nr. 226 KeühauSsabe Montag, 26. September 1932 182. Jahrgang Erf chelnt täglich,außer Sonntags und Jtiertags. Beilagen: Die DHuftnerte Siebener Familienblätlei Heimat im Bild • Die Scholle Olonatr Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.S5 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Ziehen- Potfd)edfonto: gtanffurt am Main 11686. Siebener 2liijeigcr General-Anzeiger für Oberhessen vruS und Verlag: vrühl'sche Univer^aiL-Vuch- «nd Steinörudcret R. Lange in Sietzen. Sdfriftleitnng nnö Seschäftrstelle: Zchulftratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Be» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.h.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen Herriots Sonniagsrede. Eine Flut von Verleumdungen gegen Deutschland, aber keine Enthüllung deutscher Geheimrüstungen. - Ein neues „Zriedensstatut" soll die allgemeine Sicherheit verbürgen und die Abrüstung ermöglichen. Paris, 25. Sept (WTB.) Die Rede, die Herriot heute in Grainat gehalten hat, begann mit kurzen Ausführungen über die Rentenkonvertierung und die Rotwendigkeit eines Budgetaus- gleiches. Herriot führte dann u. a. aus: Der Gedanke der französischen Regierung ist vor allem auf den Frieden gerichtet. Für uns wie für Briand ist der Krieg ein Verbrechen. Unser Programm hat nichts Zweideutiges: wir haben dies in unserer Antwort an Deutschland zum Ausdruck gebracht, die trotz aller beabsichtigten Mäßigung mit soviel Leidenschaft aufgenommen wurde. Wir betreiben die Politik des Völkerbundes, «ine Politik, vor der alle Völker, ob groß oder klein, gleichberechtigt sind. Wir stellen mit Vergnügen sesl, daß wir nicht die einzigen gewesen sind, die erklären, daß eine Iviederausrüstung Deutschlands der Beginn der Rückkehr zu den allen Torheiten sei; denn es handelt sich um eine Wiederau frü st un g. Zahlreiche Beweise liegen hierfür neben den bekannten Kundgebungen vor. Die lechnifchen Einzelheiten für eine Wiederaufrüstung sind vermehrt worden. Ein Minister, der uns fortgesetzt unseren angeblichen Hegemoniewillen zum Vorwurf macht, deckt die in sehr zurückhaltender Jorm in der diplomatischen Rote zum Ausdruck gebrachten Absichten auch dadurch, daß er Materialien sordert und die Schaffung einer Miliz verlangt. Die Verordnung vom 13. September organisiert d i e Vorbereitung der deutschen Jugend in einer Weise, daß sie in der Lage ist, die Waffen zu tragen. Es ist eines der traurigsten Kapitel der heutigen Zeit, die junge Generation, die aus der schmerzlichen Erfahrung ihrer Väter hätte Nutzen ziehen sollen, zu Hebungen heranzuziehen und zu Handlungen zu veranlassen, die der Abrüstung und dem Frieden nicht günstig sind. Wie kann man Kinder d i e Kunst des Tötens lehren? Wie kann man ernsthaft das schwere Friedensproblem behandeln, und welche Täuschung ist es, fortgesetzt von einer materiellen Abrüstung zu sprechen, wenn man nichts tut, um die moralische Abrüstung herbeizusühren, wenn man direkt oder indirekt, offen oder geheim die Kräfte des Lebens f ü r das verhängnisvolle Werk des Tötens e i n s e h t, wenn man einen Willen ausreizt, dem die industrielle Zivilisation der Gegenwart im gegebenen Augenblick schnell die Mittel zur Vernichtung der Menschheit in die Hand geben würdet Frankreich, das sehr ost verleumdet wurde, kann die Welt zum Zeugen anrufen, daß es nicht von dieser Ansteckung befallen ist, und daß es seine nationale Erziehung aus andere Ziele einstellt. Aber wir haben noch anderen Anlaß zur Veunruhigung. Militärische Fachleute, deren Autorität unbestreitbar ist, erklären, daß Deutschland eine sehr mächtige moderne Armee zu organisieren sucht, die nicht nur für die nationale Verteidigung bestimmt ist — was durchaus berechtigt wäre — sondern sich auch für den Angriff eignet. Sollte nicht in genau der gleichen Weise, wie Preußen damals die Vedingungen, die ihm aufgezwungen worden waren, dazu benutzt hat. eine gefährliche Armee eines völlig neuen Typs zu schaffen, heute das mi-litärische Genie Deutschlands versuchen, eine Armee oder sogar eine Doppelarmee zu schaffen in der Absicht, einen entscheidenden Stoß ins Herz des Gegners zu führen, für den die nationale Verteidigung nur eine der Formen der Bürgerpflichten ist? Das gestaltet das Abrüstungsproblem so dramatisch. Es ist Wohl wahr, daß die Alliierten des letzten Krieges versprochen haben, ihre Rüstungen herabzusetzen. Man vergißt aber zu oft die Präambel zu Teil V des Versailler Vertrages. Zweifellos hat das englische Memorandum nachdrücklich gezeigt, daß die Präambel zu Teil V dem Vertrag nicht seinen obligatorischen Charakter nimmt, und daß nicht ein einziger Hinweis auf die Art und Weife, roie die Abrüstung durchgeführt w e r d en m u ß, sich in den allgemeinen Aeuhe- rungen des Artikels 8 des völkerbundspaktes findet. Aber diesen Artikel 8 und die darin enthaltenen Verpflichtungen will Frankreich sehr loyal respektieren. Herriot zählte dann alle Maßnahmen auf, die die französische Regierung feit 1921 zur Herabsetzung ihrer Rüstungen getroffen hat. und fuhr fort: Es scheint manchmal, als ob die Verbindung von Sicherheit und Abrüstung eine Art rückständiger Auffassung zum Ausdruck bringe und als Vorwand für den schlechten Willen gelte. Ein Regime gegenseitiger Kontrolle müsse Platz greifen, die Beschränkung der offiziellen Rüstungen seststellen und die notwendige Beseitigung der Geheimrüstungen her- beisühren. 3n dieser „Gegenseitigkeit des Friedens" würde die Lösung des von Deutschland aufgerollten Problems nicht schwer fallen. Man muffe ein Friedens st atut schaffen, das in einem gleichen Regime der Sicherheit alle Rationen Europas zusammenführe und das Deutschland seine restlose Beruhigung gebe. Unter den gegenwärtigen ilmftänben veabsich- tigt Frankreich, seine Doktrin und seine Handlungen aus den uneingeschränkten /Respekt vor dem Friedensvertrag und vor dem Völkerbundsstatut aufzubauen. Haßerfüllte Rufe dringen zu uns, und man sagt uns, daß man den Versuch macht, den Zorn gewisser Völker gegen uns aufzupeitschen. Frankreich hat das Recht, diesen Leidenschaften feine Vernunft, seine Verzichtleistungen und sein Wohlwollen entgegenzustellen. Frankreich haßt kein Volk. Es könnte heute noch am Rhein stehen. Vor der Frist hat es Deutschland die freie Verfügung über di« kraft d«r Verträge befehden Gebiete gegeben. Man hat ihm dafür nicht gedankt. Eine amtliche Entgegnung. Berlin, 25. Sept. (ERB.) Die Rede Her- riots enthält eine solche Fülle von älngeheuer- lichkeiten und Schiefheiten, daß sie nicht ohne ^Entgegnung hingenommen werden kann. Das gilt schon gleich zu Beginn der Rede für die Behauptung, es komme Deutschland nur auf eine Wiederaufrüstung an, während Frankreich den Frieden wolle. 3n Wirklichkeit ist i n allen deutschen Erklärungen zu diesem Thema — auch in denen des Generals von Schleicher, auf die Herriot anspielt — immer wieder mit Rachdruck betont worden, daß wir jedes allgemeineWaffenverbot, jede allgemeine Abrüstung begrüßen und m i t rn a ch e n würden. Herriot glaubt die Maßnahmen der Reichsregierung zur Ertüchtigung der Jugend als Beweismittel anführen zu können und versteigt sich dabei zu dem Sah: „Wie kann man Kindern die Kunst des Tötens lehren!" Dabei hat der Leiter des Kuratoriums für Jugendertüchtigung, General v. Stülpnagel, auseinandergefetzt, daß die Jugendertüchtigung nicht im geringsten militärischen Charakter haben soll. 3m Gegensatz hierzu ist Frankreich in der militärischen Ausbildung seiner Jugend allen Rationen geradezu richtunggebend voran- gegangen. Die Beteiligung an dieser Jugend- ausbildung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Beförderung der aklloen Mann- fchasten. Dieser vergleich zeigt unwiderleglich, wie herriot die tatsächlichen Verhältnisse in beiden Ländern geradezu aus den Kops st e 11L Das gleiche gilt auch für den Teil der Rede, in dem der französische Ministerpräsident von der moralischen Abrüstung spricht. Es ist sicherlich keine moralische Abrüstung, wenn sich noch vor wenigen Tagen der Vorsitzende des fron- zösischen Obersten Kriegsrates bei der Turenne-Kundgebung in dem elsässischen Städtchen Türkheim das Wort des Marschalls Ludwigs XIV. zu eigen gemacht hat, daß k e i n K r i e g s» mann in Frankreich Ruhe Ijabe, solange ein Deutscher aus der linken Seite des Rheins stehe. Das ist doch geradezu eine Propa- ganbierung der Annexion des linken Rheinufers, und sie wiegt um so schwerer, als sie von dem einflußreichsten und hervorragendsten Vertreter der französischen Generalität betrieben wird. Wie sich derartige Aeußerungen mit dem Begriff der moralischen Abrüstung vertragen, ist für deutsche und sicher auch für neutrale Beurteiler schlechthin unerfindlich. Auf gleich schwachen Füßen stehen die historischen Erklärungen, mit denen Heriot operiert, wenn er Deutschland vorwirft, es wolle ähnlich wie seinerzeit Preußen einen neuen Typus feiner Armee oder sogar eine „Soppelarmee* schaffen. Dazu ist doch nur festzustellen, daß die Form unserer Armee uns durch den Der- sailler Vertrag auf gezwungen worden ist. Uns macht der französische Ministerpräsident Vorwürfe, weil wir uns um die Organisation unsrer Verteidigung in den mehr als engen Grenzen von Versailles bemühen. Für Frankreich aber ist nach herriot die nationale Verteidigung „nur eine der Formen der Bürgerpflichten". Das ist ein Widerspruch, der dadurch wirklich nicht beseitigt wird, daß Herr Herriot im selben Atemzuge mit den alten Beschuldigungen gegen Deutschland aufwartet. Rach Inkraftsetzung des Voung-Planes, dessen getreulich« Ausführung Deutschland beschworen hatte, hat Frankreich an seinen Reparationsforderungen die schwersten Opfer gebracht. Auch dafür hat man ihm keinerlei Dankgewußt. Frankreich, das selbst von der Wirtschaftskrise betroffen ist, muß seine Produktion schützen, aber trotzdem öffnet es den deutschen Waren seine Grenzen, und Deutschland hat 1931 in seinem Handelsverkehr mit Frankreich einen äleberschuß von 3 385 000 000 Franken gehabt. Auch dafür dankt man uns nicht. Wir haben das Recht, die Aufmerksamkeit Frankreichs und der Welt auf diese Tatsachen zu lenken. Aber wir werden uns nicht an den Agitationen beteiligen. Frankreich, schloß Herriot, ist ruhig, abgeklärt und sich feines guten Gewissens bewußt. Es erklärt sich bereit zu allen loyalen Abmachungen, die die territoriale und politische Unabhängigkeit aller Rationen sicherstellen. Es hat nur einen Wunsch, nämlich den, nach einer schweren Prüfung die Kinder, die ihm verblieben sind, in Ehren und in Frieden zu erziehen. Höchst unklar ist die Rolle, die der Artikel 8 der Völkerbundssahu g in der Rede f>- eit. Immer wieder greift Herriot auf ihn zurück, ohne aber einmal zu sagen, was er denn vorfchreibt. Es ist deshalb vielleicht nützlich, den Wortlaut heranzuziehen. Danach „bekennen sich die Dundes- mitglieder zu dem Grundsatz, daß die Aufrechterhaltung .des Friedens ein« Herabsetzung der nationalen Rüstungen auf das Mindestmaß erfordert, das mit der nationalen Sicherheit und mit der Erzwingung internationaler Verpflichtungen durch gemeinschaftliches Vorgehen vereinbar ist". Dieses Recht der „nationalen Sicherheit" wird Deutschland durch Frankreich ebenso verweigert, wie Frankreich für sich nicht daran denkt, die in dem Artikel 8 verlangte „Herabsetzung der nationalen Rüstungen auf das Ein unerhörter Spruch. B r ü n n, 24. Sept. (IU.) Wie am Samstag schon kurz gemeldet, wurde im Schwurgerichtssaal des Brünner Reichsgerichts das von der gesamten sudetendeutschen Oeftenllichkeit mit großer Spannung erwartete Urteil im Brünner Hochoerratsprozeß gefällt. Das Urteil lautet: Die sieben Angeklagten sind schuldig, sich seit den Jahren 1930, 1931 und 1932 in einigen Orten der tschechischen Republik zu Anschlägen auf diese vereinigt zu haben und zu demselben Zwecke bewaffnete Kräfte gesammelt, organisiert und ausgebildet, wodurch sie sich des verbrechens des 8 2 des Schuhgesehes strafbar machten. Sie sind desyalb gemäß dieses Paragraphen verurteilt worden, und zwar Dr. Alexander Petermichel zu achtzehn Monaten, Ingenieur Haider zu drei Jahren, Palide zu fünfzehn Monaten, Sonn- Häuser zu znMi Jahren, Schwab zu einem Jahr, Illing zu drei Jahren und Mehner zu drei Jahren Staatsgefängnis und zu weiteren Geldstrafen sowie zu den vertu st en aller bürgerlichen Ehrenrechte. Die Untersuchungshaft wird ihnen angerechnet. — Die Verteidiger werden Richtigkeitsbeschwerde und Berufung anmelden. Die Angeklagten nahmen das Urteil mit Ruhe auf. Oie Begründung des Llrieils. „Verbindung mit reichsdeutscher LA. und Äieichswehr." Die Urteilsbegründung erklärt, daß das Streben der Sudetendeutschen nach Selbst- Verwaltung und das Streben nach Eingliederung der Tschechoslowakei in ein mitteleuropäisches Staatensy- st e m an sich nicht staatsgefährlich sei, daß aber die organisatorische Verbindung zwischen der reichsdeu tschen und der sudetendeutschen nationalsozialistischen Partei aus den Druckschriften der Mindestmaß" durchzuführen. Man sieht also, wie herriot bei der Zitierung des Artikels 8 nut um den Kern herumredet, um das Prinzip der gleichen Sicherheit durch Spitzfindigkeiten zu ersehen. Herriot behauptet zwar. Frankreich habe bereits abgerüstet. Aber seine Beweismittel sind nur ein Spiel mit Zahlen. Es klingt sehr schön, wenn er unterstreicht, daß die Anzahl der Infanteriedivisionen von 52 auf 25 und die der Kavalleriedivisionen von zehn auf fünf herabgesetzt worden sei. Demgegenüber muß man darauf Hinweisen, daß der höchste Friedensstand der französischen Armee in den Jahren 1913 14 sich auf 900 000 Mann belief, während aber nach den eigenen Angaben, die Frankreich dem Völkerbund« gemacht, in diesem Jahre immer noch über 600000 Mann unter den Waffen stehen. Die Verminderung ist also schon rein kopfmäßig sehr viel geringer, als es in Herriots Zahlen zum Ausdruck kommt. Run muß man aber auch berücksichtigen, daß inzwischen eine ganz außerordentliche Technisierung der französischen Armee erfolgt ist, die sich z. B. in der ungeheuren Verstärkung der Luststreitkräfte und der Tankwaffe zeigt. Bei den großen französischen Manövern waren Publikum und Presse ausdrücklich mit der Begründung ausgeschlossen, daß man niemanden in die tech- niscye Vervollkommnung der Armee Einblick gewähren wolle. Die Technisierung des französischen Heeres ist denn auch ganz klar eine Ausrüstung, die weit schwerer wiegt als die Verminderung der Kopfstärke, die sie automatisch im (Befolge haben mußte. Denn die Tatsache, daß die schwerste G e s a h r in dem Ausbau der militärischen Technik und der Heranziehung der Maschine zu militärischen Zwecken liegt, braucht man auch einem Richtfachmann nicht erst auseinanderzusehen. Herriot beklagt sich dann noch darüber, daß via Deutschen Frankreich keinerlei Dank für die Zurückziehung seiner Truppen vom Rhein gewußt hätten. Schließlich hat Frankreich aber doch b e i jeder Räumungsphase ein gutesGe- schäft gemacht. Cs hat die Räumung als Druckmittel zur Annahme des Dawes-Planes und später auch des Voung-Planes verwandt, die beide über das finanziell und wirtschaftlich Mögliche hinausgingen und deshalb an s i ch selbst zusammenbrechen mußten. Richt zuletzt hat Frankreich in Locarno auch noch eine ausdrückliche Garantie der französischen Ostgrenze durchzusehen verstanden. Das alles weiß man nicht nur in Deutschland, sondern auch die übrige Welt hat sich den wirklichen Verhältnissen immer weniger verschließen können, und so ist kaum anzunehmen, daß Herriots Rede außerhalb der französischen Grenzen die propagandistische Wirkung haben wird, auf die er sie offenbar berechnet hat. beiden Parteien hervorgehe. Hitlers Partei, so wird aus den Büchern von Rosenberg und Feder gefolgert, wolle zweifellos die Errichtung eines deutschen Rational st aates mit Einschluß aller sich geschlossen ansiedelnden Deutschen in Mitteleuropa ohne Rücksicht auf deren jetzige S t a a t s z u g e h ö r i g ke i t, so daß der einheitliche Bestand der Tschechoslowakei bedroht sei. Außerdem gehe aus dem Gutachten der militärischen Sachverständigen und aus den geheimen Rach- richten des tschechischen Generalstabes hervor, daß die S A. im Reiche und der Volkssport- verband in der Tschechoslowakei nichts anderes gewesen seien oder seien als eine g e - geheime Armee«, die in Verbindung mit der Reichswehr sei und bereit sei, diese im Ernstfall nicht nur zu ergänzen, sondern auch in militärischer Hinsicht zu unterstützen. Diese Ziele und diese Absichten feien den Angeklagten bekannt gewesen. Sie hätten daran in hervorragender Weise mitgearbeitet und hätten sich daher eines feindseligen Angriffes auf die Tschechoslowakei schuldig gemacht. Empörung unter den Sudetendeutschen. Frankreichs Militärmiision als Drahtzieher Brünn, 24. Sept. (TU.) Die Verlesung des Urteils und der Begründung im Brünner „Hochoer- ratspro.^ß" dauerte etwa fünf Stunden. Hierauf verlangte Dr. Stark im Namen der Verteidigung die Haftentlassung der fünf in Haft befindlichen Angeklagten. Der Staatsanwalt forderte eine Sicherheitsleistung von 8 0 0 0 0 tschechischen Kronen. Als darauf Lachen im Zuhörerraum ausbrach, schritten Geheimpolizisten ein und verhafteten mehrere Personen. Die Haftentlassung wurde vom Gericht a b gelehnt, weil sich an den bisherigen Gründen der Hast, nämlich Flucht- und Wiederholungsgefahr, durch das Urteil nichts geändert habe. Eine starke Polizeiabteilung trennte nach Schluß der Verhandlung öie Angeklagten von den Zuhörern, die sich Oie Antwort an Herriot. Oie Reichsregierung widerlegt die Anschuldigungen des französischen Ministerpräsidenten. Das Skandalurteil im Brünner „Volkssport"-Prozeß. Hohe Gefängnisstrafen für sudetendeutsche Nationalsozialisten. von den Angeklagten in herzlicher Werse verabschiedeten. Die endgültige Entscheidung ist nunmehr Sache des Obersten Gerichts» Hofes auf Grund der Nichtigkeitsbeschwerde. Die schweren Strafen wurden bei der sudetendeutschen Bevölkerung allgemein als ungerecht empfunden. Das Extrablatt des .Mrünner Tagesboten" trug die Ueberschrift „Bruta- les Urteil im Dolkssportprozeß" und vertrat weiter den Standpunkt, daß die Tschechen das Urteil schon lange fertig hatten. Das Extrablatt wurde sofort beschlagnahmt. Man erwartet nunmehr, daß das Gericht vom Prager Parlament die Auslieferung der Abgeordneten der sudetendeutschen Nationalsozialisten verlangen wird. Die Urteilsbegründung, die sich vor allem auf die geheimen aber durch nichts bewiesenen Nachrichten des tschechischen Generalstabes und auf das Urteil der militärischen Sachverständigen stützt, läßt klar die Zusammenhänge mit der französischen Militärkommission in Prag erkennen. Das Urteil soll im Interesse der französischen Politik in Mitteleuropa den gerichtsordnungsmäßigen Beweis dafür liefern, daß die sudetendeutschen Volkssportleute angeblich mit der SA. im Reiche zusammenarbeiteten, um die militärischen Kräfte unter allen Deutschen Europas zu organisieren. Fortsetzung des Kampfes um die sudetendeutsche Selbstverwastung Brünn, 24. Sept. (TU.) Der Parieivorstand und der Parlamentarische Klub der Sudeten» deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei hielten am Tage der Urteilsver» kündung im Brünner Hochverratsprozeß eine Sitzung ab, in der folgende Entschließung gefaßt wurde: „Das Urteil im Brünner Prozeß ist ein für die weitere politische Entwicklung des Sudetendeutschtums hochbedeutsames Ereignis. Möge das Urteil in der zweiten Instanz ausfallen, wie immer, so ist es Loch schon heute klar, daß dieser politische Prozeß eine in das öffentliche Leben des gesamten Sudetendeutschtums einschneidende Angelegenheit ist. Die Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei erklärt in diesem Zeitpunkt feierlichst, daß sie ihren Kampf um die Gleichberechtigung des deutschen Volks st ammes in der Tschechoslowakei weiterhin und unentwegt mit ollen gesetzlichen Mitteln führen wird. Keine Verfolgungen und keine Schikanen können die Partei von ihren als richtig erkannten Zielen der nationalen Selbstverwaltung abbringen, weil die Verwirklichung dieser Ziele die notwendige Lösung der deutsch-tschechischen Frage ist. Darüber hinaus ist der Grundsatz der nationalen Selbstverwaltung der einzig befriedigende Schlüssel zur Behandlung der Minderheitenfrage in ganz Europa. Das gesamte europäische Minderheitenproblem wird entweder auf der Grundlage der nationalen Selbstverwaltung gelöst, oder es wird nie gelöst werden. Die NSDAP, verwahrt sich mit Entschiedenheit gegen die Unterstellung, daß sie das Programm der nationalen Autonomie nur deshalb in den Vordergrund rückte, um einerseits ihre irredentistischen Ziele zu mas» fieren, oder anderseits sich als regierungsfähig in Prag vorzustellen. Die NSDAP, ist überzeugt, daß sich der Gedanke der Selbstverwaltung trotz aller Hindernisse, die ihm in den Weg gelegt werden, durchsetzen und die Zukunft des nationalen Lebens in Europa bestimmen wird." Kyffhäuserbund und Stahlhelm. 'Berlin, 24. Sept. (TU.) Die neueste Dummer "des „K h f f h ä u s e r‘* meldet, daß die durch die Vorgänge bei der Reichspräsidentenwahl zwischen dem Kyffhäuserbund und dem Stahlhelm eingetretene Entfremdung durch persönliche Vermittlung des Reichspräsi- denten b e i g e l e g t worden sei. Reichspräsident von Hindenburg sei bekanntlich Ehrenpräsident des Kyffhäuserbundes und Ehrenmitglied des Stahlhelm. „Rachdem der Stahlhelm den Entschluß gefaßt hat, sich in Zukunft nur staats - politischen Aufgaben zu widmen, ist, — so heißt es wörtlich — der Weg und die Dahn Oberhessischer Kunstverein. Or. Walthari Dieh: „Lebendiges Photo". Der Kunstverein beginnt sein Winterprogramm 1932/33 mit einer ebenso interessanten wie eigenartigen Ausstellung: er zeigt, was hier — zum mindesten in solchem Umfang und solcher Ausschließlichkeit — unseres Wissens bisher noch nicht gezeigt worden ist: einen Querschnitt nämlich durch das Schaffen eines modernen Photographen. Unter der kennzeichnenden und innerlich gerechtfertigten Ueberschrift „Lebendiges Photo" ist hier eine Auswahl von mehreren hundert Arbeiten aus der Werkstatt von Dr. Walthari Dietz in Frankfurt am Main vereinigt: eine Menge ganz verschiedenartiger Lichtbilder (zum Teil in sehr großem Format), die zunächst nur durch ihre gleichmäßige Qualität und technische Reife verbunden scheinen, — darüber hinaus aber durch die grundsätzliche geistige Einstellung, von der aus der Photograph Dietz an seine Arbeit herangeht. Er will die Photographie „an sich", das mit rein photographischen Mitteln erzielte, lebendig wirkerrde, ungestellte, natürliche und fachliche Licht-Dild, das als künstlerisch zu werten ist. Doch wünscht er, ohne verfehlten Ehrgeiz und in erfreulicher Erkenntnis gewisser unverrückbarer ®renalinien, keinerlei Konkurrenz mit der bildenden Kunst, etwa mit der Malereu Das.ist richtig: das Gegenteil führt, wie auf anderen Gebieten (z. V. beim Film) immer wieder zu bemerken ist, zu nichts Gutem. Dem Photographen Walthari Dieh wird, wie diese Ausstellung erweist, eigentlich alles zum Motiv, besser: zum brauchbaren Objekt für die Photo-Linse. Die Wirklichkeit ist ihm anscheinend unerschöpflich: er denkt nicht daran, sich ängstlich zu beschränken und sich auf diese oder jene Spezialität festzulegen. (Obwohl er, beispielsweise, ein so ausgezeichneter Porträtphotograph ist, das er es gerne tun könnte.) • Er sieht mit dem geschärften und eindringenden Dlick des modernen Menschen und erstrebt nichts als die lebendige Ausdruckskraft, die schöne, naturgegebene, in sich ruhende Sachlichkeit der ihn vielfältig und vielgestaltig umgebenden Welt. Da gibt eS Mensch und Tier und Pflanze und „lebloses" Ding — alles kann, wenn man es richtig Die Vermehrung der Arbeitsgelegenheit. Eine Mahnung des Reichsarbeitsministers an die Gewerkschaften. Berlin, 24. Sept. (WTB.) In einer Unterredung über Lie Durchführung der Verordnung zur Vermehrung und Erhaltung der Arbeitsgelegenheit, die Reichsarbeits- minister Schaeffer dem Chefredakteur des WTB. gewährte, wies letzterer darauf hin, daß in einer Reihe von Betrieben die Durchführung der Verordnung auf Schwierigkeiten zu stoßen scheine. Verschiedentlich seien auf die Ankündigung der Werksleitung hin, daß die Arbeitnehmerzahl durch Neueinstellungen erhöht werden und demzufolge eine der Verordnung entsprechende Lohnkürzung eintrete, die Belegschaften in den Streik getreten. Auch seien Aeuherungen einzelner Gewerkschaftsführer bekannt geworden, die mehr oder minder unoerhüllt eine Sabotage der Verordnung ankündigten. Welche Haltung nehme die Reichsregierung gegenüber solchen Versuchen ein? Ter Minister erwiderte darauf folgendes: Es trifft zu, daß in einzelnen Betrieben Arbeiter ihre Arbeitsplätze verlassen haben, weil der Arbeitgeber ein ihm nach der Verordnung zustehendes Lohnminderungsrecht ausgeübt hat, und daß in anderen Betrieben die Arbeiter durch Drohung mit Streik den Arbeitgeber nötigen, die Ausübung dieses Rechtes zu unterlassen. InvielenDetrieben wird jedoch die Verordnung tatsächlich durch geführt. Grundsätzlich bin ich nicht geneigt, daran zu glauben, daß eine erhebliche Zahl von Arbeitern, die noch einen Arbeitsplatz haben, wegen einer geringen Lohnkürzung den Arbeitslosen, die mit ihren Frauen und Kindern lange1 genug gedarbt haben, das Recht auf Arbeit und den Eintritt in das Arbeitsverhältnis verwehren wollen. Vor zwei Tagen hat im Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes i n G e n f die Arbeitergruppe mit Unterstützung meines Vertreters die Verkürzung der Arbeitszeit gefordert, um für Erwerbslose Arbeitsplätze zu gewinnen. Wenn jetzt in Deutschland der Streik zunimmt und nicht bloß die Fortdauer der Arbeitslosigkeit, sondern stellenweise sogar den Verlust der bisherigen Arbeit zur Folge hat, dann steht allerdings das tatsächliche Verhalten der Arbeiter in Deutschland mit den Forderungen in Genf in unlösbarem Widerspruch. Daraus könnten gefährliche Folgerungen entstehen. Es scheint mir Aufgabe der Gewerkschaften zu sein, sofort das zu veranlassen, was die tarifvertragliche Friedenspflicht von ihnen verlangt. Denn es ist ganz zweifellos, daß die Zahlung des vom Arbeitgeber auf Grund der Verordnung gekürzten Lohnbetrages als eine volle Erfüllung der tarif vertraglichen Verpflichtungen anzusehen ist. Auf die unmittelbaren Folgen der Verletzung der Friedenspfllcht hinzuweifen, erübrigt sich: jede Gewerkschaft und jeder Arbeiter weiß das. Wie es scheint, sehen aber manche noch nicht ein, daß — wenn die Friedenspflicht verneint oder hartnäckig verletzt wird — der Begriff des Tarifvertrages gefährdet und die Stellung der Gewerkschaften erschüttert wird. Für den Winter hat die Reichsregierung d i e Erhöhung der Arbeitslosenunter- stützung ins Auge gefaßt, weil sie davon ausgeht, daß auf Grund des Wirtschaftsplanes die Arbeitslosenziffer finkt. Es kommt jetzt zum guten Teil auf die Haltung der Gewerkschaften und Arbeiter an, ob diese natürliche Voraussetzung eintreten kann. Auf alle Fälle hält die Reichsregierung an ihrem Wirtschaftsplan und an der Verordnung fest. frei, auf der beide große Soldatenorganifationen in kameradschaftlicher vertrauensvoller Rebeneinanderarbeit den weiteren Weg zu ihrem vaterländischen Ziel des Freiheitskampfes fortfehen können." Kunst und Wissenschaft. 92. Tagung dec deutschen Raturforscher und Aerzte. Die 9 2. Versammlung deutscher Ra - turforscher und Aerzte, die in Mainz und in Wiesbaden abgehalten wird, wurde eröffnet. Professor Dr. Schmidtgen (Mainz) hieß die Versammlung willkommen Im Ramen der hessischen Staatsregierung hieß Staatspräsident Dr. Adelung die Versammlung willkom- mon. Regierungsvizepräsident Sommer (Wiesbaden) überbrachte die Grüße der preußischen Regierung und der Regierung in Wiesbaden. Oberbürgermeister Dr. E h r h a r d (Mainz) stellte mit Freude fest, daß Mainz eine so große Anzahl Vertreter der deutschen Wissenschaft in feinen Mauern begrüßen dürfe. In seiner Begrüßungsansprache legte Oberbürgermeister Krücke (Wiesbaden) dar, wie Wiesbadens Quellen sich von der Römerzeit bis heute als heilkräftig erwiesen. Professor Dr. Herxheirner (Wiesbaden) hieß die Tagung im Ramen aller naturwissenschaftlichen und medizinischen Vereine von Wiesbaden-Mainz und Umgebung willkommen. Die Versammlung nahm unter lebhaftem Beifall Kenntnis von Degrühungstelegrammen an den Reichspräsidenten v. Hindenburg und den österreichischen Bundespräsidenten M i k l a s. Professor Dr. Aschoff, Freiburg, gab einen Rückblick auf die Geschichte der Gesellschaft. Alle Versuche, die Aerzteschast von den Raturforschern zu trennen, seien gescheitert. Wir wissen, daß wir von dieser Grundlage der Gemeinschaft ausgehen müssen, wenn wir die Biologie und damit die Medizin als einen Teil der Raturwissenschaften betrachtet wissen wollen. Zu welchem Heroismus die naturwissenschaftliche Forschung sieht, photographiert werden. Aber wie? Richts mehr vom gefällig arrangierten Stilleben, vom verstaubten Genrebild, vom neckischen Momentphoto vergangener Zeiten. Die hier ausgestellten Ausnahmen erscheinen demgegenüber völlig unabsichtlich: sie wirken durch sich selbst, durch ihre Technik und durch ihr Objekt —: • Der eben „lebendige" Ausdruck im barocken Wollkopf eines Kamels: die dick auf getragene Schminke im Gesicht eines Clowns: die beseelten, nervösen Hände eines Geigers: die riesig vergrößerten Abbilder harmloser Insekten, die durch die verblüffende Potenzierung ihrer Körperlichkeit ein unheimlich vorsintflutliches und urweltliches Ansehen bekommen: das ganz unfentimental erfaßte „Idyll" eines Haufens saugender Ferkelchen: die imerbittlich nachmodellierten Runzeln im Gesicht einer ganz alten Frau: ein Maiskolben: eine Puppengruppe: Telephondrähte: das schalkhaft- verschmitzte Lächeln im Gesicht eines Landmäd- chens: die unerhört feingliebrige Kontur eines winterlich kahle.n Baumes: die strenge Anmut eines Kinderkopfes: Küchengerät: Glieder einer Kette; Schnitt durch ein Gewebe: ein Fäbrikschlot: ober zwei einsam blühende Kätzchen — alles wird in dem angedeuteten Sinne lebendiges Photo, erregendes Abbild der uns tagtäglich umgebenden, tagtäglich gesehenen und übersehenen Wirklichkeit. . V . Oer Spiegel des Edersees um 20 Meier gesunken! Der Edersee, der wohl der schönste und größte unserer deutschen künstlichen Seen ist, hat enorm viel Wasser verloren. In den letzten Monaten (August und September) sank fein Spiegel um etwa 20 Meter. Unaufhörlich wurden Tag und Rächt riesige Wassermengen durch die Schleusen der Sperrmauer abgelassen. Der Schiffahrts- verkehr der Weser durfte nicht gefährdet werden. Zwanzig Kubikmeter stürzten pro Sekunde die 60 Meter hohe Mauer herab. Das entspricht einer Tagesleistung von rund 1,75 Millionen Kubikmeter. Diese Menge konnte natürlich die Eder in einem Tage nicht aufbringen, zumal, da der Regen in dieser Zeit recht spärlich fiel. In normalem Zustand faßt der See 202 Millionen Kubikmeter Wasser, von denen jetzt nur noch 100 Millionen Kubikmeter vorhanden find. führen kann, hat uns das letzte Jahr mit dem Opfertod Wegeners in Grönland gezeigt. An feine Seite treten die übrigen großen Toten aus der Reihe unserer Dundesarbeitsfreunde und Mitglieder. (Die Versammlung ehrte das Gedenken der Toten, indem sie sich von ihren Plätzen erhob.) Mit ehrenden Worten gedachte er Robert Kochs, der vor 50 Jahren den Erreger der opfervollsten Seuche unserer europäischen Menschheit entdeckte und zu züchten wußte. Mit dem Gesang der ersten Strophe des Deutschlandliedes fand die Eröffnungsfeier ihr Ende. Mit der Tagung sind Ausstellungen in der Mainzer Stadthalle und im Gutenberg-Museum verbunden. Das umfangreiche Programm der Tagung weist etwa 300 fachwissenschaftliche Vorträge auf, zu denen auch Laien Zutritt haben. Ramhafte Forscher und Männer der Praxis erstatten in den Sitzungen der einzelnen Gruppen und Abteilungen der Gesellschaft sowie in den Tagungen der ihr befreundeten Vereine Referate. In öffentlichen Abendvorträgen kommen bedeutende Wissenschaftler zu Wort. Die medizinischen Abteilungen tagen hauptsächlich in Wiesbaden, die naturwissenschaftlichen hauptsächlich in Mainz. Verleihung der Max-Pkanck-Medaille an Professor von Laue. Eine der letzten Sitzungen des Deutschen Physiker, und Mathematiker-Kongresses in Bad-Nauheim wurde eingeleitet durch den feierlichen Akt der Verleihung der Max- Planck-Medaille. Sie wurde in diesem Jahr erst zum oiertenmal verteilt. Die bisher mit ihr Bedachten waren Einstein, Bohr und Sommerfeld. Im Auftrag der Deutschen Physikalischen Gesellschaft teilte Professor I. Frank» Göttingen mit, Laß durch einstimmigen Beschluß die Medaille dieses Jahr an Professor Max von Laue, dem der» zeitigen Vorsitzenden der Gesellschaft, falle. Dem seit Begründung der Medaille geübten Brauch gemäß übergab er die Medaille hierauf dem Geheimrat Bei Herzhausen beginnt die Stauung, die sich 27 Kilometer weit bis zur Sperrmauer fortseh t. Läßt man jedoch jetzt seinen Dlick das „Tal" entlang schweifen, so sieht man nichts, aber auch gar nichts, was an unseren imposanten See erinnert. Man könnte sich in die Wüste versetzt denken, wenn sich nicht der schmale Streifen der Eder mitten hindurch schlängelte. Soweit das Auge reicht nur Schlamm, nichts als Schlamm. Das Bootshaus der Universität Marburg, sechs Kilometer von Herzhausen entfernt, liegt verlassen am Abhang. Es ist unmöglich, die Boote ins Wasser zu lassen, durch diesen Schlamm kann man keine 150 Meter traten. Auch träte in dem seichten, schnell in der kleinen Wasserrinne fließenden Wasser ein Rudern schwierig, wenn nicht gefährlich. Zwei Kilometer abwärts die «Hohe Fahrt". Auch hier dasselbe Bild. Zu Zeiten des normalen Wasserstandes hat diese Jugendherberge einen Besuch, wie ihn wohl keine andere aufzuweisen hat. Heute verläuft sich keiner dorthin, obwohl man hier in 500 Meter Entfernung die Stauung schon beobachten kann. Aber das Einsetzen von Booten ist doch noch mit zu großen Schwierigkeiten verbunden. Am Gedenksteine für die überflutete Ortschaft Asel vorbei, die 1317 erbaut und 1914 im Edersee verschwand, sieht man die Ruinen dieses ehemals so schön in einer Ducht gelegenen Dorfes. Der Dach hat sich wieder sein altes "Bett gegraben und mündet nun wie in alten Tagen in die Eder und nicht in den Edersee. Baumstümpfe und verkohlte Balken lugen aus dem Schlamm hervor. Die alte Dorfstrahr läuft in die Leere. Grundmauern und ausgeprägte Vierecke find weiterhin Zeugen der längst versunkenen Stadp Ein nicht ganz vom Erdboden verschwundener Brückenpfeiler ragt ins älngewisse. Riederwerbe, das sonst in gleicher Höhe mit dem Ederseespiegel liegt, sieht, da es in einen verschlungenen Bucht versteckt liegt, überhaupt nichts vom See. Es war einmal. „Berich, 1196 erbaut, 1914 vom Edersee überflutet." Richts ist mehr von dieser alten Siedlung zu sehen. Rur Teile des Kirchturms, der vor zwei Jahren der nagenden Gewalt des Wassers zum Opfer fiel, starren uns gespenstisch an. Die Sperrmauer kommt In Sicht. Doch was ist denn das? Eine Insel im See? Kurz vor der Speermauer?... oder täuscht sich unser Auge? Rein! An der Stelle, an der gewöhnlich die Motorboote kreu- Profesior Dr. Max Planck, damit er sie an den mit ihr Bedachten weiteraebe. Geheimrat Planck gedachte in seiner Ansprache der großen Verdienste Laues um die Physik. Nachdem Laue die Medaille aus den Händen Geheimrat Plancks übernommen und dafür gedankt hatte, daß sie ihm zuerkannt fei, ergriff er das Wort zu seinem Max-Planck-Dorirag, in welchem er Ueberlegungen zur Supra-Leitfähigkeit behandelte. Nach dem Verleihungsakt der Planck» Medaille trat die Tagung in die Erledigung des letzten Teils ihres Vortragsprogramms ein. Es kam die zweite Hälfte der außerhalb der Hauptthemen stehenden Vorträge zur Sprache. Aus der Fülle des Gebotenen seien genannt Vorträge über Elektronenbeugung, über Massen-Spektrographie und über die zeitlichen Schwankungen der Schwerkraft. Aus aller Wett. 15 Ballons zum Gordon-Bennet-Alug gestartet. Basel, 25. Sept. (TU.) In Anwesenheit zahlreicher Mitglieder des Diplomatischen Korps und einer überaus großen Zuschauermenge erfolgte am Sonntag gegen 16 Uhr der Start zum 20. Internationalen Gordon-Bennet-Flug, an dem sich 15 Freiballons beteiligten. Deutschland ist mit den Ballons „Deutschland", „Barmen" und „Stadt Essen" vertreten. Der vierte deutsche Ballon „Ernst Brandenburg" wurde den Oesterreichern -überlassen. Als Erster ging um 15.59 Uhr die „Deutschland" unter den Klängen des Deutschland- Liedes auf die Reise. Entsprechend der südwestlichen Windrichtung rechnet man damit, daß die Ballons nach Nordosten abgetrieben werden, so daß sie voraussichtlich in Deutschland oder in den Randstaaten landen dürften. Der Ballon „Deutschland" wird geführt von den beiden Deutschen Leimkugel und Schütze. Zu dem von Henry Ford gestifteten Wanderpreis fällt dem Sieger noch ein Betrag von 5000 Franken zu, der vom schweizerischen Bundesrat gestiftet wurde, sowie die Hälfte der Nenngelder. Für den 2. bis 8. Preis steht noch eine Barsumme von insgesamt 8500 Fsanken zur Verfügung, außerdem noch verschiedene kostbare Ehren- preise. Gronau in Hongkong eingetroffen. Der deutsche Flieger Wolfgang von Gronau ist, von Schanghai kommend, inHongkongein- getroffen. In einem Funkspruch teilte er mit, er sei sich darüber im klaren, daß der Weltflug jetzt mit'besonderer Aufmerksamkeit weitergeführt werden müsse, da die Strecke mitten durch das Taifun- gebiet führte und außerdem gerade jetzt die gefürchtete Taifunzeit herrschte. Anläßlich der Erteilung der Einreisebewilligung hat das englische Luftfahrtministerium nochmals besonders auf diese Gefahr hingewiesen. Festnahme wegen Werkspionage bei der AEG- Die Berliner Kriminalpolizei nahm dieser Tage den 40jährigen, seit vielen Jahren bei der AEG. tätigen Detriebsingenieur S. und einen Tag später den 62 Jahre alten Vertreter einer Farben- und Lackfabrik, Dr. Max H., nach langwierigen Ermittlungen wegen Werkspio- n a g e zugunsten ausländischer Firmen fest. Der Ingenieur hatte von dem Farben- und Lackvertreter jahrelang Schmiergelder für durch ihn vermittelte Aufträge in Höhe von 3 Prozent der jeweiligen Rechnungsbeträge entgegengenommen. Dadurch hatte er sich dem Mann vollständig ausgeliefert, so daß er sich ihm, als dieser vor einigen-Monaten an ihn mit dem Wunsche he ran trat, ihm die technischen Pläne einer wichtigen neukonstrierten Maschine auszuhändigen, gefügig zeigen mußte. Bevor jedoch der Vertreter die Konstruktionspläne ins Ausland verkaufen konnte, gelang es der Kriminalpolizei, im letzten Augenblick zuzugreifen und den Verkauf zu verhindern. Der Ingenieur und sein Komplice werden sich auf Grund der Rotverordnung vom 9. März d. I., die verschärfte Strafbestimmungen für Den Verrat von BetriebSgeheimnisfen vorsieht, zu verantworten haben. Ein Meteor an der Rordwestgrenze Sowjetrußlands. Im Gebiete von PsSvw ist dieser Tage ein M e - teor niedergegangen. Er hat eine Länge von , 2 Metern, eine Breite von 1,75 Metern und eine Dicke von 40 Zentimetern. zen, tagen zwei Hügel etwa 3 Meter aus dem Wasser. Der Sperrmauer ist der größte Teil des Wasserdruckes genommen. Der normale Wasserstand ist 48 Meter und heute find esnurnoch30 Meter! Und unterhalb der Mauer? Hier ist man in gänzlich anderer Umgebung. Eiskaltes, klares Wasser ergießt sich aus den Schleusen und eilt dem Weserstrom zu. Daß da ein Badebetrieb unmöglich, war, geht schon aus der Temperatur des Wassers am Grunde des Edersees hervor. — 5 Grad Celsius hat man dort gemessen! — Es wird wohl sehr lange dauern, bis der Wasserstand wieder seine normale Höhe erreicht hat und wir uns an den Schönheiten des Sees erfreuen können. A. L. Mehr Licht! Kundendienst ist ein begrüßenswerter Grundsatz, Rücksichtnahme eine ausgezeichnete Tugend. Und der Autobusschaffner Nr. 468 aus Huddersfield (England) wird es vermutlich schwer begreifen, daß er zu drei Pfund Geldstrafe verurteilt wurde, nur weil er erstens Kundendienst und zweitens Rücksichtnahme übte. Er hatte nämlich Nachtdienst, und seine einzigen Fahrgäste bestanden aus einem jungen Herrn und einer ebenso jungen Dame, die dank ihres etwas sonderbaren Wesens leicht als Liebespärchen zu erkennen waren. Autobusschaffner 468 betrachtete sie mit ebenso viel Wohlwollen wie In» teresse. Aber dann siegte das Wohlwollen, und die Folge war, daß der Schaffner das Licht im Wagen ausknipste. Vermutlich hätte die Autobusgessll- schaft von diesem Kundendienst" ihres Angestellten gar nichts erfahren, und die unvorhergeseheneSpar- maßnahme wäre niemals Anlaß zu einer folgenschweren Auseinandersetzung geworden, wenn nicht ein Verkehrspolizist an dem unbeleuchteten Wagen Anstoß genommen hätte. Er erstattete Anzeige, und das Gericht verurteilte den rücksichtsvollen zluto» busschaffner wegen Nichteinhaltung der Derkehrsoorschristen zu einer Geldstrafe von drei Pfund. Gäbe es einen Verein der Verliebten, ec hätte die moralische Pflicht und Schuldigkeit, dem Schaffner die Geldstrafe aus seiner Tasche zu bezahlen, aber da die Verliebten nun einmal nicht organisiert sind, wird dem Schaffner 468 wohl nichts anderes übrigbleiben, als selbst die Folgen seiner Rücksichtnahme zu tragen. Auf Kosten des Kundendienstes vermutlich, denn es ist kaum anzunehmen, daß Nr. 468 auch in Zukunft so entgegenkommend gegen seine Fahrgäste sein wird wie bisher. Aus -er Provinzialhaupistadi Buntes Allerlei 100 Dollar - für ein anderes Gesicht. | IS öffentlichen, von der man sich wertvollen . zu der Kenntnis von Madagaskar oerfprii Pflock mochte hingehen, denn das gebrochene Dein muhte geschient werden, und man nimmt, was man hat; auch den Strick wollte er gelten lassen, in Ermangelung eines besseren Verbandstoffes. Daß aber Pech imstande sein sollte, tn einer halben Stunde einen Knochenbruch zu heilen, darüber kam er nicht hinweg. Aridere 2lerzte, denen er den Fall vortrug, fanden ihn ebenso! ieberentbetfung einer pmWolischen Mm Ergebnisse der letzten FrobeniuS-Expedition. Von Dr. M. Mertens. arbeiten sehr erschwerten. Die Genehmigung zuiN Weiterarbeiten für etwa 1600 Arbeitstage ist trotz der eifrigen Bemühungen des hiesigen 'Burger- meisters noch nicht eingetroffen. Für die eventuelle Weiterbeschästigung sollen nur noch 1,20 Mark bezahlt werden. Oie neuen Zinssätze. In der Sitzung am 22. d. M. hat der zentrale Kreditausschuh beschlossen, die Debetzlnsen und die Habenzinsen um 1 Prozent zu senken. Eine Ausnahme ist lediglich hinsichtlich des Zinssatzes für normale Spareinlagen gemacht worden, der um 0,5 Prozent auf 3.5 Prozent gelenkt wurde. Die neuen Sätze treten mit dem 23. September in Kraft, der neue Spareinlagen-ZinSkatz mit dem 1. Oktober. Es betragen also die Zinsen für normale Spareinlagen 3,5 Prozent, für Kündigungsgelder 1 bis 3 Monate 3,25 Prozent, für Kündigungsgelder 3 bis 6 Monate 3,5 Prozent, für Kündigungsgclder 6 Monate bis 364 Tage 3,5 Prozent, für feste Gelder 31 bts 61 Tage 3,25 Prozent, für feste Gelder 62 bis 91 Tage 3,5 Prozent, für feste Gelder 92 bts 364 Tage 4 Prozent, für täglich fällige Gelder in provisivnSfreier Rechnung 1 Prozent, m prv- visionspflichtiger Rechnung 1.5 Prozent. Regen ein, dah in kurzer Zeit die Straßen überschwemmt und verschlammt toarcit Die Ridda stieg zusehends, trat aber nicht über die Alfer, da das Untoetter nicht allzulang anhielt. In Dauernheim schlug der Dlitz in eine gefüllte Scheune, die niederbrannte. Auf der Haubenmühle fuhr der Blitz in die elektrische Leitung, jedoch ohne weiteren Schaden anzurichten. * Romrod (Kreis Alsfeld), 24. Sept. In der hiesigen Feldgemarkung wurde der Landwirt Karl Ludwig Schmidt während eines starken Gewitters von einem dicht neben ihm einschlagenden Blitzstrahl betäubt. Erst nach geraumer Zeit kam der Marrn wieder zu sich. Zum Glück hat er keinen Schaden erlitten. Geheimrat Leo Frobenius, der bekannte Afrikaforscher und philosophische Künder vom dB anbei der Kulturen in prähistorischer Zeit, ist vor kurzem in Rom eingetroffen, zurückgekehrt von einer Forschungsreise, zu der ihm Mittel von dem weitblickenden Mussolini bereitgestellt worden sind, und die ihn in die italienische Afrika-Kolonie Tripolitanien führte. Bereits jetzt wird ein Teil der Forschungsergebnisse der Oefsentlichkeit zugänglich gemacht: schon sieht man, daß es sich unter anderem in ihnen um nichts weniger handelt, als um die Entdeckung eines alten Kulturlandes, um einen Schnittpunkt vieler prähistorischer Kulturen. Das Gebiet dieser Entdeckungen ist Fessan. ein Teil des Landes Libyen in Tripolitanien. Die interessierte Oefsentlichkeit stand ursprünglich der Frobeniusscheli Forschung gerade in diesem Gebiet skeptisch gegenüber. Die italienischen 'Behörden und Offiziere, die das Land kannten, schüttelten den Kopf und warnten —: „Hm des Himmels willen, in dieser Wüstenei gibt es wahrlich nichts zu entdecken." Frobenius aber war bekannt, dah schon einmal der Rordafrika- forscher Heinrich Barth, der von 1821 bis 1865 lebte, auf zwei Felsbilder in Fessan hingewiesen hatte. Auf dieser Spur stieh er vor in das ungefähr 400 000 Quadratkilometer umfassende Gebiet, das meist mit spärlichen Oasen durchsetzte Wüste ist und das unterworfene Reich der Senussi darstellt — der Senussi, jenes mohammedanischen Derwisch ordens, der den Islam in seiner ursprünglichen Reinheit wiederherstellen will, im Iahre 1837 gegründet wurde und bis heute jede Art europäischer Zivilisation wild ablehnt. Der Erfolg gab Frobenius, seinen Ahnungen und seiner Beharrlichkeit recht: er entdeckte im Fessan ungefähr 2500 Fels- bilder, eine ungeheure Dildchronik, die etwa auf die Iahre 12000bis3000 v. Ehr. zurück- geht. Diese „Bildergalerie" zieht sich einen alten Fluhlauf entlang; der Strom ist verschollen, man erkennt ihn nur an den ehemaligen Ufer- felfen, die Fläche und Material für die Bilder berg oben. Den Fluh, der heute unterirdisch verläuft, entdeckte Frobenius neben den Reliefs neu — für oie Italiener eine wichtige Entdeckung praktischer Möglichkeiten in diesem wasserarmen Gebiet. Die aufgefundenen Felsbilder weifen eine ganz neuartige, bislang unbekannte Technik auf. Die bisher bekannten Felsbilder sind nur schwach eingeriht oder nur aufgemalt. Hier in Fessan aber hat man es plötzlich mit richtigen Reliefs in tief geschnittener Linienführung zu tun — mit Reliefs, die zum ersten Male das erst so recht von Herzen fingen, daS man in dieser trüben Zeit fast verlernen könnte. Aber, die Iugend hat ein Anrecht darauf, dem waltenden Pessimismus zu widerstehen. Sie hat allen Grund, sich so oft wie möglich solche Gelegenheiten zu verschaffen, die in ihr einen forschen Mut und einen heiteren Sinn auf kommen lassen. Darum müssen wir wandern. So oft eS einzurichten ist, wird des SamstagS der Stadt der Rücken gekehrt. Dis in den tiefen Herbst hinein wird getoanbert, und auch im Winter ist es eine besondere Freude, durch einen Wald in jungfräulichem Schnee zu wandern. Wenn wir wandern, sparen wir auch, denn Wandern ist billig. So gewinnt auch der Geldbeutel dabei. Wichtiger aber ist, dah wir unseren Körper durch die überaus gesunde Bewegung in der guten Luft ein unbezahlbares Gut an Gesundheit zuführen. Also hinaus in die Weite müssen wir. Haben wir aber erst zu wandern begonnen, dann werden wir auch entdecken, was wir noch an unseren deutschen Wäldern und Feldern, Kirchen und Rathäusern haben. Auf drum und laßt uns wandernl Gportplahbau in Reiskirchen. . <£ Reiskirchen, 25. Sept. Die Arbeiten zur Schaffung eines Sportplatzes in unserer Gemeinde, die im Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes durchgeführt wurden, sind nunmehr nach 20wöchiger Dauer eingestellt worden. Das Projekt konnte in der vorgesehenen Zeit von 16 Wochen nicht fertiggestellt werden, da man in letzter Zeit auf Felsen stieß, die das Weiter- Arbeitereinstellungen. X Schotten, 24. September. Bauunternehmer Meiski hat in seinen Betrieb 36 Leute neu e i n g e st e l l t. Wie man hört, wird ihm voraus- sichtlich der Reichszuschuß von 400 Mark pro Kopf zuteil werden. Gewitter über Oberheffen. s Htphe (Kreis (Sieben), 24. Sept. Gestern entluden sich mehrere schwere Gewitter über unserer Gemarkung. Der Blitz schlug m eine Vieh- koppel des hiesigen Hofgutes und tötete zwei Kühe, die sich an der Drahtumzäunung au,- hielten. Es ist anzunehmen, dah der Dlitz in den Draht einschlug. Die getöteten Tiere wiesen Einerlei Verletzung auf. Die Straßen glichen einem strömenden Flusse. Eichelsdorf (Kreis Schotten), 24.Sept. In den gestrigen Rachmittagsstunden entlud sich über dem Ridda- und dem unteren Eicheltal ein für die Herbstzeit außergewöhnlich schweres Hnwetter. Unter heftigen Entladungen prasselte ein Hagelschauer nieder, der haselnuhgroße Eiskorner brachte, die vielfach das Blattwerk durchschlugen, aber in der Herbstzeit Einen größeren Schaden mehr an- richten konnten. Dann setzte wolkenbruchartiger ** Theater in Bereitschaft! Von der Intendanz des Stadttheaters wird uns mitgeteilt: „Zu feiner Zeit der Geschichte waren die Forderungen wirtschaftlichen Wohlergehens für alle erfüllt; und dennoch ist in aller Zeit die Kunst gewachsen und gereift. Wenn die Freude an der Wieoerspiegc- lung menschlicher Leidenschaften und Schicksale auf der Bühne ein Grundzug deutschen Geistes wäre, hätte das deutsche Theater die letzten Jahre wechsel- voller Kämpfe nicht überdauert. Darum rufen mir keineswegs: .Bekennen Sie sich zu Ihrem Theater' im Sinne einer Mitleidsaktion, niemand kann heute aus Mitleid dauernd Geld geben; und könnte er es, so gäbe es wichtigere Objekte. Wir sagen: 11m das Verlangen nach Erhebung und Zerstreuung zu stillen, dafür ist bei uns gesorgt. Kommt, hört und seht! Und wenn Ihr glaubt, daß das Gebotene des — niedrigen — Preises wert ist, so bleibt. Rur so kann unsere Werbung dem Theater die alten Freunde erhalten und neue hinzuführen. Ein Ensemble einer beträchtlichen Zahl dauernd künstlerisch Tätigen steht bereit, um in einigen Tagen die Iubiläumsspielzeit zu eröffnen. Jeder Bürger ist mitentscheidend für die Erhaltung und Zukunft seines Theaters. Denn jede Stadt hat das Theater, das fie will! Rur die Anteilnahme der ganzen Bürgerschaft gewährleistet weiteren Aufbau. Die Stadt Gießen ist ohne Theater nicht denkbar! , . , •• Beginn der Theaterspielzeit am 4. Oktober. Die Spielzeit wird nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, am Sonntag, 2. Oktober, eröffnet, sondern am Dienstag, 4. Oktober. Das Theater bleibt am Sonntag, 2. Oktober, geschlossen. Als 1. Vorstellung im Dienstag-Abon- nement wird die Iubiläumsspielzeit 1932/33 mit einer Aufführung von Goethes „(8 g m o n t" eröffnet. Das Goethesche Trauerspiel wird in einer Bearbeitung von Intendant Dr. Rolf Prasch und unter seiner Spielleitung tn Szene gehen. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Hniversitätsmufikdirektor Dr.Temesvary. Die eigentliche Iubiläumsfeier wird auf einen anderen Zeitpunkt der Spielzeit verschoben, und zwar ist bereits jetzt der Rovember dafür vor» gesehen. Zu diesem Termin der Iubiläumsfeier wird auch die Festschrift herausgegeben. ** Iustizperson alten. Auf Grund des Altersgrenzcgesetzes treten am 1. November 1932 Oberamtsrichter Zimmermann in Laubach, Oberamtsrichter Wahl in Herbstein, Oberamts, richter Klietfch in Büdingen und Oberjustiz. Inspektor F a u l d r a t h in Lauterbach in den Ruhe- stand. •* Silberne Hoch ^ei t feiert am nächsten Mittwoch das durch seine schauspielerische und must- kalische Tätigkeit in weiteren Kreisen bekanntge- wordene Künstlerpaar Paul und Wartha Buch- wa ld von Ijier. * Straßensperrung, mitgeteilt vom Ober- hessischen Automobilklub E. B. (A.v.D.), Gießen: Die Ortsdurchfahrt Heldenbergen vom Abzweig nach Büdesheim bis zum Abzweig nach Grohkarben im Zuge der Straße Friedberg—Hanau (Fernver- kehrsstraßen-Nr. 45) ist vom 26. September ab bis auf weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Ilbenstadt—Erbstadt—Eichen. Sitzung des Schwurgerichts. Am morgigen Dienstag wird vor dem Schwurgericht der Provinz Oberhessen in einer Anklage wegen Meineids gegen Thekla K. von hier, Klara M. von Wetzlar und Heinz A. von hier verhandelt. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Fischer, Verteidiger sind die Rechtsanwälte En gisch II. (Gießen), Dr. (Engelmann (Wetzlar) und Dr. Aaron (Gießen). " Vom Pferde geschlagen. Auf dem Gut Reu Hof bei Leihgestern ereignete sich am gestrigen Sonntag ein schwerer Hnglücksfall. Der etwa 20jährige, aus Gießen stammende Landwirtschaftsgehilfe Emil Brück wurde von einem au$- fchlagenden Pferde so heftig am Kopfe getroffen, daß er eine schwere Gehirnerschütterung erlitt und durch die Freiwillige Sanitätskolonne Gießen sofort in die Chirurgische Klinik eingeliefert werden mußte. Der bedauernswerte junge Mann liegt zur Stunde noch bewußtlos darnieder. 2m allgemeinen find die Menschen ja von dem Gesicht durchaus befriedigt, dah ihnen vom Schicksal auf den Lebensweg mitgegeben worden ist. Aber es gibt doch Fälle, wo ein Mensch gern mehr als 100 Dollar opfern würde, wenn er dafür ein anderes Gesicht bekommen konnte. Darunter werden nicht die Mißgestalteten verstanden, die schließlich ein Recht darauf haben, sich nach einer Korrektur ihrer Gesichts^üge zu sehnen, sondern es ist an andere gedacht, beispielsweise an Devisenschieber ober Steuerflüchtlinge, deren Steckbrief nebst Photographie in allen Polezei- ftuben liegt. Die Veränderung der Haar- und Darttracht sind doch nur unvollkommene Dehelfs- mittel. In Chikago hat sich ein Arzt niedergelassen, dessen Spezialität es ist, Gesichts- züge zu verändern. Er muß ein großer Künstler fein, denn es wird ihm nachgerühmt, dah er imstande fei, ein Gesicht so zu verändern, dah es nicht wiederzuerkennen ist. Als Honorer verlangt er nur 100 Dollar. Der Zulauf von Patienten bei diesem Doktor ist enorm, jedoch kommen nicht solche Kunden zu ihm, die sich verschönern lassen wollen, sondern nur solche, die Wert darauf legen, im Gesicht verändert zu werden. Es gibt nämlich auch in Amerika Verbrecheralben, und derjenige, dessen Konterfei dort verewigt ist, gibt gern hundert Dollar aus, um ein neues Gesicht zu bekommen. Die Polizei war damit aber nicht einverstanden und verhaftete den Arzt. Aber eine Handhabe, um ihm den Prozeh zu machen, hat man noch nicht gefunden. Wunderbare Heilung. Der berühmte deutsche Physiker Lichtenberg schrieb von einer Englandreise einem Freund in die Heimat: „Sie Reise war glücklich. Besondere Vorfälle ereigneten sich nicht, außer etwa, daß einer unserer Schiffer aus dem Mast- Erb stürzte und mit gebrochenem Dein liegen blieb. Aber mit Hilfe eines Pflockes, eines Strickes und mit etwas Pech wurde das Dein in feinen allen Stand zurückgebracht, und eine halbe Stunde später ging der Mann wieder wie zuvor." unbegreiflich. Schließlich schrieb er an Lichtenberg und fragte ihn, ob er sich in feinem Dries nicht geirrt habe. Rach einiger Zeit traf folgende Antwort eint „Lieber Freund, mein Dericht enthält Einen Irrtum. Als ich Dir von dem gebrochenen Dein schrieb, habe ich nur vergessen dazuzusagen, daß es ein Holzbein war." Kühne Forschungsreise einer Frau. Nach einem langen und abenteuerreichen Aufenthalt in Madagaskar ist eine junge Französin, Frau, lein Basse, mit einer Menge werttwollen und bisher unbekannten Materials nach Paris zurückgekehrt. Die Anstrengungen und Gefahren, die diese zarte junge Dame auf sich nahm, zeigen, welche Kräfte die Frau auf wissenschaftlichem Gebiete ein» zusetzen vermag. Als 1930 der französische Kolonial- minifter nach einem jungen Gelehrten suchte, der in den wenig erforschten Gebieten Madagaskars topographische und geologische Erhebungen anstellen könnte, da meldete sich auch Fräulein Basse, die an der Sorbonne studierte. Aber man beachtete ihr Gesuch nicht, weil man ein weibliches Wesen der Aufgabe nicht für gewachsen hielt. Erst als sich keine männlichen Bewerber sanden, griff man auf das Mädchen zurück, das sich nun hn Auftrag des Ministeriums auf die Reife begab. Diele Monat: trotzte die kühne junge Same, nur von einer Schar von Eingeborenen begleitet, allen Gefahren Des Urwalds im Süden der Insel. Sie führte keine andere Waffe bei sich als einen Hammer für Hre geologischen Arbeiten. Sie ist nun mit Karten und anderen Aufnahmen bisher unbekannter wilder Gebiete und mit einer großen Sammlung geologischer, tierischer und pflanzlicher Seltenheiten heimgekehrt. Sie will ihr Material in einer Doktorarbeit oer> Gießen, den 26. September 1932. provinzialausschuß-Gitzung. In der am Samstag im Regierungsgebäude zu Gießen unter dem Vorsitz von Provinzialdirektor G r a e f abgehaltenen öffentlichen Sitzung des Provinzialausschusscs der Provinz Oberhessen wurden folgende Urteile erlassen: Die Klage des Bäckermeisters Samuel K a tz in Gießen gegen den Bescheid des Hessischen Kreisamts Gießen vom 11. Juli 1932 wegen Versagung der Erlaubnis zum Betriebe einer Kaffeewirtschaft im Hause Reustadt 14 wird als unbegründet kostenpflichtig zurückgewiefen. Der Streitwert wird auf 800 Mk. festgesetzt. In der Derufungssache des Ludw. Widders- beim in Obbornhofen und Anderer gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Büdingen vom 5. September 1931 in Sachen Kanalisation in Ober-Widdersheim; hier: Einwendungen gegen die Genteindevoranschläge 1929, 1930 und 1931 Rj.: „Soweit die Berufung sich auf die Einwendungen gegen den Voranschlag 1931 Rj. bezieht, wird sie als u n z u l ä s s i g, soweit sie sich auf die Einwendungen gegen die Voranschläge 1929 und 1930 bezieht als unbegründet zurückgewiesen. Die Beschwerde gegen die Festsetzung des Wertes des Streitgegenstandes wird stattgegeben und dieser auf 1100 Mk. festgesetzt. Die Kosten dieses Verfahrens fallen den Berufungsklägern zur Last. Der Streitwert wird auf 1100 Mk. festgesetzt." Ser Gemeinderat von Hungen hatte bei Beratung des Voranschlags der Gemeinde Hungen für das Rj. 1931 im Juni 1931 beschlossen, dis Vergütung für den Gehilfen des Gemeinderechners zu Hungen ab 1. April 1931 nicht mehr zu bewilligen; der Gemeinderechner habe diese Kosten selbst zu tragen. Hierauf erhob der Eemeinde- rechner Einspruch, gegen den Voranschlag für das Rj. 1931. Der Kreisausschuß des Kreises Gießen gab nach der mündlichen Verhandlung vom 19. Mai 1932 dem Einspruch statt und verurteilte den Gemeinderechner, sowie die Gemeinde Hungen je zur Hälfte in die Kosten des Verfahreris. Gegen dieses Urteil verfolgte die Gemeinde Hungen — vertreten durch die Bürgermeisterei — Berufung an den Provinzialausschuß. Der Pro- dinzialausschuh erkannte nach mündlicher Verhandlung zu Recht: „Der Berufung wird, unter Aushebung des erstinstanzlichen Urteils, stattgegeben. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Gemeinderechner und der Gemeinde Hungen je zur Hälfte zur Last. Streitwert 648,73 Mark." Goldenes Ooktorjubiläum. Von der Pressestelle der Landesuniversität Gießen wird mitgeteilt: Sie Medizinische Fakultät der Hessischen Ludwigsuniversität hat anläßlich der Wiederkehr des Tages (25. Sept.), an dem sie vor fünfzig Jahren Herrn Sanitätsrat Dr. Karl Ohnacker in Butzbach, dem ange- febenen und vielseitig gebildeten Arzt, der nach seiner Studien- und Assistentenzeit an unserer Landesuniversität fast ein halbes Jahrhundert in Butzbach eine segensreiche Tätigkeit ausübt, während welcher Zeit er über dreißig Jahre als leitender Arzt dem Johaniterkrankenhaus in Riede rweisel Vorstand, der sich als ausgezeichneter Diagnostiker, erfolgreicher Therapeut, erfahrener Geburtshelfer bewährt hat, unserer Landesuni- venität bis zum heutigen Tage treue Anhänglichkeit beweist, mit der Wissenschaft fortschreitend sich stets weiter gebildet, durch seine hohe Standesauffassung sich Hochachtung und Verehrung in allen Kreisen erworben hat und noch im Alter freudig und unermüdlich feinen Beruf erfüllt, in dem ihm Sohne und Enkel gefolgt find, zum Doktor der Medizin ernannt hat, in dankbarer Anerkennung nach altem Brauch das Diplom erneuert. Gegen die Raserei der Lastkraftwagen. Strengere und häufigere Kontrolle und bessere Beachtung der Kraftfahrzeugverordnung ist die Forderung, die der Reichsverkehrsminister in einem Rundschreiben an die Landesregierungen c«sstellt. Den Anlaß hierzu boten sich häufende Beschwerden, vor allem aus Kreisen der Wege- unterhaltungspflichtigen, des Grund- und Haus- besitzes, das überladene und schlecht bereifte Lastzüge mit übermäßiger Geschwindigkeit durch die Straften fahren und erhebliche Schäden an Straften, Häusern und Baudenkmälern verursachen. Auch die eigentlichen Verkehrsvorschriften, z. B. über das Ueberholen und die Gestattung des Ueberholens, werden von den Führern der Lastkraftwagen nicht genügend eingehalten. Schon oft hat der Reichsverkehrsminister von den Lastkraftwagenbesitzern mehr Rücksicht auf den übrigen Verkehr, insbesondere auch die strengere Beachtung der Gewichts-, Geschwindigkeitsund Dereifungsvorschriften, gefordert. Runmehr werden künftig neben der Nachprüfung der Ladung und Bereifung in größerem Umfange auch Geschwindigkeitskontrollen von Lastzügen statt- finden. Sollten die bevorstehenden Maßnahmen nicht die erwünschte Besserung bringen, so wird erwogen, im Jntevefte der Schonung und Erhaltung der Straften, Häuser, Baudenkmäler u'w. und mit Rücksicht auf den übrigen Verkehr eine Verschärfung der Vorschriften eintreten zu Ionen. Jugend muß wandern! In irgendeinem Aufsatz stellte einmal jemand fest, daß es Wohl die härteste Probe für die Willenskraft bedeute, des Morgens mindestens eine Stunde früher als gewohnt aufzustehen. Es mag stimmen! Jeder wird schon die magische Anziehungskraft der wohltuenden Ruhestatt am Morgen verspürt haben. Uebcr eines aber freut man sich immer wieder: Rach einer erquickenden Rachtruhe in einer Jugendherberge oder in einem Zeltlager sah man selbst berüchtigte Langschläfer zu früher Morgenstunde sich frisch und schnell von ihrem Lage.' zu erheben. Das Beispiel der anderen mag ein gut Teil zum Gelingen der Ueberwindung beigetragen haben. Cs gibt aber wohl kaum jemanden, der es fertig brächte, liegen zu bleiben, wenn draußen der Helle Sonrkenschein lockt und die munteren Stimmen der ersten Vögel hereinschallen. Mag es sich auch noch so schön im Herbergsbett oder auf dem Strohsack im Zelt schlafen, wenn es einen sonnigen Wandertag würdig auszunutzen gilt, dann schmeckt den zünftigen Gesellen das Frühstück schon zu einer Zeit, zu der die immer Müden beginnen, sich müde zu schlafen. Und wie das ermuntert, stählt und frischt, der Sonne entgegen in den klingenden Morgen hineinzuwandern, der alles Gesunde und Frohe in uns zum Schwingen bringt. Dann lernt man bargeftetlte Objekt in meist natürlicher Größe aufweisen und so gelegentlich bis zu zwölf Meter Länge gediehen. Diese Bilder sind so neuartig, daß man jetzt von zehn Stilen der öeldbu&et sprechen kann, während man vor diesem Fund nur von vier Stilarten wußte. Darüber hinaus erzählen sie von einer bisher gänzlich unbekannten alten Kultur, bet der sich die bedeutsame Frage erhebt, ob sie nicht älter sei als die früh- ägyptische. _ Zum erstenmal taucht hier für Afrika das Rind der Hirtenvoller auf als bedeutungsvolles Geschöpf, und zwar dargestellt mit einer Eindringlichkeit, daß man sich fast scheut, hier von „primitiver" Kunst zu sprechen. Faszinierend sind vor allem die Widderköpfe, und verblüffend die Ochsen mit den nach rückwärts gekrümmten Hörnern, von denen bereits H e r 0 d 0 t erzählte, dem man in dieser Hinsicht keinen Glauben schenken wollte, dessen Angaben sich aber hier als wahr bewähren — genau so tote feine Erzählungen von den Garamanten. Diese ®ara- manten sind im Altertum ein großes, gänzlich unkultiviertes Volk gewesen, die südlich von der großen Syrte, im Lande Phazania — das ist das heutige Fessan! — gelebt haben. Ihre Hauptstadt hieß Garama. Run kommt die bedeutsame Kunde, daß Frobenius die Ruinen einer vollreichen garamantischen Stadt auffandI Sie Römer sind auf ihren Eroberungen auch bis zu diesem Voll vorgedrungen; Cornelius DalbuS triumphierte im Jahve 9 v. Ehr. über sie. Siefe Garamanten waren die Vorfahren der heutigen Tuareg, jenes für die Karawanenführung heute noch bedeutsamen, aber als verschlagen und grausam verschrieenenen afrllanischen VolksschlagS- Reben Widdern und Ochsen zeigen die Felsbilder Löwen, Giraffen, Krokodile und Rhinozerosse als symbolische Wesen, daneben u. a. auch einen Elefanten aus dem Jahre 12 000 v. Ehr., der zu reinster Kunst gestaltet ist und als Kunstwerk wohl das sprechendste Zeugnis einer uralten, bisher unbekannten Äultifc darstellt — neben den künstlerisch und technisch hochwertigen Abbildern von Jägern, Helden, Göttern in Masken von abgründigem Humor. Prof. Frobenius, der u. a. 1918 das „Afrika- Archiv" gründete, aus dem das von ihm geleitete und in Frankfurt a.M. beheimatete Forschungsinstitut für Kulturmorphologie hervorging, ist zur Zeit bereits damit beschäftigt, die bedeutsamen Entdeckungen dieser seiner zehnten Expedition zu einem Wer? zusammenzufassen, das demnächst erscheinen soll und i den Titel „Ikabe Iktab" — d. h. Figuren, die I auf Felswänden leben — fragen wird. SJ.-fpori Gerhardt (1900) 3. bei der österreichischen Marathon-Meisterschast. Unter starker internationaler Beteiligung wurde am Sonntag in Wien die österreichische Meisterschaft im Marathonlauf ausgetragen. Am Start der 42,2 Kilometer langen Strecke waren 31 Läufer, darunter auch sieben aus Deutschland. Der Verteidiger des Titels Tuschek, Wien, konnte sich abermals in die Siegerliste eintragen. Er brachte die Meisterschaft mit 2:40,36 Stunden an sich und verbesserte damit seinen eigenen Landesrekord um 6 Sekunden. Der Münchener Z e i l n h o f e r belegte vor Suska in 2:44,25 Stunden einen guten zweiten Platz. Gerhardt, Gießen, und H e r i n g, Berlin, belegten die nächsten Plätze. Die übrigen Deutschen placierten sich wie folgt: 7. Sä del, Saarbrücken. 9. Hann e ma nn, Minden, und 10. Kreglinger, Wilhelmshaven. Es ist für die Gießener Sportbewegung und insbesondere für Gerhardt eine große Freude, daß er sich auch in diesem Sahre wieder bei den österreichischen Marathonmeisterschaften so ausgezeichnet halten konnte. Der dritte Sieg unter einer so großen Anzahl ausgezeichneter internationaler Läufer darf als sehr ehrenvoll bezeichnet werden. Lleberraschende Siege -er Gießener Fußballmannschaften. Mit gemischten Gefühlen sah man den Spielen der 1. Mannschaften der beiden hiesigen Vereine entgegen. Vicht ohne Berechtigung! Ueberraschend landeten aber beide Mannschaften eindrucksvolle Siege. 1900 konnte gegen die Elf aus Breidenbach mit 4:1 Toren gewinnen, nachdem das Spiel zur Halbzeit 1:0 für die Gäste stand. Erst die letzte Viertelstunde entschied den Kampf. — Die 1. Mannschaft des VfB. brachte einen hohen Sieg mit nach Hause. 6:1 lautete das Ergebnis für die Grünweihen. Halbzeidstand: 1:0 für Bottenhorn. Das Spiel wurde sehr hart ausgetragen. Es kam leider auch zu Ausschreitungen, an denen die Gastgeber ursächlich beteiligt waren. Die VfB.er brachten einige Verletzte mit nach Hause. Die unteren Mannschaften der Spielvereinigung 1900 waren weniger vom Glück begünstigt. Die Reserve verlor gegen die 1. von Lollar mit 0:1 Toren. Der Siegestreffer der Gäste resultierte aus einem Elfmeterball. Die 3. Mann- Im Nürnberger Stadion endete am Sontagnach- mittag der 10. Fußball-Länderkampf zwischen Deutschland und Schweden mit einem zwar hart erkämpften, aber wohlverdienten 4:3- (3:1=) Sieg der deutschen Mannschaft. 45 000 Zuschauer, die zum Teil mit Sonderzügen aus Stuttgart, Erfurt und anderen Städten gekommen waren, wurden Zeuge dieses schönen Erfolges. Die Schweden, die am vormittag im alten Rathaussaal durch den Oberbürgermeister Dr. Luppe im Namen der Stadt Nürnberg begrüßt worden waren, stellten eine bessere Mannschaft, a l s man erroar« t e t hatte. Sie waren technisch ausgezeichnet und spielten sehr schnell. Ihre besten Leute waren der Mittelläufer Carlund, die beiden Außenstürmer und der Torwart. Die deutsche Mannschaft hat gut gespielt und verdient gewonnen. Dennoch war sie nicht ohne Schächen. Neben einem glänzenden linken Flügel, aus dem vor allem der Düsseldorfer Linksaußen Kobierski angenehm überraschte, stand ein enttäuschender rechter Flügel und auch der Mittelstürmer Rohr war nicht das Ideal eines An- griffsführers. In der Läuferreihe fiel der linke Nürnberger Läufer O e h m aus, um so besser gefielen aber die unermüdlich schaffenden Sein« b e r g e r und Knö pfle. Foringer war der überragende Mann des Abwehrtvios. Der schnelle Frankfurter Stubb hatte neben sehr guten auch einige schwächere Momente, er genügte aber im allgemeinen ebenso gut wie der baumlange Torhüter Jakob. Die beiden Mannschaften. Deu tschand: Jakob; Haringer, Stubb; Knöpfte, Leinberger, Oehrn; Bergmaier, Krumm, Rohr, R. Hofmann, Kobierski. Schweden: Jonasson; Andersson, Erik Lager; Sjögren, Carlund, Johnson; Nilsson, Persson, Lun- dahl, Kempe, Svensson. schäft, ersatzgeschwächt, verlor gegen Dutenhofens erste mit 3:1 Toren, und die vierte Mannschaft muhte sich von Lollars 2. Elf mit 1:2 Toren geschlagen bekennen. Die 3. Mannschaft des DfB. spielte gegen die 1. von Wieseck unentschieden 5:5. Die 1. Jugend konnte sich gegen die spielstarke 1. Jugend des VfB. Kurhessen Marburg nicht behaupten und verlor mit 0:3 Toren. Die 1. Schüler schlugen die 1. Schüler von Wieseck überraschend hoch mit 6:0. OieVerbandöspieleinderGruppeMain Dieser Sonntag brachte bei denDerbandsspielen der Gruppe Main im allgemeinen die erwarteten Ereignisse. Etwas überraschend kommt lediglich der sichere 3:0-Sieg von Union Viederrad in Bieber und das 2:2-Unentschieden zwischen Vot- weih Frankfurt und Kickers Offenbach. Durch diesen Punktverlust haben die noch immer ungeschlagenen Offenbacher ihre alleinige Tabellen- sührung abgeben müssen, da der Fuhballsport- verein durch seinen 3:0-Sieg gegen Friedberg mit ihnen punktgleich geworden ist. Eintracht holte mit einer ersatzgeschwächten Mannschaft gegen Hanau nur ein 1:0 heraus und die Sportfreunde blieben mit 3:1 gegen Veu-Ssenburg siegreich. Tennismeisterschaften der Berufsspieler Die Tennisweltmeisterschaften der Berufsspieler von Berlin stehen kurz vor ihrem Abschluß. Sn den Kämpfen um die ersten vier Plätze spielten zuerst vor wieder 3000 Zuschauern Tilden und Burke. Tilden gewann nach anfänglicher Unsicherheit 8:6, 6:1, 6:3. Plaa, der am Vortage Tilden geschlagen hatte, blieb auch Sieger über den Deutschen Vüßlein. Vühlein wehrte sich zwar sehr aufopfernd, muhte aber doch mit 9:11, 6:3, 6:1, 5:7, 7:9 die Ueberlegenheit des Franzosen anerkennen. Sn den Spielen der Gruppe B war Ramil- lon über Barnes 6:1, 6:3, 6:4 und Vornan Vajuch über den Frankfurter Messerschmidt mit 6:2, 6:4, 6: 2 erfolgreich. Bei den Doppelspielen wurde die am Vortage abgebrochene Partie Vamillon-Plaa gegen Messerschmidt-H. Dartelt beendet. Die Franzosen siegten mit 6:4, 6:2, 6:2. Neuer Weltrekord im Kugelstoßen. Die Spitzenleistung des Länderkampfes zwischen der Tschechoslowakei und Polen in Prag war am Schiedsrichter war der Italiener Bar- Iossina, der eine ganz ausgezeichnete Leistung bot. Aus dem Spielverlauf. Sn der ersten Halbzeit war die deutsche Mannschaft durchweg tonangebend. Die Schweden muhten sich fast immer auf die Verteidigung beschränken. Shre Gegenangriffe wurden meist schon von der Läuferreihe oder der Verteidigung gestoppt, Sakob brauchte in dieser Zeit nur selten einzugreifen. Vach einer schönen Vorarbeit von Kobierski fiel schon in der zehnten Minute der Führungstreffer für die Deutschen. Kobierski schoß dann nach einer feinen Einzelleistung in der 17. Minute den zweiten Treffer. Sn der 21. Minute fiel nach einem Geplänkel vor dem deutschen Tor durch Schwedens Mittelstürmer Lun- dahl das erste Gegentor. Krumm stellte in der 40. Minute auf Vorlage von Bergmaier das Halbzeitergebnis von 3:1 her. Vach der Pause griffen die Schweden mit Elan an und der Kampf war nun zumeist ziemlich ausgeglichen. Erst gegen Schluß ergab sich wieder eine Ueberlegenljeit unserer Mannschaft. Heber- raschend fiel in der dritten Minute der zweite Gegentreffer der Gäste. Unsere Hintermannschaft war zu weit aufgerückt und Kempe formte bei einem Durchbruch im Alleingang das Tor schießen. Wiederum nach Vorarbeit von Kobierski stellte Rohr in der 20. Minute das Ergebnis auf 4:2. Aber auch die Schweden tarnen noch zu einem Erfolg, den Vielsson in der 26. Minute nach einem Fehler in der deutschen Hintermannschaft erzielte. Der Endspurt der Deutschen blieb trotz verschiedener Chancen erfolglos, da der Snnen- sturm zu nervös war. ersten Tage der neue Weltrekord des tschechischen Athleten Douda, der die Kugel 16,2 Meter weit stieß und damit die noch nicht anerkannte Höchstleistung des amerikanischen Olympia-Siegers ©e f ton mit 16,16 Meter um 4 Zentimeter überbot. Der vor 6000 Zuschauern ausgetragene Län- derkampf sah die Polen am ersten Tage mit 372/s Punkten gegen 35Vz der Tschechoslowakei in Führung. Kurze Sportnotizen. Schweden B. besiegte die Fußballelf von Litauen in Stockholm vor 10 000 Zuschauern hoch mit 8:1 (1:0). München gewann den 14. Fußball- Städtekampf gegen Berlin in München vor 12 000 Zuschauern mit 5:3 Treffern, nachdem die Berliner bei der Pause noch 3:2 geführt hatten. * Beim Hohensydurg - Rennen der Motorräder, das 80 000 Zuschauer an sich gezogen hatte, fuhr Rüttchen-Erkelenz auf NSU. mit einem Stundenmittel von 112,4 Kilometer die beste Zeit des Tages. Der Deutsch e Ruder-Verb and sprach in feiner Heidelberger Ausschußsitzung den deutschen Olympia-Rudern seinen Dank aus. * Ein Damen - Wettschwimmen der fünf süddeutschen Gaue wurde in Pforzheim von Würt- Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Bei verhältnismäßig geringem Angebot lag die Getreidebörse in der verflossenen Woche weiter etwas schwächer. Das Geschäft hielt sich in engen Grenzen, die geringe Vachfrage von allen Seiten sprach hierbei stark mit; man beschränkte sich nur auf die Deckung des notwendigsten Bedarfs. Für das geringe Angebot dürften neben den Feldbestellungsarbeiten (das günstige Herbstwetter beschleunigt sie), die die Landwirtschaft bei der Ablieferung von Getreide behindert, auch viel Lombardierungen maßgebend sein. Es wird von den verschiedensten Seiten behauptet, daß die Erntefinanzierungserleichterungen jetzt fortschreitend größere Beachtung fänden. Der Handel sagt sich allerdings, daß die lombardierte Ware ja noch nicht verschwunden ist, und der Angebotsdruck, der jetzt abgebremst werde, sich später doch einmal bemerkbar machen würde. Das Geschäft war, wie schon erwähnt, sehr gering. Am Drotgetreidemarkt lag Weizen zunächst mehr im Angebot, so daß ein Preisdruck von 2 Mk. per Tonne eintrat; später war die Haltung etwas stetiger, obgleich die Mühlen kaum Material aus dem Markt nahmen, zumal das Mehlgeschäft sehr schleppend war. Roggen lag ebenfalls schwächer, da die Stützungsstelle offenbar nicht die erwarteten Mengen aufnahm. Die Preise stellten sich wie folgt: Weizen 214, Roggen 170 Mk. je Tonne. — Von Futtergetreide lagen Hafer und Sn* dustriegerste matt, doch blieben die schon in der Vorwoche ermäßigten Preise gehalten. Braugerste lag bei kleinem Einsatz unverändert. Hafer 142,50 bis 147,50, Braugerste 175 bis 180 Mk. je Tonne. Das M e h l g e s ch ä f t stagnierte fast vollkommen, trotz der mehrmals ermäßigten Forderungen. Weizenmehl (südd.) 32 bis 33,20, (niederrhein.) 32 bis 32,95; Roggenmehl 25,50 bis 26,50 Mk. je Doppelzentner. Futtermittel (besonders ölhaltige) lagen sehr ruhig und etwas schwächer bei sehr kleinen Umsätzen. Weizen- und Roggenkleie je 8,25, Treber 11,50 Mk. je Doppelzentner. * Iahresbrennrecht und Grundpreise für Monopol sprit. In der Beirats- sitzung der Reichsmonopolverwaltung für Branntwein ist das Iahresbrennrecht für das Betriebsjahr 1932/33 auf 85 Hundertteile des regelmäßigen Brennrechts festgesetzt worden, ferner für den vom 1. Oktober 1932 ab hergestellten Branntwein der Grundpreis für die ersten 60 Hundertteile des Brennrechts auf 54 Mark, für die weiteren 40 Hundertteile des Iahresbrennrechts auf 39,75 Mark. Das Iahreskornbrennrecht wurde mit bet im § 82a des Branntweinmonopolgesetzes vorgesehenen Wirkung in Höhe von 20 Hundertteilen des regelmäßigen, für die Bearbeitung von Korn geltenden Brennrechtes festgesetzt. Für Kornbranntwein aus Derschlußbrennereien, soweit er nach § 82a des Mo- temberg vor Süd- und Nordbayern, Baden und Hessen gewonnen. Deutsche Leichtathletiksiege gab es in Paris. Voigt-Berlin siegte über 400 Meter in 49,8 Sek. vor dem farbigen Franzolen Jackson; während Welscher- Frankfurt das 110-Meter- Hürdenlaufen in 15,8 Sek. vor den Franzosen Der- nard und Adelheim leicht gewann. * Alfa Romeo feierte im Großen Automobil- preis von Marseille einen neuen Erfolg. Die Alfa- Romeofahrer Sommer und Nuvolari belegten vor den Bugatti- und Maserati,Fabrikaten den ersten Platz. Büchertisch. — In einer lesenswerten Schrift „Bildungswahn-Volkstod" (I. F. Lehmanns Verlag, München, Preis 2,20 Mark — (212) — untersucht der bekannte Vorkämpfer gegen die Ueberschulung, Stadtschulrat Dr. Har knacke in Dresden, Ursache und Wirkung dieses Elends. Hartnacke empfiehlt statt der übersteigerten Vorbildung die verbesserte Fortbildung im Beruf, ferner die richtige Aussonderung der Minderbegabten, die aber kein Zurückstoßen ins Nichts sein darf. Aufnahmeprüfungen für die Hochschulen nach englisch-französischem Beispiel werden abgelehnt. Die Schrift tritt ein für eine gesonderte Bewertung der Abgangsprüfung in Abschlußreife und Hochschulreife. nopolgesetzes der deutschen Kornbranntweinverwer- tungsfteUe vom Hersteller zu überlassen ist, ist ein Zuschlag zum Grundpreis von 19 Mark für das Hektoliter festgesetzt worden. * Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 21. September errechnete Großhandelsindexziffer ist mit 94,8 gegenüber der Vorwoche um 0,5 v. H. gesunken. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 88,4 (minus 0,9 v. H.), Kolonialwaren 84,6 (minus 0,9 o. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 88,6 (minus 0,3 v. H.) und industrielle Fertigwaren 115,1 (minus 0,2 v. H). • Die erste Zinszahlung auf die steuerfreie Reichsbahnanleihe 1 9 3 1. Der Geldwert für den am 1. Oktober 1932 fälligen Zinsschein Vr. 1 zu den 4,5prozentigen Schuldverschreibungen der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft vom Sahre 1931 (der steuerfreien Reichsbahnanleihe von 1931) wird berechnet: 1 Goldmark gleich 1 Reichsmark. Der Zinsschein Vr. 1 wird vom 1. Oktober 1932 ab kostenfrei eingelöst bei der Zentralkasse -der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft in Berlin, bei den größeren Kassen der Reichsbahndirektionen, bei der Deutschen Verkehrskreditbank AG., Berlin, und ihren Zweigniederlassungen, sowie bei sämtlichen Reichsbankanstalten und bei der Reichsbank-Hauptkasse in Berlin- * Allgemeine E l e k^Yi% Doung-Anlethe von 1930 . Deutsche Anl..Wlös.-Schuld mtl AuSlos.-Rechten....... Desgl. ohne AuSlos^Rechte . . 6% ehem 8%-öeff. BollSstaat 1929 (rüdjaljlb. 102%)...... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten...... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1...... 6% elfem. 8% Franks. Hhp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Ban! Goldpfc 16 unkündbar bis 1936 6'/,% ehem. 4%% Franks.Hyp.- Bank Ulqu. Psandbriese . . . 5%% ehem. 4%% Rheinische Hyv.-Bank-Liau.^Noldpsc. . . 6% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- briesanstali Psandbriese R. 19 8% ehem. 7% Pr. LandeSpsand. briesanstali, Psandbriese Si.lv 4% Oesterretchische Goldrente . 4,20% Oeslerreichische Silberrente 4% wlgarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 *y,% desgl. von 1913..... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zoll anleihe von 1911 4% Türkische Bagdadb ahn-Anleihe Serie 1........... 4% desgl. Serie II....... 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^%Rumäni,eretnh.Rentev.lSlS 4% Rumänische vereinh. Rente 2ji% Anatolier...... 67,5 76,5 63,75 55,75 6,75 58,5 51,4 73,25 73,25 78,5 78,65 70,5 70,5 9,75 1,25 7,45 6,75 7 3,8 4,1 4,2 6,4 11,65 5,55 19 69 63,75 55,85 6,75 58,5 51,25 73,9 73,25 79,5 79 90,75 90,75 10 7,4 6,75 6,75 3,75 3,9 4 6,5 11,5 5,55 19 67 76,5 63 55,9 6,7 50,9 70,75 10,4 7,65 6,75 3,85 4,25 3,9 6,25 11,75 5,5 19 69 78,5 63,9 55,75 6,75 50,75 70,75 7,5 4,2 19 Hamburg-Amenta Paic. . . . u Hamburg-Südam. Dampsschiss. 0 Hansa Dampsschiss ..... t Norddeutscher Lloyd.....l A.G. für Verkehrswesen Akt. . O Berliner Handelsgesellschaft . 4 Commerz, und Privat-Bank . O Darmstädter und Nationalbanl O Deutsche Bank und Disconto-Gesellschast... O Dresdner Bank...... O Reichsbank..... 1: A.E.G............0 Bergmann.........0 Elektr. LieferungSgefellfchast. 5 Licht und Kraft...... 6 Felten L Guilleaume. ... O Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 4 Rheinische Elektrizität ... SB Schuckert L Co....... O Siemens & Halske ..... 9 Lahmeyer L Co...... 10 Buderus..........4 Deutsch« Erdöl.......6 Gelsenkirchener.......8 Hawencr..........O Hoesch Eisen.........6 Ilse Bergbau.......10 Ilse Bergbau Genüsse..... ttlöcknerwerle........6 ManneS mann-Röhren .... 6 ManSselder Bergbau.....O Oberschles Kokswerke .... 8 Phönix Bergbau......4’/> Rheinisch« Braunkohlen... 10 1 Rheinstahl.........6 19,25 20,25 43 91 55,25 75,75 62,75 127,25 35,5 71,25 59,5 75,75 75 78,5 136,25 117 40 76,75 43 77 96,5 37,25 56,75 24,25 26,75 175,5 69 19 19,9 43,5 91 54,75 75,75 62,5 126,65 35,65 72 89 60,5 73,75 73,75 77,5 135 116,5 39,5 76,5 40,65 77 97,75 36 56,5 24,25 25,5 68,5 19,13 37 31,75 19,75 43,13 91 55,25 75,75 62,75 125,75 35,5 20,75 71 89,5 59,9 75,5 73,5 78 136 117 40 76,25 42,65 76,75 38,9 133,5 96,75 57 24,75 39,75 26,75 175,5 69,65 18,13 36 34,25 19,9 43,5 92 54,75 75,75 62,5 127 35,25 21 71,5 88,75 60 74,13 73,5 77,5 135,75 116,25 41 76,5 30,65 77,25 38,5 96,5 36,4 57 24,5 39,65 26,25 174,25 69,13 Frankfurt a. M. Äerlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Schlußkurs Schlußk. Abend« börse Gchluß- lurS Schlußk. Mittag« börse^ 23-September 24-September Amtliche Notierung Amtliche Notierung Datum 23.9. 24.9. 23 9. 24-9. meto Brief Geld »rief Heisings ort . Wien. . . . Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . OSlo.... Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Jan.. Jugoslawien. Lissabon . . 6,274 51,95 12,465 3,057 169,23 73,33 75,57 74,73 14,57 0,906 4,209 58,36 21,605 16,495 81,16 34,47 81,82 0,999 0,309 6,344 13,29 6,286 52,05 12,485 3,063 169,57 73,47 75,73 74,87 14,61 0,910 4,217 58,48 21,645 16,535 81,32 34,53 81,98 1,001 0,311 6,356 13,31 Sanknoten 6,274 51,95 12,465 3,057 169,23 73,33 75,57 74,73 14,57 0,906 4,209 58,34 21,60 16,49 81,16 34,47 81,82 0,999 0,308 6,344 13,29 6,286 52,05 12,465 3,063 169,57 73,47 75.73 74,87 14,61 0,910 4,217 58,46 21,64 16,53 81,32 34,53 81,98 1,001 0,310 6,356 13,31 Riebeck Montan......7,2 Bereinigte Stahlwerke .... O Otavi Minen....... O Kaliwerke AfcherSlcben ... 6 Kaliwerke Westeregeln ... 6 Kaliwerke Salzdetfurth ... 9 I. G. Farben-Jndustrie... ? Scheideanstalt.......10 Goldschmidt.........O Rütgerüwerke........0 Metallgesellfchast.......O Philipp Holzmann......O Zementwerk Heidelberg. ... 4 Cementwerk Karlstadt.....O Wayb & Freytag......O Schultheis Patzenhofer ... O Mu