Nr. 97 Erster VM 182. Jahrgang Dienstag, 26. April 1952 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monat,-vezugrpreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Kernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße«. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. MetzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrilck und Verlag: vrühl'sche Univelfitül5-Vich' und Zleindruckerei B. Lange tu Sieben. 5chriftiettung und Sefchäftrstelle: Schulftratz« 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen non 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Nlameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Playvorschrist 20'/, mehr. Thefredakteun Dr. Friedr. Wilb. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H. Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Heran an die Verantwortung. DaS Wahlergebnis vorn 24. April ist d i e Quittung auf untere materielle unb seelischeAot. Mehr als die Hülste der preu- ßischen Wähler haben ihre Stimme den radikalen Parteien der Rechten und Linken gegeben. Neben ihnen haben sich die Sozialdemokraten und Zentrum aut, die Deutschnationalen leidlich behauptet. Alle anderen Parteien zusammen haben noch nicht einmal Fraktionsstärke Sie sind Ossiziere ohne Soldaten geworden Die große Mehrheit des Preußischen Landtags wird aus Parteien ge- bildet, die den Parlamentarismus ablehnen. Der größere Teil der alten Parteien hat ausgehört, ein politischer Faktor zu sein. Sie haben sich durch interessenpolitische Einseitigkeit und durch Unfähigkeit über die Liebhabereien und Dorurteile hinweg zu einheitlichen Auslassungen und Entschlüssen zu gelangen, bei ihren früheren Wählern um den Kredit gebracht. Auch die Deutschnationalen haben sich nicht als krisenbeständig erwiesen. Wenn sie ihren Mandatsbestand besser als andere Gruppen der rechten Mitte behaupten konnten, so liegt das nicht zuletzt an ihrer strafferen Disziplin. Die große Mehrheit des deutschen Boltes hat in der heutigen Not und Sorge die Lust verloren, sich aktiv mit den großen Fragen auseinanderzufeßen. Der Durchschnittsdcutfche will heute von einem sicht baren, selbstbewußten Führer hören, was er tun und glauben soll. Die Orientierung hat sich vereinfacht. Man überlegt sich nicht wehr, „wie" es gemacht werden soll, sondern begnügt sich mit der Festste! lung, daß es „anders als bisher" gemacht werden soll. An dieser seelischen Umwälzung in unserem Volke wird sich in der nächsten Zeit nichts ändern können, weil die Ursache, nämlich die Not, nicht abnehmen wird. Das Gcbirgswasser ist am lautesten und ungebärdigsten, solange cs von Fels zu Fels hinabspringt oder in enger Schlucht daherschäumt. Tritt cs in die Ebene, so verlangsamt es seinen Laus und kann sogar trotz weitcrwachsender Ißaffcrmengc reguliert werden. Vielleicht teilt es sich sogar in verschiedene Arme. Aber ohne Bild gesprochen! Deutschland ist nach dem Anwachsen des Nationalsozialismus ebensowenig verloren, wie es durch die Erhaltung mittel- bürgerlicher Parteien gerettet gewesen wäre. Die Nationalsozialistische Partei, die am 24. April alle übrigen Parteien weit überflügelt hat, ist in ihrem personellen Bestand viel weniger zu übersehen, als die anderen Parteien. In besonders hohem Maße gilt das für die nationalsozialistische Fraktion des neuen Landtags. Aber auch hier wird sich erweisen, daß nur kenntnisreiche und mutige Männer wirkliche Politik treiben können. Die Geschlagenen vom 24. April Haden reichlich Anlegung und Zeit, nachzusehen, wo sie vom Wege der Klugheit, der Folgerichtigkeit und der Selbstverleugnung abgewichen sind. Durch organisatorische Kunstgriffe läßt sich eine hohle Haut nicht mit neuem Leben füllen. Es gibt im mittelbürgerlichen Lager ein ©eben fengut, das gehegt und genährt zu werden verdient, und cs gibt in diesem Lager Menschen, die Anspruch darauf erheben können, anderpolitifchenFührungihres Volkes beteiligt zu werden. Aber sie bedurften des Beweises, daß sie mit den bisherige nMethod en nichlwsiterkom in en und daß es in ihrer Mitte keine krisenfeste Insel gibt. Dieser heilsame Beweis ist am letzten Sonntag geliefert worden. Wenn man die in den ersten vierundzwanzig Stunden nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses veröffentlichten Meinungen über einen Leisten »schlägt, dann ergibt sich, daß der politische Sinn dieser Wahl von den berufenen Parteipolitikern gründlich mißverstanden wird. An der Spitze steht in dieser Mißdeutung einer völlig klaren Entscheidung die preußische Staatsregic- r u n g: Sic klebt an den Trümmern einer Staats- auffaffung, über die das Volk und die Wählermoste ein vernichtendes Urteil gesprochen hat. Die Preußenregierung sollte keine Zeit verlieren, unb an bem ersten schicklichen Tage ab treten. Jede Verzögerung dieses Schrittes ist kein Verbienst, fonbern eine Gefahr, unb zwar eine Gefahr für die angeblich von ihrer vertretenen politischen Interessen des preußischen Staates. Wäre in unserem Wahlverfahren ein wenig politische Vernunft enthalten, und ähnelte es beispielsweise dem englischen, dann hätten wir eine einwandfreie und oerant- wörtliche nationalsozialistische R e- gierung in Preußen. Diese hätte nun freilich die schwere Aufgabe, zu zeigen, was sic könnte. Aber wir besitzen kein Wahlverfahren dieser Art. Das Proportionalsystem ist nichts als überorganisierte politische Spitzfindigkeit. Aber es läßt sich dennoch sagen, daß bei den Preußcnwahlen am 24. April zu- vörderst ein Sieg über die Sinnlosigkeit dieses Wahloerfahrens erfochten worden ist. Es ist daher nur gerecht, wenn wir in diesem Sinne politische Forderungen aus dem vor uns liegenden Ergebnis ableiten. Die Mitte ist zcr rieben, die Deutschnativnalen haben ihr Ziel nicht erreicht, sie sind kein rnehrheitsbilbender Fak- tor, die S P D. hat trotz ihrer wieder beroiefenen erheblichen Widerstandskraft schwere Verluste erlitten, das Zentrum hat sich ebenfalls gehalten, gesiegt aber haben einzig unb allein die Mannen Hitlers. Interpretiert man den Volkswillen, dann ergibt sich einwandfrei, daß unzählige ehemalige Mitglieder der bürgerlichen Parteien eben der Meinung gewesen sind, man solle den Nationalsozialisten, was man so sagt, eine Chance geben. Wie aber wäre das möglich ? Wir wollen hier den schwierigen und verwickelten parteipolitischen Auseinandersetzungen ni<>. vorgreifen. Aber wir können das selbstverständ- stche Ziel, vieler Unterhaltungen zeigen. Es lau- Was wird in Preußen geschehen? Das Kabinett Braun tritt vorerst nicht zurück. Tie Hoffnung auf Wettet bestehen als gcfchäftsführcndes Ministerium. Berlin, 25. April. (TU.) In Kreisen der preußischen Regierung verlautet, daß die Regierung Braun auf Grund des jetzt vorliegenden Landtags- Wahlergebnisses in diesem Zeitpunkt s e I b st v c r. stöndlich nicht zurücktreten werde, da der Rücktritt verfassungsmäßig nur dem Canbtagspräfi- benten mitzuteilen wäre unb bieser daraufhin bic Wohl eines neuen Ministerpräsibenten veranlassen müßte. Die Rücktrittserklärung ber Regierung Braun kann also nur gegenüber bem neuen Lanbtagspräsibenten erfolgen. Der alte Canbtag besteht, ba seine vorherige Auflösung nicht erfolgt ist, noch b i s zum 2 0. Mai. Spätestens noch 30 Tagen, also fpäteftens am 1 9.1uni würbe demzufolge erst ber neue Land- tag zusammentreten unb eilten neuen Landtags- Präsidenten wählen können. In Kreisen ber preußischen Staatsregierung beurteilt man im übrigen bic neue Lage so, baß sich im neuen Canbtag höchstwahrscheinlich keine arbeitsfähige Mehrheit finben werbe. Nach ber vorn alten Canbtag in einer Sondersitzung noch beschlossenen A e n b e - rung ber Geschäftsordnung müßte der neue Ministerpräsident mit absoluter Mehrheit gewählt werben. Eine solche Mehrheit könnten bic Nationalsozialisten nur erlangen, wenn mit ihnen bic Deutschnationalen, bas Zentrum unb bic Splitterstimmen sich vereinigen. Das gilt als höchst fraglich. Man muß baher mit bem Versuche rechnen, bic Aenberung ber Geschäftsvrb nung mieber zu beseitigen, um bic Neuwahl bes Ministerpräsibenten mit einfacher Mehrheit zu ermöglichen. Die Beseitigung aber kann nur beschlossen werben, wenn bic Kommunisten mit bafür stimmen. Von ben Kommunisten hängt es alft nicht zuletzt ab, ob in Preußen eine rechts gerichtete Regierung eingesetzt werben kann. In kommunistischen Streifen wird bem VDZ.-Bureau erklärt, baß die KPD. erst in diesen lagen über ihre weiteren Anträge unb sonstigen parlamentarischen Schritte Beschluß fassen wolle. Sollte aber keine Mehrheitskoalition unb bemzusolge auch nicht eine Mehrheit für einen neuen Ministerpräsibenten gefunben werben, so würbe bas Kabinett Braun, das vorher dem neuen Canbtagspräfibentcn seinen Rücktritt erklärt haben würde, als geschäftsführendes Mini ft erium im Amte bleiben. Eine Koalitionsbereitschaft des Zentrums mit den Nationalsozialisten bezweifelt man mit dem Hinweis auf Hessen. Ein geschäftsführendes Ministerium auch in Preußen würde, so meint man, durchaus nichts Neues darstcllen, ba Bayern unb Sachsen und seit bem vorigen Jahre auch Hessen, gleichfalls durch geschäftsführende Ministerien verwaltet worben icien bzw. verwaltet werben. Gesetze von irgenbwclcher Bebeutung würben allcrbings vermutlich im Canbtag keinerlei Mehrheit finden. Das GA.-Derbot und die Preußenwahl. Die Christlich-Lozialcn kündigen Folgerungen für das Reich an. Berlin, 25. April. (Sil.) Die „Tägliche Aunbscha u". bas Blatt bes Ehristlich-Sozia- len Dolksbienstes, verweist vor allem auf die Abhängigkeit des Wahlergebnisses von der Außenpolitik unb sagt bann: „Außerdem soll in keiner Weise vertuscht werden, das; der Reichs- innenministcr G r o e n e r einen erheblichen Teil der nationalsozialistischen Stimmen auf sein Privatkonto verbuchen darf. Das SA.- Verbot hat in ungeheurem Maße für die Partei Hitlers gewirkt. Die Reichs- regierung hat also wiederum von ihrer bemerkenswerten Fähigkeit, die Partcienbei den Anhängern in Mißkredit zu bringen, die ihre Politik durchweg unterstützt haben. Gebrauch gemacht. Dur das Zentrum steht unerschüttert da. Wir gehen nicht fehl in der Annahme, daß diese Erkenntnis z. B. für den Christlich-Sozialen Dolksdienst und seine Stellung zur Regierung Brüning von einer gewissen Wichtigkeit sein wird. Es besteht schließlich keine Veranlassung, ohne weiteres zu billigen, daß die letzten Möglichkeiten einer christlichen Politik z e r st ö r t werden. Zerstört deswegen, weil das Kabinett nicht bereit ist, aus dem Zwielicht zwischen Demokratie und völliger Präsidialherrschast he rauS- 8U treten." Oie Oeuschnationalen fordern Auslösung des alten Landtags. Berlin, 25. April. (VDZ.) Der Vorsitzende der preußischen Landtagsfraktion der DAVP. hat an den preußischen Ministerpräsidenten folgendes Schreiben gerichtet: ..Die gestrigen Wahlen haben ergeben, daß die jetzige Regierung im Volke und im künftigen Landtag eine Mehrheit nicht mehr hat. und daher daS nach Artikel 57 der preußischen Verfassung notwendige Vertrauen des neuen Landtages nidjt mehr besitzen wird. Es ist daher widersinnig, daß die Regierung noch im Amte bleibt, und sich dabei auf daS Vertrauen eines vor vier Fahren gewählten Landtages beruft. Aamens der deutsch- nationalen Landtagssraktion beantrage ich daher die sofortige Auflösung des jetzigen Landtage» nach Artikel 14 der Verfassung durch Beschluß des in diesem Artikel vorgesehenen Ausschusses herbeizuführen. Den Schluß dieses Schreibens habe ich den Herron Präsidenten des Landtage- und des Staatsrates zugehen lassen." Oie ASOAp. zur Lleberuahme der Verantwortung in Preußen bereit. Oer preußische Fraktionsführer Kube fordert Braun zum Rücktritt auf. Berlin, 25. April. (TU.) Der Frakllonssührer I ber NSDAP, im Landtag, ber Abg. ftube, oer- | ösfetttlicht folgende Stellungnahme ;um Ergebnis ber Prcuhcnwahlcn: „Die Sozialdemokratie ist in Preußen nach dreizehnjähriger Herrschaft vernichtend geschlagen. Die NSDAP., bisher verfemt, wurde vom vertrauen der zugrundegerichteten Blaffen der Bauern und Arbeiter mit der hohen Aufgabe betraut, den preußischen Staat feiner deut fchen Aufgabe wiederzuzuführen. Dir sind bereit, in Preußen öie Regierung zu übernehmen und mit jedem zufam- menzuarbciten, der ein nationales von sozialistischem Gerechtigkeitssinn erfülltes und von kräftigem Geist veredeltes Preußen will, wir weisen niemanden zurück, der bereit ist, mit uns zusammen an den Ausbau des Staates heranzugehen, wir beanspruchen für uns auf Grund des Artikels 2 der preußischen Verfassung, wonach Träger der Staatsgewalt die Gesamtheit des Volkes ist, die Führung bei dieser Aufgabe, von der bisherigenRegierung verlangen wir, daß sie sich dem Urteil des Volkes beugt und sofort ihren Platz räumt. Der Nachfolger des geschlagenen TUinifferpräfibenlen Dr. Braun muß ein Nationalsozialist sein, den Adolf Hiller bestimmen wird, wir wollen nicht niedrige Rache, sondern im preußischen Staat d i e organisierte Kraft der Nation um Preußen seinen geschichtlichen Aufgaben wiederzuzuführen. Die Aationalsozialistische Partci- korresponbenz schreibt u. a.. daS Volk habe seinen Urteilsspruch gefällt unb bic ASDAP beauftragt, biesen Spruch zu vollziehen. Daß bic ASDAP. bereit sei, bem Willen bes Volkes entsprechenb bic Regierungsverantwortung über- all unb in allen ßänbetn zu übernehmen, in benen bic bisherigen Regierungen in bie Minberheit verseht worben finb, bas gelte insbesonbere auch für Preußen. Wenn man von ben Aationalsozia- listen Achtung vor ben Gesehen ber Demokratie verlange, bann sei es eigentlich eine Selbstver- stänblichkeit, baß bie Regierung einer nationalsozialistisch geführten Regierung bas Feld räume. Die ASDAP. werbe sich mit der Aenberung ber Geschäftsordnung beS Preußischen Landtags nicht abfin- ben. Sie werbe nicht bulben, baß ber ertiärte Dolkswille vergewaltigt werbe. Sie sei stark genug, um ihren Gegnern in ben Parlamenten unb öfscntlichen Körperschaften bas Leben sauer zu machen. Man möge uns, so heißt es in ber Erklärung, nicht mit salbungsvollen Ruhe- unbOrb- nungsphrasen ober geheuchelten moralischen Ermahnungen kommen. Wir finb a ls Träger bes Dolkswillens bereit, ein sauberes Staatswesen in einem sauberen Preußen toi eher aufzubauen unb werben niemanb zurück- stoßen, ber sich uns zur Mitarbeit zur Verfügung stellt. Das Zentrum in der Schlüsselstellung. Erste Kundgebung der Zentrumsfraktion. Solle Handlungsfreiheit. Köln, 25. April. (TU ) Der Dorstanb ber preußischen Zentrumspartei hat folgcnbe Kunb- gebung an bie Zentrumswähler in Preußen erlassen: .Einen großen Sieg dürfen wir verzeichnen. Das Zentrum bleibt bic Achse ber bcutschen Politik. Die ist bie Zentrums- Partei einem schwereren Ansturm ausgesetzt gewesen. als in biesem Wahlkampf in solchen außer- orbentlichen Zeiten. Trohbem konnte sie nicht nur gegenüber der letzten LandtagSwahl. sondern auch gegenüber ber Reichstagswahl vom 14. 9. 1930 ihre Stimmenzahl in fast allen Wahlkreisen um ein Erhebliches vermehren. Die neugewählte Zentrumsfraktion in Preußen wirb getreu dem Programm unb der Ueber- licfcrung der Gcsamtparte: auch im neuen Lanb- tag das Ziel ihrer Politik in der Aufrechterhaltung christlich-deutscher Volks- Kultur unb einer gefunben DolkSbcmokratic sehen. Sie ist bereit, mit allen Parteien zusammenzuarbeiten, bie auf ber Grunblage ber Verfassung dem Wohle des gesamten Volkes zu dienen entschlossen sind. Sic tritt in voller Lieber- cinftimmung mit ber Reichspartei für eine Politik ein. bic dem beutschen Volk innere unb äußere Freiheit. Zukunftsentwicklung und Weltgeltung schafft und sichert. Die Zentrumsfraktion wird sich auch fürderhin mit aller Kraft Bestrebungen widersetzen, bic Staat unb Verwaltung einer einseitigen Partei- biltatur ausliefern wollen unb bamit Ruhe unb Ordnung unb eine förderliche Reichspolitik gefährden würden." Die „Germania" bringt in Auscinandcrfetzun gen mit Blättern der Rechten einige grundsätzliche Bemerkungen, die für eine 'Beurteilung der durch den Wahlausgang geschaffenen Cage beachtenswert sind Zu den Ausführungen ber Hugenbcrgschen „Nacht ausgabe", bie bie Verantwortung bes Zentrums bei tet: Rcchtsregicrung bei einer noch näher zu bestimmenden Mitwirkung der Zentrumspartei, bic babei freilich erhebliche Opfer an sogenannten Ueberzeugungen bringen - müßte. Wenn es richtig ist, daß sich bic innere Zusammensetzung ber neuen Zentrumsfraktion im preußischen Landtage von der früheren beträchtlich unterfcheibet. dann sollte die Bildung einer tragfähigen Verbindung mit der Rechten keine sonderlichen Schwierigkeiten bieten, zumal die Deutschnationalen dabei völlig ausscheiden. Ihre 31 Mandate bilden keinen rnitbcstimmendcn Faktor bei einer solchen Entscheidung. Die von der Zentrumspartei herausgegebene Erklärung läßt alle diele Möglichkeiten glücklicherweise offen Auch die Nationalsozialisten haben sich nicht fest - gclcgt. Aber es ist notwendig, baß von beiben Seiten eine wirklich reelle Politik geführt wirb. Sollte alles nur auf ben Versuch hinaus lausen, ben einen ober anberen hineinzu- Icgcn oder übers Ohr zu hauen, dann wäre bas freilich ein Unglück. Es ist nicht wahr, daß sich in Preußen keinerlei Möglichkeiten zu einer wirklichen Regierungsbildung fanden. Man braucht nur den ernsten Willen dazu zu haben. Der Gedanke an einen Reichskommissar und Reichsreform unb was der schönen Dinge mehr finb, bedeutet nichts als Halbheiten. Es kommt auf bic Wieberherftellung wirklich stabiler Verhältnisse an, unb wir finb überzeugt, bah bic Aationalfozialiften ben ehrlichen Versuch machen würben, praktische Arbeit zu leisten. Sie wissen ganz genau, daß ihre großen Stimmenzahlen eben ber Ausbruck bes Wunsches ber Wähler finb, sic einmal an bieMacht gelangen zu lassen So seltsam cs klingt, es könnten bic Trümmer bet ehemaligen Mitte in bieser Hinsicht einige nützliche Dienste leisten. 3m Augenblick, too bic Ziffern für die einzelnen Fraktionen scst- stchen, tritt ja selbst bei unserer Demokratie wieder ber Verstaub in seine Rechte. Die vorhan- benen menschlichen Beziehungen sind erhalten geblieben. Der politische Ehrgeiz, als Parteimacht auszutreten, ist für bic Paricisplitter ber Witte nicht mehr gegeben. Die Mitte wäre also berufen, im besten Sinne des Wortes selbstlos aufzutreten. Es stehen außerordentlich schwierige Probleme yrr Debatte. Die Stimmen des Auslandes sollten keinen Zweifel darüber lassen, tmc böswillig das gesamte Ausland unserer Entwicklung gegenüber* steht. Auch das spricht für bic Aotwendigkeit, b»e preußische Regierung s o schnell wie mög- [ i ch auf eine anbetc Grunblage zu stellen. Die nationalsozialistische Bewegung stellt nur solange eine Gefahr bar, wie sie im Gegcnsahezum Staate steht. Der Staat hat keine Maßnahme unterlassen, um sie gegen sich aufzubringen. Das SA.-Verbot war ber Tropfen, ber bas Faß zum Ueberlaufen bringen konnte Aber gerade die Haltung, welche die Aationalfozialisten angesichts dieses Verbotes zeigten, beweist ein hohes Maß von politischer Selbstzucht, die öffentlich anerkannt werden sollte. Die eigentliche Entscheidung in allen diesen Dingen liegt aber, wie gesagt, beim Zentrum. Das Zentrum muß jetzt den Beweis liefern, ob es eine wirklich staatserhaltcnde Partei ist oder nicht. Aur eine- wäre gefährlich, wenn es nämlich den Versuch machte, eine gerissene Politik zu treiben Der nationalsozialistische Sieg ist größer, als er scheint Man habe alfo den M u t zur Konsequenz. der Regierungsbildung in den Vordergrund ihrer Betrachtung rückte, erklärt die „Germania": Was das Zentrum tunjmrb, darüber sollte niemand im Zweifel sein: dein Staate dienen und die Verfassungs, grundlogen schützen! Worüber die deutsche Oeffcntlich, kcit aber nicht im klaren ist, das ist die Frage, wie ich die N a t i o n a l s o z i a l i st e n die nutzbringende Anwendung der von ihnen eroberten Macht denken. — Wenn die „Nachtausgabe" den Gedanken einer Auflösung des eben gewählten Landtages in die Debatte werfe, so sei einmal dagegen zu sagen, daß „dieser Kinderschreck einer Landtagsauflösung" auf das Zentrum nicht den geringsten Eindruck machen könne, zum andern aber, daß man solche Boykottmcthoden mit einem ganz gehörigen Denkzettel belohnen würde, appellierte man das nächste Mal ohne positive Leistungen an das Volk. Auch in der Polemik gegen die „Deutsche Allgemeine Zeitung" spielt die Frage der neuen Regierungsbildung die ausschlaggebende Rolle. Dic„DAZ." irre, wenn sie meine, daß gewisse Voraussetzungen weltanschaulicher Art'ausreicheu würden, um eine große Rechtskoalition zu verwirklichen. Für eine Zusammenarbeit in der Regierung seien nicht nur gewisse weltanschauliche Mindestforderungen, sondern auch die Klärung ganz konkreter politischer Fragen und die Sicherung der verfassungsrechtlichen Grundsätze unerläßliche Bedingungen. „Das Zentrum Garant der verfassungsmäßigen Ordnung." Berlin. 25. April. (CAD.) Der Geschäftsführer der Zentrumsfraktion, Dr. Graß, erklärte in einer Unterredung über die politische Situation in Preußen u. a.: Eines der Merkmale der Lage ist die Tatsache, daß Hilgenberg sich nun schon zum zweiten Male verrechnet hat. — Er ist in Preußen ausgeschaltet. Zur Bildung einer Regierung ist seine Mitwirkung nicht erforderlich. Das zweite Merkmal ist dervölligeZerfallderbür- gerlichen Gruppen rechts und links vom Zentrum. Dadurch ist das Zentrum der einzige Hort derjenigen bürgerlichen Elemente geworden, die den Gedanken des gerechten Ausgleichs auf allen Gebieten vertreten. Das dritte Merkmal ist die Tatsache, daß dieRationalsozialisten dem Zentrum trotz erbitterter Kritik nichts anhaben konnten. Die Rationalsozialisten allein können nicht die Mehrheit erlangen. Das Zentrum betrachtet sich als den Garanten der verfassungsmäßigen Ordnung. Dieser Tatsache muß seine politische Haltung entsprechen. Sm übrigen kann das Zentrum mit Ruhe abwarten, bis zutage tritt, was die großen politischen Gruppen eigentlich wollen. Schon eine erste Fühlungnahme? Kaas und Hiller in Berlin erwartet. Berlin, 26. April. (CNB.) Wie die DAZ. berichtet, ist anzunehmen, daß die ersten Verhandlungen zwischen den National- sozialisten und dem Zentrum über die Möglichkeiten einer Neuordnung der preußischen Verhältnisse bald in Fluß kommen werden. Die erste Anfrage der Nationalsozialisten, ob das Zentrum zu gemeinsamen Besprechungen bereit sei, sei schon gestern bei der preußischen Zentrums- fraktion erfolgt. Mit den offiziellen Verhandlun- gen dürfte schon in den nächsten Tagen zu rechnen sein. Der Vorsitzende der Zentrumspartei, Prälat Kaas, werde sich zu diesem Zweck nach Berlin begeben, und, wie aus nationalsozialistischer Quelle verlautet, werde auch Adolf Hitler demnächst in Berlin erwartet. Welche Bedeutung man im Zentrum den neuen preußischen Entwicklungsmöglich- kciten beimesse, gehe schon daraus hervor, daß anfangs Mai ein außerordentlicher Parteitag des preußischen Zentrums geplant sei. Amerika und die deutschen Wahlen. Washington, 25. April. (TU.) Im amerikanischen Kongreß ist der Ausgang der deutschen Wahlen Gegenstand lebhafter Erörterungen, besonders im Zusammenhang mit der Tributfrage. Der demokratische Abgeordnete L i n t h i c u m, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Repräsentantenhauses, erklärte, daß er den Erfolg der National- Reichspräsident von Hindenburg erfüllt als einer der Ersten seine Wahlpflicht. * Auch Oesterreich hat gewählt. Sprunghaftes Anwachsen -es Nationalsozialismus. Wien, 25. April. (WTB.) Das hervorstechendste Markmal der gestrigen Gemeinderats- und Landtagswahlen in Wien, Riederösterreich, Steiermark, Salzburg und Kärnten ist das beinahe sprunghafte Borrücken der nationalsozialistischen Front. Sie hat eine Vertretung in der niederösterreichischen und der Salzburger Landesregierung, sowie vier Bundesratsmandate erworben. Das christlich-soziale WienerMontagsblatt schreibt, es zeige sich eine parteipolitüche Entwickelung Oesterreichs zum Drei-Parteien-Systein, nachdem die Großdeutschen und der Landbund praktisch aushörten, als politische Parteien zu leben. Reben den großen Fronten der Sozialdemokraten und Christlich-Sozialen scheine die RSDAP. zum Sammelbecken der großen Masse jener geworden zu sein, welche zwischen diesen Parteien gestanden haben und nunmehr nach rechts abgetrieben worden seien. Die „Reichspost" schreibt: Das Gesamtergebnis ist in Oesterreich ebenso wie in Deutschland, eine bedeutende Verstärkung der gegen den Marxismus gerichteten Kräfte, eine Radikalisierung nach rechts von außerordentlichem Ausmaß. Der Einbruch deS Rationalsozialismus bedeute eine neue Rot. Wesentliche Schuld daran tragen aber die in Mitteleuropa durch die Friedensverträge geschaffenen grauenvollen Zu stände. — Sn der „Freien Presse" heißt cs: Die Wahlen in Oesterreich und in Preußen sind nicht als normales Ergebnis der Gesinnungen der Wählerschaft zu werten. CS sind Wahlen deS Ülnsinns, aber auch der Verzweiflung und der großen Warnung für die Sieger des Weltkrieges, den Dogen nicht mehr zu Überspannen. — Die nationalsozialistische „Deutsch-österrei- chische Tageszeitung" schreibt über den Sieg Hitlers, auch in Oesterreich sei dem Hakenkreuz ein Einbruch in die zermürbte Korruptionsfront der alten Parlamentsparteien gelungen. — Di« grohdeutschen „W ienerneuestenRach- richten" stellen den überwältigenden Wahlerfolg d«L Rationalsozialisten als berechtigte,- Ausbruch der Proteststimmung gegen die Mißwirtschaft, besonders gegen die Methoden der Christlich-Sozialen Partei in Staat, Stadt und Land fest. sozialisten bedauere, aber anderseits durch die Tatsache erfreut sei, daß dadurch die Kommunisten zurückgedrängt wurden. Wenn die Nationalsozialisten an die Macht kämen, würde dieses das Ende aller Reparationszahlungen bedeuten, was er, Linthicum, gleichfalls erhoffe. „Ich kann nicht sehen, wie Deutschland in den nächsten Jahren Zahlungen leisten soll, ganz gleich, ob Hin- denburg oder Hitler regiert. Wir alle hoffen aber, daß die Republikaner in Deutschland die Kontrolle behalten." Die deutsche Wirtschaftslage sei die Hauptursache der nationalsozialistischen Erfolge. Der demokratische Abgeordnete R a i n e y erklärte, das deutsche Wahlergebnis bedeute eine ernste Bedrohung für die ganze Welt, so daß Amerika daran direkt interessiert sei. Es beweise ferner, daß Hindenburgs Persönlichkeit bei den Rcichspräsidentenwahlen ausschlaggebend war. Das deutsche Volk habe am Sonntag seine wahren Gefühle zum Ausdruck gebracht. Eins fei sicher: Das Wahlergebnis bedeutet das Ende der Reparationen. Eine Kundgebung Hitlers. München, 25. April. (ERB.) Adolf Hit- I e r hat nach Vorliegen der ersten Wahlergebnisse folgende Kundgebung erlassen: Rationalsozialisten, Parteigenossen, Parteige- Ef innen! Mit dem heutigen Tage hat unsere Bewegung zu ihren dauernden Erfolgen einen weiteren herrlichen Sieg hinzugefügt. Wir sind nunmehr unumstritten zur weitaus stärk st en Partei Deutschlands geworden. Alte ülnterdrückungs- und Vergewal- tigungsmaßnahmen unserer Gegner konnten den Empor st ieg unserer Bewegung nicht verhindern. Dieser Erfolg ist nicht das Ergebnis irgend einer „klugen Taktik", sondern die Frucht einer andauernden unermüdlichen fleißigen Arbeit. Was die politische Organisation und die Propaganda in diesen Wochen geleistet hat, ist einzig dastehend. Aus übervollem Herzen aber danke ich besonders meinen mir und der Bewegung in unverbrüchlicher Treue ergebenen ehemaligen SA.- und SS.-Männern und -Führern, die als Parteigenossen, wie immer, mutig und opferbereit ihr Allerletztes hergegeben haben. Sie, die Leiter der Organisation und Propaganda der Partei sowohl wie die Männer unserer Presse, sie alle können sich diesen großen Sieg als Frucht ihrer Tätigkeit und Arbeit zu? rechnen. - A n s e r e A u f g a b e ist es nun, keine Stunde zu ruhen, sondern den Kampf fürdie nationale Erhebung und Befreiung Deutschlands sofort wieder aufzunehmen und ihn weiterzuführen. Dar &cebnis' Q zehn Tage m der Hauplaus- um die Arbeiten [ramm sortzusctzen. Dar der Meinung, unigung der Äon« : auf drei bis diel I üofööofiei auf. 3n einer Finanz- >on Benizelos >ic Goldbasi« 'n. Ein Selctzent- ireits IcrliagcIlcUl abend der Sammet vird dabei längere „Jage machen, es as Geich lolori >m [ wird, Io daß mit ; t«t Goldbasis für Neues vom Gklarek-Prozeß. Oie Garderobe der Sklareks. 3m Sklarekprozetz wurde am Mittwoch der Inhaber des Schneider-Ateliers KellerL Furch, Flachs, vernommen, der erklärte, die SklarekS hätten in sieben Jahren Garderobe im Werte Don 90 0 0 0 Mk. fürsich und ihre Freunde anfertigen lassen. Bei der Verhaltung der SklarekS habe noch ein Betrag von 25 000 Ml vffengestanden. 2llS Flachs erzählt. Stadtbankdirektor Hoffmann habe sich bei ihm einen Schlafmantel aus Kamelhaar mit Seidenfütterung zum Preise von 2 9 0 M k. machen lassen, erklärt Leo Sklarek, da- müsse Hoffmann heimlich gemacht haben. So einen teuren Schlafanzug könne sich höchstens ein Baron zu seiner Hochzeitsreise machen lassen. AIS Stadtbankdirektor Hoffmann sich dann darüber beschwert, daß die von ihm bei Keller & Furch bestellten Anzüge nicht patzten, nimmt FlachS Hofsmann im Gcrichtssaal Maß und erklärt, die Sachen patzten nur deshalb nicht mehr, weil Hoffmann inzwischen dünner geworden sei. Oie Zagdgaste der SklarekS. 3m Sklarek-Prozetz wurde eine Reihe Zeugen aus Waren in Mecklenburg vernommen, di- über daS Leben und Treiben in der Skla rekschen Iagdvilla berichteten. Ter Diener Reckling bekundete, das Haus sei immer von Fremden so besetzt gewesen, datz für Willy Sklarek einmal auf einer Feldbcttstelle ein Rotlager bereitet werden mutzte. Als Gäste seien hauptsächlich Bürgermeister Schneider, Rosenthal und Stadtbankdirektor Schmitt dagewesen. Direktor Schmitt sei vier Wochen lang mit Frau, Tochter und Richte zu einem Sommeraufenthalt in Waren gewesen. Mar Sklarek habe die Anweisung gegeben, datz die Kosten für den Haushalt von ihm selbst bezahlt würden, Schmitt habe allerdings den Versuch gemacht, zu bezahlen und sich auch den Teil seiner Kosten ausgerechnet. Staatsanwaltschaftsrat Weitzenberg machte den Einwurf, datz es jedoch bei dieser Ausrechnung geblieben sei. Der Hotelier Grothe, der Inhaber des »Hotels Stadt Hamburg" in Waren, hatte den Eindruck, datz die ganze 3aad der Sklareks eigentlich nur den Gästen dienen sollte, denn die Sklareks und ihre Bekannten seien keine Iagdliebhaber, sondern höchstens Sonntagsschühen gewesen. .Ein Iagdessen, an dem zwölf Gäste teilnahmen und bei dem Sekt und französischer Kognak getrunken wurden, habe über 2000 Mark gekostet, alle- wurde von Max Sklarek bezahlt. Leo Skla- ref: Wir wurden ja gemolken wie die Kühel Ich habe einmal bei einem Zusammensein 900 bis 1100 Mark zahlen müssen. Ich sehe aber darin keine Bestechung, denn das war ja so üblich. Die Leute haben Reden auf uns gehalten, haben Gedichte auf uns gemacht und Loblieder auf unsere Gastfreundschaft gesungen. Jetzt will keiner etwa- von unS wissen. Oer Sklarek-Gerichishof am Bett der Wahrsagerin. Alle am Sklarek-Prozetz Beteiligten trafen sich in der Wohnung von Frau S e i d l e r, War Sklareks .Wahrsagerin", die als Zeugin gehört werden sollte, und krank im Bette liegt. In Frau Seidlers Wohnung hatte man eine Lautsprecher- anlagc eingebaut Wie die Zeugin aussagte, hat sie Mar Sklarek 1919 oder 1920 durch Kriminalkommissar a. D. Krützmacher kennengelernt. Sie sagte Mar Sklarek, »was sie sah" und erklärte ihm: .Sie müssen über das Tempelhofer Feld gehen und zwar nach Reukölln. Da werden Sie einen Herren an einem kleinen HäuSchen stehen sehen, der itzt etwas, das ist nicht Brot, daS ist nicht Brötchen. Fragen Sie diesenHerrn, an wen Sie sich wenden sollen. Max Sklarek befolgte ihren Rat und ging nach Reukölln. Da stand an einer Bude ein Herr und ah aus einer braunen Tüte Schnecken. D^en fragte Mar Sklarek, an wen er sich wegen der Geschäfte mit der Stadt wenden solle, und da sagte dieser: »Da bin ich ja zuständig!" Cs war Herr Kie bürg. Frau Seidler berichtete, datz Leo Sklarek sie im August 1929, also kurz vor dem Zusammenbruch, nach der Kommandantenstratze gebeten hätte, wo sie Willi Sklarek kennenlernen sollte. ..Leo sagte mir, Mar belügt Sie immer, Sie sollen von Willi Sllarek erfahren, wie es wirklich ist. Willi sagte bann, ate er inS Zimmer kam: ,.Cs heiht immer, es kommt das Geld, womit wir unsere Verpflichtungen bet der Stadtbank abdecken können. Wenn dies Geld nicht kommt, stehen wir als die grötzten Lügner und Betrüger da. Wir behelfen unschön lange Zeit mit Schecks. Wenn uns nicht bald geholfen wird, gehen wir kaputt. Rosenthal verspricht immer, datz wir Geld bekommen sollen, aber es kommt nichts. Wenn wir das Geld nicht heranschaffen, sind wir schlimmer alS Darmat und Kutisker und kommen inS Zuchthaus." Die Zeugin bestätigt auch dein Vorsitzenden. datz unter Kieburg Mißwirtschaft in der DAG. geherrscht habe, und datz Max Sklarek ihr die Photographie eines Reverses gezeigt habe, in dem bestätigt wurde, datz die Sklareks 250 000 Mark nicht z u r ü ck z u z a h l e n brauchten. Auch von gefälschten Dilan- zen Kirburgs habe sie erfahren. Es sei ihr auch bekannt gewesen, datz Frau Hofsmann einen Pelz. Frau Schneider einen "Blaufuchs und Frau Oberbürgermeister Dötz einen Pelz bekommen hatte, der 4 0 0 0 Mark k o st e t e und der ihr mit 37 5 Mark berechnet wurde, die sie aber auch nicht bezahlte. gendkundgebungen. ein Fackelzug, eine Abendfeier mit Bannerweihe ergänzen die Tagung. Ein bunter Festzug wird alle Eindrücke noch einmal bildhaft zusammenfassen. Die Kundgebungen an der Marienburg sind vor allem dem Abstimmungsgedächtnis gewidmet. Ein Aufmarsch der Jugend bringt Wei he stunde und Festzug in Danzig. 21. Deutscher Feuerwehrtag in Karlsruhe. Der 21. Deutsche Feuerwehrtag findet in den Tagen vom 5. bis 8. 'August in Karlsruhe statt. In feinem mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Verhalt- niffe auf nur wenige Tage zusammengedrängten Programm sind vorgesehen neben Beratungen über grundsätzliche Fragen des Deutschen' Feuerwehr-, Rettungs. und Sanitätswesens eine Feuerwehrau s st e l I u n g der einheimischen und auswärtigen Feuerwehrindustrie sowie einige große Schau- iibungen. Die Eröffnung der Ausstellung, die mit den kleinsten Feuerwehrgeräten bis zu den großen modernen Motorwagen beschickt sein wird, bildet den Auftakt der Tagung. Eine Kundgebung für die in ber Feuerwehrorganisation verkörperte Idee der Hilfsbereitschaft wird der Festzua Tausender von Feuerwehrleuten am Sonntag, 7. August, darstellen. Fünf Jahre Gefängnis für einen Rabenvater. Das Hamburger Schwurgericht verurteilte den 24jährigen Heizer B i 11 st e i n , der fein vierjähriges Söhnchen Harry zu Tode geprügelt hat, zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren. Seine Ehe- trau, die angeklagt war, ihren Mann zu den Mißhandlungen des Kleinen auf gehetzt zu haben, wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Bei der Sektion der Kindesleiche mürben 50 Wunden am Oberschenkel, 20 am Gesäß, 20 int Gesicht festgestellt, auch war dem Kind ein Ohrläppchen abgerissen worden. Der Tod trat nach ärztlichem Gutachten durch Blutungen unter der Hirnhaut ein, eine Folge von Mißhandlun- gen durch den Vater. Drei Wandervögel in einer Sandgrube verschüttet. Ein folgenschweres Unglück ereignete sich in Hom- berg bei 'Düsseldorf. Mehrere Wandervögel hatten sich dort, um vor dem Regen Schutz zu suchen, in eine Sandgrube geflüchtet. Plötzlich kamen die Sandmaffen ins Rutschen und begruben drei Wandervögel unter s i ch. Die nicht verschütteten Wandervogel begannen sofort mit den Rettungsarbeiten und holten Einwohner Hom- bergs zur Hilfe. Nach kurzer Zeit konnten die drei Verschütteten geborgen werden. Einer von ihnen war bereits er ft ick t. Botschafter Sacke« Ehrendoktor von Tübingen. Die Universität Tübingen verband mit der Rek- toratSübcrgabe die feierliche Ueberreichung des Diploms für die Ehrenpromotion des amerikanischen Dotschasters S ad e 11 zum Doktor der Staatswcssenschatte n, welche die rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität z u m 2 0 0 G c- b u r t i t a g W ashing tons vollzogen hatte. An der Feier im Festsaal der Unioerfität nahm Botschafter ©adelt teil. Als Ehrengäste waren u. a. erschienen: Rcichsministcr Trevira n u s als Vertreter der Rcichsregierung. Staatspräft- dent Dr. B olz mit den Mitgliedern der württem- bcrgischen Staatsrcgicrung. der Landtagspräsident Pflüger, die Rektoren der Hochschulen von Stuttgart und Hohenheim, und Herzog Philipp Albrecht von Württemberg. Rach der Begrü- hungsansprache des Rektors Dr. Kirchner übergab Prof. Dr. Teschemacher daS Ebrendok- tordiplom an Dr. Sackett. Aus dem Wortlaut der Urkunde ergibt sich, datz die Ernennung erfolgt in Ehrung dessen, daß der Botschafter frühzeitig die Gefahren erkannte, die von der deutschen Wirtschaftskrise aus die Weltwirtschaft bedrohen, datz er tatkräftig an der Abwehr dieser Gefahren arbeitete und sich dabei alS warmherziger Freund Deutschlands erwies. Botschafter ©adelt übernahm die Urkunde mit herzlichen Dankesworten in englischer Sprache. 3m Anschluß an die Feier der Rektoratsübergabe hatte der Rektor die Mitglieder des Kleinen Senats zu einem Frühstück ins Museum eingcladen, an dem auch der amerikanische Botschafter und die zur Feier erschienenen Mitglieder der Rcichsregierung und des württemdergischen Slaatsministeriums teil» nahmen. Am Abend fand das Fakultälsessen statt, bei dem Botschafter Sackett der Einladende war. Die Universität Amsterdam ehrt deutsche Gelehrte. Der Senat der Amsterdamer Universität hat anläßlich der am 28.Juni stattsindenden Feier des 3 00jährigen Be st ebene der Universität in außerordentlicher Sitzung eine ganze Reihe holländischer und ausländischer Persönlichkeiten zu Ehrendoktoren ernannt. Unter ihnen befinden sich fünf Deutsche, und zwar Prof. Eier- f e n (Berlin), Pros. Friederici (Arensburg in Holstein), ferner der Naturwissenschaftler Professor Wanner (Bonn), der Mediziner Prof. Aschoff (Freiburg i. Br.) und der Theologe Prof. Scheel (Kiel). Von den übrigen ausländischen Gelehrten sind noch zu nennen: der ehemalige Präsident des Ständigen Internationalen Gerichtshofes im Haag, Anzilotti (Rom), der norwegische Theologe M o w i n d e l (Oslo), der schweizerische Naturwissen- schasller S ch r o e t e r (Zürich) und der Warschauer Naturwissenschaftler S i e r p u s k i. Eine historische englische Kirche durch Feuer zerstört. Die 500 Jahre alle Harsord-Kirche in der Rahe von Aberystwyth in Südwales wurde durch ein Grohscuer zerstört. Dabei wurden berühmte Kunst schätze im Wert von weit über 1 Million Mark so stark beschädigt, datz sie wertlos geworden sind. Darunter befindet sich eine Marmorgruppe von Francis Chantrey. für die Piermont Morgan 1,2 Millionen Mark geboten hatte, ferner ein Glasfenster aus dem 16. Jahrhundert und eine griechische Oelvase aus dem Jahre 1600 v. Ehr. Das Feuer brach während des Gottesdienstes aus. Der Sohn des Pfarrers muhte erst acht Kilometer weit reiten, um durch Fernsprecher die 25 Kilometer entfernte Feuerwehr zu alarmieren, die nur noch den Turm der Kirche retten konnte. Wettervoraussage. Durch die Vorläufer der neuen Allantikstörung wird die Kaltluftzufuhr abgeschnitten. Die Winde haben bereits über England, Frankreich und auch im westlichen Deutschland nach Südwesten zurück- gedreht, so daß nun wärmere Lust bis in unseren Bezirk gelangt und somit die Temperaturen aasteigen. Im Bereich des hohen Druckes, der sich über Deutschland erstreckt, dürfte es vorerst noch zur Aufheiterung kommen, doch wird sich bei fallendem Barometer das neue Tief nach und nach durchsetzen und unter Zufuhr milder Ozeanluft erneute Bewölkungszunahme veranlassen. Aussichten für Mittwoch: Milder, ansäng- lich noch vorübergehende Aufheiterung, dann stärker bewölkt, mit Neigung zu Gewitterstörungen. Aussichten für Donnerstag: Meist wol- kiges und mildes Wetter mit vereinzelten Nieder- schlügen. Lufttemperaturen am 25. April: mittags 10,9 Grad Celsius, abends 4,1 Grad: am 26. April: morgens 5,5 Grad. Maximum 11,9 Grad, Minimum ZL.Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. April: abends 9,4 Grad: am 26. April, morgens 7 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 4% Stunden. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 26. April 1932. Arbeitsbeschaffung und Sparer. 3n den letzten Monaten sind verschiedene Pläne bekannt geworden, die den Regierungen und Behörden die Durchführung umfangreicher neuer wirtschaftlicher Arbeiten Vorschlägen Dabei ist im allgemeinen an den Ausbau des Strahen- unb Verkehrsnetzes, landwirtschaftliche Meliorationen, Siedlungsarbeitcn und an ähnliche Aufgaben gedacht. Velmgt eS. solche Arbeiten in großem Umfange durchzuführen, dann werden dadurch nccht nut neue Arbeitsgelegenheiten geschaffen. sondern auch in anderen Teilen der Wirtschaft tritt eine Belebung ein. denn es werden Maschinen. Werkzeuge. Rohstoffe usw gebraucht. Das Kernproblem bei allen Arbeitsbeschas- fungsprogrammen ist die Finanzierung: die Arbeitskräfte mästen bezahlt werden, ebenso die Maschinen und anderen Hilfsmittel. DaS erstrebte Ziel, die Arbeitslosigkeit merkbar zu verringern, kann nur erreicht werden, wenn die geplanten Arbeiten in großem Umfange vorgenommen werden können. Gröhe Kapitalfummen sind alfo nötig. Das Ausland leidet selber unter großer Arbeitslosigkeit und Kapitalknappheit DaS benötigte Kapital können wir uns daher nur aus dem eigenen Lande befchasfen. Die Währung darf dabei auf keinen Fall angetastet werden, darüber besteht bei Reichsbank, Reichsregierung. Behörden. Gewerkschaften und Verbänden volle Einmütigkeit. Arbeitsbeschaffung kann und darf daher nur aus echten Kapitalmitteln vorgenom- mcK werden. Auf die Sparer, auf alle, die heute noch etwas zurücklegen können, und nicht weniger auf diejenigen, die das gehamsterte Veld zur Kasse bringen, kommt eS also an: jede Mark, die eingezahlt wird, ist solch echteS Kapital, das als Kredit an die Wirtschaft gehen und so der Arbeitsbeschaffung dienen kann. Unser neuer Jtornon. In der heutigen Ausgabe deS „Gießener Anzeigers" beginnen wir mit der fortlaufenden Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes von Gert R o t h b e r g. Die Verfasserin ist unseren Leserinnen und Lesern nicht mehr unbekannt: sie hat sich feit langem besonders auf dem Gebiete des Zeitungsromans einen in weiten Publikumsschichten geschätzten Rarneu gemacht. Ihre früher von uns im „Gießener Anzeiger" veröffentlichte Erzählung „Der Wann, der das Lachen verlernt hat" war ein ausgesprochener Publikumserfolg und dürfte noch zahlreichen Leserinnen und Lesern in bester Erinnerung fein. Der neue Roman, mit dessen Abdruck wir heute beginnen, heißt: „Ich hole dich, Benne!* von Gerl Gothberg, ein reizvoller und wahrhaft zu Herzen gehender Liebesroman auS unserer Zeit, die Geschichte eines jungen Mädels, einer kleinen Verkäuferin, deren Schicksale vor allem unsere Leserinnen mit brennendem Interesse von Fortsetzung zu Fortsetzung bis zum befreienden und harmonischen Ausklang verfolgen werden. Das neue Werk ist daS Muster eines ZeitungS- romanes, wie er wirklich fein soll, voller Spannung, voller Konflikte und Ueberraschungen, und erfüllt von jener Mischung auS Wirklichkeit und Phantasie, auS Alltag und Wunfchttaum, die noch immer ihre Anziehungskraft auf den Leier bewährt hat So find wir gewiß, datz auch der heute beginnende Roman von Gert R o t h b e r g sich deS gleichen Erfolges wird rühmen dürfen wie jener frühere, und wir freuen unS, unserer Leserschaft wieder eine Lektüre bieten zu können, die allen Wünschen nach einem spannenden und ergreifenden Roman in hervorragender Weise entspricht. VornoNzcn. — Tageskalender für Dienstag. Stadt- theater: 19.30 bi» 22.15 Uhr, „Mignon'. — Manner- und Frauenvereinigung der Matthäusgemeinde: 20.15 Uhr, ©emcinbclaal, Hauptversammlung. — Einhorn-Saal: 11 dis 19 Uhr, Hygiene Ausstellung: Großer Hörsaal der Universität- 20 Uhr, Lichtbildervortrag des Herrn Professors Dr. Haas. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die andere Seite". — 2luS dem S t a d 11 h e a t e r b ure a u wird uns geschrieben: Heute, 19.30 Uhr, als 28 Vorstellung im Dienstag-Abonnement Gastspiel des Hestifchen LandestheaterS Darmstadt mit der Oper „Mignon" von Ambroife Thomas. Musikalische Leitung Erwin Palm, Spielleitung Heinz Arnold. Opernpreife. Vorzugs- und Rund- funbgutscheine haben Düttigkeit. Ende 22.15 Uhr. — Morgen, Mittwoch, 27. April, Wiederholung des erfolgreichen ©chülerstuckes von Friedrich Förster. „Der Graue", Spielleitung Peter Fassott, Titelrolle Raimund Schelcher. 'Beginn 19.30 Uhr. Ende 22.15 Uhr. — Die Intendanz weist daraus hin, daß die ursprünglich für Freitag angeletzte Premiere des „Faust" erst am SamStag. 30. April, stattsindet. — Der T a n z c l u b „R o t - W e i ß" G i e ß e n veranstaltet am kommenden Samstag in den Räumen des GeseUfchaftsvercins Dießen die Austragung der Meisterschaft des Maingaues im Rcichsvcrband zur Pflege des Gesellschaftstanzes Die Veranstaltung verspricht vorzügliche Tanzdarbietungen. da bereits gute Tanzpaars auS Kassel. Frankfurt a. M, Bad-Ratcheim. Bad Homburg u. a. zugefagt haben. Der Tanzclub „Rot-Weiß" wird ebenfalls seine besten Vertreter melden. In den Turnier-Pausen und nach dem Turnier finbet Ball statt. Den Gästen wird Gelegenheit gegeben sein, in der Gästeklasse zu tanzen. Die Kapelle Seitz mit ihren Iazzsym- phonikern stellt die Turniermusik. RäbereS ist auS der Anzeige vom Samstag ersichtlich. •• Veränderungen Im Provinzial- t a g. Lehrer Klostermann von Dolckenrod hat sein Mandat als Mitglied dos Provinzialtags der Provinz Oberhessen niedergelegt. An seine Stelle wurde der Bürgermeister und Landwirt Otto Ernst August Psann stiel in Bermuthshain (Kreis Caufcrbad)) in den Prornnzial- tag berufen. An Stelle des zum Stellvertreter im Provinzialausschuß gewählten und mittlerweile nach Westfalen verzogenen Bürgermeisters Dr. 3 a nse n - Butzbach wurde der Landwirt Karl Schwalb in Großen-Buseck als Stellvertreter für den ProvinzialauSschuß bestimmt. ' Die Superintendanturkonferenz für Oberhessen tagt morgen. Mittwoch, im 3ohannessaal zu Giehen. Hauptgegenstand der Tagesordnung ist ein Vortrag von Dekan Dr. Unverzagt, Alsfeld, und Aussprache über das Thema: „Die besonderen Schwierigkeiten der kirchlichen Seelsorge in der Gegenwart". Weitere Lokalnachrichten im 2. Blatt. 3M OBERST) Pf. inPreis und Qualität auf Friedens-Ätand. SEIEN SIE ANSPRUCHSVOLL Auch an eineZigarette zu Z^Pstnmg können Sie heute Ansprüche stellen^. Es gibt viele Marken in dieser neuen Preislag e, darunter auch gute. Es liegt an3hnen,üieLcste herauszusuchen-,. Seien 6ic deshalb nichtzu bescheiden. RAUCHEN SIE- mit und ohne Mundstück WALDORF-AST0 R I A CAX-B-H Soll Ihr Stoff recht preiswert sein, kaufen Sie bei Schmücker ein Gießen (Riegelpfad 68), den 25. April 1932. 02612 Gießen, den 25. April 1932. 3243 D Statt besonderer Anzeige. Gießen, Hainichen, April 1932. 3238 D Gießen, den 25. April 1932. 02590 3 2 54 D 2993 A Edgar Mrmann, Eisenhan-Iung eintreff enb. 02630 3213D 3231V Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Verlust, der uns betroffen, sagen wir herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Beiz und Frau, geb. Löber. Für die liebevolle Anteilnahme, die uns beim Hinscheiden unseres teuren Entschlafenen in so reichem Maße zuteil geworden ist, sagen wir unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Emmi Bauer und Familie. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 29. April 1932, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Heinrich Christ Schneider. Wieseek, den 26. April 1932. Elisabethe Aumann Wwe. und Angehörige. Londorf* den 23. April 1932. Der Verein Deutscher Studenten zu Gießen. I. A.: Werner Raykowski. Unterfertigter betrauert tief das Ableben seines lieben Alten Herrn Dr. med. Ludwig Leun aktiv 1899/1900. OariengerÄe DvahLseflechte empfiehl« MA M! Heute, morgen sowie Donnerstag MW, 27. Wil nachmittags 2 Mr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28, ,3um Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Büfetts, Kredenzen, Chaiselongues, Schreibmaschinen, Schreibtische, Nähmaschinen, Grammophone, Kleider- schränke, Kassenschränke, Ausziehtische, 3 Sessel, 1 Revoloerdrehbank, 1 Lederwalze, 25 Bund Kranzdärme, 1 Flurgarderobe, 1 Achterboot, 1 Giggvierer, 2 Pianinos, 1 Gasherd, 1 Motorrad, 2 Schäftesteppmaschinen, 2 Schuhmocher- nähmaschincn, 1 Registrierkasse 1 Kuh, 1 Rind, 1 Ausstellungskasten, 2 Kameras, 2 Warenschränke, 1 Drogenschrank, 1 Ladentheke, 1 Schwammschrank. 3259D 2. Bestimmt: 1 tadellos erhaltener Schreibsekretär mit Einlagen, 3 Handtaschen (Segeltuch), 6 Maniküregarnituren, 6 Bilderalbcn, 1 Lederkissen, eine Partie Tortenplatten, 1 Kaffeeverkaufsständer (fünfteilig, fast neu), 4 Käseglocken, % Kiste Apfelschnitzen, Mehl- und Zuckersäcke, 1 Partie Seifenpulver (Pakete), 1 Lampe, Reinigungsmittels 1 größere Partie Schreibwaren, Kaffeezusatz, 6 große Ausstellungsgläser, 1 fiaffeebrenner mit 2Uotor. 3. Zwangsweiser Berkaus aus freier Hand: 1 Radioapparat (kombiniert, 110 Bolt, Wechselstrom). Junker Gerid)tsoollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 Wirksame erbe-Drucksachen bei Brühl. Scbulstraße 7 Vergleichsverfahren über das Vermögen der Firma Jacob Heilbronner und deren Inhabers Jacob Heilbronner in Gießen. Beschluß: 1. Der in dem Vergleichstermin vom 24. März 1932 angenommene Vergleich wird hierdurch bestätigt. 2. Infolge der Bestätigung des Vergleichs wird das Verfahren aufgehoben. Gießen, den 31. März 1932. Hessisches Amtsgericht. 3252D Heute entschlief sanft unsere liebe, treubesorgte Mutter, Großmutter und Tante Frau Elisabeth Pfaff geb. Dietzel im Alter von 76 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Pfaff. Infolge der Reichsfisch wache zu besonders niedrigen Preisen Pa. Schellfische o. SL, Pfund 50 a im Ausschnitt Pfd. 55 -) Feinst, blütenbcll. Kabeljau o. SL, Pfd. 15-’', i. Ausschnitt Pfd. 18 Rochen, Schotten, Tarbutt, Brat- fischc, grüne Heringe Moon Goldbarsch, Pfd. 50 ») von Kabeljau.. Pfd. 35 4 Frische Bücklinge und Marinaden Richard Grünewald Bahnhofstraße 27 Fernsvr. 3631 Beachten Sie bitte meine Aus- stellung im Schaufenster! ZurBeerdigung unseres lieben Kameraden Herrn • FriedricbVoyel Antreten Mittwoch, den 27. April, 13.45 Uhr, am Neuen Friedhof. >2M D Soziale NMchi der Aufgeber v. Eiellen« Angeboten ist es, die ein« gcgongcn^Sewerbunqs» unterlagen (Zeugnisse, Zeugnisabschrift., Lichl- bilber u.bgl.) schnellsten« wrürfjuf. Di c Elcllung« suchenden sind dankbar dafür, wenn man Ihre Bemühungen zur Sr- langung cm. geeigneten Tüligkeil auf diese Weise unterstützt und sind auf diese selbstverständliche pflicht auch angewiesen. Gießener Anzeiger Herzlichen Dank allen die bei dem Heimgange meines lieben Mannes ihm die letzte Ehre erwiesen, allen, die durch Kranzspenden und Zuschriften eine so große Teilnahme entgegenbrachten. Herzlichen Dank Herrn Pfarrer Krämer für die trostreichen Worte am Grabe, dem Kriegerverein und der Kapelle Schleufe für die letzten Ehrenbezeugungen sowie dem Gesangverein Eintracht und seinem werten Dirigenten, unter dessen Leitung Lied und Choral m gutem Vortrag tröstend und erbauend wirkten. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Fran Marie Serth Steinbach, den 23. April 1932. Danksagung. Für die aufrichtige Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen, insbesondere Herrn Pfarrer Bühler für die Dank1Chen orte am Grabe, unseren innigsten Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Vermietungen | M-Mohng. m. Bad, Ballon u. allem Zubehör sof. oder zum 1. Juli zu vermieten. htJ) Näh-Schnbartslr.ZH. Schöne, sonnige 4-Zimmßr-Wolm. in ruh. Hause gegen Beitrag zu den Umzugskosten an ruh. Mieter abzugeben. Näheres zu erfrag. im Gieß.Anz. o^ss Zwei leere, sonnige Zimmer ver 1. Mai zuverm. 0Mtl Wolfstr. 26p. Schönes sonniges möbl. Zimmer m. Zentralheiz.und fließ.Wasser, sof.od. svät.preisw.z.verm. Zu erfrag, i. d. Ge- schäftsst.d.G.A.^°o kl. Eimen mitWohnküchesow. eine fr. 2-Zimmcr- Wohnung zu verm. Neustadt24.l 02631 s Mietgesuche | 4od.5Zimm.- Wohnung sofort oder später gesucht. Schr. Ang. mit Preis u. 02624 an den Gieß. Anz. Beamten-Witwe o. Kinder sucht eine 3-4-Zmier-Wrag zum Preise von 40 bis 50 Mk. 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Aus guter alter Zeitt für Wasche und Haushak. kett Über SSW Aahrenbewährt ÄnMrt kostetWt nurrwch rApfSttnig darum heute so recht: raobem! OrLhompsorrs Seffenpuloev Marko Sckwan I f Doppelpaket ♦Ncum* pfg Gummi Absätze Vertreter die bei zahlungsf. Schuhmachern eingeführt sind gesucht. Schrift!. Ang. unt. 3261P a.d. Gieß.A. Tüchtiges Morgen-Mädchen mit gut. Zeugnissen sofort gesucht. Meldungen von 10 bis 12 Uhr. Hofmann- straße 14 p. 3251D Zuverlässiges [Verschiedenes || 3öpse grotzeAuswahl-bill. Damenfrifeurgefdjöft Mlansgosse 29. oafion Hühneraugen Warzen^Hornballen beseitigt restlos auch in den hartnäckigst Fällen totsicher unt. Gar.innerh.6-6 Tg. Hühneraugen-Rapio Erhält! nur: Löwen- Drogerie W. Kilbinger Nacht, Seltersweg 69. Illlllllllllllllllllllllllllllllllll Mädchen tagsüber gesucht. Müblstr.33v. [Stellengesuche) Erfahrenes Mädchen Ende 30, sucht pass. Stelle, am liebst, in frauenl. Haushalt. Schr. Ang. u. 02620 andenGieß.Anzeig. Aelteres Mädchen fud)t in frauenl. ob. 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Mit 139 gegen 134 Stimmen wurde der Landwirt M. Bürgermeister. Gegen diele Wahl wurde jedoch Beschwerde beim Kreisdirektor erhoben, der nunmehr das Verwaltungs- streitversahren einleitete, da unlautere Wahl- beeinsluslung vorzuliegen schien. insgesamt waren 21 Zeugen geladen Der Partei des nunmehr gewählten Bürgermeisters wurde vorgeworsen. daß sie verschiedene Ortsbürger durch Versprechungen einerseits, durch Drohungen anderseits tur Wahl des M. bestimmt habe. In einem Falle soll mit einer Miettünd gung gedroht worden sein, im Falle der Betreffende nicht M. wähle, in einem anderen Falle wollen einige junge Leute bei einem Gespräch, das iiji Stall eines Einwohners von Harbach geführt wurde (sie lehnten Leitern an den Stall und lauschten den Worten, die aus den Ventilation»- fenstern des Stalles ,yi hören waren» gehört habe», daß der Zeuge M. den anscheinend nicht klar entschlossenen D. beeinflussen wollte. In einem weiteren Falle sollte einer Witwe ein Anzug für ihren hilfsbedürftigen Sahn versprochen worden sein, sofern sie M. wähle. Dann wurden noch zwei weitere Fälle erörtert, bei denen zwei Einwohner durch Geld veranlaßt worden sein sollten. M. zu wählen. 3n diesem Zusammenhang wurde eine reichlich komplizierte Wechselangelegenheit aufgerollt, denn es wurde vermutet, daß demjenigen, der den Wechsel einzulösen hatte, nur dann geholfen werden solle, wenn er samt seinen übrigen drei Angehörigen den Kandidaten M. wähle. Ein weiterer Einwohner soll getagt haben, daß er demjenigen Kandidaten feilte Stimme gebe, dessen Partei ihm die fälligen Zinsen, die er zu bezahlen habe, zahle. Einem Einwohner soll außerdem mit der Kündigung der Losholzbürgschaft gedroht worden sein, wenn er nicht einem bestimmten Kandidaten seine Stimme gebe. 2Iiis der umfangreichen Zeugen Vernehmung ging zunächst hervor, daß vor her Wahl im Torfe sehr viel gesprochen wurde, daß viele Gerüchte umgingen, dies und jenes sei geschehen, in der Zeugenvernehmung selbst kam aber eine klare Feststellung der Sachverhalte nicht zutage, da sich verschiedene Zeugen u. a. oft widersprachen. Insbesondere erschien eine unlautere Wahlbeeinflussung nicht erwiesen. Die Rechtsanwälte der beiden Kandidaten und Parteien legten sodann ihren Standpunkt dar. Rechtsanwalt Z i m m e r . der Vertreter des jetzigen Bürgermeisters 'DL, betonte, daß von einer unlauteren 'Wahlbeeinflussung nicht die Rede sein könne und-bat, die Wahl als gültig zu erklären, während Rechtsanwalt 2l a r o n, der Vertreter des damaligen Kandidaten 3d)., eine Wahlbeeinfluüung für.erwiesen hielt und die Ungültigkeitserklärung der Wahl forderte. 'Nachdem sich der Kreisausschuß zu längerer Beratung zurückgezogen hatte, wurde folgendes Urteil verkündet Die Bürgermeisterwahl von Harbach wird für gültig erklärt. Der Einspruch wird als unbegriinbet zuruckgewiefen. Die Kosten trügt zur Hälfte die Staatskasse, zur anderen Hälfte fallen sie den- streitenden Parteien zur Last. Der Streitwert wurde auf 1000 Mark festgesetzt. „MWkWAlM!" Vornan von Gert Gothberg. Copyright by Marfin Fouchtwanger, Halle. Nachdruck verboten. ..Wo nur Aenne wieder bleibt? Sie mühte doch längst da sein." Etwas ängstlich hatte Frau Ohlen es gesagt. Ihre älteste Tochter Morga zuckte die haderen Schultern und sagte ärgerliche „Was du nur immer haft! Aenne ist schließlich auch bereits neunzehn Jahre alt und längst kein Wickelkind mehr." ..Ja", flüsterte die Mutter, „ja, Marga. du hast gewiß recht doch die Kleine ist viel zu schön, um allein am Abend durch die Strahen der Großstadt laufen zu können!" Margas gelbes Gesicht verzog sich schmerzlich. Sie liebte die junge Schwester ja auch. Gewiß! Aber es war doch ein großes Unrecht, dah Mutter Natur der einen Schwester köstlichste Schönheit und der anderen einen armen, häßlichen Körper verliehen hatte. Marga wußte es ja, wie sehr sie abftach von der jungen schönen Schwester. Und das machte sie zuweilen ein bißchen ungerecht und verbittert. Sie sagte jetzt. ..Weshalb fährt sie denn nicht? Dann wäre sie schon längst da." ..Das weißt du doch. Margas sie spart so gern das Geld, das sie für die Elektrische ausgeben müßte." „3a, dann können wir zwei es hier doch nicht ändern, wenn sie dann noch spät durch die Straßen läuft. Sie wird sich schon vor Zudringlichkeiten schützen." Frau Ohlen ging ins Schlafzimmer und fah noch einmal in der Richtung die Strahe hin, aus der Aenne kommen muhte. Wie still es hier draußen war! Bläulich glitzernder Schnee lag auf denEtraßen, den Gartenzäunen, den Dächern und den Bäumen. Wie friedlich die Fenster der einzeln liegenden Dillen in die Nacht hinaus blitzten! Und wie gut es doch war, dah der Ehcf ihres guten, verstorbenen Gatten den Hinterbliebenen seines Buchhalters diese kleine Mansardenwohnung in seiner Billa für billiges Geld überlieh! Frau Ohlen beugte sich weit zum Fenster hinaus. Dort kam jemand. War es die schon fo lange Erwartete? Das Herz der Mutter schlug ängstlich und unruhig. Gewiß, sie predigte sich selbst, dah ihre Angst Schleppsiüge über Gießen und Oberhessen. (Segelflugzeug im Schlepptau des Motorflugzeugs. — Glänzender Auftakt über Gießen. — Erfolgreiche Lleberland-Schleppflüge. 21m vorigen Samstag wurden auf unserem Flugplatz erstmalig Schleppoersuche mit einem an cm Motorflugzeug angeijäng ten Segelflugzeug mit gutem Erfolg ausge- fuhrt. Bei dem ersten Schleppstug führte Flugzeug fuhrer 'Dl o o g von der Sudwestdeutschcn 3pori fliegerabteilung das Motorflugzeug D 2249, eine Oipferöige Argus-Klemm, stud. med. F. Schmidt von der ccgelfhcflcrgruppe des Vereins für Luft fahrt in Gießen das Segelflugzeug D Gießen, eine Hochleistungsmaschine des „Fiefeter Flugzeugbau" in Kassel mit 1K 'Dieter Spannweite. Erstaunlich schnell erhob sich das Segelflugzeug, das mit einem 100 Meter langen Stahlkobel mit der Motor maschine verbunden war, vom Boden, wahrend das Motorflugzeug zunächst noch rollte, bis auch es noch etwa 250 ‘Dieter vom Boden frei kam. Im Geradeausflug nahm der Schleppzug Richtung auf die Stadt, um dann in weit ausgeholter Rechtskurve allmählich Höhe zu gewinnen. Einige gelungene Sdjleifenflüge in 350 Meter Höhe über dem Flugplatz; in immer gleichbleibendem Abstand folgte das Segelflugzeug dem Motorflugzeug, immer höher wie diese», immer die gleichen Figuren ausführend. Dann aber vergrößerte sich, der Abstand beider Flugzeuge, und während das Motorflugzeug in eleganter Steilkurve mit zunehmender Fahrt eine Kehrtwendung ausführte, zog das Segelflugzeug in ruhigem Flug feine Kreise, ganz, allmählich an Höhe verlierend Der Führer suhlte sich in seinem (Element, seiner Freude über den gelungenen (Erft- lings-Schlepp st art gab er in kräftigen Jod- lern Ausdruck, die aus 200 Meter deutlich zu hören waren. Das Motorflugzeug umkreiste das Segelflugzeug, nahm dann Richtung auf die Mitte des Platzes, um dort das Schleppseil abzuwersen. Das Segelflugzeug hatte mittlerweile weiter an Höhe verloren, jetzt setzte es über den Wiesecker Wiesen zu weit ausschwebendem G I e i t f I u g an, um dann ganz behutsam auf dem Flugplatz nach einer Jlug- dauer von 12 Minuten zu landen. Langsam neigte sich die rechte Fläche zum Boden, der Führer stieg aus, schwenkte seine Mütze, während das Mo- torstugzeug wenige Minuten später unmittelbar neben dem Segelflugzeug ebenfalls landete. Der erste Schleppflug war glücklich beendet. Startmannschaften eilten herbei, das Segelflugzeug wurde wieder an die Startstelle. am äußersten Ende des Platzes gebracht, das Motorflugzeug rollte an feinen Platz, 100 Meter vor dem Segelflugzeug, das Stahlkabel wurde eingehängt und der zweite Start begann. Diesmal führte Flugzeugführer Diedrichs das Motorflugzeug, Flugzeugführer 'Dl o o g flog das Segelflugzeug. Der Schleppzug ging jetzt über die Stadt, kehrte dann zum Flugplatz zurück, wieder das gleiche Bild, die Segelmaschine löste sich durch die Ausklinkvorrichtung von der Motormafchiae, langsam und lautlos kurvte der Segler über dem Platz, das Motorflugzeug knatterte in schnellem Flug in Steilkurven an ihm vorbei und nach einer Flug dauer von 12 Minuten landeten beide Flugzeuge glatt auf dem Platz. Es war ein eigenartiges und bezauberndes Bild, wie der Segler, dessen helle Flächen sich von dem von der untergehenden Sonne rötlich bestrahlten Himmel (djarf aichoben, an dem schon «in Tuns: liegenden Gleiberg vorbei, sicher und leichtvcichwingl wie ein großer Vogel seine Kreise zog Für alle, die erstmalig den Höhenfiug eines Segelslugzeuges beobachteten, kicher ein Erlebnis, besonders tur die, welche vor 20 Jahren die kleinen und nicht viel ver sprechenden Sprunge der damaligen Motormaschinen gesehen haben. Vergleicht man die Leistungen der damaligen Motorflugzeuge mit den Leistungen un ferer heutigen Segelflugzeuge, so kann man als Deutscher Stolz und Freude empfinden über das, was innerhalb dieser kurzen Zeitspanne auf dem Gebiete des Flugsportes in Deutschland geleistet worden ist. Die gut verlaufenen Schleppverkuchc vom Samstag wurden am Sonntag fortgesetzt. Diesmal begnügte man fich nicht mehr mit einem kurzen Platzslug, der Schleppflug wurde schon über eine größere Strecke ausgeführt. Flugzeugführer M o o g auf der Motormaschine und slud. med. Friß Schmidt auf dem Segelflugzeug starteten um 10.23 Uhr auf dem Flugplatz mit dem Schleppzug und flogen die Strecke Gießen — Steinbach — Cid)—Hungen— Ulfa — Nidda — Hungen — Cid) — Gießen. Der Schleppflug wurde in 400 Meter Höhe ausgeführt und verlief zur vollsten Zufriedenheit. Hm 11.15 Hhr landeten beide Flugzeuge. nachdem das Segelflugzeug über dem Platz abgehängt worden war. glatt auf dem Flughafen Gießen Am Sonntagnachmittag 14 23 Hhr startete (der Schleppzug mit Flugzeugführer Diedrichs auf dem Motorflugzeug mit stud. med. Schmidt auf der Segelmafchine über L i ch nach Hungen, wo die Südwestdeutfche Sportfliegerverein.gung einen Flugtag veranstaltete. Hm 14.34 Hhr wurde das Segelflugzeug über Hungen gelöst, um 14.40 Hhr landete es glatt auf den Wiesen neben der Schule. Die Versuche mit Schleppflügen sollen fortgesetzt werden mit dem Ziel, Segelflüge mit längerer Flugdauer und auch Segelflüge über längere Strecken auszuführen Der Start mit Segelflugzeugen aus der Ebene, unabhängig von hügeligem oder bergigem Gelände, das bisher für die Ausübung des Segelflugsportes ausschließlich in Frage kam, hat unbedingt eine Zukunft. Es ist erfreulich, daß man auch bei uns in Gießen auf den Gedanken gekommen ist. diese Art des Segelflugsportes zu fördern, dank der rührigen Tätigkeit von Fluglehrer Maier und seiner Flugzeugführer, die sich in der dem Verein für Luftfahrt in Gießen angeschlossenen Süd- westdeutfchen Sportfliegervereinigung zu einet Arbeitsgemeinschaft zusammengeschloffen haben. ** Besuch englischer Aerzke in Gießen. Am Donnerstag. 28. April, trifft eine Studien- gefellschast englischer Psychiater und Neurologen in Gießen ein. Die Reise durch eine Reihe von westdeutschen psychiatrischen Anstalten ist vom Deutschen Verband für psychische Hygiene veranstaltet. Ein Empfang der englischen Aerzte findet am Donnerstag von 20 bis 22 Uhr im Liebig-RHseum durch den genannten Verband und die Gesellschaft Liebig- Museurn statt. Dabei sprechen Prof. Dr Fischer über Justus van Liebig und Geheimrat S o m m c r über Goethe Am Freitag findet in der Nervenklinik von 8 bis 9 Uhr ein Vortrag von Geheimrat Sommer über psychische Hygiene statt, darauf Führung durch die Klinik. Die weitere Fahrt der englischen Gäste geht nach Baden-Baden. (S. heutige Anzeige.) ** Vortrag über Ortbopädie 3m Zusammenhang mit der Hessischen Hygiene-Ausstellung hielt am Freitag Prof Dr Pitzen. der Leiter der hiesigen Orthopädischen Klinik, vor vielen Zuhörern im großen Hörfaal her Hniverfität einen instruktiven Vortrag über das Themas .'Die können körperlich Behinderte und Krüppel wieder leistungsfähig gemacht werden?" Nachdem der Redner zunächst in en gehender Weife das Arbeitsgebiet und das Wollen der Orthopädie umritten hatte, erörterte er eine Neihe von häufig in Erscheinung tretender Leiden und die Maßnahmen zu deren Heilung So sprach er zunächst von den angeborenen Leiden, insbesondere von Klumpfüßen, bereu Heilung im frühen Kindesalter durchaus möglich fei. er sprach von der häufig in Erscheinung tretenden Huitgelenkverrenkung, die selbst in späterem Kindesalter noch zu heilen fei. vom .Schiefhals . der durch operativen E«- qriff fast unsichtbar beteiligt werden kann u. a m. Von den erworbenen Krankheiten gedachte er besonder» der Schädigungen durch Rachitis. figen Erfolg in der ganzen Welt hatte er weder be- absichtigt noch vorausgesehen. — Der Film, dem das Tjpperary-Lied eine stilgerechte musikalische Begleitung gibt, läuft jetzt im Lichtsvielhaus und verdeent einen viel besseren Besuch, als er gestern zu bemerken war. —r— Neue Expeditionen. Einen Flug über den Südpol und über den Südpolarkontinent bereitet für das nächste Jahr, wie aus Neuyork berichtet wird, Lincoln Ellsworth vor, der bereits die Luft-Expeditionen Amundsens ins Polargebiet finanziert hat. Er will einen Flug von fast 5000 Kilometer über den Südpol ausführen und als Pilot Bernt Balchen mitnehmen, der denselben Posten bei dem Fluge Admiral Byrds über den Südpol bekleidete. Die Ellsworth-Expedition, die aus 12 Mann und einem Flugzeug bestehen wird, will ihre Basis zu Framheim an der Walfischbucht anlegen. Sobald wie möglich wird Ellsworth mit Bal- chen dann ostwärts fliegen, um die ganze Länge des bis jetzt unbekannten Gebietes zwischen dem Roß- Meer und dem Weddell-Meer zu überfliegen und ohne Landung wieder zurückzukehren. Der Flug soll in erster Linie dazu dienen, die großen Umrisse die- fes riesigen Geländes festzustellen und zu photo- graphieren, die Wetterbedingungen zu beobachten und die Art der Eisfläche zum Zweck späterer Expeditionen auf dem Lande zu erkunden. Außerdem hoffen die Forscher festzustellen, ob die großen ozeanischen Einschnitte, die das Weddell-Meer auf ber einen und das Roß-Meer auf der andern Seite bil« den, den antarktischen Kontinent in zwei Landmas- sen teilen oder ob die Gebirge von Braham-Land sich quer durch den Kontinent bis zu der Königin- Maud-Kette fortsetzen. — Von einer neuen Polar- Expedition des General Nobile wird aus Rom Näheres gemeldet. Nobile ist nach feiner unglücklichen Unternehmung im Jahre 1928, nachdem er in Italien feines Ranges entkleidet worden war, als Luftschiff-Erbauer in den Dienst der Sowjetregierung getreten, und die Sowjetregierung finanziert auch bie neue Unternehmung, für die ein Luftschiff in her Nähe von Moskau gebaut wird. Nobile wirbt jetzt in Italien eine Schar von hundert Ingenieuren und Mechanikern, mit denen er nach Rußland zurückkehren will, um bie Arbeit so schnell wie möglich zu DoUenben. Er hofft, mit bem neuen Luft schiff das Land östlich von Nowaja-Semlia zu er forschen, und will auch nach Spuren der Mitglieder seiner früheren Expedition suchen, die verlchwun« j den sind. ler-Gießen annover. ein dichtigi« M überlegenem Niel mit 6:1. M vor dem M. ». dah dar noch 1 nicht gewonnen -M hat 17 2«. 1 Änderungen in ur -weiten Stalle »*■ /'rncn anher. AnU 1 ^ler blieben bon2:3$oS luf en' öl* man m unMQitfa4 ic QKufiffa^eiu Musik. d7L -t gefielen mit .oungen am M en anhal. ^'eftenerW. Ne Darbie. • Der Faust, 1846 und 1 auch Kapp, die W). Den D. &Äni,ietkn verwndigung. JujS ^Mseitjg en Mardmeister Dillardmeistu i Amend endete. Sommer. 188:400 Höchftserie von !tt von etwa 12. ssiger Form und cren Lpielltärke mtlchvden. MN. -Meister Paul Dienstag durchgc- [ton einen grop >1 Kilometer langt Zeit von 2:33:36,4 1 schweren Milbe- kurrenten. ast des DFT. ner hcroorragendcn in Dresden gegen Borulfia Fulda und Stadtmannschafi. m Arbclter-Fuhball : halte er weder be- Der Film, dem ha? musikalische SBegki- tspielhous und such, als er gestern onen. und über de» Sud- ! nächste Fahr, ' ico|n Alsworth wr, Slmunbsens m Seinen Flug M W1 ausführen und ,men, der denselben [ Jyrds über den k/itehen wird, W’u bieifieS* SÄS i Außerdem erkunden- »uv b die großen ieddellK-erLS -er. andern S . 1t 'N e von bis zu ■ tßolor ein« A 5»^ ile wird au? nach Kein erin ■Mp?, B*! hN^ WßlaNd f er nach t |olfn,Uen W ml ßemfinri ssjifr lchen. 01 Wirffchast. wenig verändert, Ipater stärkere Erholung länder geschästSloS. Am Geldmarkt hat sich die Situation jent und darüber nominell. Frankfurt etwas erholt. g e r geworden, außerdem regte das Interesse für Gelsenkirchen. Farben und ReichSbank an. DaS Geschält wurde lebhalter. Am Anlagemarkt war die Stimmung allgemein eher ctwaS schwächer. Deutsche Anleihen waren etwa bchauvtet. Reichsbahnvorzüge und ReichSschuldbuchlorderungen freundlicher. Aus- Marktgebiete, während das Gros des Aktienmärkte- vernachlässigt blieb. Acnnenswertc Anregungen lagen nicht vor. Der gebesserte Rcichs- bankausweis hinterließ nur wenig Eindruck. Die schwankende gestrige Reuyorker Börse land keine Beachtung, auch lagen vom Publikum keine Aufträge nach der einen oder anderen Seite vor. Gegenüber der schon leicht gebesserten Abendborsc eröffneten die Surfe nur wenig verändert, später setzte sich aber dann eine durch 2G.-Farben, Reichsbank und Gelsenkirchen lagen von 1,5 bis 2,5 Prozent höher. Etwas fester lagen ferner Siemens. Lahmeyer, Deutsche Erdöl und Aku, bei denen Besserungen bis zu 1,5 Prozent eintraten. Ehadeaktien gewannen wieder 3Mk., Saliaktien wurden dagegen weiter schwä- cher genannt. Deutsche Anleihen neigten weiter etwas zur Schwäche. Bon fremden Werten notierten Türkenwerte um Bruchteile eines Prozen- Besserung des Reichsbanlstatus. ; Derli n, 26. April. (WTB. Funkspruch.) Rach , dem Ausweis der Reichsbank vom 2 3. April hat sich in der dritten Aprilwvche die gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 145,4 Millionen aus 3341,2 Millionen Reichsmark verringert. 43m einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 133,4 Millionen auf 2889,2 Millionen Reichsmark und die Lombardbestände um 15,9 Millionen auf 83,3 Millionen Reichsmark abgenommen, die Bestände an Reichsschahwechseln um 3.8 Millionen auf 7.1 Millionen Reichsmark zugenommen An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 131.0 Millionen Reichsmark in die Kassen der Reichsbank zurück- aeflossen. und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 125,2 auf 3875.2 Millionen Reichsmark, derjenige an Rentenbankscheinen um 5,8 Millionen auf 396,8 Millionen Reichsmark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 30,4 Millionen Reichsmark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 370.2 Millionen eine Abnahme um 14,2 Millionen Reichsmark. Die Bestände an Gold und deckungS- sähigen Devisen haben sich um 1,2 Millionen auf 989 Millionen Reichsmark erhöht. 3m einzelnen haben die Bestände an Gold um 0,1 Millionen auf 859,9 Millionen Reichsmark und die Bestände an declunasfähigen Devisen um 1.0 Millionen auf 129 Millionen Reichsmark zugenommen. _ Die Deckung der Roten durch Gold und deckung-fähige Devisen beträgt 25,5 gegen 24,7 Prozent in der Borwoche. • Devisenhöchstbclräae für den M o- n a t Mai. Der ReichSwirtschaftSminister hat angeordnet, daß die Importeur« für den Monat Mai den Höchst betrag ihrer allgemeinen Genehmigungen nur bis zur Höhe bis zu 50 Prozent in Anspruch nehmen dürfen. Für die diesen Betrag übersteigenden Zahlung-Verbindlichkeiten werden die Firmen aus die Inanspruchnahme von Lieferantenkrediten und die Ausnutzung der Kreditlinien des Stillhalteabkommens verwiesen. • Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Neichsamt für den 20. April berechnete Großhandclsinderzisfer ist mit 98,3 gegenüber der Vorwoche um 0,2 v. f). getunten. Die Indexziffern der Hauvlgruopcn lauten: Agrarstosse 94,6 (minus 0,3 v. 5)), Kolonialwaren 87,6 (minus 0,8 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwarcn 89,1 (minus 0,2 v.H.) und industrielle Fertigwaren 119,6 (minus 0,1 v.H). Der Produk- tionsmittelindcx stellte sich auf 119,4 (minus 0,1 d. j).), der Konsumgüterindex auf 119,8 (minus 0,1 v. H). Berlin widerstandsfähig. Berlin, 26. April. (WTD. Funkspruch.) Die Börse eröffnete heute in ausfallend wider- standssähiger Haltung, nachdem man während der Bormittagsstunden eine recht unsichere Stimmung feststellen konnte. Die inner- politische Lage hat natürlich noch keine eingehende Klärung erfahren, wie die- ja auch in so kurzer Frist nicht möglich ist. Die überraschende Mitteilung. daß die Stadt Lübeck ihre am 1. Jul, fälligen Sch a h a n we i s u n g en nicht einlösen Fann, verstimmte nicht nur am Rentenmarkt. da man aussührte, daß der Eindruck dieser Rachricht im Auslande recht ungünstig sein muß. Im übrigen soll in dieser Angelegenheit das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Die Mehrzahl der Papiere lag zu Beginn des Berkehrs e t to a « fester, da seitens der Kundschaft weiter einige .Saufneigung bestand und die Spekulation daraufhin zu Deckungen schritt. Eine Anregung bot zweifellos auch der R e i ch S b a n k a u s w e i S für die dritte Aprilwoche, der mit einer Gefamtentlast u n g von 145 Mill. Mk. im einzelnen Ro- tenrüdfluffc von 131 Mill., sowie eine Zunahme der Bestände an Gold und Devisen um 1.2 Mill. Mk. brachte. Die Deckung konnte sich demgemäß von 24.7 auf 25.5 Prozent bessern. Einige Werte, wie Rheinstahl. Ilse, Rhein. Braunkohlen, Eontigummi. Schubert & Salzer. Berger und Bremer Wolle setzten allerdings noch biS zu 2 Prozent niedriger ein, wah- rend anderseits Rcichsbankanteile. Dogeltele- graph. Polvphon, Chade. Elektr. Licht & Kraft, Bernderg auffallend fest und bis zu 2,50 Prozent höher lagen. Die letzten drei dieser Werte erschienen sogar mit PluS-PluS-Zeichen. 3m Verläufe überwog ganz allgemein die KaufNeigung. und die Kurse zogen vielfach um 1 bis , 2 Prozent an. Die Beurteilung der inner« politischen Lage ist wesentlich ruhl- F r a n k f u r t a. M.. 26. April. (WTB. Drahtmeldung.) An der Börse hat sich hinsichtlich des Wahlausganges eine weitere Beruhigung durchgesetzt, obgleich die Weiterentwicklung der innerpolitischen Lage durchaus unklar ist. Die Spekulation, die gestern etwas vorgegeben hatte, sah sich zu Deckungen veranlaßt, denen kaum Angebot gegenüberstand. DaS Geschäft hat aber feine merkliche Belebung erfahren, immerhin war die Umsahtätigkeit etwas größer. Das Interesse erstreckt sich indessen nur auf einige teS höher. Gold- und Liquidationspfandbriefe lagen eher freundlicher, ebenso einige Industrieobligationen. Dagegen büßten Stadtanleihen meist etwas ein; von Kommunalanleihen lagen 1928 Hessen fest. Im Derlaufe wurde daS Geschäft merklich klein, doch blieben die Kurse auf dem erhöhten Riveau gut behauptet. Eine Ausdehnung des Interesses auf die übrigen Marktgebiete fand auch später nicht statt. TageSgeld blieb mit 4,5 Prozent unverändert. frankfurter Eicrmarkt. Frankfurt a. M., 23. April. Das Geschäft dop lief in der abgelaufenen Woche etwas freundlicher. Die in den Vorwochen bestehende Unsicherheit wegen des Stempelungszwanges ist behoben, so daß der Großhandel etwas größere Ein- bedungen vornahm, zumal die Läger durch die bessere Nachfrage des Konsums sich stärker gelichtet hatten. Die Preise für Balkaneier haben sich weiter leicht ermäßigt, während deutsche und holländische Ware erneut % Pf. anzogen. Es notierten in Ps. per Stück ab loco Frankfurt: Bulgaren 5,50 bis 5,60, Jugoslawen 5,50 bis 5,60, Rumänen 5,25 bis 5,50, Holländer 5,50 bis 7,50, Dänen 5,50 bis 7,50, Flandern 6,25 bis 6,50, deutsche Landeier 5,80 bis 6,50, deutsche Frischeier 5,50 bis 7,50. Lchweincinarkt in Hungen. # Hungen, 25. April. Aus dem heutigen Schweinemarkt in unserer Stadt standen 451 Ferkel zum Verkauf. Man bezahlte für 6 Wochen alte Ferkel 12 bis 15 Mark, für 7 bis 8 Wochen alte Tiere 15 bis 22 Mark, 9 bis 12 Wochen alte Ferkel 22 bis 30 Mark. Da es an Käufern fehlte, verlief der Markt recht flau und hinterließ viel Ueberftanb. (Siebener Wochenrnarltpreisc. • Gießen, 26. April. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter 100, Süßrahmbutter 130, Landbutter 120, Matte 25 bis 30, Wirsing, gelb 15 bis 20, grün 25, Weißkraut 10, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15. Unter-Kohlrabi 5 bis 8, Grünkohl 10 bis 15, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 18 bis 20. Meerrettich 30 bis 60, Schwarz- wurzeln 25 bis 35, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln 4.5, Aepfel 4.5, Dörrobst 25 bis 30. Honig 40 bis 45. junge Hähne 80 bis 90. Suppenhühner 70 biS 80, Rüsse 35 bis 40; das Stück: Käfe 5 bis 10, Tauben 60 bis 70, Eier 6 und 7, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 20 bis 25. Salat- gurten 40 biS 60. Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40; das Bund: Rettich, neue 20 bi« 25, Radieschen 10 bis 15 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3.80 bi« 4. Weißkraut 6 bis 6,50, Wirsing, gelb 12 bis 15, grün 20 bis 22 Pfennig. ___________ gegen gestern nicht verändert. TageSgeld blieb an der unteren Grenze 5,25 Prozent. Monatsgeld 7 Pro- Letzte Nachrichten. Der neue preußische Landtag zum 24. Mai einberufen. Berlin, 26. April. (WIB.) Amklick Das preußische Staatsministerium hat heute unter Bezugnahme auf Artikel 17 der preußischen Verfassung beschlossen. den neuen Landtag zum 24. M a i einzuberufen und ihn als verfassungsmäßige Folge nach dem Ausfall der Dahlen feinen Kütftrilt in feiner G e - famtheit milzuteilen. Bis zur Neuwahl des Mini st erpräfi denken und der Ueber- nahme der Geschäfte durch eine neue Regierung ist das Staatsmini skerium auf Grund des Artikels 59 der Verfassung verpflichtet, im L m k e j u bleiben. Lausanner Konferenz am 16.Iu1i1932 B e r l i n , 26. April. (DIB.) Aus Grund des Be- schluifes der fechs Mächte Deutschland, England, Frankreich. Italien, Belgien und Japan hat gestern der b r i Ii | d)e Bokschaster in Berlin eine Rote überreicht, in der ungefragt wird, ob die deutsche Regierung damit einverstanden ist, dah die Lausanner Reparationskonferenz a m 16. 3 u l i beginnt (Eine gleichlautende Rote haben die englischen Botschaster in Paris, Rom, Brüssel und Tokio überreicht. 3n politischen Kreisen hält man es für sicher, daß sich die deutsche Regierung mit diesem Termin einverstanden erklären wird. Tagung des Heichsbahn-Hangierpersonals. Die Gewerkschaft deutscher Eisenbahner hatte — wie man uns berichtet — die Beamten und Arbeiter im Rangierdienst der Reichsbahndirektionsbezirke Frankfurt a. TL, Kassel und Erfurt zu einer Konferenz nach Bebra geladen. Verbandsgcfchäftssührcr Garthen (Berlin) behandelte in seinem Hauptreferat die Wirtschaftskrise, der Derbandsvorsitzende Karl Müller (‘Berlin! sprach über die Not des Berufsstandes. Die Konferenz forderte einmütig die restlose Beseitigung aller der Deutschen Reichsbahn-Gefellschaft aufcrlegten Reparationslasten. Ebenso einmütig wurden von der Konferenz alle internationalen Bemühungen, die Deutsche Reichsbahn als Pfandobjekt für den eventuellen Tributrest zu erhalten, abgelehnt und Dafür die Befestigung jeder Sondergefetzgebung und Unterstellung Der Reichsbahn unter die Hoheit des Deutschen Reiches gefordert. Die Konferenz bedauerte, daß trotz aller Maßnahmen auf dein Gebiete Der Arbeitsbeschaffung die Deutsche Reichsbahn-Gefellschaft immer mehr zu PersonalvcrminDerungel' schreite. Deren Durchführung in vielen Fällen jeDcs soziale VerstänDnis vermissen lasse. Man erwartet von Der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft, Daß wenigstens vorläusig alle technischen Neuerungen. Die nur noch neue Arbeitslose schassen, unterbleiben. ist auch als WiederiebenSfeier ehemaliger Ar- nlleristen gedacht. Untere gastfreundliche Ge- mcinbc wird den alten Soldaten einen herzlichen Empfang bereiten. Drünberg. 25. April. Einem hiesigen Landwirt gingen heute beim Auswenden de« Pfluges am Acker die Pferde durch und rasten mit dem Pflug, der bald in Trümmer ging, d.e Gießener Straße entlang zur Stadt. Unterhalb der Turnhalle rannten fte gegen die Einfriedigung des Gartens am Ber- meflungsamt Der auf dem Heimweg befindliche 8 3 a b r c alte Schüler Hans Bergan, der f,ch auf d:e niedrige Gartenmauer geflüchtet batte, wurde von dem c.nen Pferd erfaßt und mit z u Boden g e r i f f e n. Mit einem Beinbruch und Kopfverletzungen wurde das bedauernswerte Kind unter dem gestürzten Pferde hervorgezogen und mußte nach Anlegung eines RotrerbandeS in die Shtrurgifche Klinik nach Gießen überführt werden Das eine Pferd 'st ebenfalls schwer bcfdjäbigt. während der Besitzer, der zuerst ein Stück auf dem frisch gepflügten Acker geschleift wurde, ohne Beschädigung davonkam. D Cid), 25. April Das Wohnhaus des verstorbenen MeygermeisterS Jakob Heller in der Bahnhofstraße ging durch Kauf in den Besitz der Gebrüder Mar und Sigmund Ehambre über. Gewinnauszug 1. Klasse 3ft. Preuhisch-Liiddeulsche <285. Preuh.) Staats-Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck verbolen Aus sede gezogene Rümmer find »w»i gleich Hede Gewinne gefallen, und »war je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 1. Ziehungslag L2. April 1932 In der heutigen Vormitlagsziedung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 ®«B>tnne |ti 10000 W. 34439 8 •eoinne iu 3000 M. 30407 107231 394338 Tsss s M°° s Ä3 10146 442,6 66950 94466 123669 158156 237686 264033 276805 285925 329003 358192 361386 366973 398486 56 »«Dinne iu 500 QJr 12255 12d28 52309 55749 69046 61251 63738 71232 75541 76389 89193 90414 101917 109212 120477 159160 169057 221160 243516 264335 271737 281093 298228 307022 316645 336214 354694 379112 In der heutigen Rackmittagszichung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 137113 130079 238860 241242 385870 392048 243276 286743 395099 398916 2 •»tolnnt iu 10000 M. 399849 4 »«minne iu 6000 W. 2771 321158 4 •telane in 3000 W. 83461 114273 4 •.wlni.e tu 2000 W. 214313 267642 28 3«winnr *u 1000 M. 16089 28895 32379 80438 81730 218385 222064 244627 265475 281697 284181 296813 335097 379268 38 •ftoinn. tu 800 W. 10106 35304 53337 89201 89532 90144 103452 142081 210600 216160 216616 226619 233239 242301 257964 314145 320011 117500 119480 204481 223012 311091 320113 32368°»etD^n.1 «u 600 OT. 10187 29564 40381 66468 74921 79641, 86527 ,88586 95783 1 W470 1J5JM7 Oberheffen. Lanvrreis Gießen. ' Großen-Buseck. 25. April. Rachdem vor kurzer Zeit Der Ehrenvorsitzende Philipp Hcnß und der Ehrenrechner Heinrich Hahn des G e - sangvereins ,.D e r man i a" in Großen- Buseck vom Hessischen Sängerbund das goldene Borstandsabzeichen und den Hessischen Ehrenbrie^ für 25jährige DorstandStätigkeit und 40jährige ununterbrochene Dängertätigkeit erhielten, haben auch die Länger Ludwig Harbach I. und Heinrich Pfeiffer XII. die silberne Ehrennadel für 40jährige ununterbrochene Sängertätigkeit erhalten. . : —; Beuern. 25. April. Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl (Rachwahl) wurde Dec seitherige Bürgermeister Gg Wilheün Li n D e n- slrnth mit 355 Stimmen wiedergewählt. Der Gegenkandidat Ioh. Karl Bell off erhielt 320 Stimmen. Insgesamt wurden 683 Stimmen abgegeben, davon waren 8 Stimmen ungültig. Die Wahlbeteiligung war sehr rege und betrug bei 715 Stimmberechtigten über 95 Prozent. Dem wiedergewahlten Bürgermeister L i n d e n st r u t h wurden von den hiesigen Bereinen die üblichen Ehrungen dargebracht. § Hattenrod. 25. April. In unserer Gemeinde rüstet man eifrig für die Sonntag. 10. Juli, hier stattfindende Artilleristentagung des Bezirks Lich des Hessischen Artillerie-Bundes. Die Regimentsvereinigungen ehemaliger 25er und 61er hessischer Artilleristen, sowie der Hessische Artillerie-Bund Darmstadt haben ihr Kommen zugesagt. Der Tag 2. Ziehungstag 23. April 1932 3n der heutigen Donnittaasziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogetz 2 •etBlane ,» 60000 M. 135220 177165 201859 286749 287976 303109 394814 396712 187269 373506 500 -m. 151718 237685 336522 130147 255064 397994 169349 216126 1962 4559 20626 34714 176701 190067 206346 262686 282364 292370 359490 368226 160211 161071 268917 338355 42 »etoinne au 77658 147768 219460 220149 316644 332761 336019 18937 69211 198644 8 ®twlnn« in 6000 M. 260590 2 •ttolnn» gu 3000 TL 2 ®ttDlnn< in 10000 M. 124841 ----- 8732 362594 32 ®u 800 W. 57139 129496 143018 205544 219811 230590 289477 273239 279201 17506 21826 30884 60671 143149 198650 202306 232950 242532 264749 321843 329773 358395 390132 360190 378880 378943 44 ettolnnt iu 600 TL 17275 35000 40948 46266 56196 66982 71004 114072 ” 4121 114804 141480 - ------ 178837 181677 210764 222811 175493 175811 ------ ------. 269678 338756 368137 376011 Die Ziehung der 2. Klasse der 39. Preußisch- Süddeutschen (265. Preußischen) Staatslotterie findet am 18. und 19. Mai 1932 statt. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Dorfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuietz, befchlaffenen Dividende nn. - Reich»b-nl»i-k«nt 5,5 ° h, Lembardiinsfuh 6,'> °.5) Hrankfun a. QL | Berlin Echluü- 1-uhr- | SS>1uv- »nfmy für* «ur« | für* Dalum 25.4- 1 26.4. 25.4. ! 26.4. 6% Xeutfdie tReidiwnleihe v. itnt- 7% Dcull»r ScidiMnlcibt v. 1920 60.75 — 60.5 — 62.5 6%% Doung-Anlcltie vc-n 1930 . Tkutlche Anl..M>Isl.-L»uU> ml. 51 51,25 39.25 38.9 39 38,65 TeSfll. ohne 9lu4lof^$cdite . - 2,85 2,9 2,8 8°o S-cIf. BoUtliaal von 1929 54,75 (tüdjflhlb. 102%)...... Cbetbeffcn Provlnj-Anleihe mü 32.5 Teullche flomtn. «Eammelabl. Anleihe Serie 1 - - 8% grants. Hyv.-Sant Sotdpsf 37 — 37,25 — 71,75 — — — 15 unlünbbai bil 1935 ... 7% firanfl. Hnv.-Bant KoNtpsf unkündbar bi» 1936 Serie 16 . 4U% Srnnts. Hyp.-Bant Stau.- 75,75 Sih« oisf Hvv.-vank.Ltau 75,13 LanderpsondbriflanNaN, 71 71,5 4. Scnte ö. 1903 4 — 4^%RumLn.veremh.Renlev.lSl." 4% etoiminiid'e veretnh. Rente — — 8,13 — 3J 1 - * , 3.85 .rfanruri a. Ul. | 25tnm Schluß-, hira!ri . Hamburg-Tüdam. Tampslchifl Hanla tompfidiiff - - Äcrbbeutltf-et £'lon6 . - . e — — 13,65 14 38.25 14,25 i f, — 39 23 "8 8t.i>. für @crtebt»roe1cu Btt. ■— — 30 Berliner Hand:^ae>eM«l'a1t . f- 83 — 83 Lotnmerz» und -Lnvat-Bank - 22.75 — 22,5 Torrnstadter und NatlonaLank Teulilde Bant unv 8 23,5 — 23,5 39-25 rÜeonto-iHe>el!Ichalt. . . A 39 — — Dresdner Bank...... 8 23.5 — 23.5 Retdrfbanl........ 105,25 107,5 106 107,75 g q 0 ........ 7 25,5 — 25,75 25,5 Bergmann........ . 9 — — — Slekrr. LieserungrgeleNIchast. 10 —— — 53 61,5 Licht unt> firaf:..... 60 Rcltenfi Otutiieaume. . . . —— — 30 UdelHtah für Cleftrifte 50.5 Unternebmungen .... — 51 63.75 44.25 RdetnUlt-e «leltrizi-.ir . . 9 64 '— 45.5 3diu 1 1 1 33 41 33^5 33^5 Davx & Freytag..... . v — Schuttdeti Pageahoter . . . 15 — — 58.5 58.4 Klu (AUgenietne Runirfeibe) vemberg......... 0 0 33.5 35 34.5 33.5 33.5 34.65 36 Qenftolf fBc'tbot..... 12 —— •— 29 29 ZeMiost JJMfecbutfl . . . 6 — — TeiiauetO*c?....... . $- — — 78.5 78,5 Tatmler Motoren..... — — 8 9 9 Teutiche Linoleum .... . 5 27 — 27,25 29.25 Cienitew & «oxr-el .... . 0 — 21,5 Leoichard Ttetz...... . — 53,4 52,75 Soenllo......... 15 - 13.75 ’02 202,5 205.5 ^rankkurier Maschinen . . . — . 1 — — Wemfreftteerfe Höchst o. M.. . — । 91,75 — Lüddeutjcher LuL« . . . . IC 92 l - 1 - Dcoi enmarfl Berlin — -5 srankfuri a .2H. 25.«prtt 26.APN1 «mittche Kotierung Vmillche Tlotterunq »eU> »rief Welt» Artet Heinngfow . 7,253 7,267 7,193 7.203 tfien.... 51.95 52.05 51 ,95 52.05 Trag . . . 12,465 12,485 12,465 12.485 tiuDaoeft . . — —— —- — Cotta . . . 3.057 3,063 3.057 3,063 Holland . . 170,53 170.87 170.63 170.97 £ • > . 32,98 33, J 2 — — Preußen. Kreis Wetzlar. XX Kinzenbach, 22. April. 3n unserem Dorfe sind verschiedene altertümliche Hau- s e r vorhanden, zu denen bei etwa einem Dutzend noch die überdachten großen Hoftore gehören. Dieser Lage wurden aber in der Hauptstraße, gegenüber der Kirche, zwei alte Fachwerkhäuser (Den Landwirten Linker und P e u s ch gehörig) niedergelegt. Mit dem Abbruch des Hauses Linker fiel leider auch eines der alten überdachten Tore # Atzbach, 22. April. In der jüngsten Sitzung der hiesigen Gemeindevertretung stand u. a. die Fertig st ellung des Neubaues der K l c in kinderschule zur Beratung. Die Bau und Fi- nanzkommission wurde beauftragt, in Verbindung mit dem Kreisbauamt die bisher verbrauchten und die noch vorhandenen (Bclbmittel sestzustellen und der Vertretung Bericht zu erstatten. Die Schreiner-, Glaser-, Anstreicher- und Elektroinstallationsarbeiten sollen infolge der allgemeinen Preissenkung neu vergeben werden. — Der Feueroersicherungswert der Gemeindegebäude wurde nachgeprüft und den heutigen Werken entsprechend festgesetzt. Der Gemeindevorsteher teilte mit, daß die Iagdpacht für 1932 um 220 Mark ermäßigt wird. 7» Groß-Rechtenbach, 2-5. April. Im Amte Rechtenbach leben noch 9 Kriegsveteranen von 1 8 7 0'7 1. Es find dies: Johannes Olbrich lDornholzhausen), Martin Jung (Ebers-Gons), Johannes Langsdorf (Ebers-Göns), Johannes Schiefer ft ein (Hochelheim), Johannes Borck (Hörnsheim), Georg Lenz IV. (Lützellinden), Wil beim Kinzenbach (Münchholzhausen), Friedrich Bern (Niederkleen) und Johannes Knorz (Niederkleen). Güterzugräuber schießen auf Vahnbeamte. WSR. Mainz. 25. April. Am Samstag gegen 11 Uhr wurden auf dem Gütcrbahn - 5 o f Mainz beim Zurücksehen von Güterwagen zwei Man ner beobachtet, die sich an der Türe eines S t ü ck g u t w a g e n s zu schaffen machten. Als man die beiden festnehme n wollte, gaben sie auf die Eisenbahnbcdiensteten mehrere Schüsse ab, wobei der Rangiermeister Heinrich M e h r b a ch durch einen Steckschuß in die rechte Brustscite verletzt wurde. Er wurde in das hiesige Städtische Krankenhaus verbracht. Bei der weiteren Verfolgung der Diebe konnte eine dritte Person, der 30jährige Schneider Fritz B a s ch e aus Berlin, f e st g e n o m m e n werden. Die Berichungen Mehrbachs sind schwer, aber nicht lebensgesährlich. Bei der Vernehmung Basches gestand dieser ein. daß man für die Rächt zum Montag geplant hatte, die Stationskasse in Hochheim zu plündern. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 20. April. Ein Gastwirt und Rechner einer oberhessischen Ein- und Verkaussgenossen- schaft- war beschuldigt, in den letzten Jahren ins- geiamt den Betrag von über 7000 Mark veruntreut zu haben. Die Verfehlungen wurden von dem Verbandsrevisor bei einer Revision festgestellt. Der Angeklagte wollte nicht wissen, wie der Verlust entstanden sei, uni) berief sich außerdem darauf, daß er infolge ständiger Kopf- und Nervenschmerzen seinem Posten nicht mehr gewachsen gewesen sei. Das Gericht ließ letzteren Umstand, sowie seine Unbestraft- heil nur als strafmildernd gelten und erkannte auf eine Gefängnis st rase von 5 Mo n a t c n , von denen 3 Monate bedingt aufgeschoben werden. Die Probezeit rourbe auf 4 Jahre und außerdem eine Buße von 50 Mark festgesetzt. Ein junger Schneider und ein Reisender waren der gemeinsamen Urkundenfälschung angeklagt. Der erstere hat den Namen seines Vaters in rechtswidriger Weise unter einen Bestellschein gesetzt und letzterer diesen in Kenntnis der Fälschung an seine Firma weitergereicht. Der erste Angeklagte war geständig, der zweite erklärte dessen Angaben für falsch. Das Gericht hielt indessen beide für schuldig und sprach gegen sie eine Gefängnis st rase von je 2 Wochen aus. Ein auswärtiger Fabrikant war der fahrlässigen Tötung eines Kindes beschuldigt. Er behauptete, er habe das Kind, als er mit seinem Auto die Landstraße daherfuhr, nicht gesehen. Es sei plötzlich vor ihm aufgetaucht und überfahren worden. Es könne ihn keine Schuld treffen. Die umfangreiche Beweisaufnahme erbrachte allerdings manche Momente dafür, daß der Angeklagte fahrlässig geljanbelt habe. Da aber ein schlüssiger Beweis nicht zu erbringen war dafür, daß er das Kind gesehen habe oder hätte sehen müssen, erfolgte Freisprechung. Die Möglichkeit, daß das Kind selbst in das Auto gelaufen sei, sei nicht mit Sicherheit auszuschliehen. Strafkammer Gießen. * Gießen, 22. April. Das Amtsgericht Büdingen hatte einen Kraftwagcnführer zu insgesamt 4 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er entgegen den gesetzlichen Bestimmungen zweimal Fahrten von Nationalsozialisten zu politischen Versammlungen mit seinem Lastwagen veranstaltet hatte. Die Strafkammer sprach den Angeklagten mangels Beweises und aus rechtlichen Erwägungen frei. Ein auswärtiger Autofahrer hatte im Januar 1930 auf der Landstraße bei Staden einen vor ihm befindlichen Radfahrer angestoßen und leicht verletzt, als dieser vor dem Auto von der linken auf die rechte Straßenseite hinüberfuhr. Er war deshalb von dem Amtsgericht 'Altenstadt zu 20 Mark Geldstrafe wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt worden. Die Strafkammer ermäßigte heute die Strafe auf 10 Mark, da die Hauptschuld an dem Unfall den Radfahrer traf. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) L. ÜL 1. Nur Verwandte auf- und absteigender Linie (Eltern und Kinder, Enkel und Großeltern) sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren. Eine Unterhaltspflicht im Falle der Not besteht dagegen für Geschwister nicht. Ihre Frau kann deshalb zur Bestreitung der Unterhaltskosten ihres Bruders in einem Krankenhause nicht herangezogen werden und haftet in keiner Weise für seine Schulden, es sei denn auf Grund eines besonderen Vertrages. 2. Die zwischen den Geschwistern bestehende Grundstücksgemeinschaft kann auf Antrag eines Teiles aufgehoben werden. Es geschieht dieses durch einen Antrag auch nur eines Teiles bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk die fraglichen Grundstücke liegen. Das Gericht ordnet auf »Antrag die Versteigerung der Grundstücke zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaften. Das Verfahren erfolgt in den Formen des Jmmobiliarzwangsoollstreckungsverfahrens. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 27. April. 7.20: Frühkonzsrt auf Schallplatten. 10.20 bis 10.50: Schulfunk: Die Fabeln von La Fontaine. 12.00: Kammermusik auf Schallplatten. 13.00: Von München: Orchestcrkonzert. 15.15 bis 16.00: Stunde der Jugend. 17.00: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.25: „Was eine Woh- nungspslegerin erlebt", Vortrag von Martha Ro- ther. 18.50: „Das Maifestspiel im Kulturkartell der modernen Arbeiterbewegung", Vortrag von Dr. Karl Holl. 19.30: Zwei Hörspielszenen. 1. Riviera-Expreß. 2. Die Stimme 20.00: Freiburg: Konzert des Freiburger Konzcrtorchesters. 21.00: Konzert. 22.40: Von Berlin: Rachtmufik. Daten für Dienstag. 26. April. 1731: der Dichter des „Robinson", Daniel Defoe, in London gestorben: — 1787: der Dichter Ludwig Uhland in Tübingen geboren; — 1812: der Jndu strielle Alfred Krupp in Essen geboren^— 1863: der Dichter Arno Holz in Rastenburg geboren; — 1910: der norwegische Dichter Björnstjerne Björnson in Paris gestorben; — 1925: Wahl des Reichspräsidenten von Hindenburg. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgesellschaft. M i 11 m o ch, den 2 7. Aril, und Donnerstag, den 28. Apri l. P a s s ä h f e st - E n d e. 7. Tag: Vorabend 7.30 Uhr; vormittags 8; nachmittags 4. 8. Tag: Vorabend 8.30; vormittags 8; nachmittags 4. Festesausgang 8.35. — Sabbatfeier den 30. April: Freitag abend 7.20. Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8.35. — Wochengottesdienst: morgens 6.30; abends 7 Uhr. vTaMOHsMie esWmtiucM S"" . Di. SgsS! AsS Ionl Während sich -"^ DandluLM ' ß"die^caierung d« alle Kräfte »di»-- w; LrnWr «°°'° Jn solange ste vo natürlich * 3« inzwischen so viele, Dntcf 2ams storenf möglich zu schaff . «Sicherheit damü^e Deotscher Verband für psychische Hygiene und Gesellschaft Liebig-Museum in Wen Zum Empfang englischer Aerzte: Vorträge 1. im Liebig • Mnsenm am Donnerstag, dem 28. April, abends 8-18 Uhr: 1. Prof. Dr. Fischer üb. Justus von Liebig 2. Geheimrat Sommer über Goethe. 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M., findet nachmittags um 4 Uhr, eine geschlossene Führung M die Bvaiene-Ausstellung statt (Einhorn-Saal) / Treffpunkt pünktlich in der Vorhalle. Um rege MmMlMMrWe« über das Vermögen des Siegfried Haas, Inhabers der Firma h. Lehmann in Gießen, soll nunmehr die Schluhverteilung erfolgen. Den nach § 61,1 KO. bevorrechtigen Gläubigern steht nach Abzug der bereits geleisteten Akontozahlungen in Höhe von RM. 500,— noch ein Betrag von RM. 231,61 zur Verfügung, gegenüber den festgestellten Forderungen dieser Gläubiger in Höhe von RM. 1085,15. Die nach § 61,1 KO. bevorrechtigten Gläubiger erhalten da. her eine Quote von insgesamt 67,4 v. H. Das Schlußverzeickinis liegt auf der Geschäftsstelle des Hessischen Amtsgerichts in Gießen zur Einsichtnahme auf. 32551) Gießen, den 23. April 1932. Der Konkursverwalter: H. Kirchner fflotorroö -Irdie. 500 ccm, in iehrgutemZustande billig abzugeb. 026T? Liebig,kraße 13. Eine r'lnzabl gebr. 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