Ur.irzSvübauSsabe (82. Jahrgang Dienstag, 26. Juli 1952 (Er|d)etni tögltd), außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Üernsprechanschlüsse unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrmk und Verlag: vrühl'sche Univer^lütr-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlstraste 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummcr bi» zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» Klameanzeigcn von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. 'will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschcin und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Bieben. Sie Mchsregiemng vor dem lleberwachungsausschuß. Das Kabinett billigt dem Ausschuß nicht das Recht auf Aufhebung der Notverordnungen zu Berlin, 25. Juli. (VDZ.) Zu der Sitzung des Lleberwachungsausschusses des Reichstages waren die Vertreter der Deutschnationalen, Rationalsoziolisten, der Deutschen Volkspartei und des Landvolts wieder nicht erschienen, ebenso nicht die Wirtschaftsportei. Dagegen nahm Abgeordneter v. Lindeimer-Wildau (Kons.) an der Sitzung wieder teil. Mit Reichskanzler v. Pa Pen, Reichswehrminister v. Schleicher und Reichsinnenminister v. Gayl. deren Anwesenheit der Ausschuh gewünscht hotte, erschien ein großer Stab von Ministerialbeamten, insbesondere die Sachrefcrenten der Ministerien für die einzelnen vom Ausschuß zu behandelnden Materien. Auch der Reichsrat war sehr zahlreich vertreten. Für dos Rcichstagsprösidium wohnte Dizepräsident v. Kardorfs der Sitzung bei. Auf der Tagesordnung standen zunächst die Anträge zu den Rotverordnungen vom 20. Juli 1932 über dw Einsetzung eines Reichskommissars in Preußen und über den Ausnahmezustand. Abgeordneter Dr. D r e i t s ch c i d (Soz.) vertrat die Rechtsauffassung, daß die Reichsregierung nach Artikel 48 verpflichtet gewesen sei, dem Reichstag von den gegen Preußen gerichteten Maßnahmen amtlich und unverzüglich Kenntnis zu geben. Die Voraussetzung für das Ausschalten, nämlich die Pflichtverletzung der Landesregierung, sei nicht gegeben. Ganz abwegig sei aber, der früheren preußischen Regierung eine Verbundenheit mit den Kommunisten zu unterstellen. Abg. Dr. W e g m a n n (Z.) erklärte, die notwendige Voraussetzung der Preußenaktion, daß die preußische Regierung sich einer Pflichtverletzung schuldig gemacht habe, sei bisher von der Regierung noch nicht mit Material belegt worden. Wenn tatsächlich nachgewiesen werden könne, daß hohe Funktionäre der preußischen Staatsregierung mit den Kommunisten in Verbindung gestanden hätten, um politische Komplotte zu schmieden, dann wäre das Zentrum die erste Partei, die eine sofortige Abberufung solcher Leute verlange. Der Redner bedauerte dann, daß durch die militärischen Zwongs- niaßnahmen und die durch Militär vorgenommenen Verhaftungen das Ansehen der Reichswehr gelitten habe. Die Aushebung des SA.-Derbotes habe verheerend für die öffentliche Ruhe und Sicherheit gewirkt, die Reichsregierung möge den Akut haben, ihren Irrtum einzusehen und die Maßnahmen rückgängig zu machen. Nachdem Reichskanzler v. Pap en auf verschiedene Bemerkungen der Vorredner kurz geantwortet hatte, erklärte Reichsminister des Innern Freiherr von Garst: Der Ausschuß für die Wahrung der Rechte der Volksvertretung ist weder ein Organ des aufgelösten Reichstages, noch ein Organ des künftigen Reichstages, sondern ein selbständiges, von der Verfassung eingesetztes Zwischenorgan zwischen zwei Wahlperioden. Er tritt keinesfalls als eine Art Ersatzreichstag an die Stelle des aufgelösten Reichstages. Er ist nach Art. 35 RV. zur Wahrung der Rechte der Volksvertretung gegenüber der Reichsregierung berufen, nicht etwa zur Wahrnehmung" dieser Rechte. Seine Hauptaufgabe ist also die Abwehr e t w a i g e r E l n g r i f f e der Reichsregierunq in die Rechte der Volksvertretung. In Erfüllung dieser Ausgabe kann der Ausschuß Beschlüsse des künftigen Reichstages vorberaten und vorbereiten, Feststellungen treffen und Erklärungen abgeben. Ein A n - teil n n der vollziehenden Gewalt steht ihm nicht zu, ebensowenig etwa eine Aufsicht über die R e i ch s r e g ierung. Letztere ist i h m n i ch t v e r a n t w o r t l i ch Maßnahmen des Reichspräsidenten nach Art. 4b Jt-ö., von denen der Reichspräsident dem Reichstage unverzüglich Kenntnis zu geben hat, werden dem Zwischenausschuß nicht zur Kenntnis gebracht. Der Zwischenausschuß hat auch nicht das R e ch t, die A u ß c r k r a f k s e tz u n g von Maßnahmen des Reichspräsidenten oder von Maßnahmen der Landesregierung zu verlangen. Dies alles ist langjährige Staatspraxis und von der Staatsrechtswissenschaft grundsätzlich anerkannt. Die Reichsrcgierung steht mit dieser Stellungnahme grundsätzlich auf demselben Boden wie die früheren 'Reichsregierungen. Abg. Er sing (Z.) bedauerte, daß die Reichsregierung eine sachliche Beratung hier ablehne. Weite Kreise des friedliebenden deutschen Volkes hätten erwartet, von dem Reichskanzler zu hören, welche Maßnahmen er ergreifen wolle, um die Bürgerkrieosmethoden der Rechten und der Linken zu verhindern. Werde die Reichswehr auch gegen die Rationalsozialisten vorgehen, wenn die Rationalsozialisten, wie sie immer wieder andeuten, sich eines Tages m i t G e w a l r inDesih der Macht zu sehen versuchen wollten? (Reichswehrminister v. Schleicher ruft: Selbstverständlich!) Cs sei ein ganz unmöglicher Zustand, daß auf Grund unkontrollierbarer Zeitungsmeldungen Männer verhaftet und Parteihäuser besetzt würden. Reichskanzler v. Papen wiederholte, daß die Rcichsreoierung jede Ausschreitung gleichgültig? von welcher Seite sie komme, verurteile. Im übrigen sei es Sache der Länderregierungen, Ausschreitungen zu verhindern. Die Reichsregicrung Hobe jedenfalls alle Anordnungen getroffen, um die Wa hlfrei-> h e i t nach jeder Richtung hin zu sichern. HeichSwehrminister v. Schleicher brachte sein Bedauern darüber zum Ausdruck, daß die Reichswehr in die Ereignisse der letzten Tage hineingezogen werden mußte. Besonders General v. R u n d st e d t bedauere dies. Wenn aber einmal derartige Maßnahmen notwendig gewesen seien, dann .seien unter Umständen scharfe Maßnah m en nicht zu vermeiden. Bei Zeitungsverboten sei Generalv. Rund» stedt stets besonders zurückhaltend. Bezüglich der Schuhhaftfälle werde das Material der zuständigen gerichtlichen Stelle überwiesen werden und damit dem Bereich der Militärgewalt entzogen. Mit aller Deutlichkeit erklärte der Reichswehrminister, daß es die Wehrmacht niemals zulassen werde, mit irgend jemand, wer auch immer cs sei, die ihr zugewiesenen ver- fassungsmäßigenRechte zu teilen, und gegen diejenigen vorgehen werde, die sich ähnliche Funktionen anmaßen sollten. Darauf wurde bei Stimmenthaltung des Zentrums einstimmig der sozial- demokratsche Eintrag angeommen, wonach der Ausschuß von der Reichsregierung verlangt, die Rotverordnungen vom 20. Juli 1932 betreffend Einsetzung eines Reichskommissars für das Land Preußen sowie Verhängung des Ausnahmezustandes für Groß-Berlin und die Provinz Brandenburg außer Kraft zu sehen. Abg. von Lindeiner-Wildau (Kons.) war bei der Abstimmung nicht mehr anwesend. Der Zentrumsantrag, der die Aufhebung dieser beiden Rotverordnungen verlangt, wurde gleichfalls einstimmig angenommen. Bei Stimmenthaltung der Zentrumsabgeordneten wurde ferner ein sozialdemokratischer Antrag angenommen, wonach von der Reichsregierung verlangt wird, die Rotverordnungen vom 28. Juni und 14. Juni 1932 gegen politische Ausschreitungen außer Kraft zu sehen. Einstimmig angenommen wurde auch ein Zentrumsantrag, der die Reichsregierung ersucht, angesichts der zunehmenden Verrohung und Verwilderung des politischen Kampfes die Wahlfreiheit für die am 31. Juli 1932 anstehende Reichstagswahl unbedingt und nach jeder Richtung zu sichern. Um das zu erreichen, wird die Reichsregierung insbesondere aufgefordert, sofort ein allgemeines Verbot für Parteiunisormen zu erlassen, eventuell für den Wahltag selbst und den Tag vor dem Wahltage. Angenommen wurden Anträge der SPD. und KPD., die Notverordnung über Maßnahmen zur Erhaltung der Arbeitslosenhilfe und der Sozialversicherung außer Kraft zu setzen, ebenso ein Zentrumsantrag, die in der Notverordnung enthaltenen schweren Härten und sozialen Ungerechtigkeiten sofort zu beseitigen und das von der Regierung Brüning fertig vorbereitete große Siedlu'ngsprogramm unverzüglich durchzufü- rcn. Oer Mörder des französischen Präsidenten vor seinen Richtern. Oer Gorguloff-Prozeß ein sensationelles Ereignis in Paris. Paris, 25. Juli. (TA.) Vor dem Pariser Justizpalast, in dem in den nächsten drei Tagen über das Schicksal des Präsidentenmörders G o r- g u l o w entschieden wird, hatte schon um 4 Ahr morgens sich eine endlose Kette von neugierigen eingesunden. Ein starkes Polizeiaufgebot sorgte für Ruhe und Ordnung. Da nur 50 Plätze im Zuhörerraum für das Publikum frei sind, bot sich den Arbeitslosen ein lohnendes Geschäft, indem sie ihre Plätze für 100 und mehr Franken verkauften. Dor dem Iustizpalast und auf den breiten Fluren stehen Soldaten der Republikanischen Garde. Jeder Ein- Der russische Emigrant Paul Gorgulosf, der am 6. Mai den französischen Staatspräsidenten Doumer bei der Eröffnung einer Aus- stcllung tötete, steht jetzt in Paris vor seinen Richtern. tretende Wird auf Herz und Vieren geprüft. Gegen 11 Ahr begann sich der Saal langsam zu füllen. Aeber 100 Berichterstatter aus aller Herren Länder sind zugegen. Kurz vor 12 Ahr betrat der Angeklagte Gor- gulow zwischen zwei Polizeibeamten den Saal und nahm auf der Anklagebank Platz. Er ist ein Hüne, dessen ausfällige Ruhe im lebhafteni Gegensatz zur Rervosität der Zuschauer steht. Punkt 12 Ahr verkündete der Gerichtsdiener de n C i n - tritt des Gerichtshofes. Der Dorschende. Gerichtspräsident D r e y f u tz , ein 70jahriger Mann mit langem weitzen Bart und im roten Samttalar betrat als erster den Saal, gefolgt vom Generalstaatsanwalt Donnat Guige und den Bel- sihern. Mit tiefer, klarer Stimme erklärte der Vorsitzende die Verhandlung für eröffnet. Aus der Vernehmung des Angeklagten, die sich zunächst auf sein Vorleben bezieht, geht hervor, daß Gorgulosf in Rußland in der Tschechoslowakei und schließlich in Frankreich dr e i - mal verheiratet gewesen ist, ohne jedoch gegen die ersten Frauen die Scheidungsklage e.n- qereicht zu haben. Zwischendurch lebte er nut einer älteren Frau zusammen, deren Vermögen er jur seine „schriftstellerischen" Arbeiten vergeudete. Auf alle ihm in der Anklageschrift gemachten Vorwurfe über sein Vorleben hat der Angeklagte nur immer die Antwort, daß es sich um b ö s w i 11 i g e D e r- leumdungen kommunistischer Kreise handele. die auf ihn wütend seien, weil er sich der kommu nistischen Bewegung nicht angeschlossen habe. Der Vorsitzende bemühte sich vergeblich, die Tendenz der sogenannten „Grünen Parte i", die Gorgu- loff gegründet hatte, klarzustellen. Der Vorsitzende wies darauf hin, daß Gorgulosf die Absicht gehabt habe, den „Hitlerschen Truppen" beizutreten. Der Angeklagte wies diese Unterstellung jedoch auf das Schärfste zurück und bezeichnete sie ebenfalls als eine Verleumdung von feiten feiner politischen Gegner. Schließlich kam der Vorsitzende auf das eigentliche Verbrechen, den Mord am franzö- si'schen Staatspräsidenten zu sprechen. Er wies nach, daß Gorgulosf den Vorabend des Mordes mit einer Straßenbekanntschaft in einem Hotel verbracht hatte und daß er die Nacht dazu benutzte, feine zu einer traurigen Berühmtheit gelangten „Erinnerungen des Dr. Paul Gorgu- loff, der den französischen Staatspräsidenten ermordete", zu schreiben. Am folgenden Morgen trank er in einer Bar sieben Glas Wein und eine Flasche Kognak und begab sich dann in das Aus- ft e 11 u n g 5 g e b ä u t) e , wo sich kurze Zeit später das Drama abfpielte. Als Gorgulow sagte: „Ich habe zunächst gezögert. den Staatspräsidenten zu töten", antwortet ihm der Vorsitzende: „Sie hatten aber vorher Ihren Revolver ausprobiert und außerdem vorsichtshalber einen zweiten z u sich genommen. Sie wußten, daß der Staatspräsident ein alter Herr war, der seinem Vaterland bereits vier Söhne im Kriege geopfert hatte." hieraus erwiderte Gorgulow: „Ich habe nicht Herrn Doumer gelötet, sondern den Präsidenten der Republik, von dem ich wußte, daß er die Politik des Londes leitete." Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er allein gehandelt habe, erklärte der Angeklagte, daß er schon deshalb keine Helfershelfer gehabt haben könne, weil er ständig von Verrätern umgeben gewesen sei. Der Vorsitzende erklärt, ein Kosak namens Lazar e w habe in der Voruntersuchung ausgesagt, daß Gorgulosf ein Agent der Tscheka gewesen fei, und daß er von Gorgulosf, der damals den Ramen Mongoll geführt habe, mißhandelt worden sei. Gorgulosf: „Das ist gelogen!" La- zarew sei ein Spitzel, ein Agent der Monarchisten. Er sei Idealist. Er wolle seine Seele nicht verkaufen. Er fühle, daß sein Leben beendet fei. Er wolle auch nicht mehr weiterleben. Auf seine Flucht aus Ruhland hingewiesen, erklärt der Angeklagte: „Jawohl, ich habe die Grenze während einer Rächt überschritten. Die Rotgardisten haben auch auf mich geschossen, mich aber nicht getroffen. Ich bin dann nach Warschau gegangen, und habe dort mit russischen Demokraten verkehrt. Ich habe in Polen meine Studien fortgesetzt." Aus die Vorhaltungen, daß in Prag ver- schiedene Frauen Klagen gegen ihn eingeleitet hätten, weil er sie unter dem Vorwand das Geld für eine Operation zu brauchen, um lhr Vermögen gebracht habe, rief Gorgulosf: Das ist einmonarchistisches^omplott. Alles ist gegen mich verschworen." Der Angeklagte versucht bann, mit einem Manuskript m der Hand, eine Rede an das Publikum zu halten, wird aber schon bei den Worten: „Höre mir zu, Frankreich!" vom Vorsitzenden unterbrochen. Gorgulosf erzählt dann, er habe d i e „G r ü n e P a r- tei" mit 30 Anhängern gegründet, alle 30 ober habe er ausschlietzen müssen, weil sie i h n sämtlich verraten hätten. Weiter berichtet er über sein Leben in Frankreich und seine vierte Ehe mit einer Schweizerin, die ihm 40 000 Francs Mitgift brachte. Einen Teil dieses Vermögens, 10000, Francs, gibt er zu. im Kasino von Monte Earlo verspielt zu haben. Keine Koalttionsvereinbarungen in Hessen. DicNLTAP. hält an >ßrem Programm fest Darmstadt, 25. Iutl. (IDSH.) Das Amtsver- fünbigungsblaft des Gaues Hessen der NSDAP, teilt unter der Ueberfchrift „koalitionvinärchen" u. a. mit: In der letzten Zeit sind in einem Teil der Presse Mitteilungen veröffentlicht worden, die den Eindruck erwecken wollen, als stehe die vildung einer Koalitionsregierung der NSDAP, und der Zentrumspartei in heffen bevor. Diese Nachrichten find nicht etwa nur „verfrüht", sondern sind in vollem Umfange falsch. Zwischen den genannten Parteien sind keinerlei Vereinbarungen über die künftige Regierungsbildung getroffen worden. Insbesondere hält die NSDAP, nach wie vor an dem Grundsatz ihres 12-Punkte-pro- g r a m m 6 fest, daß heffen in Zukunft nur von einem einjigen Minister, dem nationalsozialistischen Staatspräfidenlen, regiert werden soll. Damit sind die Kombinationen über die angebliche Reffortoerteilung hinfällig. Die politische Situation in Hessen ist unverändert die, daß es bei der Zentrumspartei liegt, durch ihr Verhalten bei der Staatspräfidentenwalst zu ermöglichen, daß Hessen in Zukunft der anti- marxislifchen, nationalen Regierung des allgemein geachteten und geschätzten derzeitigen Landtagspräsidenten Dr. Werner anvertraut werde. Die hessische Regierung zum Ergebnis der £äni)erfon,eren$. Adelungs Bedenken noch immer nicht behoben. Darmstadt, 25. Juli. (WER.) Dos Organ der hessischen Staatsreaierung, die .,D arm- städtcr Zeitung" schreibt zur Stuttgarter Länderkonferenz u. a.: ..Die Worte der amtlichen Verlautbarung „mit Befriedigung" und „darin einig" könnten die Meinung aufkommen lassen, als hätten die Maßnahmen der Reichsregierung die Billigung der Länderminister gesunden. Man muß allerdings als klar und eindeutig aus der amtlichen Verlautbarung die Erklärungen der Reichsregierung registrieren: daß sic „die Rechte der Länder in keiner Weise an tast en wolle", daß der „Reichslommissar in Preußen nur eine vorübergehende Maßnahme darstelle", daß „die Reichstagswahlen programmäßig am 31. Juli st a 11 s i n d c n". und ferner, „daß die Reichsregierung hoffe, den Ausnahmezustand in Berlin und Brandenburg in den nächsten Tagen oufheben zu können" Aber es ist sicher abwegig, anzunehmen, daß diese Erklärungen die Bedenken der Länder behoben hätten. Man dars eher annehmen, daß sämtliche Länderregierungen (mit Ausnahme der von Rationalsozialisten besetzten) nicht den geringsten Zweifel gelassen haben, daß sie das Vorgehen dec Reichsregierung gegen Preußen als einen ungc - meinschwerenCingrisfindie verfassungs- mäßigen Rechte der Länder betrachten, der geeignet ist, die notwendige Autorität der Länderregierungen auf das schwerste zu gefährden. Hindenburg wird dieMinisterpräsidenten empfangen WSR. D a r m st a d t, 25. Juli. Der h e s s i - iche Staatspräsident hatte in feinem Schreiben an den Reichskanzler, das auch dem Reichspräsidenten zuging, den Wunsch geäußert. der Reichspräsident möge ihn demnächst empfangen, damit er die Besorgnis Hessens zu den Berliner Vorgängen persönlich vorbringen könne. Der Reichspräsident hat den hessischen Staatspräsidenten jedoch gebeten, voneinem Besuch in Reudeck jetzt abzusehen. Er werde vom 9. bis 12. August voraussichtlich in Berlin sein und behalte sich vor. die Staats- und Ministerpräfidenten der Länder dann in Berlin zu empfangen. Heute Aufhebung des Ausnahmezustandes in Berlin. V e r l i n , 26. Juli. (LRB.) wie wir erfahren, ist die Aufhebung des Ausnahmezustandes nunmehr bc stimmt für den heutigen Dienstag zu erwarten. Ls bestätigt sich, daß das Reichskabinett gestern beschlossen Hot, dem Reichspräsidenten einen entsprechenden Vorschlag zu machen. Teilnahme von preußischen Beamten an der NSDAP. Berlin, 25. Juli. (WTB.) Der kommissarische preußische Minister des Innern hat dem preußischen Staatsminisleriv.m eine Vorlage gemacht, Oie Entscheidung des Staatsgen'chtshofs Oie Anträge der vormaligen preußischen Regierung auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung gegen den ReichSkommiffar werden abgelehnt. Leipzig. 25. Juli. (IDIB.) 3n der Strdtfadje zwischen dem Lande Preußen und dem Deutschen Reich verkündete, wie schon kur; gemeldet, der Vorsitzende des Staatsgerichtshofes für das Deutsche Reich als Entscheidung, daß die Anträge aus Erl ah einer ein st welligen Verfügung abgewiesen werden. Zur Begründung führte der Vorsitzende u. a. aus: Daß der Staatsgerichtshof g r u n d s ä tz l i ch für sich die Befugnis in Anspruch nimmt, im Laufe eines Verfahrens vorläufige Anordnungen zu treffen, ist wiederholt ausgesprochen worden, lieber die Anträge auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung kann der Staatsgerichtshof aber nur dann entscheiden, wenn und insoweit er für die Streitigkeiten, um die es sich bei dem Verfahren in der Hauptsache handelt, zuständig ist. Diese Frage der Zuständigkeit für die Hauptsache ist von Amts wegen zu prüfen. Der Staatsgerichtshof habe die Auffassung vertreten, daß eine einstweilige Verfügung d i e endgültige Entscheidung nicht vorwegnehmen darf, daß sie insbesondere nicht auf der Grundlage ergehen kann, daß der Staatsgerichtshof sich den Rechtsstaildpunkt des einen oder des anderen streitenden Teiles zu eigen macht. Das Ziel einer solchen vorübergehenden Regelung sei, ein möglichst vereinfachtes, reibungsloses, die Belange beider Teile schonendes Verhältnis ihrer wechselseitigen Beziehungen biszur Endentscheidung herbeizu- . führen. Angesichts dieses Zweckes einer einstweiligen Verfügung erscheint es nicht angängig, die von Preußen begehrte Verfügung entsprechend dem in der mündlichen Verhandlung neu formulierten Anträge zu erlassen. Dieser Anträge bezwecke, die Regierun^gewalt in Preußen solle vorläufig zwischen den Reichskommissaren und den bisherigen Ministern geteilt werden. Das gehe mit besonderer Klarheit aus der Ziffer 3 hervor, die die Vertretung Preußens im Reichsrat den jetzt klagenden Ministern belassen wissen will. Ebenso habe Ziffer 4 des Antrages wohl den Sinn, daß Beamtenernennungen und -absetzungen nicht nur dem Reichskommissar^ entzogen, sondern auch den früheren Ministern belassen bleiben sollen. Diese Regelung sei nicht geeignet, die von den Antragstellern beklagten Reibungen und Schwierigkeiten zu verringern, vielmehr sei sie in besonderem Matze geeignet. Verwirrung im Staatsleben herbeizuführen. Irgendeinen Weg, um den von den Antragstellern vorgebrachten Beschwerden abzuhelfen, vermag der Staatsgerichtshof nicht zu sehen. Die Anträge des Zentrums und der SPD. laufen darauf hinaus, die Anordnungen der Verordnung vom 20. 3uli in ihrem wesentlichen Teil zu lähmen. Der Reichskommissar soll sich nach dem Anträge jeder Tätigkeit enthalten. Einen soweit gefaßten Antrag im Wege ber einstweiligen Verfügung anzunehmen, würde aber gleichbedeutend sein mit einer Entscheidung in der Hauptsache. Gerade weil der Staatsgerichtshof sich außerstande gesehen hat, dem Verlangen einer vorläufigen Regelung zu entsprechen. legt er besonderes Gewicht darauf, daß das Verfahren in der Hauptsache mitmöglich st er Beschleunigung durchgeführt wird und vertraut darauf, daß das nötige Material ihm mit der Beschleunigung zugeleitet wird, die der Sachlage entspricht. wonach der Beschluß des preußischen Slaalsmlnisieriums vom 25. Juni 1930 insoweit aufgehoben wird, als er die Teilnahme von Beamten an der RS DAP. verbietet. Dr. Bracht hat. wie wir weiter erfahren, die Aufhebung der Immunität des Landrates hansmann beantragt, gegen den ein verfahren wegen Beschimpfung der alten Armee eingeleitet werden soll. Landrot hansmar.n war. wie erinnerlich, seiner Zeit Mittelpunkt einer heftigen Auseinandersetzung in der Oessentlichkeit, in der ihm der Vorwurf gemacht wurde, daß er in einer öffentlichen Wahlrede herabwürdigende Aeußerungen über die alte Armee getan habe. Kommunistische Vorbereitungen zum Vürgerkrieg. Eine Dienstanweisung des Rot-Front» tämpfcrbundes. Darmstadt, 25. Juli. (WSN.) Von der (Bauleitung der hessischen NSDAP, wird ein ge Heini es Rundschreiben des hessischen Landeskriminalpolizeiamts vom 27. Oktober 1931 veröffentlicht, das den Rotfrontkämpferbund betrifft. In diesem Rundschreiben heißt es am Eingang: Von dem verbotenen Rot- Frontkämpferbund werden in letzter Zeit energische Versuche unternommen, die illegale Organisation zu beleben und neu aufzubauen. Nach einem vertraulichen Bericht über eine anfangs September 1931 in Braunschweig ftattgefunbene Gaukonferenz gelte es, den RFB. und Jungfront nunmehr auf den akut-revo- lutionären Kurs einzu st eilen, also alle Maßnahmen zu treffen, die für den bewaffneten Aufstand erforderlich seien. Der Funktionärstab soll genau überprüft und nursolche G e- nassen auf ihren Posten belassen werden, die gewillt seien, die Anordnungen der Leitung restlos duchzuführen. In allen Bürgerkriegen sei die wichtigste Aufgabe sowohl in der Vorbereitungszeit wie auch im offenen Kampf den Terrorgruppen beizumessen. Vorwiegend müßten für diese Gruppen junge unverheiratete Leute (Rote Jungfront) gewonnen werden, da diese unabhängiger und auch zuverlässiger wären. Die aufzunehmenden Leute seien einer scharfen Prüfung zu unterziehen. Außerdem seien sie zunächst mit den schwierigsten Probeaufgaben $u betrauen, die größte Anforderungen an Diut und Unerschrockenheit fteUem Die Mitglieder der Terrorgruppen sollen sich von allen andern Parteiveranstaltungen fernhalten, damit sie der Polizei gegenüber als harmlose Leute erscheinen. Bei einer am 12. und 13. September v. I. in Hagen in Westfalen ausgehobenen Funktionarkon- serenz des Untergaues Hagen wurde u. a. ein Schreiben beschlagnahmt, aus dem hervorgeht, daß der RFB. in feiner neuen Form mit Wissen und mit aktiver Hilfe der KPD. und deren Bezirksleitung aufgebaut wird. Die Bezirksleitung Niederrhein der KPD. hat nach dem Schreiben gemeinsam mit der Gauführung des RFB. beschlossen, daß zum Zwecke des Neuaufbaues des RFB. zunächst mit der Polleitern, also mit Vorsitzenden der Organisationseinheiten der KPD.. Fühlung genommen werden soll und daß die Polleiter die Gauführung des RFB. bei dem Ausbau der neuen Organisation unter- stützen sollen. Bei ber gleichen Gelegenheit wurde eine Dienstanweisung des Nachrichtendienstleiters des RFB. Gau Niederrhein vorgefunden, in t*er der Aufbau der Organisation näher beschrieben ist. Ein besonderer Abschnitt betrifft das Spitzel- und Provokateurwesen. Für den Fall einer militärischen Beteiligung Deutschlands an einem Interventionskriege gegen Rußland werden zahlreiche Anweisungen für Sabotageakte bei der Reichswehr, bei dem Nachschub und Transportwesen aufgezählt. Strafanzeige gegen Encke und Breuer. D e r l i n, 25. Juli. (TU.) Zu den FäNen Encke und Breuer wird von zuständiger Stelle mit- Reue Rechtsliteratur. — Otto Eger, o. Professor der Rechte an der Universität Gießen, Das Recht der deutschen Kartelle. Eine einführende Gesamtdarstellung mit den Texten der einschlägigen Verordnungen. Berlin, 1932. Verlag von Georg Stille. VIII + 193 Seiten. Preis geh. 5,— Mark, geb. 6,— Mark. — Wohl jedem, der sich auf dem neuen und wichtigen, aber schwierigen Gebiete des Wirtschaftsrechtes auf dem Laufenden zu halten bemüht ist, find noch die trefflichen Ausführungen im Gedächtnis, mit welchem Professor Eger in der Reichsgerichtsfestschrift (Berlin-Leipzig 1929, Bd. IV S. 231 ff.) die Stellung des Reichsgerichts zum Recht der Kartelle beleuchtet hat. Wie auf den anderen Gebieten des Wirtschaftsrechts, drängt auch im Kartellrecht die Entwicklung ungestüm vorwärts, und nur derjenige wird im Stande fein, die sich hier ergebenden zahlreichen, meist wirtschaftlich sehr einschneidenden Fälle richtig zu entscheiden, der einesteils einen Ueberblitf über den neuesten Stand des Kartellrechts in feiner Gesamtheit hat, wie auch Rechtslehre und Rechtsprechung zu den Einzelfragen kennt. Gerade unter diesem Gesichtspunkt ist es nicht zu viel behauptet, wenn der Verfasser im Vorwort des angezeigten Werkes von einer Lücke des kartellrechtlichen Schrifttums spricht, die auszusül- len er sich zum Ziele gesetzt hat. Es ist ihm aber auch wirklich gelungen, diese Lücke auszufüllen und somit einem wirklichen Bedürfnis der Rechtslehre und Praxis nachzukommen. Das Verdienst der Darstellung sehen wir hauptsächlich darin, daß sie einesteils in klarer und übersichtlicher Systematik ein Bild vom Gesamtaufbau des deutschen Kartellrechts vermitelt, und zwar nach dem neuesten Stand der Gesetzgebung und Rechtsprechung — so sind z. B. noch die einschlägigen Vorschriften der Notverordnung vom 8. Dezember 1931 hineinverarbeitet —, daß sie andererseits aber auch durch sorgfältige Angaben über Schrifttum (vielleicht darf noch hingewiesen werden auf Adolf Graß, Die Kartellgerichtsbarkeit sMünchener jur. Diss. 1928s in Annalen des Deutschen Reichs 1927/28, S. 169 ff. Wolfgang Stresemann, Die Rechtsprechung des Kartellgerichts sErl. jur. Diss. 1929), Dillingen 1929, und Walter Schmitt, Der Einfluß der Kartell-Verordnung auf das allgemeine Gesellschaftsrecht Würzburger jur. Diss. 1930), Würzburg 1930) und über die Rechtsprechung des Kartellgerichts, des Reichsgerichts und auberer hoher Gerichte jeder- zeit eine Vertiefung in Einzelfragen ermöglicht. Wir haben allerdings den Eindruck, daß der Theo- geteilt, daß der Militärbcfehlshaber gegen die beiden Festgenommenen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet hat. Die Behandlung der Angelegenheit liege jetzt also bei den ordentlichen Gerichten, das heißt im Falle Encke beim Landgericht II, im Falle Breuer beim Reichsgericht. Polizeimajor Encke wird beschuldigt, sich den Anordnungen des Inhabers der vollziehenden Gewalt widersetzt zu haben. Er wird auf Grund der Verordnung des Reichs- präsidenten über den Ausnahmezustand abgeurteilt werden. Das Verfahren gegen den Reichsbannerführer Breuer wird vom Oberreichsanwalt weitergcführt werden, da Breuer dringend verdächtig erscheint, sich der Vorbereitung zum Hochverrat schuldig gemacht zu haben. Abgefangener Waffentransport. Zwickau, 25.3ufi. (TA.) Wie die Polizeidirektion mitteilt, wurde am Sonntag der Geschäftsführer des Zwickauer Reichsbanne r s namens Weck wegen Waffenvergehens festgenommen und der Staatsanwaltschaft zugeführt. Weck, der aus Werdau stammt, hatte gemeinsam mit dem Stadtrat Ritter aus Reichenbach eine nächtliche Kraftwagenfahrt nach Suhl in Thüringen unternommen, um Waffen zu holen. Auf der Heimfahrt wurde der Transport abgcfangen. 3n dem Kraftwagen befanden sich 10 Pistolen und 500 Schuß Munition. Auch Stadtrat Ritter ist verhaftet worden. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm kommt in Gang. Berlin, 26. Juli. (CNB.) Die Vorbereitungen zur Durchführung des von der Reichsregierung beschloßenen Arbeitsbeschaffungsprogramms find auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft uni) des Straßenbaues in vollem Gange. Für Maßnahmen der Reichswasserftvaßenverwal- tung wurden die ersten Projekte in einem Gesamt- kostenbetrag von 3 800 000 Mark bereits bewilligt. Hierfür wurden von der Deutschen Gesell- schäft für öffentliche Arbeiten Darlehen im Gesamt- retifer ober Praktiker, der sich dieses Werk von Eger zum Studium uorgenommen hat, auch in Einzelfragen das Richtige treffen wird, zumal der Verfasser die klare und einsichtige Linie feines Systems mit Selbständigkeit gegenüber anderen Meinungen wahrt und so, wenn der Ausdruck erlaubt ist, zu richtigem kartellrechtlichem Denken erzieht. Gerade auf diesem Gebiete kommt es so sehr daraus an, ob man die richtige Einstellung dazu findet. Der offene Blick für die Notwendigkeiten der Wirtschaft — die Kartelle haben ja, wie der Verfasser S. 3, Note 1, richtig anbeutet, auch ihre guten Wirkungen — auf der anderen Seite die bewußt vertretene Einsicht in die Notwendigkeit des Schutzes der Allgemeinheit und Einzelner gegenüber Auswüchsen kartellistischer Macht find weitere Vorzüge, die Eger in Einzelproblemen zu befriedigender objektiver Jnteressenabwägung führen. Was den Inhall des Werkes angeht, so müssen wir uns hier mit wenigen Bemerkungen begnügen. Das einschneidendste Ereignis auf dem Gebiete des Kartellrechts war zweifellos der Erlaß der Verordnung gegen den Mißbrauch wirtschaftlicher Machtstellung (Kartellverordnung) vom 2. November 1923. Während vorher nur von einem volkswirtschaftlichen Begriff des Kartells gesprochen werden konnte, der natürlich auch heute noch besonders in der Abgrenzung gegenüber Konzern, Interessengemeinschaft und Trust seine Bedeutung hat (vergl. S. 4 ff.), gibt es nun einen besonderen juristischen Begriff des Kartells nach der Kartellverordnung (darüber S. 15 f. und 60 ff.). Vor der genannten Verordnung kam nur das allgemeine Recht für Kartelle in Frage. Nunmehr ist ein Sonderrecht geschaffen, allerdings ohne die allgemeinen Normen überflüssig zu machen. Diese behaupten vielmehr gerade hinsichtlich der Organisation der Kartelle nach wie vor ihre Wichtigkeit (S. 19—49). Das Sonderrecht der Kartelle stellt Eger bar auf Grund der Kartellverordnung und der kartellrechtlichen Vorschriften der Notverordnungen des Jahres 1931. Anschließend werden noch kurz die Zwangskartelle (S. 130 ff.) und die Rechtstellung des PreiLkommis- sars (S. 133) behandelt. Besonders dankenswert wird es empfunden werden, daß der Verfasser auch bie einschlägigen Normen des allgemeinen Rechts und des Kartettfonder- rechts anhangsweise beigegeben hat. Wertvolles Anschauungsmaterial bilden die Muster von Kartell- Verträgen und Satzungen in verschiedenen Rechts- formen. Ein gut gearbeitetes Sachregister erleichtert die Auswertung des außerordentlich klar und lebendig geschriebenen Werkes. i betrag von rund 3100 000 Mark und von der Ar» I beitslosenversicherung Zuschüsse in Höhe von 430 000 Mark zur Verfügung gestellt. Lei den zu fördern- den Projekten handelt es sich u. a. um neue Lose des Mittellandkanals. Des weiteren hat die Deutsche Gesellschaft für Notstandsmaßnahmen in den Ländern Preußen und Bayern im Rahmen ihres laufenden Programms neuerdings einen Betrag von rund zwei Millionen Mark bewilligt. An der Finanzierung dieser Arbeiten ist die Arbeitslosenversicherung ihrerseits mit Zuschüssen in Höhe von weiteren rund 900 000 Mark beteiligt. Auch mit diesen Beträgen werden in erste Linie Straßen- bauten, daneben auch Brückenbauten und Kanalisationsanlagen gefördert. Die Stadt Berlin hat hiervon einschließlich der Zuschüsse der Reichsanstalt einen Betrag von rund 2 025 000 Mark erhalten^ Insgesamt sind somit für zusätzliche Arbeiten von der Deutschen Gesellschaft für öffentliche' Arbeiten und der Arbeitslosenversicherung rund 6 500 000 Mark zur Verfügung gestellt worden. Aus -em Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 25. Juli. (WHP.) Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags begann seine Beratungen mit einem nationalsozialistischen Antrag, der die Regierung ersucht, unverzüglich bei der Reichsregierung dahin vorstellig zu werden, daß alsbald die allgemeine umfassende Arbeitsdienst pflicht — nicht ein freiwilliger Arbeitsdienst, der ohne praktische Wirkung bleibe — im Deutschen Reich durchgeführt werde. Der Antrag wurde gegen die Nationalsozialisten abgelehnt. — Ein kommunistischer Protestantrag gegen die Einführung der Arbeitsdienstpflicht wurde gegen die Kommunisten abgelehnt. Eine längere Debatte entspann sich über die nationalsozialistischen und kommunistischen Anträge auf Hilfe für bie Unwettergeschädigten. Die Nationalsozialisten verlangten: 1. Sofortigen Erlaß der laufenden Steuern der un« roettergefdjäbigten Landwirte; 2. in besonders gelagerten Fällen soll den Landwirten Unterstützung gewährt werden; 3. wird die Regierung Man wird dem Berfaffer zu dieser trefflichen Leistung, die wieder einmal einen schönen Beweis für die Lebensverbundenheit der deutschen Rechtswissenschaft erbringt, beglückwünschen dürfen. Die Frucht daraus wird die Praxis ziehen, wie wir hoffen, nicht nur die der Gerichte, sondern auch bie der Kartellorgane. Wir müssen aber schließlich noch daraus Hinweisen, daß wir kein anderes Werk über Kartellrecht kennen, das so geeignet wäre zur Einführung des Studierenden in diese schwierigen und interessanten Fragen. Priv.-Doz. Dr. Wohlhaupter, München. — Dr. A. Weinmann, Amtsgerichtsrat und Landgerichtsrat in Krefeld, Examen S/fu hrer durch das Strafprozeßrecht chn Hand der Rechtsprechung für Referendare und Rechts st ubenten, Gießen/Berlin, Leipzig, Verlag Emil Roth, 1932, 70 Seiten, 3,— Mark. Dieser wohlfeile Grundriß des „ Strafprozeßrechts mit Einschluß des für den Strafprozeß in Aetracht kommenden Gerichtsoerfajspnßsrechts steht auf erfreulicher Höhe. Er stelle bie wichtigsten Normen des Strafprozeßrechts, übersichtlich dar und erläutert sie durch Mitteilungen aus der Rechtsprechung. Die angezogenen.^Entscheidungen, die überwiegend aus der jüngsten Vergangenheit stammen, sind mit gutem Blick für bas Wesentliche ausgewählt. Zahlreiche Hinweise auf die Literatur, insbesondere auch auf andere Arbeiten des Verfassers, regen zu vertieftem Studium der einen oder anderen Frage an. Der junge Rechtsbeflissene, der sich, bas Gesetz in der Hand, den Inhalt des Grundrisses aufmerksam und mit Verständnis angeeignet hat, darf getrost hoffen, sein Examen zu bestehen. Zu bemerken ist noch, daß ein Nachtrag über die tief einschneidenden Neuerungen, die uns bie Notverordnung vom 14. Juni 1932 auf dem Gebiete des Strafprozeh- rcchts gebracht hat, berichtet. E. Bücher zur Tagespolitik. — Geschichte der politischen Parteien in Deutschland von Pros. D r. L. B e r g st r ä ß e r. 6. Derrn. Ausl. Verlag 3. Bensheimer, Mannheim. Pr. 3,50 Mk. — (180.) — Unvoreingenommen und unparteiisch gibt Berg- straßer einen zuDerlässigen, kurzgefaßten, aber doch gründlichen Äeberblick über die Geschichte, die Programme und Ziele aller Parteien. Die anregende. für jedermann verständliche Darstellung beginnt mit den Anfängen der Parteientwicklung und führt bis zur Gegenwart. Auch die politischen Vorgänge der allerjüngsten Zeit sind bereits behandelt. Gerade jetzt vor den Wahlen wird der ersucht, unverzüglich mit Hilfe des Freiwil» liaen Arbeitsdienstes Vorkehrungen zu treffen, um die Wiederholung dieser Schäden zu verhüten. Zur Deckung der Ausgaben sollen die Forderungen Hessens an das Reich aus der Uebertragung der Eisenbahn eingezogen werden. — Der kommunistische Antrag aing noch weiter und forderte u. a. sofortige Bereitstellung von 250000 Mark für bie geschäbigten Devölkerungskreise. — Von der Regierung würbe erklärt, daß sie, wie in früheren Fällen, weitest- gehenbentgegenkommen werde, soweit bas nach Lage des E i n z e l f a l l e s gerechtfertigt und notwendig erscheine. Die beiden Anträge wurden mit den Stimmen der Nationalsozialisten gegen bie Kommunisten für erledigt erklärt. Von ber Regierung wurden zwei Vorlagen unterbreitet, bie jeboch noch -nicht erledigt wurden, weil die Fraktionen noch beraten wollen. Einmal verlangt bie Regierung einen auf mehrere Jahre verteilten Betrag bis zur Höhe von 150 000 Mark zum Ankauf von anliegendem Gelände zur Erweiterung ber Gießener Universitätskliniken. — Zum anberen ersucht die Regierung um bie Ermächtigung zur Aufnahme eines Dar^hens von 500 000 Mk. bei der Reichsversicherungsanstalt für den Wohnungsbau. Unterzeichnung des polnisch-russischen Nichtangriffspaktes. Bukarest, 26. Juli. (WTB.) Die Unter- Zeichnung des polnisch-russischen Nichtangriffspakts ist erfolgt. Eine Einigung zwischen Rußland und Rumänien konnte nicht zustande gebracht werden, so daß die Unterzeichnung durch P o l e n a l l e i n erfolgt, wahrscheinlich bereits morgen. Es wird erklärt, daß durch diese Unterzeichnung durch Polen allein das polnisch-rumänische Bündnis nicht gefährdet werde. Außerdem hat Polen offiziell Zusicherungen gegeben, baß es mit ber Ratifizierung des polnisch-russischen Nichtangriffspaktes warten werbe, bis auch eine Einigung zwischen Rumänien und Rußland zustande tomrtien werde. Von russischer Seite wird erklärt, daß die Rchllinien der russischen Außenpolitik gegenüber Deutschland und Litauen durch diesen Vertrag nicht berührt werden. Die russische Regierung hat sich vo l l k o m m e n e F r e i» heitinder Wilnafrage vorbehalten und auch keine Garantien für d i e westliche Grenze Polens übernommen. Tonfilm: „Elisabeth von Oesterreichs. Der Film (Produktion: Gottschalk) schildert nach einem Drehbuch von Alfred Schirokauer das Leben der auf so unglückliche Weise ums Leben gekommenen Kaiserin Elisabeth von Oesterreich, ber Gemahlin Franz Josefs, ber Mutter bes Kronprinzen Rudolf. Als Leitmotiv der romanhaft- romantischen Fabel auf historischer Grundlage ergibt sich der Konflikt zwischen der ungebundenen Natürlichkeit der jungen bayerischen Prinzessin und den strengen Pflichten ihrer hohen Stellung und dem einengenden Zeremoniell am Wiener Hdse. Man erlebt, wie die Kaiserin ihrem Gemahl allmählich entfremdet wird, wie die kronprinzliche Zwangsehe sich zu der sattsam bekannten Affäre von Meyerling entwickelt, die dramatisch bas Kernstück ber Hanblung bildet. Auch eine Begegnung mit dem im Starnberger See ertrunkenen Bayernkönig Ludwig spielt flüchtig hinein: den Ausklang bildet das sinnlose Attentat des Anarchisten Luccheni, dem die Kaiserin in Genf zum Opfer fällt. Der Regisseur Adolf Trotz, her im „Rasputin" einen ergiebigeren Stoff fand und eine filmisch stärkere Inszenierung zeigte, bemüht sich mit viel Detail, mit heiterem Auftakt und eingesprengten Episoden dem Vorwurf bie besten Seiten abzugewinnen. In der Hauptrolle sieht man Lil Dagover als Elisabeth von Oesterreich: eine schöne und vornehme Erscheinung, liebenswürdig und würdevoll zugleich: sehr geeignet für diese Aufgabe. Paul Otto, gepflegt und reserviert wie immer, gibt in guter Maske den Kaiser Franz Josef. Von den übrigen Mitwirkenden sind noch Charlotte Ander (Vetsera), Maria S o l v e g (Fanny Angerer), Ekkehard Arend (Rudolf), Ida W ü ft und Ludwig Stössel zu nennen. — Der Film läuft im neuen Programm bes Lichtspielhauses. —r— Politisch interessierte Staatsbürger in diesem vorzüglichen Handbuch Auskunft über viele wichtige unb aktuelle Fragen finden. — Die Programme der politischen Parteien Deutschlands. Verlag von Korner & Sohn, Leipzig C1. Preis 1,25 Mk. (137.) — Das Heft enthält nicht eine einseitig- politische Auslegung der einzelnen Programme, diese sind vielmehr im Originalwortlaut in alphabetischer Reihenfolge wiedergegeben. Zur bevorstehenden Reichstagswahl wird mancher Staatsbürger den Wunsch hegen, sich unbeeinflußt von Kommentaren an Hand der Programme selber zu unterrichten. — Carl Rothe: Weltkrieg gegen deutsche Wirtschaft. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. Kartoniert 3 Mk. (172.) — Es ist heute, 13 3ahre nach Versailles, kein Zweifel: wir haben die Bereitschaft unserer Gegner zur Versöhnlichkeit überschätzt. Was wir zunächst als die launische Willkür ber Gegner ansahen, stellte sich im Laufe ber 3ahre als die planmäßige Fortführung des im Weltkriege begonnenen Kampfes gegen Kraft und Lebenswillen des deutschen Volkes heraus. Wo man das Militär zurückzog. setzte man die wirtschaftlichen Mittel an, mit dem festen Willen, den deutschen Konkurrenten in Politik und Wirtschaft für immer aus dem Kreise der Mächtigen auszuschalten. Mit rückhaltloser, schmerzlicher Offenheit, übersichtlich und mit umfassenden Kenntnissen hat Rothe den erschreckenden Stand des gigantischen Ringens, das uns mit unserer Wirtschaft für immer zu Boden zu werfen droht, bargelegt. Don ber Pariser Wirtschaftskonferenz von 1916, auf ber schon für bie Zeit nach bem Kriege bie möglichen wirtschaftlichen Maßnahmen gegen uns beschlossen worden sind, bis zur Zerstörung des kunstvollen Aufbaus unserer Rhein- Ruhr°3nbustrie durch bie Wegnahme ber lothringischen Eisenvorkommen, bis zur Zerreißung Oberschlesiens, bis zum Ausverkauf Deutschlanbs in ber Inflationszeit unb zur Abdrosselung ber deutsch-österreichischen Zollunionspläne: alles wirb in Rothes Darstellung entrollt als bie Etappen des qualvollsten Leidensweges, der je einem Volke beschieben war. Wenn ber lehrreiche Anschauungsunterricht, ben uns Rothes Buch erteilt, mit der Erkenntnis unserer tatsächlichen Situation enblich auch bazu führt, daß sich alle unsere Kräfte für eine einmütige und wirkungsvolle Abwehr bes gegen uns gerichteten Vernichtungskampfes zusammentun. dann hat dieses Buch seinen Sinn erfüllt. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 26. Juli 1932. *• For st Personalien. Am 1. August tritt, wie man uns mitteilt, der Förster Philipp Menges zu Forsthaus Baumgarten, Forstamt Schiffenberg, auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten in den Ruhestand. Aus diesem Anlaß spricht die Regierung dem Aus- scheidenden die Anerkennung für die dem Staate geleisteten langjährigen treuen Dienste aus. Mit ihm scheidet ein echter Forst- und Weidemann aus dem Dienst, der sich noch vollster körperlicher und geistiger Rüstigkeit und Frische erfreut. Ohne die gesetzliche^ Vorschriften über die Altersgrenze der Staatsbeamten hätte er nach menschlicher Voraussicht noch lange seine ersprießlichen und infolge der langjährigen Erfahrungen wertvollen Dienste dem Staate widmen können. Förster Menges hat es verstanden, durch seine gewissenhafte und gerechte Dienstführuna sich nicht nur die Anerkennung seiner vorgesetzten Behörden, sondern auch die Hochachtung und Wertschätzung aller Bevölkerungskreise zu erwerben. Möge es hm vergönnt sein, in seinem Geburtsort Großen-Linden, wohin er sich zurück- zuziehen gedenkt, seinen wohlverdienten, aber für ihn viel zu früh gekommenen Ruhestand mit seiner Gattin noch lange Jahre in Gesundheit und Frische verbringen zu können. *’ Opfer seines Dienstes. Der gestern früh auf dem Bahnhof in Stockheim von einer Rangierlokomotive verfahrene Lokomotivputzer Schäfer liegt heute früh in der hiesigen Chirurgischen Klinik noch in sehr ernstem Zustande darnieder. Dem bedauernswerten Manne ist bei dem Unfall ein Fuß abgefahren worden, ferner wurde ihm die rechte Hand zertrümmert und außerdem erlitt er noch einen Schädelbruch. Der Verunglückte, der sofort nach dem Unglücksfall das Bewußtsein verlor, ist bis jetzt noch besinnungslos. Er ist verheiratet und Vater von fünf Kindern. Jahresversammlung der Gesellschaft Liebig-Museum. Im Hörsaal des Liebigmuseums fanden sich am Sonntagvormittag die Mitglieder und Freunde der Gesellschaft Liebig-Museum zur Jahresversammlung ein. Der Vorsitzende, Geh. Med.°Rat Prof. Dr. Sommer, hieß die Anwesenden wlllkommen und hielt dann einen Vortrag über „Die Entwicklung des Liebig-Museums In den wahren 1924 bis 1932.“ Rach den Jnflationsjahren stand die Gesellschaft Liebig-Museum finanziell vor dem Nichts. Erft langsam begann der Aufstieg und die Neuentwicklung des Museums. Besonderes Verdienst um die Aufwärtsentwicklung hat sich Dr. Fritz Merck erworben. Daß heute die Ausgestaltung viel reicher geworden ist, zeigt ern Besuch in den einzelnen Räumen. Im „Aeltesten Laboratorium“ haben eine Anzahl Bilder von Liebigs Schülern, ferner die „Clemmecke" und ein Glaskasten mit Bildern aus der Geschichte der Chemie und Medizin Eingang gesunden. Die „Waschküche", die von Dr. Hildebrandt neu zusammengestellt wurde, enthält Vitrinen mit Literatur von Liebig über Pflanzenchemie und Landwirtschaft, ferner als Stiftungen der Familien Körner, Textor und Trapp aus Homburg, Pläne der Liebigshöhe und Bilder aus Liebigs Gießener Zeit. Im „Zimmer des Famulus" ist folgendes untergebracht: Vitrinen mit Liebig- Erinnerungen aus Gießen, Darmstadt und München, gestiftet von Familie Merck, die sich große Verdienste um das Museum erworben hat, ferner die Geschichte der Gesellschaft, Geschichte der Einweihung des Liebig-Denkmals in Darmstadt und Gießen, Erinnerungen an Liebigs Kinder und Glasscheiben vom Boden mit Inschriften. Im „Materialienzimmer" werden aufbewahrt: Pharmazeutische Schränke, Bilder, Steinsammlung vom Großvater Dr. Wasls, im „Präparantenzimmer" eine Sammlung aus der Münchener Zeit. Im „Privatlaboratorium“ befinden sich Bilder aus Heppenheim und Darmstadt, familiäre Erinnerungen, Briefe in Glasrahmen, Liebigs Apparat zur organischen Analyse, in einem kleinen Schrank die Liebig- Medaillen und alte Apparate zur Messung und Wägung, ferner eine ausgezeichnete Sammlung von Photographien und Plastiken und die Familiengeschichte. Das „Pharmazeutische Laboratorium“ dient zur Aufbewahrung eines Dioramas von der Gesolei in Düsseldorf 1925, ferner eines Modells einer Apotheke von Apotheker Was 16 in Schlitz und eine „Liebig-Fleischextrakt-Ecke". Die früheren Bilder wurden ergänzt. Die Bücherei erfuhr große Bereicherung. Um die Ordnung der Bücherei hat sich Dr. Hildebrandt besonderes Verdienst erworben. Im „Analytischen Laboratorium" ist eine Zusammenstellung von Liebigs Originalpräparaten zu sehen. Waagenzimmer und Hörsaal blieben fast unverändert. Im zweiten Teil seines Vortrages schilderte der Redner die besonderen Ereignisse der fehlen Jahre, die sich mit dem Museum verbanden. Aus Anlaß der Einweihung des Liebigs-Hauses in Darmstadt im Jahre 1928 trafen in unserer Stadt viele deutsche und ausländische Besucher ein. 1930 wurde in Bad Salzhausen ein „Liebig- Zimmer" eingerichtet, 1931 sand im Museum die Einweihung des pharmazeutischen Laboratoriums in Verbindung mit dem ersten Familientag der Blutsverwandten von Liebig statt. Unter den 18 Teilnehmern des Familientages befanden sich als direkte Rachkommer. Liebigs ein Enkel, eine Enkelin und eine Urenkelin. 2m April dieses Jahres trafen englische Aerzte hier ein und wurden durch die Gesellschaft und den deutschen Verband für psychische Hygiene empfangen. Unter Mitwirkung des Rektors der Universität und des Professors für englische Sprache, Dr. Fischer, fand ein Vortrag und eine Führung in der Nervenklinik statt. Zum Schluß sprach der Redner noch über Erwerbungen und Spenden in der letzten Zeit. Von diesen seien erwähnt: die Sammlung T h i e r s ch, die 1700 Mk- kostete, ferner die Sammlung Trapp (Quellenanalyse von Homburg), ferner eine Sammlung von 64 Originalbricfen Liebigs an Mitglieder der Familie K e k u l e. die für 250 Mk. erworben wurde, sowie eine große Zahl Einzelbriefe und Bücher. Frau Geh. Rat Merck, Darmstadt, stiftete die „Wöhler"-Medaille, Frau von Harnack ein Whisttäfelchen und Freifrau Auguste von L i e - big die Totenmaske Justus von Liebigs. Die Maske ist hervorragend in ihrer Au.führung, läßt jede einzelne Gesichtslinie deutlich erkennen und muh als einer der bedeutungsvollsten Kostbarkeiten des Museums bezeichnet werden. Als Zeichen äußerer Dankbarkeit soll, die Stifterin durch Ueberreichung der Liebig- Museums-Medaille geehrt werden. Auch dem Förderer des Liebigs-Museums, Amtsgerichtsrat 2öckel, Gießen, wurde durch den Vorsitzenden der Gesellschaft, Geh. Medizinalrat Sommer, die Liebigs-Museums-Medaille überreicht. Aus den intercf7 inten Ausführungen des Vorsitzenden war zu c. ..-en, dah das Liebigs-Museum in starkem Auswärtsstreben begriffen ist. Dah dies in erster Linie ein Verdienst des derzeitigen ersten Vorsitzenden ist, wurde in der Hauptversammlung von berufener Seite anerkannt. 3n dieser teilte der Vorsitzende mit, dah die Dhnamit-Ak- tien-Gesellschaft in Köln der Gesellschaft eine Schenkung von 500 M k. gemacht hat. Der Ankauf von 64 Originalbriefen Liebigs an Familie Kekule im Betrag von 250 Mk. wurde einstimmig genehmigt. Da das Gebäude dringend reparaturbedürftig ist, soll an die hessische Regierung eine Eingabe um Gewährung von Zuschuh gerichtet werden. Oberbaurat B e r t wurde gebeten, einen Kostenvoranschlag aufzustellen. Einer Anregung von Professor Brandt zufolge wurde beschlossen, im Benehmen mit der Medizinischen Gesellschaft in diesem Ro- vember aus Anlaß der vor hundert Jahren erfolgten Erfindung des Chloroforms zwei Vorträge halten zu lassen. Die von den Rechnungsprüfern, Amtsgerichtsrat 2öckel und Lehrer Michel, durchgesehene Rechnung des Jahres 1931 wurde genehmigt und dem Rechner Entlastung erteilt. Das Gängerbundesfest. Oer Festzug am Sonntag war ein unvergeßliches Erlebnis nicht nur für die Zugteilnehmer, sondern auch für die vielen Hunderttausende, die den cr in Brüssel ansässige deutsch-amerikanische Journalist Groß hatte dieser Tage eine Unterredung mit Professor Piccard über die Vorbereitungen zu seinem z w e i - tenStratosphärenflug, die wir im Folgenden wiedergeben. Das naturwissenschaftliche Institut in Brüssel ist ein schönes, funkelnagelneues Gebäude. An allen Ecken riecht es noch nach Lack und Firnis — wem cs aber darauf ankommt, etwas genauer durch diese Hellen und freundlichen Räume zu schnüffeln, der wird außer der Atmosphäre der Reuheit bereits etwas anderes spüren, einen leisen Geruch, den Hauch eines Geruches vielmehr, der von geheimnisvollen, eifrigen, nur dem Fachmann verständlichen Arbeiten zeugt. Die Wissenschaft hat mit all ihren Trabanten Einzug in dieses früher so harmlose Gebäude gehalten. Oder liegt es daran, daß man bereits in der Vorhalle von einigen ernst blickenden Assistenten empfangen wird, die warnend ihren Zeigefinger an die Lippen legen, die durch stummes und intensives Gestikulieren vor jedem lauten Wort, jedem geräuschvollen Schritt warnen? So entsteht schon ton der ersten Minute an eine behutsame Atmosphäre. Man geht sozusagen in Filzpan- tinen. Was in aller Welt mag es hinter jener großen, weißen Tür für Geheimnisse geben, die ab und zu von den Wächtern der Wissenschaft mit einem scheuen Seitenblick gestreift wird? Fünfzehn Minuten gespanntes, ungeduldiges Warten — und dann weiß man Bescheid. Dann öffnet fick jene rätselhafte Tür. Heraus tritt ein langer, hagerer Mann mit wehenden Haaren einer großen goldumränderten Brille, hinter der zwei große Augen kindlich in die Gegend blicken. So zerknittert sein Gesicht sein mag, es hat stets einen völlig unschuldigen, fast jungenhaften Ausdruck. Mit langen Schritten will sich diese Gestalt aus der Gefahrenzone der Interviewer retten. Fast bedauert man es, ihr den Weg versperren zu müssen. „Entschuldigen Sie, Herr Professor..." Aber sofort ist dieses Gesicht einem fremden Frager gegenüber merkwürdig gesammelt, dabei freundlich und lächelnd. Er sieht wohl ein, daß es kein Entrinnen mehr gibt und stellt sich liebenswürdig, wenn auch etwas verlegen, den Störenfrieden zur Verfügung. „Ach ja, natürlich. Ditte schön — hier herein...“ Und dann entschleiert sich das Rätsel dieses Zimmers. Es ist vollständig leer. Rur in der Mitte des Raumes hängt an starken Kabeln eine weiße Aluminiumkugel in Mannshöhe von der Decke herunter. Die elekttische Beleuchtung des Raumes wirst grelle Reflexe auf sie. Geblendet von diesem merkwürdigen Schauspiel bleibt man stehen. Dies also ist die Gondel des neuen Ballons, der Professor Piccard und seinen Assistenten C o s s y n s binnen kurzem *um zweitenmal in die Stratosphäre führen wird. In wenigen Tagen soll diese Gondel von Brüssel nach Zürich übergesührt werden, wo der Ballon aufmontiert werden soll. Dann braucht man bloß noch auf möglichst klares, sichtfreies Wetter zu warten. Und dann kann es losgehen... Stolz betrachtet der Gelehrte seine magische Kugel. „Ich glaube. Sie können das Ding drehen und wenden, wie Sie wollen, können jeden einzelnen Teil unter die Lupe nehmen — und Sie werden trotzdem keinen Makel, keinen Fleck, keine Lötstelle an ihm entdeckten. Tag und Rächt haben wir uns überlegt we Iches Material hierfür am zweckmäßigsten ist. Zum Beispiel der Lack hat unS großes Kopfzerbrechen gemacht Jetzt ist sie aber schon geworden, die Gondel, sehr schon sogar... Stellen Sie sich vor, der ganze Apparat wiegt bei 2,10 Metern Durchmesser nur 150 Kilo. Das ist schon allein das Maximum an Sicherheit, das bei einem Flugzeug dieser Art erreicht werden kann. Trotzdem werden wir sehr vorsichtig vorgehen. Man hat ja gelernt zu warten. Ich bin kein großer Freund festgelegter Pläne und Termine. Man muh die Rerven haben, den richtigen Moment abzuwarten, auch wenn es Wochen dauern sollte. Dann erst kann von wirklicher Sicherheit gesprochen werden. Was nütze ich schließlich der Wissenschaft und mir wenn ich eine Abenteurerfahrt unternehme? Erstens kommt es darauf an, daß meine Auszeichnungen den Erdboden erreichen können. Zweitens ist es vielleicht nicht unwichtig, daß ich selbst am Leben bleibe, um ergänzende Aufschlüsse über meine schriftlichen Erfahrungen zuzusteuern. Und schließlich — man hat ja schließlich eine Frau und vier Ki nder.“ „Was ich mitnehmen werde? So wenig wie möglich. Ballast selbstverständlich, dann eine Leiter, Meßapparate, eine komplette Radiostation. Bei meinem vorigen Flug zeigte es sich zweckmäßig, sowohl eine Sende- als auch eine Empfangsstation dabei zu haben. Auch ohne Lebensmittel werde ich schwer auskommen können. Aber die verstaue ich unter unseren Sitzen." Er zeigt auf zwei große Weiden körbe, die umgestülpt in der Gondel stehen. „Es ist sehr wichtig, sich durch allzu langes Stehen nicht zu übermüden. Der Hauptfehler Robi les zum Beispiel war es, daß er die Frage der Sitzgelegenheit außer Acht ließ. So verfügte er im entscheidenden Moment nicht mehr über die notwendige Frische. Und uns kommt es doch darauf an, nicht in 15000 MeternHöheeinzuschlafen! Wir müssen doch etwas sehen, ununterbrochen müssen Tülr während der Reise beobachten und kalkulieren. Denn es ist ein Aberglaube, daß man in diesen Höhe nichts mehr unterscheiden kann. Alles hängt von zweierlei ab: daß man sich nicht übermüdet und daß der Rebel nicht zu dicht wird. Wir sitzen zwar sozusagen in einem Glaskasten, denn die beiden Oeffnungen, die Sie hier in der Gondel sehen, werden durch Glasscheiben verschlossen werden. Die Hauptsache ist im Augenblick, daß wir noch rechtzeitig fertig werden, daß irgendwelche technischen Schwierigkeiten uns nicht daran hindern, beim Auftreten einer günstigen Wetterepoche zu starten. Sonst heißt es vielleicht, Monate und Monate warten. Man hat deswegen schon manchmal über mich gelacht. Das kann mir aber gleichgültig sein. Ich bin fein Oltenteurer. Und zu den geduldigen Vorbereitungen einer Forschungsfahrt gehört bestimmt ebensoviel Mut, wie zu der Forschung selbst...“ Run, diesen Mut kann man dem liebenswürdigen, verlegenen Riesen mit den Kinderaugen ganz gewiß glauben. Gr hat es in der Tat bisher verstanden gegen alle Widerwärtigkeiten der Welt sich und seine Arbeit mit der notwendigen Ruhe durchzusetzen. Und sollte auch seine äußere Erscheinung den Eindruck eines gelehrten Romantikers erwecken, so ist man nach seinen kühlen, klaren Worten doch überzeugt von einer Sorgfalt und einem Willen, 'der seine bisherigen Seiten vielleicht noch bewundernswerter macht. letzte Veranstaltung des XI. Deutschen Sängerbundesfestes. Das nächste Sängerfest in Leipzig. Der Deutsche Sängerbund beschloß am Sonntag, das nächste Sängerbundesfest im Jahre 1937 in Leipzig stattfinden zu lassen. Buntes Allerlei. Das längste Wort der Welt. Was ist ein „Jungefrauenzimmerdurchschwind- suchtstötu ngsgegenvere in "? Wir Deutschen werden uns wahrscheinlich umsonst den Kopf über diesem Problem zerbrechen, obwohl es zweifellos ein deutsches Wort ist, das sich in diesem Ungetüm verbirgt. Die Antwort lautet ganz einfach: das ist das' längste deutsche Wort. Zum mindesten hat eine vielgelesene amerikanische ZÄtschrift diese „Entdeckung" kürzlich zum Besten gegeben. Die deutsche Sprache ist nun einmal berühmt — oder, wenn man will, berüchtigt — wegen ihrer langen Wortbildungen, und schon Mark Twain hat sich eine schöne Sammlung von deutschen „Bandwurmworten^ zugelegt, die er sorgfältig gehegt und gepflegt hat. Trotzdem kann Deutschland nicht den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, die längsten Worte der Welt zu besitzen und selbst der „Iungesrauenzim- merdurchschwindsuchtstödtungsgegenoerein" — wenn er existieren würde — wird an Länge bei weitem übertroffen durch ein griechisches Wort, das bei Aristophanes zu finden ist. Dieses Ungeheuer — man kann es wirklich nicht anders nennen — das an die Atemtechnik des Sprechers höchste Anforderungen stellt, und dessen Sinn nicht ohne weiteres einwandfrei zu deuten ist, besitzt im griechischen Urtext 169 Buchstaben und 78 Silben. In lateinische Lettern übertragen lautet es: Lepadotemachosela- chogaleokranioleipsanodrimupotrimmatosilphiopar- aomelitokatakeclumnenokichlepikossuphophattoperi- steralelektruonopetfkephalokigkilopeleiolagoosiraio- baletaganapterugon!! (Druckfehler vorbehalten.) Dieses längste Wort der Welt hält einwandfrei den Rekord. Was will selbst Dimethylamioophenyl- dimethylpyrazoion, die chemische Bezeichnung für Pyramidon, gegen diesen Riesen besagen? Sogar Rabelais, der sich gerne und mit Erfolg in der Bildung von Wortungeheuern gefiel, bleibt mit seinem „Anti pericata metana parbeuge damphioribra tiones‘‘ weit hinter seinem griechischen Kollegen zurück, und Shakespeare mit feinem „honorificabilitudinitati- bus" ist nichts als ein elender Stümper gegen Aristo- phanes. Die Amerikaner haben selbstverständlich versucht, den griechischen Rekord zu brechen, und sie sind zu diesem Zwecke ebenfalls -weit in ihre geschichtliche Vergangenheit zurückgestiegen. Die englische Sprache, die sich durch kurze Worte auszeichnet, schied von vornherein in diesem Wettkanipse aus. Also verfiel man auf die Sprache der Azteken, die schon bei oberflächlicher Betrachtung zu näheren Untersuchungen reizen mußte. Immerhin war das Resultat recht mager: als längstes aztekisches Wort getragen wurde. Die ersten Einzelvorträge wurden vom Mitteldeutschen Sängerbund gesungen. Bundeschormeister Dr. h. c. Robert Laugs (Kassel), der die Leitung hatte, konnte mit seinen Sängern zufrieden sein, da sie seiner Stabführung mit voller Anteilnahme folgten. Die folgenden Einzelvorträge des Sängerbundes Berlin-Brandenburg unter Leitung des Bundeschormeisters Hanns M i e ß n e r (Berlin), bildeten wohl den Höhepunkt des Konzerts. Auch die Uraufführung des „Liedes der Wandernden" von Fritz Steineck hatte die Zustimmung der großen Zuhörerschaft. Den großen Abschluß und das unvergeßliche Erlebnis dieses Sängerfestes brachte der Abschlußchor „Palmsonntagmorgen" von Max Egger. Frau Mia Neusitzer-Thönissen (Berlin) sang das Sopransolo sehr gut, und das Städtische Orchester, verstärkt durch das Rundfunk-Symphonie- Orchester, entledigte sich seiner Aufgabe ebenfalls ohne Tadel. Nach Schluß des Chores brach ein unbeschreiblicher Jubel und ein nicht endenwollendes Beifallklatlchen los. Das Orchester und die Sänger stimmten das Deutschlandlied an, das alle spontan mitsangen. Mit dem Sängergruß fand die letzte große Veranstaltung des Sängerfestes ihr Ende. Volksdeutsche Kundgebung im Palmengarten. Am Sonntagabend fand als Abschluß der ganzen Festlichkeiten eine große Kundgebung im Palmengarten, veranstaltet vom Verein für das Deutschtum im Auslande zu Frankfurt am Main statt, Diele Hundert Ausländsdeutsche waren zu dieser Kundgebung erschienen, in erster Linie Amerikaner, Polen, Danziger und in ganz besonders großer Anzahl die Siebenbürger, die aber, obwohl der Hauptsaal des Palmengartens vollkommen für die Auslandsdeutfchn reserviert war, bei weitem nicht alle Platz finden konnten. Es mar eine erhebende Feier und ein stolzes Bekenntnis zum deutschen Volks- und Einheitsaedanken. Alle von den verschiedenen Volksdeutschen Kundgebungen bekannten Redner der Ausländsdeutschen, wie Dr. S e y f a r t h (Brooklyn, Rundfunk), Dr. Hans Otto Roth aus Siebenbürgen, Landrat Eugen Naumann aus Pofen und andere Ausländsdeutsche von Ruf und Namen kamen zu Wort und gelobten noch einmal, treu für die deutsche Sache im Auslande zu wirken und zu kämpfen. Auch Admiral S e e d o h m , der stellvertretende Vorsitzende des Hauptvorstandes des VDA., hob in einer kurzen, aber kernigen Ansprache die innere Verbundenheit der In- und Ausländsdeutschen hervor. Die erhebende Veranstaltung war umrahmt von einer ganzen Reihe auf hoher künstlerischer Stufe stehender musikalischer und gesanglicher Vorführungen und bildete einen würdigen Abschluß des in allen Teilen glänzend verlaufenen XI. Deutschen Sängerbundesfestes. In die künstlerische Ehre des Abends teilten sich der Danziger Männergesangverein, die Reoaler Liedertafel, der Männerchor San Franzisko und der Gesangverein „Sängerbund" Knittelfeld (Steiermark) sowie die Akademische Volkskunstgruppe von Innsbruck. Mit dem begeistert gesungenen Deutschlandlied schloß die cut&ctfte man bcn Ttamrn An er Pflanze, nämlich: mihuiittilmoyoiccuitatonpicixochitl, mit „nur" 35 Buchstaben. Armes Amerika! Wieviel Taschentücher? Ein Budapester Richter muhte dieser Tage die Frage entscheiden, wieviel Taschentücher der Mensch brauche, um sich als Kulturmensch fühlen zu können. Zu einem jungen Mann kam der Gerichtsvollzieher, fand keine Wertstücke, aber im Schrank dreißig Taschentücher. Zehn, meinte der Bollzichungsbcamte, seien doch wohl genug. Die übrigen zwanzig nahm er gleich mit. Der Gepfändete ging zum Anwalt und beauftragte ihn mit dem Protest. Der Anwalt erklärte vor Gericht, ein moderner Kulturmensch müsse in der Lage sein, jeden Tag ein neues Taschen- t u ch benutzen zu können. Da die Waschfrau nur einmal im Monat komme, werde sein Klient genötigt, bei einem Vorrat von zehn Taschentücher^ bu Taschentuch drei Tage lang benutzen zu müssen. Sn welch peinliche Lage würde der Gepfündete aber erst kommen, wenn sich der Schnupfen einstellt. Die Pfändung von Taschentüchern sei eine Verhöhnung des modernen Kulturbegriffs. Der Anwalt des Gläubigers führte aus, daß der Gläubiger nicht die Absicht hatte, seinen Schuldner durch die Pfändung zu hindern, das Taschentuch so oft zu wechseln wie er wolle. Er brauche sich nur eine Waschfrau zu nehmen, die wöchentlich komme, dann reichen zehn Taschentücher vollkommen aus. Außerdem sei ein Schuldner auch verpflichtit, im Sntercssc der schnelleren Befriedigung des Gläubigers sich in seinem Luxusbedürfnis einzuschränkcn. Täglich ein neues Taschentuch sei ein Luxus. So entschied auch der Richter, der von sich auf andere schloß. Er beanspruche auch ein Mann von Kultur zu sein und wechsele doch nicht sein Taschentuch täglich. Der Kläger wurde obgewiesen, gibt sich damit aber nicht zufrieden, sondern appeliert an eine höhere Instanz. Er hofft, daß in der höheren Instanz Richter mit höheren Kulturansprüchen sitzen, die für seinen kulturellen Taschentuchverbrauch mehr Verständnis haben. ©Jl.-vfpont Caracciola siegt im 4.Gaisbergrennen. _ Das 4. Internationale Gaisbergrennen sah am Sonntag die Mehrzahl der europäischen Rennfahrer von Romen als Teilnehmer. Leider war der Wettergott dem als Veranstalter zeichnenden Bayrischen Automobilklub nicht besonders günstig gesinnt, denn es regnete den ganzen Tag in Strömen. Trotzdem hatten sich etwa 20 000 Zuschauer eingefunden, die verschiedentlich sehr gute Leistungen der Rennfahrer zu sehen bekamen. In der großen Wagen- klasse war Caracciola unumstrittener Herrscher. Mit einem Stundenmittel von 89,811 km fuhr er die schnellste Zeit des Tages und sicherte sich den Sieg in seiner Klasse. Sieger der Sportwagenklasse wurde Hans von Stuck-Villiez auf Mercedes-Benz, der ein Stundenmittel von 86,197 herausfuhr. — Bei den Motorrädern kam der Münchner Gschwilm am schnellsten über die Strecke. Sein Stundenmittel auf Rudge war 85,169 km. 44. Stromschwimmen „Quer durch Berlin". Reglin erfolgreich. In Berlin kam am Samstagnachmittag auf der Spree das 14. Stromschwimmen „Quer durch Berlin" zur Durchführung. Auch diesmal war die Beteiligung wieder ausgezeichnet ausgefallen und auch die Zuschauer umsäumten in großen Massen die Ufer des Flusses. Im Hauptrennen der Herren über 5550 Meter siegte der deutsche Meeres- und Strommeister Reglin sehr sicher in 1:01,50 Stunden vor dem Hildesheimer Bode. Bei den D a - m e n war die ^ieue deutsche Rekordschwimmerin Gerda Stegemann ihren Konkurrentinnen überlegen. In der großen Staffel, in der jeder Verein 25 Schwimmer zu stellen hatte, siegte Poseidon Berlin mit 24 Sekunden Vorsprung vor Poseidon Leipzig in 58,44 Minuten. Deutsche Leichtathleten in Paris. Im Stadion von Colombes bei Paris gab es am Sonntag ein sehr gut besetztes Leichtathletikfest, bei dem auch einige deutsche Athleten an den Start gingen. Die Deutschen konnten sich jedoch nicht in dem erwarteten Maße durchsetzen, sie mußten sich mit einigen Plätzen begnügen. Der Stuttgarter Paul wurde im 800-Meter-Lauf Dritter hinter dem Engländer Scrimshaw und dem Franzosen Charavalle. Seine Zeit mit 1:56 Minuten ist nicht besonders überragend. Roller (Köln) endete im 400-Meter- Lauf in 49,4 Sek. zusammen im toten Rennen mit dem Franzosen Jackson hnter dem in 48,6 Sek. siegenden Engländer Wolf auf dem 2. Platz. — Es gab noch einige französische Landesrekorde. Der Belgier Ruß verbesserte den Rekord im 400-Meter-Hürdenlauf auf 56,4 Sekunden, der Franzose Robert Paul stellte den Weitsprungrekord auf 7,36 und der Luxemburger Wagner konnte, für fein Land den Kugelstoßrekord auf 13,05 Meter schrauben. Oie erste Nacht im Olympia-Oors. Rach den prunkhaften Empfängen konnte die deutsche Mannschaft den bisher auf der Bahnfahrt nur mangelhaften Schlaf gründlich nachholen, lieber die Quartiere im schmucken Olympischen Dorf gibt es nur eine Stimme der Bewunderung. Die ganze Anlage ist so glänzend und zweckmäßig eingerichtet, daß die Erwartungen bei weitem übertroffen werden. Leider werden nicht alle Mannschaften im „Dorf" untergebracht werden können, da die einzelnen Expeditionen durchweg in weit stärkerer Zahl anrücken, als ursprünglich gemeldet. Fast alle unserer Olympiakämpfer haben bereits das erste festgeregelte Training ausgenommen. Roch gilt es, mit Vorsicht an die letzten Vorbereitungen heranzugehen, denn vom Himmel sendet die glühende Sonne Kaliforniens erbarmungslose Strahlen herab, und an diese Gluthitze werden sich unsere Leute erst langsam gewöhnen müssen. Abschied von Günther Grönhoff. Während am Montagvormittag unsere Segelflieger über dem Südhang der Wasserkuppe und der Eube in geschlossenem Verbände zum Andenken an ihren unvergeßlichen Günther Grönhoff ihre Kreise zogen, sand zur Mittagsstunde bei herrlichem Sommerwetter in der evangelischen Kirche zu Gersfeld im Beisein seiner Eltern eine von der Rhon-Rossitten-Gesellschaft veranstaltete eindrucksvolle Trauerfeier für ihren Meisterflieger und Fluglehrer statt, an der Vertreter aller cm diesjährigen Wettbewerb beteiligten Fliegergruppen und die Spitzen der Behörden teilnahmen. Der Ortspfarrer Langheinrich sprach in ausdrucksvollen Worten zu der stattlichen Trauerversammlung, und noch einmal vernahm man aus seinem Munde all das, was der jäh zu Tode gekommene ausgezeichnete Pilot für die deutsche Luftfahrt auf den verschiedensten Gebieten als ganzer Mann — trotz seiner Jugend — geleistet hat. Der Verlust Günther Gronhoffs, der auf der Höhe seines Ruhmes abberufen wurde, ist schmerzlich, sein frühes Scheiden hinterlaßt eine nur schwer ausfüllbare Lücke. Der Direktor des Forschungsinstituts der Rhön- Rossitten - Gesellschaft, Professor Dr. Georg ii, Wohl Gronhoffs bester Freund und Berater, rief seinem treuen Mitarbeiter zum Abschied Worte des Dankes für seine im Dienst des Sportes, der Technik und Wissenschaft selbstlos geleistete Arbeit nach. Rach der Aussegnung der sterblichen Lieber- reste wurde der Sarg, der zu beiden Seiten von den Helfern seiner Gruppe flankiert wurde, von diesen auf den bereitstehenden Leichenwagen hinausgetragen. Ganz Gersfeld trauert um diesen Helden der Luft. Die Dienstgebäude zeigen umflorte Fahnen in den Landes- und Reichsfarben. Ein unübersehbarer Zug erwies dem Toten die letzte Ehre auf seiner Fahrt nach dem Bahnhof. Als der Sarg von dem Wagen, der ihn nach der Vaterstadt des Toten, Frankfurt a. M., überführen wird, ausgenommen worden war, widmeten Grönhoff noch treue Worte des Gedenkens der Landrat und Oskar llrsinius. Das vorbildliche Wirken dieses Pioniers der deutschen Luftfahrt wird unfern Segel- und Iungfliegern Ansporn sein, ihm im Interesse der Sache unablässig nachzueifern und gleiche Taten zu vollbringen. Beileid des hessischen Staatspräsidenten. Staatspräsident Dr. Adelung, der fast jedes Jahr auf der Wasserkuppe in der Rhön bei den Segelflugkonkurrenzen weilte und kürzlich Günther Grönhoff den hessischen R e h r i n g - Gedächtnts-PreiS i 932 überreichen konnte, hat aus Anlaß des Fliegertodes des jungen Piloten an Pfarrer Grönhoff, Frankfurt a. M. folgendes Telegramm gerichtet: „Tief erschüttert von dem plötzlichen Hinscheiden Günther Grönhoffs, des unbeirrbaren Pioniers des Segelfluges und prächtigen lieben Menschen entbiete ich Ihnen und den Angehörigen herzlichstes Beileid. Adelung." Professor G e o r g i i, Wasserkuppe und der Rhön-Fliegergemeinschaft hat Staatspräsident Adelung ebenfalls sein herzlichstes Beileid ausgedrückt. Zungfliegeriag auf der Wasserkuppe. Peters und Hakenjos segeln zehn Stunden. Ter am frühen Morgen bei mittlerem Südwind einsetzende Hochbetrieb hielt bei endlich gebesserter Wetterlage den ganzen Tag über an. Die Ausbeute des Montags beträgt gegen 70 Flüge. Die Gesamtzahl aller Wettbewerbsstarts beläuft sich somit auf 250. Zeitweilig kreisten in Höhen bis zu 500 Meter über Start 7 bis 9 Flugzeuge über dem West- und dem Südhang sowie über der Eube. Besondere Leistungen vollbrachte der junge Aachener Peters auf „Mayer la“, der bereits um 8.47 Uhr gestartet war und nach fast 11 Stunden um 19.40 Uhr unter dem Beifall der Lagerinsassen glatt landete. Mit diesem Flug überbot er den bisherigen Rhön-Dauerrekord von Hasso-Hemmer um etwa V/2 Stunden. Einen schönen Flug von 10 Stunden Dauer brachte der Württemberger Hakenjos auf „Lore" hinter sich. Heini Dittmar auf „Condor" und der von der Fliegerschule der Flugtechnischen Arbeitsgemeinschaft Fulda empfohlene DVS.-Schüler S ch l e - g e l auf „Kassel 25“ hielten ebenfalls unentwegt in ihrem Clement aus. Wolf H i r t h und Peter Riedel versuchten auf Strecke zu gehen, doch war die Thermik noch nicht so günstig, daß die Piloten von einem Aufwindschlauch zum andern Anschluß gefunden hätten. In dieser Hinsicht soll sich aber das Wetter in den nächsten Tagen für unsere Leistungsflieger weiterhin bessern. Der neunte Wettbewerbstag, an dem Günther Grönhoff Abschied nahm von seiner alten Wirkungsstätte und seinen Kameraden, gab trotz der traurigen Vorkommnisse der 13. Rhön die feste Zuversicht, daß unfer Rachwuchs bestrebt ist, es Grönhoffs Vorbild nachzutun. Hieran ändert auch nichts der bedauerliche Vorfall, daß heute unter dem Iungslieger Fiedler der „Luftikus“ des Berliner Segelflugvereins r e st los in Trümmer ging. Der Pilot erlitt einen Armbruch. „Tour de Zrance": 43. Etappe. Heber den Col du Galibier. Am Samstag wurde bei der französischen Rab- rundfahrt die 13. Etappe von Grenoble nach Aix les Bains über 230 Kilometer ausgefahren. Auch diese Strecke wies wieder bedeutende Schwierigkeiten auf, u. a. mußte in dem Col du Galibier mit einer Höhe von 2658 Meter sogar das schwerste Hindernis der ganzen „Tour" bewältigt werden. Das Feld war daher auch zeitweilig weit auseinan- deraerissen, der schließliche Sieger Leducq lag einmal sogar vier Minuten hinter der Spitzengruppe. Eine waghalsige Talfahrt verschaffte ihm' aber wieder Anschluß. Im Endspurt siegte er dann in 8:11,35 Stunden gegen Bonduel-Belgien.^Ronnsse, Speicher, Eamusso, Barral, Lapebie und Bulla. Die Deutschen Altenburger, Stöpel und Thierbach kamen kurze Zeit später ein. Stöpel hat in der Gesamtwertung viel Zeit gegen den Dritten, den Italiener Eamusso verloren. Sonst ergaben sich in den Wertungen keine Aenderungen. Stöpel immer noch Zweiter. Auch die 14. Etappe der „Tour de France", die von Aix les Bains über 204 Kilometer nach Evian führte, verlief ohne jegt^e Ereignisse. Obwohl die Strecke infolge ihrer mannigfaltigen Steigungen und Talfahrten große Schwierigkeiten aufwies, blieb doch das gesamte Feld beisammen und traf auch geschlossen am Ziel in Evian ein. Beim Endspurt schnellte plötzlich der Italiener di P a c c o , der noch vor drei Tagen dicht vor der Ausgabe stand, aus dem Rudel heraus und konnte in einer Fahrzeit von 7:59,25 auch die Etappe gewinnen. Die nächsten Plätze belegten Speicher und Leducq vor Morelli, Ankeren und dem Deutschen Altenburger. In der Einzelwertung hat der führende Leducq infolge der Zeitvergütung für seinen dritten Platz in dieser Etappe seinen Vorsprung vor Stöpel, der nach wie vor den zweiten Platz hält, entsprechend vergrößert, sonst hat sich aber weder in der Gesamt- noch in der Länderwertung etwas geändert. Leducq Sieger in der „Tour de $rance/z? Mit der am Montag ausgefahrenen 15. Etappe der „Tour" von Evian nach Grenoble hat der Franzose Leducq wahrscheinlich seinen endgültigen Sieg sichergestellt, da er diese Etappe im Endspurt vör di Pacco, Bulla, Bonduel, Speicher, Mar? chisio, Bouillet und Viarengo gewann und somit weitere vier Minuten Vorsprung vor seinen Gegnern errang. Stöpel wurde mit weiteren 45 Fahrern auf den 9. Rang gesetzt, hat aber seinen zweiten Platz im Gesamtklassement behalten. In der Länderwertung ist keine weitere Aenderung eingetreten. Wirtschaft. Berlin freundlicher. Berlin, 25. Juli. (WTB. Funkspruch.) Obwohl Momente von Belang aus der Wirtschaft nicht Vorlagen, und obwohl auch die Reuyorker Börse vom Samstag mit ihrem stetigen Verlauf keine stärkere Anregung geben konnte, war schon im heutigen Vormittagsverkehr eine freundlichere Stimmung festzustellen. Das Ergebnis der Länderkonferenz in Stuttgart, der fast reibungslose Verlauf des gestrigen Sonntags, eine weitere innerpolitische Entspannung und die Hoffnung auf baldige Aufhebung des Ausnahmezustandes machten ebenso wie der Umfall des amerikanischen Senators B o r a h in der Kriegs- schuldenfrage einen guten Eindruck. Ferner verwies man auf ein Rachlassen der Devisenansprüche bei der Reichsbank und auf eine gewisse Entlastung des Arbeitsmarktes, an dem sich besonders Interesse nach Facharbeitern bemerkbar machte. Reben der Textilindustrie scheint die Elektroindustrie, wie aus Berichten über die AEG. und Siemens zu ersehen ist, eine kleine Geschäftsbelebung erfahren zu haben. Das Publikum beteiligte sich allerdings noch sehr wenig am Geschäft, was eine Woche vor den Wählet! immerhin verständlich ist. So war die Spekulation in der Hauptsache unter sich. Das vorhandene Deckungsbedürfnis und kleine Meinungskäufe genügten aber, um bei den führenden Werten Kursbesserungen bis zu 1,5 Prozent herbeizuführen. Bei Ilse betrug der Gewinn sogar 3 Prozent, und Salzdetfurth gingen 3,75 Prozent höher um. Auch BMW. setzten ihre Aufwärtsbewegung fort und zogen auf 40 Prozent an. Sonst sind noch Dortmunder Union mit plus 3,5 Prozent als recht fest zu erwähnen. Relativ vernachlässigt lagen Montanpapiere, von denen Gelsenkirchen sogar 0,50 Prozent unter Samstag eröffneten. Im Verlaufe konnte sich das Geschäft an den Aktienmärkten etwas beleben, undchie Kurse zogen ziemlich einheitlich erneut bis zu 1 Prozent an. Auch die zertifizierten Dollarbonds lagen ziemlich fest. Ebenso war die Tendenz am Rentenmarkt durchaus freundlich. Die Umsatztätigkeit allerdings war zunächst gering. Deutsche Anleihen waren bis 1,50 Prozent gebessert, Reichsschuldbuchforderungen zogen bis zu 1 Prozent an. Reichsbahnvorzugsaktien und Industrieobligationen gewannen bis zu 0,50 Proz. Don Auslandsrenten waren Bosnier und Mazedonier leicht gebessert. Am Geldmarkt war auch heute die Situation unverändert. Tagesgeld war mit 5,25 Prozent nicht leichter. In Privatdiskonten und Reichswechseln per 20. Oktober lag wieder Angebot vor. Sranffurier Abendböse freundlich. Frankfurt a. M., 25. Juli. Die Abendbörse verkehrte bei kleinen Umsätzen in weiterhin freundlicher Tendenz, wobei auch die feste Eröffnung der heutigen Reuyorker Börse etwas anregte. Vereinzelt lagen kleine Kauforders vor, denen sich die Spekulation mit neuen Deckungen anschloh. Gegen die Berliner Schluhkurse blieb die Mehrzahl der Kurse gut behauptet, teilweise traten Besserungen bis zu 0,50 Prozent ein. Die Entscheidung des Staatsgerichtshofes blieb auch an der Abendbörse ohne jeglichen Einfluß. Im Verlaufe war die Tendenz weiter freundlich, das Geschäft aber sehr gering. I.-G.-Farben zogen erneut 0,25 Prozent an. Am Rentenmarkt blieben deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen etwas gefragt und lagen leicht erhöht, während der Übrige festverzinsliche Markt kaum Veränderungen aufwies. Reubesihankeihe 5,65, Altbesih- anleihe 43,65 bis 43,75, Schuhgebietsanleihe 3 Prozent, Deutsche Bank und Diskonto- Gesellschaft 75, Reichsbank 125, Gelsenkirchen 34, Harpener 51, Rheinstahl 47, Stahlverein 12,89, AEG. 26,75, Scheideanstalt 133,50, I.-G.-Farben 88,50 bis 88,65, Gesfürel 59,25, Lahmeyer 77, Metallgesellschaft 25, Siemens 123,50, Reichsbahn- VA. 75, Hapag 11,65. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H. Lombardzinsfuß 6 v. H. Franllun a. J)i, öerhn Schlußkurs Schluß! Abendbörse Schluß« kurs Schloßt. Mittagbörse Datum 23.7. 25.7. 23.7. 25.7. 6% Deutiche Rcichsameihe v. 192'. 62 62 62,5 _ 7% Deutiche Reichsanleihe B.1929 64,5 64,75 65 65 5Vt% Doung-Anleihe von 1930 . Deutiche Anl.-Ablös^Schuld mit — — 61,9 61 Auslos.-Rechten....... 42,25 43,75 42.9 43,5 Desgl. ohne Auslos^Rechte . . . ö% Heil. Volksstaat von 1929 5,3 5,65 5,35 5,65 (rückzahlb. 102%)...... Cberfjefien Provinz-Anleihe mit — 51,5 50,5 52,5 AuSlos.-Rechten....... Deutiche Komm. Sammelabl. 40 40,5 — — Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe 38,7 40,5 40 41 15 unkündbar bis 1935 .... 69 69,5 —— — 7% Franks. Hyp^Bank Goldpfe. unkündbar bis 1936 Serie 16 . <%% Franks. Hyp.-Bank Liqu.- 68,5 — — — Pfandbriefe......... LVt% Rheinische Hyp^Bank-Liqu. 79,25 78,75 — — Goldpfe........... 8% Pr. Lanbespfandbriesanstalt, 81 80,75 — — Pfandbriefe 8t. 19...... 7% Pr. Landespsandbriesanstalt, 67,75 68,5 68 68,25 Psandbriese R. 10 - 68 — — 4% Oeftcrretchtiche Golbrenre . . 10 10 10,5 10,65 4,20% Oesterreichische Silberrente 1,05 4% Ungarische Goldrente .... — 5,75 5,8 5,8 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6,5 6,5 6,55 6,55 <’/’% desgl. von 1913 . . . 5% abgeit. Golbmexikaner von 99 5,4 4,75 4,75 4,9 - 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 3,2 3,25 .1,25 Serie I . . . . 4% desgl. Serie II....... 8%Rumän. vereinh. Rente 6.1903 3,3 3,3 3,3 3,3 3,3 3,4 3,5 3,3 4,05 7,3 3,6 16,9