nr. |21 Erster Blatt 182. Zahrgang Donnerstag, 26. Mai 1952 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen rhutf nn6 »erlag: BrfiblW UwioerRtOt^Bu*. «nö Steinömderei R. fange in Weben. SArfftlciting und »cldtfftsMe: $ Mitglied dieses HauseS dreist alS Mord r beschimpsten. (Stürmische.llnerhört- Rufe" red 's ) Die Minister Sevenng und Braun, so betont Abg. Kube, wären nicht hier, wenn sich nicht Männer tme Schulz für Preußen eingesetzt hätten. Gegenüber den Vationalsozialisten wird aus politischen Gründen von der Staatsanwalt- schäft tn Preußen oft genug das Zehnfache beantragt. (Lebhafte Zustimmung bei den Nationalsozialisten.) Wenn Sic glauben, daß wir uns das weiter bieten lassen, so sind Sie auf dem Holzwege (Stürmischer 'Beifall rechts.) Wir werden Ihnen beweisen, daß mit dieser Justiz in Preußen Schluß gemacht werden muß! ("Beifall rechts.) Die deutsche Staatsanwaltschaft ist zu 90 Prozent wert, selbst in Anklagezustand wegen Rechts- druchs gestellt zu werden. (Zustimmung rechts.) Abg.Pieck (Komm.) spricht von einer markierten Aufregung der Vationalsozialisten. Vatio- nalsozialistifche Mörder hätten nur sieben Jahre Zuchthaus bekommen, die Kommunisten aber wegen politischer Tätigkeit in der Reichswehr zehn Jahre Zuchthaus. (Zuruf der Vationalsozialisten: Voch nicht genug! — Erregte Zwischenrufe der Kommunisten.) Schwere Schlägerei. Kampf mit Ministersesseln und Tintenfässern. Es kam dann zu ungeheueren Schläge- rcien zwischen Nationalsozialisten und ftommunlflen, die sich in diesem Ausmaß im Deutschen Reich nach nicht zugetragen haben. Der kommunistische Abg. Pieck hatte in einer Geschäftsordnungsdebatle den Volional- fozialisten zugerufen, daß in ihren Reihen Mörder säßen. Darauf drängten die Nationalsozialisten nach vorn. Die Kommunisten stürmten aus die Rednertribüne zu, umgaben schützend ihren Redner und stießen wilde Drohungen gegen die Ra- tionalsozialisien aus. Die Vationalsozialisten drängten jetzt auf die Treppe zur Rednertribüne. Als der Abg. hinkler (VS.) die oberste Stufe erreicht hatte, erhielt er von einem kommu- nislifchen Abgeordneten einen Schlag ins Gesicht. 3m selben Augenblick flog das Tintenfaß vom Platz des Präsidenten in die Vationalsozialisten. Es entstand eine wüste Schlägerei: Sessel flogen durch die Luft und die Lampen am Stenographentisch wurden zerschlagen. Die Abgeordneten hieben wütend auseinander ein. Präsident Baumhoff hatte inzwischen den Saal verlassen. Die Kommunisten wurden von den Va- tionalsozialisten buchstäblich aus dem Saale getrieben. Die Vationalsozialisten stimmten bann das Lied „SA. marschiert" an. von den Tribünen herab stimmten Zuschauer in das Lied ein. Die Abgeordneten der anderen Parteien hatten inzwischen den Saal verlassen. Zahlreiche Abgeordnete b I i e b en blutüberströmt liegen und wurden aus dem Saale getragen. Der Plenarsihungssaal bot nach dem Zwischenfall ein Bild starker Verwüstung. Er glich dem Nach der Eine Erklärung der NSOAp. Von den Kommunisten auf das schwerste Provoziert. — Notwehr gegen Gesetzlosigkeit und Gewalt. "Berlin. 25. Mai. (LH.) Die nationalfozia- listische Fraktion des Preußischen Landtages gibt zu den Vorgängen eine längere Erklärung heraus, in der es u. a. heißt: De Kommunistische Partei hatte es offenbar, wie das schon die Sitzung am DienStag unter Litzmann bewies, auf eine bewußte Provokation der nationalsozialistischen Fraktion abgesehen. Der ehrwürdige 8chährige General wurde mit beschimpfenden Zurufen, wie .aller Trottel", „Kriegsschieber'. .Vazischwein" überschüttet. Da bic kommunistische Fraktion mitihren Anpöbelungen nicht zum gewünschten Ziele kam. versuchte sie es auf andere Weise und steigerte ihre Herausforderungen derart, daß sie zusammen mit prominenten Mitgliedern der SPD. während der Debatte über die Einsetzung eines Hntersuchungs- ausschusses zur Prüfung der preußischen Polizei- und Rechtspflegemethoden ein hervorragendes Mitglied der nationalsozialistischen Fraktion, den Oberleutnant Schulz, a l s Mörder bezeichnete. ohne daß der amtierende Präsident Baumhoff (Zentrum) wohl infolge ilnlennt- nis der □tarnen der betreffenden Wgeordneten einschreiten konnte. Der KommunistP i e ck verflieg sich in seinen Beleidigungen soweit, daß er die nationalsozialistische "Bewegung alsMor- derpartei bezeichnete. Es folgt dann eine Darstellung der bekannten Vorgänge, wobei hervorgehoben wird, daß Mit- Schauplatz einer wilden Saalschlachl. Schwere Ledersessel lagen zerbrachen und zerfetzt herum. Teile der Beleuchtungsanlage für die Stenographen fanden sich 20 Vieler entfernt vom Platz der Stenographen zerschmettert am Saalausgang der Kommunisten. verhältnismäßig schwer verletzt sind nach den bisherigen Ermittlungen bei der Schlägerei der Geschäftsführer der sozialdemokratischen Landtagsfraktion Abg. Iürgensen, sowie die kommunistischen Abg. Krämer (Viederschoneweide), Kuntz und G o h l k e. Iürgensen mußte bewußtlos aus dem Sitzungssaal getragen werden. Der Abg. Krämer kam wenige Minuten nach der Schlägerei mit völlig verbundenem Kopf wieder In den Sitzungsfaal: durch den verband floh ihm noch das Blut über das Gesicht. Lr rief zu den Vationalsozialisten, die zum Teil noch in ihrem Ausgang auf der Rechten des Hauses standen: „20 für einen? Das fallt ihr uns büßen!" Auch vier national- fozialiftifche A bgeordnete find verletzt worden. Der Geschäftsführer der Fraktion Abg. fjinfler hat eine Verletzung am linken Ohr davongetragen, der Abg. Mehner (Ostpreußen) ist durch einen Wurf mit einem schweren Stuhl am Rücken verletzt worden, während der Abg. D a I ü g e sogar einen Messerstich erhalten hat. Leichter verletzt ist der Abg. Kunze. Der Zentrurnsabgeordnete Dr. Wester aus Köln leistete in seiner Eigenschaft als Arzt den Verletzten die erste Hilfe und legte ihnen verbände an. Der sozialdemokratische Abg. Iürgensen mußte genäht werden, da ihm die eine Gesichtshälfle aufgerissen ist. Er wurde dann ins Krankenhaus transportiert. Schlacht. □lieber btt sozialdemokratischen Fraktion ben Kommunisten tätlichen Beiftanb g< triftet hätten. ."Wir haben", so fährt bic örilarung fort, -burch unser diszipliniertes Auftreten in der Dienstag, und in der MitNoochsitzung bewiesen, baß wir ben Preußischen Landtag arbeit s. fähig erhalten wollen. Wir hätten uns auch nur mit parlamentarischen Mitteln begegen zur Wehr gesetzt, bah unserer Partei vorgeworfen wurde, sie sei eine Mörberpartei. Als man aber dem Abg. fintier ohne jeden Anlaß mitten i n s Gesicht schlug, als die Fraktion von den kommunilti'chen Raufbolden mit Wurfgeschossen aller A r t bombardiert wurde, da blieb uns nichts anderes übrig, zumal der amtierende Vizepräsident d i e Sitzung bereits aufgehoben hatte, als zu dem auch strafrechtlich anerkannten und erlaubten Wittel der "Notwehr gegen den organisierten schweren Landfriedensbruch der mar- sittlichen Fraktionen zu greiten. Die Fraktion erklärt zum Schluß: Die Zeiten, in denen man eine Bewegung, die sich nur die Wiedergeburt des deutschen Volkes und bic Reform der deutschen Ration an Haupt und Gliedern zum Ziele gefetzt hat. ohne daß sie sich dagegen wehren konnte, beleidigen und tätlich angreifen konnte, sind endgültig vorbei. Die NSDAP. ist entschlossen, nur mit gesetzmäß i gen Mitteln die Macht und die Bcranttoortung an sich zu nehmen. Wo man ihr aber auf diesem Bbege Gesetzlosigkeit und Gewalt entgegen s e h t. da ist sie ebenso entschlossen unb bereit, unter Inanspruchnahme der gefetzli ch zulässigen "Notwehr die Gesetzmäßigkeit ihres Handelns sicherzu stellen Dies ist um so notwendiger, als nach den Vorfällen vvn einem sozialdemokratischen Abgeordneten erklärt wurde, da- nächstemal würde bic SPD Pistolen mitbrin- gen. D,e Fraktion teilt weiter mit. baß sie von sich au- durch ben Abg Rechtsanwalt Dr F r c i & l c r und ben Abg Dr Eonti eine juristische und medizinische llntcrfucbung bet Vorfälle eingelötet habe Es standen zahlreiche Zeugenaussagen zur Verfügung, wonach der Abg. Pieck «Komm.) von der einen Re- gierungslribune einenfchwerenMinister- fessel in die Reihen deS Zentrums und derSozialbemokratCii hinun- tergeworfen habe obwohl dort fein Handgemenge geherrscht haoe. Durch diesen Wurf sei wahrscheinlich ein Abgeordneter dieser Fraktionen verletzt worden. Oer Aeltestenrat. Tic Sitzung auf bett 1.3nni vertagt. Etwa eine halbe Stunde nach der blutigen Schlägerei wurde der Aeltestenrat einbe- rufen. Während im Sitzungssaal noch erregte Gruppen zusammenstanden, waren Photographen erschienen, bic die demolierten Gegenstände im Bilde sesthieIten In der Sitzung des Aeltestenrates gaben, wie das Nachrichtenbureau des Vereins Deutscher Zeitung--- verleger hort. Vationalsozialisten und Kommunisten Erklärungen ab. daß ihnen an der Klärung der Schuldsragc nichts gelegen sei und sie ein Eingreifen der Polizei nicht wünschten. Die Sozialdemokraten erklärten, daß sie angesichts der Verwundung des Abg. Jürgensen und des ganzen Tatbestandes sich nicht mit diesen Erklärungen abfinden könnten. Eine ähnliche Erklärung wurde vom Zentrum abgegeben Beschlüsse wurden vom Bclteftcn» rat nicht gefaßt Der Aeltesteiirot wird am 1 Juni eine neue Sitzung abhalten Auch die nächste Plenarsitzung deS Landtags findet erst am 1. Juni statt. preffestimmen. Berlin, 25. Mai (TU.) Zu ben Vorgängen im Preußischen Lanbtag bemerkt bic „® c r - mania“. baß bei vielen ber Glaube, daß sich dieser Landtag doch zu sachlicher, objektiver Arbeit aufraffen werde, durch den gewaltsamen Abschluß der Mittwochsihung einen schweren Stoß erlitten haben werde. Die ..D A Z." schreibt, die Zeche bei solchen Fällen müsse das gesamte deutsche Volk bezahlen, denn das Ausland werde selbstverständlich folgern, daß bei unS alles drunter und drüber zu gehen beginne und daß wir erfreulicherweise nach außen bin nicht aktionsfähig sein würden. — Die „B o t s e n z c i tu n g" stellt fest, daß sich das Verhalten der Vationalsozialisten angesichts dcö Versagens des Zentrumsvizepräsidenten und angesichts der unerhörten Herausforderung der Kommunisten durchaus begreifen lasse, wenn auch da Parlament grundsätzlich nicht der Ort für derartige Auseinandersetzungen sei - Der Börscn-Lourier" erkennt an, daß die "Nationalsozialisten gerade im PrcußenhauS außerordentlich viel Disziplin geübt haben und durch schwere kommunistische Beschimpfungen gereizt wurden. — Die ..V o s s i s ch e Zeitung" sagt, die Schuld liege auf beiden Seiten. Der Schauplatz gebe der Saalfchlacht eminent politische Bedeutung und Resonanz. Der ..Vorwärts' meint, das von Gregor Straßer proklamierte ..Faustrecht" sei von den Nationalsozialisten dazu auserkoren. daS parlamentarische Recht und jede parlamentarische Gesittung zu ersetzten. Eine Erklärung der kommunistischen Landtagsfraktion. Berlin, 26. Mai. (TU. Funftpruch ) Die kommunistische Fraktion deS Preußischen Landtages gibt über die Ereignisse in der Mittwoch- fttzung einen Bericht heraus, in dem auch auf die Sitzung des Aeltestenrates Bezug genommen wird. Danach soll im Aeltestenrat dc r Zentrumsabgeordnete Sieget erklärt haben, feine Fraktion habe einmütig die stärkste Erregung über daS Verhalten ber Bali onalsozi allsten zum Ausdruck gebracht, demgegenüber habe der sozialdemokratische Abgeordnete H e i l m a n n versucht, den Kommunisten die Schuld zuzuschieben, indem er behauptet habe, daß ein Kommunist zuerst geschlagen habe, und daß auch der Zuruf gegen Schulz nicht von Sozialdemokraten, sondern von Kommunisten gemacht worden fei. Daß der nationalsozialistische Ueberfall vorbereitet gewesen und organisiert erfolgt lei, ergebe sich aus einer Aeußerung Kubes und aus dem Angriff". der in feiner Mittwochnummer den Heber» gang der nationalsozialistischen Fraktion zu Ter- rormethoden angekündigt habe. Die Kommunisten hätten mit ihrer im Aeltestenrat vertretenen Forderung auf sofortige BBiebcrauf- nahmc bet Verhandlungen zum Ausdruck gebracht, baß sie entschlossen leien, im Auftrag ihrer politischen Wählcrmaslen dem fa- schistifchen Terror auch innerhalb des Parlaments entschlossen entgegenzutreten. Die SeMnaiionalen an den ReichMäMenien. Berlin, 26. Mai. (BD3-) Die Rcichskags - fraktlon der D R V P. hat an den Reichspräsidenten von Hindenburg ein Telegramm gesandt, in dem es u. a. heißt: „Nachdem unter mißbräuchlicher Anwendung der Geschäftsordnung des Reichstages und entgegen den Vorschriften der Verfassung am 12. Mai d. 3. eine Unterbrechung der Reichslagsvcr- handlungen statlgefunden hat, hat die deutsch- nationale Reichstagssraktion die Einberufung des Reichstages auf Grund des Art. 24 der Reichsverfaffung gefordert. Der Reichslagspräsident hat die Einberufung des Reichstages abgclehnt. Weite Teile des deutschen Volkes erblicken in dieser Ablehnung, die sich mit der Auffassung des Staats- gcrichtshofes in krassen Widerspruch seht, einen Beweis dafür, daß selb st die durch die Verfassung gewährte! st cten Rechte heute in Deutschland nicht gesichert sind und daß an die Stelle des Rechts heute die Willkür der politischen Mehrheit getreten ist. Die Vertretung des deutschen Volkes ist wiederum auf unabsehbare Zeit rechtswidrig ausgeschaltet und nicht in der Lage, zu den Plänen Stellung zu nehmen, die die Rcichsregierung neuerlich verfolgt. Die Mitteilungen über die von der Regierung geplante neue Rotverordnung lassen erkennen, daß die Rcichsregierung entgegen den wiederholten feierlichen Erklärungen dem deutschen Volke in allen seinen Schichten neue untragbare Lasten auferlcgen und damit die Lebenshaltung des deutschen Volkes weiter in verhängnisvollster Weise herabdrücken will. Auch der Landwirtschaft im Osten drohen nach unserer Kenntnis neue Gefahren durch Pläne der Reichsregierung, die eine große Zahl ostdeutscher Besitzer der Enteignung ohne Rechtsschutz aus- liesern würden. Wir machen in aller Ehrerbietung darauf aufmerksam, dah solche Pläne, in die Tat umgeseht, in den breiten Volksmassen die schon vorhandene Verzweiflung in einem Mähe steigern muh, dah sic sich unter Umständen in Formen Luft macht, die kein vaterlandsliebender Deutscher bei der jetzigen gespannten Lage wünschen kann. An Sie, hochzuverehrcnder Herr Reichspräsident, richten wir die eindringliche Bitte, bei dieser Lage der Dinge der Regierung die Verantwortung für derartige Mahnahmen nicht durch Unterzeichnung von Rol- verordnungen abzunehmen, sondern die Reichsregierung auf den Weg der Beschluß- fassung durch die gesetzgebenden Instanzen zu verweisen. Wir erlauben uns, in diesem Zusammenhänge auf den Art. 24 der Reichsverfassung Bezug zu nehmen, der dem Reichspräsidenten die Befugnis gibt, von sich aus die Einberufung des Reichstages herbeizuführen.- Reue polnische Provokationen.. Flugblätter des polnischen Westmarkenvereins fordern auf Danziger Staatsgebiet zum Boykott Danzigs und Zoppots auf. Danzig. 25-Mai. (TU.) Sn Oliva und Zoppot wurden dieser Tage neue polnische Flugblätter verteilt, die in Uebcrsehung folgenden Wortlaut haben: ..Gebote betreffend den Boykott von Zoppot und Danzig. 1. Bedenke, dah der Boykott alle polnischen Staatsbürger ohne Unterschied der Nationalität und der polnischen Lieberzeugung verpflichtet. 2. Lah Deinen Fuh, den Fuh Deiner Frau oder Deines Kindes. Deines Freundes oder Deines Bekannten nicht den Danziger Boden betreten, solange sich nicht der Wille eines loyalen Zusammenlebens Danzigs mit Polen kundgibt. 3. Dergiß nicht, dah Du ein Mitglied des in Danzig tagtäglich nicht nur in seinen Gefühlen, sondern auch in seinen Rechten beleidigten polnischen Volkes bist. 4. Ein Bruch des Boykotts ist einnationalesDer- brechen. 5. Bedenke, dah die Verräter an der Sache eine schwere und exemplarische Strafe erleiden werden. Meidet Zoppot! Der Verband zur Verteidigung der Westmark." Der Senat der Freien Stadt Danzig hat darauf eine diplomatische Vertretung Polens eine Note gesandt, in der es heißt: Seit einigen Tagen werden in den von Polen nach Danzig sah- renden Zügen von dem polnischen Verein für Verteidigung der Westmark Flugblätter verteilt, die zu m BoykottDanzigs und des Badeorts Zoppot auffordern und Personen, die diesen Boykott nicht befolgen, schwere und exemplarische Strafen androhen. Die Verteilung der Flugblätter auf dem Gebiet der Freien Stadt Danzig ist strafbar und als tief zu bedauernde polnische Hetze gegen Danzig aufs schärfste zu verurteilen. Um so befremdender und empörender ist es, wenn die Leitung der polnischen StaatsbahnVerwaltung das Vorgehen verantwortungsloser polnischer Hetzer nicht nur duldet, sondern sogar fördert u n d st ü tz t. Die Danziger Pahbeamten nah- men die Beschlagnahmung der Blätter vor. Bei dieser Dienstausführung wurden sie von den Zugführern und Schaffnern wie auch von dem stellvertretenden Vorstand der Station Danzig-Haupt- bahnhof erregt zur Rede gestellt und aufgefordert, die Beschlagnahme zu unterlassen, hierbei wurden die Eisenbahnbeamten von mehreren Beamten der polnischen Staatsbahndirektion unterstützt. Wir bitten dringlichst, daß solche Boykottmaßnahmen als den zwischen Danzig und Polen bestehenden Verträgen zuwiderlaufend unterbunden, und daß die polnischen Eisenbahnbcamten disziplinarisch zur Verantwortung gezogen werden. Von dem Veranlaßten bitten wir um Mitteilung. Abschrift dieses Schreibens haben wir dem hohen Kommissar des Völkerbundes übersandt. Verstärkung des militärischen Schutzes von Ostpreußen. Gegen die dauernde Bedrohung der vom Reich abgetrennten Provinz. Königsberg. 25. 2Hai. (TU.) Das Wehrkreiskommando I in Königsberg keilt mit, die dauernde Bedrohung der vom Reich abge- trennlen Provinz habe das Reichswehrministerium veranlaßt, ihre Verteidigungsfähigkeit im Rohmen des durch das Versailler Diktat Erlaubten zu verbessern, hierfür zur Verfügung gestellte Mittel würden zur 13 er- stärkung des s o g. „Heilsberger Dreiecks" benutzt, um der Abwehrkraft der Provinz ein weiteres Rückgrat zu geben. Die erforderlichen Geländeverstärkungen würden zum größten Teil an provinziale Baufirmen vergeben werden. Daneben dürfte auch der freiwillige Arbeitsdienst eingesetzt werden. Abgesehen von dem Zweck der Gelöndeverstärkungen seien diese Arbeiten auch im Interesse der Arbeitsbeschaffung zu begrüßen. Das Wehrkreiskommando fügt jedoch hin- Wiener Prater. Ein klassischer Tummelplatz. Immer, wenn ich in Wien bin, gehe ich zum Prater. Man steigt am Tegethosf-Monument aus der Elektrischen, geht einige Schritte unter einer grünen Allee, fühlt sich ganz außerhalb der Stadt, meint, man müsse jetzt gleich in ein idyllisches Wäldchen kommen, in dem man sich der Natur nähern kann — und da weht er auch schon entgegen, der eigentümliche Duft des Wiener Praters, ein Geruch von Gulasch und Würstel-Saft, da heulen auch schon die großen Orgeln mit vielen Pfeifen und kleinen beweglichen Puppen ihre klassischen Melodien aus Rossini, Auber, Wagner, da kommen die Weisen heran, die unsere Großeltern fangen, als sie Kinder waren, beim dieser Prater ist durchaus klassisch und konservativ, und ich wüßte nicht, daß sich in all den Sohren sein Bild wesentlich geändert hätte. Gewiß, einige neue Lustbarkeiten tauchen auf, man kann in elektrischen Automobilen auf einer Asphaltsläche oder in Motorbooten auf einem künstlichen See spozieren- sohren, wobei das Gefühl, ein eigenes Gefährt zu lenken, dos Verlockende ist: auch im Prater geht jetzt schon alles elektrisch — nicht nur das weltberühmte Riesenrad — aber diese Elektrizität versteckt sich, sie drängt sich nirgends hervor, sie bleibt hinter den bemalten Wänden der Buden. Sa, es scheint: der Prater schämt sich, modern zu sein, und mehr als diese letzten technischen Errungenschaften stellt er seine alten ehrwürdigen Objekte aus, die noch genau so geblieben sind wie vor einem Jahrhundert. Da steht in einer offenen Rundhalle der große Chinese: Eine riesenhafte steife Holzfigur in zerschlissenem Gewand, an dessen Herrichtung offenbar kein Mensch denkt: er ist der Mittelpunkt eines Karussells, das aus kleinen Eisenbahnwägelchen mit einer kupfernen Lokomotive besteht, denn, erinnern wir uns, diese Schaustellung stammt aus der Zeit, da die ersten Eisenbahnen liefen. Unb i>ie Eisenbahn des Chinesen geht auch heute noch munter im Kreise, langsam und gemächlich führt sie in die Runde und hat keinen Ehrgeiz, einen zeitgemäßen Rekord aufzustellen. Sa, die Wiener benutzen dieses altväterliche Karussell, sie.fahren auch gerne mit den anderen, die da sind, mit den hölzernen Pferdchen, den geschwungenen Schwänen, den bunten Schlitten, und es ist noch eine Hehr alte Schaukel vorhanden, deren ousgebuhtete Schiffchen einmal für die Boaen der Reisröck? berechnet waren. Unb dann gibt es die Grottenbahnen. Sn einer Zeit, da alle Panoptika in Europa versteigert teerten, haben sich im Wiener Prater die kleinen Minioturpanoptika erholten. Denn da fährt man wirklich durch Grotten, die wahrscheinlich aus Papiermache find und sieht in ihren Höhlen kleine bewegliche Schauspiele: der König der Zwerge hat feinen Hofstaat versammelt, hebt würdig die Hand, und bi? winzigen Kerlchen verneigen sich: in einer schauerlichen Wolfsschlucht beschwört Kaspar mit bem ängstlichen Max den Samiel, der bann aus einer feuerroten Höhle auftaucht, wäh- renb nächtliches Getier vor einem Gespensterhimmel kreist, ein veritabler Wasserfall stürzt in die Tiefe: und durch die Hecke bricht der Prinz, der Dornröschen erwecken wird. Solche SUufionen gewährt die Grottenbahn für einige Groschen, und es fährt ein Ansager mit, einer von den Kerlen, wie sie uns den alten Kintopp erläuterten, und schreit: „Der Untergang der großen Stadt Lissabon durch ein schreckliches Erdbeben!" und dann verfinstert sich der Himmel, es kracht und donnert gewaltig, Dunkelheit umhüllt uns, und wenn es wieder hell wird, lodern aus allen Häusern entsetzliche Flammen (roter Stoff und Ventilator). Gewiß, an solchen Dingen erfreuen sich die Wiener: diese Grottenbahnen verändern ihr Programm nicht, sie stehen ewig: ewig hebt der Zwergenkönig würdevoll die Hand, ewig prasselt der Niagara, und Samiel aus dem „Freischütz" taucht in die Magie eines höllischen Lichtes empor. Alles wird überweht von dem Duft des Paprikogulosch und der heißen Würstel: die großen Orgeln heulen, und das Ganze strömt auf dos Wiener Volk die Sllufion von Traum, Abenteuer und romantischem Geschehen aus. Der Prater ist auch heute noch der Traum des Knaben, der ihm nach einer guten Schulzensur gnädig beschert wird, und die Erwachsenen suchen nicht weniger freudig diese Stätten der ersten jugendlichen Schauer auf, da ihnen die gewaltigen Orgeln donnernd den süßen Schrecken des ilnbefannten ins Herz heulten. Oie Europa" spricht um die Erde. Der Dampfer „Europa" hot kürzlich um die Erde gesprochen. Eigentlich war cs zwar nur um die halbe Erde — aber wenn man eben um die halbe Erde herumsprechen kann, dann kann man auch um die ganze Erde herumsprechen: denn der, mit dem man sprechen will, kann nie mehr als den halben Erdumfang von einem entfernt fein. Die Funkeinrichtung des Dampfers „Europa" ist dem neuesten Stand der Technik angepoht. Aus der zu, daß die neuen Verstärkungen keineswegs auf eine Verschärfung der Bedrohung der Provinz zurückzuführen feien oder Hindeutelen, und daß vorwärts der Heilsberger Stellung wohnende Teile der Bevölkerung keinen GrundzuderAnnohme hätten, daß sie m i.l i- tärisch aufgegeben feien. An dem Grundsatz der Behauptung der ganzen Provinz habe sich nichts geändert. Das Bürgertum im hessischen Wahlkampf. Tic Bokkspartci für eine bürgerliche Einheitsfront. WSN. Darmstadt, 25. Mai. Der Landesausschuß der Deutschen Volksport e i trat in Darmstadt zu einer stark besuchten Versammlung in Anwesenheit des Parteiführers D i n g e l d e y zusammen. Der Lanbcsausschuß billigte einmütig die bereits geführten Verhandlungen auf Herbeiführung einer bürgerlichen Einheitsfront in Hes- f e n und bevollmächtigte ben Landesvorsitzenden zu weiteren Verhandlungen. Der Parteiführer Dingeldey umriß in einem mit stürmischen Ovationen aufgenommenen Referat die großen Probleme dcr Snnen- und Außenpolitik und fand den Beifall der Versammlung mit der Darstellung der von ihm erstrebten Einigungsverhanblungen im Bürgertum. Ein Beschluß der Deutschen Staatspartei. Darmstadt, 25. Mai. Sn einer Mitgliederversammlung der Darmstädter Ortsgruppe der Deutschen Staatspartei, in der der Vorsitzende der hessischen Londespartei, Dr. Weiner- Offenbach a. M., über die Bestrebungen der bürgerlichen Sammlung in Hessen sprach, wurde einmütig als Ziel jeglicher Sammlung eine klare Frontstellung gegen den Nationalsozialismus herauSgestellt. Don der bürgerlichen Einheitsliste, die man im Prinzip begrüße, wurde bedangt, daß sie mehr sei als eine Aneinanderreihung von Porteikandidaten und daß sie in ihrer Zusammensetzung die Gewähr gegen Regierungsexperimente mit dem Nationalsozialismus biete, der sich durch sein ganzes Verhalten und durch sein stetes Zusammengehen mit dem Kommunismus im aufgelösten Landtag als Feind des Bürgertums erwiesen habe. Der Haushalisausschuß gegen das Sparprogramm des Siädietags. Berlin, 25. Mai. (DDZ.) Der Haushaltsausschuß des Reichstages beschloß auf Antrag der Kommunisten mit den Stimmen der Nationalsozialisten und der Kommunisten bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten, daß gegen das vom Städtetag aufgestellte sogenannte Finanz- und Wirtschaftsprvgramm folgende Maßnahmen ergriffen werden sollen: Reichs- und Landesregierungen sollen d i e Vorschläge auf weiteren Abbau der Arbeitslosenversicherung und der öffentlichen Wohlsohrtsfürsorge sowie sonstiger sozialer oder kultureller Verschlechterungen nicht durchführen. Die bereits durchgeführten Maßnahmen werden rückgängig gemacht. Länder und Gemeinden werden verpflichtet, Wohlfahrtsunterstützung nach den Sähen der gehobenen Fürsorge mindestens in der Höhe wie am 1. Sanuar 19 31 z u zahlen, Krankenhäuser, Badeanstalten usw. nicht zu schließen oder einzuschränken, Zusammenlegung von Schulen oder Klassen und Einschränkungen des Lehrkörpers zu unterlaß» s e n. Die Lehrmittel sind Minderbemittelten kostenlos zu liefern, die Schulspeisungen in vollem Umfange wieder aufju* nehmen. letzten Reise von Neuyork nach Bremen gelang mit ihr eine Wechselgespräch-Fernsprechverbindung auf Kurzwellen mit der Küstenfunkstelle Norddeich über eine Entfernung von fast 5000 Kilometer, also schon bald, nachdem das Schiff Neuyork verlassen hatte. Die Sprechoersuche wurden deshalb fortgesetzt. Da die Verständigung ganz ausgezeichnet war, versuchte Norddeich, wie weit sie eigentlich reiche. Norddeich verband zunächst mit Bangkok in Siam, und zwar dadurch, daß es eine 5Berbini>uncj über ein Fernsprechkabel mit dem Ucberfeeamt in Berlin und der Großfunkstelle Nauen herstellte, das dann das Gespräch auf Kurzwellen nach Siam weiterleitete. Zn halbstündiger Unterhaltung wurde festgestellt, daß die Sprechgüte eines gewöhnlichen Ferngesprächs mit sehr hoher Lautstärke erreicht wurde. Am nächsten Tage wurde auf demselben Wege von der „Europa" Fernsprechverbindung mit Rio de Janeiro angenommen. Auch hierbei war die Verständigung beiderseits einwandfrei. Es wurde deutsch, spanisch und portugiesisch gesprochen. K. A. Vom Spargel. Das Geschlecht der Spargel ist an den Gestaden des Mittelmeeres, in Nordafrika und Asien beheimatet und erreicht den Höhepunkt seiner Verbrei- tung in Südafrika. Als Bewohner regenarmer Ge- biete hat die Natur diese zählebigen Gewächse mit fleischig dicken Wurzelstöcken und zum Schutz gegen Verdunstung mit der denkbar feinsten Belaubung ausgestattet, deren wunderbar zartes Filigran- gezweig wir an unseren Zierspargeln bewundern, die alle aus Südafrika stammen. Aber nur eine der etwa hundert Spargelarten kann Anspruch darauf erheben, als der „echte" Spargel das edelste und feinste Gemüse des Frühlings zu liefern und damit dem Menschen nicht nur eine Erhöhung der Tafel- freuten, sondern auch Millionen anderen Broterwerb zu vermitteln. Schon die alten Aegypter schätzten die zarten Sprosse des Spargels, und es kann als selbstverständlich angenommen werden, daß Spargelbau bei den als Feinschmecker bekannten Römern schon frühzeitig eine Nolle gespielt hat. Plinius preist den Spargel als ©ättergabe für die Liebenden. Damals wie auch heute noch schreibt man dem Genuß des Spargels mancherlei heilkräftige Wirkungen zu. In Deutschland finden wir nennenswerten Spar- gelbau erst nach dem 16. Jahrhundert. Die Pflanze dürfte aber durch Klöster schon viel früher aus Italien zu uns gekommen sein, um als „Herrgottskraut" zur Schmückung der Heiligenbilder Verwen- düng zu finden. Gegenwärtig ist Spargel fast über ganz Europa verbreitet. Straßenkrawalle in Hamburg. Sturm auf den Alsterpavillon. Arn Mittwochabend kam es auf dem Jungfern st i e g zu schweren Ausschreitungen erwerbsloser kommunistischer Elemente. Ein Zug von mehreren tausend Personen, darunter auffallend viele Frauen, zog unter fortwährenden Hungerrufen durch die Straße. Von dem Alsterpavillon ergriffen die Demonstranten Stühle und Tische und schleuderten sie gegen bie großen Spiegelscheiben des gut besuchten Lokals. In das Klirren der Fensterscheiben mischten sich die Angstrufe der Gäste, die ihre Fensterplätze fluchtartig räumten. Um die Menschenmenge am (Einbringen zu verhindern, nahmen vier Polizeibeamte mit gezogenen Revolvern an ben Eingängen Ausstellung. Es gelang ihnen, die Angreifer solange in Schach zu halten, bis von den benachbarten Polizeiwachen drei Hilfsbereitschaften zur Stelle waren. Die Straßen wurden darauf.mit dem Gummiknüppel geräumt. Der' Alsterpavillon wurde vorübergehend geschlossen. Auch die am Jung- fernftieg gelegenen zahlreichen Geschäfte m a ch- ten z u , da Plünderungen befürchtet-wurden. Die Fensterscheiben zweier Läden wurden ebenfalls ein- geschlagen. Mehrere den Iungfernstieg passierende Privatauto mobile wurden von der erregten Menge angehalten und umgekippt, nachdem bie Insassen die Wagen verlassen hatten. Wist von Augenzugen einwandfrei festgestellt werdet konnte, war bie ganze Aktion systematisch vorbereitet. Die Vorgänge spielten sich blitzartig ab« OerReichsbund der Höheren Beamten an den Reichspräsidenten. Berlin, 25. Mai. (Täl.) Der ReichsbunS der höheren Beamten hat folgendes Telegramm an den Reichspräsidenten in Neudeck (Ostpreus ßen) gerichtet: „Nach den bisherigen Pressemeldungen sollen die durch die Notverordnung aufzuerlegenden Mehrlasten den Charakter einer Sonderabgabe tragen, deren Der« wirklichung im Widerspruch stehen würds zu den vor der Deichspräsidentenwahl und den Länderwahlen mehrfach abgegebenen Erklär rungen leitender Staatsmänner. Da» zu greift unter Ausnutzung der Ermächtigung der Notverordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 24. August 1931 steigende Willkür in der Ausz ahlung der gesetzlich festgelegten Beamtenbezüge in Ländern und Gemeinden um sich. Auch werden weitestgehende Kür« zungspläne in Länder- und Stadtparlamenten vorbereitet und auch zur Annahme gebracht, die eine Aufhebung desLeistungsprin- zips bedeuten. Die Wiederaufnahme der Schuldenzahlungen an Amerika. England unterzeichnet das Abkommen. London, 25. Mai. (TU.) Wie Außenminister Simon im Unterhause mitteilte, ist der englische Botschafter in Washington angewiesen worden, das Abkommen zu unterzeichnen, das die Rückzahlung der durch das Hoover-Moratorium gestundeten englischen Kriegsschul- denanAmerik aregelt. Das Abkommen berühre keinerlei grundsätzliche Fragen. Es handle sich daher um nichts anderes, als um eine notwendige Förmlichkeit, um dem Hoover-Vorschlag vom Juli 1931 über die einjährige Aufschiebung der Reparationen und Kriegsschulden gesetzliche Wirkung zu erteilen. Der Beschluß der Regierung, die Wiederaufnahme der Schuldenzahlungen an Amerika vorzubereiten, wird von der Presse stark kritisiert. „Financial News" erblickt hierin eine bedauerliche Schwäche der Regierung, wenn dieser Beschluß tatsächlich bedeute, daß sie keinen Schritt zur Erleichterung der Zahlungen einleiten, sondern s i ch mit der S ch u l d e n z a h l u n g einfach absind e n wolle. Wenn keine ernsten Anstrengungen gemacht würden, um die Schuldenverhandlungen mit Amerika in Fluß zu bringen, so werde sich in ganz Der Spargel braucht leichten, nahrhaften Boden. Berühmte Spargelgebiete sind die von Rheinhessen bei Mombach und Ingelheim, die von Schwetzingen, Ulm und Braunschweig. Die Ernte beginnt in der Regel Ende April und wird bis Johanni (24. Juni) fortgesetzt. Von diesem Zeitpunkt ab läßt man die Schosse zu grünen Bäumchen werden. Früherer Abschluß der Ernte erhöht den nächstjährigen Ertrag. Die Lage auf dem Spargelmarkt ist zur Zeit katastrophal. Der um mehr als 14 Tage verspätete Beginn des Spargelstechens bedeutete schon einen großen Ausfall an Einnahme. Nun besteht ein eberangebot bei fehlendem Absatz, da auch die Konservenfabriken ihre Betriebe einschränkten. Die Großabnehmer schulden zum Teil noch die Beträge aus vorjähriger Ernte. Da Spargel auch keine Ware ist, die sich aufheben läßt, sind die Preise billig. Darum eßt Spargel. R. Hochfchulnachnchien. Der ordentliche Professor Dr. jur. Ernst Geling, namhafter Vertreter der klassischen Richtung der Strafrechtswissenschaft, ist in München im Alter von 65 Jahren geftorben. Beling wurde am 19. Juni 1866 in Glogau geboren und begann seine akademische Laufbahn als Privatdozent 1893 in Breslau, wo er vier Jahre später zum Extraordi- narius ernannt wurde und 1898 eine ordentliche Professur erhielt: in Gießen wirkte Beling als Ordinarius von 1900 bis 1902, von 1902 bis 1913 lehrte er in Tübingen und feit 1913 in München. — Von Pekings zahlreichen fachliterarischen Arbeiten nennen wir: „Die Wiedereinführung der Berufung", „Grundzüge des Strafrechts", „Fälle aus dem Strafprozeßrecht", „Die Lehre vom Verbrechen", „Die Vergeltungsidee und ihre Bedeutung für das Strafrecht", „Versailler Friede und deutsche Rechtspflege", „Methodik der Gesetzgebung", „Rechtswissenschaft untr Rechtsphilosophie", „Revolution und Recht". Professor Dr. Karl Benda, der bedeutende Berliner Pathologe, ist auf einer italienischen Reise plötzlich gestorben. Professor Benda hat bahnbrechende Arbeiten auf dem Gebiet der pathologischen Gewebeforschung und Anatomie geleistet. Dr. jur. Karl Rauch, Ministerialdirektor i. W. und ordentlicher Honorarprofessor für deutsches, bürgerliches und Handelsrecht an der Universität Jena, ist aus dem thüringischen Staatsdienst entlassen worden, um einem Rufe als Ordinarius an die Universität Kiel Folge zu leisten. Der Deutsche Historikertag wird vom 1 bis zum 3. August d. I. in G ö ttingsx fiatfr finden, T y, Oie Aussichten für Lausanne. Frankreich plädiert für ein weiteres Provisorium. Lcharfc Kritik an der englischen Haltung. Pari», 25.Mai. (CNB > Die Ausführungen der „Times" über die Reparationsfrage haben in Frankreich einen ft arten Eindruck her vorgerufen, wenn offenbar auch die offiziellen Regierungskreifc nicht gerade angenehm davon bc- rührt worden sind. Das erklärt die Campagne, die gegen den englischen Standpunkt eingesetzt hat und die von offiziöser Seite ausgehenden Anstrengungen, um die Aeußerungcn der offiziellen „Times" i n ihrer Wirkung obzuschwächen. Auch brr „Temp »" bemüht sich noch dieser Richtung Er- will der Kombination gewisser englischer Kreise, die ihm höchst verworren Vorkommen, kein Verständnis obgcwinnen können. Man versuche, den Eindruck zu erwecken, als ob die französische Forderung aus Beibehaltung des Grund latzes der Reparationen eine dauerhafte Lösung der ganzen Frage verhindere. Dom allgemeinen Standpunkt aus und im Interesse einer Befriedung Europas wäre die endgültige Abschaffung der Reparationen sicherlich nur zu begrüßen. Diese Losung fei jedoch nur möglich, wenn sie parallel zur Streichung der interalliierten Schulden an Amerika laufe. Der Schlüssel liege also in Washington, und es sei keinerlei Aussicht dafür vorhanden, daß Amerika auf die Schuldenzahlungcn verzichte. Selbst der Vorschlag, die Reparationen unter der Bedingung abzuschoffen, daß Deutsch la nd eine letzte Zahlung in Höhe von etwa fünf Milliarden Goldmark leiste, habe keinerlei Aussicht, angenommen zu werden, da Reichskanzler Dr Brüning bereit» ösfentlich gegen jede Wiederaufnahme der Zahlungen Stellung genommen Hobe. Eine solche Losung würde außerdem die Frage der interalliierten Schulden vollkommen offen lassen. Unter den gegenwärtigen Umständen sei die vernünftigste Lösung die, da» Moratorium io lange zu verlängern, bi» die Möglichkeit gegeben sei, auf vernünftiger Grundlage mit der Washingtoner Regierung die gesamte Schuldenfrage zu besprechen. Es sei jedoch mchrolszweiselhait, daß d > e Reichsregierung unter dem Druck der Recht»- kreise ein solches Provisorium annchrnc Auch das .3 o u r n a I d e DebatS" ist der Ansicht, daß die Politik Englands schwer verständlich sei. Aus der Lausanner Konferenz werde Deutschland erklären, daß es niemals mehr etwa - zahlen werde. Frankreich werde, demgegenüber wenigstens möchte man es annchmen, verlangen, daß man der Zukunftnicht vor- g reise. Aus jeden Fall werde Deutschland in irgend einer Farm für eine noch sestzuschende Zeit von jeder" Zahlung befreit werden. Da nun daS Hoover - Moratorium am 1. 3uli ablaufe, würden die ehemaligen Alliierten grundsätzlich die 3ahreszahlungen an Amerika wieder ausnehmen. Gei e- zulässig, daß sie. obgleich sie um die ihnen zukommenden deutschen Reparationszahlungen kämen, dennoch gezwungen wurden, ihre Verpflichtungen gegenüber Amerika aufrechterhalten zu müssen, daS auf sie einen Druck auSübe. aus ihre eigenen Ansprüche zu vernichten, aber trotzdem die fei* nigen rigoroS aufrechterhalte? Die ehemaligen Alliierten hätten alles Interests, sichdarüber vorher zu verständigen und auf jeden Fall zu untersuchen, ob sie nicht eine gemeinsame Haltung einnehmen könnten. England eine starke Gegnerschaft erheben. Sonst könnte man für die Haltung der Regierung nur die bedauerliche Erklärung finden, daß sie a n eine Fortsetzung de» Tribut- und Kriegsschulden-Zirkus nach Lausanne und nach Beendigung des Hoover-Jahres in dieser oder jener Form noch glaube. „Daily Herold*' weist auf die großen Gefahren hin, die Deutschland bedrohen. E» werde nicht mehr lange dauern, daß Deutsch- land dem Beispiel Oe st erreich» folge und ein Transfer -Moratorium anmelden müsse. Bedauerlicherweise werde seitens der Staatsleute nichts getan, um diese» Unglück abzuwenden. . Oer Evangelische Kirchenauöschuß in Wittenberg. Wittenberg. 25 Mai. (ERD ) Der Deutsche Evangelische Kirchenausfchuh, das ober st e Organ derim Kirchenbund vereinten deutschen Landeskirchen, ist anläßlich des zehnjährigen 3ubiläumS deS Deutschen Evangelischen Kirchenbundes in der Lutherstodt Wittenberg zusammengetreten. Ein Schreiben des Reich-innenminister- entbot die Grüße der Reichsregierung. Der Evangelische Kirchenbund, so heißt cS in dem Schreiben, sei der lebendige Organismus evangelischen Gemeinde s i n n S geworden. 3n ihm habe der Gestal- tungsw.lle des gesamten deutschen Protestantismus seinen bisher kraftvollsten Ausdruck gesunden. Der Kamps um geistige Güter dürse niemals anders als mit geistigen Waffen aue- getragen werden. Die Gedenkfeier deS Kirchenbundes fanb heute abend in der Schloßkirche zu Wittenberg statt Kirchenpräsident D. Wurm. Stuttgart, sprach von den Ausgaben der Kirche gegenüber der Rot der Gegenwart. 3mmer stärker werde heute die Kirche von allen möglichen Richtungen und Parteien in Anspruch genommen. 3eber verlange von ihr Eintreten für feine eigenen begrenzten Ziele. Demgegenüber müsse die Evangelische Kirche ihre volle Freiheit und Selbständigkeit wahren: denn ihr Weg sei nicht ein politischer Weg. sondern e i n Weg des Glaubens. — Während die Gemeinde die Schloßkirche verlieh, ertönte vom Turm daS Lutherlied „Ein seste Burg ist unser Gott". Admiral von Hipper gestorben. Berlin. 25. Mai. (XM.) Der bekannte Führer der leichten Seestreitkräfte in der Schlacht am Skagerrak und spätere Lhef der Hoch- feeftteitfräftc, Admiral Franz Ritter von Hipper, ist am Mittwochvormittag in feiner Wohnung in Altona-Ottmarfchen einem Schlaganfall erlegen. Admiral H'bver wurde 1863 in Weilheim in Oberbichern geboren und trat 1881 als See* fabelt in die Marine ein. 3n seiner seemännischen Lausbahn wurde er 1906 zum Kommandanten des Panzerkreuzers ..Friedrich Karl" ernannt. 1908 befehligte Hipper die ..Gneisenau" und übernahm dann das Kommando der 1. Torpedodivision. 1911 wurde er zweiter Admiral der Aufklärungsschiffe und übernahm 1913 den Oberbefehl über die Aufklärungsschiffe. Als deren Befehlshaber war er auch während des Krieges tätig und hat an der See schlacht am Skagerrak hervorragenden Anteil genommen. 3n Anerkennung seiner Verdienste wurde ihm der Orden P o u r le m 6 rite verliehen: gleichzeitig wurde er geadelt. 3m August 1918 wurde Franz v. H-pper zum Admiral befördert und zum Chef der Hoch seestreitkräfte ernannt Dezember 1918 erbat er seinen Abschied. Oie japanische Jationalregierung gebildet. Berlin, 26. Mai. (TU.) Das neue japanische Kabinett ist sertiggestellt. Ministerpräsident Admiral Saito wird auch das Außenministerium übernehmen. Finanzminister bleibt Takaha - s ch i. Das Innenministerium erhält Baron I a • m a m o t o, ein Führer der Minseito-Partei. Das Kriegsministerium General H a j a s h i, das Marine- amt Admiral O k a d o. Die Führer der beiden Parlamentsparteien, Baron W a k a t s u k i und S u - z u k i, haben Saito endgültig der Mitarbeit threr Parteien versichert. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 26. Mai 1932. Oie Gefahren des Krühjahrs. Don der DerkehrSwacht Gießen wird uns geschrieben: Das Erwachen der Ratur erweckt im Menschen, ob jung ob alt, das Verlangen. hinauSzuwan- dern in Wald und Flur, um an den Schönheiten, die der Frühling hervorzaubert. Anteil zu nehmen. Wanderer. Radfahrer. Fuhrw'erke und Kraftfahrzeuge beleben die Straße. Tausende von Fußgängern befördern die Reichsbahn und die Omnibusse an die Ausflugsorte, die als Ausgangspunkt für weitere Fußtouren m Frage kommen. Mit der Steigerung deS Verkehrs erhöhen sich auch die Gefahren für alle Wegebenuher. Die DerkehrSwacht Gießen betrachtet eS als chre vornehmste Pflicht, warnend und belehrend ihre „Stimme" zu erheben, um zu erreichen, daß die Derkehrsunfälle auf ein Mindestmaß herabgedrückt werden Getreu unserem obersten Grundsatz: ..Hebung der Verkehrssicherheit durch Erziehung zur Derkehrsdisziplin" richten wir an alle das Ersuchen, unsere gemeinnützigen Bestrebungen zu unterstützen. Eltern, Lehrer und Erzieher! belehrt eure Kinder und Pflegebefohlenen über die Gefahren der Straße! Sagt ihnen, daß die Fahrstraße für den allgemeinen Verkehr und der Geh steig fürdie Fußgänger bestimmt ist. Eltern! achtet auf eure Kleinen! Automobilisten und Berufsfahrer, beachtet die gesetzlichen Bestimmungen und Verkehrsregeln! Radfahrer. Fuhrwerkslenker. Wanderer und Raturfreunde, haltet die rechte Straßenseite ein. denn jede Unachtsamkeit bringt Gefahr für Leben und Gesundheit! Merkt euch: Der gefährlichste Feind der Verkehrssicherheit ist der Alkohol! Die DerkehrSwacht kann ihr Ziel nur erreichen, wenn in erster Linie jeder bei sich selbst anfangt. Derkehrsdisziplin zu üben und so zu einem Dorbild wird für alle anderen Strafjen- benuher. Helft mit! 3hr dient damit Euch und unS. Förderung der Derkehrssicherheit ist Dienst am Dolke! Oer neue Gießener Polizeidirektor Der seitherige Regierungsrat beim PoliAeiamt Darmstadt. Dr. Kayser, wurde, wie wir zuverlässig erfahren, mit Wirkung vom 13uni ab zum Vorstand des Polizeiamtes Die - ßcn mit der Amtsbezeichnung „Polizeidirektor" ernannt. Polizeidirektor Dr. Kayser ist zuletzt seit elf 3ahren beim Polizeiamt Darmstadt tätig gewesen. Vorher wirkte er etwa zwei 3ahre lang als KreiSamtmann in Bingen, früher war er beim KreiSamt in Worms beschäftigt. Oie Wählerliste liegt offen. Dom Sonntag, 2 9. Mai, bis einschließlich Sonntag, 5. Juni, liegt für die kommende Landtagswahl im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13, die W ä h l e r l i st e zur Einsicht nähme offen. Personen, die bis zum 19. Juni 1932 das Wahlaltcr von 20 Jahren erreichen, Wahl- berechtigte, die in letzter Zeit ihre Wohnung ge- wechselt haben oder deren Hausnummer geändert worden ist, die erst zugezogen sind ober durch Der- heiratung einen anderen Namen führen usw., mögen nicht versäumen, sich von der richtigen Eintragung in die Wählerliste durch Einsichtnahme zu überzeugen. Siche Bekanntmachung im heutigen An- zeigenteil. Oie Gottlosenbewegung. Gestern abend sprach in einer recht gut besuchten Versammlung der Frauengruppe Gießen der De u t s ch n a t i a n a l e n Dvlks- Partei Frau 3. Heraeus-Offenbach a. M. über die Gattlosenbewegung. Die Rednerin führte etwa folgendes aus: Auf der im 3 obre 1930 in Berlin statt gehabten Ifa-Aus- stellung, die von dieser Bewegung veranstaltet wurde, zeigte man vornehmlich anstößige Bilder und Darstellungen, fo Christus in Komn.isstiefeln und mit der Gasmaske u'to. Alles dies geschah trotz des starken Einflusses, den das christliche Zentrum besitze. Durch diele Ausstellung wurden auch zahlreiche Kinder geführt und dabei besonders auf die paradiesischen Zustände in Ruß- lanb Hingewielen. Kino und Radio stehen im Dienste der Gottlolenvrovaganda. ebenso die Schallplattei:. Widerliche Parodien von Kirchenliedern und Gebeten werden den Kindern dargeboten. Als werteres AgtlanonSrnttrel bienen Schau'p.elertruppen bei Versammlungen und auf den Straßen. Verächtlichmachung Gottes und keiner Eigenschaften. Ebenso trmbe versucht, den Weihnachtsgottesdienst zu stören. Auch in He"en geht derartiges vor. Die Schulkinder werden durch gedruckte Handzettel verhehl, in den Schulen Gedichte. die das Wort GotteS enthalten, nicht gelesen. die Anschaffung der betreffenden Lesebücher von den Eltern verweigert. Schon in den Kindergärten werden kommunistische Demonstrationen t>eran ft öltet, werden kommunistische Kindergärten gegründet. Aber dies ist ein Beweis dafür, wie tief man in Deutschland bereit# im Bolschewismus steckt. Vielfach versagen dabei die Eltern, oft aber auch die christlich-nationalen Streik. Die Gott lote nbewegung ist neu. die Gottlosigkeit aber so alt wie die Men'chheit. Diese wurde ober vermehrt durch die Erfindungen und Entdeckungen, durch bte Aufklärung und den Fortschritt in der Technik, durch Materialismus und MarriSmuS. Durch Rotverordnung ist die kommunistische Freidenker-Organisation verboten, nicht aber die der Sozialdemokratie und ihre Freidenker-Organisationen Auch diese arbeiten indirekt für den Bolschewismus So ist z. B. in Rußland die Einzel- Persönlichkeit ohne Bedeutung, alle# Geistige nur Bewegung der Materie, daher auch kein Platz für Golt. Aller Defitz ist nur Staatseigentum. Man erstrebt Gleichmacherei in der ödesten Form. Ziel ist Zerstörung des Familienlebens. Gottes Gebote gibt es nicht, gut ist nur. wa# der Partei nützt, schlecht was ihr schadet. ..Religion ist Opium oder Fusel", also von dem kommunistischen Arbeiter zu meiden. 3n Rußland ist jede religiöse Propaganda verboten, ebenso der Religionsunterricht. Kirchen werden in KinoS oder Klublokale umgewandelt. Dieselben Mcchoden werden jetzt auch in Deutschland angetoenbet, wenn auch in letzter Zeit nach außen hin etwa# gemildert. Dafür aber treibt man Zellenbildungen und geschicktes Operieren bei den Andersdenkenden. DaS Ziel ist immer das gleiche: Vernichtung des Gottesglauben«. Das wird besonders katastrophal für die Jugend Darum ist es Pflicht eines jeden, der noch an Gott und an die sittliche Weltordnung glaubt, der Gottlosenbewegung den schärfsten Widerstand entgegenzusehen. Daten für Donnerstag, 26. Mai. 1521: Luther wird in die Reichsacht getan; — 1923: Albert Leo Schlageter wird in Düsseldorf erschossen. Taten für Kreitag, 27. Mai. 1832: Hambacher Fest auf Schloß Hambach (jetzt Marburg) bei Neustadt an der Hardt; — 1840: der Geigenkünstler Niccolo Paganini in Nizza gestorben: — 1874: der Dichter Richard von Schaukal in Brünn geboren; — 1910: der Bakteriologe Robert Koch in Baden-Baden gestorben. Gießener Wochenmarktpreise. * Giehen. 26. Mai. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter Pfund 1.00; Suß- rabmbutter 1,30; Landbutter 1.30; Matte 25 bis 30; Wirsing neue 20 bis 25; rote Rüben 10 biS 12; Spinat 10 bi« 12; Römischkohl 10 bi« 12; Spargel 25 bi« 50; Mifchgemüse 10 bis 12; Tomaten 70 bis 75; Zwiebeln 15 bis 18; Meerrettich 30 bis 60; Rhabarber 8 bis 10; Kartoffeln 4,5; Aepfel 10 bis 20; Dörrobst 25 bis 30; Honig 40 bis 45; junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80; Tauben Stück 50 bi« 70: Käse 5 bis 10; Gier 7 (10 Stück 65); Blumenkohl 30 bis 70; Salat 10 bis 15; Salatgurken 40 bi« 60; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bi« 10; Rettich 15 big 20; Sellerie 10 bis 30: gelbe Rüben (neue) Bund 20 bis 25; Radieschen 10 bi« 15; Kartoffeln Zentner 3,80 bis 4,00. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Mtv: 21 Uhr, Cafs Ebel, Spieleroersammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. „Melodie der Liebe". — Aus dem Stadttheaterbureau wird un« geschrieben: Morgen, Freitag, 27. Mai, 20 Uhr Sondervorstellung für den Verein für das Deutschtum im Auslande. Zur Aufführung gelangt „Volk in Rot", ein deutsches Heldenlied von Karl Schönherr. Der Freiheitskampf der Tiroler gegen Napoleons Fremdherrschaft bildet das Thema des Stückes. Peter Fas sott hat die Spielleitung. Ende 22.30 Uhr. Ab heute sind auch Karten im freien Verkauf an der Theaterkasse zu haben. — Sonntag, 29. Mai, ist in Gießen geschlossen. — Montag, 30. Mai. zum letzten Male „Faust. 1. Teil" unter der Spielleitung des Intendanten. Die letzte Gelegenheit, die repräsentative Inszenierung des Goethe» jahres zu sehen. Beginn 19 Uhr. Ende 24 Uhr — Die letzte Vorstellung der Spielzeit wird eine Wiederholung des Schönherrschen Dramas „Volk in Rot"' am Dienstag. 31. Mai, um 20 Uhr sein. Auch hier billige Preise. — Hausfrauenabende veranstaltet die Gießener Gasoereinigung am 2. und 3. Juni im Caf6 Leib. Die Veranstaltungen bringen Vorträge, Schaukochen, Kostprobenverteilung und künstlerische Darbietungen, bei denen Tanzlehrer Bä ulke und Frau sowie Spielleiter Hub vom Stadttheater und die Kapelle E i n b r o d t mitwirken werden. Inter- essenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen. * • Abendandacht f ü t Studenten. Die erste Abendandacht für Studenten in diesem Semester findet morgen um 20 Uhr pünktlich in der Kapelle auf dem Alten Friedhof statt. Die evangelischen Glieder der Stodtgemeinden haben zu diesen Andachten ohne weiteres Zutritt. * • Eine Achtzigjährige. Frau Louise Schmidt, Seltcrsweg 27 wohnhaft, kann am heutigen Donnerstag in körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag begehen. " Die Auszahlung der Militär- Derforgungsgebührnisse (Heeresrenten) für den Monat Juni erfolgt am Samstag. 28- Hai. in der Zeit von 8.30 bis 12 00 und von 1400 biS 17.00 Uhr beim Postamt, Bahnhofstraße 91. " Gießener Hochschulgefelkschaft Die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen (Gießener Hochfchulgefellfchaft) hält am nächsten Samstag ihre Iahrestagung ab. Aus diesem Anlaß findet um 17.15 Uhr im Großen Hörsaal der Universität eine Festsitzung statt, in der Professor Dr. Kuhn über .Die deutsche Führerfrage in ihrer Abhängigkeit von Erblichkeit und Umwelt' sprechen wird. Das Collegium musicum der Universität wird die Sitzung mit der Wiedergabe Schubertscher Kompositionen einleiten und abfchliehen Zu der Veranstaltung sind auch Gäste bei freiem Eintritt willkommen. iGiehe heutige Anzeige > " Benefizvorstellung der Mitglieder de« Gießener Stadttheater«. Man schreibt un«: Die Mitglieder bei Sießene« StadttheaterS veranstalten in freiem Jahre zugunsten ihrer Fenenkasle am SamStag. 4.3unt, 2015 Uhr, eine Benesizvorstellung. Zur Auf- fübrung gelangt die berühmte hellische Lvkal- polse . Der Datlench" von Ernst Rtcbergall Die Vorstellung ist außer Abonnement zu gewöhnlichen Preisen Der Vorverkauf hat heute begonnen. " Da» Militär- Groß. Konzert am nächsten Sonntag in der Volk-Halle in Gießen dürfte — so schreibt man uns — für die Besucher ein besonderer Genuß werden. Es sind diesmal 3 Musik« korps, jede mit voller Beletzung, zu einer großen Kapelle zusaminengksteUt. Eine derartige Veranftol- tung ist nur möglich in unserer Votkshallc, denn bei den großen Raumoerhaltnilsen der Halle kommt ein Konzert, welches von etwa 100 Musikern ausgefuhrt wird, erst recht zu Geltung. Eine besondere Note erhalt da» Konzert noch dadurch, daß der Heere». musikinspizient der Reichswehr die beiden Teile de» Programms persönlich dirigiert. Der erste Teil des Programm, bringt klassische Musik von G Verdi, L. van Beethoven, Eugen d'Albert und Franz Liszt. Der zweite Teil bringt u n zwei hessische Präsentier- morsche, den Äuralfiermarfd) „Großer Kurfürst", den Heeresmarsch UI, 142, unter Benutzung von Heroldstrompeten und Kesselpauken. Al» Abschluß kommt unter Mitwirkung des Spielmannzuge» der »Große Zapfenstreich" zum Vortrag. Ihn derartiges Konzert mit einer so hervorragenden Besetzung wird sich der Bevölkerung von Gießen und Umgebung sobald nicht wieder bieten. Der Termin für die Veranstaltung dürfte auch günftig gewählt sein, denn ein großer Teil der auswärtigen Besucher kann, da die Veranstaltung am Sonntagabend stattfindet, mit Sonntagsfahrkorte Gießen erreichen. Der Karten- vorverkauf hat bereits gut eingesetzt; es dürfte sich empfehlen, sich rechtzciiig Karten zu besorgen, da deren Zahl beschränkt ist. Für Erwerbslose findet fein Vorverkauf statt, diese erhalten ihre Karten an der Abendkasse. Näheres ist aus der Anzeige in der Samstoanummer zu ersehen. ,e Wandern in der Schülerabteilung de« Mä nner-T u rn -Vere i n « Gienen. Die Iugendabteilung de« Mtv. Gießen unternahm, wie man unS berichtet, am vergangenen Sonntag unter Führung de« Schülerturn- wartes H. Freienfehner ihre zweite diesjährige Sommerwanderung. Es nahmen daran insgesamt 55 Schüler bzw. Schülerinnen de« Mtv., sowie zwei Erwachsene teil. Die Wanderung begann um 8 Uhr auf dem OSwaldsgarten und führte zunächst entlang der Main-Weser-Bahn nach Wißmar. Don hier ging e« nach kurzer Rast durch da« herrliche Wißmarbachtal zum Waidhaus, welches um die Mittagszeit erreicht wurde. Hier wurde abgekocht, und bei Spiel, Gesang und Reigen entwickelte sich bald ein frisch-fröhliche« Treiben in DotteS freier Ratur. Leider verstrichen die frohen Stunden allzu schnell. und kurz nach 16 Uhr wurde der Heimweg nach Gießen angetreten, der durch da« Vohnbach- tal und über Krofdorf führte. Am Odwald«garten löste sich nach einem dreifach kräftigen .Gat Heil" aus den Mtv. die junge Wanderschar auf. Gngesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) „praktische" vcrkehr»arbeit. D« liegt ein Ort in Oberhessen, der heißt: „Kloster ArnSburg". Gr ist eine Klosterruine. so schön, daß man weit reisen müßte, eine gleich schöne zu linden. Und Barockbauten he sprechen für sich selbst. Und dort ist auch die Klostermühle, in der man bestens verpflegt wird. Wer aber dahinkommen will, muß sich erst durch einen Riesenfahrplan hindurchsressen. Der Fahrplan ist 84 Zentimeter lang und 74 Zentimeter breit. .Butzbach - Sicher Eisenbahn" heißt er und .Krastwagenverkehr". Und wer sich durch diesen Fahrplan durchgesressen hat. der sieht, daß die Züge alle nicht fahren, oder aber a n f o m - men, wenn die Züge der StaatSbahn in Lich gerade abgefahren sind. Und der .Krastwagenverkehr" verkehrt immer in der Richtung, wo man nicht« zu suchen hat. Und wer nach Arnsburg will, der kann nicht hin, — e« sei denn, er macht ein .Muster ohne Wert" au« sich für die ReichSpost, oder, wenn er mehr Lebendgewicht hat, ein .Sperrgut" für da« Licher Bähnchen. Güter toerben nämlich befördert! Und wer in ArnSburg ist, der kann nicht mehr fort nach Gießen. Wenn diese Stadt auf dem Mond läge, vielleicht käme man leichter dahin! S. V. Wettervoraussage. Das Wetterkartenbild hat sich seit gestern nicht wesentlich geändert. Hoher Druck im Norden und Nordwesten und flache Störungen über Deutschland und der Ostsee bedingen weiterhin entsprechend dem Druckgefälle Zufuhr kühler Luft. Daher tritt Be- ständigkeit zunächst nicht ein. Bewölkung und Auf- heiterung lösen sich ab, und die Temperaturen bewegen sich immer noch in mäßigen Grenzen. Aussichten für Freitag: Weiterhin wech- selnd bewölkt mit Aufheiterung, mäßig warm, ver- einzelt auch etwa» Niederschlag. Lufttemperaturen am 25. Mai: mittags 15,3 Grad Celsius, abends 9,3 Grad; am 26. Mai: morgens 10 Grad. Maximum 15,2 Grad, Minimum 5,3 Krad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 25. Mai: abends 16,2 Grad; am 26 Mai: morgens 11,6 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm. — Sonnenscheindauer 2% Stunden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 27. Mai. Kapelle auf dem Alten Friedhof. 20 Uhr, pünktlich: Abendandacht für Studenten; Studentenpfarrer Lic. Brunner. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 28. Mai. Freitag abend 7.40 Uhr, Samstag vormittag 8: nachmittags 4: Sabbatausgang 9.20. — Wochengottesdienft: morgens 6.30; abends 7.15 Uhr. Der richtige Weg zur Erlangung schöner weißer Zähne bätzlich gefärbten Sobnbtlages Ist felgender: Drücken Eie einen Strang Lhkorobont, Zahnpaste auf die trockene tlhlorodont-ZahnbürsielSpezialbÜrste mit gezahntem BorstenschnlN), dürften Sie Ihr Debii; nun nach allen Gerten, auch von unten nach oben, tauchen Sie erlt jetzt die Bürste in Wasser und spülen Eie mti stchlorodont-Mundwasser unter Gurgeln gründlich nach. Der Erfolg wird Sie üderrascheiZ Der mißfarbene Zahn belog ist verschwunden und ein herrliche« Befühl der Hr-lche bleibt zurück. Hüten Cie sich vor minder- wenigen, billigen Nachahmungen und verlangen Sie ausdrücklich Chiorodom-Zahnpaste. Unitt-Sortrleflsprelft. 7 Billiger Kleidet L Verkauf J «M MW MO In Gießen alleinige Niederlage: wollen Sie gm schlafen -Sfejners kUDWDZ-öM «aus der Handarbeit 11 ui ■■in ■■■■ ■ Hl : Seltersweg Nummer 73 03290 besuchen bittet man absehen zu wollen. 4069 D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Conrad Rübsamen jun. Gießen, den 26. Mai 1932 Die Beerdigung findet in der Stille statt 032821 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine innigst- geliebte Frau, meine liebe Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin, Tante und Kusine Gießen (Kaplansgasse 25). Köln, den 26 Mai 1932. Die Beerdigung findet Freitag, den 27. Mai. nachmittags 41/, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Johanna Rübsamen geb. Borrmann nach kurzer schwerer Krankheit, im blühenden Alter von 29 Jahren, zu sich zu rufen Gestern nachmittag 4*/4 Uhr wurde mein lieber Mann, unser lieber Vater, Großvater und Bruder Peter Walter Installationsmeister nach kurzer, schwerer Krankheit, in fast vollendetem 79. Lebensjahre durch einen sanften Tod erlöst. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Walter und Kinder Am 24. d. M. verschied nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Herr Berg Verwalter i.R. Heinrich Freitag Im 69. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Elisabeth Freitag, geb. Keiner. Gießen, Essen, Weiterode, Marburg, den 25. Mal 1932. Die Beerdigung findet am 27 Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. — Von Beileids- rba Lichtspielhaus Gießen g Ab heute Donnerstag: Der schönste ufid beste aller seither gezeigten Tauber-Filme I t ^iAXVX I . WlUBSS RlGURDlÄUßER und sein Töchterchen Petra Unkel. — Weitere Hauptrollen: Szöke Szakall — Ijien Deyers — Ida Wüst — Alice Treff. Ein neuer Tauber-Film, in dem man nicht nur die Stimme der Musik, sondern auch die Stimme des Herzens hört! * Die Schlager „Es war einmal ein Baby“, „Schade, daß Liebe ein Märchen ist“t „Wie gern möcht ich Dich verwöhnen“, „Ein Lied aus meiner Heimat“ sind von Rotter. Jur mann und Kajper. 40660 Ferner: Die Ufa-Ton-Woche! Ölsardinen O in Klubdosen M Eier-Bruch- Maccaroni Pflaumen kalifornische. Apfelringe getrocknet. ptd. 3b Pfd. 2 Pfd. 48 Dosen 55 Feinkost-Käse 6t.Schachtel, ca. 180 g 28 Edamer Käse voiifett ptd. 70 Matjesheringe 3 stück 35 Neue Kartoffeln 3 ptd. 44 Salatöl reinschmeckend Liter 40 FeinesTafelöl jetzt i.Halbliterflasche mit praktisch.Schraubdeckel..o. 61.56, 46, 36 EIN QUALITÄTS-KAFFEE S & F-Sparmarken auf alle Waren! 5% Rückvergütung! 4070 A 5WÄ.W Harnsäure und ihre Folgen? Trinkt fandet Jliate Spitzenleistung w \ (nur in Originalpackg. mit nebenst Schutzzeich.), - 1 reineWinteremte: die wirkungsvollste Edel wäre, die auf internationalen und Weltausstellungen 15 X den RAND PRIX“ erzielte. — Packung von —.35 an in allen Drogerien. Apotheken und Reformhäusern. Gemischte Fruchtmarmelade nn gut und billig .... 2 Pfd.-Eimer 68 .... Pfd. 00 Zuckerrüben-Syrup n Pfund- ee ein nahrhafter Brotaufstrich £ Eimer UU ZU VOLKSTÜMLICHEM PREIS zu volkstümlichem Preis. 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Familie Ludwig Langsdorf Familie Anton Zörb nebst Verwandten und Bekannten Klein-Linden, Hochelheim, den 26. Mai 1932. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 28. Mai. nachm. 3 Uhr. vom Trauerhause, Klein-Linden, Frankfurter Straße 132, aus statt. 4078 D ................ 1871—1921 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskollegen Joh.Wilh. Schäfer in Kenntnis zu setzen. Gießen, den 23. Mai 1932. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 27. Mai. 14Uhr, statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. 4084 D Alle M, KräiliMs- und Knittel Sachkundige Beratung Reformbaus Boermel-Ernst Kreuzplatz 5 3302 d BohnenitanHen sowie 40 mm Dielen-Bretter 20 und 24 mm für Heuböden, trocken, liefern sehr billig Eugen Dürr & Co. Tel. 3949. 4009D uiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiid Freibank Freitag den 27. Mai 1932, von 8 Uhr ab «omD Fleischverkaus. fllllllllllllllllllllllillUIIIIIIII Sanierungen jeder Art Inkasso Herm. Kirchner, Am Nahrungsb. 16. Fernr.4167. [msD BEI S^F KAUFEN. «Uwv ilackt4 / Nr. UI Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 26. Mai 1932 ZehnIahreOeuischerKirchenbund Sine neue Aera evangelischer Kirchenpolitik. Don Professor D. Bornemann, Präsidenten der (?vang. Landeskirchenversammlung Frankfurt am Main. Der Verfasser deS nachstehenden Auf- satzeS hat bei dem feierlichen ® r ü n - dungSakt deS Kirchenbundes am 25. Mai 1922 in Wittenberg mit den Vertretern sämtlicher deutscher evangelischer Landeskirchen den Dundesvertrag und die Bundesverfassung mit unterzeichnet. Der Himmelsahrtstag 1922 — eS war der 25. Mai — ist in der Geschichte deS deutschen Protestantismus ein Tag von grundlegender und bleibender Bedeutung. An diesem Tage wurde in der Lchlohkirche zu Wittenberg über den Gröberns LutherS und Melanchthons von den berufenen Vertretern sämtlicher 28 deutschen evangelischen Landeskirchen der Deutsche Evangelische Kirchenbund ge grün de t Bier Jahrhunderte nach der Reformation wurde damit ein Ziel erreicht, das von den Besten seit langem gewünscht, erhofft und erstrebt tourte: eine öffentliche und rechtliche Einigung des landes- kirchlichen deutschenProtestantismus. Das Ttaatskirchentum und Landcskirchentum ist keineswegs, wie man vielfach meint und behauptet, eine schwächliche und widersinnige Erfindung der Reformation. Es war vielmehr die allgemeine und überall gültige Anschauung ter ganzen älteren Zeit: in allen Staaten des Altertums und deS Mittelalters galt olS staatsrechtlicher Grund- sah. dast jeder Bürger die Religion seines Staates anzuerkennen habe (cuius rceio cius religio). Deshalb wurden im heidnischen römischen Reich die Ehristen, und im ganzen Mittelalter die Heiden und Ketzer verfolgt. Die einzige Ausnahme, die man gemacht hatte, betraf das Judentum — eine Ausnahme von unabsehbarer Tragweite. 3n den christlichen Staaten des Mittelalters galt bis zur Reformation als die einzig berechtigte Staatsreligion ter Katholizismus. In diese Anschauung legte die Reformation Bresche: doch gelang eS ihr nicht, daS ganze Kirchenwelen zu erneuern. AIS man nun in der Reformationszcit noch jahrzehntelangem Kampfe einsah, dost weder die katholische noch die evangelische Auffassung des Christentums sich allgemein durchsetzen konnte, hob man 1555 im Augsburger Religionsfriedcn jenen Grundsatz für das römische Reich deutscher Ration auf und erklärte im Reich zwei Anschauungen oder „Konfessionen" für gleichberechtigt nebeneinander. die katholische und die lutherische, zu denen dann 1648 im westfälischen Frieden noch die reformierte kam. Aber für die einzelnen Reichsgebiete erhielt man jenen Grundsatz aufrecht, so daß in jedem von ihnen die Obrigkeit zu bestimmen hatte, welche von den beiden Auffassungen die berechtigte sei. So ist es zu dem protestantischen Staatskirchentum und Landes- kirchentum gekommen. Damit war. während der Katholizismus seine Einheit religiös und politisch im Papsttum hatte und behielt, eine äußere Einigung des Protestantismus von der Politik abhängig und eigentlich unmöglich gemacht oder wenigstens in weite Ferne gerückt. Die Politik der einzelnen Länder und das Landesherrliche Kirchenregiment (Summepiskopat) ter Fürsten bildete ein Hindernis Die einzelnen Landeskirchen, beschützt und geleitet von der staatlichen Obrigkeit, entwickelten sich je nach der Geschichte ihrer Gebiete selb- MWWM iRomon von Gert Roihberg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Hall«. 24. Fortsetzung. Rachdruck verboten! Da nickte Rose von ßüterit): „Ja! Ich danke dir!" Ernst von Polzenhagen hatte diese kleine Szene in Ruhe beobachtet Er war zufrieden mit Traute, sehr zufrieden! Gr hatte sich nicht in ihr getäuscht. Sie war viel wertvoller als ihre schönere Schwester Lisa. Polzenhagen ging mit sich zu Rate, wen er sich eigentlich nun zuerst angeln sollte. Freund 2üte- rih? Ihm den Kopf ganz gehörig waschen? Oder Lisa? Ihr auf den Kopf zusagen, was sie in seinen Augen war? Oder abwarten? Vielleicht blieb es bei einem flüchtigen Wohlgefallen. Während Ernst Polzenhagen sich überlegte, wie er es wohl am diplomatischsten anstelle, ein Unglück zu verhüten, unterhielten sich Lisa AnSbrück und Klaus von Lüderitz. Berauschend stieg es zu dem Manne auf, dieses geheimnisvolle, wundersame Parfüm. Die gepflegte Helle Haut die anmutigen Bewegungen — alles betäubte ihn. Vergessen war Rose. Vergessen waren die Jahre des Ringens und des Darbens, die sie getreulich an seiner Seite ausgeharrt. War sie wirklich vergessen? Rein! Rose gehörte zu ihm, gehörte nach Deschow. Aber hier diese schöne, bezaubernde Frau verwirrte ihm die Sinne. Klaus von Lüderitz dachte auch gar nicht weiter nach. Er atmete nur gierig den Zauber in sich hinein, der von Lisa Ansbrück ausging. Lisa sah ihn an: .Wie Sie es hier aushalten können! Die Großstadt ist das Leben, das wahre Leben. Ich würde hier sterben, wenn ich mich lebenslang hier begraben müßte." Er zuckte zusammen. Seine Augen brannten auf ihrem Gesicht. „Wenn man einen Menschen lieb hat, lieber als sich selbst, dann fragt man vielleicht nicht mehr nach dem tosenden Leben der Großstadt?!" Es war ihm so herausgefahren. Er wußte selbst nicht, wie er gerate zu dieser Frage gekommen war. Diese Frage, die verfänglich war, wenn man sie verfänglich sehen wollte. Lisa aber sah nicht klar. Was meinte er? Wollte er ihr etwa bartun, daß er seine Frau liebe und daß er durchaus nichts entbehre? Oder war die Frage an sie selbst gerichtet? Schweigend stand sie vor ihm, sah ihn nur an. Aber dieses Schweigen war gefährlich, war Gift! ständig und fast ohne jede Beziehung zueinander. Die Einheilsbestrebungen blieben ohne dauernden und allgemeinen Erfolg. Selbst Bismarck wagte 1866 auS politischen Grünten nicht, die Landeskirchen der einverleibten Gebiete der preußischen Landeskirche einzufügen. so daß Preußen seitdem heben „Landeskirchen" hatte Einzelne „Kirchentage" waren nur von vorübergehender Bedeutung Die ..Eisenacher Konferenz" deutscher Kirchenregierungen war in den letzten Jahrzehnten emo regelmäßige und bewährte Einrichtung. aber sie umfaßte nicht alle Landeskirchen und führte als ein verborgenes Veilchen meist ein zaghaftes und wenig einflußreiches Dasein. Wohl sammeln sich um den Gustav-Adolf-Verein, die Aeuhere und Innere Mission und den Evan- gelischen Bund weite Kreise des gesamten deutschen Protestantismus, ater das waren doch immer nur freiwillige und fragmentarische Kreise: eine anerkannte rechtliche Vertretung des getarnten landeskirchlichen deutschen Protestantismus waren sie nicht Da kam die große Rot. AlS mit dem Ende des Kriege- die Abdankung der Fürstenhäuser und die Beseitigung von SummepiSkopat und Staatskirchentum erfolgte, hat man weithin gemeint, nun sei eS mit den evangelischen Landeskirchen und mit dem Protestantismus vorbei. Mit Unrecht. Die Beziehungen zwischen Kirche und Staat find zwar gelockert, aber nicht völlig gelöst. Den Kirchen ist Möglichkeit und Pflicht zur selbständigen Entfaltung gegeben. Bald hatte jede der evangelifchen Landeskirchen sich eine neue zeitgemäße Verfassung gegeben. Zugleich aber hatten sie alle das Bewußtsein, daß es nun zu einem Zusammenschluß kommen müsse. Schon im Februar 1919 tagte in Kassel-Wilhelmshöhe eine Versammlung, die für den Herbst einen Allgemeinen Deutschen Evangelischen Kirchentag nach Dresden einzuberufen beschloß, dem bann im September 1921 ein zweiter in Stuttgart folgte. Auf beiden wurde die Einigung vorberaten und dann mit größter Umsicht vorbereitet. Galt es doch. ReueS zu schaffen, ohne die geschichtlichen Zusammenhänge und Grundlagen zu zerstören. Der Zusammenschluß sollte gründlich, fruchtbar und dauerhaft sein, die gemeinsamen Interessen fördern, das evangelische Gesamtbewußtsein stärken und dabei doch die volle Selbständigkeit der verbündeten Kirchen in Bekenntnis, Verfassung und Verwaltung verbürgen. Das Ziel wurde erreicht. Das Ergebnis war die am 25. Mai 1922 in Wittenberg feierlich vollzogene Gründung des Deutschen Evangelischen KirchenbundeS. Seine Organe sind: als seine parlamentarische Grundlage und Vertretung der alle drei Jahre zusammentretende Kirchentag, der Kirchenbundesrat, der aus Vertretern der einzelnen Kirchenregierungen besteht, und der geschäftsführende Kirchen- a u s s ch u ß. in den für sechs Jahre immer 18 Vertreter ter Kirchenregierungen und 18 vom Kirchentag gewählte Mitglieder eintreten. Der Kirchenbund vertritt die gemeinsamen evangelischen Interessen im Verhältnis zum Ausland, zum Reiche, zu den einzelnen Ländern, zu anderen Religionsgesellschasten. Er betreut die kirchliche Versorgung ter evangelischen Deutschen im Ausland. Er pflegt die Beziehungen zu den Klaus von Lüderitz fühlte, wie sich dieses Gift süß und betäubend in sein Blut schlich. Es fang und rauschte. Es drängte nach der schlanken grau. Die Frau Landrat setzte den Kneifer auf und musterte das Paar. Der gute alte Landrat erhielt einen Schubs. Ihm flüsterte die Gattin ins Ohr. „Sieh dir das dort drüben mal an, Alter! Und bann sage, ob ich verrückt bin. Mir ist doch, als wäre der Lüderitz verheiratet? Ree, so was. Da soll doch gleich alles dreinschlagen. Läßt er sich hier in solch ein Augenklappern ein. Männer sind doch manchmal wie dumme Kinder. Rach den glänzendsten Spielsachen greifen, wenn fic auch unter den Händen zerbrechen. Der Lüderitz tut mir leid. Für so ’n Schaf hätte ich den nicht gehalten. Hoffentlich gibt ihm seine kleine Frau was Gehöriges auf die Olafe. Das hat sie doch Nicht nötig." Der Landrat Herr berg nickte seiner Frau zu: „Ratürlich, Alwine, das ist ja eine Gemeinheit." Dabei sah ter gute Herr Landrat aber recht angestrengt auf die schlanken Beine, die in kostbaren schwarzen Seidenstrümpfen steckten und die Lisa Ansbrück gehörten. Dabei dachte er: Hübsch! Ganz verteufelt hübsch! Dun, solche schönen Frauen sind immer interessant, solange sie nicht mit einem selber verheiratet sind! Herr von Tilschow dachte ähnlich. Seine Gattin aber war still und beobachtete ringsum um so eifriger. Es war doch ganz Har, daß sie Rose von Lüderitz jetzt schon beoauem konnte. Was hier folgen würde, sah ein Blinder. Das Skandälchen war also bereits da. Denn wenn gute Freunde etwas vermuten, dann ist die Tatsache schon als geschehen zu betrachten. Lüderitz aber besann sich endlich, daß er auch andere Gäste hatte, und widmete sich ihnen. Aber innerlich war er weit von ihnen allen entfernt. Als er einmal neben seine Frau trat, um sie irgend etwas zu fragen, sah Rose ihn traurig an; bod) fein Wort eines Vorwurfes kam über ihre Lippen. Er schämte sich vor ihr, vor sich selbst, vor ben Freunden — und wußte doch, daß er der Frau dort drüben immer mehr verfiel. Und Lisa schürte das Seucr. hatte ein teuflisches Vergnügen daran, dieses Glück im Wink l zu .zerstören. Wer fragte denn nach ihrer zerstörten Ehe? Daß sie selbst daran schuld war. wollte sie nicht hören und sehen. Sie wollte ganz gewiß ter hübschen, kleinen Frau dort den Mann auch nicht nehmen. Sie wäre niemals hier in dieser Einsamkeit geblieben. Und da Klaus von Lüderitz nicht reich war, kam auch ein gemeinsames Fortgehen von hier nicht in Frage. Also sollte es nur ein Spiel bleiben. Ein amüsantes Spiel! Einmal saßen Lisa Ansbrück und Role von Lüderitz direkt nebeneinander. Die ganze taffi- evangelcschen Kirchen ter durch den Versailler Frieden abgetrennten deutschen Gebiete Zu seinen millclbaren Ausgaben gehören Pflege te- evangelllchen Volkstums, gümtlicnlcbcne. Schulwesen-. ter christlichen LiebeStätigkeit. der sozialen Verhältnisse und Aufgaben: Schutz ter christlichen Feiertage: kirchliche Versorgung ter öffentlichen Anstalten für Kranke Waisen. Gefangene. Verwahrloste und andere- mehr. In dem verflossenen Jahrzehnt Hai ter Kirchenbund bedeutsame Kirchentage veranstaltet: 1924 in Bethel-Bielefeld. 1927 in Königsberg. 1930 in Augsburg-Rümterg. Aus jeder dieser Tagungen wurden wichtigste Fragen verhandelt, neue Aufgaben ins Auge gefaßt, eindrucksvolle Kundgebungen erlassen; erinnert sei nur an die Soziale Botschaft von Bethel und an die Vaterländische Kundgebung von Königsberg Die wesentlichen unser Volksleben bewegenden Fragen wurden behandelt. Ein Kirchenbundesamt wurde gegründet udd entsprechend den wachsenden Aufgaben ausgestaltet Eine Wochenzeitung „Das Evangelische Deutschland" unterrichtet vorzüglich über allen einschlägigen Stoss. Eine vielseitige. außerordentlich große Arbeit ist geleistet. Allgemein bekannt ist. wie ter K'rchenbund durch seine Organe sich auch an der Arbeit der Verständigung der Kirchen und ter Staaten und an der Widerlegung der Kriegsschuld- lüge beteiligt, und wie ter Präsident de- Kirchenau-schulle- D. Dr Kapler tn meisterhafter und würdiger Weite mehrfach zu rechter Zeit öffentlich mit Wort und Feder in die Erörterungen hierüber eingegriffen hat. DaS Gedächtnis jene- denkwürdigen Geschehen- wird am 25- Mai in Wittenberg entsprechend der ernsten Zeit, in schlichtester Weise begangen werden. Wichtiger als alle Feiern und schöne Worte ist die stille, ernste, segensreiche Arbeit de- Kirchenbundes und feiner Organe da- Ver- ständni-, da- ihm innerhalb der deutschen evangelischen Bevölkerung hoffentlich immer mehr entgegengebracht wird, und die Weisheit und Kraft, mit der er in Zukunft den alten und neuen Gefahren — ter Irreligiosität, ter sittlichen Zersetzung und Fäulni- und der Vernichtung unserer besten geschichtlichen Errungenschaften — entgegentoirfen wird Llrtaubssorgen der Angestellten. Don Heinrich Auerbach, Gaurwrsieher des O.HD., Frankfurt a. M. In den gehobenen Angestelltenschichten wurde früher vor der Urlaubszeit die Frage erörtert: ..Wo verbringen wir in diesem Jahre unsere Ferien? Gehen wir an die See. inS Gebirge, in die Heide oder an den Rhein?" Den übrigen Angestellten reichte das Gehalt höchsten- zu einer Urlaubsreise zu Verwandten. Indes lautet heute die Frage allgemein: „Bekommen wir überhaupt Urlaub, und wenn ja. ausreichenden Urlaub?" In vielen Fällen ist tatsächlich der Urlaub der Angestellten in Frage gestellt Rach» dem auch die Wirtschaftskreise erkannt haben, daß weiterer Gehaltsabbau nichts zur ileber- windung ter Krise beiträgt, wird versucht, den Urlaub der Angestellten herabzusehen, um eine Unkvstenentlaftung herbeizuführen, oder die Angestellten zum freiwilligen Verzicht auf den Urlaub zu bewegen An sich ist es richtig, daß jedes Wittel auf Brauchbarkeit zur Kostensenkung in ter Wirtschaft geprüft werden muß. Beim Angestelltenurlaub ist aber daS Höchstmaß an Ersparnis schon erreicht, wenn nicht überschritten. Abgesehen von der starken Urlaubsverkürzung, die tn den letzten Jahren in fast allen Angestelltentarifen erfolgte, hat der starke Personalabbau in den meisten Betrieben zu Verhältnissen geführt. die erhebliche Gefahren für die Angestellten und die Betriebe selbst in sich bergen. Da der Umfang der kaufmännischen Arbeiten mit steigender Wirtschaftskrise nicht abnimmt, sondern wächst, sind die Angestellten heute zumeist überlastet. Das führt zu Verzögerungen. Ungenauigkeiten in ter Arbeitsleistung und zu Dispositions- sehlem. Insbesondere ist in kurzarbeitenden Betrieben die Arbeitsintensität gestiegen. weil zwar die Gehälter und vielleicht auch offiziell die Arbeitszeit gekürzt sind, praktisch ober die gleiche Arbeit geleistet werden muh. Die Sorge um die Erhaltung des Arbeitsplatzes zwingt die Angestellten zur ^ergäbe ihrer letzten Kräfte, schließlich verlangt aber ter Körper doch sein Recht. Die starken Beanspruchungen der Krankenkassen und der Angestelltenversicherung zeigen deutlich die schweren gesundheitlichen Roch- teile der geschäftlichen Hetze und der zu starken Ausnutzung der menschlichen Arbeitskraft. Solche Kraftvergeudung rächt sich zuletzt am Unternehmen selbst, weil der menschliche Arbeit-krafk- motor nicht nur langsamer läuft, sondern auch Störungen ausgesetzt ist Sie UrIaubSverkürzung nutzt nur scheinbar, denn ein müder Angestellter ist nur eine halbe Arbeitskraft. Praktisch bringt der Angestelltenurlaub nur sehr selten eine Kostensteigerung, weil die Angestellten während des Urlaub - sich gegenseitig vertreten und die Urlaub*- zeit überwiegend unter Berücksichtigung der Ab- kömmlichkeit teS einzelnen festgesetzt wird. Sa die Tätigkeit der Kaufmannsgehilfen in den meisten Fällen nicht mengenmäßig zu werten ist. kann sie mit dem Urlaub deS gewerblichen Arbeiters hinsichtlich ter Kostensenkung nicht gleichgestellt werden, obwohl man sich auch hier hüten soll, den bezahlten Urlaub als unproduktive Unkosten anzusehen. Solche rein rationelle Betrachtungsweise vergißt, daß der Mensch kein» Maschine ist. die bei zeitweiligem Stillstand unnötig Zinsen frißt. Eine weitere Kürzung des an sich schon niedrigen Angestelltenurlaubs würde also nicht nur keinen materiellen Gewinn bringen, sondern tatsächliche und ideelle Verluste zeitigen. Arbeitsfreude und gesunde Tatkraft sind in der heutigen allgemeinen Vertrauenskrise mehr wert als eine errechnete Kostenersparnis. Zudem würde eine weitere Urlaubskürzung zu einer Erhöhung der Arbeitslosigkeit unter den Angestellten führen, diese aber muß unter allen Umständen vermieden werden. Schließlich sei noch darauf hingewiesen, daß die Angestellten in der Privatwirtschaft nur etwa die Hälfte des Urlaub- der im öffentlichen Dienst stehenden Beamten erholten So beträgt 5 V. der Urlaub eine- AmtSgehilsen iBoten) 16 bis 28 Kalendertage Die Beamten im einfachen Bureoudienst erhalten 18 biS 31. die im sog. schwierigen Bureaudienst 21 bi« 35. die Amtmänner usw. 25 bi- 37 Kalendertage Urlaub. Bei den höchsten Beamten ist der Urlaub teilweise noch höher. Wenn der Staat trotz seine« finanziellen Elend« die Rotwendigkeit solcher Urlaubszeiten für seine Beamten anerkennt, dann sollte an dem viel bescheideneren Urlaub der kaufmännischen Angestellten. die zudem nicht die gesicherte Stellung der Beamten innehaben. am allerwenigsten genierte Kunst des Sich-zur-Geltung-bringen strömte von Lisa aus, während Rose jung, still und bescheiden neben ihr sah Zorn war in Klaus Lüderitz. Ein riesengroßer Zorn! Auf sich selbst? Auf Rose? Auf Lisa? Er wußte es in diesem Augenblick wohl nicht einmal. Bei den Weiden stand eine schlanke Gestalt. Der Sturm peitschte ihr die Röcke eng um die Knie. Das Wasser im Teich schob sich zu kleinen Sturzwellen zusammen, wenn ter Sturm es auf- wühlte. Vom Walde herüber heulte es. Dort stand eine kleine S.'-utzhütt» für Holzfäller Lisa Ansbrück blickte hinüber. Maß die Entfernung mit angstvollen Augen. Wenn sie doch nur die Hütte erreichen könnte! Dann wäre sie wenigstens vor diesem entsetzlichen Unwetter geborgen. Doch so oft sie den schlanken Stamm ter Weite loslieb, war es. als ob ter Sturm sie hochheben und forttragen wolle. Mitten in den Teich hinein. So grih Lisa Ansbrück immer schnell wieder zurück und klammerte sich an die Weide. Sie war hier herausgegangen, weil sie jetzt endlich wußte, wo sie Klaus Lüderitz .zufällig" in den Weg laufen konnte. Und Lisa fühlte, daß es fein Spiel mehr war, sondern daß die Liebe und Leidenschaft sich immer tiefer in ihrem Herzen einwurzelten. Die Liebe und Leidenschaft zu dem großen blonden Lüderitz! Sie hatten sich einige Male in diesen vierzehn Tagen getroffen. Und Lisa war jetzt schon so weit, dah sie es sich ganz gut vorstellen konnte, mit ihm zusammen drüben im alter Deschower Hof zu fein. Seine Frau! Rur seine kleine, unbedeutende Frau stand dazwischen. Richt« weiter. Ihre Ehe. ihre eigene Ehe? Die würde gelöst, sobald sie es nur wollte! Weshalb Rudolf eigentlich gar keine Anstalten zu dieser Lösung machte, nachdem er erst den ganzen Skandal in Szene gesetzt, war für sie ein Rätsel. Sie wäre nie auf den Gedanken gekommen, dah jemand so feinfühlig sein tonnte und auf einen unteren Menschen Rücksicht nahm, wie es eben Ansbrück in diesem Falle tat und ihre Mutter in diesen letzten Monaten mit neuen Aufregungen verschonte. Rein, das hätte die schöne, oberflächliche Lisa nie verstanden! Das Unwetter! Immer grausiger heulte es in den Lüften. Gin krachender Donner rollte von weitem heran. Rach einer Weile blitzte es dicht am Walte blau auf, und nun war ter Donner schon ganz nahe. Lisa schrie laut auf in Furcht und Entsetzen. Sie hatte sich immer vor Gewitter gefürchtet. Wie hätte sie denn auch auf diesen Gedanken kommen können, dah es jetzt im März ein Gewitter geben könnte, wo doch noch ringsum Schnee lag im Pommerland. Lisa sank in die Knie. Ein Platzregen prasselte vom Himmel, der sie in wenigen Minuten durchnäßte. Mit beiten Armen umklammerte Lisa den Stamm der Weite. Sie preßte die weihe Stirn an die falte Rinde und weinte. Drüben, auf dem schmalen Wege. kam ein Mann Groh, breit, den Kragen des Wettermantels hochgeschlagen. Sein Weg nach Deschow führte am Teich vorüber. Der Sturm umpeitschte ihn. Aber er war wie eine der Eichen, die zu brüt dort auf der Wiese standen. Fest, unbeugsam. Ihm konnte der Sturm nichts anhaben. Gr lachte über ihn. Klaus von Lüderitz blickte nach links. Wer kauerte term dort? Mit einigen raschen Schritten war er drüben. „Um Gottes willen, gnädige Frau!" Er war tief erschrocken, als er sie erkannte. Gerate heute war er mit sich in- reine gekommen, dah er die schöne Frau meiden muhte, toerm er seinen stillen Frieden in Deschow nicht in Gefahr bringen wollte. Und nun hielt er die Frau, die da« verweinte Gesicht an seine Brust drückte, in seinen Armen. Wohin denn nun? Sie muhte doch so schnell wie möglich vor diesem Unwetter in Sicherheit gebracht werden. Das nächste wäre wohl der Deschower Hof gewesen. Aber er konnte Lisa Ansbrück jetzt nicht dort Einträgen. Rose würde doch dann denken, er hätte sich auf Veranlassung hin mit ter schönen Frau getroffen. Ratlos sah er sich um. Da, die Hütte! Er hatte sie selbst schon zuweilen mit seinem Inspektor ober mit dem Förster als Unterschlupf gegen ein Unwetter benutzt. Dorthin würde er Lisa AnS- brüd einstweilen bringen. Ohne ein Wort hob er sie empor und trug sie hinüber. Und Lisa schmiegte sich an ihn. Vielleicht war dieses Anschmiegen an den Mann das letzte Suchen und Tasten nach einer sicheren, wenn auch noch so einfachen Zukunlt. Die Hütte war erreicht. Aufatmend schloh Lüte- riy die Tür. Er wollte Lisa auf die Füße stellen, doch sie umschlang ihn: „Bleiben Sie noch! Ich fürchte mich." Da setzte er sich mit ihr auf eine ter rauhen Holzbänke. Vielleicht war ihm nie so zur Gewißheit geworden, was er Rose mit dieser Leidenschaft für die schöne Lisa Ansbrück antat, wie gerate in diesem Augenblick, da Lisa alles hoffte. Er kühte sie nicht, blickte finster zu Boten Unter halbgeschlossenen Lidern hervor traf ihn chr sengender Blick. Draußen erklang Hundegebell. Eine tiefe Stimme erklang durch den Sturm. Die Tür wurde cmfgerissen. (Fortsetzung folgt.) rüttelt tver-en. Die Wirtschaftsnot mutz mit anderen Mitteln bezwungen werden. Sorgen wir, daß die geringen, noch nicht dem mechanistischen und liberalistischen Geiste geopferten menschlichen Werte erhalten bleiben. Oberheffen. Lanvrreis Gießen. § Daubringen. 25. Mai. In der letzten Zeit hielten sich in dem wiesenreichen Lumdatale in der Nähe unseres Dorfes öfters eine Anzahl Störche auf. Einige Naturfreunde von hier schlossen daraus, datz es den „Langbeinen" vielleicht an geeigneten Nistgelegenheiten fehlen könnte, und scheuten nicht die Mühe, auf dem Dach einer an die Wiesengründe angrenzenden hohen Scheune ein Wagenrad mit aufgelegten Ginsterreisern zu befestigen. Wenn auch infolge der vorgeschrittenen Jahreszeit wohl in diesem Jahre eine Besiedelung der Nistgelegenbeit voraussichtlich nicht mehr stattfinden wird, so ist doch für das kommende Frühjahr Vorsorge getroffen, datz unser Dorf dann hoffentlich auch ein Siorchenpaar aufnehmen darf. v Londorf, 25. Mai. Der Spar- und Dorschutzve.rein „N a b e n a u" in Londorf hielt am Sonntag in der Volkshalle seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Auf- sichtsratcs, W. H a s s c l b a ch. begrühte die zahlreich erschienenen Genossen und gedachte dreier verstorbener Mitglieder, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Darauf gab Direktor Berlin einen kurzen Ueberblick über das,abgelaufene Geschäftsjahr, das trotz der ungünstigen Wirtschaftsvcrhältnisse als recht gut zu bezeichnen sei. Aus dem vom Rechner L. A u m a n n erstatteten Geschäftsbericht war zu entnehmen, datz sich der Umsatz wieder erhöht hat und man mit einem Reingewinn von etwa 3000 Mk. ab- 'schlietzen konnte, wovon 10 Prozent Dividende zur Verteilung kommen, 2000 Mk. dem Reservefonds und der Rest der Detriebsrücklage zugeführt werden. Zwei ausscheidende Vorstandsmitglieder, Sy L. Witzner und Karl Appel, wurden einstimmig wiedergewählt. Die Kasse kann, dank der guten und vorsichtigen Verwaltung, mit Befriedigung auf das abgelaufene Geschäftsjahr zurückblicken. Kreis Büvirrgen. y Wallernhausen. 24. Mai. Der hiesige Kriegerverein konnte am Sonntag sein 40jähriges Bestehen feiern. Mit der Feier war der Bezirkstag des Hassia- bezirks Nidda verbunden, wozu nicht nur alle Vertreter der Bezirksvereine, sondern auch die benachbarten Kriegervereine Fauerbach und Nidda fast vollzählig erschienen waren und sich an dem stattlichen Festzug beteiligten. Die Kapelle des Kriegervereins Fauerbach stellte die Festmusik. Nachdem der Vorsitzende des Jubelvereins die Gäste und Festteilnehmer in herzlichen Worten begrützt hatte, hielt der Bezirks- Vorsteher, Bankvorstand Hermann S e u m von Nidda, eine eindrucksvolle Ansprache und beglückwünschte den Jubelverein, der stets die Vereins- Pflichten in Ehren gewahrt und erfüllt habe. In gleicher Weise würdigte der Vertreter des Präsidiums der „Hassia" die Verdienste und mustergültige Kameradschaft des fe erndrn Vereins. Der hiesige Gesangverein verschönte die einfache aber würdige und gemütliche Feier durch den Vortrag mehrerer Vaterlandslieder. Kreis Alsfeld. ll. Merlau, 25. Mai. In unserem Orte hat man für die Zeit nach der Heuernte ein größere- Projekt für den freiwilligen Arbeitsdienst in Aussicht genommen. Es ist vorgesehen, zwischen Merlau und Kirschgarten die Ohm zu regulieren. Etwa 30 bis 40 Erwerbslose werden bei dieser Arbeit Beschäftigung finden kennen. Preußen. Kreis Wetzlar. HI W e tz l a r, 26. Mai. Die diesjährige Hauptversammlung der Lokalabteilung des land- wirtschaftlichenDereins sand gestern im „Schützengarten" statt. Der Direktor der Lokalabteilung, Georg A l l m r ö d e r, betonte einleitend, daß die Lokalabteilung in diesem Jahr ihr lOOjähriges Bestehen feiern könne, wie sich aus alten Aufzeichnungen jetzt ergeben habe. Geschäftsführer Oberrentmeister Lehnen erstattete den Jahresbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr. Der Mitgliederstand hat sich auf 537 erhöht. Das Andenken der Verstorbenen, Bezirksvorsteher Kaps- Kleinaltenstädten, Landwirt Johannes Müller-Hörnsheim und Vorsteher D o h - Steindorf, wurde in der üblichen Weise geehrt. Für die Milchleistungskontrolle wurde ein Zuschuß von 200 Mk. und an den Obst- und Gartenbauverein ein solcher von 41 Mk. gezahlt. Den Kassenbericht erstattete Rendant P o t r a f k e. Die Einnahmen betrugen 2962,34 Mark, die Ausgaben 2571,13 Mk., der Ueberschuß 391,21 Mk. Der Verwaltung wurde Entlastung erteilt. Langsdorf -Großrechtenbach stellte.den Antrag, den Vereinsbeitrag unter Verzicht auf die Landwirtschaftliche Wochenzeitschrift zu ermäßigen, oder zwei Beiträge einzuführen. Der Antrag wurde gegen eine Stimme angenommen. Der Haushaltsplan für das neue Geschäftsjahr wurde in Einnahme und Ausgabe auf 2200 Mark festgestellt. Ein Antrag der Viehverwertungsgc- nossenschaft für den Kreis Wetzlar um eine Beihilfe, der von L a n g s d o r f - Grobrechtenbach begründet wurde mit dem Hinweis, daß wir heute nicht Produktionssteigcrung brauchen, sondern in erster Linie Absatzförderung, wurde angenommen. Für ununterbrochene 50jährige Mitgliedschaft sprach der Vorsitzende den Landwirten Karl S t r o h - Reiskirchen und Friedrich Schmidt- Burgsolms herzliche Glückwünsche aus. Dem Landwirt Heinrich D e b u s - Dillheim wurde für seine 25jährige Tätigkeit als Bullenhalter ein Diplom überreicht. Eine eingehende Aussprache über die Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche erbrachte das Resultat, daß die Lokalabteilung den Antrag stellen will, daß das Umherziehen der Ferkelhändler von Gehöft zu Gehöft wegen der Einschleppung der Maul- und Klauenseuche verboten wird, und daß ferner die Autotransporte mit Ferkeln an der Dezirksgrenze bzw. an der Kreisgrenze untersucht werden müssen. Präsident Heuser hielt dann einen Vortrag über „Die wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft" und Landwirtschaftslchrcr Schwarz (Wetzlar) einen Lichtbildervortrag über die „Seeschlacht am Ska- gerrack", die beide mit großem Beifall ausgenommen wurden. Bei den Wahlen wurden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder einstimmig wiedergewählt und neugewählt Vorsteher Wolf (Derghausen). Langsdorf (Groß-Rechtenbach) stellte den Antrag, den Vorstand zu ergänzen durch ein Mitglied der Viehverwertungsgenossenschaft, zu welchem Zwecke er Landwirt Friedrich Reitz (Hochelheim) vorschlug. Die Angelegenheit soll durch den Vorstand erledigt werden. Als zweiter Delegierter beim Zentralvorstand wurde Landwirtschaftsrat Dr. Ullrich (Wetzlar) gewählt. Bei dem anschließenden gemeinsamen Mittagessen sprach Landrat M i ß der Landwirtschaft im Namen der Kreisverwaltung die besten Wünsche aus für das neue Geschäftsjahr. Strafkammer Gießen. • Gießen, 24. Mai. Wegen Betrugs in zwei Fällen Unterschlagung und Urkundenfälschung, war ein früherer Wirt eines NaH- barstädtchens von dem Schöffengericht zu einem Jahr vier Monaten Gefängnis verurteilt worden. Tie heutige Berufungsverhandlung ergab, daß der Angeklagte im Jahre 1929 zweimal sein Haus verkauft und dabei unwahre Angaben über Umsatz usw. gemacht hatte: ferner, daß er eine angeblich von einem Gläubiger herrührende Freigabeerklärung für ein gepfändetes Büffet selbst angefertigt hatte. Die Strafkammer erkannte hiernach auf ein Jahr zwei Monate und eine Woche Gefängnis. Von der Unterschlagung eines Büffets wurde der Angeklagte mangels Beweises freigesprochen. Ein auswärtiger Fabrikant fuhr mit seinem Auto am 17. Oktober 1931 auf der Strecke Hörgenau—Rixfeld, als er angeblich so plötzlich und unvermutet ein kleines Kind vor feinem Wagen sah, daß er diesen nicht mehr stellen konnte. Das Kind wurde angefahren und getötet. Das Schöffengericht hatte den Fabrikanten von der Anklage der fahrlässige n Tötung mangels Beweises frei gesprochen. Die Strafkammer verwarf die Berufung der Staatsanwaltschaft, da einwandfreie Feststellungen gegen den Angeklagten mangels geeigneter Tatzeugen nicht möglich waren. Wegen schwerer Urkundenfälschung hatte das Schöffengericht einen Einwohner eines Städtchens im Vogelsberg zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Die Strafkammer bestätigte das Urteil. Die Frau des Angeklagten hatte eine Brille für 2,50 Mark gekauft, und die quittierte Rechnung in 20,50 Mark umgeändert, da sie angeblich eine weitere Brille für 18 Mark gekauft, die Rechnung aber verloren hatte. Diesen verfälschten Beleg hatte der Angeklagte an seine Krankenkasse eingesandt, um den ihm zustehenden Anteil aus 20,50 Mark ausgezahlt zu bekommen. Ein Arbeiter hatte im Dezember 1930 in einer nationalsozialistischen Versammlung zu Bingenheim davon gesprochen, „die Justiz sei die Hure der Republik'. Das Schöffengericht hatte ihn freigesprochen. Die Strafkammer verurteilte ihn heute wegen Verstoßes gegen dasRepu blik - schutzgesetz zu 30 Mark Geldstrafe an Stelle von drei Tagen Haft. Wirtschaft. Oie Oevisenhöchstbeiräge für Juni. Berlin, 25. Mai. (WTB.) Der Reichswirtschaftsminister hat angeordnet, daß die Importeure für den Monat Juni den Höch st betrag ihrer allgemeinen Genehmigungen nur bis zur Höhe von 50 Prozent in Anspruch nehmen dürfen. Für die diesen Betrag übersteigenden Zahlungsverbindlichkeiten werden die Firmen auf die Inanspruchnahme von Lieferantenkrediten und die Ausnutzung der Kreditlinien des Stillhalteabkommens verwiesen. * • Verlustabschluß bei Cornelius Hehl AG., Worms. Infolge der ungünstigen Geschäftsentwickelung in der Lederindustrie schließt die Cornelius Hehl AG., Worms a. Rh. das am 31. Oktober 1931 beendete Geschäftsjahr mit einem Verlust ab, so daß die Stammaktien, auf die im Vorjahre die Dividendenzahlung wieder ausgenommen worden war (4 v. Sy), ohne Ausschüttung bleiben werden. Der auf den 14. Juni nach Frankfurt a. M. einberufenen Generalversammlung wird vorgeschlagen, den Verlust zum Teil durch Heranziehung des Gewinnvortrages aus 1929/30 in Höhe von 164 402 Mk. zu dec^n und den Rest auf neue Rechnung vorzu- tragen (im Vorjahr 932 402 Mk. Reingewinn). • Maschinenfabrik Moenus A G., Frankfurt a. M. Die Maschinenfabrik Moe- nus AG., Frankfurt a.M., schließt das Geschäftsjahr 1931 unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages aus dem Vorjahre mit einem Ueberschuß von 34 262 Mk. ab (im Vorjahre wurde ein Reingewinn von 48 936 Mk. erzielt, der zum Vortrag gelangte.) Die Liquidität der Gesellschaft sei unverändert günstig. Der Auftragseingang, der im Berichtsjahr gegenüber 1930 bereits nachgelassen hatte, ist. durch die allgemeine Wirtschaitsdepression verursacht, in den ersten Monaten des laufenden Jahres weiter gesunken. • Elektrizitäts-Lieferungs-Gesellschaft, Berlin. Die Betriebsergebnisse im Geschäftsjahr 1931 erbrachten 2,80, Zinsen 0,41 und besondere Einnahmen 0,14 Mill. Mark (i. D. Detriebsgewinn 4,12), Einnahmen aus Effekten und Beteiligungen 3,96 (4,00) Mill. Mark, anderseits erforderten Handlungsunkosten 0,67 (1,15), Steuern 1,73 (1,13), Schuldverschreibungszinsen 0,19 Mill. Mark. Nach Lieberweisung an den Wertminderungsfonds von 0,67 (0,71) und den Erneuerungsfonds von 0,62 (0,63) und nach Abzug von 1,41 Mill. Mark Sonderabschreibungen ergibt sich ein Reingewinn von 2,15 (4,34 Mill. Mark, aus dem 5 (10) Prozent Dividende auf 40 Mill. Mark Stammaktienkapital verteilt und 122 135 (129 341) Mark auf neue Rechnung vorgetragen werden sollen. • Deutsche Lufthansa AG., Berlin. In der Aufsichtsrats-Sitzung der Deutschen Lufthansa AG., Berlin, wurden der Geschäftsbericht sowie der Abschluß für das Geschäftsjahr 1931 vorgelegt. Die Gewinn- und Verlustrechnung schließt auf der Aufwand- und Ertragsseite mit 27,44 (26,67) Mill. Mark ab. Detriebsunkosten betragen 20,02 (21,85), Handlungsunkosten einschließlich Steuern 1,55 (1,62) Mill. Mark. Der Rohüberschuß beläuft sich auf 5,88 (5,23) Mill. Mark und soll mit 5,87 (5,22) Mill. Mark für Abschreibungen Verwendung finden. Der verbleibende Gewinnrest von 3135 (8423) Mark soll, wie in früheren Jahren, der gesetzlichen Reserve zugeführt werden. "ThüringerGasgesellschaft. Leip- ä i g. Der Aussichtsrat der Thüringer Gasgesell- schast, Leipzig, beschloß in seiner gestrigen Sitzung, der zum 27. Juni einzuberusenden Generalversammlung eine Dividende von 6,5 (i. V. 10) Prozent für das Geschäftsjahr 1931 vorzuschlagen. *Teilstillegungbeider Rheinischen Nabelfabrik. Die Rheinische Nadelfabrik.in Aachen beabsichtigt, ihre Fabrik in Iserlohn vom 1. Juli ab stillzulegen. Don dieser Maßnahme werden ungefähr 150 Angestellte und Arbeiter betroffen. Vor dem Kriege wurden in zwölf Niederlassungen bei einer Gesamtbelegschaft von 2000 Mann monatlich etwa 700 bis 800 Millionen Nähnadeln hergestellt. Abnehmer dieser Riesenmenge war zu etwa 70 Prozent der chinesische Markt. Heute beträgt die Fabrikationsziffer nur 200 bis 250 Millionen Nadeln monatlich bei einer Gesamtbelegschaft von etwa 400 Personen, die in sechs Fabriken beschäftigt werden. Kleine Besserungen in Berlin. Berlin, 26. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die heutige Börse war ein Zeichen dafür, wie wenig die verschiedensten Momente bei der gegenwärtig w eder sehrstorkenLlmsatzschrumpfung die Tendenz zu beeinflussen vermögen. Die Stimmung war recht mißvergnügt, wofür die Saal- chlacht im Preußischen Landtag, sowie die ungünstigen Nachrichten aus Amerika entscheidend waren. Das Publikum zeigte ober keine Neigung, seinen Besitz an Aktien abzustohen, und die' Spekulation, die im Hinblick auf die starke innenpolitische Unsicherheit eher Ware schuldig geblieben war, sah sich zu Deckungen veranlaßt, zumal es gegenwärtig ziemlich schwer hält, Baisse- Positionen längere Zeit durchzuhalten, da ja ein Terminverkehr nicht stattfindet. Zu den Anfangsnotierungen ergaben sich daher überwiegend kleine Besserungen. Man sprach von der Möglichkeit weiterer Diskontsenkungen in London und Neuyork. zeigte sich aber nicht sonderlich überrascht, als London später seine Rate unverändert ließ. Der Berliner Geldmarkt ist zur Zeit auch kaum von der Lage an den internationalen Plätzen abhängig. Größere Veränderungen waren nur selten zu verzeichnen; Salzdetfurth, Conti- Sii und Feldmühle gewannen bis zu2,25 v. H., eutsche Zucker und RWE. büßten dagegen bis zu 3 v. H. ein. Auffallend flau lagen im Zusammenhang mit der Abschwächung in derDchweiz Chadcaktien, die nicht weniger als 11,50 Mk. zurückgingen, nachdem sie anfangs minus-minus notierten. Kalichemie waren auf den Dividendenausfall gleichfalls zunächst minus-minus _ und später 5 v. H. unter dem schon scharf gedrückten gestrigen Schluhkurs. Im Verlaufe blieb das Geschäft sehr klein, was zum Teil mit dem hohen katholischen Feiertag zufammenhing. Chadeaktien gingen nochmals um 4 Mk. zurück, Gesfürel verloren 2 v. Sy, während Siemens 1 v. H. gewinnen konnten. Sonst ergaben sich keine nennenswerten Veränderungen. Die Zurücknahme der Zulassung für Karstadt bewirkte Nachgeben der Kurse von 6 auf 5,5 v. H. Die Rentenmärkte lagen allgemein etwas schwächer. Deutsche Anleihen ruhig, Alt- besih im Verlaufe etwas schwacher. Ausländer lagen geschäftslos, 4,5prozentige Ungarn von 1914 etwas gedrückt. Am Geldmarkt war die Situation gegen gestern unverändert, Tagesgeld blieb in der unteren Grenze 5,25 v. Sj., Monatsgeld 6 bis 8 v. H. nominell. Frankfurt ziemlich gut behauptet.- Frankfurt a. M., 26. OHat. (WTB. Drahtmeldung.) Die heutige Börse eröffnete zwar in sehr stillerHaltung, doch waren die Kurse wider Erwarten zunächst etwas höher, nachdem man noch auf Grund der Vorgänge im gestrigen Landtag mit einer eher schwächeren Tendenz gerechnet hatte, zumal die gesamte politische Lage noch keine Klärung erfahren hat. Infolge des katholischen Feiertags fehlten aus dem Rheinlande, sowie aus Süddeutschland Aufträge, so daß sich das Geschäft in der Hauptsache innerhalb der Kulisse abwickelte. Diese bekundete eher etwas Kaufneigung, nachdem sie größere Blanko- Verkäufe vorgenommen hatte. Die Tendenz war gegenüber der gestrigen Abendbörse ziemlich gut behauptet, für einige Werte sogar etwas fester. So eröffneten IG., Scheideanstalt, Reichsbank, Schisfahrtsaktien und einige Montanpapiere etwa 0,5 bis 1 Proz. höher, während Elektroaktien nur knapp behauptet blieben, wobei die Schwäche der Elektrowerte in der Schweiz etwas verstimmte. Chadeaktien lagen aus Grund dieser Schwäche und in Anpassung an den erheblich niedrigeren Abendkurs an den schweizerischen Effektenbörsen etwa 15 Mark niedriger, nachdem sie mit Minus-Minus-Zeichen erschienen waren. Im Zusammenhang damit bröckelten auch die übrigen Werte wieder leicht ab, wobei aber auch die Geschäftsstille nicht ganz ohne Einfluß war. Der Rentenmarkt war gleichfalls sehr still und ohne wesentliche Veränderung. Deutsche Anleihen, Reichsbahnvorzugsaktien und Reichsschuldbuchforderungen blieben gut behauptet, dagegen neigten Goldpfandbriefe vereinzelt noch etwas zur Schwäche. Im Verlaufe blieben die Kurse bei anhaltender Geschäftsstille unverändert, nur Chadeaktien gingen erneut um 3 bis 5 Mark zurück, doch fanden in diesem Papier kaum Umsätze statt. Frankfurter Schlachtvichmarkt. Frankfurt a. M., 26. Mai. Auftrieb: 120Rinder, 1095Kälber, 33Schafe, 1056Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 39 bis 41 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 34 bis 38, geringe Kälber 25 bis 33. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 33 bis 36. von etwa 200 bis 240 Pfund 34 bis 36, von etwa 160 bis 200 Pfund 32 bis 35, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 30 bis 34 Mk. — Marktverlauf: Bei allen Viehgattungen schleppend, ausverkauft. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H, Lombardzinsfuß 6 v. H. Frantsuri a. 2J1. ZJerhn Jranffuri a. M. Berlin Jranffurt a. ?J1. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.2H. Schlutz« hird l«Uhr« Stur» Schluß« lAnsang« turrf | Kur« Schluß«' fünf ! l'Uhr« flurt Schluß« | Anfang« für# Stur# Schluß« hird l.Uhr« Kur# Schluß« kurs Anfang« Stur# 25. Mai 26.Mal Dalum 25.5. 26.5. 25.5. 26.5. Datum 25.5 26.5 25.5. 26.5. Datum 25.5. 26.5. 25.5. 26.5. Amtliche Notierung Geld | Ärief Amtliche Notierung Geld | 23rief 1 Helsingsors . Wien. . . . Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . Oslo. . . . Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuhork . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . . Spanten . . Danzig. . Japan . . Rio de Ian.. Jugoslawien. Lissabon . _______3er Amerikanische Belgische No Dänische Not Englische Nol Franz ösifche Holländische Italienische 9 Norwegische Teutsch-Oeste Rumänische \ Schwedische Schweizer Nr Spanische No Ungarische Nl 7,123 51,95 12,465 3,057 170,63 77,32 84,52 79,12 15,51 0,998 4.209 58,94 21,61 16,605 82,17 34,67 82,62 0,339 0.321 7,423 14,09 In, 25.Mai Noten . . . en..... en..... en..... toten.... toten.... ölen .... Roten.... rreich, Ä 100 ölen.... Solen .... len..... len. ... . len ... • 7,137 52,05 12,485 3,063 170,97 77,48 84,68 79,28 15,55 1,002 4,217 59,06 21,65 16,645 82,33 34,73 82,78 0,391 0,323 7,437 14,11 Bankno Schilling 7,133 51,95 12,465 3,057 170,73 76,97 84,62 79,62 15,52 0,988 4,209 58,99 21,62 16,605 82,32 34,77 82,72 1,339 0,322 7,423 14,14 Geld 4,20 58,78 84,33 15,47 16,57 170,26 21,56 77,15 2,49 78,94 81,99 34^53 7,147 52,05 12,485 3,063 171,07 77,13 84,78 79,78 15,56 0,992 4,217 59,11 21,66 16,645 82.48 34,83 82,88 1,341 0,324 7,437 14,16 Aries 4,22 59,02 84,67 15,53 16,63 170,94 21,64 77,45 2,51 79,26 82,31 V 6% Deutsche Relchoanleihe v. 102'. 7% Deutsche Reichsanleihe V.1S2S 5%% Young-Anlethe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablöf^Schuld mll Auslos.-Rechlen....... Desgi. Shne AuSIos.-Rechte . . . 8% Hess. Bolksslaat von 1929 (tüdjafjtb. 102%)...... Lberhessen Provinz.Anleihe mii Auslos.-Rechlen....... Deutsche Stamm. SamtnelaH. Anleihe Serie 1....... 8% Franks. HvV.-Bank Goldpfe 15 unkündbar btS 1935 .... 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar biS 1936 Serie 16 . 454% Franks. Hyp.-Bank Liqu.- Psandbricsc......... 4!i% Rheinische Hyp.-Banl-Liqu Goldpse........... 8% Pr. LandeSpsandbricsanslalt, Psandbriese R. 19...... 7% Pr. Londeepsandbrirsanstalt, Psandbriese R. 10..... 4% CcflerteWIdie Goldrente . 4,20% L österreichische Stlbcrren 4% Ungarische Goldrente . . . 4% Ungarische StaaUrenlc v. 191 4';% dergl. von 1913 .... 5% obgelt. Goldmcxtkaner von 4% Türkische Zollanleihe von 19 4% Türkische Bagdadbahn-Anlei Serie I.......... 4% deögl. Serie II...... 5% Ruman. vereint). Rente V.19 4' ";,Rumon.vereinh.Renlev.l9 4% Rumänische vcrcinh. Rente 2'^% I. Anatolier...... 53 61.9 54 38,75 2,925 35,13 71,25 70,25 77,75 75,9 71,5 — 3,7 Ml KJ | | ) | | I 1 I 1 1 1 1 1 1 । 1 1 1 1 1 1 । 53,5 61,5 54,5 38,4 2,95 35,5 71,5 4,13 4,65 5,65 2,2 2,25 7,5 3,75 14,6 | | | £1 1 1 | 1 1 1 1 1 I 1 1 1 1 1 1 1 HIHI Hamvurg-Ämerita Pate, . . . t Hamburg-Südam. Danipsschtst. 0 Hansa Tampsschifs ..... 0 Norddeutscher Lloyd.....6 A.G. für Verkehrswesen Akt. . . Berliner Handelsgesellschaft . 8 Commerz- und Privat-Bank . 7 Darmstädter und Nationalbank 8 Deutsche Bank und DiSconto-Besellfchaft... 6 Dresdner Bank...... 6 Reichsbank........1-' A.E.G............? Bergmann.........9 Eleklr. LieserungSgefellschaft. 10 Licht und Straft......10 Felten & Guilleaume.... 6^ Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... V Rheinische Elektrizität .... 9 Schlickert LEo.......11 Siemens« Halske.....14 Lahmcyer L Co.......12 Buderus.........4 Deutsche Erdöl.......5 Gelsenkirchener.......8 Haroencr..........0 Hvesch Eisen.........6 Ilse Bergbau.......10 Klöcknerwerke........ Köln-Neuesten.......6% ManneSmann-Röhren .... 6 ManSselder Bergbau.....0 Lberschles. KokSwerke .... 8 Phönix Bergbau......*y. Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl........ 6 11,5 12,65 = 13,75 34 18,75 22 63 34 50 74 23,75 39,5 38 12,5 16,75 <»|||i|)| | |2 El 1 1 1 1 1 S II 1 1 1 1 1 l.l"l 1 1 1 1 1 s s 11,5 12,5 26,5 85,5 16,25 19 34 19 112,75 21,75 58 63 - 50,13 63 52,4 106 74,5 23,4 56 39,13 37,25 24 23,75 36 32 17 155 37,5 11,75 12,5 26,5 m 21,9 57,5 63,5 34,5 49,25 53 106,25 74 54,75 39,25 36 24,75 82,13 23,25 35,5 32 36,5 Riebeck Montan......7,2 Vereinigte Stahlwerke .... 4 Ltavi Minen......16'/, Kaliwerke Ascheröleben . . . 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 I. G. Farben-Industrie ... 12 Verein. chem. Industrie Frank« surt a. M........... Scheideanstalt.......10 Goldschmidt.........0 RülgerSwcrke........6 Metallgesellschast.......5 Philipp Holzmann......8 Zementwerk Heidelberg. ... 7 Cemcntwcrk Karlstadt.....7 Wahtz L Freytag......0 Schultheis Patzenhofer ... 15 Aku (Allgemeine Kunstfeide) 0 Beinberg......... 0 Zellstoff Waldbos.....12 Zellsioss Aschaffenburg ... 6 Dessauer Gas........9 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum ..... Lrenslein & Koppel.....0 Leonhard Tietz....... Svenska.........15 Chade ............ Frankfurter Maschinen ....(! Gritzncr.......... Matnkraftwerle Höchst a. M.. . ' Süddeutscher Zucker .... K — 83 93 82,25 17 28 38,5 34 33 29 — — 47 — H । । iiiiiiiiiiii iiii iiiS। a iiiiai 14 9,5 146 81,65 17 28,25 39 53 34,25 33 28,13 75,25 10,25 28,75 21 52,25 9,5 189,5 I 5 13,75 9,9 84,5 94,25 148 82,5 27 37,65 52, ! 33,5 32.25 28,4 76 10 29,25 21 51,5 9,5 — 3L2ä en SJL-tfport Der MTV. Gießen beim Kreisoffenen Sportfest in Offenbach. 13 Siege, davon 5 erste. 2m vergangenen Sonntag kamen die achten freiöoffcncn volkstümlichen Wettkämpfe des Turnvereins Ossenbach zur Durchführung. Angetreten waren über 275 Teilnehmer aus 37 Vereinen, anher Offenbach waren besonders SranPurt. Hanau, Mainz und Worms stark vertreten. SS gab durchweg spannende Kämpfe; die Farben des Gießener Männer-Turnvereins waren in fakt allen belegten EntfcheidungSkämpscn würdig vertreten. 3n erster Linie ist die große Jubiläums- staffel zu nennen, die von den Männerturnern erfolgreich verteidigt wurde' der wertvolle Wan- derpreiS ist damit zum zweitenmal in ihrem Brsihe. Die Mtv.-Mannschaft (3 Turnerinnen und 3 Turner) lief in derselben Aufstellung, wie im vergangenen 3ahre (Erich Ploch, Erika Röhmig, Erich Deyb, Charlotte Amend. Ludwig Malko» mesiuS, Elfe Bickelhaupt) und konnte schon von Anfang an die Führung übernehmen, so daß.sic biS zum Schluß mit übet 15 Meter Dorsprung vor dem Frankfurter Turnverein 1860. Mainz 1817 und Offenbach alS erster durchs Ziel gehen konnte. t Die 4xl00-Meter-Turnerinnen- Raffet enttäuschte insofern, daß sie sich von dem Tv. Mainz 1817 auf den zweiten Platz verweisen ließ. Sine angenehmere Ueberrafchung bereitete die L>200-Mcter-Stoss el (Ploch, Setzb, Vecker). Unter elf Mannschaften ging sie nach erfolgreichen Vorkäufen vor Tgs. Worms. Turn- und Fechtklub Hanau und »Vorwärts" Bocken- heim alS erster durchs Ziel. Die 4xl00Meter-Siaffel (Turner- Oberst.) wurde in der Besetzung Ploch. Becker. Seyb. Fernau hinter .Vorwärts" Bockenheim, Tv. 1860 «Frankfurt dritter Sieger. Bei den Turnerinnen errang Else B i ck e l - Haupt im Dreikomps einen glatten ersten Sieg mit 59 Punkten, vor ihrer Dereinskameradin Erika Röhmig, die mit 46 Punkten zweite Siegerin wurde. Hierbei kamen die übrigen Teilnehmerinnen von Frankfurt, Mainz usw. nicht an die Leistungen der beiden Gießener Vertreterinnen heran. Frl. B i ck e l h o u p t wartete auch im Kugelstoßen durch die gute Leistung von 9,85 Meter mit einem ersten Sieg auf. 3m 100-Mcter- ßauf nahm E. Dickelhaupt, die erst eine mehrtägige Krankheit hinter sich hat, nicht teil. Erika Röhmig erzielte außerdem noch im 100- Meter-Louf den dritten und im Deitsprung den vierten Sieg. Turner R. Fernau, der für 100 Meter und 200 Meter Oberstufe gemeldet hatte und außerdem noch die 4^ 100-Meter-Staffel mitlief, hatte diesmal P§ch. Durch ein Fehlurteil deS Ziel- gerichteS beim 100-Meter-Zwifchenlauf kam er nicht in den Gndlauf, nachdem er bei den Vor- läufen die zweitbeste Zeit erzielt hatte. Infolge der schlechten Zeiteinteilung deS Veranstalters — innerhalb einer Stunde mußte er den 100-Meter- Zwifchenlaus, den Staffelvorlaus und den 200- Meter-Cndlauf bestreiten — gab er. obwohl er an zweiter Stelle lag, gemeinsam mit Simon .Vorwärts" Bockenheim auf. Erster wurde der hervorragende Läufer Wagner vom Tv. 1860 Frankfurt (der im vergangenen Iahr den DT - Meister Gommer8 schlagen konnte). 3m 200- Meter-Lauf (Mittelstufe) errang Rc,nh Becker, bet dem sich auch noch die vorhergehenden Läufer bemerkbar machten — schlechte Zeiteinteilung! — nur einen dritten Sieg. Unter 27 Teilnehmern wurde 2. Malkomesius im Diskuswerfen (Mittelstufe) mit 29.95 Meter fünfter Lieger Pech batte auch E Ploch im 400-2Eetcr-2auf (Mittelstufe» Trvtzdem er glatter .Erster' in feinem Borlauf war, kam er nicht in den Lndlau». da nur die .vier besten Zeiten" sich für den Endlauf (was ihm jedoch nicht bekannt geworden war) gualifiziert hatten. Sehr gut hielt sich noch Kurt Strack, der unter großer Teilnehmerzahl im Dreikampf der Iugend-Oberstuse mit 52 Punkten den ersten Sieg und im Speerwurf den zweiten Sieg erringen konnte. Gießener Tennisklub 1922 gegen Marburger Tennisklub 7:11. Der Gießener Tenni-klub 1921 hatte am vergangenen Sonntag eine Mannschaft von 3 Samen und 8 Herren zum S t ä d t e - W e 11 s p i e l nach Marburg entsandt. Die Damen konnten keinen Pluspunkt bringen. Frl. Berg unterlag trotz schönem Spiel der sehr spielstarken Frau Weckesser 6:3; 6:3. Frau Dumur verlor sehr knapp 11:9; 7:5 gegen Frl. Euler. Frl. Kuhlmann gab die Sähe 6:3; 6:3 an Frl. Plick ab. Bei den Herreneinzel konnten von 8 Spielen 5 von Gießen gewonnen werden. Dr. Fischer hatte gegen Prof. Mommsen ein schweres Spiel, nicht recht im Schlag mußte er da- Matsch, trotzdem er den zweiten Satz 6:0 gewonnen hatte. 6:1; 0:6 und 6:2 abgeben, v. Grolman verlor dieses Mal 6:4; 6 3 gegen seinen vorjährigen Gegner Dr. Weck elfer, dessen gepeitschte Schläge nicht zu erlaufen waren. (Sin hervorragende- Spiel lieferte K Fischer, der den Berliner Studenten Hallwachs nach erbitterten Kämpfen in drei Sähen 4:6; 12:10; 6:2 niederkanterte. Dr. Dönge- siegte nach Kampf 6:0: 4:6; 6:3 gegen Klinkel. Müller verlor nach hartem Kampf im ersten Satz. 9:11; 2:6 gegen Arndt. Hofmann fertigte den schwachen Marburger Luit gen 6:0; 6:0 ab. Gn» gisch siegte 6:1; 10:8 über Deutschbein, und H. Dock brachte den 5. Punkt für Gießen gegen Bock (Marburg) 6:4; 6:4. Die drei ersten Herrendoppel gingen mit ganz knappen Resultaten, alle in drei Sähen, an Marburg. während das vierte Doppel mit Engisch- Bock 6:0; 6:2; eine glatte Sache für Gießen wurde. 3m ersten Mixed gab e- den schönsten Kampf deS TageS. Frl. Berg-v. Grolman konnten an ihren Einzel-Gegnern Frau W e ck e s f e r und Dr. W e ck e s s e r Revanche nehmen. Das starke Marburger Paar brachte rasch den ersten Satz 6:1 an sich: danach fand sich Gießen und buchte den zweiten Satz 7:5 für sich; im dritten Sah wurde um jeden Punkt erbittert gekämpft, Frl. Berg wurde mit jedem Schlag besser, ihre schnellen ..Croß-Bälle" wurden von Marburg verschlagen, oder durch v. Grolman am Retz getötet. Dritter Satz und Sieg 7:5 für Gießen. Das zweite Mixed gewann Frl. Euler- Mommsen gegen Frau Dumur-Dr. Fischer 6:4: 7:5. Das Gießener Paar war zu wenig eingespielt. Da- dritte Mixed verlor Frl. Kuhlmann -K. Fischer, nach hartem Kampf im zweiten und dritten Satz 6:0; 5:7; 6:4 gegen Frl. Plieg-Hallwachs. Staffel Lauf -ZRunfr um -ie Anlagen^. Kommenden Sonntagvormittag findet der bekannte Staffellauf ^Rund um die Anlagen" stakt. Fast alle Gießener Turn- und Sportvereine haben ihre Teilnahme zuge'agt, ebenso der VfL Wetzlar ES wird geftartet in A- und K-Klafse für Aktive, einer Jugend- und einer Frauenkla"e. Turn-Verein Allenborf (Lahn). Da- von der Spielabteilung de- Turnvereins e. V. A l l c n d o r f on Georg Beerwald. 22.50: Don Köln: Nachtmusik. IVEA-CREME jr oefer ober NIVEA - ÖL Sonnenqebraunte Haul Statt Karten! Dir freuen und der Geburt eines Stammhalters Dr. med. Hugo Äach und Irau Gedern, den 25. Mai 1932. 4077 d Hausfrauen» Kostproben 4076 D Tüchtiges Stellengewnehe MW» SSHS > arbeit sucht Ltclla. Kreuzplatz 9 arbeit.sucht Ltcllg. Samstag, 28. Mai 1932, 5.15 Uhr nachm. pönktl.Jm großen Hörsaal der Universität Knips' dein Kind, Obs weint, obs lacht, Knipse, was dir Freude macht! 40ff A SS 4061 D , j | Vermietungen | zum 1. 6. gesucht, m Walliorttr. 5. Wenns Baby größer wird, erinnert man sich gern an seine ersten Erdentage... Drum heute noch zu Photo-Win terhoff Lkhnnl. Ang. unt. 03277 a. d. G. A. 3. Schubert, Orchestersatz (Collegium musicum der Universität) Freier Eintritt Glste willkommen Dflöeeinrtuiung: wenig gebraucht, tu verlauten. 03273 Erotdorfer Str. 11. Mädchen 20 H. alt, mit sehr g. 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