ßr.Z2 Erstes Blatt 182. Jahrgang Samstag, 26.11lär51952 Erscheint täglich, anher Sonntags und 5*ier1ags. Beilagen: Die Illustrierte Kietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monat, Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. ZernsprechanschlSste unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gieße«. Postscheckkonto: Kranfturt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dntrf ttnö Verlag: vrühl'sche Umversitälr-Vuch- und Stemdruderei R. Lange in Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer rns zum Nachmittaq vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reich-Pfennig; für Re- ülameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfenniq, Platzvorichrift 20* , mehr. Chefrebahteur: Dr. Friede. Mlh. Lange. Beraniworilich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Tbnriot. für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Oie Stunde KaustS. Eine Osterbetrachtung im Goethe-Jahr. Don Wilhelm von Scftolz. Wir haben wohl kein Gefühl mehr dafür, was der Winter frühcrn Zeilen ivar. Die Fülle von künstlichem Licht, von Warme und Leben in den -Städten hier — dort überall volle Erschließung der Winternotur mit ihrer Lchneesonne durch Bahnen, behagliche Gasthösc. Gewöhnung an Wind und Welter lassen nichts mehr von den einstigen des Winterlebcns in unfern Breiten ahnen; des Winter> lebens, das bestenfalls und erst verhältnismäßig spät ein mit Familienbehaglichkeit und Lesen aus- gefüllter Winterschlaf und -träum wurde. Wohl jauchzt das Herz der heutigen Menschen dem anbrechenden Frühling zu und begrüßt die steigende Lonne — aber welch ein andres Aufatmen muß das etwa in der Zeit der Minnesänger, überhaupt im ganzen Mittelaller gewesen sein, wo der Mensch unweigerlich in jedem Winter unter der Äälte litt und einige Monde geradezu verkümmerte, als Fackeln oder rauchende Zlienfpäne, flarfernbe Stamme, die kleine.» malten Flammen der Oelschälchcn und fragwürdigen Kerzen mehr Schotten als Licht in die winterdommerigen Räume brachten. Erst wenn man sich lebendig vors Auge stellt, wie die kalte Jahreszeit in dem eisenbahnlosen Deutschland mit verschneiten Landstraßen aussah, erlebt man die in tausend Bariationen spielenden Minnelieder, die alle immer wieder den Frühling, die Wiederkehr des Lichtes als Höchstes preisen, recht und emp- findet, daß in ihnen das drückendste und froheste jährliche Erleben den Dichtern Stimme und Ton gab. Und dasselbe war cs, was, durch die religiöse Bedeutung, gesleigcrl, dem Osterfest feine große hgrzbewegcnde Gewalt gab: daß es die kultische Widerspiegelung des Untergangs und der Auferstehung war; daß es die Dunkelheit langer Wintertage und nächte in das Bild eines schmerzvollen Todes kleidet, dem unmittelbar, einen Tag nur später, die jubelnde, leuchtende Auferstehung folgt. Der Mönch des zehnten Jahrhunderts dichtet die schöne Sequenz: Dem aus Grabesnacht auferstandenen Heiland huldigt die Natur: Blum' und Saatgefild sind erwacht zu neuem Leben; Der Mgel Chor nach des Winters Rauhreif singt sein IubeUied. Heller strahlen nun Mond und oonne, die des Heilands Tod verstört. Und in frischem Grün preist die Erde den Erstandenen, Die, als er starb, dumpf erbebend ihrem Einsturz nahe schien. Boller klingt der religiöse Ton des Spruchdichters aus dem 13. Jahrhundert, Speroogels Öfter- 0 e J a n g : Ehrist sich den Marterknechten gab, er ließ sich legen ins Grob. Das tat er durch seine Göttlichkeit. Damit erlöst er die Christenheit von der heißen Hölle Dual. Denket, denket alle daran! Er tut es nicht ein zweitesmal! 'Noch ist die Behaglichkeit des erwärmten und erhellten Hausraums die vom Mittelalter bis zu Goethes Jahrhundert für den Geist und die sich besinnende Seele geschaffen wurde — am grauen Abend des hellen Frühlingstags ein Wert: zwei Jahreszeiten berühren sich in dieser Stunde, die von selbst zur Stunde der Einkehr wird, zur Stunde F a u st s. Diele Arten des Lesens stehen mir vor Augen: im sommerlichen Parkschatten mit weitem Blick über dem Buchrand unft?r Baumwipseln, einem Blick, in den eine große Landschaft hinemslutet und sich mit über die Seiten ergießt; in klösterlichem Jnnenhof, wo zwischen Dächern nur der Himmel mit auf die Blätter sieht; im treibenden Boot; auf freier Terrasse, in fchlaslosen Krankheits», Schmerz-, Unruhenächten, wo Lesen seine größte Wohltat Ipendet; auf Fahrten, auf denen ein gelesenes Schickial mit- fließt durch das Land. Aber so viele Bücher ich denken kann: dies, an einem Osterabende, von sonnigem Weg mit eben knospenden Sträuchern und Bäumen in der kühlen, noch an die graue Jahreszeit zurückfallenden Dämmerung heimkehren und nun, dos Licht der verhangenen Lampe auf dem Buch, wieder die Osternocht lesen; wieder den Todestraum Fausts lesen — in dem es lebendig flutet: das Mysterium des Unterganges, Becher und Phiole, aus denen schon dem Morgen der festlich- hohe Gruß zugebracht wird, und der Auferstehung, die aus den Glocken und aus dem Gesang siegreich als erste Feierstunde des Osterfestes anbricht über Faust, der hier selbst durch den Tod schreitet und wiederkehrt zum Licht — dann mit der Sonne des nächsten Tages eintauchen in das Gewimmel, dos bunt aus dem Tod bringt, Leben, Menschheit, Volk, Freude, bis es in jenen vielleicht schönsten deutschen Versen abendlich strömt: Betrachte, wie in Abendsonneglut Die grünumgebnen Hütten schimmern Sie rückt und weicht, brr Tag ist überlebt, dort eilt sie hin und fördert neues Leben. Oh, daß kein Flügel mich vom Boden hebt, ihr nach lind immer nachzustreben! Ich sah' im ewigen Abendstrahl die stille Welt zu meinen Füßen, entzündet alle Höh'n, beruhigt jedes Tal, den Silberbach in g old ne Ströme fließen ... lieber diese klingende Gewalt ist Steigerung nicht mehr möglich. Die Seele müßte in Schmerz und Melancholie versinken. Do beginnt der Zauber. Der Pudel streift durch Saat und Stoppeln ... Hier mag man den stillen Ofterabcnb weiterlesen ober das Buch sinken und aus allem eignen Öfter- erleben diese ewige Fassung sich mit Süße, Schmerz, Erinnerung unb Hoffnung erfüllen lassen — in der Stunde der Einkehr, der S t u n bc F a u st s. Deutsche Ostern. Don Dr. Eugen Kühnemann, o. ö. Professor der Philosophie an der Schlesischen Friedl ich-Wilhelm-Universitas zu Äreölau. Man soll den Deutschen von heute, die unter der Not der Gegenwart seufzen, einige Dinge immer wieder ins Gedächtnis zurückrusen: wir haben den größten Tag der deutschen Geschichte in den heiligen August tagen von!9l 4 erlebt, als mit einem Male das ganze Volk ein einziger Gedanke, ein einziger Wille, eine einzige Treue bis zum Tode war. Diese Erinnerung läßt uns den Glauben an die Größe unseres Volkes niemals verlieren. Wir haben die volle Offenbarung der deutschen Kraft gesehen: nicht wie Leonidas drei Tage mit 300 Getreuen, sondern vier Jahre lang mit dem ganzen Volke von Männern, Frauen, Greisen und Kindern hat Deutschland in den Thermo- pyfen neftanöcn und den Angrift der Welt vom H im.tb)Le:r abgewchrt. De: Zusammenbruch 6atL leine einzige Ursache in der Unfertig- feit der deutschen Dinge. Dem Volke versagte, wie noch jedesmal in seiner Geschichte, die Kraft, als gesammelte Gewalt eines einzigen nationalen Willens auszuhalten bis zum Ende. Die Aufgabe der Zukunft stellt sich hiernach in voller Klarheit. Sie gibt der deutschen Jugend ein Ziel des Strebens, wie es größer und herrlicher nicht zu ersinnen wäre, und macht das Leben für jeden gesund gebliebenen Willen zu einer Lust. Zu schaffen ist das seiner selbst bewußte deutsche Staatsvolk in der Einheit eines sicheren nationalen Willens. Das will sagen: Führer müssen kommen, die das ganze Volk in der sicheren Richtung der nationalen Selbsterhaltung und Selbsterhöhung zusammenfasfen. Das deutsche Volk war im ganzen Verlauf seiner Geschichte das Voll des Geistes. Durch Leiden ohnegleichen wurde es immer aufs neue befähigt, eber Welt den neuen Lebensgodanken vorzuleben. Auch da« Leiden der Gegenwart soll der Durchgang zu einem neuen Lebensgedanken sein. Der Gedanke der deutschen Freiheit, der bis jetzt in den Büchern unserer größten Denker und Dichter fteh>, will die Seele des deutschen Lebens werden. Dies bedeutet, daß im Innern b i e n e u e Gesellschaft der wahrhaftigen Menschenwürde errichtet werde, in der alle Arbeiter sind, jeder Arbeiter aber zur Erfüllung eine- persönlichen Lebens kommt. Es bedeutet, daß nach außen dieDerantwvrtungfürdasneue Europa auf die Deutschen gelegt ist. Das Europa der Gegenwart lebt nach dem Gesetz von Versailles. Es ist ein Europa der Lüge, der Ungerechtigkeit und des Hasses. Der deutsche Kampf ist der Kampf für die Wahrheit, für das Recht und für die Liebe. Das Reich wahrhaftiger Menschlichkeit kann allein ein Reich des Geistes sein. Deutschland kämpft für ein Reich des Geistes an Stelle des Reichs der plumpen Gewalt. Der höchste Idealismus ist für uns die einzig mögliche Realpolitik. Rie stand eine gleich große Aufgabe vor deutscher Jugend. Es liegt an ihr, daß aus dem Zusammenbruch des Krieges und der Rachkriegszeit verdeutsche Auferstehungstag werde. Aber am Dftcrtnge, da steigt Christ aus dein Grabe, er, der König aller Kaiser. er. der Vater aller Waisen. die durch feine Tat erlöst. In die Hölle bringt ein Schein: Gnade allen, die der Zorn verstößt! Wurzeln des Waldes. Erze des Goldes, Tiefe und ewiger Grund find dir. Herr, kund, ruhn im Rund deiner Hände. Alles himmlische Heer mag dein Lob nicht aussingen bis an ein Ende. Das religiöse Erlebnis erhält van dem ungeheuren 'Jtarurcrlcbnis erhöhte Gewalt. Bis in des Fahren den unb in des Mönchs Zeit und weiter zurück, wo nach heidnische Götter die Naturübergänge, wie alles Geschehen des Lebens beherrschten, muß man Winter tmb Frühling, Tod und Auferstehung der Natur, in Geist unb Gefühl nehmen, um bis zu den Wurzeln der größten deutschen Öfter- dichtung, des Fauft, hinabzusteigen. Wenn man dieses Hinabreichen des Menschheitswerkes bei der österlichen Lektüre darin sich wieder bewußt wird, erscheint der Faust dem Lesenden plötzlich selbst wie das Herauskommen von Lenzjahrhunderlcn nach Winterjahrhunderten, von Lichtzeiten nach langen nächtlichen Dämmerungen Der große geistige Frühling ist mit Goethe für Deutschland angebrochen. Innerhalb des Faust liegt natürlich die Früh- lingssonne am leuchtendsten auf dem 0 st e r j pa- 3 i c r g a n g, mit Hoffnung und Gewißheit wärmend. wenn sie auch des Abends über den kahlen Feldern und Wäldern noch in kalten Dunst finkt: Verlassen hab' ich Feld und Auen, die eine tiefe Nacht bedeckt, mit ahnungsvollem, heiligem Grauen in uns die bessere Seele weckt. Entschlafen find nun wilde Triebe mit jedem ungestümen Tun, es reget sich die Menschenliebe, die Liebe Gottes regt sich nun. Ach. wenn in unsrer engen Zelle die Lampe freundlich wieder brennt, da wird's in unserm Busen Helle, htt Herzen, das sich selber kennt Deutsche Osterzuversicht. politische Gedanken zum Osterfest. Batocki, Wirkt. Geh. Rat, ehem. Oberpräsident der Provinz Ostpreußen. Don Dr. jur. h. c. T. von Das Osterfest erweckt auch in der Politik Gedanken am Aufstieg aus der Tiefe deutscher Rot: an Bef reiung aus der Wirtschaftsnot, die vielen Millionen deutscher Volksgenossen ihre Lebensgrundlage entzieht und droht, unserer Jugend die Lebenshoffnung zu zerstören und He in Verzweiflung, sei es zu stumpfem Entsagen, sei es zu sinnlos aufbegehrendem Handeln zu treiben; an Befreiung aus der Rot unserer erzwungenen Wehrlosigkeit inmitten schwer bewaffneter Rachbarn, einer Wehrlosigkeit, die jeder volls- bewußte Deutsche als Verletzung der nationalen Ehre empfinden muß; an endgültige Befreiung von der Tributpflicht, durch deren grundsätzliche Aufrechterhaltung Frankreich uns für Jahrzehnte weiter unter entwürdigendem Druck zu halten bestrebt ist. Besteht für Deutschland überhaupt H o f f - nunfl auf Wiederaufstieg und auf Befreiung? Ja, die Hoffnung besteht, es liegt aber an uns, ob sie in Erfüllung geht oder nicht! Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben, An deines Volkes Auferstehn. Laß dielen Glauben dir nicht rauben. Trotz allem, allem, was geschehn. Das muß der Wahlspruch der O st e r z u v e r - sicht auf Deutschlands Wiederaufstieg fein, die jeder Deutsche im Herzen tragen soll. Aber solcher Glaube darf nicht hemmungslos und leichtfertig die Dinge lo betrachten, wie er sie gern sehen möchte. Er darf sich nicht selbstzufrieden damit trösten, unsere jetzige Rot läge nur an den Fehlern des „Systems", nach welchem seit 1918 regiert sei. und es bedürfe nur eines neuen Regierungssystems unter neuen Führern, um den Wiederaufstieg herbeizuführen und die Befreiung zu bringen. Eine solche Hoffnung kann, wenn sie sich als trügerisch erweist, zu furcht- barer Enttäuschung und zum endgültigen Zusammenbruch führen Fichtes Mahnipruch fährt fort: Und Handeln sollst du so als hinge Von dir und deinem Tun allein Die Zukunft ab der deutschen Dinge Und die Verantwortung wär dein. 3a, dasGefühlern st er. persönlicher Verantwortung für das Schicksal des Vaterlandes muß der gläubigen Zukunstshossnung zur Seite treten, wenn diele Erfüllung finden soll. Diese Verantwortung ist heute für jeden Deutschen groß und schwer. Der Weg zu Deutschlands Ausstieg aus der Tiefe zum Licht ist steil, mühselig, große Opfer heischend und vonGefahren umdroht. Rur höchstes Verantwortungsgefühl kann neuen Absturz vermeiden, ein Verantwortungsgefühl, das die Massen nicht in leichtfertigem Vertrauen auf die eigene wundertätige Kraft mit Versprechungen lockt, sondern die Schwierigkeiten und Gefahren des Weges klar erkannt und. wenn es fein muß, langsam Schritt für Schrill unter Sorgen und unter Entbehrungen emporführt Bis 1930 herrschte bei unfern Führern und Geführten nur allzusehr leichtfertiger O p- timismus: „Die britische Flotte hat rnte Fahnen gehißt und verbrüdert sich mit der deutschen!" „Die Feinde sind bereit, uns brüderlich zu helfen, wenn das deutsche Volk seine Fürsten beseitigt." Die Masse folgte diesen Versprechungen. der Rest unserer Widerstandskraft brach, und Deutschland wurde zur wehrlosen Deute der Feinde. Dann kam der Ruhrkampf, ein kurzes Ausleuchten geschloffenen deutschen Widerstandswillens und in dieser' Kampfzeit die Wiederherstellung der Währung durch das „Wunder der Renten in ar k". Aber dieses „Wunder" konnte, das sollte man nicht vergessen, nur dadurch Bestand haben, daß Deutschland sich durch Annahme der Dawesgelehe mit ihren untragbaren Tributen, ihrem System von ausländischen Aufpafsern in allen wichtigen deutschen Stellen, der Aufrechterhaltung der Rheinbefehnng und der militärifcben Schnüsselkomnnfsion eine Atempause erkaufte. Ohne das wäre die Rentenmark schnell zusammengebrochen. Kaum war die Atempause erreicht, da ergriff neuer leichtfertiger Optimismus die Regierenden, die Wirllchaftssuhrer und die Massen Das Gold der Well stromle als Aus l a n d k r e d i t gegen unerschwingliche Zinsen nach Deutschland in immer neuen Milliarden. Die Tribute wurden damit anscheinend glatt gedeckt eine weit über das notwendige Maß hinaus- gehende Einfuhr wurde damit bezahlt, öffentliche Hand und private Wirtschaft überboten sich in durch Kredit finanzierten kostspieligen Anlagen Gehälter. Löhne und Lebenshaltung fliegen weil über das Maß hinaus, das einem bei i egt en und mit Tributen belasteten Volk angemeffen war. Vier Jahre daraus stand das Deutsche Reich vor der Frage, den Dawesplan beizubehalten oder ihn durch den „neuen Tributplan", den V o u n gp l a n zu ersetzen Hestige, mit wenig echtem Verantwortungsgefühl und um so mehr die Tatsachen verhüllenden Schlagworten von beiden Seiten geführte Kämpfe tobten nm diese Frage. Wer Henle mit klaren, durch diese Schlagworte nicht getrübten Blick auf die Entwicklung zurückschaut, der muß anerkennen, daß unsere Lage heute noch unendlich viel schwerer und hossnungsloser wäre, wenn der Rhein besetzt wäre, und wenn feindliche Aufpasser uns jede Möglichkeit freier Bewegung in dieser Rotzeit rauben würden Keine noch so skrupellose Agitation kann die Tatsache aus der Welt schaffen, daß zur Zeit des Ruhreinbruchs ein Versuch, unter Ablehnung des Dawcsplans die Tribute eigenmächtig zu verweigern, wahrscheinlich unseren völligen Zusammenbruch zur Folge gehabt batte, weil das deutsche Volk für einen langen, zähen Widerstand damalesichtlich noch nicht reif war Keine noch so skrupellose Agitation kann auch die Tatsache aus der Well schassen, daß ein System ausländischer Auspasser heute jeden Versuch durch eigene Kraft aus der Rot herauSzukom- men, verhindern würde, wenn nicht Hindenburg damals den ihm sicherlich schweren Entschluß zur Unterschrift des VoungplanS gefaßt hätte. 3n der wenig verantwortungsbewußten Haltung der weiter durch Auslandkredite „befruchteten" öffentlichen und privaten Wirtschaft wie der Bevölkerung brachte der Ersah des DaweS- Plans durch den Boungplan keine Aendernng. Der ohne festes Fundament errichtete Bau unseres Wirtschaftslebens und unserer Scheinblüte konnte nicht lange bestehen. 3m Winter 1929 30 standen wir vor dem endgültigen Zusaminenbruck) des Systems eines leichtfertigen wirftchaftlichen Opttmismusses aller beteiligten Stellen. Da entschloß sich Hindenburg, durchBerusung und weitgehende Bevollmächtigung des Brüiring-Kabinetts das Steuer grundsätzlich aber zugleich mit verantwortungsbewußter Vorsicht u m - zukege N. Die langjährigen Forderungen der Rechten: Mehr Macht dem Reichspräsidenten - Beseitigung der Aebermacht des Parlamentär!- mus mit seinem Kuhhandel um Koalitionsregierungen wurde weitgehend erfüllt. Tiber eine durchgreifende Besserung hätte der geschlossenen Kraft des ganzen deutschen Volkes bedurft, und hier zeigt sich daS alte deutsche Hebel, das dem deutschen Volke in seiner Gc schichte schon so oft Unheil gebracht und Hoffnungen zerstört hat: Parteizerrifsenheit. Parteiüberhebung und Reigung. gläubig aber Welt- und wirklichkeitsfremd 3dealen entgegen- zustreben, statt, wie andere Völker, mit klarem Einblick in die Tatsachen, das Werk der Rettung entschlossen und einmütig anzugreifen. Große politische Gruppen, die die wertvollsten Volks- kräste. aber nicht annähernd die Mehrheit des Volkes hinter sich hatten, erklärten: „Alles oder nichts!" und standen zwei 3ahre lang schmollend zur Seile, als die anderen, die Mehrheit. ihnen das „Alles" nicht sofort gewähren wollte. So wurde die Leidenszeit des deutschen Volkes erschwert und verlängert und die Aussicht aus Wiederaufstieg getrübt. Die Reichspräsidentenwahl brachte jenen Gruppen nicht den erhofften Sieg. Deutschlands Zukunft und Aufstieg aber, ober lein endgültiger Riedergang, hängen wefentlich davon ab. inwieweit ihre Führer selbst, neben dem Glauben an ihre Mission, der ihnen ruhig erhalten bleiben mag. 'auch Verantwortungsgefühl beweisen. Ernstes Verantwortungsgefühl legt ihnen die Pflicht auf. endlich, nachdem zweijähriges. dem Vaterlande schädliches Beifeitestehen ihre Hoffnung, dadurch allein zur Macht zu gelangen, in keiner Weife erfüllt hat, f i di endlich zur Mitarbeit mit allen d e - neu. bie guten Willens finb, bereit- 3 u f i n b e n unb enblich damit aufzuhören, allen anderen die nationale Gesinnung und damit die Ehre abzufprechen. Wir Deutfchen sollen une gewiß nicht zu lehr nach ausländischem Vorbild richten; aber das Vorbild, das das englrsche Volk in einer Sorgenzeit, bie- gegenüber unterer Rot ein Kinderspiel ist, an geschlossenem Zusammenhalt über alle Parteigrenzen hinaus zu positiver Rettungsarbeit uns bietet, sollte auch bie deutschen politischen Führer zu ernstem Rach- denken veranlassen. Tatsächlich hängt „von deren Tun" in enkscheidendem Maße die Zukunft Deutschlands ab, und die „Verantwortung" ruhi mit aller Schwere auf ihren Schultern Wögc ihr Handeln unb das aller Deutschen überhaupi so sein, daß unsere Osterhossnung auf Wiederaufstieg Deutschlands aus der Tiefe in Erfüllung geh’. Groener schrieb an Severing vor-er preußischen Aktion gegen die SA. Eine überraschende Feststellung vor dem Staatsgerichtshof. Leipzig, 24. März. (WTB.) Der Staats- gerichtshof für das Deutsche Deich verhandelte am Donnerstag in der verfassungsrechtlichen Streitsache der RSDAP. gegen den Freistaat Preußen, vertreten durch das Staatsministcrium und den preußischen Innenminister Dr. Severing, wegen der Feststellung der Verfassungswidrigkeit von Anordnungen auf Vornahme von Durchsuchungen und Beschlagnahmen. Die Klogcparteicn wurden durch Rechtsanwalt Dr. Frank II., München, und Dr. Roland Freister, Kassel, vertreten. Für die preußische Regierung waren Ministerialdirektor Dr. B a d t und die Ministerialräte S ch ö n n e r und 3 a n i ch erschienen. Wie der Vorsitzende, Reichsgerichtspräsident Dr. Dumke, zu Beginn der Verhandlung betonte, erstrecke sich diese zunächst lediglich auf den Antrag einer einstweiligen Verfügung. Dr. Bumfe warf die Frage auf, ob die Sichtung des Materials inzwischen soweit vorgeschritten sei, daß mit der Freigabe gerechnet werden könne. Die einstweilige Verfügung bezweckt auch nur, das für Durchführung der Wahl erforderliche Material frei zu bekommen. Wenn in dieser Hinsicht positive Zusagen von der preußischen Regierung gemacht werden könnten, erübrige sich vielleicht der Antrag auf einstweilige Verfügung. Ministerialdirektor Dr. B a d t erklärte, daß die Sichtung noch nicht beendet sei. Doch sei Anweisung gegeben worden, alles Material das nicht für das Ziel der Aktion in Frage komme, herauszugeben. Die Behinderung des Wahlkampfes sollte danach ausdrücklich ausgeschlossen werden. Die preußische Regierung müsse der Behauptung widersprechen, daß die Polizeiaktion nur eine Tarnung fein sollte, um die Partei im Wahlkampf zu hindern. Karteien u. dgl. seien nur an zwei Stellen beschlagnahmt worden. Demgegenüber erklärten die Vertreter der RSDAP., Dr. Frank und Dr. Freisler, daß nach ihren Informationen aus dem Gesarnt- gebiet des Freistaates Preußen wahllos alles Material beschlagnahmt worden sei. Wenn jedoch die preußische Regierung ihre Zusage auf sofortige Herausgabe des Materials erfülle, so stände einer gütlichen Einigung über den Antrag auf einstweilige Verfügung nichts im Wege. Ministerialdirektor Dr. B a d t erklärte nach längeren weiteren Auseinandersetzungen, der konkrete Anlaß zu der preußischen Polizeiaktion sei ein Brief des Reichswehrmini st ers und Innenmini st ers Groener vom 8. März an den preußischen Innenminister. Diesem Brief zufolge habe eine Persönlichkeit, die mit den Verhältnissen in der SA. genau vertraut sei, dem Minister Groener mitgeteilt, daß in der S A. in der letzten Zeit Wahrnehmungen zu machen seien, die zu Besorgnissen Anlaß gäben. So Hobe man besonders in Schlesien die Waffenlager der Reichswehr festgestellt und alles vorbereitet, um sie durch Hand st reich zu nehmen. Alles lasse darauf schließen, daß mit einem Hand st reich der SA. zu rechnen sei. Rach den Informationen des Gewährsmannes hätten Dr. Goebbels, Goering, Röhm und andere Hitler für die Reichspräsidentenwahl zum letzten Mal Gelegenheit gegeben, legal zur Macht zu kommen. Sollte sich nach Verkündigung des Wahlergebnisses ergeben, daß die Kandidatur Hitlers aussichtslos sei, so wäre schon am folgenden Tage mit dem Losschlagen zu rechnen. Der Brief des Reichsinnenministers schließe, er gebe dem preußischen Innenminister hiervon Kenntnis mit der Bitte, das Rotwendige zu veranlassen. Trotzdem habe der preußische Innenminister damals noch keine Schritte ergriffen. Als sich iedoch nach der Wahl die Rachrichten häuften, daß die Unterführer losschlagen wollten, daß Waffen- und Munitionstransporte stattfänden usw. habe der Minister am 15. März es für seine Pflicht gehalten, dieser Gefahr vorzubeugen. Ministerialdirektor Badt erklärte dann, daß alles Material, das mit dieser Aktion im Zusammenhang stehe, nicht herausgegeben werden könne. Das gesamte andere Material werde jedoch sofort wieder ausgehändigt werden. Rachdem Rechtsanwalt F r a n t H. sich noch eingehend über den Brief des Reichsinnenminifters Droener verbreitet hatte, wurde in eine ein» stündige Mittagspause eingetreten. Nach Wiederaufnahme der Sitzung gab Reichsgerichtspräsident Dr. Bumke folgende Erklärung ab: Ich habe mich entschlossen, zu versuchen, den Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung durch einen Vergleichsvorschlag zu erledigen. Heber den Inhalt dieses Ver- gleichsvorschlags und über die Aussichten des Zustandekommens, vermag ich im Augenblick nichts zu sagen. Ich kann aber feststellen, daß ich mit beiden $ treitt eilen dahin einig bin, daß es sich mit Rücksicht auf die schwebenden Verhandlungen nicht e m p f i e h l t, in dem jetzigen Streitverfahren lvegen Erlaß einer einstweiligen Verfügung fortzufahren. Anschließend schloß der Präsident die Sitzung. Der Brief Groeners. Leipzig, 24. März. (LLl.) Der Brief des Reichsinnenminifters Groener an die preu- ßische Staatsregierung hat f o l g e n d e n W o r t- laut: „Eine Person, die mit den Vorgängen bei den Rationalsozialisten insbesondere bei den 6turnt» abtetlungen vertraut ist, hat mir mitgeteilt: In den Sturmabteilungen seien in letzter Zeit Beobachtungen zu machen, die zu besonderer Vorsicht Anlaß gäben. Zunächst habe man mit auffälligem Interesse dafür gesorgt, daß für alle SA-Le nte die vorgeschriebene Ausrüstung beschafft würde, dann habe man sich besonders in Schlesien mit großem Eifer bemüht, die Waffenlager der Reichswehr zu erfahren. Zwar habe die Reichswehr besondere Vorsichtsmaßregeln getroffen, wie z. D. die getrennte Lagerung von Gewehren und Schlössern, aber auch das zur äleberwindung dieser Schwierigkeiten gebotene fei veranlaßt worden. Besonders bedenklich mache auch die Feststellung, daß an wichtigen Stellen die Führer, die nicht ehemalige Offiziere waren, plötzlich durch ehemalige Offiziere aus gewechselt worden seien. Alles das lasse darauf schließen, daß mit einem Handstreich zu rechnen sei. Frick, Goebbels und Strasser hatten die letzte Chance gehabt, sich legal in den Sattel zu sehen. Sollte sich nach Beendigung der Wahl Herausstellen, daß der Sieg Hitlers ausgeschlossen sei, so sei mit einem Losschlagen au rechnen. Ich gebe davon Kenntnis mit der Bitte um entsprechende Veranlassung." Vom Reichsinnenministerium wird bestätigt, daß dieses Schreiben vom Reichsinnenminister an die preußische Regierung gesandt worden ist. Iedoch wird darauf hingewiesen, daß d i e Schlüsse, die anscheinend aus diesem Schreiben gezogen worden sind, nicht richtig seien. Der Reichsinnenminister habe lediglich Gerüchte wiedergegeben, die er von einem Gewährsmann erhalten habe. Diese Gerüchte habe er nicht a u f seine Richtigkeit na chprü- f c n können, da er als Reichsinnenminister keine polizeilichen Befugnisse habe. Wie das auch schon in anderen Fällen geschehen sei, habe der Reichsinnenminifter daher das Material a n Paris, 25. März. (WTB.) Der Senat nahm gestern nachmittag die Beratung des Dud- getvoranschlages für 1 932 in Angriff. In der allgemeinen Aussprache forderte Senator Berenger besondere Beachtung für die durch das Hoover-Moratorium geschaffene Lage. Etwa 2 Milliarden würden auf diesem Wege dem französischen Budget entzogen. Dom Ausgang der Lausanner Konferenz werde teilweise das Gleichgewicht der künftigen Budgets ab hängen, da die Zahlungen Deutschlands eine Einnahmequelle darstellen. Die Regierung müsse deshalb erklären, welche Haltung sie in Lausanne einnehmen wolle. Das Hoover-Moratorium habe begonnen, den Begriff von der Heiligkeit der Verträge zu zerstören, und die Revisionspolitik gewissem Staaten trage nicht dazu bei, das internationale Vertrauen wieder zu beleben. Hauptsache bleibe deshalb, für die Respektierung der eingegangenen Verpflichtungen zu forgeiL (Ministerpräsident Tardieu: Sehr gut I) Jinanzminister Zlandin betonte, daß Frankreich Wert darauf gelegt habe, auf die Tagesordnung der Lausanner Kon- f e r e n z d.e Lösung der die Welt beunruhigenden wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten zu sehen. Zur Reparationspolitik Frankreichs sei zu sagen, daß Frankreich sich an die Schlußfolgerungen der Baseler Sachverständigen halte, die erklärt hätten, daß ein Verzicht auf die Reparationen nur bedeuten würde, die Last auf andere Schultern zu legen. „Wir können auch nicht vergessen", fuhr Flandin fort, „daß Frankreich die Ausgaben für den Wiederaufbau seiner verwüsteten Gebiete hat vorschießen müssen. Alle Welt (!?) erkenne an, daß sogar eine Streichung der Reparationen und Kriegsschulden die Wirtschaftskrise nicht lösen würde. Allgemeinere Lösungen sind notwendig. Zunächst muß man den langfristigen Kredit wiederherstellen und zu diesem Zwecke erreichen, daß die eingegange» nenVerpflicht ungen respektiert werden." Tardieus Rem. 3m jScnat hielt heute nachmittag Ministerpräsident Tardieu eine hochwichtige politische Rede, in der er auf die gestrigen Ausführungen von Senator Berenger und auf die heutigen Ausführungen des Senators L e m e r h einging. 2c» m e r y kritisierte die Methoden des Völkerbundes und äußerte auch Zweifel an dem Gelingen der Abrüstungskonferenz. Mindestens der deutsche und der sawjetrusfische Abrüstungsplan seien unannehmbar. Der französische Vorschlag fei logisch und praktisch. Das vertrauen in die Abrüstungskonferenz fei durch Öen chinefisch-japanischen Konflikt erschüttert. Das Bündnissystem sei nicht besonders glücklich, weil es letzten Endes doch zum Kriege führe. Deshalb müsse man die internationale Politik organisieren, deren Grundlage die Entente cordiale zwischen England und Frankreich sei. Ministerpräsident Tardieu stellte fest, sechs Monate lang seien in Paris und Gens Aussöh» nungsversuche Dom Völkerbund in einem Kon- flikt gemacht worden, der fast unlösbar schren, weil die Vereinigten Staaten dem Völkerbund nicht angehörten und weil England es nicht bebe sich im Fernen Osten festzulegen, ohne des Einvernehmens mit Amerika sicher zu sein Der Völkerbundsrat habe feinen Erfolg gehabt FeiIJn.an Teit 13 wahren daran gearbeitet habe,' bte Rolle des Völkerbundes zu verdünnen. 3m- merhin hätten auf den letzten Appell des Ratspräsidenten die Kanonen geschwiegen. Rachdem nach vielfacher Ansicht die Organisierung eines internationalen Machtfaktors nicht das erwartete Ergebnis gehabt habe, stehe man vor folgender Tatsache: Entweder werde man auf den Völkerbund verrichten, oder man müsse sich entschließen, diese Organisation zu einer Realität zu machen. Die französische Regierung glaube, dieses Pro- dlorn vollkommen in dem Projekt, das sie in der Abrüstungsfrage angebracht Habe, aufgerollt zu dieLänderregierungen zur Prüfung und etwaigen Veranlassung weitergeleitet. Davon, daß der Reichsinnenminister durch sein Schreiben die erst zu einem sehr viel späteren Zeitpunkt erfolgten Haussuchun» gen und Beschlagnahmen bei der RSDAP. habe veranlassen wollen, könne somit keine Rede sein. Die Tarifverträge nach dem 30. April. Tic -lusfassunq des Reichsarbeitsmiuisters. Berlin, 24. März. (WTB.) Hu der Notiz einer Berliner Zeitung, wonach in Aussicht genommen fein soll, d i e Laufdaucr der Lohntarifvertrag e für bestimmte Gewerbe durch Verordnung über den 3 0. April 1 9 3 2 hinaus zu verlängern, weist das Reichsarbeitsministerium darauf hin, daß eine solche Maßnahme sich offenbar schor» deshalb erübrigt, weil die Parteien, wie schon jetzt mit Sicherheit anzunehmen ist, von der Kündigungsbefugnis» der Lohntarifverträge zum 30.April nur ausnahmsweise Gebrauch machen werden. Ein solches Verhalten entspricht auch der Auffassung des Reichsarbeitsministeriums. Nach der erheblichen Senkung der Löhne und Gehälter 'durch die Vierte Notverordnung erscheint eir^e erneute allgemeine Hera bse tzung nicht tragbar und bei der steigenden Bedeutung des Binnenmarktes für die deutsche Wirtschaft auch nicht wünschenswert. Berechtigt erscheint lediglich in einzelnen Berufszweigen die Anpassung der gegenüber dem allgemeinen Lohnstand noch überhöhten Löhne oder Gehälter. Bei der gegenwärtigen Lage Deutschlands sollte jedevermeidbareBeunruhigungdurch Tarifkündigungen unterbleiben. Soweit Aenderungcn erforderlich sind, sollten die Verhandlungen der Beteiligten b a l b i g ft eingeleitet werden, um auch von der Lohnseite her die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Belebung zu schaffen. haben. Dieser Plan sei nicht die Politik einer Regierung oder eines Ministers, sondern die Politik Frankreichs. Wir verlangen, fuhr Tardieu fort, daß man dem Völkerbund eine Streitmacht zurDerfügung stellt, ferner politische Bedingungen insofern, als man den Völkerbund, wenn man ihm die Streitmacht zur Verfügung stellt, ihm auch eine geeignete Organisation geben muß, um sich dieser Streitmacht zu bedienen. 3n Schanghai war eine internationale Streitmacht, und doch nützte sie nichts weil der Völkerbund nicht die Macht besah, sich ihrer zu bedienen. Der Arm existierte, aber das Gehirn, ihn handeln zu lassen, fehlte. Tardieu ging dann zur Reparationsfrage über. 3m Einnahmebudget von 1932 stünden 1 173 000 000 Francs, die der Wiederaufnahme der deutschen Zahlungen am 1.3uli entsprächen, abzüglich der französischen Zahlungen an England und Amerika. Hoffentlich würden diese 1 173 000 000 Francs sich eines Tages auch in den französischen Kassen befinden, wie sie im Budget eingeschrieben seien. „3n der Reparationsfrage", so fuhr Tardieu fort, „ist Frankreich zu freiwillig eingegangenen Angleichungen bereit, es lehnt aber die Verleugnung der älnterfchriften ab. Das bedeutet, daß wir auf der Lausanner Konferenz unsere Ansichten den Ansichten der anderen anzunähern haben, aber mit dem Willen, fest zu bleiben, weil dies unser Recht ist und weil wir, da wir die Sicherheit von morgen auf der Unterschrift aufbauen wollen, nicht die Abkommen von gestern, die auf der Unterschrift begründet sind, zerbrechen lassen wollen." Frankreich wird bis zum Ende für die Respektierung der Anterschriften einfreten, aber niemals zulasten, daß die Unlerschrift auf irgendein Gewinn- ober Verlustkonto geschrieben werden könnte, wie irgendein eingefrorener Kredit. Wenn nicht während der zwei Monate bis zur Lausanner Konferenz Maßnahmen ergriffen werden, können ernste Ereignisse eintreten. Die Länder Mitteleuropas befinden sich gegenwärtig im Zustand des Moratoriums. Man muß also schnellstens für die Rettung Mitteleuropas etwas tun. Wir haben Vorschläge gemacht, über die Verhandlungen eingeleitct sind. Mit England nehmen sie einen guten Verlauf. Mit Deutschland und I t a l i e n verhandeln wir im Geiste des europäischen Wiederaufbaues und ohne politische Hintergedanken. Englisch-französische Verhandlungen über den Donauplan. Paris, 25. März. (WTB.) Havas bestätigt, daß Ministerpräsident Tardieu gestern eine Mitteilung der englischen Regierung betreffend den französischen Plan der wirtschaftlichen Restaurierung der Donauländer erhalten und hierauf bereits geantwortet habe. Wahrscheinlich werde T a r b i e u in allernächster Zeit mit Mae- donald und Sir 3ohn Simon zu einer Besprechung über diese Angelegenheit zusammentreffen. Damit würde die Möglichkeit einer späteren Aussprache zwischen M a c d o n a l d, Brüning, G r a n d i und Tardieu nicht ausgeschlossen. Möglicherweise werde dann die Begegnung zu Vieren in Genf erfolgen, wenn anläßlich der Wiederaufnahme der Abrüstungskonferenz die Außenminister der ver- fchiedenen Länder dort versammelt seien. Litauische Spiegelfechterei. K o w n o , 24. März. (WTB.) Der litauische Innenminister brachte in seiner heutigen Erklärung noch zum Ausdruck, daß der Kriegs,zu- st and i m M e m e l g e b i c t bereits in aUer= nächster Zeit aufgehoben und daß das bereits vor längerer Zeit angekündigte Gesetz zum S ch u tz d e r Republik erlassen werden würde. Zu dieser Mitteilung ist zu bemerken, daß das Republlkschutzgesetz noch wesentlich schärfere Bestimmungen enthalt, als das Gesetz über den Kriegszustand, so daß für das Memelland praktisch. keine Erleichterung der Lage Eintreten wird. 'Ißic dem „Memeler Dainpfboot" aus Kowno ge° Tardieu gegen die Tribulstreichung. pessimistische Ansicht über den Völkerbund und die Abrüstungskonferenz. meldet wird, ist mit einer neuen Auslegung des Artikels 76 des litauischen SejMwahl » gesetzcs zu rechnen. Die R-e ft ft i m m e n sollen nämlich bei den Wahlen nicht mehr, wie bisher, den Parteien zufallen, welche die meisten Stimmen aufgebracht haben, sondern sie sollen auf eine Minderheiten Partei vereinigt werden können. Oie Lappo-Bewegung in Finnland verboten. Helsingfors, 24. März. Der Innenminister hat heute die L a p p o - B e w e gun g als illegal verboten. Aus oller Well. Lin Wal in der llnkerclbe gestrandet. Hamburg, 26. März. (ERB. Funkspruch.) Ein Wal von ungefähr 12 000 Pfund wurde gestern in der Elbmündung von einem Bergungsdampfer gesichtet. Der Wal war zwischen den Staaken bis unter Land auf Grund geraten und bemühte sich vergeblich, wieder loszukommen. Der Bergungsdampfer fuhr bis auf- 50 Meter auf das mit dem Schwanz wild un^sich schlagende Tier heran, setzte ein Boot mit zweD'Mann aus, die mit Unterstützung von zwei Mann an Land mit äußerster Vorsicht eine schwere Kette und eine starke Stahlklinge langsam unter den Schwanz des Tieres gleiten ließen. Rach vielen Versuchen gelang es, eine Verbindung von dev Schwanzflosse zum Bergungsdampfer herzustellen. Rach dramatischem Kampf zwischen dem Bergungsdampfer und dem Wal behielt ersterer die Oberhand. Rach fünfstündiger Reise traf der Dampfer in Cuxhaven ein, allerdings war das Tier, dessen Kopf lange Zeit unter Wasser schleifte und durch die Verschiebungen der Gleichgewichtslage unfähig war, sich zu bewegen, erstickt. Der Bergungsdampfer setzte mit dem Wal im Schlepptau die Reise nach Hamburg fort, wo er heute erwartet wird. „Graf Zeppelin" zur Rückfahrt aufgeftiegen. P e r n a m b u c o, 26. März. (WTB. Funkspruch.) „G r a f Ze p p e l i n" ist heute 0.58 Uhr zur Rück - fahrt aufgeftiegen. Brokat geht auf Urlaub. Berlin, 26. März. (ERB.) Der Direktor der Berliner Verkehrsgesellschaft Brokat, der bei seiner Zeugenvernehmung Jm Sklarek-Prozeß nicht vereidigt worden war, hat den Aufsichtsrat der BVG. um Beurlaubung gebeten, bis das gegen ihn schwebende Untersuchungsverfahren zu Ende geführt sei. 1 Million Mark Strafe für kaffeefchmuggel. Dortmund, 24. März. (WTB.) 3m Laufe der Ermittelungen zu einem von der Dortmunder Zollfahndungsstelle aufgedeckten Kaffee- schmuggel hat einer der Hauptbetsiligten in Dorsten einen Schmuggel von 123 000 Kilo Rohkaffee und damit eine Zollhinterziehung von 175 000 Mark eingestanden. Daraufhin wurde von dem zuständigen Hauptzollamt gegen ihn eine Geldstrafe rechtskräftig festgesetzt, die sich einschließlich Wertersah für den geschmuggelten Kaffee auf 825 000 Mark beläuft. Außerdem muß der hinterzogene Zoll in Höhe von 175 000 Mark nachgezahlt werden. Drei Skifahrer tot im Groß-Glockner-Gebiet aufgefunden. Innsbruck. 24.März. (WTB.) Im Groß- Glockner-Gebiet wurden gestern zwischen Riffltor und der Oberwalderhütte von einem Knecht der Hütte zwei Männer und eine Frau, die sich bei Rebel und Schneetreiben in diesem unübersichtlichen Gletschergebiet verirrt hatten, .tot aufgefunden. Ein vierter Teilnehmer der Partie gab noch Lebenszeichen und wurde auf die Oberwalderhütte gebracht, wo an ihm schwere Erfrierungen festgestellt wurden. Ein Dorf durch Feuer zerstört. K a s ch a u , 24. März. (WTB.) der Gemeinde V o l i c a wurden durch einen Brand 13 Wirt- sckiaftsgehöfte samt Inventar zerstört. Ein Teil des Viehbestandes wurde ein Raub der Flammen. Gegen 70 Personen sind obdachlos. Ein Bettler, der im Verdacht steht, den Brand aus Rache gelegt zu haben, wird von der Gendarmerie verfolgt. Neun Obdachlose in einer Scheune verbrannt. Reval, 24. März. Beim Brand einer Scheune, die von Obdachlosen als R a ch t- quartier benutzt wurde, tarnen neun Menschen in den Flammen um. Es ist möglich, daß unter den Trümmern noch mehr Leichen gesunden werden. Schwerer Zugzusammenstoß in Rumänien. Budapest, 26. März. (WTB. Funkspruch.) Wie das Ungarische Telegrapyen-Korrespondenzbüro meldet, stieß der von B r a i l a nach B u k a r e st abgefahrene Schnellzug heute nacht in der Nähe der Station Baldonivesci mit dem Personen- z u g Galatz—Braila zusammen. Die Lokomotive, sowie sämtliche Wagen beider Züge wurden erheblich beschädigt. Nach den bisherigen Feststellungen erlitten 20 Passagiere schwere Verletzungen. Die Zahl der Toten konnte noch nicht fest- gestellt werden. — Ein Bahnbeamter und der Loko« motioführer des Schnellzuges wurden verhaftet: letzterer soll den Zug trotz des Haltesignals weitergeführt haben. Wettervoraussage. Von der neuen Atlantikstörung erstreckt sich ein Ausläufer nach Frankreich, der dort zu Niederschlägen und Milderung führt. Auch in unserem Gebiet wird sich fein Einfluß bemerkbar machen so daß durch das Aufkommen von Bewölkung die nacht- lichen Strahlungsfröste zurückgehen und die Temperaturen sich mehr ausgleichen. Dabei dürfte das Niederschlagsfeld über Frankreich auch bis in unser Gebiet vorgreifen. Durch den Druckfall über dem Atlantik wird sich jetzt mehr und mehr eine Zufuhr ozeanischer Luft entwickeln, so daß später weitere Milderung einsetzen dürfte und die Möglichkeit zu erneuten Niederschlägen besteht. Aussichten für Sonntag: Uebergang zu milderem Wetter, namentlich nachts, zunehmende Bewölkung und später Niederschläge. Aussichten für Montag: Wechselnd wolliges Wetter, im ganzen mild, vereinzelte Nieder- schlage. Lufttemperaturen am 25. Marz: mittags 6,5 Grad Celsius, abends 0,6 Grad; am 26. März: morgens — 3,3 Grad. Maximum 6,7 Grad, Minimum —6,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. März: abends 4,8 Grad: am 26. März: morgens t Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 9# Stunde^ ßhiü I Ällhl an 6Ä Sonim« unb ° nut « war- Hüter bdann erlegt -Blage Liese n sich vor Mönch, führte in der vielfach sind so nebenen ei hinu scheu " Iahrhui stattet h zur Trc so viele Der Gräbern henkmäl ackt a< Mgeu bet ar die Fr wohltu Rafafr Lod. 1 weisen. Stachel Christen hoben { crstehun mit Sü< vorgehl, Stich in , gute Hi auf der stalten so Aoah grübe, t mgs vor wie die werden, auf den Ausdruc nach der verganac gegenwä der altes Kampf I willen ' aber der Auferste Herr un sei, fand «Mr. '-4 Mensch liche 1 windlii Mr si den en, deutsche Erwerb; Aeihen. seht der gegen. ‘ und Has es einen was mii W, toi« Sache I, mingsloi Die a die Unk Menschei getrennt; Miede: Welt ist richtet H Leibe in begrüßen jmüdtoe unb Lch Schatten, dem Lod lchaft ml und Sun «wer der diesem £ heraus । Bwtav. Aler tv Samen Artikel: Toten, i toitö w «■fa, lang Mo. '4 letzt Wachsen, Mn d- ur wer Manche leb? ° seine üblich . Der L Ä °° 'eib und ülns Der promnxtalbauptftaDt Gießen, den 26. März 1932. Ostern. Altßistorifchcr Boden ist es, der sich vor den Toren der Stadt Rom an der Dia Appia auS» dehnt: die römische Kaiserzeit und die Urzeit des Lhristentums treten dem, der über diesen Boden wandelt, lebendig entgegen. Unmittelbar an der alten Strafte liegt die Katakombe des EaUistus, nach der ich an einem sonnenhellen Sommertage, an einem Tage voll Himmelsbläue und wunderbarer Farbenpracht, tote man ihn nur in Italien erleben kann. hinausgewandert war. Mönche vom Trappistenorden sind die Hüter dieser Begräbnisstätte, still und ernst — bekanntlich ist ihnen daS Schweigegebot auserlegt — toandern diese Männer durch Hofe und Anlagen, sie führen die Fremden, die in_ die Tiefe niedersteigen und sind dabei selbstverständlich von dem Schtoeigegebot befreit. Ein deutscher Mönch, nach seiner Mundart ein Rheinländer, führte uns. die toir mit einem Lichtstümpschen in der Hand unserem Deleit-manne folgten- Sowohl der Eingang wie alte unterirdischen, vielfach verschlungenen und sich kreuzenden Gänge sind so schmal, daft nicht einmal zwei Personen nebeneinander gehen können. Heber Stuf eg geht es hinunter In die Tiefe. Seitwärts in den Rischen ruhen die Toten, die man in den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung bestattet hat. Deutsche Friedhöfe stimmen die Seele zur Trauer und Wehmut, aber sie haben doch so viele-, das freundlich und erhebend wirkt. Der Blumenschmuck auf den liebevoll gepflegten Gräbern, die künstlerisch ausgeführten Grabdenkmäler. der Himmel, der sich über dem Dvttes- ader auSspann, das Leben, das im Rufe des pflügenden Ackersmannes, der fvielenden Kinder, der auf der Strafte Dorüberwandelnden über die Friedhofsmauer herüberdringt, machen einen wohltuenden, versöhnenden Eindruck. 3n den Katakomben ist alles dunkle Rächt, Schweigen und Tod. Doch auch dieser fehlt eS rricht an Hinweisen, die dem Gedenken an den Tod den Stachel nehmen. Allenthalben haben die alten Christen in diesen unterirdischen, durch den Kalkboden getriebenen Gängen Sinnbilder der Auf- erstehung angebracht. Lazarus erscheint, wie er mit Tüchern umwunden aus seinem Grabe her- vorgeht, hinter ihm steht Jesus, der einen kleinen Stab in der Hand trägt. Oder er wird als der gute Hirte dar gestellt, der daS verlorene Schaf auf der Schulter nach Hause trägt Ruch Gestalten aus dem Alten Testamente treten auf, so Roah in s rnct Arche, Daniel in der Löwengrube, die drei Männer Im Feuerofen deS Königs von Dcchylon, lauter Bilder, die kundgeben, wie die Frommen von Gott beschützt und bewahrt werden. Dazu Inschriften mannigfacher Art, die auf den gleichen Ton gestimmt sind, überall der Ausdruck der Hoffnung auf ein Weiterleben nach dem Tode. Wie ein Museum unS die Art vergangener Geschlechter widerspiegelt, so vergegenwärtigen uns die Katakomben den Geist der ältesten Christen. Sie waren in einen schweren Kampf hineingestellt, muftten um ihres Glaubens willen Angst und Derfolgung ertragen, haben aber den Mut nicht verloren, weil sie durch Jesu Auferstehung gewift geworden waren, daft ihr Herr und Meister im Tode nicht untergegangen sei. sondern weiterlebe und die Seinen mit Kraft erfülle. 'S ist schwer, sich vorzustellen, daft die heutige Menschheit ohne den Glauben an eine vergängliche Wclt sich behaupten könne. Schier unüberwindliche Hemmnisse stellen sich uns in den Weg. Wir sind weiter denn je von dem ewigen Frieden entfernt, unversöhnliche Gegner wollen das deutsche Dolk nicht hochkommen lassen. Finanznot, Erwerbslosigkeit, Varteihader in unseren eigenen Reihen. Diesen Wirrnissen und Schwierigkeiten seht der Glaube ein entschiedenes ..Dennoch" entgegen. Recht muft doch Recht bleiben, Reid und Haft dürfen in der Welt nicht siegen, weil es einen Gott gibt und weil dieser Gott alles, was mit reinem Herzen getan wird, gelingen läftt, wie er nun zwei Jahrtausende hindurch die Sache Jesu, die am Tage von Golgatha so hoffnungslos erschien, hat gelingen lassen. Die alten Griechen versetzten ihre Toten in die Unterwelt, sie wird von der Welt, in der die Menschen leben und arbeiten, durch einen Fluft getrennt; der Fährmann Charon fährt die Abgeschiedenen in 1 einem Kahne hinüber. Die Unterwelt ist ein Reich der Schatten. Ergreifend berichtet Homer, wie Odysseus noch bei lebendigem Leibe in diese Welt gelangt, dort seine Mutter begrüften will, wie ihr Schatten aber von ihm zurückweicht. Das sind Erzählungen von Poesie und Schönheit, aber doch auch nur unwirkliche Schatten. Die Bibel spricht von dem Leben nach dem Tode als von einem Leben in der Gemeinschaft mit Gott, einem Leben ohne Manael, Leid und Sünde, einem Weiterwachfen der Seele in einer verklärten Welt. Martin Luther fpricht von diesem Leben in seiner kerndeutschen Art und heraus aus seinem starken Glauben mit den Worten: „Ein Ackersmanii könnte aus seinem Acker eine feine Bibel machen und von seinem Samen, so er säet, studieren und lernen den Artikel: Ich glaube an eine Auferstehung der Toten, und sagen: Dies Korn, das ich jetzt säe, wird sein Wesen verlieren; es wird aber hernach ein schöner, grüner Halm daraus wachsen, der so lang sei als ich bin, und breiftig, sechzig, hundert Körner bringe; und aus dieser Dohne, so ich fetzt in die Erde stecke, wird ein Stengel wachsen, der junge, frische Dohnen bringen wird. Das ist mein liebes Buch, daraus ich studiere und lerne, daft mein Leib, wenn er in die Erde verscharrt und begraben wird, ein schöner, lebendiger Leib werden wird." H. B. Osterwünsche. Ivie würdest du die Welt gestalten? Der Weise wird sagen: „Ich verleihe der Gesundheit ansteckende Kraft und nicht den Krankheiten." Er wird weiter feststellen, daft die Jagd nach Geld heute den gröftten Teil menschlichen Sinnens und Trachtens cinnimmt. Würden die Menschen ebenso viel Zeit und Kraft auf höhere Dinge verwenden, so würden sie eine wahre Auferstehung des Geistes und eine Gesundung an Leib und Seele feiern können. Manche werden gerade in der jetzigen Zeit wünschen, daft alle politischen Scheidungen und Kämpfe abgeschafft werden sollen. Alle Menschen, wären dann eine einzige Familie, in der es keine Kriege mehr geben könnte. Man muft aber bedenken, daft das Familienleben auch nicht immer friedlich ist, selbst wenn diese Familie nur aus Wann und Frau besteht. Die ungefügig mühte dann eine Famllie von vielen Millionen Köpfen fein! Einige werden sagen, daft die Welt in ein Paradies verwandelt würde durch die goldene Regel: „Wir wollen allen andern das tun und wünschen, waS sie unS hm und wünschen." Aber die goldene Regel wurde vom Herzen und nicht vom Berstand aufgestellt. Du möchtest nicht, daft die andern dich einsperren, weil du eS nicht verdienst; aber für das Wohl der Menschheit ist es notwendig, daft einige eingesperrt werden, weil sie es verdienen. Der beste Weg zur Defriedung der Welt wäre vielleicht, alle Menschen klug und verständnisvoll zu machen. Dann würden sich alle Ausgaben von selbst lösen. Aber alle ErziehungSwege der letzten Jahrhunderte haben wenig zu diesem Ziel beige tragen. Außerdem beweist die Geschichte, daft auch kluge Menschen töricht und lasterhaft handelten. e So bleibt überall ein Wünschen übrig. 3m grvften und im kleinen Dereich deines eigenen LebenS. Der beste Wunsch für die Menschen liegt darin, ihnen möchte wachsende Erkenntnis beschieden sein, daft es immer noch gröberes Leid gib, alS das eigene. ES mag unS noch so schlecht gehen: Jeder blicke um sich und er wird Menschen finden, denen es noch weit schlechter geht. GS gibt mehr Leid, als wir wissen und sehen wollen. Der Auferstehungsgedanke gibt allem Wünschen tieferen Sinn und lebendige Kraft. Jeder kann in feinem kleinen Kreise durch Wort, Tat und Zuspruch etwas von dieser Kraft verbreiten und kann im Hinblick auf die sich ewig erneuernde Erde den Menschen die Gewißheit geben, daft keine Finsternis so tief ist, als daft ihr doch nicht dereinst das Licht folgt. M. A. Mein neues JrühjahrSkleid. Gestern hab' ich mit der Schneiderin wegen eines neuen Kleid's gesprochen. Schnell zu wählen batte ich im Sinn, denn der Lenz erscheint in ein paar Wochen. Selbstverständlich blau. — Ich wollte bloß zwischen hell, und dunkelblau noch wählen; aber sie begann — mein Schreck war groß —, jetzt die Untertöne aufzuzählen. Lichtblau! Nachtblau! Auch Elekttischblaul Sollte ich für Türkisblau mich entscheiden? Kobaltblau? Pastellblau! Preußische Blau! Himmelblau würde mich entschieden kleiden. Königsblau? Vielleicht gar Kaiserblau? Sollt' ich etwa Veilchenblau doch nehmen? Delfterblau? Das zarte Reynoldsblau? Sollt' ich mich zu Saphirblau bequemen? Amethystblau? Ultramariniert, weil es blau wirkt und doch rötlich schimmert? Nizzablau mit Azurblau garniert? Soll es Eisblau fein, das grünlich flimmert? Alle Tone klangen auf und ab. Stundenlang hat sie mich noch gepeinigt ... Weil in deutschem Blau es gar nichts gab, haben wir uns dann auf Bleu geeinigt. Puck. Schützt den Wald vor Zeuerögefahr! Die anhaltende Trockenheit während der letzten Wochen hat die Bäume und insbesondere die Gräser sehr trocken werden lassen, so daft stets die Gefahr naheliegt, durch ein unachtsam weggeworfenes Streichholz oder einen Zigarettenrest einen Brand zu entfachen, der den Wäldern sehr gefährlich werden kann. DaS trockene Gras begünstigt die Entstehung und Verbreitung des Feuers außerordentlich, so daß nicht eindringlich genug darauf hingewiesen werden kann, gerade während der Osterfeierta^e, an denen sicherlich viele Stadtbewohner Auszüge und Spaziergänge in die umliegenden Wälder machen werden, mit dem Feuer recht vorsichtig Umzug e h e n, wenn unübersehbarer Schaden vermieden werden soll. Wer den Wald liebt, wird mit dem Feuer nicht leichtfertig umgehen! Erhöhte Aufmerksamkeit sollten in dieser Hinsicht die Eltern auch dem Spiel ihrer Kinder schenken. Autobusverbindung nach dem Schiffenberg und dem Flughafen. Bon den Dftcrfciertagen ab wird der Betrieb auf den beiden Kraftpostlinien Gießen-Schifsen- berg und Gießen-Flughasen wieder aufgenommen. Die Wagen verkehren vorerst nur an Sonn, und Feiertagen nach folgendem Fahrplan: A. Nach dem Schiffen berg : ab Gießen Bhf. 15.25 Uhr, ab Gießen Selterstor 15,27, ab Gießen Ludwigsplotz 15.30, an Schiffenberg 15.45, Rückfahrt ab Schiffenberg 18.00 Uhr. B. Nachdem Flugplatz: ab Gießen Bhf. 14.55 Uhr, ab Gießen Selterstor 14.57, ab Gießen Lud- wigsplatz 15.00, an Flugplatz 15.10, Rückfahrt ab Flugplatz 18.00 Uhr. Der Fahrpreis mit der Kraftpost nach dem Schiffenberg beträgt vom Bahnhof Gießen aus 50 Rpf., vom Ludwigsplotz aus 45 Pi. Bei gleichzeitiger ßiffung der Rückfahrtkarte kostet die Hin- und Rückfahrt 80 Pf. Nach dem Flugplatz kostet die Fahrt vom Bahnhof aus 35 Pf., vorn Ludwigsplatz aus 30 Pf. Für die Hin- und Rückfahrkarte werden 60 bzw. 50 Pi. erhoben. Gictzcrrcr Wochcnmarktprcisc. * Gießen, 26. März. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter 100, Süßrahmbutter 130, Landbutter 120, Matte 25—30 Pfennig das Pfund, Käse 5—10, Eier 8 Pf das Stück, Wirsing 10—25, Weißkraut 10—12. Rotkraut 10—15, Gelbe Rüben 10—12, Rote Rüben 10—12, Spinat 23—30, ilntcr-Äoftlrabi 5—8, Grünkohl 15-20, Rosenkohl 25 - 30. Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 50—60, Zwiebeln 20—22, Meerrettich 30—60, Schwarzwurzeln 25 -35, Kartoffeln 4,5, Aepfel 8—15, Dirnen 10—12, Dörrobst 25—30, Honig 40—45, Rüsse 35—40. 3ungc Hähne 80—90, Suppenhühner 70—80 Ps. das Pfund, Tauben 60—70, Blumenkohl 30—70, Salat 25—35, Endivien 15—30, Ober-Kohlrabi 8- 10, Lauch 5-10, Rettich 10-15, Sellerie 10-40 Pf. das Stück, Radieschen 15—20 Pf. daS Bund, Kartoffeln 3'80—4,00, Weißkraut 6,00—6,50. Wirsing 15,00-18,00, Rotkraut 8,00—10,00 Mk. per Zentner. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Stadttheater, „Romeo und Julia". 20 bis 22.30 Uftr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ronny". 00 Tageskalender füj Sonntag ** Don der Landesuniversität. Die Pressestelle der Universität Gießen teilt mit: Dem ordentlichen Professor für Physik an unserer Uni. oerfität Dr. Walther Bothe wurde vom Badi- scheu Ministerium des Kultus und Unterrichts der Lehrstuhl für Experimentalphysik an der Universität Heidelberg angeboten. ** WegenSpionageverhgftet. Wie uns berichtet wurde, hat die hiesige Kriminalpolizei am Mittwoch den Versorgungsanwärter Heinr. Spohr, der bis vor einem Jahre als Unterfeldwebel unserem Bataillon angehörte, verhaftet und dem Lcmd- f.erichtsgefängnis als Untersuchungsgefangener zuge- ührt. Die Verhaftung erfolgte auf Ersuchen einer auswärtigen Behörde unter der Beschuldigung der Spionage. Auf Anfrage bei der Kriminalpolizei wird uns die Tatsache der Verhaftung Spohrs bestätigt. Die Vorgänge, die zu der Verhaftung Anlaß gaben, sollen mehrere Jahre zurückliegen und durch eine Festnahme an einem anderen Platze jetzt zu den Maßnahmen gegen Spohr geführt haben. Dienft jubiläum. Der Prokurist Herr Gg. M o o tz begeht am 27. März sein 50jähriges Jubiläum als Angestellter der Zigarrenfabrik Carl E m - melius. Der Jubilar trat am 27. SRän 1882 als Lehrling in die Firma ein und war seit dieser Zeit ununterbrochen im Dienste des Unternehmens tätig. Am 9. Januar 1920 wurde er in Anerkennung feiner treuen und ersprießlichen Dienste zum Prokuristen ernannt. ** Museen und S) eiben türm sind am Sonntag und Montag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. An beiden Feiertagen gelten kleine Eintrittspreise. ** Senkung der Gemeinde-Biersteuer. Die Stadtverwaltung veröffentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil eine Anordnung, durch die die Gemeinde-Biersteuer für das Rechnungsjahr 1932 gesenkt wird. Interessenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen. ** Der Wochenmarkt beginnt vom 2. April ab um 7 Uhr und wird um 13 Uhr zu Ende sein. Siehe heutige Bekanntmachung der Stadtverwaltung. *e Kleine Brände. Die Feuerwehr wurde am Donnerstag 14.39 Uhr nach bem Schliefplah bei der Liebigshöhe gerufen. Dort brannten eine Wand der Drettereinzäunung und das Gras der Döfchung. Rach kurzer Tätigkeit konnte die Feuerwehr der Flammen Herr werden. — Gestern, (am Karfreitag) geriet auf bisher noch nicht aufgeklärte Weife eine Fichtenschönu.ig an der Rödgener Straße in Drand und fiel auf einer Fläche von 85x15 Meter dem Feuer zum Opfer. Rach etwa einstündiger anstrengender Tätigkeit konnte man auch hier die Gefahr bannen. •• Der Dienenzüchterverein Gießen und Umgebung hielt am Sonntag in der Gastwirtschaft von Faulstich einen Lehrgang über Dienenkrankheiten ab. Der Borfitzende, G. Do- denbender (Gießen) wies zunächst auf die dauernd um sich greifenden Seuchen unter den Bienenvölkern in gewissen Teilen Deutschlands hin und ermahnte, ein wachsames Auge auf diese schleichende Gefahr zu haben. Dann sprach Dr. Freuden st ein von der staatlichen Dienenzuchtlehranstalt an der Universität Marburg über „Die Krankheiten und Feinde der Dienenbrut", von denen er besonders die Stein-, Kalk- und Faulbrut in den Kreis seiner Betrachtungen zog und Anweisungen zu deren Bekämpfung bzw. Heilung gab. Der Rachmittag war der Besprechung der tierischen Feinde der ausgewachsenen Dienen gewidmet, die meistens seuchenartig auftreten. Die Ausführungen wurden durch Präparate und (1. Oftcrfeietiag). Stadttheater, „Hauptmann von Köpenick"-, 18 bis gcacn 22 Uftr. — Philotophen- toald, 16.15 Uhr, Großes Militär-Konzert. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ronny". -- Asto- ria-Lcchtspiele, Seltersweg: »Harold halt dich fest". — Tageskalender für Montag (2. Osterfeiertag). Stadttheater, 19 bi- 21.30 Uhr, „Die tolle Lola". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Drandplah, 11 bis 13 Uhr, Tischbein-Ausstellung. — Lichtspielhaus. Bahnhofstr.: 11.15 Uhr, »Rango"; ab 15 Uhr „Uteinc Kouline aus Warschau". — Astoria-Lichtspiele, SelterS- toeg: „Harold halt dich fest". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, Wiederholung der Reueinstudierung des Trauerspiel- „Romeo und 3ulia" von William Shakespeare unter der Regie von 3ntendant Dr. P r a s ch. Die Titelrollen spielen Raimund S ch e 1 ch e r und Beatrice Doering. Die Dorstellung gilt als 23. Dorstellung im Freitag-Abonnement zu gewöhnlichen Preisen. Ende: 22.30 Uhr. — Am ersten Osterfeiertag, 18 Uhr, als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Schauspielpreisen „Der Hauptmann von Köpenick" ein deutsches Märchen von Carl Zuckmayer. 3n 18 spannenden Bildern zieht die bunte Szenenfolge vorüber. Die Titelrolle spielt Peter F a f f o 11, sonst ist das gesamte Ensemble unter Hinzuziehung vieler Statisten beschäftigt. Ende: gegen 22 Uhr. — Als besondere Ostervergünstigung gibt die Intendanz am Montag, 28. März, lf> Uhr, zum letztenmal als Werbevorstellung zu fleinftcn Operettenpreisen „Die tolle Lola", Operette von Kadel- burg und Redner. Musik von Hugo Hirsch. Spielleitung hat Heinrich Hub, der zugleich die männliche Hauptrolle spielt und singt. Am Pult Walter Moehl, der die Musik für seine moderne Jazzkapelle eingerichtet hat. Die Solo- und Gruppentänze stehen unter Leitung von Tanzmeister Ewald Bäulke, dessen Tanzgruppe auch die Girls angehören. — Dienstag. 29. März, 20 Uhr, „Romeo und Julia" unter der Spielleitung deS Intendanten. Titelrollen: Raimund Schelcher und Beatrice Doering. 24. Dorstellung im Dienstag-Abonnement. Gewöhnliche Preise. Ende: gegen 23 Uhr. — Militärkonzert Im Philosophen, wald. Am ersten Feiertag, 16.15 Uhr, findet im Restaurant Philosophenwald ein Militärkonzert unter Leitung von Obermusikmeister Krauße statt. Das Konzert bringt auch diesmal wieder viel unterhal- tende Musik, so daß den Besuchern einige kurzweilige Stunden bereitet werden dürften. Näheres ist aus der Anzeige vom Mittwoch ersichtlich. — »Rang o." Der Kulturfilm, der am zweiten Osterfeiertag, 11.15 Uhr im Lichtspielhaus Bahnhofstraße gezeigt wird, führt die Besucher in den unerforschten Dschungel von Sumatra und schildert Episoden spannender Kampfe zwischen Menschen und dem Tiger, gleichzeitig das Wesen einer Freundschaft und ^hicksals^emeinscha't zwischen Mensch und Orang-Utan, die sich beide gegen den raubgierigen Tiger wenden müssen. Der Film, ein Tonfilm, der unter großen Schwierigkeiten ausgenommen worden sein dürfte, wurde von dem Schöpfer des Filmes „Chang", Emst S ch o e d f a ck, gedreht. Räheres ist aus der Anzeige vom Donnerstag ersichtlich. Lichtbilder auf» beste ergänzt und von der Der» fammlung mit reichem Bellall aufaenommen. In der anschließenden regen Aussprache wurde noch manche bicnenwirlschaftliche Frage geklärt und zwei Dertreter zur Teilnahme au einem Bienen- SeuchenkurfuS in Marburg bestimmt. Für die Jahreshauptversammlung deS Oberheffischen 3m- keroundeS, die am dritten Feiertage in Gießen stattlindet, wurden sieben Dertreter gewählt. Der Obmann geißelte dann noch die Unsitte deS Haselnuß- und Weidenkätzchenplünderns und wie- auf die gesetzlichen Bestimmungen hin, daß diese Plünderei strafbar fei. " Kurse in der EinhcitSkurzfchrift. Die I. Reichskurzschriftgeselllchaft Gießen eröffnet am Dienstag, 12. Avril, 19 Uhr. in der Pesta- lozzifchule, Rordanlage 18. wieder einen Anfänger-Lehrgang in der StnheitSkurzfchrift unter Leitung eine- staatlich geprüften Lehrers der Stenographie. DaS Unterrichtsgeld ist. wie man uns schreibt, den heutigen Zeitverhältnissen entsprechend, von 12 Mk. auf 7 Mk. ermäßigt worden. Außerdem erhalten Erwerbslose besondere Vergünstigungen. Tüchtige Stenographen mit Leistungen über dem Durchschnitt sind immer begehrt, deshalb versäume man die Fortbildung nicht. Hierzu bieten die gleichfalls neu beginnenden Fortbildung--, Redeschrift-, Praktiker- und Diktatkurse in allen Geschwindigkeiten Gelegenheit. Räheres ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 27.März. 1. Osterfeiertag. Stadlkirche. 9.30 Uhr: Pfr.Mahr; 11: Kinderkirche f. d. Matthäusgemeindc; Pfr.Mahr; 18: Pfr. Becker. - Johanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirchc für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 18: Pfr. Bechtolsheimer; im Anschluß Beichte für die Konfirmanden der Lukasgemeinde und deren Angehörigen. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergcmcinde; Pfr. Lenz. — Elifabelh-Meinkinderlchule. 9.45: Pfr. l.ic. Waas; 11; Kinderkirche für die Pelrusgemeinde; Pfr. Lic Waas. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 13.30: Gottes^ dienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst: Beichte, Abendmahl: Kollekte; 13: liturgischer Gottesdienst.— wiefeck. 9.30: Frauenchor; Kollekte: 10.45: Kinder- kirche; 13.30: Beichte zum Konfirmationsabendmahl. Allen-Bufeck. 10; 13: Beichte. — Kirchberg. 10: Kirch, berg; 11: hl. Abendmahl für die alten Gemeinde glieder von Staufenberg; 13.30: Kirchberg; 13.30: Mainzlar; hl. Abendmahl für die alten Gemeindeglie. der. — Haufen-Garbenteich. 10: Hausen; Mitwirkung des Frauenchors; 13: Garbenteich: Mitwirkung des Gesangvereins „Liederblüte". — 2Datjenborn-5(ein- berg. 13.30: Hauptgottesdienst; Kirchenchor; im Anschluß Beichte zum Konfirmandenabendmahl. —। Grüningen. 9.30: Hauptgottesdienst; Kollekte; im Anschluß Beichte und Feier des hl. Aocndmahls. — Lich. 6: Stiftsdechant Draudt; Posaunenchor; yrduentoor; Kollekte; 9.30: Stiftsdechant Kahn; Posaunenmor, Kirchenchor; Chorschule; Kollekte; 12.45: Kinder gottesdienst; 14: Stiftspfarrer Draudt; Kollekte. Montag, den 28. März. 2. Osterfeiertag. Stadlkirche. 9.30: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker; 17: Pfr. Mahr; Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden der Mat- thäusycmeinde. — Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Bech tolshcimer; Konfirmation der Kinder der Lukasgemeinde; Feier des hl. Abendmahls; 14: Pfr. Aus- seid; Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden der Johannesgemeinde; 18. Pfr. Müller. — Kapelle de» Alten Friedhof». 9.30: Pfr. Lic. Waas; 14: Pfr. Lenz. Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden der Luthergemeinde. — Llisabeth-Kleinkindcrfchulc. 9.45 Pfr. Lenz. — Klein-Linden. 10: Konfirmation mit Beichte und hl. Abendmahl. — Heuchelheim. 10: Kon firmation; Beichte; Abendmahl; Kollekte. — wlefeck. 9.30: Konfirmation; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; Kollekte. — Allen-Duseck. 9.30: Konfirmation, Kollekte. — Kirchberg. 10: Kirchberg; Konfirmation Kollekte für das Hess. ev. Krüppelheim; hl. Abendmahl. — Haufen-Garbenteich. Konfirmation; 8: Garben teich; 10.30: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 9.30 Konfirmation und Feier des hl. Abendmahls; Kollekte. — Grüningen. 13: Konfirmation; Beichte und Feier des hl. Abendmahls; Kollekte. — Lich. 9.30. Stiftsdechant Kahn; Kollekte; 13.30: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden; Kollekte. Dienstag, den 29. März. Osterdienstag Wiefeck. 14.30 Uhr: Osterfeier der Kinderkirche (bei gutem Wetter im Wald). katholische Gemeinden. Sonntag, den 27. März. Ostersonntag. Gieften. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: feierliche Vesper. 16.30 und 19: Beichte. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Messe mit Prediat. — Hungen. 7.45: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14: Andacht. — Lich. 10: Hoch amt mit Predigt; 14: Andacht. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 28. März. Ostermontag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommu nion; 9: Hochamt; 11: Messe; 14.30: Andacht — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9: Hochamt mit Predigt; Erstkommunion- und Schul entlassungsfeier: 15: Erneuerung der Tausgelübte. Weihe und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 8.45: Meise mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 29. März. Hungen. 9 Uhr: Dankesamt. Freitag, den 1. April. Gießen. 7 Uhr: Segensamt. — Lich. 7; Segensmesse. sonntanodienst d.4ler,te».R"otbeken am 27.3.«2 Dr.Ncmncmn-Lvengel. I>r.Steinreich.Engelavotl>. .iai nant: Dr. Adam. VL) Am 28. März (Ostermontag): Frau Dr. Marr. Dr. Schäffer. Peltkanavotbeke. Zahnarzt: Dr. Breuning. Der richtige Weg zur Erlangung schöner weißer Zähne h 8 B11 ffiflefkbttn Zahnbelages ist folgender: Drücken Eie einen Strang Chlorodont- Zaynpaste auf die trockene EHIorodoni. Zahnbürste (Spezialbürste mit gezahntem Dorstenschnitl), bürsten Sie Ihr Demh nun no6 allen Sellen, auch von unten nach oben, tauchen Ste erst setzt die Bürste in Wasser und spülen Cie mü Chlorodont-Mundwasser unter Gurgeln gründlich nach. Der Erfolg wird Sie überrasthen! Der mißfarbene Zahnbelog ist verschwunden und ein Herruches Gefühl der Frische bleibt zurück. Hüten Sie sich vor minber- weriigen, billigen Nachahmungen und verlangen Sie au»' drüLich ChlorodonüZahnpüstr. Unlu-Lorkriezrpreff^ nach dem Gleiberg. Treffpunkt: 2’4 Uhr Bahnbrücke. 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HAMBURG 6 Zollvereinsniederlage Gegründet 1883 Bekanntmachung. Der Dochenmarkl beginnt von Samstag, den 2. April 1932, ab vormittags um 7 Uhr und endigt um 13 Uhr. 2374C Gießen, den 26. März 1932. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung. Betrifft: Die Wohl des Stadtrats. * Die Stadtwahlkommission hat festaestellt, daß an Stelle des durch Tod ausgeschiedenen Herrn Redakteurs Friedrich Vetters Frau Helene fitötf geb. Spies, Schneiderin, nach dem Wahlvorschlag mit dem Kennwort: „Sozialdemokratische Partei (SPD.)" in den Stadtrat eintritt. Die Verhandlungsniederschrift nebst den zugehörigen Schriftstücken des Wahlverfahrens liegen vom 29. Mär; 1932 an 3 Tage lang während der Dienststunden im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 12, zur Einsichtnahme offen. Einwendungen gegen die Feststellung der Stadtwahlkommission können innerhalb dieser Frist, bei Meidung des Ausschlusses, von den Stimmberechtigten schriftlich oder zur Niederschrift erhoben werden. 2408C Gießen, den 26. März 1932. Bürgermeisterei Gießen (Stadtwahlkonn issar). I. V.: vr. Seid. Beschluß in dem Vergleichsverfahren über das Vermögen der Firma Josef Collisy, alleiniger Inhaber Josef Collisy, Möbelhandlung in Gießen, Saplansgasse. 1. Der in dem Vergleichstermin vom 11. Mörz 1932 angenommene Vergleich wird hierdurch bestätigt. 2. Infolge der Bestätigung des Vergleichs wird das Verfahren anfge- gehoben. 2388V Gießen, den 17. März 1932. __________Hessisches AmtsLericht.__________ AllgemeineOrtskmnkenkasse Gießen-Siaöt. Die Beiträge zur Kranken-, Arbeitslosen- und Invalidenversicherung für Monat 1932 können noch bis zum 4. April 1932 ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung evtl. Beitreibung. Beiträge können täglick) außer Samstags auf unserer Llasse vom 8 bis 1 Uhr und auf unser Postscheckkonto Amt Frankfurt a. 'DL, Konto-Nummer 10833, bezahlt werden. Hinkler, Rechner. (2382V Die Waldbrandgefahr ist zur Zeit außerordentlich groß. Allen Besuchern der Waldungen wird daher äußerste Vorsicht beim Wegwerfen von Zündhölzern, Zigarren- und Zigarctten- resten dringend anempfohlen. Wer einen Waldbrand verursacht, hat neben empfindlicher Strafe erhebliche Schadcnsersatz- leistung zu gewärtigen. 2445D Gießen, den 25. März 1932. _______Hessisches Forstamk Gießen._______ Bekanntmachung. Der Viehmarkt am Oslerdienslag fällt auf kreisamtliche Anordnung hin wegen Seuchengefahr aus. Dagegen findet der Einfamilien-Haus m. groß. Garten, freie, schöne Lage, sebr billig z. verkf. F.Baer, Ostanl. 29. Rentables [01372 MMM nabe Aul., 1 Wolm. v. 5 Zimm, beziebb. für nur 20000 zu verkf. Näh. durch Schaumberger &■ Sohn, Ludwigstr.30 hS-Ziminer-hs im Südviertel, mit bezieht). Wolmg. v. 3 groß. 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Die „ sind nicht ubcrtDältigcnb. Sie besagen jedoch, dost von allen deutschen Wagen, die ins Ausland gingen, aus Opel 65 v.)). kamen, und zwar in einem Jahre, in dem die Äauftraft der Moniumcnlen überall abnahm und die gegen den .handel errichteten .schränken sich vervielfachten. Die ^Zahlen sind nichts anderes als ein Hinweis auf die Konkurrenzfähigkeit der Fabrik, aus di.' wirlscha'Uichen Vorteile, die ein Arbeiten inner« halb der sich über die gan^e Well erstreckenden Organisation eines meisterl)asl geleiteten Konzerns bietet. Einige andere Statistiken der Opel Werke sprechen für die von dem Leiter der Finanzabteilung, Edward Polmer, geäußerte Ansicht, daß die deutschen Werke der General Motors keinen Grund zur Besorgnis geben wurden, wenn nicht Politik und Weltkreditkrise von u22 536 ÜU»i Dollar Nominalwert wiederum nach der letzten erhältlichen Schatzung in den Händen von 315 00<> Amerikanern ist. Wenn alle diese einen gleichen Aktienbesitz hatten, wurde jeder einzelne von ihnen mit ungefähr 100 Dollar an den Opel-Werken interessiert sein. Wir gingen durch einige Abteilungen der Fabrik. Es war das beschäftigtste Werk, das ich in Deutschland zu Gesicht bekommen habe. 6000 deutsche Arbeiter arbeiteten in dem von den endlosen Förder- ketten bestimmten, sich ewig gleichblcibcnden W)i)th; inus. Irgendwo in der Welt gab er noch einen Markt für Automobile. Die Exportabteilung der Opel-Werke hatte am meisten von allen zu tun ; ihre Export- Ziffern sind höchst interessant als Material für eine Beurteilung der wirtschaftlichen Möglichkeiten, die mindestens einer amerikanischen Kapitalanlage in Deutschland innewohnen. Deute aus einem riesigen, in Paris ausgeführten bstayl wissentlich erworben zu ihni m lu CuV. senster und Laden, bestellt ein Auto, labt den Juwelier ein. Platz zu nehmen - und fort gehl es. direkt zu in Gefängnis .zur Himmelskönigin" Mi int er Hof bei Theis. !K 5 L nhinft tolotal be •mslofal tun!) [enesj üö et, lillei Herein N: ien- Sang Diese feine Zeichnungsgabe im „Don Juan" wurde von Richard Wagner ganz besonders anerkannt. »Wo hat die Musik so unendlich reiche Individualität gewonnen, so sicher und bestimmt in reichster überschwenglichster Fülle zu charakterisieren vermocht als hier." Des Bewunderns kann kein Ende sein. Wie treffend ist in den Enfemble- fähen ein jeder in feiner Individualität ersaht. Wie sind die einzelnen Orchesterinstrumente bei ihm zu agierenden Mitspielern geworden. Wie wird selbst der erste Teil des zweiten Aktes mit seinen typischen Duffoszenen in eine Sphäre gerückt, die uns immer wieder durch die teil« echten, teils fein ironisierenden Töne in ihren Dann schlägt. Wie vermag er z. D. in der Ballszene des ersten Aktes die verschiedensten Wenschen- thpen in einer musikalischen Einheit zusammen- zufassen, wo er jede der drei Gruppen sich in der ihr geläufigen Tanzart bewegen läht und so die Tanzform in meisterhafter Kombination dramatischen Ausdruckszwecken dienstbar macht; oder gar in der Tafelmusik, wo er die Zeitgenossen und sich selbst persifliert. Die Aufführung de« Werkes durch die Darmstädter, das sei voraus bemerkt, stand auf hoch- beachtlicher Höhe, mag man sich auch zu der Auffassung der Spielleitung (Arth Maria R a b e- nalt und Wllh Reinking) stellen, wie man will. In ihrer Rote war die Darbietung geschlossen und einheitlich. Rach den obigen Ausführungen kann man die Grundeinstellung, in der Oper mehr ein heitere« Spiel zu sehen, nicht bejahen; ganz besonders, soweit es die Gestalt des Don Juan betrifft. Hier fehlte dem Helden das Uebermenschliche. Symbolhafte, Mythosge- borene. Johannes Drath betonte das Don- vivantmähige in seiner durchaus gerundeten Leistung. Er konnte charmieren, bestricken, gewinnen, unwiderstehlich sein. Sein Organ behandelte er mit ungemeiner Leichtigkeit, zumal in den Sccco- Rezitativen; bis zur feinsten Rüance war es ihm gefügig. Jedem Ensemble fügte er sich mit individueller Prägung ein. Das Dämonische, Grohe des Affektes mangelte ihm völlig. Er faßte die Rolle zu leicht, und so muhte man die dramatische Wucht missen. Da war es vorauszusehen, dah die Komturszene an ihrer erhabenen Gröhe cinbüßtc; da« war kein gigantischer Kampf zweier starken Gegner; die großen erschütternden Momente gingen verloren. Don Juans Kontrastfigur ist Leporello. Dadurch, dah er die gleichen Erlebnisse beider im Rette? feiner servilen Alltagsnatur erscheinen läßt, soll die Gestalt des Helden um fo stärker hervortreten. Er wird in seiner ironisierenden Art zum Träger des komischen Elements. Theo Herrmann erwies sich als ein überaus versierter Künstler, der jeder Situation in Ensemble und Einzelszene ihr besondere« Recht gab. Ein Prachtstück war die Durchgestaltung der Registerarie. Ein Freihalten von Uebertreibungen wäre von großem Vorteil für den Gesamteindruck gewesen. Von ben Frauengestalten, die dem Don Juan eeaesröbertiKteR, hat bi» Domur 2Lnna bej anbei« erf eierten 3 llbr lUlöiel !.W > Solei- filem mit n auf ö. nbaus. Wie ein Amerikaner DeuWand sieht. Oie Opelwerle in Hüffelsheim unter amerikanischer 2Regit. — Autoexport nach allen Teilen der Welt. - Drei Milliarden Dollar amerikanisches Kapital in Deutschland investiert. Don H. X Knickerbocker. durch den Einfluß von E. T. A. Hoffmanns Phantasiestück. das sie als dem Verführer innerlich verfallen anfieht, im Laufe der Zeit die verschiedent- lichste Auffassung durch unsere Opernheroinen erfahren. Was die Donna Anna zum Handeln treibt, ist nicht versteckte Liebe, sondern einzig die sittliche Pflicht, an dem Mörder des Vaters Rache zu üben, ja diese Verpflichtung steht ihr über der Liebe zu Octavio. Anny von S t o s ch entsprach durchaus dieser Forderung be« Werkes. Mit starten gesanglichen Akzenten und innerem Mitgehen wurde die Rachearie zu einem besonderen Höhepunkt. Cs war die bedeutendste Leistung. die wir an der Sängerin bisher in Gießen bewundern konnten. Regina Harre meisterte ihr Partie (Elvira) trotz der in ihr ruhenden inneren Zwiespältigkeit mit durchschlagender dramatischer Kraft dec Stimme und Schmiegsamkeit in der Koloratur. Don Octavio gilt meist als eine vkenig dankbare Rolle. Gewiß erfüllt ihn die Liebe zu Donna Anna mehr, als daß er sich aus dem Gefühls- hasten zur Entschlossenheit im Handeln erheben könnte. Seine musikalischen Ausgaben lassen aber durchaus nicht jene Weichlichkeit durchblicken. Die Verkörperung, die Dr. Heinrich Allmeroth der Partie gab. hätte bei weitem mehr von Männlichkeit zeugen können Del anzuerkennender Sicherheit im Ensemble wäre in den Arien durchaus größere stimmliche Modulatiönssähigkeit am Platze gewesen. Masetto «Theodor Heydorn) war in jeder Hinsicht trefflich beseht Er gab sich nicht al« der tölpelhafte Dauer, als der er oft erscheint Er durchschaut die Handlungsweise Don Juans durchaus, vermag sich aber durch die ihm anhaftende Unbeholfenheit nicht rechtzeitig zum Entschluß zu verstehen, noch dazu, wo er sich innerlich immer von Zerline abhängig macht. Maria Kienzl stellte sich in der Zerline als unverbildetes Raturkind dar, mit natürlichem Frauen- inftinft, die ihren Masetto beherrscht, aber den Schmeicheleien Don Juans nicht widersteht, ohne ihm jedoch zu verfallen. In Gesang und Spiel zeigte sie feines Eiugehen in die szenischen Ge- gebenßeiten. Als Komtur verlieh Albert Lohmann den Schlußszenen wuchtigen Ausdruck durch seine Erscheinung und mächtige Stimmgröße. Das Darmstädter Orchester bewies wie immer seine Routiniertheit. Unter Dr. Hans Schmidt- Isserstedt traten die mannigfachen Einwürfe des Orchesters mit charakteristischer Detontheit hervor, zumal die Holzbläser, von Mozart besonders bedacht, zeichneten sich sehr vorteilhaft aus. Die Einleitung zur Ouvertüre wuchs voll Gespanntheit und innerer Dramatik heraus. Die Bühnenbilder iKarl Löffler) waren, dein Verlauf der Handlung entspr«hend, vorteilhaft gestellt, jedoch nicht immer mit der nötigen Stilreinheit. Sie wurde durch die Beleuchtung (Ludwig Keim; in der Auswirkung verstärkt: nur bei der Erscheinung de« Komturs hätte der Scheinwerfer rechtzeitiger in Aktion treten müssen. Dr. H. Um gleich über fein traurige« Ende zu berichten : Er ist auf 18 Jahre in« Zuchthaus gewandert. Achtzehn Jahre! Und nicht viel besser kamen feine Helfershelfer weg und furchtbare Strafen hagelte cs auf die Hehler. Wenn man fo zusammenzählt. kommen an die hundert Jahre heraus. Am schlimmsten aber erging es dem Anstifter und nicht den Ausführern be« Planes, einem gewissen Michele Tomas- setti, der nicht weniger als 20 Jahre und vier Monate erhielt. Es ist offensichtlich, daß damit der Mißbrauch der Uniform getrof- s c n werden sollte, härter derjenige, der auf den Gedanken kam, sie zur Maske zu degradieren, als der Hauptmann von Köpenick selber. Hier erkennt man die Unterschiede zu dem Unternehmen des wackeren Schusters Voigt, fo oft jenes Spektakelstück der Jahrhundertwende auch während de« Prozesses zum Vergleich heraiigezogen wurde. Dort ein Einzelner, der Abenteuer und Risiko auf eigene Faust unternimmt, in Rom aber ein wohlberechnetes Unternehmen einer ganzen Bande, ein Camorra ft üd. Eine« schönen Märzmorgens im Jahre 1930 erscheint bei dem Juwelier M e n i ch i n i ein Hauptmann der Carabinieri, gefolgt von einem Feldwebel, der in Italien den Titel eine« mares- ciallo hat, beinahe wie Hindenburg. Wer sollte da nicht in Ehrfurcht erstarren? Der Herr Hauptmann trägt eine strenge Miene und sein Befehl ist scharf wie sein Säbel: Richt vom Fleck gerührt. außer zum AufsperrendesKassen- schranke« und der Juwelenbehälter! Weist einen Hastbefehl vor, einen Auftrag zur Hausdurchsuchung, eine Vollmacht zur Beschlagnahme aller verdächtigen Gegenstände. Der Juwelier ist fassungslos, als ihm erklärt wird, er sei dringend verdächtig, die Copyright by RowohltVerlog, Berlin. IV. Die Opel-Automobilwerke in dem rebenreichcn Äheinlanb, ein Zwelgunternchmen von General Motors, sind eine kleine Welt unter den gewaltigen amerikanischen Kapitalanlagen in Deutschland. Mit feinen langfristigen und kurzfristigen Darlehen, feinem Grundbesitz, dem Besitz an Fabriken und Werken, feiner Beteiligung an Konzernen im Reich unb seinem Handel mit Deutschland stehen für Amerika rund 3 Milliarden Dollar in' Deutschland auf dem Spiel. Diese Summe kommt nahezu dem zehnfachen Steuerwert allen Privateigentums in Heuyork City gleich. Sie entspricht den Gesamtaus- riben der Stadt Reuyork im Lause zweier Jahre. je stellt mehr als ein Sechstel unserer sämtlichen Kapitalanlagen im Ausland der ganzen Welt dar Unb ist weitaus die größte unserer Investitionen in ollen fremden Ländern mit Ausnahme Kanadas. Unb schließlich ist sie zehnmal fo groß wie der Be trag an Gold und fremden Valuten, der der Deutschen Reichsbank als Währungsdeckung zur Ser- fügung steht. Dieser Zustrom amerikanischen Geldes nach Deutschland ist in einer Große, mit einer Plötzlich keil und Raschheit vor sich gegangen, wie es noch niemals da war. Praktisch wanderten alle diese Summen, die ungefähr 1 v. H. des gesamten geschätzten amerikanischen Nationalvermögens entsprechen, zwischen der zweiten Hälfte 1924 und der zweiten Hälfte 1929 nach Deutschland. In dem unglaublich kurzen Zeitabschnitt von fünf Jahren wurden diese unge bcuren Konten übertragen, und das ging in aller stille vor sich, es war nicht mehr zu hören als das Kratzen der Federn auf dem Papier, auf dem dieser gewaltigste Anlogevorgang der Finanzgeschichte gebucht wurde. So wie eine Richtungsänderung des Golfstroms zu einer Wandlung der Wetterbedingungen in den Landern am Atlantischen Ozean führen würde, hat der amerikanische Kreditstrom nach Deutschland bas finanzielle unb politische Klima dieses für uns wichtigsten Teiles der West umgcroanbclt. Und wie die Wirkungen einer Abwanderung des Golfstromes sich nur langsam bemerkbar machen wurden, so hat es auch lange Zeit gedauert, bis wir begriffen haben, daß wir' die europäischen Ereignisse nicht mehr mit der gleichen Ruhe betrachten können wie im Jahre 1923. Denn bas, was neuerdings in Deutschland für uns auf dem Spiel steht, sind nicht bloß bte 3 Milliarden Dollar, um die es sich bei den vielerlei Kategorien unserer direkten Äapitalsanlagen unb Handelsinter- essen handelt. Die Summe erhöht sich auf rund 4 Milliarden Dollar, wenn man bedenkt, daß ein deutscher „Zusammenbruch sich auch auf benachbarte Länder auswirken wurde, in denen mindestens sine weitere Milliarde amerikanischen Geldes fest- liegt. Unb auf eine nahezu astronomische Zahl, auf rund 10 Milliarden Dollar, kommt man, wenn man in Betracht zieht, daß die interalliierten Schulden an Amerika bei 5,5 v. H. einen Kapitalwert von 5600 Millionen Dollar barftcllen, unb daß die ragio“ — „Am Mut fehlt inir’s nicht" ) Er nimmt alle Konseguenzen feiner Lebensführung auf sich. Sein Mut wird zu tollkühner Ueberheblichkeit, die vor nichts Ehrfurcht kennt, was dem Menschen als heilig gilt. Als ein Verwegner entweiht er die Stätte des Friedens durch höhnisches Lachen. Frivol fordert er den Toten heraus. Als das Schicksal über ihn hereinbricht, trägt er alle Folgen seines Handelns. Er verfällt dem Untergang, indem er jede Aenberung seines Selbst als Untreue gegen sich empfinbet unb jede Umkehr ablehnt. Daß Mozart gerabe in dem Erscheinen des Komturs den Höhepunkt des dramatischen Geschehens ersah. zeigt sich darin, daß er die musikalische Einkleidung jenes Erlebens an den Anfang der Ouvertüre stellt unb so von vornherein ben tragischen Grunbcharakter des Werkes bestimmt; baran können bie vielen in ber Oper verstreuten heiteren Episoden nichts ändern. Der dämonische Gehalt des Stoffes erregte Mozarts Schöpferkraft bis zum Letzten, unb io erstand in dieser Oper fein stärkstes musikbramatisches Werk. „Wie kann man sagen, Mozart habe seinen Don Juan komponiert! Komposition — als ob cs ein Stück Kuchen ober Biskuit wäre, bas man aus Eiern, Mehl unb Zucker zusammenrührt! Eine geistige Schöpfung ist es, bas Einzelne wie bas Ganze aus einem Geiste unb Guß unb von bem Hauche eines Lebens burchbrungen, wobei der Produzierende keineswegs versuchte unb stückelte unb nach Willkür verfuhr, sonbern wobei ber bämo= nische Geist seines Genies ihn in ber Gewalt hatte, so baß er ausführen mußte, was jener gebot." (Goethe zu Eckermann.) Unb schon zu früherer Zeit mußte ber Schöpfer bes „Faust" bekennen, als Eckermann zu ihm von ber Möglichkeit einer Musik zu diesem Menschheitsdrama sprach: „Die Mustk müßte im Charakter des Don Juan spin; Mozart hätte den Faust komponieren muffen." Ohne die bedeutungsvolle Mitarbeit da Pontes verkennen zu wollen, den durchschwingenden Grundton hat Mozart erst dem Werke verliehen. Erst durch die Musik werben bie Gestalten der Oper in ihren Wesenseigentümlichkeiten genau beterminiert, erst burch sie werben aus ben Figuren bes Spieles lebensnahe, lebenswahre Menschen. Das, was der -tert anbeutet, das wächst bei Mozart zum Organismus aus. Er zeigt den Helden in feinem Handeln, wie er bei feinen Abenteuern stet« den geeigneten Ton anfchlägt. um zum Ziele zu gelangen; wie er der Donna Anna ander« begegnet al« etwa der Zerline, oder gar in der Art, wie er sich Elviras Kammerzofe im Ständchen nähert, ober tote er mit dem Landvolk verkehrt. Wie ganz ander« ist er gezeichnet in den Szenen, die zu fernem Untergang führen! Obwohl Mozart ihm entgegen dem sonstigen Opernbrauch außer dem „Fin ch’han dal vino“ keine größere Arie zumeist, läßt der Musiker den Helden in der Vielfettigkeit der Situationen erleben und alles sich zu einem geschlossenen Eharakterbttde runden; denn er setzt alle Personen be« Dramas zu dem Haupthelden so in Beziehung, daß durch sie neue Seiten feines Wesens wahrnehmbar werden und fts chy so ininrdi Der römische Hauptmann von Köpenick 23on Or. Gustav W. Eberlein, Dfam. Gießener Gtavttheater. ttastspitl des Hessischen Landeotheaters: „Ton Inan" von Mozart. Rach bem starken Wibcrhall, ben ber „Figaro" in Prag gefunben hatte, folgte Mozart gern bem Auftrag, für bie bortige Oper ein neues Werk zu schreiben. Da Ponte, ber sich als der Verfasser des Figarotextes bewährt hatte, schlug Mozart ben Don Juan-Stoff vor. Diese alte Sage dop bem zügellosen Sinnenmenschen unb bem als Rächer erschei- r.cnbcn „steinernen Gast" hatte schon in bem spanischen Schauspiel bes lirfo be Molina (1630) seine Darstellung erfahren und war in ber folgenden Zeit in ben verschiebenartigsten Bearbeitungen ber Bühne zugänglich gemacht worben. Die Oper nahm sich bes Stoffes im 18. Jahrhunbert mehrmals an; Gluck schrieb u. a. eine Ballettmusik bazu unb bus Kennenlernen von Gazzanigas „Convitato di pietra“ (Text von Bertati) wirb sowohl für ba Ponte wie auch für Mozart ausschlaggedenb bei der Wahl gewesen sein. Da Ponte folgte ber Bertatischen Vorlage, erweiterte sie in geschickter Weise unb paßte sie Mozarts schöpferischer Jnbivibualilät an, wobei sich befonbers bie Erfahrungen in ber Behanblung bes Figaro- textcs burch Mozart fruchtbringend auswirkten. Seine innere Einstellung bei ber Bearbeitung bes Textes bezeichnet da Ponte burch bas Bekenntnis: „nachts werbe er für Mozart schreiben; es werbe ihm dabei fein, als lese er Dantes Hölle". Ein unzweifelhafter Beleg dafür, daß ihm nicht an ber Schaffung eines heiteren Textes gelegen nxn, sondern baß auch für ihn bas Tragische bes Stoffes im Vorbergrunb ftanb. Die Hauptgestalt ber Oper ist mit der in ihr gebundenen Problematik immer wieder in den Kreis geistig-philosophischer Betrachtung gezogen worden; ja, man hat Don Juan in seiner Jnkommensurabili- rät bem Faust gegenübergestellt; so wird er als „ber Ausbruck für das Dämonische, sofern es als Sinnliches bestimmt wirb, wie Faust der Ausdruck für bas Dämonische ist, sofern es als das Geistige auftritt", angesehen. (Kierkegaard.) Don Juan wird zum symbolhaften Träger bes Dämons sinnlicher Triebhaftigkeit in stärkstem Ausmaße. Unersättlich ist fein Lebens, unb Liebesdrang. Sein Wesen ist aber nicht allein mit bem zu er faßen, was wir nach unferm Ausbrucksgebrauch mit einem Don Juan bezeichnen; als ein solcher würde er sicher nicht der Mittelpunkt eines hochdramatischen, tragischen Geschehens geworden sein. Gerade dadurch, daß er über bas menschliche Maß hinaus- wächst, daß er sich nicht an bem Bezwingen des Weibes genügen läßt, daß durch die Hindernisse, die sich seinen Versührungsabsichten entgegenfteUen, sein Drang zum Sich-Durchsetzen und zur Macht immer mehr gestärkt wird, steigert sich sein Machtwille zur Vermessenheit. In dieser Verblendung überschreitet er die Grenzen ber sittlichen Weltordnung und fordert damit den Untergang heraus. Er ist nicht ttgendwelcher Weiberheld, fonbern ein Voll- mensch, der mit feiner aefamten Persönlichkeit hinter Jemen Taten steht. <~Mä non manca in me cor- Schuldner Amerikas anscheinend entschlossen sind, diese Summe für den Fall, daß Deutschland keine Reparationen mehr zahlt, in den Schornstein zu schreiben. Es handelt sich hier nicht darum, die Nachteile oder Vorteile, die Erwünschtheit oder Unerwünschtheit einer Streichung der interalliierten Schulden ober ber Reparationen zur Debatte zu stellen. Hier muß lediglich klargemacht werden, in welchem Maße Amerika sich in Deutschland bereits finanziell fest- gelegt hat, und wie müßig der natürliche Wunsch ist, die Angelegenheiten des Reichs und Europas zu ignorieren. Kein Bedauern, keine Vorwürfe und keine Verärgerung über die ewigen Streitigkeiten eines Kontinents, dessen Feindseligkeiten uns zum Teil stets unerklärlich bleiben werden, können etwas an der vollendeten Tatsache ändern, daß wir hier sehr große Interessen haben. Die Opel-Werke, ein langgestrecktes, an den Ecken abgestumpftes Dreieck, liegen im Maintal in ber Nähe ber Brennstofflager bes Rheinlandes, die ber Grund dafür waren, daß die deutsche Industrie sich in diesem Teil des Landes konzentriert bat. Der einzige gewaltige Schornstein ber Werke, ber den Namen „Opel" trägt, steht inmitten eines Gebietes von 375 Quadratkilometer, bas zum Teil von Fabrikgebäuden eingenommen wird; diese selbst bedecken eine Fläche von ungefähr 250 Quadratkilometer. In diesen Gebäuden könnten täglich 500 Automobile und 6000 Fahrräder erzeugt werden, und im Laufe eines Jahres so viele Automobile, baß sich ber höchste jährliche Automobilkonsum in Deulschlanb nahezu dreimal befriedigen, und so viele Fahrräder, daß sich die Nachfrage der ganzen Welt in einem Propagandajahr decken ließe. Die Opel Werke find nicht nur die größte Fahrradfabrik der Welt und die größte Automobilfabrik Deutschlands, ihre Produktionskapazität ist größer als die Kapazität aller anderen deutschen Automobilfabriken zusammen. Als General Motors ben von Forb angebotenen Kampf um bie Beherrschung des Weltmarktes aufnahm, war einer ber reichsten unb am wenigsten befriebigten Märkte auf ber Erbe entschieben Deutsch lanb, so daß der erste Schritt offenbar sein mußte, in bas von ben beutschen Zollschranken abgeschlossene Gebiet einzudringen. * In Deutschland, bem am stärksten industrialisierten nnb nächst Rußland der Bevölkerungszahl noch größten Land Europas, kommt nur ein Wagen auf gg Einwohner, es steht unter ben Automobiloer- brauchern der Welt an 17. Stelle. Deutschland hat aber einen Zolltarif, der den inneramerikanischen Preis eines Wagens von 500 Dollar für Deutschland auf rund 750 Dollar erhöht. Um hinter diese Zollmauer zu kommen und gleichzeitig den deutschen Kunden bas Erzeugnis als deutsche Ware nachzuweisen, um Transportkosten zu sparen unb sich in ben Genuß der billigeren Arbeitskräfte zu setzen, er- warb General Motors im Jahre 1928 die Opel-Werke und zahlte für eine 80orozentige Beteiligung einen Preis, der damals auf rund 30 Millionen Dollar geschätzt wurde. Diese Beteiligung an den Opel-Werken gehört der General Motors Corporation, deren Aktienkapital Iheater Den "v ,27. Mül« s «worfle" Monn. . 'Vrcifc uvänatt" .övcmck i*. W- Sudmancr ,28. Mari. nieitti«1 1.30 W iiorftelle- ■ Monn... «L«Ä Ile Lola in 3M" ^avelburs Webner. E ?; w- Siche W nW 'Sou liastivca" Aoiitn- _ T.,1 Mi z'zlM ÜI u6t das Ihre getan hätten, uni den Absatz zu lähmen. Von den 138 282 deutschen Wagen, die insgesamt im Jahre 1929 verkauft wurden, tarnen auf Opel 32 832 23,7 d. S). ; von 96 309 im Jahre 1930 24 563, 25,5 o.5).: von 68 682 im Jahre 1931 19 389, 28,2 d. $)•", daraus geht hervor, daß der Anteil der Opel-Werke nm deutschen Absatz sich in den beiden letzten schweren Jahren ständig steigerte. Selbst heute, da alle Länder der Erde und wohl die meisten Exportfirmen der Welt eine Abnahmeder Ausfuhr aufzuweisen haben, haben die Opel- Werke ihren Export vergrößert. Wir standen in der Ausfuhrabteilung und sahen zu, wie die Wagen verpackt und nach allen Enden der Welt expediert wurden, zu den G. M. C.-Montage-Werkstätten in Antwerpen, Kopenhagen, Stockholm, Buenos Aires, Sao Paolo und nach zehn oder zwölf Ländern im fernen Osten. Der Anteil der Opel-Werke an den im Jahre 1929 insgesamt aus Deutschland exportierten 7784 Wagen betrug 2408 Wagen, 30,9 v. 5).: an 5565 im Jahre 1930 1354, 23 ü.5).; an 10 800 im Jahre 1931 7092, 65,7 v. 5). Die niedrigen Exportzahlen der Jahre 1929 und 1930 fielen in die Zeit der Vorbereitung des neuen, kleinen, leichten, billigen Wagenti)ps, der jetzt, nach den Angaben der Opel-Werke, zu einem um 25 v. H. niedrigeren Preis verkauft wird als der nächstbillige Wagen der.Konkurrenz. Diese kolossale Auswirkung des Preisniveaus auf die Ausfuhr bestätigt die Argumentation derjenigen Nationalökonomen die in der Verbilligung der Fer- tigmaren einen Hauptfaktor zur Gesundung der Weltwirtschaft sehen. Unter anderem wurde dieses niedrige Preisniveau dadurch ermöglicht, daß seit der Uebernahme der Opel-Werke durch General Motors Rationalisierung und Anwendung amerikanischer Methoden die Fabrik, nach den Angaben ihrer Leiter, in den Stand gesetzt haben, mit 7000 Mann die Arbeit zu leisten, zu der vorher 13 000 gebraucht wurden. Seit dem Jahre 1924 sind in Deutschland 84 rem amerikanische Fabrikbetriebe aufgezogen worden: die Vielfalt ihrer Tätigkeit ist ein Beweis mehr für die Vielfalt der amerikanischen Interessen im Reich. In diesen Betrieben werden landwirtschaftliche Geräte erzeugt, Autozubehörteile, Chemikalien, elektrotechnische Artikel, Nahrungsmittel, Eisen, Stahl und Eisenwaren, Maschinen, Bergbauprodukte, Lederwaren und Schuhe, Spezialartikel und Textilien. Die amerikanische Beteiligung an der deutschen AEG. ist auf 30 Millionen Dollar, die an anderen deutschen Elektrokonzernen bis auf 17 Millionen Dollar geschätzt worden. Berücksichtigt man sämtliche Abarten amerikanischen Beteiligungen an deutschen Firmen und direkter Besitzrechte, so kommt man nach einer Schätzung amerikanischer Bankiers in Berlin auf einen Gesamtwert von etwa 300 Millionen Dollar. Zwei weitere hierher gehörige Kategorien sind die amerikanischen Beteiligungen an deutschem Grundbesitz und die amerikanischen Beteiligungen an deutschen Aktiengesellschaften. Die Gesamtsumme ausländischer Beteiligungen an deutschem Grundbesitz wird von der Reichsbank auf rund 360 Millionen Dollar geschätzt, und davon sollen rund 200 Millionen Dollar in amerikanischen Händen sein. Den Wert des amerikanischen Aktienbesitzes in Deutschland haben amerikanische Bankiers in Berlin auf rund 300 Millionen Dollar abgeschätzt. Das ergibt als vernünftige Schätzung für den amerikanischen Besitz an Fabriken, Grundstücken und Aktien in Deutschland eine Gesamtsumme von 800 Millionen Dollar. Die langfristigen Kredite Amerikas in Deutschland wurden vom Handelsministerium der Vereinigten Staaten im Jahre 1931 auf 1420 Millionen Dollar geschätzt. Dazu 800 Millionen Dollar amerikanischer kurzfristiger Kredite ergibt eine Gesamtsumme von 3020 Millionen Dollar für direkte amerikanische Anlagen im Reich. Das sind ungefähr 40 v. H. des gesamten fremden Kapitals in Deutschland, das von der Reichsbank auf annähernd 7 Milliarden Dollar geschätzt wird: Amerika ist damit weitaus der größte Gläubiger. SJLtfpott Ludwig Daupert t- Olm Karfreitag starb nach kurzem Krantsein im 71. Lebensjahre Ludwig Daupert von Wieseck. Daupert ist durch seine eifrige und opferbereite Tätigkeit in der deutschen Turnsache weit über die Grenzen seines Heimatdorfes bekannt geworden. 53 Jahre wirkte er im Turnverein Wieseck. Dem Vorstand des Vereins gehörte er seit 1884 an. Bis 1909 war er Vorsitzender und von da an in Anbetracht seiner Verdienste Ehrenvorsihender des Vereins. Der Turnerbund Lahn-Dünsberg wurde unter seiner tatkräftigen Mithilfe gegründet. 25 Jahre war er Vorsitzender des Bundes. Auch hier wurde er im vergangenen Jahre zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zugleich gehörte er dem Vorstand des Südwestdeutschen Turnerbundes an, an dessen Gründung er als Vertreter des Lahn- Dünsberg-Gaues großen Anteil hatte. Aber nicht allein in der Turnsache hat Daupert seinen Mann gestanden, sondern auch seinem Arbeitgeber leistete er wertvolle Dienste. 53 Jahre war er als Lacksieder und Lacksiedemeister bei der Firma Z u r b u ch in Gießen tätig, wo er bei Geschäftsaufgabe ausschied. Dem Gemeinderat seiner Heimatgemeinde gehörte er drei Jahre an. 23 Jahre war er Mitglied des Aufsichtsrates des landwirtschaftlichen Konsumvereins. Als Naturfreund war Daupert nicht minder geschäht und bei allen Wanderungen des Hangelsteiner Höhenklubs, dem er als Gründer und Vorstandsmitglied angehörte, war er einer von denen, die nie fehlten. Oster-Zuhbatt der Spielvereinigung 1900. „Pfalz" Ludwigshafen und „Germania" 94 Frankfurt als Gäste. Die beiden Osterseiertage sehen säst alle Fußball- und Handballmannschaften der Spielvereinigung 1900 im Spielfeld. Ein umfangreiches Spielprogramm liegt vor. Zum Teil werden die Spiele aus eigenem Platz ausgetragen, einige Spiele der unteren Mannschasten sehen die 1900er auf kleinen Osterreisen. Auf dem Platz an der Liebigs- höhe werden an den Osterfeiertagen zwei außer-- ordentliche Begegnungen geboten. Am ersten Feiertag ist die Liga von „Pfalz" Ludwigshafen, die der Oberliga des Neckarkreises angehört, auf dem Platz der Spielvereinigung zu Gast. Die Ludwigshafener sind hier weniger bekannt, sie weilen auch das erstemal in Gießen. Lieber ihre Spielstärke läßt sich etwas abschließendes nicht sagen, aber man wird erwarten dürfen, daß die Gäste, die in den Verbandsspielen in ihrer Oberliga gegen schwere Gegner zu kämpfen hatten, den 1900ern zumindesten eine gleichwertige Partie liefern werden. Der Gefahr der Llnterschätzung des Gegners dürften die 1900er kaum verfallen, denn ein Vertreter einer süddeutschen Oberliga sollte im Spiel gegen die Liga der Spielvereinigung 1900 um Sieg oder Niederlage noch ein Wort mitzureden haben. Wenn auch die Niederlage der Blauweißen gegen den Spv. Wetzlar den Eindruck, den die Mannschaft in den letzten Wochen machte, etwas trübt, so hofft man doch, an diesen Osterfeiertagen wieder große Spiele zu sehen, um so wehr, als es sich um hochqualifizierte Gegner handelt, die die Leistungen auch der 1900er günstig beenflussen sollten. Daß sich die 1900er am ersten Feiertag ehrenvoll schlagen werden, sollte außerhalb allem Zweifel stehen. Vor diesem Spiel treffen sich zu einer ebenfalls mit Spannung erwarteten Begegnung die l.Jgd. der Spielvereinigung und die l.Jgd. von Union Niederrad. Der Nachwuchs der Blauweißen wird hier zu zeigen haben, wie hoch seine Spielweise und Spielstärke eingeschätzt werden darf. Die Ligareferve und die Lehrmannfchaft fahren nach Wetter bei Marburg. Die dortige 1. und die 2. Mannschaft des Platzvereins sind die Gegner. Die 1900er fällten, trotzdem die Gastgeber den Vorteil des et-genen Platzes für sich haben, kaum Siege zu landen, vermögen. Die 4. Mannschaft fährt nach Ebsdorf (ebenfalls bei Marburg) und trägt gegen die dortige 1. Mannschaft ein Freundschaftsspiel aus. Ser jmeite Feiertag sieht die unteren Mannschaften spielfrei. Lediglich die 2. Jugend spielt gegen die gleiche des VfB. „Kurhessen" Marburg. Es dürfte sich dabei ein spannender Kampf entwickeln, dessen Ausgang kaum oorherzusagen ist. Die Mannschaften sind sich ziemlich gleichwertig. Mit hochgespannten Erwartungen sieht man dem Spiel der Liga am zweiten Feiertag entgegen. Die Blauweiben haben sich eine Mannschaft der Oberliga des Mainkreises verpflichtet. „Germania" 94 Frankfurt ist der Gegner. Die Frankfurter werden vermutlich mit der gleichen Elf antreten, mit der sie die Verbandsspiele bestritten hatten. Die Gäste des zweiten Feiertags halten einen güten Mittelplatz in der Tabelle, haben in den Pokalspielen über Erwarten gut abgeschnitten und stellen eine sehr durchgebildete und vor allem spielerfahrene Mannschaft in das Feld, die den 1900ern nach allen Regeln der Kunst den Kampf und die Behauptung sauer werden lassen sollte. Man rechnet nach der Papierform mit einem Sieg der Frankfurter, wie hoch er aber ausfällt, wird das Spiel zeigen müssen. Die 1900er werden beide Spiele in stärkster Aufstellung bestreiten, so daß mit spannenden Kämpfen zu rechnen sein dürfte. Jugendspiele. Die Schüler fahren am 1. Feiertag nach Nassau, wo sie an beiden Feiertagen gegen die dortigen Schüler spielen. Die 1. Jugend macht am 2. Feiertag einen Ausflug nach Braunfels und spielt dort gegen die Jugend von Braunfels. Auf Grund der größeren Spielerfahrung und der besseren technischen Leistungen kann man 1900 wohl im voraus den Sieg zusprechen. Die 2. Jugend empfängt die 2. Jugend Dom VfB. Kurhessen Marburg. Da beide Mannschaften gleich stark sind, wird es ein heißes Ringen um den Sieg geben. VfB.-Gießen. Auch der VfB. Gießen hat sich für die Öfter« feiertags ein umfangreiches Programm vorgenommen. Allerdings sind fast sämtliche Mannschaften nach auswärts verpflichtet. Die Liga ist am ersten Feiertag spielfrei. Dagegen will die Ligareserve am ersten Feiertag ein Spiel in Watzenborn-Steinberg, gegen die dortige erste Mannschaft des FC. „Teutonia" austragen. Die Liga verlor bekanntlich vor kurzer Zeit auf dem Platz des Gastgebers unter wenig erbaulichen Platz- und Witterungsverhältnissen mit 2:1. Die Ligareserve sieht sich dadurch vor der Möglichkeit, die Schlappe der Liga etwas auszubügeln. Der Ausgang des Kampfes ist offen. Die Liga folgt am zweiten Osterfeiertag einer Einladung zu einem Gesellschaftsspiel in Wallau. Das Spiel werden die Grün-Weißen nicht leicht nehmen dürfen. Das Vorspiel ging mit 3:1 Toren für Wallau verloren. Es ist aber nicht unbekannt: die Wallauer haben sich in der vergangenen Verbandsspielsaison ausgezeichnet geschlagen, gingen als Meister der 1. Dezirksklasfe aus den Kämpfen hervor, lieferten gegen die Spielvereinigung 1900 immer spannende Kämpfe und das alles sollte für die Gießener eine Mahnung bedeuten, den Gegner nicht zu unterschätzen. Die Wallauer sind schnell und wuchtig, technisch nicht schlecht, im Sturm ideenreich, in der Verteidigung hart und zuverlässig, während die Läuferreihe weniger auf der Höhe ist. Die VfDer haben sich in der letzten Zeit von der besten Seite gezeigt und sollten eigentlich, wenn sie in bewährter Aufstellung antreten, einen Sieg erringen können. Auf eigenem Platz sind die Gastgeber als sehr gefährlich zu betrachten. Die Ligareserve tritt am zweiten Feiertag gegen einen alten Nivalen der Verbandsspiele im Freundschaftstreffen an. Daubringens erste Mannschaft ist der Gegner. Die Gastgeber (das Spiel steigt in Daubringen) sind sehr spielstark und die VfBer werden alles aufzubieten haben, wenn sie sich behaupten wollen. Der Ausgang des Kampfes ist offen. Jugendspiele. Die Jugendmannschaften haben während der Feiertage ebenfalls eine Anzahl Spiele zu be- streiten. Mit Ausnahme der Schüler spielen alle Mannschaften auf fremden Plätzen. Am ersten Feiertag tritt die Jugend gegen die 1. Jugend von Frankfurt-Eschersheim, am zweiten Feiertag gegen die 1. Jugend des Dportclubs Nieder-Llrsel an. Die VfDer haben es in beiden Fällen mit durchtrainierten guten Mannschaften zu tun, gegen die nicht leicht zu kämpfen sein wird Die Einladungen dürften als eine Anerkennung für öie Leistungen der Jugendlichen des VfB zu werten fein, die tatsächlich in letzter Zeit eine ausgezeichnete Form an den Tag legten. „Die 2. Jugend begibt sich auch auf eine zweitägige Neise. Am ersten Feiertag weilt die Mannschaft in Alsfeld zu Gast und spielt gegen die 1. Jugend des Sportvereins 06 Alsfeld, am fttociten Feiertag erwartet man die VfDer in Leusel bei Alsfeld. Auch die 2. Mannschaft hat sich m der letzten Zeit sehr gut geschlagen und eme achtbare Erfolgsserie hinter sich gebracht. Sie treten in Anbetracht dessen die Neise nicht ohne Aussichten auf Sieg an. Die 1. Schüler- mannschaft spielt am ersten Feiertag gegen die 1. Schüler von Garbenteich und trägt am zweiten Feiertag bereits das Rückspiel in Garbenteich aus. „Rot-Weiß" Frankfurt in Leihgestern. Für den 1. Osterfeiertag hat sich die Spielvereinigung 1926 Leihgestern einen beachtenswerten Gegner verpflichtet. Die erste Mannschaft empfängt die Sonderelf des Sportclubs Not-Weih Frankfurt a. M. zum Propagandaspiel. Die Gäste aus Frankfurt spielten in den verflossenen Verbandsspielen in der Dezirksliga Hl und belegten unter zwölf Bewerbern den zweiten Platz. Dieselbe Mannschaft spielte an Weihnachten 1931 in Butzbach gegen die Liga des dortigen DfN. 2:2. Das mit großer Spannung erwartete Treffen wird in folgender Aufstellung bestritten: Frankfurt: Hartmann: Lipp, Schulze; Darmstadt, Bäcker, Hoffmann: Haas, Stephan, Schüttel, Baumert, Karber. Leihgestern: Arnold I., Held, Funk, Schäfer. 'Jjeuder; Textor, Jäger, Väth: Häuser, Laux: Eiff. , . J Daß Leihgestern in dieser Aufstellung einen beachtenswerten Gegner darstellt, beweisen die letzten Spiele: diesmal wird jedoch alle Energie aufgeboten werden müssen, wenn man gegen einen solchen Gegner ehrenvoll bestehen will. Der Gegner des 2. Osterfeiertages ist die erste Mannschaft des BfN. Lich. Die Gäste spielten in den Verbandsspielen eine annehmbare Nolle, werden aber trotzdem um eine Niederlage nicht herumkommen. — Die zweite Mannschaft spielt gegen die zweite Mannschaft des DfN. Lich. Da über die Spielstärke dieser Mannschaft wenig bekannt ist, ist der Ausgang des Spieles kaum vorherzufagen. Sportabteilung des Turnvereins Lollar Am 2. Osterfeiertag herrscht auf dem Lollarer Waldspartplatz wieder Hochbetrieb. Die 1. Fußballmannschaft hat sich die Pokalelf vom SC. Rot-Weiß Frankfurt zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet. Die Mannschaft tritt in kompletter Aufstellung in Lollar an und sollte den Sportfreunden Lollars ein schönes Spiel oorführen. Die 1. Handballmannschaft hat sich auch einen beachtenswerten Gegner in der 1. Mannschaft des Tv. Atzbach verschrieben. Sportverein 1928 Garbenteich. Die 1. Mannschaft tritt am 1. Osterfeiertag zu einem Gesellschaftsspiel gegen die 1. Mannschaft des Sportvereins Steinbach tn Steinbach an. Beide Mannschaften sind als völlig gleichwertig zu erachten. Die 1. Jugend empfängt voraussichtlich die 1. Jugend des Sportklubs Braunfels. Am 2. Feiertag tritt die Mannschaft des Sportvereins Garbenteich bereits zum Rückspiel gegen Steinbach, diesmal auf eigenem Platze, an. Auf vertrautem Spielfeld, bei kompletter Aufstellung, sollten die Platzbesitzer den Sieger stellen. Die 1. Jugend tritt auch am 2. Ostertag auf eigenem Platz zu einem Spiel an. Die Jugend des FC. 1913 Wallau ist der Gegner. Die 1. Schülermannschaft empfängt die gleiche des Sportvereins Wetzlar. Die Wetzlarer Schüler werden den Sieg mit Sicherheit mit nach Hause nehmen, denn die Schüler von Garbenteich treten zum erstenmal auf den Plan. Handball im Gau Hessen (O. T.) Tv. Bad Homburg als Gast des Mio. Gießen. Der Männerturnverein Gießen hat sich für den 1. Feiertag die 1. Mannschaft des Turnvereins Bad Homburg, die in der Meisterklasse des Main-Taunus. Gaues eine führende Rolle spielt, verpflichtet. Die Männerturner werden alle Kräfte aufbieten müssen, wenn sie gegen diesen Gegner erfolgreich bleiben wollen. Der Ausgang des Spieles ist nicht -orher- zusagen, da die Mannschaft erstmalig hier spielt. Vor dem Spiel der 1. Mannschaften treffen sich die 2. des To. Bad Homburg mit einer kombinierten Jugend und 2. Mannschaft des Männerturnvereins. Auch hier läßt sich über den Spielausgang kaum etwas Vorhersagen. Tv. Frankfurt a. M.-Schwanheim in GroßenLinde«. Am 2. Osterfeiertag gastiert in Großen-Linden eint Mannschaft aus der Handballhochburg des Mainbezirks. Die 1. Mannschaft des Tv. Großen-Linden hat sich die 1. Elf des To. Frankfurt a. M.°Schwan° heim verpflichtet. Die Großen-Lindener lieferten gegen starke Mannschaften immer eine gute Partie. Wenn sie auch diesmal mit Ersatz antreten müssen, so erwartet man trotzdem ein ehrenvolles Resultat. * Die 1. Handballmannschaft des Turnvereins A 11 e n d o r f (Lumda) empfängt am 2. Osterfeiertag die 1. des Fußballfportvereins Frank, f u r t zum Freundschaftsspiel. Beide Mannschaften treten in starker Aufstellung an, so daß ein spannendes Spiel zu erwarten ist. Die 1. Mannschaft des Fußballfportvereins dürfte den Sieger stellen. Turnverein Garbenieich. Am 1. Osterfeiertag empfängt der Turnverein Gar. benteich die Handball-Liga-Mannschaft des Fußball- sportvereins Frankfurt a. M. Die Gäste sind in Gar- benteich nicht unbetannt da sie im vergangenen Jahre schon auf einer Wettspielreise hier weilten. Daß die Mannschaft des Füßballsportvereins auf einem hohen Spielniveau steht, besagt schon ohne weiteres ihr diesjähriger Tabellenstand in der Bezirksliga des Mainbezirks, wo sie mit VfR. Schwanheim gleichzeitig den ersten Platz einnehmen. Man darf auch diesmal wieder mit einem hochwertigen Spiel rechnen. Vor diesem Spiel treffen sich Tv. Steinbach I gegen Garbenteich II. 1 Arbeiter-Turn- und Sportbund Die Osterseiertage bringen lebhaften Spielbetrieb. Wieseck I hat am e r ft e n Feiertag die Kreis- klassenelf von Ditzenbach zu Gast. Die Gäste zählen mit zu den stärksten Vertretern der Kreisklasse des ersten Bezirkes und stellen eine flinke Mannschast ins Feld. Die ©aftgeber werden sich sehr anstrcn- gen müssen, wenn sie eine gleichwertige Partie liefern sollen. Vorher stehen sich Wieseck II und Großen- Buseck I im Rückspiel gegenüber. Der Ausgang des Kampfes ist offen. Wißmar I hat sich die Kreisklasfen-Elf von Heu- fenftamm verpflichtet und wird wohl um eine empfindliche Niederlage nicht herumkommen. Vorher Wißmar Jugend gegen Naunheim Jugend. Lollar I hat Watzenborn I zu Gast. Zwei gleichwertige Gegner werden sich hier gegenüberstehen. Lollar hat den Vorteil des eigenen Platzes und sollte den Sieger stellen. Vorher spielen Lollar Jugend gegen Wieseck 2. Jugend. Rodheim I hat Kinzenbach I zum Gegner. Hausen I empfängt Lich I und wird sich mächtig um den Sieg bemüheck müssen. Beuern I und Burkhardsfelden I stehen sich in Beuern gegenüber. Grü» ningen I ist in Lindenstruth zu Gast und sollte Sieger bleiben. Großen-Linden Jugend empfängt Hausens Jugend. Außerdem spielen Krofdorf Jugend und Hungen 2. in Krofdorf. Am zweiten Dfterfeiertag hat Heuchelheim I Ditzenbach I zu Gast. Ein spannender Kamps, dürfte zu erwarten fein. Offenbach Burgei weilt am zweiten Feiertag in Großen-Buseck. Die Platzbesitzer werden sich hier mächtig anstrengen müssen, wenn sie den Gasten ein gleichwertiges Spiel liefern wollen. Heusenstamm I spielt in Watzenborn-Steinberg und sollte dort einen sicheren Sieg landen. Saasen I hat Gießen II zum Gegner und wird den Gästen den Sieg überlassen müssen. Annerod I wird auf eigenem Platze gegen Großen-Linden II Sieger bleiben. Wetzlar I hat Blasbach I zu Gast. Waldgirmes I spielt gegen seinen Nachbar Naunheim II. Vorher hat Waldgirmes II Naunheim Jugend zum Gegner. Londorf 1 und Daubringen I sollten sich in Londorf ein spannendes Spiel liefern. In Linden- struth I und Beuern I stehen sich gleichwertige Mannschaften gegenüber. Krofdorf Jugend weilt "in Lang-Göns und spielt gegen die dortige 1. Mannschaft. Fellingshausen Jugend dürste sich in Wißmar eine Niederlage holen. Wirtschaft. Mark etwa 4,4 Mill. Mark betragen, sowie zu Sonderabschreibungen und Wertberichtigungen verwendet werden. Gleichzeitig soll eine neue »Wahß k Frehtag Baugesellschaft AG." mit einem Kapital von 2 Mill. Mark durch Einbringung von Aktiven der alten Wahh & Frehtag AG. gegründet werden. Das der Gesellschaft nahestehende Dankenkonsortiurn wird die Aktien der neuen Gesellschaft zu pari übernehmen, in Anrechnung auf Forderungen von 2 Mill. Mk., ferner gegen einen Nachlaß von 800 000 Mark und außerdem mit der Verpflichtung, von den übernommenen Aktien 1 Million Mark den Aktionären der alten Wahß & Frehtag AG. zum Umtausch gegen die zusammengelegten Aktien der alten Gesellschaft im Verhältnis 1:1 anzubieten. Frankfurt im Verlaufe erholt. Franks urt a. M., 24. März. (WTD. Drahtmeldung.) Der letzte Börsenverkehr vor den Feiertagen zeigte ein recht ruhiges Aussehen und zu Beginn eher etwas schwächere Tendenz, weil die Insolvenz der Industrie- und Privatbank etwas verstimmte und auch in einigen Werten wieder Verkäufe vorgelegen haben. Bei der geringen Llnternehmungsluft sanden sie nur auf ermäßigter Basis Aufnahme. Maßgebend für die eher schwächere Tendenz war auch das weitere Angebot auf einzelnen Gebieten des Renten- marktes. Gegen die Abendbörse ergaben sich Kursrückgänge von 0,5 bis 1 v. H. Mehr offeriert waren am Elektromarkt Gesfürel und Schuckert, die je 1,5 v. H. verloren. JG.-Farben und Scheideanstalt bröckelten bis zu 1 v. H. ab. Von Danken verloren Reichsbank 1 v. H. Schiffahrtsaktien gaben 0,5 v. H. nach, während Montanwerke ziemlich widerstandsfähig lagen und nur ganz wenige Werte 0,25 bis 0,5 v. H. verloren. Im Verlaufe setzte sich eine merkliche Erholung durch, da die Spekulation zu Deckungen schritt und auch die Zahlungseinstellung der Industrie- und Privatbank kaum noch verstimmte, weil man keine Rückschläge auf die Börse befürchtete. Im Vordergrund des Interesses standen JG.-Farben, die wieder 1,5 v. H. gewannen, während an den übrigen Marktgebieten die Besserungen nur Bruchteile eines Prozentes Betrugen. Im späteren Verlauf war das Geschäft zwar sehr ruhig, doch nahm die Kulisse weitere Deckungen vor, so daß die Kurse nochmals 0,25 bis 0,5 v. H. hoher lagen. Stark befestigt waren Siemens mit plus 2,5 v. H. v 21m Rentenmar kt Tagen Reichsschuldbuch- forberungen bis zu 1 v. H. schwächer. Auch öicutiantabcn lagen Erholt und nochmals- Wochenbericht vom frankfurter Schlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt verzeichnete im Hinblick auf die Osterseiertage in der abgelaufenen Woche starke Zutriebe. Am Rindermarkt verblieb nach ruhigem Geschäft etwas Lleberstand. Der Auftrieb betrug 1633 Stück. Bessere Kauflust fanden beste Ochsen und Kühe, bei denen sich Preiserhöhungen um 1 Mark ergaben, während Bullen und Färsen auf dem letzten Stand behauptet blieben. Am Kälbermarkt war das Geschäft trotz des abermals starken Zutriebes zu Beginn der Woche noch lebhaft, so daß Preisbesserungen von 1 bis 2 Mark erzielt wurden. Später bröckelten die Preise wieder ab, gegen die Vorwoche ließen sie sogar 1 Mark nach. Der Auftrieb mit 2228 Stück war noch leicht erhöht, doch wurde er geräumt. Am Schafmarkt machte sich eine saison- mäßig bedingte Abnahme der Beschickung bemerkbar, da die Tiere jetzt zur Weide kommen. Trotzdem der Zutrieb um rund 200 Stück kleiner, als in der Vorwoche (348 Stück) war, blieben die Preise nur für beste Schafe unverändert, wogegen sie in den unteren Gattungen etwa 1 Mark nachgaben. Nach mittelmäßigem Handel wurde der Markt ausverkauft. Am Schweine markt setzten sich die Preisrückgänge weiter fort, da für den stark erhöhten Auftrieb von 6779 Stück die Nachfrage zu klein war. Nach ruhigem, jedoch meist schleppendem Geschäftsgang verblieb Lleberstand. Gegenüber der Vorwoche ließen die Preise um weitere 1 bis 2 Mark nach. 3m einzelnen notierten per Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 30 bis 34, a2) 25 bis 29, bl) 20 bis 24; Dullen a) 25 bis 30 b) 20 bis 24: Kühe a) 24 bis 27, b) 20 bis 23' c) 15 bis 19; Färsen a) 30 bis 33, b) 25 bis 29 c) 20 bis 24; Kälber b) 40 bis 43. c) 36 bis 39* d) 30 bis 35; Schafe al) 30 bis 32, b) 25 bis 29* c) 20 bis 24; Schweine a) 38 bis 41, b) 38 bis 41’ c) 38 bis 42, d) 37 bis 41, e) 33 bis 38, f) und gj nicht notiert. * OBaH & Sretjtag 21©., Frankfurt am Marn. Die Verwaltung beabsichtigt der demn^hst einzuberufenden Generalversammlung erne Sanierung durch Herabsetzung des Aktien- kapltals von zwölf auf eine Million Mark vorzuschlagen. Der danach erzielte Sanierungsgewinn soll zur Deckung der bisherigen Betriebsverluste, die emlchl. Vortrag aus 1930/31 von rund 410 000 t Msbankl Derlu heutige Di Feiertage. Vorsitzende fling hervoi unoerär wähl rourb die seilheri hören dem der; Phil. Rechner; Benner fl5 lkagcsg^ yev> \ Rod genommene Mieder der BürgerM machten 46 entfielen a euf Ferdinc Wagner ungültig. G Soll tag, 27. M Kieran in (gebürtig a und körpei jahr voll' siche Einw ‘ Trei Sage h Nutzung fammlung Abrechnun meinde ge1 6500 Mk. I Dieser geh zwischen <3 wurde, ih Parzellen Stück Lan groß, je na Es dürfte gen Jchch Den, der Herren vc digte dan Waldgelä «jeder die Chronik Hk ö Alle Tage hielt. (Kisselbach) a. r>lo • ' S-- W ■ krW • qylito • ' ' foB ■ • • gdjfflrt ■ • r-nj!g • • MM ' ewAa®'»' £ilW« enmatfl Berlin — Jranffuct a. 2TL Beni :f>orn>6ltinfitra rn. In Linder-! d) gleichwenicei Äugend weilt i artige l.Tlann- sich in lTißmcr! 'iS ?nn ,lPann» V'b- ckh. ^r-inTa». ,7®8uM e flnb m ß:t. °"S°n„nr» w mühn “rtoereing J Ich°n vH» r2,'n der 8t ^chwa». 'nehmen, Ä» 1 dochvertiM sich k bi- 2 v. H. niedriger, besonder- Kölner und Frankfurter Schatzanweisungen. Gold- und Liquidation-Pfandbriefe waren nur wenig verändert. Für letztere bestand eher etwa- Kaufneigung. Deutsche Anleihen blieben gehalten. Reichsbahn- Vorzugsaktien waren weiter angeboten und 0,5 v. %. niedriger. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld mit 6 v. H. unverändert. agen, sotoic P I -tberichtigunget: I soll eine nein [t 21®.“ w- durch Cinbn» IdW * die Aktien rhmn, i" Will. Wk, \® lOOO Wan un. von den übet' den 3fhonarer zum Umtausch i der allen St1 eten. erholt. ,DTD. Dradt- -vor Kiel' SfÄS nvutbanl egj Werten ®‘«* i der genug» auf ennabig'^; für die ebff chdasveite» des Renten- iahen Mehr offener! Fä? ihr-lld 7 nllI ess-ÄpSi-k- ren. doä I«1*« w Ä»' Kassierer wurde Entlastung ertcUt. Sodann erstattete der Schießleiter und Führer der .Hassia"- Jugendgruppe, Phil. Glaub, seinen Jahrrsbe- richt. Die Schichleistungen sind infolge schlechter Stand- und Sichlvcrhältnilse des Schieststandc- nicht ganz befriedigend gewesen. GS wurde mit einer Altschützen» und einer Jugendriege am Dc- zirksmeisterschaftSschieben teilgenommen. Hier konnte ein schöner Achtungserfolg errungen werden. Ein Preisfchießen wurde abgehalten. Die Dereinsmcisterschaft errang Lehrer Roth Beider BorstandSwahl wurde der bisherige Vorstand auf 3 Jahre wicdcrgcwählt. Er setzt sich aus folgenden Herren zusammen: 1. Vorsitzender Johs. Menge!, 2. Vorsitzender Hch. Reichmann. 1. Schriftführer Lehrer Rausch, Kassenwart Karl Petry, Schiehleiter und Iugendgruppen- führer PH. Glaub. Beisitzer: Ludw. SnderS, Ludw. Launsbach, Phil. Schäfer, Fahnenträger: Wilh. Schön. Für 50jährige Mitgliedschaft wurde Ludwig Schön IV. zum Ehrenmitglied ernannt. - Saasen, 24. März. Ein Brandstiftungsversuch wurde in der Sonntagnacht an der neuerbauten Bäckerei P ö h i n g e r unternommen. Don außen her wurde versucht, an dem Fenster der Vorratskammer Feuer anzulegen. Da man das Feuer bald entdeckte, wurde großer Schaden vermieden. Hoffentlich wird der Täter ermittelt werden. • Cid), 26. März. Die Bürgermeisterei Lich gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß der Lich er Dtehmarkt am Osterdienstag wegen Seuchcngefahr auSfällt, der Krä« mennartt dagegen gehalten wird. U Rodheim a. d. Horloff. 24. März. Dieser Tage wurde die hiesige Jagd (305 Hektar Feld und 97 Hektar Wald) verpachtet. Für die Feldjagd wurden 205 Mk. (seither 300 Mk), für die Waldjagd 401 Mk. (seither 1250 Mk.) er« zielt. Pächter beider Jagden war Kaufmann Kolb. Nidda. Kreis Büdingen. Wallernhausen, 22. März. Das Forst - | haus Finkenloch, an der Landstraße Wallern- hausen—Babenhausen 1, muten im Wald gelegen, war in der ganzen Umgebung als Ausflugsort geschätzt. Mit der Pensionierung des seitherigen Farsters Bärenz, der fast 32 Jahre die Forstftelle innehatte, ist der Betrieb der Gastwirtschaft jetzt geschlossen worden. Damit wird das reizvoll gelegene Forsthaus für den Ausflugsverkehr stark in den Hintergrund treten. Die Försterei wird ab 1.April von dem Hilfsförster Zimmer, seither in Bad-Salzhausen, übernommen. -s- Hirzenhain, 24. März. Der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhen-ClubS hielt unter Leitung seines ersten Vorsitzenden Stein seine Jahreshauptversammlung ab. Der Zweigverein hatte im vergangenen Jahre sehr unter den iln- gunft der Verhältnisse zu leiden. Die Beteiligung an den Wanderungen ließ zu wünschen übrig, eifrig wurde aber an den Verbesserungen im Wandergebiet gearbeitet. Sämtliche Markierungen wurden überholt, der Weg zur Hillerstalsperre und zum Matthiastempel wird durch Richtpfeile gekennzeichnet. In den nächsten Wochen wird mit dem Aufstellen neuer Ruhebänke begonnen. Die Kassenverhältnisse sind dank sparsamer Wirtschaft in bester Ordnung. Der Mitgliedsbeitrag wurde für die Familie auf 4 Mk. jährlich festgesetzt. Der bisherige Vorstand blieb nach einstimmigem Wahlvorschlag auf ein weiteres Jahr im Amt. Im Anschluß an die Versammlung beging der Zwcigverein sein 50jähriges Bestehen mit einer kleinen Feier. Kreis Schotten. b. Schotten, 22. März. Die Stadt hat mit der Einrichtung des freiwilligenArbeits- d i e n st e s begonnen. Zunächst wird der städtische Sportplatz wesentlich vergrößert und verebnet. Etwa 20 meist jugendliche Arbeiter finden dort Beschäftigung und Befriedigung in ihrer Arbeit. a. Schotten, 24. März. Im Singsaal der Turnhalle hielt der Turn- und Gesangverein seine Generalversammlung unter Leitung seines Vorsitzenden Karl Zeschky ab. Aus den Jahresberichten der Turn- und Singabteilung ging hervor, daß eine rege Vereinstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr entfaltet wurde. Die Einnahmen des Vereins beliefen sich auf 24 350 Mark, die Ausgaben auf 24 000 Mk., so daß mit wenige Spezialwerte, wobei das Geschäft noch in der Hauptsache von der Spekulation getragen wurde, die vor der Unterbrechung des Verkehrs zu Glatlstcllungen ihrer Engagements, d. h. also meist zu Deckungen, geneigt war Mehr psychologisch alS kurSmähig wirkte sich die Insolvenz der Michael-HauSbank aus, obwohl man bisher immer noch mit einer stillen Liquidierung deS Unternehmens gerechnet hatte. Für die Industrie- und Privatbank sanden heute nur noch vereinzelt Ere- kutionen am Psandbriesmarkt statt. Diel unangenehmer empfunden wurde das Anhalten der A u s l a n d s a b g a ben in Reichsbankanteilen, Reichsschuldbuchforderungen und ReichSbahnvorzugSaktien, doch schienen diese gegen gestern auch schon im Rachlassen begriffen zu sein. Bei letzteren hat zweifellos der inzwischen zur Deröfsentlichung gekommene Bericht über die biS zu 50 Prozent rückgängigen Einnahmen der Deutschen Reichsbahn zu der Abschwächung bei- getragen. Auch daß aus der Schweiz wieder schwächere Kursmeldungen besonders für Deutsche und Kreugerwcrte Vorlagen, verstimmte etwas, wurde doch hierdurch der gute Eindruck, den die Erholung der deutschen Werte an der gestrigen Reuyorker Börse gemacht hatte, wieder verwischt. Rein kursmäßig eröffnete der heutige Dörsenfrei- verkehr bis zu 1 Prozent unter den gestrigen Mit- tagSkursen. d. h. also etwa auf dem ermäßigten fieftrigen Abendniveau. Relativ widerstandsfähig agen die Elektropapiere, der Montanmarkt und Kaliaktien. Im Verlaufe setzte sich am Farbenmarkt auf Käufe eines hiesigen Privatbankhauses eine Erholung durch, und hiervon ausgehend wurde es auch an den übrigen Märkten allgemein etwas fester. Banknoten Reichsbankdiskonl 6 Proz. — Lombardsah 7 Pro). Berlin etwas fester. Berlin, 24. März. (WTB. Funkfpruch.) Die heutige Börse stand tm Zeichen der kommenden Feiertage. Die Umsahtätigkeit beschränkte sich auf ScknMwvä SteTÜätxAe fcfai ütätein! S 161/37.1 . . . ______ ----- - - ________________________- Dberheffen. Landkreis (Hieben. 4 Rödgen, 24.März. Bei der nochmals vor- ■genommenen Bürger in ei st erwähl wurde wieder der Landwirt Philipp Becker 11. zum Bürgermeister gewählt. Bon 497 Wahlberechtigten machten 469 von ihrem Wahlrechte Gebrauch. Es - entfielen auf Philipp Becker II. 247 Stimmen, vuf Ferdinand Schmidt 169 Stimmen, auch Hrch. Wagner IV. 48 Stimmen. 5 Stimmen waren ungültig. H Lollar, 24.März. Am ersten Osterfeier- tag, 27. März, kann der einzige noch lebende Alt- Veteran in unserer Gemeinde, Christian Diehl (gebürtig aus Ober-Bessingen), bei guter geistiger und körperlicher Rüstigkeit sein 8 5. Lebensiah r vollenden. Diehl ist der zweitälteste männliche Einwohner Lollars. * Treis a. d. Lumda, 24. März. Dieser Tage hielten die ehemaligen 139 Nutzungsberechtigten ihre letzte Versammlung ab. ES galt, Aufschluß zu geben und Abrechnung vorzulegen über den mit der Gemeinde geführten Prozeß, der 10 Jahre dauerte, 6500 Mk. kostete und mit einem Vergleich endigte. Dieser geht dahin, daß das umstrittene Gelände zwischen Gemeinde und den Berechtigten geteilt wurde, der Letzteren zufallende Anteil in 139 Parzellen vermessen und jedem Berechtigten ein Stück Land zwischen 750 bis 1500 Quadratmeter groß, je nach Güte, als Eigentum zuerkannt wurde. ES dürfte interessieren, zu hören, daß die 139 Nutzungsberechtigten in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts schon einen Prozeß geführt haben, der sich um die Berechtigungen der Freiherren von Milchling drehte. Dieser Prozeß endigte damit, daß die Gemeinde das umstrittene Waldgelände für 12050 Reichstaler kaufte und .jeder die feinigen Kosten trug“, wie es in der Chronik heißt. Z A 1 l e n b o r f a. d. Lumda, 24. März Dieser läge hielt der unter Leitung von Lehrer Schmidt (Kesselbach) stehende hiesige Männergesang, verein seine Jahreshauptversammlung ab. Der Vorsitzende erstattete den Jahresbericht. Aus diesem ging hervor, daß der Mitgliederstand mit insgesamt 94 unverändert geblieben ist. Bei der Vorstandsmahl wurden, mit Ausnahme des 1. Schriftführers, die seitherigen Mitglieder wiedergewählt. Es gehören dem Vorstande an: Hrch. Soll, 1. Vorsitzen- der: Phil. Keil, 2. Vorsitzender: Ludw Krieb, Rechner: Hrch. W ihn er Kontrolleur: Johs. Benner V., 1. Schriftführer: Wilh. Bergen, rf&ünö. 1 Spidbttiid, 'Hie Urrit Ära ) sehr anfittr« tye Panik Iw« 11 unb (Broker- r Au-Mg ta t'CIf von btt, um eine MkN. volhkl ugenb. ft. Zwci gkiJ Wnüberslkhtt. lasier und foHit Lollar 3ugto)l Oegner. fyn.l ich mächtig uql i 1 unb Lull- legenüber. @ri,| unb sollte eie empfängt har- rofborf 3ug«y g hat heuche - nnenber fiamp1. Jurgcl weilt ai Die Plasibesiger i müssen, wein । Spiel liefen 2.Schriftführer: Ludw. Stoos, Ludwig Decker und Hrch. Schmidt, Beisitzer. Zum Bücherwart wurde wiederum Karl Fritzges bestimmt. Zum Fahnenträger wurden die Gebrüder Dock ernannt. Das Vereinsdieneramt wurde Christian Dort i übertragen. Der vom Rechner vorgetragene Kassenbericht ergab in Einnahme 1295,29 RM., in Aus« gäbe 1193,39 RM., somit einen Vorrat von 101,90 RM. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der monatliche Beitrag wurde auf 50 Pf. Herabgesetzt. km. Rüddingshauscn, 24. März. Dieser Tage nahm der Schulvorstand unserer Gemeinde Stellung zu der Dewerberliste für die ausgeschriebene Lehrer st eile. Schulverwalter Flath, Geilshausen, wurde einstimmig vorgc- schlagen. Gleichzeitig wurde beschlossen, beim Kreisschulamt die Wiedererrichtung der vor zwei Jahren eingegangenen dritten Lehrerstelle zu beantragen. gck. G r o ß c n - D u f e ck, 24. März. Im Saale des Gastwirts Ludwig Gans hielt Dr. Lang vom staatlichen Tierzuchtinstitut Gießen vor einer Versammlung von Geflügelzüchtern einen Vortrag über Geflügelrassenzucht und Kückenaufzucht. Der Dortragende verstand es, in allgemeinverständlicher Weise in das Problem der Rassenzüchtung einzuführen. Er gab den Züchtern wertvolle Hinweise für die Spezialisierung, betonte aber auch, daß gerade >n der heutigen Zeit die Wirtschaftlichkeit der Hühnerhaltung sehr in den Vordergrund treten müsse. Interessant war es, in diesem Zusammenhänge zu erfahren, daß das Tierzuchtinstitut teils bereits erfolgreich abgeschlossene Versuche angestellt habe, die Hühnerfütterung auf Grund der in der einheimischen Landwirtschaft erzeugten Futtermittel aufzubauen, um die Futtermitteleinfuhr erheblich einzuschränken und die Hühnerhaltung wieder einträglicher zu gestalten. Lebhaftem Interesse begegneten auch die Ausführungen über die Zweckmäßigkeit und über die Gefahren der Kreuzungen und der Derwandt- schaftszucht. Es folgten Ausführungen über natürliche und künstliche Kückenaufzucht und rationelle Fütterung in Anlehnung an die im Tier- zuchtlnstitut gemachten Erfahrungen. Reicher Beifall dankte dem Redner. ^Reiskirchen, 24. März. Dieser Tage hielt der hiesige Kriegerverein seine Generalversammlung ab. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden, Johs. Mengel, erstattete der 1. Schriftführer, Lehrer Rausch, den Jahresbericht. Die Mitgliederzahl beträgt 87. An Stelle des erkrankten Kassenwarts, Karl Petry, gab der 1. Vorsitzende den Kassenbericht ab, der ein Darvermögcn von 189,96 Mk. auswies. Dem einem lleberschuh von 350 Mk. gerechnet toetbet kann. Bei der Dorstandswahl wurde der bisherige Vorstand einstimmig wieder gewählt. Dia Festballe deS Vereins wurde im letzten Jahr gründlich renoviert, außerdem wurde der Singsaal wiederhergestellt. KreiS Alsfeld. ll. M e r l a u, 24. März. Der Gemeinderat beschloß in seiner jüngsten Sitzung die Einführung des freiwilligen Arbeitsdienste-, durch den man eine wesentliche Entlastung des Wohlfahrtsetats erwartet. In Äürxc soll auf diese Weise ein Steinbruch eröffnet und der Neu- und Ausbau von Wegen begonnen werden. Preufcen. Kreis Wetzlar L Hochelheim. 24.März. Der Bezirke« kriegervcrband „Hüttenberg“ hielt hier seine Frühjahrshauptversammlung ab. Aus dem Jahresbericht des Derbandsvorsitzenden, Förster Große (Oberkleen), war zu entnehmen, daß der Verband zur Zeit 406 Mitglieder zählt. Gemeinde« Vorsteher Jung (Hochelheim) wurde einstimmig zum 2. Vorsitzenden gewählt. Das diesjährige Verbandsfest soll am 3. oder 10. Juli in einfacher Weise in Groß-Rechtenbach abgehalten werden. Dem Verband gehören die Kriegervereine Lützellinden, Großen-Lindcn, Hörnsheim, Hochelheim, Dornholzhausen, Niederkleen, Oberkleen, Ebersgöns und Groß-Rechlenbach an. JtunOfunfproflramm. Sonntag, 27. März. 7 Uhr (von Bremen): Hafenkonzert. 8.15: Katholische Morgenfeier. 11: Mar Zodykow, „Stimme aus dem Dunkel", gelesen von Otto Bernstein. 11.30 (von Leipzig, Reichssendung): Kantate zum Ostersonntag. 12.10: Konzert. 13.50: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend. 16: Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Städtischen Kurorchesters. 18: Vortrag. 18.25: Dreißig bunte Minuten. 18.55: „Di« Stärkere", eine ojene von August Strindberg. 19.30: Lagerlöf • Stunde. 20: Konzert des Rundfunk- Orchesters. 22.40 bis 24: Unterhaltungskonzert. Montag, 28. Mär;. 7 Uhr (von Hamburg): Hafenkonzert auf dem Dampfer „New Port" der Hamburg-Amerika-Linl«. 8.15: Kassel: Morgenfeier. 10- Stunde des Chorgesangs. 10.45: Goethe - Lieder, Ostern im Lied früherer Zeiten. 11.30 (von Leipzig, Reichssendung): Kantate zum Ostermontag. 12.15: Funkbericht von der Ausstellung der Doaelliebhaber, Stuttgart. 12.45: Kleines Kapitel der Zeit. 13: Volksmusik. 14 (von Karlsruhe): Blasmusik der Polizei-Kapelle. 15: Stunde der Jugend. 16 (von Baden-Baden): Konzert des Städtischen Orchesters. 17.30 (von Karlsruhe): Aus unserer Musikstube, ein Strauß bunter Frühlingslieder zur Laute. 18.15: Autoren-Stunde, Marguerit Wolf. 18.45: Klavierkonzert auf dem Jankä-Flügel, gespielt von Walter Rehberg. 19.40: Unterhaltungskonzert des Philharmonischen Dr» chesters Stuttgart. 21.10: Bunle Stunde. 22.50 bis 24: Tanzmusik des Tanz-Ensembles der Stuttgarter Philharmoniker. Dienstag, 29. März. 7.20 Uhr: Frühkonzert. 12.05 (von Berlin): Kon- zert. 13 (von Köln): Mittagskonzert. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Nachmittag. 17: Konzert des Rundfunk-Orchesters. 18.40: „Das Verlöbnis hat auch eine rechtliche Seit«", Vortrag von Land- aerichtsdirektor ßeibfrieb. 19.05: „Der Ausstattungs- fchutz", Vortrag von Patentanwalt, Reg.-Rat Ä. Schwäbsch. 19.45: Kannst du Goethe lesen? Versuch zur Bildung einer Arbeitsgemeinschaft zwischen Funk und Hörer, von Dr. Fritz Röthardt. VI. Der junge Goethe. 20.10: Ein Ball im Kursaal Cannstatt Anno 1890. 21.15: A. M. Frey lieft aus eigenen Werken. 21.45: Klavierkonzert, gespielt von .Karol Szreter. 22.40 bis 23.30: Tanzmusik und Unterhaltungsmusik. _____________________ Bei Schmerzen in den Gelenken und Gliedern haben sich Togal-Tabletten hervorragend bewährt. Zahlreiche Dankschreiben über Togal bei veralteten Leiden, bei denen fein anderes Mittel half! Ein Versuch überzeugt 1 Fragen Sie Ihren Arzt. In all.Avoth. 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Familie Gastwirt Gerlach. Bär & Wetterhahn Liebigstrahe 3 Telephon 2141-43 Frau Marie Rodenhausen geb. Rau im 65. Lebensjahre heute nachmittag 5 Uhr von uns gerissen. Ehrenvorsitzender Herr Ludwig Daupert Nachruf! Tief ergriffen hat uns die Nachricht, daß unser Ehrenvorsitzender Herr Ludwig Daupert zu Wieseck nach kurzer, schwerer Krankheit entschlafen ist. Der teuere Verstorbene hat 25 Jahre lang ununterbrochen seine ganze Kraft der edlen Turnkunst in unserem Gau geliehen. In Worten läßt sich nicht schildern, was der hochgeachtete Mann in dieser Zeit an wertvoller Arbeit im Dienste der Jugend leistete. Der Segen, der von seiner in Treue und Liebe geleisteten Turnerarbeit ausströmte, wird weiterwirken und das Andenken des Entschlafenen in Ehren halten weit über das Grab hinaus. Ludwig Daupert ging von uns, aber Ludwig Daupert-Geist, »Treue, und »Liebe werden stets um uns bleiben und fernerhin ein Segen sein. Turngau Lahn-Dünsberg Zöller, II. Vorsitzender. __________________________________________________2426D Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen Herrn Sebastian Nebenan sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Vömel. Herrn Provinzialdirektor Graef, den Vertretern des Gardevereins für den Kreis Wetzlar, dem Gast wirte-Verein Wetzlar, dem Gastwirte- Verein Weilburg, dem Gastwirte-Verein Krofdorf- Rodheim. dem Turnverein und Schützenverein Krofdorl für die lieben Worte und ehrenden Nach- rule sowie für die Kranzniederlegungen. Auch herzlichen Dank allen denen, die ihm das letzte Ehrengeleit gaben. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Paul Niebergall. Burg-Gleiberg, den 24. März 1932. . ______________________________________________2377 D nachmittags, auf dem Neuen Friedhof statt. 2427 0 Todes-Anzeige. Unsere unvergeßliche gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elise Gondner Wwe. geb. Feuerstein ist heute früh 7% Uhr im 81. Lebensjahre infolge eines Schlaganfalles in ein besseres Jenseits von uns gegangen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Eduard Gondner. Gießen, Schlüchtern, Kassel, Gustavsburg, Leiselheim, Hanau, Grünberg, Friedberg, Karfreitag, 25. März 1932. Die Beerdigung findet am 3. Osterfeiertag, dem 29. März, 2% Uhr Nach kurzem, schwerem Leiden wurde meine liebe gute Frau, unsere unvergeßliche, treusorgendeMutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Sophie Schenk, geb. Arnold plötzlich und unerwartet sanft entschlafen. 2425 D Städt. Handwerker- und Kunstgewerbeschule Wiesbaden Höh. Fachschulen für Schreiner, Maler, Druckgewerbe und Damenschneiderei. Dauer: 3 bzw. 2 Semester Ausbildung für Innenarchitekten, Baumalerei, Werbegraphik und Modegestaltung. Dauer: 6 Semester Semesterbeginn: 6. April u. 15. Oktober Auskunft und Prospekte durch die Direktion 2379 o In tiefem Schmerz: Phil. Rodenhausen, Schrankenwärter i. R. Familie Otto Seibert Familie Wilh. Reuter. Wieseck, den 25. März 1932. Die Beerdigung findet am 2. Osterfeiertag, nachmittags 2% Uhr, vom Sterbehaus, Gießener Straße 65, aus statt. 2424 d Statt jeder besonderen Anzeige. Heute morgen um 9 Uhr ist meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter und Schwiegermutter, unsere liebevolle und aufopferungs- bereite Großmutter, unsere Schwester, Schwägerin und Tante Hie Beerdigung findet am 2. Feiertag, 28. März, nachmittags um 3 Uhr vom Sterbehause aus statt. 2456 D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Schenk, Schreinermeister Sophie Hinkler Heinrich Schenk, Lehrer. Garbenteich, Melbach, den 26. März 1932. Nachruf. Am 25. d. M. verschied nach kurzer Krankheit unser sehr verehrter Die Beerdigung findet am Ostersonntag, nachm. 2,45 Uhr, statt. Gestern nachmittag gegen 4 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Daupert im 71. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenem Katharine Daupert Heinrich Balser und Familie Adolf Schäfer und Familie Karl Euler und Familie Karl Daupert und Familie. Wieseck, Gießen, den 26. März 1932. Die Beerdigung findet am 1. Osterfeiertag, nachmittags 2.45 Uhr, vom Sterbehaus, Wieseck, Philosophenstr. 4 aus statt 53 Jahre hat er als Turn wart, Vorsitzender und Ehrenvorsitzender seine ganze Kraft unserem Verein zur Verfügung gestellt. Uns allen war er stets ein Vorbild edelster Gesinnung und größter Pflichterfüllung. Wir verlieren in ihm einen Führer, der uns nicht zu ersetzen ist. 2430D Ein bleibendes und ehrendes Andenken ist ihm gesichert Turnverein e. V. 1862 Wieseck. LanMstliallliclier Konsumverein e.G.m.ti.H. Wieseck 2446 D Am Karfreitag wurde unser langjähriges Aufsichtsratmitglied Herr Ludwig Daupert nach kurzem Leiden aus unserer Mitte gerissen. Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen einen treuen Genossenschaftler und Mitarbeiter. Ein ehrendes Andenken ist ihm gesichert Der Vorstand und Aufsiditsrat 2404 D Kinzenbach, Naunheim, Frankfurt a. M.-Fechenheim, Gießen, Heuchelheim, den 24. März 1932. Die Beerdigung findet Samstag, den 26. März, nachmittags 31/, Uhr statt. Am 24. d. M. morgens 1 Uhr entschlief sanft nach schwerem Leiden unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Karl Vieh mann im Alter von nahezu 73 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Geschwister Viehmann. Nr. 72 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhessen)Samstag, 26. Mär; (952 Hauptversammlung der Hessischen Landwirffchastskammer. Die Forderungen der hessischen Bauernschaft an CReid), (Staat und Kommune. WSR. Darmstadt, 24. März. Die Hessi- sche Landwirtschastskammer hielt hier ihre 4. Hauptversammlung ab, um den Vvran- schlag 19 3 2 zu beraten. AIS Vertreter der Regierung war Ministerialdirektor Pros. Röhler anwesend. Kammerpräsident Hensel eröffnete die Versammlung und führte u. a. ouö: Die deutsche Landwirtschaft war. ist und bleibt der Jungbrunnen für Deutschlands Bevölkerung. Ihn Untergang wird auch der Untergang des Deutschen Reiches fein. Bei den meisten Produkten werden heule dem Bauer Preise gezahlt, die weit unter den Bor- kriegspreisen liegen. Davon soll dcr Landwirt mit seiner Jamilic leben, wenn Steuern und hohe Zinsen das Einkommen aussresscn, und wo soll er das Geld hernehmen, um die Wirtschaft weiterzuführen? Zu dieser aus der Wirtschaftspolitik und infolge deS verlorenen Weltkrieges entstandenen Bauernnot sind für unsere hessische Landwirtschaft in vielen Teilen des Landes »931 durch höhere Gewalt noch die großen Srntewitterungs-, Wasser- und tieberschwemmungSschä- d e n hinzugekommen. Schäden bis zu 80 Prozent sind keine Seltenheit. Die hessische Regierung zeigte zwar guten Willen, aber der wenige Steuererlaß, den sie gewährte, ist nur wie ein Tropfen auf einen heißen Stein. Ich glaube tagen zu dürfen, sie hätte gern mehr gegeben, wenn der Staatssäckel nicht leer wäre. Soeben teilte die Regierung mit. daß der ReichstinanAminjster erkläre. die erbetenen Steuer Nachlässe konn - ten nicht bewilligt werden, da Prcu- ßen gegen eine einseitige Bevorzugung der Hessin scheu Landwirtschaft Einspruch erhebe und gleiche ^orberung auf Berücksichtigung in Aussicht stelle. Präsident Hensel erklärte, die h e s s i s ch e Regie r u n g habe in der tinwettersache d i e Bauern restloS unterstützt und es wäre unrecht, wenn man ihr nicht bantbar sein wollte. Die Landwirtschastskammer habe sowohl direkt, wie auch indirekt über den Deutschen Landwirtschaftsrat zu allen Fragen, welche heute den Landwirt schwer bedrücken, Stellung genommen und entsprechende Anträge gestellte Die Notverordnungen hätten wohl einige Lr- telchterungen gebracht, aber wesentliches könne man für die Landwirtschast davon nicht buchen. 3m Gegenteil, die Erhöhung der Umsatzsteuer für Dich, vichprodulte und sonstige Erzeugnisse der Beredelung^wirtschast sei erneut eine schwere Belastung für die Landwirtschaft. Die Preissenkungsaktion habe die Landwirtschaft mehr geschädigt, als genützt. Die furchtbare Rot der hessischen Landwirt- schast sei nicht ohne Auswirkung auf die Finanz- Verhältnisse der Landwirtschastskammer geblieben. Die großen Ausstände zwangen dieLandwirt - s ch a s t S k a m m e r, um die ordnungsmäßige Geschäftsführung zu gewährleisten, Kredite aufzunehmen, welche durch die hohen Zinsen eine auf die Dauer unerträgliche Belastung bedeuten. Leider seien unter den Schuldnern auch Gemeinden. deren Rechner die Kammer-Umlage zwar erhoben, aber nicht abgeliefert hätten. Sie hätten die Gelder für die Bestreitung ihrer Wohlsahrts- llasten und für andere Zwecke verwendet. Diese Handlung sei durch viele Kreisämter dankenswerterweise tn den letzten Tagen als ungesetzlich verboten worden. Rachdem sich gezeigt habe, daß die seitherige Wirtschaftspolitik auf falfchen Bahnen wandelte, müsse verlangt werden, daß eine Umkehr von der seitherigen Wirtschaftspolitik erfolge. Rachgewiesenermahen hatte die Industrie der Vorkriegszeit 60 Prozent ihres Absatzes auf dem Inlandsmarkt. Der Absatz auf dem 3nland»markt könne nur wieder hergestellt werden, wenn die Landwirtschaft rentabel gemacht werde. Man sollte doch in Deutschland endlich einsehen, daß wir uns Den Auslandsmarkt mit unseren Industrieerzeugnisfen nicht mehr zurückerobem könnten. Der Aufstieg auS der Wirtschastsnot in Deutschland werde mir durch Stärkung deS Inlandsmarkt möglich sein. Dazu sei die Rentabilität der Landwirtschaft erforderlich. Generaldirektor Or. Hammann erklärte in seinem Tätigkeitsbericht u. a.: Wohl noch kein Jahr nach dem Kriege war für untere deutsche, insbesondere hessische, Landwirtschaft so ungünstig, wie das Jahr 1931. Die Preise für landwirtschaftliche Produkte erreichten einen Tiefstand. der zu einer Katastrophe für bie Betriebe führen muß Trotzdem durch Handelsverträge zugunsten der deutschen Industrie und zum Rachteil der deutschen Landwirtschaft besondere Vereinbarungen getroffen wurden, hat unsere deutsche Industrie von diesen Maßnahmen bis jetzt keinen Vorteil gehabt. Dir müssen un» mehr denn je auf den Binnenmarkt einfteUen, und das ist um so mehr berechtigt, als 80 v. f). der Insgesamt in Deutschland gewonnenen Industrie- und sonstigen Erzeugnisse auf dem Binnenmarkt abgescht wurden. Katastrophal entwickelt haben sich die Preise für Vieh und für die Erzeugnisse der Deredelungs- produktivn, für Milch, Butter, ferner auch für Bier. Wenn auch der Rampenpreis für Lieferung in die Großstadt höher liegt, so ist doch mit Bedauern festzustetten, daß die Spannung zwischen Dem Kleinverkaufspreis und dem Erzeugerpreis immer noch zu hoch ist. Im Gegensatz dazu muß fcftgcftetlt werden, daß die Preise der landwirtschaftlichen Betriebsmittel und Bedarfsstoffe des täglichen Leben- sich diesen Erzeugerpreisen der Landwirtschaft nicht anpaßten. Daß unter solchen Umständen in Der Landwirtschaft von einer Rentabilität nicht geredet werden kann, vielmehr eine starke Zunahme der Schulden festzustellen ist, bedarf keiner weiteren Begründung. Dazu kommt, bah bie Zinsen für kurzfristige Kredite, wie sie gerade von der Landwirtschaft in größerem Umfange in den letzten Jahren ausgenommen werden muhten, fast keinen Rückgang aufweisen. Es bedarf keiner Beweisführung, daß Zinsen von 10 bis 12 Prozent für die Landwirtschaft, die in Friedenszeiten schon kaum über 2 Prozent rentierte, nicht tragbar sind. Die tinwetterschäden, sind in keinem Teil des Reiches in dem Ausmaß zu beobachten gewesen wie in Hessen. Es ist deshalb Der hessischen Landwirtschaft nicht verständlich, daß von Reichs wegen keinerlei Zuschüsse für die Beschaffung von Saatgut zur Sicherstellung der neuen Ernte bereit gestellt wurden, obwohl man weiß, daß vom Reich hunderte von Millionen im Laufe des letzten Jahres für andere Zwecke als verlorene Zuschüsse Verwendung fanden. Die öffentlichen Steuern und Lasten haben ebenfalls keine Verminderung er- Buo linier Sronraroetöto Roman von 3 GchneiderAoerstl. Urheber-Rechtsschutz: Verlag D. Meister, Werdau. 12. Fortsetzung. Rachdruck verboten! „Sann gehen Sie nur, Herr Malnow!" nahm Suse das Wort. „Der Stephan kann mich auch nach Hause begleiten. Ich will nur noch rasch ein paar Tannenzweige mitnehmen. Bleiben Sie noch ein paar Minuten, Stephan", wandte sie sich an Den Knecht. „Sie können mir tragen helfen." Sie nickte Malnow flüchtig zu unD begann von den herabhängenDen Aesten Zweige zu brechen. Am Wiesenrand sah Malnow noch einmal nach ihr zurück. Ihr weißes Kleid leuchtete zwischen Den Büschen, unD Stephan löste ihr eben das blonde Haar aus einer Mispel, in die es sich verfangen hatte. Sein Blut pulste in raschen Stößen. (Sine Angst ohnegleichen drückte ihm die Kehle zusammen. Es gab keinen Zweifel: Die Stunde war da, in der er Frau von Recklin- hausen Rechenschaft geben muhte. Daß sie einmal kommen würde, hatte er sich nie verhehlt. Aber daß sie so rasch genaht war, das dünkte ihn niederschmetternd. Sein Schritt wurde immer langsamer. — Als er durch das Hoftor bog. glich er einem alten Mann, der es nötig hatte, so bald als möglich eine Stühe für seinen Körper zu bekommen. Schweißgebadet trat er in seine Wohnung. Rur ein anderes Hemd, einen anderen Rock wollte er Überwerfen, dann wollte er den Gang tun, der der schwerste seines Lebens war. Der Knecht kam zur Herrin und bat sie um bie Hand der Tochter. Ein gelinder Schwindel drückte ihn für Sekunden auf dem Stuhl neben seinem Bette. Dann lösten seine zitternden Finger bie Knöpfe des Hemdes. Er hatte schon so vieles durchgemacht. Auch das würde vorübergehen. — Um Suscs willen! dachte er. Mit hämmernden Schläfen setzte er sich die Worte zurecht, die er sprechen wollte, sein Glück nicht verlieren zu müssen. — Zehn Minuten später drückte er die Türe seiner Zweizimmerwohnung hinter sich zu. ..Es tut mir leid, Sie so abgehetzt zu sehen?" bedauerte Zxau von Recklinhausen, als er mit gewaltsam zur Ruhe gezwungenem Körper vor ihr stand. Sie zeigte nach einem Stuhl, Der in ihrer Rähe stand und wartete, bis er sich gesetzt hatte. Seine Füße trugen ihn in der Tat nicht mehr. Sein Gehirn weigerte sich, auch nur eines der Worte wiederzugeben, die er sich zurechtgelegt hatte. S, tefj mit verjchwvvmrndem SM tote Fsc» von Recklinhausen ein Blatt vom Schreibtisch nahm und es ihm reichte. Er war dankbar, daß sie ihm wenigstens den Ramen dessen, der sein und SuseS heiwlicheS Glück betraten hatte, wissen ließ. Mit verschleiertem Blick hastete er über die Buchstaben hin: „IhrS Mutter an Herzschlag verschieden. Erbitte sofortiges Kommen. Schwester Gertraud." Im ersten Schrecken, in der ersten Größe maßlosen Schmerzes saß Malnow aufrecht, dann drückte ihn eine dumpfe Schwäche an die Lehne des Stuhles zurück. Auf den Lippen trug er noch Suses Küsse. In seinen Augen brannte noch ihr Bild, fein Ohr trank noch ihre Stimme in sich hinein und dicht neben sich hörte er jetzt die teilnehmend gütige ihrer Mutter: ..Es tut mir unendlich leid. Herr Malnow, daß Sie einen solch schweren Verlust zu befiagen haben Ich wußte gar nicht, daß Ihre Mutter noch lebt. Sie haben mir nie von ihr gesprochen. Das Telegramm kam irrtümlicherweise auf meinen Schreibtisch. Ich habe es. ohne weiter auf die Adresse zu achten, geöffnet und so Kenntnis von dieser schmerzlichen Rachricht bekommen. — Ich bitte Sie, meiner herzlichsten Teilnahme versichert zu sein und das Versehen entschuldigen zu wollen." Er sah sie mit völlig erloschenen Augen an, rang nach Fassung, machte eine hilflose Gebärde mit Der Linken und zog sich in seinem Stuhle hoch. Als er zu sprechen beginnen wollte, war Der Platz, an welchem Frau von Recklinhausen ge- ftanDcn hatte, leer. Erst als er nach langen Minuten die Türe hinter sich zuDrückte, trat sie ihm wieder entgegen und legte teilnehmend die Hand auf feinen Arm: „Sie reifen selbstverständlich sofort ab. Herr Malnow. Ich habe bereits Auftrag gegeben, daß Der Wagen Sie zur Station bringt. Bleiben Sie ruhig weg. bis alles erledigt ist. — Wo hat Ihre Mutter ihren Wohnsitz gehabt?" ..In München, gnädige Frau!" Sie schien etwas erstaunt, wollte fragen, warum er sie nicht öfter besucht habe und unterließ es dann. Schließlich hatte sie als Fremde keinerlei Recht, ihn Darum auszusorschen. Sie nahm nur feine Hand zwischen die ihren und drückte sie schweigend. Durch die geöffnete Tür verfolgte sie Malnow, wie er schleppenden Schrittes nach den Oekvnomie- gebäuden ging und in denselben verfchwand. Leonore, die eben die Treppe herabkam hatte einen wehen Ausdruck um Den Mund: „Wie hat et es auf genommen, Mama?" Frau von Recklinhausen hob die Achseln und suchte nach Worten. ..Er war völlig verstört. Schade, daß er sv verschlossen ift Ich habe gar toe CEtati Les L-rHes fts tz» gerades. 2ch fahren Es war unter solchen schwierigen Verhältnissen für die Landwirtschastskammer nicht leicht, auch im abgelaufenen Jahr die Fördc- rungsmaßnahmen auf Dem Gebiet Der Landwirtschaft durchzuführen. Das war um so schwieriger, als eine erhebliche Kürzung der Zuschüsse des Staates für Die Förderung Der Landwirtschaft erfolgt ist. Trotzdem wurden unter Berücksichtigung deS Zieles, daß Die Landwirtschastskammer mit ihren Förderungsmaßnahmen verfolgt. Die im Aufgabengebiet vorgesehenen Maßnahmen durchgeführt Ministerialdirektor Prof. Rößler überbrachte die Glückwünsche der Regierung und teilte die Vorstellung der Regierung mit, um nach Den 600 000 Mk Landessteuererlah auch einen Reichssteuererlaß zu erhalten. Hessen unterstütze besonders aktiv die Forderung nach Einstellung Der auslänDischen Einfuhr, unter Der im Umkreise des Frankfurter Marktes namentlich Die hessische Landwirtschaft leide. Einstimmige Annahme fand Dann nach ausführlicher Begründung Die folgende Entschließung: Die Hauptversammlung bittet Den VorstanD Der Landwirtschaftskammer, Die nachstehenden Anträge und Wünsche bei den zuständigen Reichs- und Landes st eilen vertreten zu wollen: 1. Die Wiederherstellung der Rentabilität kann nur durch Annäherung der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise und Der Bedarfs st vffpreise herbei geführt werden. 2. Es ist eine allgemeine Erleichterung der Zinsbelastung herbeizufüh- ren, auch im Interesse der Gläubiger. Die hohen Zinsspannungen und Provisionssätze der Geldinstitute sind herabzusetzen. 3. ihn eine Schließung der Preisschere zu ermöglichen, müssen die Preisbindungen beseitigt und die Handelsspannen für landwirtschaftliche Erzeugnisse verringert werden. Ferner ist auf dem Arbeitsmarkt, einschließlich des Lohn« und Tarifwesens, -die freie Wirtschaft 'wieder einzuführeitz. 4. Zur steuerlichen Entlastung ist eine Herabsetzung der Einheitswerte in Annäherung an die stark gesunkenen, tatsächlichen Ertragswerte herbeizusühren, und zwar sowohl aus Gründen der steuerlichen Gerechtigkeit, wie auch aus außen- und innenpolitischen Rücksichten heraus, die es verbieten, daß überhöhte Werte beibc galten werden, Die eine nicht mehr vorhandene Steuerkraft vortäuschen. Auch die Real- steuern sind baldmöglichst, zum Zwecke der Steuervereinheitlichung, auf die herabgesetzten Einheitswerte auszuschlagen. Im übrigen ist das gesamte Steuerwesen zu vereinfachen und zu verbilligen. Insbesondere sind landwirtschaftliche Erzeugnisse aller Art von der Umsatz st e u e r zu befreien oder höchstens dem früheren Steuersatz von 0,85 Prozent zu unterwerfen, da durch Rücküberwälzung der timsatzsteuer auf Den Erzeuger ein Preisdruck auf Die Erzeugerpreise entsteht. Diejenigen Verbrauchssteuern, Die Den Absatz von Bier, Branntwein, Wein unD Zucker hemmen unD damit den Beschäftigungsgrad innerhalb der Landwirtschaft und ihrer Rebengewerbe verringern, sind zu beteiligen. Die öffentlichen Gebührensätze, die Handwerkerlöhne und Strompreise, ferner die Gebühren der städtischen Viehmärkte usw. sind durch den Preiskommissar weitgehendst zu senken. 5. Zum Schuhe Der einheimischen Erzeuger sinD gewisse Einfuhrverbote zu erlassen und bestimmte Einfuhr-Kontingente für land- wirtschaftliche Erzeugnisse festzusehen. Der Beschluß auf Wiedereinführung des GefrierfleischKontingents ist sobald wie möglich rückgängig z» machen. 6. Die Frachtsätze der Reichsbahn sind, soweit dies bei einzelnen Gütern, wie z. B. Dunge- mittcln. Heu, Stroh usw. noch nicht geschehen ift herabzuseyen. Ausländische Güter Dürfen nicht nach billigeren Tanten bei ordert werden als Die inländischen Erzeugnisse. Die im ReerpeDition-- v.rkehr dem Ausland gewährten Vergünstigu»- gen sind baldigst zu beseitigen Weitere Entschließungen betreffen die Absatznot Der hessischen Wein- und Zrühgemüse-Produktimr. Oie Aussprache. 3n der Aussprache wurde gefordert, daß bet den Sparmaßnahmen Der Regierung nicht einseitig Die landwirtschaftlichen Institute Der llniberfität Gießen herangezogen würden. Eine von dem nationalsozialistischen Landtags- abgeorDneten Göckel (Sangen) eingebrachte Entschließung. in der der Reichsregierung das Mißtrauen ausgesprochen und der Rücktritt DeS Kabinetts Brüning gefordert wird, bezeichnete Ministerialdirektor Röhler als außerhalb der Kompetenz der Landwirtschafts- kammer liegend. Unter teilweiser Zustimmung Der Versammlung forDcrtc Abg. Göckel Abstimmung über seine Entschließung auch auf Die Gefahr hin. Daß Die Kammer von Der Regierung ausgelöst tocrDc. Präsident Hensel erklärte es im Interesse der Landwirtschaft für schädlich, politische Dinge hier anzuschneiden. (Lebhafter Beifall.) Prof. Dr. S e s f o u S (Universität Gießen) gab der Befürchtung Ausdruck, daß die geplanten Sparmaßnahmen Der Regierung das Ende der landwirtschaftlichen Forschung und deS Institutes in Gießen Mir Folge haben konnten. Gerade die Landwirtschaft, Deren Milchproduktion allein so hoch sei, wie D°r W^rt der gesamten deutschen Kohlen- und €< Ölindustrie, habe ein unbestreitbares Recht, daß auch ihre ForschungSanstalten mit den nötigen öffentlichen Mitteln unterstützt würden. Einige Einzelanträge. Die Reform Der Arbeitslosenfürsorge, Arbeitsdienstpf licht unD Ausdeh- nung des freiwilligen Arbeitsdienstes, Garantie von Mindestpreisen, sowie Reichsgarantie für Saatgut und Erntesicherung verlangen, wurden angenommen. Eine lebhafte Debatte entspann sich dann nochmals über den Antrag deS nationalsozialistischen Abgeordneten G ö ck e l. Rachdem der Antrag vom Kammerpräsidenten zur Abstimmung nicht zugelassen wurde, fand gegen sechs Stimmen eine Entschließung An nähme, in der es heißt. „Die hessische Landwirtschaft, welche in Deutschland stets an führender Stelle stand, ist durch die falsche Wirtschaftspolitik der letzten 13 Jahre trotz eindringlichster Warnungen aller behördlichen und berufsständischen Vertretungen heute zum größten Teil ruiniert und - usammengebrochen. Hier liegt unbedingt Schuld seitens der Regierung vor. Deshalb beschließt Die heutige Hauptversammlung der hessischen Landwirtschaftskammer: Die R e i ch s r egi er ung kann nicht damit rechnen, daß Die hessische Landwirtschaft einer Reichsregierung Vertrauen entgegenbringt die die bisherige Wirtschaftspolitik beibehäl t.“ Oer Voranschlag angenommen. Sodann wurde der V o r a n s ch l a g für 1932 33 gegen zwei Stimmen angenommen. Der Voranschlag balanciert mit 2,031 Millionen Mark, ist also um 128 000 Mark gegenüber Dem Vorjahr gesenkt Schließlich tourDe die IahreS- rechnung 1 930 genehmigt und Dem VorstanD debattelos Entlastung erteilt. weiß ja nicht, wie er zu Der Toten stand!" „Aber Mama, sie war doch seine Mutter", sagte Leonore verwundert. „Gewiß, mein Kind. Aber glaube mir, es ist zuweilen sogar möglich, daß das Leben auch zwischen Mutter und Kinder eine Bresche schlägt. — Bei ihm scheint es der Fall gewesen zu sein." Suse tauchte im Flur auf und drückte einen Riesenstrauh von Tannengezweig und wehenden Farn gegen sich. Ihre Augen suchten unsicher zu Mutter und Schwester hinüber. ..Was habt ihr denn, daß ihr so ernst seid?" fragte sie beklommen. „Malnow hat die Rachricht erhalten, daß seine Mutter gestorben ist", beschied Frau von Recklinhausen und streichelte dabei die Wangen ihrer Jüngsten, da sie deren Erblassen falsch deutete. „Wir wollen hoffen, daß Gott uns noch lange zusammen sein läßt, mein Liebling!" Aus Suses Arm glitt Der Strauß achtlos zu Boden. „Wußtest Du, daß er noch eine Mutter hat?" „Rein, Kind? Ich habe es erst durch dieses Telegramm erfahren." Leonore sah der Schwester nach, wie sie langsam Die Treppe hinaufstieg. Fünf Minuten später kam sie wieder herab und ging Durch Den Garten, um Den Weg nach Malnows Wohnung zu nehmen. Sie klopfte nicht, als sie bet ihm eintrat. Das Leite Knarren Der Angeln überhörte er. Den Kops in Die Arme gewühlt, laß er an seinem Schreibtisch und fuhr auf, als sie ihm die Hand auf Die Schulter legte. Daß er geweint hatte, erschütterte sie über Die Maßen. Sie zog sein Gesicht gegen ihre Brust unD hielt ganz stille, als sie fühlte, wie seine Achteln zuckten. Ihre Finger streichelten sein Haar entlang. Dann neigte sich ihr Mund und blieb auf feinem Scheitel ruhen. In dieser Minute war sie nicht mehr Kind, war ganz Weib, das Dem Manne seiner Liebe Trost zu bringen suchte. Rie hatte ihre Stimme so weichen Klang gehabt, als eben jetzt, wo sie zu ihm sprach: „Ich habe gar nicht gewußt, Dieter. Daß du noch eine Mutter hast. Aber ich hätte sie so gerne gekannt. Ich leide mit Dir. Allen Schmerz. Den Du trägst, trage ich auch. Kann ich etwas für dich tun, mein Guter? — Soll ich Dir Die Koffer packen, ja? Du brauchst mir nur zu sagen, was du mitnefjmen willst, dann finde ich mich schon zurecht." Er hob das verstörte Gesicht und schob sie angstvoll von sich: „Alm Gottes willen, geh! — — Ich bitte dich, Sille!" Er sprang entbot, riß Die Türe zu seinem Schlafzimmer auf und schob sie hinein. Eine Sekunde später klopfte es und Dettermann streckte den Kopf zur Türe herein. Der Wagen floht am Tor. Herr Malnow. Es ist höchste Zeit. Ste «reifen fönst Den Anschluß „Ich komme sofort!" Als die Türe wieder zuschnappte, öffnete Suse die andere für einen Spalt und zog Den Geliebten zu sich herein. „Gott, Dieter, warum hast Du mir nie davon gesprochen, wie armselig du wohnst!" Er sah sie mit müden, verständnislosen Augen an. „Was fragtest du?" „Weshalb du mir nie etwas davon sagtest, wie es hier aussieht!" Ein schwaches Rot trat in seine Wangen. „Die anderen Kuschte wohnen auch nicht besser. — Es genügt mir, Suse!" Ihr waren die Tränen nahe „Wo schläfst du denn eigentlid) ?" Er zeigte mit. einer knappen Wendung nach der eisernen Pritsche, auf der ein einziges Kissen und eine große Decke lag. Ein Stuhl, ein braungebeizter Kasten und ein Waschtisch, von Dem sie sich erinnern konnte, daß er einmal auf Dem Speicher gestanden hatte, machte das ganze Mo- biiiar aus. Er fand eS ganz 'm Der Ordnung. Was brauchte man mehr? Ein Mann behalf sich auch nur mit einem Blätterwipfel als Dach und einer Schütte Stroh wenn es sein mußte. Ihr schnitt es beinahe das Herz entzwei. Ob die Mama daS wußte? „Bis Du wiederkommst", sagte sie und schmeichelte sich enger an ihn, „werde ich es dir hier gemütlich machen!" „tim Gottes Witten nidtft, Suse!" wehrte er. „Es ist alles gut so. — Aber geh jetzt, Kind! Ich zittere bei jedem Schritt. Der vorüberkommt. Laß mich zuerst auf Den Gang treten, daß ich sehe, ob niemand um Die Wege ist." Er öffnete Die Türe, durchschritt das kleine Wohnzimmer und wollte nach Dem Gange spähen, als er mit Margret zusainmenprallte. Die eben bei ihm klopfen wollte. „Meine Teilnahme, Herr Malnow. Ich möchte Ihnen zugleich sagen, daß Sie mit Dem Kraftwagen, Der mich gebracht bat. zum Bahnhof fahren können. Sonst erreichen S:e Den AbenDzug nicht mehr." „Ich danke Ihnen, gnädiges Fräulein!" Er verbeugte fich und drückte, noch ehe sie ihm Den Rücken wandte, die Tür hinter sich zu. Das Blut schlug ihm bis zum Halse. Er wagte erst wieder richtig zu atmen, als er ihre Schritte auf Dem Pflaster des Hofes vernahm. Sufe kam auf den Zehenfpitzen zu ihm heraus. Seine Stimme flüsterte aufgeregt. „Du mußt den Weg durch die Stallungen nehmen, Kind. Anders ist es zu gefährlich. Tu das nicht wieder, ich bitte dich. Sute!" Er nahm sie in die Arme und küßte sie auf Mund und Wangen. Mit klopfenden Pulten wartete er. bis fic um die Ecke des Ganges verschwunden war. Fortsetzung folgt! Büchentisch. — Kaplan Helmut Fahsel: Konnersreuth. Tatsachen und Gedanken. XII u. 120 S. mit Faksimile eines Briefes der Therese Neumann. Berlin 1931, Thomas-Verlag, R. v. Gizycki. Brosch. 2,40 Mark. — (29) — Kaplan Fahsel gibt seine Darlegungen auf Grund persönlicher Erfahrung und erster Zeugenqucllen. Er betrachtet sämtliche mystischen Vorgänge in Konnersreuth im Lichte der Lehre des Thomas von Aquin und der mystischen Theologie und setzt sie mit Okkultismus und Parapsychologie in unterscheidende Beziehung. Die religionsphilosophisch und parapsychologisch interessanten Phänomene der Kontemplation und Licbesekstase, der Zustände der Eingenommenheit und der erhobenen Ruhe, der Unterscheidungsgaben und Prophetie, der eucharistischen Phänomene usw. werden durch Schilderung eigener Erlebnisse dem Leser nähergebracht. Schließlich erhält man Antwort auf die Frage: „Was für einen letzten Sinn hoben die Vorgänge ht Konnersreuth?" Durch die Beantwortung dieser Frage wurde die Schrift Zugleich eine Auseinandersetzung mit dem dogmatischen und ge- schichtlichen Christentum überhaupt. — Dr. med. Ludwig Mayer: Lourdes, Konnersreuth oder Gallspach? 250 S., Geb. 4,80 Mark. Verlag G. G. Uehlen, Schopfheim (Baden). — (42) — Läßt man das Buch auf sich wirken, wird man an Nietzsches Worte erinnert: Ich beschwöre euch, meine Brüder, bleibt der Erde treu und glaubt denen nicht, welche euch von über- irdischen Hoffnungen reden!" Der Verfasser, der Arzt Dr. Mayer, war in Lourdes, in Konnersreuth, in Gallspach und berichtet mit voller Objektivität über alles, was er beobachtet Hot. Ohne daß er das religiöse Gefühlsleben auch nur im entferntesten verletzt, stellt er sich als Skeptiker dar, der dem Mysteriösen, dem Okkulten abgewandt steht, wohl aber die Macht der Suggestibilität anerkennt und die Notwendigkeit betont, bei Patienten Krankheitserscheinungen mit den seelischen Vorgängen in Be- zlchung zu bringen. Daß Dr. Mayer von vornherein seine Erfahrungen auf ein sachliches Niveau stellt, macht uns seine Ausführungen sympathisch: ein ernster Forscher, von dem auch die profitieren werden, die sich mit seiner Weltanschauung nicht in Uebereinstimmung befinden. B. — Hermann Weidenbach: Die Mecha - n i k der Seele. Mannheim-Neuostheim, Verlag Dr. Hermann Weidenbach. — (16) — Nichts Geringeres will der Verfasser oufzeigen, als die Entdeckung und erste wissenschaftliche Darstellung der körperlichen Struktur der männlichen, weiblichen und genialen Seele. Er spricht die Hoffnung aus, daß seine Deduktion das Geistesleben entscheidend beeinflussen werden. Das kleine Buch bringt drei Abschnitte: Sexualdimorphismus, Physik und Grammatik. Ich stehe der Umwälzung des Weltbilds, die Dr. Weidenbach von seinem Lehrgebäude erwartet, ungläubig gegenüber, vermag mir nicht vorzustel- lcn, daß seine Theorien ernsthast in Rechnung gezogen werden können. —k. Kunst und Wissenschaft. Die Tänzerin Vera Sforond f. Sie Tänzerin Dera Skoronel ist am Donnerstagabend in Berlin nach kurzem schwerem Leiden im Alter von 26 Zähren einer Angina erlegen. Dera Skoronel. eine Wigmon-Schülerin, war eine Künstlerin von großer balladesker Gestaltungskraft. Laban und Loheland beeinflußten sie, und die Achtzehnjährige wurde in Dresden die Schülerin von Marh Wigman. An den vereinigten Bühnen Oberhousen-Gladbeck-Hamborn wurde Dera Skoronel Ballettmeisterin; bald darauf siedelte sie nach Berlin über, wo sie eine eigene Tanzgruppe schuf. SCHNUPFEN azxy' IN APOTHEKEN U. DROGE RI EN. DOSE 60* nx\i Jeder kann ein Kraftfahrzeug besitzen! Alles was die Mode per Meter hingen FICHTEL & SACHS AG • SCHWEINFURT-M Runkelrüben-Samen per Meter Wäsche, Blusen usw. Orig. Criewener Eckendorf. Orig. Friedrichswerther Zucker- .per Meter 1.48 2406 A per Meter in schönen Farbtönen 1.75 2 65.1.95. litäterf 2.00 per Meter Oberhemden usw. tragfähige Qualität per Meter Lieferbar in Faß und Flaschen frei Haus 2380 D Wirten und größeren Konsumenten Preisermäßigung .3.75, 3.40 und per Meter ment 2419 V 0.45 0.88 0.92 1.45 2.15 2.35 2.50 Orig. Gehr. Dippes Orig. 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RM RM Haben 276840629 Meine Cousine aus Warschau Szöke Szakall Fritz Schulz Paul Kemp — Huszar Puffy — Fischer — Köppe Leo Peukert Ferner neueste Ufa-To n-W oche 574 782 518 93 612 133 Nur heute, den 28. Mürz, bringen wir auf vielseitigen Wunsch nochmals einen 18 423 380 344 240 447 39 008 333 68 900 697 RM 2 860339 12 Karten 12, Karten 57 360 204 1 980 524 313 56 245 500 49 489817 15 461 997 100 696 23240 629 169 200 000 2 992 793 507 273 184119 105 000 000 152 152 144000 000 — 25 200000,— Große Osterüberraschung Extra-Tonfilmeinlage 2. Platz 1. Platz 12 Karten Rang 12 Karten Seitenloge 3 956 896155 2 701 606179 1 840 629,72 3 548 828 412,51 Ab 2. Osterfelertag Ein herzerfrischender Tonfilm - Schwank nach dem gleichnamigen Theaterstück Notzeiten sind nicht dazu geeignet, laute und rauschende Feste zu feiern.-- Dennoch verlangen die Sorgen und die seelische Belastung unserer Tage eine Entspannung u. Ablenkung in andere Gebiete. Ein Abend im Kino bedeutet Stunden der Sammlung und Erholung! Um jedem den Erwerb einer Kinokarte zu ermöglichen. veranstalten wir am Samstag. 26.März, einen Werbetag für Kino u. Film und verabreichen zu konkurrenzlos billigen Preisen Dutzendkarten 76 017 742,17 99 705 346.72 mit der großen Starbesetzung: Liane Haid 12 Karten Saal- oder Mitt^lloge. .Mk. 18.— Ucberlegen Sie. 12 Besuche. Also schon für ca. 45 Pf. können Sie sich in den Genuß eines erstklassigen Programms setzen.l2schöne unterhaltsame Abende! Niemand versäume diese Gelegenheit! Verkauf nur Samstag, den 26. März, von 3-8 Uhr abends an der Tageskasse Vorbestellte Abonnementkarten können bis zum 1. April eingelöst werden und zwar: 12 Karten 3. Platz . . Soll Abschreibungen und Hockstellungen auf Debitoren Abschreibungen auf Effekten.Gemeinscbaftegeschäfte und Dauernde Beteiligungen.................. Vortrag auf nene Rechnung ............ RM 23 240 629172 145 600 000 — 108 000 000 — Mk. 5.60 Mk. 8.60 Mk. 10.90 Mk. 12.90 Mk. 12.90 DEUTSCHE BANK UND DISCONTO-GESELLSCHAFT Bilanz am 31. Dezember 1931 RM 82 800000- RM 112 885 988176 Heute, Samstag, und 1. Osterfeiertag Die große deutsche Ausstattungs-Tonfilm- Operette Ronny mit Willy Fritsch, Käthe von Nagy Uster, Angebot- bringt dfa&i d'e. Unerhobene Dividende.................. Dr. Georg von Siemens-Wohlfahrtsfonds 1 /<5 4o2,30 David Hansemann-Wohlfahrtsfonde .... 2 101 800,— Sonstige Wohlfahrtsstiftungen..... - , 79114,25 Ühergangsposten der eigenen Stellen untereinander Vortrag auf neue Rechnung .................. 85000 000 1 840 629 276 840 629 ACHTUNG! Ein schönes, billiges ACHTUNG! O STIER IE SC IUI E'N K für die Familie oder Angehörige 1 607 8'0 2512641 166 703 890 RM 240000000 Aktiva Eingänge aus begebenen Aktien — Kasse, fremde Geldsorten und fällige Zins- und *5! Dividendenscheine............................... ■ Guthaben bei Noten- und Abrechnung»- (Clearing-) ■ee Banken.......................................... mb Wechsel, Schecks und unverzinsliche Schatr- M anweisungen................................. — Noetroguthaben bei Banken und Bankfinnen-...... — Reports und Lombarde gegen börsengängige Wert papiere.......................................... — Vorschüsse auf verfrachtete oder eingelagerte Waren — Eigene Wertpapiere................................ ■b Beteiligungen an Gemeinschaflsgeechäften......... Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen — Schuldner.......................... - - —1 Bankgebäude (für unseren Geschäftsbetrieb benutzt) — Sonstiger Besitz an Gebäuden und Liegenschaften US» Mobilien........................................... 175 723 088,89 abzüglich vorweg zurüekgesteJIte Zinsen und Provisionen 16 000 000,— Sorten und Zinsschetne Dauernde Beteiligungen .............. Haben Vortrag aus 1930 ............. Zinsen und Wechsel Gebühren — Aktienkapital...................... Reservefonds ......... Gläubiger Akzepte ■u 6°/o Dollar-Darlehn. fällig 1. 9. 1932. Soll Handlungsunkosten................................ Steuern und Abgaben............................. Wohlfahrtseinricntungen. Pensionen und Versicherungsbeiträge für die Beamten................. Abschreibung auf Mobilien Betriebsgewinn................................ Betriebagewinn ............ Entnahme aus den Reserven Bachgewinn aus Znsammenlegnngdea Aktienkapitals RM Nur 2. Osterfriertag, 11,15 Uhr vormittags Kulturfilm-Veranstaltung MW Ein Meisterwerk der Tonfilmkunst Ernst Sichoedsack, der Schöpfer von „Chang“, drehte diesen Wunderfilm in den unerforschten Dschungeln Sumatras und bannte nie gesehene Tierkämpfe u. Jagdbilder auf den Tonfilmstreifen. Kleine Preise, Mk.0.60-1.50.Jugendl. zahl, halbe Preise Astoria-Lichtspiele Ab 1. Osterfeiertag: Das tollste Sensations-Tonfilm-Lustspiel, was Sie je gesehen haben Harold Lloyd in | Harold halt dich fest! Ferner: ■ ■ Bimbo der Stierkämpfer — Ufa-Ton-Woche I W . . . 2400 C Frankfurt am Main Vllbeler Straße 29 iso? a SÜDDEUTSCHE MXTB E L* I NDUST RI E KrEBR-TREFZGER. &-*•-*• RAST ATT VERKAUFSSTELLEN IN« FRANKFURT- FREIBURG* KARLSRUHE - KONSTANZ-MANNHEIM MORZHEIAA* RASTATT • STUTTGART Vogtsche Privat-Handelsschulen Gießen und Herborn Beginn des neuen Schuljahres: 7. April 1. Höhere Handelsschule für Schüler mit Obersekundareife. Dauer: 2 Semester. 2. Handelsoberklasse für Schüler mit höherer Schulbildung. Dauer: 1 oder 2 Semester. 3. Zweijährige Handelsschule für Schüler rnitachtjälu-igem Schulbesuch. 4. Einjährige Handelsfachschule. a. Einhalbjährige Handcisfachschule. 6. Einzelfächer. Durchgreifende theoretische und praktische Ausbildung für die kaufm. Praxis und die Beamtenlaufbahn — 70 Unterrichtsmaschinen — Übungskontor. 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