m.200 Arühausgave 182. Jahrgang fciemig, zo. zuiguit (952 Er) cheml raglrch, außer Sonntaas und feiertags Beilagen: Die DDuftTierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monatsBeingsprcis: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustriert» , 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsorechanschlüsse unter Sammelnummer 225l Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: firanlfurt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen VruS nnö Verlag: vrühl'fche Univer^ttus-Vuch- rrö Stetnöruderei H. lange in Giesten. SchnstleUnng und Seschästrftelle: ZchufNratze ?. Annahme von Anzelae» für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswört» 10 Ne'chspfennig; für N— klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20" mehr. Chefredakteur Dr. Friedr Wilh. Lange. Derontworllich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für öen Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in (Biehen Oie Gondergencyte und der Rechisgedanke. Don Die nachstehenden sachlichen Ausführungen über die Sondergerichte geben wir um so lieber wieder, als der Verfasser von feiner Stellung aus einen tiefen Einblick in das betreffende Gesetz hat. D. Red. Seit einer Woche etwa sind in Deutschland, vorzugsweise zunächst im Lande Preußen, Sondergerichteander Arbeit! in den meisten Bezirken der Oberlandesgerichte mußten sie bereits ihre Tätigkeit in öffentlicher Sitzung aufnehmen Ihr Wirken wird von der Oefsentlichkeit besonders scharf und auch kritisch beobachtet, dabei doch aus einer ganz anderen Blickrichtung, als das etwa bei großen Sensationsprozessen der Fall ist. Im Bolksmund deckt sich der Begriff „Sondergericht" allzu leicht mit der Hcbcncu- flung, es handele sich um ein politisches Gericht, und von politisch beeinflußter Rechtsprechung halten nun einmal berechtigterweise alle deutsche Volksgenossen nichts. Erklärlich ist die Ansicht von dem politischen Gericht schon, man »braucht sich nur der vom Reiche vor vielen Jahren eingesetzten Sonder- gcrichte zu erinnern, deren Aufgabe es war, nach den Aufständen, beispielsweise in Mitteldeutschland oder im Ruhrgebiet, dem Recht wieder zur Geltung zu helfen und ihm Beachtung zu schaffen. Rur zu leicht konnte in der juristisch ungeschulten Bevölkerung dieser falsche Eindruck entstehen, weil die Sondergerichte eben Landfriedensbrecher und Hochverräter abzuurteilen hatten, die den kommunistischen Organisationen nahestanden, oder ihnen angehörten. Max Hölz, der Dandenführer im Plauener Land, der die ganze Bevölkerung unerträglich terrorisierte, wurde nach seiner Ergreifung von einem Sondergerichte abgeurteilt: gemessen an der Zahl seiner furchtbaren Terror- Handlungen ist er trotz des zunächst gerecht abgewogenen Hrteils außerordentlich gut weggekommen, weil er durch einen Gnädenakt nach relativ kurzer Zeit wieder die Freiheit erlangen, die Strafanstalt Sonnenburg mit einem Sanatorium in Sowjctrußland vertauschen konnte. Wer etwa nach diesem Gnadenakt allein sich schon ein Urteil über Sondergerichte bilden wollte, wer ihre Tätigkeit aus der Rechtsidee heraus beurteilen, besser, ihr eingliedern will, käme zu dem Schluß, daß diese spezielle Justiz wohl hart zugreife, aber in ihrer Wirkung durch die später wirksam werdende Gnadenpraxis beeinträchtigt werde. Das ist manchmal der Fall gewesen. Rach der Ankündigung der Reichsregierung will man diesmal jedoch hart bleiben. Die Einsetzung von Sondergerichten durch Beschluß der Reichsregierung ist von der Allgemeinheit außerordentlich begrüßt worden, weil viele Wochen hindurch eine Reihe von Terrorakten durch das Land ging, die mit normalen Rechtsmitteln scheinbar nicht mehr zu dämpfen waren. Unter dem Gebot des von der Reichsregierung verordneten Burgfriedens nach der jüngsten Reichstagswahl flackerten überall Aufstände — allerdings von meist kleinen Gruppen — auf, Mord und Totschlag herrschten zu nächtlicher Stunde, Sprengstofsattentate versetzten die Bevölkerung in Aufregung, ein latenter Bürgerkrieg schien ausgebrochen zu sein. Der Appell an die Vernunft der radikalen Personen reichte nicht aus, um den dringend erforderlichen Frieden im Lande zu sichern, ihn überhaupt wieder herzu- stellen. Dabei bedeutete die abwartende und zögernde Haltung des Reichskabinetts bei der Beobachtung der kriegerischen Bewegung eine unerträgliche Geduldsprobe, und allgemein atmete das arbeitsame Bürgertum, die Menge der Gerechtigkeit verlangenden Deutschen auf, als endlich scharfe Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrors vorgeschrieben wurden. Das schneidigste und schärfste Instrument unter den Mitteln, mit denen die Regierung den Hnruhestiftern im eigenen Lande zu Leibe gehen wollte, war zweifellos dabei die Einsetzung der Sondergerichte. Aber selbst in diesem Falle gelang es nicht, die Zustimmung aller Kreise der deutschen Bevölkerung zu erlangen. Die Terroristen selbst waren und bleiben Gegner dieser Gerichtsbarkeit: das ist ja verständlich. Darüber hinaus jedoch erhoben einzelne Juristen ihre Stimme gegen die Einrichtung der Sondergerichte, und hier muß schon schärfer und aufmerksamer hin- gehört werden. Einige von diesen Gegnern bewerteten das Hilfsmittel der Allgemeinheit gegen eine Gruppe von Unzufriedenen, denen Landfriedensbruch allein das gegebene Mittel schien, um ihre Ansicht kundzutun. als eine Verschlechterung der Rechtspflege. Aber das Eigentümliche dabei blieb der Rachsatz zu allen derartigen Beurteilungen: Es handelt sich bei der Einrichtung von Sondergerichten um eine Verschlechterung, die notwendig sei. Schnelljustiz allein könne dem wüsten und mörderischen Terror begegnen. Dieser muß bekämpft werden, darüber sind sich alle Juristen einig: aber die bestehenden Gesetze reichen nicht dazu aus. um rasch und entschieden den Aufruhr niederzukämpfen. Ein neues, be- sonders auf den Fall eingestelltes Recht v^- spricht Abhilfe, und daher sei die Verschlechterung des Rechtes doch auch wieder eine Verbesserung, der man zustimme/ und um derentwillen man die gerügte Verschlechterung wohl über eine gewisse Zeit hin ertragen könne, ja, sogar fordern müsse. Worin liegt die angebliche Verschlechterung? Zur Beantwortung dieser onbergerid)ten eingehen. Im Reichsgesetzblatt finden wir keineswegs einen neuen Delikt-Tatbestand geschaffen und fest umrissen. Rein, die Tatbestände selbst sind bereits im geltenden Strafgesetzbuch ausgezeichnet. Aber die Strafen für Gewalttaten aller Art, die im politischen Kampf begangen werden, sind zur Abwehr und Bekämpfung des Terrors ver - schärftunderhöht worden. Aus Gefängnisstrafe ist Zuchthausstrafe geworden, die Mindeststrafe für Zuchthaus aber, die nach dem Strafgesetzbuch ein Jahr beträgt, ist auf zehn Jahre erhöht worden, die Todesstrafe gilt fortan für jeglichen Angreifer, der einen politischen Gegner, einen Polizisten, einen Soldaten, überhaupt jeden Menschen, der im Dienste des Staates den Terror bekämpfen muh. tötet. Brandstifter und Spreng- ftoffattentäter müssen mit der gleichen Strafe rechnen, übrigens auch bann, wenn ein Unbeteiligter dabei zufällig sein Leben einbüht. Mit diesen Strafverschärfungen ist schon eine ganze Menge anzufangen Ihre Androhung allein sollte schon genügen, hat vielleicht auch schon genügt, um stark abschreckend zu wirken. Das Sondergericht kann auf Grund dieser Bestimmungen recht energisch gegen alle Fälle vorgehen, in denen politische Gegner, oder auch Terroristen aus verbrecherischen Gelüsten Leben und Gesundheit der Allgemeinheit gefährden. Auf diesem Gebiete und mit derartigen Mitteln haben sich die Sondergerichte stets bewährt. Und die Juristen und Laien, die gegen diese neue Ausnahme-Institution etwas ein- zuwenden haben, werden sich wohl soviel Objektivität abringen können, wenn sie die Erhöhung und Verschärfung des Strafmaßes billigen. Selbst die entschiedensten Gegner der Todesstrafe haben ja in dem Kamps um diese Sühnemaßnahme zugegeben, daß ohne sie im Bürgerkrieg nicht auszukommen ist. Wo könnten die Streiter wider das Sondergericht vielleicht mit etwas mehr Erfolg den Hebel anfetzen? Sind'es etwa die Vorschriften der Notverordnung, die den Gang des Verfahrens regeln? Gewiß, auf diesem Gebiete sind einige Bestimmungen erwähnenswert, verdienen Beachtung. Vielleicht vertragen sie auch kritische Würdigung. Die Voruntersuchung gilt als wesentlicher Bestandteil eines Strafverfahrens, der verlangte Ausbau der Voruntersuchung beweist am besten, daß wir vom Ideal auch bei der Ausübung der ordentlichen, also der normalen Rechtspflege noch etwas entfernt sind. Beim Verfahren, das vor dem Sondergericht anhängig gemacht wird, gibt es keine Voruntersuchung. Der Untersuchungsrichter kann sich sofort mit der Staatsanwaltschaft in Verbindung setzen. Keine Kammer braucht nach dem Ergebnis der Voruntersuchung zusammenzutreten, um darüber Beschluß zu fassen, ob die Tat- bestände ausreichen, das Hauptoerfahren zu eröffnen. Zur Ladung zum Termin, zur Hauptoerhand- luna waren bisher bestimmte, nicht zu kurz bemeßene Fristen einzuhalten, die dem Beschuldigten die Möglichkeit gaben, sich ausreichend um eine viel- leicht mögliche Entlastung zu kümmern, sich auf die Verteidigung einzurichten. Jetzt ist die Ladungsfrist auf 24 Stunden herabgesetzt. Es wird zuzugeben sein, daß diese Zeit nicht durchschnittlich ausreichen wird, um den Stoß der Anklage mit einiger Aus- sicht auf Erfolg zu parieren. Und dann der Gang des Verfahrens. Auch hier weichen die neuen Bestimmungen zum Teil sehr erheblich von den bisher geltenden ab. Beispielsweise, was für den Strafverteidiger und den Angeklagten sehr wichtig ist: den Umfang der Beweisaufnahme bestimmt jetzt das Sondergericht von sich aus völlig selbständig: niemand — auch der geschickteste 23er- leidiger nicht — vermag in den Entschluß der Richter hineinzureden. Dagegen ließe sich manches ein- wenden, - wenn nicht eben der Notstand gegeben wäre: Unter allen Umständen muß der Terror in Deutschland machtvoll bekämpft, müssen die Terroristen abgeschreckt und eingeschüchtert werden. Dieser hohe Zweck rechtfertigt schon einmal die Sonderbestimmungen, die mit dem modernen Rechtsgedanken sonst nicht allzu nahe verwandt sein mögen. (Ein bedeutungsvolles und oft schätzenswertes Mittel gab die sonst geltende Strafprozeßorbnung dem Beschuldigten und seinem Verteidiger in die Hand: er konnte aus stichhaltigen Gründen, deren Bedeutung er nachzuweisen hatte, einen Richter, ein Gericht ab lei) n en. Auch im Sondergerichtsoerfahren wird diese Bestimmung nicht aufgehoben. Aber die Bedeutung dieser Mög- lichkeit scheint gemindert, wenn man in der Verordnung lieft, daß über die Ablehnung eines Rich- iers bas Sondergericht entscheidet, dem der Abgelehnte ongehört. Weiter: Das Sondergericht ist an keinen Beweisantrag gebunden, der vom Verteidiger, ober von seinem Mandanten gestellt wird, ohne Einspruchsrecht kann das Verlangen abgelehnt werden, über den Kreis der bereits geladenen Zeugen hinaus noch andere zu nennen und zu laben. Hier finb besonbers bie Straf- oerteibiger mit scharfer Kritik zur Hanb: sic wissen aus ihrer Erfahrung so manchen Fall zu erzählen, ber rettungs- unb aussichtslos aussah unb sich ben- noch zum Günstigen, zum Guten roanbelte, als es gelang, mit Hilfe eines noch in letzter Minute aufgetriebenen Entlastungszeugen bie Sachlage in an- berem Lichte barzustellen. Aber man kann boch bei ber Art ber Straftaten, bie von ben Sonbergerich- ten obgeurteilt werben, ohne weiteres einroenben, wie stark unb offentunbig bas Recht ber Allgemein- beit über bem Recht bes Einzelnen steht, ber sich im politischen Kampfe entschloß, gefährliche unb die Oefsentlichkeit gefährdende Mittel anzuwenden. Der Mensch, der durch einen unglückseligen Zufall in eine Situation hineingeriet, bei der er zum Mittäter gestempelt wurde, ohne es im geringsten gewesen zu sein, wird die besten Zeugen in ber Umgebung haben, in bie ihn ein wibriges Geschick stieß. Im übrigen: es ist nur gut, wenn bie Furcht vor berartigen Eventualitäten abschreckenb auf bie Neugierigen wirkt, bie immer unb überall babei gewesen sein müssen. Der Täter aber — unsertwegen sogar ber Überzeugungstäter — muß nach Erlaß ber Notverorbnung über bie Sonbergeridjte burchaus barüber im Silbe fein, was er zu er- warten hat, wenn er sich als Terrorist aufführt. Unb sollte er sich dennoch zu hart bestraft fühlen, so gibt ihm bie gleiche Notverorbnung bas Recht in bie Hanb, seine Position zu verbessern: Noch nie finb bie Bestimmungen über bie Wieberaus. nähme eines abgeschlossenen Verfahrens so weit unb s o großzügig gewesen wie hier. Man mag aus bem Charakter ber Notverorbnung über bie Sonbergeridjte herauslesen wollen, sie räumten mit ber Erziehungsibee bei Strafe unb Strafvollzug grünblich auf unb kehrten zurück zur an sich überrounbenen Abschreckungstheorie. Daß biefe Ansicht irrig ist, ergibt sich schon aus ber Zweckbestimmung: Sonbergerichte sprechen nicht für alle Ewigkeit Recht. Sie sind nur auf Zeit eingesetzt, und je eher ihre Tätigkeit abgeschlossen, aufgehoben werben kann, um so lieber ilt bas bem Gesetzgeber, ben Laien, ber Allgemeinheit --eben bem beutschen Volke, bas ben Terror übermunben haben will! Herren Krupp von Bohlen, Bosch (IG.) und von Siemens. Die Unterredung dauerte längere Zeit. Man kann wohl annehmen, daß sie sich um die wirtschaftlichen Maßnahmen drehte, die Sie Reichsregierung beabsichtigt. „BersaffungsmäßigerAblauf" Tie Lteilun nähme des Zentrums. Berlin, 25. 2lug. (TU.) Unter Hinweis auf de Mittwoch-Besprechungen führender Zen- truinspersönlichkeiten in Stuttgart bemerkt die „Germania" in ihrer Freitag-Ausgabe u. a.: Alle Bemühungen der Zentrumspartei werden schon heute darauf -gerichtet sein, einen verfassungsmäßigen Ablauf der kommenden Dinge mit allen Mitteln sicherzustellen. Wenn die Reichsregierung das Festhalten ihrer Position und in Verbindung hiermit die sofortige W i e de r a ufl ö s u ng des Reichstages mit dem Hinweis darauf zu begründen sucht, daß der Reichstag keine arbeitsfähige Mehrheit aufweise, so ist das vorläufig doch wohl noch keine Tatsache, sondern nur eine subjektive Vermutung, die noch keineswegs bestätigt ist. Lin wirklich arbeitsunfähiger Reichstag würde zweifellos ein negativer Faktor sein, der die kommende Entwicklung sehr ungünstig beein- * flussen würde. So wertvoll dieses Ar-gument für die Reichs- regierung zu sein scheint, mit dem sie sich Handlungsfreiheit für sehr ungewisse Unternehmungen zu gewinnen sucht, so wichtig sollte sss für den Reichstag sein, dies Argument zu widerlegen. — Das Blatt kündigt weiter an, die Zentrumspartei lege Wert darauf, daß die Reichstagstayung wegen des deutschen Katholikentages in Essen sofort unterbrochen wird. Der Reichstag würde dann etwa am Dienstag, 6. September, seine Beratungen fortsehen. Dank an Trendelenburg. Berlin, 25. Aug. (WTD.) Der Reichskanzler sprach dem scheidenden Staatssekretär Dr.Trendelenburg seinen und der Reichsregierung wärmsten Dank aus und sagte in diesem Schreiben u. a.: „In den schweren wechselvollen Jahren, in denen sich die Rettung aus den Gefahren der Inflation, sowie der Wiederaufbau der auf das äußerste geschwächten Wirtschaft vollzog, waren Sie Ihren Ministern und den Kabinetten ein Berater und Helfer von hoher Sachlichkeit. Besonders auch in den langen Zeiträumen, in denen Sie mit der Führung des Reichswirtschaftsministeriums beauftragt waren, hat sich Ihre Einsicht und Voraussicht als politisch verantwortlicher Leiter des Ressorts bewährt. Wenn Sie die deutschen Interessen bei den internationalen Verhandlungen vertraten, haben Sie stets im Rahmen des Erreichbaren die besten Erfolge erzielt. Sie haben auch wirksamen Einfluß genommen auf die Meinungen und Anschauungen der weltwirtschaftlich interessierten und maßgebenden Kreise jenseits der Grenzen, bei denen Sie ein hohes Ansehen genießen, oo haben Sie, sehr verehrter Herr Staatssekretär, für das deutsche Volk und die deutsche Wirtschaft Verdienste erworben, die nicht vergessen werden. Der Dank und die hohe Anerkennung der Reichsregierung und weiter Wirt- schastskreise begleiten Sie bei Ihrem Scheiden aus dem Amt." In dem Dankschreiben des R e i ch s w i r t - schaftsministers heißt es u. a.: „Wenn das Reichswirtschaftsministerium die vielseitigen und schwierigen Aufgaben durchführen konnte, Die es zu erfüllen hatte, dann beruhte dies im besonderen Maße auf Ihrer verständnisvollen und weitsichtigen Führung. Geschlossenheit des Ressorts, reibungsloses Zusammenwirken aller, Verantwortungsfreudigkeit und Sachkunde jedes seiner Mitglieder, Hergabe aller Kräfte im Dienste der deutschen Wirtschaft waren die Ziele, die Sie verfolgten. Es wird besondere Sorge der Reichsregierung fein, Ihre wertvolle Arbeitskraft dem Staatsdienst und der Wirtschaft auch künftig zu erhalten. Ich freue mich daher, Ihnen heute Ihre Ernennung zum Mitglied des Vorläufigen Reichswirtschaftsrats mitteilen zu können." Oer neue Staatssekretär. Geheimrat Schwarzkopf, Direktor des vorläufigen Reichswirtschaftsrats, wufde als Nachfolger des zurückgetretenen Dr. Trendelenburg zum Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium ernannt. Klara Zetkin will den Reichstag eröffnen. Berlin, 25. Aug. (TU.) Die kommunistische Reichstagsfraktion hat im Reichstagsbureau mitgeteilt, daß die kommunistische Abgeordnete Frau Klara Zetkin den Reichstag als Alterspräsidentin eröffnen werde. Kommunistische Anträge. Berlin, 25. Aug. (TU.) Die kommunistische Reichstagsfraktion hat im neuen Reichstag mehr als 50 Anträge eingebracht, und zwar einen Mißtrauensantrag gegen die Reichsregierund, zwei Mißtrauensanträge gegen den Reichsinnenmlnifter von G a y l und den Reichswehrminister von Schleicher, einen Antrag auf sofortige Zurückziehung des „mit Militärgewalt eingesetzten Reichskommissars für Preußen", einen Antrag auf Nichtdurchführung des neuen Tributoertrages von Lausanne und auf Einstellung der „verschleierten Reparationszahlungen in der Form für sogenannte private Auslanosanleihen", sowie auf Austritt aus dem Völkerbund, ferner eine Fülle von Wirtschafts- und sozialpolitischen Anträgen, die im wesentlichen auf Aufhebung sämtlicher Notverordnungen hinauslaufen. Ein kommunistischer Jnitiativgesetzentwurf fordert Festsetzung der Höchstarbeitszeit auf 7 Stunden täglich bzw. 40 Stunden wöchentlich. Schließlich wird Amnestie für alle proletarischen politischen Gefangenen gefordert. Zusammenarbeit, aber keine parlamentarische Verantwortlichkeit. Berlin, 25. Aug. (BDZ.) Ueber die Unterredung des kommissarischen preußischen Innenministers Dr. Bracht mit dem Landtagspräsidenten Kerrl erfährt das Rachrichtenbureau des BDZ. noch folgende Einzelheiten: Dr. Bracht versicherte ausdrücklich, daß die Auffassung der Regierung von ihrer Richt- verantwortlichkeit gegenüber dem Landtag selbstverständlich nichts an der Tatsache ändere, daß die Regierung gewillt sei, mit dem Landtag in entgegenkommender Weise zusammenzuarbeiten. Aus der Ablehnung der parlamentarischen Verantwortlichkeit ergebe sich, daß die Regierung selbst über die Form ihrer Zusammenarbeit mit dem Landtag zu entscheiden habe, also z. B. auch darüber, ob die Verhandlungen zwischen Regierung und Parlament auf schriftlichem Wege vor sich gehen sollen oder ob Regierungsvertreter zur Austunftserteilung in den Landtagssihungen erscheinen. Offen ist daher auch noch die Frage, ob Dr. Bracht persönlich im Landtag erscheinen und diesem Rede und Antwort stehen wird. Weiter wurde zwischen den beiden Herren auch die Einberufung des sog. Zarnow-Unter- suchungsausschusses nach Deuthen erörtert. Dr. Bracht dürfte dabei seine grundsätzlichen Bedenken gegen die Reise des Ausschusses zum Ausdruck gebracht haben, insbesondere aber seine Bedenken dagegen, daß der Untersuchungsausschuß jetzt schon in die Angelegenheit eingreifen will, während das Wiederaufnahmeverfahren noch in der Schwebe ist. RSOAp. und Reichswehr. Berlin 25. Aug. (CNB.) In einem Teil der Presse (nicht im „Gießener Anzeiger". D. Red.) ist behauptet worden, der oberste SA.-Führer, Hauptmann Röhm habe bei seinen Besprechungen im Reichswehrministerium die Forderung gestellt, daß die S A.- u n d S S.- F ü h r e r v o n d e n Reichs- wehrsoldaten gegrüßt werden sollten. Wie wir hierzu aus Kreisen des Reichswehrmini- fte r i u m s erfahren, ist em solches Verlangen a« den Reichswehrminister von keiner Seite ge - [teilt worden. Keine Verlängerung des Burgfriedens. Berlin, 25. Aug. (TU.) Wie verlautet, wird nicht daran gedacht, die am 31. August ablaufende Verordnung über den Burgfrieden z u verlängern. Sollte sich später eine Wiederholung der Verordnung als notwendig erweisen, so kann immer wieder auf sie zurückgegriffen werden. Verbot der „Roten Fahne". Berlin, 25. Aug. (TU.) Der Polizeipräsident von Berlin hat die kommunistische „Rote Fahne" für die Zeit vom 25. August bis 2. September einschließlich verboten. Das Verbot erfolgte wegen einer Stellungnahme in Rr. 177 der „Roten Fahne" zu dem Urteil des Berliner Sr>ndergerichts im Prozeß gegen Schmidtke und Dickel, in der eine böswillige Verächtlichmachung von Organen des Staates, d. h. der Sondergerichte sowie der Reichsregierung selbst, erblickt wird. Verschärfung in der ostasiaiischen Frage. Japan erkennt den mandschurischen Staat an. Tokio, 25. Aug. (WTD.) Außenminister Graf U s ch i d a sprach heute im Parlament über die Anerkennung des mandschurischen Staates uurch Japan. Er erklärte u. a., daß Japan bereits Vorkehrungen für einen derartigen Schritt treffe. Die Regierung sei, so fuhr der Minister zur Begründung fort, nicht nur davon überzeugt, daß Die Anerkennung das einzige Mittel sei, um den Frieden au garantieren, sondern sie empfinde es angesichts der r i e f i g e n Opfer die Japan in der Vergangenheit gebracht yabe, geradezu als eine dringende Rotwendigkeit, das Rlandschureiproblem von Grund aus zu lösen und dadurch für alle Zeil die Ursachen eines japanisch-chinesischen Konfliktes zu beseitigen. Einer in gewissen Kreisen propagierten Losung des Problems von nur vorübergehender Wirkung, einer Losung, die zudem China in irgendeiner Form souveräne Rechte über die Mandschurei einräume, könne das japanische Volk niemals zu stimmen. Alle Kenner der chaotischen Zustände in China mühten zugeben, daß eine Zuflucht zurD olkerbundssatzung, oder zu irgendeinem Organ des Völkerbundes, also eine Zuflucht zu allem, was die „Maschinerie des Friedens" genannt werden könne, in keiner Weise als Heilmittel angesprochen werden könne. Im übrigen sei die Errichtung des mandschurigen Staates auf eine separatistische Bewegung in China zurückzuführen. Separatistische Bewegungen seien aber durch den Reunmächte- pakt nicht verboten und daher konnten die Chinesen nicht daran gehindert werden, in irgend- Ceinem Teile ihres Landes aus eigenem freien Willen einen unabhängigen Staat zu errichten. Was die Verwendung einer Anzahl von 3a» Cpanern durch die mandschurische Regierung anlange, so müsse darauf hingewiesen werden, daß es dafür zahlreiche Präzedenzfälle gäbe; auch andere neugegründete Staaten, oder junge Regierungen hätten Ausländer in ihren Dienst gestellt. Eine Lösung des mandschurischen Problems könne für die japanische' Regierung nur dann als befriedigend bezeichnet werden, wenn ihre Forderungen auf Erfüllung der legitimen Bestrebungen des mandschurischen Volkes, ferner auf angemessene Bürgschaften für die Rechte und Interessen Japans und endlich auf eine Garantie des Friedens in Oftafien erfüllt würden. Eine derartige Losung könne allerdings nur auf der Grundlage der augenblicklich bestehendenTatsachen erzielt werden. Todesurteil gegen Sanjurjo. Zu lebenslänglichem Kerker begnad« Madrid, 25. Aug. (TU.) Nach Beendigung des Ministerrats um 12.45 Uhr gab Ministerpräsident Aza n a das Urteil gegen die Führer des monarchistischen Putsches bekannt. General Sanjurjo wurde zum Tode verurteilt, der General Her ranz zu lebenslänglichem Kerker und Sanjurjos Adjutant Infante zu 12 Jahren Kerker. Sanjurjos Sohn wurde freigesprochen. Die Regierung hat im Laufe des Tages nach eingehender Beratung den General Sanjurjo begnadigt. Die Todesstrafe wurde in lebenslängliche Kerker strafe umgewandelt. Oer Zeuge. Bon Paul ^imsty. Es gibt wahre Begebenheiten, die wie Romane anmuten. — An einem Septembermorgen des Jahres 1802 brach an einer eleganten Kutsche, als sie durch die irländische Stadt Tullamore fuhr, ein Rad. Der Insasse des Wagens, ein sehr stattlicher Herr in militärischer Uniform, schien über die daraus entstehende Verzögerung seiner Weiterfahrt sehr bestürzt zu sein. „Der Teufel hole die schlechten Wege"/ sagte der Offizier, „ich wollte heute abend nach in Marlborough sein. Jetzt sind alle meine Pläne zunichte." Er wandte sich an einen der Umstehenden: „Gibt es f lsier wenigstens eine anständige Herberge im „Gewiß, Herr Oberst", sagte ein dicker, kleiner Mann mit jovialem Gesicht. „Wenn der gnädige Herr erlauben, werde ich ihn dort hinführen." „Wie soll ich nur hier die Zeit totschlagen?" sagte er zu seinem Wirt. „Was gibt es in Ihrer Stadt zu sehen?" Der Herbergswirt klopfte sich an die Stirn, als wenn eine großartige Idee seinem Hirn entsprungen wäre. „Etwas wüßte ich, was den gnädigen Herrn interessieren würde. Wir haben jetzt Gerichtssitzungen, heute wird ein großer Verbrecher verurteilt —" Er senkte ein wenig die Stimme und sagte mit leichtem Erschauern: „Einer von den Leuten des berühmten Kapitän Quillt)." „Quiltg? Von welchem Regiment?" „Regiment? Der Herr wallen sich wohl über mich luftig machen? Es ist doch unmöglich, daß der Herr noch nichts von Quiltn, diesem infamen Schurken, gehört hat, der schon so lange unser Land unsicher macht und nicht zu fassen ist." „Ich kenne den Namen nicht einmal. Ich komme vom Kontinent." „Aber jetzt haben wir einen seiner Komplicen, einen gewissen Kellis, und er wird für die anderen büßen. Würde es den Herrn interessieren, der Verurteilung beizuwohnen?" „Ich bin nicht neugierig darauf, und so einen ganzen Tag lang still dazusitzen... Indessen ..." Der Oberst schien sich eines Besseren zu besinnen. „Wenn es hier aber keine andere Zerstreuung gibt, wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben. * Der Angeklagte Kellis leugnete hartnäckig seine Schuld. Immer wieder und wieder versicherte er, daß er an dem Tage, an dem das Verbrechen, dessen man ihn beschuldige, begangen wurde, — nicht in Irland gewesen sei, sondern weit entfernt in Dover. Er beteuerte seine Unschuld in beredtesten Worten, er gab zu, daß der Schein gegen ihn sprach, behauptete aber, daß die Untersuchung, die mit seiner Festnahme endigte, parteiisch geführt worden fei. Indessen, die Geschworenen bejahten die Schuldfrage. „Angeklagter, haben Sie noch etwas zu sagen?" fragte der Richter. „Ich wiederhole, daß ich unschuldig bin", seufzte Kellis niedergeschlagen. Plötzlich hob er Den Kopf. „O mein Gott", rief er plötzlich, „ist es möglich. Soll mir doch noch Gerechtigkeit widerfahren?" „Was soll das heißen?" fagte der Richter erstaunt. „Der Himmel sendet mir seine Hilfe", rief Kellis beglückt und zeigte auf den Oberst Kinderney, der erstaunt war, so plötzlich in die Verhandlung mit hineingezogen zu werden. „Dort", sagte Kellis, „ist ein Herr, der meine Anwesenheit in Dover an dem Tag, an dem das Verbrechen begangen worden ist, bestätigen kann ... würden Euer Gnaden hier erklären, daß ich es war, der sein Gepäck trug, als er aus einem Schiff ausstieg, das aus Frankreich kam?" Oberst Kinderney blickte ihn erstaunt an. „Ich kenne den Menschen nicht", sagte er unangenehm berührt. „Dessen bin ich sicher", sagte der Richter höhnisch. „Was für eine Unverschämtheit von dem Angeklagten. Schweigen Sie!" „Nur eine Frage", drängte Kellis, „ist es nicht fünf Wochen und drei Tage her, daß Sie, gnädiger Herr, nach Dover tarnen?" „Allerdings bin ich vor mehreren Wochen dorthin gekommen, aber ich habe natürlich das Datum meiner Rückkehr nach England nicht genau im Kopfe." „Erinnern Sie sich nicht, daß ein Mann Ihnen damals, als Sie ans Ufer fliegen, bei Ihrem Gepäck half?" „Wie soll ich mich noch heule an meinen Gepäckträger erinnern." „Sie erwiesen ihm damals die Ehre, gnädiger Herr, einige Worte mit ihm zu wechseln", fuhr Kellis in großer Aufregung fort. „Er erzählte Ihnen, daß er Seemann sei und an Bord eines Korsaren gegen Frankreich gekämpft habe ..." „Ich habe dem sicherlich keine Wichtigkeit bei- gelegt", antwortete der Oberst ungehalten. Kellis schien seine ganze Ueberredungskunst auf- bieten zu wollen, um bas Gedächtnis des Obersten aufzufrischen. Seine Augen glühten, als er ihm eindringlich^ sagte: „Ich zeigte dem Herrn damals eine große Rarbe am Schädel und hob dabei meine Perücke auf." Der Angeklagte machte dieselbe Bewegung und entblößte die Narbe. Der Oberst stutzte. Sein bisher teilnahmsloses Gesicht belebte sicy. „Es ist wahr", sagte er' „dessen erinnere ich mich." „O du mein Gott, Herr Oberst", rief Kellis erregt aus. „Helfen Sie mir!" Helle Schweißtropfen standen auf seinem angstvollen Gesicht. „Wenn Euer Gnaden das genaue Dalum Ihrer Ankunft in Dover feslslellen könnte, hätte der Gerichtshof keinen Zweifel an meinen Worten mehr." „Ich weiß es nicht mehr, aber es steht in meinem Tagebuch, das sich noch in meinem Koffer befindet." Große Aufregung durchlief die Menge der Zuschauer. — Die Sitzung wurde unterbrochen, während man das Notizbuch herbeiholle. Der Tag der. Ankunft des Obersten in Dover deckle sich genau mit dem Tage des Verbrechens. Nach und nach kamen dem Oberst Kinderney auch die näheren Umstände ins Gedächtnis zurück, so daß er bestimmt behaupten konnte, daß der und kein anderer der Mann war, der. ihm in Dover fein Gepäck besorgt halle. Er legte einen Eid darauf ab. Die Geschworenen zogen sich von neuem zur Beratung zurück und kamen diesmal zu einem einstimmigen Freispruch. Kellis wurde in Freiheit gesetzt. Die Postkutsche war am Abend wieder instand gesetzt, und der Oberst konnte Weiterreisen. Einige Meilen von Tullamore hielt der Wagen. Ein Mann erwartete ihn dort und stieg ein. Es war Kellis. „Nun", sagte der .Oberst, „das hat ja geklappt. Wenn die Sache auch brenzlich stand, du warst nahe daran, Kopf und Kragen zu verlieren. Wie konntest du aber auch so dumm sein." „Uebrlgens", fügte er lächelnd hin^u, „wir haben beide unsere Rollen famos durchgeführl." „Kapitän, ich will es Ihnen ewig danken." Ein schwerer Fall. 23on (Stefan Gzende — Ditte, können Sie mir Mohnbrötchen zeigen? — sprach der elegante Herr zum Däcker. — Jawohl — antwortete dieser und legte ihm einige Mohnbrötchen vor. Der feine Herr nahm umständlich sein Augenglas herunter, putzte es sorgfältig, setzte es dann wieder auf und sprach nach eingehendem Studium der Brötchen: — Ja! — und nach einer kurzen Pause setzte er fort: — Konnten Sie mir ein Mohnbrötchen in Form eines B-Buchstaben backen? Ter Bäcker konnte es. Rach langen Verhandlungen wurden sie sich über den Preis einig, und der Kunde wollte am nächsten Tag um neun ilf)r fünfundzwanzig Minuten wiederkommen. Die Uhr zeigte 9.25 Uhr, als der Herr den Bäckerladen betrat. Der Däcker zeigte ihm das Brötchen. Durch sein blitzblankes Augenglas aber bemerkte der Herr einen Fehler. — Sie haben ein kleines b gemacht. Ich brauche ein großes B. — Der Bäcker bedauerte diesen Irrtum und versprach, zum nächsten Tag den Auftrag richtig auszuführen. Der Herr studierte eine Weile sein Rotizbuch und stellte fest, daß er am nächsten Tag nur um 3.45 Uhr vorbeikommen könnte. Die Zeit war dem Bäcker recht. Schlag 3/t4 Uhr des nächsten Tages erschien der Kunde und nahm das ihm vorgelegte Brötchen in peinlichen Augenschein. — Ja, es wäre schon gut, aber es sei ein bißchen zu groß geraten. — Der Bäcker, die Langmut selbst, verlor viel Zeit, aber nicht seine Geduld. Er reichte seinem sonderbaren Kunden ein Stück Papier, damit er einen Plan entwerfe, aus dem der Bäcker dann Länge, Breite, Höhe und Dicke ersehen könne. Rach einer Viertelstunde war der Entwurf fertig. Sie vereinbarten den übernächsten Tag als Lieferzeit. Ter Käufer kam pünktlich wie immer. Er betrachtete eingehend das hellbraun gebackene Brötchen. — Ja, jetzt ist es in Ordnung. — Darf ich es einpacken? — Richt nötig! — Und er begann es zu essen. Was ist eine Ohrfeige? Jeder Schuljunge wird die Frage schnell beantworten können. Die Ohrfeige ist in der Ursache eine unvermutete Reaktion auf eine aus meist unerklärlichen Gründen plötzlich auftretende Erregung im Gehirn des Erziehers und in der Wirkung ein heftiger Schmerz auf der Wange mit. nachfolgender Anschwellung und im Auftreten von fünf roll ch gefärbten Fingerabdrücken. Als Erziehungsmaßnahme übrigens meistens ganz erfolglos und durch liebenswürdige Ermahnungen ersetzbar. Die Richter stehen auf dem Standpunkt, daß eine Ohrfeige eine durch nichts ersetzbare Erziehungsmaßnahme darstelle. Das Arbeitsgericht in Frankfurt am Main hat sich nämlich mit dem erzieherischen Wert einer Ohrfeige beschäftigt und folgende Definition gefunden: Die Ohrfeige ist seit Jahrhunderten eine volks- tü 's che Vergeltungsmaßnahme, die, gegeben zur rechten Ze t. am rechten Fleck, mit rechtem Maß, zum rechten Zweck in ihrer erzieherischen Wir-- kung unerreicht ist und weder durch mildweis« Mahnungen noch durch drakonisch strenge Ehrenstrafen im Einzelfalle ersetzbar ist. Aus der Provinzialhauptstadt Lufthansa-Herbstflugdienst 1932 * Rekonvaleszenten-S«rum bei spinaler Kinderlähmung. 3m Anschluß an den in unserer Dienstag-Ausgabe veröffentlichen Artikel von Med.-Rat Dr. Frobenius über „Die spinale Kinderlähmung" teilt uns die Leitung der Universitäts-Kinderklinik mit, daß in der Universitäts-Kinderklinik Rckonvaleszenten- Lerum schon seit längerer Zeit verwendet und auch hergcstellt wird. Interessierte Eltern seien darauf besonders aufmerksam gemacht. ** Verbilligte Rückfahrkarten der St r a ft p o ft e n nach den Ausflugsorten. Das Postamt schreibt uns: Dem Anträge des Der- kehrstamtes der Bürgermeisterei Gießen entsprechend werden von jetzt ab bei den Krastposten nach Gleiberg und Klo st er Arnsburg verbil- Dreimal Berliner Sommerfest Unpolitische Stimmungsbilder aus der Reichshauptstadt. ligte Rückfahrfcheine ausgcgeben. Für die Hin- und Rückfahrt vom Bahnhof Gießen bis Gleiberg, die bisher 1,10 RM kostete, werden künftig nur noch 80 Rpf. erhoben. Der Preis für die Hin- und Rückfahrt zwischen Gießen und Kloster Arnsburg ist von 2 RM auf 1,65 RM. ermäßigt worden. Bei den Kraftposten nach dem Schiffenberg ist bereits seit längerer Zeit eine Preisermäßigung bei Benutzung von Rückfahrkarten eingetretcn. DieLaubenkolonienbeehrenfich.. Draußen, vor den, Toren der Stadt Berlin... Aber das stimmt ja gar nicht! Berlin hat ja gar keine „Tore"! Es gibt wohl so etwas wie ein „Rosenthaler Tor" oder ein „Schönhauser Tor", aber das sind eigentlich graue, nüchterne Plätze mitten in der Stadt, weit und breit umschlossen von ebenso nüchternen, ebenso grauen Häuserfronten und Strahenzügen. Berlin hört einfach auf, ohne Formalitäten, ohne Tore, ohne daß man dieser Stadt eigentlich ansicht, wo sie oufhört. Also: Bor den „Toren" Berlins liegen ungezahlte kleine eingesriedete Grundstücke, auf denen sich blau, rot. grün zahlreiche kleine Häuschen aufgestellt haben, inmitten von Gärten, die im Frühjahr Rhabarber produzieren und im Herbst schöne feuerrote Blumen. Diese Kolonien von Wohnlauben werden im Sommer und im Winter von Leuten bewohnt, deren schmale Einkünfte nicht für eine regelrechte Stadtwohnung langen. Die Buden, in denen sie hausen, sind meist hausgemacht, selbst gezimmert. 3m Winter ist es bitter kalt in ihnen. Unzählige Ritzen zwischen den Brettern laden den Wind ein, durch sie zu pfeifen, fordern die Feuchtigkeit auf. dort einzudringen. Dafür ist es aoer im Sommer doppelt und dreifach schön. Dieses Geschlecht von Kleingärtnern, Ar- beitslosen, abgebauten Ange st eilten ist ein recht poetisches Geschlecht. Man merkt es an den Ramen. die sie ihren Siedlungen gegeben haben. „Einsame Pappel", „Raturfreunde", „Mövensee" — dazwischen kommt dann plötzlich auch eine Kolonie „Zum schmalen Handtuch". Cs ist ein hübscher Teil Selbster- kenntnis dabei, eine kleine Portion Galgenhumor, dazwischen aber auch viel Besitzer st olz und Freude an dem Fleckchen Ratur. an dem sie. von den Umständen der Zeit gezwungen, festhalten. „ , Einmal im 3ahr geht es in diesen Kolonien ganz hoch her. Das ist, wenn „E r n t e s e st gefeiert wird. Erntefest — nun. dies ist, liebenswürdig ausgedrückt, ein wenig übertrieben. Rhabarber. D^bl-en, Kohlrabi. Kürbisse und ein wenig Kartoff:ln — ob man das wohl Ernte nennen kann -' Das ist ihnen aber völlig gleichgültig. August ist nun einmal Erntemonat! Und die Kleingärtner beeilen sich, ihren Kollegen auf dem Lande nicht nachzustehen. Tagelang vorher rumort es schon in den Siedlungen. Auf den paar kleinen Obstbäumen werden in drr schwindelnden Höhe von zwei Meter Lampions angebracht, bunte Girlanden werden vom Schornstein des Häuschens in den entlegensten Winkel des Gartens, fünf bis zehn Meter entfernt, gezogen. Daß mir die Lampions aber ja nicht schief hängenI Große Bataillone von Bierflaschen werden in Körben heimgeschleppt und an der Pumpe zum Kühlen aufgestellt. Etwas Obstwein, ein bißchen Musik muh auch dabei sein. Und dann kann es losgehen... . Wenn man an diesem denkwürdigen TlbenD in die Gegend der Kolonien kommt, dann erblickt man em Lichtermeer von Lampions, Fackeln, Pctroleumfunzeln. Entferntes Getöse klingt über das friedliche Gelände. Man hat alle Verwandten und Bekannten zusammengetrommelt, damit sie dieses Getöse produzieren und auch ein wenig das Tanzbein schwingen. Die „Knüppel- musike" des nächstliegenden Vorortes ist ein- geladen, gegen Freibier und Fahrgeld Stin^ mung und Laune zu machen. Und sie kann sich gar nicht genug daran hin, das Lied von der Holzauktion im Grünewald immer und immer wieder zu spielen und „Trink, Drüderlein, trink!" Auch die „Presse" ist eingeladen: der gute Onkel, der in dem nächsten Lokalblatt die Gartenecke besorgt und den Kleingärtnern schon mehr als einmal zu ihrem Rutz und Frommen erzählt hat, wie man sich der Blattläuse auf den Kürbisstauden entledigt. Man kann es nicht verschweigen: zum Schluß geht es wohl ein wenig alkoholisch zu. Aber das gehört vielleicht zu einem Erntefest. ..Schwer beladen schwankt der Wagen," Und wenn dann, ganz spat, ein etwas trostloser Morgen über der programmatischen einsamen Pappel dämmert dann sieht die schmucke Kolonie sich selbst aut einmal gar nicht mehr ähnlich. Sie gleicht einem wüsten Schlachtfeld. Wie ist bloß die Gießkanne aufs Dach gekommen? Warum hängt die Harle im Pflaumenbaum? 3a, das kommt davon, weil Onkel Theodor um 2.30 Uhr mit dem Garten- schlauch nach Tante Emmy geschmissen hat... Aber es war ein schöner Abend. ^Bcnn man sich auch einige Tage später von dem <^st und den Aufräumungsarbeiten erholen muh. Und auch die Hähne, die in den ^erlisten der Kolo- nisten ihrer stolzen Pflicht Genüge kn sehen tagelang später noch unausgeschlafen aus unö krähem so schläfrig, wie sonst nie im ganzen 3ahr. Gießen, den 26. August 1932. 50 Jahre Tierschuhverein Gießen. Die Aufgaben des Tierschutzes. Der Tierschutzverein Gießen, der in diesem Jahre auf sein 50jähriges Bestehen zurückb.icken kann, hielt gestern im Singsaal des Realgymnasiums einen Vortragabend ab. Herr Müller der Vorsitzende, begrüßte die Besucher und gab in kurzen Zügen einen Rückblick auf die Geschichte des Vereins, der gegenwärtig etwa 400 Mitglieder zähle. Als Redner des Abends sprach- Oberbürgermeister Maas (Schwerin) über die Aufgaben des Ti^-'^"tzes. Die Meinungen über den Tierschutz, so u. a. aus. gingen auseinander. Maß- fleU.-v'für den Tierschutz aber sei das Verhältnis, in dem der Mensch zum Tiere stehe. Man müsse sieyvor Augen halten, dqh der Unterschied zwischen Mensch und Tier mehr ein gradueller, denn ein grundsätzlicher sei. Die meisten Tiere seien ebenso mit fünf Sinnen ausgerüstet wie d r Mensch, oft genug sogar mit feineren Sinnen. Man könne von einem Seelenleben der Tiere sprechen, das sich besonders in der Mutterliebe äußere. Der Gemeinschaftsgeist der Tiere , sei eine ähnliche Aeuße- rung. Der stärkste Beweis der Verbundenheit liege aber doch bei der Möglichkeit der Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Leider werde das alles viel zu häufig unter dem Begriff Instinkt zu- sammengefaht. 3ed«s Tier habe Anspruch auf Leben. Man müsse den Schöpfer im Geschöpf ehren. Der Materialismus der gegenwärtigen Epoche habe manchen hemmungslosen Raubbau in der Tierwelt um des menschlichen Vorteils willen herausbeschworen. Tatsache sei, daß a. B. der Walfisch, wenn die 3agd so weiter betrieben werde, aussterbe; unter den Büffeln Rordame- rikas und unter den Eleganten Afrikas würde sinn- los gewütet Leider habe auch Ransen auf seinen Fahrten in das Eismeer um der Unterhaltung w .len auf jed.s lebende Wesen 3agd machen lassen. 3n den zivilisierten Ländern sei der Wildbestand sehr stark dezimiert worden. Gewissenlos werde oft genug das Tier zu Spielereien benutzt. Erfreulicherweise habe sich in Deutschland eine starke Vogelschuhbewegung entwickelt. Darüber hinaus aber müsse noch viel mehr an der Tierwelt getan werden. 3nsbesondere müßten vier Worte: Schlachtung, Tierfang. Tierhaltung und Vivisektion — das Gewissen der Menschen immer wieder aufrufen. Bei Hausschlachtungen geschehe heute leider noch viel Grausamkeit. Unbarmherzig werde heut« noch in der Küche mit Geflügel und Fisch umgegangen. Eine besondere Grausamkeit sei, so erklärte der Redner, das Schächten. Der Fang wilder Tiere bedeute sehr oft beispiellos« Quälerei. Beim Transport gehe meist der größte Teil der gefangenen Tiere elend zugrunde. Die Tierhaltung lasse allenthalben noch sehr zu wünschen übrig. Schließlich befaßte sich der Redner noch mit dem Kapitel Vivisektion und beleuchtete u. a. auch verschiedene Auswüchse. Aus all dem leiteten sich die Aufgaben des Tierschutzvereins in klarer Richtung vov selbst ab. Di« wirkungsvolle Arbeit sei nur im stoßkräftigen Verein möglich. Oertlich« Arbeit, Aktionen des Gesamtvereins seien von Fall zu Fall zu unternehmen. Für die Zukunft gelt« es aber auch nicht mehr nur zu bitten, sondern zu fordern, wie das auch jedem anderen Volksgenossen, jeder anderen Organisation unbenommen sei. 3nsbesondere müßten die Tier- schutzgesehe ausgobaut werden. Es gehe nicht an, daß ein Tierquäler erst dann bestraft werde, wenn er böswillig oder roh handle und dabei öffentlich Aergernis errege; die Strafbestimmungen müßten viel weiter greifen. Aufzurufen gelte es die Volksmeinung zum Kampf gegen die Tierquälerei. Besondere Aufmerksamkeit solle dabei der Jugend zugewandt werden. 3m Knaben müsse an seine Ritterlichkeit, im Mädchen an die Mütterlichkeit appelliert werden. Lehrer und Geistlichkeit müßten sich in den Dienst der Sache stellen. Erst dann könnte einem wirkungsvollen Tierschutz der Weg geebnet werden. Rachdem der Vorttagende den Tierschutz zu ethischer 'Verpflichtung erhoben und sich ferner mit der Stellung des Christentums zum Tierschutz befaßt hatte, fand der außerordentlich anregende Abend seinen Abschluß. ritancr haben in diesem Sommer in viel geringerer Zahl als früher Reisen nach Deutschland unternommen. Infolge der Einkommensschrumpfung reist das deutsche Publikum so sparsam wie möglich. Um so mehr verdient die im Luftverkehr erzielte Verkehrszunahme hervorgehoben zu werden. Zu diesem günstigen Ergebnis hat vor allem beigetragen, daß die Flugpreise der veränderten Wirtschaftslage angepaßt wurden und außerdem auf Rückflugscheine eine Ermäßigung von 3 0 v. H. gewährt wird. Sicherheit und Regelmäßigkeit haben den Verkehr weiter gehoben. Der Herbstflugplan bietet so günstige Reisemöglichkeiten für Passagiere, und die Preise sind so niedrig gehalten, daß man auch im Herbst mit einer weiteren Aufwärtsbewegung des Verkehrs rechnen darf. Auch für Gießen sind mit Beginn des Herbstluftverkehrs ab 1. September einige sehr günstige Acnderungen im Streckennetz vorgesehen, die den Fluggästen die Möglichkeit geben, nach allen Richtungen eine größere Anzahl Städte des In- und Auslandes, mit der planmäßigen Maschine 12.20 Uhr ab Gießen, an einem Tage zu erreichen. Flugpreis Gießen — Frankfurt a. M. = 7 Mark Bei gleichzeitiger Lösung eines Rück- fluqscheines, der eine Gültigkeit von 2 Monaten hat, gewährt die Deutsche Luft-Hansa bis zum 15. Otto- ber eine Rückflugermähigung von 30 o.H. Abflug: Gießen 12.20 Uhr. Ankunft: Aachen 15.15 Uhr: Berlin 16.15; Baden-Baden 14 35; Darmstadt 13.10; Dortmund 1410- Essen - Mülheim 14.35; Frankfurt a. M 12 45’ Freiburg 15.25. Flensburg 17.35; Friedrichshafen 15.15; Hamburg 16.10; Hannover 15.00; Lmlle - Leipzig 15.05 Karlsruhe 1410; Konstanz 16 20; Königsberg Pr. 3.00; Köln a Rh. 13.50; Siel 16 55 Uhr Lübeck 17.05 Mannheim 13.40; München 15.25; Nürnberg - Fürth 14 10; Saarbrücken 1410 Stuttgart 14.00 Amsterdam 16 40; Bern 16 30 Brüssel 16.15; Genf 17.00; London 19.00. Leningrad 14.20; Moskau 15.30; Paris 17.05 Uhr. 0er Gtralauer Fischzug. Alle 3ahre wieder lädt der altertümlii: Berliner Stadtteil Stralau zu einem Volksfest ein, das sich schon seit vielen hundert 3ahren mit Glanz bewährt hat. Der Stralauer .Fischzug. Tradition aus den ältesten Kinderjahren dieser Stadt ist aus dem Sommer einfach nicht mehr Wegzudenken. Wo früher die Rehe der leute in der Spree gelegen haben, da hat sich freilich mittlerweile das große Kraftwerk Rummelsburg aufgetan. Aber das Fest der Fischersleute hat Kraftwerk und Elektrizität, hat den gesamten technischen Fortschritt in Bausch und Bogen überwunden. Wenn einmal dieser Festzug zur schönen Jahreszeit nicht in Stralau starten wurde, dann gäbe es vielleicht eine kleine Palastrevolution ... , v Seit zwei Jahren aber sieht ein Teil der Stralauer Bevölkerung dieser Feierlichkeit mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu. Das sind die Stralauer Geschäftsleute, die sich für diesen Tag ihrerseits zu einem „Fischzug" gcrnz besonderer Art rüsteten. Es begab sich nämlich, oaß aus Anlaß des Strckucr Festes ( «hntt uiende aus allen Ecken der Stadt zusammenströmten. An lenem denkwürdigen Sonntag bestand nun eine alte Tradition, bi« es den Handelsleuten erlaubte, ihre Geschäfte offenzuhalten. Die Folge war regelmäßig ein schöner Amsah und einer der Hauptgeschäftstage im ganzen 3ahr. Seit 1931 hat man den guten Leuten diese Kon- z « s s i o n entzogen. Hinte* Gittern und heruntergelassenen 3alousien müssen sie nun zufehen wie die Fremden aus dem benachbarten Stadtteil überhaupt keine Rotiz von der Pracht der Stralauer Schaufenster nehmen können. Andererseits aber sinden sich viele pfiffige Geschäftsleute, fliegende Händler aller Art, bereit, die Jagdgründe der Stralauer Kaufleute mit allen möglichen Waren zu beziehen. Diese Leute, die überall zu finden sind, wo es eine Menschenansammlung von über fünf’ Personen gibt, lassen sich natürlich auch hier die günstige Konjunktur nicht entgehen. Es ist zu erwarten, daß deswegen sämtliche Stralauer Geschäftsinhaber eine Adresse an den Berliner Oberbürgermeister senden werden, in der sie Herrn Dr. S a h m der bekanntlich ebenso großherzig sein soll, wie er lang ist, energisch bitten werden, doch für einen Tag in Stralau die Autarkie einzuführen. 1100 Schüler fahren ins Grüne. Ach, weit verlockender ist es natürlich, trotz alledem, sich in diesem schönen Wetter in die Eisenbahn zu sehen und irgendwohin zu verreisen, an die See, ins Gebirge, auf das Land. Aber verschenken tut auch Herr Dorpmüller nichts. Und deswegen wird die Mehrzahl von uns auch diesmal wieder mit langen Gesichtern zu House bleiben müssen. Für uns Erwachsene ist das vielleicht noch nicht einmal so schlimm. Aber unsere Kinder? Für die wäre es doch so wichtig, einmal ein wenig heraus- ?ukomnzen. Aber mit dem Verschicken wird es dieses 3ahr auch nicht sehr viel besser sein als früher. Leider kommen nicht alle an die Reihe. Und die Hiheferien, die es schon seit einer Woche in Berlin gibt, müssen einfach zu Hause abgesessen werden. . Bei diesem Stand der Ding« ist aber plötzlich ein kleines Wunder geschehen. Einige aus dem immerhin nicht unbeträchtlichen Heer der Berliner Autobesitzer haben sich gemeldet und sich nach englischem Muster bereit erklärt, ihr Auto über ein Wochenend« mit soviel unbemittelten Kindern vollzupacken, wie in den Wagen Platz finden können. Und heraus soll es dann gehen, ins Grüne. Kaffee und Kuchen soll ihnen gratis angeboten werden. Wenn das auch nicht eine richtige Serienreife ist. bedeutet es doch einen doppelten Lichtblick: das Erlebnis eines schönen oommer- tages auf dem Land und das Erlebnis, in einem fremden Auto fahren zu dürfen. Als einmal der Anfang gemacht war, ließen auch andere, die über ein Automobil verfügen, ihr Herz erweichen. Die Berliner Schulver- kehrswacht hat organisatorisch eingegriffen. Und nun steht fest, daß auch jeder Gemeindeschule Berlins — allein in den inneren Stadtbezirken, bi« hierfür vor allem an Frage kommen, gibt es 280 Gemeindeschulen — vier Schüler herausgegriffen werden, die am bedürftigsten und am geeignetsten für dieses kleine Abenteuer erscheinen. Vielleicht ein Tropfen auf den heißen Stein? Aber immerhin — 1100 Schüler werden davon betroffen. Und, ganz nebenbei, stellt es sich auf ber anderen Seite heraus, daß der 'Besitz eines Automobils nicht unbedingt zu Hochmut, Geschwindigkeit, Ueberfahren von Hühnern und Kaninchen erzieht, daß er — mit einem Wort — nicht unbedingt den Charakter zu verderben braucht. TotaleEonnenfiusternis am 31 August Die Wissenschaft rüstet ... Wenn wir Mitteleuropäer am Abend des 31. August zur Ruhe gehen, tritt ein seltenes Himmelsschauspiel ein, nämlich die völlige Bedeckung der Sonnenscheibe durch den Mond: eine totale Sonnenfinsternis. Leider können wir davon nicht einmal eine teilweise Verfinsterung sehen, da, solange die Sonne noch über dem Horizont steht, von Europa gesehen der Mond noch seitlich der Sonne steht. Rur die Westküste Schottlands und 3rlands sieht gerade bei Sonnenuntergang noch den Beginn der Finsternis. Mehrere Sternwarten, hauptsächlich natürlich amerikanische, ent- senden 'Expeditionen in die Finsterniszone, die u. a. einen Teil Amerikas bedeckt. Außerdem soll ein amerikanisches Riesenlustschiff in den Dienst der Forschung gestellt werden, um Astronomen von hier aus Beobachtungen zu ermöglichen, falls Bewölkung dies von der Erdoberfläche aus verhindern sollte. Auch soll der Versuch gemacht | 3ungofobemifer im Freiwilligen Arbeitsdienst. Das Deutsche Studentenwerk richtet an die unbeschäftigten 3ungakademiker folgenden Aufruf: „Seit mehr als zehn Jahren gegen die Rot des akademischen Rachwuchses in Deutschland aufs stärkste ankämpfend, fordert das Deutsche Studentenwerk heute die stellungslosen 3ungafa- demiker auf, sich umgehend für den Freiwilligen Arbeitsdienst zur Verfügung zu stellen. 3n langen Verhandlungen ist es uns gelungen, die Teilnahme der akademischen Jugend am freiwilligen Arbeitsdienst als einem Gemeinschaftswerk der gesamten jungen Generation zu sichern. Zu diesen Verhandlungen trieb uns vor allem auch die Ucberjeugung, daß die Lage der vielen tausend untätig vor dem Berufsleben wartenden 3ungakademiker wirtschaftlich und seelisch eine ganz besonders harte und schwere ist. Aeuhcre und innere Rot. wirtschaftlicher Mangel und zermürbend« Untätigkeit in den Jahren der größten Schaffensfreude reiben sie auf. Wir haben dafür gekämpft, daß das Volkswerk des freiwilligen Arbeitsdienstes, das Volksnot durch gemeinsame Tat beheben will, an ihnen nicht vorbeigeht. Der Weg für die Teilnahme am freiwilligen Arbeitsdienst ist nunmehr für jeden 3ungakademiker frei. Die Reichsregierung hat weiter die Möglichkeit gegeben, daß auch Zungakademiker über 25 3ahre, die nach kurzer Ausbildung zur Uebemahme führender Tätigkeit in Arbeitslagern geeignet sind, in den freitotlligen Arbeitsdienst ein tret en können. Jedem Zunoakademiker, der nach Abschluß seiner Studien eine Berufsstellung nicht findet und sich in sozialem Verständnis und persönlicher Einsatzbereit- schäft der Aufgabe einer verantwortlichen Mitarbeit an einem der nationalen Erziehung dienenden Gemeinschaftswerk gewachsen fühlt, steht nunmehr die Tätigkeit im freiwilligen Arbeitsdienst offen. Wer infolge seiner wirtschaftlichen Lage hierbei auf eine Förderung aus öffentlichen Mitteln verzichten kann, wird dies in der Einsicht tun, daß hierdurch einem anderen, ärmeren Volksgenossen ein Platz im Arbeitsdienst offen gehalten wird. Jeder andere wird durch das örtliche Studentenwerk seiner Heimatoder Nachbarhochschule in den Genuß der Förde- rungsberechtigung gelangen können, die durch die gesetzlichen Bestimmungen für Arbeitsdienstleistende vorgesehen ist. Meldungen zum Freiwilligen Arbeitsdienst nimmt das örtliche Studentenwerk jeder Hoch- schule entgegen. Auf Wunsch übersenden diese Stellen wie auch das Deutsche Studentenwerk e. V., Dresden-A. 24, Kaitzer-Straße 2, ein ausführliches Merkblatt über die Teilnahmebedingungen für Iungakademiker (einschließlich Junglehrer) am frei- willigen Arbeitsdienst. Das Deutsche Studentenwerk wird sich stets dafür einsetzen, daß diejenigen unter den stellungslosen Iungakademikern, die sich dienend in die Arbeits- lagerbewcgung eingegliedert und bewährt haben, bei allen Maßnahmen zur Eingliederung der jungen Generation in das Berufsschaffen eine Berücksichtigung finden, die diese Einsatzbereitschaft anerkennt.^ Taten für Lonnia , 28. August. 1749 : 3ohann Wolfgang v. Goethe in Frankfurt a. M. geboten. — 1914: Sieg Hindenburgs bei Tannenberg werden, die ganze Himmelserscheinunq von einem Sender an Bord des Luftschiffes durch Bildfunk über die amerikanischen Radiosender zu vev» breiten. Was gibt es eigentlich bei einer totalen Sonnenfinsternis zu sehen und warum rüsten viele Sternwarten Crpeditionen zu ihrer Beobachtung aus? Wenn die Sonne in den kostbaren P ; Minuten der Totalität ganz vom Mond bedeckt wird und daher ihr grelles Licht nicht blenden kann, vermag man die äußerste nur schwach leuchtende Gashülle der Sonne, die Korona, zu sehen, zu photographieren und ihr Licht mit Hilfe des Spektroskops zu zerlegen und somit ihre chemische und physikalische Beschaffenheit zu ermitteln. Ferner wird durch daS Schwerefeld der Sonne ein Lichtstrahl, der hart an ihrem Rand vorbeistreift, nach per Cinsteinschen Lehre etwas von seiner graben Richtung abgelenkt. Sterne, die gerade am Rande zu stehen scheinen, werden also an einer etwas anderen Stelle des Himmels gefunden. alS sie ohne Einfluß des Sonnenschwerefeldes stehen. Alle diese Beobachtungen lassen sich nur bei total verfinsterter Sonne anstellen. Bei ber relativen Seltenheit solcher Himmelserscheinungen ist es daher begreiflich, wenn im Interesse ber Forschung zum Studium der seltenen Himmelserscheinung Expeditionen ausziehen. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bl« 12.30 Uhr. 16 bl« 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Nach Beendigung der Hauptreisezeit tritt am 1 September für sämtliche europäischen Luftverkehrsgesellschaften der Herbstflugplan in Kraft. Gegenüber dem etwas dichteren Sommer-Streckennetz treten insofern einige Veränderungen ein, als mehrere dem Erholungsreiseverkehr dienenden Linien nach Sommerfrischen an der See und im Gebirge wegfallen. Der internationale und innerdeutsche Fernverkehr wird auch im September und Oktober in annähernd gleichem Umfange wie bisher aufrechterhalten. Die Luft-Hansa vermittelt den Verkehr nach 26 ausländischen Großstädten: 35 deutsche Verkehrszentren behalten auch weiterhin günstigen Anschluß an das europäische Luftverkehrsnetz. Uuf den Strecken Berlin—Köln—Paris und Berlin Königsberg—Moskau bzw. Leningrad wird der Sonntagsflugdienst auch fernerhin durchgeführt. Neben 40 Strecken mit Passagierbeförderung führt die Lufthansa auf 4 Reichspoftstrecken den Post- und Güterschnelldienst nach England, Holland, Skandinavien und den Balkanländern durch. Erfahrungsgemäß werden diese überwiegend während der Nachtstunden beflogenen Strecken auch in den Herbstmonaten sehr rege von der Geschäftswelt benutzt, da sie für den Transport eiliger Postsendungen und Expreßgüter außerordentlichen Zeitgewinn bieten. während des Monats September beträgt die tägliche Jlugleiftung bet Lufthansa-Flugzeuge rund 33 000 Kilometer; sie liegt nur etwa 15 v. h. unter der Spitzenleistung der sommerlichen Hauptverkehrsperiode. Erfreulicherweise hat die Deutsche Luft-Hansa trotz Einschränkung der Flugleistung um etwa 6 v.H. in den Monaten Mai bis August 1932 eine 5pr o - zentige Steigerung des Passagierverkehrs gegenüber dem Vorjahre zu verzeichnen. Die zunehmende Benutzung des Flugzeuges verdient um so größere Beachtung, als die anderen Beförderungsmittel infolge der Weltkrise fast ausnahmslos starke Verkehr s- «inbußen erlitten haben. Der Reiseverkehr nach I und vom Ausland ist durch die Devisenkontingentierung erheblich eingeschränkt. Engländer und Ame° 1 ?'s!n°dens. Mu'Ä w Werbin. n lnNr 'n Zahne». isnajn» ^eil bes QW;.? 1 Aage. Grundlage ber ^denTatsachen n ßanjut^ kerker brpnabi,. fRad) Seenbigung bes 9Qb Ministerpräsibent 8«ßen bie Führer bte tsches bekannt Eene- zum Tode oerur- rranz zu lebens- nb Sanjurzos Sbjutant n Kerker. San,ur,os rochen. . Lause des Tages nach General Saniurio ■oje wurde m lebens- {e b1emachl.3chbrau-de Kidet bedauerte diesen ,um nächsten Tag 'Weile sein Z«- 5g,® & hellbraun fleD iung. »i° W'Ä “u,“T J -hm--! -ne KAS durch gbren* Ä** etzb-rs- SJl.-'fpOTt Deutschland führt... Potz bisher Erster im Europa-Rundflug. Die Wettbewerbsleitung des Curoparundflu- ges veröffentlicht einen Lleberblick über die bisherige Wertung des Streckenfluges. Selbstverständlich kann bei Lleberwindung der noch ausstehenden 2400 Kilometer von Paris aus noch manche Aenderung eintreten. Auf der Liste, die die Wettbewerbsleitung am Donnerstag bekanntgab, steht an erster Stell« Reinhold Poß mit 413 Punkten, an zweiter Stelle steht der Pole -Z w i r k o, der in der technischen Wertung noch elf Punkte vor Poß marschierte, mit 411 Punkten. Es folgt Hirth mit 410, und der Schweizer Fr eh mit 408 Punkten. Der DeutscheCuno erreichte 403 Punkte. Dann folgen Stein mit 401, Morzik mit 398, und Seidemann mit 394 Punkten. Seidemann konnte trotz seines Rekordfluges nicht weiter vorrücken, da, wie gesagt, die Durchschnittsgeschwindigkeit nur bis 200 Stundenkilometer bewertet wird. An neunter Stelle steht der Pole Bajan mit ebenfalls 394 Punkten. Der Deutsche L u s s e r folgt mit 390 Punkten, dann wieder ein Pole Karpinski mit 364 Punkten, und schließlich Freiherr von Massenbach mit 363 Punkten. Der Streckenflug geht am Freitag von Paris aus um 6 Ahr weiter. 2m Wettbewerb befinden sich noch 25 Teilnehmer. Es ist möglich, daß die bisher schnellsten Deutschen bereits am Freitagabend Berlin—Staaken erreichen. Luftfahrtminister P a i n l e v e begab sich am Donnerstagmittag nach Orly, wo ihm der Ber- 'reter der Lufthansa, von Winterfeld, die deutschen Teilnehmer am Europarundflug vorstellte. Der Luftfahrtminister interessierte sich lebhaft für die deutschen Maschinen und lieh sich die verschiedenen Typen eingehend erklären. Im Anschluß daran fand ein Empfang im Aero- Club von Frankreich statt. P a i n l e v e bat den Vertreter der deutschen Botschaft, Legationsrat Dr. Zimmermann, dem deutschen Botschafter seine Bewunderung über die vorzügliche Haltung der deutschen Teilnehmer zum Ausdruck zu bringen. Empfang bei der deutschen Botschaft. Am Donnerstagnachmittag fand in der deutschen Botschaft auf Einladung des Botschafters von H o e s ch ein Empfang zu Ehren der deutschen Teilnehmer am Curoparundflug statt. Die deutschen Flieger waren in bester Stimmung und sehen dem am Freitagfrüh beginnenden dritten Flugabschnitt mit Zuversicht entgegen. warum Massot disqualifiziert wurde. Der französische Europa-Rundflieger. Massot wurde jetzt vom Sportausschuß des Aero-Clubs von Frankreich in eine schwere Strafe genommen, nachdem er sich beim Wiegen in Staaken eines Dleigürtels bedient hatte, um so das vorgeschriebene Gewicht vorzutäuschen. Die Gewichtsdiffe- renj von 25 Pfund dürfte immerhin eine Menge ausgemacht haben und als die Sache ruchbar geworden war. wurden Massot sämtliche Punkte aus den technischen Prüfungen aberkannt und die Angelegenheit dem Aero-Club von Frankreich mitgeteilt. Die Untersuchung muß nun wohl die Richtigkeit der Vermutungen ergeben haben, denn M. wurde, wie wir bereits berichteten, auf drei Jahre disqualifiziert. Herbstregatta... Oie alljährliche Veranstaltung des Vereins Rudersport 1930. Die Rudersaison neigt sich ihrem Ende zu. Gießener Ruderer haben in diesem Jahre von sich reden B. Jetzt aber klingt die Saison aus und einige , haften sind bereits außer Training. Der Verein Rudersport, der Veranstalter der bevorstehenden Regatta, hat allerdings in diesem Jahre nicht in dem Maß aktiv eingreifen können, wie das wünschenswert gewesen wäre, dafür aber hat man sich energisch um einen Nachwuchs bemüht, der für die Zukunft einen festen Stamm bilden soll, soweit das eben möglich ist. Der Verein Rudersport hat sich, um diesem Ziele näher zu kommen, den Reichstrainer Herrn Moritz (Berlin) verpflichtet, der für einige Wochen die Mannschaften in seine Obhut nahm. Die Herbstregatta soll nun für den Verein selbst eine Ueberschau über das Können der jungen Mannschaften ermöglichen, anderseits aber wiederum Ruderer aus der näheren und weiteren Umgebung im Wettkampf vereinigen. Das Programm sah etuia 20 Rennen vor, von denen aber 4 ausfallen Müssen. Allgemein wird dabei sehr bedauert, daß der Große Achter ausfallen muß, für den leider keine Meldung abgegeben wurde. Das Meldeergebnis darf aber in seiner Gesamtheit trotzdem als gut bezeichnet werden, wenn man bedenkt, daß die Nöte der Gegenwart auch die Rudervereine in ihrer Bewegungsfreiheit hindern. Immerhin haben 16 Vereine gemeldet, die mit 60 Booten und 295 Ruderern vertreten sein werden. Für die Zuschauer will man die Veranstaltung dadurch reizvoll gestalten, indem die Boote in sehr kurzer Folge starten sollen. Für Samstag ist ein Begrüßungs- abend vorgesehen. Am Sonntag, 28. August, werden bereits vormittags einige Vorrennen und am Nachmittag dann die Hauptrennen gefahren. Die einzelnen Rennen. Der Lahn-Iungmann-Vierer fällt aus. Rur der Limburger RC. hatte gemeldet. Der Herb st- Vierer ist dagegen von 7 Vereinen belegt worden. Verein Rudersport und „Hassia" treffen auf die Frankfurter Germanen, Limburger RG., Rüsselsheim. Dortmund und „Saar" Saarbrücken. Germania Frankfurt und „Saar" Saarbrücken sollte man im Endlauf sehen. Die Gießener werden es sicher nicht leicht haben, sich durchzusetzen. Für den Jugend-Gig- Vierer hat nur der Limburger RD. gemeldet. Das Rennen fällt also auch aus. Im ersten Lahn-Vierer liegen sich lediglich Limburger RC. und Wetzlarer RK. gegenüber. Man sollte dabei den Limburgern einige Chance einräumen. Limburger RK., Weilburger RV., Limburger RG. und „Saar" Saarbrücken starten zum V i e - rer-Kurzstrecken-Rennen. Ein offenes Rennen I Für den Jungmann-Achter hat der Verein Rudersport seine neue Mannschaft gemeldet, die hier eine Feuerprobe zu bestehen hat. „Saar" Saarbrücken ist der Gegner. Die Gießener sollten sich wenigstens ehrenvoll zu halten wissen. Keinesfalls sollte man die Gäste allein durch das Ziel gehen lassen. Im I u n g m a n n-E i n e r sind sieben Boote am Start. Für den Verein Rudersport bestreitet Kurt Münch das Rennen. Die Konkurrenten sind wenig bekannt. Der Sieger ist im Voraus nicht zu nennen. Im Damen - Vierer sieht man drei Boote am Start. Der Vierer der GRG. und des Offenbacher Rudervereins treffen wieder aufeinander und werden es wohl unter sich ausmachen. Frauen- Ruderverein „Frei-Weg" Frankfurt gesellt sich als dritter Konkurrent dazu. Im zweitenVierer vertritt wieder der Ruderklub „Hassia" die Farben unserer Stadt. RV. Rüsselsheim, Saar-Saar- brücken, Limburger RG. und Wetzlarer RK. werden aber die Hiesigen auf eine harte Leistungsprobe stellen. Für den Alt-Herren-Vie- re r stellt der Ver in Rudersport snre Mannschaft. Germania Frankfurt ist der einzige Gegner. Die Ruderer müssen über 32 Jahre alt sein, wenn sie startberechtigt sein wollen. Im Staatsprä- sidenten-Rennen darf man zweifellos zwischen dem Vierer von „Saar" Saarbrücken und der Mainz-Kasteler RG. einen heftigen Kampf erwarten, in dem sich die Saarbrückener nicht allzu schnell geschlagen bekennen werden. Der Herbst-Achter um den Georg-, Appel-Gedächtnispreis sieht vier Boote am Start. Auch hier ist der Verein Rudersport erfreulicherweise vertreten. Dortmunder RG., RV- Rüsselsheim, vor allem aber Mainzer RV. werden den Gießener nicht allzuviele Chancen lassen. 2m Anfänger-Vierer sind Rudersport Gießen, GRG-, Limburger RG., „Saar" Saarbrücken und Wetzlarer RK. im Rennen. Bei Anfängern kann man nicht wissen, wer es macht. Es wäre schön, wenn der Sieg als ein günstiges Omen für die betreffende Mannschaft in Gießen bliebe. Den 2unior-Vierer machen drei auswärtige Boote (Wetzlar. Limburg und Saarbrücken) unter sich aus. Der Lahn-Achter wird gegen Limburger RK. von dem Achter des Gießener RC. Hassia bestritten. Es geht um den Preis des Rektors der hiesigen Universität. Hassia hat zwar einige routinierte Ruderer im Boot, ob sie sich den Sieg aber sichern können, erscheint doch fraglich. Der Herb st- Vierer, ein Kurzstrecken-Rennen, sieht Rudersport Gießen und „Saar" Saarbrücken im Wettbewerb. Die Chancen liegen bei den Gästen. Der LahnEiner, zu dem lediglich T i m p e gemeldet hatte, fällt aus. 2m 2ungmann-Vierer sind wieder drei Boote am Start (Limburger RK., Dortmund und „Saar" Saarbrücken). Den Ermunterungs-Vierer bestreitet der Verein Rudersport mit zwei Booten. Lediglich „Saar" Saarbrücken liegt noch mit im Rennen. Der Große Achter muh, wie schon erwähnt, leider ausfallen. Bei den vorliegenden Meldungen fällt auf, daß der Ruderklub „Saar" Saarbrücken in nicht weniger denn 10 von 16 Rennen vertreten ist. Einige Siege werden sich die Gäste dabei ohne allen Zweifel zu sichern wissen. Die Gießener Rudergesellschaft ist überraschend schwach vertreten. 4>auptschießen der Schühengesellschast iorß Gießen. Bei dem dieser Tage abgehaltenen Hauptschießen der Schützengesellschaft 1926 Gießen wurden folgende Preise errungen: 100 Meter Auflagestand. Meisterscheibe (12er Ringscheibe): 1. Kurn- merow, Gießen, 36 Ringe: 2. Neumann, Schotten, 35; 3. Sauer, Gießen, 35; 4. Appel, Gießen, 35; 5. Dewald, Gießen, 35; 6. Gondner, Gießen, 35; 7. Götz I, Gießen, 35; 8. Nickel, Nidda, 34 Ringe. Tabelle (12er Ringscheibe): 1. Appel, Gießen, 159 Ringe; 2. Kummerow, Gießen, 156; 3. Sauer, Gießen, 156; 4. Neumann, Schotten, 155 Ringe. Gabenscheibe (20er Ringscheibe): 1. Nickel, Nidda, 20 Ringe (Stechschuß 19) 2. Neumann, Schotten 20 (19); 3. Kummerow, Gießen, 20 (18); 4 Spanier, Nidda, 20 (18); 5. Appel, Gießen, 20 (18); 6. Sauer, Gießen, 20 (17); 7. Süssel, Schotten, 20 (17); 8. Wehling, Gießen, 20 Ringe (16). Ehrenscheibe: Appel, Gießen. 175 Meter freihand. Meisterscheibe (20er Ringscheibe): 1. Appel, Gießen, 57; 2. Möhl, Gießen, 52; 3. Sauer, Gießen, 52 Ringe. Tabelle (15 Schuß: 20er Ringscheibe): 1. Sauer, Gießen, 208 Ringe. Gabenscheibe (40er Ringscheibe): 1. Neumann, Schotten, 40 Ringe (Stechschuß 10); 2. Sauer, Gießen, 39 (27); 3. Nickel, Nidda, 38 (20). Ehrenscheibe: Sauer, Gießen. Die Beteiligung an dem Schießen — auch von auswärtigen Schützen — war der heutigen Zeit entsprechend als zufriedenstellend zu bezeichnen. Von den vorstehenden Preisträgern sind sehr gute Resultate erzielt worden. llOOiäufer bei der„Soethe-Siaffel-. Der 9. Staffellauf „Rund um Frankfurt" der Frankfurter Turnerschaft wird am kommenden Sonntag als „Goethe-Staffel" ausgetragen. Zu dem Lauf haben sich 1100 Läufer eingeschrieben, 2n der Hauptklasse nehmen diesmal auch zwei Schwimmer teil, die sich in die Ueberquerung des Maines teilen. Süddeutschland oei den Kunstiurn-Meisterschasten. Bei den am 5. und 6. Rovernber in Berlin stattfindenden Deutschen Kunstturnmeisterschaften richten sich die Zulassungen von Teilnehmern nach der Größe der einzelnen Turnkreise. Von den fünf süddeutschen Kreisen können die Bayern mit 12 Teilnehmern das größte Aufgebot stellen. Der Mittelrheinkreis stellt sieben. Württemberg sechs, Baden fünf und der Kreis Pfalz vier Teilnehmer. Die stärkste Teilnehmerzahl steht dem Kreis Freistaat Sachsen mit 13 Teilnehmern zu. 196 Stunden in der Lust. Nachdem den Amerikanerinnen von der französischen Pilotin Maryse Hiltz der Höhenflug-Weltrekord abgcjagt worden ist, haben sie den Dauerflugrekord neuerdings auf eine beträchtliche Zeitspanne gebracht. Die beiden Fliegerinnen Frances Marsalis und Luise Thaden blieben 196 Stunden in der Luft und Überboten die bisherige Frouen- Höchstleistung um nicht weniger als drei Tage. Der Brennstoffvorrat wu^de wie bei allen derartigen Rekordflügen in der Luft aufgefüllt. — Wirtschaft. Verschuldung und Zinslast der öffentlichen Wirtschaft. Das 2nstitut für Konjunkturforschung bringt in einem Aufsatz die wichtigsten Materialien über die Fragen, die sich aus der Verschuldung und der Zinslast der öffentlichen Hand ergeben. Am 31. März 1932 betrug die Verschuldung von Reich, Ländern und Gemeinden — ohne deren Verpflichtungen untereinander — rund 24 Milliarden Mark, die Zinslasten hierfür rund 1,4 Milliarden Mark. Hinzu kommen noch die von öffentlichen und öffentlich-rechtlichen Unternehmungen für ihre Schulden von rund 5,1 bis 5,3 Milliarden Mark zu entrichtenden Zinsen von 330 bis 350 Millionen Mark. Damit stellt sich der jährliche Zinsbetrag gegenwärtig ungefähr auf 1,8 Milliarden Mark, das sind fast 30 Mk. je Kopf der Bevölkerung. Don der gesamten Zinslast haben die Gemeinden mit 657 Millionen Mark (37. Wapcs# bwpaßten Betrag aufzubringen. Das Reich ist trotz einer wesentlich höheren Schuldsumme an der Zinslast nur mit 33 Prozent beteiligt, die öffentlichen Unternehmungen mit 19 Prozent und die Länder mit 11 Prozent. Beim Reich treffen über 30 Prozent des Gesamtzinsaufwandes auf die bereits vor der Währungsstabilisierung begründeten Verbindlichkeiten, besonders auf die Ablösungsanleihe. Die Zinslast bei den Ländern und bei den öffentlichen Unternehmungen dient dagegen zum allergrößten Teil der Verzinsung der zu hohen Marktsähen in den Jahren 1924 bis 1931 aufgenommenen Reuverschuldung. Von dem Gesamtzinsaufwande der öffentlichen Hand trifft immer noch ein erheblicher Teil auf die Mlösungs- und Aufwertungsschulden. Die großen Unterschiede in der Verzinsung, die früher zwischen den einzelnen Formen der Reuverschuldung bestanden, sind durch die Zwangskonversion größtenteils beseitigt worden. Dem Rominal- zins nach sind jedoch immer noch die Auslandschulden mit 6,2 Prozent am niedrigsten, die mittel- und kurzfristigen Jnlandschulden mit 6,9 Prozent am höchsten zu verzinsen. Am gesamten Jahresbetrage sind die Auslandschulden mit rund einem Fünftel beteiligt. Für die kurz- und mittelfristigen Jnlandschulden/ die eine Höhe von fast 6 Milliarden Mark erreichen, sind unter Zugrundelegung der gegenwärtigen Geldsätze über 400 Mill. Mark jährlich aufzubringen. Ende 1931 trat nach d«r Verflüssigung des Geldmarktes als weitere erleichternde Maßnahme die Zwangskonversion für die langfristigen und den größten Teil der mittelfristigen Schulden hinzu. (Durchschnittszinssah der Reuverschuldung 1928 7,1 Prozent, 1930 7,3 Prozent, 1931 7 Prozent, 1932 6,4 Prozent.) Die Entlastung durch die Zinskon- Version war bei den öffentlichen Körperschaften nicht sehr bedeutsam, da, abgesehen von den freigestellten Auslandschulden, ein weiterer großer Teil der Schulden bereits Zinssätze hatte, die nicht mehr weiter gesenkt wurden. Auch ist die Entlastung durch die Steigerung der Schuldsumme (Zuwachs der Reuverschuldung von 1931 auf 1932 über 400 Mill. Mark) zu einem Teil wieder aufgehoben worden. Immerhin ergibt sich für die jährliche Zinslast von Reich, Ländern und Gemeinden, die sich von 1928 bis 1931 fast verdoppelt hatte, seit 1931 eine Abnahme um rund 100 Millionen oder etwa 6 Prozent. An der Steigerung der Zinslast seit 1928 waren Reich, Länder und Gemeinden fast gleichstark be> teiligt. Frankfurter Abendbörse still. Frankfurt a. M., 25. Aug. An der Abend- börse herrschte vollkommene G e f ch ä f t s st i l l e. Die anbaltend feste Haltung Wallstreets und anderer Auslandbörsen machte kaum Eindruck, weil die labilen innerpolitischen Verhältnisse zur Zurückhaltung veranlassen, die noch verstärkt wurde durch den amtlich gemeldeten Wechsel im Reichswirtschaftsministerium, sowie infolge der heutigen Unruhen in Beuthen. Die Kurse lagen gegen den Berliner Schluß nur knapp behauptet. Qln» Rentenmarkt blieben die Mittags- kurse unverändert, lediglich Reichsschuldbuchforderungen bröckelten weiter leicht ab. Reubesitz 5,25, Altbesih 49,5, Reichsbank 127,75, Gelsenkirchen Bergwerk 33, Stahlverein 15, Aku 47,25, REG. 31,75, IG.-Farben 87,75, Siemens 129. Schweinemarkt in Grün berg. 4- Grünberg, 25. Aug. Der heutige Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von 629 Ferkeln zu verzeichnen. Cs wurden folgende Preise erzielt: Ferkel bis sechs Wochen alt 10 bis 12 Mk., sechs bis acht Wochen alt 14 bis 16 Mk., acht bis dreizehn Wochen alt 18 bis 24 Mk. Tendenz: schleppend, es verblieb Ueber- stand. Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H. Lombardzinsfuß 6 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Frantsuri a. M. Berlin Dem enmartl Berlin — Frankfurt a. M. Schluß« kurs Gchlußk. Abendbörse Schluß« kurs Gchlußk. Mittag» börse Gchluß» kurs Gchlußk. Abend, börse Schlußkurs Gchlußk. Mittag« börie Schluß« kurs Gchlußk. Abend« börse Schluß« lurs Gchlußk. Mittag« börse 24.August 25-August Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Ariel 'Datum 24.8. 25.8. 24.8. 25.8. Datum 24.8. 25.8. 24.8. 25.8. Datum 24.8. 25-8. 24.8. 25-8. Helsingsors . Wien. . . . Prag ■ • • Budapest. - Sofia . . . Holland . • Oslo.... Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Jan.. Jugoslawien. Lissabon . . 6,264 51,95 12,465 3,057 169,73 72,98 77,62 74,83 14,57 0,893 4,209 53,41 21,60 16,50 81,77 33,82 81,97 0,939 0,324 6,693 13,29 6,276 52,05 12,485 3,063 170,07 73,12 77,78 74,97 14,61 0,897 4,217 58,53 21,64 16,54 81,93 33,88 82,13 0,941 0,326 6,707 13,31 Sanknoten 6,264 51,95 12,465 3,057 169,73 72,98 77,57 74,73 14,56 0,893 4,209 58,41 21,60 16,50 81,78 33,82 81,97 9,939 0,324 6,693 13,29 6,276 52,05 12,485 3,063 170,07 73,12 77,73 74,87 14,60 0,897 4,217 58,53 21,64 16,54 81,94 33,88 82,13 0,941 0,326 6,707 13,31 6% Dcimche Retchsanleihe v. 192. 6% ehem.7%Dt.ReichSanl.v.l929 5'/2% Boung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Wlvs.-Schuld mit Auslos-Rechten....... Desgl. ohne Auslol.-Rechte . . 6% ehern 8%.£>e|f. Bolksstaat 1929 lrückzahlb. 102%)...... Oberheilen Provinz-Anleihe mit Auetos.-Rechten...... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goivvie. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Banl Golvvte 16 unkündbar bis 1936 6'/2% ehem. 4’/2% Franks.HyP^ Bant Ltau Psandbricse . . . 6'/*% ehem. 4)4% Rheinische Htiv.-Bank-Ltgu.-Goldpie. . . 6% ehem 8% Pr. Landespkand- briefanftat: Psandbricse R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespsand» 6rtefanftali Pfandbriefe R. 10 4% Oesterretchtsche (Solorente . 4,20% Oesterretchtsche Stlberrentc 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% desgl. von 1913..... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1.......... 4% desgl. Serie n....... 5% Bumän. verelnh. Rente v. 1903 Rumän.vereinh.Rentcv.i9i3 4% Rumänische vereint,. Rente 2%% Anatolier...... 59 68,5 49,13 5,35 52,5 46,75 69,75 69 78 77,75 67,5 68 6,35 6,2 6,75 3,3 3,3 3,3 9,5 4,25 17,3 59,25 68,75 61 49,5 5,25 52,5 46,75 47,65 69,5 69 77,25 73,25 67,5 68 10,25 6,2 6,5 3,25 3,3 3,25 9,5 4,4 17,35 59,65 68,8 49,25 5,4 52,75 47,25 10,25 1,15 6,25 6,4 5,6 3,4 3,6 3,45 5,1 9,55 4,25 17,3 59,65 68,5 61,5 49,5 5,3 54 47,9 67,5 10 1,25 6,25 6,4 3,35 3,5 3,5 9,5 4,25 17,4 Vamburg-Amerila Pate-, . . l Hamburg-Siidam. Dampsschiss. 0 Hansa Dampsschiss . . . ( Norddeutscher Lloyd.....( A.G. für Verkehrswesen Akt. . 0 Berliner Handelsgesellschaft . 4 Commerz- und Privat-Bank . 0 Darmstädter und Nationalbank 0 Deutsche Bank und Disconto-Gesellschast... o Dresdner Bank...... o Reichsbank........r. A.E.G...........0 Bergmann.........o Elektr. Lieferungsgesellschaft. 5 Licht und Kraft...... 6 Felten & Guilleaume.... 0 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 4 Rheinische Elektrizität . . bV Schlickert öl Co....... 0 Siemens & Halske..... 9 LahmeyerLCo.......10 Buderus..........4 Deutsche Erdöl.......5 Gelsenkirchener.......8 Harpener..........0 Hoesch Eisen.........6 fllie Bergbau.......10 Ilse Bergbau Genüsse..... Klöcknerwerke . ......6 ManneSmann-Röhre» .... 6 ManSseldcr Bergbau.....0 Oberschles. Kokswcrke .... 8 Phönix Bergbau......4'/, Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl........ 6 14 14,25 36 89 53,5 18,5 75 18,5 127 32,5 66,5 77,5 43,5 65 66 68,5 129,75 90,25 71,5 33 63 45 18 182 52,75 13,75 89,5 53,5 18,75 75 18,75 127,75 31,75 78,25 44,75 64,25 129 90 70,5 33 63 17,25 179,5 51 14 22,4 14,25 37,25 88,75 53,5 75 61,75 127,5 32,5 67,5 77,65 44 65 65,75 68,25 129,75 90,5 31,5 70 33 62,75 29 125,5 25,25 43,9 13,75 34,13 17,75 181 51,75 13,65 22,5 14,25 38 89,5 53,5 75 61,75 128,25 31,75 66,5 78,5 43,5 64,9 64,5 68,75 129,9 31,9 70,75 32,25 63 29,13 125 88 24 43,75 14,75 35,25 17,25 180 51,25 tRiebed Montan...... Vereinigte Stahlwerks .... 0 Otavi Minen....... 0 Kaliwerke Aschersleben ... 6 Kaliwerke Westeregeln ... 6 Kaliwerke Salzdetfurth ... 9 I. G. Farben-Jndustrie ... 7 Scheideanstalt.......10 Goldschmidt.........0 Rütgerswerke........0 Melallgesellschaft.......0 Philipp Holzmann......C Zementwerk Heidelberg. ... 4 Cementlverk Karlstadt.....C Watch & Freytag......0 Schultheis Patzenhoscr ... 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) 0 Bcmberg......... 0 Zcllstosf Waldhof..... 0 Zellstoss Aschaffenburg ... 0 Dessauer GaS........7 Daimler Motoren......0 Deutsche LinoleuM.....0 Orenstein & Koppel.....0 Leonhard Tietz.......6 Svenska......... o Chade............ Frankfurter Maschinen . . . . o Grttzncr..........o Matnkraftwerke Höchst a.M.. . 4 Süddeutscher Zucker.....8 15,75 14 95 101 172 87,9 135 23,4 35,75 44 38 46,75 39,25 32 15,75 38 42 170-5 18?5 54,5 109 15 14 95 101 171,5 87,75 135 23,5 35,75 31 44,75 43,25 4 47,25 40 32 15,75 37,5 41 167 109 15,9 14 97 101,5 173 87,9 23,9 35,5 32,75 44,5 5 54 46,25 38,9 31,25 23,25 86,75 15,65 38,13 28,75 41,25 170 20 108,5 15,75 14 97 103 172,65 87,9 24,25 36 31,9 44,25 4 55 47,5 41 31,5 22 85 16,13 37,75 27 41,4 166 18 Berlin, 25-August Amerikanische Noten....... Belgische Noten......... Dänische Noten......... Englische Noten......... Franzöfische Noten........ Holländische Noten........ Italienische Noten....... Norwegische Noten........ Deutsch-Oesterreich, 1100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten......... Spanische Noten......... Ungarische Noten........ Gelb 4,20 58,25 77,39 14,52 16,46 169,36 21,56 72,80 2,49 74,55 81,60 33,68 Brief 4,22 58,49 77,71 14,58 ■ 16,52 170,04 21,64 73,10 2JT 74,85 81,92 38,82 s*’19. 6ie6‘.fA $i<5d uBtvigsP^ U-E"" ■ Wc (Bon unserer Dieder einmal tags au! l ös ung Koalition s b e f? lejn Man oll schaufelen § n als ozr allsten, -er Sozi al d emo wo die absolu te weltauschaulrc scheu den Parteien festgestellt werden, tagszusammenttmer gierungskoali Die Regierung Pc samten Reichstags diesen Reichstag r den vorigen t Getragen vom Dert der seinerseits von deutschen Volkes ge Regierung daran c gramm zu verwii Woche noch verkünd' Wie aber liegen lichen Möglichk gegen den Reichsta Haupt der Deichsta ihm die Regierung sein Vertrauen od in der Lage ist? 31 nochmalige A tags ist sehr t jedoch allein der Reichstagsauflösun Die Dersassungsr Frage nicht vollkon tritt den Standpui bestimmung, welche trauen des Reichst-, tanger und Reich Mißtrauensvotums würde, wenn eine seiner Entscheidung Verfassungsrechtler, gesahr von einem „übergi sprechen. 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