nr.279 Kvübausgabe 182. Jahrgang Samstag, 26. November 1932 erscheint täglich, außer Sonnlags und Feiertag«. Beilagen: Die Illustrierte CieBener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monats:Be5ngsprei$: Mit 4 Beilagen ft 1t 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlösse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Zronlsurt am Main 11686. SietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen thnid und Verlag: vrühl'fche Unlverfitals-Vuch- und Zteindruckerei K Lange in Gießen. Zchriflieitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi« zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig,- für fte- hlameanjeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20",, mehr. Chefredakteur. Dr. Fricdr. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr. f).Ibgriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfür denAn- zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen. Oer erste Akt. Nach einem aussichtslosen und deshalb überflüssigen Vorspiel, das die vergeblichen Bemühungen des Herrn von P a p e n um eine engere Fühlungnahme mit den Parteien zeigte, brachte der erste Akt den Auftrag an Adolf Hitler, die Aussichten für eine von ihm geführte parlamen- torische Mehrheitsregierung zu klären. Nach mehrtägigen Verhandlungen, Rückfragen und Antworten hat der Führer der nationalsozialistischen Bewegung den Auftrag des Reichspräsidenten abgelehnt. Der Vorhang fällt, und auch den kühlsten Partei- taktiker mag das unbehagliche Gefühl beschleichen, daß sich hier eine nationale Tragödie von heute noch unabsehbaren verhängnisvollen Ausmaßen abzu- rotfen beginnt, wenn nicht nach der Pause alle sich für Deutschland verantwortlich Fühlenden mit fein- ftem Verständnis für die psychologischen Imponderabilien, aber unter voller Wahrung der ftaats- politischen Notwendigkeiten dem Schicksalsrad in die Speichen fallen und behutsam die Fäden neu zu knüpfen trachten zu einem starken Netz des Vertrauens zwischen Volk und Staatsführung. Der Versuch eines Brückenschlags zwischen dem Reichs- Präsidenten und der nationalsozialistischen Bewegung, für den sich in erster Linie Gregor Straßer in einem ungewöhnlich warmen Appell eingesetzt hatte, und dem auch wir aus voller Ueberzeugung das Wort geredet hatten, ist wiederum gescheitert, wenn auch erfreulicherweise diesmal in einer Form, die keinen Bruch bedeutet und ein Zueinander- finden für später erhoffen läßt. Aber es muß allen, die es angeht, dringend ans Herz gelegt werden — wenn schon die Schuldfrage erörtert werden soll — wenigstens alles zu unterlassen, die Gegensätze, die offenbar durch die mündliche Aussprache zwischen dem greifen Marschall-Präsidenten und Adolf Hitler aus dem Persönlichen ins rein Sachliche geleitet werden konnten, aus taktischen Gründen wieder zu verschärfen. Dieser eine Gewinn muß der Nation doch bleiben aus den redlichen Bemühungen dieser läge. Wir nehmen deshalb auch den Passus in dem letzten Brief Hitlers an den Staatssekretär Meißner, in dem er den Ratgebern des Reichspräsidenten die Absicht unterstellt, das Kabinett Popen unter allen Umständen als Präsidialkabinett zu halten, nicht Io tragisch, möchten vielmehr der festen Ueberzeugung Ausdruck geben, daß das schließliche Ergebnis der Regierungskrisis diese Auffassung Hitlers schlagend widerlegen wird. Aber d ie Ehrlichkeit der Bemühungen von beiden Seiten sollte durch solche Unterstellungen nicht in Zweifel gezogen werden. Dazu wies Hitlers Politik, wie sie aus dem veröffentlichten Briefwechsel zwischen ihm und dem Staatssekretär des Reichspräsidenten hervorgeht, selber zu viel offenbare innere Widersprüche auf. Hitler hatte den Auftrag, die Möglichkeiten einer arbeitsfähigen parlamentarischen Mehrheit für ein Kabinett unter seiner Führung und mit einem einheitlichen Arbeitsprogramm festzustellen. Der nationalsozialistische Führer ist an diesen- Kern des ihm erteilten Auftrags gar nicht herangekommen, er ist vielmehr vorher schon in einem Gestrüpp staatstheoretischer (Erörterungen hängengeblieben, die ihn schließlich von seiner eigentlichen Aufgabe immer weiter entfernten, obwohl der Reichspräsident nach seinen vorausgegangenen Besprechungen mit ihm sowohl wie mit den Führern der übrigen für eine nationale Konzentration in Betracht kommenden Parteien annehmen mußte, daß eine Mehr- beitsbilbung im Reichstag für ein von Hitler geführtes Kabinett möglich war. Hitler hat sich an den bekannten „Voraussetzungen" gestoßen, die der Reichspräsident für eine Regierungsbildung durch Hitler schon in der ersten Unterredung formuliert hcftte. Er hatte in diesen Vorbehalten und Einschränkungen einen unlösbaren inneren Widerspruch zu der ihm gewordenen Aufgabe der Bildung eines parlamentarischen Mehrheitskabinetts gesehen, obwohl er darauf hingewiesen wurde, daß alle früheren Kabinette a»l einen ganz bestimmten Auftrag und gewisse grundsätzliche Forderungen gebunden waren, daß der Reichspräsident jedoch, wenn auch die andern Parteiführer diesen Vorbehalten nicht widersprochen hätten, mit sich reden lassen werde, wenn sich der eine ober andere Punkt als unüberwindliches Hindernis für eine Mehrheitsbildung Herausstellen sollte. Der Führer der nationalsozialistischen Bewegung ist indessen hierüber gar nicht erst in Unterhandlungen mit den anderen Parteien eingetreten, sondern hat dem Reichspräsidenten einen Gegenvorschlag unterbreitet, der seine (Ernennung zum Kanzler eines Präsidialkabinetts bezweckte. Wenn er diesen Begriff auch für seinen Vorschlag ablehnt, so hat er doc darin Vollmachten verlangt, die der Reichspräsident nur einem Manne seines persönlichen Vertrauens, nicht jedoch einem Parteiführer zu gewähren bereit war. Damit ist dann die ohnehin schon bedenklich ins theoretische abgeglittene Unterhaltung versandet. (Es bleibt nur noch übrig, aus dem Schriftwechsel die für die praktische Politik wesentlichen Feststellungen herauszuschälen. Die Parteien haben dem Kabinett Papen vorgeworfen, daß es weder persönlich noch sachlich einen Rückhalt im Volke habe, und für eine Ausschaltung der Volksvertretung kein Grund oorliege, denn der Reichstag besitze „eine arbeitsfähige, starke nationale Mehrheit", dies das Wort des nationalsozialistischen Reichstagspräsidenten G ö r i n g in der Eröffnungssitzung des verflossenen Reichstags. Der Wahlkampf gegen Papen wurde dann von Hitler geführt unter der Parole: „Mit der Dolksmebrheit, nicht gegen die Dolksmehrheit". Hindenburg hat nun Hitler beim Wort genommen. Der nationalsozialistische Führer hat sich in feinem Schlußbrief an Dr. Meißner auch erneut zu diesem Grundsatz bekannt und die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit zwischen Parlament und Staatsführunq unterstrichen. Die vom Reichspräsidenten gewünschte Feststellung, ob als Voraussetzung für diese Zusammen- Heute Entscheidung des Reichspräsidenten. Nach Scheitern einer parlamentarischen Mehrheitsbildung wird heute die Ernennung eines neuen Präsidialkabinetts erwartet. Prälat Kaas berichtet dem Reichspräsidenten. Leine Fühlungnahme ohne Erfolg. Berlin, 25. Roo. (IDIB.) Amtlich. Der Herr Reichspräsident empfing heute um 17 Uhr den Führer d.s Zentrums, Herrn Prälaten Saas, der ihm über seine heutigen Besprechungen mit den Vorsitzenden der NSDAP., der Deutschnationalen Volkspartei, der Bayerischen Volkspartei und der Deutschen volksparlei über die etwa noch vorhandenen Möglichkeiten zur Bildung einer NoI- unö Arbeilsmehrheit des Reichstags berichtete. Prälat kaas hat in diesen Besprechungen an die Führer der genannten Parteien in erster Linie die Frage gerichtet, ob sie ebenso wie die Zen- trumspartei bereit seien, s I ch an Beratungen über ein sachliches Not- und Arbeits- programm für eine Mehrheitsregierung z u beteiligen. Diese Frage ist von den Vorsitzenden der Bayerischen Volkspartei und derDeulschenvolksparleibejahend beantwortet worden. Der Vorsitzende der Deutschnationalen Volkspartei hatte die Beteiligung an solchen Beratungen als im Widerspruch mit der Gefamthaltung feiner Partei stehend, nicht zugesagt. Der Vorsitzende der NSDAP, erklärte, an sich entspreche die Feststellung der sachlichen Grundlage für eine etwaige Mehrheitsregierung durchaus feinen Auffassungen. Auf Grund der Erfahrungen der vergangenen Tage und der Ueberzeugung, daß auch einem positiven Ergebnis dieser sachlichen Beratungen seitens einflußreicher Stellen keineFolge gegeben wurde, halte er eine Beteiligung seinerseits nicht mehr für vertretbar. Auf Grund dieser Feststellungen bat Prälat fiaas den Herrn Reichspräsidenten, von einer weiteren Fühlungnahme mit den Parteien a b s e h e n zu dürfen. Der Herr Reichspräsident dankte dem Prälaten ftaas für feine Bemühungen. Der Standpunkt Hugenbergs Keine Wiederholung der RichilinienPolilik früherer Jahre. Berlin, 25. Rov. (ERB.) Sn der heutigen Unterredung des Prälaten Kaas mit Dr. Hu» genberg betonte der Führer der DRBP.» w i e von deutsch nationaler Seite mit» geteilt wird, daß die Erfahrungen der letzten Jahre dieSch Üblichkeit derPartei» undParlamentsherrschast und ihreUn- geeignetheit für das deutsche Volk besonders kraß erwiesen haben. Ebenso könne kein Zweifel an den verheerenden Folgen des seit 1919 zwischen Reich und Preußen herrschenden Dualismus bestehen. Die Entwicklung der letzten Monate enthalte die Anfänge zur ilcbertoinbung beider Hebet Die DRBP. halte an beiden Errungenschaften fest, solange es nicht etwa den anders, nämlich parlamentarisch eingestellten Kräften gelingen soll, sie entgegen dem deutschnationalen Wunsch wieder hinfällig zu machen. Die DRBP. habe die vom Reichspräsidenten in diesem Sommer gefaßten Entschlüsse begrüßt und demgemäß den Gedanken eines Prä s ibialfabine11i unterstützt. Dabei mußten allerdings d i e Fehler vermieden werden, öte der Arbeit des zurückgetretenen Kabinetts anhafteten. Der Gedanke, eine Mehrheitsregierung durch die Festlegung von Programmpunkten und Aufgaben vorzubereiten, erinnere so sehr an die Richtlinienpolitik früherer Zahre, daß gerade die DRBP.. nach den gemachten Erfahrungen nicht das Bedürfnis einer Wiederholung empfinden könne. Der wirkliche Mittelpunkt der augenblicklich schweren Krisenlage beruhe doch anscheinend auf der Schwierigkeit der Verständigung über Personenfragen. Zu der amtlichen Verlautbarung bemerkt die DNDP. u. a.: Soweit bekanntgegeben handelte es sich bei dem Auftrag des Prälaten Kaas um die Frage der „M öglichkeit einer Mehrheitsbildung im Reichstag". In der Unterredung mit Dr. Hugenberg war von feiten des Prälaten Kaas weder von der „Bildung einer Not- und Arbeitsmehrheit" des Reichstages, noch von einem „N o t - und A r b e i t s p r o g r a m m" die Rede, sondern nur von einem fachlichen Programm für eine parlamentarische Mehrheitsbildung. Das wäre d i e Wiederholung der Vorgänge von 1 9 2 7 gewesen, als unter Zentrumsleitung die bekannten Richtlinien aufgestellt wurden, die damals die deutfchnalionalen Rechte lahmlegten. Das Spiel mit Worten, das anscheinend in der Berichterstattung des Prälaten Kaas liegt, erweckt den Eindruck, als solle den Deutschnationalen für das Scheitern der Verhandlungen eine Mitschuld zugeschoben werden. Die Haltung der Deutsch- nationalen in der ganzen Krisenwoche zeigt klar ihr Ziel, in Uebereinstimmung mit dem Willen des Reichspräsidenten eine starke Staatsführung auf der Grundlage einer wirklichen Zusammenfassung aller nationalen Kräfte zu ermöglichen. Wer wird Reichskanzler? Berlin, 25. Noo. (OB.) Mil dem Empfang des Prälaten kaas beim Reichspräsidenten sind die Bemühung en um eine parlamentarische Mehrheilsbildung beendet. Sie haben nur zu der negativen Feststellung geführt, daß eine Lösung auf dieser Basis nicht möglich ist. Damit erwiesen sich auch gewisse Hoffnungen als trügerisch, die von der Tatsache ausgingen, daß die Besprechungen zwischen dem Prälaten Kaas und Adolf Hitler ganze zwei Stunden gedauert hatten. Ls stand zwar von vornherein fest, daß d i e Deutschnationalen nicht in11machen würden. Aber eine Mehrheit wäre auch ohne sie möglich gewesen, da die Deutsche Volks- Partei nach der Antwort ihres Vorsitzenden an Prälat kaas bereit war, eine Mehrheitsbildung mitzumachen. Auch in Zentrumskreisen herrscht der bestimmte und begründete Eindruck vor, daß der Reichspräsident auch bereit gewesen wäre, die kleinere Mehrheitslösung anzunehmen. Sie ist jedoch nach dem Bericht, den Prälat kaas dem Reichspräsidenten erstattet hat, ebenfalls gescheitert. Damit ist jetzt die Situation gegeben, in der der Reichspräsident seine endgültige Entscheidung über die künftige Reichsregierung zu treffen hat. Diese Entscheidung wird der Reichspräsident am heutigen Samstag mit seinen engeren Mitarbeitern beraten. Das Interesse konzentriert sich naturgemäß auf die Frage, wer der neue kanz- I e r fein wird. 3n politischen Kreisen hatte man erwartet, daß Prälat kaas an den Reichspräsidenten einen sehr bestimmten Appell richten werde, um die Betrauung einer neuen Persönlichkeit zu erreichen. Ls scheint aber, daß Prälat kaas zwar den Standpunkt feiner Partei noch einmal bargelegt hat, aber er ignoriert dabei offenbar nicht die Tatsache, daß die Entscheidung nach dem verlaus dieser letzten Tage einzig und allein in der Hand des Reichspräsidenten liegt. Die Meinung her Presse. Kehrt Papen wieder? Berlin, 25. Rov. (Täl.) Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" weist darauf hin, daß bei der nächtlichen Aussprache zwischen Schleicher und Hitler sämtliche in Frage kommenden Möglichkeiten einer unter Hitlers Führung stehenden Regierungsbildung durchgesprochen worden seien und daß Hitler jeden einzelnen Vorschlag verneinend beantwortet habe. Wenn die Mehrheitsbildung scheitere, so sährt das Blatt fort, dann solle zum wenigsten versucht werden, ein neues Präsidialkabinett besser undbreiterzuuntermauern.alses bisher geschehen sei. Prälat Kaas werde vermutlich ein Tiebereinkommen zwischen DDP., arbeit eine Pariamentsmehrheit tatsächlich vorhanden ist, hat Hitler jedoch nicht getroffen. (Er hat geglaubt, über die vom Reichspräsidenten gemachten Vorbehalte mit den andern Parteien gar nicht erst verhandeln zu dürfen, ohne dabei zu bedenken, daß er für das von ihm vorgeschlagene Ermächtigungs- gesetz doch auch eine Mehrheit im Reichstag brauchte, die sich auf ein bestimmtes Arbeitsprogramm hätte festlegen müssen. So hat er es unterlassen, den Nachweis zu erbringen, daß der ihm gewordene Auftrag tatsächlich unausführbar war. Wir sind indessen überzeugt, daß Zhe unterbliebenen Verhandlungen über die Grundzüge eines Arbeitsprogramms uns ein großes Stück vorwärts gebracht haben würden. Die sachlichen Schwierigkeiten konnten nicht unüberwindlich fein, nachdem sich durch den Gegenvorschlag Hitlers, in dem er die Bereitwilligkeit ausspricht, neben anderen aus dem Kabinett Papen zu übernehmenden Ministern auch den Reichswehrminister von Schleicher und den bisher besonders scharf bekämpften Außenminister von Neurath in ihren Aemtern zu belassen, herausgestellt hatte, daß sich die Einstellung der nationalsozialistischen Partei zum präsidialen Kurs wesentlich gewandelt hat. Mit diesem personellen Zugeständnis entfällk^aktisch auch der Einwurf, daß die auf die Zusammensetzung des Kabinetts gerichteten Wünsche Hindenburgs eine Einschränkung der Verantwortlichkeit des Reichskanzlers feien, die er nicht hätte auf sich nehmen können. So scheint es uns, daß Adolf Hiller die Schwierigkeiten des chm gewordenen Auftrags überschätzt hat. Wir können nicht glauben, daß bei (Eintritt in materielle Verhandlungen mit den andern Parteien unter dem Druck der Verantwortung für das Scheitern einer parlamentarischen Mehrheitsbildung einer der andern Parteiführer sich dem gemeinsamen Appell Hitlers und Hindenburgs leichten Herzens versagt hätte, zumal der Reichspräsident ausdrücklich seine Vermittlung in Aussicht gestellt hatte, wenn einzelne Parteiführer an diesem oder jenem präsidialen Vor- behatt Anstoß nehmen sollten. Adolf Hitler hat von dem Feldmarschall u n • eingeschränktes Vertrauen gefordert, als er um Vollmachten bat, die Hindenburg nur Männern feines persönlichen Vertrauens zu geben gewillt ist. Der Führer der nationalsozialistischen Bewegung hat aber offenbar nicht bedacht, daß die Erfüllung dieses Verlangens auch sein volles Vertrauen zu Hindenburg voraussetzt. Staatssekretär Meißner hat ihn nachdrücklich und mit Vorbedacht auf das Beispiel Brünings hingewiesen, dessen parlamentarisches Kabinett sich in ein Präsidialkabinett verwandelte, als der Kanzler sicb das Vertrauen des Reichspräsidenten in weitestem Maße erworben hatte. Und der Staatssekretär hat hinzugefügt: „Auf ähnlichem Wege könnte naturgemäß auch eine von Ihnen geführte parlamentarische Regierung im Lause der Zeit sich zum Präsidialkabinett wandeln." Hier hätte Hitler anknüpfen müssen, wenn in gegenseitigem Vertrauen die Brücke ge- schlagen werden sollte zwischen dem großen alten Manne an der Spitze des Reiches und der sich im Nationalsozialismus kundtuenden gewaltigen Volksbewegung zu Heil und Segen unseres Vaterlandes. Wir lassen uns die Hoffnung nicht rauben, daß diese Aussprache nicht verbitternd, sondern klärend gewirkt hat, und wir der Möglichkeit eines Zusammenkommens ein gutes Stück nähergekommen sind, wenn auch der Gang der Dinge vorerst einen anderen Verlauf nehmen sollte. Die in einem maßlos erbitterten Wahlkampf zerrissenen Fäden zwischen den Parteien, auf deren Zusammenwirken sich eine Notgemeinschaft aufbauen muß, wie sie der Ernst der Zeit verlangt, sind wieder geknüpft und soltten nicht sobald wieder fallengelassen werden. Eine etwas geschicktere Regie hätte den Besuch Hugenbergs bei Hitler vielleicht schon früher zuwege gebracht und damit eine Aussöhnung der ehemaligen Verbündeten von Harzburg schon praktisch wirksam werden lassen. Die Fühlungnahme des Prälaten Kaas, der als Führer des Zentrums im Auftrage des Reichspräsidenten über die sachlichen Voraussetzungen einer Not- und Arbeitsgemeinschaft sondieren sollte, hat bei dem deutschnationa- len Parteiführer Dr. Hugenberg zu keinem positiven Ergebnis geführt, während Adolf Hitler sich unter dem Eindruck der letzten Ereignisie von einer Beteiligung an den von Kaas gewünschten Besprechungen keiney Erfolg versprach. So ist die Initiative von den Parteien wieder auf den Reichspräsidenten übergegangen, der noch für heute seine Entscheidung in Aussicht gestellt hat. Wie diese auch ausfallen möge, das eine müßten sich die Parteien in diesem Augenblick doch sagen: es sollte schließlich doch auch in Deutschland möglich sein, das Trennende zurückzustellen und das höhere gemeinsame Ziel des Wiederaufbaues der Nation den taktischen Bedürfnissen krasser Parteipolitik unterzuordnen. Die Parteien haben in leidenschaftlichem Kampf den Sturz der Regierung Papen betrieben, weil sie das Volk gegen sich habe. Sie haben im Wahlkampf eine Regierung gefordert, die sich auf eine starke Mehrheit im Reichstag stützen kann. Dos Volk hot sich am 6. November in feiner Mehrheit aber nicht deshalb für das Parlament entschieden, daß nun die alten Intrigen zwischen den Parteien wieder aufleben, bei denen es vor allem daraus ankommt, den anderen die Schuld am Scheitern einer Zusammenarbeit zuzuschieben. Ein Parlament, das auch in Zukunft seine einzige Aufgabe darin sehen würde, einer Regierung das Leben schwer zu machen, hat seine Existenzberechtigung verloren. Daß, den Parteien jetzt noch einmal eine, vielleicht die letzte, Chance gegeben wird, sich wieder einzuschalten in die Arbeit für Volk und Vaterland, sollte ihren Führern stets vor Augen stehen, wenn sie in diesen Tagen vor schwerwiegende Entschlüsse gestellt werden. Diese ihnen zu erleichtern, wird die verantwortungsvolle und schwierige Aufgabe der Ratgeber des Herrn Reichspräsidenten fein bei ihren Vorschlägen für Führung und Zv- fammenfeßung des neuen Kabinetts, denn eine einfache Rückkehr zu den Verhältnissen vor dem 6. November wäre kaum eine glückliche Lösung. (Es muß eine Persönlichkeit gefunden werden, die das volle Vertrauen des Herrn Reichspräsidenten besitzt, aber auch Aussichten dafür bietet, daß sie, wenn auch nicht sofort eine Mehrheit im Reichstag sich ihr zur Verfügung stellt, doch allmählich eine Atmosphäre des Vertrauens zwischen sich und den für eine Notgemeinschaft in Betracht kommenden Parteien zu schaffen vermag. Die Not ist groß genug, daß das Volk von allen Beteiligten hin- reichend Derantwortungssreudigkeit bei ihren (Ent- jchlussen verlangen darf. L •*** Thcaterleberrs ein. Intendant Dr. Prasch er- DCU e al ft JJl T ral Ton CW c- I. /-» r . _-^7 . ' / * nicht nur diese Strafe zu verbüßen, sondern noch weitere zweihundert Tage Gefängnis als Ersaß- strafe für eine Geldstrafe von 50 000 Mk., die er bisher nicht bezahlt hat und wahrscheinlich nicht bezahlen kann. Gegen Sklarz laufen, wie letzt bekannt wird, auch noch bei der Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Betruges in zwei Fäl- len und ein weiteres wegen des Verdachts deS Konkursverbrechens. Mik dem Aula tödlich verunglückt. Dr. Paul Müller, Mitinhaber der Sektkellerei Math. Müller aus Eltville, ist in der vergangenen Nacht auf der Straße von Wiesbaden—Niederwalluf mit seinem Kraftwagen tödlich verunglückt. Aus bisher noch nicht völlig geklärter Ursache geriet der Wagen in den Straßengraben und überschlug sich, roobei Dr. Müller herausgeschleudert wurde. Er ist den schweren Derletzungen alsbald erlegen. Freundlicher Empfang des deutsch-schwedischen Hochzeitspaares in Stockholm. Der erste Direktor des Stadttheatcrs war Her- mann c teing Detter, dec im Jahre 1903 zum weiter des sogenannten, vom Theaterverein begründeten Ctädtebundtheaters (Gießen Marburg, Dad-Vauheim) unter 60 Bewerbern gewählt worden war und ein Vierteljahrhundert lang, vier Jahre im Leibschen Saal und 21 Iahre im neuen Hause, die Geschicke des Gießener Theaters geleitet hat. Seine noch unvergessenen Verdunste sind bei seinem Ausscheiden im Iahre 1928 (üestvorstellung: „ L ommernach ts träum") eingc- ...gewürdigt worden. Steingoetters langjährige, umsichtige und ausbauende Intendantentätigkeit hat recht eigentlich den Grundstein gelegt zu dem. was wir heute — künstlerisch wie auch im Verkehrs- und Wirtschaftsleben der Stadt ~ unserer Bühne besitzen. Cs ist eine Pflicht oer Dankbarkeit, heute dessen zu gedenken, was Hofrat St eingoet ter, zumal während der schwierigen Rachkriegs- und Inflationsjahre, von warmer Liebe zur Kunst erfüllt, unverdrossen und unermüdlich geleistet hat. Von vielen Theaterfreunden betrauert, ist er, wie man sich erinnert schon wenige Monate nach seiner Gießener Abschiedsvorstellung im wohlverdienten Ruhestände m der Rahe von Stuttgart, gestorben. Im Iahre 1928 übernahm dann der jetzige In- Pra'ch. di« Leitung 6c4 Ltadttheaters. Mit seinem Amtsantritt setzte eine neue und kräftige Aufwärtsentwicklung unseres Um Deutschlands Rückkehr in die Genfer Abrüstungskonferenz. Neuraths Vorverhandlungen in Genf.-Deutschlands Bedingungen unverändert. Macdonald und Hernot werden erwartet. wies sich im Laufe seiner bisherigen Tätigkeit nicht nur als ein künstlerisch vielseitig befähigter Bühnenleiter, sondern auch als energischer und weitblickender Organisator, wie ihn eine auf ganz geringe Zuschüsse angewiesene Provinzbühne gerade heute dringend braucht. Mit einer tiefgreifenden Reorganisation des internen Betriebes ging eine Erneuerung des Ensembles, eine Vervollkommnung des technischen Apparates, die Pflege eines starken Abonnentenstammes und die Aufstellung eines Spielplanes Hand in Hand, der den beson- beren Bedürfnissen und Anforderungen eines mittelstädtischen Theaters verständnisvoll angepaßt war. aSy aste«! tetSe. Altung gfj teSs Sse» taufen m8. hnö h Was ich am Abend des Wahltages schon erklärte. wiederhole ich daher heute: Dieses System muh in Deutschland niedergebrochen werden, wenn nicht die deutsche Nation zerbrechen soll. Der Kampf wird daher weitergeführt. Unb wer den Weg dieses Kabinetts- vom Iuni bis heute mit offenen Augen verfolgte, der weiß, wer der Sieger sein wirdl gez.: 2ldolf Hitler." peu e als Mitglied der Theater^Deputation tätig i>t und sich um das Theaterleben in Gießen bedeutende Verdienste erworben hat, schildert in einem interessanten Aufsatz der schon erwähnten Festschrift, wie sich der Liebergang vorn alten zum neuen Hause, aus den unzulänglichen Räumlichkeiten des Leibschen Saales in der Walltorstrahe in das neue unb stattliche Heim vollzog, mit dem Zne Stadt Gießen ein Theater erhielt, wie es nicht viele deutsche Provii^stäöte von gleicher Große auszuweifen haben. Der Theaterbau ent- Plänen von Fellner und Helmer in Wien und des Architekten Hans Meyer in ©ufjen. 3m Vorspruch zur Festschrift rühmt der zehige Gießener Oberbürgermeister Dc. Keller »Interesse, Verständnis und Begeisterung" der Bevölkerung, die das Werk zustande brachte: »So ist es geschehen, daß weit überwiegend durch eine beispiellose Opferwilligkeit der Bürgerschaft und mit nur geringem Zutun der Stadt vor 25 Iahren • ^€taZ>tt^eatcr errichtet werden konnte, das mit Recht die Inschrift trägt: »Ein Denkmal bürgerlichen Gemeinsinns." Im Gießener Anzeiger v?m Mittwoch, 21-Iuli 1937, kann man den aus- suhrlichen Bericht über die Einweihung des neuen uno die festliche Eröffnungsvorstellung nach lesen. JnSil QIm loinmcnöm 2 bahnvcrleHr t Dieseck plant totrben. Sie Wagen krem faltige n 2 Fahrplan zunächst b KtiwMtcn M D:e önveäerung fr Wieseä wird sofort i bärtig im CBau tes ®:e, Einwohners^ "ach jahrelangen ' Haden, in bequemer nach Sichen und Hennatorte zurückfc ^Verbesserung i ein besond in & Entwicklung Ä & F b leh.smittel auch au Gemeinwesens ZTSpHtat 2c bild auch darin kr ei*nia6n bn »tt'chr itt 8« . fischen Dieseck rrK ^'chspost, ßfaW SSftJ li^L Oberbürj be> Sch ®in6'Ä" Ausgabe abschllevt, der beiden Koinmmis Areditüberlchreitunge StrahenarbeitenM Mb diese/ebeAchre Men. Der Äiede Lisstände wurde nn Jürgemeisler Dr. «n Erklärung namen * 'M Me W der neuen Schul voll Wasser, vollkomi sich vielmehr in dur finden. 3m Anschluß an noch eine kurze nich! Oberhch'H 2om Oberhessischei schrieben: Sonntagmorgen bc Ausstellung des Kun ausstellung hatte bis Hilfe. Denn vir fie j hessischer Kuns sie damit nicht ihrer Hilfe, sondern es Em Blick auf die lange Reihe der ebenfalls in Der Festschrift verzeichneten, seit der Gründung des neuen Hauses aufgeführten Stücke läßt die Fülle unermüdlich geleisteter Arbeit erkennen und vermittelt ein eindrucksvolles Bild von der hingebenden Tätigkeit aller am Theater Beteiligten. In einem Provinztheater wie dem unteren wird, was man vielfach nicht weiß oder übersieht, Theater gespielt unter grundlegend anderen Voraussetzungen und Bedingungen als etwa in Berlin, in Frankfurt oder selbst in Darm- stadt. Das Gießener Theater ist ganz auf sich allein gestellt, muß sich im Wesentlichen selbst erhalten und hat auch ganz andere Derpflichtun- gen und Aufgaben zu erfüllen als die großen Buhnen im Reich. Hier bei uns ist das Heater — als einziges im weiten Umkreis — wirklich Kulturträger. Die Theaterleitung kann sich nicht auf andere verlassen, die auch Theater spielen: sie muß in e inem Spielplan zusammenfassen, was in großen Städten mehrere, oft Dutzende von Bühnen gemeinsam aufführen. Dieser Spielplan muß solide und abwechslungsreich fein; er soll, auf- r,*U "uf dem eisernen Bestände des klassischen Repertoires, zugleich den Anschluß an die neue Zeit finden und wahren und soll daneben 6^r?de heute so entschieden sich äußern- „ , ^dilrfnis weiter Kreise nach Entspannung, ^9 "vd (für ein paar Stunden) unbe- fchwerter Heiterkeit entgegenkommen. Die Thea- tmleitung muß endlich mit einem aus sehr verschiedenartigen Bevölkerungsschichten sich zusarn- rnense^noen Desucherkreis rechnen und also den unterschiedlichsten Ansprüchen und Geschmacksrichtungen etwas zu bieten versuchen. S^aS ^deutet auch für den Schauspieler an der <^ortnzbuhne ein ganz anderes Arbeiten, als es oer Darsteller in der Großstadt, vor allem in -öerlm, gewohnt ist, wo auch heute noch oft ein Zugstück wochenlang allabendlich auf dem Spielplan steht. Wir müssen hier in jeder Woche eine neue Inszenierung (oder mehrere) heraus- bnngen, die abgesetzt wird, sobald sie durchs Gtadtiheaier-Zubilaum. Zum TSjährigen Bestehen des neuen Hauses. Wenn sich morgen vormittag eine festlich gestimmte Gemeinde von Kunstfreunden zur würdigen Feier unseres Stadttheater-Iubiläums zusammenfinden wird, so bedarf es wohl heute kaum des Hinweises, daß die in letzter Zeit oft gehörte Bezeichnung „25 Iahre Stadttheater Gießen" nicht so zu verstehen ist, als habe es vor dem Iahre 1907 überhaupt kein Theater, keine Schauspieler und keine Vorstellungen bei uns gegeben. Wie man im Gegenteil aus der jetzt erscheinenden, im Auftrage der Intendanz vom Dramaturgen Wolfgang Kühne herausgegebenen Festschrift ersehen wird, kann unsere Stadt auf eine jahrhundertalte Theatertradition zurückblicken, und es ist sehr reizvoll, sich in die wechselnden Schicksale und in die stetige Entwicklung der Dühnenkunst in Gießen eingehend zu vertiefen, deren erste Anfänge bis ins 16. Iahr- hundert zurückreichen. Es ist hier nicht der Raum, ausführlich darüber zu handeln. Was wir mor- tte.n — in Stolz und Freude, allen Sorgen einer mißgünstigen Zeit zum Trotz — feiern wollen, ist das 25jährige Bestehen des neuen, eigenen Hauses, unseres Stadttheatergebäudes, mit dessen Errichtung in der Süd- anlaye die Schauspielkunst eine bleibende Statt in Gießen gefunden hat. Im Iahre der Jubelfeier der Hessischen Landesuniversität, die 1607 gegründet wurde, konnte das Haus festlich eingeweiht werden. Im Gießener Anzeiger vom 23. Februar 1907 finden toir eine Rotiz, in der es heißt: ^Gestern wurde im Sitzungssaal der Stadtverordneten-Versamm- lung von Freunden und Förderern des Gedankens der Theater-Gründung in der Stadt Gießen mit der Stadtvertretung eine Gesellschaft m. b. H. unter dem Ramen Theaterbauverein G^ m. b H. gegründet. Der Gesellschaft gehören 38 Mitglieder an, das Stammkapital beträgt 450 000 Tlarf An die formelle Gründung schloß sich direkt die erste Generalversammlung, in der Oberbürger- meister Mecum, bezw. dessen Stellvertreter, so- wie die Herren Prof. Fromme, Beigeordneter Kommerzienrat Hehligenstaedt, Stadtverordneter Haubach und Stadtverordneter Kom- dl^s'Im^ichelheim zu Geschäftsführern der Gesellschaft ernannt wurden. Der Thcaterbau- SÄ. F^elöst mit 1. Iuli 1936, das Theater nebst Zubehör verbleibt darnach der Stadt 8 DerMung für die unentgeltliche Un® Bauplatzes." Das Theater ist S September 1925 in den Besitz der Stadt über gegangen. IJ Besprechungen der letzten Tage werden als eine wertvolle Klärung der gesamten Lage angesehen. Auf der Grundlage dieser Besprechungen, die jetzt von Norman Davis in Paris mit Her- riot fortgeführt werden, sollen sodann Ende der nächsten Woche die aemeinsamen Besprechungen der fünf Großmächte England, Deutschland, Frankreich, Italien und der Vereinigten Staaten beginnen. Dabei wird hervor- gehoben, daß es sich keineswegs um eine Sonder- konftvenz im Nahmen der Abrüstungskonferenz, son- dern nur um einen unverbindlichen p r i • Daten Meinungsaustausch handele, und daß diese Besprechungen den ausschließlichen Zweck verfolgten, die Rückkehr Deutschlands in die Abrüstungskonferenz zu ermöglichen. Der grundsätzliche deutsche Standpuntt ist den an den kommenden Besprechungen beteiligten Mächten in ben letzten Tagen wiederum mit großer Deut- ttchkeit zum Ausdruck gebracht worden. Man hält auf deutscher Seite aussichtsreiche Berhandlungen über die Rückkehr Deutschlands in die Abrüstungs- konferenz nur dann für möglich, wenn der rar ? l d? s Simon-Vorschlages zur Gleichberechtigungsfrage die Grund- der Verhandlungen bildet und fämt- liche Machte von der selbstverständlichen Tatsache ausgehen, daß in Zukunft die Entwafsnungsbe- st immun gen des Deifailler Vertrages durch die allgemein gültigen Regeln der Ab- rüstungskonvention ersetzt werden Nur unter dieser grundsätzlichen Voraussetzung kann auf eine deutsche Teilnahme an den kommenden Dor- Verhandlungen geredjnet werden. Eine nach Zehntausenden zählende Menschenmenge hatte sich vor dem Stockholmer Hauptbahnhof eingefunden, um das junge Fürstenpaar Prinz Gustav Adolf Und Prinzessin Sibylle bei dec Heimkehr von der Hochzeitsreise zu begrüßen. 3m offenen Gala- toagen fuhr das junge Paar, von einer Schwadron Gardereiter begleitet, durch die festlich geschmückten Straßen zum Schloß, überall von der Menschenmenge stürmisch begrüßt. Auch alle Schiffe im Stockholmer Hafen haben ebenso wie die öffentlichen und die privaten Gebäude geflaggt. An vielen Stellen ziehen sich Blumengewinde mit den Initialen des Prinzenpaares über die Straße hinweg. Reben der schwedischen Flagge weht an vielen Stellen die deutsche und Abonnement gelaufen ist und, wenn es gut geht, noch eine oder mehrere Gastspielreisen hinter sich hat. Man bedenke, welche Unmenge von Vorbereitung, Proben- und Aufführungs-A.bcit damit verbunden ist, welche Dauerbeanspruchung, welche Vielseitigkeit und Wandlungsfähigkeit des einzelnen Darstellers, dem der alte Begriff des Rollenfaches hier allmählich fremd wird oder einen ganz neuen Inhalt bekommt. Die werberische Initiative des Intendanten Dr. P r a s ch hat sich auch von Anfang an erfolgreich darum bemüht, den von seinem Vorgänger geschaffenen, künstlerischen und geschäftlichen Aktionsradius des Stadttheaters zu vergrößern und ein möglichst weites Hinterland für feine, die einzige stehende Bühne Oberhesfens zu interessieren und mobil zu machen. Und in der Tat verdiente heute das Gießener Sladttheater den Ehrentitel eines Landestheaters mit tieferer Berechtigung als manche deutsche Bühne, die feit langem diesen Ramen führt. Die künstlerische Entwicklung des Gießener Stadttheaters, die auch über die Grenzen Gierens und selbst des Hessenlandes hinaus erfreulichen Widerhall gefunden hat, fiel und fällt, wie nicht näher ausae.ührt zu werden braucht, zusammen mit einer Zeit politischer Wirren, wirtschaftlicher und kultureller Krisen und Röte, wie sie das deutsche Theater wohl nie zuvor erlebt hat. Schon in dec vorigen Spielzeit, ein Iahr vor der Iubilaumsfeier, schien der Bestand unserer Bühne ernstlich bedroht, und auch die neue, im Otto- ber begonnene Saison mußte wiederum mit bctoeg- iKben Rot- und Warnrufen, mit werbenden und ^schwörenden Ansprachen an die kunstliebende Bevölkerung emgdeitet werden. Cs ist zur Ge- mige gejagt toorben, was eine notwendig wer- dmde Schließung des Stadttheaters in wirtschaft- Uch^und künstlerischer Hinsicht zu bedeuten haben wurde — nicht nur für die unmittelbar Detroffe- U^N- Personal und Publikum, sondern auch darüber hinaus für breite Schichten der Bürgerschaft und des gewerblichen Mittelstandes, für die De- volkerung des Kreises Gießen und der Provinz lOberhessen; von dem unersetzlichen Verlust einer verkehrswe^erisch nicht hoch genug einzuschätzen- oen Anziehungskraft der Provinzialhauptstadt ganz zu schweigen. Wann aber alle, die in diesen Tagen mit Freude uno Stolz am Iubiläum unterer städtischen Bühne teil nehmen, sich der ernsten Verpflichtung bewußt find, welche dieser Gedenktag für jeden einzelnen in sich schließt, dann — nur dann — werden wir des Gießener Thea'ers mit so zuver- luptlKber Ruhe entgegensehen können, wie eine altere Generation das in schöneren Zeiten selbstverständlich und selbstbewußt hat tun dürfen. hth. ' so würde die deutsche Natton sie mit der ausschließ. 1 lichen Verantwortung dafür belasten. Die NSDAP. 1 aber werde unbeirrt mit verdoppelter Kraft innerhalb des Volkes weiter kämpfen. Das »Stuttgarter Reue Tagblatt" schreibt zu den Vorgängen in Berlin u. a.: Für den Reichspräsidenten war es eine Unmöglichkeit, das Geschenk des Vertrauens einem Manne zu gewähren, dem er heute sicher mehr als vor einem Vierteljahr persönlichen Respekt entgegenbringt, den er aber nicht genau genug kennt, um ihm die volle Verfügungsgewalt über die präsidialen Befugnisse zu gewähren. Hindenburgs Präfidial- kabinett wollte überparteilich, Hitlers Präsidialkabinett hingegen dem Kern nach nationalsozialistisch sein. An der Unvereinbarkeit dieser Auffassung mußte schließlich der Lö- sungsversuch scheitern. Kehrt Herr v. Papen wieder, so ist mit Sicherheit zu erwarten, daß sachliche Oppositton und persönliche Feindseligkeit von vornherein dazu führen, eine höchst unerquickliche Atmosphäre zu schaffen, aus der sich in kürzester Frist ein erneuter Konflikt schwerster Art zwischen Regierung und Reichstag ergeben muh. Hitler an die NEOAP. Berlin, 25. Nov (TU.) Die Presse veröffentlicht folgenden Ausruf Adolf Hitlers zur Lage: „Nationalsozialisten, Nationalsozialistinnen, Parteigenossen! Schon nach kurzer Beobachtung der Tätigkeit des Kabinetts von Papen habe ich meiner Einsicht und Ueberzeugung entsprechend die Folgen vorhergesagt, die nun gekommen sind. Als Herr von Papen die Arbeitslofenzahl bis zu Beginn dieses Winters um zwei Millionen zu senken versprach, die wirtschaftliche Not zu heben vorgab, die inner- und außenpolitischen Fragen einer Lösung entgegenzuführen versicherte, waren unzählige Deutsche mit einem Schlage wieder von gläubigem Vertrauen erfüllt. Ich habe damals gewarnt und mehr als Recht behalten. Die Wirtschaftsnot dauert an. Die Arbeitslosigkeit steigt. Der Bolschewismus in Deutschland nimmt zu. Die Isolierung des Reiches der übrigen Welt gegenüber ist fast vollendet. Noch nie hat in Deutschland ein Kabinett mehr Macht gehabt, noch nie aber auch mehr versagt als diese Regierung einer kleinen exklusiven Schicht unseres Volkes. Heute werden mir Millionen der Anhänger unserer Bewegung innerlich dankbar sein, daß ich die Partei, in der sich eine letzte Reserve deutschen Glaubens, deutscher Kraft und deutscher Hoffnung befindet, nicht mit diesem unseligen politischen und wirtschaftlichen Dilettantismus verbunden habe. Ich kann das noch viel weniger in Zukunft tun. Ich weiß, diese Regierung wird ihr unheilvolles Wirken fortsetzen. Ich kann das im Augenblick nicht verhindern. Allein, was ich, solange ich lebe, verhindern werde, ist die Preisgabe unserer einzigen Bewegung an dieses Regiment. Wan hat mich nach Berlin gerufen, um an der Behebung einer Regierungskrise mitzuwirken, und wollte doch nichts anderes, als Papens Kabinett retten und mir einen zweiten 13. August bereiten, ©o hätten wir Rationalsozialisten auf einmal toiecer die hohe Ehre bekommen, zur Aufpuhung des etwas schwach gewordenen Glanzes dieser Re° gierung durch einen oder zwei nationalsozialistische Minister beitragen zu dürfen. Ich habe darauf die Haltung eingenommen, die ich als Führer unserer Bewegung einnehmen mußte. Deutschland wollen wir retten, die Regierung von Papen aber nicht. Da ich diesmal Vorsorge trug, daß der 13. August sich nicht wiederholen konnte, erhielt ich den 2luftrag, eine Lösung parlamentarischen Art herbeizuführen, die vorsorglich durch die daran geknüpften Bedingungen von vornherein unmöglich gemacht wurde. Dennoch habe ich mich angesichts der großen Rot unseres Volkes entschlossen, ein Anoebot zu wachen das zugleich für die inneren Absichten aller klärend fein konnte. Das Angebot wurde abgelehnt und damit erscheint, glaube ich, der Wille der Ratgeber des Reichspräsidenten enthüllt. Aus aller Well. Die Bergungsarbeiten auf den Delbrück-Lchachten in Hindenburg. Ueber den Stand der Rettungsarbeiten auf den Delbrück-Schächten wird mitgeteilt, daß mindestens zwei von den vier Eingeschlossenen noch leben. Der Füller Woithowsky aus Gleiwitz arbeitete sogar selbst mit an seiner Rettung, während auf der anderen Seite die Rettungsmannschaft sich ganz in seiner Nähe befand. Sie mußte aller- dings mit äußerster Vorsicht vorgehen. Mit vieler Mühe wurde Woithowsky endlich freigelegt, jedoch ist sein Fuß unter einer mächtigen Steinplatte eingeklemmt. Die Steinplatte wird jetzt zermeißelt. Woithowsky ließ sich sofort nach feiner Freilegung eine Pfeife Tabak geben. In feiner Nähe liegt der Häuer Wied uch, von dem von Zeit zu Zeit Lebenszeichen zu vernehmen sind. Zwischen beiden liegt der Füller Kubitza, der aber offenbar tot ist. Heinrich Sklarz verhaftet. Genf, 25. Nov. (TU.) Reichsaußenminister von Neurath hatte am Freitagoormittag eine längere Unterredung mit dem englischen Außenminister über die schwebenden Danziger Fragen. Die in den letzten Tagen fortlaufend und inoffiziell geführten diplomatischen Besprechungen über die Gleichberechtigungsfrage werden Ende dieser Woche unterbrochen werden, da die leitenden Staatsmänner zunächst abreifen. Eine Darstellung, nach der eine grundsätzliche Vereinbarung zwischen den fünf Großmächten einschließlich Deutschland zustande gekommen sein soll, Mitte der nächsten Woche zu gemeinsamen unverbindlichen Besprechungen wieder zusammenzutreten, entspricht nicht den Tatsachen. Es muß vielmehr festgestellt werden, daß bisher irgendwelche festen Vereinbarungen in den Verhandlungen des deutschen Außenministers mit Simon, Norman Davis und Henderson nicht getroffen sind. 3n englischen Kreisen wiro mit dem Eintreffen des Ministerpräsidenten Macdonald Ende nächster Woche in Genf gerechnet. Eunon verläßt Freitagabend Genf, wird aber Mitte der nächsten Woche wieder zurückkehren. Mit dem Eintreffen Herriots kann Ende nächster Woche gerechnet werden, falls nicht eine weitere Verwicklung der französischen innenpolitischen Lage seine Genfer Reise unmöglich machen sollte. In englischen Kreisen erklärt man, daß Macdonald jetzt die Verhandlungen über die Gleichberochtigungsfrage in die Hand nehmen wolle und entschlossen sei, i n m 5 g l ich st ku r- zer Zeit zu praktischen Ergebnissen zu gelangen. Die unverbindlichen diplomattschen Zentrum und Bayerischer Dolkspar- tei anstreben, von dem aus eine neue Präsidialregierung erstrebt werden könne. Das Blatt berichtet dann, daß Herr von Reurath am Samstag Genf verlassen werde. Diese Reise werde mit der innerpolitischen Lage in Verbindung gebracht. In politischen Kreisen werde darüber hinaus die Vermutung geäußert, daß Reurath vom Reichspräsidenten mit derDildung eines neuen Pr äsid i a lkabine 11 s betraut werden dürfe. — Das „8 Uhr-Abend- blatt" meint, daß die Absichten Kaas', einem Prä- sidialkabinett eine stärkere parlamentarische Unterstützung zu verschaffen als Herr von Papen sie hatte, mehr Aussichten hätten als alle bisherigen Bemühungen unter der Voraussetzung, daß nicht Herr von Papen wieder zum Reichskanzler ernannt werde. Man sei der Ansicht, daß unter dieser Voraussetzung der Ruf Hindenburgs an den gegenwärtigen Reichs- wehrministerHerrnvonSchleicherer- gehen dürfte, der dann das Kanzleramt mit dem des Deichswehrministers verbinden würde. Man glaube daher nicht an eine Wiederberufung des Herrn von Papen. Die „Germania" (Zentrum) schreibt: Die politischen und sozialen Derhältnifs«' unseres Vaterlandes sind durch die Vorgänge der letzten Tage wohl noch verschärft worden. In diesem Augenblick hängt alles davon ab, daß der Reichspräsident als treuer Sachwalter des Volkes i m Geiste der U e b e r p a r t e i l i ch k e i t und der Versöhnung, der seine Amtsführung immer ausgezeichnet hat, die Krise einer Lösung entgegenführt, die den Weg zu der so bitter notwendigen politischen Entspannung des Voltes findet. Wir hoffen von dieser Lösung, daß fie unter den leidenschaftlichen Streit der letzten Monate wenigstens insoweit einen Schlußstrich ziebt, als sie neuen Männern die Chance gibt, das vorhandene Mißtrauen zu mindern und neues Vertrauen zu erobern. nicht zu machen, da sowohl Friedberg als auch SiimmenausGüddeuischland In den „Münchener Reuesten Rachrichten" heißt es, der Reichspräsident stehe heute vor der schweren Aufgabe, einen Mann Zu finden, dem er sein Vertrauen schenken und der einen Rückhalt im Parlament gewinnen könne. Von all den während dieser Krisentage genannten Ramen hält das Blatt den des früheren Reichswehrministers Geßler für den besten. Die Schwierigkeiten der Lösung der Krise seien heute größer als zu ihrem Beginn. Ob es gelingen werde, die RSDAP. aus der Enttäuschung zu lösen, sei schlechthin die entscheidende Frage der kommenden Monate. — Der „Bayerische Kurier" sagt, trotz alledem was vorgegangen sei, müsse der Versuch der Sammlung noch einmal gemacht werden, weil Hitler diesen Versuch gar nicht durchgeführt habe. Mit aller Deutlichkeit müsse festgestellt werden, daß die Rückkehr zum alten Kabinett und ^um System der Regierung Papen nicht möglich sei, weil sonst ein unheilvoller Kampf- zustand zwischen Regierung, Volk und seiner Ver- tretung sich entwickeln müßte. Im „Völkischen Beobachter" schreibt Rosenberg: Die deutsche Natton werde es begrüßen, daß Adolf Hitler auf den herausfordernden Brief des Staatssekretärs Meißner vom 24. November eine deutliche Antwort erteilte, die das unwürdige Spiel hinter dem Rücken des Reichspräsidenten bloßlegte. Jetzt feien die Herren wieder unter sich und suchten nach Kanzlern. Aber alle, die noch etwas bedeuteten, dankten für die hohe Ehre, gegen die Träger der deutschen Freiheitsbewegung regieren zu wollen. Wenn etwa 5)err von Papen sich erneut als Reichskanzler vorstellen wollte, so wäre das ein Schritt, der die Verzweiflung der sich an die Macht klammernden, innerlich aber bereits zusam- mengebrochenen Herrenschicht erschreckend aufzeigen würde. Die Herren mögen tun, was fie wollen, ' Wenn aber die rote Flut erneut ansteigen sollte, I Heinrich Sklarz, gegen den seit Monaten ein Haftbefehl zwecks Verbüßung einer Gefängnisstrafe von einem Iahr sechs Monaten schwebt, konnte jetzt durch Staatsanwaltschaftsrat S o r g a tz in einem möblierten Zimmer, das Sklarz schon seit einiger Zeit in ber Rähe des Moabiter Kriminalgerichts in Berlin bewohnt, verhaftet werden. Sklarz ist in das Unter- ulU()8V un suchungsgefängnis eingeliefert worden. Sllarz hat die Koburger Flagge. ehr 'seren,. **1" '«fa. taten«* * EchnMs al- Crioh- von 50000 M, % hat uni wahrscheinlich ■gen Sklarz lausen, wie noch bei der Staalsan- ungsverfahrenwe- Betruges in zwei Fäl, M des DerdachiS des dllch verunglülkt. litinhaber der Sektkellerei ist in der vergangenen Wiesbaden—Niederwallus ödlich verunglückt llig geklärter Ursache gt- rahengraben und über- Müller herausgesch!eu>ert ren Verletzungen alsbald P-Cm€>n[ü^n 2nb« '.uns teen_3t. 'nen. Zwegz um ®'rt b durch die I 91 Wn der Ab. wrrden. Nur ,Qnn auf des deutsch-schwedischen in Zlockholm. en zählende Menschen« n ßtodfolmer >as junge §ürflcnpaar unö' Prinzessin 6i* hr von bet tzvch« in. Iw o^mxi ®ala- E, von einer Schwa- it, durch die sestlich g<- Echloh, überall von der ; begrüßt. Auch alle Hasen haben ebenso wie privaten Gebäude y m ziehen sich Blumen« ilen des Plinzenpaares Neben der schwedischen Stellen die deutsche und und, wem es gut gck- nßpi'lteta >EU>» X Unmenge DtmW Uussührungs-2l.bclt da V Dauerbeanspruch'M DandlungsWgke't des n der alte Begriff.des ch swnd wird oder einen suite ä & ftii MM »Ä SÜSSS D eren, nie -uvorw lzeit. ^Aer Mbne Bestaun 0kt°- ch tue ueue. beweg- ^^^Mbendcn"nd Sfestf dichten, z dre •*£ ttelft^h w Provinz eßen u"d Lust cmct KSV M M 55^5 urdAs mit fnifijte Aus der provinzialhaupistadt schärfer herausgestellt werden. Die Teilnehmer der WeihnachtS-Ausstellung waren bisher zum weitaus größten Teil nur Maler. Es ist dieses Jahr zum erstenmal der Versuch gemacht worden, ein möglichst umfassendes Bild der gesamten künstlerischen Betätigung in Oberhessen zu geben. Aus diesem Grunde ist auch die Architektur mit hineingenommen worden, wenn auch nicht zu erwarten war, daß das Bildmaterial sehr reichhaltig sein würde. Es ist im letzten 3ahre wenig gebaut worden, und da wir zudem die in Gießen errichteten Gebäude als bekannt voraussetzen durften, sind nur einige Arbeiten aus anderen Städten eingereicht. Dieser bescheidene Anfang einer (Zahresschau sollte uns aber nicht hindern, das neue Thema sestzuhalten, wSnn zunächst auch mit etwas unzulänglichen Mitteln. Dieser Gedanke hat gleichzeitig Veranlassung dazu gegeben, daß der Charakter des Ausstellens sich geändert hat. Es werden nicht mehr, wie bisher, die Künstler bzw. Künstlerinnen geschlossen gezeigt, sondern die Arbeiten sind zu bestimmten Gebieten zusammengelaht worden, z. B. Porträts, Landschaften, Städtebilder, Stilleben, Graphik usw. Wir glauben dadurch die Beurteilung der künstlerischen Leistung fördern und damit auch leichter ein Urteil über das Gesamtniveau geben zu können. 3m Grunde soll aber darum der Gedanke der Künstlerhilfe bei dieser Ausstellung nicht zurücktreten, sondern er bedarf gerade in der heutigen Zeit ganz besonderer Betonung. Der Kunstverein bittet deshalb seine Mitglieder und Freunde, diese Ausstellung recht zahlreich zu besuchen, für sie zu werben und dabei den sozialen Gedanken dieser Veranstaltung nicht zu vergessen. SchlachtsteuerinHeffenabl.Oezember. Stadtrats-Sihung. Der Gießener Stadtrat trat gestern nachmittag zu einer kurzen öffentlichen Sitzung im Stadthaus Bergstraße zusammen. Anwesend waren Oberbürgermeister Dr.Keller, die Bürgermeister Dr. S e i b und Dr. Hamm, Beigeordneter Iustizrat Dr. Rosenberg und 30 Mitglieder des Stadtrats. Dor Eintritt in die Tagesordnung erhob Stadt- ratsmitglied Kästner (Komm.) Protest, weil der von ihm in der vorigen Sitzung eingereichte Winterhilfe-Antrag der Erwerbslosen nicht aus die Tagesordnung dieser Sitzung gesetzt worden sei. Oberbürgermeister Dr. Keller antwortete. daß der Wohlfahrtsausschuß diesen Antrag mittlerweile beraten und ihn zur weiteren Erledigung dem Finanzausschuß überwiesen habe; nunmehr müsse sich erst der Finanzausschuß damit beschäftigen. StadtratSmitgliedM a n n (SPD.) ersuchte, bei dieser Gelegenheit auch einen Winterhilfe-Antrag der SPD. mit zu beraten. Unter dem Vorsitz des ältesten Stadtratsmitgliedes Reiber wurde sodann über die Rechnung der Sta.dtkasse für das Rechnungsjahr 1 929 und über die Riederschla- gung uneinbringlicher Ausstände dieses Rechnungsjahres beraten. Die Rechnung für 1929, die in der Betriebsrechnung mit 6 034 617,50 Mark in Einnahme und mit 5 774 529,03 Mark in Ausgabe, in der Dermögensrechnung mit 4 078 043,93 Mark in Einnahme und mit 3 889 197,74 Mark in Ausgabe abschließt, wurde gegen die Stimmen der beiden Kommunisten genehmigt, nachdem über Kreditüberschreitungen infolge von Bauten und Strahenarbeiten usw. kurz Aufschluß gegeben war und diese Ueberschreitungen Billigung gefunden hatten. Der Riederfchlagung uneinbringlicher Lmsstände wurde einstimmig zugestimmt. Bürgermeister Dr. Hamm teilte in einer kurzen Erklärung namens der Stadtverwaltung noch mit, 'daß die Behauptungen, die Keller in der neuen Schule in den Eichgärten ständen voll Wasser, vollkommen unwahr seien, die Keller sich vielmehr in durchaus trockenem Zustand bo> finden. 3m Anschluß an die öffentliche Sitzung fand noch eine kurze nichtöffenlliche Beratung statt. Oberhessischer Kunstverein. Dom Oberhessischen Kunstverein wird unS ge- Das hessische Gesamtministerium hat durch Verordnung vom 9. November, die heute im hessischen Regierungsblatt erscheint, mit Wirkung vom 1. Dezember ab eine Schlacht st euer und eine Ausgleichsabgabe für die Einfuhr von Fletsch verordnet. Die Schlacktsteuer wird von allen Schlachtungen von Rindvieh, Schweinen und Schafen, die Einfuhrabgabe vom Fleisch der genannten Tiere sowie von der Einfuhr von Fleisch- und Wurstwaren aller Art erhoben. Persönlich steuerpflichtig ist, wer die Schlachtungen auf seine Rechnung und Gefahr vornimmt, oder vornehmen läßt. Für die Einfuhrabgabe ist der Empfänger steuerpflichtig. Die Schlachtsteuer, deren Sätze im wesentlichen den bereits mitgeteilten ent- sprechen, bringt für Hausschlachtungen eine besondere Ermäßigung. Außerdem sind in der Verordnung noch weitere besondere Ermäßigungen vorgesehen. In der Verordnung wird ausdrücklich schrieben: Sonntagmorgen beginnt die letzte diesjährige Ausstellung des Kunstvereins. Diese Weihnachtsausstellung hatte bisher den Untertitel: Künstler- Hilfe. Wenn wir sie jetzt„3ahresschauOber- hessischer Kunst" genannt haben, so verliert sie damit nicht ihren Charakter als Künstler - , Hilfe, sondern es soll das eigentliche Thema I darauf hingewiesen, daß die Schlachtsteuer dem 9er Slraßenbahnverkehr Gießen-Wieseck Am kommenden Dienstag wird der Straßen- bahnverkehr zwischen Dietzen und Wieseck planmäßig ausgenommen werden. Die Wagen verkehren nach dem in unserem heutigen Anzeigenteil veröffentlichten Fahrplan zunächst bis zum Endpunkt der jetzt fertiggestellten Strecke unmittelbar vor Wieseck. Die Erweiterung des Derkehrs innerhalb von Wieseck wird sofort nach Fertigstellung der gegenwärtig im Dau befindlichen Linie erfolgen. Die Einwohnerschaft von Wieseck wird nun nach jahrelangen Bemühungen die Möglichkeit haben, in bequemer Weise mit der Straßenbahn nach Dietzen und von dort wieder nach ihrem Heimatorte zurückfahren zu können. Diese Der- kehrsverbesserung ist für die Bevölkerung von Wieseck ein besonders denkwürdiger Markstein in der Entwicklung i^res Ortes, denn es ist ernsthaft nicht zu b.streiten, daß das neue Verkehrsmittel auch auf u.e Entwicklung des Wie- secker Gemeinwesens einen weitreichenden produktiven Einfluß haben wird. Die grundlegende Veränderung der Verkehrsverhältnisse von Wieseck wird auch darin zum Ausdruck kommen, datz vom nächsten Dienstag ab nach 3nbetriebnahme der Straßenbahn der verkehr der Kraftomnibusse der Reichsposl zwischen wieseck und Gießen eingestellt wird. Rach einer Vereinbarung, die gestern beim Kreisamt in Verhandlungen unter der Leitung von Oberregierungsrat Ritzel zwischen Vertretern der Reichspost, der Reichsbahn und der Gießener Slrahenbahnverwaltung abgeschlossen wurde, werden künftig die Kraftomnibusse der Reichspost nur noch im Pendelverkehr zwischen Wieseck und Alten- D u s e ck Verwendung finden, für den Verkehr zwischen Wieseck und Dietzen aber nicht mehr in Betracht kommen. Auf Grund dieser Vereinbarung wird die Bevölkerung von Alten- Duseck vom Dienstag ab Llmsteige-Fahr- scheine lösen, die zur Fahrt nach Dietzen von Wieseck ab die Benutzung der Stra- tzenbahn und umgekehrt zur Fahrt von Wieseck nach Alten-Buseck die 3nanspruchnahme des Kraftomnibusses gestatten. Die einzige Reuerung für die Alien-Busecker Verkehrsgäste wird also nur darin bestehen, daß sie in Wieseck vom Omnibus in die Straßenbahn bzw. von der Straßenbahn in den Omnibus umsteigen, ohne neue Fahrscheine lösen zu müssen. Die Verrechnung des Fahrpreises werden die beiden betriebsführenden Verwaltungen, Straßenbahn und Deichspost, untereinander vornehmen. Der verkehr der Kraftomnibusse nach und von Alten-vuseck wird vom Dienstag ab nach folgendem Fahrplan durchgeführt: (w — Werktags): Don Wieseck nach Alten-Buseck: 6.05; 6.52; 11.30; 13.15; 18.00; 19.00 Ähr. Don Alten-Buseck nach Wieseck: 6.35; 7.10; 11.50; 13.40; 18.25; 19.25 Uhr. Die Kraftomnibusfahrten haben stets Anschluß an die Stratzenbahnwagen von bzw. nach Gießen. Hessen-Kalender 1933. 3m Verlage des Hessischen Verkehrsverbandes in Darmstadt ist jetzt der Hessen - Kalender 1 9 3 3 erschienen. Die bisherigen Werbekalender dieser Art haben mit dem neuen Druckwerk eine eindrucksvolle Fortsetzung gefunden. Für das Hessenland, insbesondere auch für unsere Provinz Oberhessen, wird dieser Wandkalender beim reiselustigen Publikum, aber auch bei den Hessen in allen Teilen des Reiches und darüber hinaus ein guter Fürsprecher und Werber sein. 3n dem neuen Kalender kommt unsere Provinz Oberhessen, dank guter Zusammenarbeit der verschiedensten Verkehrswerbestellen mit dem Hessischen Verkehrsverband, erfreulicherweise besser zur Geltung, als in dc früheren Kalenderwerken. Das Titelbild zeigt eine junge Däurin in ober- hessischer Tracht und gibt dadurch, nachdem bei den früheren Ausgaben Starkenburg und Rheinhessen das »Gesicht" des Kalenders bestimmt hatten, das Charakteristikum der Provinz Oberhessen an bevorzugtester Stelle wieder. Auf den Abreiß- blättern findet man in guten Bildern die verschleudert sten Gegenden der Provinz Oberhessen verzeichnet. Es sind hier zu vermerken: Bad Salzhausen, Gießen, Dad-Rauheim. Vogelsberg Friedberg, Butzbach. Lahntal, Schlitz, Laubach, Lich, Bad Vilbel, Schiffenberg, Alsfeld, Grün- berg, Münzen berg, Ridda, Hüttenberger Brautpaar, Kloster Arnsburg, Wetterau, Schloß Bingenheim und Winterbilder vom Vogelsberg. Zahlreiche Plätze unserer Provinz sind mit mehreren Bildern vertreten. Daneben kommen aber auch die verschiedensten Gegenden Starkenburgs und Rheinhesserrs gebührend mit schönen Bildern zur Geltung. Allenthalben begegnet man bei der reichen 31luftration des Kalenders reizvollen Ausschnitten aus der hessischen Heimat; Landschasts- , aufnahmen wechseln mit Bildern von historischen Bauten, Denkmälern, modernen Bauwerken, Stra- I ßenbildern usw. ab. Während bei den früheren Hessen-Kalendern unter den Bildern historische Rotizen zu finden waren, die aber im allgemeinen wenig Anklang fanden, enthält der Hessen-Kalender 1933 insofern eine begrüßenswerte Steuerung, als er bei jedem Dildschmuck einen kurzen orientierenden Text zu dem Bild oder Ort bringt Dadurch wird dem Wunsche des Publikums, an- Hand des Kalenders die wichtigsten Ausschlüsse zur Orientierung für Besuchsreisen zu erhalten, Rechnung getragen. Sicherlich werden die Freunde landschaftlicher und städtebaulicher Schönheiten, deren unsere Provinz Oberhessen wie auch das Hessenland eine große Zahl besitzt, diese lebendige Ausgestaltung des Kalenders begrüßen; ferner wird aber auch den Hessen in der Feme die Schönheit ihrer Heimat nicht nur durch das Bild, sondern auch durch das Wort wieder in Erinnerung gerufen. Als ganzes gewertet verdient der neue Hessen- Kalender wegen seiner sorgsamen Materialzusammenstellung und feik’er geschmackvollen und drucktechnisch hervorragei den Ausführung volle Anerkennung. Das gediegene Kalenderwerk ist nicht nur ein ausgezeichnetes Werbemittel für den Fremdenverkehr, sondern auch ein wertvolles Geschenk für den Weihnachtstisch. Der Preis von 1,50 Mark ist so niedrig bemessen, datz jedermann Käufer dieses Kalenders sein kann. Der Hessische Derkehrsverband hat sich mit der Herausgabe dieses neuen Hessen-Kalenders ein neues Verdienst um die Förderung der hessischen Derkehrs- interessen und um die Vertiefung der Heimatliebe bei allen Hessen in der Fremde erworben, die Brühl sche Druckerei in Gießen, die den Kalender im Druck und in der Buchbinderei aufs sorgsamste hergestellt hat, ist dem Derkehrsver- band bei diesem Werk eine gute Helferin gewesen. (426) Verbraucher nicht gesondert neben dem eigentlichen Verkaufspreis in Rechnung gestellt werden darf. Vornottzcn. — Aus dem Etadttheater-Dureau wird uns geschrieben: Morgen, Sonntag. 11 Uhr, Feier des 3ubiläums der 25jährigen Spielzeit de- Stadttheaters. Große 3ubiläums-Fest-Vorstellung des gesamten Ensembles unter der Leitung des 3ntenZ>anten in Form eines szenischen Querschnittes der markantesten Szenen unserer bedeutendsten Ausführungen lDatterich, Der Hauptmann von Köpenick, Elisabeth von England, Ggmont, Wilhelm Teil); außerdem Or- chestervvrträge des Orchestervereins Gießen unter Leitung von Universitätsmusikdirektor Dr.Lern e s v a r y. Oberbürgermeister Dr. Keller und 3ntenbant Dr. Prafch werden in Ansprachen auf die Dedeutung des Tages Hinweisen. Ende der Fest-Dorstellung nach 13 Uhr. Um 18.30 Uhr zum letztenmal und zu ermäßigten Operettenpreisen: ,Äe Toni aus Wien", Operette von Etes- fan; Leitung: 3ntendant — Moehl — Bäulke. Fremdenvorstellung. Ende 21 Uhr. Um 22 Uhr mit vollständig neuem Programm unter der Leitung von Wolsgang Kühne zu ganz kleinen Preisen: »Rachtkabarett"; Ende 24 Uhr. — Dienstag, 29. Rovember. 20 Uhr: .Heber unsere Kraft". Ende 22.15 Uhr. Gewöhnliche Preise. — Mittwoch, 30. Rovember, zum erstenmal Grillparzers Lustspiel: .Weh dem, der lügt", als 8. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. — Freitag, 2. Dezember, 9. Vorstellung im Freitag- Abonnement Wiederholung unseres Operetten- schlagerS: „Peppina". Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. Operettenpreise. Geschichten ans aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Das Weinberg°Ge,pcn»l (v. Gss.) Madrid. Zn der Nähe des Dorfes Mercadillo, nahe bei Ronda, hat sich ein weißgekleidetes Gespenst in einem Weinberg eingenistet. Die einige hundert Köpfe zählende Einwohnerschaft lebte während der ersten Igge dieser Erscheinung in Furcht und Sorge, da die Kinder, deren Schulweg an jenem Weinberg vorbeiführt, erzählten, das Gespenst lauere ihnen auf dem Weg mit einem großen Messer bewaffnet auf und nehme ihnen das Frühstücksbrot weg. Als man aber sah, daß der Geist mit dieser Verhältnis- mäßig geringen Abgabe zufrieden war und sonst keinen Unfug trieb, gewöhnte man sich daran, und die ganz Schlauen meinten, man hätte durch das Gespenst eigentlich einen recht preiswerten Feld- Hüter bekommen. Diese freundliche Stimmung schlug nun in diesen Tagen plötzlich um, da das übernatürliche Wesen auf den Gedanken gekommen war, den Kindern auch das Nachmittagsbrot wegzuneh- men. Das war den guten Bauern Denn doch zu viel. „Wenn wir auch das dulden, dann kommt er nächstens und will noch ein richtiges Abendesten", so raunten sie einander zu und beschlossen, dem Gespenst den Krieg zu erklären. Trotz aller Schläue konnten sie es rfber bis heute noch nicht fangen: es ist spurlos verschwunden. — Im Nachbardorf aber wundert man sich über das gute Aussehen und das verschmitzte Lächeln des Dorfdeppen. Das Glöckchen des Eremiten. (H.) Wien. Die Wiener Polizei war fuchsteufelswild. Ta- fchendiebstähle und wieder Taschendiebstähle wurden gemeldet. In wenigen Tagen gab es über hundert Anzeigen, vierundzwanzig Stunden später waren es schon 230. Kein Zweifel, eine neue Bande muhte auf Wien losgelösten worden fein. Und wie die Kerle arbeiteten! Keiner der Bestohlenen hatte die blasseste Ahnung, wie ihm die Börse abhanden gekommen war. Kein Gedränge, keine Straßenbahn und dennoch — plötzlich war sie weg. Wie durch Zauber fortgeblafen. Nur wenige Personen erinnerten sich an einen eleganten dunkelhaarigen Herrn, den die Polizei zu kennen glaubte. Kurz entschlossen nahm sie bei'Franz Klayn eine Haussuchung vor. Er wohnte in der Brigittenau sehr zurückgezogen, ein freiwilliger Einsiedler in der Großstadt. Was die Beamten entdeckten, war eine Sensation und ließ ihre Herzen hüpfen. Sie trafen Klayn beim Unterricht, den er jungen strebsamen Schülern gab. Er war nämlich „Professor" geworden und hatte eine „Hochschule" eingerichtet. Eine einsame, sehr stille und einzigartige Hochschule. Für Taschendiebe nämlich. Mit der Würde des Meisters las er über die Theorie seines Gegenstandes. Er hatte aber auch ein Seminar für „praktische Hebungen". An der Wand hing ein Rock mit zahllosen verborgenen Glöckchen. Glöckchen, die sofort mit silbernen Sümmchen läuteten, wenn der Rock auch nur leise, wie von einem Windhauch, bewegt wurde. Aus der tiefsten Tasche dieses Rockes mußten die Schüler die Brieftasche ziehen lernen. Das Training war mühevoll und nicht feiten außerordentlich schmerzhaft. Denn der Herr Professor verteilte unbarmherzige Kopfnüsse, sobald ein Glöckchen ertönte. Er hatte natürlich Kurse für Anfänger und für Fortgeschrittene eingerichtet und ließ fid) Honorare zahlen, wie sie eben nur berühmte Spezialisten verlangen dürfen. Anfänger begannen mit einem Glöckchen. Fortgeschrittene mußten schon bei zehn Schellen geräuschlos arbeiten. Es gab lange und bestürzte Gesichter, als der Meister so vom Katheder herab verhaftet wurde und die Schar seiner Schüler ihm in den grünen Wogen der Polizei folgen mußte. Die „Frau im Hermelin". (avk.) Budapest. Jean Gilbert hat einmal vor Jahren eine erfolg- reiche Operette „Die Frau im Hermelin" geschrieben. Nun tauchte in Budapest eine zweite „Frau im Hermelin" auf. Nicht auf der Operettenbühne, sondern in der Oper. Allerdings nicht an der Rampe, sondern im Zuschauerraum, bei einer Erstaufführung von Richard Strauß. Aber einen gewissen „Erfolg" konnte auch die Epigonin verbuchen ... Sie kam zu spät, die Frau Gräfin P. aus Rom. Und wurde genötigt, den ersten Akt der Oper stehend über sich ergehen zu lassen. Richtiger: Sie sollte es tun. War jedoch musikalisch genügend gebildet und wußte, daß der besagte erste Akt knappe fünfviertel Stunden dauert. Das ging zu weit. Man kann ooneiner temperamentvollen italienischen Gräfin nicht erwarten, daß sie fünfviertel Stunden lang auf ihren Sperrsitz wartet. Trotz aller Liebe zu Richard Strauß nicht. Und die Frau im Herme- (in in der Budapester Oper hat sich deshalb schlicht hingesetzt. Aus das Parkett des Zuschauerraums. Mit ihrem großen Abendkleid und dem noch größeren Hermennmantel. Eine Weile später legte sie sich auf den ausgebreiteten Hermelinmantel. Und erzielte einen nicht unansehnlichen Heiterkeitserfolg. Die Gefahr bestand, daß die auf Hermelin gebettete Gräfin bald mehr Zuschauer haben könnte als die Schauspieler auf der Bühne. Also wurde der Frau im Hermelin ungeachtet der einschlägigen Po- Isizeivorschrift doch ein Sessel gebracht. Die Premiere hatte übrigens trotz des seltsamen Hermelin-Zwischenspiels keinen Erfolg ... Das Familicn-Alvum. (rt) Berlin. Herr Oskar P. hatte einen schweren Beruf: er war Erbonkel. Eigentlich besaß er alles, was sogar ein anspruchsvoller Mensch sich nur wünschen kann: eine Villa mit riesigen Gartenanlagen und einen idyllischen Teich darin, und auch eine Luxuslimou- sine. Aber — außer diesen Dingen, um diese Dinge herum und „vielleicht" nur wegen dieser Dinge hotte er (wie alle Erbonkels) einen unendlichen Schwarm von liebevollen Verwandten. Sie erkundigten sich täglich, fast stündlich nach seinem Befinden, mal telefonisch, mal brieflich, und gar nicht selten geschah es, daß sie „nur so im Dorübergehen" bei ihm vorsprachen. Erbonkel Oskar ging seinem 70. Geburtstag entgegen. Die lieben Verwandten zerbrochen sich den Kopf, um etwas Originelles und dabei nicht zu Teures zum Geschenk herauszufinden. Da — eines Tages — atmeten alle auf. Onkel Oskar hatte geruht, feinen „Lieben" ein Briefchen zufliegen zu lassen, das seinen Wunsch zum 70. Geburtstag enthielt. „Ich hoffe, daß es Euch nicht schwer fallen wird", schrieb er, „mir recht vorteilhafte und treffend ähnliche Konterfeis von Euch allen zu überreichen, vielleicht— wenn ich einen speziellen Wunsch äußern darf — eingereiht, hübsch nach dem Datum und der Generation, in ein nettes Album. Ihr glaubt gar nicht, wie sehr ich mich Darüber freuen mürber Hurra! Onkel Oskar merkt endlich, was für liebe Menschen wir doch sind! dachte die Verwandtschaft und strahlte. Sein Familiensinn ist durch unser eifriges Bemühen geweckt worden. Natürlich soll sein Wunsch in Erfüllung gehen! Als der Tag gekommen war und Onkel Oskar früh morgens zu feinem Frühstückstisch ging, konnte er zunächst vor lauter Blumen das weiche Ei nicht finden, das sein täglicher Morgengruß war. Und bann kam ein Diener mit gemessenen Schritten auf ihn zu unb überreichte ihm das Fomilien- album! Onkel Oskar blätterte unb nickte befriedigt. Jeder einzelne war zu erkennen, auf den ersten Blick. Er läutete seinem Portier unb setzte sich in Positur. „Riemper', sagte er zu dem (Eingetretenen, „schauen Sie sich die Personen, die in diesem Buch da abgebildet sind, ganz genau an. Prägen Sie sich die Fratzen gut ein, daß ße ja keine vergessen. Wenn Sie mir auch nur noch einen einzigen von diesen Menschen über die Schwelle meines Houses lassen, dann ist es um Sie geschehen! Verstanden?" Klemper blinzelte verständnisvoll zu seinem Herrn hinüber und verschwand. Onkel Oskar lebte von diesem Tage an in ungestörter Ruhe und genoß seinen Lebensabend. Wohingegen die Verwandten ... Der kluge Esel. (w.) Neuyork. In Washington ist vor einiger Zeit einer der vielen amerikanischen Multimillionäre, ein Mann namens Gaetz, gestorben. Die Zeitungen beschäftigten sich in langen Artikeln mit feinem Tode. Nicht deshalb, weil er Millionär war — denn das ift hier nichts Besonderes. Sondern der Art und Weise wegen, wie er zu dem vielen Gelde kam. Das ist tatsächlich eine sehr merkwürdige Geschichte, deren Held noch dazu ein Esel ift. Ein richtiger Esel, grau, mit struppigem Fell, genügsam unb störrisch wie alle anderen. Dieses Tier gehörte dem Mr. Gaetz, als er noch jung war, und dieser Besitz zeichnete ben jungen Abenteurer, der sonst nie einen Cent in ber Tasche hatte, vor seinen brei Kollegen aus, bie nicht einmal über einen Esel verfügten. Die Vier — mit bem Esel waren es fünf — wan- berten, wie bas bamals so üblich war, über ben Kontinent unb warteten auf bas Glück, bas sie fin- ben wollten. Ihr Beginnen war freilich erfolglos, nicht aber bas bes Esels. Als sie nämlich eines Tages burch irgendeine traurige Gegend im Staate Idaho zogen, wurde bie ganze Geschichte bem Esel zu bunt, er weigerte sich, weiter zu trotten, unb als er bafür Hiebe bekam, schlug er, wie bas Esel tun, mit ben Hinterbeinen aus. Unb nun geschah etwas, bas sonst nur im Märchen vorkommt. Die Hufe bes Esels lösten einen Stein vom Boden, und darunter sand Gaetz ein glänzendes Etwas, das sich als reines Silber erwies Die vier Genossen hielten den Fund geheim, erwarben auf bem Territorium das Schürfrecht für einen Pappenstiel unb waren, als sich auf bem Ge- länbe halb bie berühmten Minen von Jbaho erhoben, Millionäre, benen bas Glück bis an ihr xebensenbe lachte. Der Esel aber bekam einen herrlichen Stall unb herrliches Futter. Fledermäuse auf hoher Lee. (z.) R i o b e Janeiro. Die Besatzung bes 10 000 - Tonnen - Dampfers „Chantecler" einer argentinischen Frachtlinie machte kürzlich etwa 25 Seemeilen weit von ber brasilianischen Küste entfernt eine sehr seltsame Entdeckung, die sicherlich auch nicht ohne wissenschaftliches Interesse ist. An dieser also von ber Küste ziemlich weit entfernten Stelle bes Ozeans nämlich würbe bie Besatzung von weitem schon auf einen bicht über ber Wasseroberfläche unruhig sich beroegenben buntlen Schwarm heftig flatternder kleiner „Vögel" aufmerksam, bie man so weit braußen sonst überhaupt nicht mehr antrifft, um beim Näherkommen zu il)rer sprachlosen Verwunberung feststellen zu müssen, daß diese vermeintlichen Vögel nichts anderes waren als sichtlich vor ber völligen (Ermattung stehenbe Fledermäuse. Beim Herankommen des Dampfers eilten diese beflügelten Nachttiere mit ihren letzten Flügelkräften herbei unb ließen sich in ihrer bekannten hängenden Art auf ber Reeling nieber. Sie waren so apathisch, daß sie sich ohne weiteres von ben Matrosen bes Schiffes anfafsen unb greifen ließen. Da bie Febermaus alles anbere als ein Meerestier ist unb auf bem Meere auch verhungern müßte, ba es hier keine Infekten gibt, von benen sie sich nährt, müssen biese Tiere burch irgenbeine höhere Gewalt so weit in ben Ozean hineingebracht worden [ein. Man vermutet, baß sie vielleicht durch einen Der letzten gewaltigen Nachtstürme an der brasilianischen Küste von Land abgetrieben worden sind. Da es sich um ganz gewöhnliche Fledermäuse handelt, dürfte die andere Annahme, sie seien vielleicht einem nach Europa heimkehrenden Zoologen aus dem Gewahrsam ausgebrochen, abwegig sein. S.J.-fpor/ Handball-Entscheidungsspiel in der Kreisklaffe des Lahnbezirks. Am Sonntag haben die beiden HanLballmann- schäften des Gießener MTV. sehr wichtige Spiele auszutragen. Auf dem MTV.-Sportplätze am Echiffenberger Weg wird die 1. Mannschaft des MTV. ihr letztes Verbandsspiel gegen die erste Elf des Tv. Freiendiez (Gaumeister 1931/32 des Aargaues) austragen. Der Ausgang des Spieles ist für die MTV.-Mannschaft von großer Wichtigkeit, da die Gießener — falls sie das Spiel gewinnen würden — hinter dem Tv. Wetzlar den 2. Tabellenplatz einnehmen würden, und damit an den Endspielen um die Kreismeisterschaft des Mittelrheinkreises teilnehmen könnten. Das Vorspiel auf dem gegnerischen Platze wurde zwar von Freiendiez glatt gewonnen. Die MTV.- Mannschaft hat den festen Willen, die Scharte wieder auszuwehen. Es ist mit einem scharfen Kampf, dessen Ausgang noch völlig offen ist, zu rechnen. Die 1. (Zugendmannschaft des MTV. hat in Friedberg gegen Len Meister der anderen Gau-Gruppe, die 1. Jugend der Tgin. Friedberg, das Vorentscheidungsspiel um die Gau- meisterschaft des Gaues Hessen auszutragen. Eine Voraussage über den Ausgang dieses Spieles ist nicht zu machen, da sowohl Friedberg als auch Gießen alle Derbandsspiele gewonnen hat. Handball im Labn -Oünsbera - <^au Der kommende Spielsonntag bringt auf der ganzen Linie wichtige Spiele. Sn der Gau- klasse liegt die Entscheidung nunmehr wieder zwischen den beiden alten Rivalen Londorf und Aillendorf. Mlerrdorf erwartet auf eigenem Platz die Mannschaft vog Wieseck. Die Gäste haben durch einige neue Spieler eine sehr starke Formverbesserung aufzuweisen und werden dem Platzbesitzer heftigen Widerstand leisten. Der Tabellenführer Londorf muh die Reise nach Atzbach antreten. Man rechnet mit einem scharfen Kampf. Lollar sollte auf eignem Platz den Tabellenletzten Staufenberg sicher schlagen können. Sn der Bezirksklasse, Bezirk I, liegt die Entscheidung zwischen Garbenheim, Wißmar und Launsbach. Garbenheim hat in letzter Feit an Spielstärke verloren, während gerade Wißmar besser wurde. Launsbach hat auch noch Nach langer Pause gastiert wieder einmal ein Vertreter der Oberliga des Bezirks Hessen-Hannover in Gießen. Erfreulicherweise gelang es dabei nicht nur die beste Mannschaft von Hessen-Hannover, sondern in ihr auch gleich eine der bedeutendsten Mannschaften des Westdeutschen Spielverbandes zu verpflichten. Borussia Fulda ist in der letzten Zeit fast zu einem Begriff geworden. Ohne Punktoerlust (wenige Mannschaften im Verbandsgebiet können sich dessen rühmen) brachten sie die Verbandsspiele der Vorrunde hinter sich. Die beiden Mannschaften. Die Fuldaer treten voraussichtlich in stärkster Aufstellung an. Um nur einige herauszugreifen: da ist Büchner im Tor! Die Mannschaft könnte sich keinen besseren wünschen. Er ist vor allem nicht aus der Ruhe zu bringen. M a i n tz als Mittelläufer ist die treibende Kraft. In der Mannschaft findet man ferner zwei Schußkanonen: L e u g e r s auf Halblinks und Kammeri auf Halbrechts. Beide find zur Genüge bekannt. Sie fordern die Torleute der Gegner zum Aeußersten heraus. Die übrigen Stürmer, Läufer und Verteidiger sind auch keine Stümper. Was die Mannschaft besonders auszeichnet, ist die innige Zusammenarbeit in der Kombination, die es nicht auf eine zufällige Einzelleistung als Voraussetzung für den Erfolg ankommen läßt. Des Gegners Art der Spielanlage ist durchaus sympathisch. Unfair zu spielen, hat die Mannschaft nicht nötig. Es herrscht äußerste Diszi- plin. Die Spiele gegen die Borussen — ob sie nun in Fulda oder in Gießen ausgetragen wurden — sind den hiesigen Mannschaften in angenehmer Erinnerung. (Den Zuschauern ebenfalls!) Dieser Mannschaft steht eine Stadtmannschast, ge- bildet aus den Spielern der ersten Mannschaften der beiden hiesigen Sportvereine gegenüber. Die Aufstellung brachten wir bereits. Es hat sich darin trotz mancherlei Erwägungen, trotz manchem Für und Wider, nichts geändert. Nach bestem Wissen wurde die Mannschaft ausgestellt. Zu Balser im Tot hat man viel Vertrauen, Zeiler als rechter Verteidiger brilliert immer mit wuchtigen Abeinige Chancen. Die Mcmnnfchaft trifft kommenden Sonntag auf die Zweite von Atzbach, die sie auf dessen Platz bezwingen sollte. Erda empfängt Waldgirmes und sollte einen knappen Sieg erzwingen können. Der Bezirk II hat als wichtigstes das Treffen Ruttershausen—Vordeck. Gewinnt die Gästemannschaft, so kann sie ihren Vorsprung weiter vergrößern und wird wohl kaum noch einzuholen sein. Mainzlar und Kesselbach sollten sich auf dem Platz der Erstgenannten einen Kampf mit knappem Ausgang liefern. Das letzte Spiel Lollar II.—Allendorf II. sieht wieder zwei gleichwertige Mannschaften um die Punkte ringen. Sm Bezirk III trifft Alb ach auf eignem Platz auf die Mannschaft von Hausen. Albach ist der erste Platz schon so gut wie sicher, während aber die Gäste um die zweite Stelle noch mit Beuern zu rechnen haben. Der Kampf sollte aber doch ein, wenn auch knappes, Ergebnis für die Platzmannschaft herausbringen. Das Spiel Beuern gegen Steinbach fällt aus. Arbeiter-Turn- und Sportbund Am morgigen Sonntag findet als einziges Spiel der Kreisllasse im 3. Bezirk auf dem Platz Wieseck das Treffen Wieseck I. — Heuchelheim I. statt. Sm Vorspiel konnten die Gäste mit Glück Sieger werden. Auch im bevorstehenden Spiele werden sie den Plahbesihern, denen nach Lage der Verhältnisse wohl ein Plus zuzusprechen ist, den Sieg sehr schwer machen. Vorher: Wieseck II, — Wißmar I. Hier dürften die Platzbesitzer Sieger werden. Vormittags messen Wieseck Sagend und Burkhardsfelden Sugend die Kräfte. Sm weiteren Verlaufe der Kreisllassenspiele ist Raunheim I. in Rieder-Wöllstadt zu Gast. Raunheim wird alles hergeben müssen, wenn die Spitze der Tabelle gehalten werden soll. Dorheim I. ist in Rieder-Florstadt zu Gast und hat wenig Siegeraussichten. Altenstadt l. hat Erb- stadt I. zum Gegner und sollte auf eigenem Platze den Sieg erringen. Sn den Dezirksklassen finden nur noch wenige rückständige Serienspiele statt. (Sn Kürze beginnen die Auf stieg spiele der Gruppenmeister.) Sn Daubringen ist am Sonntag Marburg I. zu Gast und wird dort wohl schwerlich seinen vorsonntäglichen Sieg wiederholen können. schlagen und macht sich dadurch oft genug sehr nützlich, L e u t h e u s e r ist der Unermüdliche. Zn der Läuferreihe wird der bewegliche Feuster seinen Platz schon auszufüllen wissen, Kreß ist in letzter Zeit als Mittelläufer recht eifrig gewesen, aber Heilmann, der auf diesem Posten der gegebene Mann wäre, wird eben als Mittelstürmer gebraucht, weil er auf diesem Posten immer noch besser zu wirken vermag, als irgendein anderer. In beiden Vereinen ist der Mittelstürmer ein Schmerzenskind. Hier mußte man also zu dieser Notlösung greifen. K. Schmidt (1900) sollte auf dem Platz des linken Läufers nicht enttäuschen. Im Sturm findet man neben Heilmann noch W i l- helm und Goebel, auf den Außenposten Ritter (links) auf den man große Torschußhoffnungen setzt und auf rechts Arnold. Der Sturm wird es schwer haben, sich gegen die Fuldaer Hintermannschaft durchzusetzen. Die Aussichten. Nach menschlichem Ermessen wird Borussia Fulda das Freundschaftsspiel eindeutig für sich zu entscheiden wissen. Aufgabe der Gießener wird es fein, sich energisch zur Wehr zu setzen: man erwartet ein ehrenvolles Ergebnis. Muß man schon mit einer Niederlage der Gießener rechnen, so soll es eine erträgliche Niederlage fein. Die Gießener wuchsen bisher noch immer mit der Leistung des Gegners. Wenn es auch j^tzt der Fall ist, wird man ein rassiges Spiel zu erwarten haben. In Kunze- Gießen ich ein ausgezeichneter Schiedsrichter bestellt. Hoffentlich macht der Waldsportplatz, der ja nach längerer Regenzeit nicht als ein ideales Spielfeld bezeichnet werden kann, den Mannschaften nicht allzu große Schwierigkeiten. e Die l.Sugendmannfchaft des VfB. trägt vor dem Ligaspiel ein Diplomspiel gegen die 1. Sugend von Leihgestern aus. Die Schülermann - schaft wird ebenfalls spielen, der Gegner steht aber noch nicht endgültig fest. Die unteren Mannschaften find spielfrei. Sn der zweiten Dezirksklasse finden noch folgende Sp^' statt: Fellingshausen I. — Vetzberg II.; Wetzlar II. — Leun II.; Gießen III — Lang-Göns I.; Lich I. — Lich 11.; Grünberg 1. — Großen-Duseck 11.; Lindenstruth 1. — Beuern I.; Dlasbach Sugend — Krofdorf Sugend. Das am Sonntag ausgefallene Spiel Alsfeld I. — Hungen I. wird nun morgen ausgetragen. 3m Freundschaftsspiele stehen sich Gleiberg I. und Wieseck 111. in Krofdorf gegenüber. Die Gästeelf dürfte technisch besser sein. Handball. Am Sonntagvormittag stehen sich auf dem Wiefecker Platze Wieseck I. und Holzheim I. im Serienspiel gegenüber. Hier sollten die Platzbesitzer sicher Sieger werden. -- I Die Forderungen der Friseure von Heffen und Nassau. WER. Frankfurt a. W/, 24. Rov. Sm Schneider-Snnungsheim in Frankfurt tagten dieser Tage die Obermeister der hessischen und nassauischen Friseurinnungen, um zu Len drängendsten Tagesfragen Stellung zu nehmen. Als Ergebnis der Aussprache fand eine Entschließung Annahme, in der in acht Punkten die Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die innerpolitische Unsicherheit hat das an und für sich schon sehr geringe Geschäft an der Frankfurter Getreidebörse in der abgelaufenen Woche fast vollkommen lahmgelegt. Das Angebot an Brotgetreide war weiter klein, jedoch wurden erhöhte Forderungen nicht bewilligt. Das Preisniveau zeigte gegenüber der Vorwoche kaum eine Veränderung, die allgemeine Tendenz war zwar sehr ruhig, aber stetig. Am Drotgetreidemarkt blieb der Weizenpreis unter geringfügigen Schwankungen mit 211 bis 212 Mark per Tonne behauptet, während am Roggenmarkt gegen den Wochenschluß Las Angebot etwas stärker in Erscheinung trat, so daß der Preis mit 165 bis 164 Mark um 1 Mark per Tonne nachgab. Am Hafermarkt kam etwas größeres Angebot heraus, was bei der mangelnden Rachfrage einen Rückgang des Preises um 3 Mark per Tonne auf 137,50 bis 141,50 Mark zur Folge hatte. Sonst waren Futtergetreide und Futtermittel meist gut behauptet und teilweise weiter befestigt. Für Gerste ist das angesichts der gesperrten und wohl auch gesperrt bleibenden Einfuhr verständlich. Braugerste verzeichnete hin und wieder etwas Rachfrage, jedoch nur für feinste Qualitäten. Die amtliche Rotiz blieb mit 180 bis 187,50 per Tonne unverändert. SnLustrie- und Futtergerste war zu etwa 177,50 bis 182,50 Mark stärker offeriert. Am Kraftfuttermittelmarkt hielt die Rachfrage nach Weizen- und Roggenlleie, sowie nach ölhaltigen Artikeln an, wobei saisonmäßige Einflüsse (Beginn der Kälteperiode) den Ausschlag gaben. Die Preise zogen durchweg um 0,25 Mark je 100 Kilogramm an und stellten sich wie folgt: Weizenkleie 8,10 bis- 8,25, Roggenkleie 8,50, Soyaschrot 11 bis 11,25, Palmkuchen 8,75, Erdnuhkuchen 12,50 bis 12,75, Treber 10,75 Mark. Das Mehlgeschäft war sehr still, obwohl die Preise weiter etwas ermäßigt wurden. Weizenmehl südd. 29,50 bis 30,50, do. Niederrhein. 29,50 bis 30, Roggenmehl (60proz. Ausmahlung) 23,50 bis 24,75 Mark je 100 Kilogramm. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmartt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt stand in der abgelaufenen Woche im Zeichen zum Teil stark erhöhten Auftriebs, der infolge der schwachen Kaufkraft der Bevölkerung auf einigen Marktgebieten erhebliche Preisverluste zur Folge hatte. Das Geschäft war für alle Diehgattungen schleppend. die Märkte konnten aber unter Preiskonzessionen meist geräumt werden. Der Rindermarkt war mit 1561 (gegen 1544) Tieren nur mäßig höher beschickt, so daß die Preise hier unverändert blieben. Rur Kühe gaben vereinzelt etwa 1 Mark nach. Rach schleppendem Handel verblieb äleberstand. Ochsen al) 29 bis 31, a2 25 bis 28, bl) 22 bis 24; Bullen a) 26 bis 28, b) 22 bis 25; Kühe a) 23 bis 25, b) 20 bis 22, c) 17 bis 19, d) 13 bis 16; Färsen a) 29 bis 31, b) 25 bis 28, c) 22 bis 24. Ein sehr verlustreiches Geschäft war am Käl- ForLerungen Les Friseurhand- Werks niedergelegt sind. Grundsätzlich wird verlangt: Aufhebung der für das Srifeurgetoerbe einseitig erlassenen Rotverordnungen, Schutz und Förderung des Handwerks gemäß § 164 der Reichsvcrfassung, Entlastung desselben von einseitig auferlegten Steuern und Abgaben, sowie Senkung der sozialen Lasten, Aushebung der Hauszinssteuer und damit Senkung der Mieten, Zwangsvollstreckungsschutz auch für das Handwerk, Einführung der Handwerkerkarte, größeres Verständnis der unteren Verwaltungsbehörden gegenüber dem Handwerk, Wiederherstellung der den Simungen zustehenden gesetzlichen Rechts» Ganz besonders aber fordert das Friseurhand- werk Wiederherstellung des Selbstbestimmungs- rechts für feiner Hände Arbeit, Wahrung der verbrieften Rechte, Schutz und gleiche Behandlung wie alle andern Volksgenossen. Zur Lehrlingssrage wurde erneut die Erbringung eines ärztlichen Zeugnisses und einer Eignungsprüfung bei Einstellung zur Pflicht gemacht und einheitliche Sätze für eine Erziehungsbeihilfe bzw. Kostgeld festgelegt. Aber auch die Rotwendigkeit einer scharfen Durchführung der einschränkenden Lehrlingsvvrsch rieten wurde betont, damit der äleberfüllung des Berufs Einhalt geboten und die Schwarzarbeit nicht noch weiter gefördert wird. bermarkt zu verzeichnen, da die erhöhte Zufuhr von 1770 (plus 319) Stück bei dem starken Angebot von Wild und Geflügel sehr schwer verkäuflich war. Die Pre se gingen um 5 bis 6 Mk. zurück. Kälber b) 32 bis 35, c) 27 bis 31, d) 21 bis 26. Starke Preisrückgänge traten auch am Schweinemarkt ein. Die Preise liehen bis zu 4 Md nach. Die Beschickung von 5190 (gegen 4770) Stück wurde nach schleppendem Handä geräumt. Schweine b) 37 bis 40, c) 37 bis 41, d) 36 bis 40, e), f) und g) gestrichenem Schafmarkt war das Geschäft unter dem Einfluß der geringeren Zufuhr (519 gegen 701 Stück) etwas lebhafter, später wurde der Markt jedoch von der schlechten Verfassung für Kälber und Schweine mitgezogen, die Preise blieben indessen unverändert. Schafe a) 21 bis 24. b) 17 bis 20. c) 13 bis 16 Mk. Stillstand des Llmsatz-Mckganges im Textil-Einzelhandel. Rach den statistischen Erhebungen des Reichsbundes des Textil-Einzelhandels betrug, wie „Dextil-Woche" mitteilt, der Umsatz des Textil- Einzelhandels im Gesamtdurchschnitt für das deutsche Wirtschaftsgebiet wertmäßig 76,2 Prozent des Umsatzes im gleichen Monat des Vorjahres. Rach Ausschaltung ter Preisveränderungen entspricht diese Ziffer bei Umrechnung über den Lebenshaltungsindex (Gruppe Bekleidung) einem Umsatz von 89,8 Prozent, bei Umrechnung über den Großhandelsindex für Textilien einem solchen von 90,1 Prozent des Umsatzes im Vergleichsmonat. Sn der Reihe der von Saisonschwankungen bereinigten Monatsergebnisse zeigt sich keine wesentliche Aenderung seit dem bisher tiefsten Stande vom Suli d. 3. Smmerhin weist die Sndexziffer der wertmäßigdn Umsätze beim Vergleich der Oktober-Umsähe mit denen des Vorjahres erstmalig eine Steigerung auf. Für die September-, August- und 3uli-Umsähe belief sli. Berlin Echluß- furrf Gchlutzt. Abend- börsc Gchluß- lure Schluß!. Simay börsc Schluß» furd Echlußk. Abend- börse Schluß» kurö Gchlußk. Mittag« bSrse Datum 24.11. 25.11. 24.11. 25.11. Datum 24.11. 25.11. 24-11. 24.11. 6% Deupche tHeid)Miueü)r D.iöa. 73,75 74,75 74 74.75 üanwuig-flmenia Pare. . Hamburg-Südam. Dampfschisj 16,5 16 16.5 16,4 6% ehcm.7%Dt. Reichianl. 6.1929 88,75 89,5 88,75 89,13 . 0 32 6%% Boung-Anleihe von 1930 . 74,25 76 74,25 — Hansa Dampsschisj . . Norddeutscher Lloyd .... . ( _ 27 75 Deutsche Anl.-Mlüs.-Schuld mti 56,9 . ( 17,5 17,13 17,4 17 19 AuSlo,.-Rechten...... DeSgl. ohne AuSIol.-Rechte . . 56,5 57,13 56,3 A.G. für Verkehrswesen Akt. . 0 41,5 41 41,75 40 75 6,6 6,4 6,7 6,4 Berliner Handelsgesellschasi . 4 88,75 89 89,5 89,5 6% ehem 8%Mi- «oUMtoat 1929 68,4 Commerz, und Privat-Bank . 0 53,5 53,5 53,5 53.5 (rüdtal’lb. 102%)...... Oberhesjen Provinz-Anleihe mit — 68,25 68 Darmstädter und Naiionalbanl Deutsche Bank und 0 4lu>)los.-Rechten ..... 55,5 55,75 _ DiSronto-BeseUschast. . . 0 75 Deutiche Komm. Eammelabl. 53,13 52,75 Dresdner Bant...... 0 61,75 61,75 61,75 61,75 Anleihe Serie 1..... 6% ehem. 8% iyrattfl. Hyp.-Bani 53 52,25 Reichsbank ....... 11 126 126,75 Golvple. 15 unkündbar bi« 1935 6% ehem. 7% Frank«. Hyp.-Banl @01Dt>n 16 unkündbar bis 1936 6'4% ehern. 4'/,% Franks.Hyp.- Bank titnu Piandbriese 6W% ehem. 4%% Rhemische Hyv -Bant-Liau -Goldplc. . . 6% ehem 8% Pr. LandeSpsand« briesanstal Psandbriese R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespsand- brieiankialt Psandbrieke R. in 80 79,75 — — Ü.C.G.......... Bergmann........ 0 0 32,65 32,25 32,4 32,25 79,65 79,75 — • Dektr. LieserungSgesellschast. Licht und Kraft...... 6 6 70 96,75 69 96 71,25 97,13 68,75 96,25 83,25 84 78 83,4 - 78 77,5 77,5 Selten & Guilleaume.... Gesellschaft für Aektrifche Unternehmungen .... Rheinische ÄektrtzitLl . . . Schulten L Co....... Siemens & Halske ..... Lahmeyer & Co....... 0 A 58 0 9 10 53 72 72,75 120 H3 41,5 77 53 71,9 78 71,5 119,5 112,75 40,25 7fi 5 53,5 71,75 78,5 72,13 120 13,5 40 76,75 38,75 77,75 53 71,5 78 71,5 119,25 113,65 40,75 76,75 39,75 76,75 4% Oefterretchyche (Solorente . 4,20% Oesterreichischc SUberreukc '? '? 9,95 9,8 1,05 Buderus......... Deutsche CrdLI...... 4 k> 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungariiche StaatSrente v. 1910 *Vi% Mfll. von 1918 . . . 6.2 5,95 6,05 5,85 Gelsenkirchener....... d 38,5 78,5 39,5 76,75 5,75 5,75 5,95 5,8 H^ich Eileni 0 1 6% abgeft Golbmexikaner von 99 6,5 6,5 6,5 3.7 6,5 3,7 Ilie Bergbau....... 10 39 39 4% kürkilche Zollanleihe von 1911 l% Türkilche Bagdadbabn-Anleih- <% Will. Serie U 3,6 3,75 Ilse Bergbau Genüsse . . . . 97,5 39,5 55,5 97 39,75 97,25 39,4 54,5 Kwcknenvcrte..... . . f< 98 40,4 54,9 20,75 39,5 28,4 180,5 3,7 3,6 3,75 3,75 3,75 3,75 9,05 4,55 21,6 3,9 3,8 4,7 21,65 Mannesmann-Röhre» . . . . Mans leid er Bcraban..... 6 n b% Rumän. vcr inh. Renke v.1903 4%%8biniäiu>cietn6.Sentct>J913 4% «umaniiche vereinh. Rente Sfefc -• «natoUet...... 6,5 9,15 4,7 21,65 5,1 9,15 4,7 21,5 Oberschles. KokSwerke .... 8 Phönir Bergbau......4',-J Rheinische Braunkohlen... 10 Rbeinftabl . . ........ 20 28,5 180 20 28 178.75 67,5 21 39,4 27,9 179 68 68 67,25 Frankfurt a.M. 33a1ln Devisenmarkt Berlin — Jranffurl a. M. Gchluß- hirt vchiußk Abend- börst Schlußkurs Echlußk. Mittag- bffr’e 24-Rooetnber 25.November Amtliche Meld Notierung Lite Amtliche Geld Notierung Arie» Datum 24.11. 25-11. 24.11. 25-11. Riebeck Montan......7,; — — — _ ^Isings orS . 5,994 51,95 b,UU6 52.05 5,964 51,95 12,465 5,976 " Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 Oiavi Minen....... o 25,5 17 24,75 16,75 25,65 16,5 25,13 16,75 Prag . . . Budapest. . 12465 12,485 52,05 12,485 Kaliwerke Aschersleben ... 6 Kaliwerke Westeregeln ... 6 Kaliwerke Salzdetfurth ... 9 106 112 167 104 110 167 106 111,5 166,5 105 110,5 167 Sofia . . . Holland . . Cälo .... 3,057 169,23 69,73 3,063 169,57 69,87 3,057 169,28 3,063 169,62 69,82 70,87 73,27 3- ®- Farben-Industrie ... 7 94,25 94,9 95,13 94,5 Kopenhagen. Stockholm London. . . 71,03 73,03 13,65 71,17 73,17 13,69 0,892 4,217 58,41 21,58 16,505 81,08 34,44 81,98 0,851 0,296 5,646 12,78 70J3 73,13 Scheideanstakt.......10 Goldschmidt. ....... .0 Rütgerswerke........o Metallgelellschaft.......0 Dhllipp Holzmann......ö 140 29,5 40,5 34 54,5 47 55 140,5 28,5 39.4 34 29,25 40 34,65 55 28,4 39,4 54,75 Buenos Aires Neuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Parts . . . Schweiz . . Spanien . . 0,888 4,209 58,29 21,54 16,465 80,92 34,38 81,82 0,849 0,294 5,634 12,76 0,883 4,209 58,29 21,53 16,465 80,92 13,60 0,887 4,217 58.41 21,57 16,505 81,08 Zemeniwerf Heidelberg.... 4 Eementwerk Karlstadt.....0 47 Danzig. . . Japan . . . 34,38 81,85 34,44 82,01 Waytz & Freytag......0 Echulthets Patzenhoser ... o 4,7 4,651 97 97 Rio de Ian.. Iugosiawien. Lisiavon . . 0,869 0,294 5,634 12.76 0,871 0,296 5,646 12,78 2Hu (Wge meine Kunstseide) 0 Bemberg........ g Zellstoff Waldhos..... o Zell stoss Aschassenburg ... o Dessauer Gas........7 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum.....0 Orenüein & Koppel.....0 Leonhard Dietz........ Svenska......... 0 56,5 62,25 56,13 62 56,75 62,5 56,4 61,5 Banknoten. 43 — 43.25 43,25 serlin, 25-November Geld Srtek 28,75 18,75 28 18,5 27,5 94.4 19 27,75 93,25 18,5 Amerrkanischr Noten . . . Belgische Noten..... Dänische Noten..... - ... 4,20 58,13 70,36 13,52 16,42 68,91 4,22 58,37 70,64 13,58 16,48 169,59 45,75 46 46 35,25 46 34,75 Englische Noten..... granzösische Roten.... . . . 42 42 43,6 — Holländische Noten.... Italienische Noten .... Norwegische Noten.... Lbade..........12 1591 isTI 159] 155,25 21,47 69,51 21,55 69,_79 DeutsOesterreich, tz 100 Schilling frankfurter Maschtnen . . . . 0 «ritzner..........0 Mcnnkraktwerke Höchst a. M.. .4 Süddeutscher Ziüker...... -f Rumänische Noten .... 2,47 2.49 73,25 81.06 34,38 27 54 135,5 | 29,25 56 136 1 30,5 136 \ 30,5 Schweizer Noten..... Spanische Noten..... Ungarische Roten .... 80,74 34,24 1 ’t Sesahren a'LSZ kg lönlichkeiien, auf innerpoliti|d)e EnM immer wieder aus d e keilen besonnen hatten Gntroidlung doch ewa. ,2n einer Stelle i der Stunde Aechm Leichspräsiden gelassen, dah nach se kn der Au he nm Jeurath auch r gierung angeh Minister weilt in o läse an der auhenp too Verhandlungen Dai Schicksal des D kn. Es mühte seine ganz bedenklich unte alS geschästsführend, für eine kommende A Noch ist es allerdin sen, die französische 31 lerechtlgungsfr linnte viel eher von e (djen Standpunktes n in Paris den Rücken mehr davon abgehen, erfennung der deutsch noch nicht der Anerke kommt — nur im scheu Planes ge diesen Umständen w von Reurath überleg ser Reise nach ber am in den unnerbinblid) noch Sinn hat §s i[t atrtM worben, uni) t wiftfiein, als ob wir u d« Eröffnung des Sm Mg nicht mehr heim >en uns die Wchbeo eren Anspruch aus A erem Gutdünken aus Großmächten mitteile daß uns eine solche c eine ganz gefährliche daß wir ihr nur d Imogen, wenn eine dttkung über ein. Konzentration Js. ob sich alle oera öusammenhänge in j, wesen wären. ÄS W 1925 a Nfert habm,' "Ddo S°-tz ffarjJJ - flunie2rR - t d- soll. Dögli K ttn- ssgen Ä und Nicht lang .°.tlonbOt tvürdn ^Hig «. S^VuJlt kutscht M- Atz MM" 8iUtMg