmöglichkeit deS Weiterzahlens heraus nichts andere- übrigblciben, als auch hier wieder nein zu lagen. Frankreich sitzt also daraus sest, dasi es am l.Juli von Deutschland kein Geld bekommt, dagegen am 15. Dezember an die Vereinigten Staaten Weilerzahlen musi, wenn cs Herrn Laval mit der .Heili^eit der Verträge" wirklich ernst ist. Eine unerfreuliche Aussicht, die doch vielleicht imstande ist, im Lause der Zeit die französisch« Halsstarrigkeit zu brechen. Einstweilen aber ist Deutschland jedenfalls auS dem Spiel auSgesch"Itet, wir haben gesagt, was wir zu sagen fcatt?n. könnten das. wenn es nötig ist, noch einmal deutlicher wiederholen, im übrigen aber nur abwarten, wann der Augenblick gekommen ist, wo Frankreich die veränderte Lage begreift und bereit ist, mit sich reden zu lassen. Der r u f f i j d) • p o l n i f d) v Nichtangriffspakt liegt jetzt fix und fertig vor, die Diplomaten haben den Anfangsbuchstaben ihrer Namen daruntergefegt, es ift letzt Sache der parlamcntarifdjen Instanzen, diesen Vertrag zu ratifizieren. Er fall noch durch eine Reihe gleichgearteter Verträge mit Litauen, Lettland und Estland sowie durch einen Nichtangriffspakt mit Rumänien ergänzt werden Wenn man sich den Vertrag etwas Senauer ansieht, ban darf man wohl feststellen, dasi ie russische Diplomatie erfolgreich gearbeitet hat Sowjetrusiland erkennt b i e p o I n i f d) e n Oft- grenzen nicht an und hat auch erreicht, dasi der B ö l k e r b u n b als Schlichtungsinstanz nicht angerufen werben kann. Das grohe Vertragswert steht aber erst, wenn bie Verhandlungen mit Rumänien zu einem positiven Ab- fchlusi geführt würden sind. Aber gerade hier liegen bie eigentlichen Schwierigkeiten begraben, lieber Bessarabien mutz in den Verhandlungen gesprochen werden, bie Russen lehnen es jeboch ab, irgendeiner Formulierung ihre Zustimmung zu geben, aus der eine Anerkennung der Annektierung Bessarabiens herausgelesen werden konnte. Aber alle Randstaoten von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer haben doch ein großes Interesse daran, Kriegs- gefahren zwischen sich und Ruhland durch Nichtan- griffsDerträge zu beseitigen, wie auch umgekehrt die Russen im Interesse einer freieren Bewegung im Fernen Osten den Druck der Vasallen Frankreichs zu mildern suchen. Es fragt sich nur, welche Rück- Wirkungen durch ein Einvernehmen der Oststaaten mit Rußland für u ns entstehen. Hat namentlich Polen politisch im Osten Luft, bann wirb es wieder mit verdoppelter Kraft nachdem W e ft e n hin aktiv, was sich schon in absehbarer Zeit bei den Aus- einanbersetzungen um den Korridor zeigen wird. Die 3 apaner haben den Schauplatz der Er- eignisse zur Abwechslung einmal von der Mandschurei nach Schanghai verlegt. Hier haben sie dem Dürgermeister die Pistole auf die Brust gesetzt und gleichzeitig Truppen in großer Zahl gelandet. Offenbar haben sie auch hier ..Don- diten" entdeckt, die verjagt werden müssen. Uns sollte eS nicht wundern, wenn sie über kurz oder lang auch noch einen dritten Platz in China ausfindig machen, der mit einer ..Polizeiaktion- beglückt werden muh. Was die Japaner eigentlich mit der Verzettelung ihrer Kräfte bezwecken, ist schwer zu erkennen. Wit China leben sie offiziell nach wie vor im Friedenszustand, nicht einmal die diplomatischen Beziehungen sind abgebrochen. Ununterbrochen beteuern sie, dah binnen kurzem ihre Truppen wieder zurückgc- Oie Todesstrafe in der Strafrechtsreform. Oer Strafrechtsausschuß ohne die Rechtsopposition. — Professor Kahl zieht auf Grund der veränderten Zeitverhältniffe seinen Antrag auf Abschaffung der Todesstrafe zurück. Berlin, 2V. Ian. (BDZ) Der Strafrechtsous- fchuß des Reichstages erledigte unter dem Vorsitz des D. Dr. Xabi (DBP.) zunächst bie zurückgestellten Bestimmungen bes Entwurfes über bie Störung ber Verkehrssicherheit unb wollte bann zum 17. Ab- schnitt über bie Tötung übergehen. In Verbin- bung bamit ist a u ch bie Todesstrafe zu behandeln, die nach § 24.) des Entwurfes als Sühne für den Mord wie ch nicht gewinnen. Die Ausgabe von verlängerten Sonntagsrückfahrtkarten zu Weihnachten hat den Reiseverkehr wesentlich belebt. Die Einnahmen mußten dabei naturgemäß trotzdem wegen der verbiUigten Preise hinter denen des Vorjahres zurückbleiben. Oie Volkspariei und Brüning. Vorbehaltlose Unterstützung de: Kanzlei s im außenpolitischen Kampf. Stuttgart, 26. Ian. (ERD.) In Stuttgart sprach Reichstagsabgeordneter Keinath über die Stellung der DVP. zum Kabinett Brüning. Er betonte, daß die Oppositionsstellung der DVP. zur Zeit gar nicht so sehr in Erscheinung trete, da die DVP. den außenpolitischen Kampf Brünings unterstütze, wie auch ihre Oppositionsstellung sachlich und nicht agitatorisch fein wolle. Die Reichstagsfraktion der DVP. fei im Herbst zur Opposition übergegangen, weil sie zur Lieberzeugung gekommen sei, daß die Regierung Brüning die ihr gestellte historische Aufgabe nicht erfüllt habe und auch nicht erfüllen könne. Die Ablehnung des Zentrums, mit den Nationalsozialisten zusammenzuarbeiten, bedeute eine Stärkung der Sozialdemokratie. Ietzt, wo die Regierung Brüning außenpolitisch im Kampf stehe, werde die DVP. ihr die Llnterstüt- zungnichtversagen. — In der Aussprache wurde es von allen Rednern übereinstimmend als eine Totsünde gegen das Vaterland bezeichnet, jetzt während des Kampfes um die Tribute und die Abrüstung sich in irgendeiner Form an einem Sturz Brünings zu beteiligen. Probleme der Innenpolitik. praktische Berufshilfe für Abiturienten. Begrenzte Bcschäftigungsmöglichkeit in der W rtschast. Berlin, 26.Jan. (CNB.) Der Deutsche Pbilo- logenverband teilt mit: Die vom Deutschen Philologenoerband an die maßaebenden Spitzenverbände der Wirtschaft gegebene Anregung einer praktischen Berufshilfe für d i e Ostern 1932 zur Entlassung kommenden Abiturienten ist von der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände aufgegriffen worden. Durch ihre Vermittlung und die der übrigen Spitzenverbände der Wirtschaft wird eine unmittelbare Fühlung der Leiter wirtschaftlicher Unternehmungen und der Leiter höherer Lehranstalten angestrebt. Schon die ersten Beratungen über die Möglichkeit, Abiturienten in Lehrstellen der Wirtschaft (Handel, Handwerk, Industrie) zu überführen, ergaben, daß vor einer Ueberschätzung dieser Möglichkeiten dringend gewarnt werden muß: denn mit dem Rückgang des Beschäftigungsgrades der Wirtschaft hat sich naturgemäß auch das Angebot von Lehr st eilen außerordentlich vermindert. Trotz der bestehenden großen Schwierigkeiten hegt man aber die Hoffnung^ daß einem I e i I der Abiturienten 1932 Die Möglichkeit einer praktischen Berufs Hilfe geboten werden kann. Diese gemeinsamen Bemühungen des Deutschen Philologenverbandes und der Spitzenverbände der Wirtschaft stehen in vollem Einklang mit den Absichten des Reichsministeriums des Innern. Oie Politisierung der akademischen Wahlen. Berlin, 26. Ian. (END.) Don der Llniversi- tät Derlin wird zu den letzten Asta - Wahlen mitgeteilt: Die soeben beendeten, von den rechtsstehenden Studentengruppen der Friedrich-Wll- Helm-Llniversität zu Derlin veranstalteten Asta- Wahlen zeigen einen überraschenden Rückgang in der Wahlbeteiligung. Die letzten Wahlen im Sommer 1929 hatten eine Wahlbeteiligung von 53 Prozent aufzuweisen. Dei der diesjährigen Wahl haben von 14 868 Wahlberechtigten (einschl. der Ausländsdeutschen) trotz einer besonders leidenschaftlich durchgeführten'Wahlpro- paganda nur 5799 Studenten ihre Stimme abgegeben, also nur rund 39 Prozent. In beiden Fällen sind die amtlichen Berliner Fro- quenzzah'en zugrunde gelegt. Der erhebliche Rückgang der Wahlbeteiligung erklärt sich aus der wachsenden Abneigung der Studiere n d e n der großen Arbeitsuniversität Derlin gegen die 1929 bei weitem noch nicht so stark betonte Politisierung der akademischen Wahlen. DieSürgersteuer derKurzarbetter Tas Ei kommen des Jahres 1932 Soll billlqerweise zu Grunde gelegt werden. Derlin, 26. Ian. (DDZ) Die Erhebung der Bürgersteuer führt in diesem Iahre besonder« durch die hohen Zuschläge der Gemeinden und die Zugrundelegung deS Einkommens des Iahres 19 3 0 zu unerträglichen Härten. Besonders groß ist das Steuerunrecht bei den Kurzarbeitern. Sie verdienen oftmals weniger, al8 die Arbeitslosen Llnterstühung erhalten. Während aber die Arbeitslosen von der Bürgersteuer befreit sind, müssen die Kurzarbeiter die vollen Sätze mit den hohen Gemeindezuschlägen bezahlen. Zur Milderung dieses LInrechts wird verlangt, daß die Bürgersteuer bei den Lohnsteuerpfuchtigen nach dem Einkommen des Iahres 19 3 2 erhoben wird Das würde zur Folge haben, daß die Kurzarbeiter, ebenso wie alle übrigen Arbeitnehmer, deren Einkonunen unterhalb der steuerfreien Lohngrenze liegen, nur den halben Bürger st euersatz zu zahlen brauchen. Es hat sich eine einmütige Front der Gewerkschaften aller Richtungen und der ihnen nahestehenden politischen Parteien gebildet, deren Wünschen das Reichsfinanzmimsterium wohl Rechnung tragen dürfte. Eine Entscheidung ist allerdings bisher noch nicht getroffen worden. Aus aller Well. Die Plädoyers im Lübecker Tuberkuloseprozeh. Im Lübecker Tuberkuloseprozeh fand das Plädoyer des Rechtsanwaltes Dr. Hoffmann, der den Angeklagten Medizinalrat Dr. Ältst a e d t verteidigte, statt. Der Verteidiger zitiert eine ganze Reihe von Zuschriften aus der Bevölkerung, vom Aerzteverein Lübeck, aus Hamburg usw., in denen gegen den Vorwurf des Staatsanwaltes, Dr. Altstaedt hätten ehrgeizige Motive geleitet, Stellung genommen wird. Dr. Altstaedt wird darin durchweg als erfahrener Arzt und als ein Mensch geschildert, dem man keine persönlichen Gründe zuschieben könne, und der sicherlich das Beste gewollt habe. Die Aufklärung der Lübecker Bevölkerung ist genügend gewesen, denn ein Arzt braucht, wenn er selbst von der Llnschädlichkeit eines Mittels überzeugt ist, seinen Patienten nicht zu sagen, woraus es besteht. Man hat nicht beachtet, daß Dr. Altstaedt nur das Recht hatte, einzugreifen, wenn ihm Mißstände im Krankenhaus bekannt wurden. Aber auch dann blieb dem Senat- die letzte Entscheidung. Es ist eigenartig, daß man für alles Dr. Altstaedt verantwortlich machen will. Dr. Altstaedt hat sich auf Prof. Dehcke verlassen können. Das Gericht muß unabhängig von allen Stimmungen und unbeeinflußt durch sie nach Recht und Gesetz Dr. Altstaedt freisprechen. Todesurteil gegen einen Gattenmörder. In Amberg in der Oberpfalz wurde der 27- jährige Gütler Michael Weigel wegen Gattenmordes zum Tode verurteilt. Weigel hat nach seinem eigenen Geständnis im August vergangenen Iahres eine Portion Tollkirschen unter den S ch w arzbeerenbtei gemischt, den eö zum Abendessen gab. Er achtete genau darauf, daß die Tollkirschen nur an der Seite der Schüssel waren, an der seine Frau aß. Weigel ah dann mit ihr aus der gleichen Schüssel, sie die vergifteten Schwarzbeeren, er die unvergifteten. Die Frau starb in der folgenden Nacht. (Ein englisches U-Boot mit 46 JUann Besatzung gesunken. Die englische Admiralität teilt mit, daß dos Unterseeboot JA. 2" etwa fünf Meilen von Porlland ab bei Tauchübungen gesunken ist. Tor- vedoboote und Unterseeboote eilten herbei, um die Unglücksstelle abzusuchen. Späterhin alarmierte der Chef der Marinestation in Portsmouch die dortige Minensuchbootflotille, deren Mannschaften sich gerade auf Landurlaub befanden und aus Lichtspieltheatern und Restaurants herbeigeholt wurden. Das vermißte U-Boot liegt in 17 Faden (etwa 31 Meter) tief. Ein Sachverständiger erklärte, Taucher können in 17 Faden liefe gut arbeiten, wenn sie immer nach kurzer Zeit abgelöst würden. Do das Boot auf sandigem Boden liegt, werden die Arbeiten nicht durch Schlamm behindert werden. — An Bord des U-Bootes befanden sich 6 Offiziere, 48 See- leute, sowie ein Fliegerseraeant. In das Unterseeboot ist nämlich ein wasserdichter Schuppen m't einem kleinen Wasserflugzeug eingebaut. Die Boote der „M.-Älaffe" wurden gegen Schluß des Krieges in Bauangriff genommen und trugen ein schweres 30,5 cm-Geschütz, mit dem man die Küste bis Bel- gten beschießen wollte. Ihre Konstruktion hat niemals recht befriedigt und schon ftüher hat die englische Marine mit dieser Klasse schlimme Erfahrungen gemacht. Die Unterseeboote können 48 Stunden unter Wasser bleiben. „M. 2" ist mit den modern st en Rettungseinrichtungen ausgestattet, darunter einem Rettunasapparat, der es der Besatzung ermöglicht, Mann für Mann an die Oberfläche zu kommen. Ein Schwesterschiff des Bootes ging im Iahre 1925 im Aermelkanal unter, wobei 68 Mann den Tod fanden. Zwei Slrahenräuber zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht Königsberg i. Pr. verurteilte den Arbeiter Dombrowski und den Tischler Eisen- menget wegen gemeinschaftlichen Mordes in Tat- einheit mit Straßenraub zum Tode und zum dauern- den Ehrenrechtsverlust. In der Nacht zum 11. Januar 1931 war ein Kraftwagenführer mit einer Kopfverletzung tot aufgefunden worden. Die Geldbörse mit etwa 44 Mark und die Uhr waren geraubt Die Verurteilten leugnen auch heute noch, die Tat verübt zu haben und erklären, die gegen sie erstattete Anzeige sei ein Racheakt. Das Gericht hielt jedoch ihre Schuld für erwiesen. Kleine politische Nachrichten. Der Bundesvorstand des Zentral-Ge- werkschaftsbundes Deutscher Reichsbahnbeamten uni) 21 N.Wärtcr e. V. als Vertreter des größten Teils der deutschen Reichsbahnbeamten und Beamtenanwärter gibt seine Meinung kund, daß die notwendige Befreiung des Deutschen Reichs von jeder Re- Parationsbelastung sich auch auf die Deutsche Reichsbahn erstrecken muß. Das wertvollste Gut des deutschen Volkes, seine Eisenbahnen, müssen frei von politischen Lasten wieder in den uneingeschränkten Besitz des Reiches zurückgeführt werden. * Der Führer der NSDAP., Adolf Hitler, hielt in Düsseldorf im Industrieklub vor Vertretern der rheinisch-westfälischen Industrie einen Vortrag. Da die Presse zu dieser Veranstaltung nicht zugelassen war, kann über den Inhalt der Ausführungen nichts gemeldet werden. Nach einer Exchange-Meldung aus Genf ist unter den Delegierten eine Agitation im Gange, Driand zu veranlassen, der Nachfolger Sir Eric Drummonds als Generalsekretär des Völkerbundes zu werden. Drummond hat es endgültig abgelehnt, im Amte zu bleiben. Sieben Fraktionen des Reichstages, nämlich die Deutsche Volkspartei, das Landvolk, die Wirtschafts? Partei, der Christlich-Soziale Volksdienst, die Bayerische Volkspartei, die Staatspartei und das Zen- trum, haben im Haushaltsausschuß einen Antrag eingebracht, der die Regierung ersucht, keine Aenderung des noch jetzt gellenden Gesetzes vom 1.Juli 1869, nachdem in Deutschland öffentliche Spielbanken weder konzessio- niert, noch geduldet werden dürfen, herbei» zuführen. Aus der provinzialhauvtstakft. Diehen, den 27. Januar 1932. Ein Sorfrag über OualttätSobstbau. 2m Sonntag sprach Obstbauinspektor Inllet (Dieyen) auf Einladung de» Obft- und Gartenbau, verein» Biegen im Saale der Gastwirtschaft Faulstich über Qualität-obstbau. Der Redner schilderte die Schwierigkeiten de- Verkauf- nach einem fo reichen Obstjahre, wie 1931. Die $au»- ftau von heute verlange große, schöne Fruchte. Aepfel unter sech- Zentimeter Durchmesser seien, wenn auch di« Düte ganz hervorragend fei. kaum noch abzusetzen. Leider werde bei un- da» Winterobst durchweg zu früh abgenommen, obgleich bekannt sei, daß die Tage zwischen dem 1. und 15. Oktober e- erst auc Au-reife bringen. Derart un- ausgereifte» Obst, da- auf dem Lager bald welke und gelchinacklos bleibe werde in grasten Wengen angcliclcrt, drücke die Preise herunter, verscheuche die Aufkäufer, welche meist 'Beauftragte von Groß- handcls irmen seien, sie suchten andere Gegenden aus und Oberhessen mit seinem guten Obst werde den Ramschern überlassen. Dazu komme die geringe Kenntni- de- Obftefl. Wenn man kurz nach Weihnachten bereit- Bo-kvop verbrauche und von Goldparmänen, oder Land-berger Haltbarkeit bis Jum Frühjahr erwarte, so kämen hier wie dort inttäuschungen. die nur dem AuSlandobst förderlich seien. Hierzu komme noch da» viele fleckige Obst, da- in Wenge angeboten werde. Alm unsere Märkte wenigsten» einigermaßen be» vaupten zu können, mühten die bekannten Pflege- maßnahmen zur Erzielung von Qualitätsware allgemein zur Anwendung gebracht werden. Diese Maßnahmen bestünden in vermehrter Umpfropf- täHgfcit, Düngen, Bodenbearbeitung und Schädlingsbekämpfung. Wenn man die schlechten und zu dicht stehenden Obftbäume alsbald entferne die Kronen der übrigen soweit au-lichte, bat GÖime und Wind die Feuchtigkeit innerhalb der Krone gar nicht erst ansammeln liehe, so sei damit bereit» ein Drittel der Schädlingsbekämpfung au-gesührt. Gespritzt müsse nicht nut einmal, sondern drei- bi» viermal werden. Wo jeder an der gemeinsam durchgelührten Spritzung mit Hand anlege, wären die Unkosten nur gering. Wo man aber bezahlte Kräfte verwenden müsse, wie da» in der Stadt nicht zu umgehen sei. wären die Verhältnisse so. dast der Defitz-r vorteilhaster handele, wenn er die Ausführung selbst in btc Hand nehme. öinc Seuche der Zwetschenbaume. die in Serbien. der Walachei usw. bereit» die dortigen Kulturen vernichtet habe, sei die Zwclfckxmlchüdlaus. Da- beste Mittel zu ihrer Vertilgung sei Winter- sprihung mit 10 Prozent Obstbaumkarbolineum. Welche Unmassen von AuSlandobst bei unS Lin- gang fänden, beweist allein die Zufuhr davon nach Frankfurt a. M.. wo im letzten Sommer allein für eine Million Pfirsich au« Italien und bis zu 70 Waggon Trauben pro Woche anrollten. Der allgemein-verständliche, mit großem Bei- sall au,genommene Vortrag löste u. a. eine lebhafte Aussprache über Psirsichkultur und Vogelschutz au-. R. OekAennwegvonThünngenzumRhein Heber den Renuwea von Thüringen zum Rhein hielt — wie man un« berichtet — am Freitagabend im Hörsaal der Rervenklinik Geh. Rat. Professor F*’ ® 0 m m c r dem DHL. Gießen einen spannen- ^n Vortrag. Der Redner erläuterte zunächst die Bedeutung de» Worte« Renne, da- in verschiedenen Variationen (Rim. Rinn. Rint usw.) überall verbreitet ist und so viel tote -eilen, wandern, heißt, und verlegte die Entstehung de« Rennsteigs, der durchweg al« Höhenweg angelegt ist. in die vor- gc chichtliche Zeit, wo anläh.ich der Völkerwanderung der Rennweg von vielen Stämmen für ihre ilmjüge benutzt wurde. Zahlreiche Funde beweisen, daß entlang des Weges altgermanische Kultstätten gewesen sind, die später durch das Christentum verdrängt wurden. An Hand von mehreren Landkarten und photographischen Ausnahmen, welch letztere die Siedlungen längs de- Wege« zeigten, sührte der Vortragende seine Zuhörer von der Hohen Sonne bei Eisenach über Berka nach Hersfeld und von hier nach Oberhessen, da- in der Rähe von Alsfeld erreicht wurde. Die alte Völker- straße zog sich bann weiter durch die Rabenau, überschritt bei Oden Hausen die Lahn, ging am Altenberg her durch den weiten ÄYofborfer Forst am WaldhauS vorüber durch Crumbach, Franken- dach nach Hohensolm«, Bellersdorf. Herborn, durchzog den ganzen Westerwald bis Grenzhausen, von wo sie gemeinsam mit dem römischen Grenzwall bi« zum Rhein führte, der bei Sager« erreicht wurde. Der Teil zwilchen BellerSdorf und Herborn, der auch auf der Karte den Ramcn Rennweg führt und eine prächtige Waldwatlde- rung bietet, ist bereits vor mehreren Zähren vom VHC. Gießen mit einem gelben liegenden Kreuz bezeichnet worden. Die Strecke durch die Rabenau jedoch die lange Zeit unbekannt war. ist auf Orunö eifriger und eingehender Forschungen des Vortragenden entdeckt worden. Diesen Teil de« Hessischen RennwegS beabsichtigt der VHC. Gießen unter der kundigen Führung von Geh. Rat 6 o m - wer am 17. April zu durchwandern, wobei sich auch 3ntcrcffenten als Gäste beteiligen können. An dieser Wanderung werden auch voraussichtlich Mitglieder des Thüringischen Rennsteigvereins, der sich um die Erschließung der alten Vö'kerstraße ein bleibendes Verdienst erworben ßct. tcilncbmen. Gleicher Beifall, der in einem begeisterten , Frisch auf auSklang. war der Dank der zahlreichen Zuhörerschaft für die lichtvollen Aus übrungen de« geschätzten Redners. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater Gießen, .Iulietta kauft sich ein Kind-. 20 biS 22 Uhr. - Oberhessischcr Kunstver- ein. 15 bis 17 Uhr. Turmhaus am Brandplatz. Ausstellung von Or.g.nal-Handzcichnu'g:n italienischer Weister des 16. und 17. Jahrhunderts. — Lichtspielhaus. Bahnhof kraße: .Porch". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben. Heute. 20 Uhr. alleinige deutsche Uraufführung des spanischen Lustspiel« ■•3ulictta kauft sich ein Kind" von Maura und Sierra. Spielleitung: Peter Fass oft. Mit- wi-kende: Damen: Derber. Doering. Koch. Sachse, 6d)u6crt-3üngling, Wielander: Herren Geiger. Aanschcck, Michel. Paetfch. Schelcher. Dolch. lk Vorstellung im Mittwochabonnement. Spiel- Seit 20 bis 22 Uhr. — Freitag. 29. 3anuar. als Iv. Vorstellung im Freitagabonnement Wiederholung der erfolgreichen ..Teil "-Inszenierung Die Aolle des Stauffachers spielt 3ntenöant Dr. Rolf Prasch. Spielzeit 20 bis 22.15 Uhr. — Einen Fünf.Uhr-Tee zugunsten der Winternothilfe oeranstallct die Gesang. schule von Frau Dr. Meyer am kommenden Keine Auslösung der llniversM Gießen. vom Rektorat der Canbeiunloet,!- I ä t wird mitgeteilt: Ommer wieder werden Gerüchte über die angeb. fichr Auslösung der Universität Gießen verbreitet. Diese Gerüchte sind vnwahr. Dcder hat die R e i d) » r e g i e r a n g die Schließung der Universität Gießen verlangt (ße hat selbst die darüber in der Presse erschienenen Nachrichten In aller Jorm für unrichtig erklärt), noch hat die H e s - fische Regierung jemals die Absicht gehabt oder geäußert, die candesunioersitöt aufzuheben. 3m Gegenteil, sie hat durch den Herrn Staatspräsidenten Dr. e. h. Adelung immer wieder den festen willen bekundet, die Universität Gießen zu erhalten und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln auszubauen, und hat diesen willen bei jeder sich bietenden Gelegenheit verwirklicht. Alle Lehrstühle sind beseht. Die Seminare, Institute und Kliniken der Universität Gießen sind in den Jahren nach dem Kriege erheblich vermehrt und erweitert worden, bc- fioben sich in bestem vauzustande, verfügen über die modernsten Einrichtungen und bieten den Studierenden ausreichende Arbeitsplätze. Vie Universität Gießen steht In nicht» den anderen deutschen Universitäten nach, genießt aber den großen Vorzug, nicht überfüllt zu sein, und gewährleistet daher tia ruhige» Arbeiten und ein erfolgreiche» Studium. eonntag in dem neuen Saale der R rippe ((Eingang Maigasse). Die Veranstaltung, die den Bewuchern eine genußreiche Stunde in Aussicht stellt, fei um deswillen, aber auch wegen des wohltätigen Zwecke» zum Besuche empfohlen. (Siehe heutige Anzeige.) — Ein Konzert zum Besten der hiesigen Schwesternhäuser veranstaltet die Schule für höheres Klavierfp c. von Minna Körner am kommenden Sonntag. Siehe heutige Anzeige. ' — Der Arbeiteraesangverein . 6 i n- t.r o ch t“ wird am 7. Februar in der Reuen Aula ein Volkston,zert zugunsten der Winternoth.lse veranstalten. Das au» etwa 30 Mitgliedern bestehende Salonovchester K r e n g e l wird bei dem Konzert Mitwirken. Das Programm wird im heutigen An-eigen teil bekanntgegeben. Die Veranstaltung sei der allgemeinen Aufmerksamkeit empfohlen. — Marineverein Gießen. Am nächsten Montag. 1. Februar, halt auf Veranlassung des MarinevereinS Giefzen der Korvetten-Kapitän a. D. Sch mehl (ein gebürtiger Gießener» hier einen Lichtbi'dervortrag über feine Abenteuer und Erlebnisse auf den Fahrten deS H'.lsS- kreu-er» „Wolf". Der Hilfskreuzer ist jene« Sch'.ff gewesen, da- während de» Weltkriege« die längste Seereife unternahm und ohne irgendwelche Hilfe in einer Zeit von 444 Tagen eine Strecke zurücklegt«. die dem dreifachen Erdumfang entspricht. ^>er Vortrag de« Korvetten-Kapitän- Sch mehl dürfte sicher auch in Gießen vielem 3nteresfe begegnen. Räheres folgt im Anzeigenteil. • • Schulpersonalie. 3n den Ruhestand versetzt wurde der Studienrat an der Obcrrcal- fchule in Grünberg, Hermann 3 unker, auf kirn Rachsuchen vom 1. Februar 1932 ab. ** Miss ionSf ilm in der Stadtkirche. Am Sonntagnachmittag und Sonntagabend wurde in der Stadtkirche unter dem Titel „ÖJuclan, die Tochter de« Gcomanten" ein MisfionSsilm gezeigt, dem die zahlreichen Besucher mit aller Aufmerksamkeit folgten. Der Bildstreifen machte mit Sitten und Gebräuchen in China bekannt und gab insbesondere eine Schilderung von der Abhängigkeit der chinesischen Frau. Gin begleitender Vortrag des Missionars Lauck von der Basler Mission vertiefte die Filmvorführung. Der Redner wies gleichzeitig auf die Bedeutung und auf die großen Aufgaben der Mission in China hin und betonte, daß trotz aller Rot in unserem Vaterland« die seelischen Röte der Menschen im Fernen Osten nicht vergessen werden dürften. Der Film wurde in verschiedenen Orten von Oberhessen ebenfalls mit großem Erfolg aufgeführt. " »Ewige - Hella«.“ Der Kulturfilm des vorigen Sonntags brachte den Besuchern des Lichtspielhauses Bahnhofstraße eine Welt näher, die vielen von der Schule und vom Immer-wieder» Hörenfagen her vertraut ist und doch mehr oder weniger fremd bleiben muß, wenn man nicht Gelegenheit hat, in diesem Land zu sein, die Luft Griechenlands zu atmen und bewundernd vor den Bauwerken des klassischen Altertums zu stehen. Der Film schlug eine Drücke des Verständnisses, rückte das Land näher. ließ den Besucher die vielerlei Schönheiten kennenlernen, die die Hellenen al« unvergänglich« Werte geschaffen haben, und außerdem wurde man mit der Landschaft bekannt, die viele Reize in sich schließt und in ihrer Vielgestaltigkeit dem Photographen für seine künstlerische Tätigkeit ein weile« Feld erschloß. Der Besucher de« Kulturfilms wurde an die Stätten geführt. die im Altertum die Zentren der hellenischen Kultur waren und noch heute den Geist atmen, der für da« ganze Abendland richtunggebend wurde. Gleichzeitig und daneben stand Gegenwärtige» in vollendeter Harmonie und ohne Widerstreit zu dem Fluidum der Geschichte. Alte Städte und alle Klöster, prächtige Kirchen im byzantinischen Stil, schöne Tempel und Ruinen, die ihre einstige Herrlichkeit noch in den Resten nicht verleugnen können. Berge und fruchtbare Täler, Mensch und Tier, eingeschlofsen und selbstverständlich eingefügt in das Ganze, brachte der Film in buntem Wechsel und gab so ein umfassendes Bild von Griechenland in Vergangenheit und Gegenwart. Wer dem Film erlebnisbereit entgegenging, wurde nicht enttäuscht. • • Der Hubertus, Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen, hielt, wie man uns berichtet, am Sonntag seine Jahreshauptversammlung im .Hessischen Hof ab. Der von dem 1. Dor- sitzenden 2fug. Pascoe (Dutenhofen) erstattete Jahresbericht ergab ein Bild außerordentlicher Tätigkeit, die sich in Vorträgen, (Eingaben an Behörden, Beratung der Mitglieder, Verarstaltung von llebungsschießen, wirtschaftliche Unter stützung der Mitglieder auf dem Gebiet der Haftpflichtversiche- rung, Durchführung von Prüfungen zur Schaffung eines allseitig brauchbaren Hundes, vor allem aber in der diesjährigen Iagdau stellurg äußerte. Darauf ist es wohl auch zurückzuführen, daß der in allen Vereinen durch die Zeitverhältn ffe bedingte Mitglie- dcrverlust nur gering blieb Der Verein beenb-gte sein Geschäftsjahr mit einem Bestand von 149 or- dentl.chen und 25 außerordentlichen Mitgliedern, d e sich aus den Angehörigen der forstlichen Fachschaft der Universität zusammenfetzen. Auch der von Ober- poftfefrelär Hotz als Schatzmeister vorgetragene Kassenbericht ergab das Bild einer sehr sparsamen und dadurch erfolgreichen Kasienführung Das Iah- rcsprogramm für 1932 wird sich wieder in den bewährten Bahnen der Vorjahre halten Die Neuwahl des Vorstandes ergab einst mm ge Wiederwahl des' seitherigen Vorstandes, nur Oberforstmeister Nicolaus trat für den leider zur 2lmt:nieberlcgurg gezwungenen Oberforstmeister Dr. Schüz, befien her- uorragenber Mitarbeit lebhafte Anerkennung gezollt würbe, neu in den Vorstand ein. Beschlossen wurde, daß auch andere Studierende der Universität, nicht nur die Forstleute, gegen Lösen von Semester karten außerordentliche Mitglieder werden können. Maß- gebend dafür ist der Gedanke, daß die Heranblldung eines wirtlich tüchtigen jägerischen Nachwuchses eine wichtige Aufgabe aller Vereine sein muß 3m Laufe der nächsten Wochen wirb ein auch Nichtmitgllebern zugänglicher Lichtbilberoortrag über „Deutsche Na- turichusiparke" ftattfinben. Nach Besvrechung einiger kurzer Anfragen bankte Syndikus Münch namens der Mitglieder dem Vorstand für seine Leitung und Arbeit. Die (Erfolge des Vereins könnten nicht bester gekennzeichnet werden als durch zwei Tatsachen, die T-M * - 'M] Jfirc .Anzeigen werden durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben wenn Sie sie frühzeitig genug aufgeben eigenen Cchießstände und die zum Teil völlig ver- änderte Iagdausubung, die sich durch die Arbeit des Vereins In den letzten zehn Jahren durchgesetzt habe. • • Diebstähle. Aus einem Am Rahrungs- berg. im svg. Allen Feld, gelegenen Garten wurde eine Obstwaage mit verschiedenen Gewicht- Reinen entwendet. • • Eigentümer gesucht. Dor einiger Zeit wurde in der Anlage am Allen Friedhof ein Lederkvffer mit guterhaltenen tierärztlichen 3n- ftrumenten und Arzneien gefunden. Wer Sigen- tunU-rechte gelten!) machen kann, wird ersucht, bei der Kriminalabteilung im Polizeiamt Gießen vorzusprechen. Oberheffen. Landkreis Gießen. r. L a n g - ® ö n « . 26. 3an. Der hiesige Dad- sahrerverein .All Heil" beging am Samstag die Feier seines Stiftungsfestes. 3n einer Ansprache begrüßte der zweite Vorsitzende Hch. Faber, die zahlreichen Gäste. Das Programm war sehr vielgestaltig und sorgte für lebhafte Unterhaltung. Ein hübscher Prolog wurde von Frl. Hedwig Schmidt gesprochen, auf zwei klein« Theaterstüle. die tadello» von Mitgliedern des Verein- gespielt wurden, folgten gesangliche Vorträge von K. Wenzel. kb:nbc Dild r (Pyramiden der Radfahren, gute Musikstücke ufw. Den Dank der Gäste sprach Bürgermeister R o m p f auS. < Lich. 26. 3an. Bei der jüngsten Holz- Versteigerung im Stadtwald wurden durchschnittlich bezahlt für Buchenscheiter 18 Mk., Eichenscheiter 10 Mk., Duchenknüppel 12 Mk., Eichenknüppel 9 Mk.. Duchenstocke 8 Mk. je zwei Raummeter: DuchendurchforstungSreillg 10 Mk., Buchenastre.sig 7 Mk. je 50 S üd; Wcl en, Eichen- nuhscheiter (2,20 Meter lang) je 2 Raummeter 9 Mk.. Bohnenstangen pro Stück 5 Pfennig. D L i ch, 26.3an. Rach einem Beschlüsse der städtischen Marktkommission sollen die L i ch e r Märkte im laufenden 3ahre an folgenden Terminen abgehalten werden: 8. Februar: Fastnachtsmarkt (Schaf-, Schweine- und Krämermarkt): 2 9. März: Oftermarlt (Schweine- und Krämermarktj; 17. Mai: Pfingstmarkt (Ziegen-, Lämmer». Schweine- und Ärämermarft, Ziegen- schau mit Prämiierung): 2 0.3u (i: Sommer- markt (Prämiienmarkt für Rindvieh. Bullen- und Schafbockauktion, Schweine- und Krämermarkt): 3. Oktobcr. Kirchweihmarkt (Schweine- und Ärämermarft); 12. Dezember WcihnachtS- markt (Schweine- und Krämermarkt). ♦ Birklar, 26. 3an. 3n feiner letzten Sitzung beschloß der Gemeinderat die R e u - wahleineS Beigeordneten am 6. März vorzunehmen. Als Kandidat wird biS jetzt nur Bureauvorstehcr Heinrich Gerhard genannt. «. Dillingen. 26. 3an. Hier land im Fürstlich-Brauns e buchen Wald eine Drennholz- versteigerung statt. Duchescheitholz kam auf 7.00 biS 7.50 Mk.. Bucheknüppel auf 4.00 bis 5.00 Mark je ein Raummeter. Für Sichescheitholz wurde 5 Mark und für Eicheknüppel bis 4.00 Mk. erzielt, gleichfalls je ein Raummeter. « «. Aus der nördlichen Wetterau, 26. Ian. Die gelinde Witterung deS Spätherbstes und da» bisherige Fehlen stärkerer Fröste hat es mit sich gebracht, daß der Stand der Saaten vorzüglich ist. Auch spät gesäter Weizen ist noch gut ausgelaufen und steht saftig grün. Dio infolge der Herbstniederfchläge befürchtete Zunahme der Ackerschnecken ist nicht einqetreten, ferner kann von einer nennenswerten Schädigung deS jungen Klee« durch Feldmäuse keine Rede fein. Kreis Schotten. C Gedern. 26. Jan. Auf einem vom hiesigen Zweigverein de« Evangelischen Bundes veranstalteten Gemeinde- Fam l enabend. der einen starken Besuch aufzuweifen hatte, hielt Pfarrer Dr. 'Berger (Darmstadt) einen Vortrag über die Gottloscn-Dewegung. Ter Ortsgeistlich« sprach die Anfang-- und Schlußworte. f ©eitern, 26.Ian. Die Drennholzver- fteigerung der hiesigen fürstlichen StandeS- herrfchaft war von einheimischen und auswärtigen Kaufliebhabern sehr stark besucht. Für Buchenscheitholz 1. Kl. wurden 7,50 biS 8,00 Mk., für 2. Klasse 5.50 bis 6.00 Mk. für Knüppel 4,00 bi» 4,50 Mk. und für Reiferknüppel 1,50 biS 2.00 Mk. pro Raummeter bezahlt. (Sprengfloff’DitbfloN bet Rodheim. • fR o b b f I m a d. Bieber. 27. 3an. Ende der vorigen Woche wurde au» einer Sprengstoff« kammer der Kalkwerke K Schlierbachs Co, Bieber, Spreng st off geftoblen. Es fehlt ein Paket Ammonit, das etwa 2i kg Sprengstoff enthielt. Zündkapseln fielen dem ober den Dieben nicht m die Hände. Die Landjägerel nahm loiort die Ermittlungen auf. Die Untersuchungen dauern noch an. Kunst und Wissenschaft. Prosesior Lrnst Jriebberger t. Der Direktor de» Kaiser-Wilhetm-Institut» für Hygiene und Immunitätsjorjchung in Berlin- Dahlem, Prof Dr Ernst Friedberger, ist im Alter von 56 Jahren an den Folgen eines Fleckfiebers gestorben, das er sich als Korpshygienl» ker während des Kriege» zugezogen hatte. Friedberger war am 17. Ma, 1875 in Gießen geboren, bestand hier 1899 Staats« und Doltoreramen, arbeitete dann bei Prof N i e g e l an der Gießener medizinischen Klinik, später bei Salkowsfi, Prof. L’cqbeR und Prof. Kölle in Berlin. Von 1901 bis 1908 war er Assistent am Hygienischen Institut der Universität Königsberg und tarn von da al» Leiter der Abteilung für experimentelle Therapie an das Pharmakologische Institut der Universität Berlin Ende 1914 wurde er als Ordinarius für Hygiene nach Greifswald berufen. 1926 übertrug man ihm in Dahlem die Leitung des Kaiser - Wilhelm - Institutes für Hygiene- und Immunitätssorschung, die er bis jetzt innegehabt hat. Friedberger» wifsenschaftliche Arbeiten. etwa 300 an der Zahl, und die Arbeiten seiner zahlreichen Schuler beziehen sich auf säst alle Gebiete der Bakteriologie, der Immunttätslehre und der Hngicne, sowie auf chemotherapeutische Fragen. In erster Linie hat er sich mit dem Gebiete der Ueberempfindlichkeit (Anaphylaxie) beschäftigt Im Zusammenhang damit hat er ein, neue Theorie über die Entstehung der Infektionen und des Fieber» ausgestellt, sowie ein bi» dahin unbekannte» Gift, das beim Zusammentreffen von Bakterien unb Serum entsteht, entdeckt (Anaphylatoxin). Weitere Arbeiten beziehen sich auf die crt?upimpfung bei Typhus und Cholera. Unter den hygienischen Hebelten sind die über die wirtschaftlichen, Wohnung»- und Ernährungsverhältnisse der Greifswalder Studenten in der Nachkriegszeit zu erwähnen. Profesior Friedberger ist auch im Lübecker Tuberkulose-Prozeß als Sachverständiger tätig gewesen. Er hatte fein Gutachten vom Krankenbett aus abgegeben. Rätselhafter lob de» Hamburger Professors vornstein. Wie der „Berliner Lokalanzeiger" au» Bad Oeynhausen berichtet, ist dort der bekannte Hamburger Pharmakologe Prof. Dr. Arthur B o r n ft e i n in feiner Wohnung tot aufgefunden worden. Die Ursache seines Todes ist so rätselhaft, daß man eine Obduktion angeordnet hat. Man vermutet, daß Prof. Bornstein, der zahlreiche gefährliche Versuche mit neuen Präparaten am eigenen Körper unternommen hatte, dabei den Tod gefunden hat. Bornstein, der 1881 in Berlin geboren wurde, war Ordinarius der Medizinischen Fakultät an der Hamburger Universität und einer der bekanntesten Pharmakologen Deutschlands. Im Kriege war er vier Jahre lang als Truopenarzt an der Front. Die wisienschaftlichen Versuche an sich selbst hat er vor allem mit neuen Insulin-Präparaten vorgenommen. Geheimrat Profesior von tret) f. Geheimrat Professor Dr. med. Dr. phil. h. c. Mar von F reh. der seit 32 Jahren an der Uni- versllät Würzburg den Lehrstuhl für Philosophie Inne hatte, ist im 80. Lebensjahre gestorben. Die Universität Marburg hatte Geheimrat von Frey zu ihrem Ehrendokwr «mannt Oie Wetterlage. jt ’inrf. Wien ° O X. O c O«wte"!oi © -eiter i) veakkil ® *ci«'g » e. tvr»i>e Temprfttur «n o < n-.en tt'i n,en Orte au| gleichen •u< «terein,reee wegcrecheeten luiUfvth tticttcruorauefage. Der Kem des Hochs, der noch an Ausdehnung gewonnen hat und in dem weiterer Barometeranftug erfolgt ist, erstreckt sich gegenwärtig von England über Deutschland bis nach den Donauländern hin. In seinem Bereich dauert für unser Gebiet der herrschende Witterungscharakter fort. Aussicht enfürDonnerstag: Stellenweise neblig sonst leicht wolkig mit Aufheiterung, trocken, Nachtfrost. AussichtenfürFreitag: Noch keine Aende« rung der Wetterlage in Aussicht. Lufttemperaturen. Am 26. Januar: mittags 3,1, abends 0,5; am 27. Januar: morgens minus 2,5 Grad Eelsius. Maximum 3,4, Minimum minus 3,0 Grad Telsius. — örbtemperaturen in 10 cm Tiefe. Am 26. Januar: abends 0,8; am 27. Januar, morgens 0,4 Grad Celsius. Das Chlorodoni-Mundwasier Ist hochkonzentriert und von herrlich erfrischendem Pkefskrmi'-.meschmack, Flasche 1 Mack, wie die berühmte Chlorodonl-Zahnpafte. Unter* Dockriegspresie. Versuch überzeugt. Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L Bernard 637 Al J. PfefferMarktplatz 6 Seit zirka 50 Jahren Herrengarderobe nur nach Maß Eigene Zuschneiderei und Maßschneiderei im Hause Trotz niedrigster Preise erstklassige Qualitäten, Zutaten und Verarbeitung unter Garantie des tadellosen Sitzes 544 0 Prospekt anfordem Harmonium. 686V 674D 27 Kiefernknüppel. Donnerstag, den 28. d. M.» nachmittags 2 Ahr. versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28. dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 7 Sofas, 3 Vertikos, 7 Büfetts, 3 Nähmaschinen, 4 Chaiselongues, 4 Diwans, 4 Tische, 11 Stühle, 1 Klavier, 1 Gasherd, 3 Kredenzen, 3 Regulatore, 1 Nähtisch, 1 Einspännerwagen, 2 Schreibtische, 1 Bücherschrank, 1 elektrische Ständerlampe, 1 Fuchspelz, 1 Grammophon, 3 Kleiderschränke, 1 Kommode, 1 Wäscheschrank, 1 Vitrine, 3 Schreibmaschinen (Monica, Mignon, Orga-Pri- vat), 2 silberne und 2 goldene Ringe, 1 dünnes Armbandkettchen, 5 elektr. Kühlschränke, 3 große Spiegel, 1 Spiegelschrank, 1 elektrische Haarschneidemaschine, 1 Wirtschaftsbüfett, 1 Badeofen m. Wanne, 2 Glasschränkchen, 1 Trumeauspiegel, 1 Ferner an Ort und Stelle, Bekanntgabe im Versteigerungslokal: 1 Pferd, 4 Schweine, 1 Horch-Personenwagen, 1 E'.sschrank. Voraussichtlich bestimmt: 28 Paar Hosenträger. Moll, Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 I, Telephon 3239. KONZERT der Schale für höheres Klavier- spiel und Vorschule von Minna Körner zugunsten der hiesigen Schwesternhäuser Sonntag, 31. Januar 1932,3' 4Uhr, im Saal d. Schule, Westanlage 48 Karten Mk.l.50(num.)u.Mk.l.- bei E. Challier und W estanl. 48 rührige Personen für Uebern. ein. Vertr.- Stelle. Ort u. Ber. gl. la Bxlstens. Ang. u. D. LG. Nr. 178an Ala HaaaenatelniVogler Köln Dauerstellung Bezirksvertret. gen. Gehalt sof. pes. Off. unter V. P. 6125 6e= fort). Budol! Blosse. Braunschweig. „.V Ingenieur- Flugzeugbau,Flieger- ngenicur schuie, Papiertechnik Schule Elg. Lehrwerkstätten Maschinenbau, ... . Elektrotechnik, IM Aim9| Automobilbau w I III Q I Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstraße 7 | Mietgesuche | 1 Geräumige 4-Iimmev- Stttwobnung mit Bad u. Balkon Nähe Universität f. bald od.l.Avril ges. Schriftl.Angeb.unt. 668V a.d.Gß.Anz. | Stellenangebote ä Wir suvnen Nutz-und Brennholzverkauf Oberförsterei vrandoberndorf, Försterei Cleeberg. INonlag. 1. Februar, 10 Uhr, in Cleeberg, „Deutsches Haus". Bombergerstein, Kleebaum, Liehheck, Streitwald: 20 Eichenscheit, 141 Eichenknüppel, 10 300 Eichenwellen, 294 Eichenreiser 1. Kl., 43 Buchenscheit, 125 Buchenknüppel, 6600 Buchenwellen, 42 Buchcnreiser 1. Klasse, Nutzholz nach Bedarf. Der Preußische Staatsoberförstcr. Brennholzversteigerung Mittwoch, den 3. Februar, vormittags 10 Uhr anfangend, werden im Gasthaus zum „Deutschen Haus", dahier, folgende Mengen Holz öffentlich verkauft: Distrikt 17a, 45a, 47 und 50a. 32 rm Eichen-Scheit, 130 „ Eichen-Knüppel, 664V 268 „ Buchen-Scheit (Rollen), 715 „ Buchen-Knüppel, 12 765 Stück Buchen-Wellen. Vrandoberndorf, den 25. Januar 1932. Der Bürgermeister. Stah l. ABSCHLAG Schmalz rein amerikanisches....Pfd. 50 Mischobst..............pfd. 70 u. 50 Oelsardinen...... ...?/, Klubdose 32 Streichieberwurst........ptd. 100 Leber- und Blutwurst ...ptd. 56 Preßkopf.......................pfd. 110 H88 A Marburg, den 27. Januar 1932. 684 0 661 D 0511 Daubringen, den 26. Januar 1932. 0508 Für die lieben Beweise inniger Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Verstorbenen danken wir herzlichst Gießen (Wolkengasse 16), den 26. Januar 1932. Die Trauerfeier findet in aller Stille statt. Blumenspenden dankend verbeten. Mechthild Zschorlich, geb. Fiesser und Kind. Jagd-Verpachtung. Die Feldjagd der Gemeinde Dannenrod, Zirka 290 Hektar (Rehwild-Anstände), soll Samstag, den 6. Februar, nachmittags 4 Uhr, auf dem Bureau der Bürgermeisterei, hier, auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. 662V Hess. Bürgermeisterei Dannenrod Kreis Alsfeld. In tiefer Trauer: Karl Walther nebst Kindern. Gießen, den 26. Januar 1932. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 28. Januar, nachmittags 2 y2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Wilh. Engelhardt. Gießen, den 27. Januar 1932. Am 25. Januar entschlief nach schwerem Leiden unser lieber Bruder, Onkel und Freund Professor Dr. Ernst Friedberger im Alter von 56 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen: Dr. Otto Friedberger Hugo Friedberger. Berlin-Dahlem (Werderstr. 4), Gießen, London, den 27. Januar 1932. Die Trauerleier findet am Donnerstag, dem 28. Januar, vorm. um 9% Uhr. im Krematorium Berlin-Wilmersdorf, Berliner Str. 100/103, statt. ________________________________________________________677 V Gestern nachmittag 2.15 Uhr verschied nach kurzem, schwerem Leiden, versehen mit den heil. Sterbesakramenten, meine innigst- geliebte Frau, unsere treusorgende Mutter Frau Martha Waith er im Alter von 39 Jahren. Lagerplatz 200 qm, m. Einfahrt Lagerkeller, 50 bis 75 qm, zu vermiet. Schanzenstr.J, ITr. BüroTel.3673. «M Am 25. ds. Mts. verschied unerwartet mein langjähriger, pflichtgetreuer Mitarbeiter Herr Gg. Rennert Der Entschlafene war über 25 Jahre in meinem Betrieb tätig. — Ich werde ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. (Vermietungen | Freie 3- u.4-Zimni.-Woöng. im Südv. mit Zentralheizung, komvl. Bad usw. z. 1. Avril zuverm. Sckr.Ang. u.665va.d.Gh.Az. Jagd-Verpachtung. Montag, den 1. Februar 1932, nachmittags 2 Uhr, soll in dem alten Schulsaal die der Gemeinde Annerod zustehende Jagd 150 Hektar Wald und 385 Hektar Feld, auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Annerod, den 26. Januar 1932. 666V Hess. Bürgermeisterei Annerod. H o r n. Für die so überaus herzliche Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben, unvergeßlichen einzigen Tochtö Anna Schultheis sowie für die trostreichen Worte des Herrn Dekan Gußmann, die zahlreichen Kranzspenden und die sonstigen Ehrungen am Grabe sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Auch danken wir allen denen, die der Entschlafenen liebevolle Pflege erwiesen haben. In tiefer Trauer: Joh. Schultheis und Familie. Montag abend 5’/4 Uhr starb nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Georg Rennert im 49. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Frau Christina Rennert, geb. Bender nebst Kindern. Iagd-Berpachtung. TNonlag, den 1 Februar 1932, nachmittags VA Uhr, soll auf dem Rathaus die der Gemeinde Leihgestern zustehende Jagd, bestehend aus zirka 800 Morgen Wald und zirka 3000 Morgen Feld auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. 579V Leihgestern, den 21. Januar 1932. Bürgermeisterei. Beschlagnahmefreie 3-Zimmer-Wohnung mit Balkon, Badez. sowie allem Zubeh. per 1.4.32 zu vrm. Sckiriftl. Amr. unt. 0504 a. d. Gß. Anz. 2- u. 3-Zimm.- Wohnungen mitBad, mit u.ohne Warmwasserheizg. in der Beethoven- und Schubertitrane verfofortu.l.Avril zu vermieten. Näh. ssnD Licker Str. 5 v. 4 bis 5 Räume Bahnhofstr. «2, Erdgeschoß, für ge- werbl. Zwecke sof. zu verm. Näh. A. Becker, Keplerstr. 9, Telephon 3804. Bekanntmachung. Die auf Montag, den 1. Februar d. I. anberaumte Jagdoerpachtung findet nicht statt. ' 676V Maulbach, den 26. Januar 1932. Hess. Bürgermeisterei Maulbach. Stumpf. Bekanntmachung. Für die Lieferung des Kohlen-, Koks- und Brikettbedarfs an die staatlichen Behörden, Betriebe und Anstalten für das Jahr i932 33 (Heizperiode) werden hiermit die Kohlenlieferanten zur Abgabe von Preis- und Lieferangeboten aufgefordert. 630V Die für die einzelnen Dienststellen und Orte erforderlichen Mengen sowie die Lieferbedingungen sind nach Einzahlung von 1,50 RM. je Ort (höchstens 4 RM. für mehrere Orte) für Auslagen und Gebühren an unser Postscheckkonto Nr. 634 35 beim Postscheckamt Frankfurt a. M. bis spätestens 31. Januar 1932 schriftlich bei uns anzufordern, wobei anzugeben ist, für welche Orte die Unterlagen gewünscht werden. Nach dem 31. Januar 1932 eingehende Anforderungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Darmstadt, den 23. Januar 1932, Slaall. Vrennstaff-IZeschasfungsstelle, Darmstadt, rNathildenplah 20. Jagd-Verpachtung. Mittwoch, den 10. Februar d. I., nachmittags 4 Uhr, wird im „Hessischen Hof" ZU Gießen, Frankfurter Straße 7, der Do- manialjagdbezirk Nr. I in den Gemarkungen Schiffenberg mit Herrnwald, Leihgestern und Watzenborn-Steinberg mit 213,5 Hektar Wald und etwa 80 Hektar Feld auf 12 Jahre verpachtet. 683V Gießen (Stephanstraße 4), 25. Jan. 1932. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. Geschäfts-Drucksachen Sä«.? Briefumschläge bei Brühl, Schulstraße 7 Äderten Ein gutes und billiges Mittagessen 2 Pfd. Linsen und U 3DELIKATE8S- Paar Würstchen öw gültig bis Samstag, den 30. Januar SONDER-VERKAUF 1 Fl. Weißwein miteias — 1930er St. Martiner und 1 Weinrömer zusammen B B Wetzlar. 680V (Verschiedenes Rechnungen liefert Brühl, Oleßen Ordentlich., nicht zu junges Gutgehendes Lebensmitte:geschält in Wetzlar zu verk. Postlagernd H. W. 12 Gavisrr an d. Lahn od.nnhs der Stadt zu pacht, gef. Sehr. Angeb. u. 0499 a. d. Gß. 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Zuletzt schmeckt man diese mit der sauren Sahne und dem Käse ab, und. wenn letzterer sich aufgelöst hat, bringt man die Suppe sofort zu Tisch. Sellerie-Reis., Ein halbes Pfund Reis wird gewaschen, gebrüht und in Salzwasser fast weich ausgcquollcn. Gleichzeitig schält man eine Sellerieknolle von mittlerer Größe, schneidet sic in Scheiben und läßt diese in Salzwasser weich kochen. Der Sellerie muß dann durch ein feine» Sieb gestrichen werden. Run röstet man gehackte Zwiebel in Butter, gibt Reis und Sellerie hinzu und füllt Selleriewasser nach bi» alles weich ist. Zuletzt kommen gehackte Sellerieblätter an den Bei» und braune Butter wird über das Gericht gegossen Eier auf persische 3rt 2 bis 3 feingehackte. mit Pfeller bestreute Zwiebeln werden in Butter hellbraun geröstet- Alsdann gießt man die Butter von den Zwiebeln ab. breitet die letzteren auf einem heißen Teller aus und beträufelt sie mit Zitronensaft, worauf man mehrere Spiegeleier darüberlegt, die mit gehackter Petersilie bestreut werden. Pikante Beefsteaks. Auf 250 Gramm gehacktes Rindfleisch gibt man 1 Tasse Milch, Gesundsein,daSifldieSauptsM! Zehn Wcbotc für vcrnünftigc tibcnowcifc. 1 Willst du gesund und srisch sein, so gönne deinem Körper die nötige Ruhe. Der Körper braucht Pausen, m denen er die verbrauchten Kräfte wieder auffüllt! 2- Schlaf' dich gefund' Jeder Körper braucht eine bestimmte Menge Schlaf, auch ist die Regel vom gesündesten Schlaf vor Mitternacht keine leere Redensart Eine halbe Stunde Hin- legen am Tage schafft zwei Arbeitsstunden in voller geistiger und körperlicher Frische! 3- Jeder Körper braucht Bewegung, um die Blutzirkulation anzuregen! Aber Bewegung i n frischer Lust ist bic Hauptsache, Bewegung im Zimmer bei geschlossenen Fenstern hat keinen Sinn! 4. Iß nicht zu viel? Biel essen macht nicht gesünder, — richtig essen ist die Hauptsache! 3irild)cn jeder Mahlzeit müssen mindesten» drei Stunden Pause sein, weil sonst die Speisen nicht verdaut werden können- 5. Bermeibc geistige Anstrengung beim Essen. — vor allem also nicht beim Essen lesen! 6. Trink nicht zu Diel, denn sonst verdünnst du den Magensaft, und die Rährwerte der Speisen werden nicht auSgenützt Trinke nach dem Essen, nicht während de» SssenS! Kohlensäure zehrt — für Leute, die nicht zunchmcn wollen, sehr zu empfehlen! 7. Atme durch die Rase und halte dich grade, damit die Lungen richtig arbeiten können. B i c - les Sitzen verdirbt die Figur und lähmt die Barmtätigkit, immer während der sitzenden Br- beit von Zeit zu Zeit aufstehen und herumgehenl 8. Wasche dich so ost als irgend möglich! Die Poren der Haut müssen immer sauber und geöffnet sein, damit sie atmen können! Jeden Morgen eine kühle Brause hält den Körper bi« inS Alter jugendfrisch! S. Achte auf regelmäßige Berba uung! Sie ist maßgeblich für die ganze Gesundheit! 10. Ri mm dich zusammen? Jedes Sichgehen- lassen ist nicht nur unangenehm für deine Umgebung. sondern schadet dir selbst am meisten? Wenn die Rerven versagen, so liegt das sehr oft — an der fehlenden Selbstdisziplin! Denke immer daran, daß du bestimmt nicht da- Allerwichtigste in der Welt bist — aber sorge dafür, daß du zur Freude deiner Rächsten da bist! Du erweist dir auch selbst mit Erziehung zu gleichmäßiger guter Laune den besten Dienst! Dr. H. L. Die praktische Hausfrau. Reinigung von Goldrahmen. Bon Fliegenschmutz verdorbene Goldrahmen reibe man mit weichem Brot ab. Sind die Flecken schon älter, so werden sie vorher mit einer durchgeschnittenen Zwiebel eingerieben und später mit einem an gefeuchteten Schwamm nachgewischt. DaS Gelingen eines Kuchens hängt zum großen Teil von der richtigen Feuchtigkeit ab Der Teig muß dick vom Löffel fallen, nicht fliehen. Ist er zu trocken, gießt man etwas Milch an, ist er zu dünn, kann noch wenig Mehl ungerührt werden. Tropfende Kannen. Biele Kannen haben es an sich, selbst bei geschicktester Handhabung zu tropfen. Wohl gibt es Tropfenfänger, doch sind sie keine Zierde der Kanne, funktionieren auch häufig nicht richtig. Es gibt aber ein sehr ein- faqjc« Mittel: man nehme eine winzige Menge irgendeines Fettet (Butter, Schmalz u. Dgl) und 'fen Geheimer Baurat Prof. Dr.-Inq. e. h., Dr. rer. pol h e. Otto B e rndt, der frühere langjährige Vertreter des Maschinenbaues an der Technischen Hocyschule in Darmstadt, begeht am 29. Januar seinen 75. Geburtstag. Pros. Berndt, der aus Neu-Ruppin stammt, erhielt seine Ausbildung an der Berliner Technischen Hochschule und stand mele Jahre im Dienste der Preußischen Staats- eisenbahnen. Von 1892 bis zu seiner 1927 erfolgten In Berndt als Ordinarius in Darmstadt. Der Gelehrte hatte zugleich einen Lehr- ouftrag für Maschinenlehre an der Frankfurter Uni- Oenlta/,‘!J5e,\j2auPt9ebiet sind Dieselmotoren. Amtlich wird die Ernennung von Prof. Dr. med., Dr. raed. vet. h. c Wolfgang H eubner in Hei. beiberg zum ordentlichen Professor der Pharma- kvlogie an der Universität Berlin als Nachfolger oon Prof. P. Trendelenburg bestätigt. Jodje Ätz '^ter bet y. 11,61 3oÄ ■en. AL VÄ <Ien Preis abzu» schloh Präsident Tagung. auptrersammlung er Obst» und Obstbauinspekwr clammerauSschuh ne 1931 für den Me Ausnahmen ien Anlagen. Do lieht der Flieger >ift ein Lrehseuer. öttede den Dez- wtten Entsemmg leinen der Land» gSfeuer die 2olle, sW •SÄ D* ««* sind brauchbar- ■b wie schon b« ! b>°> Dunkelheit h« SA »S W q besonder- (F Eann. hten L Df. rer. ;ng- e-vj' gjäbrige rüdere in der ^«9.30* ^„bL der Prof- Silbunfl ! se'ne unb stand >chlchu'e Staats» e u?"/.» Parma' Wirischast Banfnotcn. ck Lomdardzinssuh Sok). 27 Fartletzung ’JladjDrurf orrboten gegen. (Fortsetzung folgt.) 2m Anleihemarkt bestand dagegen eher Rachfrage. 3m Gegensatz zu den Aktien kann man • r Scltngen S'fektenversteigcrung cr- Btcltcn Kurse für festverzinsliche Papiere beinahe als Tageskurse ansprechen. Deutsche Anleihen lagen ziemlich ruhig, ebenso hatten Reich-schuld- buchs orderungen kaum Veränderungen auszuweisen. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. in einem innigen, aber beherrschten Händedruck. Ohne daß sie beide noch weiter sprachen, wußten die beiden Menschen, was sie füreinander suhlten, was sie einander bedeuteten. Unb dieses Bewußtsein gab ihnen Straft. Piund konnte sich auf 3.46'geaen den Dollar unter kleuten Schwankungen gut behaupten, gegen den Gulden fchloy es mit 8 60’ ., gegen Paris mit 87.96, gegen Zürich mit 17.73. gegen Brüssel mit 24.84* , und gegen di« Re.chsrnark 14.70* ... Der Dollar zog zunächst weiter an. doch ging er am Spätnachmittag wieder auf seinen Stand von heute morgen zurück. Die Reichsmark war weiter nachgebend, in Amsterdam 'chwächtc sie sich auf 58,42* , und in Zürich auf 120.60 ab. Ich hab dir verzieh«! Roman von Elolilde von Ltegmann» Stein. Copyright by Martin Feuchtwange r, Halle. e-MPft tritt «.neu» L ... r kkoSdol» t.ibce UniMd fruflrl Älalie, tanr kLwetz tzaoa» üto t* Han.. 3i;pcilas*i. fcüia>ae Kaum hatte Hans Egon den Staatsanwalt verlassen, da surrten die Morseapparate, gaben ihre telegraphischen Zeichen in bim Aether hinaus, gingen bic Junksprüch« nach Stockholm, Pari-, Buenos Aires — flogen Telephongespräche hin unb her zwilchen den Hafenbehörden in Hamburg und Stockholm, sandte man Anfragen an Dampfe rlini en unb Schisfsbureaus, sowie an bie Zentrale zur Bekämpfung des Rauschgifthandels in Gens. Dichverwertungs.Genossenschast Äutzbach. pb. Butzbach. 25. Ian. Die Bezirks- genossen s ch aft für Di«hv«rwertung ju Butzbach, e. D. m. b. H, hielt gestern nachmittag im Saale des ..Deutschen Haufe«" ihre Generalversammlung ad. die sich eines starken Besuchs erfreute Der Vorsitzende des Aussichtsrats. Landwirtfchaftsrat Dr. Dienst, eröffnete die Sitzung und wies in groben Zügen auf das ab gelaufene Ge'chäftsjahr 1931 bin. das gerade kein günstiges zu nennen sei. Den Geschäftsbericht erstattete der Vorsitzende dcS Vorstandes. Landwirt Jtonrab Hildebrand XVI- Rieder-Weisei. Er betonte, daß infolge von Witterung-schaden. Ernteausfall usw. das 3ahr 1931 Scrabezu ein Katastrophenjahr zu nennen sei, t welchem auch die Viehpreise um beinahe 100 Prozent gefallen seien. Die Denosfenschast habe sich jedoch gut weiterentwickelt, der Mitgliederbestand sei von 245 um 501 aus 746 Mit- glieder gestiegen, der Jahresumsatz habe 346 COO Mark betragen Er gab bann weitere Winke für den Ausbau der Genossenschaft, betonte, bah die Selbslverlicherung für Transport. Schlachtvieh usw. voraussichtlich eine weitere Einnahmequelle ergeben werbe. Ucbcr ben Geschäftsbericht fand eine längere Aussprache statt, an welcher sich der Vertreter des LandeSverbandeS. Landwirtfchast«- Lbrcr F r e ch - Darmstadt, und eine Anzahl Landwirte beteiligten. Die Bilanz weist in Einnahme und Ausgabe 4235.99 Mark nach, worunter als größter Posten die De'chästSanteile mit 3727 Mark erscheinen, in der Gewinn- unb Verlustrechnung erscheinen 3262.94 Mark. Der bisherige V o r st a n b würbe durch Zuruf wiedergewäUt. Gr besteht aus folgenden Mitgliedern: Landwirt Dg. Wilh. Vissel, Wilh. Philipps. Kon- rab Hildebrand XVI. Hinzugewählt wurde der Geschäftsführer LandwirtschaftSafsefor F a n e v. Aus dem Aufsichtsrat scheidet 3oh. Wilh. Burk sreiwillig aus. an seine Stelle tritt Karl Gottfried Burk- Ober-Mörlen. Der Geschäftsführer LanbwirtschaftS-As'essor F a n e t) gab einen interessanten llcberblid über die Geschäftsunkosten. ben Grobviehverkauf, bic Vieh- Vermittlung usw., woran sich eine lebhafte Aussprache anschloß. Zum Schlüsse wurde eine ®nt- schliehung dahingehend gefaßt, bah mit allen Mitteln dahin gestrebt werben soll, bah der Schlachtviehmarkt in Frankfurt a. M. künftig nicht mehr am Montag, sondern erst am Dienstag ab geholt en werden soll. ■Üotta....... Bflptld't ?io!fn ........ tamltf 9.'oten ........ 6neldd>f WcL-n ........ .«roTiicf«»» «oik,........ (•oUjnMitrr 9fctre ....... ntälirnli^f 9?rtcn ....... Äonvrfltlchf Woitn .... TtutiOj-Cefirrrrtd). t 100 GLlllt», Humlnilchc Seien ..... Gdiroeoifthr Soitn........ Cd’tvrtiri Selen......... €pontitrr Sctrn ....... UnaanitM Seien Reichsbankdiskoni 7 o. k> 3m Park von Tannenaue stand ber neu angelegte Rosengarten in voller Blüte. Kelch an 5told) btänglc sich in üppiger Fülle dem Sonnenlicht entgegen. Rosa unb bunkelrot. schneeigweist unb honiggelb blühte es in sinnvoller Anordnung — unb mit seligem Lächeln durch- schritt Birgit die duftende Pracht, ein weih gekleidetes Kindchen vorsichtig geleitend: Rose- maric machte ihre ersten Schritte. Ihre strahlend blauen Kinderaugen wetteiferten mit dem Blau des Soinmerhimmels. 3hr unschuldiger Kindermund war halb geöffnet unb stieb leise, zwitschern be Laute des Entzücken« aus. Mit rührender Unbeholsenh:it hob sie bic kleinen rosigen Beinchen, bie in schneeweißen Schühchen unb kleinen weihen Seiben st rümpf chen steckten. 3n ihrem weihen buftigen Hängekleibchen spielten die Sonnenstrahlen, unb bad ganze kleine Wesen atmete so viel holbselige Unschuld, bah Graf Friedrich, der sich hinter einem Rosenbusch verborgen gefallen hatte, um bas reyenbe Dilb von Äinbcr» freube unb Mutterglück nicht zu stören, ben Atem anhielt. Born Hause her klang ein Rus. Birgit wanbte !ich einen Augenblick zurück, unwillkürlich hatte lie ihre Hänbe ein wenig gelockert. Klein-Rosemarie, im eiligen Dorwärlsstreben, stolperte, unb märe gefallen, wenn nicht im gleichen Augenblick ®raf Friebrich hinzugefprungen wäre, um daS Äin' in feinen Armen aufzufangen. Sin Erschrecken war über DirgitS Züge ge- -litten. Gras Friebrich lächelte glücklich, als er bas kleine Kinderherz gegen baS feine klopfen fühlte .Birgit!" sagte er heih unb blickte ihr tief in Augen. .So wie ich bein Kind halte, so mochte ch auch —“ Ein jähes, schmerzvolles Erblassen floh über ne mädchenhaften Zuge DirgitS. Sie schloß einen Augenblick bic Augen, als verliehen sie bie Kräfte 5or der Erkenntnis, die befefigenb unb doch zu- jleich brobenb in ihrer Seele aufflammte. Einen Augenblick verharrte sie so. bann schlug sie bie Augen auf und blickte den Schwager klar an: .Lieber, Guter", sagte sie, .wir müssen doch ‘■-art sein, denn nie wirst bu wollen, bah ich treulos werde. Rie konntest auch bu ein Glück auf Unglück ober älnrccht auf bauen; dazu kenne ich M» zu genau!“ .Du hast recht", ertoiberte Friedrich erschüttert. Heber dem gotoigen Blondhaar von Klein-Rose- warie fanden sich die Hände ber beiden Menschen Geheimagenten wurden in Bewegung gesetzt, ohne bah DoloreS unb Griesen etwas von bem 2et} ahnten, baS PaoloS Rachsucht über sie gc- toorfen hatte. Auch bie Konkursafsäre bes Hauses Lund würbe einer gründlichen Revision unterzogen. Bald stellte sich heraus, bah 6riefen auch hier ber böse Geist gewesen war. Seine Villa unb fein großes Bankguthaben in Stockholm sowie bei anberen Danken würben beschlagnahmt. älnb bie Aufrvllung bes großen Prozesses Lund contra Griesen begann, ohne daß zunächst ber Konsul etwas davon ahnte. Aus Schloh Tannenaue fuhren die ersten Erntewagen in bie hohen Scheuern. Hoch geschichtet tag ber Segen ber Fluren mattgelb auf ben Wagen. Lachenb unb kreifchenb blickten bic Mägde h«h oben von den aufgetürmten Getreidebündeln herab auf bie Burschen, bie auf ben Zugpferden ritten. Der Himmel leuchtete blau unb wölbte sich wie eine burchsichtige Glocke aus MarienglaS über ber sommerreifen Landschaft. Lerchen standen un» sichtbar in der heißen Lust; fangen bas süße Lied von Sommer, Sonnentrunkenheit unb Reifezeit. Die lange Linbenallee legte bunfle, kühle Schatten auf ben staubigen Weg. Sie beschattete auch ben kleinen Iagbwagen. in bem Birgit ftanb unb auf bie Felber hinauSspähte. borthin, wo eine Hohe Mannergestalt bie Reihe ber arbeitenben Mäher abschritt. Jetzt lehnte sie sich mit einem 'rohen Lächeln in bie Ecke bes Wagens zurück unb wartete auf Graf Friebrich, ber nun mit ^astlschen Schritten quer über bas abgemähte Feld auf sie zukam. Tchon von wettem winkte er ihr mit hoch erhobener Hanb zu. Deiber Blicke entging e-, bah hinter bem Stamm einer besonberS großen Linde eine abgezehrte Wännergestalt verborgen stand und mit schmerzvollen Blicken hi.mberspähte. Sin Stich wie von einem scharfen Pfeil war Hans Egon durchs Herz gegangen, als er die uebevosie Begrüßung ber beiben Menschen sah. Dem Schuldbelabenen muhte eS scheinen, alS wäre bas. was er sich in ben einsamen Monaten der Hcberfabrt auSgemalt. Wirklichkeit, als wäre Birgit die Gattin des Bruders geworden. Wenn auch eine letzte, wahnwitzige Hoffnung in feinem Herzen geblieben war, bah Birgit bie furchtbare Kränkung ihres Frauentums wie ihres StolzeS in ihrer großen Liebe hätte verzeihen fönnen, letzt, in diesem Augenblick, wurde ihm tüe Unsinnigkeit und Vermessenheit seiner Hoffnung bewußt. Borbei, dachte er. Sin lautloses Ausschluchzen erschütterte seinen Körper. Sr wartete, bis bet Magen mit ben beiden davongerollt war. Hinter der Staubw^ke her schritt müde ein einsamer Mann ben Mauern von Schloß Tannenaue ent* Hans Egon hatte durch bie ungewohnte Arbeit in ben hei gen. engen Küchenräumen bes Dampfers einen Zusammenbruch erlitten. Als ber Dampser in Lissabon seinen Heimathafen erreicht hatte, fanb man Hans Egon bewußtlos in ber MannschaftSkabine vor. Seine Kräfte waren am Gnbe. Der Schifssarzt benach- richtigte bas Deutsche Konsulat, bas ben Kran- fen ins Hospital schaffen lieh. Er war besinnungslos. Fieber wütete in seinem zermürbten Körper. Aus feinen wirren Reben konnte man nicht entnehmen, wer er war unb wohin er gehörte, zumal er keine AuSweiSpapiere bei sich hatte. Ma i wußte nur, bah er ein Deutscher war. Wochen vergingen, unb es beburfte ber auf- opsembsten Pflege einer gütigen Schwester, eines erfahrenen ÄrzteS. ber feine Stubien herein ft in Deutfchlanb absolviert hatte, um HanS Egon dem Tode zu entreißen. Der Sommer glühte erbarmungslos auf bie portuaiefifche Erde hernieber, als HanS Egon enblich baS Hospital verlieh, bläh unb ab gemagert, ein paar Rotgroschen von ber Schiff-- heuer her in ber Tasche. Seine Absicht war, mog- liehst durch ein deutsches Schiff mit bem Ziel Hamburg ober Bremen in die Heimat zu gelangen. Hatte ihn doch nur der eine Wunsch am Leben erhalten, den Schurkenstreich des Gaunerpaares aufzudecken und damit seinen Hamen von dem schlimmsten Verdacht au reinigen. Rach manchen vergeblichen Bemühungen erklärte sich endlich ein deutsche- Handelsschiff bereit, ihn mitzunehmen, weil ber Gehilfe des Kochs erkrankt war. Sv landete er denn nach mehrwöchiger Fahrt, bie ihn über englische unb hvllänbifche Häfen führte, in Hamburg. Dort war fein erster Weg zur GerichtSbehörbe. Er war sich bewußt, bah er einen schweren Gang vor sich hatte. Würbe man ihm glauben, ihm, der ohne Papiere unb Legitimation bie furchtbarsttzn Anfchul- bigungen vorbrachte? Würben PaoloS Dokumente auSreichcn, um bie Entlarvung ber Schuldigen her beizuführen? Würbe ber StaatSanwalt auch wirklich zugreifen, um bem Konsul zu feinem Recht unb zu seinem verlorenen Vermögen zu verhelfen? Etunben um Etunben umquerte Hans Egon baS AmtSgebäude, bis er ben Mut hatte, sich bei bem StaatSanwalt zu melden. Lange muhte er warten. Endlich führte ihn ein Beamter durch bie Hallanden Gänge des Gebäudes in ein grohes, kühles Zimmer, in dem der Staatsanwalt arbeitete. Bamag-Meguin AG.. Berlin. Die Genecalversammlung der Bamag-Meguin AG, Derl.n, genehmigte einstimmig den Abschluß für 1930/31, ber nach Verrechnung bes Gewinnvortrages aus 1929 30 von 93 808 Mk. einen Verlust von 2 064 336 Mk. ergibt. Der Verlust wird durch Heranziehung bes gesetzlichen Re- fervefonbs von 400 000 Mk. gedeckt unb der verbi« benbe Rest von 1 664 336 Mk. auf neue Rech- nung borgetragen. Die Generalversammlung genehmigte ferner bie Herabsetzung bes 12 Millionen Mark betragenen Aktienkapitals auf b Millionen Mark gegen bie Stimmen eines Kle.nakt.onärS unb beschloß die Wiebcrerhohung de« Aktienkapital- um 530 000 Mk. Frankfurt, ruhig und abwartend. Franks urk a.M, 26. 3an. Tenbenz: abge- fchwachk — Rachbem bereits im gestrigen Rach- mittagsverlebr auf Realisationen in ben Hauptwerten leichte Kursrückgänge zu verzeichnen waren, lag der heutige telephonische Essetten- sreiverkehr ziemlich ruhig unb abwartend Die ©runbflinununa war zwar nicht un- sreundlich. doch war nach den starken Steigerungen eine etwa- schwächere Tendenz nicht -u verkennen. Die Spelulation und auch das Publikum schritten in Spezialwerten zu kleinen Gewmnmitnahmen. bie bei ÄG -Farben unb eini- gen Werten Rückgänge bis zu 1.5 Prozent zu Der- ze.chnen hatten 3in übrigen war die Kursentwicklung nicht ganz einheitlich. Während Montanaktien meist um 0.5 bis 1 Prozent an- Sichen konnten. lagen von Eie trizität^wcrtcn Licht und Kraft, AGG unb Schuckert in gleichem AuS- Rundfunkprogramm. Samstag, 30. Januar. 7.20: Frühkon^rt 10.20 bis 10.50: Schulfunk: .Kunstlied und Volkslied". 12.05: Konzert. 13.05 (Don Köln): Konzert. 15.15: Stunde der Jugend. 16.20: RachmittagSkonzert des Philharmonischen Orchester-. 18.40: .Internationale Sozialversicherungsprobleme und bie bevorstehende Arbeitskonferenz in Genf", Vortrag von Professor Prib* ram. Frankfurt a. M. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.35: ,Don ber Arbeit bes VDA. unb deutscher Rot in den Schwarzmeergebieten. 20: (2lus Wien): Reich-sendung. Oesterreichischer Heimatabend. Besserung des I8eichsbankstaius. Berlin, 26.3on. (WTB. Funkspruch.) Rach dem Ausweis der Reichsbank Dom 2 3. Januar bat sich in ber britten Januarwoche die gesamte Kapitalanlage ber Dank in Wechseln unb Schecks. LombarbS unb Effekten um 202 6 Millio. neu auf 3677,5 Millionen Mark verringert. Zm einzelnen haben die Destänbe an HandeiSwech- , um 180.7 Millionen auf 3406.9 an Deichsschatzwechseln um 16,5 QBUL auf 6,9 Mill. Mk. unb bic ßombarb- bestän^ um 5.4 Mill, auf 103 1 Mill, ah'ennmmen. An Reich^b nknoten und 2 entenban sch ne z - himmen finb 189.9 Mitt. Mk. in bie Xas.en Jet ReichSbank zurückgeslossen. unb zwar hat sich ber ^?J,4^1anrnolcn um 183,6 Millionen auf 4198,0 Mill. Mk.. berjenige an Rentenbank- fchclnen um 6.3 Mlll. auf 405.9 Mill. Mk. verein- öfrt- ^lcxL‘3erü(,lt4li9un9. daß in ber De- iiÜtitDoiK Rentenbankscheine in Hohe von 01 Mlll- Mk. getilgt worben finb haben sich die Dc- ??^^-d^r Reichsbank an Rentenbankscheinen auf fif Die fremben Gelber zeigen "lit 370J OTtIL Mk. eine Abnahme um 136 Millionen Mark. ^ie Destänbe antbolb unb bedünge- fähigen Devisen haben sich um 13,4 Millionen auf 1107.7 Mill. Mk Derrn inbert. 3m etiuclnen haben bie Golbdestänbe um 9 8 Mill aus956.4 Mill. Mk. unb bie Destänbe an bedünge- ^higen Devisen um 3,6 Millionen auf 151,3 Mill. Mark abgenommen. Die Deduna ber (Hot en durch Gold unb deckung-fähige Devisen beträgt 2 6,4 Prozent gegen 25.6 Prozent in ber Vorwoche. Holzversteigerungs > Termine. Donnerstag, 28. Januar. Staatliche Dberförfterel Krofdorf: Zusammenkunft im yreundschcn Saale zu Krofdorf. 9 Uhr Bürgermeisterei Cid): Zusammenkunft am Streu» zungspunkt der Nieder.Dessinger und Gänsweid- schneise. 10 Uhr. mab niebriger, bagegen Desfürel und Siemen- gut behauptet. Für uieichsbankanteile erh.elt sich noch 3ntecesse bei bis zu 1 Prozent höherem Kurs, wogegen private Dankaktien vernachlässigt waren unb zum Teil eher etwas schwächer ten- b.ertön Don RebTnwerten blieben Scheibeanstalt unb 3D -Ehemie-Dasel aus bem gestrigen Riveau gefragt. ?? Xenlenmartt ergaben sich zunächst auf fast allen Gebieten nochmalige Desierungen um bi8 iu 0,5 Prozent Gegen Mittag kam jedoch etwas Material heraus. baS nur bei weichenben Kuzfen aufgenommen würbe, per Saldo blieben gut behauptet Erwähnenswert iR das anhaltende 3ntereife für rheinische Werte am Markte der Kommunalobligationen, sowie für wurttembergifche 3nbustrie-Obligationen Die etwa- schwächere Tendenz de- VormittagS pragte sich im telephon schen Rachmittag-verkeyr von Dureau zu Dureau stärker aus. was mit weiterem S l a t t ft e l l u n g - b e d ü r s n i S sowohl der Spe,ulat'.on, als auch der Kundschaft motiviert wurde. Die eher festeren Kurie von den Auslandbörfen Hieben unbeachtet. Dei aller- v ng- weiter ruhigem Geschäft gaben ReichSbank, Siemens und 3D -Farben bi- zu 3 Prozent, bic übrigen A.t.en werte, jetzt auch Montanpapiere, bl« xu 1 Prozent nach Der festverzinsliche Markt dl cb gegenüber bem Attienmarkt auf dem Mit- tag-n.ve u b:haupt:t. nur RcichSschuldbuchforbe- rungen schwächten sich erneut um etwa 0,5 Proliant ab. Dagegen waren Franlsurler Hypo- the.cnbankwerte ge'ucht unb etwas höher, jedoch bei sehr kleinem Umsatz. Am Geldmarkt war TageSgcld zu 6 Prozent leicht. Berlin erholt. Dcr li n. 27. 3an. (WTD. Funkspruch.) Rach- dem schon gestern abend in ben Hauptwerten üHcbcr mchrprozcntigc Erholungen eingetreten waren, seit bekannt wurve. baß die deutschen DondS in Reuyork fest tagen, übertrug sich die Geschäftigkeit auch auf ben lyni- tigen Frei verkehr, obwohl die p o l i t i s ch e Entwicklung keine Dcränberung erfahren hat unb bic englisch-französischen Verhandlungen über baS Ab halten einer ÄeparationSkonfcrenz gewissermaßen auf bem toten Punkt angelangt finb. 2luch heute war bas Kaufinteresse zwar nicht übermäßig groß, es fehlte jeboch. besonders in ben Hauptwerten, fast völlig an Angebot, so baß 1- bis 2prozentigc Kursbesscrungen gegen bic gestrigen Höchslkursc keine Seltenheit waren. Die Führung hatten wieder ReichSbankanteile, die hierbei erstmalig feit langer Zeit wieder die Parigrenze überschreiten konnten. Ferner standen die in Derlin gehandelten Auslandwerte (Ehade, Svenska. Otavi. Arbod-Donds usw.) im Vordergründe des 3ntcrcffc«. wobei bei Svenska neben bem Dalutacharakter sicherlich auch bie feste Haltung ber Kreugertwcrte an ber gestrigen Börse eine Anregung gab. Dagegen hatten die übrigen Märkte auffallend ruhiges Geschäft. Dankaktien und Montanpapiere lagen weiter ziemlich vernachlässigt. Es konnten zwar Papiere, wie Ehar- lottenburger Wasser. RWE.. Salzdetfurth. Leonhard Tietz usw. ebenfalls mehrprozentige Kurs- aewinne verbuchen, die hierbei getätigten Umsätze standen aber in keinem Verhältnis zu dieser Steigerung. DemerkenSwert schwach tendierten SchultheiS-Aktien, die etwa 3 v. H. niedriger angeboten waren, wobei man von Exekutionen sprach. Auch Reichsbahnvorzugsaktien waren auf ben 16prozentigen Einnahmerückgang der Reichsbahn und Bemberg auf ben ausge^^enen 7-Mill - Derlust niebriger im Hanbel. Letztere lagen heute fast 5 v. H. unter Aku. nachbem |ie gestern mittag noch säst gleichgestandcn hatten. «fvaittmrtcr WctrciDcbörie. Frankfurt a. M., 27. 3an. ES wurden no- tl«rt: Weizen 1. gut. gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 240; Roggen 223.50 bis 225- Sommergerste für Brauzwecke 185 bis 190; Hafer, inländiIchor 150 bis 155; Weizenmehl, fübdeutsches Spezial 0 mit AuStauschweizen 36.25 bis 37 25- Sondermahlung 34.50 bis 35,50; Weizenmehl', niederrheinisches mit Austauschweizen 36,25 bi« 37; Sondermahlung 34.50 bi« 35,25; Roggenmehl 30,75 bis 31,75; Weizenkleie 8.65; Roggenkleie 9.25. Tendenz: ruhig. Die gestrigen Devisenmärkte. Berlin. 26. 3an_ (WTB.) An den internationalen Devisenmärkten konnte sich daS englische Psund heute kräftig erholen. 3n der Hauptsache trug hierzu die Mitteilung bei. vaß d:e Dank von England bic restlichen 30 Mil- honen Pfunb an b.e Dank von Frankreich unb bie Sebetal Reserve Dank auf jeben Fall am 11. Februar zurückzahlen wird, ohne daß ber ®olb- beftanb ber Dank geschmälert wird. Das Der» trauen in das Pfund ist hierdurch international natürlich gestärkt worben, unb der KurS zog heute vormittag von 3,433. 4 gegen den Dol- ^ar»a^ 3,46'/a an. Gegen ben Oulben befestigte es. ''-ch aus 8.6F/4, gegen Paris auf 88.12. gegen Zur ch auf 17,75* '■>. gegen 03rüffti auf 24.86* . unb gegen die Reichsmark auf 14,69 (gestern Sch-uh 14.58). Der Dollar hat sich heute epenfalls international etwas gebeffert. dagegen konnte sich bie Reichsmark nur knappbehaupten, sie stellte sich in Amster- bam auf 58.75*/$, in Zürich auf 120,85 unb in Paris auf 599. ,2lm Rachmittag waren größere Veränderungen nicht mehr zu beobachten. Das englische Beinah eine Stunde blieb Hans Egon bei dem ^Beamten, ber ihn zuerst kühl unb mißtrauisch, bann mit immer wachsenber Aufmerksamkeit angehört hatte. Zwischenburch hatte ber Staatsanwalt mehrfach telephonische Auskünfte eingeholt, sich dicke Akten herb ei bringen lassen, in denen er während des Berichts von HanS Egon blätterte, verglich unb Rottzen machte. Schließlich reichte er Hans Egon bie Hanb. -Sic haben den deutschen Behörden einen wertvollen Dienst erwiesen. Herr Graf. Wir haben schon lange Verdacht auf allerlei Personen, bic in ben großen Kokainschmuggel verwickelt sind. 3edoch eS fehlten noch gewisse Beweise, um zuzufassen. Diese Beweise glaube ich nun burch ©ie erlangt zu haben. Wir bitten Sie. sich uns zur Verfügung zu halten, sofern wir Rachfragen halten. Das Betrugsmanöver gegen Herrn Konsul Sibelius, dessen Rame auch bei unS einen guten Klang hat, muß gesondert geprüft werden. Sollte sich auch hier Positives ergeben, so würden wir uns sofort mit der schwedischen Staatsanwaltschaft in Verbindung setzen. Es wäre dann zu hoffen, daß man das Vermögen dieses f»genannten Bankiers Eriesen mit Beschlag belegen lassen kann." Hans Egon verließ das Gerichtsgebäude alS ein anderer Mensch Zum ersten Male hatte er wieder das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben. Er kannte den Eifer und die Gründlichkeit ber deut- schcn Behörden. Er wußte. eS würde alle« ge- schehen, um den Betrogenen zu ihrem Recht zu verhelfen, bie Schulbigen jeboch ihrer Bestrafung entgegenzuführen. Wenn es ihm gelingen sollte, bas alte HandelS- hauS Sibelius burch bie Rückerstattung bcS Gelbe« wieder zu seinem alten Ruhm zu bringen, so war ein kleiner Teil ber Schulb gesühnt. Ganz würbe diese Schuld freilich nie von ihm genommen werden, das erkannte er klar. Wer eine Birgit SibeliuS verraten hatte, der durfte nie toieber hosien. von ihrer Liebe begnadet zu werden. Vielleicht durste er das eine hosien, daß sie ihm vergeben würde, wenn sie von seinem Leidenswege, von feiner Reue erfuhr. ES war der letzte und fchwerste Schritt, ihr unter bie 2Lugen zu treten, um ihre Vergebung zu erwirken. 2lder dieser Schritt muhte getan werden, sofern noch ein Funke Ehre in chm lebte. :5 Janoar Aoi.enmtz Prt trnriiftt XnitnuM ynr 6.144 6.356 6 354 6.366 *9-95 50.05 49.95 50.05 l’US 12.485 12.465 12 465 56 94 57.06 56 94 57.06 3.057 3 063 3.057 3.063 169.41 '69.82 169.58 169.92 78.92 79.06 78.82 71 91 80.02 6j.1B 79.17 •0.13 81,12 V 28 61.12 81.28 14.53 14.57 14.51 14 55 1.343 1.047 1.043 1.047 4.209 4.217 4.209 4.217 58.69 58.81 58.69 58.81 21.08 21.12 21.08 21.12 16.56 16.60 16.57 16.61 82.10 82.26 82.10 82.26 35.36 35 44 35.36 35.44 62.12 82 28 82 07 82.23 1.538 1.542 1.528 1.532 0.254 0.259 0.254 0.256 7 463 7.447 7.463 7.477 13,24 13.26 13.24 13 26 4,20 4.22 58.53 58.77 79,84 80.16 14.49 14.55 16.52 16.58 169.11 169.79 21.03 21.11 78.74 79.06 — 2.49 2.11 80.94 81.26 81.94 82.26 35.23 35.37 — SJ.-fpor/ Spielabsehung 1900-Sriebberg. Der heutige Gießener Polizeibericht meldet: 2lm 10. Januar 1932, einem Sonntagnachmittag, sollte aus dem Platze der Spielvereinigung 1900 ein Fuhballfreundschaftsspiel zwischen dem Plah- verein und einem Friedberger Verein ausgetragen werden. Ms zur festgesetzten Stunde die Mannschaft des Friedberger Vereins nicht eintraf, frug der Vorstand der Spielvereinigung 1900 telephonisch bei der maßgebenden Stelle in Friedberg nach dem Grund des Ausbleibens an. Er erhielt die Antwort, daß das Spiel am Vormittag doch von Seiten der Spielvereinigung telephonisch abgesagt worden sei. Die auf Grund einer Anzeige hin sofort aufgenommenen polizeilichen Ermittelungen ergaben, daß das Gespräch mit Friedberg wegen der Absage des Spiels am Vormittag von dem Wartesaal 1. und 2. Klasse des hiesigen Hauptbahnhofs aus geführt wurde. Der im Verdacht, das Gespräch geführt zu haben stehende Mann wurde von dem Kellner der Bahnhofswirtschaft, der die Anmeldung des Gesprächs erledigte, mit Bestimmtheit wiedererkannt. Auch ein weiterer Zeuge bekundete, daß er den ihm persönlich bekannten Verdächtigen zur fraglichen Zeit in der Bahnhofshalle gesehen habe. Der Beschuldigte, der einem anderen Gießener Sportverein angehört, stellt das Gespräch und seine Anwesenheit in der Bahnhofshalle in Abrede. Die zum Abschluß gekommenen Mten wurden der Amtsanwaltschaft zugeleitet. Handball der Sp.-Dg. 1900. 1900 I — Landsmannschaft „Chaltia" 1 4:5. Das Treffen zwischen den 1900ern und der Chattenmannschaft gestaltete sich zu einem interessanten Kampfe. Die Gäste fanden sich sehr schnell und legten eine Spielstärke an den Tag, die man I von einer Korporationsmannschaft nicht erwartet I hätte. Die Mannschaft war nicht nur sehr eifrig, | sondern zeigte auch beachtliches technisches Können. Unter diesen Umständen war es nicht verwunderlich, daß die «pielvereinigungsleute, die zunächst reichlich zerfahren spielten, zu Halbzeit 3:0 im Hintertreffen lagen Später fanden sie sich, insbesondere die Stürmerreihe, jedoch besser zusammen und verringerten den Borsprung der Gäste auf ein Tor. 1900 1. Igd. — To. hausen 1. Igd. 2:4. Mit demselben Ergebnis, mit dem die 1900er Jugend gegen T. u. Spv. Butzbach 1. Jugend erfolgreich sein konnte, mußte sie sich von den spielstarken Hausenern geschlagen bekennen. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau Kinzenbach I — Dhv. Gießen I 4:5 (1:3). Die Gästemannschaft entpuppte sich als eine sehr schnelle und fair spielende Einheit, deren Hauptwaffe der gefährliche Sturm war. Das Spiel verlies sehr wechselvoll und sah in der ersten Hälfte die Gäste mehr oder weniger leicht im Vorteil, Trotzdem konnte der Platzbesitzer den ersten Erfolg erzielen, dem aber bald der Ausgleich entgegengesetzt wurde. Bis zur Pause konnte die Gästemannschaft noch zweimal erfolgreich sein, während Kinzenbach leer ausging. Nach der Pause sah man verteiltes Spiel, die Platzbesitzer kamen etwas auf und schassten durch zwei Tore den Ausgleich. Die Gießener gingen abermals in Führung, Kinzenbach holte wieder auf, konnte aber nicht verhindern, daß das fünfte Tor der Gäste fiel und die DHVer als verdiente Sieger den Platz verließen. 100. Gauiurntag am 6. März in Gießen Der 100. Gauturntag der Hessenturner, auf dessen Bedeutung als Jubiläumstagung wir kürzlich schon hingewiesen haben, findet nun endgültig am 6. März dieses Jahres in Gießen statt. Oie miiielrheinischen Fechter tagten... 3n Darmstadt trafen sich am Sonntag die Gruppen- und Gaufechtwarte des Mittelrheinkreises der DT. zu ihrer diesjährigen Jahres- tagung. Die Jahresberichte des Kreisfechtwarts Eisner (Mainz) und der Gaugruppenfechtwarte konnten die erfreuliche Tatsache feststellen, daß die Notzeit es nicht vermocht habe, dem An- schwellen der Lurnersechter-Bewegung Einhalt zu gebieten. Die Zahl der Fechter und Fechterinnen im Kreise ist von rund 1000 im Jahre 1927 auf 1607 in 1931 gestiegen. Des abgelaufene Jahr allein brachte einen Zuwachs von neun Riegen. Richt nur zahlenmäßig, sondern auch in bezug auf die Leistungshöhe ist der Mittelrheinkreis mit seinen bekannten Fechterhochburgen Frankfurt, Offenbach und Mainz einer der stärksten Kreise der DT. In reger Aussprache beschäftigte sich die Versammlung mit den mittelrheinischen Fechter-Meisterschaften beim diesjährigen Kreisturnfest in Trier, mit den kommenden Deutschen Meisterschaften und mit der Durchführung von Mann- schaftskämpsen innerhalb der DT. und des Deutschen Fechterbundes. Trotz geringer zur Verfügung stehender Mittel ist der Kreisausschuh, wie Kreiskassenwart Röbig (Frankfurt a. M.) versicherte, bestrebt, die vorgesehenen Lehrgänge durchzuführen und überall fördernd zu wirken. Sportabteilung des Turnvereins Lollar Am Sonntag hatte Lollars 1. Fußballmannschaft die Ligamannschaft des Sportvereins Gladenbach zu Gast. Die Gästemannschaft bot ihr ganzes Können auf und errang einen knappen 4:3-Sieg. Gladenbach stellt eine ausgeglichene Mannschaft, in der die beiden Außenstürmer durch besondere Schnelligkeit auffielen. Lollar gefiel im Angriff sehr gut. Die Platzbesitzer erzielten bis Halbzeit zwei schöne Tore, denen die Gäste nur eins entgegensetzen konnten. Rach Halbzeit kam Gladenbach sehr auf und konnte mit Hilfe eines Lollarer Verteidigers gleichziehen. Lollar ging wenig später wieder in Fühlung, die Gäste zogen jedoch abermals gleich und konnten kurz vor Schluß den siegbringenden Treffer erzielen. Die 1. und 2. Handballmannschaft standen sich vorher im Verbandsspiel gegenüber. Die 1. Mannschaft blieb mit 4:2 Sieger. Mit diesem Siege wurde die 1. Handballmannschaft Dezirksmeister im 2. Bezirk des Lahn-Dünsberg-Gaues und tritt am Sonntag in die Aufftiegsrunde der Gauklasse ein. ’ Kurze Gportnotizen. Infolge der ungenügenden Schnee« läge in Lake Placid haben die Führer der nordi« schen Skidelegationen eine Verlegung der olympischen Ski- und Eisschnellaufwettbewerbe nach einem der großen Wintersportplätze in den Staaten Illinois, Indiana oder Michigan beantragt. Der Deutsche Skiverband wird bei den Olympischen Winterspielen durch den in Detroit wohnenden Münchener Viktor Schneider, der während seiner aktiven Laufbahn viele Erfolge errungen hat, nach seiner Absage wenigstens repräsentativ vertreten fein. Taten für Donnerstag, 28. Januar. (Sonnenaufgang 8.12 LIHr, (Sonnenuntergang 17.04 il^r; Mondaufgang 23.53 Uhr, Mond- Untergang 10 Uhr. 1521: Eröffnung des Reichstags zu Worms: — 1841: der Afrikareisende Henry Morton Stanley bei Denbigh in Wales geboren. (Schluß des redaktionellen Teils.) Der Sonne entgegen — aus dem Winter unserer Landschaft führen die vier billigen Mittelmeer, fahrlen, die der Norddeutsche "Lloyd Bremen ab Februar dieses Jahres veranstaltet, mitten in den blühenden Frühling der Länder des Südens. Jede nähere Auskunft über die Lloyd-Mittelmeerfahrten ist durch die hiesige Vertretung des Norddeutschen Lloyd Bremen erhältlich. 633V Der neue Hauptkatalog des Samenhauses Heinrich Hahn, Gießen, ist eingegangen und steht Interessenten kostenlos zur Verfügung. Wer unter Berücksichtigung der bekannten, zuverlässigen Bedienung die Prüfung der Preise vornimmt, wird überzeugt sein, daß dieselben wirklich vorteilhaft sind. Nur durch Verbindung mit den ersten Häusern der Branche ist dies möglich. 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