Montag, 26. September 1952 182. Jahrgang Nr. 226 Erstes Statt Die Parteien im Wahlkampf 58^ 15,'S 14.53 1« 'i 168'S r« 34-33 die ihre Lore allen denen öffnen, die mit ihnen für äußere und innere Freiheit, für Brot und Arbeit, für christlich-deutsche Kultur und für die Zukunft unserer Kinder kämpsen. Die Deutschnationalen seien nicht die „Reaktion", sie seien die Träger schwarz-weiß-roter Zukunst. Tagung des ReichsauSschufseS der Deutschen Volkspartet. Berlin, 25. Sept. (CAD.) Der Pressedienst der Deutschen Volkspartei teilt mit: Der Reichs- ausschuh der Deutschen Dolkspartei trat heute zu einer vollzählig aus allen Teilen des Reiches besuchten Sitzung zusammen. Der Parteiführer, Reichstagsabgeordneter D i n g e l de h erstattete den Bericht über die politische Lage. Die Deutsche Dolkspartei steht geschlossen hinter dem Reichspräsidenten v. Hindenburg und unterstützt das Rettunasprogramm der Reichsregierung vorbehaltlich der kritischen Stellung zu Einzelfragen. Eingehende Aussprache ergab darin völlige Äebereinstimmung aller Dertreter. Der Parteiführer wurde ermächtigt, für den Einsatz aller nationalen Kräfte in einer einheitlichen Front desWahlkampfesdie erforderlichen Schritte zu tun. Die weiteren Beratungen galten Organisationsfragen. Es wurde beschlossen, den Z e n - tralvorstand auf den 9.Oktober einzuberufen. Japanisch-nrssiches Petroleum» abkommen. Moskau (über Kowno), 25. Sept. (TU.) Am Samstag ist das russisch-japanische Petroleumabkommen unterzeichnet worden. Das Petro- leumsyndikat verpflichtet sich, jährlich 60 000 Tonnen Erdöl für die japanische Flotte zu liefern. Der Borfitzende des russischen 51.95 12,465 3,057 169-23 13.» 75.57 74,73 14,57 0,906 4> 58,34 21.« 16.49 81.6 34, 81-82 0,999 0,308 6,344 13,2« Das Landwirtschasisprogramm der ^eichsregierung. Reichsernährungsminister Freiherr von Braun verkündet in München die Hilfsmaßnahmen der neuen Rotverordnung für die Landwirtschaft. 4,y 58,42 75,50 14,59 16.5] 169-54 21'6? 73.45 2,485 !!: 34.47 52,05 12,415 3,0g 75-73 74,87 14,61 0,91 4,217 58,46 21,64 16,53 81'32 si.y 8>i» 1,001 0,310 6,356 13.3' 5r«M Die Rückgänge "z 1 Pf. per 6tüd. üd ab loco Frank- is 8, Jugoslawien 7 50, Russen 6.50 nelländer und »' ) Holländer 8 tue adern 8,75 bis 9, Iftischeicr je nach und SchMtzeier MetzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vr» und sie ganz entgeistert war, mich lebend und gesund zu sehen. Es war eine Gemeinheit, wie es sie nicht größer auf Erden .|aX’ toenn es so gewesen ist, wie es mir fast zweifellos scheint. Ich hätte den Menschen gezüchtigt^ wie er es verdient, wenn ich meiner ^äre a^r eher habe ich 2ch habe die Verstorbene hart ab- 5?’$ ?mnols zu sprechen Der» Ju$te, ich dachte damals nicht anders, als daß rtbrWse Jei. 2tun ist sie tot, unt> je mehr ich an sie denken muß, desto sicherer wird es mir, sie war betrogen, wie ich. Ich hätte ihr damals nachgehen sollen, aber — ich befand mich auf meiner Hochzeitsreise, und die ganze Per- ffdie ging mir erst nach und nach auf. Was ist nun mit Fräulein von Diemen, die eine Bestellung Renates an mich hatte? Ich lege wirklich Wert darauf, die junge Dame selbst zu sprechen und habe ihr dies bereits selbst mitgeteilt." „Sie trauen mir nicht, wie es scheint, Herr Behrens. Aber Sie tun mir unrecht. Ich hatte keine Ahnung von dem allen, und als ich hierher kam, wußte ich nichts, als daß Fräulein von Diemen einen Auftrag meiner verstorbenen Schwägerin an Sie hatte, den auszuführen die unglücklichsten Umstände sie bis heute verhindert haben." Er erzählte nun, was er wußte, daß Renate einen Gegenstand, eine silberne Kassette, Don deren Existenz weder er, noch sein Bruder gewußt hätten, in einem Zach ihres Schreib- Parteien für die Durchsetzung der Wünsche der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen. Forderungen des harlmannbundes. Die Hauptversammlung des Verbandes der Aerzte Deutschlands (Hartmannbund) in Hannover faßte einstimmig eine Entschließung, in der einleitend die gesetzliche Einführung der freien Arztwahl begrüßt wird. In der Entschließung wird dann mit Bedauern festgestellt, daß wesenlliche Teile der vor Iahresfrist gemachten Reformvorschläge hinsichtlich der Selbstverwaltung der Aerzte unberücksichtigt geblieben seien. Die Aerzteschaft toenbe sich gegen die Bestimmungen über eine Einschränkung des Arzneiverbrauches auf Kosten des behandelnden Arztes und fordere hier schleunige Abhilfe. Das Honorarabkommen der Spihenverbände könne nur als äußerstes Zugeständnis mit Rücksicht auf die unbefriedigende Finanzlage der Krankenkassen gebilligt werden, da schon heute eine große Anzahl ärz tlicher Existenzen am Rande der Vernichtung stehe. In einer weiteren Entschließung fordert der Hartmann-Bund erneut und dringend, daß die Gesetzgebung den Arzt von der Belastung der Gewerbesteuer befreie. Dlaffenanbrang zum Münchner Oktoberfest. Die bayerische Landeshauptstadt steht im Zeichen der Oktoberfest - Haupttage. Das Fest hat auch heuer die alte Anziehungskraft auf die Fremden ausgeübt, die von nah und fern gekommen rvaren. Die Eisenbahn hat einen Riesenverkehr bewältigt. An einem der letzten Tage sind in München zehn Sonderzüge mit rund 7000 Personen eingetroffen, ferner sind mit den übrigen Zugen kÄ Fernverkehr rund 38 000 Personen angekommeiß Es besuchten also Heuer rund 7400 Personen mehr das Oktoberfest als im letzten Jahre. Auf dem Fest» platz herrschte ein Massenandrang, so daß die Bierpaläste wiederholt wegen UeberfüIIunjJ polizeilich gesperrt werden mußten. Tragischer Tod von zwei Konstrukteuren. Zwei Ingenieure in Budapest, die seit einigen Tagen eine technische Neuerung ausprobierten. Der* unglüdten tödlich. Die Ingenieure hatten ein Auto mit Propellern konstruiert, das sich in die Luft heben und über niedrigere Gegenstände Hinwegfliegen konnte. Beim letzten Versuch explodierte die Maschine und stürzte ab. Die Insassen waren auf der Stelle tot. Der Ingenieur Oskar A s b o r n , der zur Klärung der Frage, ob er irgendwie für die Katastrophe bei dem Versuch mit dem von ihm mitkonstruierten „fliegenden Automobil" verantwortlich sei, in Gewahrsam genommen worden war, ist von der Polizei wieder entlassen worden, da ihn nach dem Sachverständigengutachten kein Verschulden trifft. 1700 Reichsmark Lohngelder geraubt Wie aus Kassel gemeldet wird, wurden dieser Tage in dem Steinbruch Bilsteinkirchen bei Helsa 17 0 0 MarkLohngelder geraubt. Die Lohngelder, die sich in einer Kassette, die in einem Sack eingenäht war, befanden, wurden von Helsa mit der Drahtseilbahn zur Auszahlung an die Arbeitsstelle befördert Als die Lore mit den Lohngeldern auf der Arbeitsstelle ankam, waren die Gelder verschwunden. Pilzsucher haben die Lohngeldräuber beobachtet. Es wurde ein Polizeihund auf die Spur gesetzt, doch sind die Ermittlungen bisher ergebnislos verlaufen. Der freiwillige Arbeitsdienst. Oie neuen Richtlinien. Von £)r. Frih Kolb, Frankfurt am Main. Die Hoffnungen, welche die Reichsregierung in die Verordnung über den freiwilligen Arbeitsdienst vom 16. Iuli 1932 gesetzt hat, haben sich weitestgehend erfüllt. Durch die Erweiterung des zugelassenen Personenkreises und der Beschäftigungsdauer hat in kürzester Frist die Zahl der Beschäftigten stark zugenommen. Im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen waren beschäftigt: im Monat April an rund 350 Arbeitsstellen 5700 Dienstwillige, im Monat Mai an rund 460 Arbeitsstellen 8900 Dienstwillige, im Monat Iuni an rund 685 Arbeitsstellen 11 266 Dienstwillige, im Monat Iuli an rund 803 Arbeitsstellen 14 390 Dienstwillige, im Monat August an rund 931 Arbeitsstellen 17 400 Dienstwillige. -3. Z. können bei den bewilligten 931 Arbeiten mit durchschnittlich 25 Dienstwilligen 23 600 Iu- •genblkf>€ Beschäftigung finden. Wenn man berücksichtigt, daß bei allen Arbeiten neben der Förderung auch in mehr oder minder großem Umfange von den Trägem der Arbeit Aufwendungen für Materialbeschaffung gemacht werden müssen, so erkennt man die Bedeutung des freiwilligen Arbeitsdienstes für die freie Wirtschaft. Die These „Arbeit schafft Arbeit" hat sich auch bei dem freiwilligen Arbeitsdienst bewahrheitet. Seit dem Bestehen des freiwilligen Arbeitsdienstes hat sich_ die Z a h l der Rotstandsor- beiten ständig vermehrt. Eine größere Anzahl von Maßnahmen, schätzungsweise 80, konnte nach finanzieller Beratung der Träger als Notstandsarbeiten ausgeführt werden. Darüber hinaus sind in Eteinbrüchen usw. Notstonds- arbeider mit der Beschaffung des erforderlichen Materials für den freiwilligen Arbeitsdienst beschäftigt. Selbstverständlich hat der freiwillige Arbeitsdienst auch seine Schattenseiten. Nicht immer leicht ist die Entscheidung über die Zusählichkeit einer im freiwilligen Arbeitsdienst geplanten Maßnahme. Mißgriffe müssen sich auf dem freien Arbeitsmarkt bemerkbar machen, ebenso wie die mißbräuchliche Inanspruchnahme der Förderung für Unwirtschaft liche Arbeiten, wie sie des öfteren schon in gerabejtt unverantwortlicher Weile versucht worden ist. Bei der Durchführung des freiwilligen Arbeitsdienstes ist zu unterscheiden zwischen den g e s ch l o s- en en und den offenen Lagern. In gesoffenen Lagern sind die Dienstwilligen, Haupt» ächlich nach weltanschaulichen Gesichtspunkten, zu Arbeitsgemeinschaften zusammengefaßt. Die Dienstwilligen erhalten Unterkunft und Verpflegung, außer einem geringfügigen wöchentlichen Taschengeld (1,80 Mark). Bei dieser Form wird neben der Arbeitsleistung besonderes Gewicht auf die geistige, sittliche und körperliche Ertüchtigung der Jugend gelegt. Die geiftige Betreuung der Jugendlichen tritt bei dem sog. offenen Lager zugunsten der Arbeitsleistung zurück. Die Dienstwil. ligen kehren allabendlich in den Kreis ihrer Familie zurück und erhalten nur in solchen Fällen Verpflegung, wenn der Anmarschweg zur Arbeitsstelle zu groß ist. An Stelle von Unterkunft uni) Verpflegung erhalten die Dienstwilligen eine entsprechend größere Entschädigung, die in vielen Fällen für den Unterhalt von Familienangehörigen mit verwandt werden muß. Für die Entwicklung des freiwilligen Arbeitsdienstes, nicht nur im Bezirk des Landesarbeits- amts Hessen allein, ist die offene Arbeitsstelle typisch. Das hat seine Begründung in der Struktur des Be- zirks. In den Großstädten und mittleren Städten, bis zu 10 000 Einwohnern, wohnen nur 39,2 Prozent der Bevölkerung: die große Mehrheit der Bevölkerung des Bezirks lebt also auf dem Lande. In den kleineren Gemeinden, deren finanzielle Leistungsfähigkeit durch die lang anhaltende Ar- beitslofigkeit stark vermindert ist, stehen meistens nur kleine Arbeitsprojekte zur Verfügung, für deren Durchführung das offene Lager das gegebene ist. N7ehr als 90 o. H. der bis einschließlich 17. September 1932 genehmigten 1385 Arbeiten des freiwilligen Arbeitsdienstes wurden und werden als offenes Lager dnrchgeführt. Von dem Grundsatz ausgehend, daß die Arbeit der beste Erzieher ist, wird bei dem offenen Lager auf die Wirtschaftlichkeit des freiwilligen Arbeitsdienstes größtes Gewicht gelegt, während feine ideelle Seite, die geistige Betreuung, etwas zurücktritt. Von den Dienstwilligen werden bei durchschnittlich vierzig- .anstatt des Professors Martinik, dessen Assistent ich bin, leider in sehr trauriger Verfassung. Wir kamen zu der Erkenntnis, daß wir sie nur heilen können, wenn die Sache geklärt, das Urteil sie freigemacht von Schande und Schuld, wenn die Last von ihrer Seele genommen wird. Und wir konnten nichts tun, da sie hartnäckig schwieg, wahrscheinlich weil ein Versprechen sie bindet. So blieb uns nichts anderes übrig, als in der Hypnose ihr das Geheimnis zu entlocken, was in Anbetracht der großen Gefahr, dauernd geisteskrank zu werden, gewiß eine erlaubte Maßnahme ist. Denn Aerzte wissen zu schweigen, Herr Behrens." Der Seemann schloß den Schreibtisch auf und reichte Heinrich Andresen einen Brief: «Sie kommen, mich um Hilfe zu bitten, Herr Doktor! Diel- leicht ist dies schon geeignet, die Sache llarzu- stellen. Es war Eva-Maries Brief an Klaus. OBenn ich ihn behalten darf, es ist schon etwas sehr Wertvolles. And nun möchte ich Sie bitten, Herr Behrens, mit mir nach der Bremer Bank zu kommen. Dies sind die Schlüsselchen, die Fraulern von Diemens Mutter mir sandte. In der Hypnose verriet uns das arme Mädchen, sich befänden, und daß in diesem Tresor das Vermächtnis Renates für Sie enthalten ist. Ich uberlaffe es Ihnen, uns und Fräulein von Diemens Verteidiger so viel mitzuteilen, wie mK wendig ist, die Dame von der unverdienten Schande freizumachen." «Kommen Sie mit Herr Doktor", sagte Klaus Behrens. „Ich werde nichts verheimlichen und werde alles bekennen, was ich verantworten kann. 3d) bebaute von ganzem Herzen, daß ich ^^.^chuldige Ursache zu diesem Unglück bin.“ -W Sie, das Schicksal", tröstete Andresen. Wie ein paar Freunde schritten die beiden Männer durch die alte Hansestadt, und sie hatten sich vor wenigen Stunden noch gar nicht ae- fainit. Nun beseelte fie beib ein Wille zur Tat, Mancher bewundernde Blick aus weiblichen Augen folgte ihnen, aber sie hatten beide nicht das geringste Interesse daran. Am Marktplatz winkten von weitem zwei schicke Damen. Klaus g^icheiE a°9 ^stich ben Hut» de? - ' ✓ > LLvrtletzurig fejgkj ' * > tisches verschlossen gehalten und allem Anschein nach Fräulein von Diemen damit beauftragt, dieselbe nach ihrem Tode Herrn Klaus Behrens zu bringen. Als sie nun in der Nacht, in der Renate starb, die Schlüssel und die Kassette an sich genommen habe, wäre sie Doh einer Pflegerin belauscht worden und von dieser, die von jeher das liebenswürdige, junge Mädchen beneidet und gehaßt habe — vielleicht nur um dieser Liebens- J’ütbigf€it wegen —, in gemeiner Weise wegen Diebstahls denunziert worden, ja noch mehr, sie habe sie verdächtigt, den Tod der Dame durch ein zu starkes Schlafmittel beschleunigt zu haben, um ,lch in den Besitz dieser Schmucktruhe zu setzen. -'Das ist ja furchtbar", sagte Klaus Behrens. »Das Mädchen ist doch nicht verurteilt?" „Sie wäre ohne Zweifel verurteilt worden, wenn fie nicht durch einen vollkommenen Nerven- zu,ammenbruch als nicht verantwortungsfähig aus der Haft in eine Krankenanstalt entlassen worden wäre." Klaus Behrens hatte den Kopf in die Hand b^'iutzt und sann vor sich hin. „Herr Gott, was kann ich tun, die junge Dame zu entlasten?" „Ich weiß es nicht. Ich bertraue Ihnen, und Darum bin ich hierhergereist. Aber feien Sie Überzeugt, daß ich meinem Stiefbruder nach bie- fen Ereignissen nicht besonders sympathisch gegenuberstehe". sagte Andresen deutlich. „Das ehrt Sie und bringt Sie mir näher." -Ehrens reichte dem Doktor die Hand. Der sah ihn mit seinen gütigen Augen an, in ihn? ani>ere sehen konnte, es ist kein Arg „Das Tragische an der Sache ist, baß Fräu- von Diemen zugeben mußte, daß sie biefen Silber kosten an sich genommen hatte, und daß v^ch-.mchis zu bewegen war, den Nomen des Empfängers, Ihren Namen, Herr Behrens, preiszugeben. So blieb bet Verbacht, sie habe u Atveifel wertvolle Ding, in dem sich sagenhafte Kostbarkeiten nach den Berichten jener befinden sollten, für sich verwendet. Hoft, die Aufregung, die seelische Ei> dos drohende, unabwendbar entehrende Urteil ist Fräulein von «Ä ÄTÄ ES unveränderte Führung ch Aus der Provinzialhauptstadt schickt. Vornotizen. WALD ORF öJ.Jpor/ Der Schauplatz des Deutschen Tmnksies 1033 — Tageskalender für Montag: 15.30 enb 17.30 Ahr, in den Geschäftsräumen von Olo- wack große Modenschau. — 20.15 Ahr, im Saal der Christlichen Versammlung. Wetzsteingasse 9, Evangelisationsversammlung. Vortrag übet „Kann der moderne Mensch des 20. Jahrhunderts noch an die Dibel glauben?" — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Lied einer Macht". Schülerlonzert. Frau Cläre Schlesier - 2111 m a n n 'wr* anstaltete am Sonntag ein Vorspiel ihrer Schuler und Schülerinnen, das einen interessanten Einblick in die Lehrtätigkeit der Veranstaltern gab, die einen Kreis Schüler vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen vorstellen konnte. Man hatte den Eindruck, daß hier zielbewußte pädagogische Arbeit geleistet wird. Mit recht viel Geschick und Sicherheit entledigten sich Helmut Diez. Marianne Mendel, Annelies« Simons und Herta Driesch ihrer Aufgaben. Von den Fortgeschrittenen seien FrL Elsbeth und Hedwig M o e s e r genannt, deren Spiel einen recht guten Eindruck machte. Zur Abwechslung in der sonst aus Klavierstücken bestehenden Dortrags- folge sang Frl. H. K a l l n e r (Alt), Gießen, vier Lieder mit ansprechenden Mitteln. Frau Schlesier . Altmann begleitete die Gesänge ge- ist Blaupunkt? „iBlau^unkf’heisst die neue Zigarette,welche die WALDORF ASTORlAnach ihrem grossen Erfolg mit der„OBERST”her= ausbringt. 15 lau Punkt ist die erste4 Pf.-Zigarette im Grossformat. ÄJai* n geraubt, 17oo 2« her SrahHei, "-stelle be(ör e L ^wunden. $ii>, wurde 5 - doch sind die ^laufen. in der Gruppe Heffen. 3n 8er Spitzengruppe der Gruppe Hessen gab es am Sonntag keine Veränderungen, da die drei punktgleichen Tabellenführer ihre Spiele sämtlich gewannen. Wormatia siegte zu Hause gegen Mombach 4:1. während Alemannia-Olyrn- pia Worms in Arberoch zu einem nicht verdienten 2:1-Erfolge kam. Mainz 05 schlug den unerwartet —t widerstehenden SD. Wiesbaden mit 3:1. Der Ben ti.M ,nMtulen. 15ProbieLeini«en ! ab. LieDlo. Blick auf das neue Stadion aus dem Cannstadter Laasen bei Stuttgart, wo nächsten Jahre d 15 Deutsche Turnfest abgehalten wird. Für das Fest, zu dem eine Drertelmillion Turner nicht nur aus allen deutschen Gauen, sondern auch aus deutschen Gemeinden jenstits der Reichsgrcnzen ,n der wurt- tembergischen Hauptstadt erwartet werden, sind baulich umfangrelche Vorarbeiten erforderlich, die letzt im Gange sind. Strafkammer Gießen. • (Ziehen, 23. Sept Ein Arbeiter aus Dad- M au heim war von dem dortigen Amtsgericht zu insgesamt 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden wett er im Sommer vorigen Jahres zwei Schäferhunde gestohlen und verkauft, ferner eine bewußt fasche Anzeige bei der Polizei erstattet batte Er nahm heute feine Berufung zuruck. ©ein Bruder hatte sich in diesem Frühiahr nachts in den Hof eines Kohlenhändlers einge- schlichen und einen Sack mit Briketts schon halb aefüllt, als er entdeckt wurde. Wegen versuchten schweren Diebstahls war er von dem Amts» acricht Bad-Nauheim zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden. Seine Berufung war ohne Erfolg. 3m Dezember 1931 hatten er und cm Freund den Plan gefaßt, einen Automaten m den Babnhofstoi letten zu berauben. Der freund stieg mit ferner Hilfe in die Toilette eim öffnete vom innen die Türe, und beide versuchten vergeblich den Automaten gewaltsam zu offnen. Schließlich binnen sie die Türe aus und drehten sie um, so daß aus dem an ihr befestigten Olutomat emi- aeä Geld herausfiel, das sie teilten. Wahrend bas Amtsgericht Bad-Nauheim versuchten schwe- ren Diebstahl in Tateinheit mit vollendetem einfachen Diebstahl angenommen und aus sechs V^ch^n Gefänmiis erkannt hatte^ $ielt Me Ettas- kammer in Aebereinstimmung mit Staatsan- wattschaft vollendeten schweren Diebstahl.für vor- liegend und erhöhte die ©träfe aus drei Mo- nate Gefängnis. stündiger Arbeitszeit Leistungen verlangt, die ,n dem Verhältnis der Leistungen eines geübten Arbeiters zu den Leistungen eines ungeübten Ar- dLiters stehen. Ständige Ueberwachungen der Arbeitsstellen durch technische Fachkräfte der Arbeits- amter sollen Minderleistungen und die dadurch not- vendigen Nachbewilligungen von Mitteln auf ein erträgliches Maß beschränken. Auf die Arbeits- leistungen von günstigem Einfluß ist die Mitbeschaf- liaung von älteren erfahrenen Arbeitern, die den Dienstwilligen mit Rat und Tat zur Seite stehen können. Wünschenswert wäre, daß bis zu 10 Prozent der jeweiligen Belegschaft ältere Arbeiter be- ichäftigt werden könnten, während nach der Der» jügung des Herrn Reichskommifsars die Beschäftigung älterer Arbeiter auf 3 Prozent der Belegschaft ^)ie ^Durchführung der 40stündigen Arbeitswoche im offenen Lager des freiwilligen Arbeitsdienstes !äßt naturgemäß nur noch geringen Raum für die geistige Betreuung. Die Regel ist, daß die Dienst- willigen an zwei Tagen in der Woche je einen ein- stündigen Vortrag Horen, darüber hinaus wird die -reie Zeit durch Sport, ebenfalls wöchentlich durch- chnittlich zwei Stunden, ausgefüllt. Die Schulungs» inoßnahmen können aber auch bei herabgesetzter Arbeitszeit kaum wesentlich verstärkt werden, weil sich dem bei den vielen Arbeitsstellen auf dem flachen Land und dem Mangel an Führern und sonstigen geeigneten Persönlichkeiten große organisatorische Schwierigkeiten entgegenstellen. Die erwähnte Durchführung der vetreuungs- maßnahmen in dem rein ländlichen Bezirk des Arbeitsamts Gießen z. B., in dem der freiwillige Arbeitsdienst am stärksten vertreten ist, hat sich nach mühevoller Tätigkeit des Hess, heimat- werkes nur durch die uneigennützige Bereit- Willigkeit ehrenamtlicher heiser ermöglichen lassen. Gießen, den 26. September 1932. Achte das Leben! .And setzet ihr nicht das Leben ein, nie wird onJn probte « worden ifi «Eigen Arbeit». *n ben g e j d) l o [. Lagern. In ge. ^•Billigen, Haupt. Mictilspunfien, iu Kfo&t. Die Siech Berpffegung, aufrr "M Taschengeld *iri> neben der Ar. ; aus die geistig,, >gung der fugend I der Jugendlich«, zugunsten der Die Dienstwil. Kreis ihrer gomi« olchen Fällen Der. '9 Mr ArbeitMe ikrfunft und Ser. ligen eine entjpre- e in vielen Wen „gehörigen mit ver- Nmfftgen Arbeit»- vs Mexrbdtf- rWsfttHe fypM). Struktur des Bo Mieren SVaUtn, en mn R,2 Pro- Mehrheit der Be- ) aus dem Lande. , deren sinaitzielle ng anhaltende Ar- ift, stehen meistens erfügung, für deren : das gegebene ist. chlikhlich 17.5ep- 85 Arbeiten de» rdeo und werden geführt. 16, daß di« Arbeit hem offenen Lager des freiem« größtes Keine ideelle Se-te. irücktritt. Bon den ifchMich EM ÄTÄent Krsasfung. Die Dir sie nut heilen t das Urteil sie Schuld, wenn die i wird. Und toit irtnädig fgjj lechen sie chd«. ädrig, als m der w entlocken, vm Lahr, ine erlaubtes sen zu -SFÄ 1 Mr Siel* csfä- darf. 5® 5 'YZD daß w 3?S u 2lm jflflU» ‘Ä * ** Modenschau Schmücker. Die Firma . witerstehenven cj). xmeooaoen nur o. i. I. Schmücker Rachf. tritt am morgigen Biens- Neuling Bürstadt rang der FVg. Kastel mit 3: 3 tag und am Mittwoch (jeweils 16 und 20.30 Uhr) ^^dient einen Punkt ab und Lorsch kam über mit ihrer Herbstmodenschau an die Oeffenllichkett. Langen mit 4:0 zum ersten Sieg der Saison. Die Veranstaltung findet wieder, rote bisher stets, in fcrnnfftirf im Coss Amend statt. Die Schau wird die neuesten ©FOP'jlUßlOg M jrOnniiri. Modelle der Mäntel, Straßen- und Abendkleider, $n gt(nTffurt veranstattete die „Bergmann- Röcke, Morgenröcke usw. bringen. Als Besonderheit Klasse-Stafsel" Qm Sonntag einen Flugtag, der wird erstmalig auch Herrengarderobe gezeigt werden, ^nen außerordentlich guten Besuch gefunden Die Firma 'Bettina wird Gelegenheit nehmen, Die h^tte. ßeiter wurde die Veranstaltung durch neuesten Schuhmodelle vorzuführen. Einlaßkarten für Aegen stark beeinträchtigt. Die Veranstalter die Veranstaltung, die wieder recht unterhaltsam zu hatten sich für ihr Programm den deutschen werden verspricht, sind im Vorverkauf an den Kassen Aunstflugrneister Gerhard Fieseler, den be- der Firma Schmücker zu haben. Näheres ist aus der kannten Wiener Segelflieger K r o n f e I Ö und Anzeige vom Samstag ersichtlich. die bekannte Fliegerin Vera von Bifsing •• Die Höhere Privatschule Gießen gesichert. Fieseler wickelte sein Programm, mit weist im heutigen Anzeigenteil darauf hin, daß er ,n Zürich die Europameisterschaft errang, Schülern und Schülerinnen bei individueller Be- I ^ast vollständig ab. Sein Kreis- und Achterflug Handlung in kleinen Klassen bester Unterricht zu- QUf Rücken, feine Roller am lausenden Bande teil wird. Die täglichen Arbeitsstunden werden 5^ zur Ausführung voller Kreise und anderer gewissenhaft beaufsichtigt. Für alle Schulprüsun- Fluren rissen die Zuschauer zu Hellem ‘Beifall gen werden die Schüler gründlich vorberettet. Die h^ Krvnfeld demonstrierte auf seiner ..Wien Ausnahme in die Sexta kann jederzeit erfolgen, alle Arten des Segelfluges; später wurde aus •• „Mit der Leica durch Europa. feinem Flugzeug „Austria il“ em Fallschirmad- Die Mitglieder des 'Bezirksverbandes Gießen fptunfl vorgeführt. Auch Vera von Vissing wußte im Verband der Ingenieure Deutschlands und durch ein glänzend ausgeführtes Kunstflugpro- Oesterreichs und viele Interessenten hörten am I gramm zu gefallen. «estrigen Abend im Hotel Mintenburg einen ' aufschlußreichen Vortrag. Herr H. Da um an n von den Leih-Werken in Wetzlar sprach über das Thema .Wit der Leica durch Europa . Zunächst machte der Vortragende seine Zuhörer mit der Leica vertraut, erklärte technische Einzelheiten in leicht faßlicher Form, sprach von ter Universalität, die diesem Apparat eigen ist und wies darauf hin, daß es sich bei der bekannten Kamera der Leitz-Werke um eine Präzisionsarbeit ersten Ranges handle. Er erklärte ferner die verschiedenen Zusatzobjektive und die einzelnen ^IPpEte (insbesondere für wissenschaftliche Zwecke), denn die .Leica" sei nicht schlechchin nur ein Photo- apparat, sondern ein System, gleich wertvoll für den Amateur wie für den Wissenschaftler. An Hand zahlreicher Aufnahmen bewies ter Redner feine theoretischen Ausführungen. Man sah mi8- aezeichnete Aufnahmen aus den Alpen, überraschende Bilder mit ter speziellen Fernlinse, großartige Landschastsbilder und Panoramen, die die Leistungsfähigkeit der Kamera unter Beweis stellten. Besonderem Interesse begegneten einige Aufnahmen auf dem neuen Infra-Rot- ^ilm der es gestattet, auf große Entfernungen selbst durch Nebel hindurch zu photographieren. An Hand der Lichtbilder wurden die Zuhörer in die Schweiz, in die Berge, in Dvrfkirchen geführt; Photographien aus ter Hohen Tatra, airö QHon* tenearo, schöne Aufnahmen aus der Tschechoslowakei, aus Holland, dem Lande ter Mitternachtssonne, aus dem deutschen Tiefland und auch noch Flugzeugaufnahmen aus teni Orient fesselten in buntem Wechsel die Aufmerksamkeit. Nachdem noch in einigen Bildern die Bedeutung ter .Leica" für die Wissenschaft dargelegt worden war. sand der Vorttag mit einer Anzahl gut gelungener Tieraufnahmen seinen Abschluß. Die Zuhörer dankten mit lebhaftem Beifall. Ein SS.-Mann von Kommunisten niedergestochen. Lpd. F r a n k f u r t a. M., 25. Sept. Am Samstag- abend wurden im Stadtteil Sachsenhausen zwei SS-Männer von Kommunisten angerempelt. Bei dem Zusammenstoß zog einer der K 0 mmunist e n ein Mester und stach den 30jährigen SS.-Mann Tröser in die Augenhöhle. Die Täter flüchteten hierauf und konnten noch nicht ermittelt werden. Wettervoraussage Das Nordmeertief bewegt sich nach Skandinavien hin weiter, so daß, nachdem die Vorderseitenausläufer der Störung sich bei uns entfalteten, jetzt der Rückseiteneinfluß zur Auswirkung kommen wird, lieber den britischen Inseln fließt bei lebhafter Luftbewegung Kaltluft abwärts, welche bei uns ebenfalls Temperaturrückgang bringen wird. Gleichzeitig bleibt der Witterungscharakter wechselhaft, und Schauer ziehen über unser Gebiet hinweg 2lusf iebten für Dienstag: Kühl, wechselnd bewölkt mit vorübergehender Aufheiterung, noch Regenschauer, westliche bis nordwestliche Winde. Lufttemperaturen am 25. September: mittags 17,4 Grad Celsius, abends 11,6 Grad; am 26. September: morgens 13,4 Grad. Maximum 17,8 Grad, Minimum 11 Grad. Kaffee Hag gut bis zum letzten Tropfen und völlig unschädlich« Die steigende Not der Kommunen. Ein Protest des Kreisverbandes Schotten vom Hessischen Landgemeindetag. II Schotten, 24. Sept. Der K rei s v e r - b o n b Schotten v o in Hessischen Land- gemein detag hielt unter Leitung seines Vorsitzenden, Bürgermeister Menge!, Schotten, hier im Rathaussaal eine Tagung ab. Der Vorsitzende gedachte zunächst mit ehrenden Worten der beiden verstorbenen Mitglieder, Altbürgermeister Viel, Rainrod, und Müller, Sellnrod. Er begrüßte dann Regierungsrat Schwan als Vertreter des Kreisamts Schotten und Regierungsrat Dr. Sues und Herrn Theiß vom Arbeitsamt Gießen. Regierungsrat Dr. B u e s hielt zunächst einen $ort;ag über die neuesten Bestimmungen auf dem Gebiete des freiwilligen Arbeitsdienstes und der Rotstands- orbeiten. Es sei durch die neuesten Notverordnungen eine gewisse Verschlechterung eingetreten insofern, als gegenüber den früheren Bestimmungen Leute in zwei Jahren nur 20 Wochen im freiwilligen Arbeitsdienst beschäftigt werden könnten und der freiwillige Arbeitsdienst in der Hauptsache nur auf Personen unter 25 Jahren beschränkt worden sei. Oberhessen st ehe im freiwilligen Ar- beitsdienst anführender Stelle. Heber 8800 Leute seien hier schon im freiwilligen Arbeitsdienst betreut worden, die gleiche Zahl auf bas Reich übertragen bedeute, daß VA Millionen Leute im freiwilligen Arbeitsdienst beschäftigt würden. VA Millionen Mark Verdienst sei durch den freiwilligen Arbeitsdienst schon nach Oberhessen geflossen. 13 0 Notstandsarbeiten seien in Oberhessen eingeleitet, bei denen 3500 Arbeiter beschäftigt würden. Das Hessische H e i m a t w e r k sorge für die geistige Betreuung der Arbeitswilligen, auch für die körperliche Ertüchtigung werde Sorge getragen. Es würden neuerdings bewilligt für die Herstellung von Sport- und Spielplätzen 1,20 Mark, für Wege arbeiten 1,50 bis 1,70 Mark, nur in geschlossenen Arbeitslagern, die auch mehr und mehr eingerichtet würden, 2 Mark pro Tag. Besondere Führer kur se für den freiwilligen Arbeitsdienst würden abgehalten, zu denen sich geeignete Leute melden könnten. Für die N o t - standsarbeiten würden, da die Mittel knapper geworden seien, an die Träger der Arbeitsmaßnahmen 2,50 bis 2,80 Mark gezahlt. An das Referat schloß sich eine eingehende Aussprache an. Die Versammlung beschloß, daß bei den maßgebenden Stellen auf die Wiederher- stellung des früheren Zustandes, der es auch älteren Personen ermögliche, im sreiwil- ligenArbeitsdienst unbeschränkt beschäftigt zu werden, hingearbeitet werden soll. Ebenso solle darauf hingewirkt werden, daß auch das frühere Verfahren bei der Prüfung der Bedürftigkeitsfrage wieder eingeführt werde. Der Vorsitzende sprach Regierungsrat Dr. B u e s den Dank der Versammlung für die klaren und ausschluß- reichen Ausführungen aus. Sodann beschäftigte sich die Versammlung in aufschlußreicher Aussprache mit der weiteren Verschlechterung der Finanzlage der Gemeinden. Als Ergebnis der Aussprache fand folgende Entschließung Annahme: „Der Kreisverband Schotten vom Hessischen Landgemeindetag erhebt lebhaften Protest gegen die fortgesetzten Bela st u n g en der Gemeinden mit Wohlfahrtsausgaben aller Art, die trotz der trostlosen Finanzlage der Gemeinden diesen immer wieder vom Reich und den Ländern aufgebürdet werden. Die neuesten Notverordnungen der Reichsregierung, die Kürzung der Sozialrenten, der Arbeits- losen, und der Krisenunterstützungen bringen den Gemeinden wiederum neue ungeheure Ausgaben, statt der so lange erhofften Erleichterung. Keine Stelle kümmert sich um die Not der deutschen Gemeinden. Immer noch nicht ist eine Vereinfachung, Verbilligung und Zusammenlegung der Arbeitslosen-, Krise n- und Wohlfahrtsfürsorge erfolgt. Wir bitten dringend, der Hessische Landgemeindetag möge auf eine durchgreifende, sofortige R e - form und auf Hilfe bei den zuständigen Reichsbehörden hinwirken, damit die Gemeinden vor ihrem sonst bevorstehenden sicheren Ruin in letzter Stunde gerettet werden." Günstige Entwicklung des Reichsbankstatus. Berlin, 26. Sept. (WTD. Funkspruch.) Aach dem Ausweis der Reichsbank vom 23. September hat sich in der verflossenen Dank- woche die gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 186,8 Millionen auf 3154,6 Millionen Mk. verringert. Im einzelnen haben die Destände an Handelswechseln und -schecks um 168,9 Millionen auf 2678,7 Millionen Mk., die Destände an Reichsschatzwechseln um 0,3 Millionen auf 11 Millionen Mk. und die Lombardbestände um 15 Millionen auf 102,5 Millionen Mk. abge- nommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 97,9 Millionen Mark in die Kassen der Reichsbank zurück'geflos- sen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 92,8 Millionen auf 3504,6 Millionen Mk., derjenige an Rentenbankscheinen um 5,1 Millionen auf 395,9 Millionen Mk. verringert. Dementsprechend haben sich die Destände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 31,1 Millionen Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 358 Millionen Mk. eine Abnahme um 55,3 Millionen Mk. Die Destände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 2,1 Millionen auf 927,8 Millionen Mk. erhöht. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 0,4 Millionen auf 781,6 Millionen Mk. und die Destände an deckungsfähigen Devisen um 1,7 Millionen auf 146,2 Millionen Mk. zugenommen. Die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am 23. September 26,5 v. H. gegen 25,7 v. H. am Ende der Vorwoche. Berlin schwankend und schwächer. D e r l i n, 26. Sept. (WTD. Funkspruch.) Zum heutigen Wochenbeginn fiel wieder der außerordentlich geringe Umfang des Dörsengeschäfts auf, insbesondere trat die Zurückhaltung des Publikums stärker in Erscheinung. Die Veröffentlichung des Agrarprogramms der Reichsregierung durch Freiherrn von Draun regte am Markte der festverzinsli.chen Papiere etwas an. Die Desürchtungen, daß eine Kuponsteuer zur Einführung gelangte, haben sich nicht bewahrheitet. An diesem Markte war das Publikum etwas interessiert, so daß die in den letzten Tagen besonders stark gedrücklen Werte, wie Landschaftliche Goldpfandbriefe, bis zu 3 Proz. gewinnen konnten. Durch Schwäche fielen nur die Obligationen des Stahlvereins auf, bei denen Gerüchte über die Sanierung verstimmten.' 2In den Aktienmärkten hielt sich die Spekulation unter dem Eindruck der neuen außenpolitischen Spannungen, die durch die Sonntagsrede H e r r i o t s hervorgc- rufen worden sind, stärker zurück. Das feste Reuhork vom Samstag vermochte nicht anzuregen. Eine gewisse Stütze erhielt die Tendenz allerdings durch den Reichsbankausweis für die dritte Septemberwoche, der mit einer Gesamtent- Die Arbeiten des Landgemeindelags. Heber die Tätigkeit und die Beschlüsse des Hessischen Landgemeindetages referierte der Vorsitzende. Eine besondere Wi n t e r b ei h i l f e seitens der Gemeinden mußte mangels jeglicher Mittel abge = lehnt werden. Heber das Beitreibungsverfahren, das immer mehr versagt, wurde Klage geführt, auch über die netten Bestimmungen, die sich auf die Gemeindeversicherungs- anftalt und deren erhöhte Umlagen beziehen. Eine Reihe von wichtigen Fragen (Ausstellung der Bürgscheine, wie sie der Staat von den Bürgermeistern verlangt, über Jagdpacht, über die unnötigen Statistiken, die den Gemeinden zugemutet werden) wurden noch eingehend behandelt. lastung um 187 Millionen Mark und dem ausgeglichenen Devisenstand einen günstigen Eindruck hinterlieh, zumal die Deckung auf 26,5 nach 25,7 Prozent angestiegen ist. Don ganz wenigen Ausnahmen abgesehen — Lahmeyer, DEW., Con- tilinoleum, Dt. Linoleum und Deutsch-Atlanten verloren bis zu 2,25 Proz., während Holzmann, Salzdetfurth, Chadeaktien, Feldmühle, Deutsche Kabel und Allgemeine Lokal und Kraft bis zu 3 Proz. anzogen — betrugen die Veränderungen gegen den Samstag-Schluß — meist waren es Rückgänge — nur bis zu 1 Prozent. 3m Verlaufe vermochte sich das Geschäft nicht zu beleben; es ergaben sich nur geringfügige Abweichungen bis zu etwa 0,5 Prozent. Schiffahrtsaktien waren etwas stärker angebvten, da man eine weitere Herabsetzung des Exports befürchtet. Auch AEG. gingen 1 Prozent zurück; hier verstimmte die Tlnsicherheit hinsichtlich der kommenden Sanierung. Deutsche Anleihen lagen kaum verändert, Reichsschuldbuchforderungen gewannen bis zu 1 Prozent, konnten ihre Hochstkurse aber später nicht voll behaupten. Frankfurt freundlich. Frankfurt a. M., 26. Sept. (WTB. Drahtmeldung.) Für die heutige Börse lagen zwei Momente vor, einmal die gestrige Rede Herr io ts über die Abrüstung und zum andern die heutigen Auslassungen des Reichsernährungsmini ft ers auf der Bauerntagung in München. Von der ersteren ging am Aktienmarkt zunächst eine merkliche Verstimmung aus, so daß auf Abgaben der Spekulation die Kurse von 0,5 bis 1 v. H. zur Schwäche j neigten, zumal von einer Beteiligung des Publikums auch heute nichts zu merken war. Später wurde die Stimmung wieder freundlicher, wobei diel Derlin, 25. September. (WTD, Auf Grund des Artikels 48 Absatz 2 der Reichs- Verfassung hat der Reichspräsident eine „Verordnung über d i e gemeinsamen Rechte der Desiher von SchuldveF- schreibungen" erlassen, die gestern im Deichsgesetzblatt erschienen ist. Die Verordnung enthält nur zwei Artikel. 3n Artikel 1 find die Aenderungen des Gesetzes betreffend die gemeinsamen Rechte der Desiher von Schuldverschreibungen vom 4. Dez. 1899/14. Mai 1914 verzeichnet. Der Art. 2 enthält die Durchführungsbestimmungen, und zwar wird die Reichsregierung ermächtigt, die zur Durchführung dieser Verordnung erforderlichen Rechtsverordnungen und allgemeinen Verwaltungsvorschrift'en zu erlassen. Des weiteren sind in Art. 2 Vorschriften für die Landesregierungen enthalten, und zwar können die Landesregierungen u. a. bis zum 31. Dezember 1934 allgemein oder im Einzelfall bestimmen, daß die Vorschriften des Schuldverschreibungsgesetzes auch auf Schuldver- Rede des Reichsernährungsministers günstig aufg?* nommen wurde, weil man mit der Lösung der Zinsfrage, die keine Zwangsabwertung vor- fieht,' befriedigt war. Goldpfandbriefe lagen daher bei Beginn der Börse bis zu 1 v. H. fester, Reichs- schuldbuchforderungen zogen ebenfalls stärker an. Die feste Stimmung für den Rentenmarkt regte bet der Spekulation zu Rückdeckungen an, so daß die anfänglichen Verluste am Aktienmarkt zum Teil wieder aufgeholt wurden und darüber hinaus Besserungen von 0,5 bis 1 v. H. zu verzeichnen waren. Es eröffneten zunächst schwächer IG. mit minus 1,25 v. H., Lahmeyer mit minus 1,5 o. H. und AEG. mit minus 1,13 v. H., obwohl für letztere eine günstige Verwaltungsmitteilung über den Beschäftigungsgrad und den Auftragsbestand vorlag. Montan- und Schiffahrtswerte lagen bis zu 1 v. H. niedriger. Dagegen setzten Kunstseidenaktien, Holzmann, Contigummi und Reichsbank bis zu 1 v. H. freundlicher ein. Zellstoffwerte blieben auf dem Samstags- Schlußniveau gut behauptet. Am Rentenmarkt war die Haltung im Anschluß an den Samstags-Schluß e t w a s fester. Größeres Geschäft entwickelte sich für Reichsschu d- buchforderunqen, die bis zu 1 v. H. anzogen. Deutsche Anleihen blieben gut gehalten. Gold- und Li- quidationspfandbriefe, sowie Kommunalobligationen kamen schließlich bis zu 1 Prozent höher zur Dotiz. Don 3ndustrieobligationen büßten Stahlvereinsbonds 2,25 Prozent ein. Reichsschuldbuchforderungen gaben später auf Gewinnsicherungen etwa 0,5 Prozent nach. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 26. Sept. Auftrieb: 1435 Rinder (398 Ochsen, 145 Bullen, 517 Kühe, 340 Färsen), 578 Kälber, 96 Schafe, 4717 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts (jüngere) 30 bis 33 Mark, (ältere) 26 bis 29, sonstige vollfleischige 20 bis 25; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 27 bis 29, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 22 bis 26; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 24 bis 26, sonstige vollfleischige ober ausgemästete 20 bis 23, fleischige 15 bis 19; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 31 bis 34, vollfleischige 27 bis 30, fleischige 22 bis 26. — Kälber: beste Mas« - und Saugkälber 40 bis 43, mittlere Mast- und Saugkälber 36 bis 39, geringe Kälber 28 bis 35. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 43 bis 47, von etwa 200 bis 240 Pfund 42 bis 46, von etwa 160 bis 200 Pfund 40 bis 45, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 36 bis 42 Mark. — Marktoerlauf: Rinder ruhig, Heberstand; Kälber und Schafe ruhig, geräumt; Schweine schleppend, geringer Heberstand. schreibungen von Gemeinden und Gemein deverbänden Anwendung finden, jedoch nur mit der Maßgabe, daß von der Gläubigerversammlung die Aufgabe oder Beschränkung von Rechten der Gläubiger nur im Wege einer Stundung der Kapital- oder Zinsansprüche beschlossen werden kann. (Rotiz des WTD.): Anlaß zu dieser Verordnung boten die am 1. Oktober d. 3. fällig werdenden Schatzanweisungen der Städte Frankfurt o. M. und Köln, deren Rückzahlung angesichts der schwierigen Finanzlage der Städte nicht möglich ist. Ein Gchuhverband der Gläubiger. Berlin, 24. Sept. (WTD.) Zur Wahrung der Rechte der Inhaber der am 1. Oktober 1932 fälligen Schahanweisungen der Städte Köln und Frankfurt a. M. ist ein Schuhverband gegründet worden, dessen Leitung Rechtsanwalt Dr. F o n t h e i m, Berlin, Kurfürstendamm 13, übernommen hat. irischast. Aollei-ende fommunale Schuldverschreibungen. Eine Verordnung des Reichspräsidenten. Koüsusnverm Gießest u.Umg. e.G.m.b.H. An unsere verehrt Mitglieder! Auch auf diesem Wege möchten wir unsere Mitglieder auf den Vortrag im Rundfunk am 27. September, nachmittags um 6.30 Uhr, übertragen von Frankfurt, aufmerksam machen. Das Vorstandsmitglied des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine, Vollrath Klepzig, Hamburg, spricht über die »Konsumvereine in d. Wirtschaftskrise«. Mit genossenschaftlichem Gruß DER VORSTAND. 6?37d Die Höhere PrivatlMe Giefeen, Nordanlage 15 staatl. beaufs., gewährleistet Schülern nnfl Schülerinnen besten Unterricht bei individueller Behandlung in kleinen Klassen nach dem Lehrplan einer Oberrealschule mit realgymnasialen und gymnasialen Kursen, ßewissenh. beabsichtigte tägliche Arbeltstnnden. Umschul, ohne Zeitverlust. Aufnahme in die Sexta jederzeit! Gründliche Vorher eit nng für alle Schul- Prüfungen. Alles Nähere durch d. Leitung: Dr.phil.Fuchs. — Sprechstunden werktags von 11% bis 1 Uhi*. Fernruf 2129. 67mD Die Schulleitung. LV.: Reuschling, Studienassessor. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Reiskirchen für 1932 Rj. liegt vorn Dienstag, dem 27. September 1932, bis Montag, den 3. Oktober 1932, einschließlich, auf unserem Amtszimmer zur Einsicht offen. Innerhalb dieser Frist können bei uns Einwendungen schriftlich oder mündlich zu Protokoll vor- gebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. 6744V Reiskirchen, den 26. September 1932. Hessische Bürgermeisterei. Schombev. Lichtspielhaus » Gießen Bedeutende konzernfreie Speiseölfabrik wir bestens. 05588 Gießen, den 26. September 1932. Kaufgesiiche~| liehen Lotterie-Einnehmern 6735 D ®n«fm hMx u. Ladengeschäft Frank« futt Str. 36, Telephon Nr. 2103. 05526 Mehrere Tische zu kaufen gesucht. Schr. Ang. m. Preis und Größe u. 05525 a. d. Gieß. Anz. erb. eine Million hat die Staatslotterie in den 3 letzten Lotterien nach Hessen gebracht. Versuchen auch Sie Ihr Glück durch Kauf eines Loses bei den Giefeener Staat- MckMs Gründ!. Unterricht im Kleider- und Weißzeugnähen, sowie Handarbeiten erteilt G. 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